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LebensrAum

talvorschriften – wie Basel II und Basel III – scheitern. Weiters müssen wir einen Fokus auf Wirtschaftsförderun­ gen speziell für KMU und Steuererleich­ terungen für Jungunternehmer und -unternehmer­innen legen.

Welche Vorteile bieten sich für BetriebsgründUNGEN und BetriebsansiedlUNGEN in der Obersteiermark? In vielen Gesprächen mit Firmenchefs höre ich immer wieder, dass es die Obersteirerinnen und Obersteirer sind, die ihren wirtschaftlichen Vorteil darstellen. Die Menschen sind fleißig, bereit sich aus- und weiterzubilden, fühlen sich in der Region wohl und leben gerne hier. Aus diesem Grund ist auch die Bildungsfrage essentiell: Wie viele Fachhochschulen und universitäre Ausbildungsmöglichkeiten gibt es und wo befinden sie sich?

Infrastruktur ist das Um und Auf für eine wachsende Wirtschaft. Welche Massnahmen sind besonders wichtig?

zugänglich sein und darf nicht an faden­ scheinigen Gründen scheitern. Be­ sonders der ländliche Raum muss mit schneller Information versorgt werden, denn eines ist klar: Würde es die tech­ nische Infrastruktur nicht geben, wären viele Betriebe bereits abge­wandert.

Obersteiermark 2050 - Wie sehen sie die Bereiche Landwirtschaft und Industrie? Unsere Landwirtschaft hat in Zukunft einen klaren Versorgungsauftrag – es geht darum, die Menschen mit ­si­­ch­­eren heimischen Lebensmitteln zu versorgen. Der Mehrwert der bäuer­ lichen Landwirtschaft muss erhalten bleiben, denn er ist auch die Grundlage für einen florierenden Tourismus. Ich will keine industrialisierte Form der Landwirtschaft, keine Gentechnik, keine Hormone. Egal, ob Lebensmittel- oder Holzbe­ reich, wir müssen die Wertschöpfungs­ kette stärker mitdenken. Es kann nicht sein, dass nur einige wenige ihre Um­ sätze und Gewinne maximieren, wäh­ rend andere durch die Finger schauen. Es darf kein Klassenkampf zwischen Bauern als billige Rohstofflieferanten, Industrie und lohngedrückten Arbeit­ nehmerinnen und Arbeitnehmern entstehen. Jeder braucht einen fairen Anteil. Dieses brennende Thema müs­ sen wir partei- und berufsübergreifend ansprechen, ein Bewusstsein füreinan­ der schaffen und Verbündete suchen.

Die Schlüsselinfrastruktur für alle ländlichen Räume und auch für die Obersteiermark liegt in der Informationstechnologie. In Sekundenschnelle können Ideen, Leistungen und Produkte der gesamten Welt präsentiert werden. Gleichzeitig können wir die Welt ins Dorf bekommen. Breitbandoder Glasfaseranbindung sind für Betriebe von enormer Wichtigkeit.

Auf welche Erfolge in Ihrer Arbeit für die Obersteiermark und Österreich sind Sie besonders stolz?

Die Informationstechnologie muss für alle Menschen in Österreich unteilbar

Der Ausbau der Breitbandtechnologie ist mir sehr wichtig. Aber auch das

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Ökostromgesetz, die gemeinsame Agrarpolitik der EU und das österreichische Agrar-Umweltprogramm sowie die Bio- und Berg bauernförderung sind mir ein Herzens­ anliegen. Über ein Jahrzehnt konnte ich in vielen persönlichen Gesprächen und Diskussionen, oft auch auf internatio­ naler Ebene, ein Problembewusstsein für die schwierigen Produktionsbedin­ gungen unserer Bergbäuerinnen und Bergbauern schaffen. Für die Bewirtschaftung ihrer Bauern­ höfe unter schwierigsten topografi­ schen Bedingungen erhalten sie nun einen angemessenen Ausgleich. Gerade auch das Agrar-Umweltprogramm ist ein Schlüssel für den Erfolg einer kleinstrukturierten und nachhaltigen Landwirtschaft. Mehr als 80 Prozent unserer Bauern nehmen an dem Programm teil. Besonders freut es mich, dass die Bioförderung in Österreich die höchste in ganz Europa ist und wir mit rund 20 Prozent die meisten Bio-Bauern und -Bäuerinnen haben.

Welche Visionen haben sie als Politiker für die Obersteiermark? Ich möchte erreichen, dass möglichst viele Menschen in der Obersteiermark eine Arbeit haben und ihr Einkommen in einer intakten Umwelt und einem blühenden Lebensraum genießen können. Die Obersteiermark soll zur Kornkammer Österreichs werden. Hier wollen wir jene Lebensmittel, Rohstoffe und Energieformen produzieren, von denen wir zu 100 Prozent wissen, dass sie aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammen. Denn Nachhaltigkeit als Wirtschaftsprinzip ist jener Grundsatz, mit dem wir unser aller Lebensgrund­ lage gemeinsam für die Zukunft sichern können.

OBEN Magazin - Lebensraum  
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