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Region Davoser Landbesitzer sollen Profite teilen In Davos soll bei der Aufwertung von Grundstücken künftig ein Mehrwertausgleich bezahlt werden. Das fordert die Juso in einer Volksinitiative, die 600 Personen unterzeichnet haben. Davos. – Heute wird die Davoser Juso der Gemeinde Davos die Unterschriften für ihre Volksinitiative mit dem Titel «Förderung von gemeinnützigem Wohn- und Gewerberaum durch Ausgleichen des Planungsmehrwertes» einreichen. Für das Zustandekommen der sogenannten Wohnrauminitiative wären 500 Unterschriften nötig gewesen, rund 600 Davoser Stimmberechtigte haben das Volksbegehren unterzeichnet. Das erklärte Philipp Wilhelm, Mitglied des Initiativkomitees und designierter Grosser Landrat (SP), gestern auf Anfrage. Ob die Wohnrauminitiative gültig ist, prüft nun die Gemeindebehörde. ein Drittel für die gemeindekasse Die Wohnrauminitiative beinhaltet, dass bei allen Ein-, Um- und Aufzonungen die Hälfte des dadurch entstehenden Gewinns der Gemeinde Davos abgeliefert werden müsste. Diese Gelder sollen dann zu zwei Dritteln für die Förderung von gemeinnützigem Wohn- und Gewerberaum verwendet werden. Ein Drittel aus den durch den Mehrwertausgleich eingenommenen Mitteln soll direkt in die Gemeindekasse fliessen und der Sanierung des Finanzhaushalts dienen (Ausgabe von gestern). Ob das Begehren bis Ende 2012, dem Schluss der laufenden Davoser Legislaturperiode, behandelt wird, bleibt abzuwarten. Gemäss Gesetz hätte die Gemeinde nach Einreichung der Unterschriften eineinhalb Jahre Zeit, um eine Volksinitiative – allenfalls mit Gegenvorschlag – der Volksabstimmung zu unterbreiten. Zuerst müsste der Grosse Landrat die Wohnrauminitiative vorberaten. (béz)

Einschleicher in flagranti erwischt Thusis. – Am Sonntag, 11. Dezember, sind zwei Einschleichdiebe in Thusis beim Abtransport der Beute von der Kantonspolizei Graubünden geschnappt worden. Die Täter – ein 22-jähriger Schweizer und ein 19-jähriger Holländer – sind geständig, wie aus einer Medienmitteilung von gestern hervorgeht Einen Tag zuvor hatten die beiden Männer in einer Bar alles vorbereitet. Sie öffneten ein Fenster in der Toilette des Lokals, um nach Betriebsschluss ins Haus einsteigen zu können. Es klappte: Der Schweizer und der Holländer entwendeten einen Laptop, einen Verstärker zu einer Musikanlage und mehrere Flaschen Spirituosen, wie es weiter heisst. Den Verstärker versteckten sie anschliessend unweit der Bar in einem Garten. Als sie ihn tags darauf abtransportieren wollten, wurden sie jedoch von zwei Beamten der Kantonspolizei beobachtet und schliesslich festgenommen. (so)

Die süDostschweiz | dIEnStAg, 20. dEzEMBEr 2011

Fritz Angst: «Der Autofahrer hat sich bei mir entschuldigt» Seit Anfang Dezember vergeht kaum ein Tag ohne Unfall an einem Fussgängerstreifen. Auch Fritz Angst aus Thusis ist von einem Auto angefahren und mittelschwer verletzt worden. Die «Südostschweiz» hat den Rentner im Spital besucht. Von Pierina Hassler Thusis. – Fritz Angst hat eine kaputte Schulter, die Ärzte mussten eine Metallplatte einsetzen. An der Hüfte, am rechten Knie und am rechten Fuss hat er grössere Blessuren. Und weil er Schmerzmittel bekommt, spürt er momentan auch nicht genau, wo es ihm am meisten weh tut. Angst muss vermutlich rund zehn Tage im Spital bleiben. Aber Angst ist ein tapferer Patient. Mit einem Lächeln auf den Lippen sagt er: «Mir geht es gar nicht so schlecht, es könnte ja noch viel schlimmer sein.» Angst wurde letzten Freitag gegen 19 Uhr – so ganz genau erinnert er sich nicht an den Unfall – mitten in Thusis von einem Auto angefahren. «Ich war schon auf dem Fussgängerstreifen, da krachte es plötzlich», erzählt er. «Ich erwachte erst wieder im Spital.» Der Fahrer hat sich entschuldigt Auf dem Beistelltisch neben seinem Bett steht eine Vase mit roten Rosen. «Die sind vom Mann, der mich angefahren hat», sagt Angst. «Er hat mich zusammen mit seiner Frau schon am Samstagmorgen besucht und sich bei mir entschuldigt.» Angst gibt dem Autofahrer aber keine Schuld am Unfall. «Es war dunkel und hat wie aus Kübeln geregnet, der Lenker hat mich vermutlich gar nicht gesehen.» Angst ist guten Mutes, dass alles bald gut kommt. Dass seineVerletzungen ausheilen und er wieder Sport treiben kann. Ein paar Tage vor dem Unfall hat er das Saisonabonnement für den Heinzenberg gekauft. «Ich fahre noch immer Ski», sagt er. «Im Sommer wandere ich gerne oder fahre Velo.» schlechte sicht bei regen In den letzten vier Tagen ereigneten sich sieben Unfälle auf Schweizer Fussgängerstreifen (siehe Kasten). Einer verlief tödlich. Die Häufung ist

Von Claudio Candinas*

Bahnhofstrasse 42, 7000 Chur Tel 081 257 13 23, www.jaeggi-optik.ch

beängstigend. Denn in den vergangenen zwei Monaten verunglückten auf Schweizer Strassen mindestens fünf weitere Personen tödlich auf Fussgängerstreifen. In Höri im Kanton Zürich verstarb ein 77-Jähriger. In Horw im Kanton Luzern wurde ein 65-jähriger Mann tödlich verletzt. Im Kanton Bern kamen am gleichen Tag zwei

Schüler auf Fussgängerstreifen ums Leben. Die meisten dieser Unfälle passierten in der Morgen- oder in der Abenddämmerung. reflektierende armbinden helfen Daniel Zinsli von der Kantonspolizei Graubünden mahnt daher Fussgänger und Autofahrer, in dieser Jah-

reszeit besonders aufzupassen. «Die Sicht ist bei Regen oder Schneefall sehr schlecht.» Zinsli findet auch, dass die meisten Fussgänger am Abend zu dunkel gekleidet sind. «Eine reflektierende Armbinde oder helle Kleidung hilft den Autofahrern, die Fussgänger besser zu sehen.»

Gefährliche Fussgängerstreifen Chur. – Seit letzten Freitag sind in der Schweiz sieben Menschen auf einem Fussgängerstreifen angefahren worden. Ein Familienvater ist gestorben, sechs Menschen sind zum Teil schwer verletzt. ■ Täuffelen (Bern): Mitten im Ort setzt am Samstagnachmittag ein BMW zum Überholen an und knallt in ein korrekt entgegenkommendes Auto. Dieses überfährt einen Familienvater und tötet ihn auf der Stelle. ■ Gossau (St. Gallen): Am Freitagnachmittag fährt ein Mann (70) eine

Frau auf dem Fussgängerstreifen an. Der Rentner begeht Fahrerflucht. Später sagte er der Polizei, er habe den Unfall nicht bemerkt. ■ Appenzell: Eine 55-jährige Autofahrerin übersieht am Freitagmorgen einen 70-jährigen Mann, der den Zebrastreifen überquert. Die Lenkerin sagte später, sie sei von der Sonne geblendet worden. ■ Goldau (Schwyz): Ein 82-jähriger Mann fährt am Freitagmorgen eine Frau (46) an. Sie steht mitten auf dem Fussgängerstreifen.

■ Oetwil am See (Zürich): Eine 21jährige Frau wird am Freitagmorgen von einem 59-jährigen Lenker angefahren. Die Rega fliegt die Schwerverletzte ins Spital. ■ Widnau (St. Gallen): Ein 18-jähriger Junglenker übersieht am Freitagmorgen eine junge Frau. Sie wird auf dem Fussgängerstreifen angefahren.

Im Rahmen von Via Sicura diskutierte gestern auch der Nationalrat zum Thema «Unfälle an den Fussgängerstreifen». (hap)

Gute Idee – schlechte Idee

Spezialist 2011

dank höchster Präzision in der Anpassung von Variluxbrillen.

tapferer Patient: Fritz Angst muss vermutlich über Weihnachten im Spital bleiben, allerdings hofft er, dass es ihm schnell besser geht. Bild Olivia Item

Montag war gestern …

AnzEIgE

Perfektes Sehen

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Willkommen auf der Zielgeraden. Wir starten die letzte Woche vor Weihnachten. Eigentlich verrückt, wie schnell dieses Jahr verging. Ich habe die letzte Kolumne zum Thema «Weihnachten» bewusst eine Woche vorgezogen, zumal Sie, liebe Leserinnen und Leser, kommende Woche noch genug mit Impulskäufen, akustischen Reizüberflutungen und dem Verdauen geschmackloser Weihnachtsdekorationen (Ort des Schreckens reimt sich auf «extranett») zu tun haben. Da muss man nicht

noch in jedem Zeitungsartikel darüber lesen. Gegen Ende jeden Jahres beginnt man, sich unweigerlich Gedanken zu positiven und negativen Erfahrungen zu machen, klopft sich nochmals für die kleinen Wunder, die man vollbracht hat, auf die Schulter und sucht verkrampft nach Ausreden für gewisse Untaten. Dies gehört wohl zum seelischen Reinigungsprozess eines jeden Menschen, und wer mir in diesem Punkt nicht recht gibt, ist ein Heuchler. Ich habe mir meine Gedanken zum Jahr bereits gemacht, werde mich jedoch hüten, diese hier breitzuschlagen. Ich möchte jedoch bereits jetzt einige Impulse fürs nächste Jahr geben – basierend auf persönlichen und mir übertragenen Erfahrungen der letzten zwölf Monate. Ich bin kein Fan von Vorsätzen fürs neue Jahr, zumal der Grossteil der Vorsätze bereits in der Silvesternacht auf grobe Art und Weise zunichte gemacht wird. Daher gestalten sich meine nächsten Zeilen auch als Gegenüberstellung von – meines Erachtens – gu-

ten und schlechten Ideen für das kommende Jahr. Ob und welcher Idee Sie folgen wollen, sei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, natürlich selbst überlassen. ■ Gute Idee: Diesen Silvesterabend keinen Alkohol zu konsumieren. Schlechte Idee: Diesen Vorsatz in der Churer «Felsenbar» durchsetzen zu wollen. ■ Gute Idee: Unserem liebenswerten Stadtjunkie eine Neujahrs-Grusskarte zu senden. Schlechte Idee: Einen Geldschein dazuzulegen. ■ Gute Idee: Mit schönen Frauen und einem GlasWein durch die Altstadt zu schlendern. Schlechte Idee: Sich Frauen in der Altstadt schönzutrinken. ■ Gute Idee: Plastikflaschen zur PETSammelstelle zu bringen. Schlechte Idee: Plastikflaschen in für ältere Herren mit Aktentasche gut zugängliche Papierkörbe zu legen. ■ Gute Idee: Autos bei Churer Händlern zu kaufen. Schlechte Idee: Autos bei Churer Händlern zu demolieren. ■ Gute Idee: Fleisch vom heissen Stein essen. Schlechte Idee: Das

Fleisch direkt auf dem heissen Stein zu pfeffern. ■ Gute Idee: Etwas ändern zu wollen. Schlechte Idee: Es nicht zu versuchen. Ich bin weder in der Position noch gewillt, hier den Moralapostel zu spielen, und ich gehe davon aus, dass die Leser dieser Kolumne über genug Eigeninitiative und Denkfähigkeit verfügen, sich über ihre positiven und negativen Punkte des vergangenen Jahres Gedanken zu machen und ihre Schlüsse daraus zu ziehen. Vergangenes kann man nicht mehr ändern, und das ist auch gut so. Wichtig ist lediglich, wie man sich angesichts seiner Erfahrungen in Zukunft verhalten möchte. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, jetzt schon frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. *Claudio Candinas, Musiker, Werbekind und Blogger, bringt für die «Südostschweiz» Unerhörtes aus dem Alltag zu Papier. Unter www.claudiocandinas.ch können sich Interessierte zudem weiteren Einträgen des Mittzwanzigers widmen.

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