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Jahresbericht gem. CLIMB GmbH 2017 nach dem Social Reporting Standard

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Jahresbericht gem. CLIMB GmbH 2017 nach dem Social Reporting Standard


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Gegenstand des Berichts Die gemeinnützige CLIMB GmbH ist ein Sozialunternehmen mit Sitz in Hamburg. Im November 2013 wurde das Unternehmen gegründet, um ein bereits 2012 erfolgreich durchgeführtes Lernferienprogramm zu institutionalisieren und noch mehr Kinder und Erwachsene in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Der vorliegende Jahresbericht bezieht sich auf die Aktivitäten der gemeinnützigen CLIMB GmbH zwischen dem 01. Januar 2017 und dem 31. Dezember 2017. Der Bericht wurde nach den Vorgaben des Social Reporting Standards (SRS) angefertigt. ■

Vision In einer Welt, die Lernen mit Zwang verbindet und auf wachsende Komplexität mit Angst und Anpassung reagiert, wecken climb-Lernferien bei großen und kleinen Menschen Lust auf Lernen und Mut zur Verantwortung. Wir öffnen Kindern und Erwachsenen die Augen für ihre Stärken und Potenziale und schaffen Räume, in denen sie mit- und voneinander lernen. Kinder und Erwachsene gehen nach climb fröhlich und selbstbewusst ihren Bildungs- und Lebensweg, wissen, was in ihnen steckt und wagen sich an neue Herausforderungen. Sie nutzen ihre Stärken und übernehmen Verantwortung für sich und für andere. Mit unserer Arbeit machen wir so nicht nur mutige und selbstbestimmte Bildungswege möglich. Wir leisten auch einen Beitrag zu einer mutigen, innovationsfähigen, freien und gerechten Gesellschaft – einer Gesellschaft, in der wir Herausforderungen gemeinsam anpacken und Chancen gegeben und genutzt werden. ■

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Inhalt

Gegenstand des Berichts und Vision 

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Vorwort6

Grußwort8

1. Warum climb? Problemfelder und Lösungsansätze

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1.1. P  otenziale erkennen, Zukunft gestalten: Gesellschaftliche Handlungsfelder

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1.2. U  ngenutzte Potenziale und die wichtigsten Führungskräfte der Welt: 

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Zielgruppenspezifische Problemlagen 1.3. U  nser Lösungsansatz: Schlaue Ferien für eine mutige Gesellschaft

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1.4. Zielgruppenspezifische Wirkungen

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1.5. S  ystemischer Wirkungsansatz: Wie schlaue Ferien ganze Städte verändern können

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1.6. D  ie schlauesten Ferien Deutschlands: Was climb einzigartig macht

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2. Ein Jahr voller Sternenmomente:  Ressourcen, Leistungen und Wirkungen im Berichtszeitraum

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2.1. Eingesetzte Ressourcen 

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2.2. Erbrachte Leistungen 2017

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2.3. Zielgruppenzusammensetzung und Output-Daten 2017 

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2.4. Zielgruppenspezifische Akzeptanz der Angebote 2017 

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2.5. Wirkungen 

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2.6. W  oher wir wissen, wie wir wirken: Maßnahmen zur begleitenden Evaluation und Qualitätssicherung  34

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3. climb-Spirit jenseits der Lernferien: weitere Angebote der gemeinnützigen CLIMB GmbH

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3.1. F  ür die Führungstalente von morgen: das climb-Stipendium

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3.2. A  nkommen und weitermachen – mit den aims-Lernferien geht die erste Ausgründung an den Start

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4. Rückblick und Ausblick 

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4.1. W  as war: Reflexion der Zielerreichung und interne Lernerfahrungen 

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4.2. W  as kommt: Ausblick und strategische Ziele für 2018 und darüber hinaus 

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5. Über uns 

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5.1. Allgemeine Angaben 

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5.2. Das climb-Team

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5.3. Partner, Förderer, Freunde

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5.4. Governance der Organisation 

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5.5. Umwelt- und Sozialprofil

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5.6. climb-Beratungen

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6. Finanzen und Rechnungslegung

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Statt eines Nachwortes …

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Impressum 

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Liebe climb-Fans, In den letzten vier Jahren haben wir viele, viele Lernferien besucht – und uns den Kindern immer als „eine von denen, die climb erfunden hat,“ vorgestellt. Das sorgt dann immer für beeindruckte Blicke. „Wie kann man nur so eine tolle Idee haben?” fragen die Kinder. Aber ehrlicherweise war das ja der einfache Teil. Jeder, der schon einmal geduscht hat, hatte schon mal eine gute Idee. Aber wer ist schon mutig – und wahnsinnig – genug, aus dem „Jemand müsste mal ...“ ein „Wir werden morgen ...“ zu machen? Nun ja. Wir eben. Und zwar nicht nur wir drei, sondern auch die Lokalkoordinationen, Projektleitungen, Mitarbeiter*innen und Ehrenamtlichen, die mit uns gemeinsam in den letzten fünf Jahren climb zu dem gemacht haben, was es heute ist. Die mit uns Sprünge ins kalte Wasser gewagt haben, sich den großen Fragen gestellt haben, die über sich hinausgewachsen sind und nie den Glauben an das verloren haben, was wir hier machen. Fünf Jahre später hat der Mut sich ausgezahlt. Das finden wir und finden andere. 2017 haben wir Pläne geschmiedet, Weichen gestellt, Verantwortung abgegeben und die Nerven behalten. Und gehen deswegen mit größeren Partnern, konkreteren Plänen und einer stärkeren medialen Präsenz als jemals zuvor ins neue Jahr. Und das ist erst der Anfang! Bei allem Wachstum und allen großen Plänen haben wir uns fest vorgenommen, nicht aus den Augen zu verlieren, warum wir das machen. Wir lieben unsere Arbeit, vor allem das Unternehmerische an ihr. Es ist ein unglaubliches Geschenk, eine eigene Firma aufzubauen und eine eigene Unternehmenskultur zu setzen, junge Menschen zu inspirieren und selber die Chefinnen zu sein. Doch bei allem Wachstum und allen großen Plänen – uns geht es um mehr. climb lebt vom Mut, die großen Fragen zu stellen. Und vom unbedingten Glauben daran, dass Veränderung im Kleinen der Beginn von etwas ganz Großem sein kann. Wir machen diese Arbeit, weil wir für die Kinder und jungen Erwachsenen, in deren Potenziale wir verliebt sind, einen Unterschied machen wollten. Und weil wir die Hoffnung auf eine mutige Gesellschaft nicht aufgeben können. Das war 2012 so, als wir als ehrenamtliches Projekt gestartet sind. Und das wird auch 2018 so bleiben. Versprochen!

Hannah Schmidt-Friderichs

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Jennifer Busch

Charlotte Frey


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Grußwort

Liebe Leserinnen und Leser, liebe climb-Fans, „Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung...” Dieser berühmte Ausspruch von John F. Kennedy gilt heute ganz besonders. In Zeiten rasanten technischen Fortschritts und gesellschaftlicher Umbrüche kommt es auf Kompetenzen wie Urteilsfähigkeit und Kreativität an, um Veränderungen zu gestalten, anstatt ihnen ausgeliefert zu sein. Umso wichtiger ist es, dass Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft gestärkt werden, damit sie eben diese Kompetenzen ausbilden. Ganz besonders in der frühen Kindheit werden entscheidende Weichen gestellt, die einen maßgeblichen Einfluss auf den späteren Bildungsweg haben können. Insbesondere bei Kindern, die in durch Armut benachteiligten Familien aufwachsen, kann fehlende Förderung zwischen Geburt und Schulbeginn die Entwicklung verzögern und das Risiko einer lebenslangen Beeinträchtigung massiv erhöhen. Die Auridis gGmbH hat es sich zur Aufgabe gemacht, in die Verbesserung der Chancen und Lebensbedingungen von Kindern zwischen 0 und 6 Jahren zu investieren – und damit in die Zukunft unserer Gesellschaft. Eine Schlüsselstelle, um einer größeren Anzahl an Kindern vollen Zugang zu exzellenter Bildung zu ermöglichen, liegt in der Gestaltung des Schuleintritts und des Übergangs von der Kindertagesstätte in die Grundschule. Gerade für Kinder, die aufgrund ihrer materiellen oder sozialen Herkunft über Entwicklungsdefizite verfügen, ist dieser Übergang ein massiver Umbruch.

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Wir freuen uns sehr, dass climb es sich zur Aufgabe gemacht hat, mit der Entwicklung eines Programmbausteins für Vorschulkinder bzw. Kinder im letzten Kitajahr diesen Übergang anzugehen. In einem ersten Schritt haben wir die Erstellung einer Machbarkeitsstudie ermöglicht, seit Ende des Jahres unterstützen wir climb im Rahmen einer Wirkungsplanförderung dabei, das Programm für die jüngere Zielgruppe inhaltlich zu festigen und die Möglichkeiten einer überregionalen Verbreitung zu testen. Mit climb verbindet uns vor allem der präventive Ansatz und die Vision einer chancengerechten Gesellschaft, in der das Potential eines Kindes über seinen Bildungsweg entscheidet und nicht so sehr die Herkunft oder das Einkommen seiner Eltern. Wir freuen uns sehr darüber, mit climb an dieser Zielsetzung arbeiten zu können. Marc von Krosigk Geschäftsführung Auridis gGmbH

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1. Warum climb? Problemfelder und Lösungsansätze 1.1. Potenziale erkennen, Zukunft gestalten: Gesellschaftliche Handlungsfelder Unsere Welt wird, gefühlt, jeden Tag noch ein bisschen komplexer. Extremismus und Hass sind lauter als Stimmen der Zuversicht; rapide weltpolitische, technologische und gesellschaftliche Veränderungen führen zu Angst, Unsicherheit und zur Sehnsucht nach einfachen Antworten. Mit der Fülle an Handlungsspielräumen und Lebenswegen, die sich ihnen eröffnen, sind viele junge Menschen überfordert. Kaum jemand nutzt die Vielfalt der Möglichkeiten wirklich aus – aber warum? Wir bei climb glauben: Viel zu viele Menschen kennen ihre Stärken nicht. Sie wissen nicht, was sie wertvoll

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macht; manche wissen nicht einmal, dass sie wertvoll sind. Und wer sein eigenes Potenzial nicht kennt, wer sich gefangen fühlt in der eigenen Lebensrealität, der erlebt sich selbst nicht als handelnd – und kann daher die Gesellschaft nicht aktiv mitgestalten. Doch angesichts der Herausforderungen, die auf uns zukommen, können wir es uns schlicht nicht leisten, auf die Köpfe von morgen zu verzichten. Der Anspruch einer offenen, demokratischen Gesellschaft muss sein, dass alle Bürger*innen nicht nur die Möglichkeit haben, sich einzubringen und zu beteiligen. Vor allem müs-


» climb kombiniert unternehmerisches Geschick und eine Vision einer chancengerechten und innovationsfähigen Gesellschaft. Diese Kombination überzeugt und imponiert. « Thomas Storck, CEO, Metro Group Deutschland

sen die Bürger*innen selbst daran glauben, dass sie gehört und ernst genommen werden und die Möglichkeit haben, ihre Lebenswege frei und eigenverantwortlich zu gestalten. Gerade in Zeiten, in denen sich alles ändert, ist es von zentraler Bedeutung, dass junge Menschen sich selbst als handelnd erleben und zuversichtlich in die Zukunft blicken. Das macht sie weniger anfällig für Isolation und Hass, für Gewalt und Extremismus – und zu den mutigen Staatsbürger*innen, die wir so dringend brauchen.

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1.2. Ungenutzte Potenziale und die wichtigsten Führungskräfte der Welt: Zielgruppenspezifische Problemlagen Bildung ist die wichtigste Ressource der modernen Wissensgesellschaft – und wird in Deutschland ungerecht verteilt. Aktuell wachsen in Deutschland 2,6 Millionen Kinder von Armut gefährdet auf. Knappe finanzielle Ressourcen können sich massiv auf den Entwicklungsstand eines Kindes auswirken. Zu den Auswirkungen mit direktem Einfluss auf die (Lern-)Entwicklung von Kindern gehören etwa beengte Wohnsituationen, unreflektierter Medienkonsum, einseitige Ernährung und wenig Zugang zu hochwertigem Spielzeug, Büchern oder informellen Bildungsangeboten. Eltern in prekären Arbeitsverhältnissen, die etwa im Schichtdienst arbeiten, können oft auf keine hochwertige Kinderbetreuung zurückgreifen. Gemeinsame Ausflüge oder Urlaube, bei denen Familien positive gemeinsame Erfahrungen machen, kommen seltener vor als in privilegierten Familien. Die angespannte finanzielle Situation ist für Eltern und Kinder psychisch belastend, bis hin zu Sucht- oder Gewaltproblemen, die in Familien mit geringem Einkommen häufiger vorkommen als in gut situierten Elternhäusern.1

Ein Zusammenspiel all dieser Stressfaktoren und Mängel führt in vielen Fällen dazu, dass Kinder, die arm oder armutsgefährdet aufwachsen, schon mit Rückständen in den Basiskompetenzen eingeschult werden. Diese Rückstände führen zu Schwierigkeiten beim Erlernen grundlegender schulischer Kompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen, was sich wiederum entsprechend negativ auf die schulischen Leistungen auswirkt. Anstatt gesellschaftlichen Aufstieg zu ermöglichen, zementiert die Schule in Deutschland in vielen Fällen die Schichtzugehörigkeit, auch im Vergleich zu anderen Industrieländern. „In Deutschland ist seit Jahren ein besonders enger Zusammenhang zwischen familiären Lebensverhältnissen, Bildungsbeteiligung und Kompetenzerwerb nachweisbar.“3 Es besteht dringender Handlungsbedarf, um allen Kindern selbstbestimmte Bildungswege zu ermöglichen, die ihren Potenzialen gerecht werden und damit jedes Kind zur vollen Teilhabe am gesellschaftlichen und demokratischen Leben befähigen.

» Arme Kinder durchlaufen häufiger eine problembehaftete Bildungsbiographie. Arme Kita-Kinder sind später zu 48% überdurchschnittlich häufig Hauptschüler*innen oder schließen die Schule ohne Abschluss ab. « 2

1 Bertelsmann Stiftung (Hrsg.). Armutsfolgen für Kinder in Deutschland. Gütersloh, 2016. 2 Ebenda S. 14. 3 Autorengruppe Bildungsberichterstattung. Bildung in Deutschland 2014. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zur Bildung von Menschen mit Behinderung. Bielefeld, 2014.

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Lehrer*innen prägen jeden Tag die Lebenswege ihre Schüler*innen. Wie kann ihre Ausbildung dieser Aufgabe gerecht werden? Junge Erwachsene versuchen nach der Schule oder im Studium, sich zu orientieren, ohne ihre Stärken wirklich zu kennen. Auswendiglernen und Leistungsdruck kennen viele von ihnen dagegen nur zu gut. Gerade im Lehramtsstudium werden die Kompetenzen, die junge Lehrer*innen brauchen, nur bruchstückhaft vermittelt: In einer Studie der Vodafone Stiftung Deutschland bemängelten 48% der Studierenden den geringen Praxisanteil im Studium und „jeder zweite Lehrer fühlte sich durch das Lehramtsstudium auf die Berufspraxis nur unzureichend vorbereitet, jeder fünfte empfand den Einstieg in das Berufsleben regelrecht als Praxisschock.“4 Gleichzeitig ist die Tätigkeit im Schulalltag in den letzten Jahren wesentlich komplexer geworden: Inklusion, Willkommensklassen und Ganztagsschule sind nur einige Neuerungen, die den Alltag von Pädagog*innen heute prägen. Die Arbeit in multiprofessionellen Teams, mit neuen

Medien und an außerschulischen Lernorten ist längst Alltag geworden. Doch viele der jungen Menschen, die sich dieser Aufgabe stellen wollen, bringen die nötigen Kompetenzen nicht mit: Nur 16% der Lehramtsstudierenden schätzen Selbstvertrauen und nur 13% Durchsetzungsfähigkeit als persönliche Stärke ein.5 Somit besteht dringender Handlungsbedarf, um eine neue Generation der „wichtigsten Führungskräfte der Welt“ – wie wir bei climb Lehrer*innen nennen – für die Arbeit im Klassenzimmer zu motivieren, ihnen grundlegende Kompetenzen hierfür zu vermitteln und ihnen durch praktische Erfahrungen die wichtigsten Elemente einer guten Schule als zeitgemäßen Lern- und Lebensort nahe zu bringen.

4 Lehre(r) in Zeiten der Bildungspanik. Eine Studie zum Prestige des Lehrerberufs und zur Situation an den Schulen in Deutschland. Studie des Institutes Allensbach für Demoskopie, 2012. 5 Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Hochschulbildungsreport2020 (http://www.hochschulbildungsreport2020.de/).

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Armutsbelastung wirkt sich massiv auf die Entwicklung und Bildungschancen von Kindern aus. weniger Zugang zu informellen Bildungsangeboten weniger Zugang zu hochwertigem Spielzeug

geringe finanzielle Ressourcen der Familie

Ungesunde Ern채hrung

weniger Urlaube oder Ausfl체ge mit der Familie Beengte Wohnsituation, fehlende R체ckzugsr채ume Erleben von Mangel und Verzicht 14

motorische Defizite

sprachliche Schwierigkeiten

problematisches Sozialverhalten

Konzentrationsschwierigkeiten

geringes Weltwissen


Schwierigkeiten beim Erlernen grundlegender schulischer Kompetenzen (Lesen, Schreiben, Rechnen)

wenig Erfolgserlebnisse in der Schule fachliche Rückstände

schlechte schulische Leistungen

schlechte oder keine Schulabschlüsse

mangelnde gesellschaftliche Aufstiegschancen

Anfälligkeit für Sucht, Isolation, Gewalt

Feststecken in Abhängigkeitsstrukturen

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1.3. Unser Lösungsansatz: Schlaue Ferien für eine mutige Gesellschaft climb-Lernferien verstehen sich als präventives Programm und setzen bewusst insbesondere bei Grundschulkindern aus finanziell oder strukturell benachteiligten Familien an. Wir fördern die Bildungschancen dieser Kinder, weil Bildung der zentrale Stellhebel für gesamtgesellschaftliche Entwicklungen und soziale Integration ist, und arme Kinder mit deutlich schlechteren Startbedingungen in die Schule starten. Herzstück unserer Arbeit sind die climb-Lernferien an Grundschulen. Hier schaffen wir Räume, in denen Kinder und junge Erwachsene mit ganz viel Spaß mit- und voneinander lernen. Die Lernferien finden für zwei Wochen während der Ferien statt und richten sich je Standort an 45 Kinder zwischen fünf und zehn Jahren und neun junge Erwachsene. Wir bieten den teilnehmenden Kindern von der ersten bis zur vierten Klasse in den Ferien Lernzeiten in Deutsch und Mathematik, tägliches Projektlernen und jede Men-

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ge Spaß bei zwei Ausflügen sowie weiteren Programmbausteinen wie Familiennachmittagen, Abschlusspräsentation, Wasserschlacht oder Schulhofdisco. Jungen Erwachsenen bieten wir im Rahmen der Lernferien ein einzigartiges Weiterbildungspaket mit verschiedenen Lern- und Reflexionsmöglichkeiten. Nach zwei intensiven Vorbereitungswochenenden können die climb-Lehrer*innen mittels Unterrichtshospitationen durch erfahrene Pädagog*innen und in begleitenden Workshops ihr Wissen vertiefen und sich so zu anspruchsvollen Führungskräften im Klassenzimmer und darüber hinaus entwickeln. Die climb-Lernferien steigern in hohem Maße die Selbstwirksamkeitserwartung der teilnehmenden Kinder und Erwachsenen und fördern Selbstbewusstsein, Durchhaltevermögen, Rücksicht, Teamfähigkeit, Planungs- und Umsetzungskompetenz als Fundament jedes Bildungserfolgs und staatsbürgerlichen Handelns. So können Kinder und Erwachsene mit Zuversicht die Zukunft mitgestalten und sich für eine offene, freie und demokratische Gesellschaft einsetzen.


Wir fördern Kinder in ihren Lebenswelten und verstehen Schulen als Labore für gesellschaftlichen Wandel. Die climb-Lernferien zeichnen sich unter anderem durch die Niedrigschwelligkeit des Angebotes aus. Wir arbeiten bewusst in genau den Schulen und Klassenzimmern, die den Alltag unserer Schüler*innen prägen, nach Möglichkeit mit dem gleichen Material und ähnlichen Methoden: Bei climb soll gelernt und gearbeitet werden; die Kinder sollen merken, dass sie gerade „so ähnlich wie in der Schule“ lernen. Damit erleichtern wir ihnen, die erlernten Kompetenzen, neu gewonnene Motivation und Resilienz zurück in den Alltag mitzunehmen. Wer bei climb gemerkt hat, dass ihm mit dem Rechenschieber die Mathe-Aufgabe leichter fällt, der wagt es auch im Schulalltag, dieses Hilfsmittel zu benutzen. Und wenn Kinder sich bei climb in anderem Licht erleben, trauen sie sich auch im Alltag mehr, ihre Stärken zu zeigen. Der Schlüssel für die Wirksamkeit unserer Lernferien ist, dass wir unsere Arbeit nah am Alltag der Kinder gestalten. Spätestens seit der Einführung der flächendeckenden Ganztagsschule sind Schulen die zentralen gesellschaftlichen Institutionen, in denen Kindern und Jugendlichen nicht nur Fachwissen, sondern vor allem Werte und Kompetenzen vermittelt werden, die sie brauchen, um sich in einer immer komplexer werdenden Welt zurechtzufinden. Damit sind die Schulen der Schlüssel zum gesellschaftlichen Wandel: Hier entscheidet sich in hohem Maß, ob das Aufstiegsversprechen der Demokratie verwirklicht wird; hier entscheidet sich, welche Werte und Kompetenzen an die Staatsbürger*innen von morgen weitergegeben werden. Gerade an Grundschulen wird Kindern heute schon ein Gesellschaftsbild vermittelt, das offener und progressiver ist, als die Gesamtgesellschaft es vielleicht derzeit ist, was z. B. das friedliche Miteinander von Kulturen und Religionen oder die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen angeht. In einer guten Schule wird das Morgen heute schon gelebt, das macht sie für uns zu einer unschätzbaren Institution, die wir mit climb stärken und mitgestalten wollen.

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1.4. Zielgruppenspezifische Wirkungen Schlaue Ferien für Grundschulkinder: Wir sehen Stärken und fördern Resilienz. Und machen damit Bildungsaufstiege möglich. Wie umgehen mit den beschriebenen Schwierigkeiten strukturell benachteiligter Kindern im deutschen Bildungssystem? Viele Programme konzentrieren sich auf die Folgen: Sie arbeiten zum Beispiel mit Jugendlichen, um sie am Ende einer „verkorksten“ Schullaufbahn doch noch zum Schulabschluss zu bringen. Auch schulische additive Förderung konzentriert sich meist auf die Beseitigung diagnostizierter Defizite. Die climb-Lernferien hingegen verfolgen einen präventiven Ansatz. Uns ist es wichtig, mit unseren Lernferien nicht als „Feuerwehr“ vermeintliche Brennpunkte zu löschen, sondern früh anzusetzen und Kinder zu befähigen, ihre eigene Geschichte zu schreiben, jenseits von dem, was die Statistik vorzuschreiben scheint. Das bedeutet auch: Wir sehen die Potenziale, die in den Kindern, mit denen wir arbeiten, schlummern. Wir kennen die Kinder hinter diesen Zahlen. Sie bringen uns in den Ferien immer wieder aufs Neue zum Lachen und zum Staunen, machen uns demütig mit ihrer Lernbegeisterung und ihren großen Träumen. Wir fragen sie ganz bewusst: „Was kannst du richtig gut?“ und setzen mit dieser Frage ein Bewusstsein dafür frei, dass gerade die Kinder, die sich selbst viel zu oft als sprichwörtliches Problemkind erleben, etwas in sich tragen, das sie wertvoll und einzigartig macht. Aus dieser Haltung erwächst bei den Lernferien eine positive, wertschätzende Atmosphäre, in der Kinder Mut fassen, ihre Potenziale auszuschöpfen und Neues mit Freude zu lernen. Mit dieser ressourcenorientierten Haltung und dem ständigen Bestreben, Kinder zu stärken, widrige Umstände zu meistern, verstehen sich die climb-Lernferien demnach als ein Programm zur Förderung personaler Resilienzfaktoren im schulischen Kontext. Ziel der Lernferien ist immer, die Resilienz der Kinder im Kontext des Klassenzimmers – dem Kontext, in dem sich mehr als irgendwo sonst der weitere Lebensweg entscheidet – zu erhöhen. Kinder, die in der Schule resilient sind, trauen sich an schwierige Aufgaben heran. Sie verstehen, dass Scheitern zum Lernen dazugehört und holen sich

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Unterstützung, z. B. in Form von haptischem Material, um sich neue Themenfelder zu erschließen. Sie lernen von anderen Kindern und nehmen leistungsheterogene Gruppen als Bereicherung wahr. Und sie sind ganz bestimmt dafür gewappnet, Hürden und Hindernisse, die in ihrer Schullaufbahn auf sie warten – der Sprung auf die weiterführende Schule, Konflikte mit Lehrer*innen, die Wirren der Pubertät – zu meistern.


climb-Erwachsenenbildung: Praxis, Reflexion und Motivation für die wichtigsten Führungskräfte der Welt » climb heißt für mich, Chancen nutzen, Chancen geben. Also, mir meine eigenen Chancen und Privilegien, auch schon als Kind, bewusster zu machen. Und anderen die gleichen Chancen geben, die man selber hatte. « Angela, climb-Lehrerin aus Dortmund

Neben den Kindern verstehen wir bei climb junge Erwachsene explizit als zweite Zielgruppe, die gefördert werden soll. Wir nehmen angehende Lehrer*innen als Lernende und Lehrende in den Blick und fördern sie durch tägliche Weiterbildungsangebote als kontinuierliche Ergänzung zur praktischen Arbeit. Die Lernferien sind ein bewusst schulähnliches Ferienprogramm, das zeitgemäße Lernmethoden nutzt und für Nachwuchslehrer*innen greifbar macht. Das zeigt ihnen Möglichkeiten auf und motiviert sie dazu, Schule auch in Zukunft mitzugestalten. Durch die Arbeit mit Kindern aus finanziell benachteiligten Familien zeigen wir besonders eindrücklich den Einfluss, den gute Lehrer*innen und Bildung auf den Lebensweg eines Kindes haben können. Wir sensibilisieren angehende Pädagog*innen für die Potenziale jedes Kindes und ermutigen sie, den gesellschaftlichen Auftrag ihrer Tätigkeit ernst zu nehmen. Dass die Lernferien an Schulen stattfinden und sich mit ihren Abläufen sehr „nach Schule“ anfühlen, ist ein wichtiger Baustein des climb-Konzepts. Entscheidend ist dabei jedoch, dass wir nicht irgendeine Schule sein wollen, sondern bewusst pädagogische Haltung, Methoden, Abläufe und Strukturen guter Schulen nachempfinden. Damit machen wir nicht nur mehr Lernerfolge für die teilnehmenden Kinder möglich, sondern für die climb-Lehrer*innen auch die Praxis guter Schulen erlebbar. Große theoretische Schlagworte werden bei climb

handhabbar und so für viele angehende Lehrer*innen zum selbstverständlichen Handwerkszeug, wenn sie später Schule gestalten. Unsere Definition „guter Schule“ orientiert sich dabei maßgeblich an den Standards der Deutschen Schulakademie. Um angehende Lehrer*innen in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken, vermitteln wir im Rahmen des Erwachsenenbildungsprogramms Kompetenzen, die sie zu selbstbewussten Führungskräften im Klassenzimmer werden lassen. Doch auch die tägliche Gestaltung der Lernphasen an sich fordert sie in einem Umfeld, das ihrem zukünftigen Klassenzimmer ähnelt. Die Lernferien finden meist an Schulen in herausforderndem Umfeld statt. Diese Kinder fordern die jungen Lehrer*innen in hohem Maße: Das Leistungsniveau schwankt und viele Kinder haben Konzentrationsschwierigkeiten oder fachliche Defizite. In diesen Kindern die Potenziale hervorzubringen, die sie in sich tragen, öffnet Lehrer*innen die Augen dafür, wie viel Einfluss sie während ihrer späteren Tätigkeit haben können. Die Tätigkeit bei climb baut Berührungsängste ab, konfrontiert mit den eigenen Vorurteilen und zeigt gesamtgesellschaftliche Handlungsspielräume auf. Junge Erwachsene verstehen nach climb noch besser, warum wir Lehrer*innen die „wichtigsten Führungskräfte der Welt“ nennen – und trauen sich eher zu, diese Rolle auszufüllen.

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1.5. Systemischer Wirkungsansatz: Wie schlaue Ferien ganze Städte verändern können Wir wollen mehr, als junge Menschen dafür stark zu machen, sich in einem ungerechten System durchzubeißen. Kinder und Erwachsene sollen bei climb befähigt werden, für sich und andere einzustehen und durch innovative Ideen dazu beitragen, die Welt für jede*n lebenswert zu gestalten. Denn in einer Welt, die jeden Tag unübersichtlicher wird, die jeden Tag noch hasserfüllter und ängstlicher scheint, in der Mauern in den Köpfen und aus dem Boden sprießen und Misstrauen gegen jedes „anders“ scheinende wächst – genau in dieser Welt ist es so wichtig, dass wir Kindern beibringen, dass sie keine Angst vor ihren eigenen Potenzialen haben müssen. Dass Herausforderungen nichts sind, vor dem man sich fürchten muss, sondern etwas, das man angeht. Dass jede*r von uns die Möglichkeit hat, für seine Mitmenschen einen Unterschied zu machen, und wir deswegen nicht nur an uns selbst, sondern vor allem aneinander glauben müssen. climb soll Kinder, die sonst durchs Raster fallen, zu mutigen Staatsbürger*innen machen und zur Stärkung einer offenen, vielfältigen

Unsere Vision einer climb-Stadt

Schulen können Kinder besser fördern und profitieren von selbstwirksamen Lehrer*innen. armutsbedingte Kompetenzdefizite werden im Laufe der Schulzeit stärker aufgefangen

Gehen mit erhöhter Selbstwirksamkeit ihren weiteren Bildungsund Lebensweg 20

und demokratischen Gesellschaft beitragen – das ist nicht vermessen, sondern gerade anspruchsvoll genug. Nach der Teilnahme an den Lernferien sind die Kinder in der Schule noch motivierter und verfügen über größeres Fachwissen und überfachliche Kompetenzen (z. B. Teamfähigkeit, Rücksicht, Durchhaltevermögen). Sie entwickeln sich im Anschluss nicht so, wie es ihnen die Statistik momentan vorhersagt. Sie trotzen den Risikofaktoren, die ihren Alltag prägen, und wachsen zu aktiven, offenen, gebildeten Erwachsenen heran. Gleichzeitig entsenden wir eine ganze Generation hochmotivierter und anspruchsvoller junger Lehrer*innen nach dem Lehramtsstudium in Schulen weit über unsere Partnerschulen hinaus: Sie erkennen die zentrale Rolle, die sie im Leben ihrer Schüler*innen spielen können und stellen sich dieser Verantwortung.


Doch wir wirken längst schon über die einzelnen Kinder und Erwachsenen, die wir erreichen, hinaus. Durch langfristige Partnerschaften mit Schulen prägen wir Schulkultur mit. Wenn wir Kindern in den Ferien ihre Potenziale aufzeigen und ihre Selbstwirksamkeit erhöhen, sind sie auch im Schulalltag fröhlicher und selbstbewusster. So können ihre Lehrer*innen sie noch passgenauer fördern, es entstehen Wechselwirkungen hin zu einer anspruchsvollen und stärkenorientierten Lernkultur, die auch Kinder mitreißt, die selbst nicht an den Lernferien teilnehmen. Langfristige Partnerschaften mit Schulen bedeuten auch, dass wir uns in den Stadtteilen besser verwurzeln. Hier treffen wir auf andere Akteure wie Kitas oder Sportvereine, mit denen wir im Rahmen der Lernferien und darüber hinaus stärker zusammenarbeiten. Wir ermutigen Kinder, ihre neu entdeckten Stärken im Alltag weiter zu fördern und dabei auch außerschulische Bildungsangebote zu nutzen. So erhöhen wir ihre Teilhabe im Stadtteil, schmieden lokale Präventionsketten und gestalten die Lebenswelt unse-

rer Schüler*innen auch über die Lernferien hinaus, auf institutioneller Ebene, mit. Wir wollen mit climb so weit wachsen, dass wir in den Städten, in denen wir aktiv sind, potenziell jedes benachteiligte Kind direkt oder indirekt erreichen können. Mit fünf bis sechs Partnerschulen und 15 bis 18 Lernferien im Jahr pro Stadt oder Bezirk kommen wir diesem Ziel nahe. In einer Kommune, in der derartig viele Lernferien durchgeführt werden, ist ein präventiver Ansatz sowie ein schonender Ressourceneinsatz auf der kommunalen Entscheidungsebene etabliert: Hier wird in Kinder investiert, so lang sie noch Potenzialträger sind, bevor sie zu Problemschüler*innen werden. Kinder können die Möglichkeiten nutzen, die ihnen die Schule bietet, da sie durch die climb-Lernferien gelernt haben, ihr eigenes Potential sowie vorhandene Chancen zu sehen und zu nutzen – und sie wachsen in Kommunen auf, die ihre Potenziale ebenfalls erkannt haben und in denen ihnen alle Türen offen stehen.

» Die Lernferien sind für uns als Stiftung ein gelungener Ansatz, um über einzelne Kinder hinaus Veränderungen im Bildungssystem zu fördern. Wir freuen uns darauf, in den nächsten Jahren zu erleben, wie Schulen und Stadtteile durch climb in Schwung gebracht werden. « Dr. Frauke Rawert, Reinhard Frank-Stiftung

Der Präventionsgedanke ist nachhaltig verankert, Folgen von Kinderarmut werden abgefedert und Bildunsaufstiege ermöglicht. mehr Fachkräfte, steigende Wirtschafts- und Innovationskraft, Vermeidung von Folgekosten, reduzierte Kriminalitätsraten, besseres Zusammenleben, erhöhte demokratische Teilhabe

Unterschiedliche Bildungsakteure arbeiten besser zusammen, mehr Kinder und Erwachsene nutzen die unterschiedlichen Angebote. erhöhte Teilhabe und ein besseres Zusammenleben 21


1.6. Die schlauesten Ferien Deutschlands: Was climb einzigartig macht

Kindern, die sich in den Ferien sinnvoll beschäftigen möchten, bieten sich eine Reihe von Angeboten. In welchem Umfang sie diese nutzen können, ist jedoch in hohem Maße von den finanziellen Ressourcen und der sozialen Zugehörigkeit ihrer Familie abhängig. Ferienangebote kommerzieller Nachhilfeanbieter ähneln climb zwar teilweise inhaltlich, da auch sie bewusst schulische Inhalte aufgreifen; sie sind jedoch kostenintensiv und damit für armutsgefährdete Familien nicht erschwinglich. Klassische Ferienangebote wie Zeltlager sind zwar günstiger, es fehlt jedoch die schulische Komponente, und aufgrund von Berührungsängsten werden auch diese Angebote von vielen Familien kaum genutzt. Dies gilt auch für Angebote wie „Ferienkarte“ oder „Ferienpass“, die es in vielen Städten gibt und die Kinder selbstständig nutzen können, um an ein- oder mehrtägigen Kursen, Workshops usw. in Jugendzentren, Museen u.v.m. teilzunehmen. Die Angebote finden an außerschulischen Lernorten wie Sportvereinen oder Museen statt, ähnlich wie bei Ferienfahrten liegen die Eintrittshürden hier z. B. in der Kenntnis der Angebote, den Sprachkenntnissen der Eltern, den Berührungsängsten der Familien oder der Organisation des Transports der Kinder zum Angebot. Einige Universitäten bieten wiederum Engagements bei Ferienprogrammen als Teil des Lehr-

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amtsstudiums an. Oft richten sich die Camps an Kinder mit Förderbedarf, insbesondere im Handlungsfeld DaZ/ Sprache, in den letzten Jahren vermehrt an Kinder mit Fluchtgeschichte. Diese Angebote zielen im Gegensatz zum kompetenzorientierten Angebot von climb auf eine fachliche Weiterentwicklung ab und finden auch nicht an den Schulen, sondern auf dem Campus oder extern in Jugendherbergen o. Ä. statt. Schließlich bieten viele Schulen in den Ferien Betreuung. In der Regel handelt es sich um offene Angebote mit einem niedrigen Betreuungsschlüssel, in Hamburg z. B. 1:19. Die Ferienbetreuung ist niedrigschwellig und günstig und wird daher von allen Familien genutzt, insbesondere dann, wenn Alternativen finanziell nicht leistbar sind. Von staatlicher Seite wird dies forciert, in Hamburg etwa haben BuT-berechtigte Kinder Anspruch auf sechs Wochen kostenfreie Ferienbetreuung. Von der schulischen Betreuung heben wir uns vor allem durch unseren hohen Anspruch an die Kompetenzentwicklung der Kinder sowie die Erwachsenenbildung ab. Damit sind in der Kombination von Zielgruppen, Konzept und Lernort die climb-Lernferien ein bundesweit einzigartiges Angebot.  ■


» Solche Angebote machen nur Sinn, wenn sie was bringen. Und climb – das bringt richtig was. « Eva Blumberg, Schulleitung Herder-Grundschule Dortmund

stärkenorientiert: In jedem Kind schlummert Potential. Bei climb entdeckt jedes Kind seine Stärken – und wie es sie in der Schule und im Leben nutzen kann. präventiv: climb-Lernferien setzen bereits in der Grundschule und somit so früh wie möglich an.

niedrigschwellig: climb arbeitet in der Schule, mit der Schule, für den Schulerfolg und somit für einen erfolgreichen Lebensweg und erreicht über die Bildungsinstitution Schule auch Eltern mit Berührungsängsten oder Hemmschwellen zu anderen Hilfsangeboten. situativ: climb setzt in der Schule an und erleichtert den Kindern damit den Transfer des Gelernten in den Schulalltag.

maßgeschneidert für zwei Zielgruppen: Bei climb lernen Kinder und Erwachsene von- und miteinander.

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2. Ein Jahr voller Sternenmomente: Ressourcen, Leistungen und Wirkungen im Berichtszeitraum 2.1. Eingesetzte Ressourcen Die climb-Lernferien finden je Durchgang für 45 Kinder und neun junge Erwachsene an einer Grundschule und nach einem fortwährend optimierten und standardisierten Ablauf statt, in dem Kinder und Erwachsene sich sicher bewegen und wachsen können. Lernangebote für Kinder und Erwachsene, Freizeitphasen, Reflexionszeiten und Ausflüge ergänzen sich und sorgen für Erfolgserlebnisse und Herausforderungen bei Groß und Klein. Wesentliche Ressourcen, die zum Gelingen der Lernferien beitragen, sind neben den Kosten für die Durchführung (Verpflegung, Materialien, Ausflüge) vor allem die schulischen Räumlichkeiten, ein hoher Personalschlüssel und eine engmaschige Betreuung durch climb, vor allem in Person der Lokalkoordination. Dadurch,

dass die Schulen sich uns in den Ferien öffnen, können wir niedrigschwellig und kostengünstig arbeiten und erleichtern den Kindern den Transfer des Gelernten in ihren Schulalltag. Ein dreiköpfiges Leitungsteam und ein hoher Betreuungsschlüssel (1:5) garantieren nicht nur eine reibungslose organisatorische Durchführung, sondern ermöglichen für Kinder und Erwachsene Lernund Reflexionsprozesse. Die engmaschige Betreuung durch das climb-Büro vor Ort ist Qualitätsgarant in beide Richtungen: Wir können sicherstellen, dass unser pädagogisches Konzept gelebt und umgesetzt wird und gleichermaßen lokale Lösungen an unseren Standorten umsetzen, die sich an den Gegebenheiten und Bedarfen vor Ort orientieren.

• Planung, Durchführung, Begleitung, Qualitätsmanagment Lernferien • lokales Stakeholdermanagement • lokale Öffentlichkeitsarbeit

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Monate Vorbereitung, Kosten pro Kind:

Wochen Durchführung

junge Führungstalente als Projektleitung, Projektassistenz und Trainer*in Schule, die sich in den Ferien für climb öffnet etabliertes Konzept und standardisierte Abläufe

anspruchsvollem, differenziertem, eigens konzipiertem Lernmaterial

Ausflügen, die Horizonte öffnen, das Gruppengefühl stärken und einfach Spaß machen täglichem Frühstück und Mittagessen für Kinder und Erwachsene

engmaschiger Betreuung und Begleitung durch das Headquater (HH) einem starken Partner vor Ort (z. B. Wohlfahrt, Kommune, Projekt) stetiger Qualitätsentwicklung

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2.2. Erbrachte Leistungen 2017

2017 konnten wir uns an allen bisherigen Standorten weiter konsolidieren: In Hamburg sind wir an der Grundschule der Stadtteilschule Wilhelmsburg inzwischen fester Bestandteil des Schullebens und wirken über Kooperationen auch immer mehr in den Schulalltag hinein. In Dortmund ging es nach Marten, Hörde und Eving – drei Standorten, die wir 2018 zu festen climb-Schulen ausbauen wollen. Hier war das Regionale Bildungsbüro der Stadt Dortmund auch 2017 für uns wieder ein ebenso verlässlicher wie mutiger Kooperationspartner. In Mainz haben wir mit der Ludwig-Schwamb-Schule und der

Münchfeldschule sowie in der laufenden Kooperation mit den Malteser Werken ebenfalls Wurzeln geschlagen und haben bei allen Lernferien Kinder mit Fluchtgeschichte integrieren können. Rundherum also ein gelungenes Lernferienjahr mit vielen neuen und bekannten Gesichtern und vor allem jeder Menge Sternenmomente, in denen wir Kindern und Erwachsenen dabei zuschauen durften, wie sie über sich hinauswachsen.

Erwachsene erreichte Kinder Schulen

Lernferien Städte

26


Stunden Deutsch und Mathe AusflĂźge

verteilte Container

27


2.3. Zielgruppenzusammensetzung und Output-Daten 2017 Die climb-Lernferien sind ein präventives Angebot, das Kindern frühzeitig die Kompetenzen vermittelt, die sie für einen erfolgreichen Bildungsweg brauchen. Durch die Fokussierung auf Stadtteile und Quartiere, die durch eine hohe Konzentration verschiedener Risikolagen (wie z. B. einen niedrigen sozialen Status) gekennzeichnet sind, tragen wir dazu bei, dass besonders Kinder mit schwierigen Startbedingungen bewusst gestärkt werden. Die Fokussierung auf Kinder in verschiedenen Risikolagen ist in Anbetracht des kurzen Zeitraumes der climb-Lernferien besonders wirkungsvoll, da wir

hier auf ein schlummerndes Potenzial zurückgreifen und innerhalb kürzester Zeit mit kleinen Impulsen große Veränderungen anstoßen können. Einen erhöhten Fokus legen wir seit 2017 auf die Förderung der Kleinsten: Da die Lernferien auch von immer mehr Eltern und Lehrer*innen von Vorschulkindern und Erstklässler*innen nachgefragt werden, haben wir mit neuen Methoden und Materialien hier einen Grundstein gelegt, um rund um den Schulbeginn Motivation zu fördern.

So setzten sich 2017 die teilnehmenden Kinder zusammen ...

ja

ja 70%

nein

30%

48%

52%

Migrationshintergrund

Empfänger von Transferleistungen

40% 30%

26%

25%

24%

20%

21%

23%

15% 10% 5%

4%

0%

Klassenstufe

VSK 28

Klasse 1

Klasse 2

Klasse 3

Klasse 4

nein


climb-Lernferien sind immer auch ein Lernangebot für Erwachsene und richten sich dabei besonders an angehende Lehrer*innen. Gerade in ihrer Ausbildung sehen wir weiterhin einen hohen Handlungsbedarf: Es gilt, Möglichkeiten fürs Ausprobieren zu schaffen und Reflexionsräume zu bieten, in denen praktische Erfahrungen an die theoretischen Inhalte aus dem Studium rückgekoppelt werden können. 2017 konnten wir in Mainz unsere erste Hochschulkooperation umsetzen und haben dort gesehen, das climb mit einer systematischen Einbettung ins Lehramtsstudium für noch mehr Studierende attraktiv ist. Dieses Learning werden wir 2018 auch auf die anderen Standorte übertragen und dort vergleichbare Kooperationen aufbauen. Gleichzeitig wenden wir uns verstärkt angehendem pädaogischem Fachpersonal jenseits der Universitäten zu (z. B. angehenden Ergotherapeut*innen, Erzieher*innen usw.).

Wir achten bewusst darauf, dass etwa ein Drittel der teilnehmenden jungen Erwachsenen keine angehenden Lehrer*innen sind. Einerseits ist uns diese Mischung wichtig, um angehende Lehrer*innen auf die Arbeit in multiprofessionellen Teams vorzubereiten und ihnen den Habitus eines Klassenzimmers, das sich öffnet und auch Expert*innen von außerhalb der Schule in den Unterricht holt, mitzugeben. Andererseits machen wir auch immer wieder die Erfahrung, dass junge Erwachsene, die mit Schule anscheinend wenig am Hut haben, bei climb ebenso wie angehende Lehrer*innen über sich hinauswachsen und jede Menge lernen können. Bei climb können junge Erwachsene jeder Fachrichtung sich selbst als Führungskräfte und Teamplayer ausprobieren, ihre Stärken kennenlernen, ihre Grenzen testen und überschreiten, sich ehrenamtlich engagieren und dabei auch noch die eigene Persönlichkeit weiterentwickeln.

… und so die Gruppe der climb-Lehrer*innen:

ja

weiblich 22%

78%

männlich

nein, nimmt zur ersten Mal an climb teil

68%

Wiederholte Teilnahme

Geschlecht

50%

32%

48%

40% 23%

30%

21%

20%

8%

10% 0% Lehramtsstudium

soz./päd. Ausbildung/ Studium

sonst. Ausbildung/ Studium

(noch) keine Ausbildung 29


2.4. Zielgruppenspezifische Akzeptanz der Angebote 2017

Auch 2017 konnten wir wieder flächendeckend erheben, wie climb-Lernferien von Kindern, ihren Familien und den jungen Erwachsenen angenommen werden. So können wir einerseits direktes Feedback zu den einzelnen Lernferien in deren Auswertung mit den Leitungsteams einfließen lassen und andererseits die generelle Akzeptanz der Lernferien bei den Menschen, für die wir sie anbieten, quantifizieren. Mit der Zufriedenheit der Teilnehmenden mit dem Angebot ist die Basis dafür geschaffen, dass die Lernferien wirken können: Wenn Eltern und Kinder begeistert von den Lernferien sind, öffnen

sie sich für die Kompetenzen, die wir ihnen vermitteln wollen. Wenn junge Erwachsene sich vom climb-Spirit berühren lassen, tragen sie Stärkenorientierung und Selbstwirksamkeit in ihren Alltag und geben Jahre später als Referendar*innen oder Berufseinsteiger*innen diesen Spirit an ihre Schüler*innen oder innerhalb ihres Unternehmens weiter. Insofern sind wir hochzufrieden, dass der Blick in die Zahlen zeigt, dass climb-Lernferien in hohem Maße angenommen und von den Zielgruppen als Bereicherung wahrgenommen werden.

Rückmeldungen der Kinder: 90% der Eltern würden ihre Kinder erneut bei climb anmelden. 90%  der Kinder haben die Lernferien „gut” oder „sehr gut” gefallen. 100%  d er Klassenlehrer*innen würden climb ihren Schüler*innen weiterempfehlen. » climb ist eine tolle Organisation, für uns und vor allem für die Kinder! Meiner Tochter hat es sehr viel Spaß gemacht, was gar nicht so einfach ist. Vielen Dank! « Elternfeedback aus Dortmund

» Ich habe sehr viel Spaß gehabt, und die Lehrerinnen waren ganz, ganz nett. Ich will noch mal mitmachen! « Kinder-Abschlussfragebogen aus Hamburg

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Rückmeldungen der Erwachsenen: 94% d  er climb-Lehrer*innen würden noch einmal bei climb mitmachen. 97% der climb-Lehrer*innen haben durch die Teilnahme etwas über sich und ihre persönlichen Stärken gelernt. » Ich habe viel gelernt (auch über mich selbst) und bin über mich hinausgewachsen. Die Arbeit mit Kindern macht mir super viel Spaß. Deswegen würde ich natürlich wieder mitmachen! « Abschlussfragebogen Lehrer*innen

» Die Arbeit im Team und mit den Kindern war, wie die Erwachsenenbildung, genauso toll und erfüllend wie erwartet. « Abschlussfragebogen Lehrer*innen


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Verändertes Handeln im Alltag

Neues Wissen und neue Fähigkeiten

2.5. Wirkungen sagen hme a n l i e T e wish der ass si c d a , r N e d nen. er Kin ut kön 91% d g e i s as sen, w 83% der Ki nder s Teilna timme hme z n nach u, das macht der s Lern , auch en Sp wenn aß es sch wierig ist.

» Im Wo rks ho p wu rd e mi r zu rü ck ge me lde t, da ss es den Kindern total gut tut, dass ich so ruhig bin. Ich hatte da noch nie vorh er drüber nachgedacht! Ab er dann habe ich am nächste n Tag mal drauf geachtet, und es stimmt einfach voll! Ab dann konnte ich das au ch bewusster einsetzen. « climb-Lehrerin aus Hamb

urg

» Die Kinder können seit den Ferien viel besser in Gruppen arbeiten. Das hat mich sehr gefreut und beeindruckt! « Klassenlehrerin aus Mainz

» Die Hausa ufgab en klapp en schne ller und besse r. Sie konzentriert sich besser darauf und vergisst nicht, sie zu machen. «

Veränderte Lebenslagen der Teilnehmer*innen

Vater aus Hamburg

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, auf h gelernt c u a e b a » Ich h ic h t z u er Rücks m ic h s e lb .B. mehr und mir z , n e m h e n Das hilft nehmen. u z n e s u Pa jetzt im or allem v , r h e s mir ariat!! « Referend und rerin aus

climb-Leh

Dortm

» Ich habe bei cl dass imb g ich ri elern chtig t, L e h re Talen r hab t a e ls , und diese s Ber dass ufszie ich verfol l defi gen w nitiv ill! « clim b-Leh

rer au s

Mainz


» Das Wertvollste, das ich gelernt habe, war, wie man Unterricht plant. « climb-Lehrerin aus Dortmund

» Ich hätte nie gedacht, dass Unterrichten im Team so gut funktionieren und so viel Spaß machen kann. « climb-Lehrerin aus Mainz

» Mein Sohn ist zu Hause viel ausg egli chen er und auch selb stbe wus ster . Er hat sogar gesagt, dass er sich auf die Schu le nach den Som mer ferie n freu t. Das war noch nie so!« Mutter aus Dortmund

» Heute zum Be is p ie l kam in der Pau s e ein Junge zu mir und s a gte, wenn du nicht von der Rutsche runterge hst, haue ich dich. Un d ich habe zu ih m g e s agt: “Sag doc h einfach , geh bitte run ter.” Das hätte ich glaub e ich vor climb nicht gem acht. «

Schülerin

aus Main

z

» Wir hab en Freu nds cha ft erforscht, und ich kann jetzt viel besser Freunde finden. « Schülerin aus Hamburg

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2.6. Woher wir wissen, wie wir wirken: Maßnahmen zur begleitenden Evaluation und Qualitätssicherung Um langfristig im Sinne einer Theory of Change zur Lösung sozialer Herausforderungen beitragen zu können, ist es nicht nur wichtig, unsere Zielgruppen zu schärfen, sondern auch, entsprechende realistische und zugleich anspruchsvolle Projekt- und Wirkungsziele zu formulieren sowie Instrumente zur Überprüfung dieser zu entwickeln. Dabei setzen wir auf einen Methodenmix aus quantitativen und qualitativen Erhebungsinstrumenten, ausführliche Recherchen als Grundlage pädagogischer

und strategischer Entscheidungen sowie die gewinnbringende Zusammenarbeit mit externen Partnern. Im Prozess der steigenden Verantwortungsübernahme der Büros vor Ort für die Lernferien haben wir Instrumente zur Qualitätssicherung entwickelt und getestet, mit der die Lokalkoordinationen und das Headquarter sicherstellen können, dass wir auch im Wachstum unserem Anspruch gerecht werden, mehr zu sein als irgendein Ferienprogramm.

» Das Konzept der Lernferien ist fundiert und die Resultate überzeugen. « PHINEO-Wirkt!-Siegel: Begründung

Interne Erhebungsinstrumente Wir erfassen mit einer Vielzahl von Messinstrumenten erreichte Ziele und Wirkungen der Lernferien. Unser Methodenmix garantiert, dass wir einerseits ein belastbares Fundament an quantitativen Daten aus den Lernferien ziehen, das uns zeigt, ob wir unsere Zielgruppen erreichen (Output-Ebene) und dass wir andererseits über qualitative Instrumente die Vielzahl der Veränderungen, die während und nach den Lernferien bei den Kindern und Erwachsenen passieren, abbilden können. Bei den Kindern erheben wir bei der Anmeldung Alter, Muttersprachen, Migrationshintergrund und soziale Zugehörigkeit; bei den Erwachsenen Alter, (Studien-) hintergrund und soziale Zugehörigkeit. Zum Abschluss

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der Lernferien erheben wir die Zufriedenheit der Kinder, ihrer Eltern und der Erwachsenen sowie die selbst beobachtete Kompetenzentwicklung bei den Kindern und Erwachsenen. Mit etwas Abstand zu den Lernferien befragen wir die Klassenlehrer*innen der Kinder über Veränderungen, die sie im Schulalltag wahrnehmen und führen ausführliche Interviews mit Kindern, Eltern, Erwachsenen und Klassenlehrer*innen, in denen sie uns in eigenen Worten erzählen, wie climb wirkt, welche Lernerfahrungen bei den climb-Lernferien gemacht werden und welche Mechanismen auch im Alltag greifen.


Leitungs-Vorbereitungs-Wochenende: ausführliche Einführung in climbPädagogik und Wirkungslogik engmaschige Begleitung der Projektleitungen  etzen einer Fokus-Kompetenz S gemeinsam mit Schulleitung

Entwicklung von Instrumenten zum Qualitätsmanagement und zur Qualitätssicherung Im Fokus stand 2017 darüber hinaus die Entwicklung und Implementierung von Qualitätsmanagementinstrumenten, mit denen vor allem die Lokalkoordinationen arbeiten. Maßgabe des Qualitätsmanagements der Lernferien ist vonseiten des Headquarters immer: „Es reicht nicht, dass es läuft. Es muss wirken.“ Daher zielen auch die Beobachtungskriterien der unterschiedlichen Instrumente zum Qualitätsmanagement auf die wirkenden Elemente ab (Implementierung der Rituale, Einhaltung des Tagesablaufs, Nutzung des Lernmaterials, ...). Basis dessen ist ein gutes Projektmanagement, welches den Rahmen vorgibt, innerhalb dessen Veränderung passiert. Diese Prozesse sind bei climb Standard und werden von den Projektleitungen angepasst und umgesetzt. Die Lokalkoordinationen monitoren dies und steuern bei Bedarf nach. Mithilfe der QM-Tools werden in der Zusammenarbeit zwischen Lokalkoordinationen und Projektleitungen vor und während der Lernferien Schwerpunkte und Handlungsfelder festgehalten, Ziele gesetzt und Beobachtungen notiert. Während und nach den Lernferien nutzt die Lokalkoordination sie, um Beobachtungen zu strukturieren und Aussagen über die Qualität der Umsetzung des climb-Konzeptes zu treffen. Nach den Lernferien dienen die Tools als eine Datenquelle für die interne Auswertung der jeweiligen Maßnahmen zwischen Lokalkoordinationen und Geschäftsführung.  ■

Besuche durch Lokalkoordination Arbeit mit Qualitätsmanagement-Checkliste Aktives Nachsteuern durch Lokalkoordination und Projektleitung Interviews mit Kindern und Erwachsenen Datenerhebung Output und Outcome

 uswertung der Monitoringdaten A und Befragungen  uswertungsworkshop, Ziele/HandlungsA felder für nächste Saison identifizieren  aisonabschluss: Lokalkoordination S berichtet an Geschäftsführung 35


3. climb-Spirit jenseits der Lernferien: Weitere Angebote der gemeinnützigen CLIMB GmbH 3.1. Für die Führungstalente von morgen: Das climb-Stipendium Von 2014 bis 2017 haben wir gemeinsam mit der Nissen-Stiftung in Hamburg das climb-Stipendium, eines der wenigen Stipendienprogramme bundesweit, das Grundschulkinder ideell fördert, pilotiert. Im Juni 2017 haben wir die Kinder unseres Pilotjahrgangs feierlich entlassen – in eine selbstbestimmte Zukunft, in der ihnen keiner so schnell etwas vormacht. Nach dem Abschluss haben wir gemeinsam mit unserem Förderpartner, der Nissen-Stiftung, Bilanz gezogen und stellen nun Weichen, damit das climb-Stipendium in Zukunft erneut in Hamburg und auch an weiteren Standorten kleine Führungstalente fördern kann. Das letzte Jahr des Stipendiums stand unter dem Motto „Welt verändern.“ Auf dem Programm standen 2016 bereits unter anderem ein Workshop zu den Grundrechten und ein Ausflug ins Bildungszentrum für Nachhaltigkeit Gut Karlshöhe. Zu Beginn des Jahres 2017 haben unsere Freunde von Heimatsucher e. V. Geschichten von Holocaustüberlebenden mit den Kindern geteilt und mit ihnen gemeinsam Brücken ins Hier und Heute geschlagen. In der Mai-Akademie haben wir Windräder und Insektenhotels gebaut, Senior*innen im Krankenhaus besucht, Spenden für die Obdachlosenhilfe gesammelt und schließlich die Bundestagswahl simuliert. Vier Tage, die den Kindern Mut machen sollten, sich auch jenseits des eigenen Bildungsweges für gesellschaftliche Veränderung einzusetzen. Und auch jen-

seits des Workshop-Programms haben Floßbauaktion, Kinoabend, stundenlanges Werwolfspielen und eine Indoor-Beachparty auch die letzte Mai-Akademie zu einer unvergesslichen Woche gemacht. Vier Wochen später hieß es dann Abschied nehmen. Bei einer Übernachtungsparty im climb-Büro haben wir am Lagerfeuer die vergangenen vier Jahre Revue passieren lassen, reflektiert und viel gelacht. Bei der großen Abschiedsfeier mit Familien und Freunden eine Woche später gab es für jedes Kind ein Zertifikat, Ballons mit guten Wünschen und auch ein paar Tränen. Wir werden unsere Stipendiatenkinder sehr vermissen und freuen uns umso mehr, zu sehen, zu welch beeindruckenden Persönlichkeiten sie sich entwickelt haben und wie sie auch die nächsten Schritte ihres Bildungswegs mit Mut und Reflexionsvermögen gehen werden. Aus climb-Perspektive stellt sich nun natürlich die Frage, wie es mit dem Stipendium weitergeht. Schritt eins war eine systematische Aufbereitung des Konzepts, der Materialien und Best Practices des Pilotjahrgangs. Als nächstes werden wir das Stipendium in die größer angelegte Skalierungslogik von climb verankern. Finden sich Förderer an den unterschiedlichen Orten, könnten ab 2019 wieder Stipendiatenjahrgänge in Hamburg, Dortmund und Mainz an den Start gehen.

» Ich werde in Zukunft auf jeden Fall wachsamer sein, was um mich herum passiert, und mich gegen den Krieg einsetzen. « Hjördis, 13

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3.2. Ankommen und weitermachen – mit den aimsLernferien geht die erste Ausgründung an den Start. Auch unsere Lernferien für Jugendliche haben wir 2017 in Kooperation mit dem Projekt „angekommen“ erfolgreich weiterführen können. 120 Jugendliche haben in den Schulferien bei haptischen Projekten ihre Deutschkenntnisse und ihre Kompetenzen für einen erfolgreichen Berufs- und Lebensweg in Deutschland ausgebaut. Unter dem neuen Namen „aims-Lernferien“ (angekommen in meiner Stadt) haben wir das Konzept noch weiter an die Bedürfnisse der teilnehmenden Jugendlichen angepasst. Auf innovative und kreative Weise können neuzugewanderte Jugendliche bei aims in der Planung und Umsetzung von Projekten ihre Stärken entdecken und Teamwork und Sprache erleben. aims fördert und fordert gleichermaßen und bietet den Jugendlichen die nötigen Freiräume zur Entfaltung ihrer Ideen. Gestützt auf diesen stärkenorientierten Ansatz bereitet aims die Jugendlichen auf die Arbeitswelt und Bildung vor und unterstützt sie dabei, unabhägig zu werden und in Deutschland auf eigenen Füßen zu stehen. Bei den Lernferien in diesem Jahr wurde unter anderem am Tagesablauf geschraubt, um den Jugendlichen noch mehr gerecht zu werden: Nun besteht zum Beispiel noch mehr Zeit für Kreativarbeit. Bei den Ausflügen können

wir durch mehrere paralelle Angebote die bestehenden Interessen der Jugendlichen noch mehr berücksichtigen. Durch eine Kooperation mit dem Land NRW im Rahmen des Pilotprogramms „FerienIntensivTraining – FIT in Deutsch“ konnten die Teilnehmer*innen in den Herbstferien mit digitalen Lernmaterialien ihre Deutschkenntnisse weiter vertiefen. 2017 war also, auch dank der erfreulich hohen und konstanten Teilnehmerzahlen, ein durch und durch erfreuliches aims-Jahr! Nach drei Jahren haben wir aber auch gemerkt, dass es an der Zeit ist, auch diesen Piloten zum Ende zu führen. Wir haben uns entschlossen, das aims-Konzept an die Dortmunder Community, die dieses Projekt mit so viel Elan aufgebaut und weiterentwickelt hat, zu „verschenken.“ Denn in den Händen dieser starken Community und dem langjährigen Kooperationspartner „angekommen“ sind die aims-Lernferien langfristig viel besser aufgehoben als bei uns. Wir freuen uns, dass nun bald vielleicht der aims e.V. unter eigener Trägerschaft Lernferien und weitere Maßnahmen für neuzugewanderte Jugendliche durchführen wird und wünschen dem Gründungsteam rund um Mirgeta Hajdari viel Erfolg und gute Nerven! ■ 

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4. Rückblick und Ausblick 4.1. Was war: Reflexion der Zielerreichung und interne Lernerfahrungen

Mit dem Großwerden ist das so eine Sache. Als Kind merkt man selbst nicht, dass man überhaupt wächst, nur von den Erwachsenen hört man ständig: „Bist du aber groß geworden!“ Ein bisschen ging es climb 2017 auch so. Im Laufe des Jahres gab es immer wieder Momente, in denen unser Umfeld uns gezeigt hat (und wir selbst gemerkt haben): Wow, wir sind ganz schön groß geworden! 2017 war für uns nicht nur ein erfolgreiches, sondern vor allem auch ein lehrreiches Jahr. Auf der organisatorischen Ebene haben wir mit dem Aufbau der Lokalkoordinationen einen großen Schritt hin zu mehr Übertragbarkeit der Lernferien an neue Orte gemacht. Wir haben in Gesprächen mit Stakeholdern an bestehenden und potenziellen Standorten gemerkt: Unsere Arbeit kommt an und überzeugt. Ende des Jahres gab es mit dem PHINEO-Wirkt!-Siegel und drei großen Förderzusagen für unsere Skalierung eine besonders deutliche Bestätigung dafür – und all diese Erfolge und fünf Jahre climb haben wir Ende November bei unserer Fünf-Jahres-Party gebührend gefeiert.

Lokale Lösungen ermöglichen jede Menge Sternenmomente. Mit dem Schwenk weg von der zentralen Steuerung der Lernferien hin zum Aufbau der lokalen climb-Büros mit den Lokalkoordinationen als Ansprechpartnern vor Ort haben wir Anfang 2017 einen entscheidenden Schritt getan, der uns einiges an Mut abverlangte – und sich das ganze Jahr über ausgezahlt hat. Unsere Lokalkoordinationen halten auf unkomplizierte Weise Kontakt zu Schulen und Partnern vor Ort, sind nah dran an unseren Leitungsteams und sichern so die Qualität der Lernferien. Im Knüpfen lokaler Netzwerke für die Ausbildung junger Erwachsener hat sich die Rolle der Lokalkoordinationen besonders ausgezahlt: Mit der Hochschulkooperation an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Zusammenarbeit mit der maxQ.-Fachakademie

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für Gesundheitsberufe in Dortmund konnten wir in zwei von drei Städten strukturiert angehende Pädagog*innen mit und von climb begeistern. Gleichzeitig ermöglichte die Auslagerung der gesamten Lernferien-Logistik in die climb-Büros dem Headquater eine stärkere Fokussierung auf übergeordnete Themen, wie die Ansprache von Skalierungspartnern, die Konzeption eines neuen Geschäftsmodells und überregionale Öffentlichkeitsarbeit. Dies legte den Grundstein für die vielen Erfolge, die wir vor allem im zweiten Halbjahr Dank unserer und mit unseren Lokalkoordinationen feiern durften.

Wer wachsen will, muss loslassen können. Nicht nur Verantwortung haben wir in diesem Jahr abzugeben gelernt. Mit den aims-Lernferien für Jugendliche und dem climb-Stipendium für Kinder von der vierten bis zur siebten Klasse sind zwei Herzensprojekte Ende 2017 ausgelaufen, und wir haben uns entschieden, beide Programmbereiche vorerst nicht weiterzuverfolgen. Wir haben in den letzten Jahren immer wieder gespürt, dass der Fokus auf ein Kernprogramm Qualität ermöglicht und wir lieber ein Programm sehr hochwertig durchführen und skalieren, als uns zwischen unterschiedlichen Zielgruppen zu verfransen und keiner gerecht zu werden. Im Falle von aims hoffen wir, dass die Community in Dortmund gemeinsam mit unseren Projektpartnern den Faden wieder aufnehmen wird, um Jugendlichen das Ankommen in ihrer Stadt zu erleichtern. Das climb-Stipendium lässt sich, hoffentlich, im Rahmen der Skalierung der Lernferien an unseren bestehenden Standorten wieder bzw. neu etablieren. In jedem Fall haben wir aus diesen beiden ungewöhnlichen Programmen jede Menge lernen dürfen und sind sehr dankbar für alle Sternenmomente, die wir seit 2014 mit den Jugendlichen, unseren Stipendiat*innen und ihren Familien erleben durften.


climb-Lernferien sind bekannt und werden nachgefragt. Die climb-Lernferien als präventives Bildungsprogramm zur Stärkung strukturell benachteiligter Kinder stoßen auf großes Interesse bei Schulen und kommunalen Entscheidern. Der pädagogische Ansatz und das Qualitätsversprechen von climb kommen an. Eine strukturierte Recherche der örtlichen Strukturen hat uns 2017 gezeigt, dass es gerade vor dem Hintergrund des Bildungsföderalismus Bundesländer gibt, die besonders geeignet sind, um dort climb-Lernferien zu etablieren. Sucht man in diesen Bundesländern die Kommunen, in denen einerseits der Bedarf am größten und anderseits die Rahmenbedingung zur Durchführung von climb-Lernferien gegeben sind (geeignete Größe, Universität mit Lehramtsstudiengängen), ergibt sich eine Liste von ca. 25 Kommunen, die als climb-Städte in den nächsten Jahren in Frage kommen. Modellhaft haben wir im Rahmen einer Skalierungsstudie, die von der Auridis finanziert wurde, einige dieser potenziellen Städte angefragt – und sind überall auf großes Interesse und offene Ohren gestoßen.

Wir wirken! Und das wird mit Aufmerksamkeit honoriert. Dass uns Ende November das Analysehaus PHINEO mit dem Wirkt!-Siegel ausgezeichnet hat, war eine besondere Ehre für uns. Der Analyseprozess durch PHINEO brachte auch auf der Ebene des Qualitätsmanagements und in den internen Strukturen viele kleine Erkenntnisse, und die Wirksamkeit unserer Arbeit von Expertenseite zertifiziert zu bekommen, war eine besondere Auszeichnung. Auch in unserer Öffentlichkeitsarbeit haben wir

in diesem Jahr gesehen, dass Qualität sich auszeichnet und honoriert wird. Viele regionale und überregionale Presseartikel in Print- und Onlinemedien, davon gleich zwei in der Süddeutschen Zeitung, Präsenz auf Podien und sogar ein TEDx-Talk sowie die Nominierung für den Next Economy Award als führende Auszeichnung für nachhaltige Start-Ups haben uns gezeigt: Wir haben einen Namen, der sich herumgesprochen hat und der sich weiter verbreitet. Das tut gut und spornt an, auch in Zukunft noch mehr Geschichten von Lernen, Mut und Sternenmomenten zu erzählen.

Unsere Community wächst mit uns – und mit ihr feiern wir am liebsten. Am Ende des langen Jahres gab es dann noch einmal richtig was zu feiern: unseren fünften Geburtstag! 2012 haben wir die ersten Lernferien durchgeführt, fünf Jahre später stehen wir mit einer Firma, fast 40 Mitarbeiter*innen, über 1000 erreichten Kindern, 3 festen Skalierungspartnern und großen Plänen da. Und feiern können wir immer noch genauso gut wie 2012. Aus den Kindern von damals sind Teenies geworden, die mit uns über Vielfalt und Demokratie diskutieren; aus den Lehrer*innen der ersten Durchgänge Klassenlehrer*innen, Coaches und angehende Führungskräfte im Sozialbereich – und manche haben den Weg zurück gefunden und mit uns fünf Jahre climb gefeiert. Zu sehen, wie sich alte und neue Gesichter mischen, angeregt diskutieren und sich mit uns freuen, hat uns gezeigt: bei allem Wachstum bleiben wir der Bewegung, die rund um die Lernferien entstanden ist, eng verbunden.

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4.2. Was kommt: Ausblick und strategische Ziele für 2018 und darüber hinaus Und was kommt nun? Ein Sprichwort sagt: Wer Neues entdecken will, muss den Mut haben, die Küste aus den Augen zu verlieren. Diesen Mut haben wir 2017 bewiesen. Nun gilt es, Kurs zu halten und unsere anspruchsvollen Ziele wirklich in die Tat umzusetzen. Neben dem geregelten Wachstum an unseren bestehenden Standorten werden uns 2018 vor allem die Etablierung unseres neuen Geschäftsmodells und die Erweiterung unseres Programms für Vorschulkinder beschäftigen. Bis es dann 2019 heißt: Land in Sicht und Zeit für Lernferien an neuen Standorten.

» Ich finde das so toll, was ihr macht. Eigentlich müsste es das an jeder Schule geben, weil wirklich jedes Kind verdient hat, so einen Ausgleich zu haben in den Ferien. « Mutter aus Mainz

Wir wachsen vor Ort, ... Mit der Etablierung der climb-Büros vor Ort haben wir den ersten und wichtigsten Schritt hin zur Konsolidierung der Lernferien an unseren bestehenden Standorten bereits getan. 2018 werden wir 17 Lernferien durchführen und setzen dabei weiterhin auf verlässliche, langfristige Kooperationen mit Schulen, kommunalen Entscheidern und Projekten im Stadtteil unserer Zielschulen. Auch im Bereich der Erwachsenenbildung sollen verstärkt systematische Kooperationen mit Universitäten, Fachhochschulen und Berufsschulen entstehen. Und im Fundraising setzen wir ebenfalls auf lokale Lösungen: Wir wollen Partner vor Ort, also regional verankerte Stiftungen und Betriebe, stärker ins Boot holen und mit ihnen gemeinsam Verantwortung für Bildungskarrieren vor Ort übernehmen.

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… etablieren ein neues Geschäftsmodell, … Im Laufe der nächsten Jahre werden wir unser Finanzierungsmodell grundlegend umstellen: Ab 2018 werden die Kosten für die Lernferien (inklusive der Kosten für den Betrieb eines climb-Büros vor Ort) zu je einem Drittel von Kommune, Krankenkasse und aus dem Bildungsund Teilhabepaket getragen werden. Dieses Finanzierungsmodell erscheint den wichtigsten Stakeholdern als realistisch und durchdacht. Der Preis ist aus Sicht der Kommunen angemessen gestaltet und eine langfristige Teilfinanzierung ist in den meisten Kommunen möglich. Die Regionalen Bildungsbüros der Städte haben sich in entsprechenden Gesprächen hier als engagierte Ansprechpartner herausgestellt. Auch eine Teilfinanzierung aus BuT-Mitteln hat sich als grundsätzlich machbar herausgestellt. climb-Lernferien stellen eine Präventionsmaßnahme in Lebenswelten dar und dienen der Förderung der psychosozialen Gesundheit von vulnerablen Zielgruppen, daher könnte eine Partnerschaft im Rahmen des 2015 neu verabschiedeten Präventi-


onsgesetze denkbar sein. 2018 werden wir vor allem einen Schwerpunkt auf die Erbringung des finanziellen Proof of Concept legen, um ab dem nächsten Kalenderjahr BuT- und Präventionsmittel in der benötigten Höhe abrufen zu können.

… weiten unser Angebot auf die Kleinsten aus, … Eine Schlüsselstelle, um mehr Kindern vollen Zugang zu exzellenter Bildung zu ermöglichen, liegt in der Gestaltung des Schuleintritts und des Übergangs von der Kita in die Schule. Gerade für Kinder, die aufgrund ihrer materiellen oder sozialen Herkunft über Entwicklungsdefizite verfügen, ist dieser Übergang ein massiver Umbruch. Die Grundschule verlangt von ihnen Konzentrations- und Regulationsfähigkeit, Sozialkompetenzen und konkrete Fertigkeiten wie z. B. Zählen, korrekte Stifthaltung usw., die nicht jedes Kind in der Kita ausbilden konnte. Darüber hinaus gibt es gerade bei den benachteiligten Kindern viele, die gar keine Kita besuchen. Der Versuch, diese erheblichen Entwicklungsrückstände in den ersten beiden Schuljahren aufzuholen, fordert engagierte Grundschulen zu einem konstanten Spagat zwischen

„Nachholen“ und „Im-Stoff-Weiterkommen“ auf – und verstärkt das Kompetenzgefälle zwischen armen und reichen Kindern immer mehr. Trotzdem kommt diesem Übergang z. B. von Seiten der Politik weit weniger Aufmerksamkeit zu als etwa dem Übergang zwischen Schule und Beruf. Auch in der Zivilgesellschaft zeigt sich hier dringender Handlungsbedarf. Diesen Handlungsbedarf verstehen wir bei climb als dringenden Auftrag, unser erfolgreiches Programm, die climb-Lernferien für Grundschulkinder, so anzupassen, dass Kinder im Übergang von der Kita in die Grundschule besonders gezielt gefördert werden können. Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Auridis die Stiftung zur Förderung Frühkindlicher Bildung als Skalierungspartner gewinnen durften, um in Zukunft gerade Vorschulkinder stärker in den Blick zu nehmen. Ganz am Anfang der Schullaufbahn können die Lernferien inklusiv und niedrigschwellig positive Impulse setzen und armutsbedingte Kompetenzdefizite früh und gezielt angehen. Durch die Stärkung ihrer Persönlichkeit während der Ferien kommen Kinder resilient durch die Umbruchphase von der Kita in die erste Klasse und können dort alle Chancen nutzen, die die Schule ihnen bietet.  ■

… und bringen climb auch in neue Städte!

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5. Über uns 5.1. Allgemeine Angaben

Name

gemeinnützige CLIMB GmbH

Sitz der Organisation gemäß Satzung

Hamburg

Gründung

20.11.2013

Rechtsform

Gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Postanschrift

gemeinnützige CLIMB GmbH Henriettenweg 8 20259 Hamburg

E-Mail-Adresse Homepage

climb@climb-lernferien.de www.climb-lernferien.de

Registereintrag

Amtsgericht Hamburg HRB 130210 Eintragung vom 07. Januar 2014

Gemeinnützigkeit

Die gemeinnützige CLIMB GmbH verfolgt nach ihrer Satzung ausschließlich gemeinnützige Zwecke im Sinne von § 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 der Abgabenordnung. Freistellungsbescheid vom 12.09.2016 des Finanzamts Hamburg-Nord. Zweck der Gesellschaft ist die Förderung der Erziehung und Bildung für Schülerinnen und Schüler und andere lerninteressierte Menschen in Deutschland.

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Organigramm

Gesellschafterinnenversammlung

Charlotte Frey

Jens Busch

Jennifer Busch Hannah Schmidt-Friderichs

Anna Katharina Kayser

Ann-Kristin Adleff Hamburg

Felix Hagedorn Dortmund

Anna Dremel Mainz

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5.2. Das climb-Team

Jens Busch Geschäftsführung „climb heißt für mich, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und daran zu wachsen. Das kann jeder!“

Charlotte Frey Geschäftsführung „Wir machen diese Arbeit, weil wir für die Kids und jungen Erwachsenen, in deren Potenziale wir verliebt sind, einen Unterschied machen wollen. Und weil wir die Hoffnung auf eine mutige Gesellschaft nicht aufgeben können.“

Daniel Hoffmann studentische Hilfskraft „climb heißt für mich, sich selbst zu reflektieren und gemeinsam konstruktiv und mit Freude andere Menschen zu motivieren und in ihren Fähigkeiten zu bestärken, egal welchen Alters und in welcher Funktion.“

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Anna Katharina Kayser Presse- und Öffentlichkeitsarbeit „climb heißt für mich, mir selbst und meinem Gegenüber zuzutrauen, dass jede*r von uns durch das eigene Verhalten etwas verändern kann.”

Jennifer Busch Fundraising „climb heißt für mich, an das Potenzial jedes Menschen zu glauben, immer Spaß am Lernen zu haben und genau deswegen höchste Ansprüche an mich und andere anzulegen.”

Hannah Schmidt-Friderichs Beratungen „climb heißt für mich, sich immer wieder mutig und mit Begeisterung neuen Herausforderungen zu stellen und zu sehen, wie viel Spaß es macht, gemeinsam über sich hinauszuwachsen.”

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Ann-Kristin Adleff climb-Büro Hamburg „Die Arbeit mit climb macht mich sicherer, wenn es mal nicht so läuft, wie ich will. Und zwar nicht nur im Umgang mit den Kids und meinem Team, sondern vor allem mit mir selbst!“

Anna Dremel climb-Büro Mainz „climb heißt für mich, Räume zum Wachsen, Lernen und Spaßhaben zu schaffen und durch kleine Momente ganze Lebenswelten zu verändern. ”

Felix Hagedorn climb-Büro Dortmund „climb heißt für mich, einen Teil zu einer mutigen Gesellschaft beizutragen.”

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5.3. Partner, Förderer, Freunde

Projektpartner

Wer schnell gehen will, geht alleine, wer weit gehen will, geht mit anderen. Auch 2017 hat sich das immer wieder gezeigt. Denn dass climb so stabil dasteht und dass wir inzwischen so viele Kinder und Erwachsene erreichen, das verdanken wir auch und vor allem unseren Part-

Regionales Bildungsbüro der Stadt Dortmund

Malteser Werke

angekommen in deiner Stadt Dortmund / Walter Blüchert Stiftung

Feriendock Wilhelmsburg / Homann-Stiftung

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nerorganisationen und Förderern, die in unsere Idee vertrauen und es uns möglich machen, neue Schritte zu gehen. Eine Auswahl sei hier vorgestellt – aber wir danken wirklich jedem, der uns auf unserem Weg begleitet!

Eine Finanzierung durch die öffentliche Hand von Anfang an – wenig macht uns so stolz wie unsere Zusammenarbeit mit der Stadt Dortmund. Drei Lernferien im Jahr finanzieren sich aus den Mitteln des Regionalen Bildungsbüros und wir freuen uns immer wieder auf schlaue Ferien zwischen Westfalenpark und Emscher, die bei Kindern und Erwachsenen richtig viel bewirken. Mit den Maltesern verbinden uns Lösungsorientierung, der Blick auf die Stärken der Menschen, mit denen wir arbeiten – und seit dem Sommer 2016 auch die Lernferien in Mainz, unserem dritten Standort. In Mainz legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Integration geflüchteter Kinder. Und leben vor, wie Sozialunternehmen und Wohlfahrt produktiv zusammenarbeiten können und sich passgenau ergänzen.

Die Lernferien für neuzugewanderte Jugendliche sind eingebettet in das Projekt „Angekommen in deiner Stadt Dortmund“, ein Kooperationsprojekt der Stadt Dortmund mit dem Land Nordrhein-Westfalen und der Walter Blüchert Stiftung. Sie verstehen sich als Auftakt- und Ergänzungsangebot zu den Aktivitäten des Projektes „angekommen” während der Schulzeit. Wir freuen uns, ein Teil von „angekommen” zu sein und die Jugendlichen beim heimisch werden in Dortmund zu unterstützen. Unter dem Namen „Feriendock Wilhelmsburg – Lernen macht Spaß” haben wir uns mit verschiedenen Initiativen in Hamburg-Wilhelmsburg und der Homann-Stiftung zusammen getan, um vor Ort starke Netzwerke für schlaue Ferien aufzubauen. Unter anderem haben wir uns für eine bessere Koordination der unterschiedlichen Ferienmaßnahmen eingesetzt und uns noch mehr Familien beim Sportfest im Inselpark präsentiert.

Johannes Gutenberg Universität Mainz

An der Johannes Gutenberg Universität wird climb als orientierendes Praktikum für Lehramtsstudierende anerkannt – ein toller Anreiz für die Studierenden und eine tolle Möglichkeit für uns, unsere Arbeit systematisch in die universitäre Ausbildung von Lehrer*innen einzubinden. Wir bedanken uns herzlich beim Dekanat und beim Zentrum für Lehrerbildung für die gute Zusammenarbeit!

Stiftung Rechnen

Die Stiftung Rechnen setzt sich dafür ein, dass Mathe Spaß macht und Kinder im Alltag Lernmöglichkeiten erkennen und erleben. 2017 haben wir unter anderem gemeinsam einen digitalen MathTrail eröffnet und mit der Math4Refugees Box Kinder mit geringen Deutschkenntnissen fürs Lernen begeistert. Wir freuen uns, auch in Zukunft mit diesem tollen Partner zu rechnen!


Skalierungspartner Spender

aqtivator

Auridis

Beiersdorf

BerenbergKids Stiftung

Die aqtivator gemeinnützige GmbH fördert gemeinnützige Projekte für Kinder, Jugendliche und Familien mit einem besonderen Schwerpunkt auf den Themen Bildung, Integration und Chancengerechtigkeit und versteht sich als Partner für eine nachhaltige Skalierung. Wir freuen uns sehr, dass aqtivator uns ab 2017 in der Etablierung unseres neuen Geschäftsmodells unterstützen wird. Auridis ist die Stiftung zur Förderung der frühkindlichen Bildung und unterstützt uns im Auf- und Ausbau unseres Programms für Vorschulkinder und Erstklässler*innen. 2017 haben wir unter anderem gemeinsam eine Machbarkeitsstudie durchgeführt und im Rahmen dieser das bundesweite Skalierungspotenzial von climb-Lernferien mit Entscheider*innen aus Kommunen, Schulen, Kitas und weiteren Stakeholdern diskutiert.

Die Beiersdorf AG hat uns auch 2017 wieder unterstützt: nicht nur finanziell, sondern auch mit guten Gesprächen, strategischer Beratung und tatkräftigen Corporate Volunteers im Kletterwald. Besonders toll war die Unterstützung unserer Geburtstagsparty in der Lenz-Siedlung, vielen Dank! Beim Charity-Volleyballturnier der BerenbergKids Stiftung erspielte das climb-Team sich die goldene Ananas – und für die Hamburger Lernferien kam eine Spende zustande. Vielen Dank!

Edeka Struve

Das Team von Edeka Struve in Hamburg stattet uns seit 2015 jedes Jahr mit einer großzügigen Lebensmittelspende zu allen Lernferien aus – gesunde Snacks, Gemüse, Frühstück und Lunchpakete für die Ausflüge. Vielen Dank für diese Nervennahrung!

Edmund Siemers Stiftung

Die Edmund Siemers Stiftung knüpft an die Hamburger Tradition der ehrbaren Kaufleute an – und hat uns mit ihrer Unterstützung 2017 ermöglicht, mit unternehmerischem Risiko Veränderung in Hamburg zu bewirken. Vielen Dank!

Heidehof Stiftung

In Mainz konnten wir dank der Unterstützung der Heidehof Stiftung starke Kooperationen mit Schulen, Unterkünften für Geflüchtete und der Universität aufbauen und uns vor Ort verwurzeln. So gehen wir gut gewappnet ins neue climb-Jahr am Rhein.

Kurt und Maria Dohle Stiftung

Seit 2015 ist die Kurt und Maria Dohle Stiftung (ehemals hit-Kinderstiftung) climb-Fan. Und wir sind Fans der unkomplizierten Zusammenarbeit und des großartigen Netzwerkes, von dem wir auch jenseits der Förderung der Lernferien in Dortmund profitieren.

Reinhard Frank-Stiftung

Als verlässlicher Partner von climb in Hamburg hat die Reinhard Frank-Stiftung in diesem Jahr Lernferien in Wilhelmsburg sowie unsere zahlreichen Netzwerkaktivitäten und den Aufbau des climb-Büros in Wilhelmsburg unterstützt. Vielen Dank!

Software AG – Stiftung

Steigende Digitalisierung macht unsere Welt komplexer und fordert von uns allen ganz neue Fähigkeiten. Wir freuen uns sehr, dass die Software AG – Stiftung Kinder dabei unterstützt, genau diese Zukunftskompetenzen zu entwickeln.

Til Schweiger Foundation

Die Til Schweiger Foundation setzt sich für die Rechte und Chancen benachteiligter Kinder ein, und hat 2017 die Lernferien in Mainz möglich gemacht. Vielen Dank für dieses filmreife Engagement für Kinder!

Wilo Foundation

Die Wilo Foundation macht sich seit 2017 mit climb für Dortmunder Kinder stark. Im Kletterwald erleben die Kinder Mut und Teamgeist – und klettern nach climb genauso selbstbewusst durch die Schule und in eine erfolgreiche Zukunft.

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5.4. Governance der Organisation Weiterhin sind die steuernden Institutionen der gem. CLIMB GmbH einerseits die Gesellschafterinnenversammlung, die die großen strategischen Leitlinien vorgibt, und anderseits die Geschäftsführung, die diese im Laufe des Jahres umsetzt. Die Gesellschafterinnenversammlung tagt formal jährlich. Gesellschafterinnen sind weiterhin Jennifer Busch, Hannah Schmidt-Friderichs und Charlotte Frey (mit gleichen Anteilen). 2017 gab es einen Wechsel in der Geschäftsführung. Seit August 2017 teilen sich Charlotte Frey und Jens Busch diese Position. Als inhaltliche Geschäftsführerin ist Charlotte insbesondere verantwortlich für die Mitarbeiter*innenführung, das Qualitätsmanagement und die Öffentlichkeitsarbeit, während Jens vor allem die Bereiche Finanzen und Verwaltung verantwortet. Wir halten diese Aufteilung für eine wichtige Vorbereitung auf unseren nächsten Wachstumsschritt in 2018 und darüber hinaus, da wir so sicherstellen können,

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dass alle wichtigen Entscheidungen in Zukunft nach dem 4-Augen-Prinzip getroffen werden. Die Geschäftsführung wird weiter von der Gesellschafterinnenversammlung kontrolliert, die aus den drei Gründerinnen besteht. Eine erste externe Prüfung haben wir im November 2017 bereits erfolgreich bestanden, indem uns das PHINEO-Wirkt!-Siegel verliehen wurde. PHINEO ist ein unabhängiges Analysehaus und zeichnet mit dem Wirkt!-Siegel soziale Initiativen mit besonders hohem Wirkungspotential aus. In der Buchhaltung kommt im Februar 2018 eine Mitarbeiterin hinzu, so dass auch hier demnächst ein 4-Augen-Prinzip herrscht. Im Laufe des Jahres 2018 werden wir außerdem eine externe Wirtschaftsprüfung beauftragen und dadurch für noch mehr Transparenz und externe Kontrolle unserer Aktivitäten sorgen.


5.5. Umwelt- und Sozialprofil Als gemeinnütziges Unternehmen legen wir besonders hohe Standards an uns selber an, die eigene Arbeit nachhaltig und unseren Werten entsprechend zu gestalten. Offenheit, Begeisterung, Anspruch, Mut und Authentizität sind Leitplanken unseres Arbeitsalltags und unserer Außenkommunikation und verpflichten uns auch, ein Augenmerk auf einen guten Umgang mit unseren eigenen Ressourcen, denen unserer Mitarbeiter*innen, Förderer und auch unseres Planeten zu legen. Einen besonderen Schwerpunkt legen wir dabei auf:

Familienfreundlichkeit

Vielfalt und Gleichstellung

Wir legen unsere Finanzen nicht nur in diesem Jahresbericht, sondern auch im Handelsregister offen. Die wichtigsten Dokumente, z. B. die Satzung der gemeinnützigen CLIMB GmbH, sind allen climb-Stakeholdern auf unserer Homepage frei zugänglich. Ab 2018 wird auch eine externe Wirtschaftsprüfung unsere Arbeit unter die Lupe nehmen.

Als frauengeführtes Unternehmen legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung von Vielfalt in allen Bereichen. Dazu gehört eine Verpflichtung zu einer geschlechtergerechten Sprache, einer stärkenorientierten Kommunikation über unsere Zielgruppen und zur Inklusion auf allen Ebenen. Zu Vielfalt und Gleichstellung tragen wir auch durch die besondere Förderung von Männern in pädagogisch-sozialen Berufen bei. 2017 haben wir außerdem einen stärkeren Fokus auf antirassistische Ansätze in unserer Bildungsarbeit, sowohl mit den Kindern und den climb-Lehrer*innen als auch in der Außenkommunikation, gelegt.

Faire Arbeitsbedingungen und Gehälter Wir wollen ein guter Arbeitgeber sein und die Brücke schlagen zwischen der Verantwortung für unsere Mitarbeiter*innen einerseits und unserer Verpflichtung unseren Förderern und Partnern gegenüber, Gelder effizient einzusetzen. Wichtig ist uns, dass wir, wo immer möglich, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze schaffen, z. B. durch angenehme Büroräumlichkeiten gute Arbeitsbedingungen bieten und auf die Work-Life-Balance unserer Mitarbeiter*innen achten.

Im Gründungsteam gab es 2016 gleich zweimal Nachwuchs zu vermelden! Selbstverständlich haben wir in der Folge Maßnahmen ergriffen, um climb zu einem familienfreundlichen Arbeitsort zu machen. Dazu gehören eine weitere Flexibilisierung unserer Prozesse, die auch Arbeit in Teilzeit möglich macht.

Transparenz

Schonender Umgang mit Ressourcen Ein schonender Umgang mit der Umwelt ist für uns selbstverständlich. Daher legen wir rund um die Lernferien Wert darauf, dass Umweltpapier eingesetzt und sinnvoll verwendet und mit einer klugen Lagerlogistik Müll vermieden wird. Wir machen biologisches und regionales Catering möglich. Zu unseren Standorten in Mainz und Dortmund und anderen Terminen in ganz Deutschland reisen wir fast immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dadurch fast vollständig klimaneutral.

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5.6. climb-Beratungen

Auch 2017 haben wir wieder Beratungen durchgeführt, um einerseits andere Organisationen zu begleiten und anderseits zumindest einen kleinen Earned-IncomeZweig zu erschließen. Trainings bei climb bieten die Möglichkeit, sich mit uns gemeinsam auf die Meta-Ebene zu begeben, mit Abstand, Spaß, kreativen Methoden und ehrlicher Kommunikation auf die eigene Arbeit, das Projekt, das Team oder die Führungsperson zu schauen und mit einer Fülle von neuen Ideen und einem kräftigen Motivationsschwung nach Hause zu fahren. Wir können so indirekt auf ganz neue Zielgruppen einwirken, unser Verständnis von Lernen, Lehren, Teamarbeit und wirkungsorientierter Steuerung sozialer Projekte weitergeben und so auch jenseits unserer Kernzielgruppen

Vielen Dank an unsere Förderer 2017:

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einen Beitrag zu einer aktiven und produktiven Zivilgesellschaft leisten.

2017 haben wir unter anderem mit folgenden Kunden gearbeitet: – Teach First Deutschland – schul.inn.do e.V. für innovative Schulentwicklung – Diesterweg-Stipendium Dortmund – Ein Quadratkilometer Bildung Dortmund – Tausche Bildung für Wohnen e.V. – Koblenz Lernt e.V. – MUT Academy gUG (i.G.)


6. Finanzen und Rechnungslegung

2017 war in finanzieller Hinsicht ein Umbruchjahr für climb. Unsere Einnahmen durch projektbezogenes Fundraising und Kooperationen gingen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zurück; die dadurch entstehende Finanzierungslücke konnten wir über deutlich höhere Spenden ohne projektbezogene Zweckbindung sowie Einnahmen aus Beratungsleistungen decken. Auch 2017 konnten wir so alle unsere Projekte ausreichend (quer-)finanzieren und dafür sorgen, dass kein Lernferienprojekt aus finanziellen Gründen abgesagt werden musste. Wir beenden das Jahr mit einem Überschuss von knapp 6.000€.

Einnahmen Teilnahmebeiträge

12.235 €

Spenden, Zuschüsse und sonstige Einnahmen

388.250 €

Summe Einnahmen

400.485 €

Ausgaben Personalkosten

303.418 €

climb-Lehrer*innen

21.563 €

Leitungsteams

81.419 €

Lokalkoordinator*innen

47.902 €

Büroteam

152.534 €

Sachkosten

91.286 €

Sachkosten bei Lernferien

49.779 €

Sonstige Kosten climb-Büro

41.507 €

Summe Ausgaben

Jahresergebnis* (Einnahmen abzüglich Ausgaben)

394.704 €

5.781 €

* Jahresabschluss liegt noch nicht vor

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4,6%

Einnahmen climb 2017

3,1%

Teilnahmebeiträge

21,3%

Einnahmen aus Beratungen

40%

projektbezogenes Fundraising

Kooperationen

31,1%

Spenden ohne Projektbindung

Trotzdem hat sich im Jahr 2017 gezeigt, dass wir die Lernferien finanziell auf stabilere Füße stellen müssen, gerade im Zuge der anstehenden Skalierung. Die wichtigste Aufgabe für das Jahr 2018 ist daher, das Finanzierungsmodell der Lernferien umzustellen und in größerem Umfang stabilere Finanzierungsquellen zu erschließen. Für diese Aufgabe und für die anstehende Skalierung haben wir gleich mehrere große Förderer gewonnen, die in unseren Skalierungsprozess und die Etablierung eines nachhaltigeren Finanzierungsmodells investieren. Diese Förderer finanzieren den

weitaus größten Teil des climb-Headquarters sowie Teile der Kosten für Lokalkoordination und die Durchführung der Lernferien selber. Wir planen für das Jahr 2018 mit insgesamt 17 Lernferien an unseren drei Standorten und werden weiter intensiv an unserer Skalierung und der Umsetzung des neuen Finanzierungsmodells arbeiten. Unser Budget für 2018 beträgt knapp 800.000€.

Gesamtbudget 2017: 400.485 €

1 Skalierungsplan und Geschäftsmodell

2 Büros

107 erreichte Erwachsene

8 Festangestellte

135 erreichte Jugendliche

10 Stipendiat*innen

449 erreichte Kinder

42 Mitarbeitende bei Lernferien

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Statt eines Nachwortes‌

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• Personal + Qualifizierung (1 Lokalkoordination, 1 Trainer*in, 1 Projektleitung, 1 Assistenz) • Fahrtkosten + Eintritt (Zwei Ausflugstage) • Schulische Räumlichkeiten, Lern- und Projektmaterial, Verpflegung

Teilnehmer*innen

Umfang und Inhalt

• 45 Kinder

• 8 Lerntage und 2 Ausflugstage

• 9 Erwachsene

• 24 Stunden Deutsch und Mathematik • 14 Stunden Projektlernen • 105 Stunden Erwachsenenbildung

Neues Wissen / neue Fähigkeiten

Verändertes Handeln

• Bewusstsein für eigene

• Selbstbewusster Umgang

Stärken • Annehmen von Herausforderungen • Wahrnehmung der Bedürfnisse anderer • Anerkennung individueller Stärken anderer • Realistische Einschätzung des Lernstandes • Strukturierung von Arbeitsschritten

mit eigenen Stärken • Durchhaltevermögen in schwierigen Situationen • Rücksichtnahme auf Bedürfnisse anderer • Wertschätzende Zusammenarbeit im Team • Setzen von herausfordernden Zielen • Selbständige Arbeitsweise und Zeitmanagement

• Sozial durchlässiges Bildungssystem und geringe Arbeitslosigkeit • Präventiver Ressourceneinsatz im Bildungs- und Sozialhilfesystem • Stabile demokratische und inklusive Strukturen • Umfassendes politisches und zivilgesellschaftliches Engagement • Große Dichte an innovativen Projektideen und Unternehmerpersönlichkeiten • Hoher Grad an Lebenszufriedenheit und psychischer Gesundheit

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» Im Kle i c h s tterwald dach chaff te ic ich h das h, n abe icht, an m und a b e i r ch ge da glaub gesch n n h a b e t ich e afft. « s doc Esra, h 9, aus D

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Veränderte Lebenslagen • Ausschöpfen eigener Potenziale • Resilienter Umgang mit Rückschlägen • Einsatz von (Konflikt-)Lösungsstrategien • Einbettung in soziale Netzwerke • Ausweitung von Gestaltungsspielräumen • Herauslösen aus Abhängigkeitsstrukturen

» Ich hatte erst v mein erm e Sc h ü l e r * utet, dass müde innen aus d en Fe in die sehr r i Schul en be e zurü i clim den – b ckkeh ab ren w war d er genau d e r a er Fa ll. Sie s Gegente motiv il w a re iert u n tot nd ha zentr al ben s iert g e hr ko earbe begei nitet. stert! Ich b « in Kla ssenle

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Impressum Herausgeber: gemeinnützige CLIMB GmbH Amtsgericht Hamburg HRB 130210

Gestaltung und Illustration: Tine Pape www.tinepape.de

Geschäftsführung: Charlotte Frey und Jens Busch Sitz: Hamburg

Druck: Druckerei Krüper & Co. GmbH, Hamburg www.krueperdruck.de

Postanschrift: gemeinnützige CLIMB GmbH Henriettenweg 8 20259 Hamburg climb@climb-lernferien.de

Auflage: 200

Inhaltlich verantwortlich: Alle Texte: Charlotte Frey Alle Bilder: gem. CLIMB GmbH

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Kontaktieren: www.climb-lernferien.de www.facebook.com/climb.lernferien climb@climb-lernferien.de

Spenden: gemeinnützige CLIMB GmbH GLS Bank IBAN: DE51 4306 0967 2046 7193 00 BIC: GENO DE M 1 GLS Mehr: http://www.climb-lernferien.de/unterstützen

Mitmachen: Wir suchen für alle Lernferien junge Erwachsene, die mit uns Menschen begeistern und sich begeistern lassen. climb ist praxisorientierter als jedes Seminar, anspruchsvoller als jedes Praktikum, bringt weiter als jeder SoftSkills-Kurs und macht jede Menge Spaß! Mehr: www.climb-lernferien.de/engagier-dich/jetzt-bewerben/

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climb Jahresbericht 2017  
climb Jahresbericht 2017  
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