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Ausgabe 9 - September 2012

Coomara

irthday Happy B ic-Rock t l e C e r 5 Jah

CDs und Platten Interviews Konzerte und Festivals

Bandportraits Medien und Literatur und vieles mehr...


Inhalt

Editorial von frakru Wie Ihr schon auf dem Titel gesehen habt, ist dies die Ausgabe zu unserem 5-jährigen Bestehen. Im Internet Zeitalter schon eine halbe Ewigkeit, worauf wir durchaus ein wenig stolz sind. Dies verdanken wir natürlich in erster Linie Euch, unseren treuen Lesern und natürlich auch allen Bands, die uns in unserer Arbeit unterstützen. Vielen Dank Euch allen und auf die nächsten 5 Jahre. Den Geburtstags Guinness' zum Trotz haben wir es aber wieder geschafft -dank der diversen Konzerte und Festivals, die wir für Euch besucht und in Wort und Bild festgehalten haben- pünktlich ein neues triskel  fertigzustellen.  Wie immer freuen wir uns natürlich auch über Eure zahlreichen Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge, Lob, Kritiken und sonstige Kommentare und wünschen ganz viel Spaß und  spannende Unterhaltung. Eure celtic-rock Redaktion

Inhalt Titelstory

Gewinnspiele

5 Jahre Celtic Rock – Interview mit Daniel ..............28

Streams Of Whiskey - September ...............................5 Levellers Fotowettbewerb ............................................36

Tooraloo Radio

#25: Festival-Special Balve und Volmarstein ..............4 CDs und Platten

Album des Monats ..........................................................3 The Levellers ~ Sta­tic On The Air­wa­ves ................6 Aslan ~ Nudie Books And Frenchies ..........................7 Thomas Lukassek ~ Reed Adventures ......................14 Kalevala ~ There and back again! ..............................18 Emmy And You ~ Back In Town ..............................21 Auld Corn Brigade ~ Our Flag EP ............................24 The Tartan Hearts – Flags at half mast ....................26 Sliotar – Fine Friends ...................................................30 The Band From Rockall ...............................................35 The Borderers – Tales of Love + Rise Up! .............39

FolkPunkRockFestival Berlin ......................................19 Vorbericht – 2.Irish Night ~ Pinnow ........................20 IRISH DAYS LEV 2012 ..............................................25 Bericht – 2. Irish Night ~ Pinnow .............................37 Interna

11. Irish Festival Balve 03./04.08.2012 ........................8 5 Jahre Celtic Rock – Interview mit Daniel ..............28 Bandporträts

Vorstellung und Porträt ~ Svenja ...............................22 Dies und das

FLOGGING MOLLY covern ...................................27

Streams Of Whiskey

September .......................................................................5 Konzertberichte

Konzerte und Festivals

Feature

Levellers Fotowettbewerb ............................................36

Festival Maritim 2012 ..................................................11 Shamrock Castle ...........................................................15 Irish Folk Festival Volmarstein 2012 Fr. 24.08. ........31 Irish Folk Festival Volmarstein 2012 Sa. 25.08. ........32 Fotoimpressionen Festival Volmarstein ....................34

Instrumentenkunde

Bouzouki ........................................................................41 Impressum ..................................................................43

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CDs und Platten

Album des Monats - September The Langer’s Ball ~ The Devil Or The Barrel (2012) von Marcel Das Irish Folk Duo „The Langer’s Ball“, aus St. Paul (Minnesota), USA haben sich vergrößert: Derek Jaimes (ex-Wild Colonial Bhoys) spielt die Drums, Drew Miller (Boiled in Lead) den Bass und Trevor Jurgens die E-Gitarre. Das neue Werk “The Devil or the Barrel” klingt damit reifer und fügt sich dadurch nahtlos in die Paddyrock-Szene ein. Allein der Opener, “Whiskey Chaser”, zeigt die Marschrichtung an, die sie bereits mit ihrem letzten Live Album begonnen hatten: Weg von dem rein akustischen „Pubsound“, hin zum Club- und Festival tauglichen Beat mit Bluegrass Einflüssen. Die ersten Songs des Albums, „Whiskey Chaser“, „I Know My Love“, „Johnny Jump Up“ sind allesamt unterschiedlich instrumentiert, gut arrangiert und setzen sich im Ohr fest. Ob die Tin Whistle schön verziert den Gesang untermalt oder die Rhythmusfraktion Akzente setzt, immer steht der Song im Vordergrund. Der Folgesong „Rye Whiskey“ ist Country pur mit Banjo, Slideguitar, mehrstimmigen Gesang und bietet schöne Steigerungen im Arrangement. Zum ersten Mal so richtig punkig und dennoch nicht negativ herausstechend, geht es im Traditional „Real Old Mountain Dew“ zu. Als echter Kontrast folgt die Ballade „The Little Vagabond“. „Kick around“ beginnt ruhig, nimmt nach 30 Sekunden jedoch an Fahrt auf und ist einer der Favoriten des Albums. Der eingängige Gesang und die Gitarren lassen hier dem Folkigen genügend Spielraum. „All for Me Grog” ist wieder ein punkigeres Stück wobei die Whistle sehr weit vorn steht und hier und da auch den bekannten „Cooley’s Reel“ einbaut. Auch “Mackey’s Daughter” treibt an und erinnert ein wenig an die Arrangements von Fiddler’s Green. Ein wahrer Klassiker „Fields of Athenry“ mischt als Nächstes das Gehör auf, ist jedoch bis auf das 5 String Banjo nicht so stark, wie die vorigen Lieder. „One more“ kann dann allerdings wieder mit punkrockigem Beat und eingängiger Hookline auftrumpfen. „Johnny, You’re a Rovin’ Blade” ist ähnlich arrangiert und strukturiert wie „All for Me Grog, wobei hier die Whistle am Ende den „O’Neills March“ ein-

baut. Dem finalen Stück „Wild Rover Polka“ mit dem gefürchteten Anzähler „eins, zwei, drei, vier“ und weiteren deutschen Textfragmenten, sowie der „Rosamunde Polka“, kann man bis auf diese Gimmicks leider nicht mehr allzu viel abgewinnen. „The Devil or the Barrel“, welches sich inhaltlich häufig um Whiskey dreht, ist ein sehr gelungenes Album geworden, insgesamt nie aufdringlich, sehr angenehm zu hören, mit guter Stimme und Arrangements, sowie immer mit einem leichten Whiskeygeschmack. Das alles macht dieses Album zu dem Besten, was The Langer’s Ball bisher veröffentlicht haben und sie beweisen diesmal deutlich, dass alle Bandmitglieder ihre Instrumente beherrschen. So bietet sich es nicht nur für den feucht-fröhlichen Abend, sondern auch für den verkaterten Morgen danach an. Cheers! Tracklist

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

Whiskey Chaser I Know My Love Johnny Jump Up Rye Whiskey Real Old Mountain Dew The Little Vagabond Kick Around

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CDs und Platten

8. 9. 10. 11. 12. 13.

All for Me Grog Mackey’s Daughter Fields of Athenry One More Johnny, You’re a Rovin’ Blade Wild Rover Polka

Anspieltipps: Whiskey Chaser, I Know My Love, Johnny Jump Up, Kick Around www.celtic-rock.de/2012/09/the-langer-ball-the-devi l-or-the-barrel-2012

Tooraloo Radio #25: Festival-Special Balve und Volmarstein von Funkfuzzi Die Festivalsaison läuft auf Hochtouren, zum Teil ist sogar das Wetter gut! In dieser Folge Tooraloo Radio geht es um zwei großartige Festivals in NRW: in Balve ist man wetterunabhängig, feucht geht’s trotzdem zu – selbstverständlich gibt es zur Premium-Musik auch das passende Bier! In Volmarstein steigt alle zwei Jahre das Festival am Fuße der Burg. Vor zwei Jahren tobten in weiten Teilen NRWs Unwetter und Gewitter – der Festival-Platz blieb davon unberührt… Glück gehabt!

17.30 Craic Bühne 2 18.00 More Maids 19.30 Craic Bühne 2 20.00 At First Light 21.30 Craic Bühne 2 22.oo Derek Warfield and the Young Wolfe Tones

Beide Festivals bieten neben einer jeweils tollen Location auch alles, was man sonst braucht. Den einen oder anderen Verkaufsstand, das obligatorische Getränke-Angebot und ein bisschen Futter als Grundlage – darüber hinaus sind die Line-Ups wirklich stark! Hier unser Festival Special bei Tooraloo Radio! In der Balver Höhle dabei:

Donnerstag, 2.8. 2012: 19.30 Craic 21.30 The Bonnymen Freitag, 3.8.2012 18.00 Craic 19.00 Sauerland Pipes and Drums 19.30 Finnegans Wake 21.00 Sauerland pipes and drums 21.30 the Bonnymen 23.00 Sauerland Pipes and Drums 23.30 The Ceili Family Samstag, 4.8.2012 16.00 Fragile Matt

In Volmarstein treten am 24. und 25.8. an:

Freitag, 24.8.2012 Ten Pints After In Search of a Rose Samstag, 25.8.2012 The O’Reilly’s Nua The Brendan McCreanor Band Irish Rose Full Set Dougie MacLean Bachelors Walk www.celtic-rock.de/2012/08/tooraloo-radio-25-festi val-special-balve-und-volmarstein

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Streams Of Whiskey

Streams Of Whiskey Die September Charts // mit Gewinnspiel von daniels Wieder zwei, die den Weg in die Hall Of Fame gefunden haben: The Dolmen und Blackmore’s Night. Die Jungens von Plattrock geben alles und mobilisieren um ganz oben dabei zu sein. Mal sehn, wie es diesen Monat wird. Es sind neben den Neuvorstellungen aus unserem Magazin auch wieder interessante Hörer/innen-Wünsche dabei. Jetzt aber erst mal die Stars des letzten Monats: Hier nun die TOP 5 aus dem August: 5. The Screaming Orphans – Ghost Riders in the Sky 4. The Pogues – Young Ned of the hill 3. Blackmore’s Night – Vagabond (Make a Princess Of Me) 2. Katzenjammer – Rock-Paper-Scissors (Rang: 4/5/3) 1. Plattrock – One wild night (Rang: 3/2/1) Die kompletten Ergebnisse findet Ihr im Chart-Archiv.

Diesen Monat neu nominiert sind: Finnegan’s Hell, Nobody Knows, Damaris Woods, Flogging Molly, The Levellers, Aslan, Thomas Lukassek, Kalevala, Emmy and you, Auld Corn Brigade, The Tartan Hearts, Sliotar, The Band From Rockall, The Borderers Alle Songs hört Ihr in unserer Radiosendung “Streams Of Whiskey” und einige der Neuerscheinungen auch in “What’s New“. Die Zeiten findet Ihr im aktuellen Sendeplan.

Zu gewinnen gibt es diesen Monat auch wieder was: 1x Fanpack Drunken Lullabies 1x CD Seth Lakeman, Tales From The Barrel House Vielen Dank an die Spender/innen! Verlost werden die Scheiben unter allen, die bis zum 25.September 2012 ihre kompletten fünf Stimmen abgegeben haben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner/innen werden per E-Mail benachrichtigt. Bitte hinterlasst also eine zustellfähige E-Mailadresse in Eurem Profil. Um abzustimmen, müßt Ihr Euch hier rechts in der Sidebar zunächst registrieren. Wenn Ihr eingeloggt seid, könnt Ihr auf der Chartseite abstimmen!

UND NUN AB ZUM VOTING: www.celtic-rock.de/2012/09/die-september-charts-mit-gewinnspiel

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CDs und Platten

CDs und Platten The Levellers ~ Sta­tic On The Air­wa­ves (2012) von Marcel Die Levellers melden sich pünktlich zur Festivalsaison zurück mit ihrem neuen und starken elften Album „Sta­tic On The Air­wa­ves“. Die englischen Folkrockbarden, die nun ununterbrochen seit 1988 unermüdlich Songs schreiben und Konzerte geben, zeigen sich auch diesmal kreativ und voller Leidenschaft. Sowohl musikalisch, als auch textlich bleiben sie sich treu. Sänger Mark Chedwick beschreibt das neue Werk, welches live in einem Studio in Prag eingespielt wurde, wie folgt: „Wir haben sehr viele unterschiedliche Geschichten auf dem Album, und die meisten werden aus einer sehr persönlichen Sicht erzählt, aber es sind eben echte Storys, die von echten Menschen handeln, und selbst in deren aussichtslosesten Momenten gibt es eben noch Hoffnung.“ Das Lied „Truth Is“ wurde beispielsweise nach seinen Aussagen von Eindrücken im Rahmen der Bankenkrise inspiriert, die die Band während ihres Aufenthalts in Athen gesammelt haben. Während auf ihrem letzten Album die elektrischen Gitarren eine deutliche Rolle der Arrangements übernahmen, sind hier vorwiegend ihre akustischen Instrumente präsent. Nachdem Intro, eine Soundcollage mit Gesang, beginnt „We Are All Gunmen” mit dezenten eletronischen Grooves. Der Bass ist sehr präsent, der Gesang geht wie so oft direkt ins Ohr. Nach 90 Sekunden ertönt auch endlich die lang ersehnte Fiddle, die doch so charismatisch für den Sound der Levellers ist. “Truth Is“ beginnt dafür mit einem „gypsy-style“ Fiddle-Intro, bevor der Song in den klassischen Beat übergeht, jedoch nicht den Partypunkhöhepunkt erreicht. Angeführt von gedoppelten Akustikgitarren und sanftmütigen Vocals geht es mit „After The Hurricane” balladesk weiter; ein bitteres, wunderschönes Lied über Krieg und Hoffnung. „Our Forgotten Towns“ erinnert noch am ehesten an den typischen Levellers Sound der frühen 90er Jahre – die treibende Fiddle und die Vocals reichen dafür allein aus. Was jedoch fehlt, ist die Rhythmusgruppe. Elektrische Gitarren stehen bei „No Barriers” im Vordergrund. Das zunächst spärlich instrumentierte, aber aufbauende Stück „Alone In This Darkness” ist

eines der Höhepunkte des Albums. Etwas experimenteller geht es weiter mit „Raft Of The Medusa“. Eingängige Melodien ertönen bei „Mutiny“ sowohl aus der Fiddle, als auch aus Marks Mund – ein klassischer Levellers Song eben. „Traveller“ geht im Arrangement etwas unter, wobei „Second Life“ die Levellers wieder da hinkatapultiert, wo sie hingehören: mit Banjo Fiddle, amtlicher Rhythmusgruppe und einem über allem schwebenden Gesang. Das Album endet mit dem für die Levellers ungewöhnlich, aber doch so passenden irischen Traditional „The Recruiting Sergeant“. Das Besondere an „Static On The Airwaves“ ist, dass für das Album nicht Instrument für Instrument aufgenommen wurde, sondern die komplette Band zusammen im Studio stand, um die Songs nach und nach aufzunehmen. Gemeinsam, bis eben alles passte und jeder mit dem Endergebnis zufrieden war. Wer auf Party aus ist, ist mit „Static On The Airwaves“ nicht an der richtigen Adresse. Wer aber auf tiefgründige Musik steht, in der die Botschaft zählt und nicht in erster Linie der Stimmungsfaktor, sollte sich das Album ruhig zu Gemüte führen. Anspieltipps: Truth Is, After The Hurricane, Alone In This Darkness

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CDs und Platten

8. 9. 10. 11. 12.

Tracklist:

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Static On The Airwaves We Are All Gunmen Truth Is After The Hurricane Our Forgotten Towns No Barriers Alone In This Darkness

Raft Of The Medusa Mutiny Traveller Second Life The Recruiting Sergeant

www.celtic-rock.de/2012/08/the-levellers-sta%C2% ADtic-on-the-air%C2%ADwa%C2%ADves-2012

Aslan ~ Nudie Books And Frenchies (2012) von shutupanddance Erinnerungen an die Jugendzeit – was gibt es schöneres? Nach 30 Jahren im Musikbusiness nehmen sich Aslan die Zeit, um zusammen mit ihren Fans in Erinnerungen zu schwelgen. Im siebten Studioalbum sehen die Bandmitglieder Christy Dignam, Joe Jewell, Billy McGuinness, Alan Downey und Rodney O’Brien stolz auf die erfolgreichen Jahre ihrer Karriere zurück, wenn auch nie ganz ohne Reue – und erinnern sich an das Irland, in dem sie aufwuchsen. Ohne musikalische Abenteuer zu wagen, überzeugen die Iren mit musikalischer Qualität: Nachdenkliche Lyrics und ruhige Balladen wechseln sich mit rockigen Zwischenspielen ab; durch die gesamte Platte weht ein nostalgischer Wind. Aslan sehnt sich nach Zeiten, in denen sich die fünf Musiker „Nudie Books and Frenchies“ aus England mitbringen ließen, weil sie diese in den irischen Shops nicht kaufen konnten.

teren Songs wie „Too L a t e Fo r Hallelujah“ ab, welches mein persönliches Highlight auf der CD ist. Die Band, deren Nam e ü b e rsetzt „Der Löwe“ heißt, meint selbst: „The lion is still roaring…“ – nach 30 Jahren haben die Iren mit der Platte definitiv bewiesen, dass sie sehr wohl noch brüllen können. Vermisst habe ich bei „Nudie Books and Frenchies“ lediglich einen Song, der im Ohr hängen bleibt, eine Hymne, die danach schreit, mitgesungen oder -gesummt zu werden.

Trackliste

Beim melodiös-einprägsamen Opener „Frank’s Van“, welcher auch auf dem Coverbild zu sehen ist, holte sich die Band Unterstützung von Streichern, die wunderbar mit Gitarre und Gesang harmonieren. Langsame, melancholische Balladen wie „Wait For Our Friends“, die sich mit Hilfe von rockigen Elementen immer weiter steigert, wechseln sich mit flot-

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Frank’s Van We Will Rise We Did Wait for Our Friends Too Late for Hallelujah Silent Souls Once Upon a Time the End Fall Down That’s Just the Way It Is Wake-Up Call

www.celtic-rock.de/2012/08/aslan-nudie-books-andfrenchies-2012

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Interna

Interna 11. Irish Festival Balve 03./04.08.2012 von kuec Das 11. Festival brachte vor allem die ersten Deutschland-Auftritte von Derek Warfield und den Young Wolfe Tones, den BonnyMen sowie At First Light. Aber außerdem hatte das Festival wie immer auch andere große und kleine Höhepunkte. Wie jedes Jahr traf sich die „Höhlen-Familie“ am ersten Augustwochenende im Sauerland, wobei die Geselligkeit und das „Erforschen der Dunkelheit“ (GuinnessWerbung) nicht an letzter Stelle steht.

zu können. Hier ist das Konzept aufgegangen, auch jungen Bands einen Auftrittsplatz zu bieten.

Bevor man reinkam, war erstmal Schlange stehen angesagt – wurden die Karten doch als A4-Blatt mit Computer und Drucker erstellt. Die Abläufe bei der Essens- und Getränkeversorgung sind dagegen wesentlich besser eingespielt. Richtig voll war’s am Freitag nicht. Zum luftigeren Eindruck trägt bei, dass seit dem Umräumen der Bühne vor den Haupteingang der 2. Arm der Y- förmigen Höhle genutzt werden kann. Man konnte sich also auch vor der Bühne noch gut bewegen. Neu war die aufgepeppte Bühnenbeleuchtung, die man eher einem Rockkonzert zuordnen würde. Während die Wände grau blieben, sorgten viele bewegliche Strahler für tolle optische Effekte. Vielleicht manchmal des Guten zuviel, aber  sehr effektvoll. In Balve steht kariertes Outfit hoch im Kurs. Im Publikum mit zunehmender Tendenz, besonders natürlich bei den 1st Sauerland Pipes and Drums, die am Freitag mit ihrer Show vor und in der Höhle beeindruckten. Mit einem Kreis von einigen Männern als Mittelpunkte schafte Moderator Sean Reeves rasch einen großen Kreis vor der Bühne. Die Musik auf den Bühnen war aber eindeutig Irland zuzuordnen. An jedem Festival – Tag waren Craic zu sehen: am Donnerstag bei der Aufwärm-Party, am Freitagnachmittag und am Samstag in den UmbauPausen auf der 2. Bühne. Bea, Mario und Torsten schauten oft in dieselben Gesichter, ihre eigene FanGemeinde. Das sympathische Trio zeigte sich immer wieder kompetent, freundlich und flexibel und trug eine Menge zur guten Grundstimmung in der Höhle bei. Sogar kurz vor dem Topact am Samstag, hallten „Zugabe“-Rufe herüber. Der Veranstalter kann sich glücklich schätzen, auf so eine Gruppe zurückgreifen

Chiara McCrickard Der frühe Freitagabend gehörte Finnegan’s Wake, einem gestandenen Trio aus Dublin, das man der Kneipen-Unterhaltung zurechnen darf. Mit Akkordeon, Gitarre, Whistle und dreimal Gesang gab es die bekannten Hits, wobei ein fehlendes Instrument schon mal auf Knopfdruck aus einem schwarzen Zauberkästlein hinzugefügt wurde. Der Sound ging ins Schlagerhafte und bot keine Überraschungen. Sean Reeves gab mit ihnen eine Kostprobe seines gesanglichen Könnens: Ein vielstimmiges Auld Triangle war ein schöner Abschluss. Ganz anders danach die BonnyMen. Die acht jungen Leute sind der traditionellen akustischen Musik verpflichtet und spielen  überwiegend instrumental. Aber wie! Die Besetzung ähnelt stark der legendären Bothy Band aus den Siebzigern: 6 Männer an den Saiten- und Blasinstrumenten, dazu eine singende Frau am Keyboard. Fiddle, Flute, Pipes trugen die Melodien, Gitarre, Bouzouki und Bodhran, machten rhythmischen Druck, das Keyboard sorgte für den Bass. Die Jigs und Reels wurden mit atemberaubendem Tempo und höchstem technischen Niveau gespielt. Für Abwechslung sorgten die Songs der zusätzlichen Sängerin, die ein gälisches Traditional e-

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Interna

benso interpretierte wie The Night They Drove Old Dixie Down. In Irland hat die CD der Band die trad.-Sparte der Charts angeführt und begeisterte Kritiken erhalten – absolut nachvollziehbar. Die Tontechnik war mit dem Aufgebot an MusikerInnen offenkundig überfordert, egal wo man stand, klang es verwaschen, besonders der Gesang. Leider nicht das erste Mal, das der Sound beim Festival nicht stimmte, aber am Samstag wurde es besser. Die BonnyMen kamen gut an und werden hoffentlich noch öfter zu Gast sein. Danach kündigten das Stoff-Kamel und das Bild vom Tory King den Auftritt der Ceili Family an. Diesmal wieder zu fünft mit Bassist und neuen Liedern. Mit ihrem fröhlichen irisch-inspirierten Rock das Richtige für einen beschwingten Höhlenabend. Die Glitzerjacken bleiben ja nie lange an…Die Fünf waren so freundlich, unser neues Banner, wenn nicht zu schwenken, so doch damit vor die Kamera zu treten. Danke für’s freundliche Lächeln…

Der Samstag brachte mit Derek Warfield den ältesten (70 J.) und mit Mícheál (9 J.) den jüngsten Sänger auf die Bühne. Der Knirps gehört zu Fragile Matt, die am Nachmittag den Aufwärm-Spot hatten. Banjo, Bodhran, Whistles, Gitarre und Gesang sind die Besetzung. Mit rheinischem Temperament, Humor und einer sehr aufs Publikum bezogenen Art verbreitete das Quartett um Dave Hutchinson gute Stimmung. Wenn man von dem Schild ablas, das Mícheál hochhielt, fiel es nicht mehr schwer, einen gälischen Refrain mitzusingen. Es hatte laut Moderator Sean Reeves Kritik gegeben, es seien in Balve zu wenig Frauen gebucht. Dem konnte er mit der Verpflichtung der More Maids entgegentreten, die auch ohne Quoten-Aspekt empfehlenswert sind. Sie setzen den unzähligen Texten aus Männersicht Lieder aus der Frauenperspektive

entgegen, von Eppie Morrie, die nicht verheiratet werden will, oder dem jungen Mädchen, das sich verliebt hat und sich auf den Next Market Day freut. Die Songs wurden in feinem Satzgesang dargeboten, auch die Tunes mit Flute/Bouzouki/Fiddle waren klasse gespielt. Die eher ruhige Darbietung hätte in dieser Form allerdings besser in einen kleineren Rahmen gepasst. Zur besten Zeit am Samstag war die Höhle voller als am Vortag, und es lag Spannung in der Luft vor der Deutschland-Premiere von At First Light. Die Gruppe aus Belfast fällt schon durch ihre Besetzung aus dem Rahmen: mit John McSherry (früher Lunasa) und Francis McIlduff haben sie gleich zwei Uilleann -Piper der Spitzenklasse. „Wir wissen nicht, welcher der bessere Spieler ist – wir lassen euch entscheiden“, meinte Fiddler Donal O’Connor, selbst ebenso einer der Besten seines Fachs.  Begleitet wurden sie an der Gitarre von Michael McCague. Optisch im Mittelpunkt stand die junge Ciara McCrickard, die nicht nur hinreißend aussah, sondern auch toll sang und Fiddle spielte. Ihr Quiet Land of Erin war für mich der Höhepunkt des Sets. Auch die Duette mit zwei Low Whistles waren magisch. Obwohl alle Fünf  tief in der irischen Tradition stehen, integrieren sie auch Musik aus anderen Ländern wie das spanische El Garrotin. Das Material stammte großenteils von der CD „Idir“, die im Anschluss reißenden Absatz fand. Ein grandioser Auftritt, der den Festivalbesuch wert war.

At First Light nach ihrem Auftritt in der Balver Höhle Als es immer schwerer wurde, den Nikotinabhängigen auszuweichen, stellte sich mir die Frage, warum das Konzept „rauchfreie Höhle“ in der Versenkung verschwunden ist. Fällt die Höhle mit ihren Winkeln

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etwa unter die Eckkneipen-Verordnung? Da waren wir doch schon mal weiter…

Dann war die Zeit für Derek Warfield und seine Young Wolfe Tones gekommen. Mit God Save Ireland hatten sie das Höhlenpublikum sofort im Griff, und mit patriotischem Liedgut wie Men Behind the Wire oder Back Home in Derry folgten viele eingängige Titel zum Mitsingen. Derek Warfield hat eine Mission, die er seit 50 Jahren auf der Bühne verfolgt: das Andenken an den Freiheitskampf des irischen Volkes bewahren. Er nimmt s e i n e S a ch e ernst, obwohl er mit seiner Band Spaß ver mittelt: „Die Iren konnten ihren Helden keine Denkmäler errichten, die Denkmäler waren die Lied e r. D a h e r bedeutete ihre Musik den Iren so unendlich viel.“ Die junge Band machte mit Bouzouki, Gitarre, Bass richtig Druck. Die Banjospielerin Damaris Woods ist der zweite „Star“ der Gruppe. Lächelnd fetzte die kleine Frau mit der Kappe die schnellsten Reels herunter. Auch der siebzigjährige Frontmann legte eine Menge Energie an den Tag. Auch seine jungen Kollegen sangen alle sehr ordentlich. Das Publikum machte mit, reckte die Hände.  “Uh ah, up the ‘RA”. Bei solcherart militan-

tem Nationalismus wird mir etwas unwohl, aber dieRebellenlieder gehören in Irland halt dazu. Der emotionale Abschluss war ein Gruß an Deutschland, von Derek Hand in Hand mit Sean Reeves gesungen: A Nation Once Again.

Der Organisator denkt bereits an’s nächste Jahr:  Zum Abschied versprach Sean Reeves, sein Möglichstes zu tun, damit 2013 zwei beliebte Top-Bands in die Höhle zurückkehren – die High Kings und die Kilkennys. Diese Aussichten wurden von den Stammgästen freudig beklatscht. Auf jeden Fall – und das ist die Stärke des Festivals – wird es wieder eine vielseitige Zusammenstellung geben, die Insider ebenso anspricht wie normalen Sauerländer.  Wir sind gespannt. Bilder Freitag: Marc, küc Bilder Samstag: küc www.celtic-rock.de/2012/08/11-irish-festival-balve-0 3-04-08-2012

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Konzertberichte

Konzertberichte Festival Maritim 2012 mit Larkin, Sandy Brechin & Coomara und Scrum von frakru Festival Maritim – beim Klang des Namens will man sich schon abwenden, umblättern oder weitersurfen, lässt der Begriff „Maritim“ doch eine Vision von Matrosenanzügen, verstaubten Kapitänsjacken und Mottenkugeln vor dem inneren Auge entstehen. Aber – wer schon mal dort war auf jenem Festival in Bremen-Vegesack, wo die Lesum in die deutlich größere Weser mündet, der weiß, dass zwischen Beck’s Bier und Fischbrötchen nicht nur die Freunde des guten alten Shantys, sondern auch die Fans des Folk-Rocks – ob nun irish, scottish, celtic, speed oder punkauf ihre Kosten kommen. So standen dieses Jahr mit Larkin, Scrum und Sandy Brechin & Coomara auch in diesem Jahr ein paar wirklich gute Acts auf den Bühnen – und das bei freiem Eintritt

Larkin (DE) Larkin ist eine Band, die mit viel Spaß, Energie und Humor die irische Musik zelebriert. Mit i h r e n u n t e rschiedlichen musikalischen Backgrounds haben die Musiker durch viele Eigenkompositionen und neue Arrangements einen eigenen, kraftvollen Stil geschaffen. Mit ihren letzten Studio-Produktionen „Totentanz“ und „Ab in´ Pub!” dringt Larkin auch in andere musikalische Stilrichtungen ein, so sind Elemente aus Rock und Pop, sowie Mittelalter und Gothic Bestandteil ihrer Musik. Diese Band schafft verblüffend locker den Spagat zwischen einer Fülle an Eigenkompositionen und traditionellen irischen Songs und Tunes. www.larkin-music.de

www.festival-maritim.de

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Konzertberichte

Scrum (NL) Die Musik wird beschrieben als “Power Folk”: Rock mit schottischen und irischen Folkeinflüssen, wo der Dudelsack, die Tin Whistle, Geige und Mandoline eine wichtige Rolle spielen. Scrum, das sind: 6 leidenschaftliche Musiker mit einer Vorliebe für rohe, ehrliche und spontane Folkmusik, die bis in die Fußpitzen geht. www.scrummusic.nl

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Konzertberichte

Sandy Brechin & Coomara (SCO) Sandy Brechin (Edinburgh, Schottland) ist einer der meist bekannten Scottish Folk Akkordeon-Spieler seiner Heimat. Er ist bereits überall auf der Welt aufgetreten und regelmäßig im schottischen TV und Radio präsent. Begleitet wird er von der international besetzten Band Coomara. Eine schottische Sängerin, eine russische Geigerin und zwei Bremer Musiker bringen ein beeindruckendes Repertoire an Instrumenten mit auf die Bühne: mit Gesang, Gitarre, Geige, Bass, Bodhrán, Cajon und natürlich Sandy’s Akkordeon entsteht ein völlig eigener Sound im Stil des Contemporary Scottish Folk.

www.celtic-rock.de/2012/08/festival-maritim-2012mit-larkin-sandy-brechin-coomara-und-scrum

www.scott-douglas.de

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CDs und Platten

CDs und Platten Thomas Lukassek ~ Reed Adventures (2012) von daniels Wahrscheinlich kann ich diese Musik mit meinem Vokabular gar nicht ausreichend würdigen. Aber ich glaube auf jeden Fall einen besonderen Silberling in meinen Händen zu halten. Zumindest ist er das für mich geworden. Irgendwie wollte keiner aus dem Redaktionsteam ran, bis ich mir dann einen Ruck gegeben habe. Auto an und CD rein. Ich war wirklich überrascht. Er bedient nicht die Schubladen, die die meisten mit Dudelsackmusik assoziieren. Wir werden hier auf eine musikalische Instrumentalreise durch verschiedene Genres und Musikstile mitgenommen, die die vielfältigen Möglichkeiten dieses außergewöhnlichen Instruments demonstriert. Aber es ist nicht eines, Thomas Lukassek spielt eine Vielzahl schottischer (?) Dudelsäcke. Für die interessierten bietet seine Website auch weitere Hintergrundinfos zu den Instrumenten. Zahlreiche Begleitinstrumente zeichnen die Landschaft des wandernden Pipers.Fantasie beweisen nicht nur die musikalischen Arrangements, sondern auch die CD selbst. Da ist zunächst mal das Cover, dessen eigentliches Motiv man erst beim genauen hinschauen erkennt. Dazu kommen dann noch die persönlichen Worte zu den einzelnen Titeln, die humorvoll auf das eigene Abenteuer mit den Reeds zurück blicken. Die CD ist für alle etwas, die Dudelsack kennenlernen möchten, ohne auf die krachenden Gitarren zu warten (obwohl ich glaube, welche gehört zu haben). Mal zum chillen, mal energetisch, mal majestätisch und mal mit einem zwinkernden Auge.

Tracklist

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12.

Barless Fivestar     Benderloch Fox Pa’jam Sunday Afternoon     Bagblues Spam Lawyer and Tackle’barry Win Jack’äh’t Molehills Reed Adventures Grade Two River Wenik For Ireland I’ll Not Tell Her Name

www.celtic-rock.de/2012/08/thomas-lukassek-reed-a dventures-2012

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Konzertberichte

Konzertberichte Shamrock Castle ~ Celtic & New Folk Festival, 04. August 2012 von shutupanddance Shamrock-Castle Debüt auf Schloss Jägersburg. Nach einem Jahr Pause hat das Heimspiel-Festival der Fiddlers wieder festen fränkischen Boden unter den Füßen. Ein junges Mädchen mit Schottenröckchen trägt einen Kasten Guinness in der Hand, auf dem Rücken einen vollgepackten Rucksack. Hinter ihr laden zwei weitere Mädels vergnügt Campingutensilien aus dem Auto und werfen die Sachen über den Zaun, der an die Jägersburg grenzt. Aus dem Auto tönt „Rollin’, rollin’, lay your shit on me“, Passanten stimmen begeistert ein, klatschen, singen, pfeifen: So sieht Vorfreude aus! Schon am Freitagabend pilgerten die Fans des Irish Folk und Punk nach Bammersdorf, ein beschauliches Örtchen nahe Forchheim, um es sich auf den Campingflächen nahe der Jägersburg einzurichten: Umgeben von Maisfeldern herrschte hier schon vor Beginn des Festivals entspannte, fröhliche Stimmung. Am Samstag um die Mittagszeit öffneten sich schließlich die Tore der Jägersburg, um dem stets bunt gemischten Publikum Einlass in den Innenhof des

Schlosses zu geben. Bei herrlichem Wetter konnte man noch bevor die erste Band um 14 Uhr loslegte ein kühles fränkisches Bier im Biergarten vorm Schloss genießen oder sich quer durch alle nur erdenklichen Sorten an Whiskey probieren. Hinter den verschiedenen Grill-, Knoblauchbrot- und CrepesStänden unterhielt der Solo-Künstler Joe Ginnane auf der Biergartenbühne. Er begeistere mit Coversongs quer durch die Genres – von klassisch irischen Traditionals bis Green Day – die er auf sehr charismatische Art mit Gitarre vortrug. So zog es in den Umbaupausen regelmäßig die Folks in den Biergarten: Zum Entspannen, Plaudern, Mitsingen und Lauschen: „Handmade music with heart and soul“.

Als Punch’n'Judy um zwei Uhr loslegten, hatte sich der Schlosshof bereits gut gefüllt, die Sonne brannte vom Himmel und die Tanzlaune stieg bereits beim ersten Song; einige kannten „den Punch“ sicherlich auch schon als Vorband von Fiddler’s Green auf der Wall Of FolkTour. Mit donnerndem „Hey Ho Ho“ unterstützte das Publikum die fünf sympathischen Musiker, die zwischen den verschiedensten Einflüssen aus Rock, Metal, Mittelalter und Folk ihren ganz eigenen Stil gefunden haben.

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Konzertberichte

Die durchwegs g u t e S t i mmu n g u n t e r den Zuhörern sowie die unglaubliche Spielfreude der Bands zogen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Festival. So auch b e i B ogg i n Leprechaun, die dieses Jahr schon zum zweiten Mal auf eine Shamrock-Castle Bühne standen und nach wie vor die Folks und Punks mit ihrer trotzigen, dreckigen und verdammt tanzbaren Musik begeistern.

Unter dem Motto „Weniger ist mehr“ erklommen die drei Jungs von Acoustic Revolution bei Anbruch des Abends die Bühne und zeigten sich und den “Folkpopbluegrasscountryclassicrock”, wie sie selbst ihre Musik bezeichnen, von der besten Seite. Mit zwei Gitarren, einem Kontrabass, einer Bassdrum und drei eindrucksvollen Stimmen erzeugten sie nicht nur mit ihrem letzten Lied, einer Coverversion von „Nothing Else Matters“, eine unbeschreiblich fesselnde Gänsehaut-Stimmung; auch knallige Gute-Laune-Songs von ihrer neuen Platte „Haunted By Numbers“ durften nicht fehlen.

Flotte Rhythmen, eingängige Melodien, unverwechselbarer Gesang und sechs energiegeladene Musiker: Sir Reg, die als „schwedische Antwort auf die Dropkick Murphys“ gehandelt werden, machten dem Ruf, der ihnen vorauseilt, alle Ehre. Sie präsentierten Celtic Rock, handgemacht mit Herz und Seele: Zum Feiern, Springen und Trinken – aber auch zum Nachdenken und den lauen Sommerabend genießen. Mein persönliches Sahnehäubchen war der charismatische Akzent des Frontmannes, mit dem die Band einen wunderbar irischen Flair in die fränkische Schweiz brachte. Die sechsköpfige Band um Frontmann Brendan Sheehy erwies sich auch am MerchStand als äußerst sympathisch und verrieten, dass es im Februar ein neues Album geben soll – man darf also gespannt sein!

Als der Folkraider die Bühne betrat und die Fans im Chor nach der „Wall Of Folk!“ verlangten, konnte man den Folks die Vorfreude schon an der Nasenspitze ansehen: Sie warteten auf Fiddler’s Green, den Headliner des Abends. Neben neuen Songs hatten die sechs Speedfolker, ganz zur Freude der Fans, auch „Rariäten“ im Gepäck: „Star Of The County Down“, „Raggle Taggle Gypsy“ und der „Goldwatch Blues“ ließen so manches Herz höher schlagen. Das Solo von Tobi (Geige), Frank (Percussion) und Stefan (Bodhrán) rief wahre Wogen von Begeisterung hervor und wurde ebenso gefeiert wie die beiden Klassiker „Queen Of Argyll“ und „Days Of Yore“, die schon bei der vorausgegangenen Tour fest in den Setlist verankert waren.

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Konzertberichte

Auch wenn ich anfangs tatsächlich Bedenken hatte, wie eine Wall Of Folk im Schlosshof zwischen vier Bäumen inklusive Beet-Umrandung funktionieren sollte, wurde ich definitiv eines besseren belehrt. Gute Laune, tanzende und springende Massen, eine – wie immer – abwechslungsreiche Bühnenshow und eine dem besonderen Anlass entsprechende Setlist rundeten das Shamrock Castle Festival 2012 gelungen ab. Da auch von Seiten der gräflichen Familie, der das Schloss Jägersburg gehört, durchweg positive Stimmen zu hören waren, bleibt nur zu hoffen, dass das Festival auch nächstes Jahr wieder in dieser beeindruckenden Lokalität stattfinden kann. Running Order:

12:00 Uhr: Einlass 14:00 – 15:15: Uhr: Punch’n'Judy 16:00 – 17:15 Uhr: Boggin Leprechaun 18:00 – 19:15 Uhr: Acoustic Revolution 20:00 – 21:15 Uhr: Sir Reg 22:00 Uhr: Fiddler’s Green www.celtic-rock.de/2012/08/shamrock-castle-celticnew-folk-festival-04-august-2012

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CDs und Platten

CDs und Platten Kalevala ~ There and back again! (2012) von cuba64 Als ich diese CD zum ersten Mal in meinen Player in der Küche eingelegt habe, kam meine Frau und fragte mich, wer denn so eine schlechte Rockoper machen würde. Nun muss man wissen, dass sie mit Celticmusik in keiner Weise etwas anfangen kann und mich daher gern aufzieht. Aber mit einer Sache hat sie Recht: „There and back again“ von Kalevala klingt pompös, theatralisch und vielseitig. Die ersten vier Tracks wirken daher auch wie einer. Nicht weil sie sich gleich anhören, sondern weil es wirkt, als sollten hier unterschiedliche Stimmungen und Spannungen erzeugt werden – eben wie Akte in einem Theaterstück. Erst durch das erneute hören und parallellesen des zwölfseitigen Booklets, wurden die zehn Stücke deutlicher. Dabei fällt auf, dass die sechs Musiker aus Parma musikalisch sehr vielseitig sind und traditionelle Instrumente wie Flöte, Akkordeon oder Duddelsack viel Platz eingeräumt wird. Getragen werden die Stücke durch eine harte Gitarre, weswegen Kalevala ihre Musik wohl als Folkmetal bezeichnet. Mein persönliches Fazit: Die Stücke sind alle musikalisch auf einem hohen Niveau. Der Sound ist ausproduziert und komplex. Der Sänger ist abwechslungsreich und trifft Melodien und Töne. Allerdings kann eben dies auch anstrengend sein. Manchmal wünscht man sich etwas mehr Raum und Einfachheit. Oder anders ausgedrückt; 32min. Laufzeit sind ausreichend. Nicht falsch verstehen! Die Platte verlangt Raum und Lautstärke. Lieder wie „Nigel´s got a sword“ oder „There and back again“ sind druckvoll und gehen gut ins Ohr. Eine Band als Reverenz fällt mir keine ein, allerdings erinnert mich die Dramaturgie mancher Lieder an Queen. Macht euch selbst ein Bild, es ist interessant. Abschließend noch ein Wort zum Layout. Die CD kommt in einem Digipack mit aufwendigem Artwork

und Booklet, welches wie eine alte Zeitung gestaltet ist. Schön ist, dass alle Texte mitgeliefert werden. Es ist durchdacht, gefällt und rundet das Werk ab. Tracklist:

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11.

… S’i Fosse Foco Folk Metal, Baby! Full Frontal Nudity Come Dio Comanda Nigel’s Got a Sword There and Back Again Glasses Dinamite Waterloo U Golema

www.celtic-rock.de/2012/08/kalevala-there-and-back -again-2012

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Konzerte und Festivals

Konzerte und Festivals FolkPunkRockFestival Berlin: Das FPRF geht in die zweite Runde !!! von daniels präsentiert von m u t t i s - b o o k i n g. d e u n d celtic-rock.de

Wie jedes Jahr wird den Abend eine lokale Band eröffnen um dann bei gutem Scotch, kühlem Bier und Cidre so richtig in Fahrt zu kommen !!!

Nach dem großen Erfolg des FolkPunkRockFestivals diesen Jahres, mit Acts wie The Real McKenzies, The Porters und Sir Reg, gehen wir im Februar 2013 in die zweite Runde. Mitten in Berlin Kreuzberg, im legendären SO36! Wir freuen uns riesig für das FPRF vol. 2 das Comeback einer der besten Folk-Punk Bands Englands ankündigen zu können: THE MEN THEY COULDNT HANG. Seit 10 Jahren waren sie nicht auf dem „europäischen Festland“. Eine Band die nicht nur musikalisch überzeugt, sondern auch politische Visionen voran treibt ! Mit „The Ghosts of Cable Street“ gaben sie der Cable Street Riot vom 4. Oktober 1936 den passenden Sound. Ein Tag an dem die britischen Faschisten bekämpft wurden. Garantiert ein denkwürdiger Tag und ein Grund zu feiern ! Mit BASTARDS ON PARADE haben wir eine Band aus dem keltischen Teil Spaniens, Galizia, die uns ihren Folk-Rock mit Punkattitude um die Ohren krachen wird ! Aspy, BOPs Dudelsackspieler, ist auch mit den Mc Kenzies unterwegs, und wird somit zum zweiten Mal auf der Bühne des FPRF stehen ! Definitiv ein Muss ! Viva the BASTARDS !!!

Um das Wochenende so richtig zu einem Highlight zu machen, haben wir am Abend davor eine Warm Up-Show im Wild at Heart mit DJ’s, special drink offers und den ungarischen PADDY AND THE RATS organisiert! Um Teil dieses legendären Wochenendes zu sein solltet ihr eure Tickets / Reise früh buchen !!! Sláinte !!! SA 02.02.13 -BERLIN -SO36 www.so36.de THE MAN THEY COULDNT HANG (UK) www.tmtch.net BASTARDS ON PARADE (GZ ) www.myspace.com/bastardsonparadeband ROUGHNECK RIOT (UK) www.facebook.com/theroughneckriot + local support + aftershowparty & DJs FR 01.02. warmup show

Als dritten Act, haben wir THE ROUGHNECK RIOT aus Warrington, in der Nähe Manchesters, dabei. Sie werden ihr neues Album, released bei Bomber Records dabei haben -wir durften schon rein hören und können euch sagen: das rockt richtig gut! Das sind die neuen Pogues! Definitiv auch ein Headliner im Billing! Sie werden auch als Support der Talco Tour im Januar unterwegs sein! Muss man gesehen haben!

with PADDYAND THE RATS@ Wild at Heart www.wildatheartberlin.de www.celtic-rock.de/2012/08/folkpunkrockfestival-be rlin-das-fprf-geht-in-die-zweite-runde

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Konzerte und Festivals

Vorbericht – 2.Irish Night ~ Pinnow bei Schwerin von JensP Nun zum zweiten Mal gibt es die Irish Night in Pinnow und man kann auf ein erfolgreiches Festival im letzten Jahr zurückblicken. Im letzten Jahr waren 900 Besucher dort, gespielt haben “The Sally Gardens” und “The Aberlour`s”. Dieses Jahr soll es genau so toll werden, es soll noch besser und schöner werden.Am 25.08. ist es nun so weit und in Pinnow bei Schwerin startet zum zweiten Mal die Irish Night. Genau findet die open air Veranstaltung auf der Pferdekoppel in Pinnow am Petersberg statt. Eine schöne Lokation, die sich mitten in der Natur befindet. Auch dieses Jahr soll sich das Gelände wieder mit vielen Menschen füllen und eine tolle Veranstaltung werden. Dafür hat man sich wieder zwei Bands eingeladen. Das sind: Spirit Level Das sind Jimmy Brennan (USA), Hugh McBrien (Irland) und Peter Jack (Deutschland). Sie begeistern seit Jahren das Publikum im In- und Ausland. Sie spielen eine Mischung aus irischen und amerikanischen Folk-Songs. Die Musiker beherrschen nicht nur temporeiche Tanzstücke und gefühlvolle Balladen, sondern ihre einzigartigen Stimmen runden das Paket ab. Sie spielen traditionelle Lieder, wie auch Eigenkompositionen und das in ihren Stil. Nicht so verstaubt, sondern frisch, frech und mitreißend. http://www.spirit-level.net/ Glenfiddle Das sind vier Musiker aus Schleswig-Holstein. Von sich selber sagen sie, dass sie zum Urgestein der deutschen Folkszene gehören. In über 20 Jahren Bandgeschichte haben sie sieben Alben veröffentlicht. Haben Konzerte in verschiedenen europäischen Ländern gegeben und das sehr erfolgreich. In ihrer Biografie steht: – Glenfiddle ist eine Celtic Rock Band der sanfteren Art, welche sich wohlwollend von dem Gros der Kapellen unterscheidet, die keltisches Liedgut in Pogo Rhythmus über den Kamm scheren.- Sie mischen traditionelle und rockige Elemente in einem gesunden Gleichgewicht.  http://www.glenfiddle.de/

Ich freue mich schon sehr auf die Veranstaltung, auf die Bands und das Ganze drum herum. Für das leibliche Wohl ist natürlich auch gesorgt und keiner wird verdursten, oder verhungern. Es gibt irisches und mecklenburger Bier, ein Weinstand und Caipi, frisch Gegrilltes und Brezeln, eine Gulaschkanone mit Eintopf und Gulasch (lecker). Räucherfisch aus der Region ist natürlich auch zu haben und wird so manchen Gaumen erfreuen. Der Bericht über die 2.Irish Night erscheint am 29.08. an gleicher Stelle und es wird reichlich Bilder geben. Nun hoffe ich auf den Wettergott, dass die Sonne scheint, auf viele Besucher und das es eine gelungene Veranstaltung wird. Ich möchte mit den Worten des Veranstalters fortführen, die da heißen: Tolle Musik, der Blick über Seen, Koppeln und Wälder, Essen und Trinken, Freunde und Gäste, Lagerfeuerromantik und vor allem das wohlige Gefühl im Bauch: uns ist hier was wirklich Tolles für unser Dorf und für die Region gelungen! Heute war ich in Schwerin (14.08.) und in der Touristeninformation (Am Markt 14) gibt es noch genügend Karten im Vorverkauf. Kühle Rechner sollten im Vorverkauf kaufen, da man 2 Euro spart. An der Abendkasse kosten sie 12 Euro und das sind für fünf Gäste insgesamt 60 Euro. Im Vorverkauf würde man, für das Geld schon 6 Karten bekommen. Weitere Vorverkaufsstellen sind der Lebensmittelmarkt Wandschneider und das Büro der Kirchgemeinde, beides in Pinnow. Veranstalter der Irish Night sind ev.-luth. Kirchgemeinde Pinnow um Pastor Tom Ogilvie, kommunale Gemeinde und die FFw Pinnow. http://pinnow.kirche-schwerin.de/ http://www.pinnow-mv.de/index.php?option=com_ content&view=frontpage&Itemid=28 www.celtic-rock.de/2012/08/vorbericht-2-irish-night -pinnow-bei-schwerin

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CDs und Platten

CDs und Platten Emmy And You ~ Back In Town (2012) von shutupanddance Ihr sucht noch nach der passenden Platte für den nächsten lauen Sommerabend? Mit Back In Town legen die sechs Musiker der Band „Emmy And You“ ein Debüt-Album vor, das wie für einen solchen geschaffen ist.

Nostaligische, träumerische Balladen wie „Have You Seen My Man?“ oder „Tonight“ (welches auch als Akustiktrack auf der CD vorhanden ist) wechseln sich mit rhythmisch packenden, geigenbetonten Stücken wie „The Lovers’ Escape“ oder „Older Than The Trees“ ab. Letzteres ist ein echter Ohrwurm und überzeugt mit Flöte und handgemachter Percussion. CD einlegen, zurücklehnen, fallen lassen – Emmy, die Frau mit der bezaubernden Stimme und ihre Bandkollegen halten für 43 Minuten die Zeit an. Für mich eine sehr faszinierende Band, die einmal mehr beweist, dass Musik kein großes Beiwerk benötigt, um sich wunderbar entfalten zu können.  I will meet you where horses turn into unicorns Through the sound of magic and the whispering horn At dawn before the sunrise near the giant oak tree We’ll walk silently towards the raging sea   

Frontfrau Emmy nimmt den Hörer freundschaftlich an die Hand und singt mit charismatischem Akzent von den kleinen philosophischen Alltagsfragen des Lebens, von Liebe, Verzweiflung und Neuanfängen. Ganz ohne Pomp und großes Beiwerk verzaubern die irisch-französischen Musiker Emmy (Vocals), Ananda Coantic (Fiddle, mandoline, vocals), Des Mc Gonigle (Fiddle, mandoline, vocals), Noel Nesbitt (Flute, Vocals), Amandine Sassolas (Bodhran, vocals) und Seaghan Mac an Tsionnaigh (Double bass, vocals) mit teils sanft-verträumten, teils federnden Stücken, melodiös einprägsam und voller Leidenschaft. Wie alle Tracks auf dem Album ist auch der fröhliche Opener „Close Your Eyes And Sing“ keltisch angehaucht und spricht jedem Musikliebhaber aus dem Herzen: Wenn alles schief läuft, schließe einfach deine Augen und singe. „Back In Town“ beschreibt die Rückkehr nach Dublin, wo die Band das Album übrigens auch aufgenommen hat: Im Temple Lane Studio in Irland, sozusagen im Zentrum der irischen Musikszene.

Trackliste

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Close Your Eyes And Sing Back In Town Before Have You Seen My Man? Tonight The Lovers’ Escape Always Too Far Older Than The Trees Tonight (acoustic) Little Girl (featuring Boy)

www.celtic-rock.de/2012/08/emmy-and-you-back-in -town-2012

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Bandporträts

Bandporträts Vorstellung und Porträt ~ Svenja von JensP Vor einigen Jahren ging über Hitzacker, am musikalischen Himmel, ein kleiner Stern auf, unscheinbar und kaum zu sehen. Er wollte aber heller scheinen, für alle zu sehen sein und begann fortan sich mit Musik zu beschäftigen. Von da an begann er heller und heller zu scheinen. Immer mehr Menschen im Norddeutschland konnten den Stern sehen! Mittlerweile kann man ihn zwischen Hamburg, Lübeck, Rostock und Berlin sehen. In dem ganzen Gebiet leuchtet er hell und wenn die Menschen ihn sehen, ist auch ein leuchten in ihren Augen zu sehen. Aber der Stern möchte noch heller scheinen, über ganz Deutschland, auf der ganzen Welt zu sehen sein! Aber wer ist der Stern? Hat er einen Namen? Ja, er heißt Svenja! Ich traf mich mit Svenja in einem Café und wir führten ein längeres Gespräch. Bevor wir jedoch uns in ein Gespräch vertiefen konnten, kam erst mal die Kellnerin. Zwischen der Frage, was wir möchten und wir antworten konnten, fragte sie: “Sind Sie nicht die Svenja?”. Das sagt doch schon viel aus und sie hat schon ein Bekanntheitsgrad! Schon als kleines Kind hörte sie die Musik von Tracy Chapmann, Bob Dylan, Neil Young und den Beatles und es erweckt das Interesse, ein eigenes Instrument spielen zu können. Wenn ich Svenja höre, höre ich auch immer ein wenig Norah Jones. Aber wer ist sie nun? Im Alter von 6 Jahren entstand richtig die Lust an der Musik. Sie begann mit der musikalischen Früherziehung und sie erlernte das Spielen von Blockflöte und Xylophon. Das reichte Ihr dann aber nicht mehr (der Stern wollte ja heller scheinen)! Mit 8 Jahren begann Svenja, für 5 Jahre mit Klavierunterricht und das im klassischen Stil. Als sie 14 Jahre alt war, erweiterte sie den Unterricht und erlernt die klassische Gitarre. Schon bei den ersten Gesangsstücken fiel dem Lehrer

die Stimme auf und fortan nahm sie gleichzeitig Gesangsunterricht. Mit 16 Jahren ergänzte Svenja den Unterricht durch einen VocalCoach im Bereich Rock/Pop und das zur Schaffung einer vokalen Basis. Da es ihr bestreben ist, sich weiter zu entwickeln und besser zu werden, nimmt sie auch an Workshops teil, z.B. an der Landesmusikakademie Niedersachsen. Die frischgebackene Abiturientin hat auch schon viele Preise gewonnen, das auf regionaler Ebene und von landesweiten Wettbewerben in Niedersachsen. Den größten Erfolg hatte sie aber bei einem Bundeswettbewerb. Genau war das beim – Treffen junge Musikszene Bundeswettbewerb Berlin Festspiele -. Dort kommen aus dem gesamten Bundesgebiet junge Musiker zusammen und zeigen ihr Können. Dort hat Svenja den 1. Platz gemacht!!! Dafür noch mal mein Glückwunsch! Ihre Lieder schreibt sie alle selber und natürlich komponiert Svenja die Musik auch selber. Coverversionen spielt sie auch, legt aber mehr Wert auf eigene Sachen. Das kann man auch auf Ihren Konzerten hören. Wo sie mit viel Leidenschaft, Gefühl und Hingabe Ihre Lieder spielt, das Publikum begeistert. Seit 2008 steht die Künstlerin auf den Brettern, die die Welt bedeuten und das mit immer mehr Erfolg. Ich habe Svenja über die Jahre schon auf einigen Konzerten gesehen und gehört. Was da an Stimme und Musik von der Bühne kommt, ist schon großartig, wenn man bedenkt, dass die Künstlerin erst 19 Jahre alt ist. Wenn man der zierlichen Persönlichkeit begegnet, kann man nicht glauben, was da an Stimme in Ihr steckt. Da können sich einige “alte Hasen” eine Scheibe abschneiden. Eine live CD hat die junge Künstlerin auch schon im Gepäck. Entstanden ist sie bei einem Konzert im “martins” in Dömitz. Eine sehr schön gewordene

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Bandporträts

Aufnahme, die auch schon so einige meiner Bekannten ein funkel in den Augen gezaubert hat. Die nächsten Konzerte sind am: 25.08.12  in Geesthacht 08.09.12    in Dannenberg Über das Konzert in Dannenberg werde ich einen ausführlichen Bericht schreiben und ihn hier veröffentlichen, genau ist das am 12.09.12! Seit gespannt darauf. Ich hatte die Gelegenheit, Svenja noch ein paar Fragen zu stellen und sie hat die Fragen gerne beantwortet. Woher kam die Lust und Liebe an der Musik, die Du machst?  Musik hat in unserer Familie schon immmer einen großen Stellenwert gehabt. Wir haben sehr viel Musik, der unterschiedlichsten Stile gehört, dazu getanzt. Dann kam die musikalische Früherziehung...sich zur Musik bewegen, Noten kennenlernen... Blockflötenunterricht. Danach klassischer Klavierunterricht (5 Jahre). Da in einer Ecke unseres Hauses aber schon immer eine unbenutzte Gitarre stand, wollte ich auch schon immer Gitarre spielen. So folgten dann 1,5 Jahre Gitarrenunterricht. Die Liebe zur Musik war einfach von klein auf irgendwie da und wurde von meinen Eltern sehr gefördert. Auf meinem musikalischen Weg gab es und gibt es immer wieder nette, liebe Menschen die mir weitere Wege geöffnet haben und öffnen. Das wichtigste für mich ist eben nie den Spaß und die Leidenschaft an der Musik zu verlieren, weil dann die Ehrlichkeit, die Authentizität verschwinden würde. Du hast ja schon viele Preise gewonnen. Unter anderem hast Du ja beim Bundeswettbewerb eine Studioaufnahme gewonnen. Wie weit ist da die Arbeit, oder wann geht es damit los? Gibt es da etwas Bestimmtes, was Du da aufnimmst? Die Arbeit im Studio fängt im Herbst an, Oktober. Wir nehmen den Song Tired love auf. Es soll eine sehr schöne Ballade werden. Ich bin sehr gespannt, denn es wird ein richtig großes Orchester bestellt, Studiosänger.... Für mich ist das etwas ganz besonderes! Ich habe zwar schon mal im Studo aufgenommen, aber nur allein. Da lass ich mich auch mal überraschen, was wir aus dem Song machen

Deine Lieder/Songs schreibst Du alle selber. Wie kommst Du auf die Texte, auf die Melodien? Meist ist es so, das ich zu erst eine interessante Melodie auf der Gitarre spiele, dazu fällt mir dann ein Bild im Kopf ein, wie eine Geschichte, oder ein bestimmtes Gefühl. Ich habe aber auch schon Lieder geschrieben, die aus einer bestimmten Situation heraus entstanden und in fünf Minuten fertig waren...also Text und Melodie gleich da waren und passten. Wie ein Song entsteht ist bei mir sehr unterschiedlich. Man kann es kaum beschreiben, aber es ist eine ganz besondere Atmosphäre, wo ich einfach weiss heute schreibst du einen Song. Ich kann mich nicht einfach jeden Tag hinsetzen und drauflosschreiben...es muss einfach alles passen...schwer zu beschreiben Was ist Dir mal wichtig zu sagen? Was ist mir wichtig zu sagen... Momentan habe ich ke i n b e s t i m m t e s T h e m a , ke i n e I d e e m i t Ausrufezeichen...:so Leute da müsst ihr jetzt unbedingt wissen was ich denke!!nein, nicht wirklich ... Viel wichtiger sind mir eigentlich die Gefühle, die ich mit meinen Liedern bei den Zuhörern auslöse. So das ich im Publikum sehe, also dem Einzelnen..ok ich habe diese Situation dieses Liedes, oder dieses Gefühl vielleicht noch nicht erlebt, aber ich weiss was sie (die Sängerin) meint....so ungefähr...:) bildlich gesehen, wie ein Marionettenspieler der Gefühle... Was hast Du in der Zukunft vor? Was für Projekte stehen an? In der Zukunft möchte ich gerne ein paar Leute finden die mit mir Musik machen wollen, also eine Band gründen. In die Richtung Acoustic...mit viel Reggae wär schön...was ganz entspanntes. Ansonsten werde ich wahrscheinlich anfangen Pop-Gesang in Osnabrück zu studieren. In der nächsten Zeit folgen dann ein paar kleinere Auftritte, wie z.B. die Energiewendemesse in Geesthacht, Musiknacht Dannenberg...und natürlich die Studioaufnahme... Danke das Du Dir die Zeit genommen hast, mir die Fragen zu beantworten! Das habe ich gerne getan. Ich möchte mich bei celticrock bedanken, dass Ihr ein Artikel über mich schreibt und veröffentlicht. Danke! Nun wünsche ich Svenja alles Gute für Ihre Zukunft, viele Auftritte, immer ein tolles Publikum und viel Erfolg. Ich hoffe ich habe mit diesem Artikel einen kleinen Baustein für Ihre Karriere gelegt! Wünsche

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Bandporträts

Ihr eine musikalische Zukunft. Ich möchte mich auch bei Svenja, für die tolle Zusammenarbeit bedanken.

www.celtic-rock.de/2012/08/vorstellung-und-portrat -svenja

http://www.svenja-music.de/

CDs und Platten Auld Corn Brigade ~ Our Flag EP (2012) von cuba64 Etwas mehr als zwei Jahre liegt die erste Veröffentlichung „A fighter´s Lullabies“ zurück, da gibt es ein neues Lebenszeichen in gepresster Form der Nordhausener Crew. Dabei handelt es sich um eine 10“ Platte incl. Downloadcode. Dafür bekommt der Hörer vier neue Songs mit einem großen Unterschied. Während auf ihrem Debütalbum noch alle Songs komplett gecovert waren, befinden sich hier nun mit „Our Flag“ und „A Mother´s Heart“ zwei eigene Werke drauf. Thematisch unterstreicht die Auld Corn Brigade ihre Ausrichtung in ein politisch linkes Spektrum und so handelt „Our Flag“ vom ewigen Kampf der Arbeiterklasse gegen das Establishment und „A Mother´s Heart“ vom Kampf gegen die Unterdrückung von politisch Andersdenkenden in Deutschland, Irland und Palästina angeknüpft an geschichtliche Ereignisse. Auch die beiden Coversongs „Viva la quinta Brigada“ und „Helicopter Song“ unterstreichen diese Einstellung, stellen sie doch ein Tribut an die Irish Socialst Volunteers und die pIRA dar. Musikalisch ist auch diese EP gut gemacht. Abwechslungsreiche Instrumentierung, Shouts und Gesang wechseln sich ab. Die musikalischen Vorbilder sind dann auch eher bei Dropkick Murphys zu suchen, denn bei Flogging Molly – um mal plakativ zu werden. Einen Wehrmutstropfen gibt’s dann aber doch, der eben vor allem in den Covern zum tragen kommt: vor allem Nicoles Gesang kommt den bekannten Melodien nicht nach. Das ist schade. Zusammengefasst lässt sich sagen „Our Flag“ ist eine souveräne Platte, die zeigt, dass sich Auld Corn Brigade zu einer eigenständigen Irish Rebel Band mit

Potential entwickelt. Politisch eindeutig, durchsetzt mit einer Menge Irish-republikanischer Folklore. Wer also Bands wie Shebeen mag und in gut hören möchte oder wem The Irish Brigade zu folkig sind, der ist bei Auld Corn Brigade gut aufgehoben. Ich bin gespannt, wie die Entwicklung weiter geht! Trackliste

1. 2. 3. 4.

Our Flag Viva la quinta Brigada Helicopter Song A Mother´s Heart

www.celtic-rock.de/2012/08/auld-corn-brigade-our-f lag-ep-2012

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Konzerte und Festivals

Konzerte und Festivals IRISH DAYS LEV 2012 von daniels Ein Fest mit ganz viel Live-Musik – 1. und 2. September 2012, Neulandpark (ehemals LaGa), Leverkusen Seit einiger Zeit engagiere ich mich auch ein bißchen für die Irish Days Leverkusen und möchte natürlich auch celtic-rock.de nutzen um Werbung dafür zu machen. Die Irish Days sind ein Fest mit ganz viel Live-Musik und einem bunten Rahmenprogramm für alle Altersgruppen und an verschiedenen Standorten. Das ist wohl etwas ganz besonderes.

Am Sonntag beginnen die Ensembles der örtlichen Musikschule und können ihr Erlerntes einem größeren Publikum zeigen: Blackout und Headache On Friday. Danach sehen wir dann mit Bucks Of Oranmore eine Gruppe, die Ihre Wurzeln ebenfalls in Leverkusen hat. Whisht! sind das Highlight am Sonntag und letzter Musikact. Danach klingen die Irish Days mit einer Openair-Session aus, zu der interessierte Musiker/-innen herzlich eingeladen sind (siehe unten).

Einstieg ist am Donnerstagabend, 30. August. Das Openair-Kino im Calevornia zeigt The Guard – Ein Ire sieht schwarz. Das musikalische Opening machen The Rogues from County Hell am Freitagabend (31. August) im Kulturausbesserungswerk in Leverkusen Opladen (8,- EUR, ermäßigt 5,- EUR). Im Repertoir viele bekannte Hits der Pogues in eigener Interpretation. Das musikalische Bühnenprogramm im Neulandpark ist zwei geteilt. Während der Samstag eher durch moderne, lautere Sounds und Stimmungsmusik besticht geht es am Sonntag traditionell und eher akustisch weiter. Bevor es am Samstag mit der Musik losgeht, haben Interessierte die Möglichkeit “Sprayer bei der Arbeit” zu beobachten, denn dann wird in einer Graffiti-Live-Action das Bühnenbild entwickelt. Die auftretenden Bands sind Samstag: New Horizons, The Great Folk Robbery und als Highlight am Abend Nobody Knows aus Stendal. Zwischendurch zeigen die Bon(n) Roses irischen Steptanz und das Dudelsack-Ensemble der Barrensteiner Whiskybar sorgt für erhabene Stimmung. Für die Nachteulen gibt es dann ab 22.30 Uhr im Devil (Hauptstraße) eine Aftershow Sause (fußläufig vom Park zu erreichen).

Doch die Irish Days sind mehr. Im Rahmenprogramm gibt es Aktivitäten für Kinder und die Spielplätze im Park sind geöffnet. Besonders auf Ihre Kosten kommen auch Freunde alter britischer Fahrzeuge, die schöne Fotomotive suchen. Der Morris Minor Club Deutschland veranstaltet ein Treffen, die Barrensteiner Whiskybar hat den weißen Hochzeits-Rollce Royce dabei und mit Marie Curry kriegen wir einen feuerroten Doppeldecker Bus zu sehen, auf dessen erster Etage auch gegessen werden kann. Apropos Essen und Trinken: Neben üblichen Snacks gibt es natürlich auch viele irische Spezialitäten, wie Scones, Irish Stew, Lamm vom Grill und Lachsreibekuchen. Whisky-Freunde können vor Ort tasten und ihr Fachwissen mit der Crew der Barrensteiner Whiskybar austauschen. Neben Guinness können mehr als 20 britische Biere ausprobiert werden.

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Konzerte und Festivals

Zahlreiche Stände bieten irischen Merch, Schmuck, Literatur und Reiseinformationen. Erstmalig wird auch ein Verkaufsstand mit bretonischen Artikeln dabei sein. Der Eintritt beträgt 3 EUR pro Tag. Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt. Alle Infos zu Irish Days gibt es in einer vierseitigen Broschüre zum Ausdrucken: Irish Days kompakt, August 2012 (PDF) | E-ReaderAnsicht Alle Infos und aktuelle Programmplanungen Homepage der Irish Days | Anfahrt und Parkplätze Anmeldung zur Session: Homepage der Session LEV  Ich hoffe, wir sehen uns! http://www.celtic-rock.de/2012/08/irish-days-lev-20 12

CDs und Platten The Tartan Hearts – Flags at half mast (2008) von cuba64 Zuerst die schlechte Nachricht: das Album „Flag ´s at half mast“ der kanadischen Band The Tartan Hearts ist komplett ausverkauft und die Band ist in den beiden Nachfolgeprojekten “Kids and Heroes” und “The White Wires” aufgegangen. Die gute Nachricht aber ist, dass man die Platte hier kostenlos runter laden kann. Und dass sollte jeder machen, der Bands wie Dropkick Murphys oder The Real McKenzies mag.

Denn bei den Tartan Hearts handelt es sich um eine gute Mischung aus Punk und Hardcore mit einer starken Betonung des Duddelsacks und das Hardcoreherz bekommt hier alles, was es begehrt. Zwölf Tracks zwischen Hymenen und Mitsingstücken, die in 35min. vorgetragen werden. Ja richtig! Zwölf Tracks in einer guten halben Stunde. Mit anderen Worten, hier wird eine Menge Druck erzeugt und die Lieder gehen alle nach vorne. Leadsänger Peter McLeod hat elf der Texte selbst geschrieben, was unter der Coverwut vieler Celticbands positiv auffällt. Harte Nummer mit melodischen Dudelsackeinsätzen und viel Tempo. 1. Masons Apron 2. Broken Bottles, Broken Strings 3. Amy Leigh

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CDs und Platten

4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Petty Crimes and Five Buck Wine Land Ho United Voice Fire the Pipes Piper’s Salute The Town that Died Ken

11. Dover Boys 12. Sailors www.celtic-rock.de/2012/08/the-tartan-hearts-flagsat-half-mast-2008

Dies und das FLOGGING MOLLY covern die Singer/Songwriter Institution Bob Dylan von daniels Endlich!!! Nach langem Warten feiert das von Flogging Molly gecoverte „The Times They Are A-Changin’“ nun auch in Deutschland seine Premiere. Für den Anfang 2012 erschienen Bob Dylan Tribut Sampler “Chimes Of Freedom”, der außerdem zu Ehren des 50. jährigen Engagements von Amensty International veröffentlicht wurde, haben die IrishFolk Punks FLOGGING MOLLY einen der populärsten Bob Dylan Songs beigesteuert. Der Song könnte tagesaktueller kaum sein. Im Hinblick auf die jüngsten Geschehnisse in Nordafrika – dem letztjährig aufkeimenden arabischen Frühling – aber auch bezüglich der Verurteilung der russischen feministen Punk-Band Pussy Riot beweist der Song selbst knapp 60 Jahre nach seiner Veröffentlichung immer noch eine unabdingbare Relevanz und Zeitlosigkeit. “The Times They Are A-Changin’” von Flogging Molly ist dabei nicht nur eine bloße Kopie des Songs, sondern wird in die klassischen Trademarks der Band eingebettet. Durch Arrangements wie Flöte, Akkordeon, Banjo und der treibenden Gitarre sowie der charismatischen Stimme Dave Kings bekommt der Song eine ganz neue, zwingendere Stimmung – ohne jedoch das Original zu verfremden. Flogging Molly sind nicht nur für ihr soziales Engagement mit Organisationen wie Oxfam bekannt, sondern gerade für ihre langjährige und enge Zusammenarbeit mit Amnesty International und reihen sich daher neben mehr als 70 anderen Künstlern auf dem Sampler ein, um weiter ein Zeichen als politisches Sprachrohr zu setzen.

Auf den anstehenden Terminen der aus Los Angeles stammenden Band wird es wieder einige Kooperationen mit Organisationen geben, die es gilt zu unterstützen. So werden Flogging Molly beispielsweise zusammen mit der Lebenshilfe auf dem Rock am See Festival mit einer Pfandsammelaktion mithelfen Spendengelder zu sammeln. FLOGGING MOLLY auf Tour: 24.08. CH – Winterthur – Musikfestwochen 31.08. AT – Wiesen – Two Days A Week 01.09. DE – Konstanz – Rock Am See Festival Wir nominieren The Times They Are A-Changin in den September Charts. www.celtic-rock.de/2012/08/flogging-molly-coverndie-singersongwriter-institution-bob-dylan

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Interna

Interna 5 Jahre Celtic Rock – Interview mit Daniel von kuec Da der Geburtsjahrgang auf allen Bannern zu sehen ist, lässt sich nicht verheimlichen, dass unser tapferes kleines Online-Magazin bereits 5 Jahre alt wird. So lange schon bieten wir den Mediengiganten die Stirn, leisten einen Beitrag zur internationalen Vernetzung der Musikszene unseres Genres und haben – tatsächlich – auch Spaß mit euch, den Bands und Fans. Der Start war im Sommer 2007, und wir legen die Feierlichkeiten praktischerweise mit den Irish Days in Leverkusen am 1./2. September zusammen. Wir dürfen vielleicht ein wenig stolz sein, ein innovatives, multimediales Magazin komplett ehrenamtlich über einen Zeitraum betrieben zu haben, der für das Computerzeitalter ziemlich lang ist. Unser Gründer und Webmaster stellt sich ungern in den Vordergrund. Es ist mir trotzdem gelungen, Daniel Hoffmann die Antwort auf ein paar Fragen zu entlocken, damit ihr euch ein besseres Bild von unserem Projekt machen könnt:

Ein paar Worte zu deinem beruflichen und musikalischen Hintergrund: Da fang ich mal mit dem musikalischen an. Mit 12 habe ich begonnen drei Jahre Klavier zu spielen. Das war eine Qual für den Lehrer und mich. Mit 19 habe ich mal kurz mit einem Akkordeon eine Affäre gehabt und in einer Theatergruppe gespielt, aber wie so oft mit den Liebschaften, war sie plötzlich zu Ende. Meine Jugend war geprägt von Udo Lindenberg, The Clash, The Cure, Joy Division, später Nirvana und Neil Young. Zwischendurch mal der Hype um Rave aus England Happy Mondays, Jesus Jones und dann hat mich die Hamburger Schule angefixt. Tocotronic höre ich heute noch gerne, mit denen bin ich wohl älter geworden. Die Pogues stießen Ende der 80er dazu. Irgendwann auf einem Bizarr-Festival, ich glaube in Gießen, habe ich mal Joe Strummer mit den Pogues gesehen, als Shane mal wieder nicht konnte, da war eine neue Liebe geboren, die bis heute hält. So richtig auf den Folk-Rock-Geschmack gekommen

bin ich aber erst 2003. Während eines Urlaubs in der Bretagne war ich auf dem Festival Interceltique de Lorient. In jedem Pub keltisch inspirierte Musik in allen Spielarten. Beruflich arbeite ich viel mit Computern, wen wundert es Neben Online-Redaktion mache ich Internetgestützte Fortbildungen. Nebenbei bin ich noch selbständig mit www.kulturmanagement-online.de Was hat dich bewogen, 2007 das Abenteuer celtic-rock.de zu beginnen? Eigentlich die pure Not. Facebook und konsorten gab es in der Verbreitung noch nicht und ich wollte nach Poyenberg auf das Festival. Die hatten zwar eine Seite, aber irgendwie dachte ich, das die Szene keine wirkliche Repräsentanz im Netz hat. Da habe ich mir einen Blog gebaut. Alleine machte das aber keinen Spaß und da habe ich geschrieben, das ich Mitstreiter/innen suche. Und dann wart ihr plötzlich da…

In Search of A Rose am 24.08.2012 An welche Höhen und Tiefen denkst du, wenn du mal zurückblickst? Am Anfang war ich ein bißchen naiv. Die Auseinandersetzung mit dem deutschen Recht hat mir einige graue Haare gebracht und gelehrt, dass nicht alles was technisch möglich auch legal ist. Das wurde

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immer wieder am Rand auch Gegenstand von Diskussionen im Redaktionsteam und führte zu einem Regelwerk, das bürokratisch war. Zum Glück ist bei den neuen Redakteuren heute ein stärkeres Bewusstsein für solche Themen da und einige der Regeln sind vom Tisch. Höhen gibt es jede Menge. Ziel sollte es sein, die Musik, die wir schätzen und lieben ein bisschen bekannter zu machen und daran arbeiten wir erfolgreich weiter. Jede Redakteurin auf seine/ihre Art. Ich bin immer traurig, wenn jemand wieder geht, aber es ist eine freiwillige Tätigkeit und ich weiß, dass sich Lebensumstände und Interessen verändern. Umso wichtiger ist es, dass wir viele sind und kein closed shop. Eine besondere Ehre ist es immer, wenn mir jemand nicht glaubt, dass das alles freiwillig und ohne Geld von außen funktioniert. Aber jeder von uns schießt natürlich privates Geld in sein Hobby und stiftet jede Menge Zeit. Solche Dienste wie laut.fm, die uns eine kostenlose Radistation ermöglichen sind da natürlich echte Glücksfälle gewesen. Der Niedergang von Myspace tut mir immer noch ein bisschen weh. Für mich war es besser als Facebook, wenn man die Verbreitungseffekte der Musik betrachtet. Damit muss ich erst noch warm werden oder den wirklichen Wert erkennen.

seberichte, Literatur, Skurilitäten, Hintergründe, Fotos, Mode, was weiß ich … Story Behind The Song und Instrumentenkunde waren echte Highlights. Wenn die „Zeit online“ in Ihrer WM-Berichterstattung den Artikel über The Fields Of Athenry auf celtic-rock.de verlinkt, ist das schon ein Ritterschlag! Vielleicht sind da draußen Leute, die für sowas einen faible haben, bitte meldet Euch!

Porträt Daniel Eine gute Internet-Fee gewährt dir 3 Wünsche… Ich hätte gerne einen Sponsor, der uns die Infrastrukturkosten zahlt um die Performance des Servers zu verbessern und einmal oder alle zwei Jahre eine Party für das Redaktionsteam ermöglicht. Schön wäre ein/e Autor/in, die uns den Weg in die bretonische Musikszene öffnet und französisch kann. Da gibt es soviel zu entdecken, dass noch passen würde. Und als letztes könnte die Fee uns noch drei weitere Wünsche geben, denn die Liste der Kleinigkeiten ist sehr lang … Bier oder Whiskey?

The Ceili Family In welche Richtung würdest du das Magazin gern weiterentwickeln? Das Magazin wird von denen entwickelt und getragen, die sich engagieren. So soll es sein. Ich fände es persönlich gut, wenn wir wieder mehr Lifestyle reinkriegten und den Schwerpunkt nicht so sehr auf das Besprechen von CDs legen würden. Also mehr Rei-

Bier für den Durst und Whiskey für besondere Stunden! Falls ihr uns gratulieren möchtet: sendet ein Foto einer Geburtstagstorte oder einen anderen kreativen Glückwunsch – die Ceili Family macht‘s vor. Als Dank für die witzigsten Einsendungen gibt es eine kleine Überraschung. www.celtic-rock.de/2012/08/5-jahre-celtic-rock-inter view-mit-daniel

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CDs und Platten

CDs und Platten Sliotar – Fine Friends (2012) von Folkaholix Seit 16 Jahren touren Sliotar durch die Gestade des folkloristischen Schaffens. Was mit einem Pub-Auftritt in Dublin auf Anfrage begann, nennt sich heute eine musikalische Institution – Sliotar. Ebendiese verweilt nicht nur in heimischen Gestaden, sondern gilt als genre-gestanden und europabereisend. Mit “Fine Friends” legt das Trio nun seinen fünften Silberling vor und rekurriert mit dem Titel auf die Grundlage allen dauerhaften, gemeinsamen Schaffens. Symptomatisch für das Album eröffnet Stick the Kettle On. Nebst Schlagzeug, das bedauerlicher Weise über die volle Dauer der elf Titel schlecht gemischt ist, erklingen unterschiedliche Gitarren in clean- und angezerrtem Sounds. Als melodietragend und BandCharakteristikum treten unterschiedlichste Formen von Dudelsack, Whistles und Flöten auf den Plan. Auch hier erweist sich die Studioproduktion bedauerlicher Weise als defizitär. Insbesondere der Dudelsack, der für seine schwere Stimmbarkeit bekannt ist, liegt bei jedem Titel des Albums ein My neben der Stimmung der Gitarre. Warum die Band zugunsten eines reinen Zusammenklingens nicht auf die 440Herz-Militanz der Gitarre verzichtet und sich den Flötensounds angepasst hat, bleibt unklar. Erstaunlich ist auch, dass die Band auf den sonst eher selten eingesparten Bass verzichtet. Dafür holt man sich, so man Youtube und Facebook-Fotografien vertrauen kann, gastmusische Unterstützung auf das künstlerische Deck. All To Real wird durch die ansehnliche Vokalleistung des Trios unterstützt. Der bisweilen nuschelnde Gesangsduktus in den Strophen gereicht insbesondere Freunden der sparsam, funktionalen Aussprache – wie mir – zur Satisfaktion. Der Chorus weist sich trotz Mehrstimmigkeit als quasi-logopädisches Novum aus und wird durch hallende Pipes in die Erinnerung fernwehsüchtelnder Highlands projiziert. Ein Hoch auf den Luftsack, der das Nebeneinander der Stimmgewalt und Bagpipes-Klänge erst ermöglicht. Instrumental- und Vokaltitel wechseln sich beständig ab. Wer von der leichten Dissonanz abstrahieren kann, dem dürfte die virtuose Fingerfertigkeit an den Flöten höchste Freuden bereiten. Wem es jedoch

nicht gelingt, wird die Frage nach der unpassenden Stimmung über die Länge des Silberlings beschäftigen. Live verträgt sich dies, aufgrund optischer Verschleierung, wie im Folgenden zu sehen, viel besser: May Morning Dew ist eine Sologesangsstück, das ein wenig mehr Hall vertragen hätte können. Live werden Stimmschwankungen und vokale Ungereimtheiten eher verziehen als bei einer Studioproduktion. Da die Band intensiv Youtube-Tagebuch führt, ist einzusehen, wie es zu den angesprochenen Mängeln kommen konnte: Take It As It Is ist der Ruhepol des Albums und spielt die Stärken Sliotars gezielt aus. Ein beständiges Schlagzeug, eine angemessene und sparsame Gitarre, gelungener Gesang und partielle Mehrstimmigkeit und der Einsatz von sehnsuchtsvollen Bagpipes-Sounds. Dass ebendiese auch zu fingertechnischer Virtuosität auflaufen kann, beweisen die Instrumentalstücke, wie auch Whiskey In The Sauna. Insgesamt also ein Album, das alljene erfreuen dürfte, die auf flöten- und dudelsacklastige Instrumentalmusik stehen und gern etwas im Hintergrund zu laufen haben.

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CDs und Platten

8. 9. 10. 11.

Trackliste

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

Stick The Kettle On All Too Real All Around Lough Gill May Morning Dew One Chance Rays Heel Rock-A-Bye Baby

Tinkering On The Bridge Take It As It Is Whiskey In The Sauna Fine Friends

www.celtic-rock.de/2012/08/sliotar-fine-friends-201 2

Konzertberichte Irish Folk Festival Volmarstein 2012 Fr. 24.08. von kuec Bei der Durchsicht der Fotos fällt die große Zahl lächelnder Gesichter auf. Ten Pints After und In Search of A Rose bestritten einen gut besuchten, entspannten Eröffnungsabend auf dem Festivalplatz unter der Burgruine. Auch die einsetzenden Schauer konnten die Stimmung nicht nachhaltig trüben. Ten Pints After kommt dem ziemlich nah, was die Iren eine Ballad Group nennen: eine Gruppe von Sängern (männlich!), die sich im Stil der Dubliners und der Clancy Brothers dem bekannten und beliebten Kneipen – Liedgut widmet. Damit waren sie für den Auftakt gerade richtig, obwohl es nicht so einfach ist, open air eine Pub -Atmosphäre zu erzeugen. Paddy, Jörn und Andy können sich als Solosänger mit jeweils eigenem Stil hören lassen; Bassist Det war für die Ansagen mit Ruhrgebiets-Humor zuständig. Trotz  stimmiger Arrangements der Zupfinstrumente + Bodhran wäre eine zusätzliche Geige oder Whistle nicht schlecht gewesen. Mit ruhigen Titeln (The Town I loved so well), aber auch schottischen Hits (The Bonnie Lass o‘ Fifie) konnten sie ihre Stärken ausspielen. Mit Beginn des Sets von In Search of A Rose fielen die ersten Regentropfen. Trotzdem gelang es der Band sofort, einen guten Kontakt zum Publikum herzustellen und Leute vor die Bühne  zu ziehen. In solchen Momenten sind 20 Jahre Bühnenerfahrung nützlich, die sich aber auch in gutem Zusammenspiel  zeigten. ISOAR bewiesen seit jeher eigenen Stil, auch wenn sie gegenüber dem letzten von mir erlebten Auftritt vor ein paar Jahren etwas „gesetzter“ geworden sind. Der Spaß, den die Sieben auf der Bühne hatten, übertrug sich. Die Mischung aus Covers und eigenen Songs stimmte und verleitete zu tanz-ähnli-

chen rhythmischen Bewegungen im Publikum. R e b e l To w n , Brendan’s Blessing, London Days kamen besonders gut rüber. Neben der sehr versierten Geigerin trat Gastflötist Jens als Verstärkung auf und setzte weitere Highlights. Selten hört man zwei so hochklassige Tunes-Spieler, die eine Zierde jeder trad.-Session wären,  in einem Rock-Rahmen. Die Band ist mit wechselnden Gitarristen/Bassisten  auch in der Rhythmussektion stark, nahm sich aber zurück. In den Solopassagen der Reel-Sets konnte man  das gegenseitige Anheizen  mitverfolgen. Bei stärker werdendem Regen wuchs unter Schirmen und Zeltdächern das Zusammengehörigkeitsgefühl. Das Publikum hielt großenteils bis zum Schluss um Elf durch. Kompliment! Fotos: Marc www.celtic-rock.de/2012/08/irish-folk-festival-volma rstein-2012-fr-24-08

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Konzertberichte

Irish Folk Festival Volmarstein 2012 Sa. 25.08. von kuec Der Samstag stand im Zeichen von „ Mr. Caledonia“ Dougie MacLean. Der gegenwärtig erfolgreichste schottische Liedermacher trat zum ersten Mal seit rund dreißig Jahren wieder in Deutschland auf – immer noch überzeugend. Aber auch das übrige Programm konnte sich sehen und hören lassen. Nachmittags um Vier ließen sich bereits eine Menge Leute, auf Strohballen sitzend, von der Sonne bescheinen. Diesmal blieb es zum Glück den ganzen Tag trocken, was manchen Stress ersparte. Die   O’Reilly’s, die vor zwei Jahren spontan ins Programm aufgenommen waren, gingen diesmal als Trio mit Geigerin Jessica auf die Bühne. Das kurze Set wurde freundlich aufgenommen. Vielleicht rücken sie ja beim nächsten Mal weiter auf. Ein erstes Highlight war für mich der Auftritt von Nua, vor wenigen Jahrenvon einigen Spitzenkräften der deutschen Session-Szene gebildet. Als neueGeigerin ist über familiäre Beziehungen Catriona Price von den Orkney – Inseln dazu gestoßen. Der Schwerpunkt lag auf den beeindruckenden Tunesets, von Flute und Fiddle getragen und von Bouzouki und Bodhran kongenial unterstützt. Auch die fein arrangierten, oft zweistimmigen Songs überzeugten. Auf die anstehende neue CD darf man gespannt sein. Auch die Brendan McCreanor-Band ist international besetzt: Brendan, der irische Piper, traf auf einem Festival in Spanien Fiona, die Fiddlerin aus Schottland. Sie brachte Duo-Partner Steve (Gitarre) mit. Fetzige Tunes auch hvon diesem Trio, wobei der Namensgeber sich nebenher als exzellenter WhistleSpieler hervortat. Die Drei haben einige internationale Festivals bestritten und ließen aufhorchen.  Gegenüber dem breiteren Sound der größeren Bands waren sie etwas im Nachteil. 20 Stunden Autofahrt hatten Irish Rose hinter sich, die aus der Slowakei angereist waren und sich sehr über die Einladung gefreut hatten. Programmgestalter Keith Bailey hatte sie im Internet entdeckt und fügte mit ihnen einen interessanten Farbtupfer hinzu. Sängerin Eva überzeugte mit einer großen Stimme. Die Band hat ihren ganz eigenen Stil entwickelt, den neben irisch-schottischen Vorbildern Pop, Klassik und wohl auch osteuropäische Musik geprägt haben.

Einige Songs u n d Tu n e s s i n d i n z w ischen selbst g eschrieben. Auch vertrautes Material bekam eine g a n z u n g ew o h n t e Klangfärbung. Irish Rose haben eine CD produziert, die wir demnächst vorstellen werden. Full Set aus Irland haben Großes vor. Die junge Band flog nach der Deutschland-Premiere weiter in die USA. Die Besetzung: Fiddle, Akkordeon, Gitarre, Pipes, Bodhran, Flute und Gesang. Die vier Herren und zwei Damen beherrschen ihre Instrumente auf ’s Beste, legten richtig los und hatten Spaß dabei. Der Festplatz füllte sich am frühen Abend weiter gefüllt und Full Set passten mit ihrem unbekümmerten, temporeichen Spiel gut zur relaxten Stimmung. Der Frontmann hatte eine super Marketing-Idee: er könne doch das Publikum mit seinem Handy aufnehmen und jeder solle sich dann bei Facebook auf dem Bild markieren. (Gut, dass ich zu weit an der Seite stand.) Das Festival-Publikum, meist etwas faul, was das Fordern von Zugaben betrifft, ging aus sich heraus und verlangte lautstark nach mehr. Wehmutstropfen war für mich das Fehlen von Überraschungen in Songauswahl oder Abfolge des Auftritts. Mit der Zeit werden Full Set sicher noch an persönlichem Profil gewinnen. Und das nicht nur bei Facebook… Ein Liedermacher, allein mit seiner Gitarre, am Samstagabend auf einem Festival? Es hatte im Vorfeld durchaus Bedenken gegeben, ob das funktionieren würde. Keith Bailey hatte mehrere Jahre gebraucht, um den Schotten für diesen Festivalauftritt zu gewinnen, und es war gut, dass er nicht locker gelassen hat. Viele Festivalbesucher waren aus größerer Entfernung angereist, um jenen Musiker zu erleben, der einst als Fiddler der Tannahill Weavers herüber kam, in den Siebzigern viel Zeit  in Deutschland verbrachte und die “heimliche schottische Nationalhymne”

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Konzertberichte

schrieb. Dougie MacLean, 38 Jahre Bühnenerfahrung, traf mit Natürlichkeit und Humor sofort den richtigen Ton. Die Kulisse mit der angestrahlten Burgruine gefiel ihm sehr, und der helle Halbmond gab dem Platz eine eigene Atmosphäre. Im Interview vor seinem Auftritt zeigte er sich als freundlicher, aufgeschlossener Gesprächspartner. Dougie singt gern, und er bringt gern andere zum Singen, ist aber auch ein achtbarer Gitarrist. Er verwendete eine ganze Menge Zeit darauf, Refrains vor dem Song einzuüben, wobei er bewusst langsam sprach. Bei Feel so Near klappte das Mitsingen recht gut, was mit dem vielfachen Lob „fantastic“ quittiert wurde. Der Mann aus Perthshire hat eine warme, markante Stimme, der man gerne zuhört. Die großen Hits fehlten nicht, wobei mir Ready for the Storm besonders gefiel. Caledonia, in Stadien, bei Hochzeiten und Beerdigungen in Schottland gleichermaßen populär, nannte er „the lovable monster“. Er ist den Song immer noch nicht leid, und die Aufmerksamkeit war ihm gewiss. Allein dass die Lieder im gleichen ruhigen Tempo dahinflossen, war ein Nachteil. Politisches liegt Dougie, wenn man vom Thema Umwelt absieht, nicht so. Er versteht es menschliche Erfahrungen so zu formulieren, dass man sich in den Texten wiederentdeckt und vielleicht auch Trost findet. You can fall, but you must not lie down, anders gesagt: „Immer wieder aufstehn“ war denn auch die Botschaft seines letzten Liedes.

Ein gelungener Schlusspunkt unter einem tollen Festival. Dem Dank an die 120 freiwilligen Helfer aus den Volmarsteiner Vereinen mochte man sich gern anschließen. Auch der durchweg gute Sound an beiden Tagen soll an dieser Stelle hervorgehoben werden. Für’s leibliche Wohl war mit guter Auswahl und eingespielten Abläufen gesorgt. Einziger Kritikpunkt: die Toiletten. Mit dem Aufhängen einer GlühbirnenKette über den Dixi-Häuschen war das Problem nicht wirklich gelöst. Statt jener gibt’s heute andere mobile Lösungen. Der Getränkeverzehr unter der weiblichen Besucherschaft würde dadurch möglicherweise deutlich ansteigen Auch ein Behinderten-WC sollte man für 2014 einplanen. Volmarstein bleibt das Festival, das ich meinen Bekannten immer wieder und seit nunmehr 10 Jahren empfehle. Leider noch zwei Jahre bis zum nächsten Mal… komplette Fotodokumentation von 9 Stunden Programm: Marc “Nachtarbeit – kein Problem” Dobrick

Sehr passend zogen nach seinem Set die 1st Sauerland Pipes and Drums auf, um das schottische Flair noch etwas weiter über dem Burghügel schweben zu lassen. Wer nun nach Hause gegangen wäre, hätte einen Fehler gemacht, denn es folgten noch die überaus unterhaltsamen Bachelor’s Walk. Den älteren Herren macht an instrumentaler Kompetenz kein Jüngerer etwas vor, und der Gesamtsound mit E-Bass ist rund und eingängig. Die Schlagfertigkeit von Mick Davis und das fulminante Whistle-Solo von Brian O’Connor hätte man sich nicht entgehen lassen sollen. Sänger Jim steuerte einige fein arrangierte Lieder aus dem Christy-Moore-Repertoire bei, und die Polkas gingen noch einmal in die Beine.

www.celtic-rock.de/2012/08/irish-festival-volmarstei n-2012-sa-25-08

Die Abschlussmusik war ebenfalls von Dougie MacLean geschrieben und wurde gegen Eins im Fackelschein zelebriert: The Gael, Filmmusik und beliebte Dudelsack-Hymne.

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Konzertberichte

Fotoimpressionen Irish Folk Festival Volmarstein 24/25.08

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CDs und Platten

CDs und Platten The Band From Rockall (2012) von shutupanddance Runrig in neuem Gewand? Die beiden Brüder Calum und Rory Macdonald, Gründer von Runrig, ließen sich im Songwriting schon immer von ihrer Heimat inspirieren – so auch bei ihrer neuen Platte, “The Band From Rockall”, dem Soloprojekt von dem die Beiden so lange träumten. Ohne großen Pomp fangen sie die Seele des Landes, das Rauschen des Windes und des Meeres ein. Die Lieder sind warm, authentisch, sie malen Bilder der schottischen Highlands – und vor allem wecken sie das Fernweh. Ich musste mich richtig zusammennehmen, um nicht gleich ins nächste Reisebüro zu fahren um eine Schottlandreise zu planen. Zurück zur Platte: Ein wenig poppiger als man es von Runrig gewohnt ist kommt „The Band From Rockall“ daher, und doch bringt die Platte das „Runrig-Feeling“ gut rüber. Es gibt schottischen Folk, teils sogar gälisch gesungen mit hörbar rockigen Einflüssen. Genau so und nicht anders war dieses Album auch geplant, wie man schon am Titel ableiten kann: Der Fels Rockall im Atlantik ist der nächste Punkt zwischen Schottland (300 Meilen zur schottischen Küste) und Amerika, der keltischen Legende zufolge entstand der Felsen, als ein Riese einen Kieselstein in den Atlantik warf.

Die Lieder klingen teils lebensfroh, teils melancholisch, sie laden zum Träumen ein. Was die beiden Brüder mit ihrem Soloprojekt hier geschaffen haben, ist schlichtweg schöne Musik, vom textlichen ebenso

wie vom klanglichen. Man hört: Die musikalische Symbiose Amerika-Schottland funktioniert einwandfrei, zumindest für die nächsten 55 Minuten. Allerdings nicht zu empfehlen, wenn keine Aussicht auf baldigen Urlaub besteht. Trackliste

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12.

The Band from Rockall Luaidh There’s a Chain One Way Ticket The Days Mairi Bhàn Eval When I Walk Among the Hills Am Bàrd Deireannach Nighean Òg Nan Sùilean Ciùin For the Love of Alison Into The Aurora

www.celtic-rock.de/2012/08/the-band-from-rockall2012

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Feature

Feature Levellers Fotowettbewerb und Gewinnspiel zu My Forgotten Town von frakru Nachdem die Tour der Levellers im Frühjahr wegen einer Hand-OP von Fiddle-Spieler Jon Sevink verlegt werden musste, nun die weitaus schöneren Nachrichten von der Band aus Brighton: Die Levellers spielen die Nachholkonzerte im Oktober, es sind noch etliche weitere Termine dazugekommen, und mit „Static On The Airwaves“ ist auch noch die neue Platte mit im Gepäck. Darauf beweist das Kollektiv, dass es immer noch eine der führenden Folkrock- und Folkpunk-Institutionen sind. Und obwohl die Welt natürlich immer schlechter wird, haben die überzeugten Linken und Kapitalismuskritiker auch in Zeiten der Finanzkrise eine Antwort parat: „In jedem einzelnen Song gibt es ein Element, das uns hoffen lässt“, erzählt Sänger Mark Chadwick vom Album, „es geht um Menschen, die unter ganz unterschiedlichen Umständen leben und leiden. Aber in jeder Situation gibt es auch ein Gutes. In jeder Situation steckt auch Hoffnung. Das wollen wir den Menschen sagen, das sollen sie spüren.“ Die ganze Platte klingt so wie ein Auftritt: druckvoll, dynamisch und spontan. Und live sind die Jungs ohnehin am Besten. Dass kann jeder bestätigen, der die Band in ihrer langen Karriere schon einmal auf der Bühne gesehen hat. Denn wie schon erwähnt: Die Levellers sind eine Institution!  Gewinnspiel: Zu gewinnen gibt es 1. Preis 2 Karten 2.-4. Preis  1 T Shirt 5. 1 CD Sendet uns ein Foto zum Thema “My Forgotten Town” an termine@celtic-rock.de.(Nicht größer als 4 MB). An der Verlosung nehmen alle Teil, die ein Bild abgesendet haben. Die besten Fotos werden wir hier auf celtic-rock.de präsentieren. Da auch wir uns absichern müssen, gilt folgendes: Mit der Einsendung Deines Fotos räumst Du uns für celtic-rock.de und diese Aktion ein Nutzungsrecht Deines Fotos, welches natürlich bei dir liegen muss, ein.  Der Rechtsweg ist ausgeschlossen! Einsendeschluss ist der 15.09.2012. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

www.celtic-rock.de/2012/08/levellers-fotowettbewerb-und-gewinnspiel-zu-my-forgotten-town

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Konzerte und Festivals

Konzerte und Festivals Bericht – 2. Irish Night ~ Pinnow bei Schwerin von JensP Es war ein durchweg gelungener Abend und man hat seine Versprechen gehalten. Am Dorfrand von Pinnow, schon fast mitten in der Natur, verlebte man einen schönen Abend. Wald, Wiesen und ein See waren zu sehen, wenn man sich auf der Anhebung drehte. Eine tolle Location hat man sich da ausgesucht, Mecklenburg in seiner Schönheit. Der Wettergott hat dem Abend auch seinen Segen gegeben! Kurz vor Beginn der Veranstaltung kam ein ganz kleiner Regenschauer und danach wechselten sich Wolken und Sonne ab, kein Tropfen fiel mehr. Als die Sterne am Himmel funkelten, war nicht mal mehr eine Wolke zu sehen. Nun aber zur Veranstaltung. Durch eine kleine Ansprache von Pastor Ogilvie und Bürgermeister Zapf wurde der Abend eröffnet. Dann ging es auch schon los mit der Musik! Die erste Band, die auf der Bühne stand, waren Spirit Level. Drei Nationalitäten vereinen die Band. Ein Ire, ein Amerikaner und ein Deutscher spielen in der Band. Sie spielten ihre ganze Bandbreite an Folkmusik aus und dazu gesellte sich auch ein wenig Bluegrass. Spirit Level haben eine tolle Performance auf der Bühne gemacht. Von eigenen Stücken bis zu bekannten Liedern haben sie alles gespielt und so das Publikum begeistert. Das ging von Banjo Duell  bis Leaving of Liverpool. Das verehrte Publikum war begeistert, hat auch bei einigen Liedern leise mitgesummt und gesungen. Jeder der drei Musiker spielte verschiedene Instrumente und man konnte sich davon überzeugen, dass sie die Instrumente auch beherrschen und verschiedene Klangbilder erzeugten. Es war ein schönes Zusammenspiel von Musik und Gesang. Nach ca. einer Stunde Spielkunst folgte eine kurze Pause, die aber schnell verging. Nach der Pause konnte man noch mal eine gute Stunde sich an der Musik von Spirit Level erfreuen. Die Ersten begannen an zu tanzen. Ein gelungener Auftritt der Band und Vollblutmusiker! Nach kurzem Umbau auf der Bühne standen dann Glenfiddle auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Sie haben dann auch schnell das Publikum auf ihrer Seite gehabt. Schnell haben sich tanzwütige vor der

Bühne eingefunden und sich tänzerisch ausgetobt. Glenfiddle, eine Celtic-Rock-Band der sanften Art, sagen sie von sich selber! Genau das haben sie dann auch auf der Bühne spielerisch gezeigt und dem Publikum zu Gehör gebracht. Viele traditionelle Lieder waren zu hören, genau so wie eigene Lieder. Eine große Vielfalt an Instrumenten war zu hören, vor allem verschiedenste Arten von Flöten. Die Musik der Flöte durchzog die meisten Lieder, was sich auch immer harmonisch mit den anderen Instrumenten anhörte. Die Musik, die Glenfiddle auf der Bühne spielte, war nicht so verstaubt, althergebracht und schon hundert Mal gehört. Sie haben ihren Stil und mit diesem Stil spielten sie auch die traditionellen Lieder. Frisch, frech und fröhlich kam die Musik von der Bühne. Das ging von melodischer Musik, bis zum rockigen Titel. Genau wie Spirit Level sind es Vollblutmusiker, die es verstehen ihr Instrument zu spielen. Ob man ein Schlagzeugsolo, E-Gitarrensolo, Geigensolo, Mandolinensolo, oder Flötensolo hörte, man war begeistert. Das erste Lied, was sie spielten, war Lord of the Dance und die Leute tanzten. Was mir aufgefallen war, dass es einen kleinen Liebling auf

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Konzerte und Festivals

der Bühne gab und das war der Gitarrist Andreas Petalas. Immer wenn er ein E-Gitarrensolo spielte, waren schnell Musikbegeisterte an der Bühne, die die gleiche Haarpracht trugen. Auch ihr Konzert war durch eine kleine Pause unterbrochen. Glenfiddle haben das Publikum durchweg begeistert. Leider kann ich hier nur ein offizielles Video einfügen. Das Lied wurde auch beim Konzert gespielt. Den Organisatoren der Veranstaltung auch noch von mir ein großes Dankeschön für den tollen Abend! Eine tolle Zusammenarbeit von Kirchgemeinde, Gemeinde Pinnow und Feuerwehr. Eine Gemeinschaft, die allen Gästen einen tollen Abend bereitet hat. Wo alle an einem Strang gezogen haben und etwas ganz tolles auf die “Beine” gestellt haben. Mein Applaus dafür! Leider waren dieses Jahr weniger da, als im letzten Jahr und die, die nicht da waren, haben was verpasst. Rund um die Musik wurde viel geboten. Es gab die verschiedensten Möglichkeiten was zu trinken und zu essen. Von frisch geräuchertem Fisch, Kassler mit Sauerkraut, Bratwurst, verschiedensten Varianten von

Crêpe, Gulasch, bis zum edlen irischen Whiskey für den guten Zweck, Guinness, Caipi, Bier und Softdrink konnte man seinen Gaumen erfreuen. Kaffee, für die müden Geister gab es auch, obwohl ich keine Müdigkeit aufkommen sah. Viele blieben bis zum Schluss, obwohl es doch recht kühl wurde, wurde bis zur letzten Minute gefeiert. Es waren genügend Stände vorhanden, wo man durchgehend nett und freundlich bedient wurde. Man hatte wenig, kaum, oder keine Wartezeit und seine Wünsche wurden einem schnell erfüllt. Die Preise waren auch absolut in Ordnung. Es war für mich ein sehr schöner Abend, tolle Musik, tolle  Stimmung und tolle Atmosphäre. Ich werde nächstes Jahr wieder dabei sein! Kirchgemeinde Pinnow www.pinnow-mv.de www.celtic-rock.de/2012/08/bericht-2-irish-night-pi nnow-bei-schwerin-2

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CDs und Platten

CDs und Platten The Borderers – Tales of Love & Loss + Rise Up! (2011) von Folkaholix “Tales of Love & Loss” eröffnet mit You’re My World, das eher einem Spiritual denn dem intuitiven Verständnis von Celtic-Music entspricht. Stilistisch unfestgelegt setzen sich beide Silberlinge fort. Die Hauptgesichter der Band stellen Alex (Gesang) und Jim (Gesang, Gitarre, Keyboard, Mandoline, usw.) dar. Beide setzen mit dem Doppelalbum eine künstlerische Erinnerung. Diese gilt zum einen der Mutter von Jim, die 2011 verstarb, vor allem aber ihrem Sohn Rowan, der im Jahre 2010 “den Kampf gegen seine Depression verlor”. Ihm ist eine Seite des Covers gewidmet und hinterlässt schon vor dem Hören einen melancholischen Beigeschmack. Dies im Hinterkopf, eröffnet You’re My World erstaunlich optimistisch und weist die Verarbeitung der zu Erinnernden als Prozess des leid- aber auch freudvollen Zurückholens aus. Die Liste der Gastmusiker füllt eine weitere Seite und lässt, ob Anzahl und Umfang der Mitwirkenden und Instrumente, innehalten. Über drei Dutzend Mitwirkende sind aufgeführt, was auf einen ebenso erstaunlichen Umfang der Instrumentation schließen lässt. So erklingen nebst virtuoser Vielstimmigkeiten und den bereits genannten Instrumenten auch unterschiedliche Bässe, Geigen, Piano, Akkordeon, Harmonika, Klarinette, Saxophon, Banjo, Trompete und viele mehr. Folglich entfalten beide Alben ein schier unfassbares Spektrum an klanglicher Vielfalt. Light On A Hill wird durch ein getragenes Piano und Synthesizer-Sounds eröffnet. Beinahe flüsternd schleicht sich die Stimme Alex‘ ein, die sich vielerorts zu fulminanter Gewalt entfaltet. Hinzu kommt die warme Klangvibration einer Orgel und eines synthetischen Chores. Nach einem Tonartwechsel stimmt sich auch ein Dudelsack in das musikalische Geschehen ein und umspielt den bis dato zu einem imposanten Chor angewachsenen Gesang, übernimmt nach einem Break im Alleingang die Melodie und führt den Titel zu einem angemessenen Abschluss. Jesus By My Side erinnert eher an einen illustren amerikanischen Gottesdienst. Das eingespielte Händeklatschen trägt den voluminösen Gesang, der sich hier in komplett anderer Gewandung zeigt als noch beim

vorherigen Titel. Kraftvoll bricht er sich seine solistische Bahn. Im Hintergrund ertönt eine Tuba und trägt die Klavierimprovisation durch die imaginierten Kirchenhallen. Rowan’s Theme eröffnet nach dem illustren Treiben mit einem leidenschaftlich und intendiert dissonantem Geigenspiel. Warm wird das Motiv von einem Horn übernommen, indes das seichte Gitarren-Picking durch Synthesizer-Sound unterstützt wird. Es entwickelt sich ein Wechselspielt der Instrumente, denn indes die Mandoline ein Motiv wieder aufgreift, das Horn im Hintergrund weiterhin unisono unterstützt, schwingt sich die Geige im Folgenden zu freieren Gestaden auf. Lautmalerisch-sphärischer Gesang komplettiert den Gesamtduktus bevor sich alle Instrumente zu harmonischer Gleichzeitigkeit aufmachen. Immer wieder wird der intuitive Melodieverlauf von quasi-dissonanten Tönen unterbrochen. Und ebenso unerwartet endet das Stück ohne abschließenden Akkord – ein Thema, das ihrem Sohn gewidmet ist. “Rise Up!” eröffnet mit Alex’ Aufforderung, die Gläser endlich gen Himmel zu recken und so auf den Titel Oi, Oi, Oi! We’re Going Down the Pub einzustim-

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CDs und Platten

men. Im Hintergrund ertönt ein tanz- und trinkwütiges Publikum. Der Kehrreim des Liedes entspricht dem Titel und gemäß dem Motto “nomen est omen” werden nun illustre Töne angeschlagen. Ein Titel aus dem Bilderbuch: Der Bass walked durch den folkloristischen Duktus, das Publikum feiert und der Spielund Improvisationsfreude sind keine Grenzen gesetzt. Im Folgenden erklingt Tell Me Ma / Africa und weist das musische Duo und seine Gastmusiker als außergewöhnlich vielfältig aus. Nach einer Tell-Me-MaStrophe folgt ein Gesangspart Jims, der insbesondere durch die Percussion an Afrika erinnert. In Folge durchdringen sich die Motive und so wird ein buntes Potpourri unterschiedlichster Stile. Der Folgetitel erklingt in Balkan-Off-Beat-Manier und wird maßgeblich vom Bläsersatz durch Trompete und Posaune getragen. Wahnsinn, was für eine stilistische Vielfalt hier an den Tag gelegt wird. Trotz permanenter weltmusischer Umorientierung wird der Gesamtstil nicht konterkariert. Es erklingen Dudelsack und Akkordeon in wohlfeiler Harmonie mit einer Brassband. Dass dieser Mix zwangsläufig in die Beine gehen muss, beweist das folgende Video (auch wenn die Aufnahmequalität eher defizitärer Natur ist): Zwischen Country, Bluegrass, Irish Folk, Polka, Spirituals, skaesken Zügen, Weltmusik und einem individuellen Allerlei zaubern The Borderers eine Mischung, die es in sich hat. Zu jeder Zeit überzeugt diese Mischung und lässt sich jedoch nie einwandfrei verorten. Wer also wenig mit musischem Purismus zu tun haben will, auf virtuoses Musikhandwerk steht und dennoch immer wieder vom Einbruch des Unerwarteten überrascht werden will, muss von dieser Produktion in den Bann gezogen werden. Vielfalt und musischer Multikulturalismus vom Feinsten.  

Trackliste – Tales of Love & Loss

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

You’re My World Love Them While You Can Light On A Hill Jesus By My Side Changing Fortunes Rowan’s Theme One In A Million My Father’s Love The Meaning of Life Danny Boy

Trackliste – Rise Up!

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Oi, Oi, Oi! We’re Going Down the Pub Tell Me Ma / Africa St. Antonin Gimme That Rhythm Finding Your Own Way Temptation I’m A Work In Progress Rise Up! Sober Ye Canny Shove Her Granny Aff the Bus

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Instrumentenkunde

Instrumentenkunde Bouzouki ~ Instrumentenkunde Teil 8 von celtic-rock Die rasanteste Karriere unter den Irish – Folk – Instrumenten hat wohl die Bouzouki gemacht. Sie wird von Peter Hankiewicz vorgestellt: Meine erste Bouzouki hat mir einfach gut gefallen als ich sie im Laden hängen sah. Außerdem wollte ich mich von all den gitarrespielenden Sängern abheben, die man überall sah. Im Laufe der Jahre erschloss sich mir dann, langsam aber sicher, der folgend beschriebene „philosophische Unterbau“.

1. Warum Bouzouki? Es gibt wohl kaum ein Saiteninstrument, dass sich so harmonisch in die Klangfarbe des Irish Folk einfügt wie die Bouzouki. Bedingt durch ihre Stimmung (meist GDAD, aber auch ADAD) bieten sich automatisch Akkorde an, die häufig den Tonarten der Lieder und Instrumentalstücke des traditionellen irischen Folks entsprechen. (Notenleser würden nun wohl länger über modale Tonarten, z.B. mixolydisch schwafeln) Die meisten Akkorde sind recht einfach zu greifen, da häufig ein oder zwei Leerseiten mitklingen sollten um den unverwechselbaren „Drone-Sound“ zu erzeugen. Für Jedermann, der etwas Gitarre spielt und die Benutzung eines Kapodasters beherrscht, erschließen sich die Grundzüge des Bouzouki-Spiels fast von selbst. Wer bereits Mandoline oder Tenorbanjo spielt, kann natürlich auch die geläufige GDAE Stimmung beibehalten und den Großteil seines Repertoires einfach übertragen. Ein weiterer unschlagbarer Vorteil ist die Tatsache, dass sich die Bouzouki sowohl als Begleit-, als auch als Soloinstrument einsetzen lässt. Insbesondere Sän-

gern, die sich selbst begleiten, gibt das die Möglichkeit zu kleinen Zwischenspielen oder Verzierungen, die auf der Gitarre deutlich schwieriger zu realisieren wären. 2. Worauf sollten Einsteiger achten? Hier wird es schwierig. Bei Online-Auktionshäusern und großen Internet Music-Shops gibt es bereits Einsteigermodelle zwischen 200 € und 500 €. Dann kommt lange Nichts! Richtig gute Instrumente bekommt man, meist handgefertigt in kleiner Stückzahl, erst ab etwa 1500 bis 2000 €. Auf keinen Fall solltet ihr euch eines dieser osteuropäischen Schnäppchen für etwa 200 € im Internet ersteigern. Es kann kein Zufall sein, dass auf den Auktionsfotos niemals der Firmenname zu sehen ist. Dann könnte ja jeder auf eigene Faust den Einkaufspreis herausfinden, und zu diesem ist einfach kein brauchbares Instrument zu bauen, nicht mal in Rumänien… Auch vom Kauf einer griechischen Bouzouki würde ich abraten. Für den Einsatz im Folk-(Rock) müsste

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man recht dicke Saiten mit erheblicher Spannung aufziehen. Das hält jedoch der Hals dieser Instrumente nicht lange aus. Bleiben also nur Einsteigermodelle in der Preisklasse um 500 €. Ich empfehle euch diese im Musikgeschäft eures Vertrauens auszuprobieren. Da trotz der vielen verschiedenen Firmennamen fast alle diese Instrumente aus einer Fabrik in Korea stammen, lohnt sich unbedingt der Vergleich im Internet. Kleiner Tipp: Das englische Pfund steht zur Zeit sehr gut! Eine Diskussion zum Thema findet ihr auch unter: http://www.thesession.org/discussions/display/1067 4

3. Wo bekommt man Hilfe? Die wenigsten Anfänger werden das Glück haben, in ihrer Nähe einen guten und bezahlbaren Bouzoukilehrer zu finden. Trotzdem bietet das Internet eine Fülle von Informationen. Wer dann noch in ein oder zwei Bücher investiert, sollte für den Anfang ausreichend ausgestattet sein. Zunächst einmal braucht ihr sicherlich eine ausführliche Grifftabelle für die Akkorde. Die besten findet ihr, auch für verschiedene Stimmungen, auf „Han´s Irish Bouzouki Homepage“ http://www.xs4all.nl/~hspeek/bouzouki/ Einige schöne Stücke mit Noten und Tabulatur, teilweise mit Videos findet ihr auf der Homepage von Dominique Riviere. http://riviere.auzeau.org/index2.html Eine sehr gute CD-Rom zum Erlernen der Begleitung irischer Tunes kommt aus der „Mad for Trad“Serie. Autor der Bouzouki-Folge ist Gerry McKee von der Gruppe Nomos . Bezug über diverse Internetversandhäuser.

Über den Autor:

Peter Hankiewicz ist Sänger, Gitarist und Bouzoukispieler der „Blue Blistering Barnacles“ (www.barnacles.de), einer Band die sich dem traditionellen Irish Folk verschrieben hat. Seit nun mehr 16 Jahren spielen die Barnacles, in fast unveränderter Besetzung, eine Mischung aus irischen Instrumentalstücken, Songs und a-capella Liedern, sowie bretonischen Stücken und originellen Coverversionen bekannter Popklassiker. Bisher wurden 4 CDs aufgenommen. Regelmäßig spielt Peter auf Sessions im Rhein-Main Gebiet, aber auch in Irland, und bestreitet Konzerte mit verschiedenen Formationen.

www.celtic-rock.de/2010/01/bouzouki-instrumenten kunde-teil-8

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Das sicherlich beste Buch für Anfänger ist: The Irish Bouzouki von Niall Ò Callanàin.

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