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Ausgabe 12 - Dezember 2012

Fiddler’s Green – Accustic Pub Crawl Tour

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CDs und Platten Interviews Konzerte und Festivals

Bandportraits Medien und Literatur und vieles mehr...


Inhalt

Editorial von frakru Wie Ihr vielleicht schon an der Farbe unseres Titelbildes und dem kalten weißen Zeugs das sich draußen so langsam aber sicher ausbreitet erahnt habt, handelt es sich hier um die Weihnachtsausgabe unserer triskel. Ich gehe mal davon aus, dass Ihr nicht zu brav gewesen seid. Aber damit Ihr unter dem Tannenbaum nicht immer die ewig gleichen „Ihr Kinderlein kommet-Lieder“ hören müsst, haben wir in dieser Ausgabe wieder jede Menge CD Rezensionen für Euch. (2 von diesen CDs stehen auch auf meinem Wunschzettel...) Doch wir haben nicht nur CDs als Geschenktipps, vielmehr ist auch unser Bericht über „Schmuck celticstyle“ sicher einen Blick wert. Gleiches gilt auch für den neuen Kalender für Whisky- und Schottlandfreunde, den Ihr auch gleich noch in unserem Gewinnspiel gewinnen könnt. Apropos Bilder: in dieser Ausgabe findet Ihr 3 (!) Konzertphotostrecken... Neben ganz viel Spaß und spannender Unterhaltung wünschen wir schon jetzt frohe Feiertage und ein „guten Rutsch“ ins neue Jahr 2013 (wir gehen mal davon aus, dass die Mayas Unrecht haben...) Eure celtic-rock Redaktion PS. Wir sind gerade dabei, unser Satzprogramm von Pages auf InDesign umzustellen. Wenn in dieser Ausgabe noch was nicht so richtig stimmt: wir arbeiten daran :-)

Inhalt CDs und Platten Album des Monats - Dezember..............................................3 Daonet ~ Donemat...................................................................5 CelKilt ~ Hey, What’s Under Your Kilt.................................6 Grace Griffith ~ Sailing..........................................................11 Rhythmnreel ~ Twenty...........................................................15 Mick Fitzgerald and The Bacha Trio ~ Streetwise.............16 The Scally Cap Brats ~ Let Us Drink, .................................19 The Roving Crows ~ Bacchanalia.........................................20 The Beermats ~ Dublin in my Tears....................................21 The Men They Couldn’t Hang ~ Devil on the Wind........23 Damian Clarke ~ Paths of Desire.........................................26

Konzerte und Festivals 1. Liedermacherfestival Seehausen ~ Bericht........................7 Rainsong Records ~ Ein neues Folk-Label.........................22 2. Irish Folk Punk Party Gevelsberg Sportalm ...................24

Streams of Whiskey Die Dezember Charts // mit Gewinnspiel...........................4

Dies und das Geschenktipp: Schottlands schönste Seiten ........................27 Schmuck celticstyle..................................................................30

Gewinspiele Streams of Whiskey // mit Gewinnspiel...............................4 Geschenktipp: Schottlands schönste Seiten ........................27 Interviews Tooraloo Radio #27: The O’Reillys and The Paddyhats.....5 Tooraloo Radio #28: 3.Arnsberger Irish Folk Rock .........19

Konzertberichte Halloween-Konzert von Off Limits.....................................12 Die 3. Arnsberger Irish-Folk-Rock Night............................14 Fiddler’s Green – Accustic Pub Crawl Tour .......................28 Instrumente Lernen Olaf Sickmann – ORIGINAL TIN WHISTLE.................17

Instrumentenkunde Concert Flute ~ Instrumentenkunde Teil 11......................31 Impressum..............................................................................33

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CDs und Platten

Album des Monats - Dezember The O`Reillys and the Paddyhats – The Sound of Narrow Streets (2012) von cuba64 Über The O`Reillys and the Paddyhats ist im Internet noch nicht sehr viel zu finden. Kunststück, schließlich spielen sie auch erst seit April 2011 in der jetzigen Besetzung zusammen und haben doch in dieser kurzen Zeit Wunderbares geschafft. Denn findet man Beiträge über die Paddyhats, dann fallen Worte wie „überraschend“ oder „beeindruckend“ und offensichtlich ist die Liveperformance auch nicht von schlechten Eltern. Einen Eindruck davon bekommt man auch durch die Platte, wurde sie zwar im Studio aber „live“ eingespielt. Dieses plötzliche Erscheinen aus dem Nichts wird dann noch durch „ Sound of Narrow Streets“, ihr nagelneuer Longplayer, gekrönt. Zehn Eigenkompositionen nach bester Rapmanier durch ein Intro mit Zitaten aus dem Film Michael Collins eingeleitet, befinden sich auf der Platte. Dieses Intro gibt dann auch die Richtung des Albums vor. Natürlich gibt es Lieder über das Feiern und Biertrinken, aber die meisten Songs setzen sich mit ernsteren Themen auseinander. Im Mittelpunkt stehen die Konflikte zwischen England und Irland – vereinfacht gesagt. Diese werden aus Sicht der Underdogs, Katholiken und Arbeitern beleuchtet. So entsteht in „Bloody Marrion Road“ ein sehr eindringliches Bild einer Straßenschlacht zwischen Iren und Engländern. Die Dynamik des Kampfes findet sich auch in der Musik wieder. Ein treibendes Banjo, schnelle Drums und ein immer wieder wechselndes Tempo sorgen dafür. Und wie es nach jeder zünftigen Straßenschlacht passiert, finden sich manche Lads im Gefängnis wieder. Diese Linie ist zwar nicht direkt grade also chronologisch, ist aber trotzdem Thema in „Prison Cell“. Ein IRA-Protagonist erzählt davon, dass er seit 1924 im Gefängnis sitzt, aus seinen republikanisch-nationalistischen Tätowierungen Kraft schöpft (so erzählen es wenigstens die Paddyhats im Toraloo Radio Interview) und an den Kampf für die 32 Countys. Hier hätte ich gerne mal den Text vor mir gehabt, denn soweit ich ihn verstehe, besingen die Paddyhats die Auseinandersetzung innerhalb der irisch-republikanischen Comunity und das aus der Sicht eines IRA-Mitglieds, der im Bürgerkrieg gegen die Freestateler Irlands unter Michel Collins im irischen Bürgerkrieg gekämpft und somit aus der heutigen Sicht eine unpopuläre Position bezogen hat. Musikalisch auch hier eine Aufnahme des emotionalen Pathos, was den Song hymnenhaft werden lässt. Ich mag ihn, aber ihr merkt, die Platte hat auch eine ernsthafte Seite, die zum diskutieren am Tresen einlädt. Deshalb ist das nächste Lied auch erst mal ein Trinklied. Ich werde hier jetzt nicht auf jedes einzelne Lied eingehen, denn das nimmt wohl die Spannung.

Gemeckert auf hohem Niveau, verlieren die Lieder in der Mitte ein wenig ihr individuelles Profil, um dann gegen Ende noch mal richtig aufzudrehen. Die einzige Ausnahme stellt für mich die Ballade „Killorglin Town“ dar. Denn zum einen mag ich so gut wie kein langsames Lied, zum anderen gibt es auch einen objektiven Grund: Reime aus dem Reimlexikon (z.B. tears falling down, from the face to the ground – offensichtlicher geht’s kaum noch). Aber wen’s tröstet: mein 16m. alter Sohn steht drauf und schwankt schunkelnd mit erhobenen Armen durch die Wohnung an mir vorbei. Ich kann wohl sagen 2:1 für Celtic Punk in dieser Familie. Nach neun sehr kurzweiligen Songs kommt dann noch der heimliche Hit. Die selbst proklamierte Bandhymne „Paddyhats“. Ein gebührender Abschluss. Ich glaub, ich drück noch mal auf Repeat… Trackliste 1. Intro 2. Bloody “Marrion Row” 3. Prison Cell 4. No Money for the Pub 5. The Shamrock Thief 6. Draught in the Pub 7. Jolly Roger’s Crew 8. Life of a Working Man 9. Killorglin 10. Good Old Times 11. Paddyhats www.celtic-rock.de/2012/12/the-oreillys-and-the-paddyhats-the-sound-of-narrow-streets-2012

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Streams of Whiskey

Streams of Whiskey Die Dezember Charts // mit Gewinnspiel von daniels Diesen Monat hat es richtig Spaß gemacht am letzten Tag ab und an mal auf das Voting zu gucken. Stündlich purzelten Bands rein und raus. Tir Nan Og schien abgeschlagen und hat es dann am letzten Tag noch zu ihrer fünften TOP 15 Plazierung geschafft. Willkommen in der Hall Of Fame! Mark Knopfler wurde wohl immer irgendwie mitgewählt. Aber er ist jetzt auch drin . Bald sind auch genug Bands für eine eigene Radioshow drin und dann geht die Halle des Ruhmes on air. Bester Neueinsteiger in diesem Monat ist Bad Penny aus Rostock mit Platz 2. Die anderen Neuvorstellungen waren eher schwach! Hier aber nun die TOP 5 aus dem November: 5. Tir Nan Og – Jeffrey’s Inn (14%) 4. The Screaming Orphans – Ghost Riders in the Sky (15%) 3. Nobody Knows – Tandaradei (Lyrik im Anzug) (17%) 2. Bad Penny – Over Night Bag (18%) 1. Thomas Lukassek – Barless Fivestar (18%) Die kompletten Ergebnisse findet Ihr im Chart-Archiv. Diesen Monat neu nominiert sind: Lisa Cuthbert, Plattrock, The Fatty Farmers, Daonet, Celkilt, Grace Griffith, Mick Fitzgerald and the Bacha Trio, Rhythmnreel, The Scally Cap Brats, The Roving Crows, The Beermats, The Men They Couldn’t Hang, Damian Clarke Alle Songs hört Ihr in unserer Radiosendung “Streams Of Whiskey” und einige der Neuerscheinungen auch in “What’s New“. Die Zeiten findet Ihr im aktuellen Sendeplan. Zu gewinnen gibt es diesen Monat auch wieder was: 1 x 2 Eintrittskarten für das » Folk Punk Rock Festival ’13 // 02.02.2013 in SO36 / Berlin 1 x CD: Paddy Murphy, Dog’s Dinner (2012) Vielen Dank an die Stifter! Wir suchen jederzeit weitere Werbenpartner! Verlost werden die Scheiben unter allen, die bis zum 25.12.12 ihre kompletten fünf Stimmen abgegeben haben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner/innen werden per E-Mail benachrichtigt. Bitte hinterlasst also eine zustellfähige Adresse in Eurem Profil. Um abzustimmen, müßt Ihr Euch hier rechts in der Sidebar zunächst registrieren. Wenn Ihr eingeloggt seid, könnt Ihr auf der Chartseite abstimmen! UND NUN AB ZUM VOTING: www.celtic-rock.de/2012/12/die-dezember-charts-mit-ge-

winnspiel-2/

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Interviews

Interviews Tooraloo Radio #27: The O’Reillys and The Paddyhats von Funkfuzzi Bands der Szene hat jetzt auch die erste Platte vorgelegt. „The sound of narrow streets“ soll das Live-Gefühl transportieren – deswegen wurde im Studio auch gemeinsam „live“ eingespielt. Im November ist die Band auch wieder als Veranstalter aktiv. Die zweite Irish Folk Punk Party in Gevelsberg steht am 23.11. an. Mit einem vielversprechenden Line-Up: The Ceili Family, Mr Irish Bastard und…The O’Reillys and The Paddyhats! Über all das wird gefachsimpelt – mit Dwight und Paddy! Viel Spaß mit einer neuen Folge Tooraloo Radio !!! www.paddyhats.de Sie sind erst seit April 2011 in dieser Formation unterwegs – haben aber schon für ordentlich Furore gesorgt. Nicht zuletzt das spontane Einspringen für Mr Irish Bastard beim 15 Jahre-Geburtstags-Konzert der Ceili Family hat ihnen viele neue Freunde gebracht. Eine der ambitioniertesten Live-

www.celtic-rock.de/2012/11/tooraloo-radio-27-the-oreillys-and-the-paddyhats/

CDs und Platten Daonet ~ Donemat (2012) von daniels Manchmal kann Musik wunderbare Erinnerungen wecken. Als ich die MP3s von Daonet das erste Mal in Ruhe im Zug anhörte und aus dem Fenster schaute lief bei mir ein Film ab, der mich an viele Momente meiner Urlaube in der Bretagne erinnerte. Wer im Sommer schon mal in der Bretagne war, muss nicht lange nach Festivals suchen. Eigentlich ist fast überall jeden Abend was los.

verdammten auf celtic-rock.de

Einerseits ist diese Musik fremdartig und mutet manchmal fast orientalisch an, auf der anderen Seite sind Instrumentierung und Melodien vertraut. Daonet mischen typisch bretonische Klänge mit modernen Rock. und Punk-Rhythmen. Dabei geht es richtig gut ab. Auch ohne den Text zu verstehen, kann man in kürzester Zeit die eingängigen Refrains mitsingen und bekommt gute Laune. Daonet ist bretonisch bedeutet so viel wie verdammt oder verflucht und daonet willkommen. Also seid willkommen ihr triskel - the celtic rock & punk ezine 5


CDs und Platten

Das Daonet “nur” ein Trio sind, habe ich erst auf der Website erfahren. Der Sound ist teilweise richtig fett. Sie nennen Ihre Musik schlichtweg Rock Breton, also bretonischer Rock. Gitarren und Schlagzeug sind also folgerichtig die treibenden Kräfte des Albums. Ab und an wird mal eine Flöte und eine Geige eingebaut. Alle drei singen immer wieder in diversen Arrangements mit. Daonet spielen auf dem Album zwei bretonische Traditionals, das ist die bretonische Hymne “Bro gozh ma zadoù” und “Marv Pontkalleg” (Death of Pontkalleg). Die anderen zehn Songs stammen aus eigener Feder. Diese Rezi hat in mir die alte Idee eines bretonisch/französischen Spezials für celtic-rock-Radio wieder aufleben lassen. Wir haben inzwischen doch schon einige Bands im Archiv. Doch dazu bald mehr, ihr könnt gespannt sein! Natürlic sind wir wie immer über Hinweise dankbar!

Trackliste 1. Tribann tribal 2. No pasaran 3. Bro gozh ma zadoù 4. Kreionoù du 5. Donemat 6. Kan bale Sant Albin 7. Nerzh-kalon 8. Salon intime 9. Marv Pontkaleg 10. O surfin 11. Messager 12. Mont da Naoned www.celtic-rock.de/2012/11/daonet-donemat-2012/

CelKilt ~ Hey, What’s Under Your Kilt (2012) von shutupanddance le, geniale Melodien und zwischengeschobene Mitsing-Parts tun ihr Übriges. Traditionelle Songs wie das flotte „Smokin Erin“ oder das balladeske „Gold River“, beides starke Instrumentals, wechseln sich mit vergnügten Pub-Songs wie „The Alchemist“, dem einprägsamen „Should I?“ und dem von der Flöte geprägten „All these Times“ ab. Nicht zu vergessen:„I’ve Ruined My Chances”, mein heimlicher Favorit der Platte.

Darf ich vorstellen: Rock’n‘Kilt! Wunderbar fröhliche, tanzbare Musik aus Frankreich mit teils rockigen, teils eher traditionellen Einflüssen und mit garantiertem Spaß-Faktor. In meiner Playlist für gemütliche Abende mit Freunden hat es die neue EP von CelKilt bis ziemlich weit nach oben geschafft. „Hey, what’s under your Kilt?“ – mit einer eingängigen Dudelsackmelodie legen die fünf Franzosen auf gleichnamiger EP los: Schon in den ersten Sekunden schaffen sie mit ihrem fetzigen Celtic-Rock eine fröhliche Atmosphäre. Flöte, Geige und Dudelsack stehen deutlich im Vordergrund, Schlagzeug und Gitarren sorgen für ein stimmiges Ensemb-

In „The Alchemist“ könnten die Kilts übrigens auch augenzwinkernd von der Geschichte ihrer Gründung erzählen, an der auch ein Alchemist beteiligt gewesen sein soll. Dieser hat aus den fünf Bestandteilen Wind, Wasser, Feuer, Luft und selbstverständlich einer Muse mit Hilfe der Kilt-Energie die Band geschaffen. Und das Guinness danach im Pub durfte natürlich auch nicht fehlen. Nico erzählte mir, wie sich die Band „le pouvoir du Kilt“, also die Macht des Kilts, sonst zu nutzen macht – (frei ins Deutsche übersetzt): „Wie sich unsere Songs entwickeln? Eigentlich fangen wir nur an zu spielen: Die Energie des Kilts erledigt den Rest. Vor zwei Jahren gründeten wir

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CDs und Platten

die Band, weil wir uns einfach in die Energie, die irische und keltische Musik ausstrahlt, verliebt hatten. Wir haben alles, was uns gefallen hat, in einen Topf geworfen, und siehe da: CelKilt war geboren. Seit unserer Gründung sind wir auch ein wenig rockiger geworden, was man auch auf der neuen CD hören kann.“

Das sympathische Quintett aus Roanne, nähe Lyon, besticht mit fetzigen und charmanten Melodien und sie haben eine Menge gute Laune im Gepäck, die sie, zusammen mit dem Rock’n‘Kilt bald auch nach Deutschland bringen wollen: „Wir spielen in Frankreich, Italien, der Schweiz, Belgien, touren bald durch die USA und wir können es kaum erwarten, auch endlich in Deutschland aufzutreten!“ Trackliste 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

Hey, What’s Under Your Kilt? All These Times Smokin’ Erin Gold River The Alchemist Should I I’ve Ruined My Chances

www.celtic-rock.de/2012/11/celkilt-hey-whats-under-yourkilt-2012/

Konzerte und Festivals 1. Liedermacherfestival Seehausen ~ Bericht von JensP Bei uns im Ludwigsluster Schlosspark gibt es das “Kleine Fest im großen Park” und in Seehausen gibt es nun “Das große Fest in der kleinen Halle” ! Nun, die Wischelandhalle (Seehausen) ist wahrlich nicht klein, aber die Dimensionen des Festivals und die Begeisterung der Besucher sprechen für sich. Erste Stimmen am Abend forderten schon eine Fortsetzung im nächsten Jahr!

requisiten. Die ca. 800 Besucher wurden beim Eintreten in die Halle begrüßt – die Damen mit Umarmung und die Herren wahlweise mit Handschlag oder bei Bedarf einer freundschaftlichen Umarmung – und bekamen ein Programmheft in die Hand, welches den Ablauf in Gedichtform wiedergab, tolle Idee.

Wir waren schon vor 18.00 Uhr an der Wischelandhalle und nicht die Einzigen im Foyer. Einlass war ab 18.00 Uhr und Beginn 19.00 Uhr, aber es kam anders! Weit vor 18.00 Uhr begann das Festival schon. Vor der Festivalhalle gab es eine kleine Feuershow der Firewings zu sehen und die drei Mädels begrüßten so die Besucher, stimmten den Abend ein wenig ein. Im Foyer unterhielt der Zauberer und Ballonkünstler Peter Dahlmann, ebenso ein Jongleur der Firewings das Publikum, das schon ungeduldig vor der Tür stand. Man sah bei vielen ein Glänzen in den Augen, hörte Raunen, Staunen und es wurde schon viel gelacht, bis sich dann die Tür öffnete. Die Halle war liebevoll hergerichtet worden, für den Abend. Die Tische waren herbstlich geschmückt, die Stände schön integriert und die Bühne aufwendig ausgestattet mit Theatertriskel - the celtic rock & punk ezine 7


Konzerte und Festivals

Max Heckel und Ingrid Japke eröffneten mit einer kleinen Rede den Abend und Pantomimekünstler Stefanello wurde angekündigt. Mit viel Witz, Humor und stiller Kunst begeisterte er das Publikum. Zur Unterstützung ließ er es sich nicht nehmen, sich Hilfe aus dem Publikum zu holen. Das war schon eine andere Show, als man sie sonst kennt, wie z.B. der Künstler im Glaswürfel. Die Show war abwechslungsreich und auch rasant, als er beispielsweise mit einem Zuschauer und einem fiktiven Moped durch den Saal fuhr.

genfrau, die ihren Körper zur Musik von Lindsey Stirling ~ Crystallize verbog. Ich freue mich auf ein Wiedersehen unter dem Himmelszelt, damit man wieder ihr ganzes Können sehen kann. Ein Tanz mit dem Feuer, gepaart mit Akrobatik!

Schnaps im Silbersee eröffneten die musikalische Seite des 1. Liedermacher- und Kleinkunstfestivals. Leider waren von den vier Musikern nur zwei da, aber diese begeisterten das Publikum dennoch. Die beiden Liedermacher schafften es, Kabarett und Musik zu verbinden. Sie spielten lustige bis anspruchsvolle Lieder, Lieder zum Nachdenken und zum Schmunzeln. Gesungen wurde hauptsächlich in Deutsch, ein wenig in Englisch und Französisch. Und es war nicht diese verstaubte Liedermachermusik, die man aus längst vergangenen Tagen kennt, sondern modern und mit ein wenig Pep. Ungewöhnlich war auch die Instrumentierung der beiden, mit einer Gitarre und einer Bratsche. Die warmen Töne der Bratsche, die Gitarre und der Gesang waren eine tolle Kombination. Ich hatte noch die Gelegenheit mit den beiden zu reden und es kam ein kleines Interview dabei raus, welches man am Ende des Berichtes lesen kann.

Bei dem Auftritt von Nobody Knows gab es ein kleines Phänomen zu bestaunen. Als das zweite Lied, “Tandaradei” erklang, glaubte man, vor der Bühne fände ein Flashmob statt. Von allen Seiten kamen die Tanzwütigen und innerhalb weniger Sekunden war die Tanzfläche voll. Wahnsinn! Sie spielten viel aus ihrem Lyrikprogramm, wobei einige Stücke in einem neuen Gewand zu hören waren. Tandaradei, Lorelei, Die schlesischen Weber und vieles mehr verwöhnte unsere Ohren und die Leute bewegten sich zur Musik. Fantastisch. Ein schönes, in französisch gesungenes Lied wurde auch gespielt, ebenso ein tolles Stück war Chocolat in instrumentaler Form. Die Jungs aus der Altmark haben zum Ende ihres Auftritts noch mal richtig Gas gegeben und haben die Halle mit Ring of Fire und anderen Stücken zum Beben gebracht. Dieser Auftritt hat mir wieder gezeigt, wie beliebt und gern gesehen die Band ist, ein Garant für volle Konzerte.

Stefanello hatte in der Umbaupause noch einmal die Gelegenheit, das Publikum zu unterhalten und die Zeit zu überbrücken, bis es auf der Bühne weiter ging. Er hat eine schöne Show dargeboten, die Zeit verging wie im Flug und mit viel Applaus verabschiedete er sich dann.

Nach kurzem Bühnenumbau stand dann die MartinRühmannBand auf den Brettern, die die Welt bedeuten und gaben musikalisch den Abschluss des Abends. Sie präsentierten einen schönen, eigenen Musikstil, der mir gefällt. Auch sie begeisterten das Publikum und die Tanzfläche füllte sich schnell. Leuchtturmwärter, Amsterdam, Kleine Haie und viele andere Lieder wurden gespielt, wie die Ballade Zwischendeck. Die Musik war eine schöne Mischung aus schnellen und mal langsam Stücken. Die Magdeburger Band begeisterte das Publikum und war ein würdiger Abschluss des Abends. Bei den letzten beiden Liedern des Abends musizierten sie mit den Nobody Knows gemeinsam auf der Bühne,was schön anzusehen und anzuhören war. Wobei anmerken muss, dass Max Heckel als Gastmusiker bei der MartinRühmannBand auf anderen Konzerten mitauftritt.

Auf der Bühne ging es weiter! Die Siedler begannen mit einem ruhigen, aber schönen Lied. Die Folk-Band aus der Altmark spielte ruhige bis schnelle Stücke, die alle aus der eigenen Feder stammen. Obgleich die Texte in den Liedern manchmal schweren Charakters waren und sie zum Nachdenken anregen sollten, hatten sie einen schönen Auftritt. Neben Gesangsstücken hörte man auch instrumentale Stücke und das finde ich auch immer gut. Bei ihrer musikalischen Darbietung kamen auch Instrumente zum Einsatz, die man nicht überall sieht, wie bspw. Sackpfeife und Didgeridoo. Nun schlug die Stunde der Firewings! Sie hatten die Besucher ja schon vor Beginn der Veranstaltung verzaubert und nun zeigten sie in der Halle ihre akrobatische Seite. Die Damen und Herren haben sich da was Schönes ausgedacht: Die Damen sahen wie Puppen aus, wurden hingestellt und dann hat man sie nacheinander “aufgezogen”. Dann begann sich die “Puppe” zu bewegen und ihre Kunststücke zu zeigen. Untermalt von verschiedenartiger Musik sah man Akrobatik mit dem Hula-Hoop-Reifen, Einrad fahren und Jonglage mit verschiedenen Gegenständen. Höhepunkt war die Schlan-

Nach der liebevollen Show der Firewings standen Nobody Knows auf der Bühne. Als Erstes präsentierten sie ein neues Lied aus eigener Feder, “Oktoberregen”, welches ihr euch hier auch anschauen könnt.

Für das leibliche Wohl war auch gesorgt. Es gab Getränke in großer Auswahl, von Bier bis allerlei alkoholfreien Getränke brauchte niemand an Durst leiden. Einen eigenen Obst- und Fruchtweinstand gab es, bei dem man aus dem Weinballon, in vielen Geschmacksrichtungen Wein kaufen konnte. Man konnte ihn aus den Glas trinken oder in der Flasche mit nach Hause nehmen. Hungern brauchte auch niemand, denn es gab genug zu essen und das indische Essen war lecker. Wenn es Wartezeiten an den Ständen gab, waren sie kurz (zumindest, wenn ich da war) und das Personal war sehr freundlich, hat jede Frage rund um Essen und Trinken beantwortet.

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Konzerte und Festivals

Bilder der Künstlerin Michaela Herbst konnte man auch bestaunen! Sie zeigen einen kleinen Ausschnitt ihrer Arbeit und ihres Könnens. Zauberer Peter Dahlmann durchstreifte den ganzen Abend die Halle und dort, wo er seine Kunststücke vorführte, waren die Menschen begeistert. Wenn man ihn suchte, musste man nur nach einer Menschentraube suchen, oder nach einem Raunen und Lachen hören. Mit seinen Tricks hat er das Publikum zum Staunen gebracht. Zum Schluss möchte ich noch einen Dank aussprechen! Danke an die Veranstalter, die dieses Liedermacher- und Kleinkunstfestival auf die Beine gestellt haben, wobei ich die vielen engagierten Helfer nicht vergessen möchte. Ein wahrlich gelungener Abend, den keiner so schnell vergessen wird. Die Begeisterung des Publikums war zu spüren und die allgemeine Meinung war: es muss weiter gehen! Wir standen mit Max und Nobody Knows noch eine Weile am Ausgang zum Foyer und man bedankte sich bei der Band für den schönen Abend, es wurde noch viel erzählt, gelacht und man sah das Leuchten in den Augen. Das war pure Begeisterung! Man wurde, wie bei der Begrüßung, auch zum Abschied bei “Bedarf ” in den Arm genommen oder die Hand gegeben und sagte: “Auf Wiedersehen!”. Auf Wiedersehen, das heißt, man sieht sich wieder und darauf freuen sich viele Besucher des Abends! Interview mit Peter Wolter und Johanna Regenbogen von Schnaps im Silbersee: Schnaps im Silbersee gibt es noch nicht so lange. Seit wann spielt Ihr zusammen und wie seit Ihr auf dem Namen der Band gekommen? Unser Gründungsdatum beziffern wir auf den 01.01.2011, aber wir kennen uns schon länger. Wir haben uns auf verschiedenen Konzerten und Festivals kennengelernt. Wir beide kennen uns schon 3 Jahre (Peter sagt erstaunt: “Schon drei Jahre? Wie die Zeit vergeht”). Der Name entstand ganz einfach! In geselliger Runde trinkt man gerne ein Schnaps und der Silbersee kam irgendwie dazu, fanden wir irgendwie schön. Hat aber nichts mit dem Silbersee von Karl May zu tun. Liedermachermusik, wie seit Ihr auf diese Art von Musik gekommen? Wir mochten die Musik schon immer! Da ist alles echt, man hat viele Möglichkeiten und es ist eine eigenständige Musik. Liedermacher wollen etwas mitteilen und man kann das machen, worauf man Bock hat. Liedermachermusik, Liedermachings hat heute ja auch nichts mehr mit der politischen Bewegung der 60er zu tun. Heute drehen sich die Themen über die verschiedensten Sachen und es hat viel mit Kabarett

zu tun. Wir wollen die Leute unterhalten, zum Nachdenken bringen und auch zum Lachen bringen. Welches sind Eure nächsten Projekte? Wir wollen bald ins Studio gehen und endlich eine anständige CD machen, das wird auch Zeit. Drei Gitarren und eine Bratsche, wie kam es zu der Besetzung der Instrumente? Nur Gitarren, davon wollten wir weg. Durch Umbesetzungen haben wir vorher immer eine Geige dabei gehabt und als Johanna vor ca. 2 Jahren dazu kam, kam dann auch die Bratsche dazu. Das Instrument ist bei der Musikrichtung ungewöhnlich, aber dadurch fallen wir ein wenig mehr auf. Danke das Ihr Euch ein wenig Zeit genommen habt und Ihr mir ein paar Fragen beantwortet habt. Wir möchten uns erst mal bei dir und für die Zeit, die du dir genommen hast bedanken. Es war ein wunderbarer Abend für uns, das Publikum war toll und es hat uns viel Spaß gemacht, hier zu spielen. Wir würden gerne das nächste Mal wiederkommen und dann in voller Besetzung. Viele Grüße an die Hörer von celtic-rock! Zum Abschluss noch die schönsten Momente der Band Nobody Knows und Begleitung: Aron: Für mich war der wirklich schönste aller Moment bei „Tandaradei“, wo alle aufgestanden sind und angefangen haben zu tanzen. Das war wirklich HAMMA. Ich habe angefangen zu spielen und nach drei Takten war die Tanzfläche voll und alle haben gelacht und haben Spaß gehabt. SUPER! Gudrun: Da würde auch ein Wort reichen: “Flashmob”. Demnach war der überragende Augenblick der deines [Max] glücklichen, beinahe seligen Strahlens, als sich die Tanzfläche beinahe schlagartig füllte. Wohl auch, weil sich bei mir selbst alle Emotionen in nur einer denkbaren körperlichen Reaktion sammelten. Es gibt noch einen anderen Moment (falls der o.g. “überstrapaziert” wird), eigentlich einige Minuten: Als zu Beginn der Veranstaltung das Licht ausging und sich die am Vorabend noch große, klar definierte Sporthalle warm und detailverliebt zeigte, ganz deinem Konzept folgend, und mit so (vielleicht doch unerwartet) vielen Menschen füllte, die sich auf diesen Abend einlassen wollten, hatte ich Gänsehaut. Maximilian: … als die Zuhörer bei unserem ersten Lied die Tanzfläche stürmten und ich strahlende Gesichter erkennen konnte!

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Konzerte und Festivals

Thor: Unser liebevoller Empfang ist nicht nur ein Herzöffner für das das Publikum. Wenn ich fremde Gäste begrüßen kann, wie alte gute Bekannte, ist das der Moment, den ich als schönsten in Erinnerung behalten werde.

Sandra: Der schönste Moment an diesem Abend war für mich, als die Leute zu Beginn des zweiten Liedes von Nobody Knows die Tanzfläche stürmten. Das hat mir gezeigt, dass sich all die viele Arbeit im Vorfeld gelohnt hat.

Ronny: Die schönsten Momente dieses Abends waren für mich, eine sehr schön ausgeschmückte Wischelandhalle zu sehen, des Weiteren zu sehen, wie der Saal sich zusehends füllt (nach anfänglich skeptischen Prognosen) und während des eigenen Auftritts bereits beim zweiten Lied eine gerammelt volle Tanzfläche zu erleben. Das geht schon unter die Haut.

Max: Für mich gab es auch viele schöne Momente, bspw. als ich gesehen habe, dass das Kulissenkonzept aufgegangen ist und dass es in der Halle eben nicht mehr anonym wirkte. Außerdem als Dalli ankam und Ingrid und mir gleich ein paar Sachen gezeigt hat. Zauberei zum Anfassen und Mitmachen. Das Begrüßen hat mir gefallen. Ein Favorit war aber definitiv der „Szenenapplaus“ bei unserem neuen Lied „Oktoberregen“ – und natürlich das Stürmen der Tanzfläche! Es war einfach wunderbar.

Georg: Auch, wenn es viele schöne Momente gab, muss ich doch daran denken, wie ganz plötzlich bei Tandaradei die Tanzfläche gefüllt war. Da wurde ganz schnell deutlich, wie sehr es doch den Leuten ein Bedürfnis war, sich zu bewegen und ein tolles Gefühl, dass wir diesen Anstoß geben konnten.

Bilder: JensP, JÄsz Ba www.celtic-rock.de/2012/11/1-liedermacherfestival-seehausen-bericht/

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CDs und Platten

CDs und Platten Grace Griffith ~ Sailing (2012) von daniels Musikern mit den traditionellen Folk-Instrumenten wie Gitarre, Mandoline und Geige. Insgesamt 11 Songs sind auf dieser CD, jeder Song beweist, wie schön Folkmusik mit einer betörenden weiblichen Stimme sein kann. Aber das macht auch die CD angreifbar, denn auch wenn die Arrangements ausgewogen und unterschiedlich sind: Es ist immer der gleiche Ausdruck in der Stimme, Grace Griffith variiert nicht, was natürlich auch an ihrer Krankheit liegen kann. Instrumentale Zwischenstücke sind eher selten.

Die CD „Sailing“ ist eine Art „Best of“ der amerikanischen Folksängerin Grace Griffith, die als eine von zehn Kindern auf einer Farm in Southern Maryland aufwuchs und durch ihre Eltern inspiriert schon früh sang und sich mit der Gitarre begleitete. Bevor ich auf die CD komme, lohnt sich ein Blick auf die starke Persönlichkeit Grace Griffith. Denn sie ist lediglich eine „Feierabendsängerin“, ihr ursprünglicher Beruf ist der einer Physiotherapeutin. Aber diese heilenden Hände benötigen jetzt auch Hilfe, denn sie ist seit 1998 an der Parkinson-Krankheit erkrankt. Dennoch veröffentlichte sie weiterhin Platten und „Minstrel Song“ fand 2000 in Großbritannien sogar den Weg in die Charts und zu weltweiter Aufmerksamkeit. Und bei ihren früheren Auftritten war ein junges Mädchen fast immer als Zuhörerin dabei, die leider zu früh verstorbene Eva Cassidy. Das Booklet der CD erinnert an die Freundschaft dieser beiden Frauen. Es ist kein Wunder, dass man bei der Platte an Eva Cassidy erinnert wird – obwohl für Eva Cassidy Grace Griffith das Idol war. Kommen wir aber jetzt zu der CD, die man, wie schon erwähnt, als eine Art „Best of“ ansehen kann, alte Lieder haben ein neues Arrangement bekommen. Über allen Stücken schwebt die warme, zarte Stimme von Grace Griffith, die keine eigenen Lieder schreibt, sondern sich der Interpretation keltischer, traditioneller und zeitgenössischer Folkmusik verschrieben hat. Unterstützt wird sie dabei von folkaffinen

„Wondering where the Lions are“, ein Lied geschrieben von Bruce Cockburn, eröffnet die CD mit einem schönen Männerchor im Refrain. Es folgt ein Song von Sting:„Shape of my heart“. Dieses zeigt, dass Grace Griffith bei der Auswahl der Lieder schon Wert darauf legt, welche Lieder sie interpretiert, und die entsprechende Interpretation macht sie sehr gut. Man kann eigentlich kein Lied besonders hervorheben, sicherlich ragen die eigenwillige Zusammenfassung der beiden Lieder „Sailing“ (bekannt von Rod Stewart) mit dem Traditionell „Ships are Sailing“ sowie das Lied „My life“ heraus. Und passend ist das Ende mit dem ohne Begleitung gesungene „The Last Leviathan“, das mit den Worten „ I’m Dying“ endet. Das erzeugt Gänsehaut, wenn man an die Krankheit denkt, die die Sängerin hat. Anspieltipps: My life, Sailing/The Ships are Sailing (als Radiotipp) Trackliste 1. Wondering Where The Lions Are 2. Shape Of My Heart 3. My Life 4. Bound By The Beauty 5. Ripples In The Rockponds – Kiss Of The Fiddle 6. Carry You 7. Swallow Song 8. The Cuckoo 9. Song Of The Seals 10. Sailing Ships Are Sailing 11. The Last Leviathan www.celtic-rock.de/2012/11/grace-griffith-sailing-2012/

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Konzertberichte

Konzertberichte Halloween-Konzert von Off Limits mit zwei Geigerinnen! von frakru Halloween ist in letzter Zeit mehr und mehr zum Kinderfest in Plastikmaske verkommen. Zum alljährlichen Halloween-Konzert der RockFolk-Band „OffLimits“ am Freitag dem 02.11. im Cadillac Oldenburg, hätte aber lieber niemand zum Bonbon-Sammeln vorbei kommen sollen. Denn da ließen OffLimits im neuen Steampunk-Design mit schaurig-schönem Support der Mittelalter-Folker „Drachenflug“ die Nacht zur ältesten Festnacht auf Erden lebendig werden. Es war ein Event für Jung, Alt und Untot! Für das Rahmenprogramm sorgten ein Met-Stand, eine kleine Steampunk-Ausstellung sowie Schneiderei, Hutmacherei, Malerei, Goldschmiede, Kleider und Schmuck. Aber nicht nur das Rahmenprogramm wusste zu überzeugen, auch auf der Bühne bekam das Publikum allerhand Neues zu sehen. Den musikalischen Auftakt bestritten Drachenflug: Seit Jahren bringt die Band das Publikum mit Steampunk und mittelalterlichen Klängen zum Tanzen. Unterstützt von den Gastmusikern der Band “Die Schattenweber” lag der Schwerpunkt auf der Poesie und dem Gefühl einer Reise in eine akustische Traumwelt. Nach gut einer Stunde war leider schon Schluss. Allerdings wurde das Publikum -ungewohnt für eine “Vorgruppe”- noch mit einer Zugabe versöhnt.

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Konzertberichte

Der Hauptact des Abends war aber zweifellos Off Limits: Da Anne Hoeltzenbein leider aus zeitlichen Gründen die Band bald verlassen wird, haben die fünf zusammen lange nach einer würdigen Nachfolge gesucht. Sie hatten viele Leute eingeladen, und haben nun die perfekte Thronfolgerin für Anne gefunden: Julia von Hasselbach, viele Jahre in Berlin und Essen tätig, u. a. Trägerin des Karl-Hofer-Preises 2006. An diesem Abend stand Anne, die den musikalischen Stil der Band durch ihr Geigenspiel maßgeblich mit beeinflusst hat, zum wahrscheinlich letzten Mal mit OffLimits auf der Bühne. Gleichzeitig wurde der Auftritt mit Julia eine rockfolkige Premiere, sodass an diesem Abend Off Limits mit zwei Geigerinnen auf der Bühne spielten. Die Band ließ es sich -zur Freude des Publikums- an diesem besonderen Abend nicht nehmen, viele Songs zu sechst zu spielen. Konzerttermine Off Limits: 08.03.2013 Wilhelmshaven: Pumpwerk 05.04.2013 Bremen: Meisenfrei 15.06.2013 Lunestedt: Freibad 28.06.2013 Brande: Hörnerfest Homepage Off Limits Homepage Drachenflug www.celtic-rock.de/2012/11/halloween-konzert-von-off-limits-mit-2-geigerinnen/

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Konzertberichte

Konzertberichte Die 3. Arnsberger Irish-Folk-Rock Night – Ein Konzertbericht von cuba64 Am 10.11.2012 kam Ungarns bekannteste Irish Folk Punk Band in das kleine Örtchen Arnsberg um zusammen mit Muirsheen Durkin die dritte Irish-Folk-Rock Night zu zelebrieren. Für daniels und mich ein Grund den Wagen mit allem nötigen zu beladen und in Richtung Sauerland zu fahren. Da die erste Band gegen 21.00Uhr spielen sollte, blieb uns noch genug Zeit eine Grundlage zu schaffen und den einen oder anderen Whisky zu genießen. Das Konzert fand in einem Vereinsheim statt, das sich durch den üblichen 60er Jahre Scharm auszeichnete. Allerdings hatten sich Muirsheen Durkin alle Mühe gegeben, den Laden ein wenig umzudekorieren. Auf den ersten Blick wurde klar, hier dreht sich heute alles um irisches Liedgut und auch die Whiskeyauswahl war irisch geprägt und recht vielfältig. Unser Timming war gut, denn Muirsheen Durkin machte sich gerade für ihren Auftritt bereit. Also Guinness in die Hand und Richtung Bühne. Die Band startet auch schon mit dem Evergreen „Marys Wedding“. Die Stimme des Sängers war sehr angenehm rotzig und gefiel mir gut. Da wir jetzt unseren Platz gefunden hatten, begann ich mich zu orientieren: wie sieht das Publikum aus? Wie die Band? Publikum gemischt, aber mit eher gehobenen Altersdurchschnitt. Viele Kuttenträger darunter, die bemüht waren böse drein zu schauen. Ansonsten die üblichen Shirts: Dropkick Murphys, Flogging Molly, Guinness usw. Wir haben dann später von der Band erfahren, dass das Konzert schon wie die ersten beiden frühzeitig ausverkauft waren und eben auch einige Fans und Freunde extra angereist waren.

wieder vor der Bühne und die gute Stimmung schlug hohe Wellen, sodass getanzt, gepogt und geheadbangt wurde. Paddy and the Rats steigerten aber auch das Tempo und nahmen mit ihrer Präsenz die ganze Bühne und schnell auch den ganzen Saal ein. Eine gute Performance, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Muirsheen Durkin stand mit sieben Leuten auf der Bühne und ja auch sie haben eine Quotenfrau. Glücklicherweise spielt sie aber weder Geige noch trägt sie einen Minirock, was ich sehr angenehm finde. Schließlich finde ich die Gleichheit durch die vermeintliche Andersartigkeit oft anstrengend. Und hier hebt sich Muirsheen Durkin dann angenehm ab. Gespielt haben sie Traditionals wie „Parting Glas“ oder „Dirty Old Town“ in einer schnellen und rotzigen Art, für die nicht zu letzt der Sänger verantwortlich war und dies auch durch die Hände in der Hosentasche unterstrichen hat – als wäre es ihm egal. Unterstützt wurden sie durch Freunde, die noch zusätzlich Abwechselung brachten. In der Umbaupause haben wir dann ein Interview mit Christoph dem Schlagzeuger der Band gemacht, welches ihr auch Toralooradio hören könnt.

www.celtic-rock.de/2012/11/die-3-arnsberger-irish-folkrock-night-ein-konzertbericht/

Im Anschluss an das Konzert sind wir noch schnell Richtung Merch und ich habe mich noch mit den aktuellen CDs der Band eingedeckt. Ein halb leeres Guinnessglas im Zimmer zeugte am nächsten Morgen von einer guten Party und so sind wir gespannt auf die nächste Arnsberger Irish-Folk-Rock Night.

Als Paddy and the Rats spielten standen wir dann triskel - the celtic rock & punk ezine 14


CDs und Platten

CDs und Platten Rhythmnreel ~ Twenty (2012) von kuec Einschlag verschwunden, so dass das Material insgesamt stimmiger wirkt. Es ist bei regelmäßigen Auftritten quer durch die Highlands erprobt. Die semiprofessionelle Band hat sich auf ein ganzes Kollektiv von Leuten erweitert, das altersmäßig drei Generationen umspannt. An der CD war ein volles Dutzend MusikerInnen beteiligt – neben Highland Pipes, Sänger und Rhythmusfraktion eine halbe Ceilidh-Band mit drei Fiddles, Whistle/Saxophon und Akkordeon. Daher ist der vorsorgliche Hinweis im Booklet nicht verkehrt, live trete man zu Sechst oder Siebt auf (was sich vermutlich an um ihre Finanzen besorgte Veranstalter richtet). Wie im Fußball gibt es Stamm- und Auswechselspieler, so dass man immer einsatzbereit ist.

Wie? Schon vorbei? Müssen die ausgerechnet mit meinem Lieblings-Reel aufhören, wo auch noch das wunderbare Riff von The Who drinsteckt? Nochmaaal…. 44 Minuten sind für solche Gute-Laune-Musik einfach zu kurz. In diesen 11 Titeln stecken allerdings mehr Schwung und Ideen als bei manchen anderen Bands in der doppelten Zeit. Die CD befindet sich bei mir seit Wochen im Dauer-Einsatz, und ich versuche gern zu erklären weshalb. Rhythmnreel nennen sich auf ihrer Webseite „one of Scotland’s leading party bands“, was nicht übertrieben ist. Sie beschränken sich aber nicht auf Evergreens, sondern bringen eigene Songs mit ansprechenden Texten. Wie Frontmann Jim Kennedy es ausdrückt: „Wir versuchen, gleichzeitig unterhaltsam und relevant zu sein.“ Die Band kommt meinem Idealbild von gutem Folk Rock sehr nahe: die Melodieinstrumente behalten ihre überlieferte Spielweise und ihr Material, die Rhythmusgruppe unterstützt dynamisch und abwechslungsreich, beide Seiten spielen sich die Bälle zu, damit etwas Neues entsteht. Das Ganze verbindet sich zu einem musikalischen Ü-Ei (Spielen, Spaß und Nachdenken), einer kompakten Einheit, die Freude macht. Die Schotten haben mich live mehrmals begeistert. Meine entsprechend hohen Erwartungen an ‚Twenty‘ wurden nicht enttäuscht. Verglichen mit dem Vorgänger ‚The Crossing‘ ist die Band weiter zusammengewachsen, wenn man das nach 20 Jahren „on the road“ so sagen kann. Mit dem inzwischen ausgeschiedenen Sänger ist auch der deutliche amerikanische

Von den Arrangements her können Rhythmnreel also aus dem Vollen schöpfen. Der Beweis, dass man AC/DC auf den Highland Pipes spielen kann, ist von anderen erbracht. RnR behandeln den Dudelsack als ganz normales Instrument und leisten sich sogar den Luxus, einen ihrer vier PiperInnen nur mit der Tin Whistle antreten zu lassen – was er hervorragend macht. Sie setzen die Pipes nur bei vier Tracks und im traditionellen Stil ein. Vertrackte und fetzige Instrumentalstücke sind meist in Dreiersets kombiniert und geschickt arrangiert. Die E-Gitarre gefällt mit satten Sounds, die an Rock-Klassiker erinnern. Für kleine Überraschungen ist gesorgt: Zwischen zwei Fiddle-Reels taucht unerwartet ein Saxophon-Solo auf, Breaks und kleine Rhythmusverschiebungen geben Würze. Bass und Drums agieren ideenreich und geben Druck, ohne die Kollegen an die Wand zu spielen. Das ist keine Rockband mit akustischen Sound-Einsprengseln, sondern die originäre Verbindung von zwei musikalischen Welten, die so weit gar nicht auseinander liegen. Der größte Unterschied zum Vorgänger-Album liegt in den Songs. Alle sechs wurden von Sänger Jim Kennedy selbst geschrieben. Man hat diesmal darauf verzichtet, Pop-Covers aufzunehmen und sich ganz auf die eigenen Stärken besonnen. Das ist ein bisschen schade, wenn ich an das wunderbare „Little Lion Man“ denke, aber es ist folgerichtig und funktioniert. Jim schreibt eingängige Songs, ohne dabei oberflächlich zu bleiben. Er lässt sich bei Fahrten durch die den schottischen Norden gerne von historischen Ereignissen inspirieren. Im Booklet gibt es leider nur Stichworte zum Hintergrund, wikipedia liefert die historischen Details. Show of Hands erinnert an die Clearances, die massenhafte Vertreibung von Kleinbauern aus den Highlands, und beschwört die bleibenden Verbindungen über die Meere hin-

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CDs und Platten

Mick Fitzgerald and The Bacha Trio ~ Streetwise (2011) von daniels ins Spiel kommen, wenn z.B. Gerry O’Connors zu Banjo und Fiddle greift, Gerry Galvins und Ciaran Murphys den Part der Lead Gitarre übernimmt und die dramatischen Stellen der Texte musikalisch betonen. Besonders gut kommt dieses bei „The Wanderer’s Tale“ rüber. Manchmal hört man einen wunderschönen Backgroundchor, wie bei meinem Lieblingslied, dem sentimentalen „In the Morning“. Hier erinnert die Stimme eher an den jungen Donovan als an einen Menschen, der 60 Lebensjahre überschritten hat. Ein weiteres Zeugnis der Genialität dieses Multikünstlers ist das letzte Lied auf der CD: „The Last of the iron Arsed Pub Balladeers“, wo er an die vielen irischen Musiker erinnert, die singend von Pub zu Pub mit den alten Traditionals ziehen. Ein wunderschönes Lied und man kann sich fragen: Wie viele Titel traditioneller Lieder sind im Text versteckt.

Streetwise ist mittlerweile die dritte Produktion des irischen Sängers, Songwriters, Schauspielers und Autoren mit dem Bacha Trio. Die Stimme von Mick Fitzgerald trägt die ganze CD, eine Stimme, die bei den meisten Lieder eher zu einem Jugendlichen gehört als zu einem älteren Herren, der alle Höhen und Tiefen des Lebens erlebt hat. Doch plötzlich wird die Stimme auch mal zerbrechlich oder aggressiv, je nachdem, wie es der Text verlangt. Man muss bei den Texten zuhören und daher ist es sehr gut, dass diese ausführlich im Booklet abgedruckt ist. Kurze einleitende Worte erklären zudem, warum Mick gerade dieses Lied geschrieben hat, denn alle Texte sind von ihm. Mick Fitzgerald hat für diese Produktion eine Menge Musiker um sich geschart, wer davon das Bacha Trio ist, kommt auf den Erklärungen im Booklet nicht rüber, was aber auch nicht weiter tragisch ist. Letztendlich passen die ausgesuchten Musiker immer zu dem jeweiligen Stück. Drei Lieder sind Liveaufnahmen aus einem Auftritt im Theater Keller in Köln wie das Lied „The Pride of Inchicore, ein typisches Beispiel über die Dichtkunst von Mick: „How I am in Dublin Town as happy as can be – The angels up above the clouds are watching over me“ beginnt dieses lyrische Lied über seine Jugendliebe Martha. Mick hat hier das alte traditionelle Lied „The Flower of Sweet Strabane“genommen und neu umgedichtet. Besonders hörenswert wird die CD, wenn die Musiker mit

Wer aber bei dieser CD den traditionellen Irish Folk erwartet, wird enttäuscht sein, es ist eher ein Singer/Songwriter – Album, Mick Fitzgerald ist sich aber seinen irischen Wurzeln bewusst. Und das gute an diesem Album: Es ist von der Stimmung her total abwechslungsreich, manchmal hat man das Gefühl, dass man bei einem Jazzkonzert ist, manchmal erinnern die Lieder an einen Barmusiker, dann wieder kann man sich vorstellen, dass dieses Lied nur einfach von einem Musiker an einer Straßenecke gesungen wird. Mick Fitzgerald, der übrigens 2011 den „Global Music Award“ gewann, schuf mit dieser CD ein kleines Meisterwerk, es ist unaufdringlich wie seine Persönlichkeit und die Botschaft ist klar: Man soll das Leben ernst, aber nicht zu ernst nehmen. Trackliste 1. Letter to Dublin, Ballad of Munroe 2. Falling 3. The Pride of Inchicore 4. Dropped by Guard 5. The Wanderer’s Tale 6. 1971 A.D. 7. Sandy 8. Fly 9. In the Morning 10. Black Jack Davy 11. Breathe 12. Radio 13. The Last of the Iron Arsed Pub Balladeers www.celtic-rock.de/2012/11/mick-fitzgerald-and-thebacha-trio-streetwise-2011/

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CDs und Platten

weg -auch die zu Freunden der Band in der Schweiz, in Holland oder Deutschland. Riot Act erinnert an die gewalttätige Niederschlagung eines Aufstandes bei Stornoway 1888. Melodisch klingen passender Weise die rebellischen Siebziger an. Bei Bring the Boys Home geht es um ein Schiffsunglück, wo über 200 Soldaten, die den 1. Weltkrieg überlebt hatten, kurz vor dem Heimathafen ertranken. Mit einem zündenden Intro von den Pipes und Ohrwurm-Refrain eine tolle Mitmach-Nummer. Es gibt mit Love Stone und Save Me aber auch Songs für die Feuerzeug-Momente, wo sich der sonst so energiegeladene Frontmann von seiner stillen Seite zeigt. Mit dem Gesang ist er ziemlich allein, hat sogar selbst die meisten backing vocals aufgenommen. Live braucht es allerdings nicht viele Sänger, denn da übernimmt das Publikum in der Regel den Refrain. Diese Kooperation ist es, die der Band so viel Spaß bringt. Ein aktuelles Interview mit der Band ist bei InvernessGigs zufinden.

sik aus Schottland mit hohem Spaßfaktor. Für mich sind Rhythmnreel als Festivalband erste Wahl – am besten auch in Deutschland 2013! Trackliste 1. Baravan Set 2. Bring the Boys Home 3. Diplodocus 4. Riot Act 5. Love Stone 6. Mozart 7. Show of Hands 8. High Road 9. Run and Hide 10. Save Me 11. Party Scene www.celtic-rock.de/2012/11/rhythmnreel-twenty-2012/

Das Keltenrock-Kollektiv bietet authentische, aktuelle Mu-

Instrumente Lernen Olaf Sickmann – ORIGINAL TIN WHISTLE SESSION TUNES (2012) von Hubert J Ein Werk mit 20 wunderbaren Tinwhistle – Stücken aus der Feder von Olaf Sickmann.

keit gibt, Reels, Jigs oder Hornpipes zu spielen, die nicht gleich jeder kennt, die sich aber doch in der Gemeinschaft lernen lassen. Obwohl alle Melodien von Olaf Sickmann selbst geschrieben wurden, hat man hier das Gefühl, klassische irische Tunes vor sich zu haben. Wer diesen Silberling in den Händen hält und ihn hört, wird sich fragen: „Ist dies nun ein Tonträger um einfach abzuspannen und Musik zu hören, oder habe ich ein Lehrbuch in der Hand?“ Die Antwort findet sich, wenn die ersten Stücke sich ins Ohr winden und dort sofort festsetzen. Wer dann gern Tinwhistle oder Gitarre spielt, kann gar nicht umhin, sich einige Tunes anzueignen. Und das ohne unnötiges Papier.

Auf der CD ist ein Datentrack mit digitalem Notenbuch untergebracht, dass dem geübten Sessionmusiker die Möglich-

Olafs Idee, diese CD mit einem digitalen Notenbuch auszustatten, hilft nicht nur der Umwelt und spart die Produktionskosten, die für den Druck anfallen, sondern es vereinfacht das Üben erheblich. Olaf hat seine Noten in eine PDF Datei gepackt und Seite für Seite sortiert. Bei den üblichen Lehr- und Notenbüchern hat mich bisher immer geärgert, dass ich entweder nach kurzer Zeit das Buch total zerfleddert hatte oder ich umständlich die entsprechen-

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Instrumente lernen

den Noten auf ein Blatt kopieren musste. Bei Olafs digitalem Buch habe ich mir einfach einen Jig (14=Postgirl) ausgesucht und die entsprechende Seite mit den Noten ausgedruckt. Meinem eigenem Eindruck folgend haben wir hier recht einfach gehaltene Noten mit großem Effekt, die auf der CD gut und klar arrangiert sind. Sicher, ohne Üben geht auch hier nichts, besonders wenn man das Tempo der hörbaren Vorlage auch nur annähernd mithalten will!

Flöte, die schon für ein paar Euros in jedem Musikladen zu bekommen ist. Auf seiner neuen CD Original Tin Whistle Session Tunes hat er 20 seiner Stücke eingespielt und auf die CD gleich ein digitales Notenbuch mit dazugepackt. Bevor die Aufnahmen veröffentlicht wurden, hat er sie u.a. dem renommierten amerikanischen Tin Whistle-Maker John Sindt geschickt. Sein Kommentar: „I not only enjoyed your CD, I was impressed with the tunes you composed. Congratulations, great job!!“

Über die Person Olaf Sickmann: Zum Inhalt der CD und des „digitalen“ Notenbuches (Offizieller Pressetext) 1. A Bucket Full Of Dreams (Jig) 2. Late Night Reel (Reel) 3. No Cash (Hornpipe) 4. An Imaginary Place 5. All in One (Jig) 6. Westwind Marche (March) 7. Controverse (Polka) 8. Max (Reel) 9. A Brandnew Night (Hornpipe) 10. Nose Terror (Reel) 11. Nice Time (Jig) 12. Olaf ’s No.2 (Polka) 13. Maids Of Ireland (Reel) 14. Postgirl (Jig) 15. Unlimitid (Hornpipe) 16. Heardlight View (Reel) 17. Bike bell Fancy (Waltz) 18. A Morning Tune (Reel) 19. Furious Woman (Jig) 20. Nick And Leila (Reel) Tin Whistle-Maniac! Eigentlich ist es ja heutzutage nichts Besonderes mehr, wenn man sich zu irischer Musik hingezogen fühlt. Aber was der Komponist, Gitarrist und Tin Whistle-Spieler Olaf Sickmann gemacht hat, ist schon äußerst bemerkenswert. Anfang der 90er Jahre begann er, in Galway/Irland – ausgelöst durch eine Straßenmusikerin – Tin Whistle zu spielen. Erstes Ziel: „In einem Jahr bin ich der beste Tin Whistle-Spieler der Welt.“ 20 Jahre, 6 Solo-CDs, ca. 300 Tin Whistle-Kompositionen im Irish Trad Style und Hunderte von Sessions in Irland, Schottland, Neuseeland und Deutschland weiter, ist vor allem eins geblieben: eine ungebremste Begeisterung für diese kleine irische

Alle Kompositionen von Olaf Sickmann (Tin Whistle, Gitarre) Aufgenommen, gemischt und gemastert von Gerald Oppermann im Timezone Studio, Osnabrück Produziert von Olaf Sickmann Covergestaltung von Gerald Oppermann Fotos von Anja Sickmann und Anja Sünderhuse www.celtic-rock.de/2012/11/olaf-sickmann-original-tin-whistle-session-tunes-2012/

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CDs und Platten The Scally Cap Brats ~ Let Us Drink, For We must Die (2012) von Slon chen, sonst verschüttet man zu viel beim Mitwippen. Hehe Als Anspieltipps möchte ich euch: Whiskey, Beer, and Cider und Let us Drink, For We Must Die ans Herz und in unseren Player legen. Hört euch das mal an, gebt den Jungs ne Chance und dann euer Geld für ihre CD. Unbedingte Kaufempfehlung für alle die auf schnellen, dreckigen Folkpunk stehen. Trackliste Kanadischer Folk Punk von den Scally Cap Brats. Ich durfte schon im letzten Jahr einen Tonträger dieser Band besprechen. Und muss heute sagen: Man ist sich seinem Stil treu geblieben. Folk Punk ala Flogging Molly oder Dropkick Murphys fällt mir sofort ein. Rotziger Punkrock mit den so geliebten Klängen des Folk. So hört man Gitarre, Mandoline oder Flöte, eben alles was dazu gehört und was diese Art der Musik bei uns so beliebt macht. Kaufen kann man die CD wie schon letztes Mal direkt auf der Webseite der Band. 10 Kanadische Dollar oder als Download für 8 Dollar. Auf jeden Fall sehr fairer Preis für das was man geboten bekommt. Den Soundtrack zum Bier oder auch zum Whiskey… Aber die Gläser nicht zu voll ma-

1. Intro 2. Let us Drink, For We Must Die 3. The Pirate’s Life 4. Halifax Way 5. Barfly 6. Iron and Steel 7. The Scally Cap Brat 8. 1939 9. Whiskey, Beer, and Cider 10. Bounded by Blood 11. Take a Shot 12. The Oath www.celtic-rock.de/2012/11/the-scally-cap-brats-let-usdrink-for-we-must-die-2012/

Interviews Tooraloo Radio #28: Christoph und die 3. Arnsberger Irish Folk Rock Night von daniels Letzte Woche haben wir ja schon über die 3. Arnsberger Irish Folk Rock Night berichtet. Am Rande des Geschehens haben wir mit Christoph gesprochen, seines Zeichens Drummer von Muirsheen Durkin and friends und Aktivist im Organisationskomitee. Er weihte uns in einige Hintergründe der Punkszene der 80er/90er Jahre im Kreis Arnsberg ein und berichtet über

den ersten Silberling des neuen Sterns am Folkpunkhimmel. Diese Folge von Toorlaoo Radio setzt die Zaungespräche fort. Am Mikro mit Christoph standen Daniel und cuba64. Wer Musik von Muirsheen Durkin dazu hören möchte, gönnt sich die Folge in Tooraloo Radio. Aus Lizenzrechtlichen Gründen dürfen unsere Podcasts keine Musik enthalten. www.celtic-rock.de/2012/11/tooraloo-radio-28-christophund-die-3-arnsberger-irish-folk-rock-night/

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CDs und Platten

CDs und Platten The Roving Crows ~ Bacchanalia (2012) von Folkaholix eine diesbezügliche Variabilität bleiben viele Folkrock-Alben leider schuldig, beweist Roll On Tomorrow. Rhythmisch gemäßigt, mit einem walkenden Bass ausstaffiert, wird der namengebende Refrain ad hoc zum Ohrkriecher und wurmt sich in das Gemüt des Hörers. Auch hier erfrischt die intonationstechnisch nicht astreine Vielstimmigkeit den Titel ungemein und forciert einen zigeunerhaften Gesamteindruck. Dieser wird nicht nur durch die technisch feine Klinge der Violine angeschlagen, sondern auch durch die verspielte Trompete. Als Intermezzo erklingt eine A-Cappella-Variation des Refrains, in der sich die Stimmgewalt der vier Musiker Bahn bricht, die im Folgenden weitergeführt und von den Melodieinstrumenten wohlfeil umspielt wird.

Dass das neuste Album der Roving Crows, Bacchanalia, ein Banner ziert, dass die vierköpfige Formation als Gewinner des “Irish Music Association Award” ausweist, sieht nicht nur vortrefflich aus, sondern spricht qualitative Bände. Und dies in doppelter Hinsicht: Einerseits rekurriert ein solcher Preis im besten Fall auf gewisse kreative, instrumentelle und vokale Prädikate, andererseits – und dies ist hoffentlich richtungweisend für die nicht selten antiquierte und etwas angestaubte Irish-Folk-Puristen-Gemeinde – aber auch auf eine stilistische Aufweichung des Irish-Folk-Genres.

Dass The Roving Crows aber auch ruhige Töne anstimmen können, beweisen sie mit Time. Mit der weichen Sanftheit eines Horns erklingt die Trompete, indes sich die Violine durch die Zwischenteile schluchzt, sich in tiefe Doppelseiten ergießt, um für den zweistimmigen Sangeswohlklang Platz zu machen. Doch kaum verklingt die Endlichkeit alles Zeitlichen, zuckt das Tanzbein zum That-Was-Then-Stelldichein. Solistisch, und nicht als hintergründiger Heiterkeitsimpuls, erklingt im siebten Titel des Silberlings die Stimme der einzigen Dame der Formation als hauptstimmgebend. Auch hier werden stilistische Stereotype munter durchmischt. Indes sich die Trompete zu einem quasi-spanischen Solo aufmacht, und ob der erreichten Tonhöhe von einer hohen Lippenkunst zeugt, erklingen fast rockige Elemente, die den harmoniesüchtigen Gesang fast ad absurdum führen mögen.

Der Opener des Albums, Long Time Dead, läutet den Zirkus- bzw. Gypsy-Folk ein, der in dieser Form absolut Originalität für sich beanspruchen darf. Nebst Gitarre, dem obligatorischen Bass und einem sparsam-wirkungsmächtigen Schlagzeug erklingt nicht nur eine Fiddle mit Doppelsaitenakkorden, sondern eine Trompete, die dem bis dato schon bunten Klangmix eine exklusive Note aufstempelt. Der Männergesang wird von der geigenführenden Dame verstärkt, der bisweilen in vergnüglich, aufjuchzende Gestade entflieht, und von einer unbändigen Spielfreunde kündet. Trompete und Violine umspielen sich und den Gesang in trauter Harmonie und wechselwirken in staffelstabweiterreichender Wechseldominanz miteinander.

Jeder Titel des Albums ist ein Unikum und dennoch zerbricht das Album nicht in ein loses Stückwerk einzelner Teile, sondern geht eine Symbiose ein, die am Ende als Mischung vielfältigster Unterschiedlichkeiten darbietet. The Roving Crows präsentieren mit ihrem phonetisch wenig erschwinglich benamsten Album eine Folkmischung, die Originalität und Intuition vereint. Wer auf Folkrock oder detailarme Strophe-Refrain-Stereotype steht, sollte von diesem Album wahrscheinlich die Hände lassen. Wer sich indes für musischen Multikulti begeistern kann, gängige musische Klischees gern persifliert hört, wer vor allem aber keine Berührungsangst mit richtungsweisendem Neu-Folk hat, der darf dieses Album nicht nicht daheim haben!

Wie schon der erste, stimmt auch der Folgetitel in Offbeat-Manier die Töne an. Das aber in einer wunderbar unmilitanten Art und Weise. Dass es aber auch andersartig geht, und

Trackliste 1. Long Time Dead 2. Love is the Finest Thing

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CDs und Platten

3. Roll On Tomorrow 4. White Petticoat 5. Time 6. That Was Then 7. Brother 8. Woman After My Own Heart 9. President Garfield’s Night Out 10. Dirty Habits

11. Days in the Sun 12. More Than One www.celtic-rock.de/2012/11/the-roving-crows-bacchanalia-2012/

The Beermats ~ Dublin in my Tears (2011) von daniels hinzuzufügen. Wirklich witzig ist, sämtliche Titel des Albums in einer Art Gedicht untergebracht zu haben (siehe unten) . Ich freu mich die Jungens am 8. Juni 2013 kennenzulernen. You left us on The First Leave’s of Autumn, and in your eyes you said, May we all some day meet again, you sat there like The Lonesome Boatman thinking of Gallipoli, you told us stories of when you were Sweet Sixteen, living in Dublin in my tears and of Absent Friends and the men who died on The Green Fields of France, trying to fight the Seige of a nation, you were the wise one, The old Man, your stories filled our heads of Leezie Lyndsey who said I will love you and married Ronald MacDonald, His bride and his darling to be. Trackliste

Vielen von Euch dürften The Beermats vom letztjährigen Festival in Poyenberg bekannt sein. Auch in diesem Jahr freuen wir uns auf die Iren in Schleswig-Holstein, ich habe sie leider nicht live gesehen. Mit Ihrem letzten Silberling “Dublin in my Tears” zeigen sie sich von Ihrer leisen und gefühlvollen Seite und spielen Songs, die Ihre Beziehung zu Dublin beschreibt. Eine wunderbare Scheibe für einen ruhigen Kaminabend mit einem guten Glas Whisky in der Hand und einer Perle im Arm. Wahrscheinlich kommen die annähernd zwanzig Jahre Musikgeschichte live ganz anders rüber. Das sieht man an den zahlreichen auf Youtube erhältlichen Videos. Finger weg rate ich allen, die was rockig/punkiges erwartet haben und nun den Puls gefährlich nach unten drücken müssen! Gebt Ihnen eine Chance, wenn Ihr Euch melancholisieren und den Ruhepuls Richtung Null drücken wollt.

1. The First Leaves of Autumn 2. May we all some day meet again 3. Dublin in my tears 4. Siege of a nation 5. Absent Friends 6. Leezie Lindsey 7. The Old Man 8. Gallipoli 9. Sweet sixteen 10. The Green Fields of France 11. The Lonesome Boatsman 12. I will love you P.S. Furore machten die Beermats letzten Sommer mit dem inoffiziellen EM-Song WE WEAR OUR COLOURS WITH PRIDE: www.celtic-rock.de/2012/11/the-beermats-dublin-in-mytears-2011/

Atmosphärisch hat Kuec es in der Rezi von Peace One Day In Time (2010) allumfassend beschrieben, dem bleibt nichts triskel - the celtic rock & punk ezine 21


Konzerte und Festivals

Konzerte und Festivals Rainsong Records ~ Ein neues Folk-Label erblickt das Licht der Welt! von JensP Ein neues Folk-Label hat das Licht der Musikwelt erblickt – Rainsong Records-! Seña Musik und Kick Media sind miteinander fusioniert und ein neues Label wurde geboren. Rainsong Records steht für echte handgemachte Folk-Musik, Fun Folk, World Beat, Folk Rock, Instrumental Musik und einfach für unverfälschte Musik. Man möchte nicht nur bekannte Künstler und Bands der Folkszene betreuen, sondern auch junge Künstler und Bands.Wichtig für das Label ist auch eine auf lange Sicht ausgerichtete Zusammenarbeit. Rainsong Records behandelt seine Künstler ehrlich und fair, bietet mit dem Seña Musikverlag einen kompetenten und erfahrenen Partner. Unter Vertrag stehen Bands wie The Aberlours, Cobblestones, Folk`s Sake und Nobody Knows. Das wird nun auch standesgemäß gefeiert! Albatross Musikverlag und Seña Music präsentieren gemeinsam mit dem Hamburger Folk-Label Rainsong Records am 02. Dezember um 19.00 Uhr die große FOLK NIGHT im Alten Pfandhaus Köln. Drei Bands und ein Künstler aus Deutschland und Italien werden an diesen Abend zu hören sein und zeigen die Vielfalt an Musikrepertoire des Labels. Klassischer Folk, modernes Singer/Songwriting, Fun Folk, bis zur Grunge-Folk-Musik werden an diesen Abend vertreten sein. An diesem Abend wird nur eine Auswahl der Bands und Musiker aus dem Label vorgestellt. Hier die Bands und Künstler:

Zuhörer, von zart, melancholisch bis laut. Dieses Jahr hat er seine erste CD Himmelweit und Liebeslied auf den Markt gebracht. Über sich selber sagt er: Aus einer wundersamen Melancholie erblühen neue Blumen und Sie verwandeln die Welt in eine neue Großartigkeit. Diese Hoffnung trägt Flügel und Sie gleitet über alle Berge und Meere, über alle Sorgen und Ängste. Mit einem weiten Herzen will ich leben. Mit dem Wind, da will ich sein. So sind die Lieder, die ich singe. Nobody Knows Seit 2007 ist Nobody Knows in Deutschland unterwegs und auf ein Sextett angewachsen. In ihrer Laufbahn haben sie mittlerweile sieben Alben (das erste Album war limitiert und ist nicht mehr zu haben), eine Single und eine Live-DVD produziert. Ebenso haben sie am Buch und Hörbuch (Doppel-CD) Wenn Worte leuchten mitgearbeitet und haben fünf neue Lieder darauf verewigt. Ihren Musikstil beschreiben sie selber als: „postmoderne, bundesrepublikanische Folklore mit nordwesteuropäischer Note und ostokzidentaler Rhythmik“. Kurz gesagt, Fun-Folk mit einer priese Country, Polka und Lyrik. Neben ihren folKing-around-Tour kann man sie auch mit ihrer Lyrik-im-Anzug-Programm hören und ebenso zu erwähnen sind auch die legendären Weihnachtskonzerte. Neben vielen Auszeichnungen haben sie die Spitze der Musikcharts bei celtic-rock erklommen und waren mehrere Monate auf Platz 1.

Nolunta`s Nolunta´s sind eine junge Band (gegründet März 2011) und kommen aus Ortigei. Als Newcomer des Jahres und spielen Grunge-Folk-Musik. Sie haben mit überwältigtem Ergebnis den Südtiroler Rocknet-Award gewonnen und werden von der Presse gelobt. Schnell haben sie auch eine Fangemeinde in Südtirol und Österreich gewonnen. Nun möchten sie auch Deutschland erobern.

The Style Bandits In vielen Ländern haben The Style Bandits schon Konzerte gegeben und haben mit ihrem Celtic-Folk viel Erfolg. Sie verbinden traditionelle Lieder und Instrumentals aus Irland, Schottland und der Bretagne, wobei die eigenen Songs nicht zu kurz kommen. Es ist ein Mix aus rasanten Reels und Jigs, a-capella gesungenen Liedern, einzigartigen Geschichten und ihren Liedern machen sie zu etwas Besonderen in der Celtic-Folk-Szene. Was sie auch noch ausmacht, ist ihre instrumentale Vielfalt.

Jan Frederik Warda Er hat in einigen Bands gespielt und ist nun seit 2007 solo als Liedermacher- und Songwriter unterwegs. Seine Geschichten malt er in Wort, Gesang und Musik in die Ohren der

Ich wünsche allen einen wunderschönen Abend und dem Label viel Erfolg in der Zukunft! www.celtic-rock.de/2012/11/rainsong-records-ein-neuesfolk-label-erblickt-das-licht-der-welt/t

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CDs und Platten

CDs und Platten The Men They Couldn’t Hang ~ Devil on the Wind (2009) von Folkaholix Mitsinganlass, indes sich das Banjo in Triolen um den Melodielauf windet. Beast of Brechfa lebt abermals vom schwergewichtigen Gesang der Frontstimme, die bisweilen etwas zu wichtig daherkommt. Die Akkordissonanzen erzeugen eine Stimmung die einem horroresken Westernszenario angemessen ist. Indes sich das Schlagzeug Strophe auf Strophe durchshuffelt, avanciert eine Orgel zum stimmungstechnischen Lichtblick. In guter Saloon-Country-Manie schlägt Mrs. Avery gemäßigtere Töne an. Ein Piano akzentuiert sparsam die intuitive Akkordik, indes sich eine andere Stimme zu Wort meldet. Dies tut sowohl diesem Titel als auch dem Album insgesamt sehr gut und sorgt für vokale Entspannung. Ein Bockgroundchor säuselt ein illustres “together togehter” im Hintergrund des Refrains, während eigentlich nur noch das Schnipsen zur Assoziation eines Gospels fehlt. Mit dem namengebenden Titel wird das elftitelige Album, Devil on the Wind, der Unhängbaren eröffnet und wird allen Assoziationen des Namens und der Bebilderung gerecht. Indes sich die Doppelsaiten der Fiddle einer repetierenden Rhythmisierung hergeben, die Wüste in all ihrer Monotonie ein musisches Bild von sich entwirft, jagt das Picking des Banjos, getragen vom Schlagzeug teufelsgleich durch die entworfene Ödnis. Sphärisch erklingen orientalisch anmutende Melodiezwischenteile, die das Gefühl der Befremdung verstärken. Soundtechnisch bewegen sich die kuhknabenhaften Männer nah an Sixteen Horsepower und Wovenhand. Mit Marlboro-Stimmbändern klagt sich die Frontstimme in das Ohr des Zuhörers, indes die Fiddle nicht müde wird, Sangespausen mit befremdlichen Skalen zu füllen. Dem kehrreimenden “The Devil is on the Wind” folgt ein solistisches Wechselspiel von Gitarre – die im Übrigen ein soundtechnisches Bonbon darstellt – und Violine, die einander durch den Wüstensand hetzen, als sei der Leibhaftige des Chorus hinter ihnen her. Tremolierend eröffnet The Ragged Shoreline neuerlich mit dem Viersaiter der Band, dem sich einfühlsam der Gesang und in Lagefeuermanier eine stahlbesaitete Gitarre hinzugesellen. Die gediegene Ouvertüre wird durch auftaktgebende Baseschläge beendet, ehe sich gewichtige E-Gitarren-Riffs den Weg ins den zweiten Titel bahnen. Das “ragged shoreline” des Refrains avanciert nach kurzem Hören bereits zum

So setzt sich das Album Titel auf Titel fort, brilliert mit ungewöhnlichen Soundabmischungen der Soloinstrumente, überrascht hier und da mit kleinen Innovativschüssen gen Hörerohr und wäre insgesamt eine runde Nummer, wenn da nicht der Gesang wäre. Was beim ersten Titel noch eindringlich, beim zweiten schon ein wenig überwichtig daherkommt, wird zum echten Stimmungskiller, wenn man ein Einfügen des Gesangs in das Gesamtstimmungskollektiv erwartet. Zu dominant, zu betont kommt die Vokalleistung der meisten Titel daher, so dass das wohlfeile Konglomerat innovativer und wohlfeiler Instrumentalleistungen bedauerlicher Weise in den Hintergrund rückt. Trackliste 1. Devil on the Wind 2. The Ragged Shoreline 3. Beast of Brechfa 4. Mrs. Avery 5. Reservoir 6. Overseas 7. Heartbreak Park 8. Aquamarine 9. A Real Rain Coming 10. Hard To Find 11. Lost World www.celtic-rock.de/2012/11/the-men-they-couldnt-hangdevil-on-the-wind-2009/

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Konzerte und Festivals

Konzerte und Festivals 2. Irish Folk Punk Party Gevelsberg Sportalm 23.11.2012 von kuec www.celtic-rock.de/2012/11/2-irish-folk-punk-party-gevelsberg-sportalm-23-11-2012/

I Ich übergebe das Mikro an den Frontmann der Ceili Family: “Die Premiere letztes Jahr war schon großartig – doch für die zweite Auflage hatten die O‘Reillys vorab versprochen: „Wird noch dicker!“ Und ja…sie toppte alles! Das Line-Up ist fantastisch: neben den Gastgebern und uns Ceilis sind Mr Irish Bastard aus Münster dabei. 3x feinster Party-Spaß! Die Location – eine kleine Sport-/Mehrzweckhalle ist in irische Farben gehüllt und mit einer schicken Bühne versehen. Backstage wird geflachst und die Kilkenny-Truhe nach und nach leergemopst. Alles ist perfekt organisiert! Ein großer Spaß! Zeitig geht‘s los – die Halle ist schon gut gefüllt. Wir geben wegen der kurzen Spielzeit ein bisschen mehr Gas und haben eine Menge Spaß auf der Bühne. Dann kommen die Bastards und bespaßen auch und gerade den eigenen Fanclub. Die Stimmung ist bestens, die Halle voll, das Publikum zunehmend auch – es wird getanzt und gegröhlt. So soll‘s sein! Dann machen sich The O‘Reillys and The Paddyhats bereit. Sie werden ordentlich abgefeiert und nutzen den Heimvorteil. Irgendwann ist dann Grande Finale angesagt – alle zusammen machen sich daran Dirty Old Town zu schmettern. Doch irgendwie findet sich niemand, der den Text ins Mikro hauchen würde. So wird das Ganze eher zu einer kleinen abschließenden FreeFolkJamInstrumentalFuckUp-Version… Die After Show Party hat es noch in sich! Die Vorfreude auf die 3. Party steigt bereits…” Text: Robin H. Fotos: Marc D.

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Konzerte und Festivals

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CDs und Platten

CDs und Platten Damian Clarke ~ Paths of Desire 2012 von JensP das Album passt. Zu den beiden Instrumenten kommt der Gesang von Damian Clarke hinzu (bei beiden Stücken unterstützen außerdem noch bis zu drei Background-Stimmen) und rundet damit die Songs ab. Die Trommel erklingen mit nachhallendem Ton (Sustain), während die Drehleier gefühlvoll gedreht erklingt – zwei schöne, tanzbare Lieder zu hören sind. The Rakes of Kildare/The frost is all over, ein sehr ruhig beginnender Titel, der sich sacht, aber stetig steigert, so dass neuerlich Bewegungszwang entsteht. Hackbrett und Gitarre spielen mal zusammen, jedoch auch getrennt und die Stimme des Künstlers vervollkommnet das Lied. Insgesamt ist es eine gelungene CD, die ruhige Töne von sich gibt, auf der auch schnellere Melodien zu hören sind, insgesamt aber eher entspannende Musik bietet. Ein Album, das sehr melodisch ist und dessen Musik mit viel Gefühl eingespielt wurde. Paths of Desire ist das neuste Werk von Damian Clarke. Der Musiker veröffentlichte schon unzählige CDs, als Solokünstler und mit der Band Pressgang, mit der er seit 1986 in vielen Ländern unterwegs war. Auf dem Silberling ist traditionelle Folkmusik zu hören, die vornehmlich auf alten Instrumenten gespielt wird. Dazu gehören Instrumente wie Hackbrett, Drehleier, Celtic-Harp, Gitarre, Trommel und andere. Die Lieder werden in Englisch, Bretonisch, Irisch und mittelalterlichem Deutsch gesungen. Mit letztgenannten möchte ich auch beginnen: Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Lied Ach bittrer winter eröffnet das Album. Stimme und Hackbrett unterstützt durch andere Instrumente, geben den Ton an und dominieren. Insgesamt ein schöner Einstieg in die Musikwelt von Damian Clarke, der mich neugierig auf mehr gemacht hat. Die beiden darauf folgenden Stücke The Salley Gardens und Eleanor Plunkett/Si bheg si mhor sind ein Hörgenuss! In beiden Liedern entfalten sich die Töne des Hackbrettes in seiner ganzen Vielfalt. Die Klangfarben sind wundervoll und mit viel Gefühl und Harmonie gespielt. Bei The Salley Gardens gesellt sich die Stimme des Künstlers hinzu, bei dem Lied Eleanor Plunkett/Si bheg si mhor handelt es sich um ein instrumentales Stück. Drehleier und Trommel sind die beiden Instrumente, die bei den Liedern Polka de l´Aveyron/Nobody tell und He who will not merry be/Angelus ad virginem zu hören sind. Nun wird die Musik sehr mittelalterlich, was aber sehr gut auf

Das Hackbrett ist auf der Scheibe, bis auf zwei Titel, das dominante Instrument und es ist schon bemerkenswert, welche Klangvielfalt zu hören ist. Mit dem Schlägel (Hammer) werden die Seiten gespielt und je nachdem wie stark man auf die Seiten schlägt, entstehen die Töne weich oder hart. Damian Clarke ist auf dem Instrument ein Meister der Spielkunst, denn er schafft es wie kein anderer so viel Volumen, Harmonie und Gefühl aus dem Hackbrett zu holen. Ich selber habe mich vor vielen Jahren daran versucht, dem Instrument Melodien zu entlocken, aber ich habe da eher rumgeklimpert. Nun möchte ich jedem nahelegen, der Musik dieser Art mag, sich das Album zuzulegen. Traditionelle Lieder und eigene Songs auf traditionellen Instrumenten gespielt (wobei die Zusammensetzung der Instrumente interessant ist) ist das Thema des Werkes. Hört man die Musik, ist nichts von Hektik und übertriebener Schnelligkeit zu hören. Alle Titel hören sich ausgewogen und stimmig an. Damian Clarke ist nicht nur ein begnadeter Musiker, sondern auch Maler. Das Cover ist ein Ausschnitt aus einem seiner vielen Bilder (das Bild trägt der gleichen Namen wie das Album). Auf Wanderungen in Cumbria, Dartmoor und Dorset ließ er sich inspirieren und malte so seine Bilder. Trackliste 1. Ach bittrer winter

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CDs und Platten

2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9.

The Salley Gardens Eleanor Plunkett/Si bheg si mhor The snow that melts the soonest Raintrickle Cambric shirt Polka de l´Aveyron/Nobody tell Ned of the Hill Salangt de wyn

10. The Rakes of Kildare/The frost is all over 11. He who will not merry be/Angelus ad virginem 12. She moves through the fair 13. Evnig ar C´hleger www.celtic-rock.de/2012/11/damian-clarke-paths-of-desire-2012/

Dies und das Geschenktipp: Schottlands schönste Seiten // mit Gewinnspiel von daniels Neuer Kalender für Whisky- und Schottlandfreunde

Es ist das Land der grünen Wiesen, der wilden Küsten und hohen Berge. Schottland ist aber nicht nur für seine einzigartige Natur berühmt, sondern auch für den Scotch Whisky. Nun hat der Langener Fotojournalist Michael Schmidt zum dritten Mal einen Kalender für Schottland- und Whiskyfreunde im Eigenverlag produziert. „Scotland – Land of Whisky“ heißt er und erscheint in einer Auflage von 400 Exemplaren. Schmidt kennt den rauen Hohen Norden nicht nur als Tourist, sondern er hat zwei Jahre dort gelebt und das Land lieben gelernt. Der 38–Jährige hat sich in diesem Spätsommer für den Kalender 2013 in Richtung Speyside aufgemacht. Diese Region ist das Mekka der Whiskyliebhaber, wo gut 50 von insgesamt rund 100 Brennereien stehen. Dort entstanden Aufnahmen bei klangvollen Marken wie Benromach oder Benriach. Die Arbeit als Fotograf hatte jedoch so mache Tücken, erinnert sich Schmidt: „Das größte Problem war, eine Genehmigung für meine Aufnahmen zu erhalten. Auf ein Foto kommen drei Anfragen, die wegen strikter Sicherheitsbestimmungen

abgelehnt werden.“ Eine Brennerei habe sogar für Innenaufnahmen eine Haftpflichtversicherung über fünf Millionen Britische Pfund verlangt – die er natürlich nicht mit im Gepäck hatte, so Schmidt. Ausdauer und Beharrlichkeit haben sich gelohnt: Wer den Kalender erwirbt, kann die kupfernen Brennblasen der Tomatin-Distillery bewundern, oder genau sehen, wie bei Benromach das Destillat in den „Spirit Safe“ plätschert. Auch aus anderen Whiskyregionen hat der Schottlandkenner Motive zusammengetragen. Etwa von der legendären Brennerei in Oban, die direkt an der Hafenpromenade mitten im romantischen Seeort liegt. Oder von der Bowmore Distillery, die an der wellenumtosten Küste der Hebrideninsel Islay liegt. Natürlich kommen auch die grandiosen schottischen Landschaften nicht zu kurz: Ein Kalenderblatt zeigt das Loch Katrine im Winter – ein See, der schon den schottischen Dichter Sir Walter Scott zu Versen inspirierte. Schafe, eine geschichtsträchtige Burg und ein Pub auf der Touristenmeile der schottischen Hauptstadt runden den Kalender ab. Das Design entstand in Zusammenarbeit mit dem Wiesbadener Grafiker Ulrich Klein, der das Atelier K.Design leitet. Der Kalender hat das Format DIN A4 und kostet 12,95 Euro. Erhältlich ist er im Whiskyfachhandel sowie direkt bei Michael Schmidt unter der Homepageadresse www.schmidtpunkt.de. Um bis zum 15.12.2012 an unserem Gewinnspiel teilzunehem besucht unsere Webseite unter folgendem Link: www.celtic-rock.de/2012/11/geschenktipp-schottlands-schonste-seiten-mit-gewinnspiel/

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Konzertberichte

Konzertberichte Photoreportage Fiddler’s Green – Accustic Pub Crawl Tour (Bremen) von frakru 4 Barhocker, 1 Stehschlagzeug und 1 Kontrabass vor der Kulisse eines verlockenden Irish Pubs als Bühnenbild -sind wir hier richtig zu einem Fiddler’s Green Konzert? Ach ja richtig, heute handelte es sich ja um die Accustic Pub Crawl Tour der Fiddler’s. Im gut besuchten Fritz in Bremen wurden in dem gut zweistündigen Konzert die E-Gitarren gegen rein akustische Instrumente ausgetauscht. Dabei fanden sich im Instrumentarium so mancherlei Kuriositäten wie Pats Maultrommel, Tobis Glockenspiel, Stefans Schlauch-Melodika oder Franks unerschöpfliche Perkussion-Kiste wieder.

Tour: Acoustic Pub Crawl 08. Dez 2012 09. Dez 2012 13. Dez 2012 15. Dez 2012 21. Dez 2012

99084 ERFURT Gewerkschaftshaus 53121 BONN Harmonie 47053 DUISBURG Pulp 36037 FULDA Kreuz 66679 LOSHEIM Eisenbahnhalle

www.fiddlers.de w w w. c e l t i c - r o c k . d e / 2 0 1 2 / 1 1 / p h o t o r e p o r t a ge-fiddlers-green-accustic-pub-crawl-tour-bremen/

Kann der Speedfolk der Fiddler’s auch ohne Strom funktionieren? Die Antwort ist relativ einfach: JA. Die Fiddler’s verbreiteten auch “MTV-Unpluged”-like mehr Speedfolk, als viele andere Bands “plugged”. Impressionen von dem rundherum gelungenen Konzert könnt Ihr in der Galerie sehen. Eine Besprechung der Accustic Pub Crawl CD findet Ihr voraussichtlich am 19.12. auf celtic-rock. Also: FOLK’S NOT DEAD – wenn Ihr die Möglichkeit habt, so lasst Euch die Konzerte nicht entgehen.

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Konzertberichte

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Dies und das

Dies und das Schmuck celticstyle von kuec Silikon – Formherstellung, Metallguss und Oberflächenbearbeitung. Gegossen wird mit Zinn, die gefassten Steine sind echt. Alle Schritte vom Entwurf bis zum fertigen Schmuckstück erfordern zeitaufwändige, kenntnisreiche Detailarbeit. Es liegt auf der Hand, dass die sehr individuellen Schöpfungen daher ihren Preis haben. Zur Kollektion gehören Halsketten, Colliers, Armbänder, Ringe, Hand- und Körperschmuck. Besonders raffiniert ist das „Klick“- System, das flexible Verbindungen mit kleinen Karabinerhaken ermöglicht. Die nächste künstlerische Aufgabe hat sich Dagmar Hesse bereits gestellt: das Integrieren von Tierfiguren, wie sie in den alten keltischen Darstellungen häufig zu sehen sind. Aber auch jetzt ist der optische Eindruck bereits überzeugend. Dagmar Hesse hat mehrere Talente: Von Beruf ist sie Opernsängerin. Am Theater Hagen bereitet sie sich derzeit auf ihre nächste Hauptrolle vor. Nebenher beschäftigt sie sich seit Studienzeiten mit Schmuckdesign, arbeitete mit Tiffanytechnik und erlernte die Grundlagen des Goldschmiedens. Durch die Fotografie, die sie ebenfalls mit beeindruckenden Ergebnissen betreibt, landete sie bei der Arbeit am PC. Mit Spezial-Software entwarf die Künstlerin in diesem Jahr eine Schmuck-Kollektion mit keltischen Motiven, was der Anlass für unser Treffen war.

Bisher vertreibt sie ihren Schmuck online über Etsy oder ihre Seite celticstyle. Beim Weihnachtsmarkt auf Schloss Hohenlimburg am 2. und 3. Adventswochenende kann man Dagmar Hesses Schmuck aber auch direkt in Augenschein nehmen und etwas erwerben. Bei der Geschenkesuche für Keltophile ist die Kollektion sicher keine schlechte Wahl.

„Mir gefallen einfach keltische Knoten,” meint Dagmar Hesse, „sie besitzen in der Regel weder Anfang noch Ende und das Thema Unendlichkeit wird immer faszinieren und modern bleiben. Das Marktangebot – sowohl was Plastizität der Knoten als auch deren Kombination miteinander angeht – war überschaubar. Daher hatte ich die Idee, sie auf innovative Art zu verknüpfen und eine eigene Linie zu kreieren.” Die Herstellung des Schmucks ist sehr aufwändig und hat nichts mit simplen Bastelarbeiten zu tun. Los geht es mit dem Design der Knoten: welcher Strang liegt oben, welcher unten? Die CAD-Entwürfe werden von einer Firma mit einem 3D-Drucker in Kunststoff produziert. Es folgte ein langer Prozess mit

Fotos im Text: küc Fotos in der Galerie: Dagmar Hesse www.celtic-rock.de/2012/11/schmuck-celticstyle/

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Instrumentenkunde

Instrumentenkunde Concert Flute ~ Instrumentenkunde Teil 11 von kuec Holz- und Metallquerflöte sind zwar verwandt, unterscheiden sich aber in Klang und Spielweise erheblich. Marc Decker kennt sich mit der irischen Holzquerflöte aus: 1. Warum Concert Flute (Irish Flute, Wooden Flute, Flute)? Es muss einfach der Sound sein, die tonalen Möglichkeiten, die Ähnlichkeit zur menschlichen Stimme, die direkte Verbindung zum Atem, die die Leute an der “Holzquerflöte” anspricht. Auch die scheinbare “Einfachheit” des Instruments, schließlich braucht man ja “nur sechs Finger”, die dazu immer am gleichen Ort bleiben, anders als z.B. bei den Saiteninstrumenten. Dazu ist der Übergang von Tin Whistle als DEM Einsteigerinstrument für Bläser – da gleiches Griffschema – nur logisch. Doch Vorsicht, die Tücke liegt an dem Ende, das dem Spieler am nächsten ist: dem Anblasloch (eng. “embouchure” = “Ansatz”). Und genau dieser Ansatz ist das, was das Instrument trotz vermeintlicher Einfachheit schwierig zu beherrschen macht. Dieser Ansatz muss sich entwickeln, er ist anfänglich (sofern man nicht Naturtalent ist) sehr schwach und man braucht viel Luft, um überhaupt einen Ton zu erzeugen. Andererseits bietet der individuelle Ansatz die Chance auf einen ebenso individuellen Ton. Wie ein (gutes!) Instrument klingt, liegt zu einem sehr großen Teil am Spieler. Für mich ist die Entwicklung des “idealen” Ansatzes nach nun 20 Jahren immer noch nicht abgeschlossen. Wie man sieht, ein Instrument, das einen beschäftigt hält! Die Concert Flute war im 19. Jahrhundert der direkte Vogänger der silbernen Böhmflöte, die man heute als “normale” Querflöte kennt, und daher für den orchestralen Betrieb gedacht. Sie erfreute sich aber auch als Amateurinstrument sehr großer Beliebtheit. Gerade die englischen Instrumente aus der Zeit, die durch die radikal Umgestaltung der Flöte durch Böhm aus der Mode kamen und damit billig wurden, waren in der traditionellen irischen Musik durch ihre Eignung für die einfache (Tin-Whistle)-Griffweise und ihre gute Qualität begehrt. Leider sind die Preise für diese antiken Instrumente seit den 70er Jahren des letzen Jahrhunderts geradezu explodiert. Dazu hatten sie gewisse “Eigenheiten”. Mittlerweile ist den neuen Instrumenten, die für traditionelle irische Musik optimierte Nachbauten der antiken Instrumente darstellen, praktisch immer der Vorzug zu geben.

2. Worauf sollten Einsteiger achten? Kauft ein gutes Instrument von einem renommierten Erbauer! Vermeidet (das deutsche) Ebay, vermeidet selbst Musikgeschäfte in Irland, da gibt es zu viel Schrott und ihr werft euer Geld zum Fenster raus. Bestellt lieber bei den Erbauern selbst, mittlerweile haben wir ja sogar in Deutschland einen professionellen Maker! Los geht’s bei ca. 400 Euro, für 800 gibt es richtig gute Sachen (ohne Klappen). Das sollte es einem schon Wert sein und man vermeidet unnötigen Frust. Außerdem empfehle ich jedem, sein wahres Interesse an der irischen Musik erst einmal an Tin Whistles zu testen. Das ist günstig, einfacher und die Grundlagen auf jeden Fall für Flute zu gebrauchen. Ungeeignet für irische Musik (ausser den erwähnten schlechten Neuinstrumenten) sind die alten deutschen Flöten aus dem 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wegen ihres schwachen Klangs, ihrer schlechten Eignung für die Tin-Whistle-Griffweise und ihrer oft von A=440 Hz abweichenden Stimmung. Von neuen, aber guten Holzquerflöten ungeeignet (für irische Musik!) sind auch die Renaissance- oder Barocktraversflöten. Lehrmaterialien zum Selbststudium gibt es Einiges: CD-ROM-Tutorials, Lehrbücher, DVDs. Aber nichts kann in meinen Augen persön-

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Instrumentenkunde

lichen Unterricht ersetzen, sei es hier in Deutschland, z.B. bei der DUPG oder bei den diversen Summer (und Winter) Schools in Irland, z.B. der “Joe Mooney Summer School” oder der “Willie Clancy Summer School”.

Über den Autor:

3. Wo bekommt man Hilfe? Sehr gut finde ich das englische “Chiff and Fipple Flute Forum” . Am Besten erst mal die drei Millionen Threads durchforsten und auf sich wirken lassen. Und: zu Sessions gehen und die vielen Flötisten (gerade in Deutschland erfreut sich die Concert Flute sehr großer Beliebtheit) um Rat und Meinung fragen. Ach ja: Es werden euch bei eurer Recherche immer wieder die zwei Begriffe “Rudall” und “Pratten” begegnen. Dahinter verbergen sich keine lebenden Erbauer, sondern welche aus dem 19. Jahrhundert. Diese Namen stehen mittlerweile für die zwei Typen von Holzquerflöten, die als besonders geeignet für irische Musik gelten. Modelle nach Rudall haben eine schmalere Innenbohrung und kleinere Grifflöcher. Ihr Ton gilt als “glockiger” und “samtiger”. Lauter und kerniger (da weitere Innenbohrung und größere Grifflöcher) aber auch schwerer zu “füllen” sind dagegen meines Erachtens die Modelle nach Pratten. Ausprobieren sollte man beide, sofern sich die Gelegenheit ergibt. Darüberhinaus gibt es viele Erbauer, die keines der beiden “Label” benutzen, sondern lieber auf ihre Eigenentwicklungen vertrauen oder diese “Schubladen” vermeiden wollen. Auch darunter sind sehr gute Erbauer.

Marc Decker spielt Concert Flute seit 1989. Anfänglich auf einem klappenlosen Instrument des französischen Herstellers Camac (eher bekannt für Harfen), dann auf einer ebenfalls klappenlosen, guten Rudall-Kopie eines unbekannten Herstellers (gebraucht gekauft), seit 1993 auf einem Pratten-Modell von Hammy Hamilton mit sechs Klappen und seit neuestem auf einer Tom Aebi, Modell Rudall, mit acht Klappen. Er war 10 Jahre Mitglied der legendären “Kilkenny Band” und von 2004 bis 2010 bei “Wet Your Whistle”. Marc spielt ausserdem Tin Whistle und Uillean Pipes und unterrichtet privat.

Im nächsten triskel - the celtic-roclk & Punk ezine Teil 12 Akustische Gitarre www.celtic-rock.de/2010/06/instrumentenkunde-11-concert-flute/

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Diese PDF wurde am 08.12.2012 erstellt . triskal ist kostenlos und die Verbreitung in dieser Originalform (komplette PDF-Datei) ist ausdrücklich er- wünscht. Ihr könnt es also gerne auf Eurer Homepage bereitstellen oder per E-Mail an Freunde und Bekannte versenden. Die Übernahme von Texten und Bildern in digitale Angebote oder Printpublikationen jeglicher sonstiger Art ist nur mit der besonderen Einwilligung des Herausgebers und der Autoren erlaubt.

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Die n채chste Ausgabe von

triskel the celtic-rock & punk ezine erscheint am

Samstag den 12.01.2013 auf www.celtic-rock.de

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