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Nr. 4/2016 D 5,50 Euro Nov./Dez./Jan. CH 10,50 SFR /Austria 6.- Euro / Italien & Spanien 6,90 Euro / BeNeLux 6,50 Euro

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TEST

AIRLINES & NEBENKOSTEN Wer Passagiere abkassiert

Das Insider-Reisemagazin seit 1986 2x Topurlaub zu gewinnen

AUSTRALIEN Natur pur erleben BRASILIEN Auf zum Zuckerhut COLORADO 8x wunderbar entdecken

MAURITIUS MADEIRA

LONDON Märkte-Bummel mal anders DEUTSCHLAND Schön ist die Rhön EMIRATE Ras-al-Khaimah überrascht STÄDTEREISEN Preiswert und mit Style übernachten

KARIBIK Airlines für Inselhüpfer

REISEPORTALE IM TEST Wie gut ist die Beratung? LUXUS-HOTELS Wie Sie bis zu 50% sparen

Inklusive

Videos

ENTDECKE DEINE TRAUMINSELN..aber günstig! Mauritius - Seychellen - Malediven

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Welche Insel ist die beste?

EXTRA Guide

THAILAND - BALI - MACAU & SPARTIPPS


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London

Colorado

INHALT 04/16 8

INSIDER

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Macau Thailand Malediven Bali

Karibik

Emirate

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Brasilien

Seychellen / Mauritius

Australien

Hotspots in diesem Heft

TOURTIPPS

Test Die besten Strände der USA

32

Brasilien: Rio - Stadt & Strand Mit den „Locals“ unterwegs

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Versteckte Locations Insidertipp für New York

36

Australien/Victoria Grampians - Natur pur erleben

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Florenz, Venedig & Istanbul Auf den Spuren von „Inferno“

40

Emirate: Ras-al-Khaimah Jenseits des Glitzers

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Gute Aussichten Brighton Tower eröffnet

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Mauritius lockt! Der Südwesten ist echt günstig

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Buchtipps Ausgewählte Reiselektüre

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London ruft! Unvergesslicher Marktbummel

68

USA: Colorado & Denver Berge, Canyons, Züge & Bier

78

Deutschland erleben! So schön ist die Rhön

S. 51 EXTRAGUIDE

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Deutschland

36

Australien: The Grampians Atemberaubend schöne Aussichten

32

Brasilien: Jetzt an den Zuckerhut Rio, Strände und Insidertipps

44

Mauritius: Glamour gibt’s günstiger Die Trauminsel wird erschwinglich

ASIEN Thailand Urlaubsziele - was Sie jetzt erwartet Spartipps für Asien Viel sehen, weniger zahlen

82

Tourtipps: Bali & Macau

FLUGPROFI TEST: Flugnebenkosten Kaffee & Koffer teurer als das Ticket

86

Sparen beim Ticketkauf Clever fliegen ohne Koffer

14 Karibik-Check Eine Insel für jeden Geschmack

90

Web-Check-in Vorteile smart nutzen

20 Seychellen & Malediven Profitipps - bis zu 50% sparen

92

Überblick: Karibik-Flieger Inselhüpfen leicht gemacht

24 TEST: Reiseportale Kundenservice auf dem Prüfstand

88

FLUG-KOMPASS Spartickets zu Top-Zielen + 98 Airlines im Leistungsvergleich

29 23 96 98

Möller’s Reisewelt Hopperdietzel Reiserecht Leserbriefe Nöckel/Impressum

TEST & RAT

26 Luxus-Hotels zum halben Preis Wie Sie die besten Angebote finden 30 Die neuen Budget-Hotels Design & Style ab 11 Euro

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Clever reisen! 4/16


iger

DAS GEWINNSPIEL ZUM JUBILÄUM Jahre Clever reisen! MAURITIUS & MADEIRA Top-Urlaub zu gewinnen S. 13 + 47

Jahre

Editorial

Clever reisen! Jetzt live erleben!

Mit dem Display Ihres Smartphones oder Tablets können Sie Clever reisen! in Multimedia-Erlebnisse verwandeln. Wie aus dem Nichts erscheint aus einem Tourtipp ein Video, ein Podcast oder eine Bildergalerie. Zauberei? Nein, Erweiterte Realität oder Augmented Reality, kurz AR.

Jürgen Zupancic Verleger & Chefredakteur

Wenn die Airline bei Verspätung zahlen soll... Liebe Leserin, lieber Leser! Bei Flugverspätung oder Anullierung gibt es Bares für die Passagiere, 250 bis 600 Euro je nach Dauer der Verspätung und Länge der Flugstrecke. So will es die EU Fluggastrechte-Verordnung (EU 261/2004). In der Clever reisen! 2/16 haben wir Ihnen ausführlich gezeigt, wie Sie Ihr Geld fordern können und worauf Sie achten müssen. Leser berichten aber, dass sie oftmals bei den Airlines abblitzen oder lange auf eine Antwort und Entschädigung warten müssen. Einige Fluggesellschaften spielen auf Zeit. Das schafft Frust und einige Anspruchsteller geben klein bei. Mit dieser Taktik sparen die Airlines Millionen Euros, die zweifelsfrei den Fluggästen zustehen. Flugverspätung in der Praxis: Erst fünf Stunden verspätet, dann aber schnell auf die Forderung reagiert - Air Berlin. Innerhalb von sieben Tagen antwortete der Carrier mit Zwischenbescheid und eine Woche später lag schon die Anerkennung des Anspruchs im Briefkasten. Der Haken: allerdings nur in Form eines Fluggutscheines. Gefordert und in der große EU-Verordung klar definiert ist eine Zahlung in Bar, Scheck oder Der Karibik-Check Überweisung. Nur mit Welche Insel ist die beste?Einverständnis des Anspruchstellers ist eine Gutscheinregelung erlaubt - und die war eindeutig nicht gewünscht. Also neuer unnötiger Schriftkram mit der Air Berlin nach dem Motto „Nur Bares ist Wahres!“.

Achten Sie auf dieses Zeichen! Scannen Sie mit layar die so markierten Seiten in dieser Ausgabe. Hier erhalten Sie zahlreiche zusätzliche Inhalte – wie Videos, Podcasts oder Bildergalerien. Lassen Sie sich inspirieren!

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Clever Cleverreisen! reisen! 3/16 4/16

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Insider Florenz

Istanbul

Städtetrip: Florenz, Venedig & Istanbul

Unterwegs auf den Spuren von ‚Inferno‘

Schon in Rom hat man die Dan-BrownFans kennen gelernt. Nach der Verfilmung von „Illuminati“ strömten sie plötzlich an Orte, die vorher von Touristen eher selten besucht worden waren, und so mancher Pfarrer einer kleinen Kirche tauschte ein ehemals beschauliches Leben gegen täglichen Besuch von Thriller-Touristen. Nun verwöhnt Dan Brown seine Fans mit drei wunderschönen europäischen Städten. Eine Reise auf den Spuren von „Inferno“ ist ein echtes touristisches Sahneschnittchen. Das Schöne dabei: Wer die Romanund Film-Locations besucht, verpasst keines der großen Sightseeing-Highlights und findet doch auch Orte, die in keinem Reiseführer stehen und ohne Frage als Geheimtipp durchgehen.

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Clever reisen 4/16

Der Dom von Florenz mit seiner berühmten Kuppel, die Markuskirche in Venedig und die Hagia Sofia in Istanbul: die drei größten Gotteshäuser ihrer Städte sind Schauplätze der Handlung. Nur wird bei Dan Brown gerade nicht gebetet, sondern man liegt schon mal bäuchlings auf dem Fußboden und lauscht, ob darunter Wasser tropft (Istanbul), oder flüchtet vor Verfolgern hinunter in die Krypta (Venedig). Ein Highlight des Films sind die Szenen, die im Palazzo Vecchio, dem mittelalterlichen (und heute immer noch für die Stadtverwaltung genutzten) Rathaus von Florenz spielen. Hier baute sich die berühmte Familie Medici im 15. Jahrhundert geheime Gänge und bewies dabei Kreativität: Wer im Kartensaal des Palazzo an

der Karte von Armenien zieht, entdeckt eine Geheimtür. Natürlich findet Robert Langdon jeden Geheimgang, sogar den, der auf den Dachboden des Palazzo führt. Hier oben, wo die Türen für Touristen früher verschlossen waren, erklärt inzwischen täglich eine Mitarbeiterin der Stadt Florenz, dass der spektakuläre Sturz vom Dachboden in den berühmten Saal der Fünfhundert, zweifellos das Glanzstück das Palazzo, in der Realität absolut unmöglich wäre. Und die Thriller-Fans, die ihr lauschen, freuen sich, wissen sie doch, dass Dan Brown gerne historische Details für seine Geschichten verändert. Von „normaler“ Museumsführung kann hier keine Rede sein, hier sind die Besucher mitten im Thriller.

Bilder: Visit Brighton, books & friends, Sony Pictures

Bestseller-Autor Dan Brown schickt seine Fans auf Spurensuche nach Florenz, Venedig und Istanbul: Wenn am 13. Oktober 2016 der neueste Thriller „Inferno“ mit Tom Hanks als Robert Langdon weltweit in den Kinos anläuft, ist das der Startschuss für den Schauplatz-Tourismus 2017. Reiseführer-Autorin Helena Julian war schon vor den Fans da.


Fusion: Captain Train heißt jetzt Trainline Captain Train, das Online-Vertriebsportal für Bahntickets in Deutschland und Europa, heißt jetzt Trainline. Die Umbenennung folgt auf die Fusion mit Trainline im März dieses Jahres. Für Kunden von Captain Train ändert sich durch die Umbenennung nichts. Reisende finden jetzt auf www.trainline.de sowie in den Trainline-Apps den Buchungsservice und können dort Tickets für Strecken durch Deutschland und Europa kaufen.

Vietnam: Visa-Befreiung verlängert Vietnam hat die Visa-Befreiung für Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien um ein weiteres Jahr verlängert. Reisende können sich weiterhin bis zu 15 Tage visumsfrei in Vietnam aufhalten. Der Reisegrund, ob touristisch oder geschäftlich, spielt keine Rolle. Voraussetzung ist, dass der Reisepass bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist und zwischen der letzten Ausreise und erneuter Einreise mindestens 30 Tage liegen.

Venedig

GUTE AUSSICHTEN Brighton Tower öffnet seine Pforten Nach fast zwei Jahren Bauzeit eröffnete im August im englischen Seebad Brighton der Aussichtturm i360 seine Pforten für Besucher. Der 162 Meter hohe Turm verfügt über eine vollständig geschlossene und komplett verglaste Kabine, die bis zu 200 Besucher langsam bis auf eine Höhe von 138 Metern nach oben fährt. Eine Fahrt mit dem i360 dauert tagsüber etwa 20 Minuten, ab 18 Uhr dann rund 30 Minuten. Abends verwandelt sich der Aussichtsturm in die Nyetimber Sky Bar, benannt nach Englands Premium-Sekt Nyetimber. In der Bar werden auch Veranstaltungen wie Weinverkostungen oder Live-Musik-Events stattfinden. Der Aussichtsturm befindet sich am landwärtigen Ende des West Piers, Brightons ehemaliger Seebrücke, die vor 150 Jahren öffnete. British Airways stellt mit dem i360 einen modernen und vertikalen Pier vor. Besucher haben so die Möglichkeit, Brighton, Hove und die Südküste Englands aus einer neuen Perspektive zu erleben.

Inferno-Tour

Für echte Fans ein Muss: Im Palazzo Vecchio in Florenz wird an jedem Nachmittag um 16.30 Uhr eine „Inferno“-Führung in englischer Sprache angeboten. Kosten: 4 Euro zusätzlich zum regulären Eintritt, Dauer ca. eine Stunde, Anmeldung nicht erforderlich. www.museicivicifiorentini.it

Pizza und Prosecco

Nach der Führung gibt es Pizza und Prosecco auf der Piazza Signoria, gleich mehrere Restaurants bieten typische italienische Küche an. Gute Pizza und einige typische florentinische Gerichte gibt es im Ristorante Il Bargello, erstklassige Lage mit Terrasse auf der Piazza, netter Service, moderate Preise. www.ilbargello.it

Entwurf und Design des i360 stammen von Mark Barfields Architects, den Schöpfern des London Eye. „Nach zwei Jahren harter und intensiver Arbeit am Brighton Beach, freuen wir uns auf den bevorstehenden Abschluss der Bauarbeiten und die Eröffnung des i360 am 4. August 2016“, sagen die Architekten David Marks und Julia Barfield. „Das Team hinter British Airways i360 ist über sich hinausgewachsen und hat ein großartiges, neues Wahrzeichen für Brighton geschaffen, auf das sie alle stolz sein können.“ Tickets für den i360 kosten für Kinder etwa acht Euro und für Erwachsene rund 16 Euro. Kinder unter vier Jahren haben freien Eintritt. Ganzjährig geöffnet. Öffnungszeiten: Sonntag Donnerstag von 10:00 - 21:00 Uhr sowie Freitag und Samstag von 10:00 - 23:00 Uhr. Mehr Infos unter www.visitbrighton.com.

Schlafen wie Robert Langdon

Der Filmheld ruht sich nach der Arbeit gerne in schönen Hotels aus, dieses Mal im Hotel Brunelleschi. Es liegt mitten in der Altstadt von Florenz. Sehr ruhig, mittelalterliche Architektur, gemütliche Zimmer, kurze Wege zu den wichtigen Schauplätzen, hübsches Bistro. „Inferno-Experience“: Arrangement mit 2 Übernachtungen, Frühstück und 4-stündiger Führung zu den Inferno-Schauplätzen ab ca. 364 Euro. www.hotelbrunelleschi.it Auf den Spuren von Dan Browns ‚Inferno‘ Wer alle Geheimnisse um die Schauplätze von ‚Inferno‘ erst einmal zu Hause auf dem Sofa entdecken möchte, ist mit dem Buch von Helena Julian bestens versorgt: In ihrem preisgekrönten ‚Inferno‘-Guide (Premio ENIT Sonderpreis für beste Bücher über Italien) präsentiert sie alle Schauplätze, liefert historische Fakten über Dantes ‚Göttliche Komödie‘ und Florenz im Mittelalter. Dazu: Zahlreiche Insider-Tipps für die Thriller-Reise, Hotels und Gastronomie. books&friends, ISBN 978-3-9815335-5-2, Preis: 19,99 Euro (Buchausgabe), 9,99 Euro (eBook) Clever reisen! 4/16

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LUXUS HOTELS Wie Sie zum Sparpreis in der Nobelklasse übernachten In Luxushotels können Gäste eine kleine Ermäßigung einheimsen, wenn sie ein bestimmtes Alter belegen können. Die sogenannte Seniorenermäßigungen gibt es zudem weltweit. Der Abschlag auf den Zimmerpreis liegt für diese Rabattform in der Regel bei fünf Prozent. So etwa beim 5-Sterne Sofitel Imperial Mauritius (Dertour, Explorer Fernreisen, FTI Touristik) oder im 5-Sterne Grand Palladium Bavaro Suites in der Dominkanischen Republik (Schauinsland Reisen, TUI). Hin und wieder finden sich aber auch Luxusoasen, die eine Ermäßigung von bis zu zehn Prozent anbieten. So etwa das Resort Atmosphere Kanifushi auf den Malediven (FTI Touristik, Schauinsland Reisen). In Ausnahmefällen werden sogar 20 Prozent Ermäßigungen gewährt, wie im Baron Palace Resort in Hurghada/Ägypten (Thomas Cook Reisen). Meist wird die Seniorenermäßigung allerdings erst ab einem Alter von 60 Jahren gewähren. Doch auch hier gibt es Ausnahmen, wie etwa das luxuriöse Hilton Hotel auf Mauritius (FTI Touristik) oder das Sandos Playacar Beach Resort in Mexiko (Schauinsland Reisen) . Die Ermäßigung von fünf Prozent erhalten Gäste bereits ab einem Alter von 55 Jahren.

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Selbst Luxushotels kämpfen in der Nebensaison mit saftigen Preisnachlässen um jeden Gast. Rabatte von 50 bis 60% sind keine Seltenheit. Clever reisen! zeigt auf, welche Buchungstricks den größten Erfolg haben. .

Bis zu 20 Prozent Rabatt für Kurzzeitgäste Kling verrückt, aber nichts anderes ist diese Rabattform, die einige luxuriöse Hotels anbieten. Dazu zählt beispielsweise das Banyan Tree Phuket, welches eine Ermäßigung von 20 Prozent anbietet, sofern Gäste nur fünf Nächte buchen (Dertour). Auch hier sind bestimmte Regeln zu beachten. Beim Beispiel des Banyan Tree Hotels wird die Ermäßigung beispielsweise nur für bestimmte Saisonzeiten gewährt (Zeiträume 1.11.-23.12., 9.1.-13.4. und 19.4.-30.4.). Es gibt sogar Luxusadressen, bei denen Gäste einen Rabatt erhalten, wenn diese noch kürzer im Hotel verweilen. So etwa das Anantara Sir Bani Yas Island Al Yamm Villas in Abu Dhabi. Bucht ein Gast lediglich drei Nächte, erhält dieser bereits einen Ermäßigung von 25 Prozent (FTI Touristik). Ab drei Nächte gewährt das 6-Sterne Hotel The Peninsula Bangkok sogar 33 Prozent Rabatt (gültig bis 31.10.16, Airtours). Kurzbucherrabatte gibt es auch bei Thomas Cook Reisen. Etwa für das 5-Sterne Constance Ephelia Resort auf den Seychellen. Werden vier Nächte gebucht, räumt der Veranstalter einen Abschlag von 30 Prozent ein.

Foto: Banyan Tree

Bis zu 20 Prozent Ermäßigungen für Senioren


TEST & RAT HOTELS Frühbucherermäßigungen sind auch bei den Veranstaltern buchbar. Je nach Veranstalter und Hotel sind diese unterschiedlich gestaffelt. So ist bei Dertour das 5-Sterne Fusion Resort in Nha Trang/Vietnam bei Buchung bis 90 Tage mit 15 Prozent Ermäßigung erhältlich. Bei Buchung bis 45 Tage schrumpft der Rabatt auf zehn Prozent. Auch bei FTI Touristik sind satte Frühbucherrabatte möglich. Wird das Royal Orchid Sheraton in Bangkok bis zu 60 bzw. 45 Tage vor Anreise gebucht, werden Ermäßigungen von 25 bzw. 15 Prozent gewährt. Das 6-Sterne Constance Le Prince Maurice auf Mauritius gewährt bei einer Buchung bis 45 Tage vor Anreise sogar eine Ermäßigung von 30 Prozent (Dertour). Es gibt auch Frühbucherrabatte bei Buchungen bis 30 Tage vor Anreise, wie für das Shangri-La Hotel Bangkok (15 Prozent Rabatt, Dertour und TUI).

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Nobel: Das Banyan Tree Hotel auf Phuket

Bis zu 30 Prozent Frühbucherrabatte Die klassischen Frühbucherrabatte, oft als Early Bird Tarife betitelt, sind am weitverbreitetsten. Dennoch: Jedes Hotel strickt seinen ganz eigenen Frühbuchertarif. Mal sind die Regeln, bis wann gebucht werden muss, ein anderes Mal sind die eingeräumten Rabatthöhen unterschiedlich. Wird das Hilton Berlin zum Frühbuchertarif gewählt, kann ein Standardzimmer inklusive Frühstück und Abendessen bereits ab 260 Euro (pro Zimmer für zwei Personen) gebucht werden. Der herkömmliche Preis läge hingegen bei 289 Euro pro Zimmer. Immerhin ein Rabatt von rund zehn Prozent. Je nach Hotel und Buchungslage sind allerdings auch weitaus höhere Ermäßigungen möglich. Wird das zum Marriott-Konzern gehörende „Domes Noruz Chania Hotel auf Kreta zum Frühbuchertarif gebucht, kostet eine Nacht vom 28. Oktober bis zum 15. November 2016 in der 1-Schlafzimmer Suite mit eigenem Pool und Meerblick pro Zimmer nur 194 Euro anstatt 220 Euro/Nacht. Ein weiterer Hotelkonzerne mit interessanten Frühbucherrabatten ist beispielsweise Radisson Blu (bis zu 20 Prozent).

Bis zu 20 Prozent Wochenendrabatte Während unter der Woche die Luxushäuser ihre Zimmer an Geschäftsreisende vermieten können, stehen diese am Wochenende verstärkt leer. Deshalb räumen viele Luxusoasen für Übernachtungen von freitags bis montags Rabatte ein. So etwa das Sofitel Lisbon Liberdade in Lissabon/ Portugal. Während der Woche kostet das Standardzimmer bei TUI 117 Euro p.P./DZ inkl. Frühstück. Am Wochenende sinkt der Zimmerpreis dafür auf 94 Euro p.P./DZ (Preise gültig bis 31. Oktober 2016). Doch aufgepasst: Einige Hotels erhöhen am Wochenende auch die Zimmerpreise. Tipp: Nach Hotelalternativen suchen, denn die gibt es fast immer.

Bis zu 33 Prozent: Zwei Nächte zahlen drei Nächte bleiben Allgemein wird diese Form des Rabatts als „2 = 3“, „3 = 4“, etc. beschrieben. Dabei zeigt die erste Zahl auf, wie viele Nächte bezahlt und die zweite Zahl zeigt auf, wie viele Nächte tatsächlich im Hotel gewohnt werden darf. Diese Rabattform kann sowohl bei Reiseveranstaltern als auch direkt bei den Hotels gebucht werden. Beim The Westin Grande Sukhumvit in Bangkok kann noch bis zum 23. Dezember das Angebot 2 = 3 gebucht werden. Diese Sparvariante ist auch sehr häufig bei Veranstaltern buchbar, etwa bei Dertour. Hier gibt es die 6 = 5 Sparform etwa für das 5-Sterne Resort The Leela Kovalam in Kerala/Indien oder 14 = 10 für das 6-Sterne Six Senses Ninh Van Bay in Nha Trang/Vietnam.

Bis zu 35 Prozent Direktbucherrabatte Seit neustem geben insbesondere die großen Bettenkonzerne - wie Marriott, Hilton oder Starwood - ihren Clubmitgliedern eine Ermäßigung, wenn das Zimmer nicht bei einem Reiseveranstalter oder Reiseportal gebucht wird sondern direkt auf den eigenen Hotelportalen. Der Bettenkonzern Marriott garantiert magere zwei Prozent an Wochentagen und mindestens fünf Prozent an Wochenendtagen. Der Clou sind allerdings die 30 bzw. 35-Prozent-Rabattofferte von der Hilton Gruppe bzw. der InterContinental Hotelgruppe, die während dem Zeitraum der Artikelrecherche angeboten wurden. Will ein Gast beispielsweise das Hilton Diagonal Mar in Barcelona buchen, erhält dieser ein Zimmer bereits ab 217 Euro inklusive Frühstück. Die Standardrate kostet hingegen 311 Euro pro Zimmer. Die WLAN-Nutzung im Zimmer ist zudem kostenfrei (statt 12,95 Euro). Dieser Preis ist allerdings nur bei Direktbuchung und als Hilton Honors-Mitglied erhältlich und war zeitlich begrenzt. Folge-Aktionen werden sicherlich wieder aufgelegt.

Bis zu 45 Prozent Rabatt-Kombis nutzen Einige Hotels und Veranstalter erlauben zudem, unterschiedliche Rabattformen zu kombinieren. So kann beispielsweise das Maritim Hotel Mauritius bei Explorer Fernreisen mit einem Frühbucherrabatt von

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BRASILIEN

Jetzt an den Zuckerhut Nach den Olympischen Spielen purzeln in und um Rio de Janeiro die Preise. Wie immer locken Samba, Sehenswürdigkeiten und Bikini-Nixen. Über 2000 Strände warten .

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Foto: pixabay, Nuno Lopesi

TOURTIPP BRASILIEN

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ndlich alles vorbei. Maria ist froh. „Die Olympischen Spiele waren nicht wirklich gut für mein Geschäft“, sagt sie. „Es gab in den Wochen vorher zu viele Demos gleich hinter unserem Strand. Während der Spiele gingen die Touristen lieber an die Copacabana, weil es dort mehr zu sehen gab. Jetzt hoffen wir auf normale Zeiten, mit Menschen, die nur sonnen, baden, flirten oder chillen wollen. Dann sind bis mittags alle Sonnenschirme vermietet. Mein Strand ist dann eine Goldgrube.“ Dieser Strand heißt Ipanema. Es ist der Nachbarstrand der Copacabana, aber bunter, munterer und schmaler als der weltweit berühmtere „große Bruder“. Denn hier liegen oder promenieren die vielbesungennen Ipanema-Girls. Hier ist Maria so etwas wie eine Königin. Im Abschnitt 8 vermietet sie Sonnenschirme und Strandstühlchen und passt auf, dass ihre Gäste nicht bestohlen werden. Die 47jährige versorgt sie mit Wasser und frischen Säften, cremt auch mal noch weiße Rücken mit Sonnenmilch ein. Sie ruft bei Bedarf Vitor, den knackigen Masseur, oder winkt Yana heran, die ihre bunte Bikini-Mode verkauft. Bunt, knapp und sexy. Tangas gelten als out. Angesagt sind Höschen, die vorn nicht größer als ein halbes Papiertaschentuch sind und hinten die Pobacken gerade noch bedecken. Weil in Rio immer Saison ist, haben Maria, Yana und Vitor das ganze Jahr ihre Einnahmen, umgerechnet rund 200 Euro am Tag. Sie gehören damit zu den bestverdienenden Frauen und Männern der Stadt am Zuckerhut. Die wirklich Reichen sonnen sich gleich neben Marias Strandmeile. Zwischen den Abschnitten 9 und 11 liegen die schönsten kaffeebraunen Mädchen, die coolen Bodybuilder und Bodyguards, und offensichtlich auch die Mafia, leicht an Goldkettchen und teuren Uhren zu erkennen. Die Kinder haben Badeanzüge oder Hosen von Hilfinger oder „name it“. Diebe machen um diese Strandzone einen großen Bogen. Sie wissen: ein falscher Griff und sie sind reif fürs Krankenhaus. Auch ansonsten ist Ipanema und der Stadtteil dahinter die sicherste und vor allem die schickste Gegend der Stadt. Hier entstehen internationale Modetrends. Die Rua Visconde da Parojá ist die teuerste Straße des Landes. Während in vielen nördlich gelegenen Favelas, wie in Rio die Armenviertel heißen, bittere Not herrscht, wird in Ipanema und dem benachbarten Leblon geprasst. Unter den rund 12 Millionen Einwohnern in und um die Stadt sollen etwa eine Million Dollar-Millionäre leben. Der große Rest hat zwischen 50 und 200 Euro im Monat. Nicht zuletzt wegen dieser sozialen Unterschiede kommt es immer Clever reisen! 4/16

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MAURITIUS Glamour gibt’s günstiger Die Insel vor der afrikanischen Südostküste gilt bei vielen noch als Ziel für Millionäre. Das hat sich seit kurzem gründlich verändert. Es gibt jetzt Urlaub zum Kanarenpreis und noch günstiger!

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ehn Euro pro Tag reichen Thierry, um sich wie ein Prinz zu fühlen. Von seinem Häuschen in Tamarin ist er in fünf Minuten am Strand. Hier macht er das, was auf Mauritius heimlicher Nationalsport ist: Picknick plus Party. Seine kleine Modeboutique kann er meistens schon nachmittags schließen. Dann kommen kaum noch Kunden. Also ab ans Meer. Zuerst wird mit einem Picknick für die richtige Unterlage gesorgt, dann fließen Cocktails und manchmal auch Champagner. Thierry (36) startet mit einem Rum Coco-Cocktail. Yvonne, seine Freundin, bevorzugt Weißwein aus Südafrika und noch lieber Schampus. Beides müssen neue Gäste aus Übersee als eine Art Einstand mitbringen. Sie werden auf Mauritius aufgenommen wie alte Freunde. Nirgendwo auf der Welt mischen sich Einheimische und Touristen so schnell wie in Tamarin an der Westküste. Der breite Strand des früheren Hippie- und Surfertreffs ist heute noch immer bestes Surfrevier; aber in der Hochsaison zwischen November und Januar wird er zum internationalen Partytreff mit Glamour und einer traumhaften Kulisse: Sterne funkeln vom Himmel. Aus den Palmen blinken bunte Lichterketten. Im weichen Sand wird barfuß getanzt. Es fließen Whisky, Wein und Wodka fast zum Nulltarif, weil jeder etwas mitgebracht hat. Schon am zweiten Abend auf der Insel finde ich diese Szene. Ich liege auf der Terrasse des Hotels „Tamarin“. Von irgendwo höre ich den Evergreen „Fremde in der Nacht“. So fühle ich mich auch. Noch fremd, noch allein. Der Schmusesong macht mich neugierig. Nach wenigen Schritten sehe ich woher er kommt. Noch etwas schüchtern nähere ich mich der Partyszene, bekomme einen Cocktail in die Hand gedrückt. „Den Einstand kannst du auch morgen mitbringen“, klärt mich Thierry auf, den ich hier kennenlerne und der mir in den nächsten Tagen zeigt, dass ich meinen Urlaub auch rund 500 Euro billiger hätte haben können, rund 1.400 statt 1.900 Euro, z. B. wenn ich

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Flammendes Naturinferno: die Flambayant-Bäume. Zwischen November und Januar verwandeln ihre knallroten Blüten die Alleen in farbenprächtige Blütenstraßen. Grün ist es auf der Insel immer

das Guesthouse „Chez Jacques“ gleich hinter dem „Tamarin“ gebucht hätte. Dort gibt es Einzelzimmer für 1200 Rupien (etwa 30 Euro) statt 120 Euro. Thierry zeigt mir in den nächsten zwei Wochen wie es möglich ist, Mauritius zwar auch schön, aber mit einer etwas kleineren Brieftasche zu erleben. Auf den Märkten sind Obst und Säfte über ein Drittel billiger als in den Hotels. Teure Discos kann man sich sparen, weil die Strandfeten zum Nulltarif viel lustiger sind. Für Nicht-Partyfans gibt es kostenlose Sehenswürdigkeiten wie das National History Museum in Mahébourg oder den Botanischen Garten in Curepipe. Für 50 Rupien (rund 1,25 Euro) kann man sich eine Stunde durch den einmaligen Botanischen Garten von Pamplemousses. 200 Rupien kostet die 20minütige Bootsfahrt zur Trauminsel Ile aux Cerfs, die den schönsten Strand von ganz Mauritius hat. Dabei musste Thierry allerdings handeln. Im Luxushotel „Le Touessrok“ gleich neben dem Bootsanlegesteg muss man für eine Nacht mindestens 316 Euro zahlen, allerdings mit Frühstück. Von einem Reiseprofi erfahre ich, wie man Mauritius-Pauschalurlaub auch preiswert von Deutschland aus buchen kann. Aber der Reihe nach...


TOURTIPP MAURITIUS

Bunte Vielfalt. Einsame weiße Sandstrände machen vor allem die Ostküste zum tropischen Badeparadies, besonders um Trou d’Eau Douce (übersetzt „Süßwasserloch“). Neben der Quelle des Südwasserteichs ist die Anlegestelle der Boote, die auf‘s Meer zum Angeln oder Tauchen bringen. Nachts verwandelt sich die Naturidylle am Strand oft zur bunten Partyszene. Getanzt wird bis zum frühen Morgen, meistens zu Sega-Rhythmen, dem Klang der Insel.

Den ersten Preistipp hatte mir schon mein Sitznachbar auf dem Hinflug verraten. „Wir fliegen mit 40 Prozent Rabatt“, sagt Marco aus Backnang, einem Städtchen bei Stuttgart. Er strahlt seine Frau Monika an. „Als Hochzeitsreisende zahlt man auf Mauritius nur die Hälfte.“ „Das gilt für beinahe alle Hotels“, sagt mir Dalaya vom Fremdenverkehrsamt der Inselhauptstadt Port Louis. „ Wir wollen Mauritius zur Insel des Glücks machen.“ Das gilt neuerdings nicht nur für Honeymooner,sondern auch für ältere Paare, die ihr Hochzeitsversprechen etwa zur Rosenoder Silberhochzeit erneuern wollen. Mit Hochzeitsrabatt allein wäre das Image als Millionärsziel nicht auszuräumen. Schon mehrmals in den vergangenen zehn Jahren versuchte das Tourismusministerium Preiswertkampagnen, zuletzt vor drei Jahren. Doch weil viele Hotelkonzerne nicht mitmachten, klappte der Versuch bis vor kurzem nicht. Ursache des Übels: Die meisten Hotels lagen im teuren Norden um Grand Baie, das auch „das Kampen oder St. Tropez von Mauritius“ genannt wird und Lieblingsziel von Stephanie von Monaco und Leonardo DiCaprio ist. Jetzt reihen sich in der Hauptstraße und an den Seitenwegen zum Strand Restaurants, Imbissbuden, Snackbars und Verkaufsstände. Im riesigen Einkaufszentrum „Super U“ gibt es Preise wie bei Aldi, Lidl, H & M oder Zara. Mit Traumurlaub auf Mauritius hat das allerdings kaum etwas zu tun.

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Es galt die richtige Mischung zu finden: Tropische Natur, weiße Strände, WohlfühlHotels mit mindestens vier Sternen für Normalverdiener, mit Preisen wie auf den Kanaren oder sogar noch günstiger. „Wir gehen in den Südwesten“, beschlossen die spanischen Hotelketten-Eigentümer Carmen und Luis Riu und ihr Marketingchef Pepe Morales nach ihrer ersten Inselbesichtigung. Dort ist Mauritius noch ähnlich wie vor 300 Jahren, bevor Siedler den Dschungel rodeten, endlos erscheinende Zuckerrohrfelder und monotone Teeplantagen anlegten und eher hässliche Städte wie Port Louis bauten. Dort, in der Nähe des malerischen Örtchens Chamarel, stürzt der Rivière de Cap 90 Meter in die Tiefe, liegen die „Terres de Sept Coulours“, Erdschichten, die je nach Tageslicht gelborange, grün, blau, rot, braun oder violett leuchten. Hier stehen die schönsten renovierten Häuser aus der Kolonialzeit. Der markante „le Morne Brabant“ (seit 2008 UNESCO – Weltnaturerbe) erhebt sich 556 Meter in den meist blauen Himmel. Im 19. Jahrhundert versteckten sich auf dem bizarren Berg entlaufene Sklaven. Sie stürzten sich in den Tod, als sie PoClever reisen! 4/16

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DEUTSCHLAND

So schön ist die Rhön Von Sissi bis Sumpf, keine deutsche Ferienregion bietet so viele Kontraste und so viel Abwechslung. Weil sie mitten in Deutschland liegt, ist sie auch schnell aus dem Ruhrgebiet oder dem Frankfurter Raum zu erreichen.

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s war als hätt‘ der Himmel die Erde still geküsst. Ganz unwillkürlich muss ich an Joseph von Eichendorffs Gedicht denken. Millionen Sterne scheinen mich zu küssen. Mit einer kleinen Gruppe Sternenwanderer liege ich kuschelwarm im Schlafsack in einer Novembernacht im Roten Moor, fast mitten in der Rhön. Es ist erst Tagesschauzeit. „ Die Augen müssen sich erst an die Dunkelheit gewöhnen“, hat mir unser „Sternenführer“ gesagt. Tatsächlich. Nach zehn Minuten tut sich so klar wie sonst nur auf einem Ozean ein Sternenhimmel auf. Milchstraße, Plejaden, Widder, Wassermann, Fische. Unfassbar. Die Sterne funkeln so klar vom Himmel wie LED-Lichter. Die Rhön ist Deutschlands Region mit der geringsten Lichtverschmutzung. Weder Großstädte, noch Industrieanlagen, noch allzu üppige Straßenbeleuchtung beeinflussen die natürliche Dunkelheit. Der „Sternenpark Rhön“ gehört darum seit rund zweieinhalb Jahren zu den drei besonders geschützten himmlischen Gefilden in Deutschlands. Die anderen sind in der Eifel und Brandenberg. Im Ländereck Hessen, Thüringen, Nordbayern wurden sechs Himmels-Guckplätze eingerichtet, die über die ganzen rund 1500 Quadratkilometer Rhön verteilt sind. Mein Lieblingsplatz liegt im Herbst im Roten, im Spätfrühling und Sommer im benachbarten noch sehr sumpfigen Schwarzen Moor. Auch tagsüber sind in diesem UNESCOBiosphärenreservat viele Naturwunder zu sehen: Rotmilane kreisen, Birkhühner gurren, Sumpfrohrsänger tirilieren. An den Wegrändern blühen Arnika und Wiesenschaumkraut, Schmetterlinge flattern, Bienen summen, Baummarder huschen. Nicht von ungefähr reimt sich Rhön auf schön. Die rund fünfstündige Wanderung vom Roten Moor durch das Naturschutzgebiet „Lange Röhn“ ist meine liebste Strecke. Unterwegs gibt es herrliche Ausblicke vom Heidelstein (926 Meter) zum Kreuzberg

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Fotos: pixabay, visualhunt, Wolfgang Polte

TOURTIPP DEUTSCHLAND

Nicht nur Rhönschafe fühlen sich auf den Wiesen des Mittelgebirges wohl, auch ihre weißköpfigen Vettern. Der Sonnenaufgang am Farnsberg (786 m) taucht alles in magisches Licht. Er liegt nicht weit von Bad Brückenau, das im Spätherbst den schönsten „Indian Summer“ der Region hat. Im Kloster Kreuzberg fließt das ganze Jahr süffiges Bier

(928 m) im Süden und zur Wasserkuppe, dem mit 950 Meter höchsten Berg und Hessens größtes Ski- und Rodelgebiet im Winter. Hier liegt Schnee oft höher und länger als im Allgäu. Was die Bayern nicht gern hören. Ein Teil der Rhön gehört zwar auch zu ihrem Land. Dort sind außer den Naturwundern vor allem königliche Spuren zu finden. Das Staatsbad Bad Brückenau mit seinen Jugendstil-Prachtbauten, dem romantischen Schlosspark und fünf Heilwasser-Quellen gilt als einer der elegantesten und ruhigsten Kurorte Deutschlands. Bayern König Ludwig I. verlebte hier im 19. Jahrhundert mit seiner berüchtigten Geliebten Lola Montez zärtliche Tage und Nächte, die ihn 158 000 Gulden (heute etwa 2,3 Millionen Euro) und 1848 den Thron kosteten. Der König dachte schon damals nicht nur an sinnliche Freuden, sondern hatte Sinn für Naturschutz und stellte das Sinntal unter königliche Protektion. So blieb der alte Laubwald-Bestand erhalten. Im Spätherbst verfärben sich die Blättern von goldgelb bis kupferrot zum Rhöner Indian Summer. Bad Kissingen, im südlichsten Zipf el der Rhön, ist das zweite königliche Staatsbad. Hier kurten im 19. Jahrhundert Kaiser, Könige, Fürsten und Grafen. Elisabeth von Österreich, besser bekannt als Sissi, traf sich mehrmals mit ihrem nervlich angeknacksten Vetter, Bayernkönig Ludwig II., um ihm seelischen Beistand zu geben. Noch heute gibt es die „Kaiserkur“. Von Sissi bis Sumpf - keine deutsche Region bietet so viel Gegensätze, Abwechslung oder Schlüpfriges. Auf dem Weg von meinem Hotel in Fulda ins Biosphärenreservat komme ich durchs Städtchen Poppenhausen. Es wurde durch seine gute Luft zum offiziellen Luftkurort und durch seinen Namen zum Geheimziel für viele Paare. Clever richtete die Gemeinde einen „Liebesweg“ ein. Auf der drei Kilometer langen Strecke gibt es Übersetzungen von „Ich liebe dich“ in 100 Sprachen zu lesen. Es folgen viele Liebeszitate, eine Doppelliege zum Schmusen unter Bäumen, eine herzförmige Ruhebank, ein großes Glückskleeblatt für Selfies und ein Gitter für Liebesschlösser. Am Ende steht ein Hochzeitspavillon, in dem sich Paare trauen lassen können. Mich zog es eher an den benachbarten Guckaisee, der im Sommer bis 22 Grad warm wird und eine herrliche Liegewiese hat. Am See oder direkt in Poppenhausen beginnt eine weitere Attraktion: Wandern mit Lamas. Um falschen Vorstellungen vorzubeugen: Es wird nicht auf den südamerikanischen Tieren geritten, man marschiert mit ihnen. Da bevorzuge ich lieber das „Grüne Band“, früher der Todesstreifen zwischen Bundesrepublik und DDR, heute

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FLUGPROFI NEBENKOSTEN

TEST: FLUGNEBENKOSTEN

Hier wird satt abkassiert

Foto: 123rf

Flugtickets sind zwar häufig optisch günstig, doch Airlines machen mit den Zusatzgebühren richtig Kasse. Aufschläge für Koffer und Co können mehr als 230 Prozent des ursprünglichen Ticketpreises betragen. Mal eben für eine einfache Sitzplatzreservierung 13 Euro (Tuifly) oder für die Beförderung des Fahrrads 70 Euro (Air Berlin) hinblättern? Wer heute fliegt, wird unverhohlen zur Kasse gebeten. Selbst einfache Zusatzleistungen wie Sitzplatzreservierung oder Bordverpflegung können teurer als der eigentliche Ticketpreis werden. Werden Extra-Leistungen wie die Reservierung eines XL-Sitzplatzes und Sportgepäck hinzugebucht, verlangen einige Airlines bis zu 230 Prozent Aufschlag gegenüber des ursprünglichen Ticketpreises (siehe Tabelle). Diesen Trend setzen die beiden Fluggesellschaften Air Berlin und Condor nun konsequent fort. Zwar mussten Passagiere beispielsweise für die Gepäckaufgabe im Billigtarif bei diesen beiden bereits extra bezahlen, doch nunmehr werden weitere Gratis-Leistungen gestrichen. Beide Flugunternehmen stellen die kostenlose Bordverpflegung auf der Kurz- und Mittelstrecke ein. Bei Condor gab es zumindest Wasser, Kaffee oder Tee bisher kostenlos. Diese Gratis-Leistung wird nunmehr nur noch bis 31. Oktober angeboten. Danach ist auch damit Schluss. Air Berlin stellte sogar bereits im September seine kostenlose Bordverpflegung (Getränke/Snacks) ein. Was von außen betrachtet zunächst als kleines Zubrot für die Fluglinien aussieht, ist mittlerweile zum fetten Geschäft geworden. Nach vorläufigen Schätzungen erzielte die Branche weltweit Zusatzeinnahmen von annähernd 60 Milliarden US-Dollar durch Gepäckgebühren und Co im letzten Jahr. Längst mischen auch europäische Flugunternehmen kräftig mit. Laut einer Studie gehören zu den Airlines mit den meisten Zusatzeinnahmen unter anderem Ryanair, die Lufthansa-Gruppe und auch Easyjet. Aber auch für kleinere Fluggesellschaften sind

die Zusatzeinnahmen enorm wichtig. Beim ungarischen Billigflieger Wizzair machen diese Erlöse immerhin rund 36 Prozent des Umsatzes aus. Um das Geschäft mit den Extraeinnahmen stetig auszuweiten, generieren findige Fluggesellschaften immer neue Zusatzeinnahmen. Angefangen von der Gebühr für den Vorabend Check-in (Tuifly) oder der Handgepäckgebühr (Wizzair), bis hin zur Gebühr für das Check-in am Flughafenschalter (Ryanair) - für nahezu jegliche Dienstleistungen können Kosten anfallen. Dabei spielt es mittlerweile keine Rolle mehr, ob man bei einem Ferien-, Billigoder Linienflieger gebucht hat. Alle hier vorgestellten Fluggesellschaften haben sich längst mehr oder weniger dem Billigfliegerkonzept angenähert. Demnach muss für wichtige Sonderleistungen extra bezahlt werden. Doch die Spanne der Gebühren ist enorm, wie die Tabelle verdeutlicht. Eine einfache Sitzplatzreservierung kostet zwischen 1,50 Euro (Wizzair) und 13 Euro (Tuifly). Noch größer ist der Unterschied, wenn der Passagier Gepäck aufgeben möchte und den billigsten Tarif gebucht hat. Bei Sun Express ist das kostenlos, bei Air Berlin werden dagegen 35 Euro fällig. Wird mit Ryanair ab Deutschland nach Fuerteventura geflogen sind stolze 45 Euro pro Strecke zu bezahlen (20 Kilo).

Der Vergleich im Detail Um die Höhe der Kosten besser vergleichen zu können, wurden zwei Leistungspakete geschnürt und die Kosten addiert. Dabei wurde davon ausgegangen, dass der Passagier immer den günstigsten Tarif gebucht hat. Das einfache Standard-Paket enthält lediglich eine Sitzplatzreservierung am Fenster, die Aufgabe eines Gepäckstücks (20 kg) und etwas Bordverpflegung (Kaffee, Wasser, Snack). Die geringsten Kosten fallen dafür bei Sun Express (18,50 Euro) und Lufthansa (25,00 Euro) an. Das liegt vor allem daran, dass bei Sun Express selbst im Billigtarif Sun Eco die Beförderung eines Gepäckstücks im Tarif enthalten ist. Lufthansa schneidet dagegen vergleichsweise günstig ab, weil die Bordverpflegung koClever reisen! 4/16

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