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CHRISCHONA 1/o9 G E M E I N D E

M I S S I O N

T H E O LO G I E

Giessen, damit etwas wächst …und Pflänzchen der Vision sichtbar werden Vision - Etwas sehen, das noch nicht ist, aber sein wird Leitungsteam: Gemeinsam arbeiten für ein grosses Ziel SSK 2008 - erfrischend anders Wann wird es endlich praktisch? Eine Antwort

chrischona.org


Panorama ADRESSEN

INHALT 3

Editorial

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Leserforum

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Vermischtes

Herausgeber Pilgermission St. Chrischona Chrischonarain 200 CH-4126 Bettingen Tel. +41 (0)61-64 64-111 Fax +41 (0)61-64 64-575 E-Mail: info@chrischona.ch Homepage: www.chrischona.org

Thema «Giessen, damit was wächst» 6

Etwas sehen, das nicht ist, aber sein kann. Dr. Markus Müller

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Gemeinsam arbeiten für ein grosses Ziel. Fragen an das Leitungsteam

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SSK 2008 – erfrischend anders. Viktor Markwart

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Vision: Wann wird es endlich praktisch? Dr. Peter Gloor

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Heilsam mit Scheitern umgehen. Fachtagung Ehe-Scheidung-Wiederheirat

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Deutschland, Südafrika, Namibia Chrischona-Gemeinschaftswerk e.V. Gottlieb-Daimler-Strasse 22 D-35390 Giessen Tel. +49 (0)641-6059-200 Fax +49 (0)641-6059-210 E-Mail: chrischona.giessen@chrischona.org Homepage: www.chrischona.de Homepage: www.chrischona.co.za

St. Chrischona

Den Schulterschluss wagen. Chrischona Initiative Führungspersonen 14

Am tsc wird geprüft und verbessert. Horst Schaffenberger

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Finanzbericht. Attilio Cibien

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Chrischona Dozent publiziert Calvin Buch. Fritz Imhof

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Es ist möglich – mit Gott! René Winkler

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Gemeinde 17

Menschen in unseren Gemeinden

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Liberty Planet – Zentrum der Begegnung am Oberrhein.

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Pastor auf Probe in Südafrika. Studenten erzählen aus ihrem Jahrespraktikum

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Jesus gibt Würde und Wert. Ein Gespräch mit Margret Steinberg

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Wir ernten, was wir säen. Ein Interview mit ECJA-Hauptreferent Christhard Bidlingmaier

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«Man kann cool und mündig sein.» Christian Schmitter über den newleaders Jugendleiterkongress

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Kids Treff Seminartage – seit Jahren ein Gewinn. Hans Forrer

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Kinder und Jugend

Thema «Mission» 24

Inserateschluss: 3. Februar Erscheinungstag: 1. März Chrischona-Panorama 3/2009 Thema «Das Theologische Seminar St. Chrischona» Rubrik ‘Leute’: 6. Februar Inserateschluss: 10. März Erscheinungstag: 5. April

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Die Pilgermission St. Chrischona (PM) ist ein internationaler christlicher Verband, der 1840 gegründet worden ist. Zur PM gehören das Theologische Seminar, Gemeindeverbände in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Südafrika und Namibia, die Literaturarbeit (Brunnen Verlag Giessen und Basel / Alphabzw. Bibelpanorama-Buchhandlungen), ein Diakonissen-Mutterhaus und die Arbeitsgemeinschaft für das messianische Zeugnis an Israel (amzi). Die PM finanziert sich ausschliesslich aus Spenden und Erträgen aus Dienstleistungen. Sie ist eine internationale Bewegung auf der Basis der Evangelischen Allianz. Das Werk ist Jesus Christus und der Bibel als Wort Gottes verpflichtet. Als missionarische und dienende Bewegung stellt es sich den Herausforderungen der Zeit und hilft Menschen, ihr Leben zu gestalten.

UNSERE ANGEBOTE:

Chrischona-Panorama 2/2009

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Frankreich L’Union des Églises Chrétiennes Évangéliques (UECE) 4 chemin du Dubach F-68140 Munster 0389 Tel. +33-(0)389 77 38 05 E-Mail: h.wyttenbach@infonie.fr Homepage: www.chrischona.fr

PILGERMISSION ST. CHRISCHONA

Wir Chrischona Frauen

Rubrik ‘Leute’: 9. Januar

Schweiz Geschäftsstelle Chrischona-Gemeinden Schweiz Hauentalstrasse 138 CH-8200 Schaffhausen Tel. +41 (0)52-630 20 70 Fax +41 (0)52-630 20 79 E-Mail: gemeinden.ch@chrischona.ch Homepage: www.chrischona.ch

- Wir bieten eine modulare, praxisbezogene theologische Aus-, Fort- und Weiterbildung für Hauptamtliche, Ehrenamtliche, Menschen in Verantwortung und für interessierte Einzelpersonen. - Wir sind ein Kompetenzzentrum für länderspezifischen Gemeindebau und christliche Lehre. - Wir sammeln und vermitteln Wissen und Kompetenzen für Gemeindebau, Mission und Gesellschaft. - Wir bieten unsere Infrastruktur für Seminare, Konferenzen und Tagungen an. - Durch Verlage und Buchhandlungen verlegen und verbreiten wir christliche Literatur für alle Altersgruppen und Lebenslagen. - Das Diakonissen-Mutterhaus orientiert sich an der Not der Zeit. - Die Arbeitsgemeinschaft für das messianische Zeugnis an Israel (amzi) unterstützt jüdischmessianische und arabisch-christliche Gemeinden und Institutionen in Israel und Europa.


EDITORIAL Liebe Leserin, lieber Leser

IMPRESSUM Redaktion: Michael Gross (Redaktionsleiter), Fritz Imhof, Dorothea Gebauer, Jennifer Übelaker (studentische Mitarbeiterin) Tel. +41 (0) 61-64 64 557 E-Mail: medienstelle@chrischona.ch Inserate: Wolfgang Binninger Tel. +41 (0) 61-64 64 554 +49 (0) 171-972 55 72 E-Mail: wolfgang.binninger@chrischona.ch Layout: Variation Design, L. Leuenberger www.variation-design.de Gestaltungskonzept: Fortissimo: think visual / fortissimo.ch Druck: Druckerei Jakob AG, Grosshöchstetten Erscheinungsweise: 8-mal im Jahr Auflage: 12 500 Exemplare Kosten: Wir sind für einen Beitrag für die Medienarbeit dankbar, Richtwert ist CHF 20.- / € 13.im Jahr. Sie können dazu den eingehefteten Einzahlungsschein verwenden.

KONTEN Pilgermission St. Chrischona Chrischonarain 200 4126 Bettingen Postkonto 40-872-3 IBAN: CH39 0900 0000 4000 0872 3 Deutschland Chrischona-Gemeinschaftswerk e.V. Gottlieb-Daimler-Strasse 22, D-35398 Giessen Ev. Kreditgenossenschaft Kassel (BLZ 520 604 10), Konto 5851 Volksbank Mittelhessen e.G. (BLZ 513 900 00), Konto 50 237 800 Gaben an das Werk der Pilgermission können auch über die Chrischona-Stiftung weitergeleitet werden: Volksbank Mittelhessen (BLZ 513 900 00), Konto 50 50 60 02 Für Spenden aus Ländern der EU: Ev. Kreditgenossenschaft Kassel, IBAN DE74 5206 0410 0000 0058 51 Für Spenden aus dem nicht EU-Raum: SWIFT-Code: GENODEF1EK1 Frankreich Pilgermission St. Chrischona CH-4126 Bettingen/Bâle Crédit Mutuel des Trois Pays, 6, Place de la Gare F-68330 Huningue Identifikation Konto (RIB): 10278 03050, 00024007701 78

Ich wollte einmal Landwirt werden. Noch im Alter von 15 Jahren habe ich eine Wette abgeschlossen, die keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit meiner Absicht zuliess. Die Wette habe ich verloren. Die Sehnsucht dahinter kenne ich aber bis heute: Ich möchte etwas wachsen sehen. Ich möchte dabei sein, wenn etwas gedeiht und entsteht, und ich möchte dabei sein, wenn etwas heranreift. Ich möchte dabei sein, wenn Ernte in der Luft liegt. Ich möchte dabei sein, wenn etwas, das man vorerst nur glauben kann, Wirklichkeit wird, beispielsweise dass aus einem erstorbenen Samenkorn ein Halm mit 10 oder 20 Samenkörnern wird. Ich erinnere mich gerne an eindrückliche Momente bei der Feldarbeit, wenn Tage oder Wochen nach dem Säen die ersten grünen Spuren auf dem Feld sichtbar wurden und bewiesen, dass das Säen nicht umsonst war. Wir waren glücklich. Schon im Chrischona-Panorama 6-2008 war die Vision der Pilgermission Thema. Wieso in diesem Heft wieder? Es hängt damit zusammen, dass gesät wird, und dass Saat aufgeht. Das Wort Gottes, so berichtet uns Jesaja (Kapitel 55,1011), geht nicht leer wieder zu ihm zurück. Es wird tun, was Gott gefällt, und «ihm wird gelingen», wozu Gott es sendet. In unseren Gemeinden und im Chrischona-Werk ereignet sich Vergleichbares – und wir dürfen dabei sein. Nicht wir haben eine Vision, sondern eine Vision hat uns. Die Visionstexte aus Jesaja 61,1-3 und 1. Petrus 2,9, die Gott uns vor bald zwei Jahren anvertraut hat (siehe Chrischona-Panorama 6-2008: Zukunft mit Vision), scheinen in der Tat den Boden zu durchbrechen. Da und dort sind Pflänzchen sichtbar. Längst noch kein blühender Garten oder reifes Erntefeld, aber verheissungsvolle Andeutungen, dass sich Samen in der Erde verbirgt. Dieses Heft möchte berichten und viele Menschen daran teilhaben lassen, was die Vision mit uns macht, wie wir mit ihr unterwegs sind, was wir schon sehen und was wir erwarten – nicht nur im Jahr 2009, sondern in den kommenden Jahre und – so Gott will – Jahrzehnten. Unmittelbarer Hintergrund dieses Heftes ist die Strategie- und Schulungskonferenz SSK 2008 mit allen hauptamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen unseres Werkes im November 2008. «Amazing Grace» war der Leitgedanke. Raum geben also für die unfassbare Gnade Gottes angesichts des in Jesaja 61 angekündigten und in Jesus erfüllten Gnadenjahres Gottes. Das neue Jahr 2009: Es sind nicht nur erbauliche Prognosen, die wir von mehr oder weniger massgeblichen Verantwortungsträgern in unserer Gesellschaft hören. Es liegt eine Spannung in der Luft: Waren die Ereignisse im Jahr 2008, etwa im Zusammenhang mit der Finanzwelt, bloss «normale» Ereignisse, oder sind sie der Anfang von Umbrüchen, die wir erst in groben Umrissen erkennen, aber doch so etwas wie ein «neues Zeitalter» einläuten? Wir sind froh, in den vergangenen knapp zwei Jahren Gottes Reden gehört und erlebt zu haben. Sein Wort bleibt, auch wenn alles andere vergeht – nicht zuletzt in Form der beiden Visionstexte. Diese Gewissheit wünschen wir uns und Ihnen – im Jahr 2009 und darüber hinaus. Dr. Markus Müller Direktor

Südafrika und Namibia Für Leser in Südafrika und Namibia schlagen wir vor, jeweils im März eine Spende von R/N $ 100.- mit dem Vermerk «Chrischona-Panorama» auf das Konto der jeweiligen Stadtmission zu überweisen. Herzlichen Dank!

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Leserforum Chrischona-Panorama 8-2008

Machen Sie weiter so, Herr Müller «Guten Morgen Herr Müller, ich bin in der Evangelischen Freikirche Rafz zu Hause und habe im Chrischona-Panorama 8-2008 Ihr Editorial gelesen. Kompliment, was Sie zum Thema ‘Morgen ist anders’ schreiben. Ich sehe es genau so: im Moment geht die Post ab. Sie sprechen mir aus der Seele, wenn sie beschreiben, wie wir zukunftsfähig werden und uns einbringen können als Menschen Gottes, als Gemeindeglieder und als Leute im Berufs- und Geschäftsleben. Ich merke bei vielen Menschen in meinem Umfeld einen grossen Hunger nach innerem Frieden, nach sicheren Werten und Stabilität. Wenn wir Christen dazu schweigen, wer soll jenen Menschen dann die frohe Botschaft sagen? In meinem Beruf in der Autobranche sind grosse Veränderungen dran, also morgen wird anders sein. Manchen macht es riesige Angst, andere lassen alles auf sich zukommen, sind eher passiv und haben keine Ziele. Ich glaube, dass mich Jesus da durchführt. Darum wage ich Veränderungen, die ich vor fünf Jahren noch nicht für möglich gehalten hätte. Ich rede darüber auch offen mit meinen Mitarbeitern und erlebe, wie sie mir Vertrauen schenken. Daraus lerne ich, was wesentlich ist, und kann auch wieder Schritte gehen. Es freut mich einfach, wenn ich Sie als Direktor des Chrischona-Werks so erlebe und möchte Sie darum weiter im Gebet tragen. Machen Sie weiter so. Bleiben Sie dran am Wesentlichen und wagen Sie mutige Schritte, die Sie aus der Stille erkennen. Ich werde Sie weiterhin begleiten, wie ich kann.» Hans Sigrist aus Rafz, Schweiz

Brief eines Chrischona-Jubilars

Auch nach 50 Jahren Grund zur Freude Am 2. und 3. November 2008 durfte ich mit meinen Klassenbrüdern auf St. Chrischona unser 50. Dienstjubiläum festlich begehen. Rückblickend möchte ich dem Herrn Jesus danken, dass es die Chrischona gibt. Sie hat mich seit meiner Bekehrung begleitet. Die Chrischonabrüder Konrad Stephan und Iver Nissen in meiner Heimat halfen mir durch ihre Verkündigung zur Bekehrung, Wiedergeburt, Heiligung und das Achten auf das Prophetische Wort. 1954 zog ich aus meiner Heimatstadt Itzehoe/Holstein nach St. Chrischona ans Theologische Seminar. Ab 1958 war mein Dienstfeld das Saarland und das Pfälzerland. Chrischonabrüder in der Pfalz machten mir durch ihrVorbild, ihren Fleiss, ihre Zielstrebigkeit den Dienst und die Hingabe an Jesus Christus lieb. Sie nahmen mich mit in die Reichgottesarbeitervereinigung, um andere Chrischonabrüder in anderen Arbeitsfeldern kennen zu lernen. 39 Jahre kurz war unsere offizielle Dienstzeit. 1997 kamen meine Frau und ich in die Heimstätte Rämismühle. Nicht nur die Heimstätte, geleitet von Chrischonabrüdern, sondern auch der Seniorenkreis der pensionierten Chrischonabrüder nahm meine Frau und mich herzlich in ihrer Mitte auf. Den ganzen Reichtum von an Jesus Christus hingegebenen Senioren lernen wir dort bis heute kennen; eingeschlossen die Chrischona-Gemeinde mit dem Prediger vor Ort. So erlebte und erlebe ich nach 50 Jahren die Chrischonabruderschaft. Grund zum Feiern und sich freuen. Werner Giesenhagen 4

CHRISCHONA

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Ihre Meinung zählt Ihnen hat ein Beitrag im Heft gefallen? Oder es regt sich bei Ihnen Widerspruch nach der Lektüre? Sie haben ähnliche Erfahrungen gemacht oder ganz andere? Dann schreiben Sie uns. Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie Ihre Zeilen an: Redaktion «Chrischona-Panorama», Chrischonarain 200, CH-4126 Bettingen, Fax +41 (0)61-64 64 277, medienstelle@chrischona.ch.

Chrischona-Panorama 7-2008

Vereinbarung mit Gott getroffen «Ich bin bekennender Christ, Familienvater, Unternehmer, Mitglied der Gemeindeleitung und war auch viele Jahre politisch stark engagiert. Mit 52 Jahren habe ich meine vermeintlich sichere Stelle als Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens von einem Tag auf den anderen verloren. Wie sollte es weitergehen? Zusammen mit einigen Berufs-Kollegen gründete ich kurz darauf eine neue Firma, und investierte nochmals viel Zeit, Geld und Herzblut in den Aufbau einer neuen Existenz. In dieser Zeit durfte ich ein Geheimnis entdecken, wie wir von allem was wir brauchen wirklich genug haben können. Dieses Geheimnis basiert auf der Zahl 7, die in der Bibel für ein „abgeschlossenes, erfülltes Ganzes in seiner Vollkommenheit“ steht, beispielsweise erkennbar am Werk der Schöpfung. In der Aufbauphase des neuen Unternehmens standen wir oft vor der Frage, ob Kraft, Ausdauer, Geld, Aufträge, Mut und Zeit ausreichen. Eines Morgens in der Stillen Zeit dämmerte mir: Wenn doch Gott genau weiss, was wir brauchen und uns genug gibt, wenn wir ihn darum bitten, wie sollte er da nicht auf ein entsprechendes Gebet antworten? Also habe ich an diesem Morgen mit Gott eine Vereinbarung getroffen. Ich habe ihm gesagt: Wenn Du doch genau weisst, was ich brauche, dann bitte ich fortan für alle Lebensbereiche, Du mögest mir mein Mass füllen, nach der Formel 7 x 7. Du Herr weisst, was ich damit meine, nämlich: genug – nach dem Reichtum Deiner Gnade. Es ist nicht unbescheiden und braucht Mut, so zu beten. Aber es heisst ja auch: Ihr habt nicht, weil ihr nicht (recht) bittet (Jakobus 4,2). Diese Bitte bringe ich nun seit Jahren täglich vor den Herrn und ich habe erfahren, dass ich immer genug habe. Genug Zeit, genug Geld, genug Energie, genug von allem, was ich brauche. Und auch genug, um mit anderen zu teilen.» Ueli Wehrli aus Stein am Rhein, Schweiz


Vermischtes Theologisches Seminar St. Chrischona

Ein Wochenende, das Weichen stellt Das Interessenten-Wochenende, kurz INTWE, hat Tradition am Theologischen Seminar St. Chrischona. Das nächste findet vom 20. bis 22. Februar statt. Was steckt dahinter und was haben die Teilnehmer zu erwarten? Dozent Claudius Buser gibt Antwort auf die Fragen.

Panorama: Claudius Buser, Sie sind Mr. INTWE. Was motiviert Sie dazu, das Jahr für Jahr zu machen? Claudius Buser: Gott. Er kommt zu uns. Er bewegt. Er irritiert. Er löst eine Sehnsucht aus nach einem Leben mit tieferen und weiteren Horizonten, als Kommerz und Freizeit bieten können. Solche Menschen in ihren Fragen begleiten und dabei mitzuerleben, wie Gott Antworten schenkt und Mut macht, neue Wege zu gehen – das ist einfach stark.

Mit einem aufwändigen Programm. Warum? Buser: Sehnsüchte und Fragen können im Raum verhallen. Wir möchten einen Rahmen bieten, der die Fragenden

ernst nimmt und Raum für Antworten bereitstellt. Das erleben wir auch konkret: Am Interessenten-Wochenende werden immer wieder entscheidende Weichen gestellt. Dazu leisten wir als Team gerne den nötigen Aufwand. Was wartet auf den, der sich zum Interessenten-Wochenende vom 20. bis 22. Februar anmeldet? Buser: Inputs zum Thema Berufung, Zeiten der Stille, die Vorstellung unserer Studienprogramme und unseres Werkes, einen inspirierenden Gottesdienst und viel Gemeinschaft mit anderen Teilnehmern, Studenten und Dozenten. Daneben gibt es feine Kost und einfache Übernachtungsmöglichkeiten – und das alles kostenlos.//

Claudius Buser

Interessenten-Wochenende am Theologischen Seminar St. Chrischona 20.-22. Februar 2009 Infos und Anmeldung:

www.tsc.chrischona.ch

Gemeinde

Mit dem Himmelstor durch Richterswil FRITZ FANKHAUSER

14.000 Zuschauer säumten die Strassen von Richterswil am Zürichsee, um am 8. November den «RäbechilbiUmzug» zu bestaunen. 27 Tonnen oder 45.000 zumeist handgeschnitzte Räben (Weisse Rüben) kamen beim Umzug zum Einsatz. Die ChrischonaGemeinde Richterswil-Samstagern

verbaute für ihr Sujet über 700 Räben: ein Himmelstor mit dem Alpha und Omega und einem Hinweis auf Offenbarung 21,6. Die halbe Gemeinde half mit, die Räben auszuhölen und das Sujet zu bauen. Die Chrischona-Gemeinde macht bei dem Umzug mit, um ihre Präsenz in Richterswil zu bekunden und mit dem «Himmelstor» eine klare Botschaft zu vermitteln.//

Einladung zum Süddeutschen Chrischonatreffen am 14./15. Februar in Herrenberg Einmal im Jahr organisieren ehemalige Chrischona-Bibelschülerinnen ein Chrischonatreffen in Süddeutschland. Es ist eine offene Runde, die sich über jede Begegnung freut. Die Tage mit Austausch und Bibelarbeiten geben Mut und Impulse für den Alltag. Man kann auch nur an einem Tag am Treffen teilnehmen. Es besteht die Möglichkeit bereits am Freitagabend anzureisen. Thema: «Die heilende Kraft Jesu erleben.» Referenten: Irmgard und Horst Schaffenberger, Leiter

des Theologischen Seminars St. Chrischona. Ort: Gästehaus der Evangelischen Diakonieschwestern-

schaft, Hildrizhauser Str. 27, 71083 Herrenberg Mitbringen: Musikinstrumente und Obst oder Knabbersachen. Tagungsbeitrag: 15 Euro. Übernachtungs- und Verpflegungskosten extra. Anmeldung (bis spätestens 26. Januar) und weitere Informationen: Brigitte Mack, Schönaicher Str. 31, 72631 Aichtal, Tel.: +49 (0)7127-59113 Über 700 ausgehöhlte und handgeschnitzte Räben (Weisse Rüben) schmücken das «Himmelstor» der Chrischona-Gemeinde Richterswil-Samstagern beim «Räbechilbi-Umzug».

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Thema

DR. MARKUS MÜLLER

Vision – na und? Manch einer unter uns kann bestimmte Begriffe nicht mehr hören. Das ist nachvollziehbar, wenn man bedenkt, wofür etwa der Begriff Vision in den vergangenen 20 Jahren herhalten musste. Da hat jemand eine gute Idee – und schon verwendet man den Begriff Vision. Da fühlt sich eine Schule, ein Krankenhaus oder ein Altersheim besonders modern, wenn in der Eingangshalle ein simpler Wunsch-Satz als Vision des Unternehmens zu lesen ist. Und woanders wird ein Kurztext, gegen den niemand etwas haben kann, bereits als Vision ausgegeben. Vision also, kein tauglicher Begriff für ein christliches Werk und christliche Gemeinden?

Foto: www.photocase.de, © orange-grey

Etwas sehen, das nicht ist,

Vom Ringen um ein hilfreiches Verständnis Uns, dem Leitungsteam der Pilgermission, haben vor allem zwei Dinge geholfen, mit dem Begriff Vision umzugehen: Definiertes Verständnis von Vision. Die Vision ist das Bild, das eines Tages Wirklichkeit sein wird. Weil wir etwas sehen, das noch nicht ist, aber sein wird, investieren wir Kraft und Zeit. Nach unserem Verständnis ist die Vision das Bild über die Zukunft, das wir als Menschen suchen, um unser Planen, unser Entscheiden, unser Denken und unser Handeln zu überprüfen und auszurichten. Testfragen an die Vision. Beispiele: Ist die Vision kurz und einprägsam? Bin ich bereit, für die Vision zu leiden? Weckt die Vision Sehnsucht, sich zu beteiligen? Weckt die Vision Hoffnung für die kommenden Jahre? Hilft die Vision in der Auswahl von Verantwortungsträgern? Entspricht die Vision dem Reich Gottes? Fordert die Vision heraus, und lässt sie alltägliche Details klein werden? Lässt sie jeden Beteiligten an etwas Grossem teilhaben? Atmet sie Weite und erwärmt sie das Herz? Spendet sie Kraft?

Eine spannende Herausforderung Die beiden Texte aus Jesaja 61,1-3 und 1. Petrus 2,9 entsprechen den Kriterien einer Vision. Wir empfinden es prickelnd, spannend und herausfordernd, mit diesen Texten als Vision unterwegs zu sein. Nie allerdings darf uns diese Faszination immun gegen kritische Anfragen machen. Nie dürfen wir uns verleiten lassen, diese Bibeltexte für unsere Zwecke zu instrumentalisieren. Nie dürfen wir zulassen, dass die Texte oberflächlich ausgelaugt werden. Was hilft uns dabei? 1. Wir formulieren gerne, dass nicht wir die Vision haben, sondern diese Vision uns hat. Wir können nur bereit sein, dass sie von uns Besitz ergreift. 2. Wir vermeiden jede Art von Schnellschüssen und das

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CHRISCHONA

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Streben nach schnellen Ergebnissen. Wenn nicht der Geist Gottes die Dinge in uns bewegt, sind wir auf einem falschen Gleis – trotz visionärer Bibeltexte, auf die wir uns berufen. 3. Gott hat zu uns geredet. Er bleibt der redende Gott, auf den wir uns verlassen. Ohne auf ihn zu hören, werden wir schnell in ausgetrocknetem Land arbeiten und in alte Muster zurückfallen. 4. Unser Anliegen wird und muss sein, dass wir die Texte in ihrer unerschöpflichen Tiefe immer besser verstehen. Im vergangenen Jahr ist es die Gnade gewesen, die uns neu ergriffen hat (siehe SSK 2008 mit dem Thema «Amacing Grace», Material im Internet www.chrischona.org). Für die kommenden Jahre sind eine Reihe möglicher Schwerpunkte denkbar. 5. Wir vertrauen dem Geist Gottes, dass er zu denen redet, die sich den Texten aussetzen. Verschiedenartiges könnte an unterschiedlichsten Stellen auch völlig unabhängig von uns als Leitung in den kommenden Jahren da und dort aufblühen und wie eine Pflanze aufgehen.


aber sein kann Vision ist also gefüllt. Zum leichteren Umgang mit dem Begriff hier nochmal die Umschreibung:

Vision ist das, was wir jetzt vor unserem inneren Auge sehen, und das, was wir eines Tages vor unseren äusseren Augen sehen werden – konkret, anschaubar, erlebbar. Vision ist ein auf die Zukunft entworfenes Bild. Vision ist das erstrebenswerte, motivierende Bild der Zukunft. Vision ist deshalb Wegweiser zur Praxis des Glaubens.

Begriffe aus dem Umfeld Im Umgang mit Vision war es manchmal nicht leicht, mit oft verwendeten Begriffen aus dem Umfeld gut umzugehen. Wir nennen einige und versuchen, diese zu umschreiben und einzuordnen. Wir wissen, dass es viele Missverständnisse und Überschneidungen gibt. Leitbild: Es beantwortet die Frage, welches Teilbild an einem konkreten Ort in einem konkreten Bereich (z.B. Gemeinde vor Ort) das Entscheiden, Planen und Handeln leiten und steuern soll. Das Leitbild ist die ausformulierte Beschreibung einer Vision angesichts konkreter Umstände. Strategie: Strategie ist die Logik, wie die Vision Wirklichkeit wird. Strategie beantwortet die Frage, in welchen Schritten sich die Vision ihrer Verwirklichung nähern soll. Angestrebte Ziele und gewähltes Vorgehen sind Teil einer Strategie. Mission Statement: Das Mission Statement beantwortet die Frage «wozu?». Es fragt nach der vordringlichen Aufgabe. Es definiert die vorrangige Tätigkeit. Ziele: Ziele sind Meilensteine in der Umsetzung der Strategie. Sie beantworten die Frage, was messbar, überprüfbar und realistisch Schritt für Schritt angestrebt werden soll. Massnahmen: Massnahmen helfen, die Ziele und Teilziele Schritt für

Schritt zu erreichen. Je nach Ziel und Rahmenbedingungen werden Massnahmen gewählt, die vor dem Hintergrund der Vision eine optimale Zielerreichung garantieren. Kernauftrag: Er beantwortet die Frage, auf welche Bedürftigkeit, mit welchem Sinnhorizont, mit welchem Produkt angesichts der Vision reagiert wird. Die Vision geht vom Zukunftsbild aus, der Kernauftrag von den konkreten Umständen und dem «Produkt», das andere sehen und nutzen sollen. Werksphilosophie: Sie beantwortet die Frage, wie Menschen einer Organisation grundsätzlich und im Zusammenspiel denken (wollen), und welche Werte dabei für sie leitend sind. In der Werksphilosophie der Pilgermission von 2002 sind es die 5 V’s: Vertrauen, Verantwortung, Versöhnung, Voraussicht und Verfügbarkeit.

«Wir empfinden es prickelnd, spannend und herausfordernd, mit diesen Texten als Vision unterwegs zu sein.»

tional zerlegt zu werden. Es wird immer Gründe geben, wieso eine Vision nicht allen Bedürftigkeiten und Ansprüchen genügt. Wir halten daran fest, dass nicht wir über der Vision, sondern die Vision als Wort Gottes über uns steht.

Ein biblischer Hinweis zum Schluss In Sprüche 29,18 lesen wir, dass da, wo keine Vision ist, ein Volk verwildert. Wir merken, dass nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch christliche Gemeinden und Werke immer wieder in Gefahr sind, solche Verwilderungserscheinungen aufzuweisen. Dem möchten wir mit der Vision aus Jesaja 61,1-3 und 1. Petrus 2,9 entgegenwirken.//

Gefahren erkennen Es gibt im Zusammenhang mit der Vision vieles, das wir aus der Erfahrung anderer Organisationen lernen können. Dazu gehört, Gefahren nicht zu unterschätzen: Mangelnde oder uneindeutige Kommunikation. Dabei wird unterschätzt, dass Vision etwas ist, was immer und immer wieder ausgesprochen, mitgeteilt und im Bewusstsein verankert werden muss. Wir sehen eine grosse Gefahr in der Versickerung. Passives Hinnehmen von Hindernissen. Es gibt natürlich eine Reihe von Faktoren, die verhindern, dass eine Vision Fuss fasst. Dazu gehört insbesondere unser starker Reflex, auf Nöte zu reagieren und diese höher zu achten als das Bild, das sich in Zukunft verwirklichen soll. Kurzfristiges Denken. Wir haben bewusst nach einer Vision für die kommenden zwei Jahrzehnte gefragt. Uns ist klar, dass es sich um ein langfristiges Unternehmen handeln muss. Würden wir der Vision nicht einige Jahre Zeit geben, bräuchten wir erst gar nicht damit anfangen, denn Enttäuschungen wären vorprogrammiert. Wir sagen sogar, dass die Vision uns als Initiatoren überleben muss, wenn sie wirklich Vision ist. Abstrakter Umgang mit der Vision. Jede Vision wird, wo sie Menschen nicht ergreift, eine Versuchung sein, ra-

Autor Dr. Markus Müller (54) ist seit 2001 Direktor der Pilgermission St. Chrischona. Er ist verheiratet mit Doris und hat vier Kinder.

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Thema

Gemeinsam arbeiten für ein grosses Ziel Wovon träumt das Leitungsteam der Pilgermission, wenn es sich sein Unternehmen im Jahr 2020 vorstellt? Ein Blick zurück: Im März des Jahres 2008 hat das Leitungsteam im Zusammenhang der Visionsentwicklung Ziele verabschiedet. Konnten sie erreicht werden? Wir wollten es genauer wissen und haben nachgefragt.

Panorama: Die Pilgermission 2020 – Welche Bilder erstehen vor Ihrem inneren Auge? Dr. Markus Müller: Ein Chrischona, das im ganzen Land vor Ort als Raum der Gnade und deshalb als Ort der Hoffnung, der Wahrheit und der Barmherzigkeit wahrgenommen wird. René Winkler: In Gemeindeversammlungen und Allianzsitzungen wird zwei Stunden leidenschaftlich über Möglichkeiten diskutiert, wie den Menschen gedient und die Gesellschaft mitgestaltet werden kann, diskutiert. Mutige Entscheidungen

Das Leitungsteam der Pilgermission Dr. Markus Müller, Direktor Attilio Cibien, Leiter Finanzen Rainer Geiss, Inspektor Chrischo-

na-Gemeinschaftswerk Deutschland und Südliches Afrika Hans U. Wyttenbach, Koordinator Chrischona-Gemeinden Schweiz René Winkler, Leiter ChrischonaGemeinden Schweiz Horst Schaffenberger, Seminarleiter des Theologischen Seminars St. Chrischona

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werden mit Applaus kommentiert! Diskussionen über Gottesdienstgestaltung, Prediger, Frömmigkeitsstile und die eigenen Finanzen benötigen gerade mal noch ganze fünfzehn Minuten. Attilio Cibien: Jesus ist im Mittelpunkt unserer Arbeit. Organisationen, Identität und Strukturen, Diskussionen über Liederwahl oder Stilfragen sind hinfällig und gehören der Vergangenheit an. Gemeinsam als Christen bauen wir Reich Gottes auf dieser Welt und nehmen teil an der grossen Ernte. Menschen erleben das Evangelium, leben in Beziehung zu Jesus und haben Gewissheit, dass sie gerettet sind. Finanznöte spielen keine Rolle mehr, die Christen erleben finanzielle Freiheit mit biblischen Finanzprinzipien. Rainer Geiss: In den Städten Deutschlands sind Chrischona-Gemeinden als leuchtende Oasen und Trainingslager für das Leben geschätzt und bekannt.

Das waren die Ziele 2008: Ziel: «Jeder von uns kann über Erfahrungen und Veränderungen im persönlichen und familiären Umfeld im Sinne der Visionstexte berichten.» Panorama: Markus Müller, können Sie als Direktor etwas ganz Persönliches erzählen? Müller: Wir haben als Leitungsteam lange um dieses Ziel gerungen. Wir wussten genau, dass es zum Schwierigsten gehört, öffentlich Gesagtes zuerst in der eigenen Familie zu leben. Meine eindrücklichste Erfahrung zuhause besteht darin, dass es bei Gefangenschaften in Konflikten und Spannungen bisher immer zu Wegen in die Freiheit kam. Ich bin froh, dass kein Kerker Schicksal sein muss.

Ziel: «Wir gestalten die Führungsrolle so, dass Räume für neue Erfahrungen und Räume zum Erzählen entstehen.» Panorama: Rainer Geiss, was erzählt man sich denn so in Deutschland über die Visionstexte? Geiss: Bei uns sind die Visionsworte in der Mitarbeitermannschaft und in den Gemeinden unterschiedlich angekommen. Einige sehen in den Visionsworten eine Bestätigung ihrer bisherigen Schwerpunkte in der Gemeindearbeit. Andere haben eher noch einen Weg vor sich, die beiden Worte als Vision zu sehen. Der Begriff Vi-

sion wird als Zielbegriff verstanden, im Sinne von: Das wollen wir erreichen, da wollen wir hin. Und nun fragen sie nach dem Weg, den wir gemeinsam gehen können. Hier werden wir in den Predigertreffen und den Gemeindeleitungstagen weiter arbeiten und fragen, wie die Worte in unserem Leben und im Leben der Gemeinden entfaltet werden können.

Ziel: «Ende 2008 haben die Leitungsorgane der Pilgermission durch die Visionstexte eine eindeutige Ausrichtung erfahren.» Panorama: René Winkler, war das bei Ihnen so? Winkler: Bei mir persönlich ja. Die Visionstexte sind mir in meiner täglichen Arbeit meistens präsent, so dass ich mir immer öfter die Frage stelle: Ist das, was ich und wir jetzt initiieren oder entscheiden im Sinne der Vision? Auch in der Zusammenarbeit mit anderen Leitungspersonen und Gremien wird diese Frage immer mehr zum Reflex.

Ziel: «50 Prozent der Hauptamtlichen und Dozenten bestätigen, dass die Visionstexte das Leben verändern und Hand und Fuss bekommen.» Panorama: Horst Schaffenberger, stimmt das? Schaffenberger: Ob das jetzt schon 50 Prozent sind, kann ich im Einzelnen nicht bestätigen. Sicher ist jedoch, dass immer mehr Leute, seien es Prediger oder Dozenten, mit den Visionstexten leben, sich mit ihnen auseinandersetzen. Die Visionstexte sind nun einfach im Hinterkopf und beginnen an der einen oder anderen


Stelle das Denken und Handeln zu beeinflussen. Es braucht Zeit. Wir sind am tsc dran, uns in diesem Jahr auf einen längeren Veränderungsprozess einzulassen – der Jahre dauern wird. (Mehr dazu auf S. 15 in diesem Heft)

Ziel: «Die leitenden Gremien der Gemeinden haben sich 2008 mehrmals aktiv mit den Visionstexten auseinandergesetzt.»

Foto: www.photocase.de, © chris-up, oben: www.stckxcng.com

Panorama: Hans Wyttenbach, wie kann man sich das in den Gemeinden in Frankreich vorstellen? Wyttenbach: Pierre-Yves Wurtz aus Colmar empfindet, dass Jesaja 61 das Evangelium und den Geist des Evangeliums wieder ins Zentrum schiebt. Rico Trottmann aus der Franche-Comté erzählt, dass er an der SSK 2008 reich gesegnet wurde. Die Vision der Pilgermission inspiriere ihn

und fordere ihn für seinen Dienst in seiner Gemeinde heraus. Er sieht sie als Hilfe, sich an den Grund von Missionsarbeit überhaupt zu erinnern. Er hofft, die Visionstexte in das Leitbild der ‘Union des Eglises Chrétiennes Evangéliques’ zu integrieren. In der Gemeinde in Volgelsheim fügen sich die Texte voll ins Leitbild, so Jürg Peter: «Gott redet zu uns. Das Projekt Liberty Planet (mehr dazu auf S. 18 in diesem Heft, Anm. d. Red.) dient dazu, Gefangene mit der Kraft der Auferstehung zu befreien. Wir leben mit diesen Texten, sind mittendrin.» Christoph Hauser aus dem Jura predigte über die Verse in einem Gottesdienst, der die Krönung einer ganzen Woche über das Thema Leid war.

Ziel: «Finanzkonzepte der Pilgermission und der Länder sind koordiniert.» Panorama: Attilio Cibien, was kann man darunter verstehen? Cibien: Die Pilgermission sowie die Chrischona-Gemeinden in Deutschland, Frankreich und der Schweiz sind alle auf freiwillige Gaben und Spenden angewiesen. Finanzen werden in den Gemeinden, aber auch in der Pilgermission auf dem ‘Berg’ schwerpunktmässig für die Ausbildung von Menschen benötigt. Die Finanzkonzepte zu koordinieren bedeutet, dass die Spender und das Werk wissen, wo am nötigsten Finanzen gebraucht werden und gemeinsam zum Wohl des Ganzen beitragen.//

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Thema

SSK 2008 – erfrischend anders VIKTOR MARKWART Mitgefangen, mitgebunden, verbunden – mit diesen Worten beschreibt ein Teilnehmer bei der Strategie- und Schulungskonferenz SSK 2008 im November eine Collage aus drei Herzen. Sie sind Teil einer kleinen Kunstausstellung von Gisela Schmidli aus der Evangelischen Freikirche Rafz, deren Bilder, Skulpturen und meditativen Texte im Brüderhaus ausgestellt sind. Am ersten Tag der SSK heisst es erstmal ankommen und zur Ruhe kommen: Ein Gebetsweg, Anbetung in der Kapelle oder die inspirierende Kunstausstellung machen es leicht. Die SSK war ein Geschenk – ein Geschenk an Zeit für Stille, Gebet und Gemeinschaft.

Bei der SSK 2007 stellte das Leitungsteam die Visionstexte aus Jesaja 61,1-3 und 1. Petrus 2,9 den hauptamtlichen Mitarbeitern vor. Ein Jahr später erleben viele Teilnehmer die SSK 2008 erfrischend. «So wie diesmal, war es noch nie», sagt Bernhard Kohlmann aus Lörrach (D). Gebet und persönliche Meditation, geistliche Nahrung, Gnade und Freispruch bilden einen wichtigen thematischen Block. Unter dem Motto «Amacing Grace» ist bei der SSK 2008 viel Zeit, sich mit den Visionstexten zu beschäftigen. «Das ist gut», findet Edmund Siebeneich aus Hüttenberg (D).

Einfach erfrischend

Fotos: Michael Gross

Immer wieder berichten Teilnehmer, wie sie persönlich von den Texten angesprochen werden. Sie sind dankbar für die Möglichkeit, auf der SSK auftanken zu können. Viele Teilnehmer freuen sich über das Abendmahl am Mittwoch in der Kapelle. Es sei gut, selber nichts tun zu müssen und Andachten und Abendmahl als Teilnehmer geniessen zu können, lautet das Fazit von Heinz Thaler aus Frick (CH). Christoph Roth aus Friedberg (CH) fügt hinzu: «Ich fand die SSK erfrischend.»

Es gab viel Zeit für Begegnungen und Gespräche bei der SSK 2008.

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Befreit und verwirrt Und was nehmen die 300 Hauptamtlichen mit von der SSK? «Es steckt mehr hinter den Visionstexten», sagt Heinz Thaler. Ein Jahr hätten die Texte bei ihm brachgelegen, diesmal habe er gemerkt, dass man sich noch viel mehr mit ihnen beschäftigen könnte. Philipp Rüdinger aus Gränichen (CH) möchte mehr Kontakt zu Menschen ausserhalb der Gemeinde knüpfen. «Ich möchte Priester im normalen Leben sein», sagt er, «die Visionstexte geben mir die Freiheit dazu.» «Es hat mich verwirrt», sagt Walter Stingel aus Mainz (D) ganz offen. Eine Schulungs- und Strategiekonferenz solle konkrete Hilfestellungen und Standpunkte für die Gemeinden geben. Vom Theologischen Seminar wünsche er sich zum Beispiel eine Stellungnahme zu Zeitfragen. Der Visionsprozess sei für ihn noch zu wenig konkret.

Im guten Sinne umstritten Direktor Dr. Markus Müller wagt am Ende der SSK einen Ausblick auf die gesellschaftlichen Entwicklungen. Die Zukunft ist geprägt von zunehmendem Sicherheitsverlust wie beispielsweise dem Bedeutungsverlust von Familie, Arbeit und Staat. Vor diesem Hintergrund geben die Visionstexte die Richtung vor. Dabei sei die Haltung wichtiger als die Verwirklichung irgendwelcher Pläne. Bei manchen Teilnehmern regt sich Widerspruch: «Aber es braucht doch Praktiker. Und wie wird die Vision umgesetzt?» Fertige Antworten gebe es nicht, meint ein Prediger aus der Schweiz, vor Ort sei die Umsetzung zu entwickeln. Er vergleicht die Situation mit einem Auto, dessen Benzintank gefüllt ist, aber die Tankleitung zum Motor noch fehlt. Für viele Hauptamtliche sind die Visionstexte zu einer Quelle persönlicher Inspiration und Anregung geworden. Aber sie sind auch «im guten Sinne umstritten».//

Jubilar Victor Winteler (25 jähriges Dienstjubiläum) malte ein Dankeschön an die Pilgermission in Aquarell.


Wann wird es endlich praktisch? DR. PETER GLOOR

Es gibt immer was zu tun… So die Werbung eines Baumarktes. Klar, beim Renovieren merkt man das schnell. Nur mal schnell die Fliesen abspitzen. Und schon fällt der Putz und die halbe Mauer auch gleich mit. Und schon hast du wieder was zu tun.

Den Baumarkt freut es! Als Menschen – und als Männer erst recht – wollen wir etwas bewegen, etwas tun. Das merkte man immer wieder in Gesprächen an der Strategie? und Schulungskonferenz SSK 2008 im November und auch danach: «Und jetzt, was müssen wir tun? Wie können wir diese Vision umsetzen, erreichen, ins Leben rufen? Jetzt haben wir doch lange genug gehört, die Texte vertieft. Wann wird es endlich praktisch?»

Stille halten und Gott wirken lassen Also manchmal merke ich, dass es in mir auch schreit: Und jetzt? Umsetzen! Anpacken! Handeln! Meilensteine setzen! Ziel ins Auge fassen und los geht’s! In unserer Zeit braucht es Mut, Stille zu halten und Gott wirken zu lassen. Jede Werbung und jede Fernsehsendung – und manchmal auch die Predigt am Sonntag – ruft uns zu: TUT ETWAS!

Ich wünsche uns allen, dass wir weiterhin den Mut aufbringen, die Texte wirken zu lassen und unsere Gemeinde und auch unseren Alltag durch die Brille dieser Texte zu sehen.

Visionstexte bringen Licht und Veränderung Jesus hat uns aufgefordert: «Handelt, bis ich wiederkomme.» Aber dieses Handeln soll aus dem Hören auf ihn und aus dem Sein und Bleiben in ihm (Johannes 15,4-5) kommen. Die Visionstexte bringen Licht und Veränderung in unseren (Gemeinde)Alltag – lassen wir sie wirken. Und dann lasst uns das tun, was im Licht dieser Texte dran ist! Das wird nicht an jedem Ort dasselbe sein, aber es wird das richtige sein!

Noch ein Baumarktspruch Zum Schluss noch ein Baumarktspruch: Kannst du es dir vorstellen? Dann kannst du es auch bauen! Vision heisst sich vorstellen, für wahr halten, glauben, was in den Texten steht.//

Das Pflänzchen begiessen, weitergehen mit Vision Dazu gibt es viele Möglichkeiten. Hier ein paar Vorschläge: Den Weg der Pilgermission mit den Visionstexten nachvollziehen und verstehen, wie alles begann:

- Im Chrischona-Panorama 6-2008 «Zukunft mit Vision. Gottes Wort beflügelt die Pilgermission». Das Heft können Sie im Internet herunterladen www.panorama.chrischona.org Ô Archiv Memorieren, im Herzen tragen:

- Das Plakat mit den Visionstexten in der Mitte des Chrischona-Panorama 6-2008 in der Wohnung oder im Büro zentral positionieren. Tiefer gehen, die Visionstexte exegetisch betrachten:

- Eine ausführliche biblische Exegese von und mit Dr. Hansjörg Bräumer: www.chrischona.org Verstehen, wohin der Kopf der Pilgermission will:

- Die Referate von der SSK 2008 herunterladen: www.chrischona.org Mit Direktor Dr. Markus Müller ins Gespräch kommen:

- Diskutieren Sie mit! Zum Internetforum Visionstexte gelangen Sie über www.chrischona.org Einander Eindrücke im Umgang mit den Visionstexten erzählen:

Dr. Peter Gloor ist Chrischona-Regionalleiter für die Westschweiz.

- Senden Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion «Chrischona-Panorama», Chrischonarain 200, CH-4126 Bettingen, Fax +41 (0)61-64 64 277, medienstelle@chrischona.ch

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St. Chrischona Fachtagung Ehe-Scheidung-Wiederheirat

Heilsam mit Scheitern umgehen

ge von Fachleuten – Eheberater, Jurist, Sozialpädagoge – geben. Ziel ist die Fähigkeit, heilsam und biblisch fundiert mit Scheitern umzugehen.

nen wie langfristiger Begleitung betroffener Menschen helfen. Vom 10. bis 12. Februar findet auf St. Chrischona eine Fachtagung mit dem Titel «Ehe-Scheidung-Wiederheirat» statt. Ein paar Fragen dazu an Direktor Dr. Markus Müller.

Panorama: Warum eine Fachtagung «Ehe, Scheidung und Wiederheirat»? Markus Müller: Die Ehe als Lebensform ist heute mehr denn je angefochten. Ihr Scheitern gehört nahezu zur Normalität. Neu- bzw. Wiederheirat ist wie eine Hintertür zur Bearbeitung dieses Scheiterns. Als Christen schwanken wir zwischen kategorischer Ablehnung von Scheidung und vor allem Wiederheirat sowie der Möglichkeit zur Wiederheirat nach erlittenem Scheitern. Was tun? Die Fachtagung soll zu heilsamem Vorgehen in Akutsituatio-

An wen richtet sich die Fachtagung? Müller: Prediger und Pastoren, Gemeindeleiter und Verantwortliche in den Gemeinden. Wenn möglich sollten sie gemeinsam mit ihrem Ehepartner teilnehmen. Was erwartet die Teilnehmer? Müller: Wir werden die unterschiedlichen Spannungsfelder (Ehepartner, Kinder, Gemeinde, Schule, …) angesichts des Scheiterns in der Ehe beleuchten und vor biblischem Hintergrund erarbeiten. Es wird Beiträ-

Und was erwarten Sie von diesen drei Tagen im Februar? Müller: Dass wir biblisch solide, feinfühlige und weitsichtige Lösungswege erahnen und fähig werden, solche Wege in unterschiedlichsten Herausforderungen gehen zu können. Grundsätzlich erwarte ich Einsicht im Hinblick auf ein zukunftsfähiges Handeln der christlichen Gemeinden in einer verwahrlosenden Welt.//

Fachtagung Ehe, Scheidung, Wiederheirat 10.-12. Februar auf St. Chrischona Mehr Infos unter www.esw.chrischona.org

Chrischona Initiative Führungspersonen

Den Schulterschluss wagen Vom 23. bis 25. April lädt die Pilgermission zur ersten Konferenz der Chrischona Initiative Führungspersonen (CIF) ins Konferenzzentrum auf St. Chrischona. Ein paar Fragen an Réne Winkler und Dr. Markus Müller.

Panorama: ‘C-Leaders’, ‘IVCG’, ‘acf - besser führen’, das sind alles Organisationen, die Führungskräfte ausbilden und binden wollen. Wieso gibt es jetzt auch eine ‘Chrischona Initiative Führungspersonen’? Réne Winkler: Führungskräfte sollen die Bedeutung der Gemeinde für ihren Dienst in der Gesellschaft entdecken und den gemeinsamen Schulterschluss wagen. Markus Müller: Wir haben neben der Ausbildung den Auftrag zum Gemeindebau. Dieser geschieht zusammen mit Verantwortungsträgern innerhalb der Berufswelt. Dafür, dass dieser Schulterschluss klappt, setzen wir uns ein – und ergänzen andere Initiativen fröhlich.

Wer soll zur CIF-Konferenz kommen und warum? Müller: Wir laden Führungspersonen aus Wirtschaft, Bildungswesen, Gesundheitswesen, Politik usw. gemeinsam 12

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mit den Predigern und Pastoren zu dieser Konferenz ein. An dieser Konferenz üben wir, was es heisst, miteinander Verantwortung zu übernehmen. Wir glauben an einen gemeinsamen Dienst und an eine gegenseitige Sendung. Hintergrund ist die königliche Priesterschaft, von der Petrus in seinem ersten Brief redet.

auf dieser Konferenz spricht. Was kann uns besseres geschehen?//

Chrischona Initiative Führungspersonen – Potenziale für das Reich Gottes nutzen Die Vision der CIF

Was gewinne ich, wenn ich mir diese drei Tage im April freischaufele? Winkler: Den nötigen Freiraum, den es braucht, um die Hektik des Alltags abzulegen und neue Dimensionen gemeinsamen Dienstes zu entdecken und auszuprobieren. Müller: Gott hat zu uns als Werk, in dem Gemeinde, Ausbildung und Mission zusammengehören, gesprochen. Wir gehen davon aus, dass er auch

Gemeindeleitungen und Führungspersonen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern nutzen die ihnen je anvertrauten Begabungen und Beauftragungen gemeinsam im Hinblick auf die Entfaltung des Reiches Gottes in Gemeinde und Arbeitswelt. Mehr Infos unter

www.cif.chrischona.org


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St. Chrischona – tsc

Foto: Michael Gross

Am tsc wird geprüft und verbessert

HORST SCHAFFENBERGER, SEMINARLEITER

Die Visionstexte treffen mit ihrer Forderung, als Gemeinde und Werk priesterlich in dieser Welt zu dienen, den Nerv der Ausbildung. Die Vision stellt die Frage: Wie bilden wir priesterliche Menschen aus?

Wie bilden wir Menschen aus, die sich als Hauptamtliche, nicht als Einzelkämpfer, verstehen und sich als Teil des Leibes Christi empfinden, um gemeinsam die priesterliche Aufgabe zu erfüllen? Und wie werden die Studenten zu geistlichen und reflektierten Persönlichkeiten, die ihr Leben als priesterlichen Einsatz in diese Welt verstehen? Mit dieser Grundausrichtung treffen die Visionstexte am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc) auf einen Prozess, der uns schon seit einiger Zeit bewegt.

Summer School 2009 Die Sommerwiese für Christen, die es im Urlaub wissen wollen – vom 27.-31. Juli und vom 10.-14. August. Spannende Themen sind geplant: Psychologie und Seelsorge, Griechisch für Verzweifelte, Mitarbeiterführung und vieles mehr. Mehr Infos im Internet: www.tsc.chrischona.ch

Neuigkeiten im Netz Auf der Internetseite des Theologischen Seminars St. Chrischona gibt es regelmässig Neuigkeiten zu lesen über das Leben und Lernen auf dem Berg. Dort findet man auch Berichte von und über Studenten. Eine Auswahl an Diplomarbeiten zu interessanten Themen stehen zum Download bereit. Schauen Sie doch mal rein: www.tsc.chrischona.ch Ô Campus

Menschen zu geistlichen Persönlichkeiten ausbilden Uns am tsc beschäftigt seit geraumer Zeit die Grundfrage, wie wir geistliche Persönlichkeiten ausbilden können. Welche Grundausrüstung wollen und können wir unseren Studenten mitgeben? Und wie muss die Ausbildung am tsc beschaffen sein, um die Entwicklung junger, zukünftiger Hauptamtlicher am besten zu fördern? Um die Herausforderung der Vision einzulösen, sehen wir einen Entwicklungsbedarf für die nächsten fünf Jahre, der alle drei Ebenen der Ausbildung betrifft:

sex University, bei der wir akkreditiert sind, alle fünf Jahre. Der sogenannte «Review 2009» ermöglicht uns, sowohl Unterrichtsinhalte als auch Unterrichtsformen zu verändern. Fragen von Evangelisation, Leiterschaft oder Spiritualität stehen hier an. An dieser Stelle werden wir prüfen, wo uns die Visionstexte neue Aufgaben stellen.

Die Ebene der Lehrpersonen und Mitarbeiter: Wir überlegen, wie wir die geistliche und persönliche Begleitung der Studierenden (z.B. systematisiertes Feedback) verbessern können. So arbeiten wir daran, Dozenten und Betriebsmitarbeiter fit zu machen, den Studierenden ein Gegenüber zu sein, das ihnen hilft, ihr Leben und ihre Persönlichkeit besser zu reflektieren.// Inserat

Die Ebene der Studenten: Wir sind momentan dabei, die Veränderungen auszuwerten, die durch die Reform «tsc 03plus» ab 2003 eingeführt wurden. Wir überprüfen die wesentlichen Bestandteile der Reform: beispielsweise das eigenverantwortliche Lernen, die Qualität des geistlichen Lebens, das Mentoring, das Praxisstudienjahr (PSJ). Die Ergebnisse der Evaluation fliessen ein in Veränderungsprozesse der Ausbildung.

Die Ebene der Inhalte und Lehrformen: Wir werden in diesem Jahr eine umfassende Reform des Lehrplans durchführen. Dazu verpflichtet uns die Middle15


Gmeinde Schweiz

Es ist möglich – mit Gott!

Wie wird Gottes Vision Realität? Gott hat eine Vision für uns: Jesaja 61,1-3 und 1. Petrus 2,9! Das hat er uns in den letzten eineinhalb Jahren klar gemacht. Der Dienst von Jesus an uns ist der entscheidende Anfang (Jesaja 61). Die uns zugesprochene Identität ist die entscheidende Voraussetzung (1. Petrus 2,9). Unser tatsächlicher und wortwörtlicher Dienst an den Menschen ist die logische Auswirkung! Wie aber wird Gottes Vision eine Realität, die man an uns beobachten und durch uns erleben kann?

Uns nicht begrenzen lassen Die Erfahrung lehrt uns, dass es eigentlich unmöglich ist. Wir haben uns schon so viel vorgenommen und es ist meistens wenig daraus geworden. An schönen und grossen Worten hat es kaum je gefehlt. Aber es fehlte die Tat oder vielInserate

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leicht der lange Atem, das richtige Verständnis oder die richtigen Leute. Es wird wohl kaum anders sein, auch wenn wir jetzt von einer neuen Vision reden. Wenn nicht die ernüchternden Erfahrungen das letzte Wort haben, wenn nicht Foto: www.stckxcng.com

RENE WINKLER

unsere Schlauheit den Unterschied macht, wenn nicht unsere Kräfte die definitive Begrenzung sind, wenn nicht mit unserer Treue alles steht und fällt, sondern mit Gott, dann ist nichts unmöglich.

Die Jahreslosung legt vor Es gibt zwar vieles, was wir unmöglich können. Bei Jesu Jüngern war es ihre Beziehung zu ihrem (geringen!) Besitz, die es unmöglich erscheinen liess, dass sie je gerettet werden und in den Himmel kommen. Jesus sagte seinen einsichtigen Jüngern: «Was bei Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich!» (Lukas 18,27). Wenn dieses Wort von Jesus schon die Jahreslosung für 2009 ist, dann wollen wir es erst recht glauben: Es ist sehr leicht möglich, dass Gott seine Vision mit uns verwirklicht!//


Gemeinde – Leute Zum Tod von Georges Blaser

Ein feuriger Evangelist und herzlicher Bruder RUTH WALLMEROTH

Georges Blaser wurde am 10. Dezember 2008 in seiner Heimatgemeinde Reinach (Aargau) zur letzten Ruhestätte begleitet. Er starb kurz vor seinem 88. Geburtstag im festen Vertrauen und tiefen Glauben an Jesus Christus, dem er sein ganzes Leben mit Eifer und grosser Liebe diente. Der gelernte Schreiner vernahm schon in früher Jugend den Ruf in den vollzeitlichen Dienst. Nach seiner Ausbildung von 1942 – 1945 am Theologischen Seminar St. Chrischona fügte er ein Studienjahr in der französischen Schweiz an. Das bewirkte, dass er zuerst in den Gemeinden Saverne und Mulhouse im Elsass eingesetzt wurde. Zeitlebens blieb er dem Elsass tief verbunden. Weitere Stationen als Prediger waren die Chrischona-Gemeinden in Renens, Mattwil, Stäfa und Brugg. Er war ein engagierter Prediger, dem das innere Wachs-

tum der einzelnen Personen in der Gemeinde stets ein grosses Anliegen war. Mit der Zeit zeigte sich immer deutlicher seine evangelistische Begabung, sodass ihn die Leitung der Pilgermisson ab 1982 als Evangelist freistellte. Mit seiner frohen und liebevollen Art hat er vielen Menschen den Weg zum Glauben an Jesus gezeigt. Die Pilgermission ist dankbar für den jahrelangen Dienst, den Georges Blaser in aller Treue und Hingabe getan hat. Seiner Frau

Hanna und der ganzen Familie wünscht sie Gottes Beistand und seinen helfenden Trost.//

Todesfälle 28. Sept. 2008: Dorli NeukomWerthmüller (79), CH-Andelfingen im Nov.: Hildegard Raupp, D-Stutensee, tsc-Absolventin 1976 5. Nov.: Else Sigwart, D-Puschendorf, Witwe von Wilhelm Sigwart, tsc-Absolvent 1929 3. Dez.: Georges Blaser, (87) CH-Leimbach AG, tsc-Absolvent 1946 5. Dez.: Ernst Gollub, (73), CH-Beinwil am See, tsc-Absolvent 1963

Adressenänderungen Diese Adressänderungen betreffen Absolventen des Theologischen Seminars St. Chrischona und Mitarbeiter der Pilgermission. Wir sind dankbar, wenn Sie uns Adress- und Mail-Änderungen mitteilen. Bitte senden Sie diese an: pm_admin@chrischona.ch Markus und Monika Salzmann Truttikerstrasse 34 CH-8450 Ossingen Joachim und Marlen König Am Flensunger Hof 12 D-35325 Mücke

Menschen in unseren Gemeinden Geburten 13. Aug.: Noah Amiel Sames, D-Riedstadt 3. Sept.: Tim-Yan Bolliger, CH-Seewis Dorf 27. Sept.: Joan Joel Jäggi, CH-Stammertal 30. Sept.: Riana und Zoe Weibel, CH-Stammertal 15. Okt.: Lina Zymna, D-Bad Nauheim 21. Okt.: Josia Meier, CH-Bauma 21. Okt. 2008: Jeal Leuenberger, CH-Lenzburg 6. Nov.: Alessia Joline Wenger, CH-Stammertal 8. Nov. 2008: Timon Martin Lenz, D-Freiburg 10. Nov. 2008: Aaron Levi Balliet, CH-Freienstein-Rorbas 17. Nov. 2008: Benjamin Brunner, CH-Bäretswil 27. Nov.: Avital und Asriel Roth, CH-Weinfelden 18. Geburtstag 14. Jan.: Timothy Nef, CH-Brunnadern 20. Jan.: Luca Mariani, CH-Zürich (Bethel) 22. Jan.: Kevin Moser, CH-Bauma 28. Jan.: Felix Hörnlimann, CH-Schaffhausen

29. Jan.: Noemy Eichenberger, CH-Reinach AG 1. Feb.: Gian-Andrea Bösch, CH-Unterstammheim 5. Feb.: Mirjam Schlatter, CH-Schaffhausen 8. Feb.: Tamara Müller, CH-Schleitheim 15. Feb.: Simon Brumhard, D-Nidda 17. Feb.: Nadia Lüthi, CH-Schöftland-Rued 18. Feb.: Joelle Dipner, CH-Muttenz 20. Feb.: Fanny Bollier, CH-Zürich (Bethel) 80. Geburtstag 10. Jan.: Liesel Schütz, D-Butzbach 24. Jan.: Hanny Dehlinger, CH-Hallau 30. Jan.: Ursula Baumgart, D-Niederstotzingen 31. Jan.: Walter Gut, CH-Amriswil 21. Feb.: Ruth Krähenbühl, CH-Romanshorn 22. Feb.: Walter Stoll, CH-Hallau 23. Feb.: Martha Jordi, CH-Brugg 6. Feb.: Margarete Köpf, D-Altheim

Inserate

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Gemeinde Gemeinsames Projekt

Wo verbringt unsere christliche Jugend den Samstagabend, und was können wir ihnen bieten? Wie erreichen wir Menschen, die nie in eine Kirche gehen würden, mit dem Evangelium? Was können wir als Gemeinden in einer Region erreichen, wenn wir uns zusammen hinter ein gemeinsames Projekt stellen? Zu diesen und ähnlichen Fragen haben Jürg und Esther Peter, Prediger der Chrischona-Gemeinde Volgelsheim (Elsass), mit dem Verein «Liberty Planet» eine interessante und ansteckende Antwort gefunden.

Seit drei Jahren träumen Jürg und Esther Peter davon, am Oberrhein ein christliches Freizeit- und Begegnungszentrum zu eröffnen. Die Vision Inserate

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für solch ein Zentrum hatten sie schon Anfang der 1990er Jahre während ihrer Ausbildung an der Bibelschule Emmaüs in St. Legier. Vor drei Jahren geschah ein erstes Wunder: Sie wurden mit dem gesamten Inhalt eines Skate-Parks in der Schweiz beschenkt. Mit Hilfe einiger Freunde wurde der Park abgebaut und in Lagerhallen in Frankreich gelagert. Christen verschiedener Gemeinden aus dem Elsass und der Region Kaiserstuhl in Deutschland konnten für das Projekt «Liberty Planet» gewonnen werden. Am 18. Oktober 2008 wurde dann der Verein «Liberty Planet» gegründet. Jeden Monat treffen sich bis zu 30 Personen aus 8 verschiedenen Gemeinden zu Gebetstreffen. Die Treffen sind zweisprachig.

Foto: Sandra Moser

Liberty Planet – Zentrum der Begegnung am Oberrhein

Noch ein Wunder Vor ein paar Monaten hat Gott ein weiteres Wunder getan. Seit diesem Jahr kann der Verein «Liberty Planet» in einer modernen Fabrik im elsässischen Algolsheim eine Halle mit über 1500 Quadratmetern günstig mieten. Die Fabrik wurde vor kurzem von einem Christen aus dem benachbarten Volgelsheim gekauft, um darin ein Restaurant und ein Bowling Center zu eröffnen sowie Büroräume zu ver-


mieten. Die Vision eines Freizeit- und Begegnungszentrums für die Region nimmt immer mehr Gestalt an. Der besondere Vorteil: das Gebäude steht nur zwei Kilometer entfernt von Breisach und der deutschen Grenze.

Ermutigt von der Jahreslosung Die Jahreslosung 2009 aus Lukas 18,27 erfahren die Initiatoren des Projekts hautnah: «Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.» Jürg und Esther Peter staunen über Gottes Führung und Wunder. Die Freude und die Erwartungen sind gross. Im Laufe dieses Jahres soll das Zentrum entstehen. Das Angebot im Liberty Planet wird gross: Skatepark, Kinderspielplatz, Fussballspielfeld, Kletterwand, ein Café, Tischtennis und Tischfussball. Jürg und Esther Peter wollen das Projekt weiteren Gemeinden bekannt machen. Im Sommer sollen zwei Arbeitswochen orga-

nisiert werden, an denen sich freiwillige Helfer beteiligen können.

Hoffnungsträger sein

Liberty Planet

«Für die vielen Ermutigungen, die wir im Zusammenhang mit diesem Projekt erfahren haben, sind wir sehr dankbar», sagen Jürg und Esther Peter. «Wir sind überzeugt, dass unsere Welt solche Projekte als Hoffnungsträger braucht. Denn unser Wunsch ist es, dass Menschen Jesus begegnen, und sie durch diese Begegnung neue, echte Freiheit (Liberty) erleben dürfen.» //

DerVerein «Liberty Planet» wurde am 18. Oktober 2008 von 30 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. In dem Projekt engagieren sich Christen verschiedener Gemeinden aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz.

Gebetstreffen Jeden vierten Montag im Monat finden in der angemieteten Halle in Algolsheim Gebetstreffen statt. Die nächsten Treffen: 26. Januar und 23. Februar. Herzliche Einladung dazu!

Sponsoren und Mitarbeiter willkommen Der Verein freut sich über Sponsoren, Helfer und neue Mitglieder.

Kontakt Jürg und Esther Peter Tel.: +33 (0)389 72 84 44 libertyplanet.peter@gmail.com Jürg und Esther Peter

Inserate

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Wir Chrischona Frauen Jesus gibt Würde und Wert Ein Gespräch mit Margret Steinberg, Leiterin des Trägerkreises für Frauenarbeit im Chrischona-Gemeinschaftswerk (TFC).

Freizeiten für Frauen Bibelfreizeit für Frauen

«Vergnügt - Erlöst - Befreit» 20. - 25. März, Flensunger Hof in Mücke Blaumachen im Grünen

14. - 17. Mai im Christlichen Gästehaus Allgäu Weite in SulzbergMoosbach Fühl-Dich-Wohl-Wochenende

2. - 4. Oktober, Flensunger Hof in Mücke

Die Leitsätze des TFC - Glauben entdecken - Ermutigung erleben - Identität finden - Lebenshilfe erfahren - Kompetenz erlangen

Kontakt: TFC - Trägerkreis für Frauenarbeit im Chrischona-Gemeinschaftswerk Margret Steinberg Tel.: +49 (0)6403 2476 margret.steinberg@stami.de

Panorama: Wer steckt hinter dem TFC? Margret Steinberg: Zum TFC, der seit 1997 besteht, gehören fünf Frauen, die die Arbeit ehrenamtlich ausführen. Über die Frauenbeauftragten der Gemeinden geben wir Impulse und Informationen weiter. Wir organisieren Ermutigungsnachmittage in den Regionen. Vernetzt sind wir mit der Arbeitsgemeinschaft biblische Frauenarbeit (ABF), dem Gnadauer Arbeitskreis Frauenarbeit sowie dem christlichen Forum für Frauen in Deutschland FILIA (Frauen in Leitung in Aktion, www.filia.de). Wir bieten Seminare und Freizeiten an. Im November 2009 planen wir unser nächstes Klausurwochenende. Panorama: Gibt es für das Jahr 2009 etwas hervorzuheben? Steinberg: Wir bieten drei Freizeiten an: eine Bibelfreizeit im März eine Zeit des «Blaumachens» im Mai und ein «Fühl-dich-wohl-Wochenende» im Oktober. Die Besucherinnen sind so unterschiedlich und vielseitig wie Frauen eben sind. Unsere Angebote sollen Orte der Hoffnung und Zuversicht sein. Übrigens liegen die Prospekte seit November in jeder Chrischona-Gemeinde in Deutschland aus. Panorama: Haben Sie für das Jahr 2009 Ziele formuliert? Steinberg: Zu meinen Zielen gehören die Organisation und Leitung von Veranstaltungen sowie die Sitzungen des TFC. Ich bin Delegierte des CGW in der Delegiertenversammlung, bei der ABF und bei FILIA. Ich halte Vorträge, beispielsweise zu dem Thema «Identität finden». Panorama: Was verbinden Sie mit den Visionstexten? Steinberg: Falsche Bilder in Kopf und Herz bewirken

Brunnen Verlag Gießen

Dem Herzschlag der Gnade folgen «Der Ruf bleibt immer derselbe: Unser Herz öffnen für die Gnade, unsere Augen öffnen für die Vision von Jesus, unser Ohr öffnen für den Ruf in eine verbindliche Beziehung zu ihm», schreibt Pete Greig in seinem Buch ‘The Vision’. Er fordert heraus, in der Zeit der Postmoderne Jesus im Blick zu behalten und seinen Auftrag an seine Nachfolger umzusetzen. Dem Herzschlag der Gnade zu folgen und engagiert zu leben für diese Welt, denn «wir leben in einer Welt, die verzweifelt diesen Gott braucht, an den sie nicht mehr glauben will». 20

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Elend, zerbrochene Herzen, Gefangenschaft und Gebundenheit. Christus bringt die Botschaft: «Du darfst sein! Du bist begabt, gewollt, beauftragt, wertgeachtet. Ich schuf dich als Frau, um in schöpferischer Ergänzung in dieser Welt Identität zu leben. Ich gebe dir Würde und Wert.» Das verkündige ich und will es leben.

Pete Greig The Vision Der Herzschlag der Gnade – engagiert Leben für die Welt 304 Seiten, Taschenbuch ISBN 978-3-7655-4018-9 € 12,95 (D)/ CHF 23,40 Brunnen Verlag Gießen

Margret Steinberg (60) ist seit 1982 verheiratet mit Bastin, Prediger in der Evangelischen Stadtmissionen in Linden. Sie haben drei erwachsene Kinder. Sie ist Kindergärtnerin, Gemeindediakonin, Hausfrau.


Kinder und Jugend Deutschland

Wir ernten, was wir säen

Christhard Bidlingmaier ist seit Oktober vergangenen Jahres neuer Hauptreferent beim ECJA, der Jugendarbeit des Chrischona-Gemeinschaftswerks in Deutschland. Michael Gross sprach mit ihm über die Nöte der Jugendlichen von heute, worauf es bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ankommt – und warum Jugendliche auch ihren Platz in der Gemeinde-Mitgliederversammlung haben.

Panorama: Was macht ein ECJA-Hauptreferent so? Christhard Bidlingmaier: Hauptaufgabe ist, die Chrischona-Jugendarbeit in Deutschland zu koordinieren, zu betreuen und zu begleiten, beispielsweise durch Schulungen, Freizeiten, vor Ort in den Jugendkreis gehen. Der Wirkungsbereich des ECJA erstreckt sich von Lörrach im Südwesten über die Schwäbische Alb im Osten bis kurz vor Kassel im Norden. Das heisst: Ich bin viel unterwegs im Land. Aufgrund des weiten Gebietes, werden die einzelnen Regionen auch noch von acht Jugendreferenten betreut. Vor meiner Berufung zum Hauptreferenten des ECJA war ich Regional-Referent in Giessen – neben meiner Tätigkeit als Kinder- und Jugendpastor in der Evangelischen Stadtmission Giessen.

Worauf kommt es an bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen? Bidlingmaier: Drei Dinge sind wichtig: Erstens sollten die Mitarbeiter ein Herz, eine Leidenschaft für Jugendliche und Kinder mitbringen. Zweitens kostet die Arbeit mit Jugendlichen und Kindern Zeit. Sie darf in einer Gemeinde nicht bloss eine Nebensache sein, die von der «Kindertan-

te» betreut wird. Die Kinder und Jugendlichen sind Gemeinde von heute und die Ältesten von morgen. Wir sollten den biblischen Rat beherzigen: Was ihr sät, werdet ihr auch ernten. Wer heute Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gestalten möchte, muss ausserdem deren Nöte und Sorgen kennen. Wenn wir christus-gemässe Jugendarbeit machen wollen, dann müssen wir in unseren Gemeinden den Nöten der Kinder und Jugendlichen begegnen.

«Kinder und Jugendliche sind Gemeinde von heute und die Ältesten von morgen.» Welche Nöte haben die Kinder und Jugendlichen von heute? Bidlingmaier: Bei einer Umfrage in Thüringen wurden Menschen einmal danach gefragt, was heute Werke der Barmherzigkeit in Anlehnung an Mat-

Das Team in der Geschäftsstelle des ECJA in Mücke-Flensungen (von links): Hauptreferent Christhard Bidlingmaier mit Ehefrau Hanna, Sekretärin Ruth Reitz und Praktikantin Manuela Falk.

thäus 25 seien. Das Resultat: sieben ‘Werke der Barmherzigkeit’, die wir auch grösstenteils auf unsere Jugendlichen und Teens übertragen können. Die Liste beginnt mit «Du gehörst dazu» – Ausgrenzung ist eine grosse Not in unserer Gesellschaft, auch Jugendliche und Kinder erleben das. Der nächste Punkt: «Ich höre dir zu» – Jugendliche brauchen Menschen, die ihnen zuhören, die sie ernst nehmen und ihnen vertrauen. «Ich rede gut über dich» – jeder möchte, dass gut über einen geredet wird, auch Jugendliche. Wir sind schnell im Kritisieren, dabei sollten wir vielmehr das Positive hervorheben. Der vierte Punkt «Ich gehe ein Stück mit dir» könnte gerade die Älteren in der Gemeinde ansprechen, auf Jugendliche zuzugehen und zu signalisieren: Ich bin für dich da und habe echtes Interesse an dir. Das fünfte ‘Werk der 21


Kinder und Jugend

Barmherzigkeit’ betrifft das Teilen: Wenn wir grosszügig sind, dann erleben Jugendliche das sehr positiv. Und sie merken sehr wohl, wie viel sie der Gemeinde wert sind, wenn das alte, ausrangierte Sofa für den Jugendraum gerade gut genug ist. Der sechste Satz in der Liste heisst «Ich besuche dich» – früher habe ich als Mitarbeiter in der Jugendarbeit meiner Gemeinde die Ju-

Kontakt ECJA Geschäftsstelle Am Flensunger Hof 10 35325 Mücke-Flensungen Tel.: +49 (0) 6400-509 99 Fax: +49 (0) 6400-509 91 E-Mail: geschaeftsstelle@ecja.de Internet: www.ecja.de

gendlichen manchmal kurz besucht. Daran erinnern sie sich heute noch. Die Liste der ‘Werke der Barmherzigkeit’ beschliesst der Satz «Ich bete für dich» – ob es nun eine Not der Jugendlichen ist, dass zu wenig für sie gebetet wird, weiss ich nicht. Aber mir ist noch kein Mensch begegnet, der es abgelehnt hätte, dass ich für ihn betete. Da klingt die Forderung an die Gemeinden mit: Findet heraus, welche Nöte die Jugendlichen und Kinder in eurem Dorf, in eurer Stadt haben. Bidlingmaier: Es wäre doch ein Traum, wenn die Leute – egal welchen Alters und welcher Herkunft – wüssten: In einer ChrischonaGemeinde werden meine Nöte wahrgenommen, dort ist Platz dafür. Was ist eigentlich so toll daran, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten? Bidlingmaier: Es ereignet sich unheimlich viel in den verschiedenen Lebensphasen der Kindern und Jugendlichen. Es ist einfach toll, junge Menschen zu begleiten und mitzuerleben, wie sie im Glauben vorwärts kommen. Und als Mitarbeiter wird man gnadenlos gespiegelt, Jugendliche sind einfach direkt. Das kann auch mal hart sein, meistens jedoch sehr ermutigend. Was erwartet den ECJA im neuen Jahr? Bidlingmaier: Für viele Teens und Jugendliche sind die Freizeiten

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CHRISCHONA

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Kommunikation&Medien St. Chrischona «Marktplatz» Chrischonarain 200, CH-4126 Bettingen wolfgang.binninger@chrischona.ch

Prediger mit Herz für Kinder und Jugendliche: Christhard Bidlingmaier.

des ECJA Höhepunkte des Jahres. Zum Beispiel das ECJACamp über Himmelfahrt, zu dem wir über 500 Jugendliche erwarten. Ausserdem wollen wir kontinuierlich Schulungen für Mitarbeiter anbieten. Und zwar jeweils im Februar eine kleine, und im Herbst ein grosse, mehrtätige


Mitarbeiterschulung. Bei den Schulungen können wir auch die für die jeweiligen Bundesländer Baden-Württemberg und Hessen geltenden Jugendleiterkarten ausstellen. Die Seminarmodule entsprechen den Vorgaben der Länder. Gibt es etwas, was Ihnen Sorgen bereitet? Bidlingmaier: Ich höre immer mal wieder Klagen über die Jugend: sie sei schwierig, unverbindlich, man könne sich auf Jugendliche nicht verlassen. Da ist vielleicht auch was Wahres dran. Aber: Führen wir unsere Jugendlichen denn überhaupt in eine Verbindlichkeit hinein? Ich wüsste da eine Möglichkeit: Fragen wir sie doch, ob sie in der Gemeinde Mitglied werden möchten. Ab dem Alter von 14 Jahren ist das immerhin schon möglich. Das würde bedeuten, dass Jugendliche auch Verantwortung tragen müssten in der Gemeinde. Und was, wenn 14-Jährige plötzlich in der Mitgliederversammlung sitzen und mitbestimmen möchten? Bidlingmaier: Ich gebe zu, für die ältere Generation in der Gemeinde mag das ein komisches Gefühl sein. Aber wir sollten diese Rolle den Jugendlichen zutrauen und die Herausforderung annehmen. Das würde zu einem wirklichen Miteinander der Generationen in den Gemeinden führen.

Im Chrischona-Panorama 8-2008 sagte der Zukunftsforscher Dr. Andreas Walker, dass der Beruf des Jugendpastors irgendwann ein Auslaufmodell werden könnte – weil sich die Bevölkerungsentwicklung hin zu mehr älteren und weniger jüngeren Menschen hinbewegt. Was sagen Sie dazu? Bidlingmaier: Dass der Beruf des Jugendpastors ein Auslaufmodell wird, glaube ich nicht. Kinder und Jugendliche wird es immer geben. Vielleicht wird es in Zukunft weniger der Fall sein, dass ein Pastor in der Gemeinde allein für Kinder- und Jugendarbeit zuständig ist. Auch wenn es in Zukunft weniger Kinder und Jugendliche gibt, ist die Arbeit nach wie vor sehr wichtig. Denn die Glaubensgrundlagen fürs weitere Leben werden in den jungen Jahren gelegt.

Christhard Bidlingmaier (30) ist

seit September 2008 Hauptreferent beim ECJA, der Kinder- und Jugendarbeit des Chrischona-Gemeinschaftswerks in Deutschland. Er ist verheiratet mit Hanna. 2005 absolvierte er das Theologische Seminar auf St. Chrischona und wurde anschließend als Zweitpastor in der Evangelischen Stadtmission Giessen mit dem Schwerpunkt Kinderund Jugendarbeit angestellt. In diese Stelle integriert war die lokale Betreuung der Chrischona-Jugendarbeiten als ECJA Regional-Referent.

Inserate

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Jugend Schweiz

«Man kann cool und mündig sein» Sechs Verbände, ein Gedanke: Jugendliche Leiter in die Mündigkeit führen und eine nächste Generation nachziehen, die nachhaltig Jugendarbeit gestaltet. Eine Generation, die nicht nur auf Fun und coole Events steht, sondern auch wissen will, wie Reife und Mündigsein gelingen. So die Ziele beim 8. newleaders Jugendleiterkongress am 15. und 16. November auf St. Chrischona. Dorothea Gebauer sprach mit Christian Schmitter, Leiter Jugend Chrischona Schweiz.

Panorama: Im November trafen sich 350 Jugendleiter aus sechs Verbänden auf St. Chrischona. Wie sind die Besucher nach Hause gegangen? Christian Schmitter: Sie sind im Team und nicht allein in ihre Gemeinden zurückgegangen. Mit ihrem Team verbrachten sie viel Zeit, genossen den Lobpreis und spannende Workshops. Ausserdem wissen sie genau, was sie als Team wann anpacken werden. Sie sind natürlich hoch motiviert. (lacht)

Panorama: Warum hier auf dem Berg auf St. Chrischona? Warum mit dem Theologischen Seminar (tsc) zusammen? Schmitter: Newleaders arbeitet mit acht Schulen/Ausbildungsstätten zusammen, das war immer Teil des Konzepts. Jede Bibelschule stellt uns vier Helfer zur Verfügung, wobei der Beitrag des tsc der grösste ist. Dieses Jahr haben Studenten des tsc ein megacooles Anspiel aufgeführt. Unter der Leitung von Stefanie Walter haben sie einen wunderschönen Gebetsraum hergerichtet und Tabea Neukom hat mit mir die Moderation der gesamten Veranstaltung übernommen. Wir bekommen hier auf dem Berg zudem eine Infrastruktur zu Konditionen geliefert, die anderswo gar nicht möglich wären, wir könnten sie schlicht nicht bezahlen. Panorama: Ziel eures Treffens war unter anderem, die Mündigkeit der Mitarbeiter zu fördern. Zum Gähnen langweilig – könnte die Spassgeneration sagen. Sie braucht doch eher coole Happenings, oder nicht? Schmitter: Zum einen: Man kann cool und mündig sein. Einer unserer Leiter hat einmal gesagt: Gott ist nicht cool – er ist viel mehr. Dass die Spasskultur nur kurzfristig bindet, ist mittlerweile auch in unserer Leitergeneration angekommen. Atemberaubende, emotionale Events und verbindliche kleine Gruppen – es braucht beides. Es ist auch nicht nötig, das eine oder andere gegeneinander auszuspielen. EL CAMPO war ein grossartiges, riesiges Massenerlebnis, CREA ebenfalls. Wir in der Leiterschaft merken aber: Wenn wir Leute in den Gemeinden haben wollen, die langfristig etwas entwickeln und bewegen wollen, müssen kleinere Strukturen, muss Jüngerschaftsschulung her. Panorama: Der newleaders-Kongress fand zum achten Mal in Folge statt. Wie lautete die Ursprungsidee? Schmitter: Es begann damit, dass sich die Jugendsekretäre verschiedener Verbände untereinander austauschten. Man wollte keine Konferenz, zu der man jemanden von ausserhalb kommen lässt, und die mit schweizerischen Verhältnissen gar nichts zu tun hat. Wir wollen miteinander unser ureigenes Ding stemmen. Das findet beispielsweise darin seinen Ausdruck, dass der Lobpreis in Mundart stattfindet. Der Band-Leiterin Andrea Steiner vom CLZ Burgdorf ging es

nicht darum, ein Konzert zu machen, sondern mit ihren Liedern zu dienen. Sie schreibt manche Lieder auch selbst. Panorama: VFMG, BESJ, FEG Jugend, Youthplus, Jugendbereich der SEA – das ist Fusionieren, Vernetzen. Zu welchem Zweck? Schmitter: Wir leben das Motto: ‘zäme stärcher’ (gemeinsam stärker). Es könnte ja sein, dass der politische Druck in unserem Land wächst, dann ist so was wichtig. Diese Art des Zusammengehens könnte auch für Chrischona-Gemeinden in der Schweiz in Zukunft modellhaft sein und wird ja bereits in kleinen Orten praktiziert. Das hat eine Stärke und Schwäche gleichzeitig. Die mögliche Schwäche: Die Bindung an die Marke Chrischona wird beinahe unwichtig. Die Stärke: Der Allianzgedanke wächst, das Reich Gottes wird gebaut.

Internet www.newleaders.ch www.jugend.chrischona.ch

Termine 2009 28. März

Jugendleitermeeting für alle Jugendleiter der Chrischona-Gemeinden Schweiz www.jugendleitermeeting.ch 19.-21. Juni

CREA! Das Jugendmeeting auf St. Chrischona www.crea-meeting.ch 21.-22. November

newleaders Jugendleiterkonferenz auf St. Chrischona www.newleaders.ch Jugendleiter aus verschiedenen Verbänden aus der Schweiz trafen sich zu einem Kongress auf St. Chrischona.

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Herzblatt einmal anders: als cooles Anspiel von tsc-Studenten beim newleaders Jugendleiterkongress.


Foto: Birgit-Cathrin Duval/bcmpress

St. Chrischona - Finanzbericht

Hoffnungsvoll mit Blick nach vorne ATTILIO CIBIEN, LEITER FINANZEN (CFO)

«Seid nur nicht so schonend! Sie werden mir in der Ewigkeit danken für jeden Franken, den ich ihnen abgenommen habe.» (C. F. Spittler)

Sicherlich hatte schon unser Werksgründer, als er das sagte, seinen Blick auf das Reich Gottes gerichtet, auf etwas, das Ewigkeitswert hat. Ich gehe mit ihm einig und bin überzeugt, dass darauf ein gewaltiger Segen liegt, wenn wir unsere Solidarität und unsere Treue ihm und seinem Auftrag gegenüber zum Ausdruck bringen. Gott hat das in seinem Wort verheissen!

Wie viel ist genug? Jetzt, Mitte Dezember, da ich diese Zeilen schreibe, merkt man in der Buchhaltung, dass kräftig gespendet wird. Wie es Ende Jahr aussehen wird, wissen wir heute noch nicht. In dieser Spannung müssen wir weiterhin leben und auf Gott vertrauen. Der Spendeneingang lässt jedoch Hoffnung aufkommen und zeigt sich von einer ganz guten Seite. Durch die Aktion «Kleine Spende – grosse Wirkung» sind ebenfalls namhafte Beträge eingegangen. Diese belaufen sich bis heute auf etwa 30 Prozent unserer Erwartungen. Wir hoffen und beten, dass uns die restlichen 70 Prozent im

Dezember auch noch erreichen, so dass das Defizit – das Spendenloch von 735.000 Schweizer Franken – doch noch gestopft werden kann. Mir ist es ein grosses Anliegen, das Jahr 2008 mit einer ausgeglichenen Rechnung abschliessen zu können. Ich vertraue darauf, weil Gott gesagt hat, er versorgt uns. Das Komitee hat in seiner letzten Sitzung im Jahr 2008 auch den Haushaltsplan (Budget) für 2009 genehmigt. Die Gaben wurden um fast 400.000 Franken gegenüber dem Budget 2008 reduziert – und dies bei ständig steigenden Kosten von aussen. Es musste an vielen verschiedenen Stellen Abstriche vorgenommen werden. Die Frage «wie viel ist genug?» beschäftigt uns auf allen Ebenen.

Gott setzt Finanzen frei Dies durften wir auch im vergangenen Jahr eindrücklich erleben. Mehr als 3 Millionen Franken an freiwilligen Gaben wurden der Pilgermission für ihren Dienst zur Verfügung gestellt. Geld, das für Studenten, Dozenten, für den Betrieb auf St. Chrischona gegeben wurde, damit wir den Auftrag ausführen können. Ich spüre viel Dankbarkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sei es von Studenten, weil sie auf St. Chrischona sein dürfen, weil sie im Glauben gestärkt und in der Theologie ausgebildet werden. Oder weil sie für einen Dienst in der Welt, sei es in der Schweiz, in Deutschland oder an einem anderen Platz auf dieser Erde ausgerüstet werden. Dass dies überhaupt möglich ist, dass diese Grosszügigkeit auf St. Chrischona gelebt werden kann, dass wir Menschen vorbereiten und in die Welt hinaus senden, das alles wird durch die vielen Spender ermöglicht, die dieses Werk so tatkräftig unterstützen. Im Brief an die Philipper dankt Paulus mit folgenden Worten: «Dabei geht es mir nicht um das Geschenk, sondern um die Frucht, die hieraus erwächst. Gott wird euch für eure Liebe und Fürsorge belohnen.» (Philipper 4,17)

Keine Panik Ja, die gesamte Finanzwelt ist aus den Fugen geraten, die Menschen sind ratlos, wie in dieser Situation jetzt vorzugehen ist. Auch die täglichen Sorgen sind nicht weniger geworden. Es gilt, weise Entscheidungen zu treffen, gerade im Bereich der Finanzen. Wichtig erscheint mir, dass wir hinhören und Gott fragen, an welchen Aufgaben wir arbeiten sollen. Vielleicht gibt es auch Dinge, die wir nicht weiter verfolgen sollen, aber dafür neue, andere Herausforderungen in Angriff nehmen müssen. Lassen wir uns nicht verunsichern. Panik entspricht nicht Gottvertrauen. Schauen und vertrauen wir ganz auf unseren Herrn. Erstaunlich, was Christian Friedrich Spittler auch zu diesem Thema bereits vor so langer Zeit sagte: «Lasst uns Gutes tun und nicht müde werden. Wegen des Geldes wollen wir auf den Herrn schauen. Millionen liegen genug da, aber wenn der Herr sie nicht in Bewegung setzt, so bringen wir sie nicht vorwärts. Aber oft gibts einen Stoss, dass sie sich bewegen.» (C.F. Spittler)

Es stimmt, wenn Gott Menschen in Bewegung setzt, kommt seine Sache voran. Er ist der Motivator, er setzt auch Finanzen frei.

Danke von Herzen Von Herzen danken wir Gott und letztlich Ihnen für Ihre treue Unterstützung und das Mittragen und Mitarbeiten an Gottes Auftrag in dieser Welt. Danke für Ihre Gaben. Danke für alle Gebete, speziell auch für die Führungsverantwortlichen. Wir alle bleiben täglich auf Gottes gnädiges Führen angewiesen. Ich bin sicher, dass Gott das Grosse, das Sie im vergangenen Jahr für die Pilgermission getan haben, auch reichlich belohnen wird.

Finanztipp aus der Bibel «Besser ein Armer, der in seiner Unsträflichkeit wandelt, als ein Reicher, der auf verkehrten Wegen geht.» (Sprüche 28,6)

Wer das Buch der Sprüche liest, wird schnell entdecken, dass sein Verfasser grosse Befürchtungen vor den zerstörerischen Wirkungen des Reichtums hatte. Er konnte ihm wenig Gutes abgewinnen. Das kam jedoch nicht daher, dass er Reichtum grundsätzlich für etwas Böses hielt. Vielleicht lässt es sich mit Dynamit vergleichen: Wenn wir Dynamit nutzbringend anwenden, lässt sich viel bewegen und verändern. Bei falschem Gebrauch wirkt die Sprengkraft aber zerstörend. Der Verfasser stellt fest, dass Armut dem Reichtum vorzuziehen ist, wenn man dadurch ein unsträfliches Leben führen kann. Eine solche Lebenshaltung ist nicht genetisch bedingt und stellt sich auch nicht automatisch ein. Man kann sie entwickeln, so wie man bestimmte Fähigkeiten entfaltet oder sich besondere Kenntnisse aneignet.

Spenden ungenannt Wir danken allen anonymen Spendern von Herzen für ihre eingelegten Gaben. Sie helfen uns, den Bau von Gottes Reich voranzutreiben.

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Kinder KIDS TREFF Seminartage – seit Jahren ein Gewinn HANS FORRER

Mit einem verbesserten und angepassten Programm finden am 28. Februar 2009 in Bern und am 14. März in Winterthur wieder die KIDS TREFF Seminartage statt. Alle Kindermitarbeiter können als Team anreisen, am Vormittag eines von drei Wahlseminaren besuchen und am Nachmittag an einem Fachseminar teilnehmen, das ihrem Spezialbereich entspricht. Auch Sonntagsschullehrer profitieren von diesen Angeboten, selbst wenn sie in ihrer Gemeinde keine KIDS TREFF Kindergottesdienste einsetzen.

Seit bald zehn Jahren arbeiten Chrischona-Gemeinden in der Schweiz nach dem Modell von KIDS TREFF. Im Herbst 2008 waren es über 50 Gemeinden. Der Unterschied zur Sonntagsschule, wie wir sie von früher kennen, in der meist eine Person für das ganze Kinderprogramm zuständig war: Bei KIDS TREFF sind die Mitarbeiter ihren Gaben entsprechend eingesetzt. Wen Gott begabt hat zu lehren, der gestaltet den Lehrteil im Plenum; wer seine Fähigkeiten im Singen und Musizieren hat, der gestaltet den Sing- und Lobpreisteil; klassische Beziehungstypen unter den Leiterinnen vertiefen das Thema in den Kleingruppen. Kurz gesagt: Die Aufgaben der Kindergottesdienstgestaltung werden auf verschiedene Schultern verteilt, sodass der Mitarbeiter seine von Gott geschenkten Stärken einsetzen kann. Und siehe da – die Qualität steigt und Kinder und Leiter haben mehr Freude dabei.

Kompetenz der Mitarbeiter fördern Die jährlich wiederkehrenden Seminartage in Bern und Winterthur haben zum Ziel, die Kompetenz der Mitarbeiter in ihrem Einsatzbereich zu fördern. Beide Tage sind inhaltlich identisch und haben denselben Ablauf: In den Wahlseminaren gibt es Basisinformationen zum Modell, den Werten und Zielen von KIDS TREFF, Impulse für Fortgeschrittene (Anregungen für die Öffentlichkeitsarbeit und die Kommunikation innerhalb der Gemeinde) sowie einen speziellen Teil für TeensMitarbeiter und ihre erfahrenen Begleiter. Die Fachseminare am Nachmittag sind jedes Jahr mit einem speziellen Themenschwerpunkt gefüllt. Für die Seminartage 2009 wurden folgende Schwerpunkte ausgewählt: Kreative Spiel-, Bastel- und Ritualideen sowie das Erstellen eines Quartalsprogrammes (Vorschulgruppe). Einsatz verschiedener Bibelspiele (Spielzone). Neue Lieder mit Bewegungen lernen und einsetzen (Lobpreis). Das Geschichten-Erzählen als eine der wertvollsten Verkündigungsformen bewusst auffrischen und vertiefen (Plenum). Wann ist eine Kleingruppe eine Kleingruppe – Bedürfnisse von Jungen und Mädchen (Kleingruppe).

KIDS TREFF Seminartage

Inserat

28. Februar in Bern 14. März in Winterthur Anmeldung unter www.kidstreff.ch. Im Internet gibt es genauere Angaben zur Struktur von KIDS TREFF zum Herunterladen.

Infos und Prospekte: Kinder Chrischona Schweiz Hans Forrer Glärnischstrasse 7 8640 Rapperswil Tel.: +41 (0)55 263 17 80 hans.forrer@chrischona.ch

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St. Chrischona – tsc Chrischona Dozent publiziert Calvin Buch FRITZ IMHOF

Eines der ersten Bücher zum Calvin-Jubiläumsjahr 2009 stammt aus der Feder eines Dozenten am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc): Hans Ulrich Reifler. Er stellte es unter das Thema «Nichts tröstet mächtiger».

Brunhilde Walter vom Brunnen Verlag Basel lancierte die Idee, im Rahmen von ‘edition brunnen’ für das Calvinjahr einen Bildband über Calvin herauszugeben. Sie brauchte nur noch einen Autor. Da erinnerte sich ihr Mann und Verlagsleiter Andreas an Hans Ulrich Reifler. Er wusste, dass dieser seit seiner Studienzeit ein Calvinforscher ist. Die jahrzehntelange Beschäftigung mit der Theologie Johannes Calvins in der Gemeinde- und Missionsarbeit und als Dozent habe ihm

die Augen für die Bedeutung dieses Reformators geöffnet, sagt Reifler zu seiner Motivation, die Anfrage anzunehmen. Calvin stehe für eine «schriftgebundene Theologie, die zur Ehre Gottes führt und die Welt durch die Kraft des Evangeliums nachhaltig verändert». Nicht nur die reformierten Kirchen, sondern auch viele Gemeinschaften und Freikirchen in der Schweiz und wachsende Missionskirchen in der ganzen Welt seien massgeblich durch Calvins Gedanken beeinflusst worden. Was ihn an Calvin (1509-1564) besonders fasziniere, sei die tiefe Verwurzelung seines Lebens und seiner Theologie im Wort Gottes. «Calvin war Theologe, Sozialreformer, Impulsgeber für Bekenntnis, geistliche Musik, Kultur und Wirtschaftsethik und gleichzeitig ein Förderer der weltweiten Mission», betont der Autor. Die seelsorgerliche Wirkung des Reformators hat Reifler zudem bewogen, das Buch unter das Calvin-Zitat zu stellen: «Nichts tröstet mächtiger als die

Hans Ulrich Reifler Johannes Calvin. Nichts tröstet mächtiger. 120 Seiten, Gebunden, mit CD-ROM. CHF 28,80 / 16,95 Euro (D) / 17,50 Euro (A) ISBN 13: 978-3-7655-1701-3 Brunnen Verlag Basel

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Gewissheit, mitten im Elend von der Liebe Gottes umfangen zu werden.» Das Vorwort stammt vom Basler Kirchenratspräsidenten Lukas Kundert. Die bisherigen Reaktionen zeigen, dass der eindrückliche Bildband auf Interesse stösst. Das Buch und die beigeheftete CD mit der Power Point Präsentation über das Leben und Werk Calvins hätten bereits einen festen Platz im ökumenischen Rektorat für Religionsunterricht in Basel gefunden, stellt Reifler mit Befriedigung fest. Es sind sogar zwei Anfragen aus den USA und aus Brasilien eingetroffen, ob das Buch nicht auf Englisch bzw. Portugiesisch übersetzt werde. Etliche Chrischona-Pastoren wollten das Calvin-Buch in der Gemeinde einsetzen. Die Studierenden des tsc seien «dankbar, dass jetzt auch Calvin zu einem Thema auf dem Berg wird.» Am 10. Dezember wurde der Bildband mit einer Vernissage auf St. Chrischona der Öffentlichkeit präsentiert.

Hans Ulrich Reifler studierte am Theologischen Seminar St. Chrischona (1970-1972 und 1974-76) und am Regent College in Vancouver/Kanada (1984-1985, Th.M. 1985). Er arbeitete als Gemeindegründer und als Dozent am Theologischen Seminar von São Luis, Brasilien, und ist Autor verschiedener Publikationen im Bereich der Missionswissenschaften. Seit 1991 unterrichtete er als Gastdozent am tsc. Seit 1997 ist Hans Ulrich Reifler Dozent am tsc und unterrichtet Bibelkunde Neues Testament, Einführung in die Missiologie, Missionslehre, Missionsgeschichte, Missionsmethodik, Interkulturelle Studien, Missionspraxis und Übung zu den Texten von Lausanne.


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Gemeinden Südliches Afrika

Als Pastoren auf Probe in Südafrika Praktische Erfahrung gehört zum Studium am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc) dazu. Eine von vielen Möglichkeiten, bei denen die Studenten einüben können, was sie am Seminar gelernt haben, bietet das Praktische Studienjahr (PSJ). Zurzeit verbringen 20 Studenten des Studiengangs Theologie ihr viertes Studienjahr in einer Gemeinde in Deutschland, der Schweiz, eine Studentin in Spanien – und drei in Südafrika:

Daniel Meerbott studiert seit 2005 am tsc. Seit August ist der 31-Jährige aus Sontheim/Brenz (Deutschland) Praktikant in der Stadtmission Kapstadt in Südafrika. Panorama: Daniel, was sind die Schwerpunkte deiner Arbeit in Kapstadt? Daniel Meerbott: Ich leite eine Kleingruppe von Teenagern, predige am Jugendgottesdienst und arbeite bei den Jugendcamps im südlichen Afrika mit. Ausserdem werde ich in diesem Jahr außerhalb der Gemeinde ein sechswöchiges sozial-missionarisches Praktikum absolvieren.

Dein erster Eindruck von der Arbeit in Südafrika? Daniel: Als Pastor sollte man hier die ‘eierlegende Wollmilchsau’ sein. Leider – oder zum Glück – bin ich das nicht. Die beiden Gemeinden hier am Kap der Guten Hoffnung, Kapstadt und Tygerberg, sind relativ klein. Die Aufgaben sind auf wenige Gemeindemitglieder verteilt, so bleibt noch sehr viel Arbeit am Pastor hängen. Deine Erwartungen an die Praktikumszeit? Daniel: Ich möchte eine gute Beziehung zu Jesus führen und zu den Menschen, die er mir in dieser Zeit in den Weg stellt, und möchte Einblick in das Gemeindeleben und das Leben eines Pastors erhalten. Ausserdem treibt mich die Frage um, wie man in die Gesellschaft hineinwirken kann.

Traumziel Tafelberg: In der Evangelische Stadtmission Kapstadt erhält Daniel Meerbott Einblick in das Gemeindeleben und das Leben eines Pastors.

Panorama: Euer erster Eindruck von der Arbeit in Südafrika? Mirjam und Markus Schneider: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben.

Habt ihr was Besonderes erlebt? Mirjam und Markus: Wir sind auf Pferden durch einen Wildpark geritten und haben dabei Giraffen, Zebras, Strausse, Antilopen und andere Tiere aus nächster Nähe gesehen. Das war wirklich toll. Welche Erwartungen habt ihr an die Praktikumszeit? Mirjam und Markus: Erfahrungen in der Gemeinde- und Jugendarbeit

sammeln. Im Glauben an Gott wachsen. Weisheit im Umgang mit anderen Menschen aneignen. Andere Kultur und Lebensstil kennen lernen. An unseren Stärken und Schwächen arbeiten. Was ist in der Gemeindearbeit in Südafrika anders als in Deutschland oder der Schweiz? Mirjam und Markus: Eine Jugendfreizeit, die direkt am Meer stattfindet. Wenn man das in der Schweiz erleben will, muss man ins Ausland fahren. Anders ist auch, dass wenige Gemeindeaktivitäten am Abend stattfinden. Sobald es dunkel wird, gehen die Leute hier nur noch ungern aus dem Haus. //

Ein besonderes Erlebnis in Südafrika? Daniel: An einem Jugendgottesdienst sollte ich predigen. Vorher sagte ich Gott: Mein größter Wunsch ist, dass die Jugendlichen gestärkt durch Dich nach Hause gehen. Nach der Predigt hatte ich nicht den Eindruck, dass die Predigt gut rüber gekommen war. Trotzdem hat Gott gewirkt. Einige Jugendliche nahmen das Angebot des persönlichen Gebets an. Preist den Herrn! Mirjam und Markus Schneider studieren seit dreieinhalb Jahren am tsc und sind seit sechs Monaten verheiratet. Die 35-jährige Mirjam aus Schleitheim im Kanton Schaffhausen und der 30-jährige Markus aus Feldatal in Hessen verbringen das PSJ in der Evangelischen Stadtmission in Johannesburg. Dort arbeiten sie vor allem in der Kinderund Jugendarbeit mit.

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Erlebt Gottes Wirken im Praktikum in Südafrika: Daniel Meerbott.

Zeltboden putzen: Mirjam und Markus Schneider bei einem Teenagerlager am indischen Ozean im Oktober 2008.


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Foto Cover: Photocase.de ©Kong Rückseite: photocase.de, stckxcng.com,Grafik: www.variation-design.de

«Die Vision ist das Bild, das eines Tages Wirklichkeit sein wird.»

Direktor Dr. Markus Müller in seinem Beitrag «Etwas sehen, das nicht ist, aber sein kann» ab Seite 6 in diesem Heft.


Chrischona-Panorama 1/2009: Giessen, damit etwas wächst