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Ausgabe 23 - November 2013

Mr. Iris

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Exclusiv

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spiel n n i w e sG

Bastard

CDs und Platten Interviews Konzerte und Festivals

Bandportraits Medien und Literatur und vieles mehr...


Inhalt

Editorial von frakru Auch wenn es sich mit dieser Ausgabe von triskel noch nicht um die Weihnachtsausgabe handelt, haben wir diesmal so viele Gewinne für Euch, wie noch nie. Als erstes natürlich -wie in jeder Ausgabe- die schon allseits bekannte und immer beliebter werdende „Streams of Whiskey“ Verlosung. Mehr dazu siehe Seite 4. Als nächstes findet momentan auf unserer Webseite die Verlosung zur „15. Irish Nights Kammgarn Schaffhausen“ statt. Zu gewinnen gibt es je Abend 2 Tickets. Was müsst Ihr tun? Sendet uns einfach eine E-Mail an termine@celtic-rock.de mit dem Betreff “15. Irish Nights Kammgarn”, nennt uns Eure Lieblingsband des Festivals und Euren Terminwunsch. Einsendeschluss ist der 13.11.2013. (http://www.celtic-rock.de/2013/11/verlosung-15-irish-nights-kammgarn-schaffhausen/) Ganz besonders freuen wir uns, EXKLUSIV IN TRISKEL, 2 x 1 Karte für das „Weird Sounds Fest“ am 20.12.2013 in Oberhausen mit Mr. Irish Bastard, Ferocious Dog und Incoming Leergut zu verlosen. Falls Ihr eine der Karten gewinnen wollt (und wer will das nicht?), sendet uns auch hier eine E-Mail an termine@celtic-rock.de mit dem Betreff „Weird Sounds Fest“ und nennt uns die Band, welche es auf das Cover der Dezember-Ausgabe 2012 von triskel geschafft hatte. Der Einsendeschluss ist hier der 30.11.2013; der Rechtsweg ist wie immer bei allen Verlosungen ausgeschlossen. Euch allen viel Glück und wie immer viel Spaß mit dieser Ausgabe! Eure celtic-Rock Redaktion

Inhalt Album des Monats - November The Sheridan Band ~ No Bar`s Too Far (2013)..................3

Steampunk-Halloween mit OffLimits am 01.11.13.........16 Irish Folk Punk Party 3 am 23.11.13...............................19

Streams of Whiskey Die November Charts // mit Gewinnspiel.........................4

Interviews Erin Circle ~ Irish Dance Troupe from Cottbus.................9

CDs und Platten Earthloop ~ o.T. (2012, EP)..............................................5 Cara ~ Horizon (2013)......................................................5 The Pubcrawlers – Rogues, Outlaws & Drunks (2013).....8 Industrial Life ~ Sibin (2012)..........................................12 Highland Man ~ Georg Kaiser (2013).............................13 Bastards on Parade – Empty Bottles and .........................15 The Stanfields ~ Death & Taxes (2013)...........................18 The Skunnered ~ Best Laid Plans (2013).........................22 Johnny Logan ~ The Irish Soul – The Irish .....................23

Dies und das Wieder im Programm: Australian Special........................15

Konzerte und Festivals Vorschau ~ 2. Liedermacher- und Kleinkunstfestival ........6

Medien und Literatur Irland von Innen ~ Rainer Thielmann (2013)..................17 Irland. Ansichten einer Insel (e-book, 2013)....................20 Instrumente lernen Tinwhistle lernen mit Robbie MacGowran .....................21 Impressum .......................................................................................25

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CDs und Platten

Album des Monats - November The Sheridan Band ~ No Bar`s Too Far (2013) von JensP Die fünf Musiker, von denen vier zur Familie Sheridan gehören, kommen aus London/Ontario (Kanada). Ihre musikalischen Wurzeln sind irisch-kanadisch und bestimmen auch die Richtung, in die die Musik geht. Sie selber sagen über ihre Musik: The Sheridan Band ist eine hochenergetische traditionelle keltische Folk-Gruppe mit zeitgenössischen Rock-Einflüssen. Bis auf zwei Stücke sind alle Lieder der CD aus der eigenen Feder. Nach “Running Wild” ist dieses Album das Zweite, welches ich vorstelle. Das erste Lied, ”Run Around With Me”, ist ein guter Einstieg in die Welt von The Sheridan Band und man hört gleich, wo es musikalisch hingeht. Bodhrán, Gitarre und ein kurz geschlagenes Becken eröffnen kraftvoll das Stück. Es dauert nicht lange und der Gesang von Jeff Sheridan gesellt sich hinzu. Zwei Geigensoli sind in das Lied gut eingebaut und geben dem Song den letzten Schliff. Im Gesamten ist der Titel sehr gelungen und regt die Tanzlust ungemein an. Mit dem Namen-gebenden Titel des Albums geht es auch im gleichen Tempo weiter. “No Bar`s Too Far” (keine Bar ist zu weit) schließt sich gut an und wie im ersten Song ist die Musik sehr tanzbar. Nach den beiden ersten Liedern wird die Musik im dritten Song ruhiger und man kann sich zurücklehnen und auf das Album des Monats einen guten kanadischen Whiskey trinken. Die beiden Stücke, die nicht von der Band stammen, “Road To Lisdoonvarna” und “Swallowtail”, sind traditionelle irische Jigs und fügen sich gut in das Gesamtbild der Scheibe ein. Geige und Keyboard eröffnen beim erstgenannten Titel das Lied und nach einem kurzen Moment spielt eine Gitarre mit. Mit dem Bodhrán steigt der Rest der Band ein und es erklingt wunderbare Musik. Beide Titel sind gut eingespielt worden und zeugen vom harmonischen Zusammenspiel aller Instrumente, bei dem das eine oder andere Mal einzelne Instrumente kurz den Ton angeben und im Vordergrund spielen. Für mich sind die beiden besten Stücke der CD “Woolley Took An 8 Ball” und “Dance With You Daddy”. Beim neunten Titel der CD hört man einen kleinen Richtungswechsel in der Musik. Dieses schöne Lied ist eine Mischung aus amerikanischem Folk und Country-Musik. Das Tempo hat sich erhöht, ist aber nicht aufdringlich, sondern hört sich sehr harmonisch an und alles ist gut abgestimmt. Ein Genuss für die Ohren und bei dem Stück möchte man gleich wieder auf die Tanzfläche stürmen und sich zu dem schnellen Takt austoben. Bei “Dance With You Daddy” hat man vom

Tempo her kräftig auf die Bremse getreten und dem Ohr wird ein ruhiges Lied geboten. Dieses gefühlvolle, balladenhafte, verträumte und melodische Stück geht gleich an die Seele. Mit einem Text, der unter die Haut geht: Wie schön es doch wäre, noch einmal mit dem verstorbenen Vater zu tanzen. Man möchte bei der schönen und ruhigen Melodie nicht nur mit seinem Vater tanzen, sondern seinen Liebsten nehmen und über die Tanzfläche schweben. Es ist so schön, dass ich es auf Wiederholung gedrückt, meine Gedanken schweifen lassen habe und ich zugeben muss, dass ich mitgeschunkelt habe. Diese CD ist zurecht Album des Monats November geworden. Der Silberling wurde mit viel Liebe eingespielt und die Instrumente in Zusammenspiel gut abgestimmt. Dazu kommt noch die Stimme von Jeff und der Background-Gesang von Heather. Aus all diesen Dingen ist ein ausgewogener und hörbarer Datenträger entstanden. Ich kann diese Scheibe jedem Folkfreund ans Herz legen und zum Kauf raten. Zu hören ist gut gemachter Folk, bei dem es Spaß macht, der Musik zu lauschen und sich das Album immer wieder anzuhören. Leider spielt The Sheridan Band nicht in Deutschland, sonst würde ich ohne Bedenken auf ein Konzert gehen. Trackliste 1. Run Around With Me 2. No Bar`s Too Far 3. Lost At Sea 4. Road To Lisdoonvarna 5. Sands Of Time 6. Boys From The Railway Town 7. Northern Stars 8. Swallowtail 9. Woolley Took An 8 Ball 10. Tippin` The Jar 11. Sons Of Whiskey Sinners 12. Dance With You Daddy 13. Far Atlantic Shore www.celtic-rock.de/2013/11/the-sheridan-band-no-barstoo-far-2013/

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Streams of Whiskey

Streams of Whiskey Die November Charts // mit Gewinnspiel von daniels Wahnsinn! Unsere Facebook-Admins haben es versucht in letzter Minute zu vollbringen, aber wir sind knapp an der 1.000er Grenze gescheitert. 998 abgegebene Stimmen von insgesamt 408 Teilnehmer/innen. DANKE! Für die teilnehmenden Bands war es dadurch natürlich umso härter. Ten Pints After haben sich die Spitzenposition zurück erkämpft. Es sind am Ende Titel mit 24 Stimmen ausgeschieden, die zu manchen Zeiten für einen Platz in den TOP 10 gereicht hätten. Das ist schade. » Am Besten gleich in der Wunschbox einen neuen Titel vorschlagen … In die Hall Of Fame haben es auch wieder zwei geschafft. Herzlichen Glückwunsch und willkommen an die Malasaners und Irish Maiden. Hier nun die TOP 5 aus dem Oktober: 5. Irish Bastards – Four green fields (Rang: 5/4/5) (57 / 14%) 4. Flogging Molly – The Kilburn High Road (Rang: 7) (81 / 20%) 3. The Waterboys – Fisherman’s Blues (Rang: 4) (82 / 20%) 2. Violent Femmes – Jesus Walking On The Water (Rang: 1/2/2) (83 / 20%) 1. Ten Pints After – The Rocky Road To Dublin (Rang: 2/1/3) (94 / 23%) Die kompletten Ergebnisse findet Ihr im Chart-Archiv. Diesen Monat neu nominiert sind: Bastards On Parade, Cara, Earthloop, Firkin, Georg Kaiser, Johnny Logan, Sibin, The Hex Bombs, The Pubcrawlers, The Skunnered, The Stanfields, Blackpint Alle Songs hört Ihr in unserer Radiosendung “Streams Of Whiskey” und einige der Neuerscheinungen auch in “What’s New“. Die Zeiten findet Ihr im aktuellen Sendeplan. Zu gewinnen gibt es diesen Monat auch wieder was: 1x CD-Single Sir Reg, Til The Dead Come Alive und CD-Single Madison Violet, If I Could Love You 1x CD Muirsheen Durkin and friends, Last Order (2012) Vielen Dank für die Preise! Verlost werden die Scheiben unter allen, die bis zum 25. November 2013, ihre kompletten fünf Stimmen abgegeben haben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner/innen werden per E-Mail benachrichtigt. Bitte hinterlasst also eine zustellfähige Adresse in Eurem Profil. Um abzustimmen, müßt Ihr Euch hier rechts in der Sidebar zunächst registrieren. Wenn Ihr eingeloggt seid, könnt Ihr auf der Chartseite abstimmen! UND NUN AB ZUM VOTING: www.celtic-rock.de/2013/11/die-november-charts-mit-gewinnspiel-2/ triskel - the celtic rock & punk ezine 4


CDs und Platten

CDs und Platten Earthloop ~ o.T. (2012, EP) von kuec „Trad plugged in“ nennen Earthloop ihr Projekt. Dies ist aber nicht gleichbedeutend mit Rock. Es gibt zwar ein Schlagzeug und eine dezente E-Gitarre, aber so leicht möchte man sich nicht festlegen lassen. Zwischen Folk, Reggae, Pop und Soul sucht das internationale Quartett nach eigenen Wegen. Die Idee ging von den Broom Bezzums aus, die sich als englisches Folk-Duo in Deutschland einen Namen gemacht haben. Sie verdoppelten ihre Besetzung mit Nils Nolte (Concert Flute, Whistles) und dem Neuseeländer Richard Carter (Keyboards) und machten sich auf die Suche nach dem Groove. Die hörenswerten Ergebnisse habe ich live beim Folkfestival Witten erlebt. Andrew Cadie und Mark Bloomer haben als akustisches Duo mit zweistimmigem Gesang, Fiddle und Gitarre einen sehr intensiven, wiedererkennbaren Sound. Durch die andere Instrumentierung geben sie ein Stück weit ihr Markenzeichen auf. Mark Bloomer ist allerdings auch ein erfahrener Drummer, der Earthloop eine solide Grundlage gibt. Der sichere und ausdrucksvolle Gesang des eingespielten Duos fällt schon beim ersten Titel Byker Hill angenehm auf. Sofort ist auch klar, dass sich hier erfahrene Leute die Bälle zuspielen und an Arrangements-Ideen kein Mangel ist. Flute und Fiddle sind technisch hervorragend gespielt und harmonieren bestens bei den Tunes. Die Akkorde vom Keyboard sind clever gesetzt und lassen Assoziationen mit den Moving Hearts oder Capercaillie aufkommen.

Ein erklärtes Ziel ist, auch elektronische Sounds einzubeziehen, was bei City Loops am deutlichsten ist, aber eine untergeordnete Rolle spielt. An manchen Stellen hätte ich mir einen Bass gewünscht. Für mich funktionieren Earthloop am besten, wenn sie Traditionelles neu denken. Get Up Stand Up und Killing Me Softly With His Song haben raffinierte zusätzliche Melodielinien, sind aber wenig spannend. Bei einer Demo-EP in der Findungsphase (das Projekt besteht erst ein Jahr) darf man natürlich nicht zu viel erwarten. Die EP macht neugierig auf die Dinge, die noch kommen werden. Demo bei soundcloud Trackliste 1. 2. 3. 4. 5. 6.

Byker Hill City Loop Get Up, Stand Up Reality, Part 1 Reality, Part 2 Killing Me Softly With His Song

www.celtic-rock.de/2013/10/earthloop-earthloop-2012/

Cara ~ Horizon (2013) von kuec Horizonte sind dazu da, um erweitert zu werden… Nach Long Distance Love versuchen Cara mit ihrem vierten Studio-Album, die Grenzen des keltischen Genres noch weiter zu verschieben. Das Material ist großenteils selbst geschrieben und auch die Songbearbeitungen zeichnen sich durch große Eigenständigkeit aus. Die Band verweist mit berechtigtem Stolz auf das hohe Lob des Irish Music Magazine. Passenderweise ist die menschliche Kreativität im Opener Take Flight selbst Thema des Albums. Die Atmosphäre von Horizon ist etwas anders als beim Vorgänger, was mit einem Besetzungswechsel zusammenhängt. Jeana Leslie, die ein Zusatzstudium aufnimmt, wurde von Kim Edgar abgelöst, die weiter den schottischen Part vertritt. Sie singt und spielt hervorragend Piano oder Keyboard, was

den Tunesets einige Wucht verleiht. Ihre Stimme harmoniert gut mit der von Gudrun Walther, so dass ein Cara – Markenzeichen, der doppelte weibliche Gesang, erhalten bleibt. Einige Gastmusiker, speziell an Drums und Bass, unterstützen die Power.

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CDs und Platten

Die drei Songs von Gudrun Walther – Take Flight, Snow Moon und Be Gone – sind warm und mit vollem Klang poppig-eingängig. Kim Edgar führt sich da ganz anders ein: ihr Blood, Ice and Ashes ist aus der Sicht einer Mörderin geschrieben, sozusagen als Ausgleich für die ganzen Frauen, die in schottischen Balladen hingemeuchelt werden. Ein Song, der mit starken Bildern die Anmutung einer Eisskulptur hat. Ihre Stimme ist offenbar klassisch geschult, was auch ihrer Neuvertonung eines Robert Burns – Textes und der Ballade Lord Gregory eine distanzierte Kühle verleiht. Die Instrumentierung liefert sehr differenzierte Stimmungen dazu. Die Bodhran lässt in den fähigen Händen von Rolf Wagels oft einen untergründigen Puls durchlaufen. Gitarrist Jürgen Treyz zeigt in Odd Rhythms seine Liebe zu südosteuropäischen Rhythmusverschiebungen, greift aber auch mal zur E-Gitarre, was ungewöhnliche Kombinationen zulässt. Ryan Murphy reizt die Möglichkeiten seines Instruments aus und übernimmt bei den Songs quasi die Aufgabe einer Bläser-Sektion. Die Big Jigs oder Baby Steps to Whiskey kombinieren eigene mit traditionellen Tunes und entfalten eine Menge Power. Das liegt auch daran, dass die Stücke sooft es ging gemeinsam und nicht nacheinander eingespielt wurden. Das ausführliche Making of – Video macht auch deutlich, dass Cara eine “Indie”- Band ist, die mit eigenem Studio und

Agentur die Kontrolle selbst in der Hand behält. Restlos glücklich bin ich mit Horizon aber nicht. Die Band hat ihren neuen Mitgliedern eine Menge Raum gegeben, man hört viel Pipes und Piano, dafür weniger Fiddle. Ryan Murphy spielt zwar auch Flöten, ich vermisse aber manchmal ein weiteres melodietragendes Instrument, wie es in den Anfangsjahren die Concert Flute oder Jeana Leslies Fiddle waren. Wie die neuen Stücke von Cara live funktionieren, kann man am besten bei der jetzt beginnenden Deutschlandtour feststellen. Dass die Gruppe unbedingt sehenswert ist, hat mir der Auftritt in Altena vor vier Wochen noch einmal bestätigt. Trackliste 1. Take Flight 2. Masters of Consequence 3. Blood, Ice and Ashes 4. Odd Rhythms 5. Snow Moon 6. Three Seasons 7. The Bonnie Lad 8. Big Jigs 9. Be Gone 10. Baby Steps to Whiskey 11. Lord Gregory 12. Jakob’s Minuet 13. The Widow’s Promise www.celtic-rock.de/2013/10/cara-horizon-2013/

Konzerte und Festivals Vorschau ~ 2. Liedermacher- und Kleinkunstfestival am 09.11.13 in Seehausen von JensP Im beschaulichen und ruhigen Städtchen Seehausen, in der Altmark, werden am 09.11.2013 wieder viele Menschen in die Wischelandhalle einfallen. Ein kleiner Höhepunkt des Jahres findet mit dem 2. Liedermacher- und Kleinkunstfestival statt und viele Menschen in der Region freuen sich schon darauf. Im letzten Jahr war die Veranstaltung schon ein Erfolg und schaue ich mir das Line-Up an, wird auch dieses Jahr viel geboten. Eine Mischung aus Altbewährten und Neuem wird in diesem Jahr zu erleben sein. Nun zu dem, was den vielen Besuchern und mich erwarten wird. Neben den vier Musik-Acts werden noch verschiedene Künstler ihr Programm zeigen. Große und kleine Kunst von

überall und aus der Nähe wird auch zu bestaunen sein. Ich fange mal mit dem musikalischen Teil des Abends an. Die Lokalmatadoren Nobody Knows sind auch wieder mit am Start und eines der Highlights des Abends. Mit den sogenannten Klassikern aus ihren Lyrikprogramm werden sie das Publikum schnell in ihren Bann ziehen und ihre vielen Fans begeistern. Selber sagen sie über ihre Musikrichtung, die von ihnen gespielt wird, es sei: postmoderne, bundesrepublikanische Folklore mit nordwesteuropäischer Note und ostokzidentaler Rhythmik. Ihre Songs haben deutsche, englische, französische und die immer wieder gern gehörten internationalen Texte, die jeder schnell mitsingen kann. Kein Konzert

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Konzerte und Festivals

verläuft nach Schema “F” und ist immer wieder anders. Neben der Musik gibt es auch immer komödiantische Einlagen und das Publikum zum Lachen bringt. Ich freue mich schon auf das Wiedersehen mit der Band! Die MartinRühmannBand aus Magdeburg spielt auch wieder in Seehausen. Die Musiker um Martin Rühmann haben im letzten Jahr schon für Stimmung gesorgt. Ihre Art Musik zu machen ist ruhiger, melancholischer, romantischer Liedermacher-Folk und leichtgewichtig gereimter Rock. Gastmusiker Max Heckel von Nobody Knows wird die Band wieder unterstützen und zu einem guten Gelingen beitragen. Zum ersten Mal werden Rose & Georgi dabei sein. Das Duo kommt aus Berlin und tritt mit verschiedenen Programmen, für Erwachsene und Kinder, auf, z.B.: Heinrich Heine, Murkelei, Balladen und anderen. In der Presse hochgelobt bin ich auf die beiden Liedermacher bin ich sehr gespannt und auch auf die vielen Instrumente, die sie spielen. Auch der Liedermacher Michael Günther hat in Seehausen sein Debüt. 1988 begann er sein Weg als Musiker, hatte seine ersten Auftritte und 1990 spielte er sein erstes Konzert. In seiner musikalischen Laufbahn hat er mehrere Werke auf den Markt gebracht, in Form von MC, LP und CD. Mit dem Kinderprogramm: „Ich kauf mir eine Keksfabrik” ist Michael Günther auch unterwegs. In der Altmark ist der Solist insbesondere durch die Nobody-Knows-Interpretation von „Sing ein Lied für mich“ bekannt. Die Firewings werden in den Umbauphasen, vielleicht auch schon beim Einlass die Gäste unterhalten. Letztes Jahr wurden die Besucher beim Eintreffen an der Wischelandhalle schon mit einer kleinen Feuershow begrüßt. Dieses Jahr wird wieder eine Feuershow und Akrobatik zu sehen sein. Ich habe sie schon ein paar Mal erleben dürfen und bin neugierig, was sie dieses Jahr auf die Beine stellen. Peter Dahlmann unterhielt die Besucher des ersten Festivals mit viel Begeisterung den ganzen Abend. Der Zauberer und Ballonkünstler hat die Menschen mit seiner Kunst schnell “verzaubert” und in seinen Bann gezogen. Da wo er war, bildete sich schnell eine Traube um ihn und so wusste man immer, wo er sich gerade aufhält. Es wurde dann gestaunt, viel gelacht und man sah ein Glitzern in den Augen der Zuschauer. Er versteht es, die Menschen zu begeistern. Kelvin Kalvus kommt aus Dresden in die Altmark gereist und macht Kontaktjonglage. Kugel rollen wie selbstverständ-

lich über seine Hände, Arme und ganzen Oberkörper. Das sieht sehr spannend aus und wird dem Publikum bestimmt gefallen. Auch er hat verschiedene Programme im Angebot. Gastronomisch wird dem Besucher auch wieder viel, an Essen und Getränke, geboten. Keiner muss hungern und verdursten! Eine große Auswahl an Softdrinks und alkoholischen Getränken wird angeboten und wie im letzten Jahr wird es auch wieder was Schönes zu Essen geben. Was genau konnte der Veranstalter noch nicht sagen, weil noch einiges in Planung ist. Nun wünsche ich allen, die das Festival besuchen, viel Spaß und einen unvergesslichen Abend. Kartenreservierungen und Verkauf in der Stadtinfo Seehausen oder Tel.: 03938654783. Auf den Konzerten von Nobody Knows kann man am Verkaufsstand der Band auch Karten für das Event erstehen. www.celtic-rock.de/2013/10/vorschau-2-liedermacher-und-kleinkunstfestival-am-09-11-13-in-seehausen/

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CDs und Platten

CDs und Platten The Pubcrawlers – Rogues, Outlaws & Drunks (2013) von cuba64 Das war eine schwere Geburt. Als Fan habe ich mich total gefreut, als ich durch Zufall festgestellt habe, das die Pubcrawlers ein neues Album am Start haben, lag “Vintage Brews and Rockabilly Blues” erst wenige Monate zurück . Als Sammler war ich enttäuscht, als ich feststellen musste, dass es nur Downloadmöglichkeiten gab. Damit wollte ich mich nicht zufrieden geben und habe deshalb Andy angemailt und nachgefragt. “Doch, es gibt auch Hardcopys, Der Versand ist aber teuer. Warte doch, demnächst gibt es die bei amazon.” Also erst mal – warten. Nach zwei Monaten erneute Anfrage, aber keine Antwort mehr. Trotzdem nicht aufgeben. Wieder schreiben. Ein Missverständnis zwischen Andy und dem Mercher. Dann die Mail: jetzt ist sie raus. Doch die deutsche Post braucht Zeit. Interessanter Weise wurde nun Andy nervös und er war sicher, die CD ist verloren gegangen. Also hat er mir einen Downloadlink geschickt. Die CD kam zwei Wochen später, pünktlich zu daniels und meiner 2. Rarities Veranstaltung an. Und ich muss sagen, das Album ist anders als das letzte, aber Bombe. “Rogues, Outlaws & Drunks” ist das vierte Album der Portlander und sie haben sich ein wenig vom Folk weg entwickelt. Obwohl – das stimmt so nicht. Man sollte eher sagen es ist eine große Portion Punk dazu gekommen. Zwar waren die Pubcrawlers schon immer Punk, aber die Gitarren stehen nun doch mehr im Vordergrund und es finden sich mehr Bezüge zum Punk in ihren Texten (“Hooligan”). Dennoch kommen klassische Folksansätze nicht zu kurz. Im “Traditional Set” zeigen sie eindrucksvoll wie sie über sechs Minuten lang bekannte Tunes eigen interpretiert wiedergeben. Diese beiden Lieder stecken gut den musikalischen Rahmen ab, in dem sich die Band bewegt. Ausgefüllt wird dieser durch Trinklieder, Songs die Shane Mac Gowan nicht hätte besser schreiben können. Gleichzeitig gibt es hier noch einen Berg Features (Chris Skel, Ron Peddle, Lenny Lashley), eher bekannt aus dem Hip-Hop-Genre, welche hier aber einer freundschaftlichen Verbundenheit geschuldet sein dürften. “Rogues, Outlaws & Drunks” ist gut gemachte, schnelle und mitreißende Musik, die in jedem Pub und auf jedem Konzert zum mitsingen (mitgrölen), trinken (saufen) und mittanzen (Faust in der Luft und schwanken) einlädt. Diese Platte gehört auf jeden Fall in meine persönliche Top-Ten für das Jahr 2013 und wäre auch ein gutes Album des Monats Oktober geworden, wenn ich nicht im Moment sehr eingespannt wäre.

1. Two-Bit Town 2. Where Oh Where (ft. Chris Skel) 3. Hooligan 4. Davey Jones´Locker 5. Dead Men Tell No Tsales (ft. Ron Peddle) 6. The Last Outlaw / The Road to Lisdoonvama 7. Auld Lang Syne 8. Hobo Jungle 9. Seamus the Bastard 10. Dicey Reilly 11. Traditional Set 12. Lose to Win 13. Drunk Again (ft. Lenny Lashley) 14. Bonus Track www.celtic-rock.de/2013/10/the-pubcrawlers-rogues-outlaws-drunks-2013/

Trackliste triskel - the celtic rock & punk ezine 8


Interviews

Interviews Erin Circle ~ Irish Dance Troupe from Cottbus/Germany mit Interview von JensP Der Spreewald liegt in Brandenburg und ist bekannt durch seine einzigartige Natur. Dieses ausgedehnte Niederungsgebiet mit dem natürlichen Flussverlauf der Spree ist ein Erholungs- und Urlaubsgebiet für Menschen aus nah und fern. Dort wird viel mit dem Kahn transportiert und so zeichnet sich der Spreewald vor allem durch seiner Ruhe und Gemütlichkeit aus. Am südöstlichen Zipfel des Spreewaldes liegt die Stadt Cottbus. Kommt man in die Richtung der Metropole, wird die Ruhe der Region jäh gestört. Dieser “Lärm” ist aber nicht unangenehm, eher angenehm und anziehend. In Cottbus wird mit Schuhen Musik gemacht und ist die Heimat von Erin Circle. Seit 2006 gibt es Erin Circle, der Verein wurde 2010 gegründet und der Name bedeutet: Irland Kreis. Erin kommt aus der alten keltischen Sprache und bedeutet “Irland”. Circle ist englisch und heißt übersetzt “Kreis” und hat in der keltischen Mythologie eine große Bedeutung, wie auch der Wirbel und Knoten. Im Einzelnem sind das Rebeeca Dietz, Mareen Schoerner, Frank Arndt, Jörg Wolter, Cornelia (Conny) Kirsten, Claudia Felsch, Friederike Menzel und das ruhende Mitglied Constantin Kirsten, der die Gruppe ab und zu bei Auftritten unterstützt. Mit über 100 Auftritten können Jörg und Conny schon auf eine Vielzahl von Aufführungen zurückblicken. Mit Erin Circle haben sich tanzfreudige Menschen gefunden, die ihre Leidenschaft für den Irish Dance nachgehen. Die drei Arten des irischen Tanzes werden von der Truppe aus Cottbus gezeigt und mit viel Freude und Liebe vorgeführt. Als Erstes ist das der Céilí-Tanz, der als Gemeinschaftstanz gezeigt wird. Dieser Figurentanz basiert auf Grundschritten und Schrittfolgen. Er wird im Kreis, im Rechteck, in einer oder mehreren Reihen getanzt. Die zweite Art ist mit Softshoes zu tanzen. Das ist ein Tanz, der sehr anmutig vorgetragen wird. Er sieht aus, als schwebe man mühelos über die Bühne und tanzte gegen die Schwerkraft. Das ist ein sehr ausdrucksvoller Tanz und schön anzusehen, aber nicht einfach zu tanzen. Als ich in Irland in einem Musik-Pub war, sagte man mir: Es ist der Tanz der Elfen und Feen! Erin Circle versteht es auch mit den Hardshoes zu tanzen. Bei diesem irischen Stepptanz machen die Schuhe Geräusche, Töne bis hin zur Musik. Entweder wird im Takt der Musik getanzt und der Stepp bereichert die Musik, oder besser, der Hardshoe wird als Rhythmusinstrument eingesetzt. Schwierig wird es, wenn ohne Musik zu “Werke” gegangen wird. Dann kommt es besonders darauf an synchron zu tanzen, denn

dann hört es sich auch rhythmisch und melodisch an. Dann ist es ein Ohren- und Augenschmaus und Erin Circle hat es drauf! Ich habe sie nun schon zwei Mal live erleben dürfen und kann mit Recht behaupten: Sie beherrschen alle drei Arten des Irish Dance und sie brauchen sich auch nicht verstecken. Das Publikum ist immer wieder begeistert von ihnen und schaut mit Begeisterung ihren Auftritten zu. Ihr Programm ist abwechslungsreich und zeigt die Vielfalt des irischen Tanzes. Das geht von ihrem Tanz mit dem Regenschirm, bei der eine Geschichte auf der Bühne erzählt wird, über einen verspielten, märchenhaften, verträumten und anmutigen Tanz mit den Softshoes, bis zum kraftvollen Tanz mit den Hardshoes. Gerade mit den Steppschuhen wird schneller, energischer und vor allem laut getanzt. Ich durfte es schon erleben, wie sie mit diesen Schuhen ohne Musik tanzten und es war schon ein Erlebnis, wie synchron die Jungs und Mädels getanzt haben. Das war Musik in den Ohren aller Anwesenden und wie ein Trommelwirbel, besser wie ein Tornado flogen die Beine über die Bühne (siehe zweites Video). Constantin Kirsten ist ein ruhendes Mitglied, weil er studiert und nicht immer in Cottbus sein kann. Er hilft aber gerne mal aus und bereichert die Auftritte. Er trainiert bei Tap Connection Berlin, tanzt bei der bekannten Dance-Show “Celtic Heartbeat”, ebenso Mitglied bei “Cornamusa – World of Pipe Rock and Irish Dance” und ist erfolgreich mit beiden unterwegs. Er ist ein begabter, ausdrucksstarker Tänzer, der das Publikum schnell in seinen Bann zieht. Neben den irischen Tanz auf der Bühne sind sie auch musikalisch. Erin Circle tanzt nicht nur nach irischer Musik, sie spielen auch selber die landestypische Musik. Constan-

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Interviews

tin spielt Whistle, Low Whistle und Traversflöte, Mareen und Rebecca Gitarre, Frank und Jörg Bodhrán und Conny Tin-Whistle. Sie sind auch schon ein paar Mal aufgetreten, mit kurzen musikalischen Einlagen. Musikalische Freunde haben sie auch in Irland. Seoidín (kleiner Juwel) heißt die Session-Gruppe aus Bary. Die Musiker von Erin Circle haben auch schon mit ihren irischen Freunden an Kursen in Irland teilgenommen, z.B. 2010 Scoil Acla, Summer School auf Achill Island. Constantin spielte dort auch in Pub-Sessions mit. Über das Internet halten sie Kontakt, geben sich Tipps und treffen sich auch. Mal schauen, wann man sie musikalisch erleben darf. Mit Conny habe ich noch ein nettes Plauderinterview am Telefon geführt und das ist hier nachzulesen! Riverdance, Lord of the Dance und Dancing on Dangerous Ground sind bekannte Irish-DanceShows. Wie habt ihr euch gefunden? Wie seid ihr dazu gekommen, irisch zu tanzen und woher kam die Lust dazu? Alles ging mit Riverdance in Cottbus los. Ich habe mir die Show angeschaut und war begeistert. Nach der Veranstaltung gab mir ein Mann einen Flyer in die Hand und der war von einer Tanzschule, wo man Irish Dance lernen konnte. Zwei Tage später war ich in der Tanzschule und lernte irisch zu tanzen. Nach zwei Jahren haben wir unseren Verein auf die „Beine“ gestellt. Mit Freunden, meinem Sohn und auch meinem Mann ging es los und erst mal musste ein Raum zum Üben gefunden werden. Wir fingen mit kleinen Auftritten auf Geburtstagen an oder auf einem Bio-Bauernhof, wo wir mit Naturalien „bezahlt“ wurden. Unser „Honorar“ war Bio-Leberwurst und Ziegenkäse! Nach unseren ersten Auftritten hat sich schnell rumgesprochen, was wir machen und so kamen die ersten Buchungen zustande, wie ein Schneeballsystem. Wir hatten das nie geplant oder davon zu träumen gewagt. Der Name „Erin Circle“ kommt ja aus dem Irisch-Keltischen. Wie seid ihr auf diesen Namen gekommen? Den Namen habe ich in einem historischen Romanüber die Artursage gefunden. In der Sprache des alten Englands wur-

de die Nachbarinsel – Erin – (Irland) genannt. Erin ist auch die Göttin, die das Land, Irland, symbolisiert. Circle ist ja selbstaussagend und bedeutet Kreis. Beim irischen Tanz gibt es ja verschiedene Figurentänze, Tanz- und Schrittfolgen. Es gibt den „modern Irish dance“ und den traditionellen Céilí. Seid ihr da traditionell eingestellt, oder versucht ihr auch eigene Ideen einzubringen und zu tanzen? Welches tanzt ihr lieber, oder wo liegt euer Schwerpunkt beim Tanzen? Tanzt ihr lieber mit Softshoe oder Hardshoe? Wir legen uns da nicht so fest. In unserem Programm gibt es traditionelles und modernes, Hardshoe und Softshoe, bekannte Céilís oder eigene Choreografien … Wir tanzen alles gerne. Mein Sohn Constantin hat z.B. eine Polka choreographiert, wo jeder denkt, es ist ein traditioneller Céilí. Und andererseits zeigen wir auch Steppschritte, die jahrhundertealte Tradition in Irland sind und die sehr modern wirken. Wir wollen dem Publikum die Vielfalt des Irish Dance zeigen. Wenn uns eine Melodie, ein Musikstück gefällt, das tanzbar ist und den Zuschauern ins Ohr gehen könnte, überlegen wir uns eigene Figurfolgen, basierend auf den immer neuen Schritten, die wir bei unserem Tanzlehrer lernen, und so entstehen eigene Tanzstücke. Das dauert eine Weile, bis wir es so haben, dass es vorzeigbar ist. Beim Tanzen kann man sehen, dass ihr hoch konzentriert seid. Vor allem beim Tanz, ohne Musik mit den Hardshoes. Da kommt es ja besonders darauf an synchron zu tanzen, weil jeder Fehltritt sofort zu hören ist. Wie oft trefft ihr euch, um zu trainieren? Wir treffen uns alle jeden Freitag zum gemeinsamen Training für drei Stunden. Am Sonntagvormittag kann jeder, der Lust hat, für weitere drei Stunden individuell Schritte trainieren oder auch in der Gruppe üben – mit Spiegel und ohne die Unternachbarn zu stören. Einmal in der Woche trainiere ich für mich zu Hause, mache jeden Tag Stretching und ab und zu ein Rundumprogramm, um die einseitige Belastung des Körpers durch Irish Dance auszugleichen. Andere Mitglieder gehen zum Zumba oder Tischtennis oder Schwimmen. Für uns ist es ein Hobby, neben Beruf oder Studium. Wenn man nach der Arbeit noch zum Training geht, hat man nicht immer Lust dazu. Ist man dann aber da und mit dem Tanzen anfängt, vergisst man den Stress der Woche und schaltet ab. Auch wenn man drei bis vier T-Shirts durchschwitzt, macht es immer wieder Spaß zu trainieren. Einmal im Monat kommt unser Tanzlehrer Gyula Glaser, der selber bei „Magic oft the Dance“ tanzt, und er zeigt uns neue Schritte und Technik, schaut auf alles ganz genau. Dann

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Interviews

müssen wir jeweils zu zweit durch den Raum tanzen und er findet immer was zu verbessern: Schultern gerade, Arme anlegen, Hände geschlossen, Füße strecken und kreuzen und auswärts, aggressiven Rhythmus halten, noch höher springen usw. Und wie war jetzt eigentlich die Schrittfolge? Wir haben auch schon an Workshops in Berlin teilgenommen, unter anderem bei Colin Dunne. Es war schon ein Erlebnis ihn kennenzulernen, und wir haben da auch viel gelernt. Wenn ich euch gesehen habe, wart ihr immer mit bis zu sechs Frauen und Männer auf der Bühne. Gibt es noch mehr Mitglieder eurer Tanztruppe? Wie sieht es mit Nachwuchs aus? Gibt es Möglichkeiten, bei euch Irish Dance zu lernen? Wir sind zurzeit acht Tänzer. Wir wünschen uns tanzbegeisterten Nachwuchs, der bereit ist, sich zu engagieren und etwas Zeit zu investieren. Auch Ungeübte sind willkommen und werden langsam aufgebaut. Irish Dance ist erlernbar und man steigert sich allmählich. Wir und unser Tanzlehrer nehmen uns Zeit und fördern zum Anfang besonders unsere „Neuen“. Nach und nach werden sie dann in die Auftritte eingebaut und können das Gelernte zeigen. Wenn jemand Lust hat, bei uns mitzumachen, müsste er in unseren Verein eintreten. Er hat vorher einen Monat Probetraining. Danach kann er entscheiden, ob er weitermachen möchte oder nicht. Ich habe euch zum zweiten Mal in Stendal bei „Folk! in die Nacht“, 2011 und 2013, gesehen. An beiden Abenden habt ihr in den Farben Schwarz und Lila getanzt. Hat die Farbe Lila eine besondere Bedeutung für euch? Die Farbe Lila ist eher Zufall, sowohl die Auswahl der Farbe beim Stoffkauf (beim Türken in Berlin oder in Gubin, die Polen haben schöne Stoffe!) als auch, dass wir 2x in Stendal lila waren. Wir haben auch noch rot-grüne und blaue und schwarz-weiße Outfits ;-) Ich versuche immer einen Farbtupfer zu setzen, damit wir nicht nur langweilig-schwarz aussehen. Die lila Kleider (Stendal 2011) hat eine Rentnerin für uns genäht, die lila Hemden sind von Jack & Jones und ich “garniere” dann alles noch mit keltischen Mustern, entweder bemalen oder besticken und Pailletten und güldene Borten dazu … die allerdings im Tageslicht nicht so gut zur Geltung gekommen sind … Michael Flatley, Jean Butler, Colin Dunne und Bernadette Flynn-O`Kane sind große Namen. Welches sind eure Vorbilder? Wen würdet ihr gerne mal treffen? Jean Butler möchte ich nennen, weil sie sehr anmutig tanzt

und auch eine besondere Ausstrahlung hat. Mein großes Vorbild ist aber Colin Dunne! Wie ich schon sagte, hatte ich ihn bei einem Workshop kennengelernt und er ist ein sympathischer Mensch. Während einer Talkrunde nach dem Tanztheaterstück „The Bull“ hat er uns sogar unter den Zuschauern wiedererkannt und uns zugenickt. Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus? Habt ihr etwas geplant? Es ist nichts Konkretes geplant. Wir freuen uns über jede Buchung und möchten noch viele Male auf der Bühne stehen und das Publikum begeistern. Stendal ist immer ein Höhepunkt für uns. Die Atmosphäre ist dort immer schön und die Zuschauer toll. In solchen Momenten haben sich die harte Arbeit, der viele Schweiß und die vielen Stunden der Vorbereitung gelohnt, wenn man von dem Publikum viel Applaus bekommt. Wenn man in den Gesichtern Staunen und Begeisterung sieht, ist es ein tolles Gefühl. Was möchtet ihr der Welt, da draußen mal sagen? Dance, dance wherever you may be … Welche Frage würdest Du noch stellen und gebe auch gleich die Antwort dazu! Hört ihr auch andere Musik als die irische? (nach Kurzem schweigen) Und Deine Antwort? Ja. Ja!? Ja. Ja, das ist jetzt alles? Ja. (Nach kurzem Gelächter): Wir sind immer auf der Suche nach Musik für unsere Auftritte und dadurch hört man viel irische Musik. Da vergehen schon mal viele Stunden und dann ist es schon eine Abwechslung, andere Musik zu hören. Ich lege mich da nicht so fest und mir gefallen verschiedene Musikrichtungen. Zurzeit höre ich gerne Bastille, auch mal Fleetwood Mac und Bastille (wieder wird gelacht).

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Interviews

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, um mir meine Fragen zu beantworten!

Klötzchen, und zwischendurch spielt er oben unsere Titel ab (was wir erst hinterher mitgekriegt haben!)

Ich habe zu danken, dass du über uns schreibst!

Oder: Ein Irish-Folk-Musiker (dessen Namen wir hier verschweigen) kündigt unseren Programmbeitrag folgendermaßen an: “So wir machen jetzt eine Pause. Sie können jetzt alle ein Bier trinken gehen oder ein Würstchen essen …” Unsere Kinnladen klappen runter. Doch entgegen der Ansage kommen die Zuschauer von den Getränkeständen herbeigeströmt und die Zuschauerreihen füllen sich – für uns! Der stürmische Beifall dringt auch bestimmt bis zur Würstchenbude, wo der Typ steht und Pause macht. :-D

Zum Ende noch ein paar Geschichten, die mir Conny verraten hat, aus dem Leben von Erin Circle. Von Pleiten, Pech und Pannen, die nicht auf der Webseite stehen, aber mit Happy End … Conny: Der Veranstalter bucht uns zum Steppen – und auf der Bühne liegt flauschiger Teppich aus. Unsere Gesichter schlafen ein … doch der rührige Klubhausleiter opfert seine nagelneu aussehenden Lärchenholztischplatten und legt damit die Bühne aus. Die Zuschauer können unsere Steppgeräusche nun doch hören – und am Ende sind die Tische wie durch ein Wunder noch unversehrt. Oder: Bei einer Veranstaltung fällt mitten im Stepptanz die Musikanlage aus. Wir tanzen den Tanz unbeirrt weiter, ohne Musik, schön synchron ;-) Und die Zuschauer sind aus dem Häuschen und applaudieren wie wild. :-D Oder: Während wir tanzen, sacken einzelne Bühnenbretter unter uns ab, da der Untergrund uneben und mit Hölzchenstapeln ausgeglichen war. Der DJ kriecht ständig unter uns herum, stützt die Bretter mit seinem Rücken (!) und stapelt

Beim Cottbuser Stadtfest hatte man vergessen, uns vor Ort mit einzuplanen (trotz Vertrag und vorheriger telefonischer Absprachen). Die Bühne stand voller Instrumente für einen Chor und der Techniker wusste von nichts. Wieder eingeschlafene Gesichter. Generalproben, Anreise – alles umsonst …. Die herbeigerufene Chefin des Events schickte uns kurzerhand von dieser Nebenbühne auf die riesige Hauptbühne auf dem Cottbuser Marktplatz – wo die Star-Acts (wie die Rubetts!) stattfinden – und wir durften dort das zahlreiche Publikum unangekündigt überraschen. Die Chefin war von uns so begeistert, dass sie sagte: “Ihr gehört auf diese Bühne!” :-D Ich wünsche Erin Circle alles Gute für die Zukunft, noch viele Auftritte und ein baldiges Wiedersehen. Wenn ich mal in Cottbus bin, komme ich gerne mal zum Training und zeige Euch wie “gut” ich Irish Dance kann. ;) www.celtic-rock.de/2013/10/erin-circle-irish-dance-troupe-from-cottbusgermany-mit-interview/

CDs und Platten Industrial Life ~ Sibin (2012) von shutupanddance Mit vielen selbstgeschriebenen Songs, typischen Flötenparts und etlichen tanzbaren Liedern zünden Sibin auf ihrer aktuellen Platte ein kleines Folk-Feuerwerk. Mark Jenkins (Gesang, Gitarre, Mandoline), Charles Hendy (Flöten, Gesang), Corey Barbary (Gitarre, Banjo, Mandoline, Concertina), Luke McCarthy (Schlagzeug) und Tim Williams (Bass, Gitarre), zusammen „Sibin“, brachten im Oktober 2012 ihr zweites Album „Industrial Life“ heraus – das übrigens via crowdfunding finanziert wurde.

Das treibende „She Don’t Love Me“ ist eindeutig mein Favorit auf der Platte, ein Gespür für eingängige Melodien beweist die Band auch mit „Run

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CDs und Platten

Johnny Run“; „First One To Fall“ hat es ebenfalls faustdick hinter den Ohren. Mit „Industrial Life“, einem akustischen Lied, dominiert von Flöte und Gitarre, schließt das gleichnamige Album und schickt den Hörer auf den Weg in den nächsten Pub. Wer auf irische Melodien, altbekannte Traditionals und australischen Folkrock steht, darf hier getrost zugreifen. Zwischen den Zeilen flüstert eine leise Stimme in meinem Kopf „Komm tanzen!“ – denn genau das ist die richtige Musik dafür.

2. Run Johnny Run 3. Maids When You’re Young 4. Ode to Ireland 5. First One to Fall 6. Drunken Sailor 7. Away 8. 1854 9. Fare Thee Well 10. Salonika 11. Here We Go 12. Industrial Life

Trackliste

www.celtic-rock.de/2013/10/industrial-life-sibin-2012/

1. She Don’t Love Me

Highland Man ~ Georg Kaiser (2013) von Hubert J Wenn Georg Kaiser seine Geschichten über Irland erzählt, ist man vom ersten Augenblick in seinen Bann gezogen. Da Georg ausschließlich eigene, selbstgeschriebene Lieder singt, die er bei seinen Konzerten mit liebevollen Erzählungen ankündigt, war es bis vor wenigen Wochen nur möglich, seine Musik Live zu erleben. Nach vielen Anfragen seiner Fans hat er sich dann endlich ins Tonstudio begeben und seine erste CD mit dem Titel Highland Man aufgenommen. Dieses Stück, das er in die Mitte seiner Sammlung von 16 hervorragenden Liedern gesetzt hat, versetzt diesem Tonträger einen schottischen Akzent, obwohl die übrigen Lieder überwiegend von irischen Häfen, der Seefahrt, dem Leben in irischen Pubs und der Liebe der Iren zur Seefahrt erzählen. Aber auch die üblichen Themen von Liebe, Freiheit und den rauen Seiten des irischen Lebens fehlen in seinem Repertoire nicht. Bisher waren die musikalischen Aktivitäten des gelernten Karosserie- und Fahrzeugbaumeisters eher klassisch. Mit sechs Jahren bekam er den ersten Akkordeonunterricht, erlernte kurz danach, aus Liebe zur Musik, auch das Spiel auf der Querflöte und griff im Alter von 17 Jahren zur Gitarre. Zuerst waren es Lieder von Reinhard May und den Beatles, die er mit einfachen Zupftechniken begleiten konnte. Später wandelte sich seine Leidenschaft durch den Umgang mit Freunden in die Richtung von Rory Gallagher, Rolling Stones und Jimy Hendrix. „Mit meinen Kumpels habe ich damals nur sogenannten Old School Rock gespielt, anderes war nicht angesagt“, erklärte er seinen Weg Richtung Rockmusik. Seine Liebe zu Keltischen Musik hatte er zwar immer schon gespürt, aber der Beginn dieser Leidenschaft lässt sich eindeutig einem neueren Datum zuordnen. Am 19. Juli 2012 war Georg in Bad Münstereifel auf einem Konzert der iri-

schen Folkband Galleon, von dem übrigens auch Celtic Rock berichtet hat. Die Art, wie die irischen Musiker ihr Lebensgefühl ins Publikum getragen haben, hatte ihn damals so fasziniert, das er sich gesagt hat: „Das möchte ich auch können. Aber mit meinen eigenen Liedern.“ So sind bis heute 58 Stücke entstanden. „Im Augenblick fliegen mir die Stücke einfach zu. Diesen Fluss will ich nicht unterbrechen, “ freute sich Georg in einem Gespräch mit Celtic Rock. Das Schreiben mache ihm einen Riesenspaß. Bei seinen Konzerten kann man diesen Spaß richtig hören und fühlen. So ist es kein Wunder, dass er bereits mit Musikern wie Paddy goes to Hollyhead aufgetreten ist. Das wird sich in der Zukunft noch steigern.

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CDs und Platten

Die Balladen und die charmante Art, mit der Georg diese musikalischen Geschichten dem Publikum vorträgt, haben ihm schon jetzt einen großen Fankreis beschert. So hatten ihn die Veranstalter von Kunst im Garten, die jährlich in der Eifel viele Künstler anlockt, eingeladen, gemeinsam mit anderen Musikern für den musikalischen Rahmen zu sorgen. Während dieser zwei Tage wurde er ununterbrochen nach Konzertterminen gefragt und viele der Besucher, aber auch der übrigen anwesenden Künstler haben sich mit seiner CD Hihgland Man versorgt. Wegen der starken Zuspruchs und der vielen Anfragen, ist ein neuer Silberling bereits in Planung. Information über seine Musik gibt Georg Kaiser gern per E-Mail über das Kontaktformular aus seiner Hompage. Auf diesem Weg kann man ihn auch buchen und seine CD erhalten. Trackliste 1. Guardian Angel 2. Titel in Farbe 3. Die Nachfolge-CD von “Highland Man” 4. ist bereits in Planung 5. Sean Terry and me 6. Missing you 7. Cry for freedom 8. Let us share the good times 9. Walls of Carlow 10. Why

Georg bei seinem Besuch auf dem Irish Rock Festival auf Burg Satzvey

Die Nachfolge-CD von “Highland Man” ist bereits in Planung

11. Highland Man 12. Skipper’s Cruise 13. Rose of Tullamore 14. Big Bad Lady 15. Cary 16. On the Battlefield 17. Take me back to Dublin 18. Give me back the times 19. Don’t lose your face Wer die charmante Art Georgs bei einem seiner Livekonzerte erleben möchte, kann sich schon mal einen der untenstehenden Termine in den Kalender schreiben. Fr. 25.10.2013: Bodega Monschau- Imgenbroich Sa. 02.11.2013: Irish Pub Notenschlüssel in Leverkusen Fr. 08.11.2013: Musikkneipe Unikat in Ahrhütte Sa. 16.11.2013: Burg Lissingen bei Gerolstein (Das Konzert in Gerolstein am Samstag den 12.10.2013 war restlos ausverkauft. Es empfielt sich daher, rechtzeitig Karten für diesen Abend zu bestellen) Sa. 30.11.2013: Cafe Pigalle Eupen (B) Sa. 07.12.2013: Paddy`s Night Out Zülpich Sa. 04.01.2014: Irlandfreunde Bad Münstereifel Sa. 25.01.2014: MuK Monschau- Konzen So. 21.09.2014: Pandora in Wahlwiller NL (bei Vaals) www.celtic-rock.de/2013/10/highland-man-georg-kaiser-2013/

In Freilingen hat Georg zwei Tage lang Auch auf kleinen Bühnen ist Georg zuhause. Der nahe, persönliche Kontakt mit mit seiner Musik zur außergewöhnlichen Atmosphäre der Ausstellung beigetragen dem Publikum gibt seiner Musik einen besonderen Charme

Auch in Belgien und den Niederlanden kann man Georg Kaiser live erleben

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Dies und das

Dies und das Wieder im Programm: Australian Special von Roisin Dubh Australian Special LogoAustralien hat eine sehr interessante Musikszene, die bedingt durch die australische Geschichte, natürlich auch einen engen Bezug zur keltischen Kultur hat. So feiern Mutiny aus Melbourne vor einiger Zeit ihren 20. Geburtstags und sind damit das Urgestein nicht nur des australischen Folk-Punk. Ihr Motto “Folk Punk for Punk Folks” galt schon bevor Flogging Molly und die Dropkick Murphys auf die Idee kamen Folk mit Punk zu kombinieren. Was liegt da näher als dieser spannenden Szene eine eigene Sendung zu widmen. Hört mal rein, wir haben die Sendung aktualisiert wieder im Programm. Es lohnt sich. www.celtic-rock.de/2013/10/im-programm-australian-special/

CDs und Platten Bastards on Parade – Empty Bottles and Broken Things (2013) von cuba64 Nachdem Bastards on Parade Anfang des Jahres schon ihre EP heraus brachten, schieben sie nun ihre nächste Veröffentlichung “Empty Bottles and Broken Things” hinterher. Das Ding ist 14 Tracks stark, allerdings sind manche Songs schon bekannt. Sei es von “Shallow Waters” oder sei es von Samplern. Nichts desto trotz bleiben zehn neue, starke Tracks, in die sich die Bekannten gut einreihen. Die Platte hat Druck und einen nicht geringen Anteil daran dürfte Johnny Rioux von den Street Dogs gehabt haben. Der hat das Album gemixt und so sind zwei Punkte besonders zu erwähnen. Zum einen sind alle Lieder sehr kurz. Das ist vielleicht nichts besonderes in der Welt von Bastards on Parade, aber in der Welt des Folks. Kein Song erreicht die Dreiminutengrenze. Das Album hat vierzehn Tracks, aber keine 30 Minuten Laufzeit – was die Trackliste schon verrät. Dafür findet der Punk auf der Platte genügend Raum, ohne jedoch die galizischen Wurzeln der Bastards zu verstecken. So ergibt sich eine interessante Kombination und für alle unter euch, die gern auch die härteren Nummern hören, ist “Empty Bottles and Broken Things” eine echte Kaufempfehlung. Druck, Tempo und Abwechslungsreichtum in der Instrumentierung lassen keine Langeweile aufkommen.

Interessant für mich persönlich ist das Label auf dem Bastards on Parade veröffentlichen. Wolverine Records ist ein altes, deutsches Label, was eine interessante Rolle Anfang der 90ziger im Bereich des deutschspachigen Hip Hops (nicht nur) gespielt hat. Viele bekannte Bands wie Anarchist Academy

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CDs und Platten

oder Krombacher MCs veröffentlichten ihre ersten Platten bei dem Duisburger Label. Auch einigen Lesern könnte ein anderes Signing von Wolverine bekannt sein: Across the Border.

Trackliste:

3. Drunken Haze 1:58 4. Rise Up 1:30 5. Bootleggers 2:35 6. Shallow Waters 1:45 7. The Whale Island 2:30 8. Fighting for Gold 2:12 9. Stinky Ship 2:06 10. Quen tenha vinho 2:44 11. The Drifter 2:37 12. Old Man’s Booze 2:17 13. Landlord 2:11 14. As Marinhas 1:39

1. Weight of the World 1:28 2. Outcasts 1:45

www.celtic-rock.de/2013/10/bastards-on-parade-emptybottles-and-broken-things-2013/

Diese Zusammenarbeit hat vielleicht auch den Vorteil, dass das Album sowohl als Vinylpressung zu haben ist, als auch zu einem fairen Preis. Mit der Hardcopy wird somit auch dem wunderschönen Layout von der Platte Rechnung getragen. Empfehlenswert!

Konzerte und Festivals Steampunk-Halloween mit OffLimits am 01.11.13 von frakru In 2012 hat die Band mit neu besetzter Geigenposition ihre Show mit Hochdruck in Richtung Steampunk weiterentwickelt. Diese erschafft eine Welt wie von Jules Verne und H.G. Wells ausgemalt in der das Erdöl nie gefunden wurde. Dampf und Strom treibt alles an. Statt aus Plastik bestehen unsere Alltagsgegenstände aus Holz, Metall und Glas. Die Ideen und das ungewohnte Design des Steampunk werden von OffLimits aufgegriffen und weitergeführt. Musikalisch wird passend dazu Alt und Neu verknüpft. In aufgeheizten Traditionals und starken Eigenkompositionen oszilliert OffLimits die Wurzeln des Folk und die Energie des Rock zu einem dynamischen Spannungsfeld. Das Steampunk-Halloween mit OffLimits steht am 01.11.13 wieder ab 21:00 im Cadillac/Oldenburg an. Dieses Jahr musikalisch von Vogelfrey www.feenfleisch.de und Damian Clarke (Pressgang, UK) unterstützt sowie mehr Rahmenprogramm, Steampunk-Ausstellung, Met-Stand und geheimen Special Guests. Weitere Infos bei OffLimits www.rockfolk.de www.celtic-rock.de/2013/10/steampunk-halloween-mit-offlimits-am-01-11-13/

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Medien und Literatur

Medien und Literatur Irland von Innen ~ Rainer Thielmann (2013) von Hubert J

„Im Weiß liegt das Schwarz Im Frieden der Krieg Um Inselidyllen Gewalten der See …“ So klingt der dritte Vers des Gedichtes Lookout aus Rainer Thielmanns Buch Irland von Innen. Der Untertitel des Buches „Verse in Farbe“ könnte stimmiger nicht sein. Mit vielen passenden Fotos der grünen Insel belegt Thielmann den Wahrheitsgehalt seiner wunderschönen Gedichte. Als ich dieses außergewöhnliche Werk moderner Poesie zum ersten Mal aufgeschlagen habe, war ich mehr als überrascht. Bereits beim ersten Durchblättern fand ich viele Szenen aus Irlands Städten, Straßen, Pubs und natürlich in der freien Natur und der Feenwelt der Insel wieder. Wunderbare Eindrücke, die ich selbst in ähnlicher Form gesehen und erlebt habe. Mit etwas Zeit habe ich dann die ersten dazugehörigen Gedichte gelesen, die in mir sofort die Sehnsucht nach Irland geweckt haben. Genauso erging es Freunden, denen ich das Buch zur Ansicht gab, um deren Meinung zu hören. Es gibt unzählige Fotobände und Gedichtsammlungen über Irland, aber keines dieser Werke ist so lebendig wie Thielmanns Irland von Innen. Diese Lebendigkeit der Verse drängt manchmal auch zum Handeln, regt zum Träumen an oder stimmt den Betrachter sehr nachdenklich. Ebenso wurden Tabuthemen, die meistens vermieden werden, z.B. über den Klerus der in Irland überall präsenten Kirche, vom Autor nicht

ausgelassen. So heißt es in dem Gedicht “In Diözesen“: „Die Stille schreit, das Bild gefriert Die Leere bricht sich Bahn Die Schmerzen werden aufaddiert Die Seelen wurden ausradiert kräht morgen noch der Hahn?“

Natürlich fehlt auch der typisch irische Humor in den Versen nicht. Unter einem Foto der weltberühmten und viel besungenen Molly Malone in Dublin findet man ein hübsches Gedicht über die legendäre Fischverkäuferin, das mit folgenden Zeilen beginnt: „Komm her, du Zuckerpuppe, verkauf mir deinen Fisch Und zieh mich mit `nem Lächeln ganz langsam übern Tisch Das Leben ist beschwerlich, du glaubst gar nicht wie schön mein Tag noch werden kann, hab ich dich erst gesehen …“ Vielleicht erregt dieses Buch mit seinen sensiblen Versen und ausdrucksvollen Fotografien in Irland ein ähnlich großes Interesse wie hier bei uns. Jedenfalls hat Michael Collins, der irische Botschafter in Deutschland, bereits ein Exemplar von Rainer Thielmann persönlich entgegengenommen. Collins hat sich in seiner sympathischen, lockeren und offenen Art, sehr über dieses Buch gefreut.

Irland von Innen ist ein gebundenes Buch mit Hardcover und vereinigt auf 124 Seiten, 280 Farbfotos und 70 Gedichte. Erhalten kann man das Werk in jedem gut sortierten Buchhandel und bei Amazon zum Preis von 26,90 Euro ISBN: 978-3-9812583-3-2 triskel - the celtic rock & punk ezine 17


Medien und Literatur

Informationen zum Autor: Rainer Thielmann, 1965 im westfälischen Hagen geboren, dichtet und fotografiert seit seiner Kindheit. Erste Publikation 2003 („Lyrisches Australien“), später folgen „Indien von innen“ (2. Auflage 2012) und „Kalkutta – Durga, Dichter und Dämonen“. Parallel dazu tritt er auch als Sänger in Erscheinung. Songtexte, u.a. für Udo Jürgens. Etliche Lesereisen durch Deutschland, Einladungen vom Goethe Institut und der Deutschen Botschaft nach Australien. Thielmann lebt im Chiemgau. Fotos: Rainer Thielmann, © Reiselyrik Verlag, Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Verlages www.celtic-rock.de/2013/10/irland-von-innen-rainer-thielmann-2013/

CDs und Platten The Stanfields ~ Death & Taxes (2013) von Slon Stanfields - Death & TaxesSchroffer Celtic/Outlaw Punk Rock’n‘Roll ais Halifax/Kanada, klingt wie ein ungebügelter Bastard aus DKM und Social D. 10 Bourbon-getränkte Underdog-Hymnen, raubeinig und durstig, mit schön versoffen-verrauchten Vocals. Die Rede ist von den Stanfields und ihrem Album Death & Taxes. Diesen Mix serviert man am Besten mit einigen Bieren und einem ordentlichen Whiskey. Nachdem ich schon den ersten Silberling der Band besprechen durfte, kann ich getrost sagen, man ist sich auf jeden Fall treu geblieben und macht da weiter, wo man beim letzten aufgehört hat. Anspeiltipps sind hier diesmal: Mrs. McGrath und Death & Taxes, beide Songs findet ihr ab sofort in unserem Player. Ziehts euch rein und kauft euch dieses geniale Folk-RockPunk Album. Ich stells jetzt in meine Sammlung und…. Ach nee, ich gebs mir noch einmal… Prost… Trackliste 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.

Jack of all Trades Run on the Banks Mrs. McGrath Invisible Hands The Road to Guysborough The Boston States Fox in the Heather Blacktop Blues

9. Death & Taxes 10. Dunvegan’s Drums www.celtic-rock.de/2013/10/the-stanfields-death-taxes-2013/

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Konzerte und Festivals

Konzerte und Festivals Irish Folk Punk Party 3 am 23.11.13 von kuec Die O’Reillys organisieren zum dritten Mal ihre Folk Punk Party in Gevelsberg/NRW und haben sich dazu Paddy and the Rats aus Ungarn eingeladen. Sie wollen die Sportalm wieder in einen großen Irish Pub verwandeln und versprechen “eine Show, von der noch Jahre später mit leuchtenden Augen erzählt wird.” Aus ihrer Ankündigung: “Die Irish Folk Punk Party ist ein kulturelles Highlight geworden. Die Stadt, die sie beheimatet trägt nicht zu unrecht den Namen „Klein Dublin“. Diese Live Act Party importiert nicht nur das irische Lebensgefühlt nach Deutschland, sie verbindet auch Tradition und Moderne, so wie der Irish Folk Punk selbst. Was ist besser, als gnadenlos zu feiern mit bombastischen Live Acts und einer Show, die man schon nicht mehr einfach nur „Konzert“ nennen kann?”

Guinnes + Kilkenny + O’KD’s Black Ale (Wir sind froh, euch dieses Jahr erstmalig neben dem normalen Gesöff auch feinste irische Biere präsentieren zu dürfen.) SPECIAL GUESTS Harfenistin + Piper (Um dem Abend den perfekten Flair zu verleihen, beginnt schon draußen der Dudelsack euch zusammenzutrommeln, damit ihr euch dann bei irischen Traditionals auf der Harfe warm trinken könnt.) IRISH FOLK PUNK PARTY 3 Paddy and the Rats (www.paddyrats.com) The O’Reillys and the Paddyhats (www.paddyhats.com) + Special Guests (Pipes + Harp)

DIE BANDS

Official Page: www.facebook.com/IrishFolkPunkParty

Paddy and the Rats (Ungarn) Diese Musiker können sich zu Recht „bekannteste Irish Folk Punk Band Ungarns“ nennen! Seit 2008 haben sie hunderte Konzerte auf allen großen Festivals in Europa gespielt. Ihre mittlerweile legendären, schweißtreibenden Shows lassen niemanden still stehen. Wir haben sie zur Irish Folk Punk Party eingeladen und die sechs Multiinstrumentalisten haben zugesagt. Pub „N“ Roll ist angesagt, wenn Paddy and the Rats auf die Gevelsberger Planken steigen.

Samstag, der 23. November 2013 Einlass 19:00 // Beginn 20:00 Sportalm Gevelsberg Ochsenkamp 56 D-58285 Gevelsberg

The O’Reillys and the Paddyhats (Deutschland) Mit ihren zwei Jahren sind sie noch nicht sehr lange im Geschäft, brauchen sich aber keinesfalls vor den Großen zu verstecken. Ganz im Gegenteil: Mit rasanter Geschwindigkeit spielen sie sich, dank fulminantem und unverkennbarem Sound, in die Irish Folk Punk Hall of Fame. Egal ob Festivals, Irish Pubs oder Hallenkonzerte in Moskau und Madrid, überall vergessen die Zuschauer ihre Herkunft und sind für einen Abend tanzende und klatschende „Irish Folk Punker“!

VVK 15 € (Stud. 12 €) // AK 19 € online: http://paddyhats.com/ifpp/ticket/ VVK Lokal: (Gevelsberg) Radio Meckel, Sportalm, Gaststätte Uhlenspiegel (ab 19 Uhr) (Haßlinghausen) Goldschmied Höhne www.celtic-rock.de/2013/10/irish-folk-punk-party-3am-23-11-13/

SPECIAL FOOD “O’Reilly Tasche” (Extra für diese Live Act Party wurde von uns ein Gericht kreiert, dass irischer nicht sein kann.) SPECIAL DRINKS triskel - the celtic rock & punk ezine 19


Medien und Literatur

Medien und Literatur Irland. Ansichten einer Insel (e-book, 2013) von kuec An deutschsprachigen Irland-Büchern ist wahrlich kein Mangel. Was hat also dieses e-Book, das andere nicht haben? Es ist sozusagen ein Nebenprodukt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in der alle Texte zwischen 2002 und 2012 bereits veröffentlicht wurden. Da die FAZ wohl nicht zu den bevorzugten Blättern unserer Leserschaft zählt, ist die Gefahr auch für ausgewiesene IrlandkennerInnen gering, auf bereits Gelesenes zu stoßen.

Die Gliederung ist zweigeteilt: Grundlegendes und Geographisches. Zunächst geht es um Essen und Trinken, Dichtung, Tanz und Bildende Kunst. Die hymnische Lobpreisung des Stout wird den Guinness- Trinkern gefallen. Beim Thema Ernährung kommt man natürlich nicht an der Kartoffel und ihrem krankheitsbedingten Ausfall bei der Volksernährung Mitte des 19. Jhdts. vorbei. Im Gegensatz zur Literatur kommt die Musik nur am Rande vor. Man könnte ein eigenes Kapitel Geschichte vermissen, aber es wäre unnötig. Bei allen möglichen Gelegenheiten tritt Historisches zutage; im letzten Kapitel sehr geschickt am Besuch eines ländlichen Herrenhauses festgemacht. Im zweiten Teil werden touristisch interessante Regionen in allen vier Himmelsrichtungen vorgestellt. Manche Orte sind so interessant und spannend beschrieben, dass man eigentlich sofort hin möchte, etwa Valencia Island in Kerry. Die Klasse einiger Texte erweist sich aber darin, dass man den Genuss an der lebendigen Vorstellung bereits beim Lesen hat. Ein Blitzbesuch in Dublin und Belfast sowie eine Bootsfahrt auf dem Shannon bleiben dagegen eher an der (Wasser-) Oberfläche. Dass die Texte aufgrund der Zweitverwertung teils aus der Zeit vor dem Crash des „keltischen Tigers“ stammen, macht sich nur an wenigen Punkten bemerkbar. Am Ende der Kapitel geben Karten und Adressen ein paar praktische Informationen. Die Lese- und Surftipps am Ende des Buchs sind recht spärlich ausgefallen. Man will und kann kein Reisehandbuch ersetzen. Zum gemütlichen Schmökern sind die Ansichten für Leute mit vielseitigem kulturellem Interesse und entsprechenden Grundkenntnissen empfehlenswert.

Der intellektuelle Anspruch der Zeitung, hinter der „immer ein kluger Kopf steckt“ (alter Werbespruch) hat allerdings dafür gesorgt, dass die Texte der unterschiedlichen AutorInnen flüssig und oft sehr kenntnisreich geschrieben sind. In den besten Fällen weisen die Beobachtungen und deren Interpretation deutlich über das Sichtbare hinaus. Da die einzelnen Artikel relativ kurz sind, kann man die Lektüre leicht unterbrechen, ohne den Faden zu verlieren. Auch Anspruchsvolleres wie der Streifzug durch Dublin auf den Spuren von James Joyces Ulysses ist dadurch gut verträglich. Die Hauptstadt der Republik wird als Startpunkt vieler Reisen und unangefochtenes geistiges Zentrum in mehreren Kapiteln beschrieben, die sich recht gut ergänzen.

Außer in der e-book-Ausgabe sind die gesammelten Texte auch als Hörbuch zu haben. e-Book Irland – Ansichten einer Insel, ca. 196 Seiten, 41 Abbildungen ISBN 978-3-89843-253-5 (ePub), 978-3-89843-254-2 (PDF) Preis 9,99 € www.celtic-rock.de/2013/10/irland-ansichten-einer-insel-e-book-2013/

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Instrumente lernen

Instrumente lernen Tinwhistle lernen mit Robbie MacGowran und thesession.org von kuec Dass man gefühlvolle Slow Airs und fetzige Reels aus einem unscheinbaren Me t a l l f l ö t chen herausholen kann, erstaunt immer wieder. Wer sich allerdings selbst an der Tin Whistle versucht, steht vor dem Problem, dass die einzeln geblasenen Töne sich nicht so leicht zu einem wohlklingenden Ganzen zusammenfügen. Es fehlt dem fortgeschrittenen Anfänger meist an den kleinen Tricks und Kniffen, die den irischen Sound ausmachen. Mit Notenbüchern ist diesem nicht wirklich auf die Spur zu kommen. Im Netz gibt es neben youtube noch andere Möglichkeiten, Tunes und ihre Spielweise zu erlernen. Dazu stelle ich euch ein mp3-Album vor, auf das ich bei thesession.org gestoßen bin. Dort bietet Robbie MacGowran an, den Download – Link kostenlos zuzusenden, was bei mir auch gut geklappt hat. Robbie spielt seit über 30 Jahren Tin Whistle und hat mit dem Gitarristen Ruairi Kelly 12 Tracks aufgenommen, die eine Reihe populäre Tunes enthalten. In einem Interview hat Robbie seinen musikalischen Werdegang beschrieben. Er ist Autodidakt und arbeitet auf den Dubliner Docks. Das Album ist nicht unbedingt als Lehrmaterial gedacht, sondern eher als musikalische Visitenkarte, eignet sich aber gut, um sich mit der traditionellen Spielweise vertraut zu machen. Hier geht es ums Grundlegende – eben Basically. Das gesamte Material ist “trad.”Robbie demonstriert mit klarem, variationsreichen Spiel, wie eine gut gespielte Whistle klingen soll. Ruari Kelly zupft seine Gitarre, so dass es einen etwas volleren Klang gibt, aber die Whistle bleibt klar im Vordergrund. Die Tempi sind gemäßigt, aber nicht extra verlangsamt. Man darf sich beim Hören daran erinnern, dass die irische Tanzmusik zunächst mal von Einzelmusikern gespielt wur-

de. Fiddle, Pipes oder Whistle hatten den Rhythmus für die TänzerInnen zu tragen, was die Spielweise bis heute prägt. Dazu hält Robbie MacGowran oft die unbetonten Töne kurz oder unterbricht für eine Atempause. Bindungen und Verzierungen unterstützen den rhythmischen Effekt. Auch wer ein anders Melodieinstrument spielt, kann profitieren, da die Effekte und Phrasierungen häufig übertragbar sind. Das Lernen von Melodien findet in Irland auch heute noch zunächst mal über das Hören statt. Es hat sich allerdings eine Schriftform international eingebürgert, die Tonlänge mit Zahlen und Tonhöhe mit Buchstaben bezeichnet: Das ABC – Format. So ist es möglich, ohne Notenkenntnisse und grafisch einfach Melodien schriftlich mitzuteilen. Wer das Album Basically nicht nur hören, sondern in Teilen nachspielen möchte, findet sämtliche Stücke daraus im ABC – Format in der Datenbank des Portals thesession. org. Man kann sie sich dort auch als midi-file vorspielen lassen. Die Datenbank enthält auch die Titellisten zu einer Unmenge an Alben. Wer CDs mit irischen Instrumentalstücken besitzt, hat gute Chancen, die Tunes dort unter Recordings gelistet zu finden. The Session bietet die wohl größte Sammlung irischer Tunes, und das oft nicht nur einfach, sondern in verschiedenen Variationen, den sog. Settings. Der erste Reel ist also gleich sechsfach zu finden. Bei der Frage, welche Version man nehmen soll, helfen vielleicht die jeweiligen Kommentare. Es geht aber eh nicht darum, hundertprozentig nachzuspielen, sondern eine eigene, sessionkompatible Fassung zu finden, gerne mit Variationen. Ihr möchtet die Stücke zum Lernen lieber in Notenform vor euch sehen? Besser als die Noten bei Thesession auszudrucken ist der Konverter bei den Leuten von concertina.net. Dazu das gewünschte Stück im ABC-Format in das freie Feld kopieren und auf Submit klicken. Anschließend wird bereits eine Vorschau der Noten gezeigt. Deutlich besser zu lesen ist

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Insturmente lernen

allerdings die pdf – Version. (blaue Schrift anklicken). Was jetzt noch für den guten Sound fehlt, sind die Verzierungen, ornamentation genannt. Dafür ist außer der Kenntnis der Slides und Rolls das aufmerksame Hören unumgänglich. Etwas mühsam, aber lohnend. Falls ihr vorhabt, mal in

einem irischen Pub zu spielen – dort kennt man den Unterschied. www.celtic-rock.de/2013/10/tinwhistle-lernen-mit-robbie-macgowran-und-thesession-org/

CDs und Platten The Skunnered ~ Best Laid Plans (2013) von Folkaholix Wessen genau sie überdrüssig sind, verraten die vier Herren von THE SKUNNERED nicht, wiewohl ihr Name genau dafür steht, denn ihr Name ist der schottische Ausdruck für “ich habe es satt” bzw. “ich habe genug”. Seit über einem Jahrzehnt spielt sich das Quartett durch die Herzen und Ohren einer beständig wachsenden Zuhörerschaft – und lieferte mit BEST LAID PLANS im August dieses Jahres wieder einen neuen Silberling.

general. We aren’t restricted by genre.

Wie schon beim Vorgänger lassen sie sich dabei von einer ansehnlichen Gastmusikergilde unterstützen, die vielerorts für nuancierten Hörgenuss sorgen. Womöglich sind es ebd. Akzente, deren Antipode das Überdrussgefühl ist. Dass durch diese stilistische Unabgeschlossenheit womöglich persönliche Affinitäten und markttechnische Vorteile zusammenfallen, kommentiert Chas Cunningham kurz: We’d like to be heard internationally by a wide range of people interested not just in Scottish or Celtic music but in music in

Dabei gehen THE SKUNNERED recht durchschnittlich

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bestückt an die Verrichtung ihrer musischen Ambitionen, denn mit Mandoline, Schlagzeug, Perkussion, Bass und Gitarren sind sie – qua Instrumentation – nicht der Hinhörer. Mit wundervollen Satzgesängen und unterschiedlichsten gastinstrumentalen Beiträgen von Whistle, Saxophon, Fiddle, Mundharmonika, Klarinetten und Keys erringt dennoch jedes Stück eine dezidiertes En-Plus, das vornehmlich durch eines überzeugt: Die Kunst der Subtilität. Kein folklore-nicht-untypisches Vordrängeln, sondern das Hintenanstellen der eigenen Virtuosität hinter den Gewinn des Gesamtklangs. So eröffnet The Thursday Millionaire mit seichtem Hu-Summen, indes über eine ebenso tragische wie reiche Person berichtet wird. Bedacht ruhiger Perkussionseinsatz umrahmt den fast jamaikanischen Gesamtklang par excellence, ehe sich die nur leicht verzerrte Gitarre über den weichen Wellen des Background-Chores zu einem stillen Solo aufmacht. Und wiewohl der Duktus insgesamt eher vom positiven Dur dominiert wird, bleibt am Ende ein leicht wehmütiger Nachgeschmack. Der Nachfolger, The Coldest Corner, schlägt neuerlich ruhige, rhythmische Wege ein. Beinahe Smith-schluchzend ertönt die gängige Phrase “time to say goodbye”, indes sich die Saiten der E-Gitarre, um die Höhe eines halben Tones nach oben gezogen, den Gehalten einen ironischen Akzent hinzugibt.

Dabei gelingt den selbsternannten Satthabenden ein großartiges Stück Musik. Mag das Alter diesbezüglich vielleicht auch als Impulsgeber fungieren, aber die Ruhe des Gestandenen tut dem folkloristischen, aber auch ruherockigen Sound sehr gut, entzieht sich dabei dem Rausch der verfliegenden Zeit und setzt voll und ganz auf die Entfaltung des Gemächlichen und dabei jedoch der Behäbigkeit anheim zu fallen. Freunden tanzbarer Folklore wird dieser Silberling über weite Strecken wenig bieten, was den Durchschnittserwartungen entspricht. Dafür liefert THE SKUNNERED, die vielleicht des leidigen Drucks der Zeit überdrüssig geworden sind, ein Refugium der Stille, das ebenso von der meisterlichen Entschleunigung lebt, wie von den oftmals augenzwinkernden, musikalischen Akzenten. Trackliste 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9.

The Thursday Millionaire The Coldest Corner The De’ils Awa’ Wi’ The Exciseman The Ploughman The Bar-l Blues Raintown Sometimes The Bad Guys Win If You Wanted To Stay Together Windmills

www.celtic-rock.de/2013/10/the-skunnered-best-laidplans-2013/

Johnny Logan ~ The Irish Soul – The Irish Connection 2 (2013) von Folkaholix Kaum ein Jahr ist vergangen, seit THE IRISH CONNECTION gold- und platingeschmückt die europäischen Gestade überflutet hat. Dabei ging dem Silberling vornehmlich das Gefühl der Ursprünglichkeit ab, das einen integralen Bestandteil folkloristischen Schaffens darstellt. Mit einem Best-Of-Konglomerat der sogenannten Klassiker kam der Silberling ein wenig zu geglättet daher und war vor allem eines: Pop. The 1st Irish Connection was a collection of the most well known Irish pub songs given a modern treatment. The Irish Connection 2. is a collection of modern Irish pub songs that resonate with both young and old in Ireland today. Nun meldet sich JOHNNY LOGAN mit einem Nachfolger zurück, der vom ersten Titel an, das Defizit seines Vorgängers überwindet. Lannigan’s Ball eröffnet mit wuchtigen Tom-Schlägen, ehe Mandoline und Flöte im Unisono, umrahmt von Schlagzeug, Bass, Gitarre und Akkordeon, die Kurzouvertüre kurzer Hand übertönen. Hernach trägt Logtriskel - the celtic rock & punk ezine 23


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an, indes die Instrumente im subtilen Piano beinahe zu pausieren scheinen, die erste Strophe vor, ehe sich das Klanggewitter im vielgesanglichen Zwischenteil auf die Häupter und in die Ohren seiner Hörer ergießt. Erfrischend ist zudem, dass live-typische Jauchzer und Einwürfe dem Opener einen authentischen Charme angedeihen lassen. Gleiches gilt für den Uni-Gesang, der seinem Wesen nach eben nicht astrein sondern vielmehr leicht dissonierend ist – Logan gelingt bereits mit diesem ersten Titel, woran beim Vorgängeralbum nicht zu denken war: Eine Entfesselung echter Leidenschaft – und schafft damit Folk. My father was a famous Irish Tenor and I grew up with traditional Irish music. At the beginning of my career I played in Irish pubs as support for bands like the Dubliners, The Wolftones. The Fureys. So I always continued to play a traditional set in my show. A Danish promoter asked me continually for around 8 years to record an album of these songs and eventually I agreed and so the Irish Connection came to be. I enjoyed the process so much and it was so successful that I’ve recorded the Irish Connection 2 (The Irish Soul) now. Mit Galway Girl ertönt ein Klassiker, dem nicht der Interpretationsstaub der vorherigen Jahrhunderte anhaftet. Wiewohl die Version von Mundy & Sharon Shannon unerreicht bleibt, inszenieren die Musiker eine anhörliche Version, die Steve Earle durchaus gerecht werden dürfte. Und gleichwohl Logan nichts Neues liefert, so schafft er dennoch das anheimelnde Gefühl des heimischen Pubs einzustellen.

ger anhaftete. Dass sich Logan aber nicht allerorts von diesem grundsätzlichen Klängen lösen kann, mag authentizitätsaffinen Hörern ein Dorn im Ohr sein. Popsozialisierten Hörer dürften mit diesem Album problemlos die charmanten Derbheiten des Folk entdecken – und mit ihm vielleicht auch zu neuen Gestanden aufbrechen. Man darf also gespannt sein, wie Logan seine Reise fortsetzt. Trackliste 1. Lannigan’s Ball 2. Galway Girl 3. The Irish Soul 4. Body Of An American 5. Irish Heartbeat 6. The Holy Ground 7. Dearg Doom 8. Ellen’s Song 9. Fairytale Of New York 10. Independent Man 11. She Moved Through The Fair 12. Matty Groves 13. The Old Triangle 14. Save This Christmas For Me 15. The Wexford Carol www.celtic-rock.de/2013/10/johnny-logan-the-irish-soulthe-irish-connection-2-2013/

Dass der hochdekorierte Headliner jedoch nicht aus seiner Haut kann, wird beim namengebenden Titel des Albums, The Irish Soul, deutlich. Wenngleich unterschiedliche folkloristische Instrumentierung durchaus Akzente setzen, so bspw. die Geigen-Einwürfe, deren Slights allen Ansprüchen stereotypisierten Vorstellung einer Fiddle gerecht werden, erklingt hier eher Pop denn Folk. Der beinahe schlagereske Background-Damen-Chorus, der schlussletztlich im aalglatten Terzgesang mündet, verstärkt diesen Eindruck zusätzlich. Dennoch geizt auch dieser Titel nicht mit Reizen – so u.a. auch mit einem kurzen Piano-Solo, das auch Bluesfreunden gerecht werden dürfte. So setzt das Album seine gemäßigte Reise fort, ehe der siebte Titel, Dearg Doom, erklingt und wieder wuchtigen Folksound liefert. Mit F“ wagt Logan sich an einen unerreichten Hymnus der Pogues, die im Original maßgeblich vom Duo-Gesang Shane MacGowans und Kirsty McColls lebt. Dass Logan diesem Duktus nicht gerecht wird, repräsentiert seinen eher überarbeiteten Klangvorstellungen folkloristischen Schaffens. THE IRISH SOUL überzeugt über lange Strecken durch die Überwindung der allzu glatten Fassade, die seinem Vorgäntriskel - the celtic rock & punk ezine 24


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