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DONNERSTAG, 16. DEZEMBER 2004 SEITE 17

Vielbeschäftigt. Schauspielerin Nicole

KULTUR Kammerchor entführt nach Paris Werke aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stehen im Mittelpunkt des Konzerts des Kammerchors Chur vom Samstag. so.- Die «Petite Messe Solennelle» gehört zu den späten Werken von Gioacchino Rossini. Als bereits 71-Jähriger entschloss sich der vor allem als Opernkomponist bekannt gewordene, seit längerer Zeit aber nicht mehr im Musiktheater-Fach tätige Tonkünstler, noch einmal eine Messe in Angriff zu nehmen. Das Ergebnis bezeichnete der Urheber selber als «klein», eine Einschätzung, welche die Musikwissenschaften in keiner Weise teilen. Zu den reizvollen Eigenheiten der «Petite Messe Solennelle» gehört die Instrumentierung mit Piano und Harmonium, die eher ungewöhnlich ist. In der Aufführung des Kammerchors Chur unter Theo Handschin wird Stephan Thomas das Harmonium spielen, am Piano ist mit Elena Bürkli ebenfalls eine bekannte Grösse des Bündner Musikschaffens zu hören. Einer breiten Öffentlichkeit ist vor allem der Anfang der Messe bekannt, der in ein schlichtes Kyrie übergeht.

Erstklassige Solisten Mit Marion Ammann, Dorothee Labusch, Christian Cantieni und Alvin Muoth hat der Kammerchor Chur für die Mitwirkung bei seinem Programm, das ausser in Chur auch in Zürich zu hören ist, erstklassige Solistinnen und Solisten gewinnen können. Neben der «Petite Messe Solennelle», die im Mittelpunkt des Konzerts steht, wird der Kammerchor Chur bei den beiden Auftritten in Chur und Zürich auch noch vier kleinere Werke singen. Diese befassen sich allesamt mit Weihnachten und sind wie die Messe in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Paris entstanden. Samstag, 18. Dezember, 20 Uhr, Heiligkreuz-Kirche, Chur.

Die Weisheit des Tages

Kidman hat offenbar alle Hände voll zu tun. Der volle Drehplan erlaube es ihr nicht, weiter am Remake der Mel-Brooks-Komödie «The Producers» mitzuarbeiten, erklärte die Australierin ihren Abgang bei dem Projekt. Die Dreharbeiten zu «The Producers», das im Original 1968 einen Oscar holte, beginnen im Februar 2005.

«Die Propheten sagen das Alte jammernd voraus.» Elias Canetti

Der Garten wird zur Bühne Im Churer Stadtgarten zeigt ein Verein im Juni zehnmal «Evita» Ab kommendem Jahr wird der Churer Stadtgarten zur Bühne für Musical-Grossproduktionen mit bis zu 600 Zuschauern. Der Startschuss fällt im nächsten Juni mit «Evita». ● VON OLIVIER BERGER Den Churer Stadtgarten für theatrale Zwecke zu nutzen, ist eine alte Forderung aus dem Umfeld des Theaters Klibühni. Ein vor rund zehn Jahren erarbeitetes Konzept für ein Theaterhaus in der an den Park angrenzenden alten Postremise mit Ausstrahlung in den Park verschwand zwar in der Schublade, einen ersten Schritt in die entsprechende Richtung wagt Klibühni-Geschäftsführer Reto Bernetta im kommendem Sommer aber trotzdem. Bernetta bestätigte gestern auf Anfrage, dass kürzlich ein Verein gegründet worden ist, der im Stadtgarten jährliche Musical-Produktionen zeigen will.

«Evita» zum Anfang Im ersten Jahr wird der Verein eine eigene Inszenierung von Andrew Lloyd Webbers Erfolgsmusical «Evita» zeigen, wie Bernetta weiter erklärte. Die Wahl sei auf den Stoff rund um die sagenumwobene argentinische Präsidentengattin Eva Peron gefallen, weil das entsprechende Werk lediglich fünf Sängerinnen und Sänger erfordere. «Im Gespräch war zunächst auch die ‘West Side Story’ von Leonard Bernstein, das wäre aber wohl ein zu grosser Brocken zum Anfang gewesen.» Die musikalische Leitung der Musical-Aufführungen im Stadtgarten wird in den Händen des aus Graubünden stammenden, in San Francisco lebenden Dirigenten Urs Leonhardt Steiner liegen, wie Bernetta weiter bestätigte. Steiner wird die Konzertmeisterin für das Begleitensemble zu «Evita» aus den USA mit nach Chur bringen, die

Musical-Klänge unter Bäumen: Im Churer Stadtgarten wird im Juni eine Tribüne mit bis zu 600 Sitzplätzen aufgestellt.

übrigen Mitwirkenden in dem 19-köpfigen Orchester sollen aber aus Graubünden stammen. Die Sängerinnen und Sänger für die Aufführungen wollen Steiner und Bernetta erst zu einem späteren Zeitpunkt bestimmen. «Dabei werden wohl nicht ausschliesslich Künstlerinnen und Künstler aus der Region berücksichtigt», betonte Bernetta. Bernetta rechnet für die Produktionen mit einem Einzugsgebiet, das zwischen dem Zürichsee und dem Bodensee die ganze Ostschweiz abdeckt. Geplant sind für das nächste Jahr voraussichtlich zehn Vorstellungen. Für die Aufführungen wird im Stadtgarten

eine gedeckte Tribüne mit zwischen 400 und 600 Sitzplätzen errichtet. Um das Budget von knapp einer halben Million zu erreichen, sind laut Bernetta rund 3200 Besucherinnen und Besucher nötig.

Längerfristig mit Remise? Während sich das Treiben im nächsten Jahr noch auf die Bühne und Zelte beschränken wird, wo sich die Künstlerinnen und Künstler umziehen können, kann sich Bernetta durchaus vorstellen, in Zukunft auch die Postremise in die Produktionen mit einzubeziehen. «Was aus der Remise länger-

Bild Peter de Jong

fristig wird, ist derzeit aber auch politisch noch unklar.» Anzustreben wäre eine kulturelle Nutzung des Gebäudes laut Bernetta aber durchaus. Die für die Aufführungen von «Evita» notwendige Infrastruktur hofft Bernetta schon im nächsten Sommer auch anderen Interessierten zur Verfügung stellen zu können. «Ideal wäre, wenn die Bühne und die Tribüne auch für Rockkonzerte und andere Produktionen genutzt werden könnte.» Wer gegebenenfalls ebenfalls im Stadtgarten auftritt und wie die Zusammenarbeit mit dem Musical-Verein verläuft, werden die Verhandlungen der nächsten Monate noch zeigen.

Romanisch-romantisch zu Weihnachten so.- Das Theater Palc Ladin gastiert am Samstag und Sonntag zweimal mit seiner aktuellen Produktion im Stadttheater Chur. Gezeigt wird das Stück «Josef und Maria» des österreichischen Autors Peter Turrini. Regie führt bei der romanischen Inszenierung der Churer Theatermann und Filmemacher Manfred Ferrari. In den beiden Rollen als Maria und Josef sind die professionellen Schauspieler Angelica Biert und Heiner Steinmann zu sehen. «Josef und Maria» erzählt die Geschichte zweier älterer Menschen, die

an Heiligabend allein in der Glitzerwelt eines Warenhauses zurückbleiben: Josef als Angestellter eines Wachdiensts, Maria als Putzfrau. Gemeinsam richten sie sich in der Warenwelt des Kaufhauses ein und feiern ihr ganz persönliches Weihnachtsfest. Auf diese Art und Weise erobern der gealterte, aber immer noch überzeugte Kommunist und die frühere VarietéKünstlerin ein Stück vom Leben für sich zurück. Samstag, 18., und Sonntag, 19. Dezember, jeweils 20.15 Uhr, Stadttheater, Chur.

Dynamisch: Breitbild stehen morgen Abend in Chur auf der Bühne. Bild Theo Gstöhl

Doppelte Ladung Hip-Hop Gefangen im Kaufhaus: Angelica Biert und Heiner Steinmann kommen sich in «Josef und Maria» näher. Bild Pressedienst

so.- Die «Werkstatt» in Chur steht morgen Abend ganz im Zeichen von Hip-Hop einheimischer Provenienz. Mit Breitbild und den Chrüzchaibä stehen gleich zwei längst auch jenseits der regionalen Grenzen bekannte Formationen aus der Südostschweiz auf der Bühne. Breitbild brauchen nach dem bisherigen Verlauf dieses Jahres kaum noch besonders vorgestellt zu werden. Im Frühsommer lanciert, verkauft sich das Debüt-Album der fünf Churer

nach wie vor erstklassig. Belohnt wurden Valerio Priuli, Thomas Businger, Andri Perl, Claudio Candinas und Stefan Jäger für ihre Bemühungen unter anderem mit einer dreiwöchigen Präsenz in der Schweizer Hitparade. Auf dem TV-Musiksender war das Quintett mit seinem Videoclip zu «Gimmer as Mic» vor allem im Sommer Dauergast. Die Chrüzchaibä aus Uznach sind mit Breitbild und der Bündner HipHop-Szene im Allgemeinen seit langem eng verbunden. So sind die Rap-

per Lego und Modo sowie ihr DJ Bensai auch auf dem erfolgreichen Album «Nur so am Rand» von Sektion Kuchikäschtli vertreten. Derzeit arbeiten die Chrüzchaibä im Studio in Chur an ihrem ersten Tonträger. Das Mini-Album «Uf was wartemer no» wird demnächst auf den Markt kommen. In der «Werkstatt» werden die Chrüzchaibä dem Publikum einen ersten Einblick in den Tonträger gewähren. Freitag, 17. Dezember, 21 Uhr, «Werkstatt», Chur.


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