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Israel-Wochenende in Berlin

lsraelaktuell  Dossier •

Christen an der Seite Israels

Israel-Wochenende 7.–10. November 2013 in Berlin 2. Gemeinde-Israel-Kongress • Gedenkveranstaltung • 3. Deutscher Israel-Kongress Genau 75 Jahre nach der sogenannten „Kristallnacht“ vom 9./10. November 1938, als der mörderische Nazi-Terror gegen Juden und jüdische Einrichtungen offen ausbrach, ist es in Berlin zu einem historisch einmaligen Israel-Wochenende gekommen: Zunächst fand vom 7. bis 9. November 2013 der 2. Gemeinde-Israel-Kongress statt, dann folgte am 9. November der Gedenkabend „Zeugen der Zeitzeugen“ aus Anlass des 75. Jahrestages der Pogromnacht („Kristallnacht“) und am 10. November wurde der 3. Deutsche Israel-Kongress durchgeführt. Aufrüttelnde Botschaften und Appelle, freundschaftliche Verbundenheit von Christen und Juden sowie emotionale Momente prägten dieses historische Israel-Wochenende.

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und 1 250 Dauerteilnehmer hatten sich zum 2. GemeindeIsrael-Kongress angemeldet, der unter dem Leitwort stand: „aus der Kraft der Wurzel die Zukunft gestalten“. Fünf Hauptvorträge, ein Podiumsgespräch, eine Schabbatfeier, 22 Seminare, ein Abend für junge Leute, 44 Info-Stände sowie viel Lobpreis gehörten zum Programm des Kongresses, der vom Christlichen Forum für Israel (CFFI) durchgeführt wurde. Zu den Höhepunkten gehörten die Rede von Harald Eckert zum Thema „Deutschland auf dem Weg in das Tal der Entscheidung“, das Podiumsgespräch sowie die Schabbatfeier am Vorabend des 9. November, gestaltet von Mitgliedern der jüdisch-messianischen Gemeinde Beit Sar Shalom aus Berlin, bei der es zu einer bewegenden Einheit von Christen (aus den Nationen) und messianischen Juden kam.

Inhalt 2. Gemeinde-Israel-Kongress 1–6

44 Werke und Einrichtungen stellten ihre Arbeit beim 2. GemeindeIsrael-Kongress vor. Auf dem Bild der Stand von Christen an der Seite Israels (CSI) mit Martin Lehmann (Verwaltungsdirektor) und Hannelore Lehmann (Verwaltung). Foto: Birgit von Lemm

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          Seminare

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          Podiumsgespräch

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          Gemeinde-Israel-Kongress           für junge Leute/Medien/           Schabbatfeier 6 Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Pogromnacht

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3. Deutscher Israel-Kongress 8

Plenum während des 2. Gemeinde-Israel-Kongresses vom 7. bis 9. November 2013 in Berlin. Foto: Christliches Forum für Israel lässlich des Reformationsjubiläums 2017 deutlich von Luthers judenfeindlichen Schriften zu distanzieren (die Erklärung im vollen Wortlaut unten auf dieser Seite).

„Zeugen der Zeitzeugen“

Am Abend des 9. November 2013 fand die Gedenkveranstaltung „Zeugen der Zeitzeugen“ statt. Veranstalter war die Initiative 27. Januar e.V. in Kooperation mit dem Interviewprojekt „Zeugen der Zeitzeugen“. Einige der bei diesem Interviewprojekt beteiligten jungen Erwachsenen und Holocaust-Überlebenden be-

richteten an diesem Abend von ihren Begegnungen (Seite 7 in diesem Dossier).

3. Deutscher Israel-Kongress

Den Abschluss des Israel-Wochenendes bildete der 3. Deutsche IsraelKongress am 10. November 2013 im Berliner Congress Center, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die deutschisraelischen Beziehungen zu fördern. Die rund 3 000 Teilnehmer erlebten ein vielseitiges Programm, zu dem mehrere Dutzend Info-Stände gehörten, darunter auch der von Chris-

Erklärung

Zum Abschluss des GemeindeIsrael-Kongresses verabschiedeten die Teilnehmer eine Erklärung mit einem Bekenntnis zur „dauerhafte Erwählung des jüdischen Volkes durch den lebendigen Gott, der sich in der Bibel offenbart und seine Liebe zu Israel in seinem Wort manifestiert und in der Geschichte gezeigt hat. Wir stehen dankbar staunend vor dem Gott Israels, der durch Jesus Christus seinem Volk und allen Völkern Heil geschenkt hat.“ Dann fordert die Erklärung die EKD dazu auf, sich an-

          Hauptvorträge

Wilfried Gotter, Geschäftsführer der Sächsischen Israelfreunde und 2. Vorsitzender des Christlichen Forums für Israel, führte souverän und mit viel Humor durch das Programm des 2. Gemeinde-Israel-Kongresses. Foto: Christliches Forum für Israel

ten an der Seite Israels. Einer der Höhepunkte war die Verleihung des Arno-Lustiger-Ehrenpreises an DGBChef Michael Sommer, der in seiner Dankesrede dem Boykott israelischer Waren eine Absage erteilte (Seite 8). Ebenfalls aus Anlass des 75. Jahrestages der „Kristallnacht“ kam die Europäische Rabbinerkonferenz

an diesem Wochenende in Berlin zusammen. Der Vorstand des 2. Gemeinde-Israel-Kongresses verfasste dazu eine Botschaft, in der er seine Wertschätzung für diese jüdische Leiterkonferenz zum Ausdruck brachte.

Medien/Dokumentationen

Hinweise auf Medien und Dokumentationen der beiden IsraelKongresse und des Gedenkabends finden sich auf den Seiten 6, 7 und 8 dieses Dossiers. Joachim Kudlek

ERKLÄRUNG des 2. Gemeinde-Israel-Kongresses in Berlin vom 7.–9. 11. 2013, abgegeben am 9. November 2013 im Gedenken an die sogenannte „Kristallnacht“ vor 75 Jahren: „Wir bekennen die dauerhafte Erwählung des jüdischen Volkes durch den lebendigen Gott, der sich in der Bibel offenbart und seine Liebe zu Israel in seinem Wort manifestiert und in der Geschichte gezeigt hat. Wir stehen dankbar staunend vor dem Gott Israels, der durch Jesus Christus seinem Volk und allen Völkern Heil geschenkt hat. Wir beugen uns unter das Versagen und die Schuld weiter Teile unseres Volkes und vieler Christen an der Shoa. Eingedenk dieser Erinnerung und unserer heutigen Verantwortung fordern wir von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Vorbereitung auf das Lutherjahr 2017 ein öffentliches Wort zu Martin Luthers Antisemitismus. Darüber hinaus halten wir es für notwendig, dass sich die EDK anlässlich des Reformationsjubiläums deutlich von Luthers judenfeindlichen Schriften distanziert. Deshalb bitten wir den Rat der EKD und die Synode der EKD, diesbezüglich ein klares und prägnantes Wort an die Gemeinden und die Öffentlichkeit zu richten. Einzelne Landeskirchen in Deutschland haben sich bereits von Luthers Judenfeindschaft distanziert. Eine ausdrückliche und öffentlichkeitswirksame Erklärung der EKD steht noch aus. In der Solidarität mit den Messianischen Juden bekennen wir die Gemeinschaft und die Verbundenheit in dem einem Ölbaum Gottes. Seine Wurzel trägt uns alle; durch sie sind wir eins. Darum ist es unverständlich und unerhört, dass Messianischen Gruppen und Gemeinden der offizielle Auftritt beim Deutschen Evangelischen Kirchentag versagt wurde, Infostände und Veranstaltungen abgelehnt wurden. Wir bitten mit allem Nachdruck, fortan die uneingeschränkte Teilnahme und das Mitwirken Messianischer Juden am Kirchentag und ähnlichen Veranstaltungen zu ermöglichen und zu fördern. Am 9. November 1938 brannten Synagogen im ganzen Land, wurden jüdische Geschäfte geplündert, Juden verhaftet und ermordet. Bis heute bleiben Entsetzen und Scham auch bei den nachgeborenen Generationen. Und dann geschah ausgerechnet an einem 9. November ein Wunder vor unseren Augen. Der 9. November 1989 wurde zum Glücksfall für Deutschland. Darum werden wir heute und morgen nicht schweigen, wenn sich das Gift der Judenfeindschaft in unsere Kirchen und Gemeinden und unsere Gesellschaft festsetzt.“


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Israel-Wochenende in Berlin

2. Gemeinde-Israel-Kongress Hauptvorträge Das Paradoxe an Israel – Gedanken zu Römer 3 Der Blinde Fleck der Christenheit. Vortrag von Dr. Jürgen Bühler Nach einem kleinen Rückblick über seine Person und die derzeitige Situation in Nahost kam Jürgen Bühler auf Römer 3, 1–12 zu sprechen und stellte die rhetorische Frage: „Ist bei Paulus etwa eine digitale Demenz eingetreten?“, denn er scheint sich zu widersprechen auf die Frage, was der Vorteil der Juden sei: Einerseits „viel in jeglicher Hinsicht“ – sind sie doch das von Gott auserwählte Volk, andererseits „eigentlich gar keiner“, denn sie sind auch nur Sünder in Gottes Augen. Dann gab Jürgen Bühler Erläuterungen zu diesem scheinbaren Dilemma: •       Judentum ist Herzenssache und somit Beziehung zu Gott; •       den Juden ist das Wort Gottes zuerst gegeben – anvertraut; •       das jüdische Volk ist der Privatsekretär Gottes – Sein Wort wurde uns vom Volk Israel überliefert. Alle Schreiber der Bibel waren Juden; nur der Evangelist Lukas war offensichtlich Konvertit zum Judentum und er erklärt die jüdischen Bräuche sehr genau; •       die Bibel ist nicht nur dem jüdischen Volk, sondern allen Nationen gegeben.

In Römer 3, 3–4 liest man: „Dass aber einige nicht treu waren, was liegt daran? Sollte ihre Untreue etwa Gottes Treue aufheben? Das sei ferne!“ Allein Gottes Treue ist maßgebend – Gottes Bündnistreue ist auch die Grundlage für die Auserwählung Israels (in 1. Mose 15 wird über Gottes Bund mit Abraham berichtet).

Dr. Jürgen Bühler, Direktor der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ), hielt den ersten Vortrag des Gemeinde-Israel-Kongresses. Foto: Christliches Forum für Israel •       In Offenbarung 22,16b sagt Jesus: „Ich bin die Wurzel und der Spross Davids.“

Gott sprach: Ich will ein Volk auswählen. Hätte Er nicht das Volk Israel auserwählt, hätte Er ein anderes Volk auserwählt. Doch durch Jesus können wir teilhaben an dem Bund Gottes mit Abraham und sind eingepflanzt in den Ölbaum Israel.

Psalm 22 gibt zu verstehen: Es gibt keinen in Israel, der gerecht ist. Doch Gott gibt uns immer wieder eine Chance – den Nationen ebenso wie Israel. In 2. Timotheus 2, 13 steht: „Sind wir untreu, so bleibt Er doch treu; denn Er kann sich selbst nicht verleugnen.“ Vorsicht vor der Ersatztheologie, die besagt, der Bund Gottes mit Israel sei nichtig geworden und die Kirche sei an die Stelle Israels getreten, Israel jedoch verworfen worden! Vorsicht auch vor dem sogenannten Zwei-Bünde-Weg, der Theorie, dass es einen eigenen Heilsweg nur für das jüdische Volk gebe. Beide Theorien sind falsch! Auch die Juden brauchen die Errettung durch Jesus. Anders kommt man nicht zu Gott. Zusammenfassung: Anna Neubert

Mit Geburtswehen wird ein männlicher Sohn geboren. Dein Name soll nicht mehr Jakob heißen, Israel ist dein Name Vortrag von Benjamin Berger Zunächst erzählte Benjamin Berger etwas aus seinem Leben – er hat jüdisch-orthodoxen Hintergrund, aus dem Priestergeschlecht Levi, und lebt seit 1971 in Israel. In den Bergen hat er ein Zeichen gesehen, dass „etwas Neues anfange, es ist Gnadenzeit“. Der Herr habe Seinen Plan für die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Er zitierte zwei Bibelverse: Johannes 1, 20 ff und 4. Mose 23, 19 ff. Heute wolle er über eine Geburt sprechen. In der Bibel gibt es mehrere Frauen, die zunächst keine Kinder bekamen (wie Sarah, Rahel, Hanna, Elisabeth), dann aber brachten sie Kinder zur Welt, und diese Kinder waren besondere Kinder, weil sie mit Verheißungen verbunden sind. Ebenso gibt es noch eine weitere Kindesverheißung, nämlich in Offenbarung 12. Danach soll eine Frau einen Sohn bekommen, der die Nationen mit eisernem Stab hüten wird. Die Frau, mit der Sonne bekleidet, symbolisiert die Gerechtigkeit und auch die Priesterschaft für Israel und die Nationen; ihre Schwangerschaft repräsentiert das gottgegebene Leid; der Mond repräsentiert Israel. Die 12 Sterne stehen für die 12 Stämme, die 12 Apostel und die 12 Tore im himmlischen Jerusalem, das Kind stellt die Juden als Gottes Bündnisvolk dar und die Nationen, die dazu kommen, in Einheit. Israel

bereiten und ebnen für Sein zweites Kommen. Gott handelt national für Israel! Wir spüren die Zeichen der Zeit, aber auch die Unmoral, die Trennung in Jesus-Nachfolger und andere sowie in gutes Getreide und Unkraut (auch in der Kirche).

Der messianische Jude Benjamin Berger aus Israel bei seinem Vortrag. Foto: Christliches Forum für Israel

sei heute eine erblühte Nation, es fehle aber die Erkenntnis vom Messias Jesus. Ein besonderer, ein nationaler Ruf geht nach Deutschland. Die Christen sollen zusammenfinden, Last tragen, Seinen Schmerz ertragen. Es gibt so viele Wunder in Israel, auch dass die tote Sprache Ivrit wieder lebt, es gibt eine Erweckung in Israel, es gibt messianische Juden. Wir haben einen Auftrag in Israel: die Steine wegräumen, den Weg

Eine Segenslinie geht von Abraham über Isaak zu Jakob (und weiter). In 1. Mose 32 bekommt Jakob einen neuen Namen, womit eine Verheißung verbunden ist. Er ist der dritte Erzvater und zeugt die 12 Söhne, welche die 12 Stämme bilden. Israel spielt eine Schlüsselrolle für die gesamte Menschheit. Das große Zeichen ist, dass das Volk Israel noch lebt – trotz fast 2000 Jahren des Leidens, der Verfolgung, der Pogrome und des Holocaust. Die Endlösung der Judenfrage hatte die Gründung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk zur Folge! Die Ersatztheologie ist die Wurzel von allem Anti-Jüdischen. So ist im Namen Jesu ist von den Christen Schlimmes getan worden. Das deutsche Volk soll zusammenkommen und beten und Freude empfinden, dass ein männlicher Sohn geboren wird. Wie wird es erst sein, wenn die Juden den Messias erkennen? Die Gemeinde wird eine Zeit der Wiederherstellung erleben. In Israel wird vor Jesu Wiederkunft eine Erweckung geschehen. Zusammenfassung: Anna Neubert

Seine Überwindung als Voraussetzung zu wahrer Ökumene Vortrag von Schwester Joela Wird Gottes Wort an einer Stelle ignoriert, entsteht ein blinder Fleck, sagte Schwester Joela. Ohne Buße vererbt dieser sich immer weiter, wie bei den ersten Heidenchristen, welche die Judenchristen ausschlossen und die Ersatztheologie entwickelten. Durch die Kirchengeschichte kommt jeder von uns mit diesem blinden Fleck in Berührung. Der kann nur überwunden werden, wenn allein Gottes Wort Priorität hat. Ohne den Heiligen Geist ist das Wort Gottes ein Schwert der Rechtgläubigkeit. Dieses führt(e) zu Wortgefechten, Kriegen, Pogromen. Erst mit dem Heiligen Geist entsteht ein Schwert des Geistes, das Herzen aufweckt und die teuflischen Angriffe abwehrt. Sowohl Jesus als auch die Apostel und die frühen Gemeinden beriefen sich auf das Wort Gottes, ohne auf seine genaue Auslegung zu bestehen. Bei seiner Versuchung besiegte Jesus Satan mit dem Schwert des Geistes. „Wird ein Wort Fleisch, hört es auf, Literatur zu sein.“ (Stanisław Jerzy Lec) Das Problem: die evangelische Theologie verlässt sich auf die Literatur statt das fleischgewordene Wort. Folglich haben wir uns vor Jesus für den Umgang mit der Bibel zu verantworten. Die Ersatztheologie wäre korrekt, würden viele Verheißungen der Bibel ausgeblendet. Zur vorurteilsfreien Bibellese braucht man den Heiligen Geist. Wir müssen lernen, bis zur Heilung um Erbarmen zu flehen, und müssen vorbereitet sein auf den beginnenden großen Kampf zwischen Himmel und Hölle. Weder Kultur, noch Aufklärung, noch Reformation konnten den Holocaust verhindern. In „christlichen“ Kreisen war immer das jüdische Volk Feindbild. Doch das Lamm Gottes trägt auch unsere Sünden. Durch die Wiedervereinigung erhält Deutschland eine zweite Chance. Wie konnte es durch unser Volk zu solch einem Verbrechen kommen? Hoffentlich war dies kein Vorspann zu noch Schlimmerem: der Zerstö-

Schwester Joela von den Evangelischen Marienschwestern bei ihrem Vortrag. Foto: Christliches Forum für Israel

rung der Ehe und Familie (Gender Mainstream) und Israels? Das heutige Toleranzverständnis macht Sünde und Hölle zum Tabu. „Den kirchlichen Instanzen scheint die politische Gefahr klarer Aussagen mehr auszumachen als die geistliche Gefahr, in der sich die suchenden Gläubigen befinden“, bedauerte Schwester Joela. Politik und Heilsgeschichte sind untrennbar miteinander verbunden. Luther rief kurz vor seinem Tod zur Synagogenverbrennung auf und hat Einfluss auf Kirche und Nazi-Propaganda – selbst Glaubensvorbilder werden verführt. Jesus warnt uns erstaunlich oft vor Verführung. Der zweite Verführer wird anders auftreten als der Erste – sonst wäre er keiner. Wahre Ökumene ist nur durch Buße möglich. Alle Konfessionen müssen sich zurückerinnern an die Urgemeinde. Denn nur in brennender Liebe zu Jesus wird die Ökumene gelingen! Gott wartet auf priesterliche Menschen, die für ihn in den Riss treten und Spannungen aushalten, ohne Anerkennung zu erwarten. Nur Gottes Liebe kann Spannungen aushalten! Zusammenfassung: Anna Neubert

Die Gruppe „Breaking Silcence“ leitete den Lobpreis, im Vordergrund Amber und Ewald Sutter. Foto: Christliches Forum für Israel


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2. Gemeinde-Israel-Kongress Hauptvorträge Vortrag von Jobst Bittner

Die Decke des Schweigens zerbrechen – Aufbruch ins Leben

Jobst Bittner hat in seinem Vortrag einen großen geschichtlichen Bogen gespannt, wie und weshalb sich das nationalsozialistische Gedankengut in Deutschland etablieren konnte. Er zeigte auf, wie ein beispielloser Völkermord nicht nur von einzelnen Verbrechern, sondern von einem Großteil eines ganzen Volkes mitgetragen werden konnte, und dass ganz normale Bürger zu Tätern wurden. Darum können wir von einer Tätergeneration sprechen, die zum großen Teil traumatisiert als Überlebende geschwiegen haben. Eigene Verstrickungen und Schuldanteile wurden gesamtgesellschaftlich sowie in den Familien verschwiegen, verschleiert, umgedeutet und in dieser Art an die Nachkommen weitergegeben.

spätestens seit 1933 mit dem nationalsozialistischen Gedankengut gefüttert wurden. Es war attraktiv und verführerisch. Man wurde Teil des Systems, ein System der antisemitischen Exklusion. Wer nicht mitmachte, wurde unerbittlich ausgegrenzt bis zur Vernichtung.

ter 1944 vor den herankommenden Truppen der Roten Armee auf zahlreiche Todesmärsche getrieben. Dabei fanden 220 000 von ihnen den Tod. Es gibt vier Ebenen des Schweigens: den persönlichen, familiären, kirchlich-gemeindlichen sowie den städtischen und nationalen Bereich. Es ist möglich, die Decke des Schweigens zu zerbrechen, um mit den nachfolgenden Generationen in das Leben zu gehen, damit sich die Zeit des Grauens nicht unter anderen Vorzeichen wiederholt.

der Opfer und deren Nachfahren um Vergebung bitten. Wir sind Zeugen von weltgeschichtlichen Ereignissen, aber wir erkennen leider viel zu oft die Bedeutungen nicht: Mauerfall, Fall der Türme in den USA, Weltwirtschaftskrise. Wir sind aufgefordert, die Zeichen der letzten Zeit zu erkennen und entsprechend zu handeln. Wir sind gerufen, nahe am Herzen Gottes zu bleiben. 70 Jahre nach dem Zusammenfall des Dritten Reiches, also 2015, ist ein ganz besonderes Datum. Es muss ein Lebensstil der Umkehr kommen, die Buße vorangehen lässt. Die Märsche des Lebens sind ein wichtiger Teil davon. Es ermöglicht ein Leben, das nicht mehr das Grauen in einem anderen Gesicht wiederholt.

Das damalige Leitbild der Volksgemeinschaft schaffte es, in alle Bereiche vom Staat, wie Familie, Freizeit, Schule, Universität und Kirche in Deutschland, hineinzukommen, sodass alle Generationen

Nach Kriegende entstanden durch das Schweigen und fehlende Umkehr Störungen wie Depressionen, Beziehungsabbrüche u.a. Darum ist es so wichtig, dass die nachfolgenden Generationen das Geschehene aufdecken und aufarbeiten. Das geschieht seit etwa 8 bis 10 Jahren, wobei immer wieder Geheimnisse ans Licht kommen. Die Decke des Schweigens muss zerbrochen werden, betonte Jobst Bittner. Die Stadt Tübingen, wo er als Pastor tätig ist, war zum Beispiel eine intellektuelle Schmiede des Nationalsozialismus, eine Stadt der Mittäter und Mitläufer. SS-Leute und Mitarbeiter wurden hier ausgebildet und sind somit dafür verantwortlich, dass alleine in

Vortrag von Harald Eckert

Deutschland auf dem Weg in das Tal der Entscheidung!

Harald Eckert begann seinen Vortrag mit Gebet und den Fragen: Wie ist das Verhältnis des deutschen Volkes jetzt zum jüdischen Volk und zum Staat Israel? Wo stehen wir und worauf gehen wir zu? Und was haben wir als gläubige Christen, als Gemeinde Jesu in Deutschland, die wir in diese Zeit hineingeboren sind, dabei zu tun? Und wir dürfen fragen, was der HERR mit uns in diesem Zusammenhang vorhat.

der Völker ging weitgehend verloren. Und diese theologische Einseitigkeit wiederum ist ein Grund dafür, dass es vielen unserer evangelikalen Geschwister so schwer fällt, einen Zugang zu Israel zu bekommen. Harald Eckert kam zurück auf Mathäus 25 und ging auf die drei Gleichnisse dort ein. Bei den 10 Jungfrauen geht es um die Gemeinde Jesu, beim zweiten Gleichnis geht es um die individuelle Verantwortung des Einzelnen vor dem HERRN und beim dritten Gleichnis geht es um das Verhalten der Völkerwelt gegenüber dem jüdischen Volk – und auch hier wird es, wie bei den beiden vorigen Gleichnissen, eine Scheidung geben, nämlich zwischen den Völkern, die seinen leiblichen Brüdern, den Israeliten, wohlgesonnen waren und ihnen geholfen haben, und denen, die sie ungerecht behandelt und sogar getötet haben.

Da die Passagen aus den Endzeitreden Jesu und hier speziell aus Matthäus 25,31–46 ja alle Nationen betreffen, geht es dabei um Israel und die Völker in der Endzeit, doch hier lautet die Frage: Was heißt es für uns als deutsches Volk und als Christen in und aus Deutschland? Bisher wurde dieser Bibeltext meist ausgelegt wie das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, also im Sinne persönlicher Nächstenliebe. Dies ist zwar klar in der Mitte des Herzens Gottes, aber hier ist doch von den Völkern die Rede – was also ist mit den Völkern? In dieser Frage benötigen wir noch mehr Licht vom HERRN, denn ein Problem für uns ist die Kirchengeschichte, die uns mehr oder weniger geprägt hat, so dass z. B. der Kirchenvater Augustin, ähnlich wie man das auch von Luther sagen kann, viele wertvolle Sachen gesagt hat. Aber es gibt leider auch einige ungute Konstruktionsfehler, wobei der größte wohl die sogenannte „Ersatztheologie“ gewesen ist. Als Folge der diversen Konstruktionsfehler in der Kirchengeschichte, um die Zeit des 30-jährigen Krieges, kam dann der Pietismus, dessen geistgewirkte Lehre etwas Entscheidendes wieder in die Mitte gestellt hat, nämlich unsere persönliche Entscheidung zu Jesus. Weil aber nun nach langer Zeit so ein extrem hoher Nachholbedarf für die persönliche Erlösung da war, schwang nun das Pendel einseitig in diese Richtung und der Blick der Schrift bezüglich

Gott liebt die Völker

Letztlich geht es darum, dass Gott die Völker liebt, und schon im 1. Mose 10 wird das an der Völkertafel klar, wobei von den Söhnen Noahs Sem, Ham und Japhet um die 70 Völker entstehen, welche Gott unter dem Zeichen des Regenbogens als Gnadenbund segnete. So wie Er den Einzelnen mit seiner Individualität liebt, so liebt er auch die bunte Vielfalt der Völker, und am Ende in Offenbarung Kapitel 22 sind die Nationen immer noch da und der Baum des Lebens, der am Strom des lebendigen Wassers steht, trägt nicht nur 12-mal Früchte, sondern seine Blätter dienen auch zur Heilung der Völker. Wir wissen, dass die Völker stolz wurden und unabhängig von Gott sein wollten. Darum bauten sie den Turm, ein Zeichen der Überheblichkeit und Rebellion. Um die Völker vor sich selbst zu retten, verwirrte Gott ihre Sprache und zerstreute die Völker über die ganze Erde. So wie schon für Adam und Eva nach dem

Jobst Bittner, Leiter der TOS Dienste/Tübingen und Initiator der Marsch des Lebens-Bewegung, während seines Vortrages. Foto: Christliches Forum für Israel

Tübingen Tausende Juden ermordet wurden. 750 000 in Vernichtungslagern Inhaftierte wurden im kalten Win-

Harald Eckert, 1. Vorsitzender des Christlichen Forums für Israel (CFFI) und Leiter von Christen an der Seite Israels, hielt den Schlussvortrag des Gemeinde-Israel-Kongresses. Foto: Christliches Forum für Israel

Sündenfall die Verheißung des Retters in 1. Mose 3,15 angekündigt wurde, gilt dies für den einzelnen Menschen bis heute, nämlich die Beugung vor Jesus und die persönliche Annahme seines Opfers. So tat Gott im Gericht auch eine Tür für die Völker auf, indem er Abraham berief, weil er mit dessen Nachkommen ein Volk auswählte, welches seinen Willen tun sollte, dies auch um die Völker erneut zu segnen. Die einzige Bedingung war, Gottes Plan zu akzeptieren, dankbar für das jüdische Volk zu sein, es wertzuschätzen und der Arroganz zu entsagen, also demütig ihnen gegenüber zu sein. Auch dies gilt bis heute. Ein solches Volk wird gesegnet sein, aber welches Volk weiterhin dem jüdischen Volk gegenüber in Stolz verharrt, wird mit Gottes Gericht rechnen müssen. Zum Verständnis von Matthäus

Märsche des Lebens

Im Zeitfenster der Gnade 2014/ 2015 sollen auf Wegen von ehemaligen Todesmärschen Märsche des Lebens durchgeführt werden. Beispiele dafür fanden schon in Polen, in den USA und auch in Deutschland statt. Dabei geht es darum, dass die nachfolgenden Generationen die Geschichte ihrer Väter und Großväter aufarbeiten, wirkliche Buße tun und die Überlebenden

25 gehört die Aussage beim Propheten Joel im Kapitel 4 vom „Tal der Entscheidung“, in welches die Völker geführt werden (Vers 14). Diese widerstehen Gottes Plan mit Israel, missachten ihn, teilen in Ungerechtigkeit Israels Erbe, ihr Land auf und hassen das jüdische Volk. Prüfkriterium bezüglich Segen und Fluch für Israel ist daher die Thora und für die Völker ist es Israel. In Joel 4,15 ist dann u. a. von Sonne und Mond die Rede, die sich verfinstern werden, und die Naturwissenschaft sagt für die Jahre 2014 und 2015 zahlreiche Sonnen- und Mondfinsternisse voraus, auch Blutmonde wird es geben, wie in Joel 3,4 geschrieben steht. Die Juden wissen, dass diese Phänomene auf die höchsten jüdischen Feiertage in diesen beiden Jahren fallen werden. Solche Himmelsphänomene sind schon vorgekommen 1948 und 1967 und waren sicher keine Zufälle. Die Frage ist: Wie wird die Völkerwelt darauf reagieren? Jesus fragt daher in Matthäus 25: Wie seid ihr Völker mit meinen leiblichen Brüdern, den Juden, in den Zeiten ihrer Not umgegangen? Dies entscheidet über Segen und Fluch laut 1. Mose 12,3. Schlussendlich gehört zum künftigen Geschehen noch der Prophet Sacharja, Kapitel 12 bis 14. Gott macht Jerusalem zum Taumelbecher für die arabischen Nachbarn Israels und zum Laststein für alle Völker. Alle Völker versammeln sich zum Kampf gegen Jerusalem und Gott ist darauf bedacht, diese daselbst zu vertilgen. Gleichzeitig gießt Gott seinen Geist der Gnade und des Gebets über die Juden aus und sie erkennen Jeschua als den Durchbohrten und klagen um ihn, wie man um den Erstgeborenen klagt. Nach der Rückkehr Jesu auf den Ölberg kommt das Gericht über die Völker und dann lautet die Frage: Wo wird Deutschland im Tal der Entscheidung stehen, und was wird mit

Jobst Bittner ist Autor des Buches „Die Decke des Schweigens“, in dem dieses Thema ausführlich behandelt wird. Zusammenfassung: Birgit von Lemm

Deutschland sein, wenn die Schafe von den Böcken geschieden werden? Und: Wie kann Deutschland auf der richtigen Seite stehen, wenn alle Völker gegen Jerusalem in den Krieg ziehen werden? Ein Beispiel war der von den UN beauftragte Militärschlag gegen Saddam Hussein. 13 Nationen unter Führung der USA waren beteiligt, und dies auf Grund von vorherigen Abstimmungen. Hier hat jede Nation die Möglichkeit, eine Entscheidung dafür oder dagegen zu treffen. Wo wird Deutschland dann stehen? Werden die Kräfte des Bösen wieder in unserem Land obsiegen oder werden die Kräfte des Lichts in Buße, Gebet und innerer Erneuerung dagegen die Oberhand behalten, damit wir als Nation unsere zweite Chance nutzen können?

Christen tragen Verantwortung

Insofern sind wir Gläubige aus Deutschland der entscheidende Faktor, das Zünglein an der Waage, indem wir solange Buße tun und für unsere Nation beten, bis wir die Gewissheit haben, dass dieser positive kollektive Faktor stark genug ist, dass die Waagschale sich zum Segen für Israel und auch für uns in die richtige Richtung bewegt hat. Wir als Glaubende tragen dafür die Verantwortung, denn wenn wir nicht in den Riss treten, so wie Daniel für sein Volk einst in den Riss trat (Daniel Kapitel 9) dann sind wir die Hauptverantwortlichen dafür, dass unser Volk wieder in die falsche Richtung kippt. Dies ist die Herausforderung jetzt, und daher ist es so wichtig, dass wir in Einheit als Forum an der Seite Israels und als Gläubige, jeder an seinem Platz und mit seinem Teilauftrag, dennoch zusammenarbeiten und uns in eine gemeinsame Richtung hin bewegen. Dazu möge uns unser Herr Jesus seine Gnade geben – Amen. Zusammenfassung: Hans-Jürgen Krug


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Israel-Wochenende in Berlin

2. Gemeinde-Israel-Kongress Seminare Die Messiasgemeinde in Israel im prophetischen Plan Gottes. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Pastor Benjamin Berger, Christ Church, Jerusalem

Seit Pfingsten gibt es die Gemeinde Jesu. Zu Anfang bestand sie ausschließlich aus Juden. Doch bald schon breitete sie sich über die ganze damals bekannte Welt aus und viele Heiden kamen zum Glauben. Die weltweite Kirche Jesu entstand und nur ein kleiner Teil der Juden glaubte an Jesus als den Messias. Heute aber gibt es sie wieder: die Messiasgemeinde, mitten in Israel. Welche Rolle spielt sie im endzeitlichen Plan Gottes? Benjamin Berger, der die Einheit der Gläubigen aus Christen und Juden auf dem Herzen hat, ging mit den Seminarteilnehmern zu diesen Themen in die Tiefe.

Das „Entjudungsinstitut“ in Eisenach1939–1945, Arbeitsweisen und Auswirkungen Heinrich Hebeler und Wilfried Gotter

auserwählten Volk Heilsgeschichte für die ganze Welt. Gott schreibt diese in unsere Weltgeschichte hinein. Deshalb muss auch das aktuelle Geschehen unserer Zeit mit den geschichtlichen und prophetischen Aussagen des Wortes Gottes zusammengebracht werden. Der Grundkurs für Hauskreise und Gemeindegruppen basiert auf diesem Anliegen und greift damit ein großes Defizit unter Christen auf. Der Kurs mit den Arbeitsmaterialien wurde inhaltlich vorgestellt, zudem gab es Anregungen zur Durchführung. Vom Sonderangebot an die Teilnehmer, je ein Set des Kurses zum Preis von 10 Euro kaufen zu können, wurde rege Gebrauch gemacht. Nähere Infos dazu siehe: www.warumisrael. de

Prophetisches Gebet für Israel Andreas Bauer, Leiter Vaterhaus auf dem Ölberg, Jerusalem und Jerusalemgemeinde, Berlin

oder: „Irrweg von Theologie und Kirche – wie Jesus zum Arier gemacht wurde.“ Am 6. Mai 1939 gründeten elf damalige Landeskirchen im Festsaal des Hotels unterhalb der Wartburg ein „Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das kirchliche Leben des deutschen Volkes“. Mit seiner Hilfe und fast 200 Mitarbeitern wurden z. B. die Bibel, theologische Schriften und Gesangsbücher „entjudet“. Heinrich Hebeler, Konrektor a. D. in Hersbruck, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dieser Thematik und fand Erstaunliches heraus.

Andreas und Adelheid Bauer leiten seit dem Jahr 2002 das „Vaterhaus auf dem Ölberg“, ein internationales Haus des Gebets auf den Mauern Jerusalems, in welchem von 1964–1998 für 34 Jahre die evangelischen Marienschwestern aus Darmstadt einen Gebetsdienst hatten. Vom Vaterhaus aus wird das ganze Jahr über schwerpunktmäßig für die Wiederherstellung von Israel und Deutschland gebetet. Das Vaterhaus hat gegenwärtig 12 Betten und bietet entsprechend Platz für kleinere Anbetungs- und Fürbittegruppen, die vom Ölberg aus beständig das „Wort des HERRN“ freisetzen können (Jesaja 62, 6+7) und aktiv mithelfen die Wiederkunft unseres HERRN Jesus vorzubereiten (Sacharja 14,4).

Unsere Wurzeln neu entdecken – Voraussetzungen für die Brautgemeinde der Endzeit? Waltraud Keil, Die Brücke Berlin-Jerusalem

GET involved – We want YOU for Israel! Junge Leute verschiedener Werke mit guten Ideen für Dich! Luca Hezel + Team

Wer seine Wurzeln nicht kennt, weiß nicht, woher er kommt und kann deshalb schwerlich wissen, wohin er geht. Er hat Schwierigkeiten, seine Identität, aber gleichzeitig auch sein Ziel, zu bestimmen. Er läuft Gefahr, sich in die verkehrte Richtung zu bewegen und/oder sich mit „Gewächsen“ zu verbinden, die giftig sind. Wer ganz ohne Wurzel ist, vertrocknet. Deshalb geht es dabei um Leben und Tod! Es geht um die Brautgemeinde in der Endzeit und ihre Wurzel, was ihre Bestimmung und ihr Ziel ist und ob das etwas mit Israel zu tun hat – und wenn ja, was?

Grundkurs „Warum Israel?“ – Schulung für Moderatoren und Multiplikatoren Fritz Ehmendörfer, Pfarrer i. R., Mühlacker

Was geht uns Christen das heutige Israel an? Die Antwort darauf gibt uns die Bibel. In seinem Wort hat sich Gott festgelegt. Er macht mit seinem

Wir haben als Christen aus biblischer Perspektive und als Deutsche aus historischer Sicht eine bedeutsame Verantwortung und Beziehung gegenüber Israel. Leider sind sich viele Christen dieser Verantwortung und dem daraus resultierenden Segen nicht bewusst. Daher haben junge Vertreter von Israelwerken in diesem Seminar ihren Dienst vorgestellt und gaben dabei Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten, wie junge Leute sich aktiv in die Beziehung Deutschland-Israel investieren und sich vernetzen können. Die junge Generation will gemeinsam einen Stand einnehmen für die Freundschaft Deutschland-Israel.

Lobbyarbeit für die christlichjüdischen und deutschisraelischen Beziehungen Jörg Gehrke, Initiative 27. Januar e.V., Berlin

Wie kann in der deutschen Zivilgesellschaft und Politik die Verstän-

digung, Zusammenarbeit und Freundschaft von Juden und Christen und zwischen Deutschland und Israel gefördert werden? Der Historiker und PR-Referent Jörg Gehrke leitet die Hauptstadtarbeit der Initiative 27. Januar e.V., die sich für das Gedenken an den Holocaust, gegen Antisemitismus und für die Stärkung der deutschisraelischen Beziehungen einsetzt. Er berichtete von seiner Arbeit in Berlin und gab dabei praktische Beispiele des Engagements für die christlichjüdischen und deutsch-israelischen Beziehungen in Politik und Gesellschaft.

Die hebräische Denkwelt als Merkmal der „fettigen Wurzel“ – Römer 11 Dr. Horst Krüger (Th.D), Theologe, Autor

In diesem Seminar beschrieb der Theologe, Pastor und Buchautor Dr. Horst Krüger (Th.D), wie Jesus als Jude in den Evangelien zu verstehen ist. Leider hat die Kirche schon früh durch griechisch-römische Einflüsse aus der Welt der Philosophie, aber auch des Götterglaubens, manche Wahrheiten verfälscht. Viele Begriffe der Bibel sind missverständlich, wenn wir nicht auch die Sprache Jesu berücksichtigen, der ja nicht in Griechisch sprach, sondern in Hebräisch. Jesus von Nazareth, seine Welt, seine Worte, seine Weisheit bekommen unter diesem Gesichtspunkt einen besonderen Glanz und fordern uns zu einer neuen, größeren Verantwortung heraus, der wir uns stellen müssen.

Gemeindeaufbau und Israel – muss das sein? Winfried Rudloff, Pastor Christus-Gemeinde BerlinHohenschönhausen e.V.

Gemeindeaufbau – dabei denken wir sofort an Mitarbeiterschulungen, kulturrelevante Evangelisation, Gebet und Predigt, gute Strukturen, effiziente Kleingruppen etc. Können wir in der Ortsgemeinde auch ohne einen Bezug zu Gottes Volk erfolgreich sein? Werden mit diesem „heißen Eisen“ nicht Besucher und Gemeindemitglieder verschreckt? Zu diesen und anderen Fragen kam das Seminar zu eindeutigen Antworten aus dem Wort Gottes: Israel und die jüdischen Wurzeln sind die Fundamente des christlichen Glaubens und berühren alle Bereiche des Gemeindelebens. So wird an Israel auch Gottes Wesen und Seine Treue deutlich.

Die doppelte Decke des Schweigens am Beispiel Dresdens und Sachsens Lothar Klein, Stadtrat, Vors. Sächsische Israelfreunde e.V.

Wenn in Dresden über den Zweiten Weltkrieg und die NS-Diktatur gesprochen wird, dann meistens über die Zerstörung der Stadt durch die britischen und amerikanischen

Bomber in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945, die bis heute ein Trauma ist und einen Opfermythos begründet hat. Erst seit Kurzem kommen immer mehr bislang verschwiegene Fakten über die aktive Rolle der sächsischen Landeshauptstadt in der Nazi-Barbarei und besonders seine Verstrickung in die Verbrechen an den jüdischen Mitbürgern an die Öffentlichkeit. Das Seminar wollte anhand des gleichnamigen Buches des Tübinger Pastors Jobst Bittner aufzeigen, welche geistlichen Konsequenzen diese doppelte „Decke des Schweigens“ hat und wie mühsam und schmerzhaft es für eine kleine Gruppe von Christen ist, sich dieser Verantwortung gegen großen Widerstand auch aus christlichen Gemeinden zu stellen.

Nationen im Römerbrief 11,17–24 unterstreicht Paulus, dass sie durch Jesus in den „jüdischen“ Ölbaum eingepfropft sind und keinen Anlass haben, sich gegenüber Juden, den „natürlichen“ Zweigen, zu rühmen. Die Stelle soll Respekt auch ungläubigen Juden (den „abgebrochenen natürlichen Zweigen“) gegenüber vermitteln. In dem Seminar ging es um Fragen in diesem Zusammenhang, wie z.  B.: Was ist mit den Juden, die durch ihren Glauben an Jesus weiter an diesem „Baum“ bleiben?

Die Landverheißung für Israel und die Rückkehr aus der Diaspora Hinrich Kaasmann, Ebenezer Hilfsfonds Deutschland e.V.

Ein uralter, aber ein revolutionärer Gedanke: Der neue Mensch besteht aus Juden und Heiden! Die drei Mittel dazu sind laut Epheser 2 das Blut Jesu, der Leib Jesu und das Kreuz Jesu. So rettet Jesus Menschen. Aber so schafft er auch Versöhnung zwischen Juden und Heiden. Was bedeutet das für die Gemeinde in den Nationen und in Israel? Alyosha Ryabinov suchte Antworten, die dem Geheimnis des neuen Menschen auf den biblischen Grund gehen: Der neue Mensch: Zwei Völker vereint – zwei Berufungen. Das Bürgerrecht Israels – für uns Christen relevant?

In diesem Seminar ging es um Fragen zur Einwanderung von Juden nach Israel. Biblische Landverheißungen und Gerechtigkeit – passt das zusammen? Ist überhaupt genug Platz für alle Rückwanderer? Was sagt Gott über die Palästinenser? Was bedeutet dies mit Blick ins Neue Testament? Die heute stattfindende Rückkehr der Juden (Alijah) aus der Zerstreuung (Diaspora) wurde biblisch, politisch und gesellschaftlich erläutert. Hinzu kamen praktische Beispiele der Hilfe bei der Einwanderung von Juden aus Äthiopien, der ehemaligen Sowjetunion und Deutschland nach Israel sowie ihrer Integration dort.

Im Bund mit Gott – Alter und Neuer Bund als Grundlage des Lebens mit Gott Rosemarie Stresemann, Wächterruf, Gemeinsam für Berlin

Ein gläubiger Christ sieht in der „Bekehrung“ den Schlüssel, der die Tür zu einer Beziehung mit Gott aufschließt. Dass er bei dieser Bekehrung aber eigentlich einen Bund mit Gott eingeht, bleibt ihm oft das ganze Leben lang verschlossen. Gott handelt immer gemäß seiner Bündnisse – er ist ein Bundesgott. Die Form, in der Er Beziehung mit seinem Volk lebt, ist immer die Form des Bundes. Wenn wir zu einer lebendigen Verbindung mit den jüdischen Wurzeln zurückkommen wollen, die in den Bündnissen Gottes mit Abraham und seinem Volk Israel liegen, dann brauchen wir als Christen eine Erkenntnis dieses Bundesgottes, der uns in den Neuen Bund mit hineinnimmt.

Messianische Juden – die „natürlichen Zweige“ wahrnehmen Wladimir Pikman, messianischer Rabbiner, Leiter von Beit Sar Shalom, Berlin

In seinem leidenschaftlichen Appell an die Gläubigen aus den

Epheser 2: Der neue Mensch – eine Herde, ein Hirte, ein Vater Alyosha Ryabinov, Konzertpianist, Komponist, Israel, und Karl-Heinz Geppert, aki Liebenzeller Gemeinschaftsverband

Wie erkläre ich den NahostKonflikt in 5 Minuten? Eine unverschämte Frage, konkrete Antworten Dr. Ansgar Niehoff + Team, Israel Connect

„Wie erkläre ich den Nahost-Konflikt in 5 Minuten?“ – das ist schon eine unverschämte Frage, gehört der Nahost-Konflikt doch zu den komplexesten Konflikten unserer Zeit. Wie oft wird man mit Fragen zu diesem undurchschaubaren Konflikt konfrontiert, hat aber oft nur wenige Minuten für eine Antwort. Trotz der Komplexität des Themas sollen in diesem Seminar konkrete Antworten gegeben werden. Hierbei geht es vorrangig um die historisch-politischen Hintergründe des Konfliktes im Nahen Osten zwischen Israel und den arabischen und palästinensischen Nachbarn. Zum Schluss konnte jeder mit einer leicht einprägsamen Erklärung nach Hause gehen, um für das nächste Gespräch zu diesem Thema korrekte und relevante Antworten geben zu können.

Römer 11,28 als Koordinatensystem biblischer Israellehre Tobias Krämer, Theologe, Geschäftsführer von Christen an der Seite Israels e.V.

Römer 11,28 ist ein besonderer Vers, wenn es um biblische Israellehre geht. Paulus gelingt es hier zu zeigen, dass alle Aussagen über Israel in zweierlei Hinsicht zu machen sind: Hinsichtlich der Erwählung (die


Israel-Wochenende in Berlin

lsraelaktuell  Dossier •

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2. Gemeinde-Israel-Kongress Seminare schon mit den Erzvätern beginnt) und hinsichtlich des Evangeliums. Diese beiden Perspektiven sind wie die beiden Achsen eines Koordinatensystems, die den Raum abstecken, innerhalb dessen sich die Israellehre bewegen muss. Während die Christenheit bis zum heutigen Tag in der Gefahr steht, die eine Perspektive auf Kosten der anderen zu betonen, hält Paulus beide absolut fest. Damit ist zwar jeglicher theologischer Verzerrung (Ersatztheologie, 2. Heilsweg) ein Riegel vorgeschoben. Doch entsteht ein Widerspruch: Die Juden sind Geliebte und Feinde Gottes zugleich. Wie dies zu verstehen ist, führt Paulus aus.

Film: „Holocaust light – gibt es nicht!“ im Beisein der Holocaust-Überlebenden Sara Atzmon, Israel und Wolf Klaiber, Feigenbaum e.V.

70 Jahre nach Kriegsende fordern immer mehr Deutsche, einen Schlussstrich unter das Thema Holocaust zu ziehen. Was können wir tun, um aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, damit wir gegenüber dem Volk und Staat Israel nicht noch einmal versagen? Haben wir

als Christen dabei eine besondere Verantwortung? Um diese Fragen ging es im Zusammenhang mit dem Dokumentarfilm „Holocaust light - gibt es nicht!“, in dem die Holocaust-Überlebende Sara Atzmon ihre Geschichte erzählt.

Lobpreis und Israel Gottfried Bühler, Leiter Internationale Christliche Botschaft Jerusalem – Deutscher Zweig e.V.

Wir leben in einer Zeit, in der Lobpreis und Anbetung eine außergewöhnliche Bedeutung erleben. Weltweit sehen wir, wie das Volk Gottes aufsteht, Gott, den Schöpfer des Universums, sucht und Ihn im Geist und in der Wahrheit anbetet. Gleichzeitig sehen wir die wunderbare Wiederherstellung Israels. Durch den Prophet Hesekiel bekommen wir ein erstaunliches Bild. Die messianischen Zeiten werden geprägt sein von einer großen Welle der Anbetung und des Lobpreises. Israel wird hier eine besondere Rolle einnehmen.

Podiumsgespräch

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m Podiumsgespräch des Gemeinde-Israel-Kongresses ging es um das Thema „Welche Relevanz hat das Israel-Anliegen für die Gemeinde?“ Karl-Heinz Geppert, Leiter des Arbeitskreises Israel des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes, und Tobias Rink, Pastor der Begegnungsstätte JuliusSchniewind-Haus in Schönebeck bei Magdeburg, sprachen dabei mit Tobias Krämer, Theologe und Geschäftsführer von Christen an der Seite Israels sowie Hauptkoordinator des Gemeinde-Israel-Kongresses, Pastor Winfried Rudloff von der Christusgemeinde in Berlin-Hohenschönhausen und Michael Sawitzki von den Sächsischen Israelfreunden. Auf die Frage an die Gesprächsteilnehmer, wie sie zum Israel-Anliegen gekommen sind, antwortete zunächst Tobias Krämer, dass er bis zum 1. Gemeinde-Israel-Kongress im Jahre 2006 (theologisch) nichts von Israel gehört hatte, bis ihm Gott dort sein Herz für Israel geöffnet hat. Winfried Rudloff ist durch eine Israelreise, die ihm geschenkt wurde, ganz real mit Israel in Berührung gekommen. Das Wort in Jesaja 2,2, wie die Nationen nach Jerusalem strömen und dort beten, hat ihn tief getroffen. Israelreisen seien für Christen notwendig, meinte der Pastor und sprach die Empfehlung aus, Leiter zu Israelreisen zu ermutigen und sie dazu zu bewegen, ein Herz für Israel zu gewinnen. Michael Sawitzki ist ebenfalls bei einer Israelreise, zu der er von einem Glaubensbruder eingeladen wurde, zu diesem Thema gekommen. Seither ist es ihm ein Herzensanliegen geworden, Israel ganz praktisch zu

helfen. Er koordiniert die Handwerkerdienste der Sächsischen Israelfreunde, die Wohnungen von Holocaust-Überlebenden in Israel unentgeltlich renovieren. Durch diese Einsätze ist das Israel-Anliegen auch in seine Gemeinde gekommen.

Buch „Wozu Israel?“

Auf die Frage nach der Entstehung des Buches „Wozu Israel“, das von Tobias Krämer herausgegeben wurde und zum Gemeinde-IsraelKongress erschienen ist, antwortete der Geschäftsführer von Christen an der Seite Israels, dass es letztlich auf den 1. Gemeinde-Israel-Kongress 2006 zurückgeht. Er hatte damals Hunderte Fragen, die ihn zu einer intensiven Beschäftigung mit dem Thema Israel führten. In der Folge hat er mit einigen Gemeindemitgliedern einen Israel-Arbeitkreis gegründet, in dem viel diskutiert und geforscht

Knackpunkt: Israel in den Medien Egmond Prill, Journalist, Theologe, kep, Israelnetz, und Wilfried Gotter, Sächsische Israelfreunde

Nicht nur Israelfreunde fragen sich: Warum kommt Israel meist so negativ in unseren Medien vor? Militärische Aktionen stehen fett in der Überschrift und breit im Text. Erst am Ende folgt der Satz, dass es eine israelische Reaktion auf terroristischen Raketenbeschuss war. Das Seminar gab Antworten. Das Nachrichtengeschäft und journalistisches Handwerk wurden ebenso erklärt wie die Möglichkeit der Mediennutzer, sich qualifiziert und erfolgreich einzumischen. Der Theologe und Journalist Egmond Prill ist stv. Geschäftsführer im Christlichen Medienverbund KEP e.V., leitet den Bereich ISRAELNETZ und die Christliche Medienakademie.

Der Islam – eine aktuelle Herausforderung Carmen Matussek, Historikerin, Islamwissenschaftlerin, freie Journalistin, Tübingen

Besonders für israelverbundene Christen ist der Islam eine große Herausforderung, sowohl im Nahen Os-

wurde. Die Ergebnisse des Arbeitskreises sind dann schließlich in dem Buch zusammengefasst worden. Zudem betonte Tobias Krämer, dass das Israel-Anliegen deshalb eine große Relevanz für die Gemeinde hat, weil der christliche Glaube „ein Frucht des Weges Gottes mit seinem Volk Israel“ ist, also „eine jüdische Frucht“. Der Neue Bund sei nach Jeremia 31 ja für Israel verheißen und zunächst einmal gar nicht den „Heiden“ gegeben. Dass wir, die Nichtjuden, hinzukommen durften, sei Gnade Gottes, so der Theologe.

Einheit durch Israel

Auch für die Einheit der Christen hat Israel eine besondere Bedeutung, wurde in der Runde betont. Wenn Menschen sich am Israel-Thema begegnen, werden die konfessionellen Unterschiede sekundär und ähnlich wie auf dem Missionsfeld spielten dann die Differenzen keine Rolle mehr, sagte Tobias Krämer und ergänzte: „Sobald die Christenheit sich gebrauchen lässt für die Pläne

ten als auch in der Nachbarschaft. Unsicherheit, Unwissenheit oder auch Angst führen häufig zu verhärteten Antihaltungen. Eine der größten Herausforderungen besteht darin, sich antichristlichen und antijüdischen Glaubenssystemen gegenüber klar abzugrenzen, den Menschen aber offen und wertschätzend zu begegnen. Dabei ist es wichtig, den eigenen Glauben und Standpunkt zu Israel genau zu kennen und begründen zu können.

Wie organisiert man einen Marsch des Lebens? Pastor Jobst Bittner, TOS Dienste Deutschland e.V.

Es ist tief bewegend, was passieren kann, wenn eine Decke des Schweigens über unserer Familie zerbricht. Jobst Bittner hat anhand von Zeugnissen erzählt, wie die persönliche Erschütterung zu einer tiefen Buße führt, durch die neues geistliches Leben hervorgebracht werden kann. Zusammen mit einem erfahrenen Marsch des Lebens-Organisationsteam wurden Themen

Gottes, werden diese kleinen Zankereien von sekundärer Art und es kann vorwärts gehen.“ Diese Erfahrung wurde von Michael Sawitzki bestätigt, der darauf hinwies, dass 2012 bei den Handwerksdiensten über 100 Teilnehmer aus mehr als 60 unterschiedlichen Gemeinden teilgenommen haben. Winfried Rudloff berichtete, dass er jährlich in Israel an der Gebets-Konferenz mit Tausenden von Delegierten aus 180 Nationen teilnimmt und dort eine „tiefe Verbundenheit unserer Herzen“ erlebt hat: „In Israel wird durch Israel Einheit gestiftet.“

Mission und Israel-Anliegen?

Es ging auch um die Frage, welche Relevanz das Israel-Anliegen für die praktische missionarische Arbeit vor Ort hat. Dazu sagte Winfried Rudloff, dass seine Gemeinde nicht nur „schnelle Bekehrungen“ will, sondern dass sie Menschen zum Gott Israels einlädt, dass Menschen Jesus nachfolgen und dann den Gott Israels kennenlernen, den Gott, der treu

angesprochen wie z. B.: Wie führe ich eine Gedenkveranstaltung durch?

Das Johannes-Evangelium aus messianischer Sicht Uwe Seppmann, Gründer und Leiter des BethEmmaus in Loiz bei Sternberg und Israelfreunde Norddeutschland

„Klein Israel in Mecklenburg“ – so titulieren immer wieder Israelis das Beth-Emmaus, die hier ein wenig Kibbutz-Atmosphäre empfinden, wenn sie als Referenten oder zum Urlaub bei Uwe und Susanne Seppmann zu Gast sind. „Die Wurzel unseres christlichen Glaubens im Judentum und Israel entdecken“ ist dem Gründer des Hauses wichtig. Uwe Seppmann hat in diesem Seminar anhand einiger Verse aus dem Johannes-Evanglium, z. B. Kapitel 1, Verse 1 + 14 und Kapitel 2, Vers 1, in Verbindung mit Versen aus dem Alten Testament den jüdischen Charakter dieses Evangeliums aufgezeigt und erklärt, dass die Kritik an „den Juden“ in diesem Evangelium ein innerisraelischer Streit war, keineswegs aber als Antijudaismus oder Antisemitismus verstanden werden darf.

ist und der zu seinen Bündnissen steht. Einen Israel-Arbeitskreis habe er ganz bewusst nicht gegründet, weil das Israel-Anliegen ein zentraler Bestandteil der Gemeinde sein soll. Tobias Rink sagte, aus den Gläubigen aus den Nationen werden „Mitglieder des einen Gottesvolkes mit einer jüdischen Wurzel – eine neue Identität! Was für einen Reichtum haben wir zu predigen!“ Karl-Heinz Geppert wies auf die 2. und 3. Welt hin, wo sich die Menschen fragten, ob es Israel noch gibt. Da werde nicht „herumtheologisiert“, sondern da möchte man das Volk Israel kennenlernen. Mission und Israel gehörten somit zusammen!

Dankbarkeit für IsraelDienste

Auf die Frage von Karl-Heinz-Geppert an Winfried Rudloff, wie er die Israel-Werke aus Sicht der Gemeinde wahrnimmt, antwortete der Berliner Pastor, dass er dankbar sei für alle Israel-Dienste und -Werke, weil diese Dienste treu waren, „wo wir oft untreu waren“. In Zukunft müsse das Israel-Anliegen in allen Gemeinden und Kirchen verwurzelt sein. Jeder Pastor und Prediger brauche davon eine Offenbarung von Gott! Gemeinden und Israel-Werke müssten sich gemeinsam auf den Weg machen und voneinander lernen.

Schlusswort

Karl-Heinz Geppert, Leiter des Arbeitskreises Israel des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes und Vorstandsmitglied des Christlichen Forums für Israel (rechts), und Tobias Rink, Pastor im Julius-Schniewind-Haus und Vorstandsmitglied des Christlichen Forums für Israel (links), sprachen beim Podiumsgespräch mit Tobias Krämer, Theologe und Geschäftsführer von Christen an der Seite Israels sowie Hauptkoordinator des Gemeinde-IsraelKongresses (2. v. rechts), Pastor Winfried Rudloff von der Christusgemeinde in Berlin-Hohenschönhausen (Mitte) und Michael Sawitzki von den Sächsischen Israelfreunden (2. v. links). Foto: Christliches Forum für Israel

In seinem Schlusswort betonte Tobias Rink zwei Punkte: 1. „Je besser wir den jüdischen Charakter der Heiligen Schrift verstehen, des besser verstehen wir die Heilige Schrift!“ 2. Im Hinblick auf das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017 brauchen wir dieselbe Art von Bußprozessen, die wir an Israel gelernt und vollzogen haben. Zusammenfassung: Joachim Kudlek


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Israel-Wochenende in Berlin

lsraelaktuell Dossier •

2. Gemeinde-Israel-Kongress für junge Leute Der Gemeinde-Israel-Kongress bot auch einiges für junge Leute! Neben den beiden Nachmittagsseminaren, moderiert von Luca Hezel (Thema: Get Involved – We want you for Israel) und Dr. Ansgar Niehoff (Thema: Wie erkläre ich den Nahostkonflikt in 5 Minuten?, siehe Seite 4 und 5 in diesem Dossier) gab es am Freitagabend noch eine Abendveranstaltung extra für junge Leute unter dem Motto „Get in Touch – Worship - Pray – Connect, Tauche ein und entdecke Gottes Plan mit Dir und Israel“. Zu später Stunde gegen 22.30 Uhr, nach einem schon sehr gut gefüllten Kongresstag, hatten sich hier junge Leute und Junggebliebene zusammengefunden, um sich noch einmal in besonderer Weise mit Gott im Lobpreis und untereinander in Austauschrunden zu vernetzen. Durch den Abend leiteten uns Theresia Ebert (Sächsische Israelfreunde) und Luca Hezel (Israel Connect) mit viel Geschick und Enthusiasmus, so dass man sich im-

Veranstalter des 2. Gemeinde-Israel-Kongresses war das Christliche Forum für Israel (CFFI), ein Zusammenschluss von rund 40 Israelwerken und Einzelpersonen, denen es ein Herzensanliegen ist, dem Thema Israel in den christlichen Gemeinden Deutschlands und in der deutschen Gesellschaft eine Stimme zu geben. 1. Vorsitzender des CFFI ist Harald Eckert (Christen an der Seite Israels), 2. Vorsitzender Wilfried Gotter

mer gut aufgehoben fühlte. Schon beim ersten Lobpreislied spürte man, dass es ein besonderer Abend werden sollte, und dieses Gefühl bestätigte sich durch die starken Zeugnisse von jungen Leuten, die sich von ganzem Herzen in und für Israel einsetzen. Die Austauschrunden der Teilnehmer untereinander nach Impulsen von vorne waren auch etwas ganz Besonderes, und so konnte man jedem Gesicht an diesem Abend auch eine eigene Geschichte zuordnen und füreinander beten, dass Gottes Berufung für Israel in uns weiter vertieft wird. Ansgar Niehoff

j u n g e c h r i st s te n f u r iissrra aeel

Auch auf dem Gemeinde-IsraelKongress präsent: Israel Connect, der Arbeitszweig für junge Christen von Christen an der Seite Israels. www.israel-connect.de

Junge Leute, die aus ganz Deutschland angereist waren, unterhalten sich angeregt auf dem Gemeinde-Israel-Kongress. Man konnte beobachten, dass in den Plenumsveranstaltungen, Workshops und an den Ständen überall junge Leute zu sehen waren. Wenn auch die Jugendlichen und jungen Erwachsenen eher eine Minderheit beim Kongress bildeten, so war das Angebot von jungen Leuten für junge Leute auf dem Kongress doch unübersehbar. Foto: Jörg Haller

(Sächsische Israelfreunde/ERF), Beisitzer sind Gottfried Bühler (Internationale Christliche Botschaft Jerusalem, Deutscher Zweig), Tobias Rink (2. Pastor im Julius-Schniewind-Haus) und Karl-Heinz Geppert (aki – Arbeitskreis Israel im Liebenzeller Gemeinschaftsverband e. V.).

mosphärisch eine große Tiefe bescheinigt. Das Wirken des Heiligen Geistes war erfahrbar. Die Einheit in der Leitung auch. Das Zusammenspiel der Vorträge im Plenum sowie das hohe Niveau der Seminare wurden vielfach anerkennend bemerkt. ... So bleibt uns als Vorstand nichts weiter, als dem HERRN zu danken, jedem Einzelnen von Euch zu danken, die ihr zum guten Gelingen des Kongresses durch Euer Kommen und Mitwirken mit beigetragen habt, und weiter um Euer Gebet für die nächsten Weichenstellungen zu bitten.“

Der Vorstand hat in einem Schreiben an die Mitglieder und Freunde des CFFI eine erste Bilanz des Kongresses gezogen. Darin heißt es u. a.: „Übereinstimmend wurde dem Kongress sowohl inhaltlich wie auch at-

Schabbat-Feier in bewegender Einheit Am Freitagabend, 8. November 2013, fand beim Gemeinde-IsraelKongress eine Schabbatfeier statt, die von Mitgliedern der Berliner jüdisch-messianischen Gemeinde Beit Sar Shalom unter Leitung von Wladimir Pikman durchgeführt wurde. Dabei betonte der messianische Jude, dass der Schabbat nach Jesaja 66,23 eine prophetische Dimension habe, derzufolge Juden und Nichtjuden gemeinsam vor dem HERRN anbeten werden. Die beiden Brote, die zum Schabbat gehören, symboliseren auch zwei Volksgruppen: Juden und Nichtjuden. Wladimir zeigte sich überaus erfeut darüber, dass die Einheit dieser beiden Volksgruppen an diesem Abend da sei, und sagte, nirgendwo sonst könne Jeschua/Jesus so deutlich gesehen werden wie in einem gemeinsamen Gottesdienst, in dem Juden und Nichtjuden zusammenfinden als ein Leib und Gott gemeinsam preisen.

„Kostbarer Moment“

Mit dem Lied „Hine ma tov ...“ nach Psalm 133, 1 („Sehet, wie gut und schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen“), bei dem sich die Kongressteilnehmer an den Händen fassten, wurde diese Einheit in besonders anschaulicher Weise deutlich gemacht. In dieser bewegenden Phase kam Harald Eckert spontan auf das Podium und brachte seine große Freude

CHRISTEN AN DER SEITE ISRAELS E. V. – MEDIEN Biblische Lehre – Aktuelle Informationen – Neuerscheinungen und Klassiker

Kongress Gemeinde und Israel 2013 in Berlin Unter der Überschrift „Aus der Kraft der Wurzel die Zukunft gestalten” fand vom 7.-9.11.2013 in der „Gemeinde auf dem Weg”, Berlin, der 2. GemeindeIsrael-Kongress statt. Veranstalter war das Christliche Forum für Israel (CFFI), ein Verbund von etwa 40 Organisationen, Werken und Vereinen, die sich zum Ziel gesetzt haben, Israel zu stärken, das biblische Israel-Verständnis in Kirchen und Gemeinden zu fördern sowie die Deutsch-Israelischen Beziehungen zu festigen und zu vertiefen. Dieser 2. Kongress versteht sich als Fortsetzung des 1. Kongresses dieser Art vom November 2006 mit über 2.000 Teilnehmern. Hauptvorträge Einzel-CDs: 4 € | CD-Set: 20 € (Bestell-Nr.: GIK2CDP) | MP3-CD mit allen 7 Vorträgen: 15 € (Bestell-Nr.: GIK2MP3P) CD 1: Dr. Jürgen Bühler –„Das Paradoxe an Israel“ (Bestell-Nr.: GIK2P01) | CD 2: Benjamin Berger –„Mit Geburtswehen wird ein männlicher Sohn geboren“ (Bestell-Nr.: GIK2P02) | CD 3: Podiumsgespräch –„Welche Relevanz hat das Israel-Anliegen für die Gemeinde?“ (Bestell-Nr.: GIK2P03) | CD 4: Schabbatfeier (Bestell-Nr.: GIK2PE02) | CD 5: Schwester Joela –„Der‚blinde Fleck‘ der Christenheit“ (Bestell-Nr.: GIK2P04) | CD 6: Jobst Bittner – „Die Decke des Schweigens zerbrechen“ (Bestell-Nr.: GIK2P05) | CD 7: Harald Eckert – „Deutschland auf dem Weg in das Tal der Entscheidung“ (Bestell-Nr.: GIK2P06) Seminar-Block A Einzel-CDs: 4 € | CD-Set: 35 € (Bestell-Nr.: GIK2CDA) | MP3-CD mit allen 11 Vorträgen: 20 € (Bestell-Nr.: GIK2MP3A) CD 1: Benjamin Berger – „Die Messiasgemeinde in Israel im prophetischen Plan Gottes“ (Bestell-Nr.: GIK2CD01) | CD 2: Heinrich Hebeler & Wilfried Gotter – „Das Entjudungsinstitut in Eisenach 1939–1945“ (Bestell-Nr.: GIK2CD02) | CD 3: Waltraud Keil – „Unsere Wurzeln neu entdecken“ (Bestell-Nr.: GIK2CD03) | CD 4: Fritz Ehmendörfer – „Grundkurs ‚Warum Israel?‘„ (Bestell-Nr.: GIK2CD04) | CD 5: Andreas Bauer – „Prophetisches Gebet für Israel“ (Bestell-Nr.: GIK2CD05) | CD 6: Luca Hezel & Team – „GET involved, we want YOU for Israel“ (Bestell-Nr.: GIK2CD06) | CD 7: Jörg Gehrke – „Lobbyarbeit für die christlich-jüdischen und deutsch-israelischen Beziehungen“ (Bestell-Nr.: GIK2CD07) | CD 8: Dr. Horst Krüger – „Die hebräische Denkwelt als Merkmal der ‚fettigen Wurzel‘“ (Bestell-Nr.: GIK2CD08) | CD 9: Winfried Rudloff – „Gemeindeaufbau und Israel, muss das sein?“ (Bestell-Nr.: GIK2CD09) | CD 10: Lothar Klein – „Die doppelte Decke des Schweigens am Beispiel Dresdens und Sachsens“ (Bestell-Nr.: GIK2CD10) | CD 11: Hinrich Kaasmann – „Die Landverheißung für Israel und die Rückkehr aus der Diaspora“ (Bestell-Nr.: GIK2CD11) Seminar-Block B Einzel-CDs: 4 € | CD-Set: 35 € (Bestell-Nr.: GIK2CDB) | MP3-CD mit allen 11 Vorträgen: 20 € (Bestell-Nr.: GIK2MP3B) CD 1: Rosemarie Stresemann –„Im Bund mit Gott“ (Bestell-Nr.: GIK2CD12) | CD 2: Wladimir Pikman –„Messianische Juden, die‚natürlichen Zweige‘ wahrnehmen“ (Bestell-Nr.: GIK2CD13) | CD 3: Alyosha Ryabinov & Karl-Heinz Geppert – „Epheser 2, Der neue Mensch“ (Bestell-Nr.: GIK2CD14) | CD 4: Dr. Ansgar Niehoff & Team –„Wie erkläre ich den Nahostkonflikt in 5 Minuten“ (Bestell-Nr.: GIK2CD15) | CD 5: Tobias Krämer –„Römer 11,28 als Koordinatensystem biblischer Israellehre“ (Bestell-Nr.: GIK2CD16) | CD 6: Sara Atzmon & Wolf Klaiber – „Film, ‚Holocaust light gibt es nicht!‘“ (Bestell-Nr.: GIK2CD17) | CD 7: Gottfried Bühler –„Lobpreis und Israel“ (Bestell-Nr.: GIK2CD18) | CD 8: Carmen Matussek –„Der Islam, eine aktuelle Herausforderung“ (Bestell-Nr.: GIK2CD19) | CD 9: Egmond Prill & Wilfried Gotter – „Knackpunkt, Israel in den Medien“ (Bestell-Nr.: GIK2CD20) | CD 10: Jobst Bittner – „Wie organisiert man einen ‚Marsch des Lebens?‘“ (Bestell-Nr.: GIK2CD21) | CD 11: Uwe Seppmann – „Das JohannesEvangelium aus messianischer Sicht“ (Bestell-Nr.: GIK2CD22) Versandkosten: 3,50 € | Ab 30,00 € Bestellwert versandkostenfrei innerhalb D Senden Sie Ihre Bestellung mit Namen, Adresse, Bestellnummer, Titel und jeweilige Menge • per Fax an die Nummer 0 86 21 – 97 73 89 • per Post an Christen an der Seite Israels – Medien, Schwarzauer Str. 56, 83308 Trostberg Online-Bestellung unter: www.israelaktuell.de (shop) Bestellung per eMail an: medien@israelaktuell.de

Das Buch zum Gemeinde-Israel-Kongress: Wladimir Pikman (kleines Foto) und weitere Mitglieder der jüdisch-messianischen Gemeinde Beit Sar Shalom sowie Amber Sutter von „Breaking Silence“ (2. v. l.) bei der Schabbat-Feier. Fotos: CFFI darüber zum Ausdruck, dass dies ein ganz einzigartiger und kostbarer Moment sei – „eine Partitur, die im Himmel geschrieben ist“. Es sei der glücklichste Moment in der gemeinsamen Geschichte des Christlichen Forums für Israel mit den messianischen Geschwistern. Im menschlichen Bereich repräsentiere niemand so sehr die Wurzel im Leib Christi wie unsere messianischen Geschwister, sagte der Vorsitzende von Christen an der Seite Israels und betonte in

Anspielung auf das Kongress-Motto: „Die Kraft aus der Wurzel, die Vollmacht, die Salbung, Zukunft im Namen Jesu und Zukunft im Sinne des Reiches Gottes zu gestalten, hängt existenziell davon ab, wie wir aus den nichtjüdischen Völkern als Teil des Leibes Christi in Einheit kommen mit unseren messianischen Geschwistern!“ Zum Abschluss der Feier wurden die messianischen Gläubigen von mehreren geistlichen Leitern gesegnet. Joachim Kudlek


Israel-Wochenende in Berlin

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Gedenkveranstaltung am 9. 11. 2013 zum 75. Jahrestag der Pogromnacht Kooperationsveranstaltung von Initiative 27. Januar und dem Interviewprojekt „Zeugen der Zeitzeugen“ mit fast 700 Besuchern im Ernst-Reuter-Saal in Berlin Eindrücke von Pina Wolff Zu Beginn der Gedenkveranstaltung erinnerte Harald Eckert an die Todesopfer der Schreckensnacht vom 9./10. November 1938 und an die 30 000 Menschen, die in den Wochen danach verhaftet wurden. Die Zahlen schweiften an mir vorbei, riefen in mir Erinnerungen an meinen Geschichtsunterricht wach, wo gefühlt jedes Schuljahr dieses Thema behandelt wurde. Doch dann schaute ich in die erste Reihe, zu den Leuten, die im Mittelpunkt des Abends standen: Zeitzeugen – Überlebende des Holocausts. Mir stiegen die Tränen in die Augen, weil mir augenblicklich bewusst wurde, dass ich kaum erahnen kann, welche Erinnerungen in den Köpfen dieser Menschen wachgerufen werden. Lala Süsskind, Vorsitzende des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus, erinnerte an die 1,5 Millionen Kinder, die im Holocaust ermordet wurden. 1,5 Millionen: Eine unvorstellbare Zahl. Sichtlich ergriffen teilte sie mit, dass sie an diesem Morgen an die insgesamt 6 Millionen Todesopfer denken musste, deren individuelle Geschichte nicht erzählt werden kann. Im Anschluss an diese Rede kam Samuel Harfst mit seinem Trio auf die Bühne. Spätestens jetzt, als sein Lied „Wahre Helden“ erklang, konnte ich meine Tränen nicht mehr verbergen. Danach sprach Jörg Gehrke (Initiative 27. Januar) in einem Podiumsgespräch mit Pfarrer Axel Nehlsen, dem Geschäftsführer von Gemeinsam für Berlin e.V., und mit Tal Gat, dem Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der israelischen Botschaft. Tal Gat berichtete, dass er ein Enkel von Holocaust-Überlebenden ist. Er bedauerte, dass keiner das Schicksal seiner Großeltern dokumentiert hat, und sagte, dass er hier ein „schwarDie Holocaust-Überlebende Sara Atzmon, Protagonistin des Dokumentarfilms „Holocaust light – gibt es nicht!“, nahm sowohl am Gemeinde-Israel-Kongress als auch beim Gedenkabend am 9. November 2013 teil. Die Lebensaufgabe von Sara Atzmon, die als 12-jährige BergenBelsen überlebte, ist es, neben ihren weltweit anerkannten künstlerischen Arbeiten das Grauen der damaligen Zeit der heutigen Schülergeneration deutlich zu machen. Ohne Anklagen zeigt sie, wie sie sich damals als jüdisches Mädchen in ihrem Überlebenskampf gefühlt hat. Zusammen mit ihrer Enkelin besucht sie Bergen-Belsen. Gemeinsam mit Schülern und Schülerinnen lässt sie diese Gefühle erleben. Sara Atzmon lässt zum Beispiel, wie sie damals bei eisigen Temperaturen, Schüle in unterschiedlichen Schuhen laufen. Damit wird Sara Atzmons Holocaust-Erfahrung fühlbar für eine Generation, die teilweise noch nie etwas von Auschwitz gehört hat oder von dem ganzen Grauen um diese Zeit vor nur 70 Jahren nichts mehr weiß. Als

Von links: Marina Rentschler und Natalja Part (beide Interviewprojekt „Zeugen der Zeitzeugen“), Axel Nehlsen (Gemeinsam für Berlin e.V.), Tal Gat (Botschaft des Staates Israel), Assia Gorban (Holocaust-Überlebende), Harald Eckert (1. Vorsitzender Initiative 27. Januar und Christen an der Seite Israels), Raisa Kononenko (Holocaust-Überlebende), Lala Süsskind (Vorsitzende des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus), Jörg Gehrke (Initiative 27. Januar), Kathrin Krause und Samuel Pydd (beide Interviewer „Zeugen der Zeitzeugen“). Nicht auf dem Foto, aber an der Gedenkzeremonie beteiligt: Sara Atzmon (siehe unten). Foto: Gregor Zielke zes Loch“ in seiner Biographie hat. Beide Podiumsgäste betonten, dass die persönlichen Begegnungen mit Zeitzeugen in besonderer Weise für dieses Thema und für das Gedenken sensibilisieren. Genau diese persönlichen Begegnungen und die Weitergabe des Gedenkens ist der Kerngedanke des Interviewprojekts „Zeugen der Zeitzeugen“, das von Marina Rentschler (Israel Connect) als Leiterin dieses Projektes vorgestellt wurde. An diesem Abend ist erstmals ein Video aus diesem Projekt präsentiert worden, bei dem junge Erwachsene Holocaust-Überlebende interviewen und diese Gespräche in Form von Videos dokumentieren und veröffentlichen. Anschließend kamen Beteiligte

des Interviewprojekts, also „Zeugen“ und „Zeitzeugen“, für ein Gespräch auf der Bühne zusammen. Mir standen wieder die Tränen in den Augen, als sich eine der Holocaust-Überlebenden für die Liebe und Offenheit bedankte, die sie bei der jungen Generation spürt. Und sie sprach von der Notwendigkeit des Verantwortungsbewusstseins, damit sich so etwas wie der Holocaust nie wiederholt. In einer Gedenkzeremonie zum Abschluss der Veranstaltung überreichten die Zeitzeugen jeweils eine große Kerze an die Interviewpartner. Die Kerze symbolisierte das Licht des Gedenkens, das an die junge Generation weitergegeben wird,

damit sich keine Dunkelheit des Vergessens ausbreiten kann und kein „schwarzes Loch“ entsteht. Vertreter der jungen Generation überreichten den Überlebenden als Geschenk ein „Chai“-Zeichen, also das hebräische Wort, das für „Leben“ steht. Als sich auf der Bühne die Holocaust-Überlebenden und die jungen Interviewer umarmten, konnte offenbar keiner im Publikum anders, als aufzustehen und seine Anteilnahme an dem Geschehen durch einen Applaus kundzutun. Es wirkte auf mich wie ein gemeinsames Aufstehen dafür, dass wir alle dafür einstehen: Nie wieder! (Pina Wolff ist Studentin in Lüneburg und Teilnehmerin einer Israel Connect-Reise)

„Wir wollen ein Zeichen setzen“ „Da das Erinnern jede Generation angeht und speziell wir, die junge Generation, immer mehr begreifen, welche Wichtigkeit und Bedeutsamkeit darin liegt, wollen wir nun in einer Gedenkzeremonie dem Ausdruck verleihen. Heute 75 Jahre nach diesem schrecklichen Geschehen der Pogromnacht, wo jüdisches Leben bewusst zerstört wurde, wollen wir ein Zeichen setzten. Dabei wird das Licht des Gedenkens von den Zeitzeugen an die junge Generation weitergegeben – sie sind dann die Zeugen der Zeitzeugen. Wir können dann etwas weitergeben, was kein Geschichtsbuch uns vermitteln kann. Dann sind wir die Zeugen der Zeitzeugen. Mit diesem Vermächtnis wollen wir verantwortungsvoll umgehen und die gesammelten Erfahrungen und Erlebnisse an die nächste Generation weitergeben. Abschließend möchte ich den spanisch-amerikanischen Philosoph George Santayana zitieren: ‚Wer nicht der Vergangenheit gedenkt und aus der Geschichte lernen kann, ist verdammt sie zu wiederholen.‘ WIR WOLLEN GEDENKEN UND VERHINDERN, DASS ES SICH WIEDERHOLT.“ Zitat aus der Ansprache von Marina Rentschler, Projektleiterin „Zeugen der Zeitzeugen“

Fotos, Videos und weitere Informationen zu dieser Gedenkveranstaltung und zum Interviewprojekt unter www.zeugen-der-zeitzeugen. de

Sara Atzmon: „Holocaust light – gibt es nicht!“ Künstlerin regt sie in Schulprojekten die Schüler zum Ausdrücken ihrer Gefühle an, macht Geschichte somit nachvollziehbar und lebendig, und regt zum selbständigen und verantwortungsvollen Handeln an. Dieser bewegende Dokumentarfilm, der so die unglaubliche Überlebensgeschichte Sara Atzmons erzählt, eignet sich sehr für Gemeindearbeit, Gesprächabende und Schülerprojekte. Damit kann unter anderem dem Schweigen entgegengewirkt werden, dem Schweigen der Erwachsenen, die nichts mehr von den Folgen für die Opfer des Holocausts hören wollen. Eine einzigartige Arbeit wird hier in diesem Film mit der überlebenden Sara Atzmon deutlich. Ein Film, der sehenswert und nötig ist. Ein Film gegen das Schweigen und damit zum würdenvollen Umgang mit den Überlebenden. Birgit von Lemm „Holocaust light – gibt es nicht!“ ist bei www.feigenbaum.de erhältlich.

Christen an der Seite Israels Dossier

Israel-Wochenende 7.–10. November 2013 in Berlin Herausgeber: Christen an der Seite Israels e. V. Ehlener Straße 1 34289 Zierenberg Tel.: (0 56 06) 37 59 eMail: info@israelaktuell.de www.israelaktuell.de Dezember 2013 Redaktion/Satz/Layout: Harald Eckert (verantwortlich i. S. d. P.), Joachim Kudlek, Martin Lehmann, Hans-Jürgen Krug, Anna Neubert Druck: Druckzentrum Braunschweig Auflage: 28 200

Sara Atzmon, hier beim Signieren des Films „Holocaust light – gibt es nicht!“ beim Gemeinde-Israel-Kongress, nahm auch als Zeitzeugin beim Gedenkabend zum 75. Jahrestag der Pogromnacht teil (siehe oben). Foto: Birgit von Lemm

Bankverbindung: Christen an der Seite Israels e. V. Konto-Nr. 140 000 216 Kasseler Sparkasse (BLZ 520 503 53) IBAN: DE28 5205 0353 0140 000216 BIC: HELADEF1KAS


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lsraelaktuell  Dossier •

Israel-Wochenende in Berlin

3. Deutscher Israel-Kongress Rund 3 000 Besucher haben am 10. November 2013 den 3. Deutschen Israel-Kongress in Berlin besucht. DGB-Chef Michael Sommer wurde mit dem Arno-Lustiger-Preis geehrt, der Präsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, hielt eine Verteidigungsrede für Israel. Politiker des jüdischen Staates grüßten die Besucher per Video. „Das Beste wäre, wenn ein solcher Kongress nicht mehr stattfinden müsste, weil Israel einfach in Ruhe gelassen wird“, sagte Graumann unter starkem Beifall. Solange dies aber nicht der Fall sei, müsse man sich in Geduld üben und weiterhin für Fairness und Verständnis gegenüber Israel werben.

in die Welt. Immer mehr Politiker verlangten von Israel, mit der Hamas zu verhandeln, obwohl auch diese vom Iran gesponsert werde. „Wie soll man das eigentlich machen?“, fragte Graumann. „Wie redet man mit jemandem gemütlich über die eigene Ermordung? Solche Forderungen sind keine Ratschläge, sondern Tiefschläge, die man nicht befolgen darf.“ In Deutschland und Europa sieht Graumann eine Doppelmoral, wenn es um die Bewertung Israels geht: „Wo bleibt das Reden aus Brüssel, wenn im Gazastreifen von Israel aus dem Gefängnis freigelassene Mörder und Sadisten als Helden willkommen geheißen werden?“, fragte er. „Wo war Günther Grass, als Nordkorea die Welt mit Atomwaffen bedroht hat? Wo bleiben kritische Artikel von Jakob Augstein angesichts der Massenmorde in Syrien?“

50 Jahre diplomatische Beziehungen

Dr. Dieter Graumann bei seinem Grußwort. Foto: Jörg Haller

Graumann wies in seiner Rede darauf hin, dass auch er selbst sich nur traue, für das Judentum zu sprechen, weil die Juden im Staat Israel für den Fall der Fälle einen sicheren Rückzugsort hätten. „Wie schnell so ein Fall eintreten kann, hat sich an der Beschneidungsdebatte gezeigt“, sagte er. Die in Deutschland lebenden Juden seien in dieser Debatte mit hochmütigen Lektionen überrannt und als Kinderquäler gebrandmarkt worden. Es sei gut, dass die Bundesregierung schnell klare Worte gefunden habe. Im Bezug auf den Iran erklärte Graumann: „Das Monster-MullahRegime bezeichnet Israel bis heute als ein Geschwür. Auch der scheinheilige neue Präsident verfolgt finstere Absichten, da soll sich der Westen nicht täuschen lassen.“ Die Islamische Republik transportiere weiterhin jeden Tag Terror und Tod

Der Botschafter des Staates Israels in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman – zusammen mit Dr.  h. c.  Friede Springer und Dr. Dieter Graumann einer der Schirmherren des Kongresses –, sagte: „Gestern haben wir an die Pogromnacht vor 75 Jahren, am 9. November 1938, erinnert. Und heute sind wir hier beim Israelkongress mit dem Motto: ‚Connecting for tomorrow‘. Das macht noch einmal deutlich: Die deutsch-israelischen Beziehungen sind einzigartig. Sie basieren auf der Vergangenheit und auf der Verpflichtung, daran zu erinnern. Und gleichzeitig sind sie auf die Zukunft, auf das Morgen, ausgerichtet. Ein großes Ereignis im Jahr 2015 wirft schon seine Schatten voraus: Wir begehen 50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Israel.“

DGB-Chef: Nie wieder Boykott jüdischer Waren

Der mit dem Arno-Lustiger-Preis des Israel-Kongresses geehrte Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, erteilte in seiner Dankesrede dem Boykott israelischer Waren eine Absage. „Solange ich Präsident des Weltgewerkschaftsbundes bin, wird dieser das nicht beschließen“, sagte er. Auch in deutschen Gewerkschaften gebe es sehr Israel-kritische Stimmen. „Meine Wertung ist aber eine andere“, sagte Sommer. „Es gibt die Notwendigkeit eines ehr-

Blick in das Plenum des 3. Deutschen Israel-Kongresses. Das Programm wurde von Cherno Jobatey humorvoll moderiert. Veranstalter Sacha Stawski (ILI) und Direktorin Melody Sucharewicz verlasen nach ihrer Begrüßung Glückwünsche und Grüße von Israels Staatspräsident Peres und Ministerpräsident Netanjahu. Es folgten ein Grußwort von Berlins Bürgermeister und Innensenator Frank Henkel, Videobotschaften von Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat und Israels Justizministerin Tzipi Livni, Grußworte der Schirmherren Dr. Dieter Graumann und Botschafter Yakov Hadas-Handelsman, des Knessetabgeordneten David Tzur, des American Jewish Committee-Direktors David Harris und des Weltpräsidenten des Jüdischen Nationalfonds (JNF-KKL), Efi Stenzler. Der strategische Partner des Kongresses, JNF-KKL, leistete auch einen optischen, kulinarischen und informativen Beitrag: Dutzende Bäume und Palmen standen auf den Gängen, eine Tombola lockte mit Preisen, israelische Datteln luden zum Probieren ein und eine Ausstellung informierte über die Arbeit der ältesten Umweltorganisation Israels. Foto: Wagner/ILI

Weitere Informationen, Fotos und Videos vom 3. Deutschen IsraelKongress finden sich auf der Homepage www.israelkongress.de lichen Friedens, und dazu gehört, dass sich niemand in seiner Existenz bedroht fühlen muss. Solange Israel in seiner Existenz bedroht wird, stehe ich an der Seite Israels.“

5 „Labs“

Am Nachmittag teilte sich der Israel-Kongress in fünf sogenannte „Labs“ zu den Themen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Religion, auf. Bei einer Podiumsdiskussion über die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel erklärte der Außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Philipp Mißfelder, dass Israel sich auf Deutschland als loyalen Partner auch bei Waffenlieferungen verlassen könne. Zu den neuen EU-Richtlinien über die Kennzeichnung importierter israelischer Waren sagte er: „Viele Leute in Brüssel sind von guter Realpolitik sehr weit entfernt.“ Johanan Plesner, bis Anfang des Jahres Knesset-Abgeordneter der Kadima-Partei, appellierte an Deutschland, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Jerusalems Bürgermeister lobt kreative Szene

Zu den emotionalen Höhepunkten des Tages gehörte die Verleihung des Arno-Lustiger-Ehrenpreises an DGB-Chef Michael Sommer (2. v. r.) durch Gila Lustiger (2. v. l.) und Sacha Stawski (links), rechts der Laudator Jochen Feilcke, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin und Potsdam. Foto: Mannhöfer/ILI

Prominente israelische Politiker würdigten den Kongress mit Grußbotschaften in Schrift- oder Videoform. So verglich der Bürgermeister Jerusalems, Nir Barkat, die israelische Hauptstadt mit Berlin. An beiden Orten spiele die kreative Szene und junger Unternehmensgeist eine große Rolle. Justizministerin Zippi Livni bekannte, aus einem Elternhaus zu stammen, in dem deutsche Produkte aufgrund der Geschichte boykottiert worden seien. „Als ich in Parlament und Regierung gewählt wurde, habe ich die Wichtigkeit unserer Beziehungen erkannt und denke, wir müssen uns auf die Zukunft

fokussieren, statt in die Vergangenheit zu schauen.“ Abgerundet wurde das Programm durch ein Konzert von Teilnehmern der TV-Casting-Shows „The Voice of Germany“ und „The Voice of Israel“. Zum Kongress gehörte zudem eine Fachausstellung, bei der zahlreiche Tourismusanbieter, Israelwerke und -verbände ihre Arbeit vorstellten. Der Veranstalter Sacha Stawski vom Verein „I Like Israel“ (ILI) zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Kongresses und kündigte den nächsten Israel-Kongress für 2015 an. (Israelnetz/Botschaft des Staates Israel/Redaktion)

Botschafter Yakov Hadas-Handelsman bei seinem Grußwort. Foto: Jörg Haller

Bei den fünf „Labs“ des Kongresses wurden die Bereiche Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Religion thematisiert. Im „Religion Lab“ ging es um das Zusammenspiel von Staat und Religion in Israel, wie sich religiöse Anschauungen konkret im israelischen Alltag widerspiegeln; zudem ging es um das christlich-jüdische Verhältnis, den Einfluss von Emotionen, historisch begründete Schuldgefühle und ein zukunftsorientiertes Verständnis zwischen Deutschland und Israel aus religiöser Perspektive. Religion spiele eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, das deutsch-israelische Verhältnis zu stärken. Partner waren der Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR), Christen an der Seite Israels und die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ). Auf dem Foto Harald Eckert (links) als Moderator beim „Religion Lab“/Panel 2 mit dem Thema „Das Heilige Land – Religion als Bindeglied zwischen den Völkern. Der interreligiöse Dialog mit Blick auf die Zukunft“. Rechts im Bild Philip Kiril Prinz von Preußen, ev. Pfarrer, Grund- und Hauptschulpädagoge, Theologe, Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II, in der Mitte Rudolf Sirsch, Generalsekretär des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.  V. (DKR). Nicht auf dem Foto Gottfried Bühler, 1. Vorsitzender der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ) in Deutschland, und Rabbi Andy Steiman, Rabbiner der Budge-Stiftung in Frankfurt am Main. Foto: Jörg Haller

Dossier Israelwochenende in Berlin 2013  
Dossier Israelwochenende in Berlin 2013