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1--2|01 12. Januar 2001 92. Jahrgang

Bauwelt Preis 2001 Wie schmeckte der erste Espresso ? Der erste Godard ? Das erste Rendezvous ? Das Lampenfieber vor dem Deb端t, im Team oder ganz allein? All das und noch viel mehr ist das erste Haus, das erste eigene gebaute Opus.

Sonderdruck


betrifft: Das erste Haus

Der portugiesische Architekt Eduardo de Oliveira Rosa lebt in London und hat in Rapperswil am Zürichsee ein Sommerhaus gebaut, die Künstlergruppe „Observatorium“ aus Rotterdam wird für eine Rauminstallation in den USA prämiert, das finnische Architektenteam Lehtinen, Mâki + Peltola, das in Paris lebt und arbeitet, hat für Berlin die Botschaft der Republik Finnland entworfen. Für alle war es „Das erste Haus“, das sie ebenso wie 298 weitere Architekten und Architektengruppen aus 23 Ländern zum Bauwelt Preis 2001 eingereicht haben. 169 Arbeiten kamen aus Deutschland, 132 aus dem Ausland. Gemeinsam mit der Messe München haben wir diesen Wettbewerb zum zweiten Mal ausgeschrieben, und wie 1999 waren wir beeindruckt von der Professionalität der Entwürfe wie der Darstellung. Dieselbe internationale Jury wie vor zwei Jahren hat in sechs Kategorien Preise und Belobigungen vergeben. Knapp die Hälfte der Arbeiten wurden in der Kategorie 1 eingereicht: „Private Wohnhäuser“. Die Auszeichnung ging an eine Baulückenschließung in Köln, ein Stadthaus zum Wohnen und Arbeiten. In der Kategorie 2, „Gärten, Parks und Plätze“, gewann die Anlage für den Kirchberg St. Marien in Müncheberg, eine Arbeit in der Tradition von Carl Theodor Sörensen: Eine weit ausladende Hangfläche mit Buchsheckenbepflanzung wird zu einem mächtigen Sockel für die Pfarrkirche. Die Einsendungen in Kategorie 3, „Innenräume“, machten die Jury ratlos. So lag es nahe, eine Arbeit, die für die Kategorie 1 eingereicht worden war, hierher zu übersiedeln. Der „Ort zur Beobachtung des eigenen Inneren“ in Staten Island hat bis auf ein Oberlicht keine Fenster nach außen, ist Innenraum pur. In der Kategorie 4, „Öffentliche Bauten“, wurden 57 Arbeiten abgegeben. Der Preis geht nach Slowenien, eine kleine Sensation nach den Jahrzehnten kultureller Abschottung. Das Gebäude der Industrie- und Handelskammer in Ljubljana überzeugt durch seinen souveränen Umgang mit Volumen, Raum und Licht. In der Kategorie 5, „Wohnungsbau“, gewann eine schon anderswo prämierte Arbeit. Die neuen Wohnblocks auf der ehemaligen Zaanwerf in Zaandam entstanden auf einem robusten städtebaulichen Grundplan, der im Europan Wettbewerb 1991 mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde. Der hoch verdichtete urbane Raum bezieht seine Anmutung aus dem virtuosen Spiel mit Land und Wasser. In Kategorie 6, „Konstruktion“, wurde eine Fuß- und Radwegbrücke in Oberhausen ausgewählt, die den Emscher-Schnellweg, die Emscher und den Rhein-Herne-Kanal mit einem dünnen Betonteppich überspannt. Wir zeigen die Bauten der Preisträger, alle 14 lobenden Erwähnungen und 14 weitere Arbeiten, das ganze Spektrum. Außerdem haben wir bei den Gewinnern von 1999 nachgefragt, was aus ihnen und ihren Projekten inzwischen geworden ist. Zu guter Letzt haben wir diesem Heft drei ungewöhnliche Texte zu gründlich missglückten Preisverleihungen beigegeben. Doch so viel ist sicher: Keiner der prämierten Architekten wird den Bauwelt Preis 2001 ablehnen, im Gegenteil, sie freuen sich, wie die Messe München und die Bauwelt Redaktion, über einen Besuch zur Preisverleihung und Ausstellungseröffnung am 17. Januar, 12 Uhr. Während der BAU, Messegelände, München Riem, Empore in der Eingangshalle West. Zw Bauwelt 1-- 2 2001 | 17


Bauwelt Preis 2001 Die Jury

David Chipperfield, Architekt in London, mit einem weiteren Büro in Berlin, hat zahlreiche Bauten vor allem in Großbritannien, dort zuletzt das Fluss- und Rudermuseum in Henley-on-Thames, in Japan und Italien realisiert. Sein zurzeit bedeutendstes Projekt in Deutschland ist der Umbau und Wiederaufbau des Neuen Museums in Berlin auf der Museumsinsel. Jüngste internationale Wettbewerbserfolge: 1. Preis für die Erweiterung des Friedhofs San Michele in Venedig, desgleichen für die Transformation des Industriegeländes Ansaldo in Mailand zur Città delle culture. Felix Claus, Amsterdam, Mitinhaber des Architekturbüros Claus & Kaan und Professor an der RWTH Aachen, viel beachteter Wohn- und Siedlungsbau in den Niederlanden. Europaweit publiziert wurde eine Reihe vorbildlicher neuer Grachtenbauten wie das Gebäude an der Haarlemmerstraat. Gleichzeitig hat das Büro immer auch im großen Maßstab gearbeitet, u. a. Pilotprojekte für die Großsiedlung Bijlmermeer. Spektakuläre Entwürfe der jüngsten Zeit sind die Amsterdamer Neuplanung eines neuen Stadtquartiers auf dem künstlich aufgeschütteten Haveneiland und der große Neubau des Netherlands Forensic Institute in Rijswijk. Hannelore Deubzer ist Architektin in Berlin und Professorin an der TU München. Das Architekturbüro Deubzer König hat in den vergangenen Jahren vor allem Bauten für die Lehre und Forschung fertig gestellt, unter anderem Hörsaal- und Laborgebäude für das Universitätsklinikum Virchow in Berlin, das Schwestern- und Studentenwohnheim in Regensburg, das Max-PlanckInstitut für Infektionsbiologie mit dem Deutschen Rheuma-Forschungszentrum in Berlin, die Zolltechnische Prüfungs18 | Bauwelt 1--2 2001

und Laboranstalt in Berlin. Ein Büround Geschäftshaus Unter den Linden ist im Bau. Yves Lion gewann bei der ersten Ausschreibung von „Pan“, dem Vorläufer von „Europan“, kam dadurch sehr früh zu seinem ersten Werk. Er gehört zu den am meisten beschäftigten Architekten in Frankreich. Von ihm stammen unter anderem das Kongresszentrum in Nantes, der Justizpalast in Lyon, das Museum für Fotografie und die Gemäldesammlung des Grand Louvre an der Porte des Lions in Paris. Zurzeit baut er die Französische Botschaft in Beirut. Für Wohnungsbauprojekte in ganz Frankreich erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Cornelia Müller ist Garten- und Landschaftsarchitektin in Berlin. Nach Wettbewerbserfolgen realisierte sie gemeinsam mit ihrem Partner Jan Wehberg drei spektakuläre Gärten und Parks in Berlin: den Garten des Jüdischen Museums von Daniel Libeskind, den Garten des Bundeskanzleramtes und den Platz der Republik/Forum für das Regierungsund Parlamentsviertel im Spreebogen. Darüber hinaus Freiraumgestaltungen in Potsdam-Kirchsteigfeld und BerlinKarow, den beiden größten Wohnungsbauprojekten auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Jüngste Wettbewerbserfolge sind die Freianlagen für das Museum Neanderthal, der Rheinpark Neuss und der neue Kurpark für Meran.

Kategorie 1 Das private Wohnhaus

Das private Wohnhaus, auch Anbau, Umbau, Aufstockung ... Ob Philip Johnson für Philip Johnson oder Robert Venturi für seine Mutter. Bei Gerrit Rietveld war es gleich der ganze De Stijl, bei Herzog und de Meuron nur eine einfache Scheune in Ultramarinblau und bei Toyo Ito ein Holzskelett im Aluminiumkleid.


Kategorie 1

Wohnhaus mit Atelier in Köln

Ein Preis, 10.000 DM

Björn Martenson, Köln

Auf einer schmalen, aber tiefen Parzelle in einer extrem heterogen bebauten Kölner Innenstadtstraße entstanden 340 Quadratmeter Nutzfläche zum Wohnen und Arbeiten. Die Gebäudeform wird bestimmt vom Baurecht und den Nachbarn. Entworfen wurden unterschiedliche Gartenräume, die aufgrund ihrer Komprimierung Zimmercharakter erhalten. Durch das Entfernen von Bauteilen kann die Nutzung sich ändernden Verhältnissen angepasst werden, bis hin zur Aufteilung in zwei separate Häuser. Momentan wird das Gebäude von zwei Erwachsenen und vier Kindern bewohnt. Die Fassade zur Straße, hinter der das Atelier liegt, besteht aus einer vollkommen glatten Lichtwand aus Polycarbonat-Stegplatten. Der Schallschutz wird durch eine eingestellte massive Glasscheibe erreicht. In die Wand sind nach Bedarf „Fenster“ mit Lamellenlüftern eingeschnitten. Die Wohnfassaden weiter hinten im Grundstück sind, so sie nicht als Holzschiebetüren ausgebildet sind, mit hauchdünnen Dekorplatten verkleidet, die zweifarbig in unterschiedlichen Silbertönen bedruckt sind und den Charakter einer gestickten Gardine vermitteln.

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Kategorie 1

Sommerhaus in Norwegen

Lobende Erwähnung

Tord Kvien, Oslo

Wohnhaus im Steuerwald Lobende Erwähnung

Dirk Bayer, Andrea Uhrig, Kaiserslautern

Die Lage des Grundstücks im Norden Norwegens muss als besonders einsam, fast schon abenteuerlich bezeichnet werden. Das kleine Ferienhaus sollte daher an einem ruhigen und geschützten Platz innerhalb des AreFotos: Michael Heinrich, München

als errichtet werden, von dem aus die raue, großartige Landschaft erlebbar ist. Die verwendeten Materialien – Holz und Stein – sind typisch für diese Region. Das Haus ist jedoch weder modern noch traditionell und nimmt sich selbst so weit zurück, dass die Umgebung die Hauptsache bleibt. Um äußerste Zurückhaltung bemüht, wurde

Das Grundstück liegt in einem typischen,

das Haus symmetrisch geplant, mit ausgewo-

gesichtslosen Neubaugebiet, in dem ein

genen Formen sowohl im Grundriss als auch

relativ rigider Bebauungsplan gilt. Außer-

bei den Fassaden. Teilweise ist das Haus

dem musste ein Zeitlimit für die Realisie-

in den Hang eingegraben. Eine Fläche mit

rung von zehn Monaten eingehalten werden.

Steinplatten durchschneidet das Gebäude,

Ursprünglich wollte der Bauherr daher ein

hier liegen auch Küche und Bad, nach außen

„amerikanisches Holzhaus“ als Fertighaus

markiert sie die geschützten Terrassen. Zwei

zum Fixpreis erwerben. Die Architekten ver-

Schlafräume und das Wohnzimmer liegen als

suchten trotz oder gerade wegen dieser

ruhigere Bereiche jeweils an den Stirnsei-

Vorgaben, einen gänzlich untypischen Bau-

ten; sie haben Holzböden. Auf dem Speicher

körper zu entwickeln. So wurde beispiels-

wird im Winter ein kleines Boot verwahrt.

weise die Vorschrift, dass nur 75 Prozent

Dach, Fensterrahmen und Regenrinne sind

der Fassade mit Holz verschalt sein dürfen,

aus einem Holz, das mit der Zeit eine

erfüllt, indem die Fensterflächen und der

silbergraue Patina bekommen wird. Für die

Betonsockel subtrahiert wurden. Durch

Verkleidung der Giebelseiten und der zu-

Klappläden und die verschalte Haustür wird

rückspringenden Fassadenteile wurden leuch-

jedoch zugleich der Effekt einer 100-pro-

tende Farben gewählt. Die wärmegedämm-

zentigen Verschalung erzielt. Um auf die

ten Betonwände der Schlafräume und des

typischen Gauben- und Dachflächenfenster

Wohnzimmers sind zum Schutz vor Wind und

verzichten zu können, wurde die Firstrich-

Wetter mit Natursteinen verkleidet.

tung über die kurze Seite des Hauses gelegt und die vorgegebenen Kniestockhöhen variabel interpretiert. So konnten die Giebelflächen zur maßgeblichen Belichtung genutzt werden. Die konstruktiven Details basieren auf einem elementaren Vokabular, ohne dabei zur Standardausführung zu geraten: Fensterleibung, Klappläden, Ortgang, Traufe sowie die Ecken interpretieren in ihrer Ausführung alte handwerkliche Lösungen.

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Kategorie 1

Wohnhaus in Aachen

Lobende Erwähnung

Ralph Röwekamp, Köln

Wohnhaus im Schwarzwald Lobende Erwähnung

Langensteiner Architekten, Ettlingen

Das Grundstück liegt in einem Neubauge-

Das Hanggrundstück liegt in einer exponier-

biet an der deutsch-niederländischen Grenze.

ten Lage am Fuß des Schwarzwalds mit Blick

Der Bebauungsplan zielt mit seinen Fest-

über die Rheinebene bis hin zu den Voge-

setzungen auf den „klassischen“ Typ des

sen. Der Entwurf berücksichtigt fragmenta-

deutschen Einfamilienhauses. Die nach der

risch vorgefundene Stützmauern aus Natur-

Bauordnung mögliche Nutzung des Dach-

stein. Sie wurden, wo nötig, wiederherge-

geschosses führt normalerweise zu einer mit-

stellt, teilweise ergänzt, und bilden nun den

tigen Erschließung und zu Dachschrägen

Sockel für das Wohnhaus in Massivbauweise.

in jedem Zimmer. Die gebaute Alternative:

Die Lage des Gebäudes erforderte zudem

Nutzung des Vollgeschosses als offener

einen sensiblen Umgang mit den Baumate-

Wohnbereich, Zurücksetzung des nächsten

rialien: dunkelgrau eingefärbter Putz für

Geschosses, welches dadurch zum Staffel-

die Außenwände des Wohnhauses, Sichtbe-

geschoss mit höherem Kniestock wird. In

ton für das Garagengebäude sowie Stahl

diesem Geschoss liegen – an einem breiten

und Glas. Im Innern wurde für Böden, Ein-

Gang mit seitlich angeordneter einläufiger

bauschränke und Möbel ausschließlich ame-

Treppe – die Schlafräume und zwei Bäder.

rikanische Schwarzkirsche verwendet. Die

Durch eine Zwischendecke über dem Gang

Alterungsfähigkeit der Materialien und die

erhalten die Zimmer eine zusätzliche Schlaf-

Farben der Oberflächen erleichtern die Un-

galerie; so können die gesamte Hausbreite

terordnung unter die Landschaft.

und das Dach genutzt werden.

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Kategorie 1

Wohnhaus im Odenwald

Wohnhaus bei Sevilla

Stefan Ochs mit Michael Müller, Darmstadt

Ignacio Laguillo, Harald Schönegger, Sevilla

Die längliche Proportion des Grundstücks bestimmte den Haustyp: Die beiden gleichwertigen Wohnteile werden durch einen kleinen offenen Patio getrennt; hinzu kommen eine schmale Vorgartenzone und ein größerer Garten mit Schwimmbad. Die Schlafzimmer im nördlichen Gebäuderiegel orientieren sich zu einer intimen Vorgartenzone; dem Wohnraum im südlichen Gebäuderiegel ist eine schmale Terrasse vorgelagert; sie öffnet sich zum Garten. An der östlichen Längsseite der Parzelle führt parallel zum direkten Hauseingang ein tiefer gelegter Zugang in den Garten und zum Während der Planungsphase trennten sich

Schwimmbad. Dieser alternative Weg dient

die Bauherren. Da der Wunsch nach einem

gleichzeitig als zusätzliche Abschottung

gemeinsamen Haus für die Eltern und deren

zum Nachbarn.

Söhne bestehen blieb, die Forderung nach maximaler Selbstständigkeit der Parteien je-doch hinzukam, musste vom „normalen“ Haustyp ausgehend ein neuer Typ entwickelt werden. Dieser zeigt sich vor allem im Querschnitt des Gebäudes, der es ermöglicht, die Gartenseite nach Süden zu einer zweigeschossigen Fassade zu machen. Die traditionelle Bauweise des Odenwaldes – „Schindelfachwerk“ auf massivem Sockel – wurde auf ein Holzständertragwerk mit Lärchenschalung übertragen. Der Sockel wurde allerdings durch eine wetterfeste „Fototapete“ ersetzt. Als Bildvorlage diente das Foto einer Bruchsteinwand in Udaipur, Radjasthan. Es wurde vektorisiert und mit einer CNC-Fräse in die Trägerplatten aus Resoplan gefräst. So kam Indien in den Odenwald.

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64 m2 Flat in Tel Aviv

Wohnhaus bei Rapperswil

Inv., Urban Strategies (Itai Paritzki), Tel Aviv

Eduardo de Oliveira Rosa, London

Foto: Gaston Wicky, Zürich

Kategorie 1

Das direkt am Zürichsee gelegene Sommerhaus gliedert sich in drei Abschnitte, die zu einer fortlaufenden Raumfolge verbunden sind. Über einen Einschnitt im Gebäude, seitlich zu einem Innenhof erweitert, betritt man den zentralen Wohnraum mit angrenzender Küche und Veranda. Eine höher gelegene Ebene erschließt den Rückzugsbereich – Schlafzimmer, Dusche und ein zum Eingangspatio sich öffnendes Studio; über Letzteres gelangt man in das darüber liegende zweite Schlafzimmer und von dort auf den Der Bauherr wollte in dem 64 Quadratme-

Die Materialästhetik von Glas, Stahl, Kunst-

Dachgarten. Dieser steht über einen wei-

ter großen Raum drei Schlafzimmer unter-

stoffen und textilen Belägen sowie die an-

teren kleinen Patio in Verbindung mit dem

bringen: eines für ihn, eines für seine Toch-

gewandten Konstruktionsprinzipien wie be-

dritten Abschnitt, dem Gästebereich. Die-

ter, die die Wochenenden bei ihm verbringt,

wegliche Aufhängung der Wände, Faltung

ser kann entweder als ein einziger, lang ge-

und eines für Gäste. Die Architekten lösten

der Elemente und Lagerung auf Rollen las-

streckter Raum genutzt oder in drei Seg-

das Problem mit einer Innenraumgestal-

sen den Eindruck entstehen, der Raum sei

mente unterteilt werden. Eine Treppe führt

tung, die sich durch vielfältige Schiebe- und

dematerialisiert. Es verändern sich nicht

zum darunter liegenden Gästebad und zu-

Klappvorgänge und durch gezielte Steue-

nur physische Grenzen, sondern auch funk-

rück zum Wohnraum.

rung der Beleuchtung unmittelbar den sich

tionelle Schwellen: Der Essraum wird zum

verändernden Anforderungen und Umstän-

Schlafraum, der Schlafraum zum Arbeits-

den anpassen lässt.

platz, zum Salon, zum Meditationsraum – immer mit dem Ziel, für die jeweilige Nutzung auch die optimale Kombination von Raum, Luft und Licht zu bieten.

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Bauwelt Preis 2001 Die Preisträger Björn Martenson. Nach meinem Diplom an der RWTH Aachen 1997 von einem jungen Büro angesprochen, war ich, wie viele meiner Kommilitonen, mit Wettbewerben und kleinen Umbaumaßnahmen beschäftigt. Damals machte mich ein befreundeter Ingenieur auf eine extrem schmale Baustelle in seiner Nachbarschaft aufmerksam. Ich besuchte die Architekten des schmalen Hauses in ihrem Büro, und mir gefielen ihre ideelle und pragmatische Haltung und die Vorstellung von kooperativer Arbeit. Der Auftrag zu einem Loftgebäude, kurze Zeit später zum Haus Romalgartz, bot die Möglichkeit der Zusammenarbeit. Mit der Gewissheit, dass veränderte Formen der Zusammenarbeit ein Mehr zu erzeugen imstande sind, nahm man das „+“ programmatisch in den Namen auf und führte das Label b&k + ein. Aus der Zusammenarbeit am Hause Romalgartz wurde eine Projektpartnerschaft, die seit der Verstärkung durch Anne-Julchen Bernhardt nun als b&k + b,m auftritt. Gabriele Schultheiß. Ich gehörte zu den Fourtysomethings, als ich mit dem Studium begann. Möglicherweise deshalb, und vielleicht auch, weil es das zweite Studium war, wollte ich gleich zur Sache kommen und mir keine Gelegenheit entgehen lassen, mich zu üben im Entwerfen von Freiräumen. Also habe ich im Architekturbüro meines Mannes die Landschaftsarchitektin gegeben und alles, was sich bot, mitgenommen. Müncheberg war so eine Gelegenheit. Es gab da eine Art Vorplanung, mit Brezelwegen und einsamen unverständlichen Treppen in einem Hang, mit löchriger Rasendecke, vereinzelten Sträuchern und einer Gleditsie. Meine Aufgaben waren, auf dieser Grundlage einen Pflanzplan zu erstellen, für den gesamten Außenraum, insbesondere für den Hang, und die Ausführungsplanung der Wege30 | Bauwelt 1--2 2001

decken. Und mehr habe ich auch nicht gemacht. Natürlich wollte ich die Gelegenheit nicht versäumen, die Linienführung der Verkehrsflächen zu entniedlichen und dem Hang zurückzugeben, was er verloren hatte über die Jahre, ihm sozusagen ein dickes Polster geben. Die Buchsstaffeln konnte sich – außer mir – niemand vorstellen. Es gehört mit zu den Rätseln dieses Projektes, dass dieser Hang am Ende doch entstanden ist, obwohl ihn eigentlich niemand wollte. Die Arbeitssituation war katastrophal. Ein Schock. Die Fahrten zu den Bausitzungen wurden innerhalb kürzester Zeit wie Fahrten in Feindesland, die wir nur noch zu zweit angetreten haben. Jede Sitzung der Zusammenprall von Gegensätzen, von denen einer allein gereicht hätte, das Ding zum Schaukeln zu bringen: Ost-West sowieso, dann: Bauherr (Entwurfsseite) und Auftraggeber (Ausführung), dann: wir, als die dem kleinstädtischen besonderen Beziehungsgeflecht vor die Nase gesetzten Berliner, dann: Architekten versus Ingenieur, dann: die Vorstellungswelt des Tiefbaus gegen die Vorstellungswelt des Gartenbaus, last not least: abgebrühte heimische Routiniers des Bau- und Verwaltungsgewerbes gegen fremde Anfänger. Schlimmer kann es nicht kommen, dachte ich. Interessanterweise habe ich die Erfahrung gemacht, dass dies Schlimme immer nur anders aussieht, sich ansonsten aber wacker durchhält durch die unterschiedlichen Projekte. Künstlergruppe Observatorium. Zur Gruppe gehören Geert van de Camp, Andre Dekker und Ruud Reutelingsperger, alle Rotterdam. Sie schreiben: Dank der Freiheiten, die man Künstlern im Westen zugesteht, brauchen Bauwerke wie das Observatorium in Staten Island keine detaillierten Bauvorschriften zu erfüllen. Besser noch: Der Auftrag

wurde nicht für ein Bauwerk erteilt, sondern für eine Skulptur. Es waren wir, die Künstler, die eine architektonische Form gewählt haben, um der Skulptur eine Gebrauchsfunktion zu geben: die der Kontemplation des Individuums im öffentlichen Raum. Seit jeher haben die Bildenden Künste der Kontemplation bzw. der Reflexion gedient. Uns liegt aber die Autonomie der Kunst weniger am Herzen als die Suche nach einer Situation, in der die Kunst eine dienende Funktion übernimmt und den Bezug zur Landschaft und zur umgebenden Bebauung sucht. Sadar + Vuga arhitekti. Das Büro ist ein treffendes Beispiel für die neuen Entwicklungen in post-sozialistischen Ländern. Das Atelier wurde 1996 von einer Gruppe junger Architekten mit Jurij Sadar und Bosˇstjan Vuga als die Initiatoren gegründet. Sadar war Assistenzprofessor an der Architekturfakultät in Ljubljana, praktizierte in Israel und hatte bereits 1992 den Piranesi-Architekturpreis gewonnen. Vuga setzte, nachdem er als Student den Plecˇnik-Preis bekam, sein Studium an der AA in London fort. Im gleichen Jahr war Vuga Mitbegründer des O.C.E.A.N.-Netzwerks, einer internationalen Verbindung von Architekten und Designern aus London, Köln, Helsinki, Boston und Ljubljana. Sadar + Vuga gewannen in relativ kurzer Zeit einige wichtige Wettbewerbe, u.a. den slowenischen Pavillon auf der Expo in Hannover, der aber nicht realisiert werden konnte. Tania Concko und Pierre Gautier gründeten ihr gemeinsames Büro 1991 in Paris, im gleichen Jahr gewannen sie bei Europan 2 den ersten Preis für das städtebauliche Konzept der Zaanstad bei Amsterdam. Während der Bauzeit übersiedelte Tania Concko mit einem

eigenen Büro nach Amsterdam, Pierre Gautier blieb zunächst in Paris und gründete 1999 ein Zweigbüro in Rotterdam. Heute führen sie ihre Büros unabhängig voneinander. Tania Concko ist unter anderem Moderatorin bei der Umsetzung des Masterplans von Amsterdam, beteiligt bei der Stadterneuerung Rappenhaupt/Groningen und der Entwicklung von Zaanwarden-Süd (8000 Einfamilienhäuser auf 500 Hektar). Pierre Gautier arbeitet an verschiedenen Projekten (städtebauliche Gutachten, Wohnungsbau, Büro, Ladeneinrichtungen) in den Niederlanden und in Frankreich. netzwerk-architekten. Das Büro entstand vor etwa drei Jahren als Gruppierung von sechs Architekten und Städtebauarchitekten unmittelbar nach dem Studium an verschiedenen Hochschulen in Deutschland und Italien und nach dem Abschluss an der TU-Darmstadt. Die Partnerschaft versteht sich als infrastrukturelle Plattform für interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Planungsbeteiligten. Der Name „netzwerk“ ist Programm und charakterisiert die offene Struktur, in der zu einem möglichst frühen Zeitpunkt die Kooperation mit Fachingenieuren und Beratern gesucht wird. Durch den Kontakt zum Ingenieurbüro BPI-Consult in Wiesbaden konnten wir an einem geladenen Wettbewerb teilnehmen. Unter den bereits an der Planung zur Landesgartenschau Oberhausen 1999 beteiligten Ingenieurbüros wurden wir für BPI mit der Projektierung einer Fuß- und Radwegbrücke beauftragt. Auch die Arbeit an diesem Projekt war durch die intensive Zusammenarbeit zwischen Architekt und Tragwerksplaner gekennzeichnet.

Kategorie 2 Der Garten Der Garten, auch Park, Platz, Brunnen, Straßenraum ... Ob Sørensens 39 Gartenpläne für ein Stück Land oder Francesco Venezias steinerne Piazza Centrale in Casale. Aldo Rossi setzt seinen Entwurf für das Partisanendenkmal in Segrete zusammen aus Kugel, Prisma und Quadrat und nimmt damit ein gesamtes Entwurfsrepertoire vorweg. Bernhard Tschumi pflanzt in seinem theoretischen Garten von La Villette rote Folies im Raster.


Kategorie 2

Kirchberg St. Marien in Müncheberg

Ein Preis, 10.000 DM

Gabriele Schultheiß, Berlin

Leitmotiv der Außenanlage für den Kirchberg um die Stadtpfarrkirche in Müncheberg ist der weit ausladende Buchshang, der an der Südseite zur Stadt hin abfällt. Das neue Relief hebt die stadträumliche Qualität des weitgehend erodierten Hanges als Raum zwischen Kirche und Stadt neu hervor und macht ihn wieder erfahrbar. Der Buchshang trennt und verbindet zugleich. Damit ist er auch als Ausdruck des besonderen Verhältnisses zwischen Kirche und Stadt zu lesen. Die monochrom gewölbte Fläche wirkt optisch als mächtiger Sockel, der die Kirche trägt, sie über die Stadt emporhebt und gleichzeitig auf ihrem Boden verankert. Darüber hinaus schiebt er sich in seiner Kompaktheit – als Zeichen für etwas vollkommen anderes – in eine kleinteilig zerfaserte Nachbarschaft und zieht den flüchtigen Blick der zahlreich Vorbeifahrenden auf sich und auf die Kirche. Die Anordnung der Hecken erinnert an eine ausladende Freitreppe, verweigert sich aber als solche zugunsten aus-

Fotos: Ulrich Schwarz, Berlin

gewiesener kontrollierter Wege.

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Kategorie 2

Die Welle, Pausenhof der Berufsschule in Villach

Lyceumsplatz in Kassel

Lobende Erwähnung

Karin Zeitlhuber, Reinhard Bernsteiner, Wien

Wie ein Teppich, der sich zu einer unordent-

ten Holzschalung hergestellte räumliche Wel-

Entlang des Straßenraums Wolfsschlucht/

lichen Falte aufgeworfen hat, liegt die zehn

lenkörper und die ebenen Flächen bieten

Neue Fahrt reihen sich einige Plätze wie auf

Zentimeter dicke Betonfläche im Schulhof.

in den Pausen rund 500 Schülern Spielplatz

einer Perlenkette auf. Der Lyceumsplatz ist

Der konisch auslaufende Wellenkörper, am

und Versteck. Die ebenen Stehflächen ent-

einer von ihnen, dessen Umgestaltung vom

Scheitel dreieinhalb Meter hoch, hat die

halten außerdem ein integriertes Belich-

Parkplatz zum grünen Stadtplatz durch den

Aufgabe eines räumlichen Gliederungsele-

tungssystem.

Neubau eines Büro- und Geschäftshauses

ments, das Sichtbeziehungen verändert.

Neben der Beschäftigung mit der Phänome-

möglich wurde. Die Platzränder sind bis auf

Zudem besitzt das „begehbare“ Objekt Auf-

nologie der Fläche schafft das Stahlbeton-

den Neubau räumlich sehr schwach aus-

forderungscharakter: Es soll außen wie in-

objekt durch seine Diagonallage einen Kon-

geprägt. So orientiert sich der Platz weniger

nen „besetzt“ und „belehnt“ werden – und

trast zur rechtwinkligen Asphaltfläche und

an den angrenzenden Baukanten, sondern

nebenbei auch vor lästigen Blicken der Auf-

bringt damit ein spielerisches Element in die

bezieht sich auf den kleinen Baumhain, der

sicht führenden Lehrer schützen. Der im

Platzgestaltung.

den Platz prägt. Die Bäume stehen auf

Mann Landschaftsarchitekten, Kassel

Foto: Michael Wiedemann, Kassel

Lobende Erwähnung

Spritzbetonverfahren auf einer vorgefertig-

einer Basaltpflasterfläche, die sich aus der vorhandenen Parzellenstruktur leicht herausdreht. Entstanden ist ein eigenständiger grüner Platz, der als Naturzitat mitten in der Stadt einen stimmungsvollen Ort zum Verweilen anbietet.

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Bauwelt Preis 1999 Was aus den Preisträgern wurde . . .

Innenräume für Gäste, Kunden, Käufer: Restaurants, Bars, Läden, Ausstellungsräume, etc. Ob Peter Behrens für die AEG, ob Philippe Starck für Paramount.

Das private Wohnhaus Rolf Berger, Martin Erhart, Buchs Der Bauwelt Preis 1999 hat uns „Landeiern“ unwiderruflich das Selbstvertrauen gegeben, uns mit der internationalen Konkurrenz zu messen. An vielen Wettbewerben haben wir teilgenommen, zwei davon gewonnen, gebaut haben wir davon nichts. Das Preisgeld scheint sich in Luft aufgelöst zu haben. Gärten, Parks und Plätze Erik Brandt Dam, Kopenhagen Unser Büro Brandt Hell Hansted Holscher hatte sich schon 1997 getrennt. Wir erhielten den Bauwelt Preis 1999 für die Gestaltung des Jarmers Plads in Kopenhagen sozusagen im „aufgelösten“ Zustand. Seitdem betreibe ich ein eigenes Büro, zusammen mit freien Mitarbeitern. Wir haben an einer Reihe von Wettbewerben teilgenommen und einige davon gewonnen. In Kopenhagen können wir jetzt nach einem 1999 gewonnenen Wettbewerb auch den Utterslev Plads umgestalten. Außerdem rekonstruieren wir einen alten Boulevard in Østervold und einen weiteren im schwedischen Malmö. In Berlin hatten wir Pech. Zum Wettbewerb für den Breitscheidplatz wurden wir, vielleicht auch wegen des Bauwelt Preises, zusammen mit sechs anderen Büros eingeladen. Wir erreichten in der ersten Stufe den zweiten Platz. In der zweiten Stufe hat man uns nicht berücksichtigt. Innenräume, Läden, Bars Bernd Mey, Frankfurt am Main Die Diskothek U 60331 in Frankfurt läuft sehr gut. Jeden zweiten Freitag im Monat bildet sich beim Cocoon Club eine Warteschlange bis zur Hauptwache. Die unsägliche Diskussion um den von der Stadt schon genehmigten Abriss eines der beiden Pavillons, weil er dem Juwelier Christ nebenan nicht gefiel, 36 | Bauwelt 1--2 2001

fand ein jähes Ende, als wir neben dem Bauwelt Preis auch die Auszeichnung für vorbildliche Bauten des Landes Hessen und die Anerkennung zum Deutschen Architekturpreis erhielten. Folgeaufträge ergaben sich jedoch nicht, im Gegenteil: Ein Bekannter hat sein Einfamilienhaus von einem Kollegen bauen lassen, weil er der Meinung war, er könne uns nach all den Preisen und Auszeichnungen mit einem so profanen Auftrag nicht behelligen. liquid, Kerstin Schultz, Werner Schulz, Darmstadt Das Weststadtcafé ist unverändert im Sommer gut besucht. In den Wintermonaten wird es gerne als location für Filme benutzt. Im Anschluß an dieses Projekt bekam unser Büro den Auftrag für den Innenausbau einer „Centralstation“ in einem ehemaligen Elektrizitätswerk in Darmstadt. Für dieses Projekt erhielten Kerstin Schultz und Ian Shaw als liquid GbR den „BDA Förderpreis für junge Architekten in Hessen“. Nach einem dritten Preis im Wettbewerb „Starterhaus 2000“ von der Zeitschrift „Zuhause Wohnen“ und dem BHW befindet sich dieses zur Zeit in Planung. Außerdem entsteht in einigen Bahnhöfen Deutschlands eine Kette von Vitaminbars der Firma „best 4“. Seit Januar 2000 wird das Büro liquid von Andrea Dung, Edmund Radmacher, Kerstin Schultz und Werner Schulz geführt. Wohnungsbau, Gemeinschaftsbauten Odile Seyler, Paris Der soziale Wohnungsbau in der Pariser Rue des Lyanes weckt weiter Interesse. Seit dem Bauwelt Preis haben zahlreiche Architekten und Journalisten aus dem In- und Ausland sowie Bauherren das Gebäude besucht. Die Auszeichnung und die vielen Besuche haben dazu beigetragen, den Bau noch besser

kennen zu lernen und sich weiter in die Problematik der Entwurfsaufgabe zu vertiefen. Mit dem Gebäude hat mein Büro den Auftrag für weitere Projekte in ähnlichem Kontext erhalten. Konstruktionssysteme Camenzind & Gräfensteiner, Zürich Als wir 1998 die Sporthalle Buchholz in Uster fertiggestellt hatten, waren wir zwar von uns selbst überzeugt, jedoch in Bezug auf andere Aufgaben wie Büro- oder Industriebauten waren die Zweifel an unserer Kompetenz nach wie vor groß. Das änderte sich mit dem Gewinn des Bauwelt Preises radikal. Neue Bauherren erinnerten sich an die Berichte über die Preisverleihung in der Schweizer Presse. Somit wurde über Nacht aus Architekten, die nur Turnhallen bauen können, ein angesehenes Büro. Wir erhielten sogar Direktaufträge. Zu Beginn des Jahres 1999 waren wir 6 Personen, heute sind wir 18. Kaum hatten wir uns daran gewöhnt, dass Bauherren auch direkt auf uns zukamen, mussten wir auch lernen, nein zu sagen und Aufträge abzulehnen. Spannende Aufgaben sind das eine, die gewünschte Qualität, für die der erste Bau ja auch ausgezeichnet wurde, ist das andere. Manchmal fragt man sich, ob man nicht doch besser nach dem ersten Bau hätte aufhören sollen. Bauwelt Sonderpreis NL Architects, Amsterdam Kurz nachdem Wos 8, die Wärmetauscherstation in Utrecht, den BauweltSonderpreis gewonnen hatte, fuhr das Gebäude aus seiner Haut: Genau in der Mitte bildete sich ein Riss über die gesamte Breite. Offensichtlich gab es für die Temperaturen, die bei Betrieb in seinem Inneren entstanden, eine Dehnungsfuge zu wenig. Aber die Polyurethan-Fassade ließ sich problemlos repa-

rieren. Nun ziert eine hübsche Narbe die Außenhaut. Nach dem Bauwelt Sonderpreis gewann WOS auch den prestigeträchtigen Rotterdamer Design-Preis, der alle zwei Jahre vergeben wird. Es war das erste Mal, dass hier Architektur prämiert wurde. Unsere Idee, das Gebäude von allen traditionellen architektonischen Details zu befreien, erwies sich als erfolgreich: Nun endlich gilt auch Architektur als ein Produkt! Zur Zeit werden in den Niederlanden zahlreiche Gebäude mit PolyurethanHaut errichtet. Das wirkt offenbar ansteckend. Einmal traten Freunde an uns heran. Sie wollten, dass wir ihnen ihr Wohnhaus und Büro entwerfen. Wir zeigten ihnen die ersten Skizzen und eine Materialprobe des WOS 8, an dem wir damals arbeiteten. Das gefiel ihnen nicht. Also ließen sie sich ihr Traumhaus von einem anderen Büro entwerfen. Es wird gerade fertig, und überraschenderweise besteht die Fassade aus orangefarbenem Polyurethan. Über WOS 8 sind die beiden Nachbarn ganz unterschiedlicher Meinung. Die Familie, die für die Errichtung des Gebäudes einen Teil ihres Grundstücks verkauft hatte, wirkt sehr zufrieden (sie hat an dem Geschäft gut verdient). Sie liebäugelt sogar mit der Eröffnung eines Schnellrestaurants für die vielen Besucher. Dem anderen Nachbarn hingegen missfällt unser Gebäude. Ihm wäre eine vergrößerte Version seines pittoresken Landhäuschens lieber gewesen. Er würde gern wegziehen, kann aber nicht verkaufen, weil sein Grundstück wegen des schwarzen Monsters hinter seinem Haus an Wert verloren hat. Ab und an erhalte ich Berichte von Leuten, die sich zu ihm vorwagten und die er mit der Heugabel verscheuchte. Wer sich unser Gebäude einmal anschauen möchten, sollte darauf achten, dass er von der rechten Seite kommt.

Max Dudler wurde bekannt mit dem Schwarzen Café nahe dem Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt und David Chipperfiled mit einem Showroom für Issey Miyake in London.

Kategorie 3 Innenräume


Kategorie 3

Ort zur Beobachtung des eigenen Inneren

Ein Preis, 10.000 DM

Observatorium, Geert van de Camp, Andre Dekker, Ruud Reutelingsperger, Rotterdam

New York 1997: In einem Park in Staten Island konnten Freiwillige für jeweils 24 Stunden die Erfahrung von Abgeschiedenheit inmitten von Öffentlichkeit machen. Eine temporäre Installation aus 34 Bücherregalen ermöglichte ihnen intensive Konzentration in der Zurückgezogenheit. Die wenigen Räume des Observatoriums – Durchgangsraum am Eingang, Wohnraum, Funktionsbereich – öffneten sich zu einem kleinen Innenhof; nach außen hin gab es, abgesehen von einem Oberlicht, keine Fenster. Die Möblierung bestand aus vier gepolsterten Podien, die nach Belieben angeordnet werden konnten. Die Beobachtung des eigenen Inneren während der Klausur war Bestandteil des Projekts. Die Aufzeichnungen in Form von Logbüchern, Briefen, Skizzen, Fotografien, Tonbändern und Videos wurden anschließend in einer Kunstgalerie in Manhattan gezeigt.

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Kategorie 3

Umbau der Kaffeerösterei Laier, Offenbach

Restaurant in Göteborg

Koch + Weyrich, Frankfurt am Main

studio grön, Göteborg

Seit 130 Jahren betreibt die Familie Laier am Offenbacher Marktplatz eine Kaffeerösterei mit dazugehörigem Feinkostangebot. Im Mai 1999 ergab sich nach Aufgabe des Nachbargeschäfts die Möglichkeit, die bestehenden Räumlichkeiten zu vergrößern und um eine separate Kaffeebar zu ergänzen. Durch das Vor- und Zurückspringen der Fassadenebene öffnen sich der Laden und die Kaffeebar zum Straßenraum, so dass der Passant förmlich „hineingezogen“ wird. Die großen Schaufensterflächen sind nicht für die Präsentation von Produkten gedacht, vielmehr wird der gesamte Laden zum Ausstellungsobjekt. Um den Laden und seine unruhigen Grundrisse im Inneren zu ordnen, wurde ein umlaufendes Modulband entwickelt, das sich an die einzelnen Produktgruppen anpassen lässt. Es umgreift den Raum und hält die Fläche frei für die Treseneinbauten aus Eschenholz. Die Kaffeebar

Fotos: Bernhard Friese, Pforzheim

wurde zum eigenständigen Raum.

Das Restaurant und Kabarett „Trädgår’n“ sollte wieder aufgebaut werden, nachdem der Vorgängerbau zum zweiten Mal niedergebrannt war. Das Gebäude befindet sich in einem der ältesten öffentlichen Parks in Schweden, dem Trädgårdsförenings Park, der sich entlang dem ehemaligen Stadtgraben erstreckt. Der innere zentrale Platz sollte vergrößert und stärker von der Straße abgegrenzt werden. Der Aufbau des Gebäudes besteht aus einem zweigeschossigen Baukörper zur Straßenseite mit allen Servicefunktionen und einem offenen, zum Park gerichteten Teil. Der 63 Meter lange Raum, nach außen vollständig verglast, enthält den großen Speisesaal, das Café und einen multifunktionalen Raum mit Bühne und Nachtclub. Im Sommer kann über die davor liegende Veranda der Park mit einbezogen werden.

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Messe-Showroom für die Schmuckmanufaktur Meister in München und Basel

Restaurant in Rio de Janeiro

Peter Felix, Zürich

Amann Architects, Rio de Janeiro

Fotos: Nelson Kon, São Paulo

Fotos: Thomas aus der Au, Winterthur

Kategorie 3

Der Showroom soll ein Ort der Ruhe und

Schmucks unterstreichen. Das flexible Kon-

Das Restaurant befindet sich in einem Bau-

Konzentration im Messegetümmel sein.

zept ist auf vier bis fünf Jahre angelegt,

block eines Einkaufszentrums in Rios neu-

Als Lichtkörper sorgt er für die erwünschte

hauptsächlich für die beiden Fachmessen in

estem Wohnviertel, Barra da Tijuca. Es wird

Präsenz. Der Rhythmus der Wandelemente

München und Basel, aber auch für kleinere

aus zwei verschiedenen Teilen gebildet:

lässt Ein- und Ausblicke zu. Innen entsteht

Publikumsausstellungen. Die meisten Teile

einem Straßencafé, einer Bar und einem

ein lichtumhüllter Raum.

sind Standardprodukte mit leichten Ände-

Speisebereich, die sich zur Haupteinkaufs-

Die Gestaltung ist zurückhaltend und kon-

rungen und speziellen Details. Einfache Ma-

straße im Süden orientieren, sowie aus einem

sequent; im Vordergrund steht die Präsenta-

terialien und eine handwerklich perfekte

zum Markt ausgerichteten Delikatessen-

tion der Exponate. Die geradlinige Gestal-

Verarbeitung bewirken eine elegante, edle

und Imbissstand auf der gegenüberliegen-

tung des Standes soll das klare Design des

Lösung.

den Seite. Dazwischen liegt der gemeinsame Servicebereich.

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Preisverleihung 1 Nobelpreis für Literatur 1964

Ich bedauere zutiefst, dass die Angelegenheit das Ausmaß eines Skandals angenommen hat. Der auserkorene Preisträger nimmt den Preis nicht an. Soweit kam es nur, weil ich im Vorfeld nicht rechtzeitig informiert worden war. Als ich am 15. Oktober dem Bericht des Stockholm-Korrespondenten im „Figaro Littéraire“ entnahm, dass die Wahl der Akademie auf mich gefallen war, bildete ich mir ein, dass ein klärender Brief genügen würde, um die Sache aus der Welt zu schaffen. Ich wusste damals nicht, dass der Nobelpreis verliehen wird, ohne dass zuvor der Preisträger eine Gelegenheit zur Stellungnahme bekäme, und so dachte ich, dass genügend Zeit bleiben müsse, um zurückzutreten. Mittlerweile wurde mir klar, dass die Akademie ihren Beschluss, da sie ihn nun einmal gefasst hat, nicht mehr widerrufen kann. Die Gründe, warum ich auf den Preis verzichte, betreffen weder die Schwedische Akademie, noch den Nobelpreis an sich, wie ich in meinem Brief an die Akademie bereits erläutert habe. (...) Meine Verweigerung ist keine spontane Entscheidung, ich habe offizielle Auszeichnungen stets abgelehnt. Als man mir nach dem Krieg, im Jahr 1945 den Vorschlag unterbreitete, der Ehrenlegion beizutreten, schlug ich es aus, obgleich ich Vertraute in der Regierung hatte. Gleichfalls hatte ich niemals den Wunsch, ins Collège de France einzutreten, was mir Freunde nahelegten. Diese Haltung gründet auf meiner Vorstellung von schriftstellerischer Arbeit. Einem Schriftsteller, der sich zu Politik und Gesellschaft oder zur Literatur äußert, steht dazu ausschließlich sein ihm ureigenes Mittel zur Verfügung, nämlich das geschriebene Wort. Mit jeder Auszeichnung, derer er sich rühmen darf, würde seinem Schreiben wie seiner Leserschaft ein Zwang auferlegt, 44 | Bauwelt 1--2 2001

den ich für nicht wünschenswert halte. Es ist ein Unterschied, ob ich unterzeichne mit Jean-Paul Sartre oder mit Jean-Paul Sartre, Nobelpreisträger. Der Schriftsteller, der eine solche Auszeichnung trägt, zieht auch die Vereinigung oder Institution, die sie verliehen hat, mit in seine persönlichen Angelegenheiten hinein: Meine Sympathien für die venezuelanische Widerstandsbewegung gehen außer mich niemanden etwas an; ergreift dagegen der Nobelpreisträger Jean-Paul Sartre Partei für den Widerstand in Venezuela, dann betrifft das auch den Nobelpreis in seiner Gesamtheit als Institution. Folglich muss der Schriftsteller sich der Einverleibung durch eine Institution verweigern, selbst wenn diese sich in höchst ehrenvoller Form vollzieht, so wie es hier der Fall ist. Diese Haltung ist offenkundig meine ganz private und beinhaltet keinerlei Kritik an denen, die bisher prämiert worden sind. Ich empfinde Hochachtung und Bewunderung für viele der Preisträger, die zu kennen ich die Ehre habe. (.. .) Mir scheint es weniger gefährlich, den Preis abzulehnen, als ihn anzunehmen. Wenn ich ihn annehme, willige ich ein in eine „sachgemäße Resozialisierung“, wie ich es bezeichnen würde. In dem Artikel im „Figaro Littéraire“ habe ich gelesen, dass man mir „eine umstrittene politische Vergangenheit nicht übelnimmt“. Ich weiß, dass der Artikel nicht die Ansicht der Akademie wiedergibt, aber er zeigt deutlich, in welchem Sinne gewisse rechte Kreise es auslegen würden, nähme ich den Preis an. Für mich dauert jene „umstrittene politische Vergangenheit“ noch immer an, auch wenn ich inzwischen bereit bin, bestimmte Fehler einzusehen, die im Umfeld meiner Freunde begangen worden sind. Ich will damit nicht sa-

gen, dass der Nobelpreis eine spießbürgerliche Auszeichnung sei, jedoch wäre die spießbürgerliche Interpretation, welche aus mir wohl bekannten Kreisen käme, unvermeidlich. Schließlich komme ich auf die Frage des Geldes zu sprechen: Indem sie ihm mit der Auszeichnung auch eine enorme Summe zuerkennt, erlegt die Akademie dem Preisträger eine schwere Bürde auf. Für mich erwächst daraus ein Konflikt. Entweder nimmt man den Preis an und kann mit dem Geld eine Initiative oder Organisation unterstützen, die man für wichtig hält; ich für meinen Teil dachte an das ApartheidKomitee in London. Oder man lehnt den Preis ab, um seinen Grundsätzen treu zu bleiben – und bringt damit die Initiative um eine Zuwendung, die sie bitter nötig gehabt hätte. Aber ich glaube, dass es kein wirkliches Problem darstellt, sich zu entscheiden. Selbstverständlich verzichte ich auf 250.000 Kronen, weil ich weder vom Osten, noch vom Westen institutionalisiert werden will – zumal man von niemandem verlangen kann, sich wegen 250.000 Kronen von Prinzipien loszusagen, die nicht allein seine eigenen sind, sondern darüber hinaus von all seinen Genossen geteilt werden. So bereitet mir beides gleichermaßen Unbehagen: die Zuerkennung des Preises ebenso wie die abschlägige Antwort, die zu geben ich verpflichtet bin. Zum Schluss dieser Erklärung möchte ich dem schwedischen Volk meine Sympathie aussprechen. Die Erklärung Sartres vor Vertretern der schwedischen Presse, veröffentlicht in: Le Figaro, 23. Oktober 1964; „Le prix Nobel de littérature attribué à Jean-Paul Sartre. L’écrivain le refuse et s’en explique“. Übersetzung aus dem Französischen: Patrick Zöller

Kategorie 4 Bauten für die Gemeinschaft

Bauten für die Gemeinschaft, wie Kindergärten, Schulen, Kirchen, Museen. Ob der Arbeiterclub Rusakow von Konstantin Melnikow in Moskau, ob die Montessori-Schule von Herman Herzberger in Delft. Karl-Josef Schattner hat ein Leben lang für den Bischof in Eichstätt gebaut, natürlich auch sein erstes Werk, und Daniel Libeskind gelang mit dem Jüdischen Museum gleich ein Manifest.


Kategorie 4

Sitz der Slowenischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) in Ljubljana

Ein Preis, 10.000 DM

Sadar in Vuga arhitekti d.o.o., Ljubljana

MARCH 1998 INTERACTIVE OFFICE SEMI-PUBLIC SECTION SECTION

DEVELOP BREITFUSS IN VERTICAL

DECEMBER 1997

JUNE 1998

AUGUST 1998

DECEMBER 1998

RESTAURANT, BANQUET HALL THE MANAGER’S FLOOR CLASSROOMS

6 % HALL

11 % HALL

THE MANAGER’S FLOOR

RESTAURANT BANQUETHALL

23 % HALL AUDITORIUMS

LIBRARY, GALLERY

7 % HALL THE MANAGER’S FLOOR

23 % HALL

AUDITORIUMS

20 % HALL RECEPTION DESK, INFOLINK

RECEPTION DESK, INFOLINK

CLASSROOMS

15 % HALL LIBRARY, GALLERY

Die Interpretation der Bauaufgabe und der

die Büros in Standardausführung aufgereiht

Funktionsaufteilung unterscheidet sich von

sind. Eine über alle Geschosse reichende

der gängigen Konzeption aus einem Breit-

vertikale Halle, die zwischen den beiden Be-

fuß mit – für die Öffentlichkeit schwerer zu-

reichen ausgespart bleibt, ermöglicht deren

gänglichem – Bürohochhaus darüber. Statt-

vielfältige räumliche und funktionale Ver-

dessen wird die halböffentliche „interaktive

knüpfung.

Zone“ mit Foyer, Bibliothek, Restaurant, Vor-

Der Vorplatz von etwa 50 mal 30 Metern

tragssälen, Ausstellungs- und Seminarräu-

ist subtil gestaltet und dadurch klar als ein

men in einem Stapel von je nach Nutzung

dem Gebäude zugehöriger repräsentativer

unterschiedlich hohen Vierendeel-Kastenträ-

Außenraum definiert, zugleich aber auch als

gern klar ablesbar dem Riegel vorgelagert,

eine Fläche für die Öffentlichkeit.

in welchem dann auf acht Normalgeschossen

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Kategorie 4

Café-Musiques, Musik- und Veranstaltungszentrum in Savigny-le-Temple

Lobende Erwähnung

Périphériques Architectes, Paris

Gesundheitszentrum Castellar del Vallès, Barcelona Lobende Erwähnung

Charmaine Lay, Carles Muro, Quim Rosell, Barcelona

Ein Konzertsaal mit 300 Plätzen, ein Club, Probe- und Aufnahmestudios und ein Restaurant vereinen sich zu einem Gelenk am Übergang zweier gegensätzlicher Gebiete: Nördlich des Grundstücks zeigt sich Savigny-le-Temple, eine Gemeinde im Außenbezirk von Paris, mit Bahnhof, Parkplätzen und Gewerbegebiet von seiner durchschnittlich vorstädtischen Seite; im Süden öffnet sich hinter einem Weiher die freie Landschaft. Mit zwei sehr unterschiedlichen Gesten reagieren die Architekten auf diesen Bruch.

Das Grundstück sollte so weit überbaut

liegende Eingangshalle trennt diese beiden

Eine eher „schrille“ Antwort auf die kommer-

werden, wie es die Bauordnung eben noch

Bereiche und verbindet sie zugleich.

zielle Zeichensprache der Vorstadt sind die

zuließ. Im Innern des Gesundheitszentrums

Der obere Bereich mit den Sprechzimmern

Licht- und Farbflächen, die das Fassadenras-

wurden Räume geschaffen, die alle ihre

wird aus jeweils gleichen Einheiten gebil-

ter des lang gestreckten Foyer- und Studio-

eigene Identität haben. Die Sprechzimmer

det: einem Untersuchungsraum für den Arzt,

riegels füllen. Völlig anderen Charakters

verteilen sich auf der Fläche wie ein Teppich,

einem Zimmer für die Krankenschwester,

sind die beiden gr0ßen, an die Rückseite die-

in den Löcher gestanzt wurden, um Luft

einem Warteraum und einem kleinen Hof.

ser bunten Basisstruktur angelagerten Vo-

und Licht hineinzulassen. Allgemeine Funk-

Jeder Behandlungsbereich besteht wiederum

lumina. Sie versuchen, mit der angrenzenden

tionsbereiche wie Archiv, Sanitär- und Sozial-

aus zwei dieser Einheiten und unterscheidet

Landschaft visuell zu verschmelzen: Im me-

räume wurden kompakt an das untere Ende

sich aufgrund der individuellen Farbgebung

tallenen „Tarnkleid“ des Konzertsaals spie-

des Grundstücks verlegt. Die dazwischen

der Höfe von den anderen.

geln sich Himmel, Wald und Wiese, während das in die Sichtbetonwände von Restaurant und Club eingeprägte Camouflagemuster die Umrissform des Weihers zitiert.

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Kategorie 4

Finnische Botschaft in Berlin

Lobende Erwähnung

Rauno Lehtinen, Pekka Mâki, Toni Peltola, Helsinki

Erweiterung der Universität Rapperswil Lobende Erwähnung

Ingrid Burgdorf, Barbara Burren, Zürich

An der Südseite des Tiergartens liegt der Komplex der Nordischen Botschaften, eine Gruppe von sechs individuellen Gebäuden, in freier Form umschlossen von einem Band aus Kupferlamellen. Die Vertretung Finnlands ist zu ihren Nachbarn hin abgeschlossen durch eine horizontale Lattenstruktur, eingefasst in geschosshohe Stahlrahmen. Bei Dunkelheit lässt der Lichtschimmer die dahinter liegenden Büroräume ahnen, tagsüber belebt das Spiel der wahlweise geöffneten Lattenrahmen den ansonsten abstrakten Baukörper. Eine Eberesche – heiliger Baum in der finnischen Sagenwelt – beherrscht den Innenhof, der auf dem Niveau des ersten Obergeschosses an die Außenhaut grenzt; eine Auffächerung der Lamellen im Kupferband an dieser Stelle erlaubt den Blick auf die Klingelhöferstraße und den Tiergarten. Die sichtbar belassene Ortbetonkonstruktion der tragenden und aussteifenden Wände, der Stützen und Decken, die gewachste Birkensperrholzbeplankung der Trennwände Foto: Heinrich Helfenstein, Zürich

und das schwarze Linoleum als Bodenbelag sind als große zusammenhängende Flächen eingesetzt und schaffen so eine ruhige Umgebung für die rund 40 Diplomaten und

Foto: Margherita Spiluttini, Wien

Mitarbeiter.

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Die Universität liegt am Ufer des Zürichsees,

gesetzt werden. Im östlichen Gebäude befin-

in der Nähe des Bahnhofs und der Altstadt

den sich nun die eher öffentlichen Räume

von Rapperswil. Zuvor umfasste sie vier

(Hörsäle, Bibliothek etc.), während das west-

Gebäude im typischen Stil der 70er Jahre.

liche die internen Funktionen der Universi-

Das Ensemble sollte durch Hörsäle, eine

tät (Labore, Seminarräume) aufnimmt.

neue Bibliothek, Büros, Seminarräume, Zei-

Beide Bauten setzen die vorgefundenen

chensäle und Labore erweitert werden. In-

Entwurfsprinzipien fort, wie beispielsweise

dem die geforderten Flächen nicht in einem,

die allseitige Beziehung zwischen Innen- und

sondern in zwei neuen Gebäuden unterge-

Außenraum, das pavillonartige Bausystem

bracht wurden, konnte das städtebauliche

aus einer Skelettstruktur und die transpa-

Grundmuster der bestehenden Anlage fort-

rente Vorhangfassade. Bauwelt 1--2 2001 | 51


Erweiterung der Schule Sonnegg in Goldau

Werkstattpavillon der Kunsthochschule in Porto

Keller Lehmann Architekten, Zürich

Guedes & De Campos, Porto

Fotos: Luis Ferreira Alves, Porto

Fotos: Heinrich Helfenstein, Zürich

Kategorie 4

Das neue Schulhaus und die als flacher Baukörper in den Erdboden eingelassene Sporthalle gruppieren sich, gemeinsam mit dem bestehenden Gebäude, „wie verstreut herumliegende Gesteinsblöcke“ um einen freien Raum. Zwischen den beiden Schulhäusern, über eine breite Treppe vom Platz erreichbar, entsteht ein kleinerer, baumbestandener Pausenhof, von dem aus die beiden Häuser erschlossen werden.

Das Gebäude im Garten der Kunsthoch-

struktion besteht aus einem Stahltragwerk,

Im Inneren des Neubaus strukturieren die

schule sollte einen Werkstattpavillon erset-

ist mit einer Metallhaut umgeben und wird

massiven Blöcke der Klassenzimmer den offe-

zen, der auf einer alten, 14 mal 31 Meter

über Sheddächer belichtet. Der andere Bau-

nen, durch das Gebäude hindurchfließen-

großen Rollschuhbahn stand. Drei große,

körper ist zweigeschossig, etwas schma-

den Flur. Er ist mit Sichtbeton, gelbem Stein-

über hundert Jahre alte Bäume bestimmen

ler und mit Holztafeln verkleidet. In ihm be-

holzboden und Holzwolleplatten eher karg

die Höhe des neuen Ateliergebäudes, das

finden sich die Aufenthaltsräume, Werk-

ausgestattet; dagegen sind in den Unter-

aus zwei getrennten Baukörpern mit glei-

zeuge und Geräte sowie ein Zeichensaal.

richtsräumen alle Oberflächen mit Holz ver-

cher Höhe und Breite besteht. Im ersten be-

Die maximalen Abmessungen der Holztafeln

kleidet. Die Unterscheidung zwischen Flur

finden sich die Bildhauerateliers. Die Kon-

gaben das Gebäuderaster vor.

und Klassenraum lässt sich auch an der grau verputzten Fassade ablesen: Die Fenster der Klassen sind tiefer eingeschnitten, während eine außen bündige Glashaut den Flurbereich begrenzt.

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Preisverleihung 2 Petrarca-Preis 1977

Eine Puppe kam geflogen. Gilt sie dir? Oder gilt sie mir? Mit der Riesenpuppe, die er im Nebenzimmer des kalten Wirtshaussaales in Frascati bei Rom von der Wand gerissen hat, wirft der eben mit dem „Petrarca-Preis“ ausgezeichnete, 1938 in München geborene Herbert Achternbusch weniger auf die rund hundert schmausenden Festgäste als auf sich selbst: Da hoabt’s Ihr Eiren Achdernbusch! Diesen Satz wirft der Mann im weißen Leinenanzug, barfuß in Kneipp-Sandalen, den von weißen Haaren durchsetzten Wuschelkopf schüttelnd, hinterher. Achternbusch hat vorher schon geworfen: einen nicht funktionierenden Vorführapparat für seine Filme (an die Wand), ein paar Untertassen (in Richtung der Leute, die ihm den Preis zuerkannt haben), den Inhalt eines Glases Wein (Castelli Romani, Jahrgang 1974, weiß) ins Gesicht und auf den Anzug des Mannes, der zugleich „arbiter elegantiarum“, Chef-Ideologe, Organisator und kluger, belesener Conférencier der „Petrarca-Preis“-Gesellschaft ist (des Hamburger Professors für nicht-normative Ästhetik Bazon Brock) und starke Worte: „Leckt’s mich doch mit Eurem Cicero am Arsch! Der kleine Consul hat doch nur g’schaut, daß er ein großer wird! Und Euer Petrarca: Der hat sein’ Schwanz überall reing’hängt!“ (...)

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Drei Tage hatte sich diese Explosion vorbereitet. Bei allen Schaustellertalenten dieses Sprachgenies aus Bayern haben seine verbalen und gestischen Kraftakte die Überzeugungskraft persönlicher Wahrhaftigkeit: Auch als er eine Stunde später im Hotelfoyer dem Stifter des Preises, dem Kunsthistoriker und jungen Verleger Hubert Burda, den ZwanzigtausendMark-Scheck des „Petrarca-Preises“ aus der Hand reißt und verbrennt. Entsetzt starren die Gäste einer italienischen Hochzeit auf die kleine Flamme. Schon im Restaurant waren es die italienischen Freunde der Tafelrunde, die gegen diesen neuen „Sacco di Roma“ protestierten, bei dem nicht nur ein teurer Filmvorführapparat, sondern vor allem Arbeitsgerät und Erwerbsquelle eines italienischen Handwerkers zerstört wurden. In dem allgemeinen Geschrei tauchen die lustigen Gesichter von Rita (12) und Judit (10) Achternbusch neben den halb leer gegessenen Tellern des Festmahls auf: Bisch du für mei’n Vadda oda gegen ihn? fragen sie und machen sich fröhlich über Wein- und Mineralwasserreste in den Gläsern der Befragten her. Rut (14) diskutiert mit Schriftstellern und Kritikern. Da liegt plötzlich ein von Weinkrämpfen geschüttelter Junge über dem Tisch: Andi Achternbusch (13). Keiner hat diesen Preiseklat so erlitten wie dieser aufgeweckte, in Fragen und Antworten intelligente und sensible, einzige Sohn von Herbert Achternbusch. War er nicht vor 48 Stunden aus dem blauen VW-Kombi, mit dem die Achtenbuschs auf Reisen gehen, ins Hotel gestürzt mit dem Ruf deutscher Italien-Fahrer: „Gibt’s hier Pizza? Gibt’s hier Eis?“

Das kleine heulende Elend tröstend, wird einem die Fraglichkeit dieses (schönen! richtigen!) Unternehmens eines deutschen „Petrarca-Preises“ bewußt. (. ..) Lieber Andi Achternbusch, Du warst so traurig und wußtest nicht mehr, wer recht hat: Dein Vater oder die Leute, die auf ihn schimpften, als er die Leute beschimpfte. Dein Vater war so, wie in seinen Büchern: ob er schreibt oder schreit – da fliegen Fetzen. Das macht nichts. Denk daran, was der Eis- und Pizza-Esser Petrarca gesagt hat: Ohne Streit kein Leben. Du mußt gar nicht so weit zurückgehen. Da gibt es einen, der heißt wie Du, Achternbusch, aber Herbert. Der hat den Petrarca-Preis zu Recht bekommen. Auch wenn ihn noch immer zu wenig lesen: Ich bin ein einziges Mal glücklich gewesen und das im Traum ... Da lebe ich nun allein dahin und mein Zorn ist nicht gestillt.

Kategorie 5 Wohnungsbau Wohnungsbau und Siedlungsbau. Antonio Cruz und Antonio Ortiz haben ihr Wohn-

Aus „Die Zeit“ vom 10. Juni 1977, Rolf Michaelis: Literatur, daß die Fetzen fliegen

haus in die Altstadt von Sevilla integriert, Roger Diener in der Hammerstraße in Basel den Baublock wiederentdeckt. Fumihiko Makis Erstlingswerk, die Hillside Terrace Apartments in Tokio von 1969, stellen das soziale Zusammenleben in den Vordergrund und Adolf Krischanitz in der Pilotengasse in Wien 20 Jahre später ein avantgardistisches Farbkonzept.


Kategorie 5

Wohnungsbau De Zaanwerf in Zaanstad, Niederlande

Ein Preis, 10.000 DM

Tania Concko, Amsterdam, Pierre Gautier, Paris

Die Wohnblocks in Zaanstad, nordwestlich von Amsterdam, scheinen auf Pontons zu treiben. Neu angelegte Kanäle trennen das Areal am Zaanufer von den umgebenden Wohnvierteln und teilen es in drei Inseln. Zur Hälfte eingegrabene Parkgaragen bilden die sockelartigen Plattformen, auf denen insgesamt 14 unterschiedliche Häuser stehen. Dazwischen entstanden differenzierte öffentliche Freiräume. Innerhalb einer hochverdichteten urbanen Umgebung wird mit verschiedenen Typologien so der Bedarf nach individuellem Wohnraum erfüllt. Ein Fußgängersteg verbindet die unregelmäßigen Kanten der Plattformen zu einer Front und stellt in seiner Verlängerung die Verbindung zum Stadtzentrum her. Schwimmende Fußgängerbrücken zwischen und hinter den Inseln bilden die Übergänge zur umgebenden Nachbarschaft und spielen mit dem Thema Land und Wasser. Hier vermitteln zwei- bis dreigeschossige Bauten zum Maßstab der Umgebung, während sich die wesentlich höheren Apartmenthäuser am Ufer auf die Lagerhäuser beziehen, die vorher hier standen. Neben dem Städtebau wurden von Concko und Gautier 102 von insgesamt 253 Wohnungen realisiert.

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Wohnungsbau in Den Bosch

Lobende Erwähnung

VMX architects, Amsterdam

3UP 2 DOWN wurde als Alternative zu her-

Größere Single-Apartments im ersten Ober-

kömmlichen Wohnformen insbesondere für

geschoss orientieren sich zum Park und

„Starter“ entworfen, die sich relativ kleine,

nehmen jeweils eineinhalb Achsen des Ras-

aber individuelle Wohnungen wünschen.

termaßes in Anspruch. Sie werden vom Lau-

Im Erdgeschoss befinden sich behinderten-

bengang aus erschlossen, an dem auch die

gerechte Wohnungen und Gewerbeflächen.

Aufgänge zum zweiten Obergeschoss liegen.

Für die Erschließung der oberen Geschosse

Dort sind die Wohnungen tiefer und haben

wurde eine Kombination aus Laubengän-

sowohl Fenster in beide Himmelsrichtungen

gen und Treppen entwickelt.

als auch Oberlicht. Die Außenwände sind

Wohnungsbau in Paris Lobende Erwähnung

Janine Galiano, Philippe Simon, Xavier Ténot, Paris

Foto: Rob t’ Hart, Rotterdam

Kategorie 5

schwarz verkleidet, während im Inneren, dort, wo sich die Erschließungsbereiche befinden, ein warmer Beigeton vorherrscht.

Eine Schwierigkeit des Entwurfs war die besondere geographische Situation aufgrund der Topographie und der schmalen Parzellen, die durch das historische Gefüge in diesem Pariser Vorort vorgegeben waren. Vier nach außen identische Baukörper, innen jeweils zu zwei Einheiten zusammengefasst, stehen jetzt nebeneinander und staffeln sich den Hang hinunter. Die Fassaden sind gleichförmig gegliedert, lediglich im Erdgeschoss geben Holzbrüstungen den Gebäuden eine Basis, und die Attikageschosse sind aufwendiger im Detail; sie sollen die Baukörper „krönen“ und ihnen Schutz bieten.

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Geförderter Wohnungsbau in Sesto San Giovanni, Mailand

Starterhäuser in Rudník

+ARCH Fresa Fuenmayor Garbellini Tricario, Mailand

Archteam, Náchod

Fotos: Andrea Martiradonna, Mailand

Fotos: Ester Havlová, Prag

Kategorie 5

Die Wohnanlage mit 38 Einheiten ist Teil

Bei den „Starterhäusern“ in Rudník handelt

der städtebaulichen Planung zur Konversion

es sich um 18 Reihenhäuser in unmittel-

eines ehemaligen Industriegeländes nörd-

barer Nachbarschaft zu einer alten Arbeiter-

lich der Mailänder Innenstadt. Die von dem

siedlung. Dort sollte günstiger Wohnraum

U-förmigen Gebäude umschlossene Piazza –

vor allem für junge Menschen geschaf-

etwa um einen Meter gegenüber dem Stra-

fen werden. Die Wohnfläche jedes Hauses

ßenniveau angehoben – ist der Treffpunkt

beträgt – auf zwei Stockwerke verteilt –

der Bewohner; von ihr aus werden auch die

86 Quadratmeter. Im Erdgeschoss befinden

beiden Treppenhäuser erschlossen. In die

sich das Wohnzimmer und die Küche, im

48 Meter lange Hauptfassade ist ein Durch-

Obergeschoss zwei Schlafzimmer, ein Bad

gang zur Piazza eingeschnitten; direkt da-

und WC. Als Materialien wurden Faserze-

neben springt das oberste der vier Geschosse

mentplatten, schwarzes Bausperrholz und

zurück, um unter einem großzügigen Dach-

Einbauten aus Kiefernholz verwendet.

überstand Terrassen zu bilden. Das Motiv des auskragenden Flachdachs wird an den Seiten- und Hoffassaden nochmals wiederholt. Rhythmisiert werden die weiß verputzten Fassaden durch Brüstungselemente aus Streckmetallgitter und auf der Hofseite durch Holzpaneele.

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Preisverleihung 3

Konstruktionssysteme und technische Bauten, Brücken, Hallen, Überdachungen,

Ein Text von 1972

Stellwerke oder Stellwände. Renzo Pianos erstes Werk war eine multifunktionale

Zehn Minuten vor vier öffnet er das schwere Akademieportal, grüßt den Pförtner, bekommt ein flüchtiges Kopfnicken zurück, geht die teppichbelegten Stufen lautlos hinauf und macht auf der vorletzten eine Entdeckung, die so entsetzlich ist, daß sie alle grauen Gedanken an Feier und Referat einschwärzt und ineinander fließen läßt zu einem gräßlichen Unglückstintenpfuhl. Während er nämlich die Treppe hinaufgeht, ist ihm plötzlich so, als ob an seinem linken Fuß etwas nicht in Ordnung ist, als ob da der Schuh loser sitzt als am rechten. Bis zur Treppenmitte achtet er darauf, ob der Verdacht sich bestätigt, wirft einen Blick nach oben, auf den Treppenabsatz, der die Ausdehnung eines mittleren Saales hat, und als er diesen, soweit er ihn überblicken kann, menschenleer findet, entschließt er sich, auf der vorletzten Stufe nachzusehen, ob der Schnürsenkel sich gelockert oder gelöst hat, so daß Gefahr besteht, mit dem anderen Fuß darauf zu treten und zu stolpern, benutzt die oberste Stufe als Stütze, bückt sich und sieht, daß Stolpergefahr nicht besteht, weil nämlich kein Senkel da ist, der sich gelockert haben könnte, weil nämlich am linken Fuß noch der Arbeitsoder Universitätsschuh sitzt, der kein Schnürband hat, weil er nämlich ein Slipper oder Schlüpfer ist mit gummiunterlegter, festsitzender Lasche statt der Bindevorrichtung, was ihn deutlich unterscheidet vom rechten Schuh, dem Feierlichkeitsschuh, der ein Schnürschuh ist. Zum Glück sind beide schwarz. Was jetzt geschieht, geht schneller, als man es lesen kann, weil es nämlich gleichzeitig geschieht. Unten öffnet der Pförtner die Tür aus Glas und Eisen, nicht für die Gruppe 62 | Bauwelt 1--2 2001

buntgekleideter Studentinnen und Studenten, die ehrerbietig zur Seite treten, sondern für zwei schwarzgekleidete Herren, die aus großen schwarzen Autos steigen und würdigen Schrittes auf die Treppe zugehen. Oben tritt ein Herr hinter dem Treppenpfeiler hervor, lächelt Teo erkennend zu und streckt die Hand zur Begrüßung aus. In der Mitte denkt Teo: Den Schuhladen in der Chausseestraße könnte ich in fünf Minuten erreichen, erfaßt aber während dieses Gedankens schon die Hand des Mannes, von dem er weiß, daß er ihn kennt, aber nicht, wer er ist. „Sei gegrüßt, Teo“, sagt der Mann. „Ich freue mich!“, faßt Teo freundschaftlich am Arm und führt ihn, ohne zu sagen, worüber er sich freut, die nächste Treppe hinauf, wobei er erklärt, daß die Leitung ihn erwarte. Teo hat das Gefühl, etwas sagen zu müssen, und da sein Begleiter kleiner ist als er und deshalb nicht Paul Schuster sein kann, fragt er, ob dieser schon da sei, was verneint wird. Im ersten Stock stolpert Teo, fällt aber nicht, weil sein unbekannter Bekannter, der dabei unglücklicherweise nach unten sieht, ihn hält. Er sieht aber nicht auf Teos Schuhe, sondern auf das Kabel, das die Rundfunkleute gelegt haben, die von der Saaltür her auf Teo zustürzen, um sich nach der Dauer seiner Rede zu erkundigen. „Zwanzig Minuten“, sagt er so sicher, als wüßte er das. Er geht auf den Saal zu, wird aber in eine andere Richtung gesteuert, den Flur entlang bis vor eine hohe Tür, die sich, der Stille des Hauses anpassend, lautlos öffnet und zwischen ihm und seinem Begleiter schließt. Er braucht sich nicht vorzustellen. Man kennt ihn und hält sich selbst für bekannt genug, lädt ihn zum Sitzen ein

in den großen, freistehenden Sessel, den er ausschlägt, sich aber dann doch setzt, auf einen Stuhl, an den Konferenztisch, der wie die ganze Einrichtung durch Größe imponiert. Er sagt „ja“ auf die Frage nach Kognak, „ja“ auf die nach einer Zigarette, „Zwanzig Minuten“ auf die nach der Rededauer, schiebt mit aller Energie, über die er verfügt, inwendig das Schuhproblem beiseite, trinkt den Qualitätskognak, den er sonst nicht leiden kann, und sagt ruhig: „Es ist schwer, dieses Buch zu loben“, was eine Einleitung ist, aber eine mißratene, denn man hält sie für einen der üblichen Zynismen, mit denen man Spannungen abzureagieren sucht, und lächelt verständnisvoll. „Ich meine, daß es mir nicht möglich ist, dieses Buch zu loben“, sagt er mit dem Ernst eines Spielverderbers, ohne noch zu wissen, zu welchem Hauptteil und Schluß diese Einleitung eigentlich führen soll. Auch zu wem er spricht, weiß er nicht, da die drei Männer jenseits des Tisches weder durch Aussehen noch durch Verhalten eine Rangordnung erkennen lassen. Ihre Gesichter, von denen auch jetzt das Lächeln nicht schwindet, nur unsicherer wird, setzen ihn in Verlegenheit, nicht, weil sie ihn beeindrucken, sondern weil sie es nicht tun. „Kognak hilft gegen Lampenfieber“, sagt einer und schenkt wieder ein. Günter de Bruyn, Preisverleihung, Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main 1993

Dachkonstruktion. Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg haben, frisch von der Hochschule, mit dem Flughafen Tegel gleich groß begonnen und den Maßstab bis heute beibehalten. Richard Horden entwickelte sein erstes wirklich mobiles Wohnmodell aus dem Container und ließ es per Hubschrauber auf einen Gipfel der Schweizer Alpen transportieren.

Kategorie 6 Konstruktionssysteme


Brückenbauwerk „Tausendfüßler“ in Oberhausen

Ein Preis, 10.000 DM

netzwerk-architekten, Darmstadt

Fotos: Christoph Kraneburg, Darmstadt

Kategorie 6

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Das insgesamt 230 Meter lange Bauwerk

struktionsprinzip: Die Stellung der Stützen

dient Radfahrern und Fußgängern in Verbin-

mit ihren eigens entwickelten Gusskalotten

dung mit der Landesgartenschau. Zu über-

als Kopf- und Fußpunkte für jeden notwen-

winden waren die A 42, die Emscher und der

digen Winkel wechselt je nach Lage der vie-

Rhein-Herne-Kanal. Außerdem musste eine

len im Untergrund liegenden Ver- und Ent-

Hochspannungsleitung unterquert werden.

sorgungsleitungen. Der mittlere Rahmen ist

Die Hindernisse werden mit Stahlbetonrah-

geneigt und trägt an seiner östlichen Flan-

men bzw. luftdicht verschweißten Stahlkas-

ke eine auskragende Rahmenkonstruktion als

tenrahmen überspannt. Die Unterschiedlich-

Mittler zwischen Unter- und Überbau. Der

keit der konstruktiven Ordnungen und der

Benutzer bewegt sich in einem sanften Auf

strukturellen Systematik innerhalb des Stahl-

und Ab: ein Dialog zwischen künstlich gefal-

betonteppichs erforderte ein weiteres Kon-

teter Landschaft und gewellter Brücke.

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Kategorie 6

Druckerei in München Riem

Lobende Erwähnung

Amann & Gittel Architekten, München

Temporäres Theater für die Stadt Haag Lobende Erwähnung

noncon:form, Wien

Das Freilufttheater auf dem Markt von Haag,

len, stehen die geneigten Stützen hinter der

einem niederösterreichischen Ort mit etwa

letzten Sitzreihe. Über ein rückwärtig an-

5000 Einwohnern, nutzt den relativ kleinen

geordnetes Baugerüst mit Treppen gelangen

Bauplatz optimal aus. Für Theateraufführun-

die Zuschauer in den Rang.

gen während des Sommers können im flach

Der Auf- und Abbau des zerlegbaren „Stadt-

ansteigenden Parkett und auf der darüber

möbels“, dessen Teile während der spiel-

schwebenden Tribüne rund 530 Sitzplätze

freien Zeit in einem Unterstand gelagert wer-

wettergeschützt untergebracht werden. Die

den, dauert nur wenige Tage. Die Montage

beiden Leimholzrahmen mit der Tribünen-

des Daches erfordert etwas mehr Aufwand,

und Dachkonstruktion sind in Fundamenten

denn die Gassen sind so eng, dass die drei

verankert, die im Boden eingelassen sind.

flächigen Elemente über die Hausdächer auf

Um die Sicht auf die Szene nicht zu verstel-

den Platz gehievt werden müssen.

Das Druckereigebäude im Gewerbegebiet der neuen Messestadt in Riem wurde in dreimonatiger Bauzeit aus Betonfertigteilen errichtet. Im Inneren der Halle wechseln hohe, bis zu den aufgesetzten Oberlichtern reichende Raumabschnitte ab mit Bereichen, in die ein oder zwei weitere Geschossebenen eingezogen sind. Diese sind durch einen Steg über die Lufträume hinweg miteinander verbunden. Offene wie geschossweise unterteilte Abschnitte sind aus demselben Fertigteilsystem aufgebaut. Doppelschalige Profilglasbahnen mit flächenbündig eingesetzten Fenstern bilden die glatte Außenhaut. Diese changiert leicht in der Farbe, denn für die äußere Schale wurde blaues, für die innere grünes Glas verwendet. Die differenziert behandelten Betonoberflächen der Wände und Decken – flügelgeglättet, handgeglättet oder schalungsrau – bleiben unver-

Foto: Frank Kaltenbach, München

Fotos: Dietmar Tollerian, Linz

kleidet.

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Kategorie 6

Einstieg zur Gleichrichterstation am Königsplatz in Augsburg

Cellular Operations Headquarters

Regina Schineis, Augsburg

Richard Hywell Evans, London

In einer für ein Bürohaus ungewöhnlichen Form schmiegt sich die zwei- bis dreigeschossige Glasstruktur an einen künstlichen See: Gekurvte Linien bestimmen Grundriss und Schnitt der Zentrale eines Call-Centers im britischen Swindon. Die rahmenlose Doppelverglasung der Nordfassade wird getragen von rippenförmig gebogenen Stahlrohrsparren und Haltepfetten aus Gussaluminium. Sie wölbt sich weit hinaus zu einem wintergartenähnlichen Raum, der längs des Gebäudes die Geschossebenen galerieartig verbindet. Drehbare Sinterglasblenden, die auch als Reflektoren fungieren, steuern den Lichteinfall ins Innere. Eher kistenförmig präsentiert sich das Haus dagegen von der Südseite. In die schwarze Aluminiumfassade sind große Bandfenster eingeschnitten. Geschoss- und Deckenplatten sowie Wände und Stützen aus Stahlbeton bilden die rela-

In den Grünanlagen am Königsplatz wurde

unterirdischen Bauwerks. Die acht Meter

eine unterirdische Gleichrichterstation ge-

langen Wände des Treppenraums dienen als

baut. Einzig sichtbar bleibt der Einstieg, not-

Fundament für die aufgesetzte Umhüllung.

wendig für Wartungsarbeiten und als Ein-

18 Flachstahlrahmen aus Edelstahl, mit ihren

bringöffnung für die überdimensionalen

inneren Fußpunkten an zwei Stahlwinkeln

Transformatoren. Gefordert war eine abso-

verschweißt, bilden das Traggerüst für das

lute Unterordnung des technischen Bau-

Edelstahlgewebe, das nur aufgelegt und mit

werks. Darüber hinaus galt es, die Sicher-

Draht an den Rahmen befestigt ist. Der Zu-

heit vor Vandalismus und eine Möglichkeit

gang öffnet sich nach innen, nur an den

zur Abführung der anfallenden Wärmelas-

Schließzylindern ist dieser von außen zu er-

ten der unterirdischen elektrischen Anlagen

kennen. 38 Strahler, die zwischen den Rah-

zu gewährleisten.

men auf dem Stahlwinkel angebracht wur-

Die einläufige Treppe wurde als Stahlbeton-

den, lassen das Bauwerk nachts zum Licht-

fertigteil eingesetzt – sie ist das letzte sicht-

objekt werden.

Fotos aller Tafeln: Hans-Joachim Wuthenow, Berlin

tiv konventionelle Grundkonstruktion.

bare Element des 240 Quadratmeter großen

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Teilnehmer

Bolivien Hans Kenning, Santa Cruz: Musik- und Videogeschäft in Santa Cruz Brasilien Amann Architects, Rio de Janeiro: Bar in Rio de Janeiro Dänemark Kristine Jensen, Århus: Platzgestaltung in Kopenhagen Deutschland AO Architektur + Organisation, Berlin: Geschäftshaus für die Filmförderungsanstalt in Berlin Heinrich Alff, Schmelz: Wohnhaus in Schmelz Amann & Gittel Architekten, München: Druckereigebäude in München Riem László Ambrus, Halle/Saale: Wohnhaus in Halle Sabine Bähr, Arget: Wohnhaus in Portugal BauArt Architektur, Tann: Anbau an ein Wohnhaus in Hebertsfelden Bauwerk – Atelier für Gebrauchsarchitektur, Stuttgart: Wohnhaus Bayer und Uhrig, Kaiserslautern: Wohnhaus im Steuerwald Beckus Beckmann, Stuttgart: Kinderhaus in Stuttgart-Riedenberg Beckmann + Ludwig, Stuttgart: Umbau und Sanierung eines Handwerkerhauses in Ravensburg Bembé + Dellinger, Greifenberg: Wohnhaus in Fischen Gunther Benda, Kiel: Anbau Haus Scheite in Pinneberg Peter Bender, Mannheim: Wohnhaus in Pforzheim Hans Bergs, Bad Münster: Hildegardiskapelle in Odernheim Bernward Grützner Architekten, Berlin: Medienagentur in Berlin Bitzegeio + Hannibal, Berlin: Rekonstruktion eines mittelalterlichen Hortus Sanitatis in Mainz blaufisch – Kever und Renatus Architekten, Berlin: Kindertagesstätte in Berlin-Buchholz Bottega + Ehrhardt Architekten, Stuttgart: Umbau einer Werbeagentur in Ludwigsburg André S. Brössel, Berlin: Dachgeschossausbau

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Brückner & Brückner Architekten, Tirschenreuth: Kapelle Bucher + Hüttinger, Herzogenaurach: Wohnhaus in Herzogenaurach Rocco Burggraf, Dresden: Bundesamt für Güterverkehr in Dresden Busch + Liebig, Modautal: Anbau an ein altes Wirtschaftsgebäude im Odenwald Maria Clarke, Berlin: Wohnhaus in Berlin-Hohenschönhausen Complizen, Halle: Kundencenter der Stadtwirtschaft Halle GmbH Deluse Architekten, Berlin: Neubau eines Weinkellers in Berlin Denzer & Poensgen, Köln: Wohnhaus in Marmagen Deppisch & Bosch, Freising: Ausbau einer orthopädischen Praxis in München Design Associates, München: Wohnhaus in Kühbach Despang Architekten, Hannover: Warteblöcke für die Straßenbahn in Hannover Michael Dietl, München: Umgestaltung des Eingangsfoyers einer Bankfiliale in München Norbert Ebel, Düsseldorf: Anbau an ein Wohnhaus in Werfen an der Sieg Stephan Eberding, Stuttgart: Wohnhaus Uwe Ehrler, Karlsruhe: Wohnhaus in Lobbach/Odenwald Karim El Ansari, Herborn: Wohnhaus in Mittenaar-Bicken Lutz Engelhardt, Hain: Wohnhaus in Hain Boris Enning, Köln: Erweiterung und Umbau einer Zahnarztpraxis in Hannover-Garbsen Benjamin Eton, Berlin: „Hausgarten“ – Wohnen ohne Baugenehmigung in Berlin Exilhäuser Architekten, Edling: Prototyp Zusatzraum Thomas Fabrinsky, Karlsruhe: Wohnhaus in Reilingen Bernhard Felber, Augsburg: Wohnhaus mit Garage Marcus Fissan, München: Wohnhaus am Niederrhein Formfahnder, Mainz: Umbau einer Scheune zu einem Wohnhaus in Mainz-Gonsenheim Roberto Forte, Berlin: Wohnhaus Torsten Gabele, Konstanz: Wohnhaus in Istein Gablik Otto Architekten, Köln: Wohnhaus in Uedem

Gauselmann Richter Architekten, Dortmund: Werkstatt für Behinderte in Köthen Geier & Maass, Berlin: Volkshochschule in Göttingen Alexandra Geiseler, Frankfurt am Main: Fast-Food-Restaurant in Frankfurt am Main Hilmer Goedeking, Frankfurt am Main: Wohnhaus Michael Göhring, Pforzheim: Doppelwohnhaus in Keltern Rainer B. Görg, Hofheim: Sternwarte in Hofheim-Marxheim Gorenflos Architekten, Berlin: Aufstockung eines Wohnhauses in Berlin Graf Popp Streib, München: Max-Planck-Haus am Münchener Hofgarten Holger Gravius, Essen: Doppelwohnhaus in Essen Susanne Gross, Köln: Stahlhalle in Düren Maren Großmann, Kaiserslautern: Umbau Keplermuseum in Weil der Stadt Konstanze Guhr, Lübeck: Kulturzentrum in einem sanierten Gutshof in Klütz Haack & Höpfner Architekten, München: Wohnhauserweiterung in München Ralf P. Häussler, Stuttgart: Bürogebäude in Aspach Klaus Hannappel, Frankfurt am Main: Wohnhaus Helge Hauert, Hagen: Wohnhaus Hausmann + Müller Architekten, Köln: Verwaltungsgebäude mit Beratungszentrum in Nürnberg Hirschmüller Lück Schmidt Architekten, Darmstadt: Doppelhaus in Mühlheim-Trautheim Helm Westhaus Architekten, Berlin: Umbau einer Feldremise Hochstrasser + Göler, Berlin: Musikpavillon am Marktplatz in Ulm Höger Hare Architekten, Berlin: Kirche St. Thomas von Aquin in Berlin Caspar Hoesch, Berlin: Umbau eines Wohnhauses Marianne Holz, Hamburg: Wohnhaus in der Flensburger Förde Frank Hülsmeier, Darmstadt: Wohnhaus im Wiehengebirge Andreas Igel, Münster: Umbau und Erweiterung eines Ladenlokals mit Werkstätten in Münster Martin, Kaiser, Oberstreu: Wohnhaus in Unterfranken Kebe + Schoberth, Berlin: Labor- und Bürogebäude und drei Hallen für die Universität Cottbus

Kirchhof & Markert, Burghausen: Erweiterung eines Wohnhauses in München-Pasing Kirchhoff Architekten, Wuppertal: Feuerwehrgerätehaus in Ennigerloh Holger Kleine, Berlin: Wohnungsumbau in Berlin Berthold Kleta, Hamburg: Sanierung und Umbau eines Wohnhauses in Friedrichstadt Bernd Kniess, Köln: Wohn- und Geschäftshaus in Köln Koch + Weyrich, Frankfurt am Main: Umbau der Kaffeerösterei Laier in Offenbach Anne König, Münster: Erweiterung einer Schule in Münster Michael Körner, Weimar: Schule mit Sporthalle in Gunzenhausen Hans Kolbeck, Potsdam: Restaurant in Dresden Jürgen Kraske, Laudenbach: Schule in Laudenbach Krauter Ludwig Oertel, Stuttgart: Anbau an ein Wohnhaus in Rorgenwies Kreykenbohm Architekten, Hannover: Ausstellungsbau mit Hotel bei Hannover Pawel Krolikowski, Gütersloh: Wohnhaus am See kühlhorn.niehaus.machicao, Berlin: Bar in Berlin Frederik Künzel, Kaiserslautern: Wohnhaus in Illingen Roland Kuhn, Berlin: Wohnhaus in Stahnsdorf Kunschner & Maucher, Haslach: Wohnhaus mit Atelier Langensteiner Architekten, Ettlingen: Wohnhaus im Schwarzwald Karl Langensteiner + Gjl Architekten, Freiburg: Veranstaltungszelt in Freiburg Konrad Lentschig, Dresden: Wohnhaus am Wasaplatz in Dresden Liebscher-Tauber und Tauber, Berlin: Kunstgalerie in Berlin Peter Löffelholz, Lindau: Mehrfamilienhaus in Hörbranz Alois Lorscheider-Brinkmann, NiesetalSandershausen: Anbau an ein Wohnhaus in Kassel Mand oder Siever, Kassel: VIP-Lounge in Kassel Mann Landschaftsarchitekten, Kassel: Lyceumsplatz in Kassel Margrot Martens, Buxtehude: Wohnhaus in Wiegersen Björn Martenson, Köln: Wohnhaus mit Atelier in Köln Michael Ruiz Martin, Sindelfingen: Aufstockung in Sindelfingen-Maichingen mdf Mathey Dorn Freytag, Berlin: Ausstellungsprojekt der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Meier + Wiedemann, Würzburg: Wohnhaus in Goldkronach metris 3, Darmstadt: e-loft in Berlin Kai Hannelore Mettelsiefen, Köln: Sparkasse in Anklam Thomas Michael, Berlin: Sanierung eines Wohnhauses in Weimar Almut Michel, Münster: Wohnhaus in Münster Modersohn & Freiesleben Architekten, Berlin: Wohnhaus in Paretz Markus Moster, Köln: Wohnhaus bei Köln Jürgen Mrosko, München: Dachgeschossausbau in München Peter-Andreas Müller, Güstrow: Rettungswache und Kindertagesstätte in Güstrow netzwerk-architekten, Darmstadt: Brückenbauwerk „Tausendfüßler“ in Oberhausen Sven Marcus Neu, Krefeld: Gartenpavillon Neumann Landwehr Architekten, Berlin: Zweifamilienhaus bei Berlin Axel Nieberg, Hannover: Wohnhaus Ruairi O’Brien, Dresden: Mobile Ausstellungsarchitektur „Erich Kästner Museum“ in Dresden Stefan Ochs, Darmstadt: Wohnhaus im Odenwald oehler + arch kom, Bretten: Passivhaus in Bretten Florian Ohmes, Minden: Ferienhaus in Liniewo, Polen Orange Architekten, Berlin: Ausstellungsraum für Segelyachten in Stolpe Seyed Mohammad Oreyzi, Köln: Tiergartendreieck Block 4 in Berlin osa – office for subversive architecture, Darmstadt Installation in einer Unterführung in Darmstadt Wolfgang Ott, Kronberg: Büro- und Wohngebäude in Kronberg Peanutz Architekten, Berlin: Loft in Berlin pep berlin, Berlin: Gartengestaltung „Code Naturel“ J. C. Peters, Berlin: Dachgeschossausbau in Berlin Peters Architekten, Berlin Medizinzentrum in Berlin Axel Petran, Konstanz: Heizkraftwerk am Bodensee Petry + Wittfoht Architekten, Stuttgart: Parkregal in Sindelfingen Gudrun Pitzer, Dresden: Büro- und Wohnhaus in Dresden

plan 2, München: Justizvollzugsanstalt in Dresden Raumkontakt, Karlsruhe: Umbau eines Wohngeschosses zu einer Werbeagentur Markus Reischböck, München: Badehaus Silvia und Hartmut Renner, Schorndorf: Reihenhausumbau in Schorndorf Renner Hainke Wirth, Hamburg: Empfangsgebäude der Lufthansa in Hamburg Daniel Richter, Braunlage: Sanierung und Erweiterung einer Bankfiliale in Goslar Ralph Röwekamp, Köln: Wohnhaus in Aachen Gerlind Rose, Steinfurt: Wohnhaus in Steinfurt A. Ruhnau, Issum-Sevelen: Erweiterung eines Wohnhauses in Issum Stefan Schausten, Essen-Heisingen: Wohnhaus in Ulheim-Sinnersdorf Schebalkin Architekten, Köln: Wohnhaus in Köln Achim Scheffler, Köln: Opel Millennium Express Regina Schineis, Augsburg: Einstiegsbauwerk Königsplatz Augsburg H. G. Schmidt-Domogalla, Dorsten: Umbau eines Wohnhauses Schmieder & Stöckerl, Karlsruhe: Wohnhaus bei Fürth Peter Schmitz, Köln: Wohnturm am Rhein Kuno Mauritius Schneider, Trier: Goldschmiede Irsch und Schuh in Trier Christian Scholz, Landshut: Umbau und Erweiterung eines Wohnhauses in Landshut Schröder-Kaiser Architekturbüro, Blomberg-Großenmarpe: Sanierung eines Fachwerkhauses in Detmold-Heidenoldendorf Hubert Schüle, Freiburg: Umbau eines Schmuckateliers in Freiburg Rafaela Schüle, Freiburg: Ladengeschäft in Freiburg Gabriele Schultheiß, Berlin: Kirchberg der Stadtpfarrkirche St. Marien in Müncheberg SHE_arch, Hamburg: Wohnhaus Steinbeck Architekten, Berlin: Kindertagesstätte in Kleinmachnow Bertram Steinmann, Merzhausen: Umbau und Erweiterung eines Reihenhauses in Landshut Detlef Stigge, Oldenburg/i.O.: Wohnhaus in Lemwerder Christian Sting, Berlin: Wohnhaus am Sacrower See Bert Tietje, Berlin: Anbau an ein Wohnhaus im Odenwald

Urbanforms Architekten, Berlin: Coffeeshop in Berlin Thomas Vöge, Sendenhorst: Wohnhaus in Sendenhorst Von Ey Architektur, Berlin: Kaufhaus Schütte in Gifhorn Sibylle Waechter, Darmstadt: Wohnhaus in Frankenberg/Eder Felix Waechter, Mühltal Wohnhaus in Erfurt Matthias Weber, Donaustauf: Wohnhaus bei Regensburg Gesine Weinmiller, Berlin: Bundesarbeitsgericht in Erfurt Robert Wetzels, Köln: Erweiterung einer Schreinerei in Saelhuysen Würfel + Krätschmer, Wiesbaden: Gutenbergpavillon in Mainz Jörg Zander, Berlin: Wohnhaus in Kolberg zipherspaceworks.architecture, Stuttgart: SB-Bereich der Württembergischen Handelsbank in Stuttgart Finnland Lehtinen, Mâki + Peltola, Helsinki: Finnische Botschaft in Berlin Ulmer + Ulmer, Helsinki: Wohnhaus im Rheinland Frankreich Brion + Privat Architectes, Montpellier: Informationszentrum der Technischen Hochschule in Les Eyrieux Crégut & Duport, Nimes: Rathaus in Uchaud Dupper, Latz, Sichtermann, Paris: Temporäre Landschaftsinstallation auf Schloss Ippenburg in Bad Essen Galiano, Simon, Ténot architectes, Paris: Wohnungsbau in Paris Périphériques Architectes, Paris: „Café-Musiques“ in Savigny-le-Temple Großbritannien Eduardo de Oliveira Rosa, London: Wohnhaus bei Rapperswil Richard Hywel Evans, London: Bürogebäude Gareth Hoskins, Glasgow: Besucherzentrum der Justizvollzugsanstalt in Edinburgh Michael Kampkötter, London: Mehrfamilienhaus mit Praxis in Dessau plasma studio, London: Umbau eines Geschäftshauses in London

Christopher Platt, Glasgow: Anbau an ein Wohnhaus in Bearsden Elderidge Smerin, London: Wohnhaus in London Israel Inv., urban strategies, Tel Aviv: Umbau einer Wohnung in Tel Aviv Italien Carmine Abate, Bassano del Grappa: Bürgerzentrum Angelo Formicella, Salvatore Gioitta, Poggio a Caiano: Gemeinde- und Gesundheitszentrum in Poggio a Caiano +Arch, Mailand: Wohnungsbau in Mailand archingegno, Verona: Sport- und Mehrzweckhalle in Verona Roland Baldi, Bozen: Umbau eines Wohnhauses in Ritten Chiara Bertoli, Trento: Restaurant in Trento Luca Cuzzolin, Venedig: Inneneinrichtung für ein Büro in Venedig Simona Gabrielli, Genua: Wohn- und Geschäftshaus Heliopolis 21 Architetti Associati, Pisa: Recyclinghof in Pisa Luana, Modena: Erweiterung einer Schule und Neubau einer Sporthalle in Vignola Mazzotti + Santi, Misano: Wohnungsbau in Misano Negozio Blu Architetti Associati, Turin: Fußgängerbrücke in Savona Park, Mailand: Umbau Credit Suisse in Mailand Perini + Vendramin, Bozen: Überdachte Bühne in Bozen Domenico Policastro, Frascineto: Kunstschule in Penne, Italien UdA ufficio di architettura with David Volpe, Turin: Wohnhaus in Biella Riccardo Vio, Venedig: Büro- und Wohngebäude in Bassano del Grappa Japan Dai Tsukamoto, Tokyo: Gästezimmer in Mitaka-dai, Tokyo Kanada LWPAC Lang Wilson Practice in Architecture Culture, Vancoucer B.C.: Erweiterung der Architekturfakultät in Santa Maria Valparaiso, Chile

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Teilnehmer

Kroatien Loher + Pedisic, Senkovec: Doppelhaus in Zagreb studio 3LHD, Zagreb: Wohnhaus in Zagreb Mexiko Juan Carlos Tello, Del Valle: Wohnhaus in Mexiko-City Gustavo Espitia Villa, Polanco Los Morales: Büroerweiterung in Puebla Niederlande Architecten Van de Platte Grond, Amsterdam: Hauptabwasserpumpwerk in Den Haag Tanja Concko und Pierre Gautier, Amsterdam: Wohnungsbau De Zaanwerf in Zaanstad Observatorium, Rotterdam: „Ort zur Beobachtung des eigenen Inneren“ in New York VMX Architects, Amsterdam: 3UP2DOWN – Wohnungsbau in Den Bosch Vork en Wajon Architecten, Geldrop: Atelierwohnungen in Geldrop WVAU Michiel Oort, Alenca Mulder, Utrecht: Wohnhaus in Marmelal Norwegen Tord Kvien, Oslo: Sommerhaus in Norwegen Österreich Archipel Architekten, Wien: Wohnhaus in Wien Architekturbüro Herold, Wien: Wohnhaus as_architecture, Wien: Umbau einer Werkskantine in Hall Cukrowicz Nachbaur Architekten, Wolfurt: Feuerwehr- und Kulturhaus in Hittisau Bulant & Wailzer Architekturstudio, Wien: Anbau an ein Wohnhaus in Salzburg Gerhard Dollnig, Volders: Wohnhaus in Volders Ebner + Eckerstorfer, Wien: Studentenheim in Salzburg Flöckner Schnöll Architekten, Salzburg: Kinderhort in Salzburg-Taxham Albert Fürth, Korneuberg: Umbau eines Wohnhauses in Wien

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Grebien & Grundacker, Wien: Holzschnitzel- und Maschinenhalle in Enns Haller Katherl Architekten, Wien: Wohnhaus in Korneuburg Gernot Hertl, Steyr: Totengräberhäusl in Christkindl Holodeck, Wien: Optikergeschäft in Wien Siegrid Kölblinger, Neunkirchen: Innenausbau Mehrzwecksaal in Wien Alexander Kubik, Wien: Wohnhaus K Karl Langer, Wien: Studentenheim in Klagenfurt Ulf Leitner, Graz: Wohnhaus in Kalsdorf bei Graz Siegfried Meinhart, Linz: Wohnhaus in Ottensheim Herwig Müller, Wien: Kunstprojekt „Weltwunder“ in Erdgarten noncon : form architekten, Wien: Tomporäres Theater für die Stadt Haag Veronika Oberwalder, Graz: Café Wha in Lienz Michael Ogertschnig, Wien: Werkhalle in St. Veit/Glan Ortlos Architects, Graz: Ausstellungsinstallation für die Biennale in Venedig Poppe Prehal Architekten, Linz: Wohnhaus in Öhling Q.RT Büro für Architektur, Dornbirn: Denkraum in Lustenau Rita Reisinger, Wien: Wohnhaus Harald Saiko, Graz: Rezeptionseinbau in Graz Thomas Schnizer, Wien: Innbrücke in Landeck, Tirol Josef Seewald, Graz: Wohnhaus in Deutschkaltenbrunnberg Ambros Spiluttini, Wien: Umbau eines Wohnhauses in Goldegg Konrad Spindler, Wien: Wohnhaus in Klosterneuburg Carola Stabauer, Wien: Caféhaus und Verkaufsraum in Wien Michael Strobl, Salzburg: Umbau und Erweiterung eines Wohnhauses in Salzburg Stürzlinger + Wattie, Wien: Inneneinrichtung für einen Musikclub in Wien ThinkArchitecture, Wien/London: Jugendclub in Wien Dieter Tscharf, Maria Rain: Bewohnbarer Solarkollektor in Maria Rain www.fuerrot.at Architekten, Götzis: Bausystem für Wohnhäuser Karin Zeitlhuber, Reinhard Bernsteiner, Wien: Pausenhof der Berufsschule Villach

Susanne Zottl, Wien: Atelier im Augarten in Wien Portugal Guedes + De Campos, Porto: Werkstattpavillon der Kunsthochschule Porto Schweden studio grön, Göteborg: Restaurant Trädgår'n in Göteborg Schweiz Robert Albertin, Chur: Zweifamilienhaus im Mon Béboux, Bender, Emmer + Laredo, Lausanne: Dachgarten in Lausanne Markus Bloch, Muttenz: Zwei Wohnhäuser Bollhalder + Lozza, Jona: Wohnhaus in Toggenburg Burgdorf & Burren, Zürich: Universitätserweiterung in Rapperswil Carnier & Gstöhl, Rebstein: Anbau an ein Wohnhaus in Eschen Diethelm & Spillmann, Zürich: Wohnhaus in Siebnen Peter Felix, Zürich: Showroom in Basel Martin Gepp, Diepoldsau: Wohnungsbau in Dornbirn Niels Dominic Haag, Zürich: Messetor/Ausstellungsraum für die Herbstmesse in Weinfelden Hemmi Fayet Architekten, Zürich: Wohnhaus in Zinal, Wallis Keller Lehmann Architekten, Zürich: Schulerweiterung in Goldau Beate Kernen, Hüntwangen: Wohnhaus in Hüntwangen Küttel Signer Architekten, Zürich: Wohnhaus in Meilen Kurt Lazzarini, Samedan: Schulerweiterung in Samedan Müller & Truniger, Zürich: Gemeindehaus Jona in St. Gallen sab Architekten, Basel: Anbau an ein Wohnhaus in Basel Blaise Sahy, Lausanne: Theaterschule in Lausanne Schmid + Kuepfer Architekten, Basel: Aufstockung eines Wohnhauses Dietrich Schwarz, Domat/Ems: Nullenergiehaus in Domat/Ems Staub & Wittwer, Zürich: Wohnhaus in einer typischen Landschaft des Mittellandes, irgendwo in der Schweiz Philippe Stuebi, Zürich: Ferienhaus in Olmeto-Plage auf Korsika

Jürg Tobler, Altstätten: Umbau und Erweiterung eines Wohnhauses in St. Gallen Craig P. Verzone, Flandruz: Gartengestaltung für einen Gutshof bei Genf villa nova Architekten, Basel: Wohnungsbau in Therwil Weber +Oertli, Winterthur: Wohnanlage in Küsnacht Martin Wenger, Bern: Pfadfinderheim in Uedendorf Wille, Steiner + Steiner, Schwyz: Zwei Wohnhäuser mit Atelier in Winterthur Wullschleger & Dettling, Oberarth: Bankfiliale in Einsiedeln Pia Ziegler, Zürich: Ladengeschäft in Zürich Slowenien Sadar + Vuga arhitekti, Ljubljana: Sitz der Slowenischen Industrie- und Handelskammer in Ljubljana: Udia + Udia, Ljubljana: Wohnungsbau in Ljubljana Spanien Dreams Factory Architectural Studio, Barcelona: Platzgestaltung in Santa Coloma Laguillo + Schönegger Architects, Sevilla: Wohnhaus bei Sevilla Lay, Muro, Rosell, Barcelona: Gesundheitszentrum in Castellar del Vallès Nebrada, Madrid: Wohnhaus in Torrelodones bei Madrid Tschechische Republik Archteam, Nachod: Starterhäuser in Rudnik Igor Kovacevic, Prag: Sushi Bar in Prag USA Lars Graebner, Ann Arbor: Wohnhaus in Langwedel Graft, Los Angeles: Wohnhaus in Los Angeles Hekmat Hoffmann Architekten, Malibu: Kantine in Stahnsdorf Mitnick-Roddier, Ann Arbor: Atelierhaus in Berkeley SR + T Architects, New York: Wohnhaus


Bauwelt Preis 2001