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Resolutionsheft „Die Zukunft unserer Stadt” Europäisches Schülerparlament Stadt Herford 4. bis 6. April 2014

Ein Projekt von

In Kooperation mit:

Veranstalter:

Gefördert durch:


Europäische Schülerparlamente Wissenschaft Das Projekt Europäische Schülerparlamente Wissenschaft 2013-2014 fördert den Dialog zwischen Schülern und Wissenschaftlern aus ganz Europa. An drei Tagen erleben Schülerinnen und Schüler von 16 bis 19 Jahren parlamentarische Entscheidungsprozesse in simulierten Parlamentssitzungen. Rund 2.000 Schüler aus ganz Europa nehmen an 20 regionalen Schülerparlamenten teil. Jeweils 5 Schüler aus jedem Parlament dürfen ihr Land beim finalen Europäischen Schülerparlament in Kopenhagen vertreten, das im Rahmen des internationalen Euroscience Open Forum (ESOF) vom 20. bis 22. Juni 2014 in Kopenhagen stattfindet. Die Stadt Herford veranstaltete das Europäische Schülerparlament unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Bruno Wollbrink von Freitag, 4. April bis Sonntag, 6. April 2014 im Friedrichs-Gymnasium Herford, einer Schule mit bilingualer Ausrichtung. Tag 1 und 2 fanden im Friedrichs-Gymnasium statt, die große Abschlussdebatte am Sonntag im historischen Ratssaal der Stadt Herford.

Das Projekt wurde von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Veranstalter war die Stadt Herford in Kooperation mit dem Friedrichs-Gymnasium Herford. Das Schülerparlament Herford wurde unterstützt durch die Sparkasse Herford und die Volksbank Herford. Organisation:

city2science,

Wissenschaftskommunikation

und

Strategieberatung,

Bielefeld.

Herford, den 7. April 2014

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PARLAMENTARISCHE VOLLVERSAMMLUNG 09:30 – 09:45

Eröffnung der Parlamentarischen Vollversammlung

09:45 – 11:15

Debatten (Ausschüsse 1 & 2) „Stadt der neuen Wege – Mobilität der Zukunft“ „Stadtklima im Klimawandel“

11:15 – 11:45

Kaffeepause

11:45 – 13:15

Debatten (Ausschüsse 3 & 4) „Stadt-Ressourcen: Skyfarming & Urban Gardening“ „Demografie in der Stadt“

13:15 – 14:15

Mittagspause

14:15 – 15:00

Debatte (Ausschuss 5) „Smart City – Die vernetzte Stadt“

15:00 – 15:30

Übergabe der Arbeitsergebnisse & Abschlusszeremonie Übergabe der Arbeitsergebnisse an den Schirmherren des Europäischen Schülerparlaments, den Bürgermeister der Stadt Herford, Bruno Wollbrink

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Ausschussthemen und Experten Stadt der neuen Wege – Mobilität der Zukunft 
 Mobilität hat viele Facetten. Wie wollen wir uns in Zukunft fortbewegen? Ist das Elektroauto die Lösung, oder ist das Konzept „Auto“ längst überholt? Welche Arten der Fortbewegung und entsprechend welche Verkehrswege haben Priorität in der Stadtplanung? Ist der mobile Arbeitsplatz tatsächlich das Konzept für morgen? Experten: Dipl.-Verk.wirtsch. Karin Kirsch und Dipl.-Ing. Alexander Reichert, Doktoranden der TU Dortmund, Fakultät Raumplanung, Verkehrswesen und Verkehrsplanung

Demografie in der Stadt Demografische Entwicklungen betreffen auch städtische Regionen. Welche Veränderungen werden auf uns zukommen? Werden die Menschen in der Stadt älter oder jünger – oder bleiben sie gleich? Brauchen wir Arbeitskräfte aus dem Ausland oder reichen die Arbeitsplätze nicht einmal für unsere eigenen Bewohner aus? Wie kommt unsere Gesellschaft mit solchen Entwicklungen zurecht? Wie können wir unser Zusammenleben in Zukunft gestalten? Experte: Prof. Dr. Rainer Danielzyk, Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS)

Stadtklima im Klimawandel Die Folgen des Klimawandels betreffen aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte Städte in besonderem Maße. Sie müssen sich auf Folgen von Hochwasser, Hitzewellen und Unwetter einstellen. Die Zusammenarbeit verschiedener Akteure wird benötigt, um auf die Veränderungen des Klimas vorbereitet zu sein. Welche Maßnahmen sind notwendig, um auf die Auswirkungen des veränderten Klimas zu reagieren? Müssen wir unsere Städte umbauen? Was ist bei der zukünftigen Stadtplanung zu beachten? Welche Rolle spielen dabei Freiräume? Und wer muss daran beteiligt werden? Experte: Dipl.-Ing. Holger Born, Internationales Geothermiezentrum, Bochum

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Stadt-Ressourcen: Skyfarming & Urban Gardening Landwirtschaft im Hochhaus & die Stadt als riesige „Rohstoffmine“ – Können und müssen wir für unsere Versorgung Flächen in den Städten für die Landwirtschaft verfügbar machen? Wie kann das funktionieren? Wie kann man möglichst lückenlos für sich nutzen, was heutige Städte an Abfall hinterlassen? Welche Chancen und Risiken gibt es dabei? Experte: Dr. Götz Heinrich Loos, Ruhr Uni Bochum, Geographisches Institut, Landschaftsökologie und Biogeographie

„Smart City“ – Die vernetzte Stadt Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in Städten. Die Zukunft gehört den Städten. Welche Anforderungen werden an eine intelligente Verkehrsteuerung gestellt? Werden wir die Vernetzung unserer Stadt in Zukunft, ähnlich wie im Computerspiel Sim City, noch steuern können? Können Cloud Computing, Smartphones und Social Networks die Arbeitswelt reformieren? Welche Rolle spielen frei verfügbare Datennetzwerke und Datenschutz? Experte: Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow

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Debattenablauf 1. Der vorschlagende Ausschuss hat zum Anfang einer jeden Debatte die Möglichkeit die Forderungen des Ausschusses, die in der Resolution präsentiert werden, vorzulesen (1 Mitglied des vorschlagenden Ausschusses vom Rednerpult) 2. Im Anschluss hat der vorschlagende Ausschuss die Möglichkeit eine Verteidigungsrede zu halten und die vorliegende Resolution und die Inhalte zu erläutern (1 Mitglied des vorschlagenden Ausschusses; 3 Minuten vom Rednerpult) 3. Nun haben alle anderen Ausschüsse die Möglichkeit eine bzw. mehrere Angriffsrede(n), sofern nach der ersten och ausreichend Zeit verbleibt, zu halten und dem Plenum zu erklären, warum die vorliegende Resolution nicht angenommen werden sollte (bis zu 3 Minuten; 1 Mitglied eines (jeweils) anderen Ausschusses) 4. Der vorgeschlagene Ausschuss hat die Möglichkeit eine Antwortrede auf die Angriffsrede zu geben (1 Mitglied des vorgeschlagenen Ausschusses; vom Platz aus) 5. Offene Debatte 

Bis zu vier Runden á drei bis vier Fragen bzw. Redebeiträge

Bei Beantwortung durch den vorschlagenden Ausschuss darf das Mikrofon einmal weitergegeben werden

6. Zusammenfassende Rede durch den vorschlagenden Ausschuss und Beantwortung der letzten Fragerunde (2 Mitglieder des vorschlagenden Ausschusses; 3 Minuten vom Rednerpult) 7. Abstimmung über einzelne Forderungen

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RESOLUTION DES AUSSCHUSSES ZUM THEMA “Stadt der neuen Wege – Mobilität der Zukunft“ Mobilität hat viele Facetten. Wie wollen wir uns in Zukunft fortbewegen? Ist das Elektroauto die Lösung, oder ist das Konzept „Auto“ längst überholt? Welche Arten der Fortbewegung und entsprechend welche Verkehrswege haben Priorität in der Stadtplanung? Ist der mobile Arbeitsplatz tatsächlich das Konzept für morgen? vorgelegt von:

Vilana Cassing (Königin-Mathilde-Gymnasium Herford), Leon Fröhling (Königin-Mathilde-Gymnasium Herford), Lisa Gutleben (Ernst-Barlach-Schule Herford), Larissa Kelch (Olof-PalmeGesamtschule Hiddenhausen), Silas Kirchhoff (Gymnasium am Markt Bünde), Daniel Krause (Ernst-Barlach-Schule Herford), Isa Mahmut (Olof-Palme-Gesamtschule Hiddenhausen), Jennifer Max (ErnstBarlach-Schule Herford), Tabea Wahl (Königin-Mathilde-Gymnasium Herford), Ayse Yilmaz (Königin-Mathilde-Gymnasium Herford), Simon Paetzold (Ausschussmoderator)

Wir stellen fest: A.

Die Gesellschaft muss sich hinsichtlich ihrer Mobilitätsgewohnheiten ändern, da diese Ressourcenknappheit und zu hohe Emissionen mit sich bringen. i)

ii)

B.

Die fossilen Brennstoffe (Öl, Gas, Kohle) sind endlich. Diese sind jedoch notwendig für den Antrieb unserer jetzigen Fortbewegungsmittel. Deswegen werden wir in Zukunft Probleme haben, unsere Mobilität zu gewährleisten. Die fossilen Brennstoffe führen bei Verbrauch zum Ausstoß von Emissionen. Im Vergleich zu 1990 sind die Emissionen in Europa durch den Verkehr um 28% gestiegen. In den Bereichen Energieerzeugung, Haushalte und Industrie konnten sie jedoch reduziert werden. Der derzeitige ÖPNV ist unattraktiv wegen:

i) ii) iii) iv) v)

Unpünktlichkeit Anschlussproblemen Überfüllung Verschmutzung Schwierigkeiten bei der Nutzung (Kartenkauf, Fahrpläne)

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C. D. E. F.

Mehrspurige Straßen, Hochstraßen und innerstädtische Autobahnen belasten Stadtbild und Stadtklima. Die jetzige Straßenaufteilung führt zu Gefahrensituationen und schränkt den Verkehrsfluss ein. Die unzusammenhängende Infrastruktur verschiedener Verkehrsmittel erschwert das schnelle Vorankommen. Gemeinschaftliche Nutzung von Transportmitteln (z.B. Car-Sharing und BikeSharing) ist unattraktiv wegen: i) ii) iii) iv)

G. H.

Intransparenter Nutzungsbedingungen Inflexibilität Unpopularität Fehlender Hygiene

Die Infrastruktur in herkömmlichen Städten ist für nachhaltige, innovative E-Cars und E-Bikes unzureichend. Derzeit werden Fahrräder und E-Bikes in der Stadtplanung nicht ausreichend berücksichtigt, obwohl diese eine gute Alternative zum Auto für Kurzstrecken darstellen.

Wir fordern: 1.

2.

3.

4.

5.

6.

Der motorisierte Individualverkehr soll auf ein Minimum reduziert werden und der verbleibende Verkehr durch Elektrizität aus erneuerbaren Energien angetrieben werden. Der ÖPNV soll an aktuelle Bedürfnisse angepasst werden, um so die Attraktivität für alle Gesellschaftsgruppen zu steigern. Maßnahmen sind einfachere Erklärung und Bedienung, leichtere Zugangsmöglichkeiten und ein ausgearbeitetes Streckennetz. Wir fordern eine natürliche und begrünte Straßenführung, die die Lebensqualität durch weniger Lärmausbreitung, Verbesserung der Stadtluft und ein ansprechenderes Straßenbild steigert. Wir fordern die Umsetzung des Konzepts der „Shared Spaces“. Durch die Zusammenführung von Fußweg, Radweg und Straße sollen Verkehrsteilnehmer füreinander sensibilisiert werden, wodurch Unfälle und Staus reduziert werden können. Wir fordern infrastrukturelle Schnittstellen, die die abgestimmte Nutzung verschiedener Verkehrsmittel innerhalb eines Weges vereinfachen (Inter- und Multimodalität im Verkehr). Die gemeinschaftliche Nutzung von Transportmitteln (z.B. Car-Sharing und BikeSharing) soll attraktiver werden. Wir fordern deshalb:

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a) b) c) d) 7.

8.

Höhere Transparenz durch übersichtlichere und unkompliziertere Nutzungsbedingungen Höhere Flexibilität durch weitere Verbreitung und höhere Dichte der Sharing-Angebote Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz durch schrittweise Integration in unsere Mobilitätskonzepte Hygienestandards durch verpflichtende Säuberungsrhythmen

Wir fordern den Ausbau von Ladestationen für E-Cars und E-Bikes in Städten jeder Größe, unterstützt von privaten Energiekonzernen, denen Subventionen vom Staat zugesichert werden. Wir fordern ein Umdenken in der Stadtplanung hinsichtlich separierten Radschnellwegen, sicheren Abstellmöglichkeiten und bevorzugter Ampelschaltung.

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RESOLUTION DES AUSSCHUSSES ZUM THEMA „Demografie in der Stadt“ Demografische Entwicklungen betreffen auch städtische Regionen. Welche Veränderungen werden auf uns zukommen? Werden die Menschen in der Stadt älter oder jünger – oder bleiben sie gleich? Brauchen wir Arbeitskräfte aus dem Ausland oder reichen die Arbeitsplätze nicht einmal für unsere eigenen Bewohner aus? Wie kommt unsere Gesellschaft mit solchen Entwicklungen zurecht? Wie können wir unser Zusammenleben in Zukunft gestalten? vorgelegt von:

Maximilian Albrecht (Friedrichs-Gymnasium Herford), Maximilian Beckmann (Königin-Mathilde-Gymnasium Herford), Miriam Fischer (Pelizaeus-Gymnasium Paderborn), David Gediga (PelizaeusGymnasium Paderborn), Sophia Horst de Cuestas (FriedrichsGymnasium Herford), Adrian Hunold (Ratsgymnasium Bielefeld), Leon Ragati (Ravensberger Gymnasium Herford), Clara Schlattmeier (Friedrichs-Gymnasium Herford), Axel Schulz (Friedrichs-Gymnasium Herford), Carina Lange (Ausschussmoderator)

Wir stellen fest: Der Demographische Wandel führt durch weniger Geburten und längerer Lebensdauer zu einer Schrumpfung und Alterung der Gesellschaft. Eine differenzierte Betrachtung ist nötig, da die Tendenzen räumlich sehr unterschiedlich sind. A.

Das derzeitige Steuer- und Rentensystem wird den Herausforderungen, die der Wandel stellt, nicht gerecht. Herausforderungen bestehen jedoch auf allen Ebenen.

B.

Wählerorientierte, kurzsichtige und nicht nachhaltige politische Maßnahmen führen zu unzumutbaren finanziellen Belastungen für die nachkommenden Generationen und zu zunehmenden Kostendruck. Die Anpassung der Kommunen an den Wandel ist mangelhaft (v.a. in Bezug auf die Infrastruktur).

C.

Junge Menschen sind in politischen Entscheidungen derzeit unterrepräsentiert, da der Wähleranteil in älteren Bevölkerungsschichten weitaus größer ist.

D.

Bisherige Angebote für Familien sind absolut unzureichend. Das Spannungsfeld zwischen Familie und Beruf besteht weiterhin. Zudem herrscht in Deutschland keine Willkommenskultur für Kinder („Kosten-/Störfaktor Kind“).

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E.

Männer und Frauen sind in unserer Gesellschaft nicht gleichgestellt. Festgesetzte Rollenbilder dominieren, Löhne sind weiterhin ungleich und Frauen sind in Führungspositionen unterrepräsentiert.

F.

Klassische Lebensbiographien verändern sich, was v.a. zu einer Dehnung der Altersphase führt. Dadurch stellen sich Herausforderungen in Bezug auf die Ausgestaltung dieser Lebensphase (Sicherung der Lebensqualität) und den Bereich der Pflege (v.a. in Bezug auf Löhne und Arbeitsbedingungen).

G.

Zu viele Migranten werden in unserem Land unzureichend integriert, obwohl wir sie in Folge des Demographischen Wandels dringend brauchen.

H.

Soziale Berufe (wie etwa Pflegeberufe) werden nicht ausreichend wertgeschätzt und bezahlt.

Wir fordern: Der dringende Handlungsbedarf muss wahrgenommen werden. Die Veränderung muss jetzt stattfinden, um den Wandel noch gestalten zu können, anstatt von ihm bestimmt zu werden. 1. Das Steuersystem muss an die steigende Diversität der Lebensstile angepasst werden (2-VerdienerInnen-Familie). Anstelle des umlagefinanzierten Rentensystems soll ein steuerfinanziertes treten, welches Maximal- und Mindestrente beinhaltet sowie die private Vorsorge fördert. 2. Aktuelle politische Entscheidungen sollen in Anbetracht des politisch vernachlässigten Demographischen Wandels überdacht und teilweise sogar abgeschafft werden: a)

b) c)

3.

Die Rente mit 63 soll nicht eingeführt werden. Stattdessen fordern wir ein flexibles berufs- und arbeitsmarktorientiertes Renteneinstiegsalter. Anstelle eines abrupten Endes des Beschäftigungsverhältnisses soll das Arbeitspensum kontinuierlich über einen längeren Zeitraum verringert werden. Das Betreuungsgeld soll abgeschafft werden. Anstelle dessen sollen flächendeckend Kitaplätze zur Verfügung gestellt werden (siehe 3). Wir verlangen die Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit durch Entbürokratisierung.

Junge Menschen sollen in Entscheidungsprozesse, vor allem auf kommunaler Ebene, stärker eingebunden werden (z.B. durch Jugendparlamente, Jugendräte etc).

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4.

Arbeitszeiten sollen flexibler gestaltbar sein a) b) c) d)

5. 6.

Wir wollen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in Bezahlung und Führungspositionen beseitigen Das gegenseitige Lernen der Generationen voneinander soll gefördert werden. a) b) c) d)

7.

8.

Wir brauchen kinderfreundlichere Studien/Jobs/Unternehmen Es soll der Wiedereintritt in den Beruf nach der Geburt erleichtert werden. Wir verlangen einen Ausbau von Ganztagsbetreuungsangeboten. Es soll ein Familiensplitting ähnlich dem im Frankreich geben, um Familiengründung zu fördern

Eine ehrenamtliche Betätigung von RentnerInnen soll ermöglicht werden. Ein vielseitiges Angebot für die verschiedenen Generationen soll bereitgestellt werden. Aktionen wie z.B. ein SeniorInnen-Studium sollen das Lebenslange Lernen fördern. Wir müssen Patenmodelle, wie z.B. "Adoptivgroßeltern" ermöglichen und fördern.

Wir müssen eine Willkommenskultur in Deutschland herausbilden: a) Für MigrantInnen sollen bilinguale Sprachkurse angeboten werden. b) Die Kulturen sollen füreinander sensibilisiert werden, durch gemischte Klassen und Wohngebiete c) Wir fordern eine Vereinfachung der Migration (z.B. durch Maßnahmen wie mehrsprachiger Amtsdokumente) d) Wir wollen eine Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse erleichtern. Berufe im Sozialberreich sollen durch eine bessere Bezahlung attraktiver gestaltet werden.

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RESOLUTION DES AUSSCHUSSES ZUM THEMA “Stadtklima im Klimawandel” Die Folgen des Klimawandels betreff en aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte Städte in besonderem Maße. Sie müssen sich auf Folgen von Hochwasser, Hitzewellen und Unwetter einstellen. Die Zusammenarbeit verschiedener Akteure wird benötigt, um auf die Veränderungen des Klimas vorbereitet zu sein. Welche Maßnahmen sind notwendig, um auf die Auswirkungen des veränderten Klimas zu reagieren? Müssen wir unsere Städte umbauen? Was ist bei der zukünftigen Stadtplanung zu beachten? Welche Rolle spielen dabei Freiräume? Und wer muss daran beteiligt werden?

vorgelegt von:

Swantje Brings (Friedrichs-Gymnasium Herford), Saskia Brünger (Gymnasium am Markt Bünde), Leonie Dreyer (Olof-PalmeGesamtschule Hiddenhausen), Lukas Hassebrauck (KöniginMathilde-Gymnasium Herford), Janneck Juuls (FriedrichsGymnasium Herford), Judith Kloppe (Königin-Mathilde-Gymnasium Herford), René Oberbremer (Friedrichs-Gymnasium Herford), Laura Schaumann (Gymnasium am Markt Bünde), Imke Wallenstein (Königin-Mathilde-Gymnasium Herford), Katharina Wolff (OlofPalme-Gesamtschule Hiddenhausen), Sophia Wunder (Ravensberger Gymnasium Herford), Pia Schulte (Ausschussmoderator)

Wir stellen fest: A.

dass ein faktisch nachweisbarer und wissenschaftlich erfasster Klimawandel unleugbar ist. Dieser zeigt sich in: i)

ii)

B.

dem einerseits natürlichen und nicht zu verhindernden Klimawandel, der in Einklang mit den biologischen Prozessen der Erde steht und andererseits dem anthropogen verursachten Klimawandel, der eine deutliche Beschleunigung und Erhöhung des vorangegangen beschriebenen Prozesses begünstigt. Daraus leitet sich ab, dass nur eine effiziente Bekämpfung anthropogener Ursachen sinnvoll und zielführend ist.

Konsequenz des anthropogenen Klimawandels ist u.a. der durch erhöhte Treibhausgasemissionen verstärkte Treibhauseffekt und die damit einhergehende globale Erwärmung.

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i)

C.

Aus den klimatischen Veränderungen resultieren Wetterextreme wie z.B. Hitzewellen oder Kälteeinbrüche. i)

D. E. F. G.

Eine Erhöhung der durchschnittlichen Jahrestemperaturen in NRW um rund 2 Grad im Zeitraum 2030 bis 2060 ist wahrscheinlich.

Es müssen sowohl reaktive als auch präventive Maßnahmen getroffen werden um dem fortschreitenden Klimawandel entgegen zu wirken.

Eine Anpassung der städtischen Raumplanung ist erforderlich. Bisher getroffene Maßnahmen sind unzureichend. Es existiert eine Lücke zwischen Entwicklung und Anpassung der städtischen Rahmenbedingungen. Es besteht eine Verantwortung seitens des Parlaments gegenüber nachfolgenden Generationen, den besorgniserregenden Entwicklungen beflissentlich entgegen zu wirken. Die im Folgenden aufgeführten Maßnahmen sind zur effizienten Bekämpfung der oben genannten inakzeptablen Zustände notwendig.

Wir fordern: 1.

Im Zentrum der zukünftigen Klimapolitik steht die Auseinandersetzung der gesamten Gesellschaft mit den Problematiken und Herausforderungen des fortschreitenden Klimawandels im urbanen Raum. Für die nachhaltige und langfristige Umgestaltung städtischer Strukturen besteht die Notwendigkeit, a)

die Kinder und Jugendlichen im privaten und öffentlichen Raum frühkindlicher Erziehung und weiterführender schulischer Bildung durch altersgerechte Auseinandersetzung mit Informationen und Projekten zu sensibilisieren,

b)

Politik auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene, Verwaltung sowie Unternehmen durch Informationen und zukunftsweisende Beispiele zu gewinnen und

c)

die Bevölkerung aller gesellschaftlichen Milieus mit eingängigen, der Zielgruppe gerecht werdenden Angeboten, wie Bürgerberatungen im Bereich Energie und weitere Informationsverbreitung zu sensibilisieren und somit ein dem Klimawandel entsprechendes Verhalten zu erwirken.

2. Wir fordern eine weitgehende Unterstützung regenerativer Energiequellen durch a)

höhere Besteuerung von Unternehmen, die auf fossiler Basis Energie produzieren.

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3.

b)

Finanzierungshilfen für Haushalte, die auf regenerative Energie und Wärme setzen wollen.

c)

eine Transferierung der bereits vorhandenen Subventionen des fossilen Sektors auf den regenerativen Sektor

Wir fordern weiterhin eine Förderung von alternativen Energie- und Wärmegewinnungsmethoden durch a)

Stromgenerierungsverfahren, die durch Energie aus Sonnen-, Wasser- und Windkraft zu einer klimatischen Verbesserung durch Emissionsverbesserung beitragen.

b)

Des Weiteren soll der Verlust von Energie für Wärme im Haushalt (80 % des Energieaufwands) durch den stärkeren Einsatz von Solar- und Geothermie* vermieden werden. *Geothermie = Erdwärme, bezeichnet die Wärme aus dem Erdinneren abgeleitet, die zur Raum- und Wassererheizung verwendet wird.

4.

Wir fordern eine Verminderung der CO2-Emmissionen durch den privaten Automobilgebrauch. Dies sollte erreicht werden durch a) b) c) d) e)

5. 6.

den Ausbau der Busnetze durch besser vernetzte und attraktivere Strecken, die Anpassung des Nahverkehrs an Schulstoßzeiten um die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel vor allem für die junge Generation zu fördern, Fahrkartenermäßigungen für Schüler und Studenten zu erhalten und weiter auszubauen, den Ausbau von komfortablen Radwegen und vielen Fahrradständern, sodass wir die Mobilität umweltfreundlich erhöhen, die Einführung von Car- und Bikesharing mit für jeden Bürger zugänglichen, günstigen Voraussetzungen.

Wir fordern den verstärkten Einkauf von regionalen und saisonalen Produkten, um den Flugverkehr und daraus resultierenden CO2-Ausstoß zu vermindern. Grünanlagen im Stadtinneren für die Verbesserung der Luftqualität durch Frischluft und Abkühlung. a) b)

Der Bedarf an Parkanlagen in Herford ist weitestgehend gedeckt, doch muss der Bestand erhalten und gepflegt werden. Parkanlagen können ausgebaut werden, indem man Wölbungen anlegt, um die Oberfläche zu vergrößern

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c)

Flächen, die keine besondere Funktion haben (z.B. Verkehrskreisel), sollten begrünt werden.

Wir empfehlen: 1. 2. 3.

4.

die Senkung des Methanausstoßes durch die Förderung von natürlichen Futtermitteln für die Massentierhaltung; die Sensibilisierung mittels Ekelkampagnen mit dem Ziel, die Bevölkerung von den umweltbelastenden Ausmaßen der Massentierhaltung zu überzeugen; für die Gebäudefassaden der städtischen Gebäude möglichst helle Farben zu verwenden, um der Entstehung von Wärmeinseln entgegenzuwirken. Ergänzend dazu empfehlen wir die Fassadenbegrünung zur Verbesserung des Stadtklimas. Andere Begrünungsmaßnahmen sollten zu der bisher gängigen Begrünung durch Efeu vorgezogen werden; eine Verwendung von Steinen, die eine besondere Struktur aufweisen, sodass für Untergründe gesorgt wird, in die Wasser im Falle von starken Niederschlägen besser abfließen kann;

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RESOLUTION DES AUSSCHUSSES ZUM THEMA „Stadt-Ressourcen: Skyfarming & Urban Gardening“ Landwirtschaft im Hochhaus & die Stadt als riesige „Rohstoffmine“ – Können und müssen wir für unsere Versorgung Flächen in den Städten für die Landwirtschaft verfügbar machen? Wie kann das funktionieren? Wie kann man möglichst lückenlos für sich nutzen, was heutige Städte an Abfall hinterlassen? Welche Chancen und Risiken gibt es dabei? vorgelegt von:

Duncan Behring (Ravensberger Gymnasium Herford), Stefanie Grigoryan (Friedrichs-Gymnasium Herford), Luca Heermeier (ErnstBarlach-Schule Herford), Fiona Höpfl (Pelizaeus-Gymnasium Paderborn), Sandra Kuhfus (Friedrichs-Gymnasium Herford), Tabea Schmidt (Friedrichs-Gymnasium Herford), Hannah Segerath (Gymnasium-Leopoldinum Detmold), Annika Weinrich (Ravensberger Gymnasium Herford), Regina Mahmedov (Ausschussmoderator)

Wir stellen fest: A.

B. C. D. E.

F.

G. H.

Das rücksichtslose Verhalten der Menschen, bedingt durch Faktoren wie dem übermäßigen CO2-Ausstoß, führt zum Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur. Die Großstädte werden zunehmend „zubetoniert“. Während die städtische Bevölkerung in der EU zunimmt, geht die Gesamtbevölkerungszahl aufgrund des demographischen Wandels zurück. Eine zunehmende Verschwendung möglicher, in der Stadt vorhandener Ressourcen ist zu vermerken. Da Lebensmittel immer preiswerter werden, geht die Wertschätzung an diesen verloren. Zusätzlich fehlt den Menschen der Bezug zum Essen. Warenhandel findet unabhängig von Saison und Raum statt. Lebensmittel werden unter schlechten Bedingungen produziert. Dazu zählen z.B. chemische Belastungen des Produkts, die sich schädlich auf den Verbraucher auswirken, sowie prekäre Arbeitsbedingungen. In Großstädten herrschen intraurbane Disparitäten. Zudem ist die Anonymität in städtischen Gebieten ausgeprägter als in ländlichen Regionen. Die europäische Braunerde ist besonders gut für den Anbau von Pflanzen geeignet, da sie eine hohe Kationenaustauschrate aufweist.

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Wir fordern: 1. 2.

Die Ausweitung von Grünflächen in Form von Urban Gardening und Skyfarming soll in der Gesellschaft mehr Zuspruch erhalten. Als maßgebendes Ziel für eine umweltbewusste Zukunft soll ein neues Bewusstsein in der Bevölkerung für die Themen Urban Gardening, Skyfarming und Recycling geweckt werden. Dieses Ziel sollte verfolgt werden durch a) b)

c) 3.

Die Förderung von Pilotprojekten ist ein weiterer Anreiz, Urban Gardening zu verbreiten. a) b) c)

4.

b)

7. 8.

natürliche Klimaregulierung und Luftverbesserung im Zuge des Fotosyntheseprozesses erfolgen

Nicht wahrgenommene Ressourcen sollen in Zukunft effizienter genutzt werden. a)

6.

Es sollen finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Es sollte eine gute Infrastruktur geschaffen werden zur Vernetzung einer umweltbewussten und grünen Stadt. Die benötigte Ausstattung zur Errichtung von Grünflächen sollte gegebenenfalls gestellt werden.

Verbesserung der Lebensqualität soll durch a) b)

5.

mediale Vermittlung, um eine Vielzahl verschiedener Bevölkerungsgruppen zu erreichen; themenbezogene Projekte, die bereits für Verbraucher im Kindesalter veranstaltet werden, um das bewusste Grundverhalten gegenüber Lebensmitteln und Ressourcen rechtzeitig zu beeinflussen; eine aktive Mitgestaltung der Gesellschaft.

Eine städtische Nutzung von Kompostieranlagen führt zur ökologischen Beschaffung von natürlichen Düngemitteln. Eine Reform des Mülltrennungssystems ist bei unserem Konsumverhalten unumgänglich.

Eine Annäherung sozio-kultureller Bevölkerungsgruppen soll durch die Bewirtschaftung der Grünflächen erzielt werden. Um hohe Kosten zu vermeiden, sollen ehrenamtliche Organisationen ins Leben gerufen werden. Neue Arbeitsplätze in Landschaftsbereich und Gartenpflege sollen durch die Aktionen geschaffen werden, die durch Multiplikator-Effekte zum wirtschaftlichen Aufschwung führen.

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RESOLUTION DES AUSSCHUSSES ZUM THEMA „Smart City“ – Die vernetzte Stadt Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in Städten. Die Zukunft gehört den Städten. Welche Anforderungen werden an eine intelligente Verkehrsteuerung gestellt? Werden wir die Vernetzung unserer Stadt in Zukunft, ähnlich wie im Computerspiel Sim City, noch steuern können? Können Cloud Computing1, Smartphones und Social Networks die Arbeitswelt reformieren? Welche Rolle spielen frei verfügbare Datennetzwerke und Datenschutz? vorgelegt von:

Tobias Brocks (Ernst-Barlach-Schule Herford), Victoria Mähling (Gymnasium Leopoldinum Detmold), Niels Oldemeier (Ravensberger Gymnasium Herford), Serena Rossi (FriedrichsGymnasium Herford), Tim Philipp Schäfers (Gymnasium Leopoldinum Detmold), Valerie Schnarre (Ernst-Barlach-Schule Herford), Antonia Sturm (Königin-Mathilde-Gymnasium Herford), Kevin Weis (Gymnasium Leopoldinum Detmold), Lennard Wessels (Olof-Palme-Gesamtschule Hiddenhausen), David Schrock (Ausschussmoderator)

Die Interdependenzen ökologischer, ökonomischer, und sozialpolitischer Faktoren haben zugenommen und werden auch in Zukunft weiter zunehmen. Wichtig erscheint, keines dieser Ziele zu priorisieren, sondern eine ausgewogene Stadtplanung unter Berücksichtigung "smarter" Faktoren zu verfolgen. Wir stellen fest: A.

B.

dass fossile Ressourcen begrenzt sind und aufgrund unseres ineffizienten Verbrauches zur Neige gehen. Außerdem führt deren immenser Verbrauch zu irreparablen Schäden in der Umwelt, woraus eine stetige Verschmutzung und in der Folge der Klimawandel resultieren. Dies führt zu einer allgemeinen Gefährdung tierischen Lebens sowie auch der menschlichen Existenz. dass die demographische Entwicklung zu unkontrolliertem, exponentiellen Wachstum führt, was einen zunehmenden Verbrauch von globalen Ressourcen zur Folge hat. i) Die ohnehin schon dicht besiedelten Regionen der Welt stehen ebenso vor großen Herausforderungen, die sich unter anderem darin ausdrücken, ausreichend Platz und Versorgung für die anwachsende Bevölkerung zu gewährleisten.

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C.

dass eine mögliche Demokratiegefährdung vorliegt. Diese besteht aus: i) mangelnden Partizipationsmöglichkeiten (kein direkter Einfluss auf Entscheidungen) ii) sozialen Ungleichheiten (räumliche Segregation der Gesellschaft aufgrund sozioökonomischen Differenzen, Privilegien Einzelner) iii) fehlendem Minderheitenschutz (Ausgrenzung einzelner Bevölkerungsschichten) iv) fehlender Akzeptanz neuer Lebensentwürfe, wie z.B. energiesparender, neuwertiger Techniken

D.

dass bis jetzt viele Potenziale in Bezug auf die Datenvernetzung weder in privaten Haushalten noch in Unternehmen und im öffentlichen Sektor ausreichend ausgeschöpft werden. Grund hierfür ist zum einen fehlende Infrastruktur (wie Sensoren zur Erfassung von öffentlichen Daten). Andererseits mangelt es aber auch an Akzeptanz in der Bevölkerung durch negative Erfahrungen mit Datenmissbrauch. Der Vorteil einer "smarten" Datennutzung läge vor allem in der Steigerung von Wirtschaftlichkeit sowie beispielsweise einer Optimierung des Verkehrsnetzes. i) Der vorliegende Datenschutz ist nicht hinreichend um mögliche Problematiken in Bezug auf zukünftigen Datensicherheit und -schutz auszuschließen. Die momentan vorliegenden Datenschutzrichtlinien reichen möglicherweise für die Zukunft nicht mehr aus. Eine Souveränität über die eigenen Daten wäre bei der Nutzung von öffentlichen Daten für z.B. Verkehrsoptimierung nicht mehr gegeben. ii) Die Kommerzialisierung von Daten kann negative Folgen haben, etwa den eklatanten Verlust von Privatsphäre. iii) Vorliegende Möglichkeiten im Bereich der Stadtplanung und Stadtentwicklung werden nicht genutzt, da Investitionsanreize für Unternehmen fehlen. E. dass städtische Investitionen rein auf aktuelle Notwendigkeiten ausgerichtet sind und zukunftsgerichtete bzw. nachhaltige Konzepte vernachlässigt werden. F. dass ein Konzept der Smart Cities demokratigefährdende Elemente birgt. Es erscheint nicht sinnvoll, repressive Maßnahmen anzuwenden, um die Durchführung von Smart Cities zu ermöglichen. Besser ist, die unter Punkt 4 genannten Partizipationsmöglichkeiten zu nutzen, damit die demokratische Legitimation gewährleistet wird, wie z.B. Volksentscheide zu wichtigen Erneuerungen. G. dass Diversität momentan kein elementarer Bestandteil der Stadtentwicklung ist, was einen Mangel an Variationsmöglichkeiten in der modernen Stadtentwicklung hervorruft und einen Kulturverlust implizieren kann. i) Diversität wird in Bezug auf Innovation im Bereich der Stadtentwicklung nicht beachtet.

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ii)

Durch die Hegemonie der westlichen Stadtplanungsmodelle wird eine zwangsmäßige Anpassung an die westlichen Normen und Werte erzeugt und die entsprechenden Regionen erleiden dementsprechend einen Kulturverlust.

Wir fordern: 1.

Demokratische Legitimation a) b)

c)

2.

Verkehr a) b) c)

d)

3.

Wir fordern, dass sich das öffentliche Verkehrssystem komplett aus einer neuen Steuer finanziert. Wir fordern ein Sensorsystem, dass öffentlichen Straßenverkehrsmitteln im Straßenverkehr Vorrang einräumt. Wir fordern ein städtisches Netzwerk, das den BürgerInnen auf mobilen Geräten zeigt, wo sich die nächste Möglichkeit für Car-bzw. Bike-Sharing befindet, und ihnen darüber hinaus allgemeine Verkehrsinformationen bietet. Wir fordern einen verstärkten Ausbau des elektrischen Straßenverkehrsnetzes, in dem das Auto durch intelligente Vernetzung als Speichermedium für Strom dient.

Aufklärung a)

4.

Wir fordern eine Beteiligung der Bürger bei der Konzeptionierung der Entscheidungen sowie bei der Umsetzung. Bei Entscheidungen zur Umsetzung einer Smart City sollte ein Volksentscheid der betroffenen Bürger, und somit eine Smart Governance erfolgen. Alle Bevölkerungsgruppen müssen unter Berücksichtigung ihrer kulturellen Hintergründe gleichermaßen von der Smart City profitieren.

Das Konzept der Smart City sollte dem Bürger vor der möglichen Realisierung ausreichend vergegenwärtigt werden.

Erneuerbare Energien a)

b)

Wir fordern, dass bis 2050 jede Stadt mindestens 60% ihres eigenen Energiebedarfs durch erneuerbare Energien gewinnen muss und Überschüsse in das landesweite Stromnetz eingespeist werden. Konventionelle und klimaschädliche Energiegewinnung müssen unrentabler werden, indem neue Technologien subventioniert werden und Energiekonzerne so einen Anreiz zur Investition in erneuerbare Energien erhalten.

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c)

5.

Kommunikations- und Datenmanagement a)

b)

6.

Gleichzeitig müssen neu zu errichtende konventionelle Kraftwerke Ausfälle durch erneuerbare Energien kompensieren, indem sie intelligent mit einzelnen Haushalten vernetzt werden und somit zur Smart Economy beitragen.

Da das bestehende Kommunikationsnetz sich in Zukunft stark ausdehnen wird, fordern wir eine zunehmende Smarte Vernetzung von Energie und Haushalt sowie von Verkehr und Kommunikation. Diese Vernetzung soll durch Innovative und Smarte Netzwerke wie dem „Data-Grid“ gewährleistet werden. Darüber hinaus betrachten wir einen verbesserten Datenschutz in Form von „detracing“ als unerlässlich und fordern weitergehend eine vermehrte Nutzung von öffentlichen Daten bei gleichzeitigem Schutz privater Daten, damit auch die Privatsphäre in Zukunft bewahrt wird.

Anwendbarkeit a) Das Konzept der „Smart City“ muss sich durch Adaptivität an regionale Gegebenheiten, wie beispielsweise verschiedene Möglichkeiten der Energiegewinnung, auszeichnen und somit global anwendbar sein.

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Organisation:

Dr. Annette Klinkert Geschäftsleitung Esther Fehse Projektmanagement Ritterstraße 19 33602 Bielefeld Tel. 0521 96874363 klinkert@city2science.de esther.fehse@city2science.de www.city2science.de

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Resolutionsheft Herford