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3,00 EURO

spies hecker-branchenmagazin

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Schwerpunkt

Gr端nes Licht Editorial

Balance halten Spies Hecker

Modern und effektiv Management

Motivation ist alles Color Inside

Color f端r Profis Poolpartner

Gef端hlte Temperatur

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Inhalt Editorial Die Balance halten

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Trend In welcher Liga spielen Sie?

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Schwerpunkt Grünes Licht

Impressum Herausgeber:

6–9

Spies Hecker GmbH Horbeller Straße 17 50858 Köln Tel.: 0 22 34/60 19-44 60

Praxis Flotter Ersatz

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Fax: 0 22 34/60 19-38 80 www.spieshecker.de Angela.Hunze@

Spies Hecker Modern und effektiv Forum für Lackierer Girls Day in Köln

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deu.spieshecker.com Verantwortlich für den Inhalt: Angela Hunze

Management Motivation ist alles

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Tipp Mietwagen und Bagatell

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Redaktion und Layout: Mediaservice – Agentur für PR, Redaktion und Kommunikation GmbH Christian Simmert

Color Inside Color für Profis

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Poolpartner Gefühlte Temperatur Hart, härter, siacarbon Schutz durch Glaze

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Weingartstraße 41 41464 Neuss Tel.: 0 21 31/1 25 66-30 redaktion@color-news.com Bildnachweis: Mediaservice, Hofmann rent a Hummer, Fotolia.com: B. Haas (S. 3), reinobjektiv

CUI Zeit für Reklame

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Profi-Club Fit für den Markt

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IDENTICA Teuflisch gut

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Termine & Meldungen Er ist der „Hammer“! Wissen, was in der Praxis zählt Termine

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(S. 4), WestPic (S. 6), Uolir (S. 10), N. Pogson (S. 14), S. Novikov (S. 20), Spies Hecker, Poolpartner Anzeigen: Mediaservice – Agentur für PR, Redaktion und Kommunikation GmbH Robert Bergmann Weingartstraße 41 41464 Neuss Tel.: 0 21 31/1 25 66-30 Fax: 0 21 31/1 25 66-39 anzeigen@color-news.com

:: Termin 5./6. November 2010

Profi-Club Themenforum – hier bestimmen Sie die Agenda! Was brennt Ihnen unter den Nägeln? Über welche Entwicklung in der Branche wollen Sie diskutieren? Im Spies Hecker Profi-Club lassen sich Ihre Themen auf die Agenda setzen. Egal, ob Ersatzteile, Energie-Effizienz oder Kostenoptimierung − die vergangenen Themenforen lieferten viel Diskussionsstoff. Am 5./6. November 2010 diskutiert der Club erneut die Trends im Markt. Im Spies Hecker Center in Köln bestimmen Sie die Tagesordnung. Wie das geht? Ganz einfach: mailen Sie uns bis zum 2. August 2010 Ihre Vorschläge unter info@proficlub.de oder rufen Sie im Clubsekretariat an Tel.: 0 18 02/ 74 25 82. Aus Ihren Anregungen wird dann ein Thema ausgewählt.

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Editorial

Die Balance halten

Kosten und Rendite. Qualität und Effizienz. Bleiben Sie im Gleichgewicht. Mit den richtigen Konzepten.

Ganz klar, als Betriebsinhaber sind Sie mit vielen wichtigen Aufgaben beschäftigt. Kundenakquisition, Geschäftsführung oder die Entwicklung tragfähiger Strategien – ein Unternehmer denkt an die Zukunft seines Betriebes. Gerade heute stehen immer wieder neue Herausforderungen auf der Agenda, die immer mehr in den Mittelpunkt rücken. Der Kostendruck wächst, gleichzeitig verlangen Kunden mehr Service und volle Leistung. Harte Zeiten für unsere Branche? Sicher ist, dass sich die Anforderungen an den Betriebsinhaber ständig verändern, auch das Berufsbild des Lackierers entwickelt sich weiter. Vom Handwerker zum Unternehmer – so lautete vor Jahren die Devise. Nun kommt es mehr denn je auf betriebswirtschaftliches Wissen an, auf Management mit Weitsicht. Frische Impulse für engagiertes Handeln In dieser Ausgabe der ColorNews bieten wir Ihnen wieder zahlreiche Impulse für eine erfolgreiche Betriebsführung. Ob die Motivation Ihres Werkstattteams oder der Umgang mit dem Schadenmanagement, die Artikel zeigen Möglichkeiten auf, um das Unternehmen besser im Markt aufzustellen. Dies gilt auch für unseren Schwerpunkt, in dem wir Ihnen ganz konkrete Tipps und Hinweise zur Schadenkalkulation geben. Darüber hinaus erhalten Sie technische Informationen über modernes Color-Management. Denn auch in technischer Hinsicht entwickelt sich viel zum Positiven. Ganz besonders durch die Einführung unseres neuen Wasserbasislackes Permahyd Hi-TEC 480.

Passende Strategien entwickeln Jeder Betriebsinhaber, jedes Unternehmen entscheiden selbst, welcher Weg der richtige ist. Wichtig dabei: nicht der Zufall sollte das Kriterium für die Geschäftsführung sein, sondern die strategische Planung. Deshalb bieten wir Ihnen praxisorientierte Seminare, das Know-how unserer Experten sowie persönliche Beratung, damit Sie im Markt noch erfolgreicher sind – und die Balance halten. Das Gleichgewicht in Management, Marketing und Technik. Wie sehr sich der Markt für jeden einzelnen Betrieb verändert hat, zeigt der Profi-Club Betriebsvergleich. Die Bedeutung von Versicherern und Leasinggesellschaften als Kunden des Lackierund Karosseriebetriebes ist deutlich gewachsen. Wer sich darauf frühzeitig eingestellt hat, kann jetzt seinen Wettbewerbsvorteil nutzen. Nutzen Sie Instrumente wie die Teilnahme am Betriebsvergleich, um neue Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen. Dann lassen sich passende Strategien leichter entwickeln. Einige Beiträge in dieser ColorNews liefern Ihnen sicher Gedankenanstöße dazu. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen. Mit herzlichen Grüßen

Angela Hunze Leitung Marketing Service Deutschland Spies Hecker GmbH

Angela Hunze

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Trend

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In welcher Liga spielen Sie?

Inhaber von Lackier- und Karosseriebetrieben“, erklärt Angela Hunze, Geschäftsführerin der Branchenvereinigung. Das Ziel: „Mehr Sicherheit für betriebswirtschaftliche Entscheidungen wie Investitionen oder Betriebserweiterungen.“ Das Angebot kann jedes Mitglied nutzen, die Auswertung wird durch ein unabhängiges Institut durchgeführt.

Mittelfeld oder Offensive. Der Faktencheck zeigt Ihre Platzierung in der Branche. Die Bilanz für das Jahr 2009 ist längst gezogen. Umsatz, Kosten und Rendite – als Betriebsinhaber kennen Sie die Zahlen Ihres Unternehmens. Doch wie steht Ihr Geschäft im Vergleich zur Branche da? Mit dem Vergleich wichtiger betrieblicher Kennzahlen und Fakten aus der Branche lässt sich die Lage besser einschätzen. Wie entwickelt sich das Branchenklima? Jahr für Jahr gibt der Betriebsvergleich des Spies Hecker Profi-Clubs Aufschluss über die Lage im Markt. „Wir bieten eine präzise Orientierung für Anteil der Kundengruppen am Gesamtumsatz 2003

2009

12,00 %

21,80 % 48,30 %

25,50 % Autohaus

37,20 %

24,60 % Privatkunden

Quelle: Profi-Club Betriebsvergleich 2010

Versicherungen

Doch welche Informationen liefert die Analyse nun genau? Stichwort Außenstände: Der Langzeitvergleich zeigt, dass die Forderungen der Werkstätten in den letzten sechs Jahren um 32 Prozent zugenommen haben. „Waren es im Jahr 2003 noch durchschnittlich fast 54.000 Euro, stiegen die Außenstände 2009 auf 71.000 Euro“, erklärt der Profi-Club Vorstandsvorsitzende Jochen Kleemann. Bei dem Vergleich der Produktivität und Auslastung der vergangenen vier Jahre fällt auf, dass sich die Branche trotz Wirtschaftskrise stabil entwickelt: „Die Auslastung bewegte sich in den Jahren 2006 bis 2009 immer um 70 Prozent, die Produktivität lag im Durchschnitt bei knapp 79 Prozent.“ Kundengruppen und Reparatur-Ort Und wie entwickelt sich die Auftragslage? Auch hierauf gibt der Profi-Club Betriebsvergleich konkrete Antworten. Waren unter den Kunden der Lackier- und Karosseriebetriebe im Jahr 2003 nur zwölf Prozent Versicherungen und Leasinggesellschaften, sind es heute mehr als 20 Prozent (siehe Grafik). Der Anteil an Autohäusern ist rückläufig, repräsentiert aber im Jahr 2009 mit 37 Prozent nach wie vor die stärkste Kundengruppe. Das Privatkundengeschäft entwickelt sich in den letzten sieben Jahren stabil. Jochen Kleemann: „An dieser Entwicklung zeigt sich, dass die Bedeutung der Steuerung von Unfallschäden steigt. Der Umsatzanteil der Kundengruppen im Lackier- und Karosseriebetrieb hat sich durch das zunehmende Schadenmanagement verändert.“ Eine deutliche Veränderung gab es im letzten Jahr auch beim Ort der Durchführung von Unfallreparaturen. Der aktuelle DAT-Report verzeichnet sieben Prozent mehr Aufträge in freien Werkstätten und einen Rückgang von vier Prozentpunkten in Markenbetrieben.

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Schwerpunkt

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Grünes Licht

Hat sich die Werkstatt verkalkuliert? Prozesse, Regeln, Freigaben. Wie der Karosserie- und Lackierbetrieb die Schadenkosten richtig einschätzt.

Kaum ist der Unfallschaden in der Werkstatt, werden die Kosten kalkuliert. Die Arbeitsschritte sind bekannt: Kundendaten, Kennzeichen oder Fahrgestellnummer erfassen und dann die Vin-Abfrage starten. In der elektronischen Schadenwelt reichen wenige Klicks aus, um Teilekosten und Arbeitszeitwerte (AW) zu berechnen. Wenn alles mit der Software klappt. Denn häufig genug sind im Büro recherchestarke Mitarbeiter gefragt zur fachgerechten Prüfung der EDV-Kalkulationswerte. Stimmen die Zeitvorgaben mit der Reparaturrealität überein? Welche Ersatzteile werden benötigt, wenn die Vin-Abfrage nicht läuft? Oder wann ist eine Nachkalkulation wirklich sinnvoll? Fragen, die das Serviceteam in der Werkstatt Tag für Tag aufs Neue fordern.

Ist wirklich alles kalkuliert? „Die größte Herausforderung liegt darin, tatsächlich alle Arbeitsschritte und Positionen, die möglich sind, in der Kalkulation zu erfassen“, hebt Bernd Albrecht, Vertriebsleiter Deutschland, Österreich und Schweiz von Universal Consulting Software GmbH (UCS) hervor. Seine Devise: „Berechnen Sie vollständig, was bei der Reparatur nach Herstellervorgaben notwendig ist.“ Denn häufig werden AW-Positionen vergessen, oder sind gar nicht bekannt. Ein konkretes Beispiel: die Durchführung von Sicherheitsmaßnahmen vor der Trocknung der Reparaturlackierung bei Fahrzeugen von Mercedes Benz. Hier sind fünf AW kalkulierbar. „Jeder Lackierer schaut den reparierten Unfallwagen durch, bevor er in den Trockner

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Schwerpunkt

„Die größte Herausforderung liegt darin, tatsächlich alle Arbeitsschritte und Positionen, die möglich sind, in der Kalkulation zu erfassen.“ Bernd Albrecht, Vertriebsleiter der Universal Consulting Software GmbH

kommt. Doch wird diese Zeit auch berechnet?“, fragt der Experte. Ebenso gibt es bei anderen Marken Positionen, die berücksichtigt werden können, weil die Tätigkeiten bei der Reparatur tatsächlich anfallen. Bei Opel gilt dies beispielsweise für den Rangieraufwand, der mit rund acht AW zu Buche schlägt. Die Verbringung bei einem Frontschaden, um die Klimaanlage evakuieren zu lassen, kann ebenfalls berechnet werden – wenn der Betrieb auch daran denkt. Viel Erfahrung und die richtige Software unterstützen den Betrieb dabei, korrekt zu kalkulieren. „Bei dem Werkstattprogramm Carisma von UCS sind zahlreiche Hinweise hinterlegt, welche Positionen abrechenbar sind“, benennt Bernd Albrecht eine konkrete Hilfestellung. Stichwort: An- und Ablieferungszustände bei der Übergabe von der Karosserie- an die Lackierabteilung. „Eigentlich sind die Untergrundvorarbeiten vom Karosseriebauer auszuführen“, weiß der gelernte Kfz-Mechaniker. „Die Arbeitszeitvorgaben umfassen Wiederherstellen, Verzinnen, Spachteln und Grobschliff. Beim Lackierer sind lediglich Feinspachtelarbeiten in den Herstellervorgaben vorgesehen.“ Doch es kommt vor, dass die Lackierabteilung nacharbeiten muss, dann laufen die Zeiten aus dem Ruder. „Erfassen Sie die Arbeitszeiten“ Damit der tatsächliche Reparaturaufwand dokumentiert werden kann, ist die Betriebsdatenerfassung wichtig. Hier werden die Arbeitszeiten erfasst und können exakt ausgewertet werden. „Kommt es zur Diskussion mit Gutachtern oder Sachverständigen, lässt sich mit den erhobenen Daten argumentieren“, unterstreicht der Spezialist vom Softwareentwickler UCS und fügt hinzu: „Damit haben Sie die Chance, Arbeitszeitvorgaben, die nicht der Reparaturrealität entsprechen, dennoch zu berechnen.“ Die Datenerfassung dient auch der Behebung von Fehlerquellen. Denn überzieht der Mitarbeiter im Finish zum Beispiel sein Zeitkonto, kann dies auch auf vermehrte Fehlstellenbeseitigung hinweisen. Nachfragen lohnt sich. „So verbessert der Betrieb seine Reparaturqualität und hat die Kostenentwicklung besser unter Kontrolle.“ Aber ist eine Betriebsdatenerfassung für jede Werkstatt sinnvoll? „Zählen zu Ihren Kunden viele Versicherer, Schadenmanager und Flotten, lohnt

:: Regulierung mit Fairplay Neue Wege der Schadenregulierung: Immer mehr Karosserie- und Lackierbetriebe, aber auch Markenwerkstätten, setzen auf die Unfallschadenregulierung mit Fairplay. Das Internetportal bietet eine einfache und schnelle Reparaturabwicklung mit der Allianz Versicherung. „Bereits rund 4.000 Betriebe haben sich registriert“, berichtet ControlExpert. Das Unternehmen aus Langenfeld in Nordrhein-Westfalen übernimmt die Schadenbearbeitung über die Web-Plattform und prüft im Auftrag von Versicherern und Schadenmanagern Kalkulationen und Rechnungen. Bits und Bytes im Web Bereits seit Anfang des Jahres 2010 ist Spies Hecker Partner bei der Schadenabwicklung Fairplay. Das bedeutet für die Kunden: Unfallschäden, die bei der Allianz versichert sind, lassen sich im Web regulieren. Dieser Weg erleichtert die elektronische Kalkulation, Reparaturfreigabe und Rechnungszahlung. Die Internetadresse: https://sec.controlexpert.eu/ wsportal/spieshecker. Neu: Glaspartnerschaft inklusive Ab sofort ist auch die Abwicklung von Glasschäden über Fairplay möglich. Die freiwillige Teilnahme hat das Ziel, dass auch Spies Hecker Kunden als Glaspartner von der Allianz akzeptiert und bei Autofahrern beworben werden. Damit können alle Glasschäden der Allianz bei einem Systempartner (ohne Einschränkungen) instand gesetzt werden.

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Schwerpunkt

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raturkostenschätzung von 10 bis 15 Prozent (siehe Kasten). Oft stellt sich aber auch erst während des Reparaturprozesses heraus, dass die Arbeitszeiten kaum zu halten sind. „Lassen sich Stoßfänger an Fahrzeugen älteren Baujahrs nur schwer demontieren, dann sollte der Karosseriebauer den Chef oder Meister informieren, damit die Position Erschwernis später in der Rechnung aufgeführt werden kann“, ergänzt Bernd Albrecht von UCS. Eine Möglichkeit, um unkalkulierbare Risiken zu berücksichtigen.

„Die notwendigen Reparaturinformationen sollten schon mit dem Werkstattauftrag bereitgestellt werden. Das spart Zeit und Arbeitsaufwand.“ Karl Damschen, KD Engineering Centre, Weinheim

sich die Anschaffung schon bei Betrieben unter zehn Mitarbeitern“, lautet die Einschätzung von Bernd Albrecht. Heute nutzen erst 50 Prozent der Karosserie- und Lackierbetriebe die moderne Art der Arbeitszeiterfassung. Prozesse optimieren Wer sauber kalkulieren will, damit am Ende auch die Rechnung stimmt, der sollte seine Werkstattprozesse optimal organisieren. „Sprechen Sie bei der Schadenkalkulation von neuen Fahrzeugen oder umfangreichen Beschädigungen immer mit Ihrem Werkstattteam“, rät Karl Damschen, Werkstattspezialist aus Weinheim. „Eine Teile-Demontage kann vor dem Versand der Kalkulation an die Versicherung sinnvoll sein, wenn erst dadurch der Beschädigungsumfang sichtbar wird.“ Wurde nicht demontiert, und stellt sich später heraus, dass die Reparaturkosten höher liegen als angenommen, muss nachkalkuliert werden. „Warten Sie in diesem Fall nicht bis zur Rechnungsstellung“, betont der Experte vom KD Engineering Centre. „Denn sind die Abweichungen zwischen Kalkulation und Rechnung zu hoch oder nicht plausibel, beanstandet die Versicherung.“ Besser ist: die Werkstatt erstellt eine Nachkalkulation. Als Faustregel gilt eine Überschreitung der Repa-

Wissen, was in der Praxis zählt. Das gilt ganz besonders für die Ausführung der fachgerechten Reparatur. Denn nur wer über das spezielle technische Know-how verfügt, kann die Vorgaben auch einhalten. Karl Damschen: „Besonders wertvoll sind die Reparaturhinweise der Hersteller, nur mit den modellbezogenen Informationen lässt sich heute noch nach den Vorgaben instand setzen.“ Um die Arbeitsabläufe effizient zu organisieren, empfiehlt der Spezialist eine enge Verzahnung zwischen kaufmännischem und reparaturtechnischem Bereich eines Karosserie- und Lackierbetriebes. „Die notwendigen Reparaturinformationen sollten schon mit dem Werkstattauftrag bereitgestellt werden. Das spart Zeit- und Arbeitsaufwand.“ Auch die Bestellung der Ersatzteile sollte direkt erfolgen: schon bei der Kalkulation, wenn der Betrieb risikofreudiger ist; erst bei der Reparaturfreigabe, wenn die Werkstatt auf der sicheren Seite stehen will. Manchmal kommt es einfach darauf an, unter wie viel Zeitdruck der Auftrag steht. Fazit: Zahlreiche Aspekte spielen bei der Kalkulation eine besondere Rolle. Wichtig erscheinen zwei zentrale Punkte: 1. wirklich alle Positionen zu kalkulieren und 2. die geleisteten Arbeitszeiten genau zu erfassen. Damit sammelt der Betrieb vorab stichhaltige Argumente bei einer Diskussion mit Sachverständigen oder Versicherungen, um Abweichungen zu begründen. Dann stehen die Chancen gut – grünes Licht für eine schnelle Rechnungszahlung.

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Schwerpunkt

Was der Betrieb bei Kalkulation, Prozessen und Betriebsdatenerfassung berücksichtigen sollte. Abläufe optimieren •• Vin-Abfrage (Herstellerinformationen) •• Ersatzteile mit Kalkulation oder Reparaturfreigabe bestellen •• Reparaturinformationen direkt mit dem Werkstattauftrag an Team geben •• evtl. Demontage vor Kalkulation durchführen (vollständiges Schadenbild) •• Reparaturrechnung überschreitet den KV-Betrag (10 bis 15 Prozent) Nachkalkulation erstellen, mit Digitalbildern zur Versicherung senden Kalkulation, ganz genau •• sämtliche Arbeitsschritte und Positionen vollständig (AW) erfassen •• Tätigkeiten wie Sicherheitsmaßnahmen, Rangieraufwand oder Verbringung berücksichtigen, wenn dies die Herstellervorgaben (AW) ermöglichen •• Kleinteile bei der Berechnung berücksichtigen

•• aussagekräftige Bilder beifügen •• bei schwierigen Instandsetzungen oder Demontagen die Position „Erschwernis“ beachten Zeit ist Geld •• Betriebsdatenerfassung als System zur elektronischen Aufschlüsselung der realen Arbeitszeit •• Dokumentation des Mehraufwandes gegenüber Sachverständigen und Gutachtern •• Controlling und Behebung von Fehlentwicklungen im Betrieb (z. B. Übergabe von Karosserie an Lackiererei oder Finish) •• Qualitätskontrolle durch kontinuierliche Zeiterfassung und Vergleich von Durchschnittswerten Mehr Informationen über die Optimierung der Schadenkalkulation erhalten Sie im Internet unter: www.unfallschadenmanagement.de oder www.ucs-net.de.

„Wenn die Werkstatt Regeln einhält, läuft die Schadenregulierung mit den Versicherern.“ Gerhard Witte, Geschäftsführer von ControlExpert, Dienstleister für Schadenbearbeitung und Kostenprüfung

Wohin steuert die Schadenregulierung? Heute kalkulieren die Betriebe mit verschiedener Software und kommunizieren auf unterschiedlichen Wegen mit der Assekuranz. Das verursacht Aufwand, kostet Zeit. Deshalb hat ControlExpert den Postmaster entwickelt. Dieses Programm wird wie ein Druckertreiber auf dem Rechner installiert. So lassen sich Daten strukturiert an den Versicherer versenden. Damit wird künftig die flächendeckende Bearbeitung von Kalkulation und Rechnung durch maschinelle Prüfung möglich. Was wird geprüft? In der Regel gibt das System von ControlExpert heute schon 70 Prozent der Rechnungen automatisch frei und zahlt sofort. Das heißt: Kalkulation und Rechnung stimmen im Wesentlichen überein. Lediglich 25 bis 30 Prozent werden von uns überprüft. Das bedeutet nicht, dass die Rechnung fehlerhaft ist. Wir werfen einen Blick darauf. Bei der Position „Seitenteil erneuern“ checken unsere Ex-

perten bei der Kalkulation grundsätzlich die Bilder. Eventuell entscheiden wir dann, ob ein Sachverständiger hinzugezogen wird. Welche Regeln sind besonders wichtig? Im Prinzip verlangen alle Versicherer Instandsetzung vor Erneuerung. Das kommt der Werkstatt entgegen, schließlich wollen die Betriebe Arbeitsstunden verkaufen. Wenn die Werkstatt die technischen Herstellervorgaben einhält, vernünftig kalkuliert und keine Nebenkosten berechnet, verläuft die Regulierung meistens reibungslos. In welche Richtung gehen Flotten? Auch hier erkennen wir einen klaren Trend hin zur elektronischen Kalkulation und Abwicklung. Wer mit Fuhrpark und Leasing zusammenarbeitet, hat bald mit automatisierten Prozessen wie Zahlungsund Rechnungsfreigabe zu tun. Vielen Dank für das Gespräch.

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Praxis

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Flotter Ersatz Leasingraten oder Finanzierungskosten, Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung, Reparatur, Verschleiß, Reinigung, GEMA-Gebühren und der betriebsinterne Aufwand fließen in die Gemeinkosten ein und damit in die Kalkulation des Stundensatzes.

Der Fuhrpark im Lackierbetrieb: Wie die Werkstatt den Einsatz von Ersatzwagen richtig managt. Wetterumschwung, Hagelschlag oder Sturm − was das Reparaturgeschäft belebt, sorgt beim Handling des Unfallersatzfahrzeuges für Kopfzerbrechen. Denn gerade bei vielen Versicherungsschäden wird die Bereitstellung des Werkstattwagens zum Engpass im Lackierbetrieb.

Andreas Keilhau, Geschäftsführer der A. & J. Keilhau GbR in Wesseling

Planung ist alles „Wer seinen Fuhrpark professionell managt, behält auch bei extremen Situationen den Überblick“, ist Peter Börner vom Vorstand der Eurogarant Autoservice AG überzeugt. Stichwort Prozessplanung: die Verantwortung für die Vergabe von Ersatzwagen sollte in einer Hand liegen. Ein Mitarbeiter koordiniert, kontrolliert und entscheidet. Egal, ob mit einer speziellen Software oder am Sideboard. Wichtig ist, dass auf einen Blick erkennbar ist, welcher Wagen zur Verfügung steht. „Gerade beim kostenlosen Mobilitätsservice für Versicherungen ist die Erfassung sämtlicher Kosten für den Ersatzwagen entscheidend“, heißt es bei der Eurogarant AG.

Sind Sie im Recht? „Auch die kostenfreie Überlassung eines Mietfahrzeuges erfordert den Abschluss eines Vertrages“, erklärt Peter Börner. Die Werkstatt muss sich zudem vergewissern, dass der Kunde eine gültige Fahrerlaubnis besitzt und ihn über die korrekte Ladungssicherung aufklären. „Am Besten lassen Sie sich die Unterweisung mit dem Vertrag unterschreiben oder weisen in den AGB darauf hin.“ Fuhrpark-Management bedeutet aber auch lückenlose Dokumentation. Wer ist mit welchem Fahrzeug wann gefahren? Vor allem bei Bußgeldern oder Geschwindigkeitsübertretungen muss die Werkstatt klare Antwort geben. Sie steht beim Ersatzwagen in der Halterhaftung. Eine weitere gesetzliche Vorschrift gilt für die Hauptuntersuchung. Ein Werkstattwagen, der als „Selbstfahrer für Mietfahrzeuge“ zugelassen ist, muss einmal im Jahr zur HU. Dann kann dieser auch bei der kostenpflichtigen Vermietung eingesetzt werden. Management in der Praxis Im Betrieb von Andreas Keilhau in Wesseling bei Köln hat der Geschäftsführer alles im Griff. Mit 14 Ersatzwagen sorgt er für die Mobilität seiner Kunden. Für ihn ist die Anschaffung des Fuhrparks auch eine strategische Frage: „Wir leasen und berücksichtigen beim Vertragsabschluss natürlich unsere Auftraggeber“, berichtet der Betriebsinhaber. Autohäuser oder Schadenlenker zählen so zur Bezugsquelle für den Fahrzeugpool. Wie viel Fahrzeuge Andreas Keilhau zur Verfügung hat, hängt vom Geschäftserfolg ab. Seine Faustregel: pro 100.000 Euro Umsatz sollte der Betrieb einen Unfallersatzwagen bereitstellen. Sind die Kapazitäten der eigenen Flotte erschöpft, wird von Autovermietern kurzfristig aufgestockt. Fazit: Das Handling von Ersatzwagen braucht Struktur − für das Controlling der Kosten und für perfekten Service. Ein professionelles Management zahlt sich gerade dann aus, wenn der Motor einmal stottert. So bleibt der Betrieb in der Spur und flotter Ersatz ist schnell organisiert.

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Spies Hecker

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Modern und effektiv Auf Erfolgskurs: das neue Spies Hecker Wasserbasislacksystem Hi-TEC 480 überzeugt. Ein Blick in die Praxis.

sicherer. Denn Krankheit von Mitarbeitern, Schichtwechsel oder das Spritzen von Anbauteilen durch einen anderen Lackierer lassen sich mit Hi-TEC besser überwinden.

Lackiermeister Mike Buhl organisiert die Arbeitsabläufe in der Lackierabteilung im Leipziger Autohaus BMW Müller. Reibungslos und sehr effektiv. „In drei Teams mit jeweils zwei Mitarbeitern wird vorbereitet und lackiert“, lautet das Konzept im Betrieb, der mit zwei Spritzkabinen ausgestattet ist. Hier werden am Tag pro Lackierbox bis zu neun Durchgänge gefahren. Alle für ein Ergebnis Instand gesetzt werden die Lackschäden mit dem neuen Spies Hecker Basislack Permahyd Hi-TEC 480. Seit Anfang dieses Jahres setzt Mike Buhl und sein Team die innovative Technologie als einer der bundesweit ersten Betriebe ein. „Für uns bedeutet das neue Produktsystem vor allem eine Erleichterung der Prozessabläufe. Das sorgt für noch mehr Verlässlichkeit“, stellt der 39-Jährige fest. Das heißt in der Praxis: „Die Applikation des Produktes ist sehr einfach. Auch bei dem Einsatz verschiedener Lackierer wird immer wieder ein nahezu identisches Lackierergebnis erzielt.“ Obwohl jeder Lackierer mit seiner eigenen Handschrift appliziert oder unterschiedliche Spritzpistolen nutzt, erreichen die Leipziger das gleiche Finish. „Kaum zu glauben, aber das Material gleicht die Unterschiede in der Handhabung einfach aus.“ Damit arbeitet Mike Buhl prozess-

Blendende Erfahrung Die Umstellung auf Hi-TEC 480 war einfach und ging schnell. Jetzt wird das Einlackieren als sehr leicht empfunden. „Das Material lässt sich sehr gut einblenden, die Übergänge sind harmonisch und ohne Balkenbildung“, lautet die Erfahrung. Mike Buhl: „Der neue Wasserbasislack ist schnell durchgetrocknet, direkt schleifbar und im Ablüftverhalten ähnlich wie lösemittelhaltiges Material“, erklärt der gelernte Karosseriebauer, der sich nach der Wende im Jahr 1989 zum Lackierer fortbildete. Die Farbtonreproduzierbarkeit empfindet er insgesamt als sehr präzise. „Die Übertragbarkeit vom Musterblech zur Lackierung der Reparaturstelle passt exakt.“ Auch das flexible Handling betont Mike Buhl: „Durch die Zugabe des Härters zum Permahyd Hi-TEC 480 Wasserbasislack sind Bereiche wie Kofferraumboden oder Motorinnenraum schnell im passenden Farbton lackierbar.“ Wir sind überzeugt Fazit: Mike Buhl aus Leipzig ist überzeugt. Der neue Spies Hecker Permahyd Hi-TEC 480 erleichtert die Reparaturlackierung. Mehr Prozesssicherheit, ein glänzendes Lackierergebnis auch bei der Applikation durch verschiedene Lackierer und die gute Farbtonreproduzierbarkeit sind klare Argumente für das innovative Produktsystem. Mehr Informationen über das neue Wasserbasislacksystem Hi-TEC erhalten Sie bei Ihrem Kundenberater.

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Spies Hecker

Forum für Lackierer Innovativ und näher dran. Die Spies Hecker AutoLackForen 2010 stehen ganz im Zeichen von Hi-TEC. Spies Hecker AutoLackForen (ALF) sind geprägt von viel Praxisnähe für Lackierer. Anwendungstechniker, Kundenberater und regionale Verkaufsleiter zeigen aktuelle Entwicklungen und neue Trends. In diesem Jahr steht das innovative Wasserbasislacksystem Permahyd Hi-TEC 480 im Mittelpunkt. Innovation in Ihrer Region Von Mitte Oktober bis Ende November dieses Jahres bietet Spies Hecker Ihnen ein Forum für Lackierer direkt vor Ort. Bei zahlreichen Terminen in Deutschland dreht sich alles um das neue Wasserbasislacksystem Hi-TEC 480. Anwendung, Verarbeitung oder Materialeigenschaften – hier erfahren Sie ganz konkret, wie die technologische Lackinnovation Ihre Arbeit erleichtert und mehr Prozesssicherheit bietet. In persönlichen Gesprächen mit praxisbezogenen Informationen zeigen die Experten auch neue

Wege im Color-Management. Neben der digitalen Farbtonbestimmung erklären die Techniker eine effektive Handhabung von Formelsuche oder Dokumentation und weitere Aspekte professioneller Koloristik. Nutzen Sie die AutoLackForen für den Start in einen neue Dimension. Anmeldung und ausführliche Informationen erhalten Sie bei Ihrem Spies Hecker Kundenberater.

Girls Day in Köln Den Beruf des Lackierers erleben: Janine Barduna schaute bei Spies Hecker hinter die Kulissen.

Ein Tag für Mädchen im klassischen Männerberuf, das ist seit zehn Jahren die Idee des „Girls Day“. Janine Barduna schlüpfte in den Lackieranzug, zog Atemschutzmaske und Arbeitshandschuhe an, griff im Spies Hecker Center zur Lackierpistole. „Ich wollte wissen, wie das Berufsleben eines Lackierers tatsächlich aussieht“, freute sich die Schülerin der siebten Klasse einer Leverkusener Gesamtschule. Gesagt, getan. Nach der Sicherheitsunterweisung standen Mitte Mai im Spies Hecker Center zunächst Theorie und dann Praxis auf dem Stundenplan. Von der Untergrundvorbehandlung über Schleifarbeiten bis hin zum Ausmischen der Farbtöne – die Schülerin zeigte Talent

und war hoch motiviert. In der Kabine faszinierte sie die Arbeit mit der Spritzpistole. „Lackieren macht einfach Riesenspaß, das ist echt kreativ.“

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Management

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Motivation ist alles Voller Einsatz im Betrieb? Ein engagiertes Team erhöht die Kundenzufriedenheit in der Werkstatt. trieb. „Klare Vorgaben, Verantwortungsbereiche und dazugehörige Kompetenzen sollten zudem in der Stellenbeschreibung festgehalten werden.“ Das Wir-Gefühl stärken Loben ist wichtiger als Tadeln. „Kritik ist natürlich erlaubt, aber niemals persönlich, sondern immer sachlich“, betont Michael Zülch. Im Vier-AugenGespräch lassen sich Vorgaben gemeinsam festlegen und das Erreichen von Zielen besprechen. Produktivität, Serviceorientierung, eigenverantwortliches Arbeiten – die Liste der Gesprächsthemen ist lang. „Interessiert sich der Chef für seine Mannschaft, werden Probleme im Gespräch gelöst oder er erklärt, welche Ziele das Unternehmen hat. So schafft der Betriebsinhaber eine gute Vertrauensbasis und stärkt das Wir-Gefühl.“

Das Auto glänzt, die Kundin strahlt. Der Unfall ist vergessen. Gerade im Karosserie- und Lackierbetrieb gehört die Kundenzufriedenheit zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren. Klar, da muss die Leistung stimmen. Doch vor allem ein sympathisches Team und lösungsorientierte Mitarbeiter sorgen für ein gutes Gefühl beim Kunden. Schritt für Schritt „Das wichtigste Kapital des Unternehmens sind seine Mitarbeiter“, stellt Michael Zülch, Unternehmensberater und Geschäftsführer von zülchconsulting, immer wieder fest. „Die Bereitschaft, vollen Einsatz zu zeigen, hängt sehr stark von der emotionalen Bindung zum Betrieb ab.“ Motivation ist alles, so lautet die Devise. Im Arbeitsalltag steht der Chef jedoch oft vor der Frage: Wie lässt sich mein Team richtig motivieren? Vollen Einsatz zeigen „Wir stellen fest, dass viele Betriebe der Mitarbeiterführung mehr Aufmerksamkeit schenken sollten“, meint der Experte. „Nehmen Sie sich Zeit für persönliche Mitarbeitergespräche.“ Der Betriebsinhaber kann so sein Personal aktiv in die vorab definierten Ziele des Unternehmens mit einbinden. Das schafft mehr Identifikation mit dem Be-

Was sind die Motive? „Finden Sie heraus, was Ihre Mitarbeiter wirklich motiviert.“ Ein Beispiel: „Für einen Familienvater ist ein freier Tag oft mehr wert, als eine Gehaltserhöhung, von der netto ohnehin wenig übrig bleibt“, rät der Unternehmensberater. Flexible Arbeitszeiten, natürlich im Rahmen des betrieblich Machbaren, können motivieren. Anerkennung ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. „Belohnen Sie gute Leistung beispielsweise mit der Teilnahme an einer Fortbildungsveranstaltung“, lautet eine Idee. Damit wird Wertschätzung erfahrbar, der Mitarbeiter hat ein gutes Gefühl und strahlt dies auch gegenüber den Kunden aus.

:: Wie sie richtig motivieren Jeder Mitarbeiter lässt sich unterschiedlich motivieren. Wichtig für Betriebsinhaber sind folgende Punkte: • Regelmäßige Mitarbeitergespräche • Vereinbarung betrieblicher und persönlicher Ziele • Mitarbeiterpotentiale erfassen und fördern • Teamgeist/Teamzugehörigkeit schaffen • Identifikation mit dem Betrieb stärken • Anerkennung der Leistung

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Das ist Spitze ! 2,25 m Höhe für die horizontale Dachtrocknung

Mietwagen und Bagatell 15 Prozent Aufschlag bei Unfall-Mietwagen Bei der Reparatur eines Versicherungsschadens ohne kostenlose Bereitstellung des Unfallersatzwagens können Mietwagenkosten geltend gemacht werden. Ein aktuelles Urteil des Amtsgerichts Nettetal stellt jetzt klar: Eine Werkstatt kann einen pauschalen Aufschlag auf die Mietwagenkosten in Höhe von 15 Prozent für „unfallbedingte Besonderheiten“ in Rechnung stellen. Das Gericht bestätigte damit den Automietpreisspiegel (Schwacke) als „geeignete Schätzgrundlage“ zur Ermittlung der notwendigen Mietwagenkosten (AZ: 19 C 48/10). Bagatellschadengrenze überschritten? Kann ein geschädigter Autofahrer die festgelegte Bagatellschadengrenze von 700,00 Euro erkennen? Das Arbeitsgericht Grailsheim urteilte im Fall wie folgt: Die Kosten für ein Gutachten bei einer Reparaturrechnung von 721,81 Euro (brutto) sind erstattungsfähig. Das Gericht bezog sich auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 30. November 2004 (AZ: VI ZR 365/03). Darüber hinaus war das Gericht der Ansicht, dass der Geschädigte die Höhe des Schaden zum Zeitpunkt der Beauftragung nicht kennt. Das sei für die Frage, ob der Schädiger die Kosten eines Gutachtens zu ersetzen hat, entscheidend.

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Wenn vom Geschädigten nicht von vornherein erkannt werden kann, ob es durch den Unfall zu einem größeren oder nur geringen Schaden gekommen ist, hält das AG Grailsheim eine Begutachtung des Schaden für erforderlich und zweckmäßig. Das Schadenausmaß könne vom Geschädigten nicht festgestellt werden. Auf die Möglichkeit, einen Kostenvoranschlag einzuholen, müsse sich der Geschädigte nicht verweisen lassen. Im Ergebnis bedeutet dies: Es kommt sowohl darauf an, ob die Reparaturkosten die Bagatellschadengrenze überschreiten, als auch, ob es für den Geschädigten erkennbar war, dass es sich tatsächlich nur um oberflächliche Schäden handelt. Dies wird in der Regel kaum möglich sein, so dass in vielen Fällen von der Erforderlichkeit eines Gutachtens ausgegangen werden kann (AZ: 3 C 589/09).

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Color Inside

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Color für Profis Neue Möglichkeiten entdecken. Welches Potential in der modernen Coloristik wirklich steckt.

peln mit der Formelsuche und dem Ausmischen des Lackmaterials.“ In der Coloristik wachsen einzelne Prozessschritte immer stärker zusammen.

Wenn Dietmar Wegener vom Technischen Service im Spies Hecker Center über die Chancen des digitalen Color-Managements spricht, ist er elektrisiert. „Die neue Technologie bietet dem Lackierbetrieb unglaublich viel Potential.“ Im Training der Kölner Zentrale geht es um Bits und Bytes. Hier schulen die Experten Lackierprofis in moderner Coloristik. „Mit den Möglichkeiten von Messgerät, Software und PC, elektronischer Waage und dem neuen Barcode-Scanner wird der Prozess zur Farbtonbestimmung und Formelsuche weiter erleichtert“, erklärt der Spezialist. Prozesse steuern mit ColorTint Die Zukunft hat in Köln bereits begonnen. Dort läuft das Color-Management in der Praxis elektronisch. Im Mittelpunkt der modernen Coloristik steht das neue Desktop PC-System ColorTint. Alle Prozesse werden direkt am Computer gesteuert. Dietmar Wegener zeigt im Training ganz genau, welchen Weg der Lackierer am besten nimmt. Wird ein Originalfarbton am Fahrzeug mit dem digitalen Messgerät ColorDialog spectro gemessen, laufen die Daten in wenigen Sekunden in das System. Dann ermittelt die Formelsoftware CRplus die korrekten Angaben für das Ausmischen, die schließlich an die Waage übertragen werden. „Das PC-System verbindet digitale Farbtonmessung oder Farbtonbestimmung anhand von Pas-

„Scannen Sie den Farbton einfach ein“ Eine Entwicklung, die besonders für die FarbtonBestimmung mit Paspeln gilt. Im Spies Hecker Center in Köln ermittelt der Spezialist zunächst mit dem Farbfächer am Auto, welcher Reparaturfarbton in Frage kommt. Ein bekannter Arbeitsschritt. Doch dann greift Dietmar Wegener zum Barcode-Reader und scannt den Farbton ein. Denn im neuen Color Index Permahyd Hi-TEC befindet sich auf der Rückseite jeder Farbpaspel ein Barcode. „Beep“, ein kurzes Signal ertönt und im ColorTint PC-System erfolgt die direkte Anzeige der entsprechenden Formel. Diese kann sofort an die elektronische Waage weitergeleitet werden. „In der Datenbank sind tausende Formeln hinterlegt, die das System am Strichcode erkennt“, erklärt der Experte. Zusätzlich kann ColorTint online auf aktuelle Informationen aus dem Internet zugreifen. Ist die richtige Formel gefunden und ein Prüfblech vorhanden, lässt sich erneut ein Barcode-Etikett erstellen, das ausgedruckt und auf das Musterblech aufgeklebt werden kann. Dies erleichtert die Archivierung von Kundenfarbtönen. Dietmar Wegener: „Auf diesem Weg beschleunigen wir das Color-Management auch für die Betriebe, die noch ohne Farbtonmessgerät arbeiten.“ Mehr Funktionen mit einem Touch Neues Potential steckt auch in der Software selbst. Mit der Einführung des neuen Spies Hecker Wasserbasislacks Hi-TEC wurden auch die Funktionen von der Formelsoftware CRplus erweitert. „In Zukunft wird die Farbtonangleichung und das Nuancieren noch einfacher“, ist der Fach-

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mann sicher und tippt dabei auf den Monitor. Das Programm öffnet ein neues Fenster. Hier erscheinen die mit dem Farbtonmessgerät eingelesenen Messdaten. Auf dem Bildschirm sieht man jedoch keine Formeln, sondern eine virtuelle Paspel. Dietmar Wegener: „Das Messergebnis und die Mischformel aus der Datenbank werden optisch dargestellt, sodass der Lackierer visuell am Monitor vergleichen kann.“ Die Abbildung wirkt originalgetreu. Eine Korrektur der Formel nimmt die Software automatisch vor. Farbtonvergleich nur noch digital? Dietmar Wegener meint: „Das Spritzen eines Musterbleches ist nach wie vor notwendig.“ Auch beim Einsatz des ColorDialog spectro bleiben Musterblech und Paspeln weiterhin erhalten. Denn das unterstützt den Lackierer bei der Prozesssicherheit. Dann zeigt der Experte eine weitere Neuerung am Farbtonmessgerät. „Farbtöne, die im Lackierbetrieb eingelesen werden, können in Zukunft direkt auf der Datenbank des ColorDialog spectro abgespeichert werden.“ So erweitert die Werkstatt mit jeder Messung ihre Datenbank. Kundeneigene Formeln lassen sich dadurch im Gerät und System ablegen, die dann bei der nächsten Messung in die Formelsuche einbezogen werden. „Die Formelsammlung passt sich damit immer mehr an die Farbtöne der Kunden an und wird mit der Zeit immer individueller.“ Das Berufsbild des Lackierers ändert sich Wer bei Spies Hecker vor dem Monitor in der Vorbereitung steht und auf den Bildschirm des ColorTint PC Desktops klickt, der spürt die Zukunft der Coloristik. Elektronisches Equipment bestimmt schon heute das Color-Training immer stärker. „In der Werkstatt kommt die neue Technologie nach und nach an“, schätzt Dietmar Wegener den Verlauf des Fortschritt ein. Doch schon jetzt ist für ihn klar: „Das Berufsbild des Lackierers ändert sich. Künftig gehört neben dem handwerklichen Können auch der Umgang mit Bits und Bytes dazu. Keine Frage, das wird so kommen.“

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Poolpartner

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Gefühlte Temperatur Volle Kontrolle in der Kabine. Mit moderner Technik lässt sich effizienter trocken. Das frisch lackierte Fahrzeug steht in der Kombikabine. Die Betriebssteuerung schaltet die Trocknung ein. Eigentlich läuft alles ganz normal. Erst auf dem zweiten Blick fällt auf: Hier sieht man mit dem „Roten Auge“ besser. Das neue Red-Eye System von WOLF regelt den Trockenverlauf, exakt nach vorgegebener Objekttemperatur. Ganz automatisch. Sehen, was läuft, regeln, was geht Mehr Prozesssicherheit, mehr Energieeffizienz – so lautet die Devise im modernen Lackierbetrieb. „Das sind zwei entscheidende Vorteile, die das neue Red-Eye System kennzeichnen“, erklärt Viktor Richtsfeld, Mitglied der Geschäftsführung bei WOLF. „Dadurch können die Vorgaben der Lackhersteller für den Trockenprozess präzise eingehalten werden.“ Wie das System funktioniert? Im Red-Eye Regelprozess wird die Umlufttemperatur bei Erreichen der Objekttemperatur zurückgenommen. Die Kabine heizt nur noch so viel, wie das Objekt tatsächlich benötigt (siehe Grafik: türkis gestrichelte Linie). Im Standard-Trocknungsprozess läuft die Kabine hingegen nach dem Hochheizen auf den Sollwert mit der eingestellten Temperatur „blind“ weiter (schwarze Kurve). Die Objekttemperatur nimmt dabei ständig unkontrolliert zu (rot gestrichelt).

Prozesse und Energieverbrauch optimieren Die Praxis zeigt: Karosserieteile lassen sich optimal durchtrocknen und aushärten, auch an schwierigen Stellen. In Kombination mit dem Multi-Air Düsensystem werden beim Trocknen eine absolut gleichmäßige Bauteiltemperatur und ein optimaler Wärmeübergang erreicht. „Der Einspareffekt an Heizenergie zeigt sich vor allem in der Kombikabine“, erklärt Viktor Richtsfeld. „Die Heizkosten reduzieren sich im Trockenprozess im Mittel um ca. 23 Prozent, teilweise sogar mehr.“ Abhängig von der Trocknungstemperatur und der Größe von Karosserieteilen. Im Klartext bedeutet das: „Es wird kein Grad zu viel und keine Minute zu lange verheizt.“ Das Red-Eye System wurde auch zur Nachrüstung entwickelt. Einsetzbar ist die Technik bei Kombikabinen immer in Verbindung mit einer modernen Betriebsartensteuerung. „Bei der Taifuno-Generation kann die Nachrüstung in der Regel innerhalb weniger Stunden erfolgen.“ Auch die Anwendung ist leicht. Der Laserstrahl wird lediglich mit dem mehrachsigen Schwenkarm auf das Bauteil ausgerichtet. Viktor Richtsfeld: „Sonst ändert sich für den Lackierer nichts. Außer dem Gefühl, dass man mit dem Red-Eye System einen prozesssicheren und energiesparenden Trockenprozess gestartet hat.“

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Poolpartner

Hart, härter, siacarbon Speziell Mattlackierungen oder UV-härtende Serienlacke werden an der Oberfläche sehr hart und lassen sich bei der Reparatur nur schwer bearbeiten. Das Schleifergebnis ist daher häufig ungleichmäßig, Qualitätsmängel sind vorprogrammiert. Damit es in der Lackiervorbereitung immer glatt läuft, hat der Poolpartner sia Abrasives das neue Diamant-Schleifmittel 7241 siacarbon entwickelt. „Gerade bei der Lackinstandsetzung von Matt- und UV-Lackierungen kann das Schleifen zum Zeit- und Kostenrisiko werden“, hebt Jochen Gaukel, Geschäftsführer des Vertriebsunternehmens part GmbH, hervor. „Das neue Produkt von sia Abrasives sorgt für ein optimales Schleifresultat und stellt zügiges Arbeiten in der Werkstatt sicher.“ Laut Poolpartner ermöglicht die 500er Körnung in Verbindung mit dem 3-D-Aufbau des Schleifmittels die schnelle Mattierung und Strukturangleichung in einem Schritt. „Die Rautiefen sind vergleichbar mit einer Papierscheibe in Korn 600 oder feiner. Generell sind die Rautiefenwerte von siacarbon über die gesamte Standzeit durchweg sehr niedrig, dies bedeutet einen hohen Abtrag bei konstantem Ergebnis.“ Das Diamant-Schleifmittel eignet sich nach Angaben von sia Abrasives für den trockenen und feuchten Einsatz. „In der Anwendung erreicht siacarbon das beste Ergebnis mit Exzentermaschinen mit drei und fünf Millimeter Hub“, erklärt Jochen Gaukel. „Der Aufbau mit flexiblem Gewirke und Diamant-Schleifmineralien bringt hohe Standzeiten und einen deutlichen Zeitgewinn. Zusätzlich bietet der Schaumstoff einen Schutz vor Kantendurchschliff und nahezu staubfreies Schleifen, da der Staub über die gesamte Fläche der Scheibe abgesaugt wird.“ www.part-info.com

Schutz durch Glaze Die Balance zwischen Effizienz und Qualität gehört zu den stärksten Herausforderungen im Lackierbetrieb. Gerade im glänzenden Finish spiegelt sich ein perfektes Arbeitsergebnis. Direkt sichtbar für den Kunden. Deshalb schützt eine Versiegelung nach der Lackierung den Glanz. Der Poolpartner Farécla bietet Werkstätten mit dem Produkt Glaze eine Versiegelung ohne Wachszusatz an. „Die Versiegelung kann direkt auf den frisch applizierten Lack aufgetragen werden“, erklärt Francois Finet, Geschäftsführer von Farécla Deutschland. „Das ermöglicht einen schnellen Arbeitsablauf.“ Anders als bei Wachsversiegelungen ermöglicht Glaze dem Lackierer nach Angaben des Herstellers das Auftragen einer durchlässigen Schutzschicht. „Faréclas Versiegelung schützt die Lackierung während des Trocknungsprozesses vor dem Ausbleichen, indem der Lack atmen kann und so optimal durchtrocknet“, heißt es beim Poolpartner. Die Versiegelung soll für ein frisches und hologrammfreies Finish sorgen und kleine Kratzer ausfüllen. Die Versiegelung schützt den Lack vor Fehlstelleneintrag im Finish und ermöglicht eine schnellere Fahrzeugübergabe an den Kunden, hebt Farécla in seiner Produktinformation hervor. Glaze kann maschinell oder manuell aufgetragen werden und ist für helle sowie dunkle Lackfarbtöne erhältlich. Ausführliche Informationen über Polituren und Versiegelungen erhalten Sie mit einem Klick im Internet unter www.farecla.com.

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22.06.2010 15:07:06


CUI

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Zeit für Reklame

maßnahmen trägt dazu bei, das Geschäft mit Privatkunden und das Firmenimage zu stärken.“ Dadurch stellt sich der Betrieb im Markt breiter auf und stärkt seine Unabhängigkeit.

Broschüren, Flyer oder Anzeigen. Die Werbung für Ihren Betrieb übernimmt CUI.

Starker Partner Management Marketing Technik

Klar wissen Sie, wie wichtig Marketing ist. Die Anzeigenschaltung am Wochenende, das Verteilen von Handzetteln als Postwurfsendung oder die firmeneigene Internetpräsenz – nur wer für seine Leistung wirbt, wird von den Kunden wahrgenommen. Doch die Entwicklung und Umsetzung von Marketingmaßnahmen kostet Zeit, die im Werkstatt-Alltag fehlt. Geschäft mit Privatkunden stärken „Das Büro im Betrieb ist mehr denn je mit Tätigkeiten ausgelastet, die Schadenregulierung und Kundenservice direkt betreffen“, berichten CUIPartner immer wieder. Versicherungen, Schadenlenker oder Flotten fordern einen ständig wachsenden administrativen Aufwand. „Wir stellen zunehmend fest, dass die Kapazitäten für Marketing in Lackier- und Karosseriebetrieben dadurch geringer werden“, betont Gesine Zimmermann, Verantwortliche für das Spies Hecker Know-howProgramm Colors Unlimited International. „Doch gerade die Durchführung regelmäßiger Werbe-

Weniger Aufwand, mehr Werbung CUI-Partner nutzen deshalb das Service-Center in Köln. Hier werden Anzeigen, Image-Broschüren, Flyer und weitere Maßnahmen entwickelt, die sich erfolgreich einsetzen lassen. „Wir nehmen den Betrieben die aufwändigste Arbeit ab“, unterstreicht Gesine Zimmermann. Das bedeutet konkret: Layout, Text und Produktion organisieren die Experten. „Zusätzlich erhalten unsere Partner eine individuelle Beratung, die eine Entscheidung für die richtigen Maßnahmen deutlich erleichtert.“ Das Angebot von Colors Unlimited International ist vielfältig. „Die Leistungen bestehen aus einem Baukastensystem, hieraus werden die richtigen Marketingaktionen ausgewählt, die zu dem Partner am besten passen“, heißt es in Köln. Damit reduziert der Betrieb seinen Aufwand auf ein Minimum. Ein Prinzip, das im Büro für Entlastung sorgt und trotzdem mehr Werbung für das Unternehmen bringt. :: cui-leistungen Auf einen Blick •• Broschüren, Handzettel und Flyer •• Anzeigengestaltung •• Texte für Kundenmailings •• Presseartikel für Lokalzeitungen •• Erstellung Internetseiten •• Individuelle Marketing-Beratung •• Entwicklung Betriebs-Logo •• Fassaden- und Innenraumgestaltung •• Geschäftspapier •• Individualisierbare Werbemittel Mehr Informationen erhalten Sie im ServiceCenter unter Tel.: 0 18 02/28 42 84.

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22.06.2010 15:07:12


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Profi-Club

Fit für den Markt

Kommunikation, Prozesse und Betriebswirtschaft. Der Profi-Club zeigte konkrete Lösungen für den Umgang mit der Schadensteuerung.

Als Branchenkenner Roy de Lange die Bühne im Spies Hecker Profi-Club betrat, wurde es ruhig, sehr ruhig. Konzentriert hörten die mehr als 80 Betriebsinhaber von Lackier- und Karosseriewerkstätten Fakten und Hintergründe über die aktuelle Entwicklung des Schadenmanagements in den Niederlanden. „Bis zu 60 Prozent der Unfallschäden werden im holländischen Markt gesteuert, das Leasinggeschäft sogar nahezu vollständig gelenkt“, erklärte der Experte beim Themenforum Ende April im Spies Hecker Center in Köln. Immer mehr Regulierung Keine guten Nachrichten aus dem Nachbarland? Roy de Lange beruhigte die Clubmitglieder: „Der Trend lässt sich kaum auf die deutsche Branche übertragen. Allerdings werden einige Entwicklungen auch bei Ihnen spürbar werden.“ Einig waren sich die Clubmitglieder darin, dass die Regulierung von Unfallschäden künftig weiter zunimmt. „Wir wollen, dass Sie fit für aktuelle und künftige Entwicklungen im Markt sind“, erklärte Spies Hecker Geschäftsführer Jochen Kleemann. „Denn bei Flottenkunden, Versicherungen oder Schadenlenkern laufen die Prozesse der Unfallreparatur immer öfter nach einheitlichen Regeln.“ Das Themenforum beschäftigte sich mit den drei zentralen Stellschrauben in Karosserie- und Lackierbetrieben: erfolgreiche Kommunikation mit den Kunden, Optimierung der Werkstattabläufe und effektives Management zur Verbesserung des Betriebsergebnisses.

„Sprechen Sie die Sprache Ihrer Kunden“ Der erfahrene Kommunikationstrainer Thomas Wetzel legte seine Schwerpunkte auf Selbstmarketing, Kundenansprache und Konfliktmanagement. „Versuchen Sie, die Kommunikation mit Ihren Kunden bewusst positiv zu steuern“, empfahl er den Betriebsinhabern. „Die Wahrnehmung des Kunden, das Verständnis für seine Situation und eine Erklärung von Zusammenhängen ist gerade gegenüber Versicherern, Firmen oder Schadensteuerern besonders wichtig. Denn sie sind mit Ihren Abläufen und Herausforderungen nicht vertraut.“ Wer sich in den Kunden „hineindenkt“, kann Gespräche erfolgreicher führen. Optimierung im Betrieb Selbstbewusstsein, das stand auch im Workshop von Jens Keppel, Berater der zülchconsulting GmbH, auf der Agenda. Aus seiner Sicht sei es höchste Zeit für die Betriebe, sich intensiv mit den betriebswirtschaftlichen Aspekten zu beschäftigen. Engagiert diskutierten die Teilnehmer Theorie und Praxis der Betriebswirtschaft. Einen präzisen Blick auf technische Abläufe im Lackierbetrieb warfen Torsten Stahlberg und Wolfgang Feyrer. Die beiden Experten gingen den Lackierprozess Schritt für Schritt durch, um Potential für mehr Effizienz aufzuzeigen. Das Fazit der Clubmitglieder: Jeder Betrieb muss selbst entscheiden, wie er mit der Schadensteuerung umgeht. Wirksame Konzepte hat der ProfiClub vorgestellt.

Thomas Wetzel

Torsten Stahlberg

Jochen Kleemann

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IDENTICA

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Teuflisch gut IDENTICA erfüllt Kundenträume. Mit dem Wettbewerb „Design your car“ glänzte das Werkstattsystem auf der AMI 2010.

Der IDENTICA Betrieb Drews in Hannover hatte Glück. Denn Nadja Groth beteiligte sich mit ihrem eigenwilligen, selbstentworfenen Design am Wettbewerb der Initiative „Hallo Frau“ und des Spies Hecker Werkstattsystems – und hatte gewonnen. Die junge Autofahrerin war durch eine Anzeige des Partnerbetriebes auf die Aktion aufmerksam geworden. Ihr Preis: eine Autolackierung nach ihren eigenen Vorstellungen.

Nach einer Nacht Trocknungszeit lackierten die Karosserie- und Lackprofis aus Hannover erneut zwei Spritzgänge Klarlack. Mit einem feinen Zwischenschliff schufen sie einen makellosen Übergang, bevor zwei weitere Klarlackschichten den Wagen endgültig zum Glänzen brachten. Dann montierte das Werkstattteam von IDENTICA das komplette Auto wieder zusammen. Der Traum von Nadja Groth war Wirklichkeit geworden.

Kreatives Motiv und handwerkliches Können Lackiert wurde das Auto bei IDENTICA Drews. Betriebsinhaber Harri Luze und sein Team haben mehr als 60 Stunden anspruchsvollste handwerkliche Arbeit investiert. „Es ist ein ganz besonderer Reiz, die Träume von Kunden zu realisieren“, betonte der Geschäftsführer, der tagtäglich vor allem Unfallinstandsetzungen, Kleinschadenreparaturen oder Fahrzeugaufbereitung durchführt. Die Lackierung aufzubringen war eine echte Herausforderung. Zunächst mussten die Anbauteile des Fahrzeugs komplett demontiert werden. Stoßfänger, Spiegel oder Scheiben – alles kam runter. Dann wurde das Fahrzeug vollständig geschliffen und anschließend das Motiv mit Airbrushtechnik lackiert.

In Hannover ist der Teufel los Premiere hatte der umlackierte Golf V United Anfang April auf der Automobil International (AMI) in Leipzig. Am Messestand von „Hallo Frau“ und IDENTICA sahen mehr als 120.000 Besucher den „Straßenteufel“. Auch Nadja Groth war begeistert: „Kaum zu glauben, dass aus einer Idee tatsächlich einmal eine so stilvolle Realität wird“, strahlte die Gewinnerin des Wettbewerbs zufrieden. Wenn Nadja Groth jetzt vor einer Ampel in Hannover steht, ist sie der Blickfang für andere Autofahrer.

„Ohne Schablone, mit freier Hand haben wir dem Teufel die Hörner aufgesetzt“, lacht Harri Luze zufrieden. Danach wurden zwei Spritzgänge Klarlack aufgetragen. „Die Herausforderung lag neben der präzisen Arbeit mit der Airbrush-Pistole vor allem im Lackieren der Übergänge der unterschiedlichen Farbtöne.“

Zeichen setzen für das Lackierhandwerk „Mit der Aktion haben wir bei Privatkunden für das Werkstattsystem IDENTICA erfolgreich geworben“, zeigt sich Systemleiter Karsten Stöcker erfreut und betont: „Besonders wichtig war uns zu zeigen, wie viel Potential im Lackierhandwerk steckt.“ Kreativität, Ideenreichtum und handwerkliche Präzision − die Reaktionen auf den Wettbewerb „Design your car“ waren durchweg positiv. Für Nadja Groth steht fest: „Ich bin noch immer sehr begeistert.“ Sie überrascht jetzt ihre Freunde mit dem ausgefallenen Lack-Design.

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Termine & Meldungen

„Ein Modell wie den Hummer H1 zu lackieren, ist schon eine besondere Herausforderung. Zumal in Mattweiß ... Er hat fast die Maße eines kleinen LKWs – und ist eben der absolute Gigant unter den Geländewagen.“ Theo Stübben, Lackiermeister, Kfz Reparatur Dietmar Kaiser und Michael Vormeyer, Bergheim

Er ist der „Hammer“! Für „Ex-Terminator“ Arnold Schwarzenegger, heute Gouverneur von Kalifornien, hat er genau die richtigen Maße. Und ihm verdankt der H1 seine Popularität. Immerhin war es Arnie, der als erster Zivilist einen Hummer besaß − und bis heute mehrere Modelle besitzt. Fast 4,7 Meter lang, 2,2 Meter breit und rund 2 Meter hoch! Über 3,5 Tonnen Leergewicht. Die Leidenschaft für die überdimensionalen Geländewagen der US-amerikanischen Marke Hummer teilen sich auch Fans in Deutschland. „Es gibt aber nur wenige, die mit einem solchen Koloss durch die Gegend fahren“, so Theo Stübben, Lackiermeister der Autowerkstatt Kaiser und Vormeyer in Bergheim. Einer davon gehört zu seinen Kunden, wollte sein rollendes „Schwerkaliber“ umlackie-

ren. Aus dem roten Hummer wurde ein weißer! Jede Menge Arbeit. Demontage. Sonderlackierung. Die trug Theo Stübben in drei Schichten auf. „Erst Uniweiß, dann Perlmutt, schließlich Mattklarlack. Da darf man sich keinen Fehler erlauben, muss absolut sauber arbeiten.“ Der Farbeffekt? Ebenso perfekt wie auffällig. Eben der Hummer.

:: Wissen, was in der praxis zählt Das Werkstattsystem IDENTICA steht bei Versicherern hoch im Kurs. Ein Grund, weshalb sich die Sachverständigen der HUK-Coburg beim IDENTICA Partner Franke über moderne Reparaturtechnik informierten. 30 Sachverständige sowie Vertreter der Werkstattausrüster Carbon und Wolfrum trafen sich für einen Tag in Ellichleben. Inhaber Marko Franke hatte die Veranstaltung perfekt organisiert. Die Praxisvorführungen fanden an verschiedenen Stationen statt: 3-D-elektronische Achsvermessung, Instandsetzung von Stahl und Aluminium sowie Klebetechnologie und Kunststoffinstandsetzung. Auch die elektronische Karosserievermessung, Begutachtung der Fahrzeuge während und nach der Reparatur standen auf dem Programm. www.identica-franke.de :: Termine 2010 05./06.07. 08./09.07.

Lehrgang Kalt-Fügeverfahren in der Karosserie-Instandsetzung Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik, Tel.: 0 61 01/40 61 0

Calw

08./09.09.

Instandsetzung moderner Fahrzeugkarosserien mit Messsystemen KTI − Kraftfahrzeugtechnisches Institut, Tel.: 05 61/51081-11

Lohfelden

21./22.09.

Moderne Karosseriereparatur bei Opel Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik, Tel.: 0 61 01/40 61 0

Rüsselsheim

22./23.09.

CUI-Seminar: Mitarbeitermotivation CUI Service-Center, Tel.: 0 18 02/28 42 84

Bad Hersfeld

27.–29.10.

Lackakademie „Nutzfahrzeuglackierung“ Spies Hecker GmbH

Köln

03./04.11.

CUI-Seminar: Schadenabwicklung CUI Service-Center, Tel.: 0 18 02/28 42 84

Kassel

05./06.11.

Profi-Club Themenforum Spies Hecker Profi-Club e. V., Tel.: 0 18 02/74 25 82

Köln

01.–03.12.

Lackakademie „Industrielackierung“ Spies Hecker GmbH

Köln

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Hi-TEC_fml.qxd:Spies Hecker

Viele Lackierer arbeiten in einer neuen Dimension.

Der innovative Wasserbasislack Permahyd® Hi-TEC 480 eröffnet eine neue Dimension bei der Reparaturlackierung. Leichte Verarbeitung, sichere Anwendung und große Flexibilität. Mit uns erzielen Sie mehr Prozesssicherheit in der Werkstatt.

Spies Hecker – näher dran.

Spies Hecker GmbH - Horbeller Straße 17 - 50858 Köln - www.spieshecker.de

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