Page 1

Gewinnspiel Shamrock Castle

MĂ nr

Test an ~ The

CDs und Platten Interviews Konzerte und Festivals

Ausgabe 18 - Juni 2013

Bandportraits Medien und Literatur und vieles mehr...


Inhalt

Editorial von frakru Mit dieser Ausgabe leiten wir jetzt endlich den Sommer ein, ich habe selbst im hohen Norden in Bremen schon die ersten Sonnenstrahlen dieses Jahres gesehen. Passend zur startenden Festivalsaison verlosen wir Karten für das „Shamrock Castle Festival“. Auch haben wir für Euch schon den ersten Festivalbericht von celtic-rock in dieser Ausgabe: das „Keltic Festival Hohenlimburg“. Weiterhin setzten wir unsere „Reise-Serie“ fort und begleiten die „O´Reillys & the Paddyhats“ auf ihrer Tour nach Moskau und Madrid. Erlebt, wie das Leben als Rockstar wirklich ist :-). Ausgabe 18 heißt, dass triskel jetzt 1 1/2 Jahre alt ist. Das ist jetzt genau das richtige Alter, um uns eine eigene Webseite zu gönnen. Auch wenn natürlich noch nicht alles fertig ist, so wollen wir Euch die Adresse natürlich nicht verheimlichen. Schaut rein unter triskel.celtic-rock.de. Wie immer viel Spaß mit dieser Ausgabe wünscht Euch Eure celtic-Rock Redaktion

Inhalt Gewinnspiel Die Juni-Charts // mit Gewinnspiel..................................5 Das erwartet Euch beim Shamrock Castle 2013..............34

Three Sheets T’Wind – Break from Traditions (2013).....26 Clanadonia ~ Keepin`It Tribal (2007).............................26 Solid Ground ~ Rupdiduh (2012)...................................31

Album des Monats - Juni Mànran ~ The Test (2013).................................................3

Interviews Interview mit Nobody Knows ~ neue CD / neues Video.10

Streams of Whiskey Die Juni-Charts // mit Gewinnspiel..................................5

Backstage On Tour mit den O’Reillys & Paddyhats / Teil I.............13 On Tour mit den O’Reillys & Paddyhats / Teil II............15 On Tour mit den O’Reillys & Paddyhats / Teil III...........23 On Tour mit den O’Reillys & Paddyhats / Teil IV...........25

Dies und das Interview: Save the Pub – Rettet unser „An Crannóg“.......6 Mein Irish Pub: Der neue Notenschlüssel Leverkusen.....18 Das erwartet Euch beim Shamrock Castle 2013..............34 CDs und Platten The Outside Track ~ Flash Company (2012).....................8 The Lagan ~ Where’s Your Messiah Now?..........................9 Malasañers ~ Malasañers (2013)......................................12 Ferocious Dog – Same (2013).........................................17 Marcus Friedeberg – Song for Ireland. ............................20 The Shanes – Road Worrier (2013).................................21 Harmony Glen ~ Where the Wind Blows (2011)............22

Bandporträts Ferocious Dog.................................................................16 Konzertberichte 2. Keltic Festival Hohenlimburg Freitag..........................28 2. Keltic Festival Hohenlimburg Samstag........................29 Impressum .......................................................................................35

triskel - the celtic rock & punk ezine 2


CDs und Platten

Album des Monats - Juni Mànran ~ The Test (2013) von kuec Tolle schottische Folk-Rock-Band mit sechs Buchstaben? Die spontane Antwort wird „Run Rig“ lauten, aber das könnte sich allmählich ändern. Bereits jetzt kann ich sagen, dass meine Entdeckung des Jahres mit ziemlicher Sicherheit „Mànran“ heißen wird. Das Sextett ist drei Jahre jung und wurde in seiner Heimat für die erste CD reihenweise mit prestigeträchtigen Preisen ausgezeichnet. Die Band nennt neben traditioneller schottischer Musik Rock, Funk und Jazz als Einflüsse, aber auch Pop spielt eine Rolle. Mànran kombinieren die eher ernsthaft wirkenden Instrumentaltitel mit eingängigen Songs, deren Arrangements durchaus auf den Mainstream zielen. Was aber glücklicherweise fehlt, ist das Pathos, das mir die andere Band mit den sechs Buchstaben etwas verleidet. Die Besetzung: Norrie MacIver (vocals, guitar) Gary Innes (accordion, keyboard) Ewen Henderson (fiddle, highland pipes, whistle, vocals) Ryan Murphy (uilleann pipes, wooden flute) Ross Saunders (bass guitar, vocals) Scott MacKay (drums, percussion) als Gast Phil Cunningham (keyboards, cittern). Das Projekt „Top 40 – Single“ war nur teilweise erfolgreich: Latha Math brachte es 2011 auf Platz sechs der schottischen und der Indie – Charts. Die Ziele sind also hoch gesteckt. Das zweite Album hat die Band mit ihrem Technikteam als die Herausforderung gesehen, den knackigen, raueren Sound der live – Auftritte unter Studiobedingungen einzufangen. Mit Phil Cunningham, der sich als Mitglied der legendären Silly Wizard einen Namen machte, hat die Band offenbar den richtigen Produzenten gefunden. Das Material ist stark in der Tradition verwurzelt, aber zum großen Teil neu bzw. selbst geschrieben. Diesmal ist mit Tillidh Mi ein Runrig – Cover dabei, einer der hittauglichen Songs mit Hang zum Hymnischen, zu denen auch The Test, Tamhasg und The Fishing Boat zählen. Die Songs erzählen öfter von Abschied oder Trennung, was zur herbstlichen Atmosphäre passt. Mànran haben die deutliche eigene Handschrift des ersten Albums bewahrt und ihr Rezept nicht grundlegend geändert. Wie die Besetzung nahelegt, gibt es eine Menge Tune-

sets, die auch mal sieben Minuten dauern. Daher ist bereits nach zehn Titeln eine volle CD-Länge erreicht. Mit den typischen umgekehrten Punktierungen von Akkordeon und Fiddle weiß man nach den ersten Takten, dass man es mit einer schottischen Band zu tun hat. Allerdings ist der irische Einfluss in Glasgow ohnehin gegeben und wurde mit Ryan Murphy, einem siebenfachen Landesmeister an den Uilleann Pipes, gezielt gestärkt. Bei uns war er mit Cara zu hören. Die anderen Mitglieder haben vorher in namhaften schottischen Formationen gespielt und teils Musik studiert. Auch der heimatliche Einfluss spielt eine Rolle: Sänger Norrie stammt von der Insel Lewis (Äußere Hebriden), kein Wunder, dass er in der gälischen Sprache zu Hause ist. Der erste Track braucht fünf Minuten, in denen die Band Spannung aufbaut, bis die Musik Betriebstemperatur erreicht hat und der Sänger in ein rasantes Stück Mouth Music, eine Art Scat-Gesang, übergeht. Vokales und Instrumentales lässt sich nicht immer trennen. Bei beidem kombinieren Manran eingängige Melodien und Power, so dass The Test bis zum letzten Ton fesseln kann. Die Wiederholungen einer Leitmelodie weiß die Band auf vielerlei Arten zu variieren. Langsamen Melodiebögen werden doppelt so schnelle unterlegt, die wie auf wundersame Weise harmonieren. Tempoverschiebungen und Breaks werden effektvoll eingesetzt, ungewöhnliche Halbtonschritte brechen aus dem Tonartraster aus. Bass und Schlagzeug agieren neben einer präzisen akustischen Rhythmusgitarre druckvoll und gleichzeitig mit einer unglaublichen Vielsei-

triskel - the celtic rock & punk ezine 3


CDs und Platten

tigkeit. Die irischen Pipes oder eine Flöte prägen mit Akkordeon und Fiddle den Sound. Gefällige Klänge vom Piano umrahmen einige Songs. Die Highland Pipes sind nur als Ausnahme zu hören. Überraschende Kombinationen lassen die Instrumentalisten kurz einzeln hervortreten. Alles zusammen hat nicht nur Club- sondern Stadiontauglichkeit. Wer an dieser Mischung Gefallen findet, sollte am besten gleich beide vorhandenen Alben erwerben, denn ich vermag nicht zu entscheiden, welches das bessere ist. Vielleicht hat das Debüt eine Spur mehr Unbekümmertheit, aber die Stärken in Materialauswahl, Besetzung und Arrangements sind gleich geblieben. Die Ausstattung des Albums ist etwas spärlich. Es gibt kein Booklet, für Infos über die einzelnenTitel oder Musiker muss man die Webseite besuchen. Auch die Länge der Tracks fehlt. Mànran werden übrigens Runrig bei deren 40-jährigem Jubiläumskonzert am 10. August in den Highlands supporten. Spätestens dann wird ihr Name international ein Begriff sein. In Deutschland sind Mànran erstmals beim F60 Festival am 15. Juni zu sehen.

Trackliste 1. MSR: The Homecoming March / Dill O Odilum / Thoir A Nall Ailein 2. Tamhasg (Shadow) 3. Dheanainn Sugradh ( I Would Sport With The Black-Haired Girl) 4. 10k Tattie: 10k Tattie / Fechin Inn / The Road To Apeldoorn 5. Maria: Maria / Kerlou 6. The Test 7. Jigs: Andy Mackinnon’s / The Rutland Jig / Trip To Aviles / I Have It Somewhere 8. Tillidh Mi (I’ll Return) 9. The Fishing Boat 10. Overtime: Tynes In Overtime / Ward Allen’s / John Smeaton / Smelling Fresh www.celtic-rock.de/2013/06/manran-the-test-2013/

triskel - the celtic rock & punk ezine 4


Streams of Whiskey

Streams of Whiskey Die Juni-Charts // mit Gewinnspiel von daniels Es gibt einen neuen Spitzenreiter: Cromdale! Den Weg in die Hall Of Fame haben diesen Monat The Corrs und The Tossers geschafft. Aufgrund der vielen HOF-Plätze des letzten Monats können wir die Wunschbox endlich mal ein bisschen aufräumen und Eure Wünsche spielen! Noch mehr davon wären aber auch nicht schlecht. Diesen Monat könnt Ihr 5 aus 29 wählen! Hier nun die TOP 5 aus dem Mai: 5. The Feddigans – Black And Tans (Rang: 5/13) (13%) 4. The Whisky Priests – Alice in wonderland (Remix) (Rang: 9/8) (19%) 3. Dropkick Murphys – Rose Tattoo (Rang: 3/8/5) (19%) 2. The Dolmen – Piper Of Souls (Rang: 2) (21%) 1. Cromdale – Welcome to the Show (Rang: 14) (28%) Die kompletten Ergebnisse findet Ihr im Chart-Archiv. Diesen Monat neu nominiert sind: The Kreelers, Sir Reg, The Outside Track, Malasaners, The Lagan, Marcus Friedeberg, Ferocious Dog, Harmony Glen, The Shanes, Three Sheets T’Wind, Clanadonia, Solid Ground, Punch n Judy, Irish Maiden und Shannon. Alle Songs hört Ihr in unserer Radiosendung “Streams Of Whiskey” und einige der Neuerscheinungen auch in “What’s New“. Die Zeiten findet Ihr im aktuellen Sendeplan. Zu gewinnen gibt es diesen Monat auch wieder was: 1 x CD: Plattrock, A little cup of sausagewater (www.plattrock.de) 2 x CD: The Mimi Burns Band, Brave Journey (www.mimiburns.com) Wie immer: Vielen Dank an die Unterstützer/innen und besucht deren Websites! Verlost werden die Scheiben unter allen, die bis zum 25.XYZ. ihre kompletten fünf Stimmen abgegeben haben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner/innen werden per E-Mail benachrichtigt. Bitte hinterlasst also eine zustellfähige Adresse in Eurem Profil. Um abzustimmen, müßt Ihr Euch hier rechts in der Sidebar zunächst registrieren. Wenn Ihr eingeloggt seid, könnt Ihr auf der Chartseite abstimmen! UND NUN AB ZUM VOTING: www.celtic-rock.de/2013/06/die-juni-charts-mit-gewinnspiel/

triskel - the celtic rock & punk ezine 5


Dies und das

Dies und das Interview: Save the Pub – Rettet unser „An Crannóg“ von Funkfuzzi Am Silvesterabend 2012 zerstört eine offenbar unbedacht abgeschossene Feuerwerksrakete das Reetdach des “An Crannog” Irish Pubs Oberhausen. Fast ein halbes Jahr danach, und nachdem Rufe nach einem Wiederaufbau laut wurden, hat sich das CentrO Management zugunsten einer “Umsatzsteigerung” der anderen “Einheiten” im CentrO und in der Hoffnung einen “Trendnachläufer” dort ansiedeln zu können, entschieden, den Irish Pub abzureißen und nicht wieder neu aufzubauen. Dagegen regt sich Widerstand, unter anderem bei facebook – darüber hinaus gibt es eine Online-Petition. Wir haben mit Christiane Müller gesprochen – sie gehört zu den insgesamt sieben Initiatoren. Funkfuzzi: Was sind Deine Erinnerungen an den Silvesterabend 2012? Christiane Müller: Zunächst einmal möchte ich sagen, dass unsere Gruppe „Save the Pub“ aus 7 Menschen besteht, die alle einen unterschiedlichen Hintergrund und eigentlich auch wenig Gemeinsamkeiten außer einer haben. Sie lieben ihr „An Crannóg“! Nicht jeder von uns war vor Ort… Einige haben die Silvesternacht zu Hause verbracht und wurden dann von Freunden per Handy über den Brand informiert. Eigentlich waren wir sehr überrascht, dass es überhaupt ein Feuerwerk in der Nähe des mit Reet gedeckten Pubs geben durfte und dass keine Feuerwehr vor Ort war. Am Anfang dachten wir noch alle, dass es ja halb so wild ist. Ein wenig Rauch, ein paar kleine Flammen. Der Brand ist schnell gelöscht… Doch es lief in unseren Augen alles schief was nur schief laufen konnte. Aus dem kleinen Feuer entwickelte sich ein ganzer Großbrand. Überall standen Menschen mit ungläubiger Miene, teilweise ohne Jacken, da sie nach dem Feuerwerk nicht wieder in den Pub konnten. Die Feuerwehr bekam den Brand aber einfach nicht unter Kontrolle. Schon in dieser Nacht war uns klar, dass wir so schnell nicht wieder in unseren Pub kommen. Wir hätten aber niemals damit gerechnet, dass wir hier vielleicht gerade das Ende unseres „An Crannógs“ erleben. FF: Warum setzt Du Dich dafür ein, dass der Pub wieder aufgebaut wird? CM: Zunächst einmal war es für alle vollkommen klar, dass der Pub wieder öffnet, ob jetzt kernsaniert oder neugebaut… Niemand von uns hat mit dieser Entwicklung gerechnet. Den Ausschlag für uns, etwas dagegen zu unternehmen, war

jedoch die Aussage des CentrO-Managements in zugunsten der anderen “Einheiten” nicht wieder aufzubauen und das ein Irish Pub kein trendsetzendes Konzept bieten würde. Der Pub bot einfach einen wunderbaren Kontrast zu den sonstigen Gastronomien und Clubs. Er vereinte Jung und Alt, bot Musikern (und solche, die es gern wären ) eine Plattform und brachte Zuhörer vieler Nationen zusammen: Irisch, Deutsch, Türkisch, Griechisch, Libanesisch, Polnisch, Schottisch oder Englisch! Ist das nicht wegweisend und trendsetzend genug? FF: Was hat An Crannog für Dich ausgemacht/bedeutet? CM: Da sind wir uns alle absolut einig! Das An Crannóg war nicht einfach nur ein Restaurant, es war auch nicht einfach nur eine Bar, es war auch nicht einfach nur eine Disco. Es wurde mit viel Liebe zum Detail ausgestattet. Die Dekoration und Ausstattung wurde von sehr vielen Leuten auf unserer Seite als bezeichnend und als Besonderheit erwähnt. Doch für uns war das „An Crannóg“ ein Ort mit Herz und Seele. Dort wurden Fremde zu Freunden. Dort fühlten wir uns zu Hause und angenommen so wie wir waren. Das Management schaffte es im Pub ein wundervolles Programm zu etablieren, bestehend aus Karaoke, Live-Music, Sport, Pub-Quiz und in den Sommermonaten fanden hinter dem Pub Beachpartys statt. Zwei von uns fanden sogar ihren Lebenspartner unter dem Reetdach des Pubs.

triskel - the celtic rock & punk ezine 6


Dies und das

FF: Glaubst Du, die Petition und die facebook-Seite stimmen die Centro-Leitung um?

tanzten dort eine Sequenz aus ihrem Stück. Musikalisch wurde uns also wirklich einiges geboten.

CM: Das ist eine schwierige Frage. Natürlich sind wir realistisch genug, um zu wissen, dass im Geschäftsleben vor allem eins zählt: Die Wirtschaftlichkeit. Allerdings können wir einfach nicht glauben, dass sich ein Pub am CentrO nicht rentiert. Zudem müssen wir nun ja, belegt durch mittlerweile 1800 Befürwortern und fast 500 Unterschriften in der Online-Petition, feststellen, dass auch etwas Altbewährtes ein Trend sein kann und ein Kontrast auf der Amüsiermeile des CentrOs sogar dringend von den Kunden erwünscht wird. Der Zuspruch der Menschen da draußen und die Erkenntnis, dass die große AnCrannóg-Familie zwar kein Zuhause mehr hat, aber darum nicht weniger existent ist und immer noch zusammen hält, lässt uns hoffen, dass vielleicht etwas möglich sein könnte. Nelson Mandela sagte schon so passend: „It always seems impossible until it’s done!”

FF: Hättest Du gedacht, dass sich so schnell so viele auch für den Pub einsetzen?

FF: Was wäre der Worst Case als Ersatz für den Pub? Starbucks? Schlager-Disco? Handyladen?

CM: Was wäre der Anbieter ohne die Nachfrage des Konsumenten? Was muss man tun, damit Kunden ihre Kaufkraft immer wieder in ein Geschäft tragen? Ihr Plan ist es, das die Kunden zum Shoppen kommen und im Anschluss den Tag auf der Promenade ausklingen lassen. Hätten Sie die Kommentare und Reaktionen auf ihrer Facebookseite nach ihrer Ankündigung gelesen, hätten Sie festgestellt, dass sehr viele Leute nur wegen des Irish Pubs ins CentrO gefahren sind. Unsere Seite sollte Ihnen zeigen, dass es keiner neuen Trends bedarf um Erfolg zu haben. Das Konzept des Irish Pubs war 10 Jahre lang erfolgreich. Die Kundschaft besteht aus Menschen jeden Alters und sie will keinesfalls einfach auf die benachbarten Einheiten umgesiedelt werden. Lesen Sie die Kommentare auf ihrer eigenen Seite, schauen Sie sich auf unserer Seite an, wie viele Leute Anteil am Schicksal des An Crannóg nehmen. Sowohl der Pub selbst als auch der Beach waren DAS Highlight auf der Promenade. Gehen Sie nicht einfach über dieses unglaubliche Kundenfeedback hinweg! Zum Schluss möchten wir uns bei allen, die uns schon heute bei unserem Vorhaben unterstützen, von ganzem Herzen bedanken.

CM: Für welches neue trendsetzende Modell sich das Management des Centros entscheidet, ist aus unserer Sicht nicht relevant. Nichts kann das An Crannóg ersetzen. FF: Was ist Deine schönste Erinnerung ans An Crannog? CM: Auch da gibt es so viele… St. Patricks Day und Halloween sind immer fantastische Abende mit vielen schönen und wertvollen Erinnerungen gewesen. Man wurde einfach von der einmaligen Atmosphäre mitgerissen und hat Songs wie „The Wild Rover“ oder „Fields Of Athenry“ mit gegrölt. Da waren Karaokeabende an die wir uns zurück erinnern. Unseren ersten eigenen kleinen Auftritt auf der Bühne. Den Applaus den jeder bekam, auch wenn einem manchmal fast die Ohren bluteten oder wir kaum noch gerade stehen konnten vor Lachen. Wir erinnern uns an die Musiker, die vielen internationalen Freunde die man gefunden hat und das Personal, welches immer gut aufgelegt und für einen Spaß zu haben war. Seht euch die vielen Bilder auf der Seite an und ihr bekommt einen kleinen Eindruck… FF: Welche Bands/Musiker hast Du im An Crannog gesehen? CM: Da gab es so viele… Da war die Ceili Family, R’Jac, Brodie Ash, Connemara Stone Company, Rob Sure, Top Dogs, Nigel Pricket, Marc Bennett, Jimmy Kelly, Moodish, Crossroads, Spider aus Neuseeland, Cathal Dolan, Ray Keenan, Hoi Polloi und die Darsteller der Musicals waren häufig zu Gast bei den Karaokeabenden. Sogar die Tänzer von Lord of the Dance kamen nach ihrer Vorstellung in den Pub und

CM: Dass wir innerhalb so kurzer Zeit eine so große Resonanz erhalten haben, ist sicherlich überraschend und hat uns ehrlich gefreut. 1900 Likes in 4 Tagen haben uns schier umgehauen. Der Abrissplan hat die Pub-Familie noch näher zusammen gebracht und nun wollen wir gemeinsam mit fast 1800 Menschen gegen die Entscheidung des CentrO-Managements protestieren und wir hoffen sehr, dass wir noch mehr gleichgesinnte Menschen erreichen. FF: Du kannst Dich zum Schluss direkt an die Entscheider beim Centro wenden! Warum muss An Crannog wieder aufgebaut werden?

In diesem Sinne: Save the Pub – Rettet unser „An Crannóg“! FF: Danke für das Interview, toi toi toi und Slainte! www.celtic-rock.de/2013/05/interview-save-the-pub-rettetunser-an-crannog/

triskel - the celtic rock & punk ezine 7


CDs und Platten

CDs und Platten The Outside Track ~ Flash Company (2012) von kuec Die passende Musik zum Frühling: leicht, beschwingt und vital. Am ersten Montag im Wonnemonat Mai erscheint dieses Album auch in Deutschland; ein Gewinn für keltophile Freunde akustischer Musik. Ich hatte das Vergnügen, The Outside Track bereits 2009 live zu erleben. Seitdem haben sie ihre Stärken und den spezifischen Bandsound ausgebaut. Die 2006 gegründete Gruppe ist weiter zusammengewachsen. Ihr drittes Album verbreitet eine positive Ausstrahlung, die auch nach vielfachem Abspielen keine Abnutzungserscheinungen entstehen lässt. The Outside Track unterscheiden sich in mancherlei Hinsicht von den üblichen Bands. Die 4 : 1 – Quote ist hier umgedreht: vier Frauen, ein Mann. Die Fünf stammen aus drei unterschiedlichen Ländern: Schottland, Irland und Kanada. Dementsprechend souverän ignorieren sie geographische Barrieren. Rund die Hälfte der Tracks besteht aus multinationalen Tunesets, wobei speziell die Überlieferung der kanadischen Provinz Cape Breton zu Ehren kommt. Die Besetzung hat sich seit den Anfängen an der University of Limerick auf den Positionen Fiddle und Gitarre verändert und sieht jetzt so aus: Fiddle – Mairi Rankin (CAN) Lead Vocals, Flute, Whistles – Norah Rendell (CAN) Akkordeon – Fiona Black (SCO) Harfe – Ailie Robertson (SCO) Gitarre – Cillian O’Dalaigh (IRL) Sowohl gesanglich – alle singen! – wie auch instrumental sind sie internationale Klasse. Trotz weiterer hörbarer Einflüsse ist das Klangbild recht traditionell orientiert. Die Harmonien sind eingängig und lenken nicht ab. Das Instrumentarium bleibt überschaubar, wobei speziell das zupackende Harfenspiel auffällt. Die musikalische Vielfarbigkeit stammt von den intelligenten Arrangements, aber auch von der Spielweise. Die MusikerInnen arbeiten mit feinen Phrasierungen und Variationen, fügen eigene Melodielinien ein und zeigen ihre Könnerschaft ohne simple Showeffekte. Auch die Melodieinstrumente werden eingesetzt, um rhythmischen Druck

zu erzeugen. Marsch-ähnliche Strathspeys mit starker schottischer Note und irische Reels fließen ineinander, etwa bei dem Set The Transatlantic. Die Tunesetsdauern meist um die sechs Minuten, verlieren aber nie ihre Spannung.Großartig. Bei den Themen der Lieder ist die weibliche Perspektive dominierend. Das Titelstück Flash Company ist die Klage einer älteren Frau, die im Rückblick ihren eher lockeren Lebenswandel für ihre Armut verantwortlich macht. Das Lied wurde von June Tabor und Norma Waterson, zwei herausragenden englischen Sängerinnen, popularisiert. Wohltuend, dass sich The Outside Track hier auf die englische Folktradition beziehen, ohne das gängige Vorurteil zu reproduzieren, was aus England kommt, könne nur schlecht sein. Ähnlich verhält es sich mit False Knight on the Road. Die Band hat die Ballade vom hinterhältigen Ritter zwar von irischen Aufnahmen gelernt, es scheint aber deutlich die bekannte Version von Steeleye Span durch, die Maddy Prior in den Siebzigern gesungen hat. Hier kann man gut die Herangehensweise der Band studieren: mittelschnelle Songs bekommen Instrumentalbegleitung im doppelten Tempo unterlegt, Mairi Rankin baut gern mal einen Reel ein, schließlich schreibt sie ihre eigenen. Hin und wieder verstärken Gastmusiker mit Kontrabass und diversem Schlagwerk den Groove. So klingt auch ein weiteres englisches Lied, The Whitby Maid, frisch und humorvoll. Eher besinnlich The Hawk and the Crow und Mountain Road. Berührend der Song über eine Teenager – Schwangerschaft, der von überallher stammen könnte: Inisvaddy Annie. Norah Rendell singt ihn zart, und die wechselnden Gesangsharmonien spiegeln die unterschiedlichen Gefühle. Auch bei eher dunklen Themen hat die Düsternis musika-

triskel - the celtic rock & punk ezine 8


CDs und Platten

lisch keine Chance, wer Melancholie pflegen möchte, ist woanders besser bedient. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass der Gesang teilweise Corrs-ähnlich ins Poppige geht, aber das wird vielen den Zugang zu den Liedern erleichtern. Das Booklet enthält alle Tunes und Texte sowie Hinweise zur Herkunft und hübsche Zeichnungen aus der gleichen Serie wie das Cover-Bild. Trackliste 1. 2. 3. 4. 5.

False Knight on the Road The Body Parts Set Flash Company The Testimonial Le Petit Sarny

6. The Hawk & The Crow 7. Fishcakes & Brandy 8. The Whitby Maid 9. Inisvaddy Annie 10. The Transatlantic 11. The Mountain Road The Outside Track sind im Herbst mit dem Irish Folk Festival hierzulande auf Tour, wobei speziell die Kombination mit The Fretless ein Leckerbissen werden dürfte. Kürzlich hat Norah Rendell nach der Geburt ihres Sohnens ihren Rückzug aus der Band angekündigt. Sie wird von Aoife Black ersetzt (Nichte der Sängerin Mary Black). www.celtic-rock.de/2013/05/the-outside-track-flash-company-2012/

The Lagan ~ Where’s Your Messiah Now? von Slon Nachdem ich schon die Single “Work Away” von den Folk-Punkern aus London besprechen durfte, freu ich mich natürlich umso mehr auf ein Album und genau das hab ich jetzt in meinem Player. “Where’s your Messias now” so heißt das gute Stück. Und ich bekomm genau das zu hören was ich erwartet habe. FolkPunk wie ich ihn liebe. Nicht zu schnell aber auch nicht zu langsam, man knüpft nahtlos an die Single an und das ist gut so. Ich sag ja immer Dinge die funktionieren soll man nicht ändern und das hier funktioniert sehr gut. Irgendwie bekomm ich bei solcher Musik immer Durst. Neben einigen Eigeninterpretationen bekannter Folk-Klassiker bieten sich hier auch einige Bandeigene Songs. Neulich sagte jemand zu mir, er könne die ganzen Coverversionen nicht mehr ertragen, ich aber seh das anders. Einige Songs sind muss man als Folk und sei es auch Punkband im Repertoire haben. Hier sind es “Star of the County Down”, “I’ll tell me ma” und “Fields of Athenry”. Schöne Versionen der bekannten Klassiker ohne dabei den eigenen Charme zu vernachlässigen. Aber auch die eigenen Kreationen können sich hören lassen, dieses Album wird auf keinen Fall langweilig. Diesmal fällt mir so-

gar das Aussuchen der Songs für unseren Player schwer, da ich alle Songs unbedingt hörenswert finde. Da ich mich aber entscheiden muss findet ihr ab sofort “Work away” und “The Goos Ship Lagan” in unserem Player. Letzteres keine Coverversion aber eine Eigenkreation von “Drunken Sailor”. Alles in einem ein fetziges Album, ich hoffe die Jungs spielen mal in meiner Nähe, so dass ich mich auch noch von den Lifequalitäten überzeugen kann. Wer auf Folkpunk wie “Farlers Fury” oder “The Mahones” steht sollte hier unbedingt zuschlagen und sich dieses Schmuckstück für die eigene Sammlung und vor allem die nächste Party zulegen. Tracklist: 1. Staring the Devil in the Eye 2. Sailing East 3. Work Away 4. Star of the County Down 5. Guinness and Chips 6. Sunny Day in Southie 7. I’ll tell me ma 8. The Good Ship Lagan 9. Same Shite Different Night 10. Fields of Athenrye www.celtic-rock.de/2013/05/the-lagan-wheres-your-messiah-now/

triskel - the celtic rock & punk ezine 9


Interviews

Interviews Interview mit Nobody Knows ~ neue CD / neues Video von JensP Nobody Knows, in der Altmark bekannt wie ein bunter Hund, mit stetig wachsender Fangemeinde und immer ein Garant für gut besuchte Konzerte. Sie brauchen bei ihren Konzerten nicht lange um das Publikum zu begeistern. Die Art, wie sie sich auf der Bühne dem Publikum zeigen, ist ansteckend und das fesselt die Zuhörer. Nobody Knows ist keine Band, die auf die Bühne geht und ihr Ding macht, nein keinesfalls! Sie verstehen es die Menschen beim Konzert mit einzubeziehen, sie zu unterhalten, ein Strahlen in den Gesichtern zu zaubern und lautes Lachen ist immer wieder zu hören. Dabei nehmen sie sich auch selber nicht zu ernst und man sieht und spürt die Freude an der Musik. Es ist auch immer wieder erstaunlich, wie teilweise um die Konzertkarten „gerungen“ wird. Letztes Jahr z.B. konnte man sich in eine Bestellliste für die Weihnachtskonzerte eintragen lassen, das war Anfang August. Ich habe meine Karten Ende August bestellt und da war es schon eng, nur noch wenige Karten vorhanden. Anfang Oktober ausverkauft und man hat sich zu einem Zusatzkonzert entschieden, weil die Nachfrage sehr hoch war. Dieses Jahr konnte man sich im Januar eintragen lassen. Ist das nicht Wahnsinn!? Es ist auch ein Zeichen für die Beliebtheit der Band! Das schafft manch „berühmte“ Band nicht mal.

dreht. Wie seid ihr auf diese Lokation gekommen?

Am 28.04.13 wurde ich eingeladen, um bei dem Videodreh von „Oktoberregen“ dabei zu sein und mir das anzuschauen. Für mich war es interessant zu sehen, wie ein Video entsteht und was alles drum herum passiert. Am Nachmittag ging es los mit dem Aufbau und erste kleine Szenen wurden gedreht. Die Zusammenarbeit aller Anwesenden hat mich schon beeindruckt. Es gab ein Konzept und jeder brachte noch Ideen mit ein, um das Video noch besser zu gestalten und aussehen zu lassen. Kleinigkeiten wurden besprochen, probiert und wiederholt, bis es passte. Ungeplante Aktionen, wie das Stehen von Max auf dem Dach des fahrenden Tourbus von Nobody Knows, wurden noch als Szene gedreht und werden möglicherweise in das Video einfließen. Es gab auch kleine Probleme, die aber schnell gemeinschaftlich behoben wurden. Ich möchte nun auch nicht zu viel verraten und freue mich schon auf das Video. Um dieses Lied handelt es sich:

Es gibt viele schöne Lieder von Euch, z.B. „Wünsch Dir noch was“ oder „Tandaradei“. Warum habt Ihr Euch für „Oktoberregen“ entschieden?

Die Zeit dort nutzte ich natürlich, um mich mit allen Beteiligten zu unterhalten und ein Interview mit Max und Nobody Knows zu führen. Das Video wurde in Tangerhütte am und im Schloss ge-

Der Grund ist womöglich recht ernüchternd bzw. pragmatisch. Holly, mit dem wir den Song schon aufgenommen haben, wohnt sozusagen gleich um die Ecke. Als wir nach den Aufnahmen rausgegangen sind, um die Videoproduktion abzusprechen – zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, wo es stattfinden sollte – fiel es uns dann wie Schuppen aus den Augen. Wäre das Schloss baufällig bzw. unansehnlich gewesen, dann hätten wir natürlich einen anderen Ort rausgesucht, aber es hat einfach gut gepasst.

Wir haben abgestimmt, welchen Titel wir aufnehmen wollen. „Tandaradei“ haben wir nun schon lange Jahre aufgeführt, und wiewohl er uns noch immer zusagt, so fühlt er sich bisweilen etwas „ausgelutscht“ an. Wir wollten einfach einen Titel machen, den es noch nicht so lange gibt. Demnach wäre es also auch möglich gewesen „Wünsch dir noch was“ zu machen, aber das Mehrheitsvotum hat diesbezüglich eine deutliche Sprache gesprochen. Vielleicht sollten wir beim nächsten Mal unsere Freunde, Wegbegleiter und Fans bei Facebook befragen?! Bei den Arbeiten zum Video waren alle mit Herzblut dabei. Alle Szenen waren gut durchdacht, jeder hat sich eingebracht, Ideen wurden besprochen und auch umgesetzt. Wie habt ihr die Arbeit empfunden, bei dem der Spaß auch nicht zu kurz kam? Es war uns wichtig, dass wir auch unsere eigenen Ideen einbringen können. Ich wollte kein „Drehbuch“ oder dererlei

triskel - the celtic rock & punk ezine 10


Interviews

vorgesetzt bekommen, mit dem ich mich dann arrangieren muss. Insofern war die Arbeit mit Holly wechselseitig gewinnbringend. Aufgrund seines Know-Hows hat er Sachen mit uns probiert, auf die wir nicht allein gekommen wären. Andererseits hatten wir recht spezifische Vorstellung, was den Gesamtduktus des Videos angeht. Den wollen wir auch erhalten. Dass die Szene auf dem Bandbus mit im Video sein wird, wage ich zu bezweifeln, aber eines steht fest: Das kreative Moment, egal ob in der Musik oder bei einem Videodreh, darf nie der Routine erliegen. Wenn das irgendwann der Fall sein sollte, was ich mir nicht vorstellen kann, dann wird auch dasjenige an Nobody Knows nivelliert sein, was die meisten an uns schätzen: Die konzeptionelle Konzeptlosigkeit. In diesem Sinne: Na klar, es hat Spaß gemacht, wenngleich natürlich nicht zu verheimlichen ist, dass es auch anstrengend war.

Wann wird es so weit sein, dass das Video fertig ist und es alle bestaunen können? Kommt das „Making-Of“ zum gleichen Zeitpunkt raus?

Ich konnte ja leider nicht bis zum Ende der Dreharbeiten bleiben und war bei den späten Außenaufnahmen nicht mehr dabei. Insgesamt viel Aufwand für ein Video und ich denke es wird sehr gut. Wie seht Ihr das? Ist es Euer Anspruch, ein perfektes Video zu produzieren?

Dieses Jahr wird es eine Weihnachts CD geben. Seid ihr schon im Studio? Wie weit sind die Vorbereitungen? Wann wird sie erscheinen?

Ich kann gar nicht genau sagen, was „das perfekte Video“ wäre. Daher ist das eindeutig nicht unser Anspruch. Natürlich sollen gewisse professionelle Aspekte stimmen, aber es ist immer noch möglich surrealistische Sequenzen einzufügen oder vielleicht sehr sachlich zu arbeiten. Wir werden sehen, wie die Aufnahmen geworden sind, und dann entscheiden, was am Ende dabei rauskommen soll. Prinzipiell bin ich guter Dinge, was das Video angeht, denn bspw. die Szenen mit der tanzenden Frau im Regen werden bestimmt richtig gut aussehen.

Wir hoffen, dass es spätestens Ende Mai rauskommen wird. Wir sind ja alle in anderweitigen arbeits-, schulischen oder studentischen Kontexten involviert, so dass nur das Wochenende bleibt, um bspw. Schnittsachen gemeinsam anzugehen. Aber ich bin guter Dinge, dass das bis Ende des Monats klappen wird. Das Making-Of werden wir erst später uploaden. Der Grund dafür ist ein doppelter: Zum einen ist es nicht grade sinnvoll, gleich zwei Sachen hochzuladen, wenn man sich doch etwas für später aufsparen kann, zum andere sollen im MO auch Anteile des fertigen Videos einfließen. Da dieses aber erst Ende des Monats rauskommt, machen wir also die Not zur Tugend.

Anfang November soll – nein, MUSS – das Weihnachts-Album fertig sein, weil wir von da an wieder selbiges Programm aufführen. Seit Beginn des Monats sind wir im Studio und arbeiten an den Aufnahmen. Mehr darf ich aber noch nicht verraten! Auf einigen Konzerten ist Tabiha mit dabei und sie hat auch im Video mitgespielt. Wie kam es mit der Zusammenarbeit mit ihr? Wird sie nun häufiger in der Zukunft mit euch zu sehen sein, eventuell bei euch mit einsteigen? Thor, der Gott und die Welt kennt, hat Tabiha für das letzte Weihnachtsprogramm gewinnen können. Sie hat nun ein paar Projekte mitgemacht, aber als festes Bandmitglied wird sie nicht einsteigen. Das heißt nicht, dass sie nicht hin und wieder mit bei Projekten auftreten wird, aber grundsätzlich wollen wir keine personellen Veränderungen in naher Zukunft mehr. Sie bereichert sowohl mit ihrem Gesang, als auch mit Querflöte und Klavier unser Programm ungemein – das steht außer Frage. Sie wird auch bei den nächsten Studioarbei-

triskel - the celtic rock & punk ezine 11


Interviews

ten mit als Gastmusikerin auflaufen. Und was schlussletztlich daraus wird? Wie immer: keine Ahnung! Zwei große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, „Folk! In die Nacht“ und das „2. Liedermacher- und Kleinkunstfestival“. Wie weit sind die Vorbereitungen und gibt es schon Karten? Die Vorbereitungen sind seit Januar für beide Festivals abgeschlossen, d.h. die Bands sind gebucht und die Logistik abgeschlossen. Nun fehlt natürlich noch die Pressearbeit, die für FidN grade beginnt. Mit der Werbung für das LMF beginnen wir erst nach FidN! Die Karten für die Veranstaltung im November gibt es schon, und auch die Tickets für FidN werden im Laufe der nächsten Woche unter 03931-651700 oder unter info@nobodyknows.de zu haben sein! Der Preis bleibt – trotz gestiegener Kosten – wie versprochen gleich! Darauf sind wir mächtig stolz, weil wir das nur geschafft haben, weil wir durch unterschiedliche Unternehmen aus Stendal unterstützt werden. Gibt es sonst noch Neues von Nobody Knows? Mit was wollt Ihr uns dieses Jahr noch überraschen und ist in der Zukunft etwas geplant? 2014 geht es wieder ins Studio und dann kommt ein neues Folkalbum. Viel mehr haben wir bisher nicht geplant, weil wir dieses Jahr sehr ausgelastet sind. Ich denke, dass wir die 70 Auftritte-Marke knacken werden, daher bleibt für weitere Großprojekte erstmal keine Zeit.

Dieses Jahr ist euer „Auftragsbuch“ gut gefüllt und noch nie, seit Bestehen der Band habt Ihr so viele Auftritte in einem Jahr! Die Fangemeinde wächst von Jahr zu Jahr! Konzertkarten gehen teilweise weg wie „warme Semmeln“! Die Wege zu den Auftrittsorten werden immer weiter! Eure Beliebtheit steigt und steigt! Wie erklärt ihr euch das? Z.T. sind das unerklärliche Selbstläufer. Aber ich denke, dass es ein paar Aspekte gibt, die an uns geschätzt werden. Wir haben sehr regen und nahen Kontakt zu all jenen, die uns digital und real begleiten. Aber das Grundlegende ist möglicherweise die konzeptionelle Konzeptlosigkeit. Wir sind nicht „eingefahren“, sondern live unverändert unbeständig, was die Titel angeht. Wir treten nie mit Setliste auf, so dass wir uns selbst keine Zwänge auferlegen, die unsere Spiellust einschränken könnten. Ein paar Leute mögen bestimmt auch das moderative Miteinander – oder das Kultivieren des inneren Kindes. Ich weiß, was uns ausmacht – und das ist auch gut so: So werden wir nie Gefahr laufen, zu einer Inszenierung zu verkommen. An dieser Stelle möchte ich mich bei Nobody Knows noch mal für die Einladung zum Dreh bedanken und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen. Danke an Max Heckel, dass er sich die Zeit genommen hat und die Fragen beantwortet hat. Hier noch ein kurzes Video von den Dreharbeiten. www.celtic-rock.de/2013/05/interview-mit-nobody-knowsneue-cd-neues-video/

CDs und Platten Malasañers ~ Malasañers (2013) von Folkaholix Begutachtet man die Titelliste, so wähnt man sich wie in einer Best-Of-Irish-Folk-Kollektion, derer es zuhauf gibt. Um im Mief der hundertausendsten Interpretation der sogenannten Klassiker nicht unterzugehen, muss also einiges aufgefahren werden. Dabei überrascht das aus Madrid stammende Quintett nicht mit einer auffälligen Instrumentation, denn mit Gitarren, Banjo, Bass, Schlagwerk und der obligatorischen Geige bestückt, heben sich Malasañers nicht vom Durchschnitt der folkloristischen Szene ab. Selbiges Phänomen trifft aber ebenso auf Wegbereiter und gestandene Größen wie die Pogues zu. Und wie bei diesen lebt der Gesamtklang maßgeblich vom unorthodoxen Gesang vom Frontmann. Wiewohl sich optisch sehr wohl von Shane

MacGowan unterscheidend, legen die fünf einen Leadgesang vor, der sich vor den Großen in keinster Weise unterscheidet, was Artikulation und Intonation angeht. So nuschelt die Frontstimme jedweden textlichen Zweifel ins Abseits,

triskel - the celtic rock & punk ezine 12


Interviews

indes sich die Sangeskraft in einer angenehmen Mischung aus raubeiniger Ironie und Unorthodoxie verliert. Was hier zelebriert wird, ist jedoch nicht das durchschnittliche, punkähnliche Rumgebrülle das derzeit unglücklicher Weise so en vogue ist, sondern vielmehr ein dezidierter, eigener Stil, der sich nicht der Konvention des Vielgehörten unterwirft. Also kein überwichtiges Überartikulieren oder quasi-trunkenes Gekeife, das sich selbst zu erfinden nicht mehr imstande ist. Hier erklingt ein originaler Anti-Biedermeier. Und auch im Rhythmus beugen sich die zwei Damen und drei Herren nicht dem musischen Zeitgeist stilistischer Vereinsamung, sondern verzichten auf das übliche Offbeat-Gepunsche und überzeugen durch zielstrebige Gradlinigkeit, die nebst Rhythmusgruppe auch vom Bass angenehm unverspielt vorgetragen wird. Dazu erklingen stahlbesaitete Lagerfeuergitarren, die auch auf technische Raffinesse verzichtet. Im Hintergrund pickt sich ein Banjo ins musische Gemüt, dominiert hier und da die musische Szenerie, um beim Einsatz des Gesangs zurückzutreten. Gleiches trifft auch auf die Mandoline und die Geige zu. Im Wechselspiel zwischen Unisono und Tremolo diffundierend, umspielen sich beide Melodieinstrumente in wohlfeiler Zurückhaltung. Der Opener, Whiskey in the Jar, und der Folgetitel, The Irish Rover, drängen auf diese Weise ungemein nach vorn und vermitteln ein Live-Feeling, das sogar auf die üblichen Hintergrundgeräusche wie Applaus oder Pupgequatsche verzichten kann. Bisweilen erklingen Chorus-Passagen in vielstimmiger Ungenauigkeit. Zwischen unsteter Gleich- und uneindeu-

tiger Vielstimmigkeit entfalten Malasañers eine ungemeine Spielfreude, die eben eines ist: Folklore im eigentlichen Sinne. Wen technische Virtuosität anspricht, wird mit diesem Neuntitler nicht gut beraten sein. Wer aber auf ehrlichen und druckvollen Folk steht, der ist mit diesem Album bestens beraten. Keine üblichen Folk-Klischees, sondern unumwundene Direktheit – wie eine Nacht mit dazugehöriger Prügelei im alkoholträchtigen Etablissement des Heimatortes: Gradlinig gibt es die Musik (nicht auf die Nase, sondern) aufs Ohr. Und nach einer überstandenen, vor allem aber durchtanzten Nacht muss einfach alles wehtun! Kein Kitsch, sondern notwendige Selbstbezüglichkeit eines Genres, das sich immer mehr im Klischee verliert. Trackliste 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9.

Whiskey in the Jar The Irish Rover Dirty Old Town I’ll Tell Me Ma New York Girls The Wild Rover A Nation Once Again Fields of Athenry Horo, My Nut Brown Maiden

www.celtic-rock.de/2013/05/malasaners--malasaners-2013/

Backstage Gigs in Moskau und Madrid – on Tour mit den O’Reillys & Paddyhats / Teil I von kuec Mal eben für ein Wochenende nach Moskau und Madrid jetten und dort in großen Hallen spielen? Das wär’s doch… eine verrückte, aber wahre Geschichte, die Sean O’Reilly für uns festgehalten hat: 04:43 Uhr: Ich wache schweißgebadet auf und denke: „Puhh, was für ein Traum!“ Die letzten Bilder von einem verschneiten Russland, kreischendem Publikum und meiner Band auf einer riesigen Moskauer Bühne verblassen gerade. Mir wird so langsam klar, dass ich in meinem Bett in Deutschland bin und das Rockstarleben wohl doch nicht so einfach aus dem Nichts kommt. Als wenn eine Irish Folk Punk Band aus ’ner Kleinstadt irgendwo im Nirgendwo so ’ne richtige „Flugzeug – Tour“ machen würde. „Na ja, man wird ja noch träumen dürfen“, denke ich mir und dreh mich um, nicht ohne noch

einen verwunderten Blick auf meinen gepackten Reisekoffer zu werfen. Hi, ich bin Sean O’Reilly von der Irish Folk Punk Band „The O’Reillys and the Paddyhats“ und mein Traum wurde Wirklichkeit.

triskel - the celtic rock & punk ezine 13


Backstage

Wir hatten vor einiger Zeit über das spanische „Celtic Folk Punk“ Magazin eine Connection nach Spanien, Madrid aufgebaut und es irgendwie gemanaged einen Gig am St. Patricks Day klar zu machen. Yeah! Welche Band träumt nicht von ’nem St. Patricks Day Konzert im Ausland ?! Die Koffer sind also gepackt und da es in der heutigen Zeit keine Monster – Gagen mehr gibt, wenn man nicht gerade 19 Jahre alt ist, aussieht wie ein 12-Jjähriger und Justin Bieber heißt, haben wir günstige Flüge von Paris aus buchen müssen. Die handvoll Kontakte, die wir zu dem Zeitpunkt hatten, haben wir dazu aufgebracht noch irgendwie ein Konzert in Paris spielen zu können, damit sich die Fahrt lohnt und wir uns vielleicht auch ein, zwei Bier in Madrid leisten können. Die Wochen gehen ins Land und es scheint so, als wollte uns einfach keiner in Paris spielen sehen. In der Zwischenzeit versucht unser Banjo-, Akkordeon-, Gitarren- und Gesangsmann Dwight O’Reilly mit unserem spanischen Promoter Adolfo einige Details zu klären. Nachdem er schnell feststellt, dass Adolfo mit Englisch so seine Schwierigkeiten hat, setzen die Beiden auf die Kraft von „Google Translator“. Drei Wochen vor’m St. Patricks Day und unserem großen Trip nach Spanien sitze ich auf einem der viel zu harten Stühle in der Uni und lese eine Mail, die mich stutzig macht. Da schreibt uns doch tatsächlich eine Booking – Agentur aus Berlin von irgend’nem Veranstalter in Moskau, der für den Tag vor’m St. Patricks Day ganz verzweifelt eine Band sucht und zu allem bereit ist. Freunde, ihr müsst euch das mal vorstellen, da ist ’ne Irish Folk Punk Band, die ihre Dutzend Auftritte im Jahr absolviert und dann kommt da plötzlich so ein verrücktes Angebot in’s Haus geflattert. Ein Wochenende.

Drei Länder und eine ganze Menge K i l o m e t e r. Vielversprechend. Nun heißt es kräftig planen, die Flüge scheinen unerreichbar teuer, die wirklich strenge Visabeantragung nach Russland viel zu spät und dann fällt auch noch unsere Geige berufsbedingt aus. Aber wir haben eben doch das klischeehafte Guinness in unseren Adern fließen und nach über achtzig Mails mit „Sean“, unserem Kontakt in Russland, etlichen Anrufen bei allen Ämtern, die es in Deutschland zu geben scheint, können wir fünf Tage vor der Abreise unsere Visa in den Händen halten. Auch unsere neue Geige „Aileen Maguire“, mit der wir in einem dreiwöchigen „Probe-Marathon“ unsere Show einstudiert haben, hat das Irish Folk Punk Fieber gepackt. Zu allem Überfluss erhalte ich dann noch einige Tage vorher einen Anruf von Jamie Clarke (dem Ex Gitarristen der Pogues), der mir mit charmantem Akzent erzählt, dass er einem Freund einen Gefallen tun will und uns einen Gig in Paris besorgen kann. Glaubt mir, ich hätte auch nicht gedacht, dass ich so ein Angebot mal ablehnen würde. Es ist Samstag Morgen, der 16. März 2013. Tourstart. Ich komme wie immer zehn Minuten zu spät am Proberaum an, aber das ist für die Band zum Glück schon ein alter Hut und eine Viertelstunde mehr in der Planung ist obligatorisch. Leider ist nur die Hälfte der „PaddyhatsRoadCrew“ da, sprich: Einer! Aber immer noch genug, um uns mit unserem Transporter zum Flughafen zu bringen. Von jetzt an müssen wir ein bisschen auf unser gutes Karma vertrauen, denn alle Instrumente gibt es nur einmal und bei sechs mal drei Flügen kann schon einiges passieren. Sowieso, so richtig sicher ist bei diesem Trip nichts. Wer weiß ob wir nicht im russichen Menschenhandel gelandet sind. Wobei unser guter Drummer, Dr. Bones, mit seinen „beschwichtigenden“ Worten schon recht hat: „Wer will uns fünf versiffte Typen schon haben, wenn überhaupt nehmen sie sich die Frau!“ Ein bisschen beruhigter und ein bisschen sexistischer besteigen wir also die Maschine nach Russland. Unsere Ziel Moskau und eine Location namens „Stadium Life“, die über 8000 Menschen fasst und schon Bands wie Judas Priest, The Kooks, Guns „N“ Roses, Limp Bizkit, Korn und viele mehr gesehen hat. Wie Sean uns berichtet, werden für unseren Gig

triskel - the celtic rock & punk ezine 14


Backstage

am (Pre) St. Patricks Day ca. 4000 Leute erwartet. Na wenn das kein Bauchkribbeln verursacht. In Moskau angekommen stelle ich fest, dass mich die Anderen bei der Abfahrt zurecht ausgelacht haben, denn mir wird schnell klar, dass ich ohne

Jacke keine Stunde in Moskau überlebe. www.celtic-rock.de/2013/05/gigs-in-moskau-und-madridon-tour-mit-den-oreillys-paddyhats-teil-i/

Gigs in Moskau und Madrid – on Tour mit den O’Reillys & Paddyhats / Teil II von kuec Was bis her geschah - die Band ist in Moskau angekommen und trifft auf den Mann, der alles organsiert: Sean ist ein kleiner Glatzkopf mit Flatcap, Jeansjacke und Guinness Patch, der eigentlich Ivan heißt. Was für ein Klischee. Aber ich bin deutsch, heiße Franz und nenne mich auch Sean. Also who’s to blame?! Er besitzt mehrere Irish Pubs in Moskau und erklärt uns den Plan für unseren 12-stündigen Aufenthalt in Moskau, den wir bist Dato auch nicht kannten. Ein klappriger Bus ohne Anschnaller, der im Innenraum kräftig nach Benzin stinkt, soll uns zum Molly Malone’s fahren, wo wir uns erst mal den Bauch vollschlagen sollen und unsere Kehlen mit ein paar Guinness schön geschmeidig halten. Links und Rechts werden durch die beschlagenen Fenster immer mehr Plattenbauten sichtbar, die kalt in den grauen Himmel emporragen. Die kyrillische Werbung an den kahlen Wänden macht uns klar, dass wir nun die Fremden sind. Molly Malone’s Irish Pub ist eher ein Keller, der Dutzende auf Tischen und Stühlen tanzende Russen vor der Moskauer Kälte schützt. Wir stellen schnell fest, dass noch nicht einmal die Bedienung Englisch spricht, und sehen Sean von nun an als einzige Verbindung zur Außenwelt an.

Was soll ich sagen, die Russen wissen wie man feiert. Nach einigen Guinnes, ’ner Flasche Whiskey für den Tisch und dem knoblauchigsten Irish Toast, das es diesseits des Atlantik gibt, sind wir rundum glücklich. Plötzlich taucht aus der Menge ein Typ mit stolzem Bierbauch auf. Er trägt nichts außer einer alten weißen Lederschürze und einer Hockeymaske. In der Hand hält er eine ziemlich echt aussehnde Machete und macht seine Runde durch den Pub. Er zwingt die Gäste im Pub entweder ihre Getränke in einem Schluck zu leeren oder nimmt ihnen ihre Handys und Portmonees ab. Zum Glück kennt Sean den Kerl und ich werde mit dem kalten Stahl der Machete unter’m Kinn lediglich zum Austrinken meines Getränkes „angehalten“. Es ist 23 Uhr; wir sind schon ziemlich angeheitert und brechen zur Location auf. Zack’s Bitte noch einmal pinkeln zu gehen, schlage ich mit einem flachsen: „Ach wir sind doch gleich da“ aus und begebe mich zum Ausgang. Nach 15 Minuten im Van stelle ich fest, dass auch mir die Blase drückt und so langsam unerträglich wird. Dwight sitzt in der Hocke auf dem Sitz und Zack ist von Fahrtbeginn an verdächtig ruhig. Als ich es dann schließlich nicht mehr aushalte stöhne ich in die Stille: „Boa, fuck ich müsste dann auch mal dringend schiffen“ Gefolgt wird diese Bemerkung von entrüstetem aufschreien von Dwight und Zack die kurz vor der Explosion zu stehen scheinen. Zack versucht verzweifelt Sean zu erklären, dass wir dringenst anhalten müssen, wenn er möchte, dass Benzin der vorherrschende Geruch im Van bleibt. „Sean, I have to take a serious piss“. Aber nichts zu machen Sean „russt“ weiter mit dem Busfahrer rum, denn so wie es scheint haben wir uns verfahren. Es ist mittlerweile 23:34 und ich überlege ernsthaft mich dem Drang der Freiheit hinzugeben und einfach „loszulassen“. Als wir endlich an einer Baustelle halten müssen, reißt Dwight die Seitentür auf und wir stürmen in die dunklen Straßen von Moskau um uns endlich Erleichterung zu verschaffen. Rückblickend ein Moment, indem ich glaubte, nie wieder glücklicher sein zu können. Am Stadium Life angekommen, stellen wir mit Bedauern fest, das die Halle keineswegs mit 4000 Menschen gefüllt ist. Ein paar hundert, vielleicht auch tausend waren es wohl, aber in einer solch mächtigen Halle wirkt das eher erbärmlich. Den-

triskel - the celtic rock & punk ezine 15


Backstage

und hoch, ragt sie mächtig vor dem Publikum empor. Die Backstage-Räume sind klein aber fein und überall rennen Musiker und „wichtige“ Leute mit Funkgeräten rum. Wir packen unsere Sachen in unseren Raum und stellen fest, dass wir an diesem Abend Headliner sein sollen. Uff. Für 01:30 ist unsere Show angesetzt. In den daraufolgenden Stunden lernen wie Paddy and the Rats aus Ungarn kennen und DJ „Mc Guinness“(ausgesprochen „Mäck Ginness“) aus Irland, nennt sich uns zu liebe nun „MC Guinnes“ (ausgesprochen „Emm Ciiii Ginness“) Fortsetzung folgt noch – die Bühne beeindruckt uns. Dutzende Meter breit

www.celtic-rock.de/2013/05/gigs-in-moskau-und-madridon-tour-mit-den-oreillys-paddyhats-teil-ii/

Bandporträts Ferocious Dog von frakru Mitreißende Elemente der Folkmusik, kombiniert mit der Energie des Punkrocks, garniert mit dem richtigen Maß an Reggae-Einflüssen. Ferocious Dog aus Warsop, Nottinghamshire (am Rande des Sherwood Forests) umschreiben ihren individuellen Sound anschaulich und passend mit den zusammengesetzten Begriffen Speed Folk. In der Tat sind die fidelgetriebenen Sounds der Band bestens geeignet um jede Tanzfläche in Schwingung zu versetzen. Allerdings werden durchaus auch ruhigere Töne angeschlagen. Die intelligenten Texte, vorgetragen mit der eingehenden Stimme des Sängers Ken Bonsall unterstreichen noch einmal außerordendliche Qualität der Musik. Coverversionen ausgewählter Stücke von Bands wie den Levellers oder den Pogues runden das Programm ab. Ursprünglich in den späten 80ern gegründet, startet die Band in aktueller Besetzung seit 2011 durch und erspielt sich mit neuen Studio Aufnahmen und Auftritten auf diversen UK Festivals eine immer größer werdende Fangemeinde. Am 05.04.2013 veröffentlichten Ferocious Dog nun erstmals einen Tonträger außerhalb Englands. Das 14 Songs starke

Album bietet einen gelungenen Überblick über das bisherige, musikalische Schaffen der Band. Die Rezension findet Ihr am 16.Mai auf celtic-rock.de. Anlässlich der CD-Veröffentlichung spielen Ferocious Dog am 01.06.2013 im Tube/Düsseldorf. www.celtic-rock.de/2013/05/ferocious-dog-gewinnspiel/

triskel - the celtic rock & punk ezine 16


CDs und Platten

CDs und Platten Ferocious Dog – Same (2013) von cuba64 Hier kommt DIE neue Band! Auf jeden Fall kommt sie mit einer Menge Schwung und Antrieb mit dem Ziel weiter Fahrt aufzunehmen und an den etablierten Bands der Szene vorbei zu ziehen. Aber reicht das? Die Folk-Punk Szene wächst und wächst. Mehr und mehr Bands kommen und eifern ihren großen Idolen, wie Flogging Molly und Dropkick Murphys nach. Endlos viele neue alte Coverversionen von Folkklassikern sind auf dem Markt. Bands wie Sir Reg haben sich durch Eigenständigkeit und Innovation einen Namen und ihren Platz erspielt. Jetzt kommt also eine weitere Gruppe und es stellt sich die Frage, haben sie das Besondere, mit dem sie sich behaupten können? Fakt ist, dass die Band gar nicht so neu ist, sondern sich Ende der 80er gegründet hat, aber erst seit den 2010ern mit eigenständigen Stücken glänzen. Fakt ist auch, das Ferocious Dog auf ihrem selbstbetitelten Release wenige Coverversionen präsentieren, die dann auch bearbeitet sind (Paddy on the Railway). Nun geh ich ins Detail und fange mit dem Augenscheinlichen an. Es gibt einen physikalischen Tonträger. Die CD kommt im Digipack mit 12-seitigem Booklet. Das Layout ist durchdacht gestaltet mit einer Fokussierung auf die Gruppe selbst. Man sieht Fotos der Mitglieder und die Lyriks sind auch dabei. Das gefällt. Musikalisch präsentieren die sechs Musiker eine Mischung aus Folk und Punk mit einem Reggaeeinschlag auf 15 Songs. Interessant scheint mir, das es auf ihrer Seite im Bereich Diskografie noch drei weitere Veröffentlichungen aus den Jahren 2012 und 2013 gibt, die aber unter dem Strich zu großen Teilen mit der aktuellen Veröffentlichung identisch sind – zumindest den Titeln nach. Wenn man bedenkt, dass es die Band schon seit Ende der 80er gibt, unterstreicht das noch einmal den Ehrgeiz nun voll durchzustarten. Man hat einen neuen Anfang gewählt, die Songs ausprobiert und nun geht es mit der Essenz des Ganzen über die Grenzen Englands hinaus. Voraussetzungen sind also geschaffen, aber was sagen die Songs? Diese sind meist schnell und laden ein, sich zu bewegen. Allerdings sorgen die Texte auch für Nachdenklichkeit, die durch Ken Bonsalls Stimme gut transportiert wird. Und eben hier gewinnen Ferocious Dog ihre Daseinsberechtigung. Die Themenwahl geht über den Pub und das Bier hinaus. Sie sind vielfältig, handeln z.B. vom posttraumatischen Stress eines Soldaten, der letztlich Suizid begeht (The Glass). Das Ganze hat dann auch einen persönlichen Hintergrund, handelt es sich dabei um den Sohn des Sängers und Bruder des Geigers. Andere Songs handeln davon, wie Eliten das Proletariat für ihre Sache ausnutzen (Freeborn John) – üb-

rigens in einer wunderbaren Offbeatversion – oder von der Freiheit der Gedanken (Freethinker). Ungerechtigkeit von oben nach unten und Machtmissbrauch sind oft Gegenstand der Texte, dennoch wirkt das Ganze nicht verkopft. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Ferocious Dog Punk spielt, aber der Folkanteil im Vordergrund steht. Dadurch werden die Lieder abwechslungsreich und eingängig. Das Ganze verleiht ihnen einen eigenen, neuen Sound. Eine gute Vorraussetzung für ihren Plan nun Europa aufzurollen. Ob sie DIE Band sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Für mich steht allerdings fest, dass es sich bei Ferocious Dog um ein gutes Stück Musik mit einer eigenen Handschrift handelt. Es sind also alle Zutaten für einen bleibenden Eindruck vorhanden. Diese Band solltet ihr auf jeden Fall antesten. Trackliste 1. The Glass 2. Lee´s Tune 3. On the Rocks 4. Too Late 5. Freeborn John 6. Hell Hounds 7. Quiet Paddy 8. Lyla 9. Criminal Justice 10. Pocket of Madness 11. Blind leading the Blind 12. Freethinker 13. Mairi´s Wedding Pt.2 14. Paddy on the Railway www.celtic-rock.de/2013/05/ferocious-dog-same-2013/

triskel - the celtic rock & punk ezine 17


Dies und das

Dies und das Mein Irish Pub: Der neue Notenschlüssel Leverkusen von daniels In den Räumen des urigen ehemaligen Jazzschuppens in Leverkusen ist seit kurzem ein Irish Pub beherbergt. Die neuen Gastwirt/innen gehen mit viel Idealismus und Zuversicht ans Werk. Aus diesem Anlass starte ich hier eine kleine Reihe über Irish Pubs, aber nicht solche, die es mal waren. Leider bleibt häufig außer der U2-CD, dem Großbildschirm und einem Stout im Ausschank nicht viel Flair und Lebensart erhalten. Die Innenausstattung Es dürfte einer der kleinsten Irish Pubs in der Region Köln sein. Wenn 50 Leute drin sind, haben es die hinteren Reihen nicht mehr ganz leicht an ein Bier und die Bedienung hinter dem Tresen raus zu kommen. Dafür ist schon mit wenigen Leuten eine nette Atmosphäre möglich. Für Stimmung ist also schnell gesorgt. Rund um den Tresen lernt man auch problemlos jemanden kennen. Eine gemütliche Sitzecke im hinteren Bereich ermöglicht aber auch mal ein Treffen oder Kartenspiel. Die Innenausstattung des Pubs sucht ihres gleichen. An den Wänden und Decken erkennt man noch deutlich die Spuren der langen Geschichte des Pubs. Liebevoll aufgehängte Instrumente schmücken fast jeden Winkel, dazwischen mischen sich neue Symbole moderner irisch/keltischer Lebensart. Es war und ist eine der schönsten Locations in Leverkusen. Die Gastwirt/innen Ausnahmsweise betreiben diesen Pub mal keine Iren und keine Kette. Die Idee den ehemaligen Jazz-Schuppen in einen Irish Pub umzuwandeln hatte Gerhard. Als Kenner und Promoter der hiesigen Szene ist er das Initial. Für den gastronomischen Sachverstand sorgen Markus und seine Frau Anja, die viele Jahre in Stralsund eine Szenekneipe betrieben haben. Ergänzt wird das Team durch weitere Helfer mit festen Tagen. Der Notenschlüssel ist das Stammlokal der Irlandfreunde Leverkusen e.V. Das Programm Der Notenschlüssel hat bislang ein vielfältiges Live-Programm. Neben klassischen Irish-Folkbands und einer monatlichen Session spielen hier vorrangig Singer/Songwriter aus der Umgebung und (ehemalige) Ensembles der nahe ge-

legenen Musikschule sowie Leverkusender Bands. Die kleine Bühne bietet vier Musiker/innen gut Platz, danach wird es auch hier eng. Eine installierte Anlage mit Richtmikrophon sorgt neuerdings dafür, dass im hinteren Bereich des Pubs noch Musik in anständiger Qualität ankommt. Neben Live-Musik stehen aber auch andere Events auf dem Programm. Beispielsweise waren dies eine Teatime am Sonntagnachmittag, Lesungen, Whiskytastings oder Abende mit DJs. Für die Zukunft ist geplant, auch in diesen Bereich noch mehr Abwechslung hineinzubringen. Wenn kein Live-Programm ansteht, sorgen die jeweiligen Bedienungen für ein gemischtes Musikprogramm aus Folk und ihren jeweiligen Favoriten . Die Musik ist in der Regel so laut/leise, dass man sich gut unterhalten kann. Der Eintritt ist in der Regel frei. Am Samstag Abend zeigten The Hurricanes aus Köln was hier möglich ist und heizten mit drei Personen dem Laden ein. Mit einem abwechslungsreichen, mehr als zweistündigen Programm in mehreren Sets, das neben klassischen Folksongs beispielsweise auch Neil Young und Oasis enthielt, begeisterten sie das Publikum. Das Publikum war bunt durchmischt und alle Altersklassen waren vertreten. Mich hat besonders gefreut auch mal wieder ein paar jüngere Leute am Samstagabend zu sehen.

triskel - the celtic rock & punk ezine 18


Dies und das

Die Getränkekarte

Öffnungszeiten, Anreise und weitere Infos

Neben Kölsch und Pils, sind Guinness und Kilkennys im Ausschank zu haben. Dazu gibt es zahlreiche Flaschenbiere, zum Beispiel auch Astra (mein Favorit), Flens, Weizen und alkoholfreie Biere.

Der Pub ist in der Regel Mittwochs bis Samstag ab 19.00 Uhr geöffnet. Informationen über besondere Termine, wie oben angesprochene Teatime oder spontan angesetzte Konzerte, bekommt man auf der immer aktuellen Homepage (mit Newsletter).

Verschiedene schottische Cider und diverse schottische und irische Whiskeys (auch ein japanischer) bieten ausreichend Abwechslung für einen feucht fröhlichen Abend. Zu den Getränken gibt es britische Chips in verschiedenen Varianten und Shortbread. (schottische Kekse). Kaffee und irischer Tee sind natürlich genauso zu haben, wie die anderen üblichen Kaltgetränke. Warm essen kann man im Pub zur Zeit nicht. Die Preise befinden sich auf dem Niveau anderer Irish Pubs, also nicht ganz billig. Dafür ist aber für Abwechslung im Sortiment gesorgt. Die Toiletten Die Toiletten sind genauso klein wie der Pub. Obwohl man sich im Pub nicht verlaufen kann sind sie originell ausgeschildert. Während unseres Besuchs war alles sauber, geruchsfrei (soweit das geht) und Papier-Handtücher verfügbar. Mir ist das persönlich wichtig. Ich finde es fies, wenn man vom Örtchen kommt und erstmal eine nicht gewollte Duftmarke , welcher Art auch immer, hinter sich herzieht.

Der Pub liegt ca. 7 Gehminuten vom Bahnhof/Busbahnhof Leverkusen Mitte entfernt. In direkter Nähe befindet sich ein Taxistand. Die Parksituation ist nicht immer ganz einfach, nach acht jedoch erträglich.

Fazit Nach knapp drei Monaten ist der Notenschlüssel wohl ein Geheimtipp unter den Freund/innen irisch/keltischer Lebensfreude in der Region. Allzu viel Andrang würde der Atmosphäre wohl auch schaden, auf der anderen Seite muss der Laden sich natürlich tragen. Links: Homepage des Notenschlüssels Der Notenschlüssel auf Facebook www.celtic-rock.de/2013/05/notenschluessel-leverkusen/

Bei den Damen, habe ich mir sagen lassen, standen sogar Hygieneartikel zur Verfügung.

triskel - the celtic rock & punk ezine 19


CDs und Platten

CDs und Platten Marcus Friedeberg – Song for Ireland. Best of Celtic Folk Ballads (2013) von Folkaholix Wie auch im Kreise der Lehrenden ziehen Musiker eine familiäre Tradition nach sich, die nach der Weitergabe der Leidenschaft verlangt. So auch bei Friedeberg, der, nach eigenen Angaben, einer Musikerfamilie entstammt und dementsprechend vorgeprägt bzw. in positive Mitleidenschaft gezogen wurde. Nebst seines kreativen Schaffens bei Off Limits und Pangea widmet er sich mit “Song for Ireland” seinem solistischen Schaffen und legt eine Sammlung von Traditionals vor, die sich den sogenannten Titelverpflichtungen entledigt und demgemäß auf The Drunken Sailor und The Irish Rover verzichtet. Dunmore Lassies eröffnet die Zehntitelscheibe mit Whistle-Klängen und dem steten Grundschlag der Bodhrán. Hinzu gesellt sich die Unisono-Gitarre, die die seufzenden Luftsäulen um bundtechnisch abgestimmte Reinheit anreichert. Indes die Gitarre das melodiöse Stell-dich-ein beendet, um den stahlbesaiteten Sechsaiter in folkloristischer Akkordmanier zu schlagen, setzt der dunkle Klang der Bodhrán behäbig ihre Aufgabe fort. Der zweite Titel des Albums, Banks of the Lee, präsentiert nun auch die Stimme des Vielinstrumentalisten, der für sein instrumentales Kompendium nicht die Mithilfe von Gastmusikern in Anspruch genommen hat. Und so windet sich der Text emotional durch die Strophen, während die Whistles die Möglichkeiten von Studioarbeit voll auskosten. So begleitet sich Friedeberg selbst und umspielt den eigenen Gesang mit seinen Flöten – mal in Einheit der Vokalmelodie, mal in wohlfeiler Vielstimmigkeit. Die supermarkttauglichen Best-Of-Alben schmücken sich gern mit Namen wie “Songs for Ireland” – und der dritte Titel zeugt von einer Namensgebung, die sich dem Klischee verweigert. Der Titelgeber des Albums erklingt an dritter Stelle und weist damit die Vermutung einer rossmannadäquaten Auswahl zurück, denn es sind keine Songs, sondern nur einer. Warum aber grade dieser Form von Musik? Irish Folk (auch scottish und english Folk) hat etwas ganz Besonderes, nicht Greifbares. Es sind nicht die teilweise artistischen Schlenker der irischen Folksänger und Sängerinnen, auch nicht die mollbasierten Harmonien der ruhigen Balladen, die gibt’s im deutschen ja auch. Es ist vielmehr die Emotion, dieses filigrane, irgendwie sensible Gefühl, welches über die Lieder transportiert wird. Das packt mich und hat mich auch schon immer gepackt, seit meiner Kindheit.

Drei der zehn Titel sind hinsichtlich ihres Urhebers ausmachbar, so u.a. auch Willie McBride, das vom Elend des Ersten Weltkriegs zeugt und durch Hannes Wader eine würdige Übersetzung, und durch Wacholder eine wundervolle Inszenierung erfahren hat. Es liegt in der Natur von musischen Ein-Mann-Formationen, dass der Fokus schnell auf die textlichen Gehalte gelenkt werden kann, so nicht das instrumentale Virtuosentum von ebendiesen ablenkt. Friedeberg sagt selbst dazu: Die Texte der Traditionals sind oftmals ja eher plakativ (man könnte viele davon 1:1 übersetzt in die deutsche Volksmusik konvertieren, wenn von grünen Tälern, Wiesen und blauen Flüssen erzählt wird), aber es ist eben die besondere, für mich schon magische Art, wie diese Texte verpackt sind. Wer schon mal in Irland gewesen ist und das Land und die Leute kennen lernen durfte, wird wissen, was ich meine. Auf meiner nächsten CD werde ich inhaltlich mehr auf die Geschichte Irlands eingehen. … und gibt damit einen Ausblick auf das, was noch zu erwarten sein wird. Dennoch widmet er sich der Folklore und nicht dem Liedermachertum – im guten Ton der Überzeugung: Der Grund für die Beständigkeit des Folks ist meiner Meinung nach (also schon subjektiv), das was mich motiviert, Folksongs zu spielen. Das Gefühl, welches die Songs vermit-

triskel - the celtic rock & punk ezine 20


CDs und Platten

teln. Für mich und sicher auch für viele andere, so eine, wie soll ich es beschreiben, aufrichtige und gesunde Naivität, die erfrischend ist und den Kopf freimacht, die Seele streichelt und einen wieder auf den Boden zurückholt. So kündet Friedebergs Low-Whistle vom Pathos der großen Gefühle à la Braveheart und der Intimität des heimischen Pubs. Wer kleinen Formationen prinzipiell eher abweisend gegenübersteht, wird mit diesem Album auch nicht par excellence beraten sein. Wer jedoch den heimischen Stimmungsgeber für illustre Stunden und die Reinheit folkloristischer Form sucht, sich der Anonymität des Großen eher verweigert, der wird mit Song for Ireland schöne Stunden verbringen.

Tracklist 1. Dunmore Lassies 2. Banks of the Lee 3. Song For Ireland 4. The Islands 5. Geordie 6. Willie McBride 7. Black is the Color 8. Lonesome Boatman 9. Next market day 10. Unquiet Grave www.celtic-rock.de/2013/05/marcus-friedeberg-song-forireland-best-of-celtic-folk-ballads-2013/

The Shanes – Road Worrier (2013) von cuba64 Folk-Mash-Up könnte eine passende Beschreibung für “Road Worrier” sein. Das neue Album der Shanes ist 37 Minuten lang und 14 Songs stark. Interessanter Weise sollte es dieses Album gar nicht mehr geben, schließlich hat sich die Band 2010 aufgelöst. Sie konnten es aber nicht lassen und den Grund dafür findet man angeblich in diesem Album. Zwar sind The Shanes für celtic-rock.de keine Unbekannten, für mich aber schon, deshalb lasse ich das jetzt unkommentiert. Auch verlinke ich gern auf frühere Einträge auf celtic-rock. de. Da es sich im Fall der Shanes um unzählige handelt, verweise ich den interessierten Besucher an unsere Suchmaschine. The Shanes existieren schon mehr als 20 Jahre und können auf einen Berg Veröffentlichungen zurück blicken. Und so schufen sie ihren eigenen als Hard-Polka beschriebenen Stil. Dieser findet sich auch auf Road Worrier wieder, allerdings ist eine Veränderung auffällig. Die Pedal Steel Guitar verleiht dem Album eine eindeutige Richtung Country und Western und so schaffen die Shanes ein weiteres Mal eine Weiterentwicklung ihres hauseigenen Sounds. Insgesamt folgt das Album einem roten Pfaden ohne dabei langweilig oder eintönig zu klingen. Während “Blood on the Banjo” einen fulminanten Einstieg als Opener der Platte bietet, sind andere Songs eher nachdenklich und atmosphärisch. Lieder wie “Hellride” oder “Cruelty & Grind” knüpfen an alte Tage an, dennoch ist das vorgelegte stimmig und rund. Am besten beschreiben The Shanes ihre Platte wohl selbst: “So steht der “Road Worrier” in der Tradition der klassischen Blues-, Folk- und Rock `n Roll Songwriter, die immer schon der “Dark Side Of Your Soul” näher standen als der unbeschwerten Sonnenseite, ohne dabei ihren Sinn für Humor zu verlieren.” Dem habe ich nichts hinzu zu fügen.

Trackliste 1. Blood on the Banjo 2. Fremantle Doctor 3. House of Whispers 4. The Dark Side of my Soul 5. The Girl who lives on Heaven Hill 6. Train 7. Hellride 8. Cruelty & Grind 9. Burn it Down 10. The Big Show 11. Rock that City 12. The River www.celtic-rock.de/2013/05/the-shanes-road-worrier-2013/

triskel - the celtic rock & punk ezine 21


CDs und Platten

Harmony Glen ~ Where the Wind Blows (2011) von kuec Für ihr viertes Album haben Harmony Glen sich neu erfunden: „Honestly the music of Harmony Glen is not pure Celtic traditional music anymore.“ Was für Musik ist es dann? Auf jeden Fall vielseitige, denn diese Kreativitätsbündel lassen sich in keine Schublade stecken. Das zeigt sich schon in der Kleidung, die Teil der Inszenierung ist. Schwarze Krawatten, Gothic- oder feine Steampunk – Outfits wurden ausprobiert und wieder abgelegt. Wie es weitergeht? Die Suche nach der eigenen Identität läuft nach fünf Jahren Bandgeschichte munter weiter. „We travel where the wind blows and our music travels with us.“ Kern der niederländischen Gruppe sind zwei hochklassige Multi-Instrumentalisten. Sjoerd van Ravenswaaij spielt überwiegend Banjo und Mandoline, dazu Gitarre oder Whistles. Vincent Pompe van Meerdervoort ist meistens am Knopfakkordeon zu hören, greift aber auch zu Blas- und Schlaginstrumenten. Beide singen, aber die Lead Vocals kommen meist von Nienke Bijker mit einem strahlenden Sopran, wie man ihn in der Folk- oder Rockszene selten hört. Dominique Bentvelsen am Kontrabass agiert geschickt eher im Hintergrund, was man von Job Verweijen mit seinen 40 verschiedenen Schlag- und Effektinstrumenten nicht behaupten kann. Von den 13 Titeln sind sieben Tunesets, in denen sich Traditionelles aus den keltischen Ländern mit eigenen Stücken und weltmusikalischen Einflüssen mischt. Unter fünf Minuten dauern die Tracks nur in Ausnahmefällen, denn es sind eine Menge Ideen unterzubringen. Alle scheinen sich ungern zu langweilen, denn hier wird nichts einfach nachgespielt, und innerhalb desselben Stücks wechseln Tempi, Sounds oder Rhythmen. Trotzdem wäre weniger manchmal mehr gewesen. Die Gruppe orientiert sich gern an Bildern und Szenerien, die dann in Klangfarben umgesetzt werden. Zum Glück kann man im Booklet nachlesen, worum es grade geht, und bekommt einige schöne Kostproben vom Band-eigenen Humor. Die Dame, die in The Naked Lady in

the Swamp dem Nebel im Sumpf entsteigt, wird mit allerlei akustischen Soundeffekten beschworen, bevor die Melodie Fahrt aufnimmt und ein gelilteter (d.h. mit Silben gesungener) Reel ins Tanzbare überleitet. Andere Szenerien sind das Meer um Mitternacht auf einem Segelboot (Midnight on the Water), ein Waldstück mit gefiederten Bäumen oder ein Kirmesplatz. Manchmal reicht eine leichte Verschiebung der Betonung, um eine Melodie nach Südamerika oder dem Vorderen Orient klingen zu lassen. Eine Ausnahmestellung sichert auch der Einsatz elektronischer Blasinstrumente (EWI), die mit dem Druck der geblasenen Luft zu steuern sind und sehr realistisch nach Klarinette oder Saxophon klingen. Innovativ und effektvoll ist auch der Einsatz eines Hang (eine Art Steeldrum in Wok-Form). Die Grenze zum Parodistischen wird, etwa bei einer Klezmer-Einlage in Pooshkebab, nicht nur gestreift. Macht aber nichts, mit schnellen Tunes von Banjo oder Akkordeon kriegen Harmony Glen immer wieder die Kurve zu eingängiger, tanzbarer Musik. Die Melodien ändern wie mit Effet gespielte Billiardkugeln gern unerwartet ihre Richtung. Bei den Songs geht es ähnlich unkonventionell zu: Die Queen of Argyll heißt jetzt Malikah und ist eine arabische Schönheit, die nach Edinburgh auswanderte. Das orientalische Flair löst sich elegant in der schottischen Melodie auf. Die eigenen Songs funktionieren nicht immer so gut, trotz Ernsthaftigkeit bei der Themenwahl. Song of a Child erinnert an gefälligen amerikanischen Folk Pop aus den Siebzigern, auch das Titelstück ist recht glatt geraten. Mit Abstand am besten gefällt mir das schlichteste Stück. The Cup of Life ist selbst verfasst, klingt aber sehr traditionell und feiert das Leben selbst, fein zweistimmig gesungen und mit sparsamer Begleitung unterlegt. Where the Wind Blows ist eine Momentaufnahme einer Band, die ihren eigenen Stil noch nicht gefunden hat. Durch die großen musikalischen Fertigkeiten eröffnen sich für die Gruppe fast unendliche Möglichkeiten. Vielleicht ist es wie beim Kochen: auch bei guten Zutaten schmeckt nicht gleich jede Kombination. Trotz des unbestrittenen Talents ist da wenig, was mich wirklich berührt. Live mag das ganz anders sein. Die Videos der Band zeigen, dass bei aller Verspieltheit

triskel - the celtic rock & punk ezine 22


CDs und Platten

das Publikum mitgenommen wird und man eine unterhaltsame, mitreißende Show erwarten kann. Trackliste 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

The Naked Lady in the Swamp Where the Wind Blows Midnight on the Water The Burning of Auchindoun The Feather Grove The Cup of Life Ghosttrains and Rollercoasters

8. In the Fire 9. Song of a Child 10. Dutch Reelism Suite, Part 1 11. The Queen of Argyll 12. Pooshkebab 13. A Wink and a Blast Harmony Glen sind am 1. August 2013 beim Opening des Festivals in der Balver Höhle zu hören (zusammen mit Craic). www.celtic-rock.de/2013/05/harmony-glen-where-thewind-blows-2011/

Backstage Gigs in Moskau und Madrid – on Tour mit den O’Reillys & Paddyhats / Teil III von kuec Die Band hat den Ort der Veranstaltung in Moskau erreicht. Sean O’Reilly berichtet: “Unser Backstageraum ist klein aber recht „schnieke“. Wir haben sogar ein großes Badezimmer mit Dusche und Laminat. Da schlägt das nach Sauberkeit lechzende Punkerherz doch höher. Zum Inventar gehören zwei waschechte Iren. Barra O’Loughlin und Luc McGuinness leben zwar seit ein paar Jahren in Berlin um mit ihrer Elektro-Mukke den großen Durchbruch zu schaffen, sind aber heute Abend hier in Moskau für die After-Show zuständig. Es dauert – wie auch in Irland üblich – keine zwei Minuten, bis wir uns mit einem Bier in den Armen liegen und herzhaft lachen. Währenddessen wummert dumpf der Bass von der gigantischen Bühne und erinnert uns daran, dass auch wir heute Abend noch unsere Show präsentieren müssen. Aileen, unsere neue Geigerin, hat auch schon ihren Notenständer aufgeklappt und übt nochmal die kniffeligen Passagen. In der Ecke sehe ich, wie sich Dwights Gesicht verfinstert, weil ihm beim Stimmen wieder mal eine Banjosaite um die Ohren geflogen ist. Draußen auf den Gängen wuseln überall Leute umher und ich halte die ganze Zeit Ausschau nach einer ganz bestimmten Band. Eine Band, auf die wir uns schon freuen seit wir auf den Moskauer Plakaten ihren Namen gelesen haben. Dazu muss man wissen, dass Dwight und ich in Gevelsberg, einer kleinen beschaulichen Stadt, nahe des grauen Ruhrpotts unser eigenes Konzert aufgezogen haben. Diese eine, für uns und viele andere so besondere Nacht nennen wir „Irish Folk Punk Party“ und gehen nun auch schon ins dritte Jahr. Es begann mit uns „The O’Reillys and the Paddyhats“ und „The Ceili Family“, ohne die wir wahrscheinlich niemals

soweit gekommen wären. (An der Stelle ein großes Toraloo und Danke an die Hagener Iren, die seit wir sie kennen, nicht hätten kollegialer sein können). Im darauffolgenden Jahr konnten wir schon die Bastarde von „Mr. Irish Bastard“ buchen und im russischen Backstage nebenan befindet sich nun die Band, die wir für die diesjährige Show gewinnen konnten. Die Rede ist von niemand Geringerem als „Paddy and the Rats“!!! Es ist schon verrückt: Da fliegen wir bis nach Moskau und stehen dann vor der Backstagetür von den Ungarn, nur um schonmal „Hallo“ zu sagen. Nachdem sie verstanden haben, dass wir Veranstalter aus Deutschland sind, die heute mit ihrer Band hier spielen, knallen die Korken. Wir können eine gute Stunde mit den Jungs schnacken und ein Bierchen trinken, bevor sie auf die Konzertplanken müssen, denn heute Abend sind „Paddy and the Rats“ anscheinend der Support für uns. Am Rand der Bühne gucken wir uns die Show der „Ratten“ an. Leider hält sich die Feierlaune von vorhin nicht so einfach, denn vor der Bühne stehen gerade einmal 150 Leute. Was in einem Irish Pub „Full House“ heißt, ist in dieser für

triskel - the celtic rock & punk ezine 23


Backstage

8000 Personen ausgelegten Halle ein Armutszeugnis. Sean, der in der Zwischenzeit immer mal wieder zum Bierholen verschwunden war, erklärt uns, dass der Hauptveranstalter wohl so einiges nicht beachtet hat. So schließen die U-Bahnen im Moskauer Underground um 1 Uhr und die junge Zielgruppe des heutigen Abends kommt aus dem völlig überteuerten Zentrum Moskaus nicht mehr nach Hause in die Suburbs. 2:04 Uhr. „Paddy and the Rats“ haben dennoch ordentlich Gas gegeben und auch wir lassen uns nicht den Wind aus den Segeln nehmen. 100 Russen sind zumindest mehr als je zuvor in einem „Paddyhat‘schen“ Publikum. Die Techniker in dieser riesigen, international bekannten Halle sprechen leider kein Englisch und Sean muss übersetzen. Es geht ganz schön drunter und drüber und plötzlich fragt Sean: „Ready?“ Ich nicke kurz und unser erstes Konzert in Russland beginnt. Das einzige russische Wort, was ich bis dahin aufgeschnappt hatte, war „Spaciva“ (Danke) und dementsprechend oft ist es auch gefallen. Die Russen gehen gut mit und Dwight und ich versuchen die Größe der Bühne voll auszunutzen. Nach 6 Songs gibt Sean uns erstaunlicherweise ein Zeichen, das sagt, dass wir zum Abschluss kommen sollen. What?!?!?!?! Tausende Euro, ein riesen Aufwand und dann nur 6 Songs ?! Scheiß drauf, zwei Lieder spielen wir noch mit Vollgas und die Russen danken es uns mit wildem Geschrei und Gejubel.

raum immer noch verdächtig nach Benzin stinkt, obwohl ich eigentlich zu den Menschen gehöre, die ganze gerne mal Benzin „schnüffeln“. Mittlerweile sind wir zu zwölft, denn die serbische Band „The Shamrocks“ sind gute Kollegen von Sean und wurden eingeladen, mit uns feiern zu gehen. Bevor wir aber zum nächsten Irish Pub von unserem Gönner fahren, wollen wir erst mal ein bisschen Sightseeing machen. Es ist zwar mitten in der Nacht und unser Flieger geht um 07:10, also in circa 4 Stunden, aber unser nächstes Ziel heißt: ROTER PLATZ. Es schneit weiterhin unaufhörlich und es ist hundekalt, aber die Vorfreude wächst. Wir singen mit den Serben alle Traditionals, die uns einfallen um uns warm zu halten. Fields of Athenry, Wild Rover, Whiskey in the Jar und so weiter. Elf Kerle und eine Frau grölen mit reichlich dreckiger Stimme die irischen Klassiker in die Moskauer Nacht hinein, als der Wagen irgendwann stoppt. Sean reißt die Seitentür des Vans auf und ruft: „Go go go“. Ich komme mir ein bisschen vor, wie in einem Hollywood-Bankraub-Film und begreife erst jetzt so langsam, dass wir ja wirklich in Russland sind. Vor uns liegt der riesige Rote Platz. Auf ihm hat sich eine unberührte Schneedecke gebildet, einzig und allein die Fußspuren von Paddy and the Rats, die wir zufälligerweise wiedertreffen, sind zu sehen. Wir sind wirklich ganz alleine und rennen freudig auf dem Platz umher, als hätten wir den berühmten Topf Gold am Ende des Regenbogens gefunden.” www.celtic-rock.de/2013/05/gigs-in-moskau-und-madridon-tour-mit-den-oreillys-paddyhats-teil-iii/

03:03 Uhr Nach dem ganzen Spektakel packen wir unsere Sachen und steigen in unseren Klapperbus, der im Innentriskel - the celtic rock & punk ezine 24


Backstage

Gigs in Moskau und Madrid – on Tour mit den O’Reillys & Paddyhats / Teil IV von kuec Der Gig in Moskau ist vorüber, aber damit ist die Nacht für Sean&Co. ja noch nicht zu Ende:

Promoter Adolfo. Wie sollte es anders sein, ganz ähnlich wie in Russland erkennen wir Adolfo und noch einen Compagnon an Flatcaps, übergroßen Guinness-Patches auf ihren Jeansjacken und dicken Koteletten. Dazu tragen sie „PornoPiloten-Ich-bin-zu-cool-für-diese-Welt“ – Brillen und begrüßen uns mit einem abgeklärten Nicken. (Adolfo spricht ja kein Wort Englisch.) Wir schmeißen unser Zeug in ihre beiden Autos und versuchen, wenigstens ein bisschen Konversation zu machen, auch wenn sich das vorerst schwierig gestaltet. Ich lande mit Zack und Dr. Bones im Auto von Adolfos Kompagnon, der übrigens Jesus heißt (Ausgesprochen CHÄsussss). Dr. Bones und Jesus werfen sich ein paar Namen von spanischen Fußballclubs an den Kopf und dann ist auch schon wieder Ruhe.

“Nach einer halben Stunde des Dauerfotografierens, geht es in den nächsten Irish Pub. Der hat offiziell natürlich schon längst geschlossen, aber für uns und die Serben gibt es heute eine Ausnahme. Wir singen, trinken und feiern noch gute zwei Stunden. Am Ende hat sich sogar eine grandiose Session mit Tin Whistles und Gitarren ergeben. Wie schon gesagt, die Russen wissen wie man feiert. Es hilft aber alles nichts, denn in circa acht Stunden werden wir in Madrid, Spanien erwartet – also ab zum Flughafen.

Das versprochene „Formula 1 Hotel“, das wenigstens ’nen schicken Namen hatte, entpuppt sich als graues Hostel im Gewerbegebiet. Aber egal, duschen und mal ne halbe Stunde liegen ist jetzt das Wichtigste. Nach der erholsamen Zeit im Hostel ist es 14:00 und der Magen knurrt. Wir beschließen, in’s Zentrum von Madrid zu fahren und was zu essen, denn um 19 Uhr will uns Adolfo zum Soundcheck abholen. Auf dem Weg zur U-Bahn realisieren wir erst langsam, dass es gute 22 Grad wärmer als in Russland ist und wir immer noch St. Patricks Day haben.” Fortsetzung folgt.

Auch wenn wir nur einige Stunden in Russland verbracht haben, fühlt es sich am Terminal an, als wenn wir mit Sean einen guten Freund verabschieden. Er lädt uns herzlichst ein, so bald wie möglich wiederzukommen und plant schon für nächstes Jahr. Mit dem Gefühl steigen wir gerne in den Flieger. Der Flug ist die Hölle! Ausnüchternd und völlig übermüdet sitzen wir in den viel zu engen Flugzeugsitzen und versuchen, wenigstens einige Minuten durchgehend zu schlafen. Dwight, ganz links am Fenster und Paddy, ganz rechts am Fenster, sind natürlich umgehend im Land der russisch-irischen Träume verschwunden. Für knapp fünf Stunden versuchen wir unseren Orthopäden nicht ganz so viel Arbeit zu verschaffen, aber egal ob Embryostellung oder „Kopf gegenVordersitz, der Nacken ist verrenkt. Nach „müde“ kommt „blöd“ stimmt wohl nicht ganz, nach „müde“ kommt eher „abgrundtief angenervt“. So verlassen wir alle etwas schweigsam den Flieger und verschwinden in den absurd großen Flughafen von Madrid. Nach einer 20-minütigen Bahnfahrt innerhalb des Flughafens halten wir Ausschau nach unserem

www.celtic-rock.de/2013/05/gigs-in-moskau-und-madridon-tour-mit-den-oreillys-paddyhats-teil-iv/

triskel - the celtic rock & punk ezine 25


CDs und Platten

CDs und Platten Three Sheets T’Wind – Break from Traditions (2013) von cuba64 Sie könnten auch “Drunk as Fuck” heißen, das würde ungefähr das gleiche wie Three Sheets T´Wind bedeuten. Allerdings wäre es weniger poetisch, sondern mehr “direkt in die Fresse” und das würde trotz aller Deutlichkeit der Texte weit weniger passen. Three Sheets T´Wind sind eine junge Band… eigentlich nicht. Denn gegründet hat sich die Band aus Pontefract schon 2005 und sie haben auch schon die ein oder andere Veröffentlichung hinter sich gebracht. Ihr Sound jedoch hinterlässt den Eindruck, als würden hier fünf junge, ambitionierte Musiker einen innovativen Folkmusic-Weg beschreiten. Dabei kann man festhalten, dass die fünf Songs ihrer EP “Break from Traditions” unterschiedlicher kaum sein könnten. Zwar werden alle Lieder vom punkigen Irish Folk zusammen gehalten, aber die anderen Zutaten werden in unterschiedlicher Weise neu zusammen gemixt. So erinnert “I´m a Doin`Fine” an bestes Songwriting der neuen Generation, denn die benutzten Metaphern beschreiben zwar eine Art schlechtes Karma (Euphemismus), allerdings auf einen sehr humorvollen Weg. Hier musste ich direkt an Songs wie “All I want is You” von Barry Louis Polisar denken, dessen Sujet dem entgegen die Liebe ist, aber Textaufbau und Idee sehr ähnlich sind. Dieser Eindruck setzt sich dann auch fort. So erinnert “Cuddy Shaw Reach” an ein klassisches Traditional, welches von den alten Flogging Mollys neu arrangiert worden ist, “Dole Days” kommt als lässiges Dubstück daher, zwar nicht Instrumental, aber das Akkordeon spielt einen wunderbaren Offbeat. Das einzige was fehlt, ist hier und da ein wenig Echo und Hall. Johnny´s Army hingegen hat einen Part in der Hookline, der einen denken lässt, jetzt wird das Ganze mit einem Stück von Pogues gemashed und “Old Woolpack´s Yard” hätte auch wunderbar auf den “O brother where art thou” Soundtrack gepasst. Wer jetzt aber glaubt, diese Assoziationen wären ein Merkmal für eine Mittelklasse-Folk-Band, die Effekthascherei betreibt, der irrt. Alles kommt sehr erfrischend und eigen daher. Die Arrangements lassen eine Menge Platz für Entdeckungen und

die manchmal etwas nölige Stimme des Sängers trägt wunderbar passend Lyriks über die neue Arbeiterklasse vor. Hier findet sich vom Kopf-Hoch-Song über das Ich-Trinke-UmZu-Vergessen alles. Die Musik sorgt dabei für die Richtige Mischung aus Melancholie und Positivismus. Ich kann nur sagen, dass ich sehr gespannt auf den zweiten Longplayer bin, der 2013 erscheinen soll. Hoffentlich dann als echter Silberling. Three Sheets T´Wind sei euch allen ans Herz gelegt, wenn ihr gute und interessante Musik entdecken wollt. Trackliste 1. 2. 3. 4. 5.

I´m a Doin´ Fine Cuddy Shaw Reach Dole Days Johnny´s Army Old Woolpack´s Yard

www.celtic-rock.de/2013/05/three-sheets-twind-breakfrom-traditions-2013/

Clanadonia ~ Keepin`It Tribal (2007) von JensP Seit über 20 Jahren unterhält die Band aus Glasgow/England mit ihrer Musik das Publikum in vielen Ländern Europas, Amerikas und der ganzen Welt. Die sechs Musiker bedienen

sich bei ihren Konzerten nur zweierlei Instrumente: Dudelsack und Trommeln. Sie haben eine große Fangemeinde und bei ihren Auftritten begeistern sie die Zuhörer. Dabei begann

triskel - the celtic rock & punk ezine 26


CDs und Platten

die Geschichte von Clanadonia anders, aber sehr interessant. Sie begannen als Nahkampf Stunt-Crew für Filme wie bspw.: Braveheart und King Arthur. Eines möchte ich noch vorausschicken: Die Musik von Clanadonia hat nicht viel mit den “Drums and Pipes”, von den bekannten “Military Tattoo” zu tun. Die Lieder werden dort in einem anderen Stil gespielt. Clanadonia spielt eine Mischung aus Tribal-Rhythmen (beinhaltet afrikanische, orientalische, indonesische und indianische Wurzeln der Trommelmusik – die afrikanische Rhythmik ist vollkommen anders als die okzidentale) und Bagpipe. Sie treten bei ihren Konzerten in typischer Kleidung aus Schottland auf und ihr Style ist: tartan clad mayhem. Der Opener des Albums, Tu-Bardh, widerspiegelt das, was die Band ausmacht: Bagpipe und Drum. Der Dudelsack beginnt mit kräftigem Spiel und die Trommel steigen energiegeladen mit ein. Ein schnell gespieltes Stück, das ein gelungener Einstieg in die Welt von Clanadonia ist. Das Lied geht ins Blut, macht Lust auf mehr und bleibt einem im Ohr hängen. Nach dem schwungvollen Beginn der CD werden beim zweiten Titel, Tyler`s Lament, die Töne leiser und der Song ruhiger. Die Musik eines wunderschönen Stückes durchströmt den Raum und verzaubert den Hörer. Ein Dudelsack spielt und leise hört man im Hintergrund ein Chor, etwas verzehrt, das A singen. Weil der Bordun (Grund-/Halteton zur Begleitung) vom Bagpipe auch der A-Ton ist, passt das hervorragend zusammen. Dieses stimmungsvolle, verträumte und gefühlvolle Lied ist ein wahrer Ohrenschmaus. Von den zehn Stücken auf dem Silberling sind neun instrumental, wenn man bei einigen Liedern vom Hintergrundgesang absieht. Nur bei einem Lied wird solistisch gesungen. Sherramuir zeigt wieder eine andere Seite der Band. Zu hören sind nur Trommeln und eine kräftige Stimme. Ein ruhiger, gut gelungener Titel, bei dem Musik und Gesang gut abgestimmt sind. Ein wenig bekanntes Instrument kommt neben den Trommeln im Lied The Cossack vor: die Practise Chanter. Beide Instrumente sind gut aufeinander abgestimmt und ergänzen sich sehr gut. Das ruhige Stück ist auch ein kleines Juwel auf dem Album. Diese sehr orientalisch angehauchte Musik entführt das Auditorium in eine andere Welt und hat mit allen anderen Titeln auf der CD nicht viel zu tun, was aber nichts Schlechtes sein muss. Im Gegenteil, es ist eine weitere Facette der Musik von Clanadonia und einfach ein schönes Stück. Bis auf Dark Island sind alle Lieder Eigenkompositionen. Bei dem letzten Stück auf dem Album handelt es sich um ein traditionelles Lied, das von Cartwright neu arrangiert wurde. Stimmungsvoll beginnt Dark Island nur mit Bagpipes und diese Stimmung hält bis zum Ende. Ein schöner Abschluss der CD!

Ich kann nur jedem Schottlandfan zum Kauf der CD raten! Das Album ist voller Liebe, Herzblut und Energie geladen. Viele tanzbare Stücke sind zu hören, wie z.B.: Tu-Bardt, Mamsterheid und Egyptian. Aber es gibt ebenso ruhige Titel, die einem schnell in die Highlands entführen, auf die Hügel der Lowlands und man spürt die sanfte Brise, die über die Wiesen weht. Es ist ein Album für Tanzwütige und Träumer. Die besondere Mischung der Musik macht die Scheibe sehr interessant und sie wird nicht langweilig. Ich habe sie mir schon oft angehört und bin begeistert. Die Musikrichtung “Drums and Pipes” höre ich sehr gerne, aber diese CD legt die Latte noch höher und ist ein absolut gelungenes Werk. Was mir auch sehr gut an dem Album gefällt: Der Bordun der Bagpipes wurde nicht bei der Aufnahme weggenommen, oder leiser gemacht, wie bei vielen anderen CDs. Bei dieser Aufnahme wurde er so gelassen, wie er ist und das gibt der Musik viel Volumen und rundet das Ganze ab. Trackliste 1. Tu-Bardh 2. Tyler`s Lament 3. Hamsterheid 4. Egyptian 5. Spanish Eyes 6. Shadowdancer 7. The Cossack 8. Ya Bassa 9. Sherramuir 10. Dark Island www.celtic-rock.de/2013/05/clanadonia-keepin-it-tribal-2007/

triskel - the celtic rock & punk ezine 27


Konzertberichte

Konzertberichte 2. Keltic Festival Hohenlimburg Freitag von kuec Diesmal hatte das Festival auf dem Schlossberg mit zwei mächtigen Gegnern zu tun: der grottenschlechten Wettervorhersage und König Fußball. Trotzdem gab es viel gute Musik und schöne Momente auf und unter der Bühne. Am Freitag war der eher akustische Teil angesagt. Wer kam, hatte sich kleidungstechnisch gut ausgerüstet. Die Eröffnung oblag wiederum den First Sauerland Pipes and Drums, die auf dem Platz des sog. Barockgartens den festlichen Rahmen setzten. Es blieb trocken, und bei Sonnenschein ließ sich der Fernblick über das Lennetal genießen. Ten Pints After traten diesmal mit voller fünfköpfiger Besetzung an und hatten es nicht ganz leicht, brachten ihre Pubsongs und Balladen aber engagiert und sympathisch rüber. Besonders gut gefiel mir „Scandinavia“. Ein paar Farbtupfer fügten die beiden Tänzerinnen von den Irish Colleens hinzu. Der Platz war nur locker gefüllt, weshalb es schwierig war, so etwas wie Kneipenatmosphäre entstehen zu lassen. So war allerdings Getränkenachschub rasch zu bekommen. In zwei Umbaupausen war die junge Carla Feuerstein zu sehen und zu hören, die den Mut mut zum “Exotischen” besaß, nämlich deutsche Volkslieder wie die Zwei Königskinder vorzutragen. Das ließ aufhorchen. Neben dem Gesang fiel die sehr kompetente Gitarrenbegleitung auf. Mit ihrem Vater Guntmar sang sie später auch Bluegrass. Die Krusty Moors aus Karlsruhe sind selten in unseren Gefilden zu erleben und waren daher für mich wie für die allermeisten eine Neuentdeckung, die gefiel. Frontmann Paul meinte, die ganzen traurigen Lieder aus Irland seien in flottem Tempo doch erheblich besser zu ertragen, und so ging es mit knackigem Schlagzeug richtig ab. Toll aber auch ihre epische Fassung von Ride On. Teufelsgeiger Daniel nutzte gern den vorgebauten Teil der Bühne und glänzte mit temporeichen Tunes auf der schicken Fünfsaitigen. Kontrabassist Chris hängte seine Kappe oben auf sein Instrument und zauberte ein feines Solo. Eigene Stücke und Cover wie A Bang on the Ear (Waterboys) kamen im unverkennbaren Krusty-Sound gut rüber. Inzwischen war Abendessenszeit. Der Cateringbereich war diesmal groß ausgelegt und mit vielen überdachten Sitzplätzen versehen. Von den drei Angeboten testete ich die „Keltische Pfanne“, eine Suppe, die gut heiß war, sich aber nicht als kulinarische Offenbarung erwies. Die feste Verankerung des Festivals im Ort zeigte sich in der

großen Zahl der Sponsoren, die auch die Tombola gut bestückt hatten. Zur Prime Time betrat Linzi Murphy mit ihrer Band die Bühne. Linzi war im vorigen Jahr gut angekommen und hat sich inzwischen mit vier anderen jungen Leuten aus der Glasgower Session-Szene zusammengetan. Einige Songs von ihrer Deutschlandpremiere konnte sie jetzt in neuem Gewand präsentieren, etwa Medusa von ihrer EP oder The Snows of France and Holland. Auch durch den familiären Hintergrund gibt es einen starken Einfluss aus Irland. Es war genügend Zeit, um allen Mitgliedern Soli einzuräumen, wobei die Keyboarderin mit ihrem gälischen Song am E-Piano und der Dudelsackspieler mit rasanten Tunes auf denBorder Pipes herausstachen. Die Grundstimmung war eher ruhig, bei dem Diggers‘ Song konnte die Band aber durchaus Power entfalten. Alle Fünf haben großes Talent, es wird spannend sein zu sehen, wie die Band weiter zusammenwächst. Gut gefiel mir Der Markgrafensohn mit Gast Carla Feuerstein. Mit einem Cover des deutsch-schottischen Quartetts 2Duos (Litha) hätte ich wirklich nicht gerechnet. Ermutigend – weiter so! Der Pausen-Auftritt von Amo Kreutz mit einigen Folk-Klassikern war eine Erinnerung, dass die an diesem Wochenende gefeierte Musik ja längst vor dem Band-Zeitalter da war. Hund Robin lag entspannt neben ihm und ließ sich von der Aufbau-Hektik im Hintergrund nicht irritieren. Inzwischen waren die Temperaturen deutlich abgesunken und sämtliche mitgebrachten Kleidungsstücke übergezogen. Dann ließen In Search of A Rose aber mit einem fetzigen, gut gelaunten Auftritt die Kälte vergessen. Mit einem Schlag änderte sich die Atmosphäre. Das Publikum rückte etwas nach

triskel - the celtic rock & punk ezine 28


Konzertberichte

vorn, vereinzelte Versuche mit Tanzschritten blieben nicht aus. Von dem cleveren Intro mit Follow me up to Carlow bis zu den Shenanigans bot die Band einen schnellen Ritt durch ihr umfangreiches Repertoire mit Favoriten wie Rebel Town oder Sham Rock’n Roll. Da alle mit Sendern ausgestattet sind, gab es richtig viel Action auf der Bühne. Die „neue“ Geigerin hat sich selbstbewusst eine Frontposition erarbeitet und imponierte nicht nur mit Tempo, sondern auch ihrer swingenden, variantenreichen Spielweise. Alle Sechs hatten Spaß an der Kommunikation mit dem Publikum. Immer wieder schön zu sehen. Gegen Zwölf schien der Vollmond über dem Schloss (der Burg?) als ich mit dem Shuttlebus auf

den Heimweg machte. Dass die Besucherzahl etwas hinter den Erwartungen zurückblieb, mag auch an der Altersstruktur gelegen haben. Die akustisch orientierten Folkfans gehören vielfach zu den älteren Semestern und achten stärker auf den Wetterbericht. Die Tausendermarke wurde am Freitag sicher nicht geknackt, dennoch dürften Rick Field und sein Team nach den Aufbau-Strapazen mit dem ersten Tag zufrieden gewesen sein. www.celtic-rock.de/2013/05/2-keltic-festival-hohenlimburg-freitag/

2. Keltic Festival Hohenlimburg Samstag von kuec Der Shuttlebus zum Schloss war am Samstag bereits vor 17 Uhr richtig voll, drinnen war die Stimmung gut. In warme Jacken gepackt, freute man sich auf einen unterhaltsamen Festivaltag. Pünktlich zu Programmbeginn setzten Regenschauer ein, die den restlichen Tag begleiten sollten. Aber wie hatte es vorher auf der Homepage des Keltic Festivals gestanden: „Wir geben unser Bestes und nichts kann uns aufhalten…..gar nichts!!!!“

Schottische Dudelsäcke sind offenbar wetterfest, was nicht nur den Sauerland Pipes and Drums, sondern auch Irish Maiden zugute kam. Die achtköpfige Band aus dem benachbarten Hemer stellte Songs aus ihrer neuen CD ‚Tavern Songs‘ vor. Die Kombo umfasst mehrere Generationen und einen vielseitigen Instrumentenpark von Tin Whistle bis Schlagzeug.. Mit dem Intro The Gael präsentierten auch sie einen Pipes-Klassiker. Danach kam Sänger Alex zum Einsatz, der genau die richtige Stimme für Folk-Punk im Stil der Pogues hat – „Hard Whiskey Sound“ eben. Die aufgepeppten Traditionals waren geschickt arrangiert. Mitten im Set kam noch mal eine Abordnung der Sauerland Pipes and Drums, um gemeinsam Amazing Grace und Highland Cathedral zu spielen. Nach den getragenen Weisen reckten sich beim Fun-Oldie Nellie the Elephant im Publikum die Arme in die Höhe. Piper Andre kniete sich beim Spielen in Torjubel – Haltung richtig rein. Voller Einsatz! Eine gute Wahl war das

triskel - the celtic rock & punk ezine 29


Konzertberichte

Bardic-Cover All Song is Sung zum Abschluss. An diesem Tag wurde es deutlich lauter. Für mich hätten es ein paar Dezibel weniger sein können, denn eine Unterhaltung war auch weiter von der Bühne weg schwer möglich. Aber das ist Ansichtssache. Insgesamt machten die Sound-Leute einen guten Job. Die Umbau-Pausen überbrückte diesmal das Duo Skye, das seine Premiere bei einem Abi-Ball erlebt hatte. Die Sängerin hatte eine tolle Stimme und wurde von ihrem Duo-Partner effektvoll mit einer 12-saitigen Gitarre unterstützt. Die beiden kamen besonders mit ihren Balladen (Misty Mountain aus dem Hobbit) gut an. Bitte mehr davon! Das obligatorische Stoffkamel am Bühnenrand wird nasse Stiefel bekommen haben; die Ceili Family musste die Glitzerjacken diesmal ganz unstylish mit Pullovern kombinieren. Das hinderte sie nicht, ihre Gute-Laune-Songs wie Flip the Coin lebendig wie immer rüberzubringen. Auf der FestivalHomepage hatte man aus jeweils vier Titel aller Bands seine Favoriten wählen können, was sicher hilfreich bei der Programmgestaltung war. Es gab aber auch ein paar neue Songs zu hören. Rick Field hatte die Hagener Ceilis nicht zu Unrecht als „Hausband“ des Festivals bezeichnet, sie gehörten schon irgendwie dazu. Die nächste Band hatte eine deutlich längere Anreise. Paddy Murphy werden als Österreichs Antwort auf Fiddlers Green gehandelt. Sie sind seit drei Jahren mit ihrem gradlinigen „Irish Speed Power Folk“ unterwegs. Das Quintett hat eine Schwäche für Rebellenlieder wie Come Out Ye Black and Tans. Ihr Namens-Song The Night Paddy Murphy died durfte auch nicht fehlen. Es ging, gewürzt mit rasanten Reels von der Fiddle, gut nach vorne. Auch das langsame Spancil Hill, vom Schlagzeuger gesungen, konnte gefallen. Es gab allerdings ein kleines Kommunikationsproblem: das fließende Österreichisch war für Westfalen nicht leicht zu verstehen. Der Aufwärm-Tipp aber doch: „Trinkt’s an Wiisky!“

Ich weiß nicht, wie gefragt das Whisky-Zelt war, der Absatz von Met in Tonbechern schien aber ganz ordentlich zu sein. Das Anstehen nach einem Tee wurde zur Geduldsprobe, während der Cocktail-Mixer direkt daneben wenig zu tun hatte. Vielleicht nächstes Jahr eine Art Tea Room, mit Gebäck? Zügig waren leckere Pommes zu bekommen, die wie die Gasstrahler im Catering – Zelt der Erwärmung dienten. Organisator Rick Field bekam von seinem Team eine „goldene Schallplatte“ als “Laird of Glencoe” sowie den mit ehrlichem Applaus ausgedrückten Dank der Besucherschaft. Vielleicht muss man Waliser sein, um sich „einfach so“ an die Organisation einer derartigen Großveranstaltung zu machen und diese auch bei widrigen Bedingungen erfolgreich durchzuziehen. Hut ab für ihn, seine Frau Heike und sein kleines, aber umso engagierteres Team! Der Platz war trotz Champions League – Finale voller als am Vortag. Vom Fußball war außer ein paar Schals nicht viel zu sehen. Schwarzer Kilt zu BVB-Trikot sieht allerdings total cool aus Irgendwann sickerte das Ergebnis durch und traf auf wenig Begeisterung. Ich behaupte aber, dass der Festival-Tag genauso das Zeug hatte, noch nach langer Zeit in Erinnerung gerufen zu werden. Bevor Celtica loslegte, gab es leider eine Umbaupause, die in dieser Länge sicher nicht geplant war. Aber dann wurde rasch klar, warum die Pipes-Rocker wieder als Top-Act eingeladen worden waren. „Let us take you on a voyage…“ Mit einem spannenden Intro ging es aus der nebelverhangenen Dämmerung auf eine virtuelle Seereise, die mit tollen Effekten beeindruckte. Statt auf Wasser scheint die Band auf Feuer zu segeln. Celtica präsentierten nach einem Auftakt zu Fünft ihre neue (zweite) Highland Pipes – Spielerin, die erst ganz kurz dabei ist. Das Publikum rückte weiter zur Bühne vor, um nichts von der staunenswerten Performance zu verpassen. Mir sei es verziehen, dass ich nicht bis zum Lone Piper durchhielt, der nach der Show oben auf den Burgzinnen

triskel - the celtic rock & punk ezine 30


Konzertberichte

das Schlusslied anstimmt. Es zog mich es in eine Gaststätte (warm! trocken!), um mich noch mal mit Leuten der Linzi Murphy Band zu treffen und ein paar Tunes zu hören. Die kamen auch bei den Fußballfans dort gut an. Obwohl alles recht glatt lief, wird der Veranstalter nicht ganz glücklich sein, denn es war sicher mit mehr Besuchern kalkuliert worden. Ich kann nur hoffen und die vielfache Bitte wiederholen, weiterzumachen. Noch eine Gedenkminute für die armen Leute, die in den folgenden Tagen bei strömendem Regen abbauen müssen.

Wenn mich nicht alles täuscht, gibt es den Termin für 2014 schon – wieder Ende Mai. Lieber Rick, wir gönnen Dir eine Erholungspause – aber dann wollen wir mehr wissen! Titelfoto und Galerie: Marc Dobrick andere Bilder im Text: küc ww.celtic-rock.de/2013/05/2-keltic-festival-hohenlimburg-samstag/

CDs und Platten Solid Ground ~ Rupdiduh (2012) von JensP Solid Ground (solider/fester Grund/Boden) gibt es seit 2002. In den elf Jahren des Bestehens haben sie viel geschafft und haben in vielen Ländern Konzerte gegeben. Die sieben Bandmitglieder kommen aus dem Norden Bayerns, genau aus Würzburg. Sie nennen ihre Musikrichtung: Modern-Folk inspired by Ireland. Das Song-Spektrum reicht von eigenen Liedern, Jigs und Reels, bis hin zu vertonten irischen Gedichten. Diese Mischung aus eigenen Liedern und in Musik gekleideter irischer Poesie macht Solid Ground zu etwas

Besonderen, so dass sie nach Irland eingeladen wurden und dort von dem Publikum gefeiert wurden. Das sechste Album der Band heißt Rupdiduh. Die Bezeichnung steht für ein bestimmtes Lebensgefühl, herzergreifende Momente und Lebensfreude. Gastmusiker/innen halfen beim Einspielen der CD und unterstützten die Spielfreude der Band am Cello, Low Whistle und als Chor. Vorweg kann ich behaupten: Es hat sich gelohnt!

triskel - the celtic rock & punk ezine 31


CDs und Platten

Eine Gitarre ist das Erste, was man hört, wenn man die CD einlegt. Land of Gold erklingt und nach kurzem gesellt sich zur Gitarre die klare und helle Stimme von Simone Papke. Lang muss man nicht warten, bis dann die restliche Band mit einsteigt. Dieser wunderschöne Folk-Song ist ein guter Einstieg in die Welt von Solid Ground. Die Anlehnung an die irische Musik ist unüberhörbar. Der Text ist ein alter Gälischer, wird aber in Englisch vorgetragen und die Musik stammt von Simone Papke und Thomas Buffy. Anschließend erklingt I don`t mind if I do. Stimmungsvoll beginnt eine Gitarre zu spielen und im Duett singen Simone und Thomas, mal einzeln und dann auch zusammen. Der Text ist wieder überliefert und vertont von den beiden. Freddy the Piper stammt aus eigener Feder. Ein Dudelsack spielt ein längeres Intro, bis nach einer guten Minute die Drums mit einsteigen. Nachdem beide Instrumente ein wenig zusammengespielt haben, steigen die übrigen Musiker mit ein und ein schönes Lied kommt aus den Lautsprechern. Das Stück hat einen schönen Text, in dem es unter anderen heißt: Freddy der Dudelsackspieler spielt ein liebevolles Lied in den Bergen von Wicklow. Öffnet die Türen und Herzen und hört den Klang der Natur! Tune for a black bock, Waltz for a sausage und Erzelas Jig sind drei Instrumentalstücke, die nach Freddy kommen. Alle drei Songs sind selbst geschrieben und arrangiert. Die beiden erst genannten Titel “Lied für einen schwarzen Bock” und “Walzer für ein Würstchen” gehen gut ins Ohr, sind fröhlich, stimmungsvoll und gut tanzbar. Beide spiegeln die Spielfreude der Band wider. Erzelas Jig beginnt etwas düster und ruhig, weil das Akkordeon erst tief gespielt wird. Diese Stimmung hält jedoch nicht lange an und eine Geige übernimmt den Part des Akkordeons. Sie spielt zwar auch noch ruhig, aber nicht mehr in der tiefen Oktave. Nach und nach wird das Stück schneller und fröhlicher, als wenn die Sonne die Dunkelheit der Nacht besiegt. Cloths of heaven (Tücher des Himmels) ist ein Highlight auf dem Album. Dieser balladenhafte Song geht ans Herz und beim Zuhören gerät man schnell ins Träumen. Wunderschöne Musik, die schöne Stimmfarbe von Simone und der einfühlsame Text machen das Lied zu etwas Besonderen. Gesungen wird abwechselnd in Englisch und Deutsch, was sich beides gut anhört. Das Album zeigt viele Seiten von Solid Ground , von ruhiger verträumter bis zu schnelleren Songs zum Tanzen. Diese CD ist kein reines Folk-Album, wie man es kennt. Die Musikvielfalt der Band kann man besonders bei Head of a lady erleben. Dieses fröhliche Lied vereint verschiedene Musikrichtungen: Folk, Pop, Walzer, Jazz und Polka. Mehr oder weniger erklingen diese Stile und es ist dennoch ein rundes Lied entstanden.

Diese CD ist so mannigfaltig in der Musik, wie das Grün in Irland. Es ist eine gute Ergänzung in jeder CD-Sammlung und immer wieder anzuhören. Solid Ground haben einen schönen Silberling auf den Markt gebracht, der vor Spielund Lebensfreude glänzt. Moderne Folk-Musik durchzieht das gesamte Werk und ist nicht so verstaubt und trocken, wie man es von anderen Bands kennt. Sie haben ihren eigenen Stil kreiert. Alle Lieder auf dem qualitativ hochwertigen Album sind hörenswert und jedes hat seinen Charme. Eine Besonderheit muss ich noch erwähnen: Die Band besteht aus sechs Musikern und einer Tänzerin. Die deutsche Stepptanzmeisterin, Tatjana Kramhöller, tanzt bei den Instrumentalstücken traditionellen irischen Tanz. Mit dem Motto der Band möchte ich schließen: Spaß soll`s machen, uns und Euch! Am Telefon hat mir Simone Papke noch ein paar Fragen beantwortet und hoffe, ich habe sie nicht allzu lange von ihrer Pizza abgehalten. Hallo Simone, erst mal danke, dass Du Dir Zeit für die Fragen genommen hast. Das ist kein Problem und ich freue mich, dass ihr euch solche Arbeit macht. Eure Musik ist nun kein reiner Irish-Folk. Wie ist es dazu gekommen, dass so viele Musikstile in Eurer Musik zu hören sind? Angefangen hat alles vor elf Jahren mit Christel West und mir. Es war ein gemeinsamer Wunsch, keinen traditionellen Irish-Folk zu spielen, weil es auch genügend andere Bands gibt, die diese Musikrichtung bedienen und Iren sind wir auch nicht. Anfangs haben wir natürlich auch gecovert, aber

triskel - the celtic rock & punk ezine 32


CDs und Platten

haben auch schon eigene Songs vorgetragen. Wir haben von Anfang an versucht, unseren eigenen Stil zu kreieren und jeder Musiker, der zu uns kam, hat eigene Ideen mitgebracht und seinen Musikgeschmack mit eingebracht. Irische Poesie spielt bei Solid Ground eine große Rolle. Wie kam es dazu? Ich fühle mich sehr zu Irland hingezogen und war auch schon dort. Die Natur ist auf der Insel sehr schön und die Menschen sind sehr naturverbunden. Ich war in Dublin und habe mir viel Kulturelles angeschaut, war in Museen und auch in dem von William Butler Yeats, den ich sehr mag. Ich lese viel, schreibe und dichte seit meinem sechsten Lebensjahr. Für Solid Ground vertone ich Lyrik von Butler und anderen irischen Dichtern, aber auch von Goethe und Eichendorff. Den Charakter der Gedichte zu treffen, ist nicht immer einfach und da fällt das Komponieren manchmal schwer. Bei Cloths of heaven haben wir ein schönes Stück eingespielt. Als wir das Lied auf unseren Irlandkonzerten gespielt haben, waren die Menschen begeistert. Sie sagten: “Das hört sich sehr irisch an und gibt sehr gut die Stimmung der irischen Musik wieder”. Wenn Ihr Instrumentalstücke spielt, tanzt die deutsche Meisterin im Stepptanz und es gibt nicht viele Bands, die mit so was glänzen. Wie kam es zur Zusammenarbeit? Wir Musiker und Künstler kennen uns alle in der Umgebung von Würzburg und Tatjana Kramhöller wohnt hier in der Nähe. Uns verbindet die gleiche Agentur und sie hat nach Möglichkeiten gesucht, um auf der Bühne zu tanzen. Tatjana hat uns gefragt und seitdem ist sie dabei, wann immer es geht. Interessant ist auch, dass Tatjana nicht nur den modernen irischen Tanz zeigt, den man von Lord of the Dance kennt, sondern auch den alten und fast vergessenen irischen Sean-nós-Tanz, da sind die Arme nicht so steif. Was gibt es in der Zukunft Neues von Euch? Plant ihr irgendwas?

Was ist Euch/Dir mal wichtig zu sagen? Keiner sollte Hemmungen haben, sich ein Instrument zu nehmen und einfach zu spielen. Niemand muss Angst vor dem Singen haben, den Klang von Worten und Bildern rauszulassen. Keiner sollte sich in eine Schublade pressen lassen, denn, sich selber treu zu bleiben, ist wichtig. Es soll einfach Spaß machen! Es darf keine Grenzen geben zwischen Musikern, die studiert sind, oder nicht. Ich kenne Musiker, die nicht studiert haben und besser sind als studierte, aber von denen nicht akzeptiert werden und das finde ich nicht gut. Vorbehaltlos sollten sich Musiker zusammensetzen, sich ergänzen, voneinander lernen und Musik machen. Danke, dass Du Dir die Zeit genommen und mir die Fragen beantwortet hast. Das habe ich gerne gemacht und ich wünsche Euch noch viel Erfolg! Bis bald. Trackliste 1. Land of Gold 2. I don`t mind if I do 3. Born to wear a crown 4. Freddy the Piper 5. Tune for a black bock 6. Waltz tor a sausage 7. Erzelas Jig 8. Head of a lady 9. Stranizl Set 10. We are the music makers 11. Tune for Bon & Dsongi 12. This is my love song 13. Rupdidupdiduh 1/Funny Reel Song 14. Rupdidupdiduh 2/Funny Reel 15. Cloths of heaven www.celtic-rock.de/2013/05/solid-ground-rupdiduh-2012/

Die Besetzung der Band hat sich geändert, weil uns drei Musiker verlassen haben und nun müssen sich die neuen Musiker einarbeiten, was natürlich mit viel Arbeit verbunden ist. Wir nehmen einen Kampagne-Song (Single) auf – mit dem UNO-Thema: Jahr gegen Lebensmittelverschwendung. Dazu produzieren wir auch ein Video (erscheint im Spätherbst) und mehr möchte ich dazu noch nicht sagen. Nächstes Jahr sind wir wieder nach Wicklow/Irland eingeladen, worauf wir uns schon sehr freuen. Dann möchte ich noch mehr in Deutsch gesungene Lieder ins Programm aufnehmen und vortragen, mit Texten von Goethe und Eichendorff, bei denen ich die Musik zusteure. Eine neue CD wird es 2014 geben. triskel - the celtic rock & punk ezine 33


Dies und das

Dies und das Das erwartet Euch beim Shamrock Castle 2013 (mit Gewinnspiel) von shutupanddance Shamrock Castle, Klappe die Vierte! Am 27. Juli 2013 wird erneut Shamrock Castle, das Festival der Irish Speedfolker stattfinden. Hauptact und Mitveranstalter ist Fiddler´s Green – Deutschlands populärste und erfolgreichste IrishFolkrock-Band, die sich mit dieser Veranstaltung einen langgehegten Wunsch erfüllen.

The Sandsacks waren schon 2010 beim Shamrock mit von der Partie. Seit 2002 sind sie in der Folkszene etabliert und begeistern bundesweit das Publikum mit ihrem vielseitigen Programm. Die Berliner Musiker beherrschen gekonnt den Spagat zwischen modernem und mitreißenden Irish Folk und bekannten historischen Klängen. Mit Witz und Charme präsentieren sie abwechslungsreiche Konzerte in einem akustischen, aber trotzdem energievollen Gewand. Mit Tir Nan Og und den Sulzebooser Saubuam sind zwei Newcomer am Start, die ihrem Folk jeweils eine eigene Note verleihen und zeigen, wie vielfältig diese Szene ist. Im Schlosspark wird es wieder eine Biergartenbühne mit Live-Musik geben. In den Pausen wird hier der Ire Joe Ginnane spielen, der schon letztes Jahr begeistern konnte. Hard-Tickets gibt es hier – Karten für das Shamrock Castle gibt es allerdings auch hier zu gewinnen:

Nachdem letztes Jahr mit dem Schloss Jägersburg eine angemessene Nachfolgelocation zur Burg Waischenfeld gefunden wurde, wird dieses Jahr wieder in Bammersdorf gefolkt: Die Jägersburg bietet beste Rahmenbedingungen, um auch die vierte Auflage des Kult-Festivals in passendem Ambiente gebührend zu zelebrieren! Neben dem idyllischen Rahmen bietet die Jägersburg auch eine gute Infrastruktur für die Besucher. Kostenfreie Park- und Campingflächen befinden sich in unmittelbarer Nähe und auch die Umgebung von Schloss Jägersburg vermittelt eine wunderbar entspannende Atmosphäre. Das neue Album von Fiddler’s Green erscheint übrigens, nicht wie bisher angekündigt, im August, sondern bereits ab 26. Juli – also ist für die passende Musik am Campingplatz auch schon gesorgt! Headliner des Festival-Samstags werden freilich Fiddler’s Green sein. Davor heizen Firkin ordentlich ein: Die Band stammt aus Ungarn und hatte in den letzten vier Jahren über 300 Auftritte in Europa und Kanada – sie hinterließen stets ein begeistertes Publikum. Auf dem Shamrock Castle Festival präsentieren Firkin ihre rasante Mischung aus irischem Folkrock und ungarischen Folkeinflüssen zum ersten Mal in Süddeutschland.

GEWINNSPIEL Zum wievielten Mal findet das Festival dieses Jahr statt? Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir am 27. Juni 2013 1 x 2 Karten für das Shamrock Castle am 27. Juli 2013. Sendet bis zum 27.06.2013 eine Mail mit der Antwort und dem Stichwort “Shamrock Castle” an termine@celtic-rock. de. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. www.celtic-rock.de/2013/05/das-erwartet-euch-beim-shamrock-castle-2013-mit-gewinnspiel/

triskel - the celtic rock & punk ezine 34


Impressum

Impressum celtic-rock & punk fanzine and internet radiostation

Networks:

Herausgeber

www.laut.fm/celtic-rock

Daniel Hoffmann Bebelstraße 9 51373 Leverkusen Deutschland

www.youtube.com/celticrockfanzine www.myspace.com/celticrockfanzine www.twitter.com/celticrock

E-Mail: info@celtic-rock.de

www.facebook.com/celticrockfanzine

Satz und Layout: Frank Kruse

www.celtic-rock.de/+ (Google Plus)

Promotionbroschüre (PDF) zum Download

Das Celtic-Rock Team Das Team von celtic-rock.de sind zur Zeit: daniels

Redaktion, Technik, Radiostation, Myspace, Twitter, Facebook

kuec

Redaktion

Roisin Dubh

Redaktion, Radio “Slainté”

Marcel

Redaktion

Folkaholix

Redaktion

Slon

Radio “Fire In The Pub”

Funkfuzzi

Tooraloo Radio

JensP

Redaktion

shutupanddance

Redaktion

cuba64

Redaktion

Hubert

Redaktion

frakru

Redaktion, Terminkalender , ezine

Diese PDF wurde am 07.06.2013 erstellt triskel ist kostenlos und die Verbreitung in dieser Originalform (komplette PDF-Datei) ist ausdrücklich erwünscht. Ihr könnt es also gerne auf Eurer Homepage bereitstellen oder per E-Mail an Freunde und Bekannte versenden. Die Übernahme von Texten und Bildern in digitale Angebote oder Printpublikationen jeglicher sonstiger Art ist nur mit der besonderen Einwilligung des Herausgebers und der Autoren erlaubt.

triskel - the celtic rock & punk ezine 35


Die n채chste Ausgabe von

triskel the celtic-rock & punk ezine erscheint am

Samstag den 06.07.2013 auf www.celtic-rock.de

triskel - 06/2013  

triskel - the celtic-rock & punk ezine

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you