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Hochwasserschutz Ottensheim – Notwendigkeit und Chance zu gleich!

Liebe Ottensheimerinnen und Ottensheimer!

Das Hochwasser in Ottensheim im Juni 2013 und die vielen persönlichen Schicksale sind mir und den Betroffenen noch allzu gut in Erinnerung. Neben der zerstörerischen Kraft des Wassers hat uns das Hochwasser aber auch gezeigt, wie wichtig Zusammenhalt, Solidarität und gegenseitige Hilfe ist, und was wir gemeinsam schaffen können. Es ist gerade dieser Zusammenhalt, der unseren Ort so lebenswert macht und das vieles entstehen lässt. Gerade in den 5 Jahren, in denen ich mittlerweile schon wieder Bürgermeister bin, haben wir durch gemeinsames Arbeiten und Suchen nach Lösungen viel erreicht. Die positive Energie in Ottensheim ist trotz COVID-19 immer noch zu spüren und gibt mir die Kraft, weiter in Richtung Finalisierung unseres Hochwasserschutzes zu arbeiten.

Wir haben es geschafft, …

„WIR HABEN ES GESCHAFFT, IN DER 19. GEMEINDE- RATSSITZUNG VOM 12. MÄRZ 2018 DEN START FÜR DEN HOCHWASSERSCHUTZ ZU LEGEN, INDEM WIR UNS GEMEINSAM MIT DER SPÖ UND FPÖ KLAR FÜR EINEN HOCHWASSERSCHUTZ AUSGESPROCHEN HABEN.“

Dies wurde im Rahmen der – von der proO verlangten – geheimen Abstimmung im Gemeinderat auch klar mit Zustimmung (19 dafür, 9 dagegen, 3 enthalten) gezeigt. Unser Wunsch wäre es gewesen, auch die restlichen Gemeinderäte von der Notwendigkeit dieser Schutzmaßnahme überzeugen zu können. Mittlerweile sehen aber sehr viele aus den Reihen von proO die Sinnhaftigkeit sowie den Mehrwert dieses Jahrhundertprojektes und bringen laufend gestalterische Vorschläge ein.

Uns als ÖVP Ottensheim ist es wichtig, dieses Planungsprozess voranzutreiben, um endlich mit den ersten baulichen Maßnahmen beginnen zu können. Anfangs wurde schnelle Hilfe zugesagt, jedoch mit Leistung eines ent-

sprechenden Beitrags durch die Gemeinde. So weit so gut, jedoch waren die vorgeschlagenen 20% der Errichtungskosten, die von der Gemeinde zu tragen gewesen wären, für uns nicht finanzierbar. Ich habe mich daher für eine Verringerung des Anteiles stark gemacht, um dieses Projekt in der Diskussion nicht gleich von Beginn an rein auf die Kosten zu beschränken.

Unzählige Telefonate mit den verantwortlichen Stellen im Land Oberösterreich wurden geführt, zahlreiche persönliche Treffen fanden statt und einige offizielle Schreiben wurden (von mir) verfasst. Diese Beharrlichkeit hat sich für Ottensheim ausgezahlt. Mit einem Schreiben der Landesregierung im Jahr 2018 wurde uns zugesichert, dass wir nur mehr 5% Eigenleistung stemmen müssen.

Die aktuelle Situation ist, …

…, dass trotz mehrheitlichem Beschluss des Gemeinderates und einer gesicherten Finanzierung dieses Jahrhundertprojektes seit 2013 sprichwörtlich viel Wasser die Donau hinuntergeflossen ist. Bei einem Bauvorhaben dieser Größenordnung auch nicht weiter verwunderlich, bedenkt man, dass es allein in Ottensheim drei sogenannte Baulose (Donaulände, Höflein, Niederottensheim) gibt, die mit der Planung des Hochwasserschutzes des gesamten Eferdinger Beckens abgestimmt werden müssen. Ich möchte sicherstellen, dass nachfolgende Hochwasserschutzplanungen der oberhalb oder unterhalb von Ottensheim liegenden Gemeinden nicht unseren eigenen Hochwasserschutz negativ beeinträchtigen. Es freut mich aber, dass wir mittlerweile in der Vorentwurfsplanung viele Themen abgearbeitet haben. Mir als Bürgermeister ist es wichtig, möglichst bald einen brauchbaren Einreichplan vorstellen zu können.

Ich habe immer ein offenes Ohr für die Fragen und Wünsche der Ottensheimer*innen gehabt und werde es auch beim Hochwasserschutz haben. Nach Fertigstellung dieser Planungsphase möchte ich mit den jeweiligen Anrainer*innen das persönliche Gespräch suchen. Mir ist es dabei wichtig, offen über die aktuelle Situation und die Fakten zu sprechen und nicht mit Gerüchten Angst zu schüren.

Wichtig ist mir, …

…, dass wir in Ottensheim den bestmöglichen Hochwasserschutz erhalten, gleichzeitig aber auch offen für flexible und nachhaltige Nutzungsmöglichkeiten und gestalterische Maßnahmen bleiben. Ich bin daher besonders stolz auf den von mir persönlich geleiteten Hochwasserbeirat, der die Planung begleitet und Vertretern aller politischen Parteien die Möglichkeit gibt, sich einzubringen. Es sind scheinbar einfache und logische Schlagworte wie „Ortsbild“ oder „Donaublick“, die hier in Form von Ideen in die finale Planung einfließen sollen.

Neben den vielen Rückmeldungen aus den persönlichen Gesprächen mit Anrainer*innen und den Erfahrungen anderer Gemeinden, die bereits einen Hochwasserschutz gebaut und gestaltet haben, ist es mir wichtig, auch aus architektonischer oder landschaftsplanerischer Sicht Ideen einzuholen. Ich habe es daher drei Architektengruppen ermöglicht, bei diesem Projekt Vorschläge einzubringen. Es ist mir bewusst, dass gerade diese Diversität an Vorschlägen und Ideen den größtmöglichen Nutzen für dieses Jahrhundertprojekt gewährleistet und ich freue mich schon auf die Präsentation der Ergebnisse dieser Architektengruppen.

Um das Gesagte greifbar zu machen, …

…, möchte ich (am Beispiel Baulos Donaulände) gerne einen Hochwasserschutz, der sich ideal in unser Ortsbild entlang der Donaulände einfügt und möglichst nicht direkt als Hochwasserschutz erkennbar ist. Er soll Zusatzfunktionen aufweisen (z.B. Boulderwand, Spielfunktion, Sanitäranlagen) und soll den Ort näher an die Donau bringen. Verkehrslösungen für unsere Radfahrer und die Fußgänger sind ebenso zu berücksichtigen wie notwendige Pflege- und Wartungsarbeiten.

Ein Fokus sollte in jedem Fall auf das Herz der Donaulände gelegt werden - viele kennen es unter dem Namen Hafenviertel, also der Platz vor der Fähre zwischen dem Donauhof und dem Porto. Dieser sollte noch sichtbarer gestaltet werden. Die Kombination von Hochwasserschutz und Donaustrand soll zum Baden und Entspannen einladen, sowie vorhandene Liegestühle und eine WC/ Dusch-Möglichkeit könnten den Ort für unsere Ottensheimer*innen noch attraktiver machen.

Ich halte Sie weiterhin auf dem Laufenden!

Ihr Bürgermeister Franz Füreder