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Ausgabe 7 - Juli 2012

Irish Bastards

acoustic

n revolutio

CDs und Platten Interviews Konzerte und Festivals

Bandportraits Medien und Literatur und vieles mehr...


Inhalt

Editorial von frakru Die Anzahl der Baustellen auf den Autobahnen sowie die Spritpreise (Benzin und Diesel, nicht Guinness) steigen, das bedeutet: die Ferien/Urlaubszeit nähert sich in großen Schritten. Natürlich fallen wir nicht ins große Sommerloch, sondern haben für Euch wieder eine neue, prall gefüllte Ausgabe von triskel erstellt. Wie immer haben wir jede Menge CDs und Platten für euch gehört und rezensiert, exemplarisch sei nur unser Album des Monats „Acoustic Revolution ~ Haunted By Numbers“ genannt. In unsere Titelstory stellen wir Euch die Irish Bastards inklusive Interview vor und -nicht zu vergessen- unter der Rubrik Konzerte und Festivals findet Ihr den Castellans Folksommer. Wie immer freuen wir uns natürlich auch über Eure zahlreichen Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge, Lob, Kritiken und sonstige Kommentare und wünschen ganz viel Spaß, spannende Unterhaltung und schon mal schöne Ferien oder einen schönen Urlaub. Eure celtic-rock Redaktion

Inhalt Titelstory

Gewinnspiele

Irish Bastards .................................................................10

Streams Of Whiskey - Juli ............................................6

CDs und Platten

Konzerte und Festivals

Album des Monats ..........................................................3 Seth Lakeman ~ Tales from the Barrel House ...........6 The Working Class Symphony – Satu Jiwa .................7 Greenland Whalefishers ~ Live at Farmer .................8 Will Tun and The Wasters ~ Time is a bastard ........13 Saints and Sinners ~ Stand By To Board .................13 Bodhaktan ~ Au diable les remords ..........................15 Tir Nan Og ~ Bitter Brew ..........................................15 The Go Set ~ The Go Set ...........................................16 Linzi Murphy ~ Medusa .............................................20

Castellans Folksommer 2012.......................................18 Bandvorstellung

Irish Bastards .................................................................10 Instrumentenkunde

Mandoline ......................................................................21 Impressum ..................................................................23

Tooraloo Radio

#24: Stefan Klug (Fiddler’s Green) ..............................9 Streams Of Whiskey

Juli .....................................................................................6

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CDs und Platten

Album des Monats - Juli Acoustic Revolution ~ Haunted By Numbers (2012) von Folkaholix Die durch Selbstkur in den Status des akustisch Revoluzzer-Klerus Erhobenen melden sich nach ihrem Debut “Till the Sun Burns Out” mit dem obskur betitelten “Haunted By Numbers” in Silberlingform zurück. Das Konzeptalbum wartet inhaltlich mit dem Alltagsphänomen der Zahlenschizophrenie auf und bietet ein erstaunliches Kompendium des bösartigen und quasi-institutionellen Regulativs ZAHL auf. So werden die drei Musiker, die auf ihrem Album als repräsentativ für nicht-Zahlen-affine Freiheitsliebende verstanden werden dürfen, von einem beinahe diabolischen Heer von Zahlen verfolgt. Ob in Form von mathematischen Schulerinnerungen, Tempobegrenzungen, Lügengeschichten der Waage, Dispo und Promillewert – überall jagen Ziffern, Nummern und Beträge den friedliebenden Folkfreund durch die Lande und machen ihm das Leben schwer. Aber der Prozess der Feindsichtung, und diesbezüglich tritt das Album in fast missionarischer Selbstverantwortung auf den Plan, bietet einen Ausweg: 13 Titel voller stilistischer Vielschichtigkeiten, Nova und kolumbischer Sichtungen bieten ein Eiland des Einhalts … und sah, dass das Licht gut war. Mit  Hooray geizt der Opener nicht mit seinen Ressourcen und wirft gleich einen seiner stärksten Figuren auf das Schachfeld der Zahlenbewältigung. Musisch werden die drei Hauptbesetzenden durch ein Schlagzeug unterstützt, das dem Gesamtsound sehr gut tut. Mit der Ouvertüre verweist das eigentliche Trio auf – für Live-Unkenntliche – astreine Auftrittsqualitäten: Die Eigenkompositionen gehen ad hoc ins Gehör und ohrwurmen sich augenblicklich ins musische Gedächtnis. Das kraftvolle “Hooray” kommt derart intuitiv daher, dass selbst Uneingeweihte vom ersten Refrain an im Refrain mitzusingen imstande sind. Dabei variiert der Leitterminus vom kraftvollen Schlachtruf bis hin zum taktübergreifenden Sakralduktus. Mit Gitarre, Bass, Banjo und Gitarre sind die drei Herren auffällig unauffällig bestückt. Doch die Kunst des Minimalismus kommt hier mit einer Selbstverständlichkeit daher, dass die Ohren vor Hörgenuss vergehen mögen. Maßgeblich für den Gesamtsound

ist jedoch der Gesang, der sich vielerorts, wie bspw. beim Titelgeber des Albums, im Aaaaaaa-UuuuuuKehrreim dreistimmig Luft macht. Dem Auditorium bleibt so die freie Wahl, welche Stimme mitzusingen ist. Trotz ihrer etwas befremdlich daherkommenden optischen Portraitierung, die eher einer Trash-MetallFormation gut zu Gesicht stünde (das sich im Cover in Form von Steinmienen manifestiert), beleben Acoustic Revolution ihren Stilmix mit einer vitalisierenden Lebensfreude. Dabei strafen sie der Auffassung, das viel auch viel helfe, Lügen. So eröffnet Living Joke Without A Punchline mit einem fröhlichen Jahrmarktspfeifen, das eher an den illustren Leierkastenmann vom Wurststand nebenan erinnert, denn an die Gesichtsmasken aus dem Cover. Denn auch live vermitteln die Herren ein anderes Bild: Doch das Gesamtkonzept als Entwurf des Minimalistischen auszuweisen, würde die instrumentale Kunst der Herren in viererlei Hinsicht arg reduzieren. Das Gewinnen des Deutschen Rock- und Poppreises in den Kategorien “Bester Folkrocksong”, “Beste Folkrockband” und “Beste Single” im Vorjahr mal außer Acht gelassen, sprechen die fingerleichtfertigen und niemals festgefahren daherkommenden Soli eine eindeutige Sprache. Gitarre und Banjo brillieren und überbrillieren sich gegenseitig in den kurzen Passagen, in denen die Stimmgewalten pausieren. Dabei

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CDs und Platten

überzeugt das Trio aber vor allem durch das unaufgeregte Nicht-Vordrängeln ihrer Fertigkeiten zugunsten eines Stilcocktails, das zwischen Folk, Classic Rock, Country und Bluegrass verortet werden mag. Breakin‘ up gibt eine viel zu kurze Gehörprobe des eigentlichen Könnens ab, das sich auch auf der Bühne in beinahe weißem Gewand präsentiert: Auf die Länge von 13 Titeln liefert Acoustic Revolution ein Feuerwerk an technischen Können, intuitiv erschreckend eingängiger Eigenkompositionen und Spielfreude ab. Bisweilen erscheint das Mittelfeld etwas fad. Wenn man die herausstechende Qualität einzelner Titel als Maßstab des Albums setzt, mögen manche etwas erwartbar erscheinen, was jedoch der Prädikation „Album des Monats“ keinen Abbruch tut. “Haunted By Numbers” weist stilistische Vielfalt nicht nur als Option, sondern als verbindlichen Maßstab musischen Schaffens aus. Wer Produktionen vor dem Hintergrund exzellenter Instrumentalkunst in Verbindung mit äußerster Live-Tauglichkeit liebt, ist mit diesem Album mehr als bestmöglich beraten.

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Tracklist

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13.

Hooray Haunted By Numbers Living Joke Without A Punchline Getaway Car Take Me To The Edge Of The Night Do Me Now Gimme More Just A Good Friend Breakin’ Up Love In A Hurry Hold On To You Four Pieces The Long Goodbyei

www.celtic-rock.de/2012/07/acoustic-revolution-hau nted-by-numbers-2012

Acoustic Revolution

Tour: “Haunted by numbers” – Tour Datum 14. Jul 2012 14. Jul 2012 20. Jul 2012 21. Jul 2012 23. Jul 2012 01. Aug 2012 04. Aug 2012 06. Sep 2012 20. Okt 2012 03. Nov 2012 24. Nov 2012 08. Dez 2012 25. Dez 2012 09. Mrz 2013 28. Jun 2013

Stadt Bietigheim-Bissingen Gräfelfing Mühlacker Merzig Ulm Erding Bammersdorf Graben Heilsbronn Königsbrunn Giengen Darmstadt Schwabmünchen Pforzheim Gräfelfing

Location Bietigheimer Wunderland Weinfest Open Air Burg Löffelstelz Altstadtfest Biergarten Liederkranz Sinnflut Festival Shamrock Castle Festival Festzelt Hohenzollernhalle Leo’s Pub 3. Giengener Musiknacht Jagdhofkeller Stadthalle Irish Pub 1250-Jahr Feier Open Air

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Streams Of Whiskey

Streams Of Whiskey Die Juli Charts // mit Gewinnspiel von daniels Die ersten vier schenken sich im Moment nichts. Dahinter wird munter durcheinander gewürfelt. Von den Neueinsteigern hätte ich mir ein bisschen mehr erwartet, aber sie wollten nicht. An dieser Stelle sei mir eine persönliche Note erlaubt. The Dolmen habe ich am letzten Wochenende per Zufall auf dem Mittelalterlich Phantasie Spektakulum in Hohenlockstedt gesehen. Übrigens ein tolles Gelände und hoffentlich ab jetzt regelmäßiger Spielort. Ein Tipp für die ganze Familie! Gigantisch groß und absolut entspannt. Leider konnte ich die Kinder nicht länger an die Bühne binden, aber eine sympathische Truppe. Nobody Knows sind unser Headliner auf den Irish Days in Leverkusen am 1. und 2. September, da kann ich mich dann von deren Qualität überzeugen . Diesen Monat geht es für einige auch wieder um den Einstieg in die Hall Of Fame. Unterstützt Eure Lieblinge und macht es den anderen schwer Hier nun die TOP 5 aus dem April: 5. Katzenjammer – Rock-Paper-Scissors (Platzierung: 4/5) (14%) 4. The Dolmen – Drink With the Devil (Platzierung: 2/1/4) (20%) 3. Irish Moutarde – The Bear And The Maiden Fair (Platzierung: 2/5/5/3) (21%) 2. Plattrock – One wild night (Platzierung: 3/2) (22%) 1. Nobody Knows – Word Up (Platzierung: 1/1/2/1) (25%) Die kompletten Ergebnisse findet Ihr im Chart-Archiv. Diesen Monat neu nominiert sind: Drunken Lullabies, Linzi Murphy, The Go Set, Tir Nan Og, Bodhaktan, Saints and Sinners, Will Tun and The Wasters, The Greenland Whalefishers, The Working Class Symphony, Seth Lakeman, G.O.D., Marc Knopfler, Cobblestones, Bardic, Dropkick Murphys, Paddy Goes To Holyhead Alle Songs hört Ihr in unserer Radiosendung “Streams Of Whiskey” und einige der Neuerscheinungen auch in “What’s New“. Die Zeiten findet Ihr im aktuellen Sendeplan. Zu gewinnen gibt es diesen Monat auch wieder was: 1 x CD Pascal Briggs (The Mercenary) 1 x CD Dance To Tipperary, return To Me Für die Preise danken wir Tonetoaster Records und Dance To Tipperary. Verlost werden die Scheiben unter allen, die bis zum 25.7.2012 ihre kompletten fünf Stimmen abgegeben haben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner/innen werden per E-Mail benachrichtigt. Bitte hinterlasst also eine zustellfähige Adresse in Eurem Profil. Um abzustimmen, müßt Ihr Euch zunächst registrieren. Wenn Ihr eingeloggt seid, könnt Ihr auf der Chartseite abstimmen! UND NUN AB ZUM VOTING: www.celtic-rock.de/2012/07/streams-of-whiskey-die-juli-charts-mit-gewinnspiel

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CDs und Platten

CDs und Platten Seth Lakeman ~ Tales from the Barrel House (2012) von Folkaholix Endlich die lang- und heißersehnten Neuigkeiten vom Fiddlevirtuosen, der mit Tales from the Barrel House ein zwölf Titel fassenden Silberling komplett allein eingespielt und gemixt hat. Nach den Alben “Hearts & Minds” (2010) und “Poor Man’s Heaven” (2008) wagt Lakeman eine Zäsur, die man erst verwinden muss, will man das neue Album nicht an alten Erinnerungen messen: Und auch vom weniger Betanzten gilt es sich zu lösen, wie die beiden Videos unten zeigen. Erhalten bleibt indes die ungeheure Virtuosität des charismatischen Genies, der in seiner Einleitung des Albums einen Vorgeschmack des zu Erwartendem gibt. Noch immer erklingt die satte Fiddle, in vollen Doppelnoten und einer Mischung aus melodiösen Teilen, die sich beinahe nebenbei in die Geigenakkorde einfügen. Dabei avanciert die Violine erneut zum Stimmbegleiter und Melodiepartner der eigentlichen Stimme, füllt Pausen, die die Stimme lässt, hält sich vornehm zurück, wenn es die Vokalleistung hervorzuheben gilt und verzichtet allenorts auf ein Vordrängeln, was die außergewöhnliche Leistung zusätzlich krönt. Als wohnte dem Genius eine stille Bescheidenheit inne. More Than Money eröffnet das Konzeptalbum, das sich durch die Gefilde proletarischen Schaffens arbeitet. Lakeman selbst urteilt wie folgt: Es ist eine Hommage an die hart arbeitenden Minenarbeiter, an die Seemänner, an geschickte Facharbeiter und Handwerker, die für wenig Geld arbeiten mussten, aber stolz waren auf das, was sie schufen. Ich weiß, dass die Aufnahmen von einigen vielleicht als rau oder zu roh beurteilt werden, aber für mich war das genau der Sinn der “Tales from the Barrel House”. Eine Hommage also an ein stolzes Proletariat, das fern von aller Selbstentfremdung, die Schönheit und Sinnhaftigkeit des eigenen Schaffens kultiviert. Unklar bleibt, ob es dem Schöngeist und Saitenarbeiter Lakeman um ernsthafte Identifikation oder eher um prosodische Einheit ging. Authentisch bleibt er allemal. Dies wird unterstrichen durch die Wahl der Aufnahmeorte – eine Mine und eine alte Böttcherei, die dem Album einen akustischen Charme beigeben,

der zwar ungewohnt, zu jeder Zeit jedoch als eingängig und charakteristisch betrachtet werden darf. Ich möchte mit dem Sound des Albums die Hörer mitten in die Mine hineinnehmen; ich möchte, dass sie die lebendige Geschichte derjenigen hören, von denen meine Songs handeln. Unterstützt wird dieser Eindruck vom Klang der Arbeitsmaterialien – es schlägt, scheppert und dröhnt beinahe, wenn Stahl auf Stahl erklingt. The Watchmaker’s Rhyme eröffnet gar mit dem Klängen eines hölzernen Uhrwerks. Dann erklingt der klare Klang der stahlbesaiteten Gitarre, deren Riffs durch die Fiddle unterstützt werden. Lakemans Gesang würzt diese Mixtur mit seinem leidenschaftlichen Dukuts, der über die zumeist ruhigen Titel bisweilen einen etwas arbeitsstereotypen Nachgeschmack hinterlässt. Die Geige ächzt, als das Uhrwerk wieder einsetzt und entfaltet entlang der unterschiedlichen Prozedere des Arbeitens das vollste Spektrum wohlklingender klanglicher Vielfalt. Nach den ersten Titeln eröffnet das Album zunehmend weniger Überraschendes, so dass dem Arbeitsduktus die Immanenz des Prozesshaften innewohnt. Beinahe meint man, es fehlte nur noch ein US-Worksong, doch Lakeman wahrt die historische Korrektheit.

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CDs und Platten

Insgesamt also ein Album, das sich vortrefflich zum Zuhören eignet. Wer die Lakeman’sche Tanzlust erwartet, wird sich an diesen Silberling erst gewöhnen müssen. All jenen, die für Neues und Konzeptalben offen sind, bietet diese CD einen vortrefflichen Fundus an authentischer Arbeitsmusik, ein Album also, das durch Fiddle und Gesang getragen wird, indes beide in bestmöglicher Harmonie miteinander wechselwirken und den Hörer durch die Stätten raubeiniger und dennoch ästhetisch in den Bann ziehenden Arbeitsmelodien entführen. Arbeit als Verarbeitung des Musischen erfährt hier eine Ästhetisierung par excellence – danke für dieses Ausreißen aus dem Bekannten und das Bannen vor die Schönheit des Alltäglichen.

Tracklist

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12.

More Than Money Blacksmiths Prayer The Watchmaker’s Rhyme Hard Road The Sender Salt From Our Veins Brother of Penryn Apple of His Eye Higher Walls The Artisan Another Long Night (bonus) Cooper’s Hand (bonus)

www.celtic-rock.de/2012/06/seth-lakeman-tales-fro m-the-barrel-house-201

The Working Class Symphony – Satu Jiwa (2012) von Slon Ganz besonders freue ich mich euch heute “The Working Class Symphony” aus Surakarta (Indonesien) vorzustellen, oder besser gesagt euch anz Herz zu legen. Erwartet hatte ich bei diesem Bandnamen eigentlich Streetpunk oder Oi mit HumpaHumpa-Takt und Gröhlgesang. War aber sehr überrascht, plötzlich sehr melodiösen Folk-Oi, so bezeichnet die Band ihren Stil selbst, zu hören. Sehr sauber gespielter, mitreißender Folkpunk mit englischem Text und schön versoffener Whiskeystimme. Ich weiß gar nicht, wie oft ich dieses Album in den letzten Tagen gehört habe, und ich habe noch immer nicht genug… Satu Jiwa heißt dieses wundervolle Album und ist mit Sicherheit keine gewöhnliche Folk-Punk-Scheibe. 7 Songs sind auf diesem Silberling und der Stil reicht von der Symphatie einer asiatischen Karaokebar bis hin zu einer absolut gelungenen Folk-Oi Version vom “Irish Rover”. Abzüglich Intro 6 Ohrwürmer hübsch verpackt ohne eintönig oder gar langweilig zu werden. Jeder Song auf seine Art was Besonderes. Ich nehme an euch ist nicht entgangen, dass ich jetzt eine weitere Lieblingsband habe. Irgendwie anders, aber doch irgendwie jede Menge “Irish Feeling” auf diesem leider zu kurzen Tonträger. Wer auf Exoten dieses Genres steht, aber auch der Celtic-Rock Liebhaber sollte sich hier ein neues Schmuckstück für

seine Sammlung ergattern. In unseren Musikplayer lege ich euch “I don’t Care” und “Irish Rover” obwohl da die ganze Platte reingehört *hehe*. Kaufen kann man die CD und Merchandise entweder direkt in Indonesien über das Facebookprofil der Band oder in Deutschland über den “Bestell-Link” unten. Man sagt ja immer, dass Asiaten bei allem was sie tun 200 % geben, sei es nun beim Herstellen von Kopien, dem Fischfang oder wie in unserem Fall der Musik. Wenn man etwas tut, dann richtig und vor allem mit

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CDs und Platten

ganzem Herzem. In diesem Sinne macht weiter so, ich kann eure nächste Scheibe kaum erwarten. Oi! Trackliste

1. Intro 2. Do you love me 3. Broken Heart

4. 5. 6. 7.

I don’t care Satu Jiwa Lonely Irish Rover

www.celtic-rock.de/2012/06/the-working-class-symp hony-satu-jiwa-2012

Greenland Whalefishers ~ Live at Farmer Phil’s Festival (2012) von daniels Im nächsten Jahr wird auch diese Band schon 20 Jahre alt. Für mich sind die eines der Urgesteine meiner persönlichen Musikbiographie und so empfand ich es als eine besondere Ehre eine Vinylscheibe geschickt zu bekommen. Auch wenn es nicht ganz einfach war dran zu kommen. Der deutsche Zoll meinte ich hätte ein Päckchen aus China bekommen und eine CD könne auf keinen Fall drin sein. Als ich dann vor den Augen des Beamten am Flughafen Köln die Scheibe öffnete, strahlten meine Augen. Doch dann kam das nächste Problem. Wie anhören? Hat ein Bekannter noch einen Plattenspieler? Aber Aufmerksam wie die Norweger waren, lag ein Download Gutschein drin und ich durfte endlich … Viele haben dieses Live-Album bereits vor mir als etwas besonderes angepriesen. Ich kann mich dem nur anschließen. Sie haben dieses gewisse etwas, den Spirit. Mal langsam mal schnell, mal verraucht, mal klar. Der Sound ist absolut entspannt. Kein unnötiges auf die Tube drücken, der Punk steckt tiefer. Sie scheuen sich noch nicht einmal den in Deutschland so oft gescholtenen Wild Rover am Ende zu zelebrieren (diese Neurose steckt meines Erachtens in der Verunglimpfenden Version der Nordseeküste zu suchen).  Keine aufdringlichen Percussions sondern eine zeitgemäße Begleitung einer neueren Interpretation traditioneller Musikstile. Besonders hervorzuheben ist auch die Tin Whistle. Immer wieder als Melodie treibende Kraft in Szene gesetzt und hervorragend gespielt. Die Dudelsäcke im Hintergrund sorgen für Atmosphäre und werden nicht zum Gegenstand des Lieds.

Scheune und eine gute Party irgendwo in skandinavischer Naturschönheit von einem Haufen Freaks gedacht. Doch Farmer Phil’s Festival ist eine Mischung aus Folk und Worldmusic Festival mit einem VarietéZweig und Hippie-Flair und dauert 3 Tage. Am Abend der Aufnahme regnete es in Strömen. Es waren ca. 2500-3000 Fans da, die bis zu den Knien im Wasser standen. Die Bühne war am Ende eines Hügels etwas erhöht. Aber wie Atle schrieb, tat das der Stimmung keinen Abbruch und es wurde munter getanzt und gefeiert. Mir hat das Album im Auto richtig Spaß gemacht! Virtuelle 4,8  von 5 möglichen Sternen in meinerr persönlichen Skala. Fünf wären es, wenn es auch eine CD geben würde.

Die Aufnahme selbst hat auch eine besondere Atmosphäre. Zuerst habe ich beim Namen an eine alte

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CDs und Platten

8. 9. 10. 11.

Trackliste

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

4 Season Song Hit the Ground Waiting I Just Saw You I Am Roving July Morning Rich Holder At Thorp Arch

Backup Man Limp Jos Story Loboville The Wild Rover

www.celtic-rock.de/2012/06/greenland-whalefisherslive-at-farmer-phils-festival-2012

Tooraloo Radio #24: Stefan Klug (Fiddler’s Green) von Funkfuzzi Seit 1990 sind die Jungs aus Süddeutschland unterwegs, schon lange die Vorreiter in der Abteilung “Frischer

Folk”! Mittlerweile haben Fiddlers Green auch ihr eigenes Festival – im August gibt es die dritte Ausgabe von SHAMROCK CASTLE! Bis es mit (u.a. mit Sir Reg) beim eigenen Open Air auf die Bühne geht, sind die Fiddlers noch auf Wall of Folk-Tour. Im Sauerland hat sich Stefan ein paar Minuten für Tooraloo Radio genommen. Über Shamrock Castle, Albi’s Corner und das hochprozentig wilde Pogues-Konzert Ende der 80er an einer Uni in Großbritannien – hier ist die neue Folge “TOORALOO RADIO”! Die Folge gibt es mit Musik auch in unserer Radiosendung Tooraloo Radio. www.celtic-rock.de/2012/06/tooraloo-radio-24-stefan-klug-fiddlers-green

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Bandvorstellung

Bandvorstellung Irish Bastards von JensP Sie spielten mit Musikern und Künstler wie: Tina Turner, Udo Lindenberg, Phil Collins, No Angels, Jan Delay, Rosenstolz, Elton John, Jimmy Somerville, Atze Schröder, Sting, usw. Seit über 20 Jahren existiert die Band inzwischen – von Ermüdungserscheinungen kann aber noch keine Rede sein. Von Ralf (Lead Vocals, Gitarre) und Jörg (Lead Vocals, Dr ums) wurde die Band aus Begeisterung über die Musik der Pogues 1992 in Hamburg gegründet. Nach einigen Umbesetzungen über die Jahre haben sie jetzt eine Besetzung, mit der sie soundmäßig und musikalisch im Einklang sind. Sie arrangieren ihre Musik erfrischend und bleibend ganz nach ihrer eigenen Interpretation. Ein hohes Tempo und beste Partystimmung ist das, was die Irish Bastards bieten. Ist das eine reine Partyband? Nein, sie sind mehr als eine Band die nur gute Laune verbreitet. Man merkt schnell, dass die Bastards ihre Musik selbst leben. Die Spielfreudigkeit und die Leichtigkeit, mit der sie ihre Songs präsentieren, springt schnell auf das Publikum über. Die Iren sind ein geselliges, über Generationen hinweg freudiges Volk. Nahtlos knüpfen die fünf norddeutschen Musiker an diese Tradition an. Daher haben sie sich den Titel Irish-Speedfolk-Band mehr als verdient. Irgendwann in den 90ern kam die Idee, dem Publikum etwas besonders zu bieten, was dazu führte, dass Sie sich 3 Tänzerinnen dazu holten, die auch heute noch bei größeren Events dabei sind. Zahlreiche Kostümwechsel und eine rockige Tanzshow machen die Drei aus. Seit 2010 haben sie sich weitere Unterstützung an Bord geholt um den Sound, der Bastards etwas zu verändern. Johnny und Phillip von Jan Delay`s Disco No. 1 sind seit dem als Bastards Horns dabei. Die beiden Bläser bereichern den Sound und machen die Bastards zur einzigen Irish

Speefolk Band mit Bläsern. Übrigens bis heute die einzige Band, die es geschafft hat, in der ausverkauften Großen Freiheit 36 in Hamburg dafür zu sorgen, dass um Mitternacht das Bier alle war. Jörg (Drums & Lead Gesang) Bearbeitet seit seinem 5. Lebensjahr das Schlagzeug, nach dem die Blockflöte im Schulmusikunterricht dran glauben musste. Dann ging die steile Musikkarriere in Schülerbands sofort los… 1986-1989 Studium Rock und Popularmusik Musikhochschule Hamburg Bands unter anderem bei Soultrain`s Blues Brothers Band als Drummer aber vorwiegend als Elwood Blues für die Show verantwortlich. Arbeitete u. a. mit John Carter Cash, Sohn von Johnny Cash. Spielte mit Musikern von: Tina Turner, Tom Jones, The Temptations, The Driffters, Achim Reichel, Bobby Byrd, Phillip Boa, Joachim Witt, Udo Jürgens, Shirley Bassey, Udo Lindenberg, Dieter Thomas Kuhn, Jazzkantine, Phil Collins, Fury in the Slaughterhouse, Otto Walkes, James Last, Sting, Orange Blue, No Angels, Lighthouse Family, Jan Delay, Roger Cicero, Revolverheld, u. a.

Ralf (Gitarre & Lead Geasang) Spielt seit dem 12. Lebensjahr Gitarre. 1986-1989 Studium Rock und Popularmusik Musikhochschule Hamburg. 1999- 2005 Musikalischer Leiter und Gitarrist der Livebesetzung von Rosenstolz und spielte in Bands unter anderem The Colour Red, Monkeeman. Arbeit als Studiogitarrist für: Elton John, Rosenstolz, Bela B.+ Diane Weigmann, Jimmy Somerville, Lemonbabies, No Angels (auch Komponist), Nina Hagen, Kim Fischer, Patricia Kaas.

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Bandvorstellung

Oli (Bass) Oliver begann erst im Alter von 15 Jahren, Musik zu machen. Vorher kam er auch ohne Instrument ausreichend gut bei den Mädchen an. Da Tasteninstrumente damals nur von Softies g espielt wurden und Blasinstrumente immer irgendwie an Spielmannszüge erinnern, kam nur ein Saiteninstrument infrage. Bei einer Körpergröße von 1,93 m wirken Gitarren in seinen Händen wie Spielzeug und zerbrechen auch leicht. So kam Oliver zum Bass (oder war’s andersherum?) 1984 erster eigener Bass: „Hondo de luxe“ für 400 Mark bei Brinkmann gekauft. Ein Verstärker der Marke „Cobra“ machte ihn endgültig zum Profi. 1987 erster öffentlicher Auftritt auf dem Hamburger Fernsehturm. Danach Teilnahme an diversen Bands, die sich alle auflösten (Gerüchte über Olivers Mitgliedschaft als Ursache für die Auflösungen konnten nicht bestätigt werden) und Auftritte in sämtlichen Hamburger Live-Clubs. 1996 Anruf der Irish Bastards: „Wir haben gehört, du spielst auch Bass“ (eigentlich war Oliver zu der Zeit eher als Tontechniker bekannt). Zwei Tage später erster Auftritt mit den Bastards im Wagenrad Rendsburg. Drei tage später erneuter Anruf der Irish Bastards: „Du bist drin!“ Seitdem Spezialisierung auf Wechselbass und Reduktion auf nur noch zwei Saiten. Zitat: „Nützt ja nix“.

die Titelmelodie ein. In der Werbung ist Ian auch anzutreffen u. a. Katjes Fernsehspot oder eine Printkampagne in Frankreich. Arbeitete unter anderem für Sarah Connor. Frank (Akkordeon) Im Alter von vier Jahren hatte er das erste Mal ein Akkordeon in der Hand, ließ es jedoch für ein paar Jahre wieder los, um klassischer Trompeter zu werden. Als er 1990 die Hamburger Kultfolkband The Roving Bottles gründete, hatte er seine 120-BassQuetschkommode, zwei Trompeten, eine Tuba, sein Klavier, eine Querflöte und mehrere Tinwhistles im Gepäck, brachte mit dieser Gruppe die großen Konzertsäle zum Kochen und insgesamt drei CDs heraus. 1996 gewann er mit der Kabarettistin Käthe Lachmann den NDR Comedy Preis und ging in dieser Formation im folgenden Jahr mit Götz Alsmann und Atze Schröder auf Tournee. Seit 2002 ist er als Akkordeonsolist mit Henning Venske in diversen Programmen stets auf Bühnen des deutschsprachigen Raumes unterwegs. 2011 waren es bereits mehr als 1000 Auftritte. Seit Herbst 2007 ist er mit Jochen Busse und Henning Venske auf deutschlandweiter Tournee. 2010 erhielten sie für ihr Programm “Inventur” den Ehrenpreis zum ~ Deutschen Kleinkunstpreis ~. Darüber hinaus spielte er unter anderem mit Annett Louisan, Dieter Thomas Kuhn, der Chansonnette Georgette Dee, dem Comedian Alfons, dem Entertainer Kay Ray, dem Kabarettduo Alma Hoppe.

Ich durfte Jörg am Telefon noch ein paar Fragen stellen und hier zu lesen: Erst mal danke, dass Du Dir Zeit genommen hast, um mir ein paar Fragen zu beantworten!

Ian (Fiddle) In diese musikalische Welt hineingeboren war es nur allzu selbstverständlich, dass Ian auch ein Instrument lernte: mit 3 Jahren Klavier- und mit 4 Jahren Geigenunterricht. Gewann 1991 mehrere Preise des Kiwanis Musik Festivals. Ausbildung am New England Konservatorium in Boston. 1993 schloss Ian sein Studium ab und erhielt seinen Master of Music. Konnte sich bei Auftritten mit verschiedenen Orchestern Deutschlands, Kanadas und den USA als klassischer Solist etablieren. Für den mit einem Oscar ausgezeichneten Kurzfilm „Die rote Jacke“ spielte er

Jörg: Das ist gar kein Problem, die Zeit nehme ich mir! Ihr arbeitet ja zurzeit an einer neuen CD. Wie weit seit Ihr mit der Arbeit und der Fertigstellung? Jörg: Wir sind gut vorangekommen! Die Bläser müssen noch aufgenommen werden und einige Passagen der Gitarren müssen noch mal aufgenommen werden, da sie nicht gut geworden sind. Wir verändern sie und spielen sie neu ein. Dann muss die CD abgemischt werden und das dauert auch ein wenig. Wir

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Bandvorstellung

wollen ja, dass es sich nach den Irish Bastards anhört und eine hochwertige Produktion wird. Es werden noch einige Tage ins Land ziehen, bis die CD fertig ist und das ist, was wir wollen. Bei Facebook können ja alle die bei Euch “Gefällt mir” gedrückt haben über den Namen der neuen CD abstimmen. Wie weit seit Ihr da? Jörg: Ja, jeder der auf unserer Facebook-Seite geht und auf “Gefällt mir” drückt kann bei der Abstimmung teilnehmen. Das wird so in ca. 1-2 Wochen so weit sein. Dann stehen drei Namen zur Wahl und der meist gewählte Name wird dann auf dem Album stehen. Ein Vorschlag steht schon und das ist – Glourious Bastards -. Bei den anderen beiden Vorschlägen sind wir und noch nicht ganz einig. Schaut also mal auf unsere Facebook-Seite und es ist in Eurer Hand, wie das Album heißt. Was plant Ihr aktuell und was kommt in naher Zukunft? Jörg: Unser Augenmerk liegt erst mal bei der Fertigstellung der CD. Geplant war eine Videoproduktion, die aber leider ins “Wasser” gefallen ist. Da bleiben wir aber am Ball und hohlen die nach, wenn ein neuer Termin steht. Über eine Live-CD haben wir uns auch schon Gedanken gemacht, aber da ist noch nichts Konkretes geplant. Was ist Euch wichtig und wo möchtet Ihr in der Zukunft sein? Jörg: Für mich ist es wichtig, dass wir weiterhin viel Spaß haben! Genau so wünsche ich es mir von den Leuten, die zu unseren Konzerten kommen. Sie sollen mit uns einen schönen, unvergesslichen und durchtanzten Abend haben. Tja, wo möchten wir in der Zukunft sein? (überlegt) mm …. Bei Rock am Ring auf der Hauptbühne! (lacht) Und ein kühles Getränk in der Hand. (lacht) 

01.09. auf der Burg Nanstein. In Hamburg planen wir dieses Jahr auch noch mal mit allen aufzutreten, aber da sind wir noch in Verhandlungen. Kann man zum gegebenen Zeitpunkt bei Facebook und auf unserer Homepage nachlesen. Vielen Dank für Deine Antworten und die Zeit, die Du Dir genommen hast! Jörg: Das habe ich gerne gemacht und ich hoffe ich konnte Dir helfen.

Zum Ende möchte ich noch folgendes hin zu fügen. Ich empfehle jedem, der die Möglichkeit hat, mal auf ein Konzert der Irish Bastards zu gehen. Sie spielen ganz tolle Musik! Das geht von Speed-Folk, FolkRock, bis zum Party-Folk. Sie machen Stimmung und bei Ihrer Musik kann keiner stillstehen. Irish Bastards haben Musik im Blut und leben das auf der Bühne aus. Ich habe sie schon zwei Mal auf der Bühne gesehen und würde immer wieder hingehen, weil es einfach Spaß macht ihnen zu zusehen, mit ihnen zu singen und zu tanzen. Ich wünsche den Irish Bastards das aller Beste für die Zukunft! Hier auch noch ein Link vom Folk am See Festival, wo sie auch gespielt haben: http://www.celtic-rock.de/2012/05/bericht-2-folk-a m-see-festival-poggensee-bad-oldesloe/ Ich bedanke mich bei Jörg und den Irish Bastards für die Unterstützung und dem zu gesandten Bandinfomaterial. www.celtic-rock.de/2012/06/bandvorstellung-irish-b astards-2

Ihr habt ja auch Bläser und Tänzerinnen in Eurem Programm. Wann und wo kann man Euch mit den Tänzerinnen und den Bläsern bewundern? Jörg: Leider können wir nicht immer mit der gesamten Besetzung los fahren. Für den Veranstalter ist es eine Kostenfrage, aber zu meist sind die Bühnen einfach zu klein. Man braucht schon eine große Bühne, wenn man mit 12 Mann (ink. drei Frauen) auf der Bühne steht. Im September sind wir mit Tänzerinnen und Bläsern auf einem Festival zu sehen. Das ist am

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CDs und Platten

CDs und Platten Will Tun and The Wasters ~ Time is a bastard EP (2012) von Slon Völlig unbekannt sind mir bis heute “Will Tun & the Wasters”, daher gehe ich an diese (wenn ich richtig gezählt habe) 7-Mann Combo aus Reading (Großbritannien) auch völlig unbefangen und neugierig ran. Was mir nun entgegen schlägt nennt sich Folk-PunkSka. Zumindest bezeichnet die Band selbst ihren Stil als solchen. Besser kann man das auch nicht beschreiben genau das trifft es. Knallt einem beim ersten Track noch ein schön flotter Ska-Punk entgegen, hört man bei den nächsten Songs ganz deutlich den Folkeinfluss. Sehr interessante Mischung, die super zusammen passt. Man könnte glauben, man hätte die Jungs von “Buster Shuffle” und “Flogging Molly” in einem Topf, rührt einmal um, ein Schluck Guinness dazu und fertig sind “Will Tun and the Wasters”. Gutes Rezept, ist sehr bekömmlich und geht gut runter. Wenn ich richtig recherchiert habe, ist dieses die 2. Single dieser Band. 5 Songs sind drauf auf diesem guten Stück. Von denen ich euch “Community” und “Four Leaf Chambers” empfehlen möchte. 2 gute Songs welche die verschiedenen Stile dieser Band aufzeigen. Wie gesagt mir gefällt das sehr gut und ich bin mir sicher von den Jungs wird man noch viel mehr hören. Ich freu mich drauf, denn das einzige Traurige an dieser Veröffentlichung ist, dass sie zu kurz ist. ;o) In diesem Sinne: Ab in den Proberaum, serviert uns bitte mehr von diesem süffigen Mix.

Trackliste

1. 2. 3. 4. 5.

Community feat MC Amalgan Gypsy Road Four Leaf Chambers Spanish Wedding Cracks in the Wall

www.celtic-rock.de/2012/06/will-tune-and-the-waste rs-time-is-a-bastard-ep-2012

Saints and Sinners ~ Stand By To Board (2012) von Slon Ein kluger Mann hat erst kürzlich gesagt: “Die Zeiten als guter Celtic Folk-Punk ausschließlich in den verrauchten Verbrecher-Bars von Dublin und Boston praktiziert wurde, sind lange vorbei, mittlerweile hat fast jeder Kulturkreis seine eigene Kleeblatt-Combo.” Und der gute Mann hat Recht.

Heute gehts um “Saints and Sinners” aus Frankreich. Geboten werden 12 Songs flotter Celtic Punk. Ein sehr schönes Album vollgepackt mit schönen flotten, rotzigen Songs über Frauen, Alkohol und das Leben. Und wieder höre ich hier eine Band, die ich unbedingt live sehen muss. Wenn das so weiter geht, muss ich im Lotto gewinnen oder erben oder beides. *hehe* Im günstigsten Fall treten all die guten Bands mal gebündelt auf….

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CDs und Platten

Bevor ich noch weiter abschweife, zurück zur Platte. Erhältlich ist das gute Stück als CD mit 12 Titeln oder als LP mit 8 Titeln. Aber damit die Vinylliebhaber nicht zu kurz kommen, bekommen sie die 4 zusätzlichen Tracks, die übrigens schon auf der EP “Pubcrawlers” veröffentlicht wurden. Ans Herz und in unseren Musikplayer will ich euch “Life is not a Bed of Roses” & “Stand by to Board”, das aber nur weil ich da nicht die ganze CD reinlegen kann. Hört euch die beiden Songs an und wenn ihr dann infiziert seid, besorgt euch das Teil.

Slainte & Angenehmes Wochenende wünsche ich euch Trackliste

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12.

Demons go out Stand by o Board Boy became man From Lough to Tears Worlds Origin Choosing another Way Life’s not a Bed of Roses Blood, Heart & Memories Pubcrawlers Mc Ragan No Way Layout Saints & Sinners

www.celtic-rock.de/2012/06/saints-and-sinners-stan d-by-to-board-2012

Bodhaktan ~ Au diable les remords (2011) von shutupanddance Lebendig kann ich mir die sieben Musiker von Bod’haktan vorstellen, wie sie ihre Gläser heben. „A boire!“ Mit einer Prise Polka, einer Portion kelt i s ch a n g ehauchtem Punk und irischem Folk schaffen sie auf ihrem Debüt-Album „Au Diable Les Remords“ eine Stimmung voll guter Laune, Frauen, Alkohol, Geschichten über Meerjungfrauen und anderen Seefahrtsabenteuern. Zum Teufel mit der Reue! Lasst uns Spaß haben und tanzen: Hoch die Gläser! Die französischsprachigen Folk-Piraten aus Kanada bringen mit einer tanzbaren Mischung aus Rockmusik und traditionellen Folk-Rhythmen und Instrumenten wie Geige, Bodhrán und Akkordeon Sonne

in jeden noch so verregneten Tag. Schon beim fetzigen Opener „Les 3 Captaines“ schafft man es kaum, seine Füße still zu halten, und bis zum letzten Ton von „Par Chez Nous“ lassen Bodh’aktan den Hörer in irisch-kanadischer Lebensfreude schwelgen. So ist es nicht nur ein durchwegs fröhlicher, lebendiger und abwechslungsreicher Hörgenuss, sondern auch noch eine Möglichkeit, ganz nebenbei sein Schulfranzösisch wieder aufzufrischen. Und selbst, wenn man eigentlich kein Französisch spricht, wird man trotzdem bald mitsingen können, denn Lieder wie „Contre Vents Et Marées“ oder „Du Rhum, Des Femmes“ setzen sich einfach im Gehörgang fest. Du rhum, des femmes et d’la bière nom de dieu Un accordéon pour valser tant qu’on veut Du rhum des femmes c’est ça qui rend heureux Le diable nous emporte on n’a rien trouvé de mieux Besonders ins Auge gestochen ist mir der Song “La Ballade De Jonathan Lewis“, dessen Titel eigentlich irreführend ist: Zwar als Ballade mit Gastsängerin Marie Mai einleitend, steigert sich das Lied schnell zu einer fetzigen Tanznummer, mit der Alex Richard,

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CDs und Platten

Alain Barriault, Rob Lee, Jonathan Moorman, Eric Tanguay, Eric Gousy und Luke Bourgeois selbst Folkrock-Skeptiker überzeugen könnten. Insgesamt liefern Sie mit dem Album ein gelungenes Einstiegswerk, das ich wirklich nur empfehlen kann.

Trackliste

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12.

Les 3 Capitaines Du rhum, des femmes Commençons la semaine Les dames du large À boire Le medley du mal de pieds La bonne journée Contre vents et marées La ballade de Jonathan Lewis Passant par Paris La grange aux lutins Par chez nous

www.celtic-rock.de/2012/06/bodhaktan-au-diable-le s-remords-2011

Tir Nan Og ~ Bitter Brew (2012) von shutupanddance Wer sehnt sich nicht nach einer Reise ins „Land der ewigen Jugend“? Die Folkrocker Tir Nan Og nehmen ihre Hörer mit auf einen kleinen Ausflug in dieses Land. Sie erzählen Geschichten über die Liebe, das Leben, den Alkohol und die Freundschaft. Nach der Debüt – CD, „After Work“, die im Februar 2010 veröffentlicht wurde, ist seit 13. April die neue Platte der Folkrocker erhältlich: „Bitter Brew“. Der Bandname Tir Nan Og, oder auch Tir Na nòg, stammt aus dem Gälischen und bezeichnet eine Art irischen Himmel: das Land der ewigen Jugend. Die deutsche Irish – Folkrockband wurde schon 2002 in Eichstätt gegründet – in der heutigen Besetzung sorgten sie seit 2010 für Gute-Laune-Folk. Musikalisch bewegt sich die Band seit ihrer Anfangszeit zwischen traditioneller Folkmusik und modernen Einflüssen aus der Punk- und Speedfolk – Szene. Schon mit dem Opener „Johnny Cope“, einem schottischen Traditional, verstehen es die fünf Musiker Volker Katzki (Schlagzeug), Robert Meyer (Gitarre, Leadgesang), Joachim Fink (Bass), Matthias Pracht (Geige) und Carina Lehmeier (Flöten, Percussion, Gesang) den Hörer ganz für sich einzunehmen: Flotte, tanzbare Rhythmen folgen auch mit den beiden Tr a d i t i o n a l s „ B o t a n y B ay “ u n d „ D o n a l d McGillavrey“.

„Eine der entscheidendsten Veränderungen von ‘After Work’ zu ‘Bitter Brew’ hängt mit unserem letzten Neuzugang in der Band zusammen“, sagt Robert Meyer. „Matze, unser neuer Geiger, der seit Juni 2010 dabei ist, spielt einen ganz anderen Stil als unsere vorherige Geigerin – insgesamt sind wir etwas rockiger und rauer geworden, und meiner Meinung nach auch folkiger.“ Die fünf Musiker versuchen immer wieder neue, auch unkonventionelle Ideen in ihre Songs einzubringen, was ihnen auch wunderbar gelingt, zum Beispiel bei „Donald Where’s Your Troosers“, bei dem sie sich am Hip-Hop bedienen.

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CDs und Platten

Als kleines Sahnehäubchen legen Tir Nan Og den Studioaufnahmen noch drei Livesongs drauf. Aufgenommen im Jahr 2011 in Dinkelsbühl und in Abtwil (CH) machen „Mermaid“, „Paddy Lay Back“ sowie das Luna Luna-Cover „Wenn ich tot bin“ definitiv Lust auf mehr, zum Beispiel auf ein Konzert im Juli am Irish Summer in Wertingen, wo die fünf Musiker an beiden Tagen vertreten sein werden. Anspieltipps: Johnny Cope, Botany Bay, Bitter Brew, Jeffrey’s Inn, Golden Paths Neben weiteren stimmungsvoll interpretierten Traditionals wie „Rocky Road To Dublin“ oder „Queen Of Argyll“ finden sich auf der neuen Platte der Bayern auch Eigenkreationen, die sich sowohl lyrisch als auch musikalisch ganz und gar nicht verstecken müssen. „Jeffrey’s Inn“, inspiriert von der gleichnamigen Taverne oder den berührenden Song „Golden Paths“ mit der Titelnummer elf, ein melancholisch-tiefgründiges Lied über die Freundschaft, bei dem man den irischen Wind riechen kann, wenn man die Augen schließt. Der Titelsong, „Bitter Brew“, der einen echten Ohrwurmfaktor aufweist, entstand als Reaktion auf die Kurzgeschichte „Das Haus des Lebens“ aus dem Buch „Trauerheilung“ von Claudia Cardinal: Welcome to this party, what a nice costume you wear Are you sure that you want it, are you sure this decision to bear? On this big party in the house of life, where’s no need for a rest Don’t forget yourself to shine, do you think, it’s really the best?

Trackliste:

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14.

Johnny Cope Botany Bay Donald McGillavrey Bitter Brew Bonnie Ship The Diamond Jeffrey’s Inn Running Rocky Road To Dublin Donald Where’s Your Troosers Queen Of Argyll Golden Paths The Mermaid Paddy Lay Back Wenn ich tot bin (Luna Luna)

www.celtic-rock.de/2012/06/tir-nan-og-bitter-brew2012

The Go Set ~ The Go Set (2012) von daniels Mit ihrem inzwischen 5. Album könnten The Go Set auch bei uns einen Durchbruch schaffen. Nicht weil die Jungens so nett sind, sondern weil es ein tolles punkiges Album mit sozialkritischen Texten und eingängigen Melodien ist. Aber es ist nicht mehr die gleiche Musik. Mit dem Schritt sich ein wenig vom Folk zu distanzieren und punkiger zu werden, haben Sie Ihre Musik einem breiteren Spektrum von Hörer/ innen geöffnet. Die Australische “The Guardian” möchte ich an dieser Stelle gerne zitieren. Es ist ein Ausschnitt aus dem Pressetext:

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CDs und Platten

Ich hatte noch nie etwas gehört von The Go Set, außer Phrasen wie “Irish”, “Folk” und “Punk Rock”, die irgendwie gemixt werden – eigentlich die Zutaten für ein Disaster. oder für viel Enthuisamas und einem Hang zur Selbstmassakrierung, möchte ich hinzufügen. The Go Set haben das dann korrigiert und sich für einen populäreren Weg entschieden. Das mag sich vielleicht negativ anhören, aber so ist es gar nicht gemeint.  Es ist ein tolles energiegeladenes und Abwechslungsreiches Album. Sound und Stimme sind geblieben. Neben schnellen gibt es auch langsame Songs, die zum Mitsingen einladen. Aber außer einem Dudelsack, der im Hintergrund ein wenig mitklingt, kann ich fast nichts folkiges mehr erkennen. Also, feiner Punkrock und auch ein tolles Album für jene Sammler, die Entwicklung einer Band dokumentieren und miterleben möchten!

Ich bin gespannt, wie es weiter geht und in welche Richtung die Herren, die “tatsächlich mit traditioneller Folklore und klassischem Punk aufgewachsen sind”, sich orientieren. Und auf Eure Meinung! Anspieltipps: Drums Of Chelsea, Liberty Bell Trackliste

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11.

Drums Of Chelsea The New Age Television Education All Our Friends Speakers Distort Halfway To Hell Rooftops Change The World December Liberty Bell Belfast Mill

www.celtic-rock.de/2012/06/the-go-set-the-go-set-2 012

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Konzerte und Festivals

Konzerte und Festivals Castellans Folksommer 2012 von daniels Das „Castellans Folksommer“ Festival lädt am 28. Juli bereits zum neunten Mal alle Freunde der traditionellen aber auch der etwas lauteren Irish Folk Musik auf die Festivalinsel ans Kulturufer Nasses Dreieck in Hörstel im Nordwesten von NRW. Im größten Open-Air-Pub außerhalb Irlands, auf der gemütlichen, baumbestandenen Insel direkt an der historischen Schleuse präsentiert der „Castellans Initiativkreis Musik Bevergern e.V.“ in diesem Jahr zum sensationellen Preis von 7,00 Euro VVK und 9,00 Euro AK drei Bands der Extraklasse. Die Besucher können sich bei Guinness oder Kilkenny vom Fass auf die Bands „Good Night Folks“ aus Münster, „Sir Reg“ aus Schweden sowie „Firkin“ aus Budapest freuen. Umrahmt wird das Programm durch zwischenzeitliche Auftritte des Solokünstlers „MacPiet“ sowie der englischen Tanzgruppe „Chingford Morrismen“ www.castellans.de Programm und ausführlichere Info:

ca. 20.30 Uhr : Good Night Folks (D) – www.goodnightfolks.de Nach dem Festival 2009 sowie ihrem Auftritt auf dem letztjährigen Altstadtfest dürfen wir wieder unsere Freunde von Good Night Folks auf der Castellans Bühne begrüßen. Quasi als “Lokalmatadoren” werden sie das Publikum in gewohnt gekonnter Weise auf einen tollen Folk-Abend einstimmen. Zum Repertoire der westfälischen Folkband gehören bekannte Hits der Dubliners und Pogues wie etwa „Whiskey in the Jar“, „The Wild Rover“ und „Dirty Old Town“. Aber auch die mitreißende Seemannslieder „The Irish Rover“ und der „Fisherman´s Blues“ dürfen auf einem Konzert von GoodNightFolks nicht fehlen. Neben diesen Folkhits bringen die sieben Musiker auch gefühlvolle Balladen wie den Klassiker „The Town I Loved So Well“ und selbst geschriebene Kreationen gekonnt in ihrem Programm unter. Genauso wie die Band ihre Lieder harmonisch und stimmungsvoll aufbaut, stellen sie ihr Programm

für jeden Abend zusammen. Erklingen zum Warmwerden noch die ruhigen, teils melancholischen Musikstücke, kommen nach und nach die stimmungsträchtigen Ohrwürmer aufs Parkett. Mit dieser Mischung konnte GoodNightFolks bis heute noch jedes Publikum begeistert. Die musikalische Besetzung der jungen Band (20-28 Jahre) ist klassisch folkig: Der Klang von Geige, Mandoline, Bouzouki, Banjo, Flöte und Akkordeon wird getragen vom Spiel der Gitarre und des Basses. Diese Zusammensetzung erlaubt GoodNightFolks eine Vielzahl von Variationen, sodass sie jedem Lied ihren eigenen GoodNightFolksCharakter beifügen konnten. Die eingängige Musik der jungen Folkband ist in jedem Fall ein Garant für einen wunderbaren Konzertabend.

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Konzerte und Festivals

ca. 22.00 Uhr: Sir Reg (Swe) – www.sirreg.se

ca. 24.00 Uhr: Firkin (H) – www.firkinband.com

Als zweiter Act des Abends werden Sir Reg aus Schweden zum ersten Mal die Castellans Bühne betreten. SIR REG sind eine sechsköpfige, energiegeladene Celtic Rock/ Punk Band aus Schweden mit vielen kreativen Einflüssen. Alles begann mit Brendan Sheehy, einem Iren, der seine HeimatstadtDublin gen Schweden verließ. Dort begann er, eine Band zusammen zu stellen, die diebeliebtesten Irish Folk Songs und Cover von Bands wie The Pogues, Flogging Molly, DavidBowie, The Beatles, The Dubliners. Im November 2008 wurde eine acht Nummern umfassende nach dem Namen der Band betitelte CD veröffentlicht. Großartige Melodien, starke Hooklines, Violinen, Banjos, Flöten, Akkordeons, Mellotron und verzerrte Gitarren, alle voller Energie abgeliefert, wurden in den Mixer geschmissen. Die CD wurde von den Usern von celticfolkpunk.blogspot.com und dem Internet Radio Paddy Rock Radio zur „Best Celtic rock and punk album of 2010“ gewählt. Celticfolkpunk wählte SIR REG darüber hinaus zur „Best Celtic band of 2010“. Im Jahr 2011 veröffentlichte die dann Band ihren ersten Longplayer mit dem Titel “Sign of the times”, der weltweit große Beachtung fand und der Band auch in diesem Jahr den Titel “Best Celtic band” einbrachte.

Firkin – jumpin’ irish music aus Ungarn! Firkin ist die 7-köpfige Band von János Péter, der die Band im Sommer 2008 gegründet hat und es seither versteht, in der Marnier eines Ian Anderson als “einbeiniger Flötist” die Konzertbesucher in die hohe Kunst des ungezügelten Genres des Irish Punk einzuführen. Die musikalischen Intentionen dieser hochmotivierten Truppe aus Budapest sind kein Geheimnis: Sie wollen das Publikum zum Entspannen, Mitmachen und Tanzen animieren. Dazu gehören für die Band natürlich ein paar Gläser Wein oder ein paar Pints Guinness. Sie wandeln mit ihrer Musik eindeutig auf den Spuren der berühmten Pogues, Dropkick Murphies oder auch der absolut angesagten Flogging Molly. Feiern wir mit dieser Band, die extra für den Castellans Folk Sommer eine mehr als 1.200 km weite Reise auf sich genommen hat, eine zünftige FolkRock-Nacht! Alle Infos: www.castellans.de www.celtic-rock.de/2012/06/castellans-folksommer2012

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CDs und Platten

CDs und Platten Linzi Murphy ~ Medusa EP (2012) von kuec Ein gelungenes Debüt: das  trifft auf Linzi Murphys ersten Auftritt in Deutschland ebenso zu wie auf ihre brandneue EP. Live zeigte sie beim Keltic Festival Hohenlimburg eine bemerkenswerte Stimme und ein sicheres Gespür, was die Auswahl geeigneter Songs und die Begleitung angeht. Bei den fünf aufgenommenen Titeln kann man studieren, wie ihr Gesang durch hervorragende Arrangements bestens  zur Geltung gebracht wird, die sie maßgeblich mitgestaltet hat. Die EP verbindet Traditionelles und Aktuelles in einer Weise, wie wir sie in Deutschland nicht gewohnt sind. Wer widmet sich denn gleichzeitig  jahrhundertealtem Liedgut und aktuellen sozialkritischen Songs – die aber manchmal mehr miteinander zu tun haben, als man glauben könnte. Obwohl sie nicht damit aufgewachsen ist, steht Linzi fest in der schottischen Folk-Tradition. Sie hat sich gleich drei traditionelle Balladen vorgenommen. Es geht da etwa um einen Unhold, der junge Mädchen ermordet, wenn sie ihm nicht zu Willen sind, (Bonnie Banks  O’ Airdrie) oder eine Mutter, die ihre beiden Kinder mit einem Haarband erdrosselt (The Cruel Mother). Die düsteren Themen präsentiert sie sehr nüchtern, ihre Stimme hat eine aus der Tiefe kommende Kraft, die Gänsehaut erzeugen kann. Linzi besitzt kein besonders großes Stimmvolumen. Gerade ihre natürliche Art ohne jede Anbiederung macht sie zu einer guten Interpretin. Sie lässt die geschilderten Begebenheiten sehr real erscheinen. Die raffinierten Arrangements bringen Spannung und lassen das Zuhören zum Vergnügen werden. Beteiligt waren einige Kollegen von der Paul McKenna-Band.  Sie sorgen an Saiteninstrumenten und Percussion für eine pulsierende Unterströmung, die mit dem Gesang kontrastiert. Neben den sehr geschickt gemachten Gitarrenspuren sind einzelne Melodieinstrumente eingebunden, Pipes und Concertina lassen den ersten Song mit einem kraftvollen Marsch ausklingen, Piano, Fiddle und Low WhistleSoli tragen an anderer Stelle zur intensiven Atmosphäre bei. Die dritte Ballade Otterburn  hat nur eine schlichte

Gitarrenbegleitung und bildet den ruhigen Mittelteil, ist a b e r trotzdem auf eine wieder andere Weise wirkungsvoll. Am Ende stehen zwei sehr gute aktuelle Songs, die auf Linzis Vorbilder verweisen. Im Titelstück von Karine Polwart werden Bilder von marschierenden Männern heraufbeschworen, wobei man nicht sicher sein  kann, was gemeint ist.  Medusa erinnert ein wenig an Lieder von Suzanne Vega oder Tracy Chapman. Wunderbar ironisch ist Dick Gaughan’s  Shipwreck: ein Top-Manager ist allein gestrandet und muss sich mit einer ungezähmten Natur auseinandersetzen, die vor seinem Sozialstatus keinen Respekt hat.  Medusa gehört zu den Alben, die einem mit jedem Hören mehr ans Herz wachsen. Linzi hat neben ihrem Talent die richtigen musikalischen Freunde und die richtige Einstellung: das zu tun, was ihr wichtig ist und Spaß macht, ohne auf  Teufelkommraus die Massen begeistern zu wollen. Der EP ist verständlicherweise nur ein Einlegeblatt und kein Booklet beigefügt. Da die mit starkem schottischen Akzent gesungenen Texte nicht ohne weiteres zu verstehen sind, wäre es sinnvoll, sie auf die Homepage zu stellen. Beim Festival in Hohenlimburg hat sich allerdings gezeigt, dass Linzi ein Publikum packen kann, auch wenn es den Inhalt nicht wörtlich mitbekommt. Trackliste

1. 2. 3. 4. 5.

Bonnie Banks O’ Airdrie The Cruel Mother Otterburn Medusa Shipwreck

www.celtic-rock.de/2012/06/linzi-murphy-medusa-e p-2012

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Instrumentenkunde

Instrumentenkunde Mandoline ~ Instrumentenkunde Teil 6 von celtic-rock Als Instrumentenpate für die Mandoline steht uns erneut Gran E. Smith von Mr. Irish Bastard zur Verfügung, welcher uns vor geraumer Zeit schon tatkräftig beim Banjo unterstützte. 1. Warum Mandoline? Die Idee, dieses Instrument erlernen zu wollen, hatte ich 1992 während eines Levellers-Konzerts. Zu sehen und zu hören wie Simon Friend aus diesem kleinen Ding so coole Sounds rausholt hat mich sehr begeistert. Da war es nicht schwer die Frage nach meinem Geburtstagwunsch zu beantworten. Meine erste Mandoline war (und ist) eine der Firme Aria. Auch heute noch ein schönes Teil. Das Besondere an Mandolinen ist, dass jede der vier Saiten doppelt vorhanden ist. Dadurch entsteht der charakteristische Klang dieses Instruments. Aufgrund der geringen Saitenlänge produziert eine Mandoline vor allem Töne im höheren Frequenzbereich, was sie zu einer sehr runden Ergänzung jeglicher Musik macht. Wer sich nichts unter einer Mandoline vorstellen kann – „Losing My Religion“ von REM wird wahrscheinlich jeder kennen. Das tragende Instrument in diesem Lied ist eben eine Mandoline.

2. Worauf sollten Einsteiger achten? Die Entscheidung Mandoline zu erlernen ist ein recht risikoloses Unterfangen. Bereits für eine Hand voll Euros gibt es recht ansprechende Instrumente. Für den Einsteiger nicht zu empfehlen sind jedoch die bei eBay oft sehr günstig angebotenen gebrauchten

Mandolinen mit bauchigem Resonanzraum. Die Dinger lagen oft jahrelang in Kellern oder auf Dachböden; der Hals verzogen, die Saitenlage für den Eimer, von Bundreinheit gar nicht zu sprechen. Daran hätte man sicherlich keine Freude. Heutzutage gibt es zwei bevorzugte Varianten dieses Instruments, die beide einen flachen Resonanzraum aufweisen. Die einfachen tropfenförmigen A-Mandolinen und die teilweise aufwändig verzierten F-Mandolinen. Letztere sind an der charakteristischen „Schnecke“ und Cutaway am Korpus, sowie am deutlich höheren Preis zu erkennen. F-Mandolinen findet man vor allem in Bluegrassbands. Klanglich habe ich zwischen beiden Varianten noch keinen ernsthaften Unterschied festgestellt. Für den Einsteiger reicht in jedem Fall eine günstige A-Mandoline. Ob mit oder ohne Tonabnehmer bleibt einem selbst überlassen. Es ist ohne weiteres möglich eine akustische Mandoline nachträglich mit einem Tonabnehmer auszustatten. Ich selber spiele live eine Godin-A8-Mandoline. Dieses Instrument ist allerdings für den Live-Einsatz optimiert. Sie hat einen hervorragenden Tonabnehmer und produziert absolut keine Rückkopplungen. Für Studioaufnahmen oder kleinere Sessions, bei denen keine Vers-

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Instrumentenkunde

tärkung benötigt wird, nehme ich eine Morgan Monroe MFM-300 Mandoline. Diese Firma bietet hervorragende Instrumente zu einem sehr guten Preis an. Leider gibt es zurzeit (soweit ich weiß) noch keinen deutschen Vertrieb, so dass man sich bei Interesse direkt an die Firma wenden muss.

Über den Autor:

3. Wo bekommt man Hilfe? Ich hatte zum Erlernen der Mandoline nur eine Grifftabelle und ein paar Platten mit irischer Musik, die ich dann mehr oder weniger erfolgreich versucht habe nachzuspielen. Deshalb hat es dann einige Zeit gedauert, bis ich meinen Mitmenschen etwas auf diesem Instrument vorspielen konnte ohne ernsthaftes Entsetzen auszulösen. Gerade bei der Mandoline ist es sehr wichtig, dass die Saiten nicht im Geringsten verstimmt sind. Ein wenig daneben und es klingt sehr hässlich. Aber heutzutage gibt es ja zum Glück das Internet. Dort findet man Grifftabellen für die Akkorde (eine Mandoline hat nur vier Doppel-Saiten – dadurch sind die meisten Griffe sehr einfach) und sehr gute Lehrvideos auf YouTube. Fleissige Mandolinenspieler haben dort Videos hochgeladen und zeigen wie man eine Mandoline stimmt, wie man Akkorde greift und Einzeltöne spielt, bis hin zu schnellen Jigs und Reels. Sehr empfehlenswert! Eine Internetseite möchte ich dem geneigten Leser noch empfehlen: www.mandolincafe.com. Dort gibt es tonnenweise Informationen, Hörproben, gebrauchte Instrumente, Tabulaturen usw. usw.

Gran E. Smith spielt seit 1992 die Mandoline. Von 1992 bis 2002 war er Mitglied der Punkband „Haufen“, wo er die E-Gitarre und Mandoline spielte sowie 1995 Gitarrist in der Hardcore/Metalband „SMABP“. Von 1996-2006 war er Mitglied der IrishFolk Band „One 4 The Road“, wo 5-String Banjo sowie wiederum die Mandoline bedient wurden. Ab dem Jahre 1999 kam zusätzlich das Tenorbanjo zum Einsatz. Seit 2006 spielt er bei „Mr. Irish Bastard“ Banjo und Mandoline. Die Band hat eine EP und ein Album in Europa sowie je eine Best-Of-Album in China und Japan veröffentlicht. „Mr. Irish Bastard“ ist kontinuierlich auf Tour. Neben den eigenen Bandverpflichtungen ist er gelegentlich als Produzent, Komponist und/oder Gastmusiker diverser Filmvertonungen, Werbespots oder Musikproduktionen zu hören. www.celtic-rock.de/2009/10/mandoline-instrumente nkunde-teil-6

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Diese PDF wurde am 13.07.2012 erstellt. triskal ist kostenlos und die Verbreitung in dieser Originalform (komplette PDF-Datei) ist ausdrücklich erwünscht. Ihr könnt es also gerne auf Eurer Homepage bereitstellen oder per E-Mail an Freunde und Bekannte versenden. Die Übernahme von Texten und Bildern in digitale Angebote oder Printpublikationen jeglicher sonstiger Art ist nur mit der besonderen Einwilligung des Herausgebers und der Autoren erlaubt.

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Die n채chste Ausgabe von

triskel the celtic-rock & punk ezine erscheint am

Samstag den 11.08.2012 auf

www.celtic-rock.de

triskel - 07/2012  

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