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OBEN STeirisch

Oben, Rechts: OĂ–V

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LebensrAum

mein

HEIMVORTEIL Keine Sorgen durch gute Nachbarschaft

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift auf die Angebote einer Versicherung zurück. In der Obersteiermark setzen die Menschen seit 66 Jahren auf die Dienstleistungen der Oberösterreichischen Versicherung. Sicher mit Heimvorteil Seit mehr als 200 Jahren sorgt die Oberösterreichische Versicherung AG für einen Heimatvorteil, wenn es um die Sicherheit von Menschen und Werten geht und ist damit das erste und älteste Assekuranzunternehmen in Österreich. Auch als größter Regional­ versicherer punktet das Unternehmen und verfügt über eigene Niederlassun­ gen in Salzburg und der Steiermark. „Im Jahr 1947 haben wir in der Ober­steiermark unseren ersten Vertrag abgeschlossen“, berichtet der Landes­ direktor für die Steiermark, Otmar Lankmaier. Handschlagqualität Mittlerweile setzen mehr als 30.000 Kundinnen und Kunden in der Steier­ mark auf flexible Versicherungslösungen und Handschlagqualität „made in Oberösterreich“. Rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbei­ ter in sieben Niederlassungen und 317 Maklerpartnerinnen und -partner garan­ tieren beste Nahversorgung in Sachen Risikoschutz und Schadenabwicklung in der grünen Mark. Der selbst aus Murau stammende Landesdirektor ist stolz auf das umfangreiche Versicherungsangebot: „Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt, denn es zählt die Qualität der Dienstleistung. Darum setzen wir nicht auf Produkte von der Stange, sondern vor allem auf

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die Kompetenz und den engagierten Einsatz unserer Beraterinnen und Berater. Damit sind wir auch ein attrak­ tiver Arbeitgeber in der Region.“

Mehr über den Heimatvorteil unter keinesorgen.at.

Landesdirektor Otmar Lankmaier Seit 1947 in der Obersteiermark tätig 30.000 Kunden in der Steiermark 70 Mitarbeiter in 7 Niederlassungen, 317 Maklerpartner in der Steiermark Keine Sorgen Center Liezen Fronleichnamsweg 9, 8940 Liezen Keine Sorgen Center Fohnsdorf Gabelhofensiedlung 2, 8753 Fohnsdorf Keine Sorgen Center Murau Bahnhofstraße 5a, 8850 Murau Keine Sorgen Center Leoben Kärntner Straße 289, 8700 Leoben ooev.at


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Geschichten mit Geschichte

Die Obersteiermark wird in drei Regionen (Östliche und Westliche Obersteiermark, Ennstal-Ausseerland) unterteilt, die sich durch eine Vielzahl einzigartiger Sehenswürdigkeiten und Traditionen auszeichnen, von denen drei exemplarisch vorgestellt werden.

In vielen Bevölkerungsschichten vom einfachen Bauern bis hinauf zu den ­Repräsentanten aus der hohen Wirt­ schaft und Politik ist eine Wallfahrt nach Mariazell auch heute noch eine Selbstverständlichkeit, der mit Eifer und Inbrunst nachgegangen wird.

Ganz im Nordosten der Obersteier­ mark liegt die Stadt Mariazell, die der mit Abstand wichtigste Wallfahrtsort Österreichs und der angrenzenden Nachbarländer ist. In der Hauptkirche Mariazells, der Basilika Mariä Geburt, steht die Gnadenstatue Magna Mater Austriae, eine 48 cm große Skulptur der Gottesmutter aus Lindenholz, die der Legende nach ein Mönch um 1157 nach Mariazell gebracht hat. In der Folge zog die Marienstatue immer mehr Pilger an und wurde schließlich von den Habsburgern – im Zuge der Gegenreformation – zum Nationalhei­ ligtum Österreichs erklärt. Die Anzieh­ ungskraft Mariazells als Pilgerort ist auch heute noch ungebrochen.

Ziemlich genau im Mittelpunkt der Obersteiermark liegt, nahe der Stadt Eisenerz, der Erzberg. Auf dem auch „Steirischer Brotlaib“ genannten Berg (wegen des teilweise im Tagbau erfolgten Abbaus) wird seit dem 11. Jahr­hundert Eisenerz abgebaut. Ihm verdankt bis heute nicht nur die unmittelbare Umgebung ihre wirt­ schaftliche Grundlage, sondern auch der Stahlkonzern Voest Alpine oder die Montanuniversität Leoben begründen mit ihm ihre Existenz. Der Sage nach geht das Auffinden der Eisenvor­ kommen am Erzberg auf das Wissen eines Wassermanns zurück, der von den Eisenerzern gefangen wurde und sich seine Freiheit mit dem Angebot

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Ebenfalls nur mit Hilfe von Legenden lässt sich das Schattenseeschießen erklären. Bei diesem Wasserscheibenschießen, das im Westen der Obersteiermark in Krakau und am Prebersee gepflogen wird, schießt man von einem Ufer des spiegelblan­ ken Sees (Schattensee, Prebersee) auf das Spiegelbild der am anderen Ufer aufgestellten Zielscheibe in ca. 100 m Entfernung. Die von der Wasserober­ fläche abprallende Kugel muss die über dem Wasser hängende Kartonscheibe treffen. Am Prebersee wird vermutet, dass beim Entenjagen ein Jäger das Wasser traf und der Effekt der abpral­ lenden Kugel sein Interesse weckte. Vom Schattensee sagt die Legende, dass ein Wilderer auf das Spiegelbild eines anderen schoss und ihn mit dem gleichen Effekt tödlich verletzte.

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LebensrAum

Naturparks in der

Obersteiermark: Zu Berg und Tal

Der obersteirische Lebensraum zeichnet sich durch seine Vielfalt an Naherholungsgebieten aus. Die vier ausgewiesenen Naturparks Mürzer Oberland, Eisenwurzen, Sölktäler und Grebenzen nehmen darin eine beson­ dere Stellung ein. Am Oberlauf der Mürz liegt der Natur­ park Mürzer Oberland, der sich über eine Fläche von 226 km² erstreckt, dabei Höhenlagen von 700 bis 2.007 m (Rax) erreicht, und mit dem Naßköhr auch den größten Moorkomplex der östlichen Kalkalpen beherbergt. Den Naturpark zeichnet eine vielfältige Flora und Fauna aus, die von bewald­eten Mittelgebirgslandschaften (haupt­ sächlich Fichten-, Föhren-, Lärchen-, Eschen- und Bergahornbestände) und Schluchtenwäldern (Wälder, die in Schluchten gelegen sind) mit Berg­ ahorn und Esche dominiert wird. Im Hochgebirgsbereich findet man die typische Alpenflora mit ihren bekann­ testen Vertretern Edelweiß und Enzian. Zu den besonderen tierischen Bewoh­ nern gehören Steinadler, Gämsen, Rot- und Schwarzwild sowie Auerund Birkhahn. Auch der in der Region bereits ausgestorben gewesene Stein­ bock wurde hier wieder angesiedelt. Vereinzelt ziehen auch Wölfe durch, ebenso beginnen Luchs und Fischotter sich wieder heimisch zu fühlen. Der Naturpark Steirische Eisenwurzen ist mit 585 km² der größte Naturpark der Steiermark. Er liegt in der Obersteiermark und ist einer von zwei Naturparks in Österreich, der von der UNESCO zum Europäischen Geopark ernannt wurde. Seine besonderen Merkmale sind ein außerordentlicher Waldreichtum, unberührte Natur­ landschaften und außergewöhnliche Flusstäler. Die Waldlandschaften sind Fichtenwälder sowie Mischformen aus Fichte, Tanne und Buche.

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Dazu kommen Schluchtenwälder, die wegen ihrer Ursprünglichkeit und Natürlichkeit eine besondere Faszination ausüben. An ausgewiesenen Stellen wie der Spitzenbachklamm oder dem Palfauer Wasserloch kommen auch Kieferwälder vor. Eine Besonderheit des Naturparks ist der hohe Anteil an Endemiten (Pflanzen, die nur an einer Stelle/Region vorkommen). Dazu gehört die Anemonen-Schmuckblume, die zeitig im Frühjahr blüht, noch bevor die Blätter voll entwickelt sind, sie wächst in der Spitzbachklamm. Der Naturpark Eisenwurzen ist auch für seine seltenen Orchideen berühmt. In den Niederen Tauern zwischen dem Großen und Kleinen Sölktal im westlichen Teil des Bezirks Liezen liegt der Naturpark Sölktäler, der sich über eine Fläche von 277 km² erstreckt. Zu seinen Charakteristika zählen idyllische Bergdörfer und blühendes Almleben, artenreiche Bergwiesen, wilde Gebirgs­ bäche, aber auch der Sölker Marmor, der im gleichnamigen Marmorwerk verarbeitet wird. Besucher können sich den Naturpark, der sich von den saftigen Wiesen entlang der Enns im Tal bis hinauf zu alpinen Gipfeln ausdehnt, nicht nur erwandern, sondern auch in einer

Vielzahl von Themen etwa im Natur­ parklabor oder an den über 200 ver­ schiedenen alten Sorten an Gemüse, Kräutern und Blumen im Jesuiten­ garten des Naturparkhauses Schloss Großsölk kennenlernen. Dazu kommen sorgfältig angelegte Lehrpfade und Themenwege, die auf die vielen inter­ essanten Details vor Ort hinweisen. Im Rahmen eines Besuchs kann man auch das Ennstaler Alpendiplom erwerben. An den Ausläufern der steirischkärntnerischen Zentralalpen im Bezirk Murau liegt der 220 km² große Natur­ park Zirbitzkogel-Grebenzen. Seine Landschaft ist von der Eiszeit geprägt und liegt auf einer Höhe zwischen 740 und 2.396 m. Neben Almen, Wiesen und Wäldern prägen zahlreiche Teiche, Burgen, Schlösser und Mühlen die beschauliche Landschaft. Die Ferienregion bietet somit Sommer wie Win­ ter beste Voraussetzungen für einen erholsamen Aufenthalt, denn sie wird nur sanft touristisch genutzt. Im Winter finden in den Naturparkgemeinden Eisfeste und Brauchtumsveranstaltun­ gen statt. Zudem kann man in dieser Jahreszeit im Schnee auch einem Rätsel der Natur begegnen, nämlich dem Zitronenfalter, der als einzige heimische Schmetterlingsart den Winter im Freien überlebt.

Oben: Getty Images


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Gemeinsam für die

Obersteiermark

Fritz Grillitsch stammt aus dem obersteirischen Judenburg und ist als Abgeordneter zum Österreichischen Nationalrat tätig. Herr Grillitsch, was ist das Besondere an Ihrer Heimat, der Obersteiermark? Die Menschen hier haben immer schon ihre Heimat mitgestaltet und mitverändert, sind dabei aber immer bescheiden geblieben. Die Oberstei­ rerinnen und Obersteirer fühlen sich hier wohl und schätzen die gesunden Wälder, wanderbaren Berge, reinen Seen und fruchtbaren Böden. Egal ob im touristisch geprägten Ennstal, dem Wirtschaftsstandort Liezen oder dem Murtal und Mürztal, die von der verstaatlichten Industrie lebten – die Menschen zeichnen sich durch Fleiß, Bescheidenheit, einer starken Bindung an die Heimat und einem starken Willen aus. Aber auch in der Obersteiermark gilt: „Raue Schale, weiches Herz.“

Abgeordneten zum Steirischen Land­ tag, schon früh politisch geprägt. Die Gastwirtschaft hat von den Kohle­ bergarbeitern aus Fohnsdorf gelebt. Am Wirtshaustisch haben sich alle politischen Strömungen, Arbeiter und Akademiker gefunden und gemeinsam diskutiert. Als der Bergbau geschlossen wurde und die Menschen weniger verdienten, wurde auch das Gasthaus leerer. In meiner Jugend habe ich das Verständnis gelernt, füreinander da zu sein. Jeder braucht jeden. Es ist wichtig, den Menschen eine Arbeit zu bieten, mit der sie ihr Einkom­ men verdienen können. Dann stimmt die Kaufkraft, und die Menschen müs­ sen nicht abwandern, sondern können in ihrer Heimat bleiben. Denn diese Menschen prägen die Regionen und das Land mit ihrer Urtümlichkeit, ihrem Traditionsbewusstsein und ihrem Willen, in eine fortschrittliche Zukunft zu gehen. Vom Ennstal bis zum Semmering, von Murau bis Sandleiten – sich für diese Menschen einzusetzen zahlt sich einfach aus.

Sie sind in Fohnsdorf aufgewachsen. Wie haben Sie Ihre Kindheit erlebt und was schätzen Sie an den Obersteirerinnen und Obersteirern?

Die Wirtschaft ist ein Stützpfeiler unserer Gesellschaft. Wie unterstützen Sie als Politiker die heimische Wirtschaft?

Ich hatte eine wunderschöne Kind­ heit als Gast- und Landwirtssohn und wurde von meinem Vater, einem

Ganz klar ist, dass kleine und mittlere Unternehmen die sichersten Arbeits­ plätze bieten, denn sie siedeln sich

Oben: Archiv

dauerhaft in der Region an. Sie bilden das Rückgrat der obersteirischen Wirtschaft und verhindern die Ab­wanderung junger Fachkräfte. Große Konzerne sind nicht so stark in einer Region verwurzelt – sie kommen und manchmal gehen sie wieder. Wir fördern die Zusammenarbeit von KMU und Großkonzernen. Diese Vernetzung müssen wir weiterführen und lernen, wie wir voneinander profitieren. Die regionale Wertschöpfung ist unser Trumpfass, denn sie verhindert Kauf­ kraftabfluss.

Wie gehen Sie auf die besonderen Bedürfnisse von KleinEn und mittleren Unternehmen ein? Die obersteirischen KMU sollen motiviert werden, sich zu vergrößern, weiter zu investieren. Junge Ober­ steirerinnen und Obersteirer sollen dazu gebracht werden, in die Selbst­ ständigkeit zu gehen und damit am Aufschwung der Obersteiermark zu arbeiten. Dabei soll ein zu schaffender Regionalfonds für KMU helfen, denn wir müssen den Betrieben die Möglichkeit bieten, wirtschaftliche Chancen nützen zu können. Das darf weder an bürokratischen, noch an finanztechnischen Eigenkapi­

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talvorschriften – wie Basel II und Basel III – scheitern. Weiters müssen wir einen Fokus auf Wirtschaftsförderun­ gen speziell für KMU und Steuererleich­ terungen für Jungunternehmer und -unternehmer­innen legen.

Welche Vorteile bieten sich für BetriebsgründUNGEN und BetriebsansiedlUNGEN in der Obersteiermark? In vielen Gesprächen mit Firmenchefs höre ich immer wieder, dass es die Obersteirerinnen und Obersteirer sind, die ihren wirtschaftlichen Vorteil darstellen. Die Menschen sind fleißig, bereit sich aus- und weiterzubilden, fühlen sich in der Region wohl und leben gerne hier. Aus diesem Grund ist auch die Bildungsfrage essentiell: Wie viele Fachhochschulen und universitäre Ausbildungsmöglichkeiten gibt es und wo befinden sie sich?

Infrastruktur ist das Um und Auf für eine wachsende Wirtschaft. Welche Massnahmen sind besonders wichtig?

zugänglich sein und darf nicht an faden­ scheinigen Gründen scheitern. Be­ sonders der ländliche Raum muss mit schneller Information versorgt werden, denn eines ist klar: Würde es die tech­ nische Infrastruktur nicht geben, wären viele Betriebe bereits abge­wandert.

Obersteiermark 2050 - Wie sehen sie die Bereiche Landwirtschaft und Industrie? Unsere Landwirtschaft hat in Zukunft einen klaren Versorgungsauftrag – es geht darum, die Menschen mit ­si­­ch­­eren heimischen Lebensmitteln zu versorgen. Der Mehrwert der bäuer­ lichen Landwirtschaft muss erhalten bleiben, denn er ist auch die Grundlage für einen florierenden Tourismus. Ich will keine industrialisierte Form der Landwirtschaft, keine Gentechnik, keine Hormone. Egal, ob Lebensmittel- oder Holzbe­ reich, wir müssen die Wertschöpfungs­ kette stärker mitdenken. Es kann nicht sein, dass nur einige wenige ihre Um­ sätze und Gewinne maximieren, wäh­ rend andere durch die Finger schauen. Es darf kein Klassenkampf zwischen Bauern als billige Rohstofflieferanten, Industrie und lohngedrückten Arbeit­ nehmerinnen und Arbeitnehmern entstehen. Jeder braucht einen fairen Anteil. Dieses brennende Thema müs­ sen wir partei- und berufsübergreifend ansprechen, ein Bewusstsein füreinan­ der schaffen und Verbündete suchen.

Die Schlüsselinfrastruktur für alle ländlichen Räume und auch für die Obersteiermark liegt in der Informationstechnologie. In Sekundenschnelle können Ideen, Leistungen und Produkte der gesamten Welt präsentiert werden. Gleichzeitig können wir die Welt ins Dorf bekommen. Breitbandoder Glasfaseranbindung sind für Betriebe von enormer Wichtigkeit.

Auf welche Erfolge in Ihrer Arbeit für die Obersteiermark und Österreich sind Sie besonders stolz?

Die Informationstechnologie muss für alle Menschen in Österreich unteilbar

Der Ausbau der Breitbandtechnologie ist mir sehr wichtig. Aber auch das

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Ökostromgesetz, die gemeinsame Agrarpolitik der EU und das österreichische Agrar-Umweltprogramm sowie die Bio- und Berg bauernförderung sind mir ein Herzens­ anliegen. Über ein Jahrzehnt konnte ich in vielen persönlichen Gesprächen und Diskussionen, oft auch auf internatio­ naler Ebene, ein Problembewusstsein für die schwierigen Produktionsbedin­ gungen unserer Bergbäuerinnen und Bergbauern schaffen. Für die Bewirtschaftung ihrer Bauern­ höfe unter schwierigsten topografi­ schen Bedingungen erhalten sie nun einen angemessenen Ausgleich. Gerade auch das Agrar-Umweltprogramm ist ein Schlüssel für den Erfolg einer kleinstrukturierten und nachhaltigen Landwirtschaft. Mehr als 80 Prozent unserer Bauern nehmen an dem Programm teil. Besonders freut es mich, dass die Bioförderung in Österreich die höchste in ganz Europa ist und wir mit rund 20 Prozent die meisten Bio-Bauern und -Bäuerinnen haben.

Welche Visionen haben sie als Politiker für die Obersteiermark? Ich möchte erreichen, dass möglichst viele Menschen in der Obersteiermark eine Arbeit haben und ihr Einkommen in einer intakten Umwelt und einem blühenden Lebensraum genießen können. Die Obersteiermark soll zur Kornkammer Österreichs werden. Hier wollen wir jene Lebensmittel, Rohstoffe und Energieformen produzieren, von denen wir zu 100 Prozent wissen, dass sie aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammen. Denn Nachhaltigkeit als Wirtschaftsprinzip ist jener Grundsatz, mit dem wir unser aller Lebensgrund­ lage gemeinsam für die Zukunft sichern können.


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Land –

Leute

Die vielfältigen Landschaften der Ober­ steiermark mit ihren oft widersprüch­ lichen Gegensätzen haben einen ganz besonderen Menschenschlag hervor­ gebracht: der Heimat und dem Brauch­ tum verbunden, die Traditionen lebend, dazu bescheiden, fleißig und von einer natürlichen Herzlichkeit. Dem in Filmen oft gezeigten Klischee nach sind es ker­ nige Buam (Förster) und schöne Madln (Sennerin). Auch das stimmt. Denn der gegenwärtig bekannteste Steirerbua ist Arnold Schwarzenegger, und unter den schönsten Frauen der Welt finden sich als Miss World die Steirerinnen Eva Rueber-Staier und Ulla Weigerstorfer.

Als einer der bedeutendsten Förderer des Landes gilt aber der „Steirische Prinz“ Erzherzog Johann, der auch heu­ te noch eine fast mythische Verehrung erfährt. Er legte bereits im 19. Jahrhun­

Der Mensch gestaltet die Natur, aber die Natur prägt den Menschen.

dert in vielen Bereichen jenen Grund­ stock, auf den heute noch aufgebaut wird. Sei es in Form der ersten Agrar­ akademie, die dem Berufsstand der Bauern neue Perspektiven gab, und von der überall im Land Schulungen abgehalten wurden, wie eine Land­ wirtschaft effizienter betrieben und ertragreicher geführt werden kann.

gesehen wird. Der Steireranzug hatte sein Vorbild in der Tracht der Jäger im Salzkammergut, in der Eisenwurzen und im Mürzer Oberland. Es flossen aber auch verschiedene Elemente mili­ tärischer Uniformen ein. Der Erzherzog schätzte besonders die Schlichtheit und Zweckmäßigkeit des „grauen Rocks“, der bis heute ein beliebtes, gern getragenes Kleidungsstück ist.

Nahe Mariazell baute er den Brandhof, ein altes Bauerngut, zu einem landwirt­ schaftlichen Mustergut aus. Auch das Grazer Joanneum, das ursprünglich als naturwissenschaftliche Hochschule ge­ plant war, und die Montanuniversität in Leoben gehen in ihren Grundzügen auf Erzherzog Johann zurück. Nicht zuletzt machte Erzherzog Johann den Steirer­ anzug populär und legte den Grund­ stein für ein Kleidungsstück, das heute noch als Symbol steirischer Identität

In der Ära Erzherzog Johanns ­brachte es auch der Bauernbub Peter ­Rosegger mit seinen vom steirischen Volkstum geprägten Erzählungen als Schrift­steller zu literarischem Welt­ ruhm. Heute gibt es eine Vielzahl steirischer Schriftsteller und Dichter. Höchste Ehren erfuhr zuletzt die in Mürzzuschlag beheimatete Elfriede Jelinek anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Literatur.

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Lebenslinie:

durch BErg UND TAL

Markantes Kennzeichen der Obersteiermark sind die nördlichen Bergregionen, die im Wettstreit mit den immer sanfter werdenden Hügellandschaften im Osten und Süden stehen. Bis knapp 3000 m hohe Berge – von den Schladminger Tauern im Westen über den Dachstein bis zum National­ park Gesäuse und den Gebirgsplateaus zwischen Hochschwab und Rax im Osten – begrenzen die Obersteiermark nach Norden zu und verleihen dieser Region ihren hochalpinen Charme. Ab den Flüssen Mürz und Mur, die quer durchs Land von Ost und West auf­ einander zufließen und mit ihren Tälern die Mur- und Mürzfurche bilden, bevor sie sich vereinen und gemeinsam nach Süden abbiegen, beginnt die Land­ schaft langsam wellig auszurollen. Hier fanden auch die ersten Ansiedlungen von Handwerksbetrieben statt, die über

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Jahrhunderte Erz verarbeitet hatten, bevor sie den nun dort ansässigen modernen Hightech-Unternehmen wichen. Entlang der Mur-Mürzfurche verläuft auch eine der beiden Hauptverkehrs­ adern. Die vom Semmering kom­mende Schnellstraße S6 erstreckt sich in südwestlicher Richtung, bevor sie in die S36 übergeht und als Murtal­ schnellstraße bis Judenburg reicht. Der zweite dominierende Straßenzug ist die Autobahn A9, die von Linz/ Oberösterreich kommend bei Liezen in die Obersteiermark eintritt und von Nordwesten nach Süden verläuft. Die beiden Hauptverkehrsadern kreuzen

sich auf der Höhe Leoben. Bei Bruck an der Mur geht zudem von der S6 die Schnellstraße S35 ab und erschließt die Region in südlicher Richtung bis Frohnleiten, um danach in die Autobahn A9 überzugehen. Mit Leoben, Kapfenberg, Bruck und Knittelfeld liegen in der Mur- und Mürzfurche auch die größten Städte der Steiermark – mit Ausnahme von Graz. Keine Einzige davon zählt mehr als 25.000 Einwohner; und selbst Graz hat mit einer Viertelmillion Einwohner sehr überschaubare Verhältnisse. Das Mur- und Mürztal als Teil der Verbindung Klagenfurt-Wien bzw. des Baltisch-Adriatischen Korridors bilden auch die Hauptachse im Eisenbahnverkehr. Mit der Fertigstellung des SemmeringBasistunnels im Osten zwischen Niederösterreich und der Steiermark sowie dem Bahntunnelprojekt Koralm im Westen als schnelle leistungsstarke Verbindung nach Kärnten wird diese in Zukunft noch weiter aufgewertet.

Grafik: Archiv


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das grüne

Herz Österreichs Hochaufragende Gebirge, durchbrochen von wildzerklüfteten Täler und umsäumt von weitläufigen Almen und tiefem Tann: In der Obersteiermark bilden Mensch und Natur eine frucht­ bare Symbiose, in der Brauchtum und Tradition einen besonderen Stellenwert haben. Idyllische Täler und wildroman­ tische Berge, umsäumt von Almen, Wäldern und Wiesen und durchzogen von Bächen und Flüssen: die Obersteiermark ist Natur pur in all ihren Varianten von hügelig bis hochalpin. Diese Vielfalt hat auch die Menschen dort geprägt: Sie sind freundlich, arbeitsam und fleißig, vor allem aber zeigen sie sich allem Neuen gegen­ über aufgeschlossen. Blühende Wirtschaft Diese Aufgeschlossenheit macht sich in vielerlei Hinsicht bemerkbar wie zum Beispiel in einer der europaweit höchs­ ten Ausgabenquote für Forschung und Entwicklung: Viele Betriebe, auch klein- und mittelständischer Art, haben Kooperationen mit einer der vielen Universitäten, Hochschulen oder Fachinstitute in der näheren und wei­ teren Umgebungen. Zudem prägt die Landschaft aber auch die Menschen, die dort leben. Sie sind offen und auf­ geschlossen und von einer herzlichen Art, von der besonders Neuankömm­

linge profitieren, die sofort ins örtliche Leben mit seinem traditionsreichen Brauchtum integriert werden. Das hat auch seinen Grund darin, dass Neu­ ankömmlinge, vor allem Zuwanderer, die sich dauerhaft sesshaft machen wollen, dringend benötigt werden. Aus wirtschaftlichen Gründen: Die Obersteiermark ist in der beneidens­ werten Lage, mehr qualifizierte Arbeit bieten zu können als bewältigt werden kann, weil vielerorts ein Mangel an Arbeitskräften herrscht. Der Grund dafür ist in der stark wachsenden Wirtschaft zu sehen, die sich sowohl aus gewerblichen wie industriellen und Dienstleistungsbetrieben unterschied­ lichster Größen und Branchen zusammensetzt. Naturnahes Leben Der Reichtum und die Vielfalt an Betrieben, Unternehmen und Bildungs­ stätten bedarf aber auch eines soliden Unterbaus, der in einer gut ausgebau­ ten und funktionierenden Infrastruktur begründet liegt. Denn was nützt die schönste Umgebung, der beste Betrieb, das gemütlichste Eigenheim, die kreativste Bildungsstätte, wenn sie nicht erreichbar und kommunizierbar sind. Daher verfügt die Obersteiermark über ein gut ausgebautes Straßennetz,

regionale und internationale Bahnlinien, nahe gelegene Flughäfen und ist in kommunikationstechnologischer Hin­ sicht am höchsten Stand der Technik – zum Nutzen der Menschen, die sich dort wohlfühlen, wohnen, leben und arbeiten. Den vielen soliden Unternehmen und Wirtschaftsstandorte in den industriell geprägten Regionen der Obersteiermark stehen die ländlichen Regionen mit ihren kleinen Siedlungs­ größen gegenüber. Dieser reizvolle Gegensatz trägt sehr zum positiven Lebensgefühl der Bevölkerung bei und ermöglicht eine klare Trennung von Arbeit und Privatleben. Daher ist auch Mobilität wichtig und es wird viel Wert auf eine effiziente funk­tionierende Verkehrsinfrastruktur gelegt sowohl was den Individual­ verkehr wie auch das öffentliche Transportwesen aus Bahn und Bus betrifft. Die Menschen, die dort leben, haben daher in der Regel nicht nur kurze Wegstrecken zur Arbeit, in die Schule, zu kulturellen Veranstaltungen oder architektonischen Sehenswürdigkeiten, sondern sie können auch jeder­ zeit ohne viel Aufwand gleichsam von der Straße in die Natur wechseln und „gleich ums Eck“ in einer unberühr­ ten Landschaft einfach nur die Seele baumeln lassen.

Limousin-Rinder Oben: iStockphoto Getty; Rechts alle: Pro Holz

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