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kommune heute

Breitband braucht das Land Breitbandversorgung als kommunale Aufgabe Der VKU sieht die Schl端ssel zur Aufgabe der Zukunft | Seite 7

Eine digitale Infrastruktur f端r den l辰ndlichen Raum Die Handlungsoption f端r Kommunen: Investitionen in passive Netze | Seite 12


www.pwclegal.de

Breitband mit Weitblick

April 2014

Wir brauchen eine bessere Kommunikationsinfrastruktur

Es ergibt sich als erste Forderung, dass nachhaltige, belastbare und zukunftsfeste Netzinfrastrukturen gebaut werden. Technische Zwischenlösungen können sinnvoll sein. Es muss aber bei der Planung mindestens schon die Option für einen weiteren Ausbau Berücksichti-

Wir managen Ihre Breitbandprojekte! Mit professionellem Ingenieurverstand stellen wir sicher, dass Termine und Kosten eingehalten werden.

Advanced). Doch Deutschland braucht, um im Bild zu bleiben, mehr als Schmerzmittel: es braucht Heilmittel. Dabei muss man sich als Mandatsträger bewusst sein, dass eine Therapie länger dauern kann als ein Wahlzyklus.

Es wächst die Erkenntnis, dass sich Deutschland zulange auf – ohne Zweifel – beachtenswerten Erfolgen ausgeruht hat: Liberalisierung des Telekommarktes, Breitbandzugang mit 1 Mbit/s für alle und die führende Rolle in Europe bei der Einführung von LTE. Doch die Anforderungen sind gewachsen und auch der erste Bundesminister für (u.a.) Digitale Infrastruktur gibt zu bedenken, dass „… wir einen dynamischen Prozess [haben], der weit über 50 MBIt/s hinausgeht… Wir müssen davon ausgehen, dass wir einen Tsunami von Datenvolumen auf uns zukommen sehen.“ Welche Maßnahmen soll man also ergreifen?

Ob Förderverfahren, Auswahl des Netzbetreibers oder Gestaltung von Verträgen: Der Breitbandausbau fordert fundiertes rechtliches Wissen. Zum Glück sind unsere Rechtsanwälte mit allen maßgeblichen Rechtsgebieten ebenso vertraut wie mit den besonderen Anliegen von Kommunen. Darüber hinaus profitieren sie vom direkten Draht zu den PwC-Experten aus den Bereichen Steuern, Consulting und Wirtschaftsprüfung. Sprechen wir über Ihre Themen: Dr. Sven-Joachim Otto, Tel.: +49 211 981-2739, sven-joachim.otto@de.pwc.com

| Breitband | Kommune heute 

Thomas Langer hat als Analyst die Entwicklung der Breitbanddiskussion in Deutschland ­wesentlich vorangetrieben.  Foto: Privat

gung finden. Auch müssen alle Kosten – auch die Betriebskosten – bei der Entscheidung miteinbezogen werden. Weiterhin muss man insbesondere auf Bundesebene die bittere Pille schlucken, dass es ohne staatliche Förderung nicht geht – Koalitionsverträge kann man ändern. Der Mobilfunk erscheint oft als verlockende Lösung (Stichwort LTE-

Andere Lösungen würden sich hingegen nur als das entpuppen, was sie sind: Opium für´s Volk. Die Aussage des Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Telekom AG, wonach während des ersten Treffens der Netzallianz-Initiative nicht über Glasfaser gesprochen wurde, sollte dabei sehr nachdenklich machen. In der Ihnen vorliegenden Beilage finden Sie eine Fülle von Aspekten, Lösungsansätzen und Fallbeispielen, wie man das Breitbandproblem im ländlichen Raum angehen kann. Die Beiträge können einen guten Einstieg in die durchaus komplexe Materie bieten. Thomas Langer

Die im Heft an verschiedenen ­Stellen verwandten QR-Codes s­ tehen mit ihrem jeweiligen Titel für Erläuterungen/Anmerkungen zur betreffenden Textseite: Man kann diese direkt über einen ­QR-Code ansteuern oder auch ­manuell selbst nachvollziehen. Z.B. QR-Code 15: www.breitband-kommune.de/Praxis15

Unsere Leistungen ■ ■ ■

Roll-out-Management Anwohnermanagement Fördermittelberatung

Organisationsberatung

■ ■

Unsere Kunden ■

Kommunen

Telekommunikationsunternehmen Tiefbau- und Montagefirmen

Referenzen (Auszug) ■ ■

Impressum: Sonderveröffentlichung Kommune heute „Breitband“erscheint als Beilage exklusiv in den kommunalpolitischen Fachzeitschriften DEMO und KOPO Herausgeber und inhaltlich verantwortlich: Christoph Pauselius (ViSdP) Pauselius Projektentwicklung, Nürnberg in Zusammenarbeit mit folgenden Verbänden und Gruppen: BREKO, FTTH-Council, VKU und ZVEI

© 2014 PricewaterhouseCoopers Legal Aktiengesellschaft Rechtsanwaltsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten. „PwC Legal“ bezeichnet in diesem Dokument die PricewaterhouseCoopers Legal Aktiengesellschaft Rechtsanwaltsgesellschaft, die zum Netzwerk der PricewaterhouseCoopers International Limited (PwCIL) gehört. Jede der Mitgliedsgesellschaften der PwCIL ist eine rechtlich selbstständige Gesellschaft.

An­zei­gen: Wolfgang Braun, Braun Medien GmbH, ­Riedelstr 14, 42359 Wuppertal; Nicole Stelzner, NetworkMedia GmbH, Oranienstraße 188, 10999 Berlin Layout: Jana Schulze, grafik@janaschulze.de

mit freundlicher Unterstützung des BUGLAS

Ti­telbild: jesussanz/Fotolia.de

Projektleitung: Henning Witzel, BvVG mbh, ­Stresemannstraße 30, 10963 Berlin

Druck: Braunschweig Druck GmbH, Ernst-Böhme-Str. 20, 38112 Braunschweig

Redaktion: Christoph Pauselius, Wolfgang Schlaak

Erscheinungstermin: April 2014

Projektmanagement Planungskoordination Bauoberleitung

Landeshauptstadt München Markt Essenbach

ZERNA PROJEKTMANAGEMENT GmbH Bochum . Berlin . Darmstadt .

Duisburg . Hamburg . Köln . München . Stuttgart Niederlassung Darmstadt Rößlerstraße 88 64293 Darmstadt Tel.: + 49 6151 81 28 - 0 Fax + 49 6151 81 28 – 1000 www.zerna-pm.eu

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Kommune heute | Breitband | April 2014

Marburg macht’s, und Kassel auch Breitbandversorgung als kommunale Aufgabe und Geschäftsmodell in Marburg und Kassel

Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel und Stadtwerkegeschäftsführer Rainer Kühne beim Trassenaushub. Foto: Stadtwerke Marburg

April 2014

Bei der Breitbandversorgung handelt es sich um eine essentielle Infrastruktur für Unternehmen und Bürger. Leistungsfähige Breitband-Netze sind als Basisinfrastruktur, als Straßen des 21. Jahrhunderts mittlerweile Teil der Daseinsvorsorge. Der Bedarf der Nutzer an Anschlussgeschwindigkeit wächst dabei ständig. Gemessen an dieser Bedeutung ist der Stand der Versorgung in Deutschland mehr als bescheiden. Auch in der Universitätsstadt Marburg zeigt sich dabei ein Abbild der digitalen Spaltung Deutschlands. Im Kernstadtbereich ist die Versorgung zurzeit überwiegend zumindest ausreichend.

Die Stadtwerke Marburg GmbH beschäftigt sich daher bereits seit 2003 mit der Vermarktung von Telekommunikationsprodukten. Im Kernstadtgebiet wurden seit 2003 projektbezogene Gewerbegebiete mit eigenen Glas-

Deutlich schlechter sieht es dagegen in den außenliegenden, ländlich geprägten 18 Stadtteilen mit zusammen 17.500 Einwohnern aus. Einige sind überwiegend ohne jegliche festnetzgebundene Breitbandversorgung, die meisten müssen sich mit mangelhaften Bandbreiten mit weniger als  1 Mbit begnügen. Durchgreifende Änderungen sind ohne eigene Anstrengungen nicht in Sicht. Wie fast überall in Deutschland beschreibt das FTTH-Council: „Gute Fortschritte beim GlasfaserAusbau in Europa – weiterhin ohne Deutschland (…) England und Deutschland schafften auch 2013 nicht einmal die Minimalschwelle von einem Prozent der Haushalte, die einen Glasfaseranschluss nutzen“.

Stefan Koch präsentiert ­Marburgs Glasfaser-Kit zum Selberverlegen im Haus.   Foto: Stadtwerke Marburg

Problem = Chance Die Stadtwerke Marburg als 100-prozentige Tochter der Stadt Marburg sehen in der Situation kein Problem, sondern die Markteintritts­ chance in den Telekommunikationsmarkt. Dabei drängen sich Synergien bei den Zukunftsthemen Smart Grid und Smart-Metering sowie beim Tiefbau in anderen Sparten und beim kommunalen Tiefbau (Straßensanierung) auf.

fasertrassen erschlossen. An Gewerbekunden sowie an Anbieter werden Internet- sowie Datenverbindungen vermarktet. Nach zahlreichen Anfragen von Bürgermeistern und Bürgerinitiativen wurde ab 2005 im Landkreis – außerhalb des eigentlichen Versorgungsgebietes – ein eigenes funkgestütztes Netz mit dem Produkt „Wireless-DSL“ aufgebaut, das bis heute über 50 Ortschaften und knapp 3000 Kunden (Privatkunden, Unternehmen, Verwaltung, Schulen) in unterversorgten Gebieten mit Internetanschlüssen bis 6.000 Kbit versorgt (Praxis_1). Dieses Angebot ist überaus erfolgreich, stellt ohne einen einzigen Euro Fördermittel die Grundversorgung von 2/3 der sog „weißen Flecken“ im Landkreis sicher und schreibt seit Jahren schwarze Zahlen. Selbst handeln Nachdem deutlich wurde, dass es im Infrastrukturausbau keinerlei Fortschritte gibt, wurde 2011 ein Einstieg in den flächendeckenden Aus­bau ei-

nes neuen Glasfasernetzes für alle Bürger evaluiert und beschlossen. Nur ein Glasfasernetz bis in die Wohnung (Fiber to the Home = FTTH) soweit möglich, zumindest aber bis ins Gebäude (Fiber to the Building = FTTB) wird dabei als hinreichend leistungsfähig und zukunftssicher angesehen. Schon in weniger als 10 Jahren werden wir über Vectoring & Co erzielbare Download-Raten von 50–100 Mbit/s als „digitale Steinzeit“ einstufen, da hiermit noch nicht einmal die Minimumanforderungen erfüllt werden können (Praxis_2). 2013 wurde ein erster Stadtteil mit 1.600 Einwohnern mit einem FTTH-Glasfasernetz erschlossen, über 85 Prozent der Hauseigentümer beauftragten hier einen Hausanschluss. 2014 folgen weitere zwei Stadtteile mit zusammen knapp 3.000 Einwohnern. Die Stadtwerke Marburg bieten über ihr Glasfasernetz Anschlüsse mit Bandbreiten von 200 Mbit (kein „bis zu“)

| Breitband | Kommune heute 

an, ein Vielfaches wäre schon jetzt möglich. Bisher sind die Stadtwerke der einzige Anbieter, das Netz wird aber auch Dritten als OpenAccess-Angebot zur Verfügung gestellt. Ganz nebenbei wurden seit 2010 bei Straßensanierungen und/oder Erneuerungen von Energie-und Wasseranschlüssen zahlreiche Gebäude mit über 1500 Wohnungen mit Leerrohrsystemen erschlossen, in die später ohne erneuten Tiefbau Glasfaserkabel eingebracht werden können. Der Ausbau erfordert erhebliche Investitionen. Der „Business-Case“ einer Kommune unterscheidet sich jedoch grundsätzlich von dem eines Finanzinvestors: Für die Kommune geht es um die ganze Stadt: Attraktivität für Bürger und Unternehmen dank hochwertiger Breitbandinfrastrukturen schaffen Erlöse (Gewerbesteuern, Schlüsselzuweisungen) und Vorteile, die sich nicht monetär oder zumindest nicht in

Praxis1: Wireless-DSL ­Marburg

den Kostenstellen des Breitbandausbaus niederschlagen. Damit erscheinen dann auch die erheblichen Investitionen kommunaler Unternehmen in neue Glasfasernetze, die häufig mit sehr langfristigen Returnzeiten (20 Jahre und mehr) verbunden sind, in einem ganz anderen Licht. z Stefan Koch Stadtwerke Marburg

Praxis2: VKU-Hessen P­ositionspapier ­Breitbandausbau

Gleiches Breitband für alle versorgt, auf Hochtouren. DaFrank Richter, Geschäftsführer rüber hinaus haben wir in den der Netcom Kassel, beschreibt letzten 3 Jahren mehrere Orte die Bemühungen seines Unin der Nähe von Warburg mit ternehmens, die digitale SpalFTTB/H umgesetzt. tung Nordhessens zu schließen: „Von Kassel aus konzenDiverse weitere Orte im Umtrieren wir uns verstärkt auf feld um Kassel sind durch den den nachhaltigen Netzausbau Ausbau der Straßenkabinette mit Glasfasertechnologie. Ein (Fiber to the Curb = FTTC) mit gutes Beispiel ist das Gebiet Glasfaser versorgt worden. Der „Heckerstraße“ in Kassel. Dort Netcom Kassel GeschäftsNetzausbau, der derart grohaben wir einen Stadtteil mit führer Frank Richter Foto: Paavo Blofield ße Bandbreiten erst möglich Glasfaseranschlüssen ver-  macht, sichert nicht nur die opsorgt (FTTB). Dieses Projekt wurde gemeinsam mit den Städtischen Wer- timale Nutzung des klassischen Festnetzanschlusses, sondern darüber hinaus auch die ken Kassel realisiert.“ Möglichkeit, in Echtzeit im Internet zu surfen, Aber auch über die Grenzen Kassels hinaus ist um neuartige Dienste, wie zum Beispiel das die Netcom im Bereich Breitbandausbau tätig. Fernsehprogramm in HD-Qualität zu genieSo läuft das Projekt „Digitales Hadamar“, das ßen, zeitversetzt aus der Mediathek der Sendie Gemeinden um Hadamar mit Highspeed- der, oder hochauflösende Videofilme über das Internet (bis zu 50.000 KBits pro Sekunde) Internet daheim anzuschauen. z

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Kommune heute | Breitband | April 2014

April 2014

| Breitband | Kommune heute 

»Marsch, marsch ­vorwärts ins ­Monopol«, oder »Wie die Kupferader zur ­Goldader wird« Lehrstück in drei Akten über die ­Orientierungslosigkeit der Bundespolitik Prolog: Alle sind sich einig: Der Wirtschaftsstandort Deutschland braucht, um international bestehen zu können, überall eine zukunftsfähige Breitbandversorgung.

3. Akt „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“

Kommentar

1. Akt „Die gute, alte Zeit“

Mit Gründung der Bundesrepublik wurde aus der Reichspost die Deutsche Bundespost, die als staatliches Unternehmen sowohl Telefon- und TV-Kabelnetze ausbaute als auch Brief- und Paketzustellung flächendeckend übernahm. Einnahmen aus der Zustellung subventionierten den Telefon- und TV-Netz-Ausbau. Folge: Ein flächendeckendes Telefonnetz, ein beachtliches TV-Kabelnetz sowie eine flächendeckende Versorgung mit Brief- und Paketdiensten. Pferdefuß: relativ hohe Gebühren für den Kunden und Einsatz von Steuergeldern. 2. Akt „Wettbewerb durch ­Privatisierung“

Folge im ländlichen Raum: eine Schere zwischen guter und schlechter Breitbandversorgung zwischen Stadt und Land – flächendeckend war einmal. ­Problem: Das Grundgesetz reklamiert gleichwertige Lebensbedingungen in Stadt und Land. Nachdem im Konsens Breitbandversorgung als Freiwilligkeitsleistung zur Daseinsvorsorge ­gehört, ist die Bundespolitik im Rahmen der Wirtschafts­politik zum Handeln aufgefordert. Lösung: Grundsätzlich gibt es zwei Wege. Zum einen erhalten die privaten Unternehmen Steuergelder oder ein Unternehmen besorgt im Staatsauftrag die Grundversorgung. Alle Bundesländer und viele Kommunen haben sich für den ersten Weg entschieden. Aber, was macht der Bund?

Kommunale Unternehmen sorgen auf dem Land für bessere Breitbandversorgung.  Foto: Stihl024/Fotolia.de

Kommunale ­Unternehmen im Breitbandausbau vielfältig engagiert VKU: Schlüsselaufgabe für die Zukunft

Um ganz aktuell bei den Rahmenbedingungen zu bleiben: Da gibt es zwei neue Dinge: Vectoring und G-Fast.  Vectoring wird dafür sorgen, dass die Telekom zumindest in der Fläche die Alleinherrschaft über die Kupferader bekommt und den ­Löwenanteil der Einnahmen. Die Kupferader wird auf Jahre zur Goldader – eine Technik, die nicht zukunftsfähig ist. Wettbewerb und marktgetriebener Ausbau (sowie nachhaltiger ­Einsatz von Steuergeldern) sehen anders aus. Honi soit, qui mal y pense! Oder: Setzt da jemand darauf, dass die gute alte Telekom mit Mehreinnahmen flächendeckend versorgt? ­Zumindest eine Tendenz, die interessante Parallelen in Brüssel hat. Wettbewerb und marktgetriebener Ausbau sehen ­anders aus.

Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD hebt die Bedeutung des Breitbandausbaus als Schlüsselaufgabe des modernen Industrielands Deutschland hervor. Breitbandverbindungen sind integraler Teil der Stadtentwicklung und damit entscheidende Voraussetzung für die Ansiedlung moderner Arbeitsplätze und Wachstum in der Region. Viele kommunale Unternehmen leisten bereits erhebliche Investitionen und Anstrengungen, um den mittelfristigen Breitbandausbau in ihren Regionen voranzutreiben. Die flächendeckende Bereitstellung der notwendigen Bandbreiten für Bürger und Wirtschaft in den Regionen sind für sie Teil der modernen Daseinsvorsorge.

Epilog: Verwundert reibt man sich die Augen: Marktgetriebener Breitbandausbau, aber Remonopolisierung der Fläche. Wäre es da nicht besser, wenn Kommunen, Länder und Bund entweder dem Publikum reinen Wein einschenkten und sagten, dass 50 MB/s für alle nicht gehen, schon gar nicht 2018 – und nicht in Deutschland, sondern in Asien. Oder, dass alle zusammenlegen und die nötigen Milliarden aufbringen sollten, um zukunftsfähiges Breitband flächendeckend für alle Haushalte schrittweise zu realisieren? z

Die Breitbandaktivitäten kommunaler Unternehmen sind vielfältig: Sie reichen von der Verlegung von Leerrohren bis hin zum vollständigen Endkundenangebot mit Telekommunikationsdiensten wie Internet, Telefon und TV. Eine Umfrage des Verbandes kommunaler

Michael Reiss ist einer der ­politischen ­Vordenker der ­nachhaltigen Breitband­entwicklung in der Bundesrepublik.

1994 wurde die Bundespost privatisiert und es entstanden die Deutsche Post, die Deutsche Telekom, die Postbank und die TV-Kabelgesellschaften. Zielvorstellung: Billigere Preise, leistungsfähigere Angebote, effizienter Einsatz privatwirtschaftlicher Ressourcen, kein Einsatz von Steuergeldern. Pferdefuß: Der Einsatz privaten Kapitals steht unter dem Verdikt des Return of Invest: wenn nicht in drei Jahren die Investition wieder in die Kasse „zurückläuft“, unterbleibt die Investition, sprich beim Breitbandausbau wird nicht gebaut, wo nach drei Jahren nicht wieder das Geld in der Kasse ist.

Fragt man den Bund, was er macht, hört man etwas von marktgetriebenem Ausbau, also kein wirkliches Förderprogramm, und von Setzung von Marktimpulsen, insbesondere bei den Rahmenbedingungen, z.B. mit der Bereitstellung geeigneter Funkfrequenzen wie LTE oder LTE Advanced oder der Mitnutzung öffentlicher Infrastrukturen wie z. B. der sogenannten U-Tröge entlang der Bahn. Hört sich gut an, aber um bei den Beispielen zu bleiben, auch LTE unterliegt dem Return of Invest, ist damit potentiell nicht flächendeckend, man denke nur an die Mittelgebirge. Und die U-Tröge? 2005 erfolgte der erste Vorstoß in der Sache nicht vom Bund, sondern von Baden-Württemberg. Vollzug durch den Bund: Juni 2013, also nach 8 Jahren! Wie lange wird die Möglichkeit der Nutzung von Leerrohren in der Trinkwasserleitung brauchen?

Unternehmen von 2012 zeigt, dass bereits mehr als 150 VKU-Mitgliedsunternehmen im Breitbandausbau tätig sind. Kommunale Unternehmen prädestiniert Aufgrund ihrer lokalen Infra­ strukturkompetenzen sind kommunale Unternehmen in besonderer Weise für den Breitbandausbau prädestiniert. Durch eine Vernetzung ihrer Kernaufgaben, der Betrieb von Energie-, Wasser- oder Abwassernetzen, ergeben sich im Bereich des Brautbandausbaus vielfältige Synergien. Durch die Nutzung der bestehenden Infrastrukturen wie Leerrohren und Glasfaserleitungen oder die Mitverlegungen bei Arbeiten im Netz für andere im Breitbandausbau tätige Unternehmen können beträchtliche Summen an Tiefbaukosten, die den größten Kostenblock im Breitbandausbau ausmachen, verringert werden. Der Schlüsselfaktor beim Breitbandausbau ist die Verbesserung der Versorgungs-

situation im ländlichen Raum. Diese Tatsache findet auch im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung Beachtung. Allerdings wurden bislang viele ländliche Regionen im Breitbandausbau nicht einbezogen, was sich langfristig nachteilig auf ihre Standortattraktivität auswirken dürfte. Der Aufbau von Glasfasernetzen außerhalb dichtbebauter Siedlungsstrukturen ist für börsenorientierte Unternehmen nicht attraktiv, denn je dünner Gebiete besiedelt sind, desto höher sind die Kosten pro Hausanschluss. Im Gegensatz zu den privaten Unternehmen forcieren gerade die kommunalen Unternehmen den Breitbandausbau auch in ländlichen und halbstädtischen Regionen. Der Aufbau von Netz-Infrastrukturen gehört zu ihren Kernkompetenzen, sie sind dem Gemeinwohl verpflichtet. Aus unserer Sicht ist es dringend erforderlich, die kommunalen Unternehmen bei diesem Vorhaben stärker zu unterstützen. Der Breitbandausbau ist mit immensen Kosten

verbunden, die die kommunalen Unternehmen häufig nicht allein stemmen können! Deswegen benötigen sie einen leichteren Zugang zu Fördermitteln und -programmen. Auch müssen interkommunale Kooperationen zwischen kommunalen Unternehmen und Kommunen gestärkt werden. Denn sie sind Erfolgsmodelle der öffentlichen Aufgabenorganisation und -erfüllung. Die überörtliche Betätigung oder auch die Bildung eines Zweckverbandes oder eines gemeinsamen Kommunalunternehmens bieten Potenziale zur Effizienzsteigerung und etliche Kostenvorteile. Der VKU appelliert daher an die Bundesregierung, die Organisations- und Kooperationsfreiheit der Kommunen weiterhin zu bewahren. Der Breitbandausbau kann nur im Wettbewerb gelingen durch eine Anbieter- und Technologievielfalt. Oligopolbildung schadet! Hierzu zählt auch der ungehinderte Zugang Praxis3: Der VKU hat seit 2010 einen eigenen Arbeitskreis Breitband ­eingerichtet.

zur Teilnehmeranschlussleitung der Telekom, da dieser als Zwischenschritt zu einer flächendeckenden Glasfaser­ infrastruktur unabdingbar ist. Aus unserer Sicht müssen insbesondere die Beiträge der kommunalen Unternehmen zum Breitbandausbau auf der politischen Bühne stärker Beachtung finden. z

Hans-Joachim Reck Hauptgeschäfts­ führer des ­Verbandes ­kommunaler ­Unternehmen (VKU)

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Anschluss geschafft Wie Unitymedia Breitband in den Nordkreis Borken bringt Ende Januar 2014 gab der Kabelnetzbetreiber Unitymedia im nordrhein-westfälischen Ahaus den langersehnten Startschuss für das Upgrade seines Netzes im Nordkreis Borken: Das Unternehmen investiert in der Region 1,9 Millionen Euro in sein Kabelnetz und verschafft so rund 27.000 Haushalten Zugang zu Internet mit Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 150 Mbit/s. Der Investitionszusage des Kabelnetzbetreibers waren monatelange Abstimmungen und Verhandlungsrunden mit Vertretern von Kreis, Kommunen und Infrastrukturinhabern vorausgegangen. Der Weg von der ersten Kontaktaufnahme zu möglichen Anbietern bis zum Start der Bauarbeiten war lang, doch er zeigt, wie Kommunen und Kabelnetzbetreiber regio­nale Breitbandprojekte gemeinsam verwirklichen können. Zukunftsfähige Lösungen Die Situation im Nordkreis Borken ähnelt der vieler ländlicher Regionen abseits großer Ballungszentren: Sieben Kommunen und Gemeinden mit Einwohnerzahlen zwischen 45.000 und wenigen Tausend liegen jeweils bis zu 26 Kilometer voneinander entfernt. Viele Nutzer müssen sich mit Internetanschlüssen mit Geschwindigkeiten von deutlich weniger als 16 Mbit/s begnügen. Bewohner und ansässige Unternehmen fordern seit langem Investitionen in eine leistungsfähigere Netzinfrastruktur. Vor diesem Hintergrund bündeln Kreis und Kommunen seit 2010 ihre Aktivitäten für den Breitbandausbau in der Wirtschaftsförderungs-

gesellschaft für den Kreis Borken. Ein zentraler Ansprechpartner koordiniert dort alle Aktivitäten, insbesondere die Vermarktung des kreisweiten Leerrohrnetzes, das Versorger, Kommunen und Kreis den TK-Unternehmen zur Nutzung anbieten. Das interkommunale Leerrohrnetz im Kreis Borken verbindet Ortslagen und Gewerbegebiete und ermöglicht einen schnellen und kostengünstigen Zugang in die Ortsbereiche. Statt einer Vielzahl kostspieliger Einzellösungen suchte man nach einem Partner aus der Privatwirtschaft, der den Kommunen ohne kommunale Zuschüsse und Subventionen schnelles Internet verschafft. Auf der Suche nach zukunftsfähigen Lösungen kontaktierte man Telekommunikations- und Kabelnetz-Anbieter.

Unter den angefragten Unternehmen war auch Unitymedia KabelBW – der führende Kabelnetzbetreiber in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. In Gronau, Ahaus, Stadtlohn, Vreden, Heek und Schöppingen haben rund 27.000 Haushalte einen TV-Kabelanschluss von Unitymedia. Für den Kreis Borken ist das ein guter Ausgangspunkt. Denn Unitymedia KabelBW stellt seine Netze seit 2010 mit großem Investitionsaufwand auf DOCSIS 3 um – einen neuen Breitbandübertragungsstandard, der das Fernsehübertragungsnetz zu einem der leistungsfähigsten Breitbandnetze Deutschlands macht. Im Jahr 2013 hatten rund 97 % der 12,6 Millionen erschlossenen

Haushalte im Verbreitungsgebiet des Kabelnetzbetreibers Zugang zu Internet mit Downloadgeschwindigkeiten von aktuell bis zu 150 Mbit/s. Trotzdem schien schnelles Internet in und um Ahaus und Gronau lange Zeit außer Reichweite. Denn um das Netz rückkanalfähig zu machen, wären umfangreiche Investitionen nötig. Das bestehende Koax-Kabelnetz muss in einer Kaskade von Gronau, ­Alstätte, Heek und Schöppingen über Ahaus, Vreden und Stadtlohn an den Knotenpunkt (engl.: HUB) Duisburg und damit an das Glasfaser-Backbone angebunden werden, das die Subnetze im Verbreitungsgebiet von Unitymedia KabelBW untereinander verbindet. Knapp 180 Kilometer müssen dafür überbrückt werden. Auch

müssen entlang der Kabelstrecken mehrere hundert Signalverstärker installiert werden. Die Wirtschaftlichkeit eines Projekts dieser Größenordnung hängt stark von den Anbindungskosten ab. Ein Meter Tiefbau schlägt schnell mit bis zu 100 Euro zu Buche. In ersten Gesprächen macht Unitymedia daher deutlich, dass eine Erschließung ausschließlich über neue Strecken wirtschaftlich nicht tragbar ist. Die Kosten würden die zu erwartenden Erträge mittelfristig deutlich überwiegen. Eine kostengünstigere Lösung muss her. Alle an einem Tisch Also brachte der Breitbandbeauftragte des Kreises die Eigner aller Netz-Infrastrukturen im Kreis mit Unitymedia an einen Tisch. Jetzt zahlt sich aus, dass der Kreis Borken, die kreisangehörigen Kommunen und die jeweiligen Stadtwerke und Versorgungsbetriebe bei eigenen Tiefbauarbeiten und im Rahmen eines Leerrohrkonzepts seit Jahren ein interkommunales Leerohrnetz aufgebaut haben. Denn diese Leerrohre können Unitymedia für den Bezug mit seiner Glasfaser angeboten werden. So mietet der Kabelnetzbetreiber Unitymedia über den Kreis Borken, die Stadtwerke Ahaus, die SVSVersorgungsbetriebe Stadtlohn und einen weiteren Carrier 177 Kilometer bestehende Glasfaserstrecken, Microduct und Leerrohr an. Dadurch sind Tiefbauarbeiten nur noch auf einer Länge von 1.200 Metern erforderlich – jeweils an den Ausstiegsstellen, an denen die angemietete Faser an das Koaxial-Netz von Unitymedia angebunden wird. Indem bestehende Infrastrukturen intelligent kombiniert werden, kann Unitymedia die Kosten seines Netzausbaus auf ein

wirtschaftlich sinnvolles Niveau reduzieren. Unitymedia trägt die Investitionskosten in Höhe von 1,9 Millionen Euro allein. Öffentliche Zuschüsse sind nicht erforderlich. Durch die Bereitschaft aller Beteiligten zur gemeinsamen Suche nach ökonomisch tragfähigen Lösungen erhält der Kreis eine leistungsfähige und vor allem zukunftssichere Breitband-Infrastruktur, die seinen Bewohnern die Teilhabe an den Möglichkeiten des digitalen Lebens eröffnet. Die Netzarbeiten sind inzwischen angelaufen. Im März 2014 erfolgte in Ahaus der erste Spatenstich für das 95 Quadratmeter große Funktionsgebäude, in dem das Glasfasersignal für die Weiterleitung an die Haushalte in der Region aufbereitet wird. Voraussichtlich ab Winter 2014 steht rund 27.000 angeschlossenen Haushalten die volle Bandbreite der Produkte von Unitymedia zur Verfügung – darunter Triple-Play-Pakete mit einer Internet-Flatrate und bis zu 150 Mbit/s im Download, Telefonie sowie Digital TV mit jeweils bis zu 75 TV- und Radioprogrammen nebst diversen HDTV-Sendern – mit der Möglichkeit, diese um weitere Pay-TV-Pakete zu ergänzen. Auch stehen Selbstständigen, Freiberuflern sowie kleinen und mittleren Unternehmen mit den Angeboten von Unitymedia Business Internetzugänge zur Verfügung, die speziell auf die Bedürfnisse von Gewerbetreibenden ausgerichtet sind. Nach Abschluss der Netzmodernisierungen erreicht Unitymedia mit seinen Breitbanddiensten im Kreisgebiet Borken mehr als 75.000 Haushalte. Sie möchten sich über Möglichkeiten des Breitbandausbaus in Ihrer Kommune informieren? Dann rufen Sie uns an unter 0180-666 37 00 oder mailen Sie an bauherren@umkbw.de

Überlegene Infrastruktur auch weitab der Großstädte Unitymedia KabelBW betreibt in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg eines der modernsten und größten zusammenhängenden Kabelnetze Europas. Mit einem beispiellosen Investitionsaufwand hat Unitymedia KabelBW seine Infrastruktur vom Fernsehübertragungsnetz zur Multimedia-Autobahn erweitert, mit der eine technische Bandbreite von bis zu 5 Gbit/s realisierbar ist. Das Triple Play aus schnellem Internet, Telefon und Digital-Fernsehen steht nicht nur in den Ballungsräumen, sondern auch im ländlichen Raum zur Verfügung. Die intelligente Netzarchitektur auf Basis der Koax-Glasfaser-Technologie lässt mittelfristig Downloadgeschwindigkeiten von 400 Mbit/s und langfristig sogar im Gigabitbereich zu. Erste Projekte mit einer durchgehenden Glasfaserleitung bis zum Haus (FTTH) wurden bereits erfolgreich umgesetzt. Kunden von Unitymedia und KabelBW genießen auch im ländlichen Raum uneingeschränkte Angebotsvielfalt und maximale Bandbreite – unabhängig davon, wie weit ihre Wohnung vom nächsten Netzknotenpunkt entfernt liegt. Damit leistet das Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zur Überwindung der digitalen Spaltung zwischen Stadt- und Landbewohnern und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zahlreicher Unternehmen. Schon seit Jahren erfüllt Unitymedia KabelBW die für 2014 anvisierten Breitbandziele der Bundesregierung – und das mit der doppelten bis dreifachen geforderten Internetgeschwindigkeit.


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Kommune heute | Breitband | April 2014

April 2014

»Wir bauen die Netze!« – Und das in Stadt und Land

Dessauer Citykabel – Dessau • Ausbaugebiet: Region ­Dessau-Roßlau • Investitionen 2013–2018: 10 Mio. Euro • Haushalte und Unternehmen bis 2018 ­erschlossen (homes passed): 20.000 • eingesetzte Technologie: IP Headend; FTTB/FTTH vorbereitet; Breitbandkabel zur individuellen Versorgung mit TV, Internet und Telefon

Anbieter vor Ort sorgen für Breitbandausbau Der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. BREKO hat sich das Ziel gesetzt, den Breitband-Ausbau in Deutschland stärker voranzutreiben. Das Motto seiner Glasfaser-Offensive lautet: „Wir bauen die Netze!“ Und das will er mit einer eigens beauftragten Studie „Der dynamische Investitionswettbewerb als Leitbild der künftigen Entwicklung des Telekommunikationsmarktes“ belegen. Im Verband hat sich die überwiegende Zahl der FestnetzWettbewerber der Deutschen Telekom zusammengeschlossen. Der Verband stellt damit mit mehr als 100 Netzbetreibern eine treibende Kraft beim Glasfaser-Ausbau dar – vor allem in ländlichen und unterversorgten Regionen.

Praxis4: Die Breitbandstudie des WIK – Wissenschaftliches Institut für ­Infrastruktur und Kommunikationsdienste

Investitionen von mehr als 9 Milliarden Euro möglich Die Studie des WIK-Instituts, Bad Honnef, kommt zu dem Ergebnis: Bei entsprechenden regulatorischen und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen werden die alternativen Netzbetreiber in Deutschland bis zum Jahr 2018 mehr als 9 Milliarden Euro investieren – den größten Teil davon in Glasfasernetze (FTTC sowie FTTB/FTTH). Das heißt konkret: Bis 2018 wer-

ACO

Allgemeine Computerorganisation

Breitbandnetzgesellschaft Nordfriesland – Breklum • Ausbaugebiet: Nördliches Nordfriesland = ­Gemeinden der Ämter Mittleres Nordfriesland und Südtondern sowie die Gemeinde Reußenköge • Investitionen 2013–2018: ca. 70 Mio. Euro • Haushalte und Unternehmen bis 2018 insgesamt erschlossen (homes passed): ca. 24.000 • eingesetzte Technologie: FTTH

htp – Hannover • Ausbaugebiet: Hannover und die Region Hannover, die Stadt Braunschweig und die Landkreise Peine, Hildesheim und Wolfenbüttel • Investitionen 2013–2018: 42 Mio. Euro (inkl. Fördersummen) • Haushalte und Unternehmen bis 2018 erschlossen (homes passed): 114.500 • eingesetzte Technologie: FTTC, auch mit Vectoring; FTTB/FTTH: Mehrfamilienhäuser und Neubaugebiete ­(vorwiegend für ­Einfamilienhäuser)

EWE TEL – Oldenburg • Ausbaugebiet: Nordwestdeutschland • Investitionen: bis 2012: 80 Mio. Euro, bis 2018: 150 Mio. Euro geplant • Haushalte und Unternehmen bis 2018 ­erschlossen (homes passed): 1,4 Mio. • eingesetzte Technologien: FTTC inkl. Vectoring; VDSL HVt; FTTB/FTTH

den die Mitgliedsunternehmen 11,2 Millionen weitere Haushalte und Unternehmen – das sind nahezu drei Viertel der Haushalte außerhalb der Ballungsräume – mit HighspeedBreitband-Anschlüssen versorgen. Ausbaupläne werden durch EU-Pläne massiv gefährdet Setzt sich allerdings EU-Kommissarin Neelie Kroes mit ihrem Paket für einen einheitlichen EU-TK-Binnenmarkt durch, werden die alternativen Anbieter ihre Investitionen massiv zurückfahren. Damit steht den Telekom-Konkurrenten künftig kein physikalischer Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung TAL mehr zur Verfügung – sondern nur noch ein virtueller (entbündelter) Zugang auf Bitstream-Basis. Der schrittweise, dezentrale Breitbandausbau durch lokale und regionale Unternehmen wäre in der Folge

KEVAG Telekom – Koblenz • Ausbaugebiet: Nördliches Rheinland-Pfalz • Investitionen 2014: rund 3,5 Mio. Euro • Haushalte und Unternehmen bis Ende 2014 erschlossen (homes passed): rund 7.000 • eingesetzte Technologie: FTTC/FTTB

nicht mehr möglich. „Spätestens ab 2017 finden dann keine Neuerschließungen mehr statt“, warnt das WIK. Der BREKO wird dafür kämpfen, dass Vielfalt und Wettbewerb in Deutschland – und ganz Europa – erhalten bleiben. Die dort organisierten Unternehmen werden ihre Kräfte bündeln und beweisen, dass in erster Linie sie die fürs Land erforderlichen (Glasfaser-) Netze bauen. Der Breitband-Ausbau in ländlichen und unterversorgten Regionen findet vor allem durch regionale und lokale Carrier statt – und da zählen vor allem individuelle Lösungen.

Investitionen in Glasfasernetze im ländlichen Raum rechnen sich oft erst nach sehr langen Zeiträumen, was für die alternativen Netzbetreiber (u.a. viele Stadtwerke) dennoch wirtschaftlich realisierbar ist. Schon bislang haben die Mitgliedsunternehmen mit jährlichen Investitionen von 1,5 Milliarden Euro erheblich zur Erreichung der BreitbandZiele der Bundesregierung (50 MBit/s für alle bis 2018) beigetragen. Auch die Politik schätzt die Glasfaser-Offensive. So lobte der baden-württembergische „Breitband“-Minister Alexander Bonde die betreffenden

Telekommunikation Lindau (TKLi) – Lindau • Ausbaugebiet: Region Lindau, Wangen, Amtzell • Investitionen 2013–2018: 18 Mio. Euro • Haushalte und Unternehmen bis 2018 erschlossen ­(homes passed): FTTH ca. 5.000; FTTB ca. 8.000; FTTC ca. 15.000 • eingesetzte Technologie: FTTC/FTTB/FTTH

vielfältigen regionalen Aktivitäten: Die Glasfaser-Offensive werde dazu beitragen, die Breitband-Initiative des Landes Baden-Württemberg sinnvoll zu unterstützen. Und Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies teilt wie der Verband die Sorgen hinsichtlich der EU-Pläne und legt ebenfalls Wert auf bedarfsgerechte Lösungen. „Nur vor

Praxis5: EU-Kommission: das Reformpaket für den TK-Binnenmarkt

Ort können die Ausbaupläne gemeinsam mit allen Akteuren abgestimmt werden“, betonte Lies bei einem Treffen mit der Verbandsspitze. Regionalisierte Regulierung torpediert Breitband-Ausbau im ländlichen Raum Die im politischen Umfeld immer wieder diskutierte Forderung nach einer regionalisierten Regulierung gefährdet den flächendeckenden Breitbandausbau in Deutschland: Mit deren Einführung könnte die Deutsche Telekom vielerorts – vor allem in Großstädten und Ballungsräumen – aus der Regulierung entlassen werden.

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Die Telekom ist mit einem Anteil von über 85 Prozent der Anschlüsse jedoch noch immer marktbeherrschend. Wettbewerb im Festnetz ist durch die Regulierung der Bundesnetzagentur BNetzA zustande gekommen – und er wird, so das WIK, vor allem durch die alternativen Netzbetreiber getragen. Hierfür ist vor allem der physikalische Zugang zur „letzten Meile“ verantwortlich, der in Deutschland als Vorleistung von den Telekom-Wettbewerbern in Anspruch genommen wird. Verband setzt auf Vielfalt statt Einfalt Der Verband setzt auf einen fruchtbaren Dialog, um einen flächendeckenden Glasfaser-Ausbau in Deutschland zu bewerkstelligen. Um die Breitband-Ziele der Bundes-

Praxis6: Wichtig für Breitband: der Begriff TAL – Teilnehmeranschlussleitung

regierung zu unterstützen, nimmt der Verband auch an der vom Minister für Verkehr und digitale Infrastruktur ­Alexander Dobrindt ins Leben gerufenen „Netzallianz Digitales Deutschland“ teil. Für die flächendeckende Verfügbarkeit hochmoderner und leistungsfähiger GlasfaserAnschlüsse ist aus Sicht des BREKO in erster ­Linie Vielfalt und Wettbewerb notwendig. z Dr. Stephan Albers Geschäftsführer BREKO

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Kommune heute | Breitband | April 2014

April 2014

lichen Raum bestehen, man macht auch den Markteintritt von Wettbewerbern wirtschaftlich wenig reizvoll.

Breitband für den ländlichen Raum ist oft mit erheblichen Kosten verbunden. Das „Einpflügen“ hilft, Kosten zu senken.

Foto: BUGLAS

Mehr Breitband für den ländlichen Raum Investitionen in passive Netze als Handlungsoption für Kommunen

Häufig befassen sich Gutachten nur mit einem Vergleich von Investitionssummen. Das mag aus Sicht eines Haushaltsverantwortlichen die richtige Zielgröße sein. Wirtschaftspolitisch kann solch ein Kalkül aber negativ sein. Denn: Die zu erwartenden deutlich höheren Betriebskosten zehren den Anfangsvorteil Jahr für Jahr auf. Letztlich bestehen Anreize, Gewerbeparks nicht zu erschließen, um so überteuerte Mietleitungen für Geschäftskunden weiter zu überteuerten Preisen vermarkten zu können.

Option 3 zielt auf den Bau eines langfristigen Netzes, mit der Glasfaser ins Haus. Die Netzplanung berücksichtigt Synergien mit anderen Infrastrukturmaßnahmen. So kann auch ein begrenzter VDSLAusbau Sinn machen. Der Unterschied liegt in der Eigentümerstruktur: Die öffentliche Hand investiert Fördergelder gegen Anteile der passiven ­Infrastruktur. Da die Fördergelder für den Vollausbau nicht ausreichen, muss die ­F inanzierungslücke durch Dritte geschlossen werden. Dies können Netzbetreiber, die z.B. die aktive Technik betreiben oder langfristig orientierte ­Finanzinvestoren sein. Ob Investoren gewonnen werden können, hängt einzig und

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allein vom Business Case ab: er muss sich rechnen. Er wird sich rechnen, wenn Dienstanbieter Leitungen anmieten oder Abnahmegarantien bieten.

Praxis8: Erfahrungen mit f­alschen Zuordnungen von Fördergeldern hat auch die britische Regierung gemacht

Um für Dienstanbieter interessant zu werden, muss die Anzahl der vermarktbaren Haushalte oder Geschäftskunden attraktiv sein. Damit müsste eine Änderung der Förderpraxis einhergehen, die allzu oft auf kleinteilige Förderung setzt und nicht auch die Vorteile der Vertriebsmacht berücksichtigt, die sich nicht nur im Einkauf ergibt.

Überschüsse erwirtschaftet, die in gleichartige oder andere Projekte reinvestiert werden können. Die Herausforderungen dieses Ansatzes liegen darin, den politischen Willen zu haben, in größeren Projekten zu denken und selbst als Eigentümer Mitverantwortung zu übernehmen. z

Die Vorteile für die öffentliche Hand sind offensichtlich: bei hoher Auslastung werden

Thomas Langer FTTH Council Europe Anzeige

Tut sich was in Deutschland, um die Breitbandversorgung gerade in den grauen und weißen Flecken zu verbessern? Es hat den Anschein: So existiert zum ersten Mal ein Bundesministerium für Digitale Infrastruktur, ein InternetAusschuss wurde eingerichtet und eine „Netzallianz“ soll mithelfen, die Breitbandziele der Bundesregierung von mind. 50 MBit/s für alle Haushalte bis 2018 zu erreichen. Es sei hier angemerkt, dass diese Breitbandziele weder zukunftssicher noch in Abstimmung mit den Zielen der Digitalen Agenda festgelegt wurden. Eine grundsätzliche Diskussion dieser Ziele wäre deshalb dringend angebracht. Bislang ist aber weiterhin unklar, wie selbst diese unambitionierten Ziele konkret Praxis7: Die Wirtschaftlichkeits­ lücke ist mehr als eine These, wie die Erfahrungen in Groß­ britannien zeigen .

erreicht werden sollen. Völlig legitim ist derweil der Platzhirsch im deutschen Markt – die Deutsche Telekom (DT) – unterwegs, den politischen Entscheidungsprozess für ihre eigenen Ziele zu beeinflussen. Diese müssen aber nicht zwangsläufig deckungsgleich mit gesellschaftlichen Interessen sein, ist die DT doch ein Privatunternehmen, dessen Vorstand den gesetzlichen Regelungen des Aktiengesetzes unterliegt. Auch darf z.B. die Bundesregierung nicht indirekt Einfluss auf die Geschäftspolitik nehmen, wenn dies zum Schaden der Gesellschaft und ihrer Aktionäre ist. Man sollte also Äußerungen, die auf das angebliche „Gemeinwohlinteresse“ einer Aktiengesellschaft abzielen, mit Misstrauen begegnen. So ist dann auch eine Konsequenz des Aktiengesetzes, dass Spielräume genutzt werden, um die sog. Wirtschaftlichkeitslücke so groß wie möglich darzustellen. Diese Situation führt u.U. zu einer suboptimalen Zuordnung von Fördergeldern E2. Schlimmer

noch: Diese Informations­ asymmetrie lässt sich kaum auflösen. Es fragt sich welche Alternativen sich grundsätzlich bieten. Option 1 wäre, auf den Mobilfunk zu setzen. Mit der Einführung von LTE-Advanced sollen die maximal erreichbaren Datenraten auf 1 GBit/s weiter steigen. Dennoch: Mobilfunk bleibt ein unter den Nutzern geteiltes Medium. Er ist als Ersatz für einen Festnetzanschluss mit stabilen größeren Datenraten ungeeignet. Option 2 ist die Unterstützung des Ausbaus von VDSL2 mit Vectoring durch Fördergelder. Damit sind Datenraten in einem Umkreis von ca. 300500m bis zu 100MBit/s möglich. „Möglich“ bedeutet nicht immer „machbar“, denn das Erreichen der hohen Bandbreiten über 50 MBit/s hängt von Leitungslänge des KVz zum Endkunden und von der Qualität des verlegten Kupferkabels ab. Verlässliche Aussagen, ob ein Haushalt tatsächlich so hohe Datenraten erhält, sind unmöglich.

Option 3 schließlich wäre die Gründung öffentlicher Unternehmen oder Zweckverbänden die den Aufbau einer passiven Netzinfrastruktur für eine flächendeckende FTTB/HVersorgung zum Ziel haben. Worin liegen die Unterschiede zwischen Option 2 und 3? Option 2 kann recht kurzfristig innerhalb von zwei Jahren umgesetzt werden. Der Bandbreitenzugewinn ist spürbar (auch im Uplink), die Politik hat – scheinbar – ein Problem gelöst, selbst wenn man dabei vmtl. zu hohe Fördergelder investiert. Nachteile dieses Ansatzes gibt es aber auch. Zu allererst schafft der Ausbau von VDSL/Vectoring keine zukunftssicheren Netze. Die DT selbst sieht eine Nachfolgetechnik G.fast, die die Länge der letzten Kupferstrecke weiter verkürzt als „eine wichtige Technologie zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit.“ Auch droht bei einem VDSL/ Vectoring-Ausbau ein „Rosinenpicken“ der wirtschaftlich lukrativen KVz. Damit bleibt weiterhin das Problem der digitalen Spaltung zum länd-

Das richtige Netz für Ihren Standort Schnelles Internet, günstige Telefonie und digitales Fernsehen sind aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Eine zuverlässige und zukunftsfähige Infrastruktur wird damit zum wichtigen Standortfaktor. Kabel Deutschland bietet mit dem Hybrid-Glasfaser-Koaxialnetz ein Breitbandnetz für die multimediale Versorgung. Einwohnern und Gewerbetreibenden Ihrer Kommune stehen so alle Angebote von Kabel Deutschland zur Verfügung – in Top-Qualität, aus einer Hand. Flächendeckende Internet- und Multimedia-Versorgung Internet mit bis 200 Mbit/s bereits in Mainz und bis zu 100 Mbit/s im Download in vielen weiteren Ausbaugebieten verfügbar Investitions- und Ausbaubereitschaft seitens Kabel Deutschland Wirtschaftlich effiziente Lösung für zukunftssicheres Hochleistungs-Breitband Persönliche regionale Ansprechpartner Wir unterstützen Sie von der Planung über die Bauabwicklung bis zur Fertigstellung Für ein detailliertes Angebot benötigen wir genaue Informationen zum Neubaugebiet. Daraufhin erstellen wir Ihnen das Angebot und besprechen gemeinsam alle Einzelheiten für den Ausbau. Dabei können Sie jederzeit auf die Erfahrung und kompetente Beratung Ihres persönlichen Ansprechpartners vertrauen.

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In den östlichen Bundesländern ist eine klare Unterscheidung zwischen Stadt und Land zu treffen. Die Städte sind zumeist gut mit mindestens 16 Mbit/s sowohl von Telekom als auch den Kabelnetzbetreibern versorgt. Auf dem „flachen Land“ ist es aber deutlich anders. Wie sieht der status quo in den Neuen Bundesländern aus? Der Osten kann auf dem Land mit dem Tempo in den westlichen Ländern nicht mithalten. Da drückt der Schuh doch eher an anderen Projekten und Stellen – und, es fehlt an liquiden Mitteln und konkreten Hilfestellungen in Form von know how-Vermitt– lungen in Richtung Landkreise und Kommunen durch die Länderregierungen. Der Bedarf für derart hohe Bandbreiten, wie die Glasfaser sie bereitstellt, ist noch nicht beim potenziellen Nutzer angekommen. Auch die breitbandigen Anwendungen fehlen vielerorts noch immer, und viele Verantwortliche in der Politik schrecken vor Investitionszusagen zurück. Es fehlt an Kompetenz und Mut. Was die Erschliessung mit nachhaltigen Breitbandverbindungen angeht, kommen die ländlichen Regionen im Osten immer noch viel zu kurz. Einige Gründe sind die kapitalmässig unzulängliche Ausstattung der unterschiedlichen Regionen und deren teilweise Industrieferne, sind Landflucht und auch hier verstärkt der demografische Faktor. In den ländlichen Regionen, wozu auch mittelgroße Städte bis zu 50T Einwohner gehören, beträgt das Durchschnittsalter 56+.

Die Breitband-Kompetenz der Kommunen und kommunalen Unternehmen ist nicht vorhanden. Berufserfahrene WirtschaftsIngenieure im Telekommunikationsumfeld sind absolute “Bückware”, wie man zu DDRZeiten Produkte nannte, die es nur unterm Ladentisch gab. Hinzu kommt, dass die Kom– munen selbst diese Eigenkompetenz und Verantwortung gar nicht selbst aufbauen wollen, nicht dürfen und können. Der Mut der Geschäfts- und Aufsichtsgremien kommunaler Eigenbetriebe/Stadtwerke (hier gibt es in Brandenburg z.B. nur 6, von denen einzig zwei in dem betreffenden FTTB/H-Umfeld tätig sind) lässt zu wünschen übrig. Um hier voranzukommen, müssten Mittel bereitgestellt werden, mit denen zunächst einmal technische und vertriebliche Kompetenz am Markt eingekauft und aufgebaut werden müssten. Im Vordergrund stehen bei den Stadtwerken ansonsten nur das Stammgeschäft und die Eigenproduktion erneuerbarer Energien. Das in Zukunft der Breitbandanschluss als Marketinginstrument mit einem Strom-, Gas-, oder Wasseranschluss (Wettbewerbszunahme) wichtig sein wird, ist noch nicht bei den verantwortlichen Geschäfts- und Aufsichtsgremien der kommunalen Unternehmen angekommen. Die Kommunen selbst tappen immer wieder in die “Beratungsfalle”. Hier werden Konzepte und Studien mit öffentlichen Geldern in Auftrag gegeben, von deren Größenordnung her etliche Breitbandanschlüsse (z.B. FTTB) bereits siedlungsweise hätten gebaut werden können.

Von der Wohnungswirtschaft ganz zu schweigen. Die errichten noch immer Netze in der Netzebene 4 (dem Hausnetz) auf der Basis von Kupfer-KoaxialKabeln-Netzen für ihre Mieter. Also: Eine Verschwendung von Ressourcen in Form von Fehlinvestitionen, die sich nach endgültiger Durchsetzung der

Glasfaser in gut 6 Jahren rächen wird. Wozu werden wir in Zukunft immer mehr Bandbreite verbrauchen? Derzeit liegt der durchschnittliche Nutzer mit einem 16 Mbit/s-Anschluss zwischen 25 und 30 GByte/Monat. Wohlgemerkt –im Download. In Zukunft wird aber der Upload eine

immer größere Rolle spielen. Die sogenannte Cloud wird wachsen und immer mehr private Dokumente, Audio- und VideoDateien, landen dort. Ein selbst gedrehter HD-Film vom Urlaub bringt gut und gern bereits 10 GByte auf die Waage – und so etwas wird hierzulande gern gesammelt. Da ist ein (real ja noch nicht einmal flächendeckend vorhandener) 16 Mbit/s-Anschluss mit 1 Mbit/s-Upload-Geschwin– digkeit keine Alternative mehr. Smart-TV, mit dem Zugang zu HD-Sendungen aus Mediatheken oder echte 3D-Live-Sendungen, setzen dem 16 bis 50 Mbit/sAnschluss endgültige Grenzen. Aber noch lassen diese in der Massenproduktion auf sich warten.

Die digitale Spaltung zwischen Stadt und Land rückt im Osten näher. Wenn nicht dort jetzt für morgen FTTx-Netze auch im ländlichen Raum mit mindestens Vectoring oder GfastTechnologien errichtet werden, wann dann? Tilo Kühnel, Dipl. Ing. Nachrichtentechnik und Branchenberater, NEXT-NET-BRANDENBURG, Hoppegarten bei Berlin


Kommune heute | Breitband | April 2014

April 2014

Glasfaser in die Fläche

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Bei der Verlegung auf dem Land kommt es auf Ortskenntnisse, Kooperationsbereitschaft und Ideenreichtum an, wie Leerrohrtrassen über Abwasser oder Gas bzw. Trinkwasser, um die Glasfaser nah an die Haushalte zu bringen. Diese Grundvoraussetzungen erfüllen nur Wettbewerbsunternehmen, mit einem langen Atem bei der Finanzierung. Jedoch sind sie beim Aufbau einer komplett neuen Glasfaserinfrastruktur auf Zwischenschritte wie den FTTC-Ausbau und damit auf die Anmietung der letzten Meile des Telekom-Netzes angewiesen. Es besteht kein Anlass über eine Änderung des bestehenden Regulierungsrahmens nachzudenken. Eine Deregulierung würde die getätigten Ausbauleistungen der Wettbewerber entwerten und die geplanten Projekte auf Eis legen. z

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Ähnlich lief es in Betzdorf in Rheinland-Pfalz. Die Gemeinde gründete die regionale Entwicklungsgesellschaft Betzdorf – eine Anstalt des öffentlichen Rechts – und fand im Netzbetreiber NetCologne einen passenden Kooperationspartner. Die Entwicklungsgesellschaft baute mit ihren regionalen Kenntnissen und Kontakten verhältnismäßig schnell und günstig das Bürgernetz Betzdorf auf (24 Kilometer Glasfasertrasse und 7.500 Anschlüsse) und vermietet es anschließend an

Planen, bauen, vermarkten in einer Hand Im rheinland-pfälzischen Römerberg ist das Referenzprojekt der neu gegründeten Telefunken Communications AG gestartet. Das Unternehmen verfügt über einen deutschlandweiten, ringförmigen Backbone und verbindet diesen mit eigenen neu errichteten, glasfaserbasierten Ortsanschlussnetzen. In Römerberg sollen alle Ortsteile mit insgesamt mehreren tausend Haus-

halten flächendeckend mit schnellem Internet (FTTH – Fiber to the Home) versorgt werden. Nach der Zustimmung der Grundstücks- und Hauseigentümer werden die Leitungen ohne Vorleistung verlegt. Ein Baukostenzuschuss wird erst bei unterschriebenem Vertrag fällig. Das Unternehmen plant, baut und vermarktet nicht nur das Netz, sondern ist dann auch als Provider tätig.

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Regionale Wettbewerber machen Dampf Die überwiegend regional verwurzelten Wettbewerbsunternehmen finden insbesondere Strategien für die Verlegung von Glasfasern in ländlichen Regionen. Dort, wo die Finanzierung von Ausbauvorhaben besonders schwierig ist und wo die Telekom wegen kaum vorhandener Renditeerwartungen nicht ausbaut, entstehen die Netze der Wettbewerber. Sie leisten damit einen nachhaltigen Beitrag zur Erfüllung der Breitbandziele der Bundesregierung und werden diesen Kurs auch in den nächsten Jahren fortsetzen, sofern sich die Bedingungen nicht verschlechtern.

NetCologne. Finanziert wurde das Netz von Steuermitteln der Gemeinde und refinanziert wird es von Mieteinnahmen, die NetCologne an die Gesellschaft entrichtet.

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Praxis10: Der BUGLAS Bundes­ verband Glasfaser ist der Verband der GlasfasernetzBetreiber

Im hessischen Main-KinzigKreis war die Internetversorgung so dürftig, dass der Kreis zur Selbsthilfe schritt: Er gründete die Breitband Main-Kinzig GmbH. Per Ausschreibung fand die GmbH den kooperationsbereiten Carrier mit der Münchner M-net. Bis 2015 wollen sie gemeinsam das gesamte Kreisgebiet (rund 110.000 Haushalte) mit schnellem Internet versorgen. Die Breitband Main-Kinzig GmbH besitzt die lokale Expertise und stimmt sich mit den Kommunen ab, um Synergien beim Ausbau zu nutzen, die sich durch ­anderweitige Bauvorhaben – etwa der Verlegung von Strom- oder Wasserleitungen oder Fahrbahnerneuerungen – ergeben. Die Investitionssumme hat die Breitband Main-Kinzig GmbH über ­eine Landesbürgschaft finanziert. Der Carrier aus München mietet das passive Netz an, installiert die aktive Technik und stellt den Kunden die TK-Dienste sowie die dafür notwendigen Services ­bereit.

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Die Liberalisierung des TKMarktes ist nun 16 Jahre her. Bis zum heutigen Tag bauen rund 200 Wettbewerbsunternehmen – überwiegend Stadtwerke, kommunale Versorger und TK-Unternehmen – eigene zukunftsfähige Glasfasernetze auf. Sie haben bis Ende 2013 bereits gut 4 Millionen FTTXAnschlüsse in Deutschland verlegt, darunter etwa 1,5 Millionen FTTB/H-Anschlüsse, also Anschlüsse, bei denen die Glasfaser bis zum Gebäude (FTTB – Fiber to the Building) oder bis in die Wohnung (FTTH – Fiber to the Home) geführt wird. Diese FTTB/H-Anschlüsse wurden zum allergrößten Teil von den BUGLAS-Mitgliedsunternehmen realisiert.

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Breitband im Leerrohr

Mit welchen Strategien die Glasfaser den ländlichen Raum erobern kann

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Lena Wilde BUGLAS

Ländliche Bereiche stehen bei der Glasfaserversorgung vor besonderen Problemen. Zum Einen sind die Entfernungen zwischen den einzelnen Orten erheblich und zum Anderen sind die Orte oft klein, so dass entsprechende Nachfragekapazität fehlt. Der Zweckverband Wasserversorgung Eifel-Ahr (Betriebsführung Stadtwerke Bonn), der die beiden Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr und den Nürburgring mit Trinkwasser versorgt, hat sich deshalb für einen neuen Ansatz entschieden. Er will und wird parallel zu seiner eigenen Infrastruktur einen Breitbandausbau vorantreiben. Hierzu wird er seinen bereits vorhandenen Leerrohrbestand von rd. 100 km konsequent weiter ausbauen. Dies soll nahezu ausschließlich im Rahmen der Mitver-

legung erfolgen, wobei unterstellt ist, dass alle öffentlichen Unternehmen (Verbandsgemeinden, Ortsgemeinden, Abwasserwerke, Straßenbaulastträger usw.) im Rahmen eines Infrastrukturaufbaues auf eine Kostenbeteiligung im Tiefbau verzichten, und der Verband lediglich die Material- und Verlegekosten zu tragen hat. Die Glasfasern werden an einen Betreiber vermietet.

Praxis11: Der ZV Wasser­ versorgung ­Eifel-Ahr bedient den Raum nahe des Nürburg­ rings

Dass der Verband hier immer wieder innovative Ansätze verfolgt, hat er längst bewiesen, hat er doch bereits seit einigen Jahren eine Glasfaserversorgung über Trinkwasserleitungen im erfolgreichen Probebetrieb. z

Hiermit soll zunächst ein FTTC-Konzept zeitnah umgesetzt werden. Da jedoch langfristig ein FTTH/B-Konzept realisiert werden soll, werden anhand eines Masterplanes bereits jetzt entsprechende Leerrohrsysteme verlegt. Auch werden jetzt neue oder zum Ersatz anstehende Wasserhausanschlüsse mit einem Glasfaserleerrohr bis ins Haus versehen.

Theo Waerder SWB Regional und ­Betriebsführer Adenau erläutert sein Projekt der ­alternativen Trassenführung

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sche Prognose der Kosten zu erstellen.

einen wesentlichen Vorteil für die Planer

frühzeitig zu erkennen.


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Kommune heute | Breitband | April 2014

April 2014

Herzlich willkommen in der smarten Welt Smart Home, Smart City, Smart geplante Kommunikations­infrastruktur

Das intelligente Haus lässt sich von überall steuern.

Internet und Smartphone revolutionieren heutzutage nicht nur die Kommunikationswege, sondern auch die Interaktion von Mensch zu Mensch. Gänzlich neue Geschäftsmodelle entstehen, das Konsumverhalten ändert sich. Der Konsument bringt sich plötzlich selbst ein und kreiert den eigenen Inhalt (Apps). Was heute gilt, gilt morgen vielleicht schon nicht mehr. Der Kühlschrank meldet sich bei Bedarf; die Waschmaschi-

Praxis12: Der ZVEI Zentralverband Elektroindustrie hat zur Vernetzung eine sehr informative interaktive Webseite erstellt

ne läuft, wenn die Stromerzeugung am höchsten ist, das Automobil wird zum Stromgenerator fürs Eigenheim und zu dessen vernetztem Großrechenzentrum. Der Internetgigant Google bestimmt, was gesucht wird, das Netzwerk Facebook spiegelt das Selbst, das Einkaufsportal Amazon liefert, was gebraucht wird, das teure Telefon wird zum kostenlosen Skype – herzlich willkommen in der Smarten Welt. Messgeräte usw. verursachen einen komplett veränderten Lebenswandel der Gesellschaft im 21. Jahrhundert. In einem Smart Home, dem intelligenten Eigenheim, ist alles miteinander vernetzt, als Kommunikation übers Internet, über das hochgerüstete

Foto: Brian Jackson/Fotolia.de

Smartphone aus der WorkLife-Balance vom Nutzer gesteuert. All diese Einzelelemente haben eines gemeinsam: Sie müssen zur Kommunikation Daten übertragen. Dazu wird ein belastbares Infrastrukturnetz als Rückgrat benötigt. Je höher die vorhandenen Bandbreitenkapazität, desto besser, und der Bedarf steigt Jahr für Jahr rasant, u.a. durch den Besitz von mobilen Endgeräten und deren Einbindung ins Alltägliche. Nicht nur über Smartphones, auch über Smarte Kameras, Smarte Uhren und Smarte Brillen. Hinzu kommt Festinstalliertes, über das eine Smarte City in das Kommunikationsnetz eingebunden werden muss.

Zu so einer Welt gehört ein nachhaltig mitwachsendes Netz. Deutschland besitzt ein flächendeckendes Kupfernetz aus Basis des über 100jährigen Klingeldrahtes. Da das Kupfernetz bei der Datenübertragung langfristig auf Grenzen bei der Übertragung trifft, wird es Stück für Stück durch Glasfaser ersetzt. Nur dies Übertragungsmedium ermöglicht die erforderlichen Bandbreiten – und die erforderliche Symmetrie dabei. Zukünftige Dienste erfordern ­hohe Bandbreiten Eine smart geplante Kommunikationsinfrastruktur kann aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen entgegenwirken. Im Zuge der Globalisierung wird bei einer nicht zukunftssicheren Infrastruktur die Digitale Spaltung immer größer – Deutschland wird schon heute in Europa und der restlichen Welt komplett abgehängt. Gerade junge Menschen fordern immer und überall Netzverbindungen. Zukünftige Dienste brauchen hohe Bandbreiten, wie z.B. telemedizinische Dienste, Smart TV, Home Robotik, usw. Abwanderung erfolgt besonders aus ländlichen Räumen, Städte sind die Knotenpunkt des Wissens. Eine geplante Infrastruktur, die Verbindung und Teilhabe auch aus der Ferne ermöglicht, kann gefährdete Regionen weiterhin attraktiv sein lassen. Der demografische Wandel fordert die wachsende Generation der Älteren heraus. Denn damit ist eine eingeschränkte Mobilität verbunden, die im Sinne alltagsunterstützender Assistenz, Lösungen fordert. Die alltägliche Überprüfung vitaler Parameter und Gesundheitsrisiken sowie deutlich verkürzte Liegezeiten daheim und nicht in Krankenhäusern gehören ins Angebot derartiger Systeme. Im Bereich Bildung tun sich neue Möglichkeiten

Telemedizin braucht hohe Bandbreiten.

des Lernens auf: das interaktive Fernstudium, weltweit. Die Kommunikationsinfrastruktur ist die Autobahn des Informationsaustausches, die Cloud das Rückhaltebecken, (Selbst-)Bildung ist Schlüssel zur Zukunft. Auf dem Weg in die Dienstleistungsgesellschaft entstehen neue Arbeits-Modelle, die Flexibilität im Home Office erfordern und Rechenzentren, die diese Cloud-basierte Arbeit beherbergen können. Durch Breit-

Foto: Andy Dean/Fotolia.de

band wird nicht nur Flexibilität bei der Arbeit möglich, so kann man auch dem sinkenden Humankapital vor Ort entgegengewirken. „Smart“ ist also Thema für Gesellschaftspolitik, Wohnungswirtschaft und Gewerbe. Sich des Themas smarte Vernetzung und Breitbandanbindung anzunehmen, bedeutet Menschen voranzutreiben, Chancen zu realisieren und Herausforderungen anzunehmen. Auf eine zukunftssiche-

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re Verkabelung muss gesetzt werden, die die Welt nicht in Ihren Möglichkeiten limitiert. Hierbei ist die Einbindung der Lichtwellenleiter-Technologie unumgänglich, da die erforderlichen Bandbreiten nur mit ihr erreicht werden können.

Praxis13: Das Fraunhofer Heinrich Hertz Institut in Berlin ist federführender Bereich der Glasfaserforschung

Unter Berücksichtigung einer strukturierten Gebäudeverkabelung ist die Anbindung innovativer Smart Home Technologien zwingend erforderlich. Ebenso kann die Kosteneffizienz gesteigert werden mit der Nutzung alternativer Verlegemöglichkeiten bei der Hausund Heimvernetzung und der Anbindung an das Telekommunikationsinfrastrukturnetz.

Anwendungen entwickeln sich weiter und die Menge der zu übertragenden Daten steigt zunehmend an. Für die benötigten Bandbreiten ist eine nachhaltig geplante und sichere Kommunikationsinfrastruktur bis zum und im Gebäude zwingend nötig und sollte daher in die Umsetzung eines Smarten Gebäudes einbezogen werden. z

Treiber von heute sind höchstwahrscheinlich nicht die Treiber von morgen: Dienste und

Julia Mitzenheim ZVEI

Wieso die Glasfaser? Gespräch mit Prof. H.J. Grallert, ehemaliger Leiter Fraunhofer HHI, Berlin Wieso die Glasfaser? Ich habe 1986 in der photonischen Übertragungstechnik das Projekt 565 Mbit/s übernommen, für Datenverkehr von Stadt zu Stadt. Da haben alle Kollegen den Kopf geschüttelt: „Wir haben doch gerade 140 Mbit/s entwickelt. Niemand braucht 565 MB – und heute werden schon Datenraten von Terabit/s über die Faser übertragen. Brauchen wir „Fibre to the Home“? Im Fraunhofer HeinrichHertz-Institut haben wir vor Jahren nachgewiesen, dass der Mensch nur ca. 100 Millisekunden lang die Übertragung von Bilddaten toleriert, bis zu einem vernünftigen Bild, z. B. beim Blättern in einer Bilddatenbank. Man schaltet ab, wenn man länger wartet. Das sind Datenraten

zwischen 100 Mbit/s und 1 Gbit/s erforderlich. Wo sind weitere Einsatzgebiete? Drei Beispiele: Röntgenbildübertragung. Es soll Landärzte geben, die an dicke, schnelle, breitbandige Leitungen angebunden sind – wegen der Röntgenbilder aus entfernten Kliniken. So ein Röntgenbild mit „16 Mbit/s“ zu laden, heisst länger als fünf Minuten Dauer der Übertragung. Bei fünf Röntgenbildern wartet niemand 25 Minuten bis die ankommen. Röntgenbilder müssen im Originalformat übertragen werden, da dürfen nicht durch Kompression z.B. kleine Punkte wegcodiert werden, die sich ggf. zur Krebsgeschwulst entwickeln. Das alles geht nur mit Glasfaser. Auch das Gewerbe im ländlichen Raum ist ein Faktor.

Start in die 3D-Zukunft am Fraunhofer Institut HHI mit Professor H.J. Grallert, Dr. Philipp Rösler und Dr. Ralf Schäfer. Foto: Jana Denzler

Wir hatten einmal einen Kunden, der aus dem Sauerland für einen Autohersteller im süddeutschen Raum arbeitete. Und der bekam diktiert, „wir wollen keine Faxe mehr, alle Informationen ab jetzt in bestimmten Datenformaten.“ Der hatte große Probleme, die Glasfaser schnell zu erhalten. Das Gleiche höre ich von meinen Studenten an der TU Berlin: Auf Zimmersuche fragen die immer, welche Datenrate die Zimmer haben. Zimmer

ohne starkes Breitband sind nicht mehr vermittelbar. So ist auch der Immobilienmarkt bestimmt von der Datenrate, die in seinen Objekten zu Verfügung steht. Wie gehts weiter mit dem ­Breitbandausbau? Es ist erschreckend zu sehen, wie stark der Netzausbau in Asien dem unserem voraus ist. Deutschland taucht da nicht einmal mehr in den Statistiken auf. z


Branchen-Index Breitband Conlinet Service GmbH Königstraße 58, 70173 Stuttgart Tel. +49 (0) 711 / 25 39 47 02 Fax: +49 (0) 711 / 25 39 48 18 E-Mail info@conlinet-service.de www.conlinet-service.de

Die Conlinet Service GmbH ist ein Ingenieurbüro für Telekommunikation und Bauwesen. Unsere Kernkompetenzen sind neben der Förderberatung die Genehmigungs-, Entwurfs- und Ausbauplanung von Tele­kommuni­ka­ tions­netzen. Kommunen profitieren von unserer langjährigen Erfahrung in der Baubetreuung, die sich in der praktischen Qualität unserer ­Strukturplanungen (FTTC/B/H) wiederspiegelt.

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Für den FTTH-Hausanschluss ist die Anbindung des Hausanschlusskabels an das FTTH-Verteilerkabel, welches im Gehweg oder in der Straße verlegt ist, notwendig. Die Division Technische Kunststoffe der FRIATEC AG, Mannheim, bietet mit dem Leerrohr-Anschluss-Set Wasser oder Leerrohr-AnschlussSet Gas durch Nutzung des vorhandenen Hausanschlusses eine Lösung, die die ­Kosten für Tiefbau und LWL-Anschluss deutlich reduzieren.

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Die innovative Technologie von Jelcer Networks NL, Glasfaser-Netzverbindungen in ­Abwasserkanälen, z.B. auch in Druckleitungen zu verlegen, ist extrem ­kostengünstig und unterscheidet sich in entscheidenden Positionen von ­bereits am Markt befindlichen Lösungsversuchen. Wir sind es gewohnt, ­derartige Projekte zusammen mit Kommunen und lokalen Unternehmen zu realisieren. Sprechen Sie uns an.

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Kabel Deutschland bietet ihren Kunden digitales und hochauflösendes (HDTV) sowie analoges Fernsehen, Video-on-Demand, Angebote rund um digitale Videorekorder, Pay TV, Breitband-Internet (bis zu 100 Mbit/s), WLAN-Dienste und Telefon über das TV-Kabel sowie über einen Partner Mobilfunk-Dienste an. Das Unternehmen betreibt Kabelnetze in 13 Bundesländern in Deutschland.

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Die Opternus GmbH ist ein Vertriebsunternehmen für optische Spleiss- und Messtechnik mit Hauptsitz in Bargteheide bei Hamburg. Das Vertriebsgebiet umfasst Deutschland und Österreich mit Produkten der Weltmarktführer Fujikura, EXFO und anderer. Weitere Schwerpunkte sind Komplettlösungen, Schulung und autorisierter Geräteservice. Opternus berät und begleitet Sie bei Ihren Projekten.

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Superschnelles Glasfasernetz – überall! Thüga MeteringService bietet K­ommunen und Energieversorgern modulare Breitband-Modelle an: Von der Projektierung und dem Ausbau des Glasfasernetzes bis zur Inbetrieb­ nahme und Überwachung des technischen Netzbetriebs. Eine MarketingKooperation ermöglicht Versorgern zudem den Aufbau eines eigenen ­Breitband-Geschäftsfelds unter Nutzung der Unternehmens-Marken.

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Viprinet ermöglicht eine vollkommen neue Art der Anbindung für feste wie mobile Standorte – hochverfügbar, schnell und kosteneffektiv. Das Bündelungsprinzip von Viprinet bringt eine erhöhte Bandbreite ­sowie Ausfall- und Abhörsicherheit. Alle Produkte von Viprinet sind „Made in Germany“ und erfüllen höchste Standards in punkto Sicherheit und Vertraulichkeit. Nie wieder offline.

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