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Region/südostschweiz Andreas Caminada ist «Bündner des Jahres» Chur. – Der «Bündner des Jahres» 2012 heisst Andreas Caminada (35). Der Spitzenkoch vom «Schlossrestaurant Schauenstein» in Fürstenau setzte sich laut einer Medienmitteilung gegen folgende vier Nominierten durch: Winzer Martin Donatsch aus Malans, Sportorganisator Gian Gilli aus Champfèr, Schauspielerin Ursina Lardi aus Berlin sowie Bär M13. Die Jury besteht aus Marietta Dedual, freie Journalistin aus Aarau, Mario Lütolf, Direktor Schweizerischer TourismusVerband aus Bern, Hanspeter Lebrument, Verleger der «Südostschweiz» und Präsident des Schweizer Zeitungsverlegerverbandes aus Malans, Thomas Mirer, Galerist aus Obersaxen, sowie René Chatelain von der Redaktion «Graubünden Exclusiv». (so)

Auch Klingler will das Flimser Präsidium

Die süDostschweiz | DIENStAg, 23. OKtOBEr 2012

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Electrolux ist die Produktion in Schwanden zu teuer Der Haushaltsgeräte-Hersteller Electrolux will im Kanton Glarus bis zu 80 von total 230 Stellen abbauen. Die Produktion am Standort Schwanden sei zu teuer und soll deshalb neu ausgerichtet werden. Schwanden. – Der Stellenabbau im glarnerischen Schwanden soll etappenweise bis Ende 2013 vollzogen werden. Dies gab Electrolux gestern in einer Medienmitteilung bekannt. Zuvor hatte der Konzern bereits Mitarbeitende, Sozialpartner, Behörden und Kunden über die Pläne informiert. Den von der Entlassung betroffenen Mitarbeitenden will Electrolux einen «fairen Sozialplan» und nach Möglichkeit einen anderen Arbeitsplatz innerhalb der Gruppe anbieten. 150 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

Flims. – Die Stimmberechtigten von Flims werden nach neustem Stand am 25. November aus vier Kandidaten einen neuen Gemeindepräsidenten wählen. Der 53jährige Bruno Klingler steigt ebenfalls ins exporte eingebrochen Rennen um die Peter Barandun, VerwaltungsratspräNachfolge von sident der Electrolux Schwanden AG, Gemeindepräsi- bezeichnete den geplanten Abbau als dent Thomas Ra- schmerzlich. Er sei aber notwendig gettli, wie Kling- für den Erhalt des Produktionsstandler am Sonntag ortes Schwanden. Die Exporte des Bruno Klingler mitteilte. Kling- Standortes Schwanden sind laut dem ler ist Mitglied Konzern in kurzer Zeit um über der FDP und beruflich als Quality Of- 70 Prozent eingebrochen. Der Beficer und im Bereich Arbeitssicherheit trieb soll deshalb neu ausgerichtet tätig. Er möchte seine Erfahrung in werden. Im Vordergrund steht fortan verschiedenen Funktionen in der Pri- die Fabrikation von Backöfen und vatwirtschaft zum Wohle der Gemein- Kochherden im Premium-Segment. de einsetzen, wie er schreibt. Unter Um die Kosten zu senken, sollen die anderem habe er festgestellt, dass das operativen Prozesse mit dem ProdukVertrauen der Bevölkerung in die Gemeinde in den letzten Jahren immer stärker gestört worden sei und kein ei- Montag war gestern… gentlicher Dialog mit der Bevölkerung mehr stattfinde. Bereits bekannt sind die Kandidaturen von Adrian Steiger, Andreas Spinas und Peter Reiser (Ausgabe vom Samstag). (so)

«schmerzlich», aber «notwendig»: Electrolux streicht im glarnerischen Schwanden rund 80 Arbeitsplätze. Bild Antonella Nicolì

tionswerk in Rothenburg in Deutschland zusammengeführt werden. Administrativ ist für beide Standorte in Zukunft Rothenburg zuständig. stellenabbau auch im ausland Electrolux baut nicht nur in Schwanden Arbeitsplätze ab. Das Sparpro-

gramm des schwedischen Konzerns wegen der unverändert schwierigen Marktlage in Europa trifft auch Fabriken in Schweden und Frankreich. Das führt vorerst zu Kosten: Electrolux muss für die Umbau- und Abbaumassnahmen im vierten Quartal nach eigenen Angaben eine Milliarde Kronen

(umgerechnet rund 140 Millionen Franken) aufwerfen. Die Schweiz bleibt für Electrolux aber ein wichtiger Markt. In Sursee (Luzern) hat der Konzern eigenen Angaben zufolge in den letzten zwei Jahren über 30 Millionen Franken investiert. (sda)

nem inneren Stress heraus vielleicht doch unbedacht einen extrem niedrigen Preis nennt. Aber nicht mit uns. «Hundert Schtutz, sus nimmis widr hai», folgt wie aus der Pistole geschossen.Wir lassen uns da von nichts in die Ecke drängen. Man beachte auch hier den letzten Teil des Satzes, den eigentlichen Kern der Aussage, nämlich «sus nimmis widr hai». Dies betont den Wert der Ware zusätzlich, was – ohne jetzt angeben zu wollen – in unserem Fall wirklich gerechtfertigt ist. Würde jedoch der Herr drei Tische weiter links, welcher ein paar gebrauchte Nagelfeilen und angelaufene Löffel verkauft, obigen Satz äussern, würde ich unverzüglich bezahlen, nur damit er diese wirklich widerlichen Artikel wieder mit nach Hause nimmt. Ich möchte nicht unhöflich sein, aber was teilweise an solchen Flohmärkten angeboten wird, entbehrt jeglichem Sinn für Ästhetik oder Gesundheit. Ich setze vielleicht einen zu hohen Massstab an, doch bin ich der

Meinung, dass Gegenstände, welche sich mittlerweile von alleine zum Käufer bewegen, nicht unbedingt zum Verkauf angeboten werden sollten. Auch nicht für den symbolischen Franken. Die Auslage solcher Dinge grenzt für mich an Blossstellung des Verkäufers durch sich selbst. Daher, liebe Singles dieser Welt: Sucht ihr potenzielle Partner, besucht einen Flohmarkt und schaut, wie die Angebote der Verkäufer aussehen. Daraus könnt ihr dann Rückschlüsse auf den Zustand einer Beziehung mit diesem potenziellen Partner nach zehn Jahren ziehen. An dieser Stelle möchte ich meiner Mutter zu einer sehr gepflegten Auslage gratulieren – kein Wunder, feierten meine Eltern dieses Wochenende ihren 39. Hochzeitstag. Gratulaziun!

Man sieht es an der Auslage

Erne will Nachfolger von Nievergelt werden Samedan. – Daniel Erne kandidiert für die Nachfolge von Thomas Nievergelt als Gemeindepräsident von Samedan. Nievergelt tritt per Ende Jahr von seinem Amt zurück. Der parteilose Kandidat ist bereits seit 2008 Gemeindevorstand und war seither für das Departement Kultur, Freizeit und Volkswirtschaft zuständig. Gleichzeitig amtete er aufgrund des besten Wahlergebnisses als Gemeindevizepräsident. Erne war während seiner vierjährigen Amtszeit unter anderem für den Bau des neuen Sport- und Freizeitzentrums Samedan verantwortlich. Er ist Vater von vier Kindern und arbeitet in einer Anwaltskanzlei als Rechtsberater. Erne ist zudem Mitglied der Schlichtungsbehörde für Miete und Pacht Maloja. (so)

Von Claudio Candinas* Ich war letzten Samstag mit meiner Mutter am Flohmarkt. Nein, nicht am Gänggeli-Markt, denn der findet bekanntermassen jeweils am ersten Samstag des Monats statt. Meine Mutter und ich begaben uns frühmorgens nach Landquart, den industriellen Blinddarm der Gemeinde Igis, um dort quasi im Hinterhof eines Landwirtschaftsbetriebs unsere Handelsware auf einem selbst gezimmerten Holztisch (grazia fetg, Papa!) feilzubieten. Und wer schon einmal an

einem Flohmarkt war, der kennt die ungeschriebenen Gesetze des Secondhandwaren-Geschäfts. Will da heissen, die wirklich interessierten Kunden stehen schon frühmorgens vor den noch halb fertig hergerichteten Tischen, um sich die wichtigsten Objekte der Begierde zu sichern. Das heisst, die wirklich heisse Ware so früh wie möglich ausstellen, denn glauben Sie mir, es dauert keine zwei Minuten, bis ein meist in funktioneller Jacke und Cordhosen gekleideter Mittsechziger vor der Auslage steht, die Hände in den Hosentaschen vergraben, den Blick prüfend auf das Angebot gerichtet und langsam auf seinen Mephisto-Lederschuhen wippend. Und dann, nach einer knappen Minute der doch etwas beängstigenden Stille, verlassen folgende Worte die hinter einem Bart versteckten Lippen: «Wiaviil für dä händer gsait?» Man achte auf das «händer gsait» am Ende der Frage. Das gehört alles zur Taktik am Tisch. Den Verkäufer subtil unter Druck setzen, damit er aus ei-

ANzEIgE

Morgen in der Büwo:

Einkaufstaschen voll unbezahlter Rechnungen Wenn die Schuldenfalle zuschnappt

Lesen sie mehr darüber in ihrer nächsten «Bündner woche».

*Claudio Candinas, Musiker, Werbekind und Blogger, bringt für die «Südostschweiz» Unerhörtes aus dem Alltag zu Papier. Unter www.claudiocandinas.ch können sich Interessierte zudem weiteren Einträgen des Mittzwanzigers widmen.


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