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Ausgabe 25 - Januar 2014

Alben des Jahres 2013 Die Alben des Monats - Januar bis Dezember CDs und Platten Interviews Konzerte und Festivals

Bandportraits Medien und Literatur und vieles mehr...


Inhalt

Editorial von frakru Ja, da wollten wir heute unsere 25igste Jubiläumsausgabe feiern und ich hatte auch schon in der letzten Jubiläumsausgabe zum 2jährigen von triskel für die Zukunft spekuliert - und dann kommt es alles ganz anders. Ich muss Euch also leider mitteilen, dass dieses die vorerst letzte Ausgabe von triskel sein wird, da es celtic-rock.de so wir Ihr es kennt nicht mehr länger geben wird. Siehe dazu auch den Artikel auf Seite 3. Da es sich bei diese Ausgabe um die Januarausgabe handelt, haben wir es uns - wie die Titelstory es schon verkündet- natürlich nicht nehmen lassen, Euch nochmal alle Alben des Monats des vergangenen Jahres aufzulisten. Ebenso könnt Ihr noch ein letztes Mal im Jahresrückblick die ganz persönlichen Favoriten der Redaktion begutachten. Es bleibt mir also dann nicht anderes mehr übrig, als mich bei Euch allen für die schöne Zeit mit celtic-rock.de zu bedanken und Euch alles Gute zu wünschen. Ich hoffe wir sehen uns bei dem einen oder anderen Projekt mal wieder. Eure celtic-Rock Redaktion

Inhalt

Interna Over And Out – nach sieben Jahren ist Schuß!..................3 Album des Monats - Januar Jimmy Kelly & The Street Orchestra ~ Viva La ................4 CDs und Platten The Detonators – My world..............................................5 Zeptepi ~ Coming up for Air (2013).................................7 Incredibile ~ Galahad (2011)...........................................24 HiJinx ~ HiJinx (2013)...................................................25 The Moorings – La Cigale Unplugged (2013).................25 Paddy´s Funeral – Celtic Voodoo (2013).........................29 Battlefield Band ~ room enough for all (2013)................30 Land of the vast Horizon ~ Gavin O’Loghlen & ............31 Plantec ~ Best of (2013)..................................................32 Konzerte und Festivals Programm des 3. Keltic Festival Hohenlimburg 2014........5 Konzertberichte Heidi Talbot & Band, Lüdenscheid 01.12.2013................6 Artikel Le Clou ~ Konzert Bonner Harmonie.................26

Johnny Logan & Friends ~ Live (2013)...........................28 Dies und das Süßes zum Weihnachtsfest ~ Stollen “Irish........................8 Christmas Reloaded 2013...............................................23 Jahresrückblick 2013 – der letzte.....................................36 Alben des Jahres 2013 .......................................................................................10 Interviews Tooraloo Radio #32: Dagmar Hesse................................23 The Dreadnoughts are back!............................................35 Bandporträts CHAPEAU ~ Bandvorstellung und erstes Konzert..........33 Impressum .......................................................................................39

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Interna

Interna Over And Out – nach sieben Jahren ist Schuß! Publiziert 26. Dezember 2013 von daniels

Das Leben ist ein Fluss und Dinge verändern sich mitunter sehr schnell. In Zeiten des Internet umso mehr. Innerhalb des Fanzines haben sich in den vergangenen sieben Jahren die Menschen, deren Motive, die Nutzer/innen, die Technik und die Angebote verändert. Es ist an der Zeit aufzuhören. Hinter den Artikeln, Fotos und Angeboten steckt unendlich viel Zeit, die von der gesamten Crew erbracht wurden. Wir haben gemeinsam viel erreicht und ein Projekt entwickelt, dass dem uns lieb gewonnenen Musikgenre Anerkennung und Stimme im Internet gegeben hat. Website, ezine, Radio, Socialmedia, Fotos, Video und und … Vielen Dank für eine schöne und lehrreiche Zeit an alle Beteiligten und alles Gute! Ich hoffe,Ihr bleibt der Szene treu. celtic-rock.de in der jetzigen Form wird in den nächsten Wochen zurück gebaut. Vielleicht wird es eine anderweitig zugeschnittene Zusammenarbeit einiger Autor/innen geben, aber da werden wir erst einmal drüber in Klausur gehen müssen.

schmeckende Erlebnisse, die ich nicht im Detail aufzähle. Ich bin aber nicht bereit diese mit einem persönlichen Risiko abzusichern und meine Zeit für fragwürdige Interessen Dritter zu opfern. Dazu kommt, dass die letzten Wochen mir gesundheitlich sehr zugesetzt haben und die Entscheidung relativ spontan gefällt wurde. celtic-rock.de wird als Archiv weiter zur Verfügung stehen. In den nächsten Wochen werden die interaktiven Teile aufgelöst und die Seite abgespeckt. Es bleibt offen, ob ein/e andere/r die redaktionelle Verantwortung übernehmen möchte. Die Radiostation werde ich im Rahmen eines neuen Projekts (www.celtic-rock-radio.de) gezielt weiterentwickeln und auf Interaktion mit Euch setzen. Der Rest steht in den Sternen. Ich bedanke mich bei Euch für eine schöne und musikalische Zeit und wünsche Euch einen guten Übergang ins neue Jahr 2014. Hoffentlich sehen/lesen wir uns woanders wieder. Daniel

Viele werden sich Fragen warum. Es ist meine Entscheidung als Presse-rechtlich verantwortlich agierende Person. Neben den vielen schönen, gab es zunehmend auch fade und schal triskel - the celtic rock & punk ezine 3


CDs und Platten

Album des Monats - Januar Jimmy Kelly & The Street Orchestra ~ Viva La Street (2013) von Folkaholix Mit Möwengeschrei und Meeresbrandung eröffnet die Hommage der Straße, der sich, aus bedrohlicher Ferne erklingend, der wagnereske Basston einer Tuba hinzugesellt, ehe sich Streicher, Hi-Hat-Schläge und Banjo dem Refugium ergeben. Beinahe mahnend erhebt sich Kellys Parlando über die Klänge seines Orchesters, um nach der ersten Strophe in einen Refrain mit Kinderchor zu münden. Nach diesem tragen das voll erklingende Schlagzeug und die Tuba rhythmisch durch die Strophen, indes sich Kellys Sprachgesang zum beinahe wütenden Klagen erhebt, um mit vollster Klanggewalt neuerlich in einen Refrain zu kulminieren. Ebd. erfährt in seiner Wiederholung neuerlich eine Modifikation, die insbesondere dem Kinderchor gut zu Ohr steht. Der anschließende, von den Streichern getragene Ruheteil zeugt, wie jeder Takt zuvor, vom Arrangement-Genie des namenhaften Frontmanns. Der Opener, supersailor, erweist sich damit als wahrer Hymnus. Mit dem zweiten Titel, new york, begibt sich das musische Konglomerat in gemäßigtere Gestade. Wiewohl Kellys kraftvolles, von beinahe Shouting-ähnlichen Zügen gekennzeichnetes Singen durchaus als rotfadiges Charakteristikum durch das Album führt, weiß das bunte musikalische Miteinander bei jedem Titel zu überraschen. Sehnsüchtelte sich der erste Titel noch mit brachialer Gewalt in das Ohr, so überzeugt new york durch die Kunst der Beschaulichkeit. Während der Chorus, umrahmt von einem Glockenspiel, schier endlos “in new york” vor sich hin repetiert, gedeihen Cello, Blechbläser und Violine in trautem, abwechselnden Miteinander in wohlfeile Symbiose – künden von Fernweh, Wiedersehensfreude und lieblicher, von intensivstem Vibrato getragener Melancholie. Take my heart schlägt dahingegen fast stereotypisierte Schunkelverse vor, die in ihrer Dosierung viel mehr von der Kunst des musikalisch Vielfältigen, denn dem Einfältigen zeugen. Das Akkordeon liefert sich im Unisono mit dem Banjo ein illustres Stell-Dich-Ein, die Violine löst beide ab, indes sich das Glockenspiel durch die Strophen tropft. Kelly und die singende Dame an seiner Seite beterzen – und -circen einander, dass sich die Intuition ganz dem Prinzip Harmonie hingibt, um im Vokalende ihre beinahe zwingende kussähnliche Auflösung zu finden. Diesem Ruhepol schließt sich dance an, das ebenso mit leisen Klängen eröffnet, die sich zur Mitte des Stückes in ein taumelndes Accelerando stürzen. Ein Ohhhhh-lautmalender Chor umrahmt das gleichmelodiöse Spiel von Fiddle und

Whistle – und Kelly erhebt sich neuerlich zu vokalen Höhenflügen. Eyes on the ball, der Folgetitel, eröffnet mit einer schluchzenden Geige in feinster Gypsy-Manier. Eine Klarinette wehklagt sich durch den Tanzreigen, der Gesang ergibt sich den Terzen und die Tuba walkt sich durch die Strophen, indes Akkordeon und Trompete die vokalen Leerstellen unaufgeregt füllen. Viva La Street ist ein Meisterwerk der Vielfalt, ein Refugium der Stille, ein Tanzprojekt sondergleichen. In Zeiten inflationären Gebrauchs von Maximalismen wird Kellys Orchester den Ansprüchen ebd. mehr als gerecht. Wer auf Folk- und Weltmusik steht, sollte sich dieses unbändig spielfreudige und Genregrenzen überschreitende Album nicht entgehen lassen: Ein Juwel! Trackliste 1. supersailor 2. new york 3. take my heart 4. dance 5. eyes on the ball 6. we got love 7. hold my hand 8. go go go 9. superstar 10. warriors of love 11. l’amour www.celtic-rock.de/2014/01/jimmy-kelly-street-orchestraviva-la-street-2013/

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CDs und Platten

CDs und Platten The Detonators – My world von Roisin Dubh The Detonators sind eine noch recht junge Band aus Serbien. Aus diesem Grund habe ich beim Einlegen der CD in meinen CD-Player eine Mischung aus Rock oder Punk und osteuropäischer Folklore erwartet. Was da aus den Boxen drang war jedoch etwas völlig anderes. Die allerersten Töne erinnerten mich spontan an Rancid – bis das Akkordeon einsetzte und den ersten Titel des Albums „Let’s Go“ in eine fröhliche Celtic-Folk-Punk Nummer verwandelte. Das Label der Band beschreibt den Stil der Detonators folgendermaßen “traditionelles California-Punk Songwriting trifft auf Folk-Instrumentierung, eine Mischung aus 90er West-Coast Punkrock“ und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Beim hören des Albums bekommt man sofort gute Laune und ich vermute Mal, dass es bei den Konzerten richtig gut abgeht. Ich bin in letzter Zeit ein bisschen skeptisch wenn es um Celtic-Folk-Punk geht weil immer mehr Bands auf diesen Zug aufspringen und viele och nicht ihren eigenen Weg gefunden haben, aber „My world“ hat mich restlos überzeugt.

Tracklist 01. Let’s Go 02. My World 03. Far Away 04. Hang On 05.Away From Home 06. Hey Baby 07. Kings & Queens 08. Highway 09. You Will Never Die 10. Molly 11. Word Or Two www.celtic-rock.de/2013/12/detonators-world/

Konzerte und Festivals Programm des 3. Keltic Festival Hohenlimburg 2014 von kuec holidämmerquadIn Hagen und Umgebung freut man sich nicht nur auf den Weihnachtsmann: Das Programm des 3. Keltic Festival am Schloss Hohenlimburg ist komplett und der Kartenverkauf hat begonnen. Auch ein ungefährer Zeitplan steht schon auf der Festivalseite. Der Termin am Himmelfahrts-Wochenende, 30./31. Mai, lässt sich vielleicht als Kurzurlaub gestalten. Wie bisher teilt sich das Programm auf in einen eher akustischen Freitag und einen rockigen Samstag. Dann entern Fiddlers Green als Headliner die Bühne. Im Übrigen steht Schottland im Mittelpunkt, mit der Paul McKenna Band, Stramash und Scotch 4. Die heimische Szene bleibt auch nicht unberücksichtigt: Bardic ist wieder dabei, und vom Pausenfüller haben es Skye zu einem „richtigen“ Set gebracht. Muirsheen Durkin und Friends machten kürzlich wieder mit ihrem Celtic Rock Night in Arnsberg auf sich aufmerksam. Hinter den Keltic Allstars verbirgt sich die „Hausband“ Ceili Family mit wechselnden Gästen. Man darf gespannt sein… Zum Auftakt trommeln die Fire Drums aus Düsseldorf,

und die 1st Sauerlanders dürfen natürlich auch nicht fehlen. Bis zum nächtlichen Abschluss durch den einsamen Dudelsackspieler auf der Burgzinne wird natürlich auch ein passender Rahmen mit Ständen, Verpflegung und weiteren Aktionen geboten. Die Karten sind im Vorverkauf deutlich günstiger als an der Abendkasse. Das Wochenendticket kostet jetzt 40€. Am 6.12. kann man das Team von Celtic Events auf dem Hagener Weihnachtsmarkt treffen. Wer dazu keine Gelegenheit hat, bestellt über die Website. www.celtic-rock.de/2013/12/programm-des-3-keltic-festival-hohenlimburg-2014/

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Konzertberichte

Konzertberichte Heidi Talbot & Band, Lüdenscheid 01.12.2013 von kuec Sie sei eigentlich ein fröhlicher Mensch, meinte Heidi Talbot, aber sie singe halt gern traurige Lieder. Dies tut sie meisterhaft und überzeugte mit überwiegend ruhigen, dafür ausdrucksvollen Songs ihr Publikum. Die in Schottland lebende Irin war mit ihrer Begleitband in Großbritannien auf Tour gewesen und für Gigs in Esslingen, Bonn und Lüdenscheid herüber geflogen. In anderer Besetzung war sie vor drei Jahren bereits im Kulturhaus aufgetreten und hatte dort mit wenigen Soloeinlagen die Veranstalter vom „folkpack“ überzeugt, sie noch einmal zu holen. Offenbar hatten sich auch viele Besucher an den Auftritt erinnert, denn der Saal war mit über 400 Personen gut besetzt. Während eine Menge Leute an der politischen Abspaltung Schottlands arbeiten, bindet Heidi Talbots Quartett umgekehrt zwei Engländer mit ein. Zur Band gehörten neben dem Schotten John McCusker an Fiddle und Mandola der Gitarrist Ian Carr und der Akkordeonist Andy Cutting. Allesamt sind sie ganz große Könner, die auch gut aufeinander eingespielt waren. Die Saiteninstrumente lieferten ausgefeilte Harmonien, die von den ruhigen Tönen des Melodeons untermalt wurden, oder fügten gemeinsame Tunes und Zwischenspiele hinzu. Während McCusker sehr lebhaft agierte, den Rhythmus mit dem Fuß stampfte, bildete Cutting den ruhenden Pol. Ian Carr spielte bei die Melodien mit oder baute höchst eindrucksvoll trickreiche Akkorde ein. In zwei längeren Tune – Sets konnten die Instrumentalisten ihre enorme Vielseitigkeit und Kreativität noch einmal beweisen. Die Stimm-Pausen der Saiteninstrumente wurden geschickt mit Anekdoten und Späßen zu überbrückt. Der Sound war gut, vielleicht auch, weil die meisten Instrumente sowohl über Kabel als auch über Mikro abgenommen wurden, was weitere Tiefe verlieh. Heidi Talbot hatte Songs zusammengestellt, die ein weit größeres Spektrum abdeckten als ihr letztes Album Angels Without Wings. Vom irischen Traditional Shepherd Lad ging es über eigene Songs wie The Loneliest bis zu einem Tom Waits – Cover. Aber auch The Boys of Bedlam, mit den englischen Folkrockern Steeleye Span assoziiert, gefiel in ihrer persönlichen Bearbeitung. Eine Stärke ihres Albums, die verschiedenen Duette, konnte sie hier nicht ausspielen. Das machte aber etwa bei Wine and Roses die sehr ausdrucksstarke Begleitung wett. Es unterstrich ihre Stimme auf angenehme Weise, wenn ihr Mann eine Unterstimme sang, zurückhaltend, aber effektvoll.

In bester Folk-Tradition ließ Talbot ausschließlich die Songs sprechen, ohne mit Körpereinsatz zu dramatisieren. Mit ihrem klaren, starken Sopran gingen die Lieder von Liebe und Verlust unter die Haut. Höhepunkt für mich war My Sister the Moon, eingeleitet von einem intensiv gespielten Slow Air der Fiddle. Wunderschön. Das hoffnungsvolle Stück ließ das Gefühl aufkommen, dass doch irgendwie alles gut wird… Der Applaus war kräftig und ausdauernd. Am Schluss der Sets gab es etwas flottere Nummern mit deutlichem amerikanischen Einschlag, was Talbot bestens beherrscht, schließlich hat sie ihre Karriere in den USA begonnen. Trotzdem gut, dass sie sich nicht in die Country – Ecke drängen lässt. Die letzte Zugabe, solo, war ein sehr emotionaler Song der früh verstorbenen Ikone des englischen Revival, Sandy Denny. Ein Bekenntnis, das mich als deren großen Fan natürlich bewegt hat. Der Abend zeigte, wie eine Weiterentwicklung im Folkbereich aussehen kann, wenn man die Wurzeln achtet, aber trotzdem Ländergrenzen überschreitet und auf der Höhe der Zeit ist. Hoffentlich lassen Heidi Talbot und ihre Band bald den Geheimtipp – Status hinter sich. Fotos: Marc Dobrick www.celtic-rock.de/2013/12/heidi-talbot-band-luedenscheid-01-12-2013/

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CDs und Platten

CDs und Platten Zeptepi ~ Coming up for Air (2013) von Folkaholix Ein Jahr ist es her, seit Zeptepi mit Winter in the Blood die Stille kultiviert haben und sich dem Offbeat-Folkrock-Nivellierungswahn verweigert haben. Mit “Coming up for Air” legen sie nun ein Album nach, das andere Wege einschlägt und leider nicht mehr auf den viel zu oft gehörten Folk-RockSound verzichtet. The Swifture eröffnet den Elftitler und beendet die stilistische Klasse seines Vorgängers. Nach einem kurzen Intro, dem ein kurzer Aufbrüller folgt, geht es in den Reigen des gegenrhythmisch hackenden Schlagzeugs, dem eine wuchtige Gitarre Gesellschaft leistet, indes die Fiddle dem Folk-Element seinen Tribut zollt. Einzig der markante Gesang des Frontmanns erweist sich als Schlüsselelement zum letzten Silberling. Umso erfreulicher moduliert der Folgetitel und Namengeber mit Gypsy-Akkorden, die dem Ersteindruck erfrischend musikalisch widersprechen. Mit der zweiten Strophe stellt sich jedoch neuerlich rhythmische Ermüdung ein, denn am Schlagzeug erklingen die stereotypen Tom-Wirbel, die ebenso austauschbar wie monoton auch bei Fiddler’s Green, Dropkick Murphys oder bei Flogging Molly erklingen. Rhythmisch also mit vollen Segeln gen Eintönigkeit. Haul Away Joe sticht, anders als seine vielbearbeiteten Kanon-Tracks des Vorgängeralbums, nicht durch Innovation hervor. Der Chorus erklingt im Unisono, indes einzig die Fiddle einige schluchzende Akzente zu setzen weiß. So jagt dieser Titel durch die Strophen, vergisst dabei jedoch, eine Spannungskurve zu inszenieren oder durch Einschübe zu überraschen, und mündet in ein brachiales Abschlussseufzen, dem es jedoch an Authentizität fehlt. After the Rain stimmt etwas ruhigere Töne an, versäumt jedoch nicht den popesken Grundbeat in Szene zu setzen. Einzig die Violine, deren Klang sich zuungunsten des Synthetischen verändert hat, im Wechselspiel – zwischen Begleitung und Unisono – mit der Mandoline wagt sich aus der eingängigen Tristesse hervor. Etwas mehr davon hätte dem Album sehr gut getan. Löblich hebt sich der vierte Titel durch ein überraschendes Arrangement mit einem kraft- und klangvollen Wiedererstarken nach einem ruhigen Intermezzo hervor. Dem folgt neuerlich ein Einbruch des Erwartbaren: Bound for Sydney Town stimmt wieder stilnivellierte Einfarbigkeit an. Die Geige verliert sich in einem Rocksolo, dem das stilistische Bemühen zwar anzumerken ist, nicht jedoch der Wille

zur Authentizität. Die Snare zerhämmert die Möglichkeiten überraschender Stille, der Bass spielt sich unauffällig durch die Strophen, indes die E-Gitarren-Sounds das ehemals vielschichtigen Klangerlebnisses unter seiner Gewalt erstickt. Zeptepi haben vor einem Jahr mit einem dezidierten und innovativen Sound überrascht, durch überschäumende Arrangements und sich mit ihrem neuen Album dem allgemeinen stilistischen Artensterben verschrieben. Ob man sich nun “Coming up for Air” in den heimischen Plattenspieler packt oder das Album einer x-beliebigen anderen Folk-RockBand macht leider keinen sonderlich großen Unterschied. So bleibt eines zu hoffen: Mögen sich die Musiker ihrer Wurzeln besinnen, auf Konformismus verzichten und den aalglatten Fängen des eindimensionalen Stil-Leviathans entkommen – sie vermögen doch so viel mehr. Trackliste 1. The Swiftsure 2. Coming up for Air 3. Haul Away Joe 4. After the Rain 5. Bound for Sydney Town 6. The Fisherman 7. Patricia Anne’s Waltz 8. Hang Me to the Gallows 9. Wreck of the Dandenong 10. Song About You 11. Old Fid www.celtic-rock.de/2013/12/zeptepi-coming-air-2013/

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Dies und das

Dies und das Süßes zum Weihnachtsfest ~ Stollen “Irish Country Women’s Style” von JensP Vorweihnachtszeit – ein reges Treiben ist auf den Straßen und Geschäften zu beobachten. Es ist die Zeit zum Geschenke kaufen, der Tannenbaum wird besorgt und alles für das Festessen eingekauft. In der Adventszeit wird in den Küchen der Teig geknetet, ausgerollt, ausgestochen und die Plätzchen zum Backen in den Ofen geschoben. Der Duft von weihnachtlichen Gewürzen durchströmt die Wohnungen und schnell bekommt man Appetit auf die Köstlichkeiten. Es ist aber auch die Zeit zum Stollen backen! Den Stollen, den ich euch nun zum Nachbacken empfehle, ist in meinen Bekanntenkreis sehr beliebt und im Oktober kommen schon die ersten Nachfragen. Als Erstes seht ihr das Grundrezept (für drei Stollen) und darunter erkläre ich, wie man daraus, mit einfachen Tipps, den Stollen Irish Country Women`s Style zaubert. Nun zum Stollen und der Einkaufsliste! Einkaufsliste: 2 Vanilleschoten, 300 g Zucker, 400 g Rosinen, je 100 g gewürfeltes Orangeat/Zitronat, 100 g geschälte und gehackte Mandeln, 6 cl Rum, 1,2 kg Mehl, 400 ml Milch, 3 Würfel Hefe (126 g), 2 Eier, abgeriebene Schale von einer unbehandelten Zitrone, natürliches Orangenschalen Aroma (6 g Dr. Oetker), 1 TL Salz, 500 g Butter, Puderzucker. Für die irische Note zusätzlich: Whiskey, Baileys, 100 g Belegkirschen, Bourbon-Vanille-Zucker/Vanillestange, 4-5 After-Eight-Täfelchen. Zunächst werden die Vanilleschoten längs aufgeschnitten, das Mark herausgeschabt und in eine Schüssel gegeben. Zu dem Vanillemark kommen 200 g Zucker, beide wer-

den miteinander verrührt und abgedeckt und für mindestens eine Stunde zur Seite gestellt. Rosinen, Orangeat, Zitronat und Mandeln in eine weitere Schale geben, gut durchmischen und mit Rum beträufeln. Mit einem Teller abdecken, gelegentlich umrühren und gute 30 Minuten durchziehen lassen. 1 kg Mehl in eine Schüssel sieben und in der Mitte eine Mulde drücken. Die Milch lauwarm erwärmen und davon die Hälfte in die Vertiefung gießen, dann 100 g Zucker und die Hefe dazugeben. Mit einem Tuch abdecken und zehn Minuten stehen lassen. Dann den Vanillezucker, die restliche Milch, Eier, Salz, Zitronen- und Orangenschale zum Mehl geben und alles zu einem Teig vermischen. Das geht am besten mit einem elektrischen Rührgerät mit Knethaken. Nun muss die Masse ungefähr eine halbe Stunde gehen. In der Zwischenzeit 400 g Butter und 200 g Mehl zu einem Butter-Mehlstück kneten und nach der Gehzeit des Teiges einarbeiten und nochmals 20 Minuten ruhen lassen. Zuletzt die getränkten Früchte in kleinen Portionen zum Hefeteig hinzugeben und gut durchkneten. Nachdem alle Früchte eingearbeitet sind, sollte man ihn 20-30 Minuten in Ruhe lassen. Nun die Teigmenge in drei gleichgroße Portionen teilen. Die einzelnen Teige zu Ovalen ausrollen und die Längsseiten zu dreiviertel überschlagen und so die Stollenform herstellen. Das Backblech mit Backpapier auslegen und die Stollen darauflegen. Bei den Stollen sollte man zwischen den Rohlingen Alufolie oder Backpapier stecken, damit sie keinen direkten Kontakt miteinander haben, auch wenn zunächst noch Platz zwischen ihnen ist. Wer eine kleine Backröhre hat, sollte sie

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Dies und das

nacheinander backen! Das Ganze mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort 45 Minuten gehen lassen. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen (Ober- und Unterhitze) und ca. 50-60 Minuten backen. Kurz vor Ende der Backzeit 100 g Butter erwärmen und die zerlassene Butter auf den heißen Stollen träufeln oder streichen und mit Puderzucker einzuckern. Nachdem der Stollen abgekühlt ist, kann natürlich nachgezuckert werden. Damit aus diesem Rezept ein Stollen Irish Country Women`s Style wird hier die Änderungen und zusätzlichen Zutaten: Seit ca. 20 Jahren nehme ich keinen Rum mehr, sondern tränke die Früchte mit irischem Whiskey und dadurch schmeckt er mir viel besser. Wer es etwas rauchiger mag, sollte schottischen Whiskey nehmen. Da die Iren es fruchtig mögen, kommt noch ein Päckchen Bourbon-Vanille-Zucker hinzu oder eine Vanillestange wird zusätzlich verarbeitet und 100 g Belegkirschen (kleingehakt) mit einarbeiten. Nun setze ich der Sache noch die Krone drauf! Um den Stollen noch mehr auf die irische Schiene zu bekommen, ersetze ich die Milch zum Teil mit Baileys Irish Cream und wer ihn noch bekommt, oder alte Bestände hat sollte Baileys Mint Chocolate nehmen. Der Mint-Geschmack gehört dort, wie in Großbritannien, in viele Speisen. Aus meiner Erfahrung sollte aber nicht mehr als 1/3 der Milch ersetzt werden, da der Teig zum Gehen nun länger braucht. Beim Ansetzen der Hefe sollte nur Milch genommen werden (200 ml), nach dem ersten Gehen werden der Baileys (120 ml) und die rest-

liche Milch (80 ml) zugegeben. Ab der Zugabe der Früchte bitte die Ruhezeiten um das doppelte Verlängern und liegen sie auf dem Blech ab und zu mal schauen, wie weit er ist. Solange wie ich Whiskey für den Stollen nehme, ist Kerrygold die Butter, die ich verwende. Sie ist vom Geschmack her sehr gut, cremig in der Konsistenz und lässt sich gut verarbeiten. Ihr könnt gerne mal einen Vergleich machen: Nehmt ein wenig Kerrygold in die Hand und lasst sie zwischen den Fingern zergehen und dann eine einfache Butter. Schnell werdet ihr den Unterschied spüren! Die preiswerte Butter ist grieselig und schmierig und über die Farbe brauchen wir uns nicht unterhalten, geschmacklich ist es das Gleiche. Wer keinen Baileys Mint Chocolate hat/bekommt kann auch After Eight nehmen. Die 4-5 Täfelchen fein hacken und beim Butter-Mehlstück mit einarbeiten. Dann sollte man den Baileys weglassen, da der Stollen sonst zu schokoladig schmecken würde. Minz-Aroma geht auch, aber bitte auf die Packung schauen, wie viel in den Teig kann. Ich wünsche nun allen viel Spaß beim Backen und lasst mich wissen, wie es euch geschmeckt hat! www.celtic-rock.de/2013/12/suesses-zum-weihnachtsfest-stollen-irish-country-womens-style/

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CDs und Platten

Alben des Jahres 2013 Die Alben des Monats - Januar bis Dezember   Januar - A FOND D’CALE ~ Retourne Le Miroir (2012) von Hubert J nicht fehlen dürfen. Bei UNE BOUTEILLE À LA MER (die Flasche am Meer) kamen mir beim Hören allerdings doch leicht dunkle Gedanken, was aber nicht an dem Stück liegt, sondern eher an dem gleichnamigen Film, der zur Zeit in Frankreichs Kinos läuft. Film und Song haben aber glücklicherweise nichts miteinander zu tun. Was ein Pinguin in der Wüste soll (UN PIGOUIN DANS L’DÉSERT), weiß ich allerdings auch nicht, die Geschichte ist trotzdem lustig, auch wenn das kommende Stück C’EST PAS DROLE zur Melodie von Spancil Hill uns vom Gegenteil überzeugen möchte.

Spielerische Leichtigkeit, feurige Atmosphäre und doch vertrauliche Nähe trägt die Musik von A Fond D’ecale von der Bühne ins Publikum. Man hat den Eindruck, auf der Bühne spielen kleine Jungs mit ihren Instrumenten und Stimmen. Die jahrelange Erfahrung im Spiel mit Musik und Menschen zeigt sich auch auf ihrem neuen Album Retourne Le Miroir. Der Titel könnte nicht treffender sein. Was auf dieser CD zu hören ist, ist der Spiegel von acht Jahren guter Rockmusik mit keltischem Einschlag. Gleich bei den ersten Tönen von Y’A DES MATINS, die Mathieu aus seiner Fiddle in den Beat des Schlagzeuges von Ronnie hervorzaubert, hört man die Begeisterung des Publikums. Der rockige Sound geht dann in einen Wechselgesang zwischen Jèrôme und Mathieu über und bringt so die für A Font D’ecale typische Leichtigkeit in die Musik. Bei GAMIN wird dieser Wechsel in der Rhythmik fortgeführt. Es bleibt kaum Zeit sich auf eine Melodie einzustellen, alles fügt sich auf geniale Art (Weise) zusammen. In den folgenden Stücken GASTON, JE PLEURE und AVANT DE CASSER MA PIPE wird es dann inhaltlich sehr ernst. Zum Weinen (pleure) ist das aber sicherlich nicht. Bei J’EN SERAIS PAS LA gibt es dann auch was für die Freunde ruhiger Töne, die in einem guten Konzert natürlich

In den beiden Stücken LA PRÉSENTATION und LES GUEULES NOIRES zeigt Philippe genannt Philou, dass er sein Knopfakkordeon gleichzeitig in rockigen, als auch mit klassischen französischen Akzenten spielen kann, was wieder zum Gesamteindruck der CD passt. Spielerisch und locker zieht sich dieser ständige Wechsel zwischen Rock, Folk und Balladen durch jedes einzelne Stück. Bei A fond d’cale findet man wie durch ein Wunder all diese Musikstile immer wieder in fast jedem Stück. Man will zuhören, möchte aber auch direkt dabei tanzen. Mein persönliches Fazit für diesen Silberling: Selten hat mich eine Live CD so schnell in ihren Bann gezogen, wie dieses Werk von A Fond D’ecale ! Vor meinem nächsten Besuch in Frankreich werde ich auf jeden Fall die Homepage der Band besuchen und nachse- hen, ob die Jungs nicht ein Konzert haben, das sich mit mei- ner Route vereinbaren lässt. Trackliste: 1. Y’A DES MATINS Es ist Vormittags 2. GAMIN Gamin 3. GASTON Gaston 4. JE PLEURE Ich weine 5. AVANT DE CASSER MA PIPE bevor sie meinen Weg zerbrechen 6. J’EN SERAIS PAS LA Ich würde es nicht 7. UNE BOUTEILLE À LA MER Eine Flasche am Meer 8. UN PIGOUIN DANS L’DÉSERT Ein Pinguin in der Wüste

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CDs und Platten

9. C’EST PAS DROLEDas ist nicht lustig (Spancil Hill) 10. LE RETOUR DE GASTON Die Rückkehr von Gaston 11. LA PRÉSENTATION Die Präsentation 12. LES GUEULES NOIRES Die schwarzen Münder 13. LE VIOLON SONNE Die Sonnenvioline 14. LES HURLEMENTS D’LÉO Leos Stöhnen 15. BIENVENUE L’ARTISTE Willkommen bei den Künstlern 16. A FOND D’CALE Behalte es im Hintergrund

Jérôme (Lécluse): Akustik – Gitarren, Gesang Mathieu (Math): Akustik – Gitarre, Fiddle, Gesang, Rémy (Schnub): E – Gitarre Philippe (Philou / Philibert): Akkordeons, E – Piano Nicolas (Nico l’costaud): Bass Ronnie (Guerrier / Brownie): Schlagzeug, Cajun www.celtic-rock.de/2013/01/a-fond-dcale-retourne-le-miroir-2012/

A FOND D’ECALE sind:

Februar - Kilmaine Saints – Drunken Redemption (2012) von cuba64 neben oft gehörten Klassikern wie „Fields of Athenry“ kommen auch seltener gespielte Songs wie „Go on home British Soldiers“ in temporeichen Interpretationen vor. Da- neben haben Kilmaine Saints auch Balladen gestellt, die dazu geeignet sind, neue Fans zu gewinnen. So war ich sehr überrascht, das Tired (Malkollege) während einer Wandproduktion zu mir kam und “57“, ein Song über nichtgeliebte Iren in Amerika, abfeierte, obwohl er sonst eher harten Hip-Hop Beats zugetan ist. Mein persönlicher Favorit der Eigenkompositionen ist die Tempohymne zum Generationenkonflikt (oder doch eher über Macht und Deutungshoheit?) „When we come to town“, dessen Refrain immer wieder plötzlich in meinem Kopf erscheint und rotiert – eben ein echter Ohrwurm.

Wenn man für Musikseiten im Netz schreibt, gibt es sicherlich unterschiedliche Vorteile für den Rezensenten. Ein Vorteil der für alle gilt, besteht darin, dass man das Musterexemplar behalten darf. Allerdings gibt es manchmal Bands, da dauert das Eintreffen der Bemusterung lang. Zu lang. Wenn man dann zappelig wird, die Wartezeit verkürzen will, bleibt einem nur das Album regulär zu kaufen. Allein das ist schon ein Kompliment an die Band. „Drunken Redemption“ ist der Grund für das Kompliment. Wieso ich diese Band am Releasedate direkt auf dem Schirm hatte und dieses innere Verlangen verspürte die Platte sofort zu kaufen, ja sogar in den USA zu bestellen, weiß ich eigentlich nicht. Zwar kenne ich ihr Debutalbum „The Good, the Plaid and the Ugly“ von 2010, aber ist es doch eher ein solide gemachtes, durchschnittliches Werk, das sich nur bedingt von anderen Scheiben des Genres abhebt. Es muss also unbewusst eine Saat gepflanzt haben, die jetzt aufgegangen ist. Raus gekommen sind 15 Songs. Eine gesunde Mischung aus Traditionals und Eigenkompositionen, die sich im Gehörgang festfressen und einen nicht mehr loslassen. Die Mischung ist gelungen und

Unterm Strich drehen sich die Texte um Alkohol, Straßenkampf, Arbeiterklasse, Pathos und irische Themen, wie Diaspora, Troubles und katholische Kirche. Oft sind die Texte melancholisch und kritisch. Werden Partys besungen, dann werden ernste Gründe und Sorgen beschrieben, die es gilt durch Alkohol und laute Lieder zu überspielen. Dem gegenüber steht die Musik, die sehr abwechslungsreich daher kommt. Gut produzierte Melodien mit vielen Instrumenten aufwendig in Szene gesetzt. Dabei klingt das ganze nicht überproduziert, sondern dreckig genug, dass es eher in den Pub als ins Radio gehört. Für mich ein wichtiges Argument, warum die Platte so gut funktioniert. Die erzeugte Atmosphäre unterstützt die Underdog- und Arbeitermentalität, die die Kilmaine Saints hier transportieren. Energie und Druck in der Musik verströmen dabei eine eindeutige Aussage: Ihr kriegt uns nicht klein! Es formiert und etabliert sich eine neue Riege hochklassiger Bands und die Kilmaine Saints gehören dort hinein. Sie empfehlen sich für Freunde von Bands wie Sir Reg, The Currency oder Rumjacks und wenn das dritte Album der Saints kommt, dann werde ich es wohl wieder kaufen, um die Wartezeit so kurz wie möglich zu halten.

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CDs und Platten

Trackliste 1. Quick March 2. Battle Cry 3. Haul Away Joe 4. Go on home British Soldiers 5. Devil´s Den (Painting Paradise Square Pt.2) 6. 57 7. When we come to town 8. The Fields of Athenry 9. Swallowtail

10. With Regrets 11. The Whiskey´s Calling 12. Black and Blue Jig 13. Brave Yankee Boys 14. All for One 15. Old Rugged Cross www.celtic-rock.de/2013/02/kilmaine-saints-drunken-redemption-2012/

März - Muirsheen Durkin and Friends – Last Order (2012) von cuba64 Interessant finde ich auch die Liederauswahl. Zehn Songs die man alle schon zigfach gehört hat. Mal abgesehen von “God save Irland” (was gerade ich als Rheinländer jedes Jahr in veränderter Form an jeder Ecke höre!) und Marie´s Wedding (kommt mir grad so vor, als erlebt dieser Song einen zweiten Frühling) haben Muirsheen Durkin aber ein gutes Händchen bewiesen, denn der Wild Rover Effekt bleibt bei ihrer Auswahl aus. Dies scheint denn auch das Ergebnis der umfassenden Plattensammlung von Püddl geschuldet zu sein?! Schön wären natürlich auch ein paar Eigenkompositionen, allerdings will Muirsheen Durkin ihr Potential nutzten und ihren Radius ausdehnen. So ist “Last Order” auch als Bewerbung bei Fans und Festivals zu verstehen. Wer will, wird also in Zukunft mehr von ihnen hören. So, noch mal auf “play”. Eine CD voll Klassiker. Präsentiert in einem schnellen, Punkrock Style. So kann man Muirsheen Durkins “Last Order” in einem Satz zusammen fassen. Allerdings würde man den acht Musikern Unrecht tun, würde man hier den Punkt setzten. Gründe? Zu allererst fallen die passenden Stimmen von MacRünker und Sonja auf, meist im Duett, manchmal allein. Leicht kratzig-dreckig, aber immer in der Melodie, unterstützen sie gekonnt die Celtic-Punk Stücke. Diese sind meist schnell und abwechslungsreich mit einer breiten Instrumentierung eingespielt. Die Hooklines laden zum mitgröhlen ein, was auf der 3. Irish-Folk Night auch wunderbar funktioniert hat – genauso wie das leeren vieler Pints. Denn genau dazu lädt “Last Order” ein. Nomen est Omen könnte man sagen.

Trackliste 1. Marie´s Wedding 2. Santy Anno 3. Have a Drink Ya Bastards 4. My Son John 5. Irish Pub Song 6. Greenland Whale Fisheries 7. Minstrel Boy 8. Sally Brown 9. God Save Irland 10. Parting Glass www.celtic-rock.de/2013/03/muirsheen-durkin-and-friends-last-order-2012/

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April - Living Lâche ~ the two days of the reincarnation of saint mánké (2012) von daniels sche Inhalte einzubauen, wird auf „The two days of the reincarnation of Saint Mánké“ konsequent übertrieben: Das knapp halbstündige Hörspiel „Agent Dürer“ verteilt sich in einzelnen Szenen zwischen die 13 Lieder und macht damit gut ein Drittel des Albums aus. Thema sind die großen Fragen des Lebens: Wer war Mozart wirklich? Was hat Sigmund Freud mit den Reichsinsignien vor? Und wie lässt man am schnellsten Saint Mánké erscheinen? Weil finanzielle Interessen die kreative Freiheit auch außerhalb von Songtexten einschränken, veröffentlichen Living Lâche ihre Werke seit einiger Zeit auf dem Non-Profit-Label Moshel Kamadu Records, das sich der Förderung unkommerzieller Musik in Österreich verschrieben hat. Seit Jahren gehören auch Gratis-Downloads zum Standardprogramm, mit „Unflushable – Young, Hot and Police Power“ erschien 2009 ein ganzes Album unter freier Lizenz auf Neppstar.net, einer Plattform für freie Kunst. Musikpiraten, Agent Dürer, Sissi, Mozart, Freud und ein heiliger Affe: Nein dieses Album haben wir nicht als Aprilscherz nominiert, sondern wegen Andersartigkeit, Vielseitigkeit und einer wunderbaren Portion Ironie und Spott. Weitere Hintergründe erfahrt ihr morgen im Interview mit Toni, seines Zeichens gute Seele der Band. Seit über zehn Jahren treiben Living Lâche ihr Unwesen im musikalischen Untergrund der Republik Österreich. Denn dort, fernab von Majorlabels und Chartplatzierungen, ist die künstlerische Freiheit für sie immer noch am größten – und die ist den Folkanarchisten heilig! „The two days of the reincarnation of Saint Mánké“ heißt dazu passend deren letzter Streich, der eindrucksvoll illustriert, was zehn Jahre kreativer Wildwuchs so alles anrichten können. Berührungsängste gegenüber neuen Einflüssen kennt das Sextett nicht: Zu Punk, Irish Folk und Reggae gesellen sich ganz unverkrampft Funk, Free Jazz und New Wave. Was gefällt, wird eingebaut, was nicht passt, wird passend gemacht. Und wenn man darin jahrelange Übung hat, klingt das Ergebnis, als wäre es wirklich so gemeint. Das dieses Album an einem einzigen Wochenende aus groben Songideen live zusammenimprovisiert ist, merkt man ihm nicht an. Der Schriftzug „Exercere non nescessit est“ – es geht auch ohne Proben ziert das Wappen der Band. Genregrenzen sind für eine Band, die sich künstlerische Freiheit auf die Fahnen schreibt, bestenfalls grobe Richtlinien. Die Tradition der letzten Veröffentlichungen, auch literari-

Breitentauglich wird diese Musik wohl nie, aber das soll sie, glaube ich, auch nicht. Wenn ich den Jungens für die Zukunft was wünschen darf, dann das Toni die Partitur seiner Stimmbänder um ein paar Töne erweitern kann und die Band Ihren Humor behält… Trackliste 1. Intro 2. Unemployment 3. Dürer (Kapitel 1) 4. Don’t Be Exploited 5. Don’t You Know Boy 6. Dürer (Kapitel 2) 7. The Art Of Eating Shit 8. Pirate King 9. Dürer (Kapitel 3) 10. Poultry 11. Master Of Doom 12. Dürer (Kapitel 4) 13. Dum Dum Dai Dai 14. The House Of Rising Sun 15. Dürer (Kapitel 5) 16. Saint Mánké 17. Then You Get Old Dürer (Kapitel 6) 18. See Ya Next Time Folks www.celtic-rock.de/2013/04/living-lache-the-two-days-ofthe-reincarnation-of-saint-manke-2012/

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Mai - Sir Reg ~ 21st Century Loser (2013) von shutupanddance mag. Eine Bouzuki leitet „Raise Your Hand“ ein und verspricht Folkpunk, wie wir ihn von Sir Reg kennen und lieben gelernt haben, flott und mitreißend geht es mit „‘Til the Dead Come Alive“ weiter. Nach der Ballade „Walking into Doors“ folgen meines Erachtens die stärksten Stücke des Albums: Das folkige „Banquet for Dreamers“, das schnelle, eingängige „21st Century Loser“ und das ermutigende „Live for Today“. Grundauf sympathisch singt Brendan Sheehy mit seiner charakteristischen Stimme von einer kleinen, eigenen, besseren Welt, so zum Beispiel in „All that Remains“.

Der April 2013 stand ganz im Zeichen ihrer neuen CD: Nach deren Veröffentlichung am fünften April tourten die sechs Schweden durch Deutschland und so hatten vielleicht einige von Euch schon das Glück, die neuen Lieder live zu hören – die Rede ist von der wunderbaren Celtic-Folkband Sir Reg. Seit „A Sign Of The Times“ (2011) haben sich Sir Reg sowohl textlich als auch musikalisch weiterentwickelt: Während die Lyrics insgesamt kritischer geworden sind, bewegt sich die Band musikalisch perfekt instrumentiert einen kleinen Schritt vom Folkpunk weg und wird nun ein wenig poppiger. Ich meine, den Begriff „Paddypop“ schon irgendwo im Bezug auf diese Platte gelesen zu haben – und finde, er beschreibt die CD wunderbar. Sir Reg schaffen es, bei dieser Veränderung trotzdem ihre gewohnt punkige Manier beizubehalten, die Songs strahlen nach wie vor Kraft und Lebensfreude aus. Vor allem eines macht das dritte Studioalbum „21st Century Loser“, wie auch schon die beiden Vorgänger: Spaß. Sir Reg stehen aber auch für gehaltvolle Texte, für eine kritische Begutachtung des Weltgeschehens und der Gesellschaft. Sie zeigen mit ausgestrecktem Finger auf Probleme, in Irland, in Schweden, auf der ganzen Welt.

Das Cover, das einem Plakat für einen Kinofilm nachempfunden ist, verbildlicht die Texte der aktuellen Platte und zeigt den schmalen Grat zwischen arm und reich, Leben und Tod. Über die Aufmachung allerdings lässt sich streiten. Alles in Allem finde ich, dass Sir Reg ein wirklich starkes Album abgeliefert haben, mit dem sie auf dem besten Weg sind, sich ganz oben zu etablieren. Sie zeigen ihre Vielseitigkeit ebenso wie ihr musikalisches Können und sind sechs der sympathischsten Zeitgenossen des Celtic-Folkpunk-Universums. Das Sahnehäubchen bleibt für mich nach wie vor der wunderbar charakteristisch irische Akzent von Sänger Brendan, mit fast hundertprozentiger Gute-Laune-Garantie. Trackliste 1. Emigrate 2. Raise Your Hand 3. ‘Til the Dead Come Alive 4. At the End of the world 5. Walking into Doors 6. Banquet for Dreamers 7. 21st Century Loser 8. Live for today 9. City of Tragedy 10. All that Remains 11. We’ll Rise Again 12. 21st Century Loster Pt. II www.celtic-rock.de/2013/05/sir-reg-21st-century-loser-2013/

Eingängig und aufpeitschend kommt der Opener „Emigrate“ daher und lädt zum Mitsingen und Tanzen ein. Das Lied wirkt erfrischend und will aufrütteln ohne seine Wurzeln zu vergessen, was sinnbildlich auch für die ganze Platte gelten triskel - the celtic rock & punk ezine 14


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Juni - Mànran ~ The Test (2013) von kuec Silly Wizard einen Namen machte, hat die Band offenbar den richtigen Produzenten gefunden. Das Material ist stark in der Tradition verwurzelt, aber zum großen Teil neu bzw. selbst geschrieben. Diesmal ist mit Tillidh Mi ein Runrig – Cover dabei, einer der hittauglichen Songs mit Hang zum Hymnischen, zu denen auch The Test, Tamhasg und The Fishing Boat zählen. Die Songs erzählen öfter von Abschied oder Trennung, was zur herbstlichen Atmosphäre passt.

Tolle schottische Folk-Rock-Band mit sechs Buchstaben? Die spontane Antwort wird „Run Rig“ lauten, aber das könnte sich allmählich ändern. Bereits jetzt kann ich sagen, dass meine Entdeckung des Jahres mit ziemlicher Sicherheit „Mànran“ heißen wird. Das Sextett ist drei Jahre jung und wurde in seiner Heimat für die erste CD reihenweise mit prestigeträchtigen Preisen ausgezeichnet. Die Band nennt neben traditioneller schottischer Musik Rock, Funk und Jazz als Einflüsse, aber auch Pop spielt eine Rolle. Mànran kombinieren die eher ernsthaft wirkenden Instrumentaltitel mit eingängigen Songs, deren Arrangements durchaus auf den Mainstream zielen. Was aber glücklicherweise fehlt, ist das Pathos, das mir die andere Band mit den sechs Buchstaben etwas verleidet. Die Besetzung: Norrie MacIver (vocals, guitar) Gary Innes (accordion, keyboard) Ewen Henderson (fiddle, highland pipes, whistle, vocals) Ryan Murphy (uilleann pipes, wooden flute) Ross Saunders (bass guitar, vocals) Scott MacKay (drums, percussion) als Gast Phil Cunningham (keyboards, cittern). Das Projekt „Top 40 – Single“ war nur teilweise erfolgreich: Latha Math brachte es 2011 auf Platz sechs der schottischen und der Indie – Charts. Die Ziele sind also hoch gesteckt. Das zweite Album hat die Band mit ihrem Technikteam als die Herausforderung gesehen, den knackigen, raueren Sound der live – Auftritte unter Studiobedingungen einzufangen. Mit Phil Cunningham, der sich als Mitglied der legendären

Mànran haben die deutliche eigene Handschrift des ersten Albums bewahrt und ihr Rezept nicht grundlegend geändert. Wie die Besetzung nahelegt, gibt es eine Menge Tunesets, die auch mal sieben Minuten dauern. Daher ist bereits nach zehn Titeln eine volle CD-Länge erreicht. Mit den typischen umgekehrten Punktierungen von Akkordeon und Fiddle weiß man nach den ersten Takten, dass man es mit einer schottischen Band zu tun hat. Allerdings ist der irische Einfluss in Glasgow ohnehin gegeben und wurde mit Ryan Murphy, einem siebenfachen Landesmeister an den Uilleann Pipes, gezielt gestärkt. Bei uns war er mit Cara zu hören. Die anderen Mitglieder haben vorher in namhaften schottischen Formationen gespielt und teils Musik studiert. Auch der heimatliche Einfluss spielt eine Rolle: Sänger Norrie stammt von der Insel Lewis (Äußere Hebriden), kein Wunder, dass er in der gälischen Sprache zu Hause ist. Der erste Track braucht fünf Minuten, bis die Musik Betriebstemperatur erreicht hat und der Sänger in ein rasantes Stück Mouth Music, eine Art Scat-Gesang, übergeht. Vokales und Instrumentales lässt sich nicht immer trennen. Bei beidem kombinieren Manran eingängige Melodien und Power, so dass The Test bis zum letzten Ton die Spannung halten kann. Die Wiederholungen einer Leitmelodie weiß die Band auf vielerlei Arten zu variieren. Langsamen Melodiebögen werden doppelt so schnelle unterlegt, die wie auf wundersame Weise harmonieren. Tempoverschiebungen und Breaks werden effektvoll eingesetzt, ungewöhnliche Halbtonschritte brechen aus dem Tonartraster aus. Bass und Schlagzeug agieren neben einer präzisen akustischen Rhythmusgitarre druckvoll und gleichzeitig mit einer unglaublichen Vielseitigkeit. Die irischen Pipes oder eine Flöte prägen mit Akkordeon und Fiddle den Sound. Gefällige Klänge vom Piano umrahmen einige Songs. Die Highland Pipes sind nur als Ausnahme zu hören. Überraschende Kombinationen lassen die Instrumentalisten kurz einzeln hervortreten. Alles zusammen hat nicht nur Club- sondern Stadiontauglichkeit.

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Wer an dieser Mischung Gefallen findet, sollte am besten gleich beide vorhandenen Alben erwerben, denn ich vermag nicht zu entscheiden, welches das bessere ist. Vielleicht hat das Debüt eine Spur mehr Unbekümmertheit, aber die Stärken in Materialauswahl, Besetzung und Arrangements sind gleich geblieben. Die Ausstattung des Albums ist etwas spärlich. Es gibt kein Booklet, für Infos über die einzelnenTitel oder Musiker muss man die Webseite besuchen. Auch die Länge der Tracks fehlt. Mànran werden übrigens Runrig bei deren 40-jährigem Jubiläumskonzert am 10. August in den Highlands supporten. Spätestens dann wird ihr Name international ein Begriff sein. In Deutschland sind Mànran erstmals beim F60 Festival am 15. Juni zu sehen.

Trackliste 1. MSR: The Homecoming March / Dill O Odilum / Thoir A Nall Ailein 2. Tamhasg (Shadow) 3. Dheanainn Sugradh ( I Would Sport With The Black-Haired Girl) 4. 10k Tattie: 10k Tattie / Fechin Inn / The Road To Apeldoorn 5. Maria: Maria / Kerlou 6. The Test 7. Jigs: Andy Mackinnon’s / The Rutland Jig / Trip To Aviles / I Have It Somewhere 8. Tillidh Mi (I’ll Return) 9. The Fishing Boat 10. Overtime: Tynes In Overtime / Ward Allen’s / John Smeaton / Smelling Fresh www.celtic-rock.de/2013/06/manran-the-test-2013/

Juli - Blackbeard´s Tea Party – Whip Jamboree (2013) von cuba64 Was auf “Whip Jamboree” vor allem durch viele Instrumentals unterstrichen wird. Die einzelnen Musiker beherrschen ihre Instrumente und haben Spass daran, live zu musizieren. So gibt es auch einige Videos, die sie als Strassenmusiker präsentieren. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen anderen guten Livebands und Blackbeard´s Tea Party: hier wird das Publikum aktiv in das Geschehen eingebunden und zum Tanzen aufgefordert. Und ist es auch kein Wunder, wenn man im Netz auf andere Stimmen stößt, die eben genau dies heraus stellen. Aber zurück zu “Whip Jamboree”, ihrem zweiten Studioalbum, welches, im Unterschied zu ihrem ersten, in einem richtigen Studio aufgenommen worden ist. Unterstützt wurden sie diesmal professionell durch eine Plattenfirma. Heraus kamen zwölf neue Songs, die das Livepotential der Band erahnen lassen und ihre abwechslungsreiche Instrumentierung der Songs zeigen. Blackbeard´s Tea Party ist eine Partyband aus York. Party ist hier wörtlich zu verstehen, denn man kann sie zu privaten Veranstaltungen buchen. Denn BTP sind eine Ceilidh -Band – nicht ausschließlich, aber eben auch nicht ohne. Ceilidhs sind irische oder schottische Tanzveranstaltungen. Im traditionellen Sinn wurden dort neben Tänzen und Liedern auch schon mal gerne Gedichte vorgetragen oder auch Rätsel gestellt. Heute ist vor allem der Tanz übrig geblieben und diesem widmen sich BTP besonders.

Dass alle Bandmitglieder wissen, wie sie mit ihren Instrumenten umzugehen haben, zeigt sich in der Abwechslung, die sich in den einzelnen Songs wieder finden lässt. Dabei stehen die Schlaginstrumente nicht unbedingt im Vordergrund, aber dennoch im Fokus, was den Folksound der Band trotz elektronischer Instrumente erhält und auch das Besondere an Blackbeard´s Tea Party ausmacht. Dennoch dürften sich hier die Geister scheiden: in Liedern wie “Whistable Cottage/Superfly” zeigt sich die Verspieltheit der Band. Startet es mit Gesang, entwickelt es sich zu einem Instrumental. Dabei gibt es Rhythmus- und Tempowechsel und man kann sich förm-

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lich vorstellen, wie die sechs Musiker auf der Bühne stehen und miteinander jammen. Das ganze hat Power und geht gut nach vorn. Allerdings sind die Lieder teilweise lang und man wünscht sich einen Punkt. Also wer Spass an Verspieltheit hat, dem sei “Whip Jamboree” eindeutig empfohlen. Wer es gradliniger mag, der sollte sich weiter umschauen. Trackliste 1. 2. 3. 4.

5. The New Jigs 6. Lankin 7. Polka Against the Clock 8. Rackabella 9. The Four Hour Shovel 10. Landlady 11. Whitstable Cottage/Superfly 12. Whip Jamboree www.celtic-rock.de/2013/07/blackbeard´s-tea-party-whip-jamboree-2013/

The Valiant Turpin Devil in the Kitchen Ford O’ Kabul River Bulgine

August - Irish Maiden ~ Tavern Songs (2013) von kuec chen Ganzen, wobei Tanzbares im Vordergrund steht. Das erste eigene Stück, der von Multiinstrumentalist Marc geschriebene Titelsong, schaffte auf Anhieb Platz 1 in unseren Charts, eine rockige Gute-Laune Nummer. Sie passt zu Drunken Lullabies oder den beiden anderen Flogging Molly – Covers. Sänger Alex hat das richtige Organ für die punkig angehauchten Nummern, während Harry viele Jahre Folk-Erfahrung einbringt, die den irischen Standards zu gute kommen. Das ist keine Rockband, die nach der Additionsmethode ein paar akustische Instrumente obendrauf packt. Die geschickten Arrangements verweben Elektrisches und Folkiges, so dass eine Reihe schöne Kombinationen zu hören sind: Highland Pipes und Akkordeon, Whistle und Mandoline, oder ganz konventionell – schöne E-Gitarrensoli mit Rhythmusgruppe. Der Bass hält sich im Hintergrund, das Schlagzeug lässt es an den richtigen Stellen krachen.

Die Luft bei uns am Nordrand des Sauerlandes scheint für keltischen Rock günstig zu sein; dafür stehen eine Reihe namhafter Bands und Festivals. Wenn wir die Tavern Songs von Irish Maiden aus Hemer/Iserlohn jetzt als Album des Monats herausstellen, ist das aber nicht nur dem Lokalpatriotismus geschuldet. Irish Maiden braucht landesweit keine Vergleiche zu scheuen und verbindet Folk und Rock aufs Feinste. Seit dem Vorgänger Hard Whiskey Sound hat sich eine ganze Menge getan. Die Mitgliederzahl hat sich auf acht (!) erhöht und das Instrumentarium wurde deutlich erweitert. Was mir auf dem Festival Hohenlimburg im Mai gut gefallen hat, zeichnet auch das Album aus: das Integrieren unterschiedlicher Stilrichtungen zu einem stimmigen, abwechslungsrei-

Andre Maske (Pipes) kniet sich reinJedes Mitglied durfte sich aufzunehmende Titel wünschen, so dass ein breiter Mix zusammenkam. Interessanter als die sattsam bekannten Johnny I Hardly Knew Ya oder Galway Races fand ich die beiden aus England importierten Songs: das wunderbar swingende Levellers – Cover Carry Me mitsamt Mundharmonika und das sarkastische Partytime (Chavbury ) mit Ska-Anklängen, es stammt von Leatherat (mit denen wir von c-r uns unbedingt beschäftigen sollten). Live bekommen die Pipes – Stücke The Gael und Highland Kathedral die größte Aufmerksamkeit und dürfen natürlich nicht fehlen. Neben den amerikanischen Celtic-Rockern nennt die Band auch das Dortmunder Akustik-Duo Bardic als Einfluss, und deren All Song is Sung bildet einen besinnlichen, aber nicht sentimentalen Abschluss. Ein solides Album, das zeigt, was mit Ausdauer und Engagement auch bei Nicht-Profis geht.

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Nur in einem Punkt sehe ich Verbesserungsmöglichkeiten: Irish Maiden haben genug Sänger, um sich mit den Lead Vocals mehrfach abzuwechseln. Da müsste bei den Refrains, z.B. Back Home in Derry, doch ein bisschen Mehrstimmigkeit gehen – auch wenn das nicht punkig ist… Schade auch, dass trotz des Namens ;-) derzeit keine Frau dabei ist. Aber es gibt ja enge Verbindungen zu den 1st Sauerland Pipes and Drums, die einige DudelsackspielerInnen abordnen können.

Harry (Guitar, Vocal) Markus (Bass) Marc (Whistle, Mouth Harp, Vocal, Accordeon) Andy (Guitar, Mandolin) Andre (Pipes, Vocal) Georg (Drums, Vocal)

Aufgenommen wurde Tavern Songs an vielen verschiedenen privaten Örtlichkeiten, alles andere wäre bei acht Leuten erfahrungsgemäß schwierig geworden. Das hat geklappt und entspannte Ergebnisse geliefert. Auch der Soundmix ist gut gelungen.

Mitglieder

1. The Tavern Song 2. Drunken Lullabies 3. Party Time (Chavbury) 4. Carry Me 5. The Gael 6. Rare Ould Times 7. Rosin the Bow 8. Johnny I hardly knew ya 9. Galway Races 10. Back Home in Derry 11. What’s left of the Flag 12. Devil’s Dance Floor 13. Highland Cathedral 14. All Song is sung

Alex (Vocal) Stefan (Guitar)

www.celtic-rock.de/2013/08/irish-maiden-tavernsongs-2013/

An Infos zum Album kam man bislang nur im persönlichen Gespräch. Es gibt zur CD bisher erst ein dünnes Einlegeblatt mit den Titeln, allerdings mit zwei brillanten Bandfotos. Ein richtiges Booklet soll bei der Nachpressung folgen. Demnächst werden sicher auch die versprochenen Details auf der Homepage erscheinen.

Trackliste

September - The Wakes ~ The Red And The Green (2013) von Marcel wird, hat ihr drittes Album veröffentlicht und es ist so gut geworden, dass wir es hier ganz klar zum Album des Monats September machen. Schon auf der Deutschland-Tour im Sommer des Jahres konnten sich die Zuschauer einen Eindruck davon machen, was sie von „The Red And The Green“ erwarten können. Live kommen die Tracks natürlich sehr druckvoll rüber, dafür sind die Studioversionen eindrucksvoll arrangiert und auf den Punkt eingespielt.

Die immer jung wirkende Band aus Glasgow um den charismatischen Sänger und Gitarristen Paul Sheridan und seinen Bruder Christopher James, die so langsam erwachsen

Das Album, das zu seinen Vorgängern gitarrenlastiger (speziell E-Gitarren) geworden ist, beginnt mit einem Midtempo Song „Colours“, welches einen der eingängigsten Hooks der letzten Jahre hat. Inhaltlich geht es um die beiden gut bekannten schottischen Fußballclubs aus Glasgow, deren Farben man praktisch mit der Geburt aufgestempelt bekommt, je nachdem, in welche Familientradition man geboren wird. Es folgen die schnelleren aber sehr eingängigen „To Hell or California“, ein witziges Wortspiel in Anlehnung an „Hotel California“ und „Men To Be Feared“, über die spätestens seit „Kings Of New York“ bekannte Straßengang „Dead Rabbits“. „Empire Of The Skulls“ zeigt die härtere, elektrische Seite der Wakes, gefolgt von der dem Glasgower Boxer Benny Lynch (1913-1946) gewidmeten Ballade „The Brave“.

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Höhepunkt des Albums ist die eigene englische Version des aus dem Jahr 1933 stammenden „Moorsoldaten“: „Peat Bog Soldiers“, ein sehr atmosphärisch und unglaublich intensives Stück, das ursprünglich von Häftlingen des Konzentrationslagers Börgermoor bei Papenburg im Emsland geschaffen wurde. Musikalisch abwechslungsreich und flott geht es weiter mit „Never enough“, einer antirassistischen Ska-Nummer, die der ursprünglich irisch-keltischen Band äußerst gut steht. Ich würde behaupten, dass hier sicherlich das FC St. Pauli-Umfeld und die Band Talco einen Einfluss hatten. Ganz ruhig und behutsam geht es weiter mit „8.30 am Glasgow Cross“, sowie „until the Last“, während wieder typische Paddyrock Beats beim „John MacLeans March“ präsent sind. Die Ballade „Myth Of Return“ schließt das fantastische Album ab. „The Red And The Green“ verzichtet gänzlich auf irische Rauf und Sauf Klischees und wird damit dem Anspruch der Wakes mehr als gerecht. Es ist wie schon die Vorgänger sehr authentisch und äußerst abwechslungsreich geworden. Das Songwriting ist überragend, die Arrangements stimmig und die prägnante Stimme von Sänger Paul über allem stehend. Dieses Album sollte wirklich jeden Fan des Genres berühren. Die Band:

Paul – Vocals, Guitar Christopher James – Harmonica Eamonn – Drums Chris – Vocals, Bass Guitar James – Whistles & Mandolin. (hat die Band verlassen) Anpieltipps: To Hell Or California, Peat Bog Soldiers, Colours Tracklist 1. Colours 2. To Hell or California 3. Men to be Feared 4. Empire of Skulls 5. The Brave 6. Peat Bog Soldiers 7. Never Again 8. 8.30am Glasgow Cross 9. Until The Last 10. John McLeans’s March 11. Myth of Return www.celtic-rock.de/2013/09/the-wakes-the-red-and-thegreen-2013/

Oktober - The Hexbombs – Collected Works 2006 -2013 von Roisin Dubh 12 Titel sind auf dieser Sammlung der besten Titel seit Bestehen der Band enthalten aber warum eigentlich nur 12? Es gibt keine Schwächen bei den Hex Bombs, alle Titel sind Hammer. Sie hätten einfach alle ihre Songs auf das Album packen sollen. Es fällt mir fast ein bisschen schwer, aber ich werde mich, trotz meiner gr0ßen Begeisterung über die Band an sich, mit der Rezension des vorliegende Album beschränken. Zu dem Vergnügen diese CD besprechen zu dürfen bin ich wohl gekommen weil ein Titel,”None shall be forgotten” zusammen mit Mike McColgan von den Street Dogs eingespielt wurde. Nach dieser Zusammenarbeit wundert es nicht, dass die Hex Bombs thematisch einiges mit den Street Dogs gemeinsam haben. Auch bei ihnen handeln viele Texte von der Working Class. Musikalisch beschränkt sich die Ähnlichkeit auf recht melodische Titel die allerdings in Gegensatz zu den Street Dogs mit sehr viel mehr Hardcore Anteilen gemischt sind. Hurrah, die Hex Bombs haben mit ihrem Album “The Collected Works 2006-2013“ den Sprung nach Europa geschafft!

Da ich die Band und alle ihre Songs überaus liebe fällt es mir schwer Anspieltipps zu geben. Ich empfehle jetzt einfach mal “Bottles and Fists”, “Midwest Punk” und für alle Street

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Dogs und Dropkick Murphys Fans “None shall be forgotten”, meine eigentliche Empfehlung lautet aber: kaufen! Tracklist: 1. 2. 3. 4. 5. 6.

United Passion And Pride Pursuit Of Justice Midwest Punk Bottles And Fists This Is My Life

7. Destination U.S.A. 8. Stand Up And Fight 9. We Are Rock’N’Roll 10. Pirate Song 11. Mad Jack Churchill 12. None Shall Be Forgotten www.celtic-rock.de/2013/10/the-hexbombs-collected-works-2006-2013/

November - The Sheridan Band ~ No Bar`s Too Far (2013) von JensP der Titel sehr gelungen und regt die Tanzlust ungemein an. Mit dem Namen-gebenden Titel des Albums geht es auch im gleichen Tempo weiter. “No Bar`s Too Far” (keine Bar ist zu weit) schließt sich gut an und wie im ersten Song ist die Musik sehr tanzbar. Nach den beiden ersten Liedern wird die Musik im dritten Song ruhiger und man kann sich zurücklehnen und auf das Album des Monats einen guten kanadischen Whiskey trinken. Die beiden Stücke, die nicht von der Band stammen, “Road To Lisdoonvarna” und “Swallowtail”, sind traditionelle irische Jigs und fügen sich gut in das Gesamtbild der Scheibe ein. Geige und Keyboard eröffnen beim erstgenannten Titel das Lied und nach einem kurzen Moment spielt eine Gitarre mit. Mit dem Bodhrán steigt der Rest der Band ein und es erklingt wunderbare Musik. Beide Titel sind gut eingespielt worden und zeugen vom harmonischen Zusammenspiel aller Instrumente, bei dem das eine oder andere Mal einzelne Instrumente kurz den Ton angeben und im Vordergrund spielen. Die fünf Musiker, von denen vier zur Familie Sheridan gehören, kommen aus London/Ontario (Kanada). Ihre musikalischen Wurzeln sind irisch-kanadisch und bestimmen auch die Richtung, in die die Musik geht. Sie selber sagen über ihre Musik: The Sheridan Band ist eine hochenergetische traditionelle keltische Folk-Gruppe mit zeitgenössischen Rock-Einflüssen. Bis auf zwei Stücke sind alle Lieder der CD aus der eigenen Feder. Nach “Running Wild” ist dieses Album das Zweite, welches ich vorstelle. Das erste Lied, ”Run Around With Me”, ist ein guter Einstieg in die Welt von The Sheridan Band und man hört gleich, wo es musikalisch hingeht. Bodhrán, Gitarre und ein kurz geschlagenes Becken eröffnen kraftvoll das Stück. Es dauert nicht lange und der Gesang von Jeff Sheridan gesellt sich hinzu. Zwei Geigensoli sind in das Lied gut eingebaut und geben dem Song den letzten Schliff. Im Gesamten ist

Für mich sind die beiden besten Stücke der CD “Woolley Took An 8 Ball” und “Dance With You Daddy”. Beim neunten Titel der CD hört man einen kleinen Richtungswechsel in der Musik. Dieses schöne Lied ist eine Mischung aus amerikanischem Folk und Country-Musik. Das Tempo hat sich erhöht, ist aber nicht aufdringlich, sondern hört sich sehr harmonisch an und alles ist gut abgestimmt. Ein Genuss für die Ohren und bei dem Stück möchte man gleich wie- der auf die Tanzfläche stürmen und sich zu dem schnellen Takt austoben. Bei “Dance With You Daddy” hat man vom Tempo her kräftig auf die Bremse getreten und dem Ohr wird ein ruhiges Lied geboten. Dieses gefühlvolle, balladenhafte, verträumte und melodische Stück geht gleich an die Seele. Mit einem Text, der unter die Haut geht: Wie schön es doch wäre, noch einmal mit dem verstorbenen Vater zu tanzen. Man möchte bei der schönen und ruhigen Melodie nicht nur mit seinem Vater tanzen, sondern seinen Liebsten neh- men

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und über die Tanzfläche schweben. Es ist so schön, dass ich es auf Wiederholung gedrückt, meine Gedanken schwei- fen lassen habe und ich zugeben muss, dass ich mitgeschun- kelt habe. Diese CD ist zurecht Album des Monats November geworden. Der Silberling wurde mit viel Liebe eingespielt und die Instrumente in Zusammenspiel gut abgestimmt. Dazu kommt noch die Stimme von Jeff und der Background-Gesang von Heather. Aus all diesen Dingen ist ein ausgewogener und hörbarer Datenträger entstanden. Ich kann diese Scheibe jedem Folkfreund ans Herz legen und zum Kauf raten. Zu hören ist gut gemachter Folk, bei dem es Spaß macht, der Musik zu lauschen und sich das Album immer wieder anzuhören. Leider spielt The Sheridan Band nicht in Deutschland, sonst würde ich ohne Bedenken auf ein Kon-

zert gehen. Trackliste 1. Run Around With Me 2. No Bar`s Too Far 3. Lost At Sea 4. Road To Lisdoonvarna 5. Sands Of Time 6. Boys From The Railway Town 7. Northern Stars 8. Swallowtail 9. Woolley Took An 8 Ball 10. Tippin` The Jar 11. Sons Of Whiskey Sinners 12. Dance With You Daddy 13. Far Atlantic Shore www.celtic-rock.de/2013/11/the-sheridan-band-no-barstoo-far-2013/

Dezember - The Spook Of The Thirteenth Lock ~ The Brutal Here And Now (2012) von daniels Geschichte verschwimmen mit Tradition und Moderne. Beispielsweise der Song The Tarantella wird auf Italienisch gesungen und im Stile des Tarantella gespielt. Sweeney’s Frenzy handelt vom Irischen König Sweeney. Die engl. Wikipedia hat dazu einen Eintrag. Bóthar Crua Iarthar (hard road west) wird in Gälisch gesungen und handelt von der Cromwellschen Belagerung von Limerick. Mearchiumhneas (Hazy remembrance) basiert auf einer alten chtistlichen Erzählung. Also das alles ist gel(i)ebte Geschichte. Nicht zu vergessen, der Song Black Diaries, über Sir Rodger Case- ment, der als Inspiration für Joseph Conrad’s Heart of Dar- kness (Herz der Finsternis) diente. Sie selbst beschreiben Ihre Musik wie folgt: The Spook play in the Irish folk tradition delving into the realms of psych, prog and post rock, making the familiar sound innovative, the ancient new, and the local sound universal.

Manchmal weiß man gar nicht, was man da für musikalische Perlen in den Briefkasten gesteckt bekommt. Fast wäre diese aufgrund eines Schreibfehlers in der Adresse gar nicht bei mir angekommen. Zum Glück ist sie es dann aber doch. The Brutal Here and Now ist das zweite Album der aus Dublin stammenden Band The Spook Of The Thirteens Lock. Das 2012 erschienene Album ist eine Mischung aus traditio- neller irischer Musik und experimentellem Rock. Im Gegen- satz zum Debütalbum wurde die musikalische Bandbreite um neue, teilweise düstere Sounds mit Geigen und Cello erweitert. Der Spuk wird intensiver. Erinnerung und

Die Songs werden wie oben angedeutet in Englisch, Irisch und Italienisch vorgetragen. Es sind Klangspiele und Sounds die den Hörer/innen teilweise den Schauer über den Rücken laufen lassen. Und das auch live: In Japan, Island und New York. Vielleicht auch mal in Deutschland? Dieses Album dürfte allen gefallen, die früher Joy Division, Bauhaus und The Mission gehört haben. Auch die Sympathisanten für Tocotronic oder Element Of Crime könnten daran gefallen finden. Die Puritanisten und Traditionalisten innerhalb der Irish-Folk Szene dürften empört die Nase rümpfen.

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Ein Album aus 2012 zum Album des Monats 2013 machen? Ja, warum nicht? Es ist etwas besonderes und wir sollten und wollen uns nicht den üblichen Stress-treibenden Erscheinungen unserer Zeit aussetzen. Die Musik, die wir hören, hat die Zeit auch überdauert. The Lockout (2013) Und auf die nahe Zukunft freuen wir uns. “Lockout” wird ein neues Werk, das an den hundersten Jahrestag der Dubliner Aussperrung erinnert. Es wird Ende 2013 erstma- lig gespielt und Anfang 2014 aufgenommen. Der Lockout war der größte Arbeitskampf in der irischen Geschichte. Für das Projekt verstärkt sich die Band mit einem E-Gitar- ren-Orchester. Wir dürfen gespannt sein.

Tracklist 1. The Tarantella 2. Suffer the Wait 3. Heave the Bellows 4. Sweeney’s Frenzy 5. Black Diaries 6. Bóthar Crua Iarthar 7. Ríleanna na hIfreann 8. Mearchuimhneas 9. The Brutal Here and Now (Part I) 10. The Brutal Here and Now (Part II) 11. Shudder in the West 12. The Rattling Hell www.celtic-rock.de/2013/12/the-spook-of-the-thirteenslock-the-brutal-of-here-and-now-2012

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Interviews

Interviews Tooraloo Radio #32: Dagmar Hesse von kuec „Meine Idee ist es, die verschiedenen keltischen Knoten auf innovative Art und Weise miteinander zu verknüpfen.“ Vor einem Jahr haben wir Dagmar Hesse und ihren Schmuck „celtic style“ erstmals vorgestellt. Sie hat eine Menge Ideen in ansehnliche und ungewöhnliche Schmuckstücke umgesetzt und erzielt durch die Art der Produktion mit gegossenem Metall echte 3D-Effekte. Neu ist jetzt das Angebot auf ihrer Webseite, Steine, Knoten und Ketten nach eigenen Wünschen zu kombinieren. In einem aktuellen Interview stellt sie ihre Arbeit vor. Robin hatte sie für uns vor dem Mikrofon. Wie immer gibt es das Interview mit Musik in unserem Radioprogramm in der Sendung Tooraloo Radio. www.celtic-rock.de/2013/12/tooraloo-radio-32-dagmar-hesse/

Dies und das Christmas Reloaded 2013 von daniels In diesem Jahr neu dabei sind Songs von: Finnegans Hell, Mick Fitzgerald, Horch, Nobody Knows, Paddy McHugh and the Goldminers, Broom Bezzums, The Whisky Priests, Patapan, The Mahones, The Pokes, Tortilla Flat, Tri Yann und The Langer’s Ball. Die aktuellen Termine findet ihr wie immer im aktuellen Sendeplan. Gerne nehmen wir auch weitere Hinweise von euch entgegen. www.celtic-rock.de/2013/12/christmas-reloaded-2013/ Auch in diesem Jahr haben wir wieder eine Weihnachtsshow für euch aufgelegt. Die über die ganze Woche verteilte Playlist hat jede Menge Ernstes, Skurriles und Komisches in sich. Die insgesamt sechs Stunden Musik werden auf die verschiedenen Stunden verteilt, jeweils intelligent neu zufällig zusammengesetzt. Ihr solltet euch also nicht langweilen. triskel - the celtic rock & punk ezine 23


CDs und Platten

CDs und Platten Incredibile ~ Galahad (2011) von kuec Galahad habe ich als starke Live – Band erlebt, die weiß, wie man ein Publikum packt. Diese Erfahrung schlägt sich offenbar auch auf der kreativen Seite nieder. Die Band aus dem Rheinland legt hier bereits das siebte Studioalbum vor. Alle Titel sind selbst geschrieben; Incredibile Galahad wurde auch selbst produziert. Das Gründungsjahr 1985 legt nahe, dass die Gruppe gradlinig und engagiert ihre eigene Linie verfolgt, was das Album auch bestätigt. Das Sound – Gerüst bilden drei Instrumentalisten: Paul A. Jost vor allem an der Querflöte, Dieter Horlitz an der E-Gitarre und Ralf Veith an den Keyboards. Drums und Percussion (Oliver Horlitz) unterstützen kraftvoll, wogegen der Bass (Peter Huntenburg) eher zurückhaltend eingesetzt wird. Dazu kommen Martina Aschenbachs Geige sowie zeitweise Mandoline, Bouzouki, Flöte oder als Gast sogar eine Oboe. Sehr stark ist Sängerin Tina Schreiber, die mit ihrer vollen Stimme den Eindruck über weite Strecken prägt. Die Arrangements und Instrumentals nehmen eine Menge Einflüsse auf, aus Mittelalter und Renaissance einerseits, von Mike Oldfield und natürlich Jethro Tull andererseits. Das ist weder düster noch aggressiv, womit sich Galahad deutlich, wie ich finde angenehm, von vielen erfolgreichen Mittelalter – Rockern absetzen. Jedes Stück ist sehr durchdacht und abwechslungsreich gestaltet. Die Leute von Galahad wissen, wie man eingängige Melodien schreibt. So wird man als Zuhörer sofort in die Songs hineingezogen. Keyboard, Drums und Gitarre bieten schöne volle Sounds, hübsch auch das Spinett (historisches Tastenistrument). Die kraftvollen Riffs und kontrastieren mit schnellen Soli oder auch einem Wechselspiel der Leitinstrumente. Die Songs auf dem Album ähneln einander zum Teil, aber durch die instrumentale Vielfalt kommt bei sechzehn Titeln keine Langeweile auf. Erzählt wird von historischen Ereignissen und Legenden wie jener von der Piratin Grace O’Malley. Titelheld ist der junge Galahad, der sich in Britannien als unglaublich („incredibile“) talentierter Flötenspieler erweist. Auch Beziehungs – Erfahrungen werden verarbeitet (Tender Crazy, Go Sit on a Tack), so-

gar in Märchenform (The Princes and the Frog). Galahad streuen lateinische Verse ein, scheuen sich aber auch nicht, moderne Themen wie Cyberkrieg anzusprechen. Alle Texte sowie einige Anmerkungen sind im Booklet nachzulesen. Herauszuheben sind die wunderbar gemachten Instrumentaltitel, die sich bestens als Soundtrack zu einem Fantasy – Film eignen würden. Bei Wolkensteins Tanz im Sechsertakt kann man Keltisches assoziieren. So weit, so gut. Die CD lässt sich gerne öfters hören. Trotzdem habe ich gegrübelt, warum mir bei manchen Songs etwas fehlt. Ich vermute, dass der Gesang beim Songschreiben wie ein weiteres Instrument gedacht wurde. Man hört nicht ein Lied mit Begleitung, sondern eine Stimme, die oft das gleiche zu singen hat, was die Instrumente spielen. Dann kann die Sängerin sich nicht optimal entfalten. Das soll aber niemand davon abzuhalten, sich die Scheibe zuzulegen, denn eingängig sind Songs wie Here We Are To Folk You allemal. Trackliste 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16.

Here We Are To Folk You After Rising Will Be Fall Next Step Incredibile Galahad Malley-O Ride To Akkon Busy Lizzy Tender Crazy Back In My Arms Wolkensteins Tanz Ev’ry Sin The Princess And The Frog Rookie’s Rondo Way To Tara Stay Alive Go Sit On A Tack

www.celtic-rock.de/2013/12/incredibile-galahad-2011/

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HiJinx ~ HiJinx (2013) von Roisin Dubh Eastgrand Records haben ein gutes Händchen bei der Auswahl ihrer Künstler. Das bestätigt sich ein weiteres Mal beim Hören der selftiteled EP der HiJinx. Die Band aus New York spielt eingängigen Punkrock a la Street Dogs, gewürzt mit einigen Ska Elementen, und vermittelt mit ihren Songs durchweg gute Laune. Interessant ist die Besetzung mit zwei Sängern, die sich wunderbar ergänzen. Die EP hat mit ihren 6 Titeln eine Spieldauer von 20 Minuten. Das reicht um einen durchweg positiven Eindruck zu hinterlassen, ist aber zu wenig um ein abschließendes Urteil fällen zu können. Ich bin gespannt was die Zukunft bringen wird.

Trackliste: 1. 2. 3. 4. 5. 6.

Tonight’s The Night Always Will Be Change Your Ways Pillbox Natural Disaster I Stepped Out

w w w. c e l t i c - r o c k . de/2013/12/hijinx-hijinx/

The Moorings – La Cigale Unplugged (2013) von cuba64 Frankreich hat ein eigenes Musikuniversum und es ist nicht so einfach dort vor zu dringen. Das bezieht sich nicht nur auf Celticpunk sondern auch auf andere Musikrichtungen, etwa Hip Hop. Das Problem von Celticpunk ist aber, dass die Szene sehr klein ist und daher der Weg länger ist, bis etwas an die Öffentlichkeit kommt. Passiert es aber, sind die Veröffentlichungen überraschend gut. Das war bei den Booze Brothers so, das ist bei Celkilt so. Und die Moorings? Das Debutalbum “Pints and Glory” ist eine echte Bombe! Nun zog ein wenig Zeit ins Land und am 09. November haben The Moorings ein Unplugged Minialbum veröffentlicht. “La Cigale” heißt das gute Stück, beinhaltet neun Songs und stellt eine gesunde Mischung aus Altem, Neuem und Traditionals dar. Vielleicht fragt sich der geneigte Leser nun, warum eine Band nach ihrem erstem ersten Longplayer ein Unplugged Album aufgenommen haben?

ben viele Stärken und eine ist die Stimme von Denis Jelly. Eine angenehme Tonlage, die leicht kratzig eine sanfte Melancholie verbreitet und damit die Lyrics von Freundschaft, Arbeit und Feiern wunderbar umsetzt. La Cigale Unplugged ist ein gutes, empfehlenswertes Stück Celticpunk, das von den Songs bis zu dem Layout liebevoll und konsequent gestaltet worden ist. Da freut es mich besonders, dass es auch eine limitierte Vinylversion gibt.

Um diese Frage zu beantworten, möchte ich noch einmal an die Stärken der Moorings erinnern. “Pints and Glory” lebt von einem Wechselspiel zwischen Entspanntheit und Punkelementen. The Moorings sind immer nah an den Wurzeln der Celticmusik. Manchmal so nah, dass man meint, die Songs zu kennen. Gleichzeitig denkt man aber darüber nach, woher man sie kennt. Allerdings wird man überrascht, wenn man nach einem Blick ins Booklet feststellt, dass man eine Eigenkomposition gehört hat. Sie geben ihren Stücken eine besondere Atmosphäre und diese wird nun durch die Liveaufnahme, das Publikum und das Unpluggedspiel verstärkt. Da ist es auch nicht schwer zu verschmerzen, das The Rover erneut auf der Platte ist (ein Song der doch selten vorkommt) und mit “Friendship” und “Away from Home” zwei Hits von Pints & Glory enthalten sind. The Moorings ha-

7. Nicky´s Kick / The Lads of Clifden / Draughty Petticoats 8. Broken Hearted Man 9. Away from home 10. Posy of Lily 11. The mariner I used to be 12. The Nightingale 13. The Wild Rover 14. Friendship

Trackliste:

www.celtic-rock.de/2013/12/moorings-la-cigale-unplugged-2013/

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Konzertberichte

Konzertberichte Artikel Le Clou ~ Konzert in der Bonner Harmonie 07.12.2013 von Hubert J Die Band Le Clou verwandelte die Bonner Harmonie in den Sumpf Sü d a m e r i k a s . Zumindest konnte man diesen Eindruck gewinnen. Mit den Rhythmen der Cajuns, ihrem Temperament und der Nähe zum Publikum überzeugten die fünf Musiker die Besucher des Konzertes. Schon nach wenigen Sekunden hatten Le Clou ihr Publikum fest im Griff. Mit dem Stück Swamp Dancer luden sie ihre Fans zum Tanz. Johannes Epremian machte die Besucher der voll besetzten Harmonie darauf aufmerksam, das die Tanzfläche noch frei sei. Zwar dauerte es noch ein paar Stücke, bis sich er ersten Tänzer wirklich trauten ihren Körper zur Musik der Band zu bewegen, doch wenig später war die letzte Hemmschwelle überwunden und auf dem engen Streifen vor der Bühne wiegten sich die ersten Mutigen im Rhythmus der Musik. Dabei wurden sie von Michel David begleitet, der seinen Gesang unterbrach um sich am Tanz mit dem Publikum zu beteiligen. Die dabei entstandene Stimmung konnte sich durchaus mit der Hitze der feiernden Menschen in Louisiana messen, wenn Diese dort zur Musik der Cajuns tanzen. Auch wenn die Cajuns nach den Festen das Lokal meist durch die Hintertür verlassen haben. Wie Michel in meinem persönlichen Lieblingsstück Acadiana singt, ist zwar ihre Musik beliebt, aber mit den Menschen, die diese tolle Musik machen, möchten

sich die feinen Leute besser nicht abgeben. Jeder Musiker weiß, dass bei gutem Publikum das Musizieren erst richtig Spaß macht. Die Spielfreude von Le Clou ließ keinen Zweifel, dass dieser Abend für Band und Publikum ein voller Erfolg war. Somit hatten sich die Bedenken von Johannes zerstreut. Bei einem kleinen Gespräch vor dem Konzert verriet er Celtic Rock, dass er heute besonders aufgeregt sei. Dies liege daran, dass ein Auftritt in Bonn immer ein Heimspiel ist. „Es ist gar nicht so einfach auf der Bühne zu stehen, wenn man so viele Gesichter im Publikum kennt“, gestand er. Wer den oft nachdenklich wirkenden Yves Gueit, dem Zauberer am Cajun Akkordeon und den vielen Flöten von anderen Konzerten kennt, weis, dass sein strahlendes Lächeln an diesem Abend ein echter Beweis für die gute Stimmung im Saal war. Manchmal hatte man an diesem Abend wirklich das Gefühl, das Yves zaubern kann. Besonders wenn er, scheinbar völlig entspannt, auf zwei unterschiedlich gestimmten Blockflöten gleichzeitig spielte und ihnen geheimnisvolle Klänge entlockte. Für immer wird es wohl ein Geheimnis bleiben, warum Gero Gellert mit seinem Konztrabass tanzt. Gero hat auf seinen Bässen mit fliegenden Fingern für den notwendigen Groove

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Konzertberichte

gesorgt. Ebenso genial und schnell war der Mann am Schlagzeug. Auch wenn Ralph Schläger, als einziger das gesamte Konzert sitzen durfte, so hat er sich doch keine Sekunde lang hinter seinen Drums ausgeruht. Nicht nur in seinem genialen Solo, mit dem er sich am Ende des Konzertes beim Publikum bedankte, entlockte er seinen Trommeln eine ungeahnte Magie. Auch die Freunde des schwarz gebrannten Whisky’s kamen auf ihre Kosten. Johannes begeisterte die Besucher mit einer kleinen Geschichte um den „Moonshiner“, und erklärte, dass dies der Ausdruck für den Schwarzbrand in Amerika ist, weil er heimlich und nachts gebrannt wird. Johannes berichtete seinen Fans von seinen eigenen Erfahrungen mit dem Feuerwasser. „Falls Euch jemals so etwas angeboten wird, bleibt freundlich, aber lehnt es ab“, warnte er und riet sich doch lieber aus einer Flasche mit einem hübschen, bunten, aber legalem Etikett einschenken zu lassen. Le Clou hätten wohl die ganze Nacht gespielt, aber auch das schönste Konzert muss irgendwann ausklingen. Schon weit bevor sich dieses Ende andeuten konnte, standen auch die Zuschauer auf den hintersten Plätzen auf und tummelten

sich vor der Bühne, um mit der Band zu feiern. hilfeDer Applaus der Fans lässt sich mit Worten kaum beschreiben. Musikalisch ist wohl jedes Mitglied der Band auf seine Art ein herausragender Musiker, so dass man nicht wirklich glaubt, dass sich Johannes beim Spiel auf der Dobro von Michel helfen lassen muss. Aber Spaß hat’s gemacht, das konnte man

sehen. Um die einzigartige Atmosphäre auf einem Le Clou Konzert erahnen zu können, kommt man nicht umhin, einen Gig mit der Band zu besuchen. Immerhin zelebrieren Le Clou im Jahr 80 bis 100 Konzerte, wie uns Johannes verriet. Dabei kann man davon ausgehen, dass die Jungs irgendwann einmal für jeden in erreichbarer Nähe spielen. Johannes verriet Celtic Rock auch, das er Michele und Yves bei einem Konzert in Toulon (Frankreich) kennen lernte. Die beiden wohnten damals bereits in Bonn. Die Chemie zwischen den Musikern stimmte sofort, dass sich Johannes ihnen 1982 anschloss. Auch die nächste CD sei bereits in Arbeit. Über den Inhalt und das mögliche Erscheinungsdatum verriet er uns nichts. „Das bringt Unglück“, hauchte Johannes mit einem geheimnisvollen Lächeln. Kurz vor der Zugabe lobte Johannes die Gastgeber: „Das wir hier in Bonn die Harmonie haben, ist ein Geschenk.“ Diesem Lob möchte ich mich persönlich anschließen. Bei einem Besuch in der Harmonie empfiehlt es sich unbedingt, ein wenig früher zu kommen und die Küche im angeschlossenen Restaurant zu genießen.

www.celtic-rock.de/2013/12/ar tikel-le-clou-konzert-der-bonner-harmonie-2013/

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Johnny Logan & Friends ~ The Irish Connection – Live (2013) von Folkaholix Mit zwei mit Anerkennung überschütteten Folk-Alben hat Johnny Logan sich nicht nur die Bretter der Welt erobert, sondern vielmehr eine Hommage künstlerischen Rückbesinnens seines musikalischen Werdegangs geschaffen. Auf beiden Alben konnte vermochte es Logan nicht, die artige Kultur eines Studioalbums abzulegen – und legt nun mit der Live-DVD die Überwindung ebd. Defizits vor. Mit seinen sieben Musikern, die er selbst als “my friends” vorstellt, schafft er es, das Zahnpasta-Lächeln der auf Youtube kursierenden Medleys abzulegen und ein authentisches Konzert-Feeling zu vermitteln, das eingangs durch die behagliche Intimität einer kleinen Bühne angenehm überrascht, indes die Bühnenrückwand in den irisch Nationalfarben beinahe monströs beflaggt ist. Das ruhige Intro, das dem Frontmann die Möglichkeit eröffnet, moderativ tätig zu werden, mündet in die erste ruhige Strophe von Whiskey In The Yar, der sich ein Break und die Aufforderung zum Mitklatschen anschließt. Mit dem zweiten Refrain hebt der Bass zu walken an und geht selbst am heimischen Fernseher in die Beine. Dass popeske Terzen immer helfen, wird durch den sauberen Chorus des Sextetts um Logan bezeugt. Im Solo des Geigers scheint schnitttechnisch ordentlich etwas danebengegangen zu sein, denn bedauerlicherweise stimmen Bogenbewegung und linke Hand nicht mit dem Gehörten überein. Ein ähnlicher Fauxpas ist bspw. auch auf dem Live-Album Loreena McKennitts zu bewundern! Mit Molly Malone wechselt nicht nur die Instrumentation (der Saxophonist zu Gitarre und Whistle, der Pianist zum Akkordeon), sondern auch der drängende Sound, der dem seichten Schunkel-Muss seinen Tribut zollt. Das schunkelnde Sitzauditorium macht die Not zur Tugend und ergibt sich dem rhythmischen Hin und Her. In ähnlich gearteten Gestaden kursieren auch The Black Velvet Band und On Raglan Road – sehr anhörliche Hymnen, bei dem das Publikum je nach Bedarf gesangskräftig mitwirkt. The Fields Of Athenry wirkt der Entschleunigung entgegen und stimmt wieder kräftigere Töne an, ehe es mit Raggle Taggle Gypsy endlich wieder gen Tanzfolk geht. Wie beim Intro überzeugen die wuchtigen Toms des Schlagzeugs, während sich die restliche Band in vornehmer Zurückhaltung übt und Logan seine Strophen über dieses Klangkonglomerat ergießt. Nach einer gefühlten Unendlichkeit an Strophen bricht dann endlich die Band, getragen vom warmen Orgelsound, mit Snare-Beats und Geigensolo aus, um kurz darauf wieder das explosive Piano der Strophen zu kultivieren. Diesem folgt ein E-Gitarren-Solo, bei der die Kamera gern auch den Solisten und nicht Logan hätte einfangen dürfen. Abschließend explodiert der Gesamtklang in

einem beinahe bluesähnlichen, vom Saxophonsolo dominierten Abschlussinstrumental. Mit The Band Played Watzing Matilda lassen die irischen Freunde die vorherige Kraft wieder abklingen und ergeben sich der melancholischen Hymne. Dirty Old Town wartet neuerlich mit Schnittfehlern bei dem Geigensolo auf, indes sich das Publikum mit Logan durch die Strophen schunkelt. Tim Finnegang’s Wake überzeugt nicht nur durch seine rhythmisches Voran, sondern vor allem von der überzeugenden Spontaneität, der erfrischenden Moderation, die maßgeblich von den musikalischen Unartigkeiten von Logans Mitmusiker, die vielerorts in den Pausen eigene Akzente setzen, die die Frontstimme mit bisweilen ironisch strafenden Blicken, bisweilen mit lehrerhaften Einschüben zur Kenntnis nimmt, getragen wird. Spätestens bei The Irish Rover dürfte dem tanzenden und schwitzenden Logan die Ausstattung der gewählten Location auf den stimmungstechnischen Zeiger gehen, weil ein eng bestuhltes Sitzkonzert eben doch nicht auf explosive Tanzwut ausgerichtet ist. Hier und da könnte ein wenig weniger Pathos dem musikalischen Geschehen nicht abträglich sein. Dennoch überwinden die Freunde um Logan die Defizite der Vorgängeralben und schaffen es, Spielfreude, Miteinander und Authentizität

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auf die Bühne zu bringen, das Publikum (im Rahmen der Möglichkeiten) mitzureißen und zeugen mit dieser anderthalb Stunden langen DVD von der Vielfalt und Beständigkeit irischer Musikkultur. Trackliste 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

Whiskey In The Yar Molly Malone The Black Velvet Band On Raglan Road The Fields Of Athenry Raggle Taggle Gypsy The Band Played Watzing Matilda

8. Dirty Old Town 9. Tim Finnegan’s Wake 10. The Irish Rover 11. Follow Me Up To Carlow 12. Spancil Hill 13. The Wild Rover 14. Save This Christman For Me (Bonus Track) 15. The Gathering 16. Molly Malone (Videoclip) 17. Spancil Hill (Videoclip) w w w. c e l t i c - r o c k . d e / 2 0 1 3 / 1 2 / j o h n n y - l o g a n - f r i ends-irish-connection-live-2013/

CDs und Platten Paddy´s Funeral – Celtic Voodoo (2013) von cuba64 Paddy´s Funeral ist eine weitere Band aus dem deutschen Celtic – Punk Spektrum, die sich aufmacht, die Welt zu erobern. Zumindest in der Pubwelt ist es ihnen gelungen. Denn zwischen Paddy´s Funerals “Pour in” und “Celtic Voodoo” ist viel passiert. Ständige Besetzungswechsel und eine Zwangspause, sorgte dafür, dass ein Teil der Band als Pubtrio unterwegs gewesen ist. Nun ja – alle Turbulenzen und Schwierigkeiten enden irgendwann und so haben die Jungs nun ihr zweites Debutalbum vorgelegt. Und davon kann man getrost sprechen, denn alles bei Paddy´s Funeral scheint ein Neuanfang zu sein. Die Homepage, das Logo, die Musik, die Bandmitglieder – nur der Name ist geblieben. Nun, die Musik hat sich nicht völlig geändert, aber das Ganze ist rockiger geworden und die celtic Akzente sind ein wenig reduziert worden. So informiert mich auch ein sehr ausführliche Presseinfo darüber das “Sleaze” als Schweinerock die erste Liebe der Bandmitglieder ist. Meine nicht. Deswegen mag ich auch eher Songs wie “Join the British Army” oder ”Polka”. Hier kommen wieder wohl dosiert Bouzouki, Flöte und Ähnliches zum Einsatz. Allerdings sorgt die gesunde Portion Schweinerock auf der anderen Seite dafür, dass Paddy´s Funeral ihren eigenen Stil haben. “Celtic Voodoo” ist somit kein Abklatsch von bekannten Szenebands, sondern ein eigenständiges und innovatives Stück Celtic-Rock. “Celtic Voodoo” ist leider nicht ganz so einfach aufzutreiben, aber wer die Gelegenheit bekommt, sollte unbedingt einmal reinhören. Trackliste

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.

Sleaze Black is the Colour Join the British Army Polka No Regrets Quit My Job Mother Celtic Voodoo Lady

www.celtic-rock.de/2013/12/paddys-funeral-celtic-voodoo-2013/

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Battlefield Band ~ room enough for all (2013) von Folkaholix Nach nunmehr vierzig Jahren Bandgeschichte, einem Dutzend Besetzungswechsel und über 30 Alben haben die Batties auch 2013 für heimischen Silberlingnachschub gesorgt und ihrem künstlerischen Leitmotiv “Scottish tradition reloaded” einen namentlichen Unterstützer an die Seite gestellt. Ewen Henderson (Geige, Dudelsack, Whistles, Piano, Gesang) fasst das Selbstverständnis des neuen Albums wie folgt zusammen: “The name ‘Room Enough for All‘ suggests that there is room enough for music from all periods of time to co-exist happily in the world of folk music because this music is, by its very nature, perpetually relevant.” Und da die vier Herren im Januar / Februar 2014 auf Deutschlandtour gehen, um Neues und Altes zu präsentieren und Room enough for all zudem unlängst bei den Scots Trad Music Awards als “Album of the year” ausgezeichnet wurde, wäre es schändlich, die CD mit dem charmanten Cover nicht zu bedenken. Bagpipe Music, eröffnet im Unisono zweier hochstimmiger Herren, ehe sich die Gitarre mit sonoren Stahlsaiten in die musische Szenerie mischt. Strophe auf Strophe gesellen sich weitere Instrumente in den Reigen, so bspw. die Bagpipes, die sich zwischen gleichmelodiösem und zweitstimmigem Miteinander im dezenten Hintergrund halten. Gleiches gilt für die Fiddle, so dass schlussletztlich bis zu drei Instrumente das gleiche Motiv spielen, bevor sich ihrer Melodietreiben unabhängiger entwickelt: Kultivierte Unisono-Folk-Tradition ergänzt um durchaus moderne Impulse. Der erklärte Selbstanspruch verdeutlicht ebendiese Intention: “‘Room Enough For All’ features traditional music, some from collections many hundreds of years old, alongside new music composed by the band.” Und wiewohl man nach den unzähligen Jahrzehnten musikalischen Schaffens noch immer etwas zu sagen hat, scheinen die Ziele der Herren doch recht geerdet: “Our aims for the future are to try and play as many good concerts as possible and to keep making good & exciting music.” Auch Major George Morrison lebt vom Gleichklang. So ertönen neuerlich die Stimmen Hendersons und O’Donnells, die melodisch keinen Deut voneinander abweichen, indes sich auch der Dudelsack wenig um zweite Stimmen bemühen mag. Einzig im Instrumentalteil stechen die Geigen aus diesem Klangbild heraus und verleihen dem Treiben doppelnotend ein Terz- und Quintkleid. Mit Farewell To Indiana ertönt der erste ruhige Track, der der Formation ausgesprochen gut zu Gesicht und dem Hörer zu Ohr steht. Ein leidenschaftlicher Hymnus, der mit wenig Aufwand viel Gänsehaut verursacht.

Elf Titel währt das Treiben auf room enough for all und präsentiert vornehmlich gediegene Melodien. Ob Traditionell oder Eigenkomposition – die Batties zeugen von einer enormen technischen Kunstfertigkeit. Unterschiedlichste Ableger von Irish & Scottish Folk sind heute derart en vogue, dass man meinen möchte, es wäre niemals anders gewesen. Dabei gebührt grade Formationen wie der Battlefield Band höchste Anerkennung, diese Musikkultur nicht nur zelebriert sondern salongfähig gemacht zu haben. Insgesamt jedoch eher ein recht traditionell klingendes Album mit wenig neuen Impulsen. Jeder Track für sich genommen ist dabei ein Hinhörer und dennoch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Innovation heute anders klingt. Trackliste 1. Bagpipe Music 2. Major George Morrison 3. Farewell To Indiana 4. The Garron Trotting 5. Nic Coiseam 6. The Hairy Angler Fish 7. Cean Loch an Duin 8. Duanag an t-Seòladair 9. The Eight Men of Moldart 10. In Contempt 11. Tynes In Overtime www.celtic-rock.de/2013/12/battlefield-band-roomenough-2013/

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Land of the vast Horizon ~ Gavin O’Loghlen & Cotters Bequest (2006) von Hubert J Das CD-Album land of the vast horizon erzählt in 13 brillant Couver Land of the vast horizonarrangierten Stücken die Besiedelung Südaustraliens aus der Sicht der Familie O’Loghlen. Die Geschichte beschreibt die Ankunft der ersten Siedler, die 1854 im „Land des weiten Horizonts“, voller Hoffnung auf ein neues Leben vor der großen Hungersnot in Irland geflüchtet sind. Gavin O’Loghlen schildert in seinen Texten, die überwiegend von Angelee Theodoros und Anne Dormer gesungen werden, wie sein Urgroßvater Michael O’Loghlen nach einer leidensvollen Seefahrt an einer fast Menschenleeren Küste, ohne Straße und ohne Eisenbahn ankam. Dort angekommen verpackte er seine Träume in Teekisten und suchte sich schlecht bezahlte und schwere Arbeit in den dortigen Minen. Eines der Stücke, The Peramangk schildert das Leiden der Aborigines, den Ureinwohnern Australiens, die schwer unter der „Krankheit des weißen Mannes“ litten, in Lagern zusammengepfercht wurden und als Hirten und Minenarbeiter arbeiten mussten. Kapunda berichtet von der harten Arbeit in den Bergwerken und beschreibt die gnadenlose Suche nach Gold. Wunderschön und doch schockierend, wird dabei das Gefühl der Verzweifelung der Menschen beschrieben, denen bewusst wurde, das sie nie mehr zurück können. Die Geschichte der Familie O’Loghlen erzählt weiter von der späteren Landbesiedelung, dem Erwerb einer eigenen Farm für 1,00 Dollar pro Hektar, dem Tod des Sohnes Peter, der in Kapunda geboren wurde, dann aber auf dem neu erworbenen Land in Gulnare starb. In den folgenden Stücken beschreibt Gavin den Aufstieg und Zerfall der Zivilisation bis zum wiederholten schmerzvollen und verlustreichen Neuaufbau im Jahre 1895. Das mit der Erkenntnis endet: „Es ist an der Zeit die Führung in die Hände unserer Kinder zu geben“. Nur so glaubte man, zumindest den Zusammenhalt der Clans erhalten zu können. Bezeichnend sind dafür die ersten Worte des Textes: „The dream ist over.“ Gavin O’Loghlin, der alle Stücke dieser Geschichte geschrieben und arrangiert hat, glänzt dabei nicht nur durch seine Dichtungen, sondern überzeugt auch mit den vielen Instrumenten, die er neben seinem Keyboard spielt. Dazu gehören Mandoline, akustische und elektrische Gitarre, Schlagzeug, Bodhrán, Pipes, Whistles und Percussion. Natürlich ist seine Stimme auch auf der CD zu hören. Im Vordergrund sind aber die warmen Stimmen von Anne Dormer und Angelee Theodores. Sie laden zum träumen ein, regen aber auch zum nachdenken an und können so manche Gänsehaut erzeugen. Die Magie der Musik wird von Stefanie Gerber an der Vio-

line, Harry Theodores am Akkordeon und Jack Brennan an Uilleann Pipes und Whistles unterstützt. In den Stücken, die über das Leiden und Leben der Aborigines, erzählen, wird der Geist der Ureinwohner Australiens durch das von Robert Shaw gespielte Dijeridu unterstrichen. Bei so viel Lob der Musiker darf man natürlich auch nicht den Lead Gitarristen Jim Petkoff vergessen, der immer im Hintergrund, aber doch ständig präsent ist. Die Passagen in Gälische Sprache im Stück Nantabra Hut wurden von Seonaidh Mac Fhraing übersetzt. Persönlich würde ich mir etwas weniger Technik in der Musik wünschen, das mag wohl an meinem Hang zur handgemachten Musik liegen. Diese handgemachte Musik kommt zwar keinesfalls zu kurz, wird aber immer wieder durch Keyboardsounds überlagert, was auch den akustischen Instrumenten einen Hauch von Synthetik erleiht. Trotzdem war ich vom ersten Augenblick, bis zum verklingen des letzten Tons von „the land of the vast horizon“ fasziniert. Schwungvolle, manchmal sehr tragische Melodien, die immer wieder durch rockige Rythmen auf geniale Art gebrochen werden. Dazu spannende kleine Geschichten, die im direkten Zusammenhang stehen. Ich selbst habe diese CD mittlerweile unzählige Male gehört und bin immer noch begeistert. Auf jeden Fall ist dieser Silberling ein hörenswertes Werk für alle, die keltische Klänge lieben und sich für die Geheimnisse des Australischen Kontinents interessieren. Vor allem für Menschen, die gerne zuhören.

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TRACKS 1. Port Adelaide 1854 – The Arrival (7:38) 2. The Peramangk – Time there was… (4:23) 3. Baker’s Flat 1855 – Irish Shanty Towns (3:12) 4. Kapunda 1856 – The Cornish Miners (4:44) 5. The Burra 1861 – The Welsh Smelters (4:11) 6. Port Augusta 1869 – The Teamsters (4:11) 7. Gulnare 1872 – Death of the last born (4:15)

8. Sevenhill 1873 – Johann Pallhüber SJ (3:41) 9. Stephenston 1875 – The Speculators’ Waltz (2:21) 10. Knockatuna Quorn 1879 – The Farmers (4:27) 11. Pichi Richi 1879 – The Railways (3:06) 12. Nantabra Hut 1895 – The Scottish Shepherds (4:21) 13. Udenyaka (Death Rock) (5:34) www.celtic-rock.de/2013/12/land-of-the-vast-horizon-gavin-ologhlen-cotters-bequest-2006/

Plantec ~ Best of (2013) von Folkaholix Bisweilen hört man böse Zungen sagen, dass den Herausgebern von Best-Of-Alben die Ideen ausgehen würden. Dass dem nicht per se so sein muss, bewiesen unlängst die Aberlour’s mit ihrer 2013er-Live-DVD. Wiewohl die Wiederholung dem regelmäßigen Schaffen innewohnt, beweisen Plantec problemlos, welch Multikosmos dem folkloristischen Schaffen noch offen steht. Androide eröffnet in fernen Glockenschlägen, deren rhythmischer Einklang vom einbrechenden Bass-Synthie-Sound überrannt wird. Ehe noch der bordunlose Klang der Schalmeien erklingt, streben die synthetischen Klänge in technoesker Beharrlichkeit einem tranceähnlichen Dauerschleifenmodus zu. So schweifen die zwei Luftsäulen über ein Meer aus sich ineinander verzahnenden Bässen, in denen dann und wann akustische Spritzer der akustischen Gitarre wahrzunehmen sind. Der scharfe, bisweilen beinahe nasale Klang der Schalmei setzt sich bravourös vom basslastigen Klang des Synthesizers ab, während die Gitarre einen beinahe vermittelten Part zwischen beiden einnimmt. Die monotonen Auswüchse sogenannter Mittelalterdudelsackbands werden hier bewusst inszeniert und durch den hypnotischen Druck der Synthese als Tugend einer Not zur Geltung gebracht. Instrumentalmusik tut sich oftmals schwer, von Gehalten in anschaulicher Form zu berichten. Gleichem Manko verfallen auch Plantec, deren Einzelstücke kleine Juwelen arrangierender Raffinesse sind, im Gesamtklang eines ganzen Albums jedoch recht schnell zur Beliebigkeit verkommen. So wird der bannende Gesamtklang ab dem vierten Titel eher zur Last, der zwar live wahnsinnig hypnotisch und tanzfesselnd sein muss, auf einem Album jedoch der Tristesse anheimfallen muss, so man keine ausgesprochene Affinität zu den kombinierten Musikstilen hat. So liefern PLANTEC mit ihrem Album Best of zwar ein grandioses Werk ab, wenn man sich nur einzelne Tracks anhört, versäumen es jedoch, mit Vielfaltserwartungen umzugehen.

Und wiewohl sie stilistisch durchaus etwas Neues schaffen, wird dieses nach den ersten Titeln zum ermüdenden Düsterklang. Ein wenig Dur hätte dem Gesamtwerk durchaus gutgetan, denn nicht jede Live-Inszenierung entfaltet auf einem Silberling seine bannende Macht. Trackliste 1. Androide 2. No Christrou 3. Faltazi 4. Croissant de Letiez 5. Triptyque 6. Da Lec’h All 7. Kosmos 8. Ya D’ar Brezhonneg 9. Arme An Dienez 10. Kalon 11. Red An Amzer 12. Ijin ar vezh 13. Reverzhi 14. A-Raok 15. Kejet 16. Hep Harz www.celtic-rock.de/2013/12/plantec-best-2013/

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Bandporträts

Bandporträts CHAPEAU ~ Bandvorstellung und erstes Konzert von JensP In Mitteldeutschland tut sich etwas: Drei junge und begabte Musiker haben sich zusammengefunden und wollen von nun an Musik machen. Die neue Formation kommt aus Sachsen-Anhalt und nennt sich Chapeau. Tabi Harzer spielt Piano, Keyboard und Querflöte und mit ihrer markanten Stimme kann sie gekonnt in allen Tonlagen singen. Aron Thalis „Arbeitsplatz“ ist das Schlagzeug, das Cajon und die Percussions. Auf den Instrumenten ist er, wie die beiden anderen Musiker, sehr Spielgewand. Max Heckel bringt in das Trio Instrumente wie Gitarre, Banjo und Geige ein. Er ist Leadsänger der Band und moderiert auch den Abend, unter anderem mit vielen, vom Publikum geliebten Gags. Ich bin mir aber sicher, dass in laufe der Zeit noch weitere Instrumente hinzukommen werden. Textlich beschreibt sich Chapeau so: Chapeau interpretieren die Klassiker „Max & Moritz“ und „Der Struwwelpeter“ neu, umrahmen sie mit Busch- und Ringelnatzgedichten und rufen Brahms und Monti auf den Plan, um ein Programm für alle Generationen zu schaffen, das sich Erziehungsmodellen und Ironie – im besten Falle auch beiden – verschreibt. Am 21.12.2013 traten die Musiker im Rahmen der Weihnachtskonzerte von Nobody Knows zum ersten Mal auf und begeisterten das Publikum. Sie spielten leider nur zwei Lieder, aber diese brachten die Zuhörer auf den Geschmack und nach dem Konzert begannen die Diskussionen, wo und wann man Karten für die ersten Konzerte des Trios herbekäme. Das erste Stück kam mir bekannt vor und durch Nachfrage bei Max, fiel es mir auch wieder ein: Czardas von Vittorio Monti. Geige und Piano begannen zu spielen und erinnerten mich an einem schönen Caféhaus-Besuch in Wien, in dem auch Musik gespielt wurde. Das ist nun nicht abwertend gemeint, das ganze Gegenteil ist der Fall: höchste Musikkunst! Als es zum bekannten Teil des Liedes kam, schweiften meine Gedanken in eine andere Richtung. Ich war in Ungarn und deren typischer Folk-Musik, den vielen Filmen, in denen die Musik vorkommt und es zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht! Aus dem Buch von Wilhelm Busch „Max und Moritz“ wurde der fünfte Streich vertont und vorgetragen. Jeder kennt die Streiche der beiden, Onkel Fritz und Witwe Bolte. Im fünften Streich legen die beiden Strolche Onkel Fritz Käfer ins Bett und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Das Lied wurde musikalisch sehr gut und fröhlich umgesetzt und von

Thor von Nobody Knows am Bass unterstützt. Leider spielte die Band nur zwei Lieder, aber die gaben dennoch einen kleinen Einblick in die Welt von Chapeau und machten Lust auf mehr davon. Mit viel Applaus bedankten sich die Gäste des Abends für den schönen Auftritt. Bei einem ihrer ersten Konzerte werde ich mit Bestimmtheit dabei sein. Ich nahm die Gelegenheit auch war und stellte Max auch gleich ein paar Fragen. Danke dass Du dir die Zeit nimmst, mir ein paar Fragen zu beantworten. Immer wieder gern, indes wir ja zu danken haben! Woher rührt der Bandname? „Chapeau“ (frz.) heißt übersetzt lediglich „Hut“. Nun hat keiner von uns eine große Neigung zu experimenteller Kopfbedeckung, sondern ich fand diesen Ausdruck zum einen wundervoll klingend, zum anderen jedoch auch sehr passend für unser Programm, denn mit der Äußerung „Chapeau!“ bezeugt man einem Gegenüber seinen Respekt – im Sinne von „Hut ab!“. Da solcherlei Bekundungen (in einer gesunden Distanz) leider eher antiquiert daherkommen, versteht sich unser Bandname durchaus auch als Hommage eines liebeund respektvollen Ausdrucks. Chapeau ist ein neues Projekt von dir. In den Texten geht es um „Max und Moritz“ und „Der Struwwelpeter“, musikalisch um Monti und Brahms. Wie ist es zu der Idee dazu gekommen? Wie ist es zur Zusammenstellung der Band gekommen und werdet ihr auch wieder Gastmusiker einladen?

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Bandporträts

Die Idee dazu ist aus zweierlei Beweggründen entstanden: Der erste war ein pragmatischer, weil Nobody Knows z.T. arbeitsbedingt nicht jedes Wochenende auftreten kann. Da ich aber von der Musik lebe, sind auftrittsfreie Wochen für mich auch immer frei von Einnahmen. Der integralere Grund war jedoch, dass ich gern musikalisches Neu- bzw. Altland erkunden wollte. Ich habe 13 Jahre an einer Musikschule Violinenunterricht bekommen und war derzeit auch auf einem – für meine Fälle – ansehnlichen technischen Niveau. Bedingt durch mein Studium und die vielen Auftritte mit Nobody Knows hatte ich aber immer weniger Zeit, anspruchsvolle Stücke zu üben. Nun zwinge ich mich wieder dazu, weil ich Lust darauf habe, auch mal wieder „Klassisches“ zu spielen. Zudem war das Musizieren mit Aron natürlich immer sehr angenehm – warum also nicht auch in dieser Form? Und mit Tabi hat es vor einem Jahr im Rahmen ihrer gastmusischen Auftritte bei uns auch musikalisch „gefunkt“. Wir werden auch bei dieser Besetzung bleiben, denke ich. Es ist nämlich sehr gewinnbringend, in solch kleiner Formation zu arbeiten, weil man eben nicht die Möglichkeit hat, kreative Leerstellen auf andere abzuwälzen. Demnach sind die Chapeau-Stücke musikalisch auch dichter als bspw. andere Stücke, die ich für größere Besetzungen geschrieben habe. Inhaltlich ist Chapeau auch sehr einfach zu begründen: Ich mag Busch und Hoffmann, aber auch Ringelnatz und Co. Meine Affinität zu nuancierter, scheinbar leichter Lyrik hat sich in den letzten Jahren einfach immer weiterentwickelt, so dass ich mir dachte: Warum nicht aus diesen Klassikern, die alle Generationen kennen, mal etwas Neues machen?! Wichtig für Chapeau ist, dass die Moderation nicht wie bei Nobody Knows sein wird, weil das erste Programm dieser Band, „Antipädagogische Hinweise“, tatsächlich etwas zu sagen hat. Zwischen den sogenannten Klassikern wird es immer wieder Ausschnitte aus meinem Buch zu hören geben, die Tabi und Aron womöglich dezent musikalisch untermalen werden. Mein Buch, das den gleichen Namen trägt wie das Chapeau-Programm, widmet sich alltäglichen Erscheinungen von erziehungstechnischen Defiziten. Das Ganze dann in „buschesken“ Kinderversen mit ironischer Pointe. Dabei prangere ich nicht an oder lobe eine altehrwürdige Vergangenheit, sondern stelle nur ironisch fest. Was das Publikum daraus macht, ist ihm überlassen.

und kleineren Locations. Was die Resonanz angeht, so hoffe ich natürlich das Beste, kann aber keine konkreten Angaben machen. Leider! Ihr betretet Neuland mit der Band. Was habt ihr geplant? Wo soll die Reise hingehen? Wird es eine CD geben? Eine erste CD ist schon in der Produktion und wird am 17.01.2014 mit meinem Buch erscheinen. Beide gibt es nur zusammen. Darauf finden sich sechs Stücke, demnach soll diese erste CD also nur einen kurzen Ausblick darauf geben, was in Zukunft noch kommen soll. „Max & Moritz“ fasst leider nur sieben Streiche, daher wäre es ziemlich unsinnig, fünf Streiche auf die erste CD zu packen, um dann bei der nächsten erstaunt festzustellen, „na sowas, uns ist ja der Erzählstoff ausgegangen.“ Die Ziele für 2014 sind ebenso bodenständig wie integral: Wir wollen natürlich so viel wie möglich Auftritte absolvieren, dabei ein möglichst großes Publikum erreichen und uns einen Namen machen. Wünschenswert wäre es selbstredend auch, wenn uns die Leute ein zweites Mal sehen wollen, auf dass wir 2015 mit einem neuen Programm anknüpfen können. Vielen dank für die Beantwortung der Fragen und die Zeit, die du dir genommen hast. Ich wünsche euch viel Erfolg in der Zukunft und weiterhin viel Spaß an der Musik! Vielen Dank und hoffentlich auf bald: Chapeau! www.celtic-rock.de/2013/12/chapeau-bandvorstellung-und-erstes-konzert/

Auf eurer Homepage sind schon Termine für Konzerte einzusehen und das erste Konzert ist am 17.01.14 in Tangermünde. Wie sind deine Erwartungen, zumal auch das Gerangel um die Karten beginnt? Von dem Gerangel habe ich nichts gemerkt, umso erfreulicher ist es, das jetzt zu lesen. Wir können mit diesem Zuhörprogramm natürlich nicht in Pubs gehen. Daher sind unsere ersten Auftritte auch in Bibliotheken, Kulturhäusern triskel - the celtic rock & punk ezine 34


Interviews

Interviews The Dreadnoughts are back! von Roisin Dubh Die Dreadnoughts kommen im Januar für zwei Wochen zurück nach Europa. Marco hat sich vorher noch Zeit für ein kurzes Interview genommen, das natürlich im übliche Dreadnaughts Style statt fand. Promo Photo Hey Marco, es ist schön zu hören, dass ihr endlich wieder den Sprung nach Europa schafft. Heißt das, dass ihr insgesamt als Band wieder aktiver werdet und wir vielleicht sogar mit einem neuen Album rechnen dürfen oder bleibt es bei der Handvoll Shows die ihr jedes Jahr spielt? No idea, maybe, maybe not …never say never :-) Wie seid ihr eigentlich zusammengekommen, wo habt ihr euch das erste Mal getroffen? Bar(s) und dann bei Konzerten. Wie seid ihr auf den Namen „The Dreadnoughts“ gekommen? Google Als ihr angefangen habt, war eure Musik stark von keltischen Einflüssen geprägt. Das hat sich im Lauf der Jahre geändert. Was war der Auslöser dafür, dass ihr mehr in Richtung europäischem-Gypsie-Style gegangen seid? Touring, touring und touring und touring … Über euch gibt es ja sogar ein Buch „This Place is Awesome“. Wie ist es dazu gekommen? Der Author Adam ist einer unseren besten Kumpels und hatte nichts besseres zu tun. Als bekennende Cider-Konsumenten hat es bei euch bestimmt so einige Cider bedingte Unfälle gegeben. Was waren die schlimmsten?

Irish Party in Monsheim 2010 glaube ich. Seamus hatte eine 15 cm wunde am Ellenbogen … Du warst dabei, haha. Nach eurer letzten großen Europa Tournee hat ihr angekündigt, dass ihr eine Pause macht. Was waren die Gründe dafür? Touring, touring, touring …. Einige von euch sind inzwischen auch in anderen Bands aktiv, ist da was dabei was auch für die Leser von celtic-rock interessant sein könnte? Nick spielt in Consuelo’s Revenge, Drazil spielt in ein paar Bands in Vancouver wie Cornshed, Andrew spielt Video Games und Seamus wurde Jaeger aber schreibt noch viel Musik. Ich spiele in ein paar Punk/Metal Bands aber mehr Bier als Musik … Ich habe eine sehr gute, englischsprachige Freundin, die unbedingt wissen möchte wie groß Andrews Füße sind; im deutschsprachigem Raum muss ich da aber wohl eher nach der Größe seiner Nase fragen… 8 inches, haha. Ok ernst, US 15 glaube ich. OK, um der Frage doch noch eine gewissen Ernsthaftigkeit zu geben; wie macht ihr das eigentlich wenn ihr auf Tour seid. In so einem Van ist ja nicht wirklich viel Platz, das muss doch furchtbar eng sein wenn man mehrere Tage oder sogar Wochen zu fünft, mehr oder weniger eingepfercht, weite Strecken zurücklegt. Wie schafft ihr es dabei die gute Laune nicht zu verlieren? Alkohol und …. Alkohol und guten Humor, haha. Um ehrlich zu sein denke ich viel zurueck und weiss nicht mehr wie wir zum Beispiel in 21 Stunden von Kassel nach Gojan in Spanien gefahren sind mit einem Fahrer. Viel Kippen und wie schon gesagt, viel Humor. Der laengste Trip war Toronto nach Vancouver (in Kanada) in 43 stunden, 4400 km … Wir sind locker 150,000 km gefahren zwischen 2009 und 2011. Plus viele, viele Fluege. Sechs Europa Tours, eine U.S. und fuenf oder sechs in Kanada. Fast 400 shows glaube ich in 30 Monaten oder so …… So kurz vor Weihnachten darf natürlich eine Frage nicht ausbleiben: Hörst Du Weihnachtsmusik? Wenn ja hast Du Lieblingslieder? Nope, hoere momentan viel Guttermouth. Eine meiner Lieb-

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Dies und das

lingsbands und wir spielen mit ihnen im Maerz in Vancouver und Calgary. Liebe Weihnachten aber nicht die Musik … Tourdates: Jan 10, 2014 The Exchange Bristol/UK Jan 11, 2014 Wypieki Kultury Warsaw/Poland Jan 12, 2014 Offcentrum Krakow/Poland

Jan 13, 2014 Jan 14, 2014 Jan 15, 2014 Jan 16, 2014 Jan 17, 2014 Jan 18, 2014

Wild at Heart Rock Cafe Gei Komplex Club Hotel Montana Ebullition

Berlin/Germany Prague/Czech Timelkam/Austria Zurich/Switzerland Davos/Switzerland Bulle/Switzerland

www.celtic-rock.de/2013/12/dreadnoughts-back/

Dies und das Jahresrückblick 2013 – der letzte von kuec Heute keine Monatscharts mehr. Dafür letztmalig eine Rückschau von Mitgliedern unseres Teams. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blicken wir zurück auf 2013. Ihr könnt deutlich Ähnlichkeiten und Unterschiede feststellen, da die TOP3 wieder recht persönlich gestaltet sind. Es wird unsere letzter gemeinsamer, öffentlicher Beitrag sein. Da darf schon ein bisschen Wehmut aufkommen. Andererseits haben wir 2013 so viel Mitreißendes, Inspirierendes gehört und tolle Events erlebt, dass uns um den Zustand „unserer“ keltischen Musik nicht bange ist. Manchmal fiel die Entscheidung schwer. Niemand hatte die Möglichkeit, sämtliche lohnenden Veranstaltungen zu besuchen oder Alben zu hören, so dass diese Hitliste Lücken haben muss. Mit das beste an unserer ehrenamtlichen Arbeit waren die vielen netten Kontakte, die wir knüpfen konnten. So hoffen wir, mit vielen von euch weiterhin verbunden zu bleiben. Und mit der Musik sowieso. In alphabetischer Reihenfolge:

Entdeckung des Jahres Irish Moutarde The Cilvrnigans Album des Jahres Emerald City Blackwater City Song des Jahres Rose Tattoo – Dropkick Murphys Here´s to a drink with you – The Tossers When we come to town – Killmaine Saints Sonderkategorie Irish Flag by Pain Gang Rarities Reihe im Notenschlüssel 4. Arnsberger Celtic Rock Night Tellerrand Marteria – »Kids (2 Finger an den Kopf ) Kid Simius Remix« (prod. by The Krauts) JUICE EXCLUSIVE Anarchist Academy – No World Order --- daniels ---------------------------------------------------------

--- cuba64 ---------------------------------------------------------

Band des Jahres The Spook Of The Thirteens Log Living Lâche Muirsheen Duirkin and Friends

Band des Jahres The Tossers Brutus Daughters The Killmaine Saints

Entdeckung des Jahres Muirsheen Duirkin and Friends The Kreelers Grace Griffith triskel - the celtic rock & punk ezine 36


Dies und das

Album des Jahres The Brutal Here And Now / The Spook Of The Thirteens Log Tavern Songs / Irish Maiden Signed And Sealed In Blood / Dropkick Murphys Konzert / Festival des Jahres Poyenberg 2013 Irish Folk Night Arnsberg Rarities St. Patrick’s Day LEV

Raymond Meade The Radiators from Space (Backkatalog) Konzert / Festival des Jahres Philip Chevron Testimonial Concert, Dublin Schloss Hohenlimburg Keltic Festival Irish Folk Punk Party #3, Gevelsberg Sonderkategorie Philip Chevron (R.I.P.)

Sonderkategorie Event: Eröffnung des Irish Pub Notenschlüssel in Leverkusen Classics: The Whisky Priests / Full Circle Bester Song: Rose Tattoo / Dropkick Murphys Tellerrand Nick Cave Element Of Crime Sportfreunde Stiller

--- Hubert --------------------------------------------------------Band des Jahres Irish Bastards Johnny Logan The FullSet

--- frakru ----------------------------------------------------------

Entdeckung des Jahres Heidi Talbot Folk On The Hills Georg Kaiser

Band des Jahres Cromdale Off Limits Fiddler´s Green

Album des Jahres Folk On The Hills ~ Folk On The Hills (2012) Heidi Talbot ~ Angels Without Wings (2012) CelKilt ~ Everyday’s St.Patrick’s Day (2013)

Entdeckung des Jahres Mutefish Paddy Murphy Selfish Murphy

Konzert / Festival des Jahres Schloss Hohenlimburg Keltic Festival Le Clou

Album des Jahres Cromdale – Lost Souls Fiddler´s Green – Winners & Boozers (Deluxe Edition) Irish Bastards – Glorious Bastards Konzert / Festival des Jahres Festival Maritim Bremen (mit Paddy Murphy, Selfish Murphy, u.a.) Toten Hosen im Pier2 / Bremen Katzenjammer beim Ärztival Tellerrand Faun – Von den Elben Saltatio Mortis --- funkfuzzi -----------------------------------------------------Entdeckung des Jahres Raymond Coleman

Sonderkategorie Rick Field und Keltic Clan, Hohenlimburg --- JensP ---------------------------------------------------------Band des Jahres Acoustic Revolution Celtic Thunder The Brazen Heads Entdeckung des Jahres Elske DeWall Acoustic Revolution Laura Jansen Album des Jahres Irish Bastards – Glorious Bastards Solid Ground – Rupdiduh Nobody Knows – Morgen, Kinder, und übermorgen auch

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Dies und das

Konzert / Festival des Jahres Weihnachtskonzert Nobody Knows Folk! in die Nacht – Stendal Irish Night – Dömitz

--- shutupanddance ---------------------------------------------Band des Jahres ahab Bardic Chuck Ragan

Sonderkategorie Helene Grimaud (Klassik) Anoushka Shankar (Worldmusic/India) Keith Harkin (Pop/Liedermacher) Tellerrand Kleines Fest im großen Park (Ludwigslust) Leuchtturm in Flammen (Warnemünde) Laubfeuer (im englischen Park Dammereez) --- kuec -----------------------------------------------------------Band des Jahres Chumbawamba – für einen Abschied mit Stil und ein überraschendes Wiederaufleben Cara – für musikalische Grenzverschiebung Heidi Talbot Band – für das Überwinden kultureller Gräben (Irland, England, Schottland) Entdeckung des Jahres Manran Blackbeard’s Tea Party Earthloop

Entdeckung des Jahres Mag Pai Zai Dave House Young Chinese Dogs Album des Jahres Winners & Boozers – Fiddler’s Green 21st Century Loser – Sir Reg Everyday’s St. Patrick’s Day – CelKilt Konzert / Festival des Jahres Shamrock Castle Festival Folkland Night – Tannenburg The Go Set – Regensburg Tellerrand – live SKA-P – München The Gaslight Anthem – Würzburg Frank Turner & The Sleeping Souls, Vorband Lucero – München --- Roisin Dubh --------------------------------------------------

Album des Jahres Manran – The Test Cara – Horizon An Rinn – 20

Band des Jahres The Hex Bombs Flogging Molly Mutiny

Konzert / Festival des Jahres The Home Service, Lüdenscheid, März Cara, Altena, September Altan, Werdohl, November Sonderkategorie – Veranstalter Rick Field und Keltic Clan, Hohenlimburg Markus Scheidtweiler und folkpack, Lüdenscheid Lilo Dannert und Folkclub, Witten Tellerrand: nicht-Keltisches live Les Violons Barbares, Witten Folkfestival, September Schwarz-rot Atemgold 09, Extraschicht Dortmund, Zeche Zollern, Juli Royal Street Orchestra, Witten Folkfestival, September

Entdeckung des Jahres The Hex Bombs The Smith Street Band Cyclo Timik Album des Jahres The Hexbombs The Tosspints – Have you been drinking Konzert / Festival des Jahres Flogging Molly in Melbourne Flogging Molly in Herford Die Toten Hosen in Mannheim mit Frank Turner & The Living End im Vorprogramm w w w. c e l t i c - r o c k . d e / 2 0 1 4 / 0 1 / j a h r e s r u e c k blick-2013-der-letzte/

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Hubert

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Diese PDF wurde am 08.01.2014 erstellt triskel ist kostenlos und die Verbreitung in dieser Originalform (komplette PDF-Datei) ist ausdrücklich erwünscht. Ihr könnt es also gerne auf Eurer Homepage bereitstellen oder per E-Mail an Freunde und Bekannte versenden. Die Übernahme von Texten und Bildern in digitale Angebote oder Printpublikationen jeglicher sonstiger Art ist nur mit der besonderen Einwilligung des Herausgebers und der Autoren erlaubt.

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