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„Vive la France“ Auf empfindliche Reaktionen stößt man, wenn es um die „Grande Nation“ geht. Der Nationalstolz der Franzosen überragt sogar den Eiffelturm. Auf Filmplakaten in der Métro wird penibel darauf geachtet, dass auch jedes englische Wort mit einem Sternchen versehen und im Kleingedruckten übersetzt wird. Viele internationale Begriffe und Slogans sucht man vergeblich, es gibt oft ein französisches Wort dafür. Überhaupt spricht man nur Französisch. Englisch ist zwar Voraussetzung, um bei internationalen Unternehmen arbeiten zu können, benutzt wird es jedoch nur bei Gesprächen mit ausländischen Kunden, in Touristenzentren oder in zweisprachigen Speisekarten. Als dritte Fremdsprache erlernen viele Franzosen in der Schule Spanisch. Einmal ist diese Entscheidung geografisch begründet, zum anderen besitzen sie denselben SprachenStammbaum. Denn sowohl Französisch, Spanisch als auch Italienisch sind romanische Sprachen und weisen den gleichen Wortstamm auf. Aber auch Deutsch steht im schulischen Fächerangebot. „Wieso kannst du kein Deutsch sprechen, wenn du es erlernt hast?“ Auf die berechtigte Frage hin folgt meist die charmante Antwort: „Ich habe es gelernt, aber ich habe alles vergessen.“

„Dem Glücklichen schlägt keine Stunde“ Vielleicht fiel Schiller dieses Sprichwort bei seiner Reise durch Frankreich ein. Mit der Pünktlichkeit nimmt man es eher ungenau. Bei Verabredungen ist es üblich, eine halbe Stunde später zu erscheinen. Selbst berufliche Meetings finden nie zur angesetzten Uhrzeit statt. Dafür verspürt man ein Gefühl innerer Gelassenheit. Franzosen wird die Kunst des Genießens anscheinend in die Wiege gelegt. Die berühmte Redewendung des „savoir vivre“ findet seine Bestätigung in ausgiebigen Picknicks am Seineufer, in Liedtexten von Chansons und nicht zuletzt im guten Schluck Wein der späten Stunde.


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