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Ausgabe 8 - August 2012

Scrum

knows nobody w Intervie

CDs und Platten Interviews Konzerte und Festivals

Bandportraits Medien und Literatur und vieles mehr...


Inhalt

Editorial von frakru Wenn Ihr diese Zeilen lest, befindet sich Euer Redakteur gerade im Sommer(?)urlaub und versucht den Eiffelturm zu erklimmen. Dies und die momentan laufenden Olympischen Sommerspiele haben uns aber natürlich nicht davon abgehalten, für Euch eine rekordverdächtig (Gold für celtic-rock?) umfangreiche Ausgabe von triskel zu erstellen. Sie waren bereits in der letzten Ausgabe mit einer Photoreportage vertreten und sind in dieser Ausgabe mit dem Album des Monats dabei: „The Dolmen“. Unsere Titelstory befasst sich mit der „Lyrik im Anzug“ von „nobody knows“ sowie mit einem umfangreichen Interview mit denselben. Weiterhin sind in dieser Ausgabe wieder diverse CD Rezensionen sowie Konzert- und Festivalberichte vorhanden. Wie immer freuen wir uns natürlich auch über Eure zahlreichen Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge, Lob, Kritiken und sonstige Kommentare und wünschen ganz viel Spaß und spannende Unterhaltung. Eure celtic-rock Redaktion

Inhalt Titelstory

Gewinnspiele

Nobody Knows ~ Lyrik im Anzug ............................13

Streams Of Whiskey - August .....................................6

CDs und Platten

Konzerte und Festivals

Album des Monats ..........................................................3 Cathy Jordan ~ All the Way Home ..............................5 Albi’s Corner ~ Off The Hook ....................................6 Zeptepi ~ Winter in the Blood .....................................9 Nobody Knows ~ Lyrik im Anzug ............................13 D. Warfield and The Young Wolfe Tones .................17 D. Woods ~ With a Banjo on my Knee ...................17 A Band of Rogues ~ A Band of Rogues ..................21 Derek Warfield ~ Washington’s Irish .........................22 Derek Warfield ~ Far Away in Australia....................22 Scrum ~ Killing Time ..................................................27 Screaming Orphans ~ Lonely Boy ............................28 Screaming Orphans ~ The Jacket’s Green ...............28 Mick Fitzgerald ~ Still Live .........................................31

Morsbroicher Sommer 2012..........................................8 Seán Cannon tourt wieder ...........................................10 Interna

5. Folkival in Nürtingen ...............................................24 Medien und Literatur

Session ~ Mick Fitzgerald (Buch) ..............................31 Instrumentenkunde

Geige ...............................................................................33 Impressum ..................................................................35

Streams Of Whiskey

August ..............................................................................6 Konzertberichte

An Rinn in Schalksmühle, 29.06.2012..........................7 Flogging Molly auf der Burg Abenberg ....................11 Emerald und Lokal Heroes, Leverkusen ...................20

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CDs und Platten

Album des Monats - August The Dolmen ~ Storm (2012) von daniels The Dolmen haben mir den “Sommer” versüßt. Nicht nur, dass die Fangemeinde fleißig unsere Charts genutzt hat, sondern dieses Album ließ mich bei dem Sauwetter in andere Welten eintauchen. Als ich sie dann auch noch Live auf dem Mittelalterlich Phantasie Spektakulum in Hohenwestedt im Urlaub live gesehen habe und meine Dreijährige sofort mittanzte, war klar, ich schlage sie in unserem Redaktionsteam zum Album des Monats vor. Um diese Zeit vor ca. fünf Jahren habe ich, damals noch alleine, das Projekt celtic-rock.de gestartet. Ich wußte gar nicht, was ich alles an musikalischer Vielfalt antreffen würde. Mein Horizont war doch sehr beschränkt. Umso mehr freut es mich dann, wenn auf einmal wie ein Sturm Bands auftauchen, die schon so lange im Geschäft sind und immer wieder neue Akzente in meiner persönlichen Musikbiographie setzen. Es ist bereits das 13. Album der Band aus England, dem Land mit der goldenen Seefahrtsgeschichte. Doch The Dolmen wechseln die Seite. Sie nehmen mich mit in die Geschichten von Piraten, auf weite Meere, dunkle Nächte, traurige Liebesgeschichten, unglaubliche Sagen und Mythen und in tiefe Abgründe. Manchmal voller Energie, dann triefend vor Sehnsucht oder Fernweh. Mal sitzen wir in einer abgewrackten Pinte im Nebel von London um kurz danach verlassene Strände in der Karibik vor Augen zu haben. Doch in ihrer Brust scheinen mehrere Herzen zu schlagen. Es sind eigentlich zwei verschiedene Alben, die Storm beinhaltet. Die eine rockige Scheibe gefällt mir besonders wegen der eingestreuten Gitarrenriffs im Stile der 70er Jahre. Verschiedene Flöten spielen immer wieder eine melodietragende Rolle. Singen können/wollen in der Band anscheinend auch alle, so kommt, glaube ich fast jeder Mal zu Wort.

Die andere Scheibe ist eher ein Hörspiel oder Mitschnitt eines Theaterstücks. Ein paar Gestalten sitzen im Pub und erzählen sich Geschichten, die dann immer wieder musikalisch (akustisch) hinterlegt werden. Ich weiß noch nicht, was mir besser gefällt. Aber der “Sommer” ist ja auch noch lang. Ich genieße das maritime Flair und lass mich treiben, vielleicht gabeln sie mich ja irgendwo auf.

Tracklist CD 1

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13.

Rebel Faery Fling Bring Me That Horizon Rip the Wreckage Many a Night Bunch of Ragged Pirates Curse You Black Sails Urchins of the Sea The Islander Shilling to the Scum Look to the Sea Riptide Old Port The Storm

Tracklist CD2

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Execution Dock Gods of the Sea The Mermaid Look Lively We’re Off to Go a Plundering The Barmaid Dead Cats Don’t Meow The Kraken Funeral for a Pirate Locker of DoomRow Us Out

www.celtic-rock.de/2012/08/the-dolmen-storm-201 2

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Streams Of Whiskey

Streams Of Whiskey Die August Charts // mit Gewinnspiel von daniels Trotz Urlaubs- und Ferienzeit war im Juli rchtig Pfeffer drin! Die Hall Of Fame hatte gleich vier Neuzugänge zu verzeichnen! Herzlichen Glückwunsch an The Porters, Flogging Molly, Irish Moutarde und natürlich den neuen Tabellenersten: Nobody Knows. Aber auch hinten raus war es spannend. DKM und Mark Knopfler landeten Stimmgleich auf 15. The Dolmen hätte es auf Platz 14 fast dain gerissen. Irgendwer hat das kurz vor Schluss noch verhindert. Hier nun die TOP 5 aus dem April: 5. Tir Nan Og – Jeffrey’s Inn (NEW!) (12%) 4. Irish Moutarde – The Bear And The Maiden Fair (Rang: 2/5/5/3) (16%) 3. Katzenjammer – Rock-Paper-Scissors (Rang: 4/5) (17%) 2 .Nobody Knows – Word Up (Rang: 1/1/2/1) (22%) 1. Plattrock – One wild night (Rang: 3/2) (28%) Die kompletten Ergebnisse findet Ihr im Chart-Archiv. Diesen Monat neu nominiert sind: The Currency, The Wolfe Tones, Runrig, Enter The Haggis, The Roughneck Riot, Mick Fitzgerald, The Pogues, Naymedici, Acoustic Revolution, Cathy Jordan, Albi’s Corner, Zeptepi, Derek Warfield and the Young Wolfe Tones, A Band Of Rogues, Scrum, The Screaming Orphans Alle Songs hört Ihr in unserer Radiosendung “Streams Of Whiskey” und einige der Neuerscheinungen auch in “What’s New“. Die Zeiten findet Ihr im aktuellen Sendeplan.

Zu gewinnen gibt es diesen Monat auch wieder was: 1 x CD: The Popes, New Church, signiert 1 x CD: The Dolmen, Spirits Of The Sea Vielen Dank an die Bands für die Preise! Verlost werden die Scheiben unter allen, die bis zum 25. August 2012 ihre kompletten fünf Stimmen abgegeben haben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner/innen werden per E-Mail benachrichtigt. Bitte hinterlasst also eine zustellfähige Adresse in Eurem Profil. Um abzustimmen, müßt Ihr Euch hier rechts in der Sidebar zunächst registrieren. Wenn Ihr eingeloggt seid, könnt Ihr auf der Chartseite abstimmen! UND NUN AB ZUM VOTING: www.celtic-rock.de/2012/08/die-august-charts-mit-gewinnspiel

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CDs und Platten

CDs und Platten Cathy Jordan ~ All the Way Home (2012) von kuec Wenn man länger von zu Hause fort war, sieht man das Vertraute bei der Rückkehr mit ganz anderen Augen. Manches lernt man erst zu schätzen, wenn man es unterwegs nicht hatte. So ging es auch der irischen Sängerin Cathy Jordan, die bereits 1991 bei der Gruppe Dervish einstieg und international erfolgreich war. Auf ihrem ersten Soloalbum zieht sie eine Art persönliche Bilanz: „Ich habe Jahre damit zugebracht, von zu Hause fortzulaufen auf der Suche nach etwas, was ich eigentlich die ganze Zeit vor der Nase hatte.“ Die Familie – sie war die jüngste von sieben Kindern und wuchs auf einer Farm auf – spielt für sie eine große Rolle. Bei allen geselligen Gelegenheiten wurde gesungen. Cathy Jordan interpretiert auf  „All the Way Home“ traditionelle Lieder, die sie von Eltern und Verwandten oft gehört hat. Wer jetzt keltisch-nostalgische Gemütlichkeit erwartet, wird enttäuscht. Trotz des traditionellen Materials unterläuft das Album bewusst Erwartungen an vertraute Klänge. Produziert wurde es nämlich in Schweden, von Multiinstrumentalist Roger Tallroth mit einem dutzend hochkarätiger Gastmusiker. Es hätte wenig Zweck, einzelne Namen herauszuheben, weil sich alle stark im Hintergrund halten. Die Arrangements haben viele klassische  Elemente, sind aufs Raffinierteste durchkomponiert und kontrastieren meistens mit den Gesangslinien, so dass sich Verfremdungseffekte ergeben. Zum Einsatz kommen neben vielen Saiteninstrumenten auch Concertina, Pipes, Lapsteel oder Tuba. Alles ist darauf ausgerichtet, den Gesang auf unterschiedliche Weise  wirkungsvoll zu umrahmen. Gelegentlich wirkt das ziemlich verkopft und unentschlossen, etwa bei Eileen McMahon. Bei Sliabh Gallion Braes, das von den Pächtervertreibungen vor 150 Jahren handelt, sieht Jordan Parallelen zur Situation der gegenwärtigen Opfer der Immobilienblase in Irland, die nun von den Banken aus ihren Häusern vertrieben werden. Die eindringliche Klage wird von Gesang und  Instrumenten immer weiter gesteigert. Ould Ballymoe dagegen, ein humorvolles Partystückchen über den Flirt eines jungen Mannes mit einer sechsfachen Mutter, wird verschmitzt als Partystückchen vorgetragen und erinnert an populäre Salonmusik aus der Zeit vor dem Siegeszug des Radios. Am „irischsten“ klingen ausgerech-

net die eigenen Songs All the Way Home und The Road I Go, das ob seiner Eingängigkeit sicher schon von einer Menge Leute nachgesungen wird. Cathy Jordan verfügt über eine sehr klare, warme Stimme, die sie in beindruckender Manier einsetzt. Sie singt und schreibt nicht nur Lieder. Mit The River Field Waltz hat sie einen wunderbaren Walzer komponiert, der ebenfalls Verbreitung finden wird. Auch das andere Instrumentalstück, Roger Tallroths hymnischer Jordan Jig kehrt den irischen Hintergrund des Projekts hervor. Jordan singt sehr gradlinig, es gibt wenige, aber effektive Melodieverzierungen oder Varianten, wie sie etwa in der Sean Nos –Tradition üblich sind. Trotz leichter amerikanischer Anklänge bei den eigenen Songs widersteht sie der Versuchung, sich wie die eine oder andere Kollegin dem Mainstream anzubiedern. Das Keyboard glänzt durch Abwesenheit, hier wabert nichts zu ätherischen Wohlklängen.  Die Scheibe ist insgesamt sehr ruhig und komplett akustisch instrumentiert. Nein, das rockt nicht, ist aber stimmig und erschließt   immer neue Entdeckungen beim mehrfachen Hören. Hier stecken Monate, wenn nicht Jahre sorgfältiger Arbeit drin. Ein Album für Leute die eine wirklich schöne Frauenstimme mögen und nicht nur bereits Bekanntes hören wollen. Alle Texte sind auf der Homepage nachzulesen.

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CDs und Platten

7. 8. 9. 10. 11.

Trackliste

1. 2. 3. 4. 5. 6.

The Bold Fenian Men Eileen McMahon The Road I Go  The River Field Waltz In Curraghroe Sliabh Gallion Braes 

The Banks Of The Foyle The Jordan Jig  Ould Ballymoe  The Lark In The Clear Air  All The Way Home

www.celtic-rock.de/2012/07/cathy-jordan-all-the-wa y-home-2012

Albi’s Corner ~ Off The Hook (2008) von shutupanddance Seit über 20 Jahren tourt er bereits mit seinen fünf Kollegen von Fiddler’s Green durch die Lande und bringt Fans des Irish Speedfolk zum Springen, Hüpfen und Tanzen. Ralf Albers schlägt allerdings darüber hinaus auch gerne ruhige Töne an: „Ich mag’s zwischendurch manchmal ganz akustisch – ohne Firlefanz.“ Freunde von „Lost To The Moon“ (zu hören auf der aktuellen Platte „Wall Of Folk“), „Just Another Spring Song“ und „All These Feelings“ (beide vom 2007-er Album „Drive Me Mad“) werden dieses Album lieben. Bodenständig und authentisch präsentiert sich der Frontmann und liefert mit seiner ersten Solo-CD „Off The Hook“ eine reife Leistung. Starkes Songwriting, eine hauptsächlich akustische Instrumentierung und seine charakteristische Stimme verleihen den Songs das „gewisse Etwas“. Seine Lieder erzählen von Rastlosigkeit und Schmerz, aber auch von Träumen und Lebensfreude. Gewürzt mit einigen Traditionals wie dem „Souling Song“, einem Klangerlebnis-Duett mit „Subway To Sally“-Frontmann Eric Fish und dem heiteren „Charlie“ beweist sich Albi hier auch außerhalb „gewohnten“ Territoriums: Neben folkigen Singer-SongwriterLiedern hört man Elemente des Country und Blues. Vom flotteren Opener „Ancient Lines“, über das gefühlvolle „Still Real“ bis zum „Old Man At The Mill“, das auch musikalisch die sich drehende Mühle verkörpert, bringt er dem Zuhörer seine Songs leidenschaftlich und emotionsgeladen näher. Aufbruchstimmung herrscht bei den beiden letzten Songs: Dem flotten, eingängigen „The Push“ und der melancholischen Ballade „Migration“:

„In the blink of an eye it was gone, Nothing left but to carry on Out of the blue I was free – but who to be? In the shade of our life here I stand With open hands In the blink of an eye I was free“ Musikalisch unterstützt wird Ralf „Albi“ Albers (Gesang, Gitarre, Bouzouki, Mandoline) nicht nur vom Trio Thomas Kunzler (Gesang, Gitarre), Conny Sommer (Percussion) und Gerd Kaulard (Bass). Zusätzlich sind einige bekannte Gäste sind auf der Platte zu hören: Neben seinen Bandkollegen Tobias Heindl (Geige) und Stefan Klug (Akkordeon) wirken auch Eric Fish (Subway To Sally), Anna Kränzlein und Birgit Muggenthaler (Schandmaul), Stoppok und Marcel Kyeck (In Search Of A Rose) mit. Über sein Solo-Projekt sagt Ralf Albers selbst: „Ich kann die Gitarre zum Zentrum der Musik machen, die Stimme steht auch mehr im Vordergrund; wie’s eben so ist im klassischen Folkbereich, aus dem ich ja

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CDs und Platten

ursprünglich komme – und in den ich ab und zu auch gerne mal wieder zurückkehre.“ Einige Aufnahmen für ein weiteres Solo-Album seien schon seit längerer Zeit im Kasten, jedoch mangele es momentan an Zeit und Geld, eine Produktion daraus zu machen. Live-Auftritte als Solo-Künstler sind zur Zeit rar gesät. In unregelmäßigen Abständen finden allerdings kleine Konzerte im Rahmen der Fanclubtreffen des Fiddler’s FolkVolk statt.

Trackliste

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14.

Ancient Lines Just Another Spring Song Souling Song These Feelings Just Look At Me Time And Me Moving Like Prey Still Real All The Places Baltimore Charlie Old Man At The Mill The Push Migration

www.celtic-rock.de/2012/07/albis-corner-off-the-ho ok-2008 Ich möchte das Album nicht nur – aber auch – den Freuden des Speedfolks ans Herz legen. Ich habe mich schon nach dem ersten Hören vor einigen Jahren sofort in der Musik zu Hause gefühlt. „Off The Hook“ ist als eine CD für jede Lebenslage zu empfehlen – lasst Euch verzaubern!

Konzertberichte An Rinn in Schalksmühle, 29.06.2012 von kuec Im sauerländischen Schalksmühle gibt es regelmäßig akustischen Irish Folk – nämlich genau einmal im Jahr. Zum Sommeranfang lädt die Gemeinde ins denkmalgeschützte Bauernhaus Wippekühl, was mit seinem musealen Innenleben immer für eine besondere Atmosphäre sorgt. Die eingeladene Band ist stets mit gutem Geschmack und Sachkenntnis ausgesucht. Jedesmal ist das Haus voll. Nachdem mir die letzten Alben von An Rinn gut gefallen hatten, konnte mich auch ihr live – Auftritt überzeugen. Die fünfköpfige Gruppe aus Osnabrück gehört zu denen, die in ihrer Region einen guten Ruf genießen, aber selten einmal anderswo zu erleben sind. Das ist schade, denn nach fast 20-jährigem Bestehen haben sie einiges zu bieten. Nach den etwas esoterisch angehauchten Celtic Chakra im vergange-

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Konzerte und Festivals

nen Jahr stehen die fünf Niedersachsen für Bodenständigkeit. Das passt bestens zum bäuerlichen Ambiente mit Schmalzbroten und dem örtlichen ‚Vormann Alt‘, per Brett vom „Kiepenkerl“ serviert. Ungewöhnlich ist die Instrumentierung: Neben diversen Saiteninstrumenten, darunter auch ein fretless Bass (Hartmut), fahren zwei Multi-Instrumentalisten allerlei Raritäten auf: Hammered Dulcimer, Concertina (Martin), Northumbrian Small Pipes oder zweireihiges Akkordeon (Alex). Dazu kommt der beindruckende Gesang – auch zu fünf Mann acapella – und eine Liedauswahl, die viel Gutes, aber Unbekanntes bietet. Die Gruppe lässt sich nicht auf die britischen Inseln festlegen. Frontmann Brian, ein Liverpooler Original, singt gerne Shanties und andere Lieder von der See.

Durch 5-string-Banjo-Spieler Matthias gibt es einen kräftigen Bluegrass-Einschlag. Da wird auch mal ein Gospelsong angestimmt, der sich bestens zum Mitmachen eignet. Bei den Instrumentalstücken fallen die Duette der Tasteninstrumente und zwei rasante Hackbrett-Soli auf. Mit humorvollen Sprüchen ist die Zeit der drei Sets im Flug vergangen. Allein dadurch, dass man den ganzen Abend steht, stellt sich etwas Ermüdung ein. Zum Schluss treten die Fünf nach vorn vor ihre Mikrophone und singen a capella das hymnische North West Passage – ein Gänsehautmoment. Im kommenden Jahr soll eine neue CD erscheinen, eine Art Best Of. Ich bin gespannt… www.celtic-rock.de/2012/07/an-rinn-in-schalksmuhl e-29-06-201

Konzerte und Festivals Morsbroicher Sommer 2012 – Irish Folk mit Emerald und Lokal Heroes von daniels Sonntag, 15. Juli 2012, 15.00 Uhr, Leverkusen, Schloss Morsbroich (Schlosspark) Die irische und keltische Musik der Grünen Insel passt hervorragend in den Schlosspark von Morsbroich. In diesem Jahr sind die Gruppen Emerald und Lokal Heroes zu Gast. Emerald heißen die sechs sympathischen Musiker aus dem Raum Hannover. Der englische Begriff bezeichnet den Schmuckstein Smaragd. Mit dessen Farb- und Lichtspiel wird in vielen irischen Songs die Erscheinung der „Grünen Insel“ verglichen. Der Brechung des Lichtes spürt die Gruppe in ihren Songs klanglich-poetisch nach. Mit überschäumender Spielfreude, dem starken Zusammenspiel von Flute (Gabi Bode) und Fiddle (Michael Möllers) und einer perfekten Rhythmusgruppe entwickelt Emerald einen ganz eigenen Stil. Emerald bringen mit Tunes aus Irland und Songs aus Amerika eine besondere Mischung auf die Bühne, die kurz als „Irish & American Music“ bezeichnet werden kann. Astrid Heldmaier – Bodhran, Percussion Reiner Kolbe – Bouzouki, Gitarre, Banjo Gabi Bode – Flute, Whistles, Bassoon Michael Möllers – Fiddle, Gesang, Gitarre

Cornelius Bode – Gitarre, Bass, Gesang Sue Sheehan – Gesang, Percussion

Aus dem Raum Köln/Bonn kommen die Lokal Heroes. Sie sind eine sechsköpfige Formation, die feinsten Folk aus dem keltischen und skandinavischen Musikbereich garniert mit Groove und Rock servieren. Mit Witz, Virtuosität und Spiefreude sorgen die Lokal Heroes für Stimmung und Spaß beim Publikum. Seit Jahresbeginn sind Hugh Featherstone und Sabrina Palm gern gesehene Gäste der Gruppe.

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CDs und Platten

Hugh Featherstone – Gesang, Gitarre Kristaps Grasis – Mandoline, Gitarre, Gesang Wendel Biskup – Bass Martin Hombach – Schlagzeug Sabrina Palm – Fiddle Ralf Wolfgarten – Whistle, Irish Flute, Gesang

Für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren ist der Eintritt frei). Im VVK erworbene Tickets können als Fahrkarte genutzt werden! www.celtic-rock.de/2012/07/morsbroicher-sommer2012-irish-folk-mit-emerald-und-lokal-heroes

CDs und Platten Zeptepi ~ Winter in the Blood (2012) von Folkaholix Mit “Winter in the Blood” tritt die fünfköpfige Band mit dem buchstabenkombinatorisch extravaganten Bandnamen bereits mit ihrem vierten Album auf den Plan und betritt nach eigenen Angaben wenn nicht musisches Neuland, dann jedoch einige künstlerische Inselgrüppchen. In freien Pinselstrichen im Duktus des Minimalen bietet die optische Gewandung die Zeichnung eines blutenden Baumes dar und bietet damit schon eine Vorabinterpretation der musikalischen Gehalte. King of the Balladeers eröffnet die Welt des wohlgefälligen Düsterfolks. Die Stahlsaiten monotonieren den eindringlichen Gesang, der sich an der ein oder anderen Stelle in vielleicht zu betonter Manier zeigt, indes wenige Takte später durchaus wohlige Nackenschauer durch die rauchig vibrierenden Stimmbäder über den Rücken des Hörers gejagt werden. Eine Stimme also, die man liebt – oder eben nicht. Daneben tritt eine Mandoline melodiebegleitend in den Hintergrund, indes sich eine Geige durch die dunklen Gefilde seufzt. Rhythmisch wird das Ganze von einer Cajon getragen – doch sie ist nicht allein. Ein Banjo umspielt und rhythmisiert das musische Tag- bzw. Nachtwerk der fünf Musiker. Die Gesangspausen werden im harmonischen Stelldichein der Fiddle und des Banjos variiert. Tritt die Violine in den Vordergrund, setzt ein großartiges Banjo-Picking ein, dass ob seiner Klangdichte, gleich prasselndem Wasser in die nächtlichen Klänge einbricht. Dabei ertönen die Saiten derart hintergründig, dass dem medodieaffinen Ersthörer der Genuss der vollen Klangfülle erst zu späterer Stunde auffällt. Die weiche Geige schmeichelt sich gleich dem beschriebenen Nebel in das

Ohr – seufzt, klagt und entschwindet wieder im Unhörbaren, wenn der Gesang neuerlich einsetzt. Der Fastnamensgeber des Albums verstärkt die eher drückende Stimmung qua Temporeduzierung noch mehr. Winter in my Blood ist nicht nur wunderbar zu hören, sondern auch eindringlich anzusehen: Um die Andersartigkeit des Albums hervorzuheben, sei ein weiterer akustischer und optischer Eindruck des vorhergehenden Silberlings gewährt. Vorhang auf: “Winter in the Blood” verzichtet auf den viel zu oft gehörten Folk-Rock-Sound. Vielmehr bietet diese Scheibe eine gelungene Mischung aus traditionellem Liedgut, wie bspw. Fairmoye Lassies and Sporting Paddy,

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CDs und Platten

eigenen Kompositionen und Wiederauflagen von musischen Freu(n)den. Letztgenannter Titel wird auch in der hiesigen Folkszene allzu oft dargeboten und bietet zumeist wenig Neues. Doch auch hier brilliert das Banjo, indes die geschlagenen Stahlsaiten nicht überraschen, aber ihre Schuldigkeit tun. Zwar verzichtet das Album nicht auf E-Gitarren-Sounds, dann aber doch eher in 16-Horsepowers-Manier: Der Sechssaiter setzt das Klagen der Geige fort und steigert es bei No Respect in ein kreischendes Aufheulen. Und weiter geht es in traurig, doch niemals triste Gefilde. Peat Bog Soldiers ist eine englische Adaption der Moorsoldaten. Der Mandolinenklänge ersterbendes Tremolo führt in seichte Dissonanzen, indes einzig die Gitarre den hier exzellenten Gesang umrahmt. Fast wähnt man die Stimme am Ort des Geschehens, indes die leidenschaftliche Stimmgewalt, die sich vom Zittern zum Brachialen wagt, eine akustische Träne erahnen lässt, die am Korpus zu zerschellen scheint.

Insgesamt also ein Album, das von seiner eindringlichen Stille lebt. Niemals laut und dennoch wirkmächtig zeigen sich die zwölf Titel des Albums. Mit diesem Silberling haben zeptepi die Eindringlichkeit der Ruhe kultiviert und erheben damit jedes klangliche Novum von “Winter in the Blood” zur fallenden Nadel – will man sie hören, muss man sich Zeit und Ruhe neben. Doch taucht man in die Stille ein, offenbart sie sich als Klangmeer: umhüllend und tief. Trackliste

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12.

King of the Balladeers Winter in my Blood Girls of Old Maui Ace of Spades The Last Voyage Arrows Fairmoye Lassies and Sporting Paddy No Respect Peat Bog Soldiers I Stand Enthralled School Days Over Wallaby Stew

www.celtic-rock.de/2012/07/zeptepi-winter-in-the-bl ood-2012

Konzerte und Festivals Seán Cannon tourt wieder mit „eigener“ Boy-Band von Funkfuzzi Als Mitglied der Dubliners ist er der Mann für Klassiker wie „Whiskey in the Jar“ und für beste Satire wie bei „Don’t get married“ oder dem legendären a capella-Stück „The Sick Note“. Seit 30 Jahren drückt er den Dubs so den Stempel auf – Seán ersetzte den ebenfalls legendären Luke Kelly – zunächst vorübergehend, dann als festes Mitglied. Die Dubliners gelten ja gemeinhin entweder als das geriatrische Quintett (Zitat Banjospieler Barney McKenna – R.I.P) oder auch als Irlands älteste BoyBand. Da Seán Cannon selber Boys hat, nutzt er Tourpausen der Dubs, um mit seinen Söhnen Konzerte zu geben. Anfang 2013 ist es wieder soweit. Do. 10. Jan – 19.30 Uhr, Bad Pyrmont, Kurtheater Fr. 11. Jan – 20.00 Uhr, Hemmoor, Kulturdiele

Sa. 12. Jan – 20.00 Uhr, Salzgitter, Kulturscheune So. 13. Jan – 18.00 Uhr, Delligsen, St.Georgs Kirche Do. 17. Jan – 19.30 Uhr, Arnsberg, Kulturschmiede Fr. 18. Jan – 20.00 Uhr, Fulda, Kulturkeller 19./20. Jan – 20 Uhr/19 Uhr, Nürnberg, Loni-ÜblerHaus 21.Jan – 20 Uhr, Töpen-Isaar

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Konzertberichte

The Cannons – das sind neben Seán Cannon seine Söhne James (Gitarre, Mandola, Gesang) und Robert (Gitarre, Mandola, Gesang).

http://www.celtic-rock.de/2012/07/sean-cannon-to urt-wieder-mit-eigener-boy-band

Mehr über Seán Cannon hört ihr bei Tooraloo Radio – dort wird unter anderem geklärt, warum Sean „schwäbisch schwätzen“ kann…

Konzertberichte Flogging Molly auf der Burg Abenberg von Roisin Dubh Nach 80 Flogging Molly Konzerten geht man zwar voller Vorfreude aber doch eher unaufgeregt zu einem Konzert. Auch wenn man weiß, dass man bald wieder eine faszinierende Show der besten Band der Welt zu sehen bekommt, schleicht sich eine gewisse Routine ein. Die Abläufe sind immer ähnlich und viele Veranstaltungsorte gleichen sich ziemlich. Doch diesmal bei Nummer 81 war alles anders. Ein Konzert auf einer Burg, noch dazu nur wenige Kilometer von dem Ort entfernt an dem ich vor einigen Jahren viel Zeit meines Lebens verbracht habe. Schon Tage, wenn nicht sogar Wochen, vorher war ich gespannt was da wohl auf mich zukommen würde.   Nach einem mittäglichen Ausflug in die persönliche Vergangenheit kamen wir gegen 17:30 Uhr endlich bei der Burg an. Es war ein heißer Tag und so war erst mal ein Bier im Biergarten der Burg, der einen wunderschönen Ausblick über das Städtchen Abenberg bietet angesagt.   Während wir auf unsere Freunde mit denen wir uns verabredet hatten warteten, betrachteten wir die anderen Gäste des Biergartens und dachten bei uns, dass die am Abend eine gewaltige Überraschung erleben würden. Aus irgendeinem Grund entstand der Eindruck, dass es sich um verklärte Irland Urlauber handelt die bei folkigen Klängen in Erinnerungen an die grüne Insel schwelgen wollen. Aber weit gefehlt, später am Abend hat uns das Publikum bewiesen, dass wir mit unserer Einschätzung völlig daneben lagen.   Der musikalische Abend begann mit Radio Havanna die wir uns noch vom Biergarten aus anhörten. Das gute Wetter war für die Vorbands nicht von Vorteil.

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Konzertberichte

Es war so heiss, dass jeder versuchte ein möglichst schattiges Plätzchen zu finden und vor der Bühne nicht viel los vor.

So ging es auch einer unserer Lieblingsbands Radio Dead Ones. Immerhin hatten sich einige Grüppchen aus dem Schatten gewagt um sich das Konzert aus der Nähe anzusehen, aber die Band hätte sicher ein größeres Publikum verdient. Die Jungs machten jedenfalls das Beste daraus und legten eine tolle Show hin. Wegen mir hätten sie ruhig noch länger spielen können und zumindest meine Begleiter teilten diese Meinung. Als nächstes kamen Smoke Blow. Eigentlich eine sehr gute Band aber an diesem Abend haben sie, für meinen Geschmack, nicht richtig ins Programm gepasst. Nach dem zuvor doch eher klassischem Punk waren sie mir einfach zu hart. Das soll keine Kritik an der Band an sich sein, in einem anderen Rahmen hätten sie mir sicher super gefallen. So haben wir die Gelegenheit genutzt um uns noch mal in den Biergarten zurück zu ziehen… Pünktlich um 22:00 Uhr war es dann endlich Flogging Molly Zeit. Das Intro zu dem die Band auf die Bühne kommt ist bei dieser Tour kurz und knackig und sogar ein Flogging Molly eigener Titel; „The Wrong Company“ vom Album „Within a Mile of Home“. Mit Hochgeschwindigkeit und „The Likes Of You Again“ gefolgt von „Swagger“ ging es gleich richtig los. Das Publikum brauchte nur wenige Sekunden um sich mitreißen zu lassen und das Areal vor der Bühne in eine riesige Sauna zu verwandeln.  Mit „Speed of Darkness“ und „Revolution“ folgten zwei Titel des aktuellen Albums. Spätestens jetzt wurde uns das erste Mal klar, dass wir uns nachmittags ein völlig falsches Bild vom Publikum gemacht hatten.  Auf

mindestens zwei Dritteln des Platzes ging trotz der Hitze im wahrsten Sinne des Wortes der Punk ab. Gelegenheit zum Luftholen gab es erst wieder als Da ve ein kleines Akustik-Set ankündigte. Bob bekam einen Bar-Hocker auf die Bühne gebracht auf dem er mit seiner Mandoline für die nächsten 3 Songs Platz nahm. Zunächst gab es „The Son Never Shines (on closed doors). Ein Titel der Daves Mutter gewidmet ist und erzählt wie er nach 10 Jahren in den USA zum ersten Mal wieder nach Hause nach Dublin kam, seine Mutter ihm die Tür öffnete und nicht erkannte. Als nächstes wurde „Prayer For Me In Silence“ gespielt, eines der wenigen Stücke bei denen Bridget zum Mikrofon greift.  Mit dem Bob Dylan Cover „The Times They Are A Changin“, Flogging Mollys Beitrag zum Amnesty International Sampler “Chimes Of Freedom”, ging es dann nach einigen sanften Tönen wieder richtig zur Sache. Die Version auf dem Sampler ist sehr nett  kann aber mit der Live Version nicht im Geringsten mithalten.  Mit dem nächsten Titel „Black Friday Rule“ war dann endgültig Schluss mit der kurzen Erholungspause. Und spätestens ab diesem Zeitpunkt musste ich dem Publikum endgültig Abbitte leisten. Solch einen Circle-Pit habe ich in Deutschland glaube ich noch nicht gesehen. Das war echt beeindruckend liebe Abenberger! So schön der Abend auch war, mit „7 Deadly Sins“ neigte er sich dem Ende zu. Nach 3 vehement geforderten Zugaben und fast 2 Stunden Spielzeit war dann auch endgültig Schluss mit dem musikalischen Teil des Abends. Nach der Show ließen es sich Flogging Molly jedoch nicht nehmen, wie nach jedem Konzert, direkt von der Bühne noch mitten unter die Fans zu gehen. So wurden dann noch viele Hände geschüttelt, Fotos gemacht und Gespräche geführt. www.celtic-rock.de/2012/07/flogging-molly-auf-derburg-abenberg

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CDs und Platten

CDs und Platten Nobody Knows ~ Lyrik im Anzug ~ (2012) von JensP Ich möchte nicht lange um den heißen “Brei” reden! Für mich persönlich ist das Album ~ Lyrik im Anzug ~ eines der besten Alben, dass ich in den letzten Jahren in der Hand hatte und ein weiterer großer Paukenschlag, nach ~ folKing around ~, der Jungs aus der Altmark. Nobody Knows hat es wieder geschafft ein tolles Album zu produzieren!  Um das zu verdeutlichen, muss ich ein wenig ausholen. In der Schule waren Lyrik und ich wie Feuer und Wasser. Nun habe ich schon ein paar Konzerte von Nobody Knows besucht. In ihren Programm – folKing around – spielen sie auch das eine oder andere Lied aus dem Lyrik-Programm und in Gespräch mit Max kam auch das Thema – Lyrik im Anzug -. Max und die Unbekannten haben mich dann so neugierig gemacht, dass ich nach einigen versuchen eine Karte für das ~ Lyrik im Anzug ~ Konzert zu bekommen, es geschafft habe mir das Lyrik-Programm anzuhören und ich war begeistert. Nach ~ Im Anzug ~ (2007) und ~ Freistunde ~ (2008) ist nun ~ Lyrik im Anzug ~ erschienen. Mit der Produktion der CD hat man sich viel Zeit genommen und das hat sich auch gelohnt. Das Cover wurde im klassischen Stil schwarz-weiß gehalten, womit eine Brücke zwischen vertonten Lyrik und feinem Anzug geschlagen wurde. Mit dem eleganten Schriftzug passt alles zusammen. Auf dem Album sind Gedichte von Villon, von der Vogelweide, Nietzsche, Goethe, Storm und Heine vertont, um einige zu nennen. Legt man die CD ein, erklingt ein kleines Intro welches sich schnell zum ersten Lied Francois entwickelt. Es ist nicht das schnelle Lied, dass man sonst von den Jungs kennt. Nein man hat da kräftig auf die Bremse gedrückt und es ist ein sehr melodisches Lied entstanden, was vollkommen im Konzept aufgeht. Gesungen (in französisch) wird nur die erste Strophe und Kehrreim. Nachdem dann die Geige den Part und den Ton übernommen hat, geben Saxofon und Gitarre ihr bestes und die Musik gewinnt etwas an Geschwindigkeit. Für mich ein sehr schönes Lied ist Tandaradei (Unter der Linden) und gehört zu den sogenannten “Mädchenlieder” von Walther von der

Vogelweide. Ein sehr melodisches Liebeslied, dass im Duett von Max und Julia gesungen wird. In dem Lied wird auch nicht mit Instrumenten gegeizt, wobei Gesang und Musik sehr harmonisch zusammenspielen, teilweise sich die Musik schon wie ein ganzes Orchester anhört. Übrigens Tandaradei ist ein lautmalendes Wort von Herrn von der Vogelweide und beschreibt den Gesang der Nachtigall. Chiestra Nostra ist ein ruhiges und auch melodisches, instrumentelles Lied. Klavier und Saxofon spielen ein rührendes Lied, mit viel Gefühl und Leidenschaft. Die Musik ist von Maximilian! Sehnsucht handelt von dem Traum, dem Alltag zu entfliehen. In die Ferne zu reisen, in der prächtigen Sommernacht. Bei dieser Musik und diesem Text kann man sich schnell in das Lied hinein versetzen, gerät schnell ins Träumen. Ein fröhlich gespieltes Lied, was Laune macht auf Mitsingen und die Welt zu erobern. Heidenröslein und Lorelei sind in der Lyrik sehr bekannte Gedichte. Wenn die Herren Goethe und Heine noch am Leben wären, sie sich die Lieder anhören könnten, würden sie mit Sicherheit sehr entzückt von der Musik sein. Sie würden sich dankend vor den Nobody Knows verneigen! Die beiden Lieder sind toll arrangiert. Ein anonymes Liebeslied ist Mein herz, mein mut  aus dem Liederbuch der Clara Hätzlerin. In mittelalterlichen Deutsch von Max ge-

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sungen und in toller musikalischer Gestaltung, ruhig und verliebt. Zwei Kriegsballaden sind auf dem Werk auch zu hören! Thränen des Vaterlandes und Kriegsballade  werden etwas düster dargeboten, was dem Thema angemessen ist, aber den Rahmen nicht sprengt. Die Lieder passen sich harmonisch in das künstlerische Schaffen der dargebotenen Lieder ein und bereichern das gesamte Werk. Die beiden letzten Lieder auf der CD werden im Duett von Max und Julia gesungen. My Bonnie is Over the Ocean  hat man schon in vielen Varianten gehört und Nobody Knows haben es geschafft dem alten Seemannslied/Kinderlied ein neues Gewand anzuziehen. Auch da hat man die Geschwindigkeit des Liedes verringert. Mit feiner, ruhiger Stimme und langsamen Rhythmen bezaubert man den Zuhörer. Aber Nobody Knows wären nicht Nobody Knows, wenn sie nicht noch etwas überraschen. Wenn das Lied für ein paar Sekunden verstummt ist, geben sie noch mal instrumentell Gas und geben musikalisch ein zum Besten. Zigeunerjunge  ist ein alter Schlager, aber das hier gespielte Lied hat damit nichts zu tun. Nobody Knows hat hier ihren eigenen Stempel drauf gedrückt und es ist ein gefälliges Lied entstanden. Eine kleine Zugabe an die Fans! Es liegt eine BonusCD bei und die hat es auch in sich. Es ist die ~ Im Anzug ~ CD in etwas abgeänderter Form. Intro und Outro fehlen, aber dafür um ein kurzes Lied reicher. Tandaradei und Heidenröslein sind dort auch zu hören, aber in einem anderen Gewand und weniger Instrumenten. Was nicht bedeuten soll, dass das schlechter ist. Auf gar keinen Fall ist es so. Schöne Melodien und Texte laden ebenso zum verweilen und lauschen, wie bei ~ Lyrik im Anzug ~. Zu vergessen ist natürlich auch nicht das toll gestaltete Booklet. Von der Künstlerin Michaela Herbst gestaltete und das mit vielen Bildern, die man mit den Liedern in Verbindung bringt.    Es war als hätt der Himmel die Erde still geküsst,    dass sie im Blütenschimmer von ihnen träumen müsst.  Im Land der Denker und Dichter ist diese CD etwas ganz besonderes. Sie ist eine Mischung aus Lyrik, Musik und ein wenig Kunst im Booklet. Für Nobody Knows ist das Lyrik-Programm keine Schönwetterwolke, die am Himmel erscheint und dann wieder verschwindet. Es ist ein fester Bestandteil im Programm und sehr beliebt beim Publikum. Das Album

ist mit viel Liebe, Leidenschaft, Hingabe und mit Sinn für das Detail gemacht. Ein sehr melodisches, verspieltes, verträumtes und manchmal auch ein wenig märchenhaftes Werk. Hochwertige Lieder und Musik, die eine Tür in eine andere Welt aufschlägt. Ein Konzertbesuch lohnt sich immer, da die Lieder auch mit viel Witz und Humor vorgetragen werden. Es kommt also keine Langeweile auf. Man hat es geschafft mit einfachen Mitteln diese wunderbare CD zu produzieren und es wurde ein kleines Meisterwerk! Hörenswert sind die Lieder allesamt. Ein Tip von mir noch! Wer gute Kopfhörer hat, sollte sie beim hören nutzen, um die eingespielten Effekte der Musik zu genießen. Per E-Mail konnte ich noch ein paar Fragen an Nobody Knows stellen. Hier nachzulesen: Erst mal vielen, vielen Dank, dass Ihr Euch Zeit genommen habt, um mit mir das Interview zu machen! Das versteht sich doch von selbst. Und es ist immer schön, wenn sich jemand für unsere  Musik Zeit nimmt und mehr wissen will als die üblichen Eckdaten. Insofern: Chapeau, Jens! Neben “folKing around” ist “Lyrik in Anzug” ein zweites Programm, mit dem ihr auf der Bühne steht. Wie seid ihr auf die Idee gekommen Lyrik und Musik zu verbinden? Wo her ist da die Liebe zu dem Thema gekommen? Das Lyrikprogramm ist entstanden, weil Max sehr viele Vertonungen von Villongedichten mit zur Probe gebracht hat. Die passten aber nicht zu dem Folk„Konzept“, so dass wir uns überlegt haben, ein anderes Programm daraus zu machen. Bei unserem Folkprogramm wird gefeiert und getanzt – es geht also meistens etwas lauter zur Sache. Das Lyrikprogramm bietet indes, die Möglichkeit, auch ruhige Titel – und das nicht nur als Ausnahme – auf die Bühne zu bringen. Es macht Spaß, wenn ein Publikum mitsingt und feiert, aber es ist ebenso toll, wenn alles ruhig ist, wenn man im Konzertsaal den vielbeschriebenen Nadelfall hört. Außerdem ist dann auch mehr Zeit, etwas zu den Stücken zu sagen. Dass da zwangsläufig auch das Thema „Liebe“ Einzug hält, ist wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die gefühlte Hälfte der Weltliteratur und –Lyrik diesem Thema verschrieben ist. Ein weiterer Grund für das Lyrikprogramm ist auch, dass wir viele Melodien hatten, aber keine Texte dazu. Wir haben nur wenige Stücke mit eigenem Text, weil es einfach so wenig zu sagen

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gibt. Nicht, dass wir interessen- oder belanglos wären, aber wir wollen einfach, dass die Leute mit uns über die Länge eines Auftritts und möglichst darüber hinaus, den Alltag vergessen. Darüber kann man natürlich auch vortreffliche Texte schmieden, aber das ist nicht in unserem Sinne. Aus diesem Grund bedienen wir uns der textlichen Ideen von Dichtern. Dabei macht grade die Verfremdung Spaß. Es gibt tausende Versionen, die den traurigen, letzten Ritt beim „Erlkönig“ besingen. Warum denn nicht auch mal das Unerwartete wagen? Wie ist es dazu gekommen, dass letztlich aus der einen geplanten ~ Lyrik im Anzug ~ CD nun noch eine weitere zusätzliche CD ~ Im Anzug ~ mit beiliegt? 2007 kam „Im Anzug“ raus. Wir haben zu Hause ein paar Titel aufgenommen und sie dann auf einen Silberling gepresst. Da das aber so wenige Titel sind, viele Leute aber ebd. CD auch nach dem Ausverkauf der ersten zwei Auflagen haben wollten, haben wir beschlossen aus der neuen Lyrik-CD einfach ein Doppelalbum zu machen. So liegen neben den alten Interpretationen auch neue auf der Scheibe vor, was u.a. auch unsere Entwicklung zeigt. „Im Anzug“ klingt noch sehr „kindlich“, indes wir bei „Lyrik im Anzug“ auch Sachen mit Orchester gespielt haben. Das klingt natürlich anders, als wenn man Stücke mit nur vier Instrumenten einspielt. Das Nebeneinander unterschiedlicher Interpretationen aus unserer Feder ist doch eigentlich reizvoll, oder?! Gedichte wie “Erlkönig”, “Heidenröslein” oder auch “Lorelei” kennt man ja aus der Schule, wobei “Lorelei” schon oft vertont wurde. Wie kamt ihr da auf die Kompositionen? Wie sind Euch die Melodien eingefallen? Wir wollten anfangs insbesondere die Gedichte angehen, die jeder irgendwie noch kennt. Mittlerweile kommen wir da an Grenzen, weil bspw. nicht jeder „Willkommen und Abschied“ oder den „Osterspaziergang“ kennt. Balladen wie „Der Zauberlehrling“ oder „Der Handschuh“ sind aber einfach zu lang, als dass wir sie musische verpacken könnten. Aber mal sehen, vielleicht gehen wir die auch mal an. Der Entstehung eines Stückes geht zumeist ein kurzer, musischer Impuls voraus, will sagen, meist hat Max eine grundsätzliche Idee zur Melodie, die dann während der Probe von allen bearbeitet wird. D.h. das Grundgerüst wird von daheim mitgebracht und im Proberaum wird dann Musik daraus gemacht. Manchmal klimpern wir auch einfach während der Probe und

dann gefällt uns eine bestimmte Akkordfolge. Dann wird daran weitergebastelt und ein Text draufgepackt. Anders herum funktioniert es aber auch, so bspw. bei „Tandaradei“. Max gefiel der Text und dann hat er eine Melodie dafür geschrieben. An manchen Tagen ist also zuallererst der Text und dann die Musik, an anderen verhält es sich anders herum. “Lyrik im Anzug” behandelt mittelhochdeutsche Liebeslyrik, romantische Naturexkurse und endet im Ersten Weltkrieg. Nach welchen Kriterien sucht ihr Eure Texte aus? Der Einfluss aus dem Mittelhochdeutschen war im letzten Programm sehr groß, weil Max seine mediävistische Neigung etwas auslebt. Prinzipiell sind wir jedoch für alle Formen von Lyrik empfänglich, solange sie sich im vertretbaren, inhaltlichen Rahmen entfaltet: Sexismus oder Extremismus werden wir nicht vertonen! Liest jemand von uns ein Gedicht, dass er gern vertont wissen möchte, so steht es ihm frei, es den anderen zu zeigen oder gleich eine Vertonung mitzubringen. Wie auch unsere Musik, sollen die Gehalte ja berühren – und das kann auf sehr unterschiedliche Weise geschehen. So berührt die Neuinterpretation des „Heidenrösleins“ sicherlich anders als die „Kriegsballade“.Inhaltlich sind wir also sehr offen für alles. Ihr habt ja auch in eurem Folkprogramm einige Sachen von Villon. Wie kommt es zu diesem ausgesprochen intensiven Nutzen seiner Gedichte? Auch hier liegt der Ursprung bei einer Neigung von Max. Da gab es halt eine Phase, in der er viel von ihm gelesen hat und das beeinflusst irgendwie bis heute. Villons Lyrik ist von einer vielschichtigen Unmittelbarkeit, die sehr eingängig berührt. So schreibt er bisweilen äußerst vulgär, schlägt dann aber sofort in die feinsten Verschleierungen um. In einem Vers berichtet er fast hämisch von Mord und Totschlag, im nächsten bedauert er die Endlichkeit des Menschen. Es ist, glaube ich, diese Form von dialektischer Symbiose, die seinen speziellen Reiz ausmacht. Dazu kommt, dass die Übersetzungen von Paul Zech (aus dem Französischen) wahrhaft großartig sind. Schlussletztlich ist Villon aber auch eine Person, über die man vortrefflich erzählen kann, wenn man bedenkt, wie er lebte – zwischen Todesurteil und Gottestreue, Atheismus und Integrität, Lüsternheit und … Das könnte man nun so fortsetzen. Fest steht, dass man

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über die Person Villons einfach wunderbar viel berichten (und erfinden – siehe Zechs„Biographie“) kann. Max Heckel, Maximilian Heinrichs und Georg Marth sind Namen, die immer wieder im Booklet auftauchen, vor allem die beiden erst genannten Namen. Legt ihr wert drauf, so viel wie möglich selber zu machen, damit es so wird, wie ihr es wollt? Georg hat „Im Anzug“ aufgenommen. Maximilian hat indes die Hauptarbeit bei „Lyrik im Anzug“ geleistet. Zum einen ist es uns natürlich wichtig, dass bestimmte Sachen nicht aus der Hand gegeben werden. Cover, die aus einem Foto und einem draufgeklatschten Namenszug bestehen, sind eine liebevollen Arbeit einfach nicht würdig. Wir legen sehr viel Wert auf Details – wenn man sich das Booklet mal anschaut, wird mal überall kleine Dinge entdecken, für die man sich Zeit nehmen muss. Sowas entsteht ja nicht einfach so. Außerdem haben wir viele Ideen. Warum also an eine andere Person abgeben? Ein weiterer Aspekt ist allerdings nicht zu leugnen: Wenn man Aufgaben abgibt, dann kostet das was. Wir haben 2011 „folKing around“ aufgenommen, was uns an den Rand unserer finanziellen Ressourcen gebracht hat. Es war einfach nicht das Geld da, permanent ins Studio fahren und kleine Bastelarbeiten zu machen. So haben wir viel selbst gemacht und ich glaube nicht, dass das so sehr auffällt. Im Booklet sind Zeichnungen von der Künstlerin Michaela Herbst zu sehen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit? Wir kennen die Künstlerin schon seit vielen Jahren. Vor etwa fünf oder sechs Jahren haben wir mal ein Konzert gegeben und sie hat ausgestellt. Seitdem haben wir Kontakt gehalten und als es dann darum ging, dass irgendwer eine optische Interpretation der vertonten Gedichte liefern könnte, haben wir sofort an Michaela gedacht. Das Arbeiten mit ihr hat großen Spaß gemacht, weil wir uns immer über Interpretationen austauschen konnten. Sie sind schlussletztlich von manchem Lied, wie bspw. „Tandaradei“ drei Interpretationen auf dem Doppelalbum: zwei in Liedform und eine Zeichnung. Plant ihr aktuell etwas und was kommt in naher Zukunft?

Dieses Jahr treten wir etwas kürzer. Wie gesagt, das letzte war finanziell und auch arbeitstechnisch sehr belastend, so dass wir dieses Jahr nur kleine Projekte angehen. Maximilian und Max arbeiten bspw. an einer Hörbuchproduktion und einer E-Musik-Komposition. Ronny musiert nebenbei in einer Bluesband mit. Max tritt bisweilen als Gastmusiker in anderen Projekten auf. Das heißt aber nicht, dass wir untätig sind. Am 03.11.2012 veranstalten wir ein Liedermacherfestival mit unterschiedlichen Bands, Jonglage, Akrobatik, Zauberei und Pantomime-Show. Wir wollen immer mal wieder was Neues ausprobieren. Wie es im Booklet steht: Nicht alles, was neu hervortritt, ist auch besser als seine Vorgänger. Aber eine Verbesserung erreicht man nur auf diesem Wege. Niemals Stillstand. 2013 wird es unser Festival „Folk! in die Nacht“ wieder geben und außerdem ist auch ein neues Album geplant. Außerdem werden wir noch ein neues Lyrikprogramm machen, in dem wir uns vollkommen François Villon und seiner Rezeption widmen wollen. Ja, mehr nicht erstmal … Was ist Euch mal wichtig zu sagen? Dass wir froh sind über jeden, der nicht borniert daherkommen und ausruft: „Wehe, Euch Schändlichen! Ihr macht weder Irish Folk noch echten Country. Entscheidet euch doch mal.“ Ich verstehe diese Folkpuristen nicht – das gleiche Argument würde sonst lauten: „Unterlasst die Rassenmischung. Das ist schlecht.“ Wer würde sowas äußern?! Aber in der Musik ist es scheinbar ok … Wir sind überzeugt, dass jede Form von Musik und Kunst eine Auseinandersetzung mit der Welt ist, und dass niemand sich anmaßen sollte, über ebd. zu richten. Wir hatten diesbezüglich vor kurzer Zeit einen etwas unangenehmen Vorfall. Was wir wollen: Unterhalten. Spaß haben: Für, vor allem aber mit den Leuten, die zu uns kommen. Wir freuen uns sehr, dass unsere Musik, die konzeptionell konzeptionslos ist, zunehmend auf offene Ohren stößt, und dass sich Celtic Rock auch auf dieses Experiment mit uns einlässt. Wir haben also zu danken! Danke für die Zeit, die ihr Euch genommen habt! Jederzeit gern wieder, lieber Jens. Wir danken dir. Also auf bald, möglichst in der Nähe von den Brettern, die die Welt bedeuten. Ich freue mich schon sehr auf ein Wiedersehen mit der Band und empfehle jedem mal ein Konzert der

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Nobody Knows zu besuchen. Auf der Homepage erfahrt Ihr wo und wann sie spielen. Und eines möchte ich zum Ende noch tun! Danke noch mal an Nobody Knows, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt und mir die Fragen beantwortet habt. Dank an Max, für seine Zusammenarbeit, beim Entwerfen der Fragen. Ich wünsche Euch viel Erfolg in der Zukunft und das die Musik der Nobody Knows nie verstummt!

Trackliste ~ Im Anzug

Trackliste ~ Lyrik im Anzug

Für das Album vergebe ich 10 von 10 möglichen Punkten!

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12.

Francois Tandaradei Chiestra Nostra Thränen des Vaterlandes Vereinsamt Sehnsucht Kriegsballade Heidenröslein Mein herz, mein mut Lorelei My Bonnie is Over the Ocean Zigeunerjunge

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

Mondnacht Heidenröslein King of the Fairies Tandaradei Erlkönig Herbstbild Wandrers Nachtlied

www.celtic-rock.de/2012/07/nobody-knows-lyrik-im -anzug-2012

D. Warfield and The Young Wolfe Tones ~ On the One Road (2008) / D. Woods ~ With a Banjo on my Knee (2012) von kuec Derek Warfield and The Young Wolfe Tones, On the One Road 

Derek Warfield hat eine Mission: seit er vor vierzig Jahren die Wolfe Tones gründete, besingt er die heldenhafte Rolle der irischen Nation in der Geschichte, damit die Freiheitskämpfe in Irland und in den USA bei den Nachfahren unvergessen bleiben. Die Covergrafik verweist deutlich darauf. Entsprechend haben sich die Wolfe Tones (anders als die Dubliners) nie um das europäische Publikum  gekümmert. Das ändert sich jetzt mit den Young Wolfe Tones, die im August erstmals beim Festival in der Balver Höhle in Deutschland auftreten.

eine Reihe hochklassiger MusikerInnen um sich geschart, die etwas halb so alt sind wie er. Mit ihnen hat er eingespielt, was ihm Spaß macht. Die Doppel-CD bietet daher eine bunte Mischung, bei der musikalisch allerdings kaum ein roter Faden zu erkennen ist.

Während die alten Wolfe Tones als Trio ohne Warfield weiter bestehen, haben wir es hier mit einer Neugründung zu tun. Der Sänger, Liedermacher und Hobby-Historiker hat für die Young Wolfe Tones

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Eigentliche Volkslieder anonymer Herkunft, etwa The Parting Glass, bleiben am Rande. Zu hören gibt es viel Patriotisches, mal kämpferisch (Come Out Ye Black and Tans), mal sentimental (Only our Rivers), Auswandererlieder (The Streets of New York) und Salon-Lieder aus der populären Unterhaltung, wo der Sänger eine „bühnen-irische“ Klischee-Identität annimmt (The Darling Girl from Clare), was für mich den Rand der Peinlichkeit streift. Etwas unerwartet sind die Cover aus dem Rock-Bereich: The Night they drove old Dixie down oder Galway to Graceland. Bei manchen MitsingTiteln ergibt sich eine unvermutete Nähe zum Celtic – Rock – Repertoire, z.B. einem recht flotten Foggy Dew. Auch die Celtic Symphony, Fangesang von Celtic Glasgow in opulenter Aufmachung, wäre vom Thema her rock-kompatibel. Mitgewirkt haben ein paar Dutzend  MusikerInnen bis hin zu einem Chor. Den Leadgesang teilt sich Derek Warfield mit Padraig Allen, der mich ein wenig an Luke Kelly erinnert. Die orchestralen Streicherarrangements lassen einiges überproduziert wirken. Die Band kann sich nicht recht zwischen Tradition und Mainstream entscheiden. Vieles erinnert an den Stil der Sechziger, als Skiffle-König Lonnie Donegan ode die Clancy -Brothers populär waren. Trotz der historischen Bezüge ist die Art des Vortrages nicht darauf gerichtet, den Originalsound aus der Entstehungszeit der Songs genau zu reproduzieren, es wird vieles zitiert, aber eine Festlegung vermieden. Am besten gefallen mir eigentlich die Instrumentaltitel, da sie am ehesten auf der Höhe der Zeit sind. Hier können Banjo, Pipes, Bodhran und Akkordeon richtig loslegen. Mit 38 Titeln gibt es eine Menge Musik für’s Geld und auch eine Reihe weniger bekannte Titel. Im Beiheft findet man ausführliche Anmerkungen zum Hintergrund aller Stücke. Warfields nationalistischer Tunnelblick, der auch auf anderen Alben von ihm zum Ausdruck kommt,   wirkt auf mich als Deutsche etwas beklemmend. Lieder und Tanzstücke haben sich immer frei über Grenzen hinweg bewegt, und die Gleichung irisch = gut geht für mich so nicht auf. Den gegenwärtigen, großenteils hausgemachten Problemen der irischen Politik, Verschuldung, Korruption, Vetternwirtschaft, kommt man nicht bei, indem man sich, den Blick rückwärts gewandt, in der Opferrolle einrichtet. Aber vielleicht tröstet die Erinnerung an die Zeiten, als die Iren die mutigen Helden und die Bösen die ausländischen Besatzer waren.

Trackliste

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. 32. 33. 34. 35. 36. 37. 38.

Over Here, Over There The Mountains of Pomeroy (Poem) The Mountains of Pomeroy (Song) Will You Go Lassie Go The Darlin Girl From Clare Streets of New York The Masons Apron Reel Lonely Banna Strand (The Ballad of Roger Casement) Galway to Graceland The Boys of Kilmichael The Night They Drove Old Dixie Down  The Valley of Knockanure The Rathlin Bog/Sally Gardens The Ballad of Newgrange (Bru Na Boinne) Blackberry Blossom The Homes of Donegal Sergeant William Bailey Teddy O’Neill Some Say the Devil Is Dead Come Out Ye Black ‘N’ Tans  The Night Is….young Set Only Our Rivers Run Free The Foggy Dew The Ballad of Michael Barrett  The Piper That Played Before Moses Slievenamon A Decent Cup of Tea Siney Crotty’s/Winnie Hayes Jigs Grace Dixie The Parting Glass/Eddie Duffy’s  Many Young Men of Twenty Give Me Your Hand Hop/Jean Michel’s Reel Dance and a Song and the Shamrock So Green Celtic Symphony 8th of January/the Battle of New Orleans  On the One Road

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Damaris Woods, With a Banjo on my Knee

Damaris Woods zählt aktuell zu den besten irischen BanjospielerInnen. Neben anderen Projekten ist sie Mitglied der Young Wolfe Tones. So liegt es nahe, dass auf ihrem ersten Soloalbum einige Bandkollegen mitwirken. Aber auch bei ihr ist eine Unzahl weiterer Gastmusiker beteiligt. Anders als zu erwarten wäre bieten die 18 Tracks mehr als nur eine Ansammlung von Jig- und ReelSets. Damaris Woods unternimmt eine Reise in die anderthalb Jahrhunderte umfassende Geschichte des Banjos in der „weißen“ Musik, daher ist viel Amerikanisches zu hören. Es beginnt mit einer Strophe im Barbershop-Gesangsstil: „I come from Alabama / with a Banjo on my knee“ und nimmt alle Stereotypen zum Instrument auf, bevor es mit einem selbstgeschriebenen Reel zurück nach Irland geht. So gibt es zahlreiche Sprünge über den großen Teich, amerikanische Tunes, die ihren Weg nach Europa fanden und umgekehrt. Derek Warfield steuert zwei Songs bei, darunter The Rocky Road to Dublin, das das Banjo gut voran treibt. Ein anderes klassisches Schaustück ist The Mason’s Apron, mit Tempo und Variationen an Banjo-Urvater Barney McKenna von den Dubliners erinnernd. Die populäre Filmmusik von den Dueling Banjos passt genauso zum Spiel mit den Banjo-Klischees. Den größten Einfluss auf die Arrangements hatte außer Damaris Woods selber offenbar Ciaran Tackney. Der All Ireland – Champion im Fach Klavier verfolgte offenbar den Ansatz, traditionelle Musik durch klassische Elemente aufzuwerten. Die sehr aufwändige Produktion mit Chor und Orchesterarrangements verbessert den Gesamteindruck aber nur bedingt. Damaris Woods’  Fertigkeiten kommen am besten zur Geltung, wenn sie sessionartig mit wenigen Kollegen zusammenspielt. In den 72 Minuten gibt es eine Menge unterschiedliche Stücke, die irgendwann zwischen dem 18. und dem 21. Jahrhundert entstanden sind. Neben dem Banjo greift Damaris Woods auch zu Mandoline und Tenor-Gitarre. Auch ihr Booklet enthält sehr viel Hintergrund zu den Stücken sowie zur Geschichte des Instruments. Von Derek Warfield wie auch von Damaris Woods würde ich mir Alben wünschen, auf denen sie die

Qualitäten ihres musikalischen Materials selbst sprechen lassen, ohne sie unter einem Berg von unnötigen Zutaten zu vergraben. Trackliste

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Oh Susanna/Ralfs Reel The Blackberry Blossom (Hornpipe) Dueling Banjos/ Le Reel De La Main Blanche The Castle Jig/Green Groves Of Erin/Damp In The Attic (Jig/Reel/Reel) 3:41 Jenny’s Welcome to Charlie (Reel) Garryowen (March/Jig) The Hair In The Gate/Maggies Reel (Reels) Little Bridget Flynn (Song) The Mason’s Apron (Reel) O’Carolans Receipt (Planxty) Lough Mountain/The Bird’s Nest/McElvogues No. 6 (Reels) John Bradys Jig/I’ll Buy Boots for Maggie/The O’Keeffes of Dublin (Jig/Polka/Jig) The Rocky Road to Dublin (Song) The Barge Inn/Paddy Lynns Delight (Reels) The Doune Lodge Two-Step Jig/ Amy’s Rollerskates (Jigs) St Patricks Hornpipe Calliope House/ Dan Collins Father Jig (Jigs) Tartar Frigate/Lukes Reel/Paddy Ryans Dream (Reels)

www.celtic-rock.de/2012/07/derek-warfield-and-theyoung-wolfe-tones-far-away-in-australia-et-al

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Konzertberichte

Konzertberichte Emerald und Lokal Heroes, Leverkusen 15.07.2012 von kuec Es war ein angenehmer Nachmittag im Schlosspark. Man war von sattem Grün umgeben, saß auf Gartenstühlen unter großen weißen Schirmen und richtete den Blick auf die Bühne unter dem großen Sonnensegel, das an der Rückseite des Schlösschens aufgebaut ist.

Personen gekommen, darunter auch viele ältere Leute. Aber nicht nur deshalb blieb die Reaktion verhal-

Die beiden Bands boten hochklassiges musikalisches Niveau, ergänzten sich und passten bestens in den gegebenen Rahmen. Gespielt wurde eher konzertante Musik mit irischen Wurzeln, die aber bewusst und gern andere Länder und Stile einbezog. Man wechselte sich ab, jede Bands spielte zwei Sets. Erfreulicherweise waren Musikerinnen überdurchschnittlich stark vertreten. Da waren zunächst Emeraldaus Hannover, gleichermaßen stark an Instrumenten und Gesang mit Frontfrau Sue Sheehan. Sie sang Traditionelles ebenso überzeugend wie Liedermacher-Material (The Great Divide) oder sogar „I Miss New Orleans“. Kraftvoll die Saiteninstrumente, Flöte und Bodhran bei den Tunesets, originell das Fagott als Tuba-Ersatz für den richtigen Groove. Der erkrankte Fiddler wurde von Sabrina Palm bestens vertreten. Sie war auch bei den Lokal Heroes  aus Bonn beteiligt, deren Instrumentierung mit bis zu acht Personen noch breiter gefächert war. Trotz Bass und Schlagzeug wurde eher geswingt als gerockt, und das sehr ideenreich. Einflüsse kamen auch aus Schottland, England oder Skandinavien.   Auffallend die Kombination von Konzertflöte und Whistle sowie das Zusammenspiel der beiden Gitarren. Zu hören war Vertrautes wie Bonnie Ship the Diamond ebenso wie  das mittelalterliche Sumer is Icumen in.

ten – wohl auch, weil die Lautstärke bereits wenige Meter seitlich von der Achse Bühne-Mischpult stark abfiel. Bemühungen, das Publikum einzubeziehen, gab es von beiden Bands kaum. Meinetwegen – und das sage ich nicht oft – hätte es etwas lauter sein können. So konnte man entspannt lauschen oder sich unterhalten. Dank geht an die Stadt Leverkusen für dieses schöne Kulturangebot – es war die Anreise wert. Fotos: daniels

www.celtic-rock.de/2012/07/emerald-und-lokal-hero es-leverkusen-15-07-2012

Zur Veranstaltung im Rahmen des Morsbroicher Sommers waren trotz unsicheren Wetters etwa 150

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CDs und Platten A Band of Rogues ~ A Band of Rogues ~ (2012) von kuec Die Band der Schurken ist eine irisch-amerikanische Band und es gibt sie in der jetzigen Besetzung seit 2011. Sie haben aber schon einen langen Weg hinter sich gebracht. Seit den frühen 90er Jahren spielen einige Bandmitglieder schon zusammen. The Moonshiner`s nannten sie sich zu erst und nach einigen Umbesetzungen hat man vor ein paar Jahren ein Neustart gewagt, mit dem neuen Bandnamen A Band of Rogues. Sie kommen aus New York und spielen eine Mischung aus irischen Liedern und traditionellen Melodien, amerikanischen Folk, Blues, Rock und eine Portion Country.   Ich muss sagen, die CD ist eine mit vielen Facetten, einer großen Bandbreite des Könnens der Schurken. Es gibt viele musikalischen Richtungen zu hören! Aber eins nach dem anderen und erst mal zur CD! Molly, Molly ist ein richtig guter Einstieg in das Schaffenswerk und ganz nach meinem Geschmack. Ein schnell gespieltes Stück, wo Musik und Gesang nicht um die Wette ächzen, sondern es ist ein harmonisches Zusammenspiel. Ein eingängiger Song, der nach einigen mal hören nicht mehr aus dem Kopf geht. Ich bin mir sicher, wenn auf den Konzerten der Band dieses Lied gespielt wird, wird sich schnell die Tanzfläche füllen. Take Me Back To Kerry  eine Hommage an Irland, genauer an Kerry und man schlägt leisere Töne an. Mit ruhiger und sehnsüchtiger Stimme, melodisch gespielter Musik, ist das ein gut gelungenes Lied. Schöne Folk-Musik, aber bei dem Lied schleichen sich leichte Elemente der Country Musik ein. Traditionell wird es bei The Timmy Clifford Set. Die ersten Töne erklingen von der Geige und Gitarre stimmt mit ein, bis dann sich auch der Rest mit einbringt. Ein toll gespieltes instrumentelles Lied mit viel Harmonie und Volumen. Punch ebenfalls ein traditionelles Lied und auch nur mit Instrumenten gespielt, wobei die Geige die erste “Geige” spielt. Sie gibt den Ton an und die anderen Instrumente eine untergeordnete Rolle spielen. Es hat aber auch mehr Tempo, als The Timmy Clifford Set. You Can`t Eat The Scenery geht für mich am stärksten in Richtung Country, aber es passt mit auf das Album. E-Gitarre, Bass, Schlagzeug, Geige sind die

Hauptakteure in der Musik und der Gesang rundet das Bild ab. Mit These Streets Are Mean gibt man dann mal wieder richtig Gas und man möchte aufspringen und sich zur Musik drehen. Es ist auch ein Lied in vier Akten. Zu erst wird das eben genante Lied gespielt und nach ca. 2,30 min. wird die Musik sehr irisch. Eine Interpretation von Cry Of The Celts  wird eingeschoben und der Zauber ist nach etwas über eine Minute zu Ende. Im dritten Akt kommt man auf das eigentliche Stück zurück und besinnt sich auf das Lied. Der vierte Teil wird sehr ruhig und die Geige spielt mit leiser Unterstützung den letzten Akt. Ballyvaughan  ist eine sehr schöne Ballade zum Abschluss des Albums. Ein romantisch gespieltes und gesungenes Lied. In dem Lied wird die alte Heimat besungen, die Sehnsucht und das Heimweh. – Ich singe dieses Lied für Irland -. Auf dieser CD zeigen A Band of Rogues, wie groß ihre Bandbreite an Musik ist. Das geht von rockigen, schnellen, folkigen Liedern bis zu langsamen Liedern. Das letzte Lied auf der CD zeigt auch, dass man sehr melodische, romantische und verträumte Musik spielen kann. Die CD beinhaltet traditionelle und eigene Lieder, wobei alles sehr ausgewogen ist. Man kann sie sich immer wieder anhören, ohne das sie langweilig wird. Da haben die sechs Männer und eine Frau eine tolle CD eingespielt. Was mir manchmal auffällt und mir nicht so sehr gefällt ist, dass sich die Musik

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manchmal etwas leicht dumpf anhört. Das liegt aber immer im Auge des Betrachters. Im Großen und Ganzen eine hörenswerte CD. Auf der Seite der Band kann man die CD kaufen, oder einzelne Titel runter laden. Ich gebe der CD 7 von 10 Punkten. www.celtic-rock.de/2012/07/a-band-of-rogues-a-ban d-of-rogues-2012

Trackliste

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Molly, Molly Take Me Back To Kerry Girl From The Emerald Isle The timmy Clifford Set You Can`t Eat The Scenery Ordinary Man Punch Irish Goodbye These Streets Are Mean Ballyvaughan

Derek Warfield ~ Washington’s Irish (2011) / Far Away in Australia (2011) von kuec Zwei Themenalben, die sich mit dem Einfluss der Iren auf ihre neuen Heimatländer beschäftigen. Derek Warfield hat sich intensiv mit der Zeit auseinander gesetzt, als irische Rebellen in den USA und Australien eine neue Heimat fanden. Es wird aber nicht nur Liedgut von damals musikalisch aufbereitet. Der Dubliner Liedermacher hat viele Texte neu vertont oder zu Musik gesetzt. Mit den Young Wolfe Tones hat er zeitgemäße, mainstreamnahe Arrangements entwickelt, die trotzdem die Zeit vor rund 200 Jahren lebendig werden lassen.

schungsgegenstand. Er identifiziert sich völlig mit dem Anliegen seiner Helden – vielleicht ein Ausgleich für die schmerzliche Tatsache, dass es bis zur Unabhängigkeit Irlands 150 Jahre länger dauern sollte. Die Niederlage in Neuengland war der erste größere Schlag, den das Britische Empire hinnehmen musste, und Iren oder ihre Nachkommen waren maßgeblich an den Kämpfen beteiligt. In der Neuen Welt setzten sie ihren Kampf gegen die verhasste britische Krone fort, was ihnen nicht unbedingt gedankt wurde. Warfield singt überlieferte oder aber selbst geschriebene Songs und trägt auch zwei Gedichte zu Musik vor. Er  lässt uns mit seinen Leuten ins Schlachtgetümmel ziehen und hat einige ungewöhnliche Stories ausgegraben, etwa die von Molly Pitcher an der Kanone und vom Indianerhäuptling Tammany, welcher sich mit den Kämpfern verbündete. Warfield ist ein begabter Geschichtenerzähler und bestimmt auch auf der Bühne eine Persönlichkeit mit Ausstrahlung.

Washington’s Irish – The Irish fight for American Liberty

Warfield hat sich acht Jahre lang intensiv mit dem Zeitraum zwischen 1765 und 1815 beschäftigt. Anstelle eines akademischen Grades stand am Ende dieses Album mit 18 Titeln und einem 48-seitigen Booklet. Der CD-Titel bezieht sich auf ein Dutzend Männer, die General George Washington im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg unterstützt haben. Was dem Historiker aus Leidenschaft völlig abgeht,  ist eine professionelle Distanz zu seinem For-

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Obwohl das Unterfangen textlastig ist, bleibt die CD angenehm zu hören, spricht aber mehr ein älteres Publikum an. Die Songs sind oft sehr eingängig. Pipes oder Whistle und Akkordeon setzen die Akzente. Bass, Bodhran und Gitarre oder Bouzouki sorgen für einen stimmigen aktuellen Sound. Die „irische“ Instrumentierung von typisch amerikanischen Songs wie Yankee Doodle verweist noch einmal darauf, das kaum eine europäische Kultur so viel Einfluss auf die Entwicklung der amerikanischen Musik hatte wie die irische. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18.

Irishman’s Epistle Dance the Song and The Shamrock So Green The Battle of Kings Mountain Matthew Carey’s Poem to St Tammany St. Patrick & Tammany Always Agree/ The Returned Yank Captain Molly (The Ballad of Molly Pitcher) O’ Carolan’s Receipt Over The Hills and Far Away The Old Commodore (The Brave Old Ship Alliance) Suil a Ghra  The Girl I Left Behind Me Success To America Says Old Granuaille George Bush’s Tunes: Kitty Will You Marry Me/ Miss Moore’s Rant A Dream Of Liberty The Parting Glass  When This Dreadful War Is Ended Rory O’ Moore Yankee Doodle/The Three Little Drummers

siert, sei auf die englische Folk-Oper The Transportshingewiesen.) Songs aus Australien selbst wie die R ä u b e r b a l l aden über Ned Kelly und den W ild Colonial Boy sind in der Unterzahl. International populär sind die heimliche australische Hymne Waltzing Mathilda oder der Shanty South Australia. Es fällt auf, dass mehrere der vorgestellten Lieder von Nachgeborenen zu historischen Themen verfasst worden sind: das populäre Back Home in Derry (Bobby Sands), The Band Played Waltzing Mathilda (Eric Bogle) und natürlich Fields of Athenry (Pete St. John). Warfield selbst hat ein aktuelles Spottlied auf die Queen als Staatsoberhaupt des Landes beigetragen und ruft dazu auf, die immer noch bestehende Bindung zur britischen Krone endlich zu lösen. Auf „Farewell to Australia“ kommt wieder Warfields Liebe zu pompösen Arrangements mit Chor und Streichern zum Ausdruck. Back Home in Derry verliert dadurch etwas von seinem eingeschriebenen Zorn. Das Orchestrale bringt die Produktion in die Nähe des Schlagerhaften, obwohl die Band bei den Instrumentaltiteln – Farewell to Ireland! – immer wieder Genialität versprüht.

Far Away in Australia

Der fünfte Kontinent ist seit rund 200 Jahren in der irischen Vorstellungswelt präsent und daher auch Gegenstand unzähliger Lieder. Australien hatte für die Iren verschiedene Bedeutungen: Furcht und Leid für die durch Deportation zerrissenen Familien oder das Versprechen von Aufstieg und Wohlstand für die Auswanderer. Nach der Amerikanischen Unabhängigkeit wurde Australien von 1788 bis 1868 Ziel der Zwangsarbeiter-Schiffe. Berüchtigt war die Strafkolonie Van Diemens Land (heute Tasmanien). Deportation für mindestens 7 Jahre wurde bereits für geringfügige Vergehen verhängt und betraf daher Abertausende – nicht nur Iren!  (Wer sich für die Zusammenhänge interes-

Auf der CD heißt der Untertitel „The Musical Story of Ireland and Australia“ im Booklet dagegen „The musical story of the Irish race in Australia Vol. 1”. Von der „irischen Rasse“ zu sprechen, ist spätestens seit den Invasionen der Wikinger und Normannen

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Unfug, von völkischen Assoziationen einmal abgesehen. Man kann bei dieser Auswahl von Hits auch nicht davon sprechen, dass hier eine musikalische Entwicklung nachvollzogen werde. Derek Warfield hat wieder eine Menge interessante Fakten zusammengetragen und präsentiert sie auf leicht konsumierbare Weise. Wieder ist ein umfangreiches Booklet enthalten. Wenn es noch „Vol. 2“ gibt, würde ich mir bei der Textauswahl mehr Gegenwartsbezug wünschen. 1. 2. 3. 4. 5. 6.

Far Away in Australia Back Home in Derry  Flight of The Earls Australian Waters / Spirits of Wine Shores of Botany Bay Take Care of Your Fenians or the Yankees Will Steal Them Away

7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16.

Australia a Republic Black Velvet Band Waltzing Matilda South Australia Farewell To Ireland Around The Boree Log / Van Dieman’s land  With Me Swag All On Me Shoulder Ned Kelly The Band Played Waltzing Matilda Castle Jig / Green Groves of Erin / Damp In The Attic 17. The Wild Colonial Boy 18. Fields of Athenry  www.celtic-rock.de/2012/07/derek-warfield-far-away -in-australiawashingtons-irish

Interna 5. Folkival in Nürtingen 21./22.07.2012 von kuec Das Wetter dieses Sommers legte den Besuch eines Festivals in geschlossenen Räumen nahe. Für Nürtingen sprach die verkehrsgünstige Lage und ein erlesenes Programm, das mich neugierig machte. Statt Folkival hätte es auch Celtival heißen können, denn geboten wurde Musik aus den keltischen Ländern mit verschiedensten Herangehensweisen von ruhig bis rockig. Das Städtchen am Neckar ist nicht nur die Heimat von Hölderlin und Harald Schmidt, sondern beherbergt seit 1970 den Club Kuckucksei. Hier wird seit den Zeiten der Jugendzentrumsbewegung und der ersten Folkclubs mit viel persönlichem Engagement Alternativkultur gepflegt. Man saß als Besucher auf Holzbänken unter Wandgemälden von Jimi Hendrix, Jim Morrison und Elvis und fühlte sich ein bisschen an alte Zeiten erinnert. Für Essen und Platz zum Unterhalten war unter Pavillons im Hof gesorgt. Drinnen wurde die vielfältige Getränke-Auswahl durch eine sehr erlesene Whisky-Bar der „Friends of Angel’s Share“ erweitert.

Trotz der martialischen Warnung an der Tür, „Maximum Noise Output“, war ein ausgesprochenes FolkPublikum erschienen, das auch und gerade die leisen Töne schätzte. Mit den Jahren ist im Kuckucksei offenbar eine Kultur des Zuhörens gewachsen, die zwei ausgesprochen bereichernde Konzertabende möglich machte. Wie Jens Kommnick von Iontach es ausdrückte: „Ich habe keinen der 765 gefahrenen Kilometer bereut.“

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Zum Auftakt lieferte Chris Simper ein beeindruckendes, sehr persönliches musikalisches Selbstporträt. Der gerade bei den McMontos ausgestiegene Flötenspieler hatte ein „Heimspiel“. Er präsentierte Stücke, die ihm am Herzen liegen, aber in kein Bandprogramm passen. Mit dem bretonischen Dudelsack Veuze oder den Low Whistles gab es intensiv gespielte Tunes. Chris zeigte sich mit eigener Begleitung am E-Piano oder auch unbegleitet als guter Sänger. Die Ballade vom Roi Renaud ging unter die Haut. Die Gastmusiker Frank, Johannes und Holger ergänzten die Wirkung einzelner Stücke sehr effektvoll. Toll gemacht. Es folgte ein starker Kontrast: mit Red Shamrock aus der Schweiz wurde es deutlich lauter. Die Band um die Brüder Kirder besteht bereits seit 12 Jahren und hat fünf CDs eingespielt, ist aber noch nicht oft in der Bundesrepublik aufgetreten. Im Mittelpunkt stand Servan Kirder, der alle erdenklichen Flöten und den Dudelsack mit unbändiger Energie bläst und dabei auch noch headbangen kann. Mit ihm kontrastierte die ruhige Iris an Fiddle und Akkordeon. Sänger und Gitarrist Rob gab sogar Kostproben von Oberton-Gesang. Statt eines Schlagzeugs verwendet der für den Beat zuständige David Congas oder Bodhran, was mit dem teils geslappten Bass von Rafi viel Drive erzeugte. Es waren deutliche Anklänge an Jethro Tull oder Mike Oldfield zu hören. Die Fünf aus dem Alpenstaat  zeigten einen Hang zu maritimen Themen und dem Piratenwesen. Auch im mehrstimmigen Gesang waren sie stark. Bei den Instrumentaltiteln gefiel mir Hevias Busindre Reel am besten. Tempo und Lautstärke blieben gleichmäßig hoch. Das Publikum wurde kaum einbezogen und fühlte sich offenbar etwas überrollt. Mehr Atempausen würden der Musik von Red Shamrock gut tun.    Es ist ungewöhnlich, nach rockigen Klängen wieder zum Akustischen zurückzukehren, aber die Seldom Sober Company war für den späten Freitag Abend die richtige Wahl. Die vier Hallenser spielen IrischSchottisches in recht eigener und sehr unterhaltsamer Interpretation, mit einer guten Portion Klassik im Hintergrund. Ihre CD “Yeeha!” hatte mich neugierig gemacht. Es erwies sich, dass die SSC in erster Linie eine Live-Band ist – vor allem weil sie Toni Geiling haben. Der Mann mit den Hosenträgern ist der Karl Valentin (bayerischer Humorist, 1882-1948) unter den Folk – Fiddlern. Allein seine Mimik zu beobachten, kann einen den ganzen Abend beschäftigen – dabei ist er ein begnadeter Geiger und improvisiert mühelos über sämtliche Höhenlagen. Dies Lob soll

die Qualitäten seiner Mitmusiker nicht schmälern. Nico Schneider spielt versiert die Highland Pipes oder Banjos und singt dieHauptstimme, Michael Proschek zupft eine flinke Mandoline und Kaspar Domke wunderbar melodisch seinen Bass. Diese Besetzung legt Ausflüge in den Bluegrass nahe. Dass Toni Geiling dazu als Soloinstrument eine singende Säge , die „scharfe Hilde“, einsetzte, war nicht unbedingt zu erwarten, ebenso wenig sein Gesichtsperkussions – Solo bei Whiskey in the Jar. Die Stimmung war gut, auf der Tanzfläche neben den Sitzbänken schwangen  junge Frauen ihre langen Röcke. Die letzte Zugabe, nach der gar nichts mehr ging, war Amazing Grace – schaurig-schön mit Pipes und Säge. Beschwingt machte man sich auf den Heimweg.

Neckarufer mit Blick auf Nürtingen, Freitag 21. Juli 2012 Den Samstag eröffnete der Kopf der McMontos und des Festival-Teams, Johannes Single. Mit kraftvollen Liedern aus dem Repertoire der Gruppe sowie Tunes auf dem Banjo war wieder Stimmung wie im Pub zu spüren. Johannes wird demnächst öfter solo auftreten – sogar in Schottland -, und die freundliche Aufnahme beim Publikum sollte ihn darin bestärken. Von der Nordseeküste waren Iontach angereist, ein ungewöhnlich besetztes Trio, das drei erfahrene Musikerpersönlichkeiten und ganz unterschiedliche Einflüsse verbindet. In der Kombination mit Liederjan als “Liedertach” hatten sie mich letztes Jahr in Witten auf einen eigene Auftritt neugierig gemacht Jens Komnick ist vor allem als Gitarrist bekannt, spielt aber ebenso Bouzouki, Uilleann Pipes, Piano oder Cello. Seine Frau Siobhán Kennedybringt Flöten, Concertina und Fiddle ein, Angelika Berns Bodhran, Piano und Flöten. Alle drei singen auch – und wie! Feine Instrumentalstücke in unterschiedli-

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Interna

cher Besetzung loteten jeweils die Eigenheiten der Melodie aus, kein Tuneset war wie der andere. Durch die freundliche, humorvolle Präsentation war bald guter Kontakt zum Publikum hergestellt. Der frisch gelernte schwäbische Satz „ Des gaat di nix ah“ (oder so ähnlich war rasch in ein gälisches Lied eingebaut. Das erste A-capella Stück Bridget’s Kiss traf auf offene Ohren und ermutigte die Drei zu einem weiteren: der Kombination eines Jahrhunderte alten lateinischen Mönchsgesanges mit dem Stück einer zeitgenössischen Liedermacherin. Wenn es möglich ist, „das Leben, das Universum und den ganzen Rest“ in ein Musikstück zu packen, dann ist es Iontach hierbei mit ihrem fantastischen Satzgesang am Samstag gelungen. Es war ganz still, dann brach frenetischer Beifall los. Wohl jeder hatte das Gefühl, etwas ganz Besonders erlebt zu haben – auch die MusikerInnen. Celtic Chakra aus dem Rhein – Main – Gebiet haben wir bereits mehrfach vorgestellt. Seit rund 30 Jahren sind Manfred Noll und Danny Kelly musikalische Partner. Zu Tunes auf Banjo, Bouzouki oder Mandoline kamen eingängige Lieder wie Factory Girl. Das Publikum ließ sich nicht lange bitten, einen Refrain mitzusingen. An der Fiddle war diesmal Bernadette Mullane dabei, die etwa bei As I Roved Out mit ihrem swingenden Spiel überzeugte. Schon lange vor dem Rap hatten die Iren den Lilt, was Danny und Manfred als sich gegenseitig anfeuerndes Duo bewiesen, ergänzt von Harald Sawatzki mit einem nicht minder eindrucksvollen Bodhran-Solo. Wie sollte man so einen Abend abschließen, der schon einige Highlights geboten hatte? Kein Problem für Bachelor’s Walk. Die irisch-englisch-deutsche Gruppe aus Stuttgart ist seit 24 Jahren gemeinsam unterwegs. Das Quintett um Fiddler Mick Davis ver-

bindet großes Können, Spielfreude und Sinn für Humor. Obwohl die Herren der Generation Rolling Stones „um Mitternacht eigentlich schon im Bett sein sollten“, legten sie noch mal richtig los. Was das Tempo bei den Reels angeht, stecken sie wohl viele jüngere Kollegen in die Tasche. Brian O’Connor legte ein tolles Tin Whistle – Solo hin, Sänger George Lonergan glänzte mit dem Diamantina Drover, Peter Cole verstärkte die Melodieseite mit Banjo, Whistle und Mandoline und Tommy Venxion brachte mit seinem markanten Bass zusätzlichen Groove. Die Band ist nicht einseitig auf Irisches fixiert, Annan Waters aus Schottland mit feinem mehrstimmigen Gesang oder ein paar bretonische Melodien waren ebenso ins Programm. Mick Davis nahm mit blinkender Disko-Brille und fernseh-reifen Posen Rockstar-Attitüden auf die Schippe. Ja, auch Save the Last Dance for me kann man „irisch“ spielen. Die Stimmung war gelöst, aber nach zwei Zugaben musste dann doch irgendwann Schluss sein. Der Saal war gut besetzt, aber ein paar Besucher mehr hätte das Festival durchaus verkraften können. Zwei Eindrücke blieben haften: Folk verbindet nicht nur international – Schweizer, Iren, Engländer, Deutsche – sondern auch gesamtdeutsch: Ossis und Wessis, Schwaben und Fischköppe. Die Suche nach Musik mit Wurzeln abseits vom Kommerz ist noch genauso aktuell wie seinerzeit zur Gründung des Kuckucksei e.V. Dem Folkival sei ein langes Leben vergönnt.  Mit einem Programm wie in diesem Jahr hätte es überregionale Bekanntheit verdient. www.celtic-rock.de/2012/07/5-folkival-in-nurtingen21-22-07-2012

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CDs und Platten Scrum ~ Killing Time ~ (2010) von JensP Das ist ein Album mit zwei Seiten. Die eine Seite ist, als wenn man in einen 500 PS starkem Auto sitzt und mit Vollgas über die Autobahn hackt, um dann im selbigen durch die Highlands verträumt zu cruisen. Mit Ausnahme eines Liedes, aber dazu später.  Aber erst mal ein Wort direkt an die Band: Hallo Scrum, jullie hebbe een geweldige cd geproduceerd en ik hoor deze heel graag. Het zijn heel mooie folk rocknummers tot zeer melodieuze songs. Jullie hebben een heel groote bandbreedte aan muziek en liedjes. Dat vind ik super en toont jullie veelvormigheid. Niet veele bands kunnen op de bühne rockmuziek spelen en dan toch nog melodieus en gevoelig zijn. Jullie cd is een mengsel van dit alles.Ik wens jullie heel veel succes voor de toekomst en hoop dat ik soms de mogelijkheid heb op een concert van jullie te bezoeken. Ich war mit dem Auto auf dem Weg nach Parchim, um mit einer guten Freundin beim Ungarn essen zu gehen und da hatte ich genug Zeit um mir das Album von Scrum ~ Killing Time ~ anzuhören. Schon nach den ersten Sekunden drehte ich die Musik lauter. Was für ein fulminanter Einstieg in die Musikwelt von Scrum und ganz nach meinem Geschmack (was habe ich doch für ein Glück). Killing Time ist ein schnell gespieltes, sehr rockiges Stück. Alle Instrumente spielen gut gelaunt und harmonisch zusammen, der Gesang fügt sich gut in das Gesamtbild ein. Ein ganz toller Song! Die beiden folgenden Songs auf der Scheibe machen da weiter wo der Erste aufgehört hat. Final Victory und No Rain In The Pub gehen genau so schnell an wie der Opener. Sehr rockig, schnell und man kann schon sagen Speed-Folk vom Feinsten. Nun wird kräftig in die “Eisen” getreten und die Musik wird das erste Mal langsamer und bietet Zeit zum Entspannen. Caledonia ist ein bekanntes traditionelles Lied und wird ebenso dargeboten. Ein ruhiges, melodisches und verträumtes Lied. Gitarre, Geige und Gesang sind zum Anfang die Bestandteile des Liedes, bis es dann mit Dudelsack, Trommeln, Pauke und Bläsern im Mittelteil sehr orchestralisch wird, die Musik sehr an Volumen gewinnt. Dann wieder ruhiger wird und sich zum Schluss noch mal zum Orchester aufbläht. Mit feiner und klarer Stim-

me ist Gastsängerin Laura Heitink und Skottie zu hören. Mit Dreamfighters  geht es wieder in die Vollen und die Musik gewinnt wieder an der anfänglichen Geschwindigkeit. Und so geht es auch auf dem Silberling weiter. Schnelle und langsame Passagen wechseln sich ab. Drei Lieder möchte ich noch hervorheben. Loch Lomond ein schönes traditionelles schottisches Lied wird von Scrum “A cappella” gesungen und das wunderschön. Die Gedanken schweifen schnell ab und man sieht sich dort am See wieder. Man hört das Rauschen der Wellen, die Vögel zwitschern, den seichten Wind blasen und den Duft der Gräser, Sträucher und Blumen.  Pirate Song  tanzt bei der CD aus der Rolle. Man hört das Meer, eine Schiffsglocke und Möwen. Nach kurzen erklingt die Musik und das etwas düster, zum Lied passend und eben deswegen ein echtes Piratenlied. Her mit dem Rum! Die Musik ist bei dem Lied normal schnell gespielt und besticht durch seinen Sprachgesang. Eine sehr schöne Ballade ist In The Arms Of An Angel.  Im Gedenken an den kleinen Jannes Slutter wurde das Lied geschrieben! Gitarre und eine tolle Stimme, mehr braucht das Lied nicht. Ein sehr einfühlsam, liebevoll und rührendes Lied. Man kann hören, wie sich beim singen Herz und Seele öffnen. Shine little star, go on, shine! Show us that you`re doing fine

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CDs und Platten

And even in darkness your light makes us see In the arms of an angel you`re free …  Scrum, eine 6-köpfige Band aus den Niederlanden, die es versteht ihre Art der Musik den Menschen näher zu bringen. Folk, Folk-Rock und Rock sind die Musikrichtungen, die sie spielen. So steht es auf ihren Seiten, aber ich muss sagen, da gehört auch noch eine Portion Speed-Folk dazu. Sie haben eine große Fangemeinde und das nicht von ungefähr. Auf Konzerten rocken sie die Bühne und bringen die Massen zum kochen. Die CD widerspiegelt das auch. Viele schnelle und rockige Songs, die einem das Blut in Bewegung bringt, zum Feiern und Mitsingen animieren. Zwischen durch das eine oder andere langsame Lied, das zum Verschnaufen einlädt. Mit seinen Gedanken in die Ferne zu schweifen und zum Träumen verführt. Eine Band mit viel Potenzial und einer großen Zukunft. Man hat sich mit der Produktion der CD viel Mühe gegeben und auch ein schönes Cover ist entstanden. Im Cover ist ein 3-D Effekt eingebaut und das in Form eines Fensters, aus dem Skottie (Robin Slutter) schaut. Im Booklet sind Bilder der Band zu bestaunen und alle Texte zum Nachlesen vorhanden.    

Für das Album gebe ich 9 von 10 Punkten (9 van de 10 Punten)! Trackliste

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15.

Killing Time Final Victory No Rain In The Pub Caledonia Dreamfighters A Song About Absolutely Nothing The Hills In The Highlands Fuck ups Loch Lomond Pirate Song The Royal Oak Under The Scotsmann`s Kilt Whisky Lullaby Going Home In The Arms Of An Angel

www.celtic-rock.de/2012/07/scrum-killing-time-201 0

Screaming Orphans ~ The Jacket’s Green / Lonely Boy (2011) von Folkaholix In den letzten Jahren machen die vier Damen von Katzenjammer viel von sich reden. 2011 legte indes das musische Damenquartett Screaming Orphans zwei Scheiben auf, die sich in keinerlei Hinsicht hinter denen der Norwegerinnen verstecken müssen. Führen sich letztgenannte vermöge ihres Bandnamens die Qualität ihrer Musik selbst ad absurdum, so vollziehen die “schreienden Waisen” ebd. Prozess in ebenbürtiger Qualität. Der namengebende Titel Lonely Boy eröffnet das Album und setzt diese Widersprüchlichkeit fort. Der einsame Junge ist augenscheinlich wenig traurig über seinen Zustand, denn die vier Damen weisen die Einsamkeit musikalisch als Prädikation der Heiterkeit aus. Lonely Boy wird der Selbstzuschreibung als PopRock-Band in jeder Hinsicht gerecht. Die eher folkloristischen Instrumente, Fiddle, Banjo und Bratsche, treten in den Hintergrund, indes Key-Sounds, Gitarre, Schlagzeug in wohlgefällige Einschmeichelung

entführen. Intuitiv ohrwurmend kommt jeder Titel des Albums daher, so dass man schon beim ersten Titel meint, die Melodien mitsingen zu können.

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Gleich ihren irischen Kollegen von The Corrs können die vier Damen auf eine lange gemeinsame Entwicklung verweisen, denn alle vier sind in einem Haus aufgewachsen. Und wie auch ihre großen Nachbarn verbinden Screaming Orphans folkloristische, rockige und Popelemente. Leave Me Alone, das aus Titelsicht intuitiv eher auf ein trauriges Du-hast-mir-zwar-das-Herz-gebrochen-aber-ich-scha ff-das-Trauer-Klischee schließen ließe, denn die erklingende, fröhlich Ich-hab-dich-längst-vergessenHymne, arbeitet beispielhaft mit diesen Elementen. Klatschelemente erklingen nicht in Peripherie, sondern werden integraler Bestandteil des Rhythmus‘. Optisch zeigen sich die Damen wie folgt: So mäandert das Album Titel um Titel durch die Zeit, wechselt zwischen Heiterkeit und Trauer, karikiert gängige Schablonenmotive und schafft ein eingängiges Stell-Dich-Ein, das viel zu schnell vorbei ist. Gleich einem Horsd’œuvre verlangt es dem geneigten Hörer am Ende nach mehr. Obschon “Ghost Rides in the Sky” in wunderbar ruhiger Interpretation die Vorspeise exzellent abrundet, bleibt ein hohlzahniges Gefühl zurück. Warum? Weil das Album viel zu kurz ist. Trackliste (Lonely Boy)

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Lonely Boy Beautiful Girl Leave Me Alone Maria The Strong Survive You + Me Goodbye Scream a Little Louder Say Hello Ghost Riders in the Sky

Screaming Orphans ~ The Jacket’s Green (2011)

Doch glücklicher Weise waren die Schwestern im letzten Jahr äußerst schaffensfroh und haben noch ein weiteres Album produziert, das die rezensierende Auseinandersetzung der Pop-Damen stilistisch innerhalb des Celtic-Rock-Rahmens quasi-aposteriori legitimiert. In trauter generationsübergreifender Harmonie zeigt das Cover ein ländliches Ernte-Idyll, das ob seines Duktus‘ jedoch nicht dem Kitsch anheim fällt. The Jacket’s Green eröffnet mit der gesanglichen Umsetzung dieses Idylls. Indes sich die vier Damen wie nebenbei in perfekter Vielstimmigkeit verlieren, um-

spielen Akkordeon und Klavier die getragene Stimmung mit kindlicher Leichtigkeit. Fast ist man geneigt hinter Optik und Ouvertüre die unerträgliche Leichtigkeit des Seins zu vermuten. The Lark in the Morning, das mancherorts vornehmlich als Fiddle-Interpretation bekannt ist, bricht aber mit diesem Motiv. Banjo, Bodhràn und Akkordeon entführen nun in folkloristische Gefilde. Der sphärische Gesang transformiert sich in Terz-Gesang, indes die Snare den 6/8-Duktus der Rahmentrommel übernimmt. Man meint fast, das Landvolk in wohlfeiler Heiterkeit auf den Wiesen ringelreihend einander zu umgarnen. Der dritte und sechste Titel des Albums sind der durch Aussterben und Reanimationsversuchen gekennzeichneten Landessprache der Damen gewidmet. Gleich dieser diametralen Vereinnahmung durchlebt der Silberling ein Wechselbad der Gefühle. Die gut-nächtliche Weise Gartan Mother’s Lullaby meistert die Gratwanderung zwischen Traurigkeit und kindlicher Einschlafhilfe. So umspielen eine unendlich weiche Violine und der helle Klang des Akkordeon einander in vormitternächtlicher Harmonie, während Sonne und Horizont über den Waldgestanden in trautem Rot miteinander verschmelzen. Und nach gut durchschlafener Nacht erklingt Whiskey in the Jar und gibt dem tausendfach interpretierten Evergreen eine neue Gewandung. Walking-Bass und Banjo-Picking fundamentieren in unaufgeregter Entgegengesetztheit die Heiterkeit, indes sich das Akkordeon durch das Stück improvisiert. Da unterstellt werden darf, dass selbst in Folk-fernen Genre, wie bspw. durch die Interpretation von Metallica,

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Hauptmelodie und Refraintext bekannt sein dürften, abstrahiert diese Version vom bekannten und kultiviert die Banjo- und Akkordeon-Nebenstimmen. In Handy-Aufnahme-Manier präsentieren sich die Damen wie hier zu sehen: Screaming Orphans bezeugen, dass neben den gestanden Größen immer wieder Bands im musischen Äther zu entdecken sind, die durch Virtuosität, Bescheidenheit und Mut zu Neuinterpretation den Absprung ins Blickfeld der Allgemeinheit einfach schaffen müssen. Beide Alben sind grundsätzlich voneinander verschieden, weisen aber insbesondere durch den Gesangsduktus ein tertium komparationis aus, das die Vielfalt eint und zwischen Folk und Pop einen Brückenschlag meistert, der vielerorts zwar als Selbstverständlichkeit hingenommen, viel zu selten jedoch bewusst anerkannt wird. So überwinden die vier Schwestern die Urteil(ung) von Pop und Folk und schaffen mit ihrem Stil eine richtungsweisende Neubeurteilung. Wer auf permanente Offbeat-Monotonie, E-Gitarren-Brachiales und partielle FiddleSounds steht, ist mit diesem Album nicht gut beraten. Wer indes Lust auf gefällige Neuinterpretationen, Hintergrund- aber auch bewusste Zuhörmusik hat,

dem sei dieses Album wärmstens empfohlen. Verzichtet man auf das Element des Elitären, so lässt sich durch die Musik von Screaming Orphans das Ganze erahnen, das der Urteilung vorausgeht und vereint demnach, was notwendig als Einheit zu denken ist?! Trackliste (The Jacket’s Green)

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11.

The Jacket’s Green The Lark in the Morning Siúbhán Ní Dhuibhir Gartan Mother’s Lullaby Whiskey in the Jar Éamonn An Chnoic I Must Away Now The Little Skillet Pot Down by the Glenside Draglines Bonny Kate and Kenny’s Chickens

www.celtic-rock.de/2012/07/screaming-orphans-thejackets-green-lonely-boy-2011

Mick Fitzgerald ~ Still Live (2012) von Folkaholix Nach eigenen Angaben in eine Familie von Bühnenmenschen geboren, scheint der Albumtitel “Still Live” durchaus angemessen, wenn man bedenkt, dass es vom musischen Sprössling bis hin zum gereiften Musikus ein sechs Jahrzehnte währender Weg war. Und intendiert doppeldeutig geht es mit dem vorliegenden Silberling in die Gefilde einer Live-Aufnahme. Zehn Titel lang entführt Mick Fitzgerald in englisch-sprachige Singer-Songwriter-Manier in ein traditionelles und neun eigenkompositorische Lieder. Bei keinem der Titel ordert der Mann an der Gitarre einen Gastmusiker, was schlussletztlich dazu führt, dass der Text enorme Wichtigkeit erlangt. Musikalisch passiert über die volle Länge des Albums nicht viel. Die stahlbesaitete Gitarre wird folkloristisch geschlagen und nur selten ist ein pickingartiges Intermezzo zu hören. Dazu eine Stimme, die zwar von einem ansehnlichen Tonumfang zeugt, nach dem dritten Titel jedoch etwas an Abwechslungsreichtum

vermissen lässt. Bisweilen rutscht dem Troubadour, wie bspw. bei The Ballad of Will Jonson beim Wechsel zur Kopfstimme ebd. in weniger gefällige Gestade.

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Nun ist dem Musiker jedoch nicht vorzuwerfen, was er sich auf die Fahnen geschrieben hat: Der Transport von textlichen Gehalten verlangt eo ipso danach, dass man sich in diesem Fall in der englischen Sprache gut aufgehoben fühlt. Ist dem nicht so, bleibt nichts, als den Balladen andächtig zu lauschen. Dabei erklingt leider nur ein einziges, traditionelles Stück, Black is the Colour. Indes die voluminöse Stahlsaitengitarre beim ersten Lied noch überzeugt, stellt sich auch diesbezüglich recht schnell ein Übersättigungseffekt ein. Der überwiegende Teil der Stücke spart mit Tonartwechseln. Ein satter e-Moll-Akkord mag zwar ansprechend klingen, doch ist es wenig abwechslungsreich ebd. am Ende eines Stückes zu hören und am Anfang des nächsten. Hinzu kommt, dass Picking Mangelware ist, indes die Schlaggitarrenmanier dominiert. Nach jedem Stück applaudiert das Auditorium artig, der Funke scheint indes nicht überzuspringen. Und indes Fitzgerald eine Strophe nach der nächsten vorträgt, sehnt man sich nach Textverständnis, weil eben musikalisch fast nichts passiert. So sind Liedermacher qua eigenem Anspruch aber nicht nur Texter, sondern auch Musiker. Zumindest hinsichtlich des letzten erweckt das Album den Anschein, dass weniger – zumindest in dieser Darbietungsart – durchaus nicht mehr ist.

Das Booklet ist ein loses Stückwerk aus Informationen, die – wie auch die Bebilderung – konzeptionell in keinerlei Zusammenhang zu stehen scheinen. Alles in Allem also ein Album, das all jenen gefallen dürfte, die gern traditionelle und selbstverfasste, englische Texte konsumieren – und darüber hinaus nichts erwarten. Abgeraten sei all jenen, die sich von einem Album Mitreißen, Gänsehaut, Tanzwut, Innovation und / oder Detailverliebtheit versprechen. So stellte sich bei mir beinahe Erleichterung ein, als es nach einer knappen Dreiviertelstunde endlich hieß: “Thank You and good Night. God bless.” Trackliste

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

New Roads of England The Ballad of Capel Street The Ballad of Will Jonson When We Left School The Black Doddel Flowing Fly Rathdrum Fair New Years Day Black Is The Colour Last of The Iron Arsed Pub Balladeers

www.celtic-rock.de/2012/07/mick-fitzgerald-still-live -2012-2

Medien und Literatur Session ~ Mick Fitzgerald (Buch) von kuec Ein kleines, feines Buch, das sich bestens als Geschenk für Irlandinteressierte eignet. Man kann die Sammlung von 12 Kurzgeschichten natürlich auch selbst behalten und mehrmals lesen, denn vieles erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Es sind die feinen Wendungen und Andeutungen sowie der untergründige Humor, die das Lesen zum Vergnügen machen. Die Übersetzung ins Deutsche ist gut gelungen. Mick Fitzgerald ist ein vielseitiger Mensch, er musiziert, schreibt und schauspielert. Seine Geschichten lassen sich ebenso wenig in Schubladen einsortieren.

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Medien und Literatur

Es gibt Witziges, Trauriges, Verrückt –Ironisches. Einen Krimi im Kurzformat, ein Ehedrama, eine Betrachtung über das soziale Innenleben einer Session und immer wieder das Thema Abschied, das Gefühl beim Fortgehen, aus welchen Gründen auch immer. Die Musik spielt, anders als es der Titel nahelegt, eigentlich keine Hauptrolle, sondern wird nur wichtig, wenn sie zwischenmenschliche Beziehungen prägt. Mit einer Ausnahme („Die Geigenstunde“) sind die Geschichten in der Gegenwart angesiedelt, obwohl manches zeitlos wirkt. Wenn es ein Qualitätsmerkmal ist, dass beim Lesen Bilder im Kopf entstehen, dann hat Fitzgerald alles Lob verdient. Das Buch ist gleichzeitig auf Deutsch und auf Englisch erschienen. An der Veröffentlichung dieser ersten Geschichten-Sammlung des Autors hatte Gabriele Haefs einigen Anteil. Die Übersetzerin  hat in einem Interview darüber berichtet.

Hoffentlich gelingt es ihr, dem Dubliner Autor noch weitere Stories zu „entlocken“. Zur Leseprobe Mick Fitzgerald – SESSION Irische Stories übersetzt von Gabriele Haefs Songdog Verlag Wien 2010 ca. 85 Seiten / Softcover 11,5 x 18 cm ISBN 978-3-9502890-3-9 Euro 12.- / CHF 20.www.celtic-rock.de/2012/07/session-mick-fitzgeraldbuch

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Instrumentenkunde

Instrumentenkunde Geige ~ Instrumentenkunde Teil 7 von celtic-rock Als Instrumentenpate für die Geige unterstütze uns diesmal Dominik Roesch . G.O.D. (Garden of Delight) Als Musiklehrer und mit über 1300 Konzerten in In- und Ausland, ist er ein kompetenter Ansprechpartner in Sachen Geige. An dieser Stelle, wie schon bei allen Instrumentenpaten zuvor, ein riesengroßes Dankeschön für die produktive Zuarbeit.

1. Warum Geige? Meine erste Berührung mit dem Instrument Geige hatte ich bereits mit 6 Jahren. Einige vermuten sicher, dass man so früh sich nicht selbst für ein so “uncooles” und lernintensives Instrument wie Geige entscheiden kann. Dennoch habe ich hartnäckig darauf beharrt von mir aus dieses Instrument zu erlernen. Mir gefiel schon damals der Klang und die, wie ich später noch herausfand, unglaubliche Emotionalität und Varianz der spielbaren Töne. Dies ist wohl das größte Plus des Instruments Geige. Man kann mit diesem Instrument in fast allen Musikrichtungen punkten. Nach dem ich ein typisch klassisches Unterrichtsprogramm durchlaufen bin mit Klassik, Romantik, Orchester usw. wurde mir das jedoch zu langweilig und ich entdeckte durch einen Freund und gleichzeitig meinem Gitarrenlehrer die Folkmusik. Dabei entdeckte ich ein neuerliches Spektrum, welches einem (doch eher) Punkhörer wie mir wesentlich mehr obliegt. Und somit lernte ich Geige als Instrument der Lebensfreude, Spontaneität und – ja – als Instrument des Rock n’ Roll kennen. Im Großen und Ganzen ist die Geige meines Erachtens nicht das musikalische Mauerblümchen für das es auch bei der Jugend immer noch gehalten wird. Vielmehr ist sie ein (Bomben-)Stimmungsinstrument

das durch Power und die bereits genannte Emotionalität gleichzeitig zu bestechen weis.

2. Worauf sollten Einsteiger achten ? Nun kommen wir zu einem der wichtigsten Kapitel des Geigenspiels überhaupt. Geigen ist leider Gottes eine verflucht technische Sache und verlangt eine recht konzentrierte Übung. Das Hauptproblem besteht darin die Geige an sich mit dem Geigenbogen auf der anderen Saite in Einklang zu bringen. Daher empfehle ich nicht unbedingt autodidaktisch an dieses Instrument heranzugehen. Eine gute Bogenhaltung ist das meist unterschätzte Mittel eines guten Geigenspiels. Achtet aber immer darauf, dass ihr einen Lehrer findet der nicht abgeneigt ist euch auch im Stil zu unterrichten den ihr erreichen und erlernen wollt. Das Wichtigste am Geige erlernen sollte der Spaß beim Üben sein. Da ich seit ein paar Jahren selbst unterrichte und ausbilde denke ich, dass der Spass an erster Stelle stehen muss, auch wenn zu Beginn der ein oder andere entmutigende Ton die Geige verlassen wird. Wenn man nämlich einmal den Bogen

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raus hat wird man ganz schnell Fortschritte machen und es lieben Melodien zu entwickeln und seinem Gehör neue Horizonte zu eröffnen. Gerade für das Gehör hat das fiedeln nämlich die beste Entwicklungsförderung, da man nicht wie zu Beispiel auf der Gitarre Bünde vorfindet die einem das Treffen der Töne erleichtert sondern man vielmehr die Töne genau treffen muss. Instrumenten technisch gilt darauf zu achten, dass man erstens ein Instrument hat, das in der Größe zu einem passt, weil nicht jeder mit einer ganz normal großen Geige zurecht kommt. Zweitens sollte man sich umhören bei Freunden oder bei Musikschulen, ob man sich eine Geige zum Üben leihen kann. Beim Neukauf tendiere ich dazu nicht die teuersten Instrumente zu kaufen, da man auch auf Massenfabrikaten selbst deutscher Herkunft preiswerte und klanglich kompetente Instrumente zu günstigen Preisen bekommt. Also Fazit : 1. An erster Stelle steht der Spass 2. An zweiter Stelle steht fachkompetenter Anfängerunterricht 3. Und an dritter Stelle ein passendes wohlklingendes Instrument. 3. Wo bekommt man Hilfe ? Dies ist ganz simpel. Hilfe bekommt man in jeder örtlichen oder städtischen Musikschule und oder Konservatorium. In Universitätsstädten kann man sich auch nach Musikstudenten umsehen, die nebenher unterrichten. Diese sind allerdings meistens noch nicht so klassisch versteift. Was Instrumente anbetrifft wäre der glücklichste Zufall das Vorhandensein eines Instruments in der Verwandtschaft (meine Oma hatte auch noch eine!). Vielleicht gibt es einen Geigenbauer in deiner Nähe der Instrumente verleiht. Oder man sieht sich bei großen Musikhäusern nach Instrumenten von der Stange um. Ich habe zum Beispiel schon gute Erfahrungen mit Modellen der Firma Harley Benton von Musikhaus Thomann gemacht. Solide Instrumente zu günstigen Neupreisen. Oder einfach mal im Internet stöbern. Zum Schluß noch ein dringender Appell – wenn ihr mit einem Lehrer nicht warm werdet scheut euch nie es zu sagen und wechselt, denn nichts kann mehr frustrieren als Trott und Stagnation – denn auch beim Unterricht steht an erster Stelle der Spaß und nichts anderes….

Über den Autor Ich heisse Dominik Roesch bin 28 Jahre alt und spiele seit 22 Jahren Geige. Begonnen habe ich bei einer Privatlehrerin. Nach 2 Jahren wechselte ich an die Musikschule. Dort hatte ich mehrere Lehrer bis ich bei einer wirklich genialen r ussischen Geigenlehrerin namens Rusudana Quasalia Schwarzmann landete. Diese schaffte es sich über 12 Jahre mit mir herumzuschlagen. Mit 16 Jahren begann meine Berufsmusikerkarriere bei der Band G.O.D. (Garden of Delight) mit der ich nun schon seit gut 12 Jahren in Deutschland und im Ausland unterwegs bin und über 1300 Konzerte gespielt habe. Unter anderem im Fernsehgarten oder als Support von Chris de Burgh, Nazareth, Vonda Shepard, Jamie Clarkes Perfekt, Paddy goes to Holyhead uvm. Neben G.O.D. widme ich mich noch eigenen Musikprojekten wie z.B. dem Liedermacherprojekt Ich featuring Ich. Auch stehe ich als Kobold Finnegan beim ersten Keltischen Musical Finnegan & der Kobold auf der Bühne. Klickt einfach mal auf die folgenden Links. Es würde mich freuen, jeden Leser und Besucher von www.celtic-rock.de auch mal auf einem Konzert zu sehen. www.god-band.de www.myspace.com/god-band www.ich-featuring-ich.de www.finnegan-und-der-kobold.de www.cocopelli-schule.de Herzlichst euer Domiiiiiiii www.celtic-rock.de/2009/11/geige-instrumentenkun de-teil-7

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