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Nr. 1/2014 D 5,50 Euro Feb./März/April CH 10,50 SFR /Austria 6.- Euro / Italien&Spanien 6,90 Euro / BeNeLux 6,50 Euro

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TEST

Über 700 Ticket-Preisknüller 12 Linienflieger im Check

Das Insider-Reisemagazin seit 1986

Zu gewinnen:

KANAREN REISE!

ASIEN Singapur: Insider-Ecken Laos: Mekong-Geheimnisse

weltweit. schön. günstig!

33 Reiseperlen

EUROPA Griechenland: Wandern auf Poseidons Dreizack Deutschland: Erlebnisferien Polen: Schönes Schlesien

Urlaubsplaner mit neuen Lieblingszielen

TOURTIPPS Ecuador: Abenteuer auf dem Amazonas Namibia: Safari mal anders USA: Catalina Island Australien: Noosa Bay

PLUS: HEFT IM HEFT

+ BILLIG FLIEGEN OHNE ÄRGER: Tricks gegen Abzocke, enge Sitze & miesen Service

Das Beste aus den Sommer-Reisekatalogen

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Inhalt 01/14

06 PLANER: REISEPERLEN 33 tolle Ziele für Erlebnisferien, Strand & Erholung

INSIDER 12 Trick: Kombi-Jetting Clever buchen und sparen 14 Ski-Schnäppchen Sparaktionen in der Schweiz

+ BONUS: ERLEBNISAPP Reisevideos & Bildergalerien

HEFT IM HEFT

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Clever reisen! 1/14

Entdecken Sie Ihr Reisemagazin Clever reisen! wie noch nie - mit Ihrem Smartphone oder Tablet-PC. Scannen Sie mit der Junaio-App die gekennzeichneten Seiten in dieser Ausgabe. Sie erleben die Clever reisen!- Tourtipps in einer neuen Dimension und haben noch mehr Lesespaß!

16 Billig fliegen ohne Ärger Reiserecht & Expertenrat 19 Reisetipps vom Koenig Wenn die Airlines tricksen... 79 Möller’s Reisewelt Pfiffig, praktisch & gut 110 Leserbriefe: Tipps, Tricks & Erfahrungen - Leser für Leser 114 REISELUSTIG: Tretroller-Tour 114 Impressum: Wer, was, wo TOLLE REISEN ZU GEWINNEN! 39 Gran Canaria: Urlaub für Zwei 15 Holland: Hotel-Wochenende


TEST & RAT 20

Check: Reisekataloge Das Beste für Ihren Urlaub Trends, Preise & Neuheiten

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Hotels unter der Lupe Was taugen die Sterne in Europa?

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Sommer: Ran an die Rabatte! Wo und wie Sie über 40% sparen

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Kanarische Inseln Sonnenziele zum kleinen Preis

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Flugbuchung im Internet Die große Bauernfängerei neue Abzockmaschen

TOURTIPPS 32

Griechenland: Chalkidiki Die besten Routen für Wanderer

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Polen: Schlesien Unterwegs auf der Insider-Route

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Deutschland-Entdecker News, Spartipps und Events

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Deutschland: Oldenburg Boßeln & Grünkohl

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Deutschland: Rügen Landlust bei der Sanddorn-Ernte

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Deutschland: Lenggries Skifahren neu lernen

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Deutschland: Winterzeit Schnäppchenpreise im Osten

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Kalifornien: Catalina Island Die Insel des Kaugummikönigs

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Asien: Laos/Mekong Geheimnisse entdecken

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Singapur für Fortgeschrittene Neue Orte abseits der Touristenpfade

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Südamerika: Ecuador Auf dem Amazonas unterwegs

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Australien: Noosa Bay

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DAS BESTE FÜR IHREN URLAUB

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NAMIBIA Die Magie der Wüste

Reisekataloge im Check: Trends, Preise & Rabatte

TICKETGUIDE 90 TEST: Linienflieger Europas Wer sind die Besten? Preise, Routen, Service, Komfort & Sicherheit 94 Spartricks vom Profi So finden Sie immer die günstigsten Flugtickets 96 TEST & PREISVERGLEICH: Über 700 Sparflüge in alle Welt +100 Airlines im Preis-Leistungsvergleich

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REISEPORTALE Neue Abzocke beim Bezahlen

Hier fahren die Aussies gerne hin Lange Strände & coole Orte 86

Afrika: Namibia Mit dem Rad auf Safari. Rundreise der besonderen Art

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LAOS/ASIEN Mekong-Geheimnisse

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ECUADOR Naturparadies Amazonien

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REISEPERLEN

33 Reiseperlen Der Urlaubsplaner von Clever reisen! bietet 33 neue Lieblingsziele weltweit, schön und günstig

Mexiko & Honduras: Dschungel und Indianer

Vietnam & Kambodscha: Mekong und Angkor Wat

Mexiko hat landschaftlich, historisch und kulturell einiges zu bieten: barocke Kolonialstädte, Regenwälder und die faszinierende Geschichte der Mayas und Azteken. Highlights der Entdeckertour „Ruta Maya Adventure“ sind unter anderem eine Dschungelwanderung mit LacandonenIndianern, der Besuch der archäologischen Anlage Copá in Honduras sowie eine Bootstour über den Atitlán-See. Abgeschlossen wird diese Abenteuer- und Erlebnisreise durch einen 2-tägigen Badeaufenthalt in der Karibik. 24 Tage/ab 2899 Euro p.P., World Insight

Im Osten Kambodschas fließt der Mekong, einer der zehn längsten Flüsse der Welt. Angkor Wat ist in der Region Angkor die größte und bekannteste Tempelanlage. Auf einem Flusskreuzfahrtschiff führt es AsienReisende von Saigon genau hierher. Von informativen Stadtrundfahrten in Saigon, Phnom Penh und Siem Reap bis hin zur Besichtigung des Königspalastes, der Silberpagode und des Nationalmuseums in Phnom Penh, erfahren Teilnehmer dieser Rundreise viel Kulturelles über die Metropole. 14 Tage (DZ/Zweibettkabine)/ab 3640 Euro p.P., Lernidee Erlebnissreisen

Einmalig: Mit dem Ballon über Bagans Tempel fliegen

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REISEPERLEN

11 x Erlebnis & Abenteuer Die Tempel von Bagan oder Walbeobachtungen auf den Azoren - Clever reisen! hat 11 Erlebnistouren gefunden.

Azoren-Video: Markus Haist (http://vimeo.com/60274538); Fotos: 123rf.com, Berge & Meer, dreamstime

Costa Rica: Wildnis & Radtour Costa Rica, die „Reiche Küste“, ist ein Paradies für eine enorm große Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Naturverbundene finden hier ihr Domizil. Wer die Herausforderung sucht, ist auf der Reise mit dem Fahrrad durch Costa Rica genau richtig. Sie besteht aus mehrstündigen Radtouren und Wanderungen durch unberührte Naturlandschaften auf den Spuren wilder und selten gewordener Tiere. Besucht werden nicht nur die Highlights Costa Ricas, sondern auch abgelegene Dörfer. 15 Tage/ab 1.999 Euro p.P., World Insight aktivPlus

Andalusien Land & Strand Andalusien lockt Urlauber mit herrlichen Stränden beispielsweise an der Costa de la Luz oder Costa del Sol. Tipp: Die Strände an der Costa Tropical sind noch weitgehend unbekannt. Auf dieser Autotour lernen Reisende die kulinarischen Schätze Andalusiens kennen: Sie besichtigen zum Beispiel eine Olivenöl-Mühle und eine Sherry-Bodega. Außerdem wird Sevilla mit dem Rad erkundet, sowie die schöne Altstadt von Granada und das arabische Viertel Albayzín besichtigt. 8 Tage/ab 679 Euro p.P., Dertour

Malaysia: Sarawak Orang Utans & Flusssafari Zahlreiche Nationalparks, wunderschöne Tauch- und Schnorchelgebiete und viele unterschiedliche Volksgruppen – das ist Malaysia. Auf der Rundreise „Sarawak – Zwischen Natur und Tradition“ erleben Urlauber nicht nur Sarawaks herrliche Natur bei einer Tour durch den Bako National Park, sondern dürfen ebenfalls auf Tuchfühlung mit den Orang Utans eines Rehabilitationszentrums gehen. Mit auf dem Programm steht außerdem eine Flusssafari, inklusive einer Übernachtung im traditionellen Langhaus. 5 Tage im DZ/ab 449 Euro p.P., ID Reisewelt Asiamar

Australien: Wanderungen, Nationalparks & Wassersport Perth, die Hauptstadt Westaustraliens, glänzt mit tollem Wetter, sauberen und nicht überfüllten Stränden und einem interessanten Stadtkern, in dem es viel zu entdecken gibt. Auf der aktiven Bus-Campingtour von Perth bis Broome unternehmen Teilnehmer unter anderem Wanderungen zu den Pinnacles Kalksteinsäulen, schnorcheln am Ningaloo Reef oder besuchen die Kalbarri und Karijini Nationalparks. 10 Tage/ab 1562 Euro p.P. im Zelt/DZ, Explorer Fernreisen

Oman: Canyons & Oasen Myanmar: Ballonfahrt über Bagan Myanmar ist das Trendziel in Südostasien. Von Bagan mit seinem riesigen, antiken Tempelareal, bis hin zu Trekking für Abenteuerfans in Kalaw und Ngapali Beach als ruhigen Traumstrand, ist in Myanmar für jeden etwas dabei. Die „Myanmar Kaleidoskop“-Rundreise beginnt mit einer Stadtrundfahrt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie die 2000 Jahre alte Sule Pagode oder die mit 60 Tonnen purem Gold bedeckte Shwedagon-Pagode, das Wahrzeichen Yangons. In Bagan besuchen Reisende mit einer Pferdekutsche ein typisches Dorf. Anschließend steht die Besichtigung einiger Tempel auf dem Programm. Ein Badeaufenthalt in Ngapali Beach rundet die Reise entspannt ab. Tipp: Eine Ballonfahrt über Bagan mit Blick über die eindrucksvollen Pagoden und Tempel hinzubuchen. 15 Tage im DZ/ab 3195 Euro p.P., Meier‘s Weltreisen

Das Sultanat Oman bietet durch zerklüftete Hochgebirge, tiefe Canyons und tolle Oasen. Urlauber der „Oman hautnah“-Rundreise erwartet ein ausgewogenes Programm aus landschaftlichen Erkundungen und interessanter Kultur des Landes, wie farbenfrohe Märkte, ausgetrocknete Flussbetten, weitläufige Plantagen, Gebirge mit heißen Quellen sowie zahlreiche imposante Forts. 8 Tage/ab 2260 Euro p.P., Meier‘s Weltreisen

USA: Im Wilden Westen Die Westküste der USA bietet Nationalparks, zahlreiche Sehenswürdigkeiten und interessante Städte. Eine Kombination von Bus-Rundreise und selbst gestalteter Mietwagen-Tour wird Urlaubern der Erlebnisreise „USA Grenzenlos“ geboten. Nach zwei Zeltübernachtungen in der ursprünglichen Natur des Yosemite-Nationalparks startet in San Francisco ein privater Road Trip: Mit dem Mietwagen geht es über den Highway Number One entlang der Pazifikküste nach Los Angeles und weiter nach Las Vegas. Hier beginnt eine Rundreise per

Rundreise USA: Die Weiten des Grand Canyons erleben

Bus durch den Wilden Westen Amerikas. Ob Grand Canyon, Monument Valley oder die Welt der Cowboys und Indianer - die Reise garantiert Abenteuer pur. 16 Tage/ab 2699 Euro p.P., Berge & Meer

Afrika: Namibia & Victoria Fälle Namibia – Heimat vieler Tierarten und ein landschaftlicher Augenschmaus. Berge, Felsformationen, die Dünen der NamibWüste und die Victoria-Fälle - Vielfalt soweit das Auge reicht. Auf der Rundreise „Namibia, Victoria Fälle & Co.“ nehmen Urlauber an einer geführten Wüstenführung teil, begeben sich auf eine Buschwanderung sowie auf eine Bootsfahrt im berühmten Chobe Nationalpark und bestaunen die atemberaubenden Victoria Fälle. 20 Tage im DZ/ab 1349 Euro p.P., fti

Azoren: Delfine & Wale ganz nah Wanderparadies: Vulkanlandschaften mit Pflanzen aller Klimazonen findet man auf den Azoren. Der Archipel hier ist aber auch ein Tummelplatz für Wale und Delfine. Teilnehmer dieser Aktiv-Rundreise können die Tiere mit ein bisschen Glück in ihrer natürlichen Umgebung bei einer Ausfahrt mit dem Schlauchboot beobachten. 8 Tage/ab 518 Euro p.P., Forum Anders Reisen

BONUS Video Azoren

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TEST & RAT REISEKATALOGE

Reisekataloge

Sommer

2014

Neue Hotelkonzepte, preiswerte Flüge oder gute Serviceideen - wovon Urlauber dieses Jahr profitieren können.

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Das Beste für Ihren Urlaub F

amilien haben es nicht leicht. Sie sind in der Regel an die Ferienzeiten gebunden und zahlen daher hohe bis sehr hohe Aufschläge. Doch damit nicht genug. Auf der Suche nach preiswerten Alternativen gab es bisher eine Hürde zu überwinden: Den Reisepreis anhand eines Reisekatalogs für die ganze Familie auszurechnen überfordert mitunter selbst geübte Bucher. Zu viele Aufschläge und Extras müssen bei der Reisepreisberechnung berücksichtigt werden. Wird bei der Reiseplanung aufs Internet ausgewichen, finden Familien oftmals nicht die gewünschten Angaben darüber, was im Hotel für Familien eigentlich angeboten wird. Diesem Problem hat sich endlich Neckermann Reisen angenommen. Seit kurzem können Familien passgenaue Wunschreisen leicht und einfach auf der Internet-

seite von Neckermann Reisen recherchieren. Kriterien wie etwa „Familienzimmer“ oder „Kinderbetreuung“ sollen bei der Wunschauswahl behilflich sein. Somit können Familien nunmehr auch am heimischen PC schnell und einfach ihre Urlaubsplanung erledigen. Eines wird der neue Neckermann-Service aber nicht ändern: Die hohen Saisonpreise für die Ferienzeiten werden bestehen bleiben. Einen anderen Weg beschreitet hingegen der Kölner Veranstalter ITS. Hier wird das Label „Family Star“ in den Katalogen für die Sommersaison weiter ausgebaut. Das Label verspricht unter anderem Hotels mit Unterkünften, in denen Kinder in einem zusätzlichen Zimmer übernachten und Services wie einen eigenen Kinderpool und deutschsprachige Kinderbetreuung. Auch so können Familien schneller und gezielter die passende Reise finden.


TEST & RAT REISEKATALOGE tet, wie etwa Geo-Caching oder Xbox-Spiele. So stellt sich der Thomas Cook-Konzern den zukunftsweisenden Familien-Sommerurlaub vor. Buchbar sind diese Hotels exklusiv bei Neckermann Reisen.

Viel erleben in der Kürze Kombinationsreisen - also zwei oder mehr Ziele auf einer Reise zu erkunden werden bei deutschen Urlaubern immer beliebter. Dies berücksichtigen zunehmend Veranstalter und legen pauschal buchbare Kombinationsreisen auf. So zum Beispiel Dertour mit seiner Kombireise „Karibik to go“. Im Rahmen der Reise werden die Karibikinseln St. Lucia, Dominica und Antiqua bereist.

Pauschalreisen mit Billigflieger Wer früher eine Flug-Pauschalreise buchte, dessen Flug wurde entweder mit einem klassischen Ferienflieger à la Condor oder sogar mit einem Linienflieger absolviert. Reiseveranstalter ändern aber zunehmend diese Praxis. Die zusammengestellten Urlaubspakete werden immer häufiger auch mit Flügen kombiniert, die Billigflieger berücksichtigen. Nunmehr greifen viele Reiseveranstalter auf Preiswertflieger wie Easyjet, Germanwings oder Norwegian Air Shuttle zurück. Dazu zählen unter anderem FTI, ITS Reisen, Jahn Reisen, Neckermann Reisen, Schauinsland Reisen, Thomas Cook Reisen und TUI. Selbst die Luxusmarke Airtours vertickert Flüge mit dem spanischen Billigflieger Vueling. Und dies längst nicht nur bei aktuell zusammengestellten Pauschalreisen im Internet. Selbst bei den Katalogangeboten sind Billigflieger immer häufiger vertreten.

Einen Haken hat die Zusammenarbeit mit den Billigfliegern allerdings. Da die Tickets in der Regel die Gepäckbeförderung nicht enthält, kann es zu Problemen führen. Dies ist im Fall von Neckermann Reisen und Thomas Cook Reisen mit dem Billigflieger Norwegian ausgeschlossen. Hier darf der Kunde 20 kg Gepäck aufgeben. Je nach Veranstalter und Produkt können jedoch Flüge enthalten sein, bei denen die Gepäckgebühr noch hinzukommt. Im Zweifelsfall sollte vor der Buchung im Call Center angerufen werden.

Städtereisen mit dem Bus Städtereisen laufen derzeit besonders gut. Angeheizt wird der Städtetourimus von einem neuen Trend: Busreisen. Immer mehr Busgesellschaften starten in Deutschland und bieten neue Strecken zu Tiefstpreisen an. Diesen Trend greift Dertour in seinem Städtereisen-Katalog auf und bietet nunmehr auch extrem preisgünstige Busreisen mit der Busgesellschaft ADAC Postbus an.

Guter Service & Information Touristen die Gewissheit einer sorglosen Urlaubsbuchung zu vermitteln, steht bei nahezu allen deutschen Veranstaltern im Mittelpunkt ihrer Serviceversprechen. Dies ist auch gut so. Veranstalter stärken daher seit Jahren ihr Beschwerdemanagement. Bei den Veranstaltern ITS und Jahn Reisen wird es beispielsweise „KoRa“ genannt und steht für kundenorientierte Reklamationsabwicklung. Wollen Urlauber sich beschweren, verspricht ITS, sich in den meisten Urlaubsregionen bereits vor Ort darum zu kümmern.

Familie, Hotel & Internet Seit einigen Jahren kreieren führende Touristikkonzerne ständig neue Hotelmarken (siehe hierzu auch Artikel in diesem Heft). So auch die Thomas Cook AG (Neckermann Reisen und Thomas Cook Reisen). Diesen Sommer geht nunmehr die Hotelmarke Sun Connect an den Start, mit der man vor allem Familien ansprechen will. Im Fokus der neuen Marke steht zwar der klassische Strandurlaub, doch die Häuser sollen im Bereich digitaler Technik neue Maßstäbe setzen. Die zehn Sun Connect Hotels, die im Sommer buchbar sein werden, bieten kostenfreies WLAN in den gesamten Resorts und Aktivitäten können bequem vom Smartphone oder Tablet PC gebucht werden. Zudem gibt es einen geschulten Guide, der Aktivitäten für die ganze Familie anbie-

Fernreise: Schwacher Dollar - viele Reiseveranstalter senken ihre Preise nach Übersee

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TOURTIPP GRIECHENLAND

GRIECHENLAND Wandern auf Poseidons Dreizack

Kassandra, Sithonia und Athos – klingende Namen, faszinierende Natur. Die drei „Finger“ ragen von der Halbinsel Chalkidiki weit ins Meer hinein, locken mit Strand und Steilküsten, Wäldern und türkisblauem Meer.

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TOURTIPP GRIECHENLAND

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er Wanderpfad ist gerade einmal 30 Zentimeter breit, Pinien und Kiefern stechen meterhoch in den blauen Himmel. Sonnenlicht fällt wie in einzelnen Strahlen durch die Wipfel auf den von Moos und Farnen bedeckten Waldboden, die Mittagshitze ist schweißtreibend. Es duftet intensiv nach Nadelwald und erinnert an einen Saunaaufguss. Die kurzen Anstiege auf dem weichen Boden jagen den Puls in die Höhe, ein angenehmer, warmer Luftzug weht durch die Bäume. In den Geruch nach Wald und feuchtem Boden mischen sich Kräuterdüfte von Salbei, Rosmarin und Kamille. Doch plötzlich ist jede Anstrengung vergessen: Der Wald lichtet sich, nur wenige Meter sind es bis zur Felskante. Senkrecht fällt der Steilhang hinab ins Meer. An bizarr geformte Steine klammern sich kleine Sträucher und Aleppo-Kiefern, schief gewachsen und scheinbar dem Absturz nah. Immer wieder lösen sich kleine Steinchen, purzeln wie Mini-Lawinen die Hänge hinunter.

stammt aus Thessaloniki und führt Wandergruppen durch die schönsten Gebiete Chalkidikis.

Poseidons Dreizack weist den Weg Heidi steht mit ihrer kleinen Wandergruppe nur noch einen Schritt vom Abgrund entfernt. Frischer Wind strömt in die Lungen, tief einatmen. Weit unten dümpelt ein winziges weißes Bötchen in der Bucht, ein Fischer steht auf einer Mini-Sandbank bis zum Bauch im Meer und schlägt mit einem Stock aufs Wasser. Er fängt Oktopusse, die er in einem beigefarbenen Leinensack verstaut, der über seiner Schulter hängt. Die harten Schläge auf die Wasseroberfläche ziehen hunderte Kreise auf der sonst ruhigen, in der Sonne glitzernden Fläche. „Von hieraus seht ihr das Festland und die Küste“, Heidi ist in ihrem Element und begeistert von dem Ausblick. Drei Finger zählt die Halbinsel Chalkidiki, die lang ausge-

der Bedeutung Chalkidikis in der griechischen Mythologie entspricht –, dann verirrt sich niemand auf der Tour durch eines der schönsten Naturgebiete des Landes. Das gesamte Gebiet ist zwar in privatem Besitz, dennoch öffentlich zugänglich. „Diese Landschaft soll jeder genießen können“, lautet die einfache Erklärung. War nämlich in den 1960erJahren dieser rund 500 Hektar große Landstrich noch Sumpfgebiet, haben die Geschäftsführer der heutigen Sani AG bereits das Potenzial für den Tourismus erkannt. Sie kauften den Mönchen des Klosters Stavronikita das Gelände ab und verschrieben sich sanftem Tourismus und Umweltschutz.

Ein Barfußpfad zum Strand Irgendwann geht es nur noch bergab. Die Schritte werden beschwingt dadurch, dass am Ende des Weges heller Sandstrand auftaucht. „Schuhe aus! Wir machen einen Barfuß-Pfad daraus“, ruft Heidi vergnügt und hält ihre beiden Turnschuhe bereits in den Händen.

Chalkidiki ist ein Paradies für Wanderer: Die Wege gehen durch Wälder entlang der Küste mit traumhaften Ausblicken

Ihr Klackern ist noch lange zu hören, so still ist es im Wald – Chalkidiki ist ein Paradies für Wanderer. Auf Kassandra, dem westlichsten der drei „Finger“, geht es an der Westküste entlang durch das Naturschutzgebiet rund um die Kypsa Bucht. Die Pfade führen durch den meist lichtdurchfluteten Wald immer wieder zu imposanten Klippen, denn die Berge steigen Richtung Süden bis auf etwa 400 Meter Höhe an. Traumhafte Ausblicke begleiten die Naturfreunde auf ihrem rund zehn Kilometer langen Weg von Sani in das Dorf Siviri – immer an der Steilküste entlang. Nachdem ein Brand im Jahr 2006 einen großen Teil des Waldes zerstört hatte, wird er seit 2009 sukzessive wieder aufgeforstet. Vor allem die Mitarbeiter des Sani Beach Resorts, das direkt am Naturpark liegt, pflanzten eigenhändig bereits rund 3500 Bäume. „Sie haben auch die Wege markiert“, erzählt Heidi. Die 27-Jährige

streckt in die Ägäis ragen: Kassandra im Westen, in der Mitte Sithonia und im Osten Athos. Alle locken mit Wäldern, zerklüfteten Küsten und strahlend türkisfarbenem Meer. Das Rauschen der Brandung, die weit entfernt gegen ein paar dunkle Felsen schlägt, ist bis in den Wald hinein zu hören. Ansonsten durchbricht nur das Zwitschern der Vögel die Stille – und die eigene Atmung, die sich langsam beruhigt. „Immer genug Wasser dabei zu haben, ist ein Muss“, warnt Heidi. Denn ein Spaziergang, gerade bei feuchter Wärme, ist nicht zu unterschätzen. Nach einer kurzen Pause geht es weiter. Denn es stehen noch einige Kilometer durch die Berge bevor. Die Wanderführerin gibt mit strammem Schritt das Tempo an. „Die Markierung des Weges haben die Mitarbeiter von Sani angebracht“, zeigt sie auf das kleine Blechschild an einem Baumstamm. Also immer Poseidons Dreizack nach – was auch

Niemand zögert, schließlich ist es noch immer derselbe federnd weiche Waldboden ohne Steine. Die nackten Füße berühren den warmen Boden, testen, wie sich der Untergrund ohne dickes Profil anfühlt. Kiefernnadeln pieken in die Fußsohlen, vorsichtig geht es über dicke Wurzeln. Ein Gefühl von Achtsamkeit gegenüber der Natur breitet sich aus. Plötzlich lassen sich Dinge wahrnehmen, die niemand mit Schuhen je bemerkt hätte: Dass sich ein vertrocknetes Blatt unter den Zehen rau anfühlt, der Boden unter der Oberfläche feucht und kühl ist. Die etwa 200 Meter hinunter in die Bucht legt die Wandergruppe im Schneckentempo zurück. Der kleine Strand ist umgeben von Wald, Wellen plätschern leise ans Ufer. Klamotten aus und rein in das glasklare, flache Wasser! Planschen in einer großen Badewanne, deren vorgelagerte Felsen sie vor der kalten Strömung schützen.

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Prächtiges Oldenburg: Die Zeit als Residenzstadt wirkt nach

Grünkohl-Experte: Reinhard Lühring

Oldenburger Zweierlei: Boßeln & Grünkohl Die deutsche Kohltourhauptstadt hat mehr zu bieten als das Wintergemüse – viel Kultur und „Urlaub unter Palmen“

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ünchen hat sein Oktoberfest, Köln den Karneval. Und was hat Oldenburg? Die als „Übermorgenstadt“ seltsam beworbene drittgrößte Kommune Niedersachsens muss nicht bis morgen warten, um gemütlich und witzig zu sein. Auch wenn sie nicht unbedingt im Erste-Reihe-Städtereisen-Fokus steht. Zu unrecht. Oldenburg in Oldenburg hat eine ganze Menge zu bieten. Jetzt in der nass-kalten Jahreszeit vor allem Zweierlei: Grünkohl und Boßeln. Schauen wir uns um in der selbsternannten Kohltourhauptstadt. Der Taxifahrer weiß mal wieder Bescheid: „Grünkohl braucht Frost, sonst schmeckt der nicht“, sagt er und wird von dem Koch und Gastwirt Erwin Abel, der jedes Jahr in Berlin der Prominenz das traditionelle „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ auftischt, schnell widerlegt: „Der meiste Grünkohl kommt heute als Tiefkühlware in die Töpfe: Da hat sich das mit den Minusgraden draußen schnell erledigt.“ Oldenburg in Oldenburg: Diese Dopplung ist wichtig – denn es kämpft auch noch ein Oldenburg in Holstein um seine Existenzberechtigung auf der Landkarte. Das im hohen Norden (am Ende der A1) ist freilich viel kleiner und – sorry – in der großen Weltgeschichte nur eine Randnotiz und kann von einem ICE-Halt nur träumen. Ganz anders unser Oldenburg, sieben stolze Meter über Null: Das glänzte einst als Residenzstadt und hat von diesem Glimmer noch reichliche Prisen in die Jetztzeit hinüber gerettet. Im Schnelldurchgang sind das u.a.: ein Sechs-Sparten-Theater, eine prachtvolle Museumslandschaft, ein Schloß, 160.000 Oldenburger und gefühlt doppelt so viele Fahrräder, eine junge Uni (40 Jahre), die älteste noch genutzte Turnhalle Deutschlands (von 1871), eine bunt gemischte Einkaufszone mit vielen kleinen NichtKette-Läden, die auch viele Käufer aus dem platten OL-Land anziehen. Einen berühmt-lebendigen Sohn der Stadt hat OL mit Dieter

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Bohlen, der hier zur Welt kam und zur Schule ging; die Eltern sind noch heute bekennende OL’er am Grünkohl-Äquator… Das vitaminreiche Wintergemüse, das an der Uni auch wissenschaftlich erforscht wird (es soll u.a. Wirkstoffe gegen Krebs enthalten), wächst und gedeiht auf den Feldern um Stadt und Landkreis, wird geerntet und verarbeitet und sehr oft als Tiefkühlprodukt oder Konserve bundes- und weltweit auf den Markt gebracht. Einer, der alles weiß über das Gemüse des Nordens, ist Bauer Reinhard Lühring, ein Ostfriese, wie er treffender nicht gemalt werden könnte. Der rote Wuschelkopf mit den stahlblauen Augen macht sich um das kulinarische Erbe einer ganzen Region verdient macht, und da verzeihen die Oldenburger sogar seine Herkunft. Mit seinem Motorrad kurvt der Bauer kreuz und quer durch Friesland, spürt historische Sorten des grünen Gemüses auf, züchtet sie und verkauft später das Saatgut. Rund 30 alte Pflanzen, die er mit Phantasie-Namen wie „Winnetou“ oder „Halbhoher Krauser“ schmückt, hat er bereits vor dem Aussterben gerettet. Viele von ihnen können in einem Schaubeet des Botanischen Gartens bestaunt werden. Und oh Schreck: Da gibt es Grünkohl, der bringt einen bei zwei Metern Höhe buchstäblich auf die Palme, was touristisch bedeutet: Man kann in OL Urlaub unter Palmen machen, wenn man sich den Strand der Nordsee, die eine Fahrstunde entfernt ans Gestade plätschert, dazu denkt. Beim Boßeln, einem Kugelspiel im Freien, kommt zusätzlich Laune auf. Ziel des Mannschafts-Sports ist es, die gut 1500 Gramm schwere Kunststoffkugel (Stückpreis: über 30 Euro) mit möglichst wenigen Würfen zu einem festgelegten Ziel in bis zu zehn Kilometern Entfernung zu befördern. Gespielt wird auf Feldern, Wiesen, Wegen – und das Ganze ist im Oldenburger Land und drumherum ein ernsthafter Sport mit 250 Vereinen, Liga-Spielen bis hin zur DM und EM. Holländer, Iren und Italiener boßeln

gerne mit, wobei die Iren die trinkfreudigsten sind in der „Nachbesprechung“ und die Italiener die schönsten Kugeln (aus Marmor!!) haben, bella figura! Die Champions boßeln deutsch, wobei es die Oldenburger schon wurmt, dass ein Ostfriese den Weiten-Weltrekord mit deutlich über 100 Metern hält. Der „Bär von Ellens“, der Star der Oldenburger, trainiere aber sehr hart, weiß Boßel-Boss Johann Hasselhorst. Nach dem Spiel trifft man sich dann zum „Gröönkohlessen“ – und das wird hier im Norden richtig zelebriert. Nach Großmutters klassischer Art schmeckt’s am besten: Grünkohl, Schweineschmalz, Zwiebeln, Brühe, Senf, Zucker Hafergrütze. Dazu gibt’s Salzkartoffeln, Pinkelsowie Mett- oder Kochwurst und Kassler. Und danach ist man platt und braucht dringend einen einheimischen Korn oder auch zwei, drei… Tipp der OL-Grünkohl-Profis: Kohl im Schmalz anschmoren, 15 Minuten köcheln, würzen und mit Kassler on the top zwei Stunden garen lassen. Rund um das Wintergemüse wird in Oldenburg viel Action geboten: Als norddeutscher Wintersport und geselliger Höhepunkt der „fünften Jahreszeit“ gilt die Kohlfahrt raus ins frostige Freie mit geschmückten Bollerwagen, allerlei neckischen Spielchen, die man natürlich mit Schnaps besser erträgt. Man kann sich bei Grünkohl-Kochkursen in der VHS (z.B. „ThaiKohl“ oder „Grünkohl-Lasagne“) inspirieren lassen und den Lieben daheim eine Kohlpraline mitbringen, die Chocolatier Christian Klinge mit rotem Pfeffer und viel Kakao lecker kreiert hat. Na dann: Auf in die deutsche Kohltourhauptstadt. Text/Fotos: Alexander Richter

Infos: www.oldenburg-tourist.de Hoteltipps: Hotel altera, 4 Sterne, u.a. mit Design-Zimmern im Loft- und Suitenstil (www.alterahotels.de) + Hotel Wieting, gutes 3 Sterne-Haus nahe zum Schloß mit renovierten Zimmern und neuen TopBädern (www.hotel-wieting.de)


TOURTIPP DEUTSCHLAND

Weihnachtsmarkt Aachen Bei der Sanddorn-Ernte am Kap Arkona auf Rügen können auch Touristen mitmachen. Die gesunde Beere gibt’s in großer Produkt-Vielfalt

Landlust: Die Zitrone des Nordens Sanddorn! Ein gesundes Beerchen, nicht nur zur Erntezeit auf Rügen

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er in diesen Tagen in MeckPomm oder im Osten Schleswig-Holsteins Winterferien genießt, trifft überall auf seine Produkte, die frisch geerntet wurden. Sanddorn wird zur inneren wie äußeren Anwendung angeboten u.a. als Sirup und Bonbons, als Geist und Grog, als Öl und Balsam, als Creme und Seife, als Bier-Mix und Wein und, und, und… Clever reisen! war bei der vor kurzem beendeten Ernte auf Rügen dabei. Auf der Plantage am Rügenhof, unweit vom Kap Arkona, verteilt Rainer Schürmann Gartenhandschuhe. „Hier, zieht die über, sie schützen vor den Dornen“, empfiehlt er, „und Vorsicht, dass kein Saft ins Auge spritzt, das brennt.“ Dann zeigt der Erntehelfer die alte Methode des Sanddorn-Melkens: er nimmt einen Strauch und zerdrückt ihn in seiner Hand. Es knackt: die Dornen brechen, die Beeren zerplatzen und dickflüssiger Saft rinnt in den Eimer. Bei der Ernte im nördlichsten Zipfel Rügens können Urlauber jedes Jahr wieder ihre eigenen Sanddornbeeren ernten, sie anschließend zu Saft pressen und in Flaschen abfüllen lassen. Auch anderswo in MeckPomm geht das. Grenzenloses Naschen ist natürlich beim Melken erlaubt, doch nach einer Geschmacksprobe verzichtet man gern, denn die Beeren schmecken extrem herb und säuerlich. Umso köstlicher sind sie in Marmelade oder als Sirup in Kuchen, Eis und Quark. Obendrein enthalten sie fünf Mal mehr Vitamin C als Zitronen, helfen bei Magen-Darmproblemen, Bluthochdruck und zu hohem Cholesterinspiegel. Zu DDR-Zeiten wurde die Pflanze, die ursprünglich aus Asien stammt, im Osten als Ersatz für teure Import-Südfrüchte angebaut. Für Ernst Heinemann ist die „Zitrone des Nordens“ längst Teil seiner Lebensphilosophie. Gemeinsam mit seiner Frau bewirtschaftet er die biologische Plantage, einen Wildkräutergarten und

das Gasthaus auf dem Rügenhof, einem früheren pommerschen Gutshof. Der Bauer ist gleichzeitig Bürgermeister von Putgarten und ein Verfechter der natürlichen Lebensart und der naturbelassenen, regionalen Esskultur. Von Sanddorntorte bis Sandornsalami, bei ihm wird alles ohne künstliche Zusatzstoffe hergestellt. Zur Anlage gehören auch eine Filzerei, eine Korbflechterei. Eine Werkstatt fertigt das Rügener Maskottchen - den Kreidezwerg - in Handarbeit. Die meisten Touristen kommen im Sommer auf dem Weg zum Kap Arkona nur auf einen schnellen Kaffee vorbei. Im Winter sind Einheimische und Naturfans da. Wer länger bleibt, übernachtet im ehemaligen Pferdestall in renovierten Ferienwohnungen. Die Weite, der Wind, der unendliche Himmel. Ein bisschen fühlt man sich am einzigen Kap Deutschlands wie am Ende der Welt oder doch eher am Anfang? Das Meer donnert mit Gebrüll gegen die Kreideküste, die hier noch steiler abfällt als am berühmten Königsstuhl, eine Landzunge weiter östlich. Hinunter an den Strand geht es über die 230-stufige Königstreppe, die erstmals der preußische König Friedrich Wilhelm III. im Jahr 1833 bauen ließ. Unten am Kiesstrand findet man nach stürmischen Winternächten viel leichter Bernstein als im Sommer, heißt es. Ein paar Sanddornbüsche weiter südlich führt ein Spaziergang über einen schmalen, grasdurchsetzten Steinplattenweg in eine Uferschlucht. Dort versteckt sich das Fischerdorf Vitt mit bunten Häusern wie aus dem Bilderbuch. Unter mit Reet gedeckten Dächern frohlocken bunte Fensterrahmen, Rosen ranken vor der Haustür. Am Hafen liegen die Boote im Winterschlaf, jemand hat sie auf Rädern an den Strand geschoben. Daneben ragt ein Baum aus ‚Hühnergöttern’ in den Himmel. Die Steine mit dem natürlichen Loch hat man früher den Hühnern

ins Nest gelegt, im Glauben, dass sie dann besonders viele Eier legen. In einer Scheune hackt ein Bauer Holz, ein anderer steht in Strickpulli und Schirmmütze am Strand und schaut hinaus aufs Meer - wie ein „Utkieker“. So nannte man die Männer, die damals während der Uferpredigten nach Heringsschwärmen Ausschau hielten und den Pfarrer unterbrachen, sobald sie welche entdeckten. Dann stürzten sich alle in die Boote und warfen die Netze aus. Viele Heringe kommen heute nicht mehr vorbei, dafür im Sommer jede Menge Touristenschwärme. „60-70 Busse pro Tag“, meint der Bauer.„Herbst und Winter ist die beste Zeit, da ist alles friedlich“, sagt er und schaut wieder aufs Meer. Auf der Plantage sind inzwischen alle Handschuhe orange getränkt. Das Melken ist mühselig, deshalb schneidet man heutzutage ganze Zweige ab, friert sie ein und schlägt dann alle Beeren ab. „Das, was wir in der Saison nicht schaffen, holen sich die Vögel“, sagt Rainer Schürmann, packt die Gartenscheren ein und wuchtet die Kisten mit den Zweigen auf den Traktor. Zurück im Rügenhof serviert Frau Heinemann in der mit Antiquitäten eingerichteten Kaminstube Kaffee mit Omas Guglhupf und einem Sanddornlikör. Schön wäre es, im nächsten Jahr wieder zu kommen. Dann könnte man auch Ebereschen ernten. Entlang der Straße zum Leuchtturm hat Bürgermeister Heinemann 120 Ebereschen pflanzen lassen - die nördlichste Allee Deutschlands. Text /Fotos: Monika Hippe

Infos: www.ruegen.de Angeboten wird u.a. ein Pauschalpaket „Sanddornernte“ mit zwei Übernachtungen inkl. Sanddornernte. Buchbar wieder zum Herbst. Sanddorn-Workshops und –kurse laufen bei diversen Anbietern ganzjährig.

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TOURTIPP NAMIBIA

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Die Magie der W端ste mit dem Rad erleben

BONUS Video Namibia

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er Schweißtropfen hängt noch kurz an der Nasenspitze fest, dann fällt er hinunter. Versickert im heißen Sand, oder ist auf dem Weg nach unten schon verdunstet. Die Sicht nach vorn verschleiert eine leichte Staubwolke. Die Piste führt mitten durch die endlos scheinende Landschaft aus beige-grauem Sand, der sich bis zum strahlend blauen Horizont erstreckt. Die Namib ist schon ein besonderes Abenteuer vor allem, wenn man sie mit dem Fahrrad durchquert. „Wir bieten Rundreisen wie mit dem Mietwagen an“, sagt Andrew Bassingthwaighte. „Mountain Bike Namibia“ heißt sein Unternehmen, das Gästen diese spezielle Erfahrung ermöglicht. Zwei oder drei Wochen lang fährt eine Gruppe von maximal 14 Teilnehmern durchs Land, begleitet von Geländewagen mit Verpflegung, Werkzeug und natürlich Erste-Hilfe-Koffern. „Wir haben das Rundum-Sorglos-Paket dabei“, sagt Andrew. Er kennt die Fragen, die sich Urlauber vor einer solchen Tour stellen. „Wir wollen ähnlich wie bei einer Pkw-Rundreise viel vom Land zeigen, deswegen sind mindestens zwei Begleitfahrzeuge dabei, je nach Gruppengröße.“ Denn einige Strecken werden auch motorisiert zurückgelegt. „Wenn die Teilnehmer ausschließlich mit dem Rad fahren, schaffen sie keine großen Distanzen“, so Andrew. Die gilt es aber in dem Land, das fast dreimal so groß ist wie Deutschland, zu bewältigen. Deswegen steht jeden Tag eine Strecke mit dem Auto und das attraktivste Stück dieser Etappe mit dem Mountainbike auf dem Programm.

Hobbyradler willkommen

Man muss die Wüste lieben, um sie mit dem Fahrrad zu durchqueren. Eine Rundreise der besonderen Art – für Abenteurer und Hobbyradler

„Viel trinken ist wichtig“, ruft Wentzel Mall den Radlern zu. Wie winzige Punkte sind sie weit versprengt auf der Piste unterwegs. Der Guide hält sich am großen Außenspiegel des parkenden Land Rovers fest, während die Crew seine Flaschen nachfüllt. „Jeder fährt sein Tempo, es hat keinen Sinn, jemanden durch die Wüste zu hetzen“, erzählt er lachend. Auch ihm rinnt der Schweiß in Strömen. Vorn und hinter der Gruppe ein Auto, in das die Biker jederzeit einsteigen können. Dann wird das Rad auf dem Dach festgezurrt oder in einem Anhänger verstaut – und das nächste Stück des Weges sitzt der Gast bequem im Geländewagen anstatt im Sattel. „Natürlich kommen auch Radsportler, die einen besonderen Kick suchen und durch Namibias Wildnis fahren wollen“, sagt Andrew. Doch das sei die Ausnahme. Denn diese Gruppenreisen seien kein Trainingslager für Profis. Hobbyradler und Abenteurer seien vielmehr die Zielgruppe. „Eben alle,

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Wer sind die Besten? Europas Fluglinien im Härtetest: Preise, Routen, Service, Komfort & Sicherheit. Clever reisen! prüft führende europäische Fluglinien und kürt die Besten.

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berraschung! Seit Jahren führte die deutsche Fluggesellschaft und Premiummarke Lufthansa die Hitliste der Clever reisen!-Tests an. Scheinbar uneinholbar thronte Lufthansa auf dem Siegerpodest. Doch ein sich anbahnender Wandel im letzten Test (Heft 2/10) wurde diesmal Wirklichkeit. Mit Air Berlin und Turkish Airlines (jeweils 36 Punkte) zogen sogar gleich zwei Fluggesellschaften gemeinsam an Lufthansa (33 Punkte) vorbei und verwiesen den Dauersieger diesmal deutlich auf den zweiten Platz. Damit nicht genug. Den zweiten Platz muss sich Lufthansa auch noch mit den punktgleichen Fluglinien Austrian Airlines, British Airways und KLM teilen. Die Stärken einer Air Berlin lagen vor allem in der jungen Flotte. Das Durchschnittsalter bei Air Berlin liegt gerade einmal bei rund 5 Jahren. Viele Punkte heimste das Flugunternehmen auch mit dem großen Netz an deutschen Abflughäfen ein. Turkish Airlines konnte ebenfalls beim Streckennetz mächtig punkten. Schließlich fliegt die Airline mittlerweile ab 12 deutschen Abflughäfen zu mehr als 200 Zielen. Auch beim Flottenalter von rund sechs Jahren punktete die türkische Fluglinie enorm.

Auffälligkeiten Positiv schnitten Europas Fluggesellschaften besonders in der Pünktlichkeitsstatistik ab. Die Werte lagen zwischen guten 80 Prozent (Air France) und gar traumhaften 91 Prozent (Austrian Airlines und Finnair). Eine Fluggesellschaft scherte je-

doch kräftig aus. Seit Monaten kommt British Airways nur noch auf miserable Pünktlichkeitswerte, was allerdings nicht nur am chronisch verstopften Flughafen London Heathrow zu liegen scheint. Mager schnitten die europäischen Fluggesellschaften jedoch bei den Gepäckregelungen ab. Hier haben sich nahezu einheitlich 23 kg als Freigepäck durchgesetzt. Großzügigere Freigepäckmargen gab es nur bei Turkish Airlines. Zum Vergleich: Viele arabische Fluglinien und einige asiatische Gesellschaften haben in der jüngeren Vergangenheit das erlaubte Freigepäck für Economy Class-Passagiere auf 30 Kilo erhöht. So beispielsweise zuletzt Singapore Airlines. Nach New York (ab Frankfurt) sind hier sogar zweimal 23 Kilo erlaubt.

Unsere Prädikate Wie in den Jahren zuvor, holte sich Swiss das Prädikat „Liebling der Passagiere“. Das ist auch nicht verwunderlich, schließlich bewerteten die Passagiere von Swiss den Carrier auf dem Bewertungsportal von Airlinetest.com mit einer traumhaften Note von 1,87. Derartige gute Bewertungen finden sich ansonsten nur bei den führenden asiatischen oder arabischen Fluglinien. Air France konnte hingegen, mit einem durchschnittlich angebotenen Sitzabstand für die Gesamtflotte der Langstreckenmaschinen von 82,8 Zentimetern, das Prädikat „Beste Economy Class“ einheimsen. Air France erreicht diesen guten Wert, weil sie neue Sitze in die B777-Flotte einbauen lässt. Diese verfügen über einen Sitzabstand von 84,5 Zentimetern.

Interessanterweise setzen immer mehr Fluggesellschaften auch auf zwei neuere Trends. Zum einen bieten zunehmend Airlines das kostenpflichtige Reservieren von XL-Sitzen mit mehr Beinfreiheit an. Gut für Passagiere, die sich etwas Komfort gönnen wollen. Auch Lufthansa hat diesen Service nunmehr im Angebot. Zum anderen offerieren viele Fluglinien, nach dem Vorbild der Billigflieger, auch kostengünstigere „Nur-Handgepäck-Tarife“. Dazu zählen neuerdings etwa Air France, British Airways oder eine KLM. Man darf gespannt sein, welche Änderungen sich bis zum nächsten Clever reisen!-Test ergeben werden. Eine Neuerung hat Lufthansa bereits bekannt gegeben: Eine neue Premium Economy Class soll dieses Jahr eingeführt werden. Dann werden die Karten wieder neu gemischt. Test & Text: Dominik Peter

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