Issuu on Google+

Was wäre wenn … nicht Bär oder Wolf als die «bösen Bestien» des Alpenraums gelten würden?

Der Churer Steinbock (Capra Curiensis)

Das letzte Exemplar des Churer Steinbocks (Capra Curiensis) wurde am 10. März 1674 erlegt, als dieser in die Stadt Chur eindrang und grosse Verwüstung anrichtete. Das Wappen der Stadt erinnert noch heute an dieses tragische Ereignis, bei dem 14 Menschen starben und 70 Häuser sowie 68 Ställe zum Teil bis auf die Grundmauern zerstört wurden. Matthäus Merian hielt die Tragödie von Chur bildlich in seiner Topographia Helvetiae fest. Als Folge dieser Vorfälle wurde auch der kleinere, nicht minder gefährliche Artgenosse des Churer Steinbocks, der Alpensteinbock (Capra ibex), intensiv gejagt und galt Anfangs des 19. Jahrhunderts bis auf einige wenige Exemplare im italienischen Gran Paradiso im gesamten Alpenraum als ausgerottet. Alle heute in den Alpen lebenden Steinböcke stammen von diesen Tieren ab. Damit sich dieses schreckliche Ereignis aus dem Jahr 1674 nicht mehr wiederholen kann, steht der Steinbock heute unter strenger Beobachtung und seine Population wird durch regelmässige Bejagung möglichst gering gehalten.


Der Churer Steinbock (Capra Curiensis)