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02/2011 Essen Trinken Reisen

MAGAZIN

GENUSS.MAGAZIN Essen • Trinken • Reisen

GENUSS

€ 7,10

Wasser des Lebens Eine Ode an den Whisky. Zum Genießen. Und als Einstimmung auf die Wiener Whiskymesse.

Käse aus dem Emmental. Emmentaler im Test. Wien isst anders. Insider-Tipps aus der Hauptstadt. Faschingsnarr trifft Osterhasen. Ein Kampf in drei Runden.


02/2011

Editorial

W

asser des Lebens. König der Spirituosen. Um kein anderes alkoholisches Getränk ranken sich mehr Mythen und Legenden als um den Whisky. Und das, obwohl es sich hier eigentlich um nichts anderes handelt als um destilliertes Bier. Whisky-Fans sehen das natürlich anders. Auch Mario Prinz ist ein Whisky-Fan. Ein so großer, dass er seine Leidenschaft sogar zum Beruf gemacht hat. Zum einen betreibt er mit seinem „Potstill“ Austrias finest Whiskystore, zum anderen veranstaltet er alle zwei Jahre die Wiener Whiskymesse. Heuer im März ist es wieder so weit. Von 26. bis 27. März dreht sich im Arcotel Wimberger alles um das schottische, irische, kanadische oder neuerdings auch japanische Lebenswasser – einige Produzenten aus Österreich werden heuer zum ersten Mal ebenfalls vertreten sein. Um Sie ein wenig auf die Whiskymesse einzustimmen, finden Sie in dieser Ausgabe ein 18-seitiges Whisky-Special mit wissenswerten Fakten und spannenden Produzentenporträts. Und: Drei Mal zwei Eintrittskarten zur Whiskymesse gibt es auch noch zu gewinnen. In diesem Sinne: Slainte Mhath! Auf gute Gesundheit!

Slainte Mhath! Auf gute Gesundheit!

100 Seiten voller GENUSS Was erwartet Sie sonst noch in der aktuellen Ausgabe des GENUSS. MAGAZINs? Natürlich haben wir wieder für Sie verkostet – dieses Mal Emmentaler und Molkedrinks. Wir ließen die beiden Frühlingsfeste Fasching und Ostern in einem kulinarischen Ringkampf gegeneinander antreten, wir stellten uns die Frage, ob alkoholfreie Weine und Biere Sinn machen und sprachen mit Einrichtungsexpertin Leila Suppan-Dado über schön gedeckte Tische. Im Reiseteil nahmen wir Wien und Ungarn unter die kulinarische Lupe und fuhren raus aufs offene Meer, um Ihnen von den neuesten Kreuzfahrt-Trends zu berichten. Sie sehen: Es erwarten Sie wieder 100 Seiten voller GENUSS. Damit wünsche ich Ihnen viel Freude. Ihre

Fotos Archiv, Jura

GENUSS.tipp: Hochgenuss Der neueste Kaffeevollautomat des Premium-Herstellers JURA, die „Impressa J9 One Touch TFT“, setzt Sie bereits auf den ersten Blick ins Bild. Sein durchdachtes Bedienkonzept könnte einfacher und selbsterklärender nicht sein. Mit der Rotary Selection einfach die gewünschte Kaffeespezialität wählen, Knopf drücken und genießen. Natürlich bereitet der One-Touch-Vollautomat die ganze Bandbreite vom Latte macchiato bis zum Ristretto auf Knopfdruck und ohne Verschieben der Tasse zu. Verwöhnen Sie sich und Ihre Gäste mit Kaffeegenuss in Perfektion. www.jura.com


Inhalt

46 08

Wasser des Lebens Eine Ode an den Whisky. Käse aus dem Emmental Emmentaler im Test.

Essen 08

Käse aus dem Emmental Emmentaler zählt zu den Top-Drei der beliebtesten Käsesorten. Wir machten den Test.

Cover

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5-Elemente-Cooking Gesunde Küche – elementarer Genuss.

20

Rosi(ge) Zeiten Rosemarie Trabelsi, Gastronomin aus Leidenschaft und Inhaberin des Restaurants „La Torre“, im Porträt.

24

Bio? Logisch! Bio ist einfach besser. Für mehr Lebenslust und -qualität.

30

Faschingsnarr trifft Osterhasen Wer gewinnt im Duell „Fasching gegen Ostern“? Ein Kampf in drei Runden.

Cover

24

4

Bio? Logisch! Bio ist einfach besser.

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Tischlein, schmück Dich Einrichtungsexpertin Leila Suppan-Dado über gedeckte Tische und die häufigsten Deko-Fehler.

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Gerüchteküche der Diäten Reinhard-Karl Üblacker über die verbreitetsten Abnehmlügen.

39

Herzlicher Genuss Prof. Hademar Bankhofer über Lebensmittel für das Herz.

40

GENUSS.lokalbesuch Die Redakteure des GENUSS.MAGAZINs stellen ihre Lieblingslokale vor.

43

GENUSS.kochkurs Wir verraten Ihnen, bei welchen Kochkursen Sie mit Freude etwas dazulernen können.

Magyarische Genussreise Ungarn aus kulinarischer Sicht.


50 Rezepte in dieser Ausgabe 7 7 11 11 17 18 18 19 23 32 33 33 33 50 50 51

Gemüsepuffer mit grüner Kräutersauce Karottenküchlein mit Marzipan-Karotten Birnengelee Walnussbrot Radieschensuppe mit Topfennockerln Gemüse-Fisch-Spieße mit Taboulé Rindsschnitzel in Rotweinsauce mit Erdäpfel-Fenchel-Püree Kastanienkipferl Fischfilet „al cartoccio“ Faschingskrapfen Heringssalat Osterschinken im Brotteig Osterpinze Whisky-Pralinen Orangenmarmelade mit Whisky Lángos

Trinken 46

Wasser des Lebens Eine Ode an den Whisky. Zur Einstimmung auf die Wiener Whiskymesse.

Cover

64

Powerdrink Molke Molkedrinks im Test.

70

Einfach pervers Wein und Bier – alkoholfrei.

Reisen 76

Wien isst anders Kulinarische Insider-Tipps in der Bundeshauptstadt – empfohlen von einem Insider.

Fotos Shutterstock, Glencairn, Barbara Kunze, Dreamstime

Cover

84

Eine magyarische Genussreise Ungarn aus kulinarischer Sicht.

88

Auf hoher See Unsere Empfehlung: Ab aufs Schiff!

Service 03 04 69 92 94 96 98

Editorial Inhalt Gewinnspiel GENUSS.society Musik, Film & Buch Termine & Impressum Kabarett-Kolumne

GENUSS. tipp

Besuchen Sie uns auf Facebook www.facebook.com/GENUSS.wein.pur


Essen GENUSS.stücke

Essen

„Wer einen guten Braten macht, hat auch ein gutes Herz.“ – Wilhelm Busch, deutscher Dichter –

Rauchen erlaubt Okay, das ist jetzt vielleicht eine etwas komische Frage: Haben Sie schon einmal Schokolade inhaliert? Falls nicht, wird Sie die Le Whif-Schokolade mit Sicherheit interessieren. Es ist die einzigartige Möglichkeit, Schokolade mit nahezu null Kalorien zu sich zu nehmen. Ein Hoch auf die Franzosen, die diese SchokoladenAroma-Sticks entwickelt haben. Einfach einatmen und genießen. Da Schokolade ja bekanntlich glücklich macht, ist die Luft-Schokolade besonders geeignet für kleinere Glücks-Flashs zwischendurch und natürlich ein perfektes Geschenk für Frauen. Erhältlich auch in der Geschmacksrichtung Kaffee. € 9,95, www.sowaswillichauch.at

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Spickzettel Spätestens seit Pretty Woman ist klar, dass es bei einem Dinner gewisse Regeln bei Tisch zu beachten gilt. Wer nicht auf einen persönlichen Knigge-Coach zurückgreifen kann, dem wird das Tischset „Kniggerich“ eine echte Hilfe sein. Wie ein riesengroßer Spickzettel zeigt einem der Kniggerich, wie mit Stil gegessen wird. So ist beispielsweise markiert, wo welches Besteck platziert wird, was zum Dessert benutzt wird, wo man seine Hände ablegt und andere hilfreiche Tipps für tadellose Tischmanieren. Ein originelles Geschenk für Knigge-Fans und solche, die ein wenig Nachhilfe brauchen. € 19,95, www.design-3000.de

Fotos Maxwell & Williams, Design 3000, Questers, www.sowaswillichauch.at, Sonnentor, Berndorf, 7sonntage

Gar nicht wurscht, dieser Fisch G´sund und köstlich sind sie, die Mariazeller. Alexander Quester, einer der führenden Züchter von Süßwasserfischen, bringt die ersten Fischwürstel aus dem grünen Herzen Österreichs auf den Markt. Nach intensiver Entwicklungszeit ist es gelungen, das erste Fischwürstel aus reinem Filet von Saibling und Forelle – ohne Verwendung von Farb- und Konservierungsstoffen oder künstlichen Haltbarmachern – zu kreieren. Essfertig, ohne Gräten und einfach in der Verwendung sind sie eine leichte und kalorienarme Mahlzeit. € 5,90 (120 g), www.questers.at


Rote Nasen Den fröhlichen Rote Nasen-Clownkopf trägt das vierteilige Kinderbesteck von Berndorf. Und das Schöne daran ist: 15 Prozent der Erlöse spendet das Unternehmen an Rote Nasen Clowndoctors International. So wie die Clowndoctors die Herzen der kleinen Patienten höher schlagen lassen, zaubert auch das Rote Nasen-Besteck ein Lächeln in die Gesichter der Kinder. Erhältlich in der Berndorf Boutique in Wien 1 sowie online. € 49,90, www.berndorf-besteck.co.at

Sonnige Schokolade Manche Dinge sind so schön, dass man sie sich nicht verkneifen sollte. So wie die neue handgefertigte Schokolade von Sonnentor, dem Biospezialisten aus dem Waldviertel. Sechs einzigartige Geschmacks-Kompositionen, jede Tafel von Hand und mit Liebe gemacht, laden dazu ein, sich die zart schmelzende Köstlichkeit auf der Zunge zergehen zu lassen. Ob als kleines Dankeschön, Ausdruck der Gefühle oder einfach zum Genießen – die Schokoladensorten von Sonnentor sind immer kulinarische Höhepunkte. € 3,49 (50 g), www.sonnentor.com

Krümelmonster aufgepasst Mit ungewöhnlichen Zutaten verwöhnen die Kekse „7sonntage“ experimentierfreudige Gebäckliebhaber. Da treffen beispielsweise exotischer Curry und fruchtige Korinthen aufeinander oder vereinen sich frische Orangen und aromatischer Rosmarin zu einem wunderbaren Geschmackserlebnis. Erhältlich sind die acht Sorten im ausgewählten Fachhandel oder im Internet. € 7,90 (180 bzw. 200 g), www.7sonntage.de

Frohe Ostern Zu Ostern gibt es kein Ei(nerlei) – neue Ideen für Tisch und Tafel sind gefragt. Warum also nicht zum Osterkaffee die Karottenküchlein in der Espressotasse kredenzen? Oder feine Gemüsepuffer mit einer Schale frühlingsgrüner Kräutersauce servieren? Maxwell & Williams bietet mit seinen Porzellankollektionen genau das Richtige für die Ostertafel. Teller: € 3,95, Schale: € 5,50, Espressotasse mit Untertasse: € 3,50. www.maxwellandwilliams.de

Gemüsepuffer mit grüner Kräutersauce Zutaten. (für 4 Personen) Für die Gemüsepuffer: 200 g gelbe Zucchini (geschält, in feine Streifen gehobelt) 400 g mehlige Kartoffeln (in feine Streifen gehobelt) 200 g rote Rüben (vorgekocht, geschält, in feine

Streifen gehobelt) 2 Eier 2 EL Mehl Salz, Pfeffer und Muskat 2 EL Pflanzenöl 20 g Butter Für die Kräutersauce: 250 g Sauerrahm

200 g Naturjoghurt 100 g gemischte Kräuter Saft von 1/2 Zitrone Schale von 1/2 Zitrone (gehackt) Salz, Tabasco

Zubereitung. Für die Gemüsepuffer die Zucchini salzen, fünf Minuten ziehen lassen und mit den Händen etwas ausdrücken. Die Kartoffeln ebenfalls in einem Sieb kräftig ausdrücken. Je die Hälfte der Kartoffelstreifen mit den Zucchinistreifen und den roten Rüben, sowie je einem Ei und einem Esslöffel Mehl vermengen und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. In einer großen Pfanne das Öl erhitzen, mit einem Esslöffel Kleckse der Puffermasse mit etwas Abstand hinein geben, leicht flach drücken und auf beiden Seiten scharf anbraten. Butter zufügen und die Puffer bei mäßiger Hitze goldbraun braten. Für die grüne Kräutersauce alle Zutaten miteinander pürieren und mit Salz und Tabasco abschmecken. Die Puffer mit der Kräutersauce anrichten.

Karottenküchlein mit Marzipankarotten Zutaten. (für 10 Küchlein) Für die Karottenküchlein: 175 g Zucker 3 Eier Mark von 1/2 Vanilleschote 135 g Mehl 2 TL Backpulver 25 g Pistazien (gehackt) 75 g Butter

150 g Karotten (geraspelt) Für die Marzipankarotten: 50 g MarzipanRohmasse rote und gelbe Lebensmittelfarbe Pistazien

Zubereitung. Für die Karottenküchlein Zucker und Eier schaumig schlagen, Vanillemark hinzugeben. Mehl mit Backpulver und Pistazien vermischen. Mit der geschmolzenen Butter und den Karotten unter die Eiermischung rühren. Espressotassen einfetten und mit Teig befüllen, auf ein Backblech stellen und 25 Minuten bei 175 Grad backen. Für die Marzipankarotten die Marzipan-Rohmasse mit roter und gelber Lebensmittelfarbe orange färben. 20 kleine Karotten daraus formen, auf der Oberseite einkerben. Pistazien halbieren, in kleine Stifte schneiden und oben in die Karotten drücken. Die Karottenküchlein mit den Marzipankarotten verzieren.

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Essen Emmentaler

K채se aus dem Emmental Emmentaler im Test.

Stockerlplatz. Der Emmentaler z채hlt zu den Top-Drei der beliebtesten K채sesorten. Zu Recht? Wir machten die Probe aufs Exempel.

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Text Angelika Kraft

„K

äse ist Milch plus Bakterien – alles Übrige ist Illusion“, sagte die chilenische Schriftstellerin Isabel Allende. Ganz so einfach wollen wir es uns nicht machen. Das wäre auch schade, wo es doch so viele verschiedene Käsesorten und -geschmäcker gibt. So zum Beispiel den Emmentaler, der neben Gouda und Edamer immerhin zu den Top-Drei der beliebtesten Käsesorten zählt. Um den Geheimnissen des Emmentalers auf den Grund zu gehen, haben wir uns mit einer Käseexpertin getroffen – und zwar nicht mit irgendeiner, sondern mit der amtierenden Käsesommelière des Jahres, Christina Nußbaumer. Die gebürtige Salzburgerin absolvierte 2007 erfolgreich die dreijährige Ausbildung zur Käsesommelière an Schulen und führt seither ihre Schüler als Fachvorstand an der HLW Hallein für Ernährung, Hotellerie und Gastronomie zum Käsegenuss. Mit Begeisterung und einer beeindruckenden Menge Knowhow verriet uns Nußbaumer alles, was man über Emmentaler wissen sollte. Käsewissen vom Experten „Optisch sollte Emmentaler eine regelmäßige, haselnussbis walnussgroße Rundlochung, einen kompakten, hellgelben Teig und eine glatte, goldgelbe Naturrinde aufweisen“, zählt Nußbaumer auf, was einen guten Emmentaler ausmacht und erklärt weiter: „Im Geruch zeigt er sich aromatisch, milchig, nussig mit einem charakteristischen Rohmilcharoma. Geschmacklich typisch für den Emmentaler ist die vollmundige, leicht süßliche und nussige Note. Gut ausgereift erzielt er einen geschmeidigen Teig sowie eine kräftig-pikant bis ausgeprägt-würzige Aromatik.“ Beim Einkauf rät die Expertin, Emmentaler möglichst im ganzen Stück zu kaufen und die Finger von bereits aufgeschnittenem Käse zu lassen, denn dieser neigt dazu, schnell auszutrocknen. Was die Reife des Emmentalers betrifft, gilt: Je länger der Käse reift, desto intensiver und ausgeprägter werden sein Geruch und Geschmack. Käse ist ein Naturprodukt und reift daher auch nach dem Kauf noch weiter. Warme Temperaturen begünstigen diesen Vorgang. Daher sollten Sie zu Hause auf die richtige Lagerung achten. Käse, der zum baldigen Verzehr bestimmt ist, kann in einem kühlen Keller aufbewahrt werden, soll er länger halten, gehört er in atmungsaktiver Frischhaltefolie verpackt in das Gemüsefach des Kühlschranks. Achten Sie beim Kauf auch auf die Herkunft des Emmentalers. Ursprünglich stammt der Emmentaler zwar aus der Schweiz, der Name „Emmentaler“ ist jedoch nicht geschützt und wird somit in den verschiedensten Ländern produziert. Nur wenn der Käse den Zusatz „AOC“ trägt, ist er mit der geschützten Ursprungsbezeichnung versehen. Solist oder Teamplayer Der Emmentaler ist ein wahrer Allrounder in der Küche. Er macht sich als Solist am Käseteller ebenso gut wie in Kom-

Die Käse-Expertin. Die amtierende Käsesommelière des Jahres, Christina Nußbaumer, verrät, was man über Emmentaler wissen sollte.

bination mit anderen Speisen, wie etwa zum Gratinieren, als Zutat in Saucen oder Füllungen. Als Beigabe zu Emmentaler empfiehlt Nußbaumer ein Birnengelee und geröstete Pinienkerne. Auch qualitativ hochwertige Honige lassen sich optimal zum Emmentaler kombinieren. Selbstverständlich darf auch das Brot als Begleiter nicht fehlen. Ein knuspriges Holzofenbrot oder ein frisches Walnussbrot passen besonders gut (siehe Rezept auf Seite 11). Auch mit flüssigen Partnern harmoniert der Käse perfekt, weiß Nußbaumer: „Bei der Wahl des Weins würde ich kraftvolle, körperreiche Weißweine, wie einen gereiften Weißburgunder oder einen Neuburger mit gut eingebundener Säure empfehlen. Auch halbtrockene Weißweine können gerade bei ausgeprägt-würzigen Emmentalersorten eine perfekte Harmonie am Gaumen erzielen. Als Alternative bieten sich Rotweine mit reifen, gut eingebundenen Tanninen, wie etwa ein Pinot Noir an.“ Die Loch-Frage Ach ja – zum Schluss noch eine der am häufigsten gestellten Fragen: Wie kommen eigentlich die Löcher in den Emmentaler? „Die Löcher im Emmentaler entstehen bei der so genannten Gärungsreifung“, löst Nußbaumer auf, „bereits der Milch werden Propionsäure-Bakterien zugesetzt. Nach dem Salzbad kommt der Emmentaler in Reifekeller bei einer Temperatur von 20 bis 22 Grad. Bei der Reifung wird die im jungen Käse vorhandene Milchsäure abgebaut, wobei vorwiegend Propionsäure und Kohlenstoffdioxid gebildet werden. Dadurch entsteht im Käse die für den Emmentaler typische Rundlochung.“ Die Verkostung Gefüttert mit jeder Menge Käsewissen fühlten wir uns nun bereit für den großen Emmentaler-Test. Vorab wurden die österreichischen Lebensmittelketten abgeklappert und jede Menge Käse gekauft. In einer Blindverkostung testeten die GENUSS.MAGAZIN-Juroren jedes einzelne Produkt und bewerteten sie nach Optik, Geruch und Geschmack. Die Ergebnisse unserer Verkostung wollen wir Ihnen nicht vorent halten und verraten auf Seite 12 unser Ranking.

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Essen xxxx xxxxxxxxxxxx

Yvonne Böhm

Dagmar Gross

Konrad Holzer

Daniela Dejnega

Eva Derndorfer

Cordula Puchwein

Andrea Jungwirth

Alexander Lupersböck

Angelika Kraft

Peter P. Berger

Im (Emmen-)Tal des Lebens. Auf der Käsestraße unterwegs – die GENUSS.MAGAZIN-Verkoster probierten sich durch 13 verschiedene Emmentaler.

Verkostungsinfo Das Prozedere Wie läuft eine GENUSS.MAGAZIN-Verkostung ab? Im Vorfeld der Verkostung werden die Produkte anonym im österreichischen Lebensmittelhandel eingekauft. Eine Vollständigkeit aller zu diesem Thema erhältlichen Produkte kann jedoch nicht garantiert werden. Vor der Verkostung werden die einzelnen Produkte auf neutralen Tellern verteilt und mit Nummern versehen („Blindverkostung“). So ist garantiert, dass keiner der Verkoster weiß, welche Produkte welcher Marken getestet werden. Markenimage und persönliche Vorlieben sind damit ausgeschlossen. Die Verkostungsjury besteht aus einem ausgewogenen Personenkreis aus dem gastronomischen Berufsfeld, ausgebildeten Verkostern sowie privaten Genießern. Sie beurteilen jedes Produkt einzeln nach Optik, Geruch und Geschmack, vermerken ihre Eindrücke und vergeben null bis maximal fünf Punkte. Erst nach Abschluss der Verkostung erfolgt die Auflösung. Nachträglich darf die Punktevergabe nicht korrigiert und keine Bemerkungen hinzugefügt werden. Schließlich werden alle Punkte zusammengezählt und ein Durchschnitt pro Produkt errechnet. Bitte beachten Sie, dass es sich bei den Ergebnissen um die subjektiven Eindrücke der Verkoster handelt.

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Die Jury Peter P. Berger, Sommelier und Diplompädagoge Yvonne Böhm, Eventmanagerin Daniela Dejnega, Weinakademikerin, Redakteurin wein.pur Eva Derndorfer, Ernährungswissenschafterin und Lebensmittelsensorikerin Dagmar Gross, Agenturchefin, Diplom-Sommelière, Käse-Sommelière und staatlich geprüfte Weinmanagerin Konrad Holzer, Gourmetjournalist Andrea Jungwirth, Ernährungswissenschafterin Angelika Kraft, Chefredakteurin GENUSS.MAGAZIN Alexander Lupersböck, Weinjournalist und Weinakademiker mit staatlicher Kostprüfung Cordula Puchwein, Gourmetjournalistin


Emmentaler Essen

Rezepte Walnussbrot Zutaten. (für 1 Brot) 250 g Roggenvollkornmehl 300 g Weizenmehl 150 g Roggenmehl 150 g Walnüsse (zerkleinert)

2 TL Salz 1 Pck. Trockenhefe 1,5 EL Essig Öl

Zubereitung. Die drei Mehlsorten in einer Schüssel vermengen, die übrigen trockenen Zutaten dazugeben und gut vermengen. Dann den Essig und 450 Milliliter Wasser dazugeben und zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Eine halbe Stunde ruhen lassen, noch einmal durchkneten und in eine leicht geölte Kastenform geben. Den Teig mehrmals diagonal anschneiden und noch einmal eine halbe Stunde ruhen lassen. Im vorgeheizten Backrohr bei 200 Grad eine Stunde backen. Das Brot aus dem Ofen nehmen und die Kruste sofort mit etwas Wasser bepinseln.

Birnengelee Zutaten. (für 4 Gläser à 250 g) 1,5 kg Birnen 80 ml Grapefruitsaft Mark von 1/2 Vanilleschote 1 kg Gelierzucker (1:1) 80 ml Zitronensaft Zubereitung. Die Birnen waschen, entkernen und in Stücke schneiden. Mit 700 Milliliter Wasser 15 Minuten in einem großen Topf zugedeckt weich kochen. Dann durch ein feines Sieb passieren und den Saft abkühlen lassen. 800 Milliliter des soeben hergestellten Birnensafts abmessen und mit Vanillemark, Zitronen- und Grapefruitsaft und dem Gelierzucker aufkochen. Unter ständigem Rühren vier Minuten sprudelnd kochen lassen. Noch heiß in saubere Gläser füllen und verschließen.

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Essen Emmentaler

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4 Punkte

Aggenstein (4,45 Punkte) Optik: Solide, hellgelbe Farbe, leichter Glanz, ansprechende Lochung, wirkt sympathisch, sehr Emmentaler-like. Geruch: Intensive Nase, produkt-typisch, angenehm, zart-käsig, fruchtig, sahnige Noten, malzig, schmelzig, leicht säuerlich. Geschmack: Schön cremig, intensiver Emmentaler-Geschmack, angenehme Säure, leichte Schärfe, großartiges Produkt. Interspar € 3,19/400 g (€ 0,80/100 g) F.i.T. (in %): 45 Kcal/100 g: 377 Hersteller: Stegmann Emmentaler Käsereien GmbH/Kempten, Deutschland

Milchkanne (3,45 Punkte) Optik: Reife Farbe, schöne Lochung. Geruch: Typische Emmentaler-Aromen, malzig-fruchtig, säuerlich-frisch, cremig, animierend. Geschmack: Produkt-typisch, fein, mild, Getreide, etwas mehr Saftigkeit und das Glück wäre perfekt. Penny Markt € 2,49/450 g (€ 0,55/100 g) F.i.T. (in %): 45 Kcal/100 g: 388 Hergestellt für Penny GmbH/Wr. Neudorf

Milfina (3,40 Punkte) Optik: Emmentaler-typisch, regelmäßige, schöne Lochung. Geruch: Noten von reifer Ananas, Heu, Würze, ansprechend. Geschmack: Cremige Konsistenz, säuerlich, leichte Schärfe, ausgewogen, elegant. Hofer € 6,99/1.000 g (€ 0,70/100 g) F.i.T. (in %): 45 Kcal/100 g: 386 Hersteller: Gebrüder Woerle GmbH/ Henndorf

sBudget (3,40 Punkte) Optik: Kompakt, regelmäßige Lochung. Geruch: Helles Karamell, nussige Aromen, Thymian, dezent milchig. Geschmack: Feste Konsistenz, inhomogener Bruch, leider eine Spur zu trocken, deutlich Karamell, buttrige und nussige Noten, stimmige Säure, sehr fein. Interspar € 4,39/800 g (€ 0,55/100 g) F.i.T. (in %): 45 Kcal/100 g: 377 Hergestellt für Spar Österreichische Warenhandels-AG/Salzburg

Milbona (3,20 Punkte) Optik: Blass, schöne Lochung. Geruch: Unaufdringlich, dezent milchig. Geschmack: Elastische Textur, glatter Bruch, mild, typische Aromen, süßer Schmelz, hellaromatisch, Vanillemilch. Lidl € 2,19/400 g (€ 0,55/100 g) F.i.T. (in %): 45 Kcal/100 g: 388 Hersteller: Goldsteig Käsereien Bayerwald GmbH/Cham, Deutschland

Wörle (3,20 Punkte) Optik: Vereinzelte unregelmäßige Lochung, glänzend. Geruch: Reife Ananas, Malz, Getreide, Anklänge von Wiese und Heu. Geschmack: Weiche Textur, zarte Cremigkeit, guter Schmelz, süßlich-würzig, fruchtig, geschmacklich aber etwas zu spröde, fast bitter. Zielpunkt € 2,69/250 g (€ 1,08/100 g) F.i.T. (in %): 45 Kcal/100 g: 386 Hersteller: Gebrüder Woerle GmbH/ Henndorf

Hochalm (2,75 Punkte) Optik: Vollgelb, kaum Lochung vorhanden, matt. Geruch: Geruch kaum wahrnehmbar, dezent blumig, milchig. Geschmack: Fester Biss, bröselig-trocken, wenig Schmelz, Sauerrahm, in Ordnung, aber nicht aufregend. Zielpunkt € 2,69/400 g (€ 0,67/100 g) F.i.T. (in %): 45 Kcal/100 g: 386 Hergestellt für Zielpunkt Warenhandel GmbH & Co KG/Wien

Käsehof (2,65 Punkte) Optik: Eher dunkel, schöne kleine Lochung. Geruch: Angenehm, feine cremige Aromen, leicht hefig-säuerlich. Geschmack: Trocken, fast wie Parmesan, pfeffrige Schärfe, würzig, durchschnittlich. Billa € 0,99/100 g (€ 0,99/100 g) F.i.T. (in %): 45 Kcal/100 g: 386 Hersteller: Käsehof reg. GenmbH/Seekirchen

ja! Natürlich (2,35 Punkte) Optik: Keine Löcher, glatt. Geruch: Typisch malzig-pilzig, würzig. Geschmack: Trockener Bruch, wenig Schmelz, Malz, helles Karamell, Wiesenkräuter, dazu fruchtige Komponenten, leichte Schärfe, in Summe leider eine Spur zu trocken. Merkur € 2,99/250 g (€ 1,20/100 g) F.i.T. (in %): 45 Kcal/100 g: 400 Hersteller: Käsehof reg. GenmbH/Seekirchen

Alma (2,05 Punkte) Optik: Extrem geringe Lochung, glatt, homogen, matt, brüchig. Geruch: Eher verhalten, gibt beim Brechen Noten von frischer Milch frei. Geschmack: Bröselige Textur, trocken, Gummi-artige Textur, harter Biss, scharfes, leicht brennendes Mundgefühl, salzig im Abgang, ansonsten wenig Eigengeschmack, charakterlos. Merkur € 8,49/1.000 g (€ 0,85/100 g) F.i.T. (in %): 45 Kcal/100 g: 386 Hersteller: Alma/Hörbranz

Stiftsgold (1,80 Punkte) Optik: Spärliche Lochung, glatt, homogen. Geruch: Beim Brechen Milch-Rahm-Aromen, Kokosmilch, süßliche Blüten, ansonsten eher indifferent. Geschmack: Bröselig, Gummi-artig, unangenehm trocken, Kräuter, belanglos und langweilig. Lidl € 1,74/250 g (€ 0,70/100 g) F.i.T. (in %): 45 Kcal/100 g: 386 Hersteller: Käsehof reg. GenmbH/Seekirchen

Goldsteig (1,70 Punkte) Optik: Blass und hell, viele kleine Löcher (Fehlgärung?). Geruch: Wenig typische Aromen, süßlich, milchig, wenig Würze. Geschmack: Trockener Bruch, zäh, Gummi-artig, völlig untypisch, Karamell, Emmentaler im Geschmack kaum erkennbar, erinnert mehr an einen einfachen Butterkäse, gut für jene, die keinen Emmentaler mögen. Billa € 1,69/250 g (€ 0,68/100 g) F.i.T. (in %): 45 Kcal/100 g: 388 Hersteller: Goldsteig Käsereien Bayerwald GmbH/Cham, Deutschland

Clever (1,50 Punkte) Optik: Wunderbare dottergelbe Farbe, Lochung sehr sparsam, homogen, glatt. Geruch: Dezent, milchige Aromen, leicht säuerlich, ein Hauch von Vanille und Malz, leicht Heu. Geschmack: Bröselig-trocken, feste Textur, malzige Aromen, scharf im Nachgeschmack, nichtssagend, insgesamt kein Vergnügen. Merkur € 6,99/1.000 g (€ 0,70/100 g) F.i.T. (in %): 45 Kcal/100 g: 387 Hergestellt für Delikatessa GmbH/Wr. Neudorf

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Fotos iStockPhoto, Dreamstime, Shutterstock, Leng, MaWi, Nußbaumer

2 Punkte

3 Punkte

5 Punkte

Die Bewertungen


Essen Kochen xxxxxxxxxxxx nach den fünf Elementen

5-Elemente-Cooking Gesunde Küche – elementarer Genuss.

K

ochen nach den fünf Elementen boomt wie nur. Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? In aktuellen Kochreportagen oder Rezeptbüchern trifft man immer öfter auf dieses Phänomen. Der Grund für den fernöstlichen Siegeszug in unseren Breitengraden liegt an einer erfreulichen Entwicklung bei den Ernährungsgewohnheiten vieler heimischer Genussmenschen. Seit Jahren steigt das Bewusstsein für biologisch und nachhaltig produzierte Nahrungsmittel sowie deren bekömmliche Zubereitung. Hintergrund ist unsere Sehnsucht nach Speisen, die nicht nur gut schmecken, sondern auch der Gesundheit zuträglich sind. Ein Trend, dem auch die Profis Rechnung tragen, denn kaum noch ein Küchenchef, der etwas auf sich hält, kann es sich heutzutage erlauben, nicht vorwiegend mit regionalen Produkten der Saison zu arbeiten. Und wie sieht es bei uns privat aus? Wir kochen vermehrt eher leichte Gerichte mit

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möglichst frischen Zutaten, auf deren Qualität wir größten Wert legen. Gut so! Folglich ist neben dem mediterranen auch das asiatische Kulinarium aus unseren Küchen nicht mehr wegzudenken. Daher war es bloß eine Frage der Zeit, bis auch die Prinzipien der gesunden Fünf-Elemente-Küche bei uns an Bedeutung gewannen. Grund genug also, in Folge neun unserer Cooking-Serie erstmals kein Getränk in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen, sondern eine Zubereitungsart. Fünf Elemente – was steckt dahinter? Bei der Fünf-Elemente-Küche handelt es sich um die Ernährungslehre nach der Traditionellen Chinesischen Medizin, kurz TCM, der ein ganzheitliches Gesundheitsverständnis zugrunde liegt. Im alten China wurde jeder Arzt im Zuge seines Studiums auch zum Koch ausgebildet und


Text Stefan Kickinger Fotos Nikolaus Korab

Aller guten Dinge sind fünf. Zur genussvollen und gesunden Verkostung trafen sich Student David Pieber, Shiatsu-Lehrerin Ingrid Wehrl, Arzt Rudolf Wehrl, GENUSS.MAGAZIN-Redakteur Stefan Kickinger, Qi Gong-Lehrer Ernst Pieber und Fünf-Elemente-Köchin Elisabeth Pieber (Foto links, v.l.n.r.).

später nicht für die Heilung Kranker bezahlt, sondern für die Aufrechterhaltung der Gesundheit in der Gemeinde. So wurde die gesunde Küche elementarer Bestandteil ärztlichen Wirkens. Dabei ist jedes Lebensmittel einem der Elemente Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde sowie einer speziellen energetischen Eigenschaft – Ying (Kälte), Yang (Wärme) oder neutral – zugeordnet. Ziel der Ernährung ist demnach die Herstellung eines harmonischen Gleichgewichts im Energiehaushalt des Menschen. Ist dieses erreicht, so ist man gesund. Natürlich gibt es noch viel weitergehende philosophische Bedeutungen und Zuordnungen bis hin zur farblichen Zusammenstellung der Speisen. Doch keine Angst, die praktische Anwendung ist wesentlich einfacher, als es zunächst in der Theorie erscheinen mag. Keine Spitalsküche Was uns hier naturgemäß am meisten interessiert, ist der Genuss. Wer nach der Zusammenführung der Begriffe „Kochen“ und „Medizin“ nun womöglich an erlittene kulinarische Erfahrungen während eines Spitalsaufenthalts denkt, geht fehl. Im Gegenteil – neben der Gesundheit steht in der Fünf-Elemente-Küche vor allem die Freude am Genießen im Vordergrund. Ich sage: Einverstanden! Um herauszufinden, wie es sich dabei verhält, bat ich wie immer eine Meis-

terin ihres Faches, ein speziell zusammengestelltes Menü einer ebensolchen Verkostungsrunde zu präsentieren. Die Fünf-Elemente-Köchin Elisabeth Pieber hat nicht nur ein Diplom als Shiatsu-Praktikerin, sondern auch eines für Diätik nach der TCM. Sie lebt im Burgenland, lehrt und wirkt im In- und Ausland und betreibt eine Kochschule nach der Fünf-Elemente-Lehre in Wien. Interessierte Genussmenschen können bei ihr Kurse besuchen und in herzlicher Atmosphäre ihren kulinarischen Horizont erweitern. Dass es dabei nicht akademisch-ernst zur Sache geht, versteht sich von selbst, denn Sinnlichkeit und Genuss stehen bei Pieber ganz weit oben. „Essen muss gesund sein, aber auch gut schmecken“, lautet ihr Credo. Um einen Überblick über die unterschiedlichen Schwerpunkte während eines Koch-Jahres zu bieten, zauberte sie für uns vier Gänge, die den verschiedenen Jahreszeiten zugeordnet sind. Die Speisen begleiteten edle Getränke aus dem Burgenland: Ein besonderes Bier sowie drei außergewöhnliche Weine, oh ja. Frühling mit Urkorn-Bier „Besonders im Frühling können wir mit den ersten reifen  Gemüsesorten den Effekt der Reinigung unterstützen.

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Essen Kochen nach den fünf Elementen

fruit und einem Hauch Tabak sowie dem sortentypischen Pfefferl eroberte er uns beim ersten Schluck. So leicht und harmonisch mag der Sommer schmecken!

Tausend und ein Gewürz. Fünf-Elemente-Köchin Elisabeth Pieber verleiht dem Essen die nötige Würze.

Radieschen eigenen sich dafür besonders, sie wirken erfrischend auf unser Blut, reinigen die Gallenblase und helfen, Kopfschmerzen bei föhnigem Wetter entgegen zu wirken.“ Mit diesen Worten tischte die Küchenchefin ihre Radieschensuppe mit Topfennockerln auf, deren erdiger, animierender Duft in unsere Nasen stieg. Ihre zart-cremige Konsistenz und der unaufdringliche, ja, charmante Radieschengeschmack vertrugen sich wunderbar mit der feinen Säure der Nockerln, die dem Gericht einen schönen Biss verliehen. Welch köstliche neue Suppen-Erfahrung! Dazu genossen wir unfiltriertes Vollbier aus dem Hause Meinklang in Pamhagen, wo Familie Michlits ihre biodynamische Landwirtschaft betreibt. Das Bier wurde aus den Urgetreiden Einkorn, Dinkel und Emmer gebraut und präsentierte sich mit feiner Kohlensäure, brotig-würzigem Duft mit zarter Waldhonignote sowie vollem Geschmack, der leicht exotisch an Banane und rosa Grapefruit erinnerte. Ein BierEreignis allerhöchster Güte! Im Sommer Grüner Veltliner Nun empfingen wir den Traum eines sommerlichen Zwischengerichts: Spießchen mit gegrilltem Gemüse und Fischstückchen. Sie waren raffiniert gewürzt und einige Stunden eingelegt worden, bevor sie auf dem Grill landeten. Das Aroma von Kräutern und Wacholder veredelte elegant den herrlichen Eigengeschmack der verwendeten Zutaten, die krosse Haut und saftige Textur des Zanders waren beispiellos und das Gemüse durfte seine Knackigkeit behalten. Begleitet wurde die Köstlichkeit von Taboulé, einem aus der libanesischen Küche stammenden Salat aus Couscous, Petersilie, Paradeisern, Zitronensaft und Olivenöl. Er begeisterte uns mit kühler Frische und famosem Aroma. „Ein Gericht, das die Nieren und das Blut nährt, sowie den unteren Rücken auf Höhe der Lendenwirbel stärkt“, erklärte Köchin Pieber der glücklich schmausenden Runde. Als Sommerwein machte der Grüne Veltliner des Weingutes Lassl in Sigleß mehr als einen schlanken Fuß dazu. Mit gebündelter Säure und Würze, Aromen von Birne, Heu, Quitte, Grape-

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Leithaberg DAC im Herbst In jedem Fünf-Elemente-Menü gibt es einen „Kaiser“. Darunter versteht die Lehre jenes Gericht, das Richtung und Wirkung des Essens vorgibt und auf das alles andere abgestimmt wird. In Piebers Speisenfolge war dies das Herbstgericht, welches uns über die Maßen begeisterte. Rindsschnitzel in Rotweinsauce mit Erdäpfel-Fenchel-Püree wurden aufgetragen. Das zarte Fleisch korrespondierte hervorragend mit den mitgegarten Datteln, Zwetschken, Karotten und Zwieberln, eine süßlich-pikante Exotik breitete sich am Gaumen aus, die durch das Püree eine herzhafte und gleichzeitig vornehme Intensivierung erfuhr. Herrlich, wie sich die Aromen von Erdäpfeln und Fenchel in diesem Püree der Extraklasse verbanden. Zur Wirkung erläuterte die TCMSpezialistin: „Das Fleisch mit dem Gemüse stärkt die Lungen und das Abwehrsystem, damit wir gesund durch Herbst und Winter kommen, das Püree baut die Säfte auf und beruhigt die innere Hitze.“ So lasse ich mir aktive Gesundheitsvorsorge allemal gefallen, am liebsten in Begleitung eines edlen Tropfens vom Weingut Hans Moser in St. Georgen bei Eisenstadt. Dieser Ausnahmewinzer hat sich der Kelterung jener unverwechselbaren und ausdrucksstarken Weine verschrieben, die für die besonderen Klima- und Bodenverhältnisse des Leithagebirges typisch sind. Wie etwa sein Leithaberg DAC Blaufränkisch, welcher maskulin mit kompaktem Körper und kühler Kräuter-Würze, konzentriert mit einem Bukett von Waldboden und reifer Frucht eine wundervoll komplexe Harmonie verströmte. Großartig! Der Winter mit Fitirepa Fitirepa? So heißt eine einzigartige Essenz des Weingutes EHE Krauscher aus Großhöflein bestehend aus oxidativ ausgebautem Chardonnay. Das sympathische Winzerehepaar Elke und Hannes Krauscher neigt zu kreativen Wortspielen, so braucht man den Namen des Weins bloß rückwärts zu lesen, um auf „Aperitif“ zu kommen. Da dieser feine Tropfen zu so gut wie allem passt, begleitete er mit seinem tollen Bukett aus Honig, Karamell, getrockneten Früchten, Marzipan, Blockmalz und Kakao auch Piebers Kastanienkipferl perfekt. „Ein natürliches Antidepressivum, das uns im Winter physisch und psychisch nährt.“ Einmal in ein solches Kipferl gebissen und man versteht diesen Satz. Gesunder Genuss Sie sehen: Die Zeiten, in denen es hieß, dass man entweder gut oder gesund essen könne, sind ein für alle mal vorbei. Denn nun ist es quasi amtlich: Wer sich gesund ernähren möchte, braucht auf höchsten Genuss nicht zu verzichten. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesunden Appetit!


Rezepte

Elisabeth Pieber, Fünf-Elemente-Ernährung nach TCM

Radieschensuppe mit Topfennockerln Getränkebegleitung: Meinklang Urkornbier Zutaten. (für 4 Personen) Für die Nockerl: 250 g Topfen 1 Ei 100 g Dinkelgrieß 1 EL Thymian (gehackt)

2 EL Petersilie (gehackt) Meersalz

Für die Suppe: 2 EL Maiskeimöl

1 Knoblauchzehe (gehackt) 4 Bund Radieschen (grob geraspelt) 2 l Gemüsesuppe 125 ml Schlagobers Pfeffer

Zubereitung. Für die Nockerl alle Zutaten miteinander verrühren und eine halbe Stunde rasten lassen. Für die Suppe das Öl in einem Suppentopf erwärmen und den Knoblauch kurz darin andünsten. Dann die Radieschen dazugeben (vorher eine Hand voll beiseite stellen) und einige Minuten anrösten. Mit der heißen Suppe aufgießen und fünf Minuten bei kleiner Flamme kochen. In der Zwischenzeit die Nockerl in kochendes Salzwasser einlegen und bei niedriger Temperatur fünf Minuten garen. Die zuvor beiseite gestellten, rohen Radieschen zur Suppe geben und alles mit dem Stabmixer pürieren. Das Obers einrühren, pfeffern und die Suppe mit den fein gehackten Radieschenblättern garnieren. Tipp: Wenn möglich, frische Gänseblümchen dazugeben.

Adressen

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Elisabeth Pieber, Fünf-Elemente-Ernährung nach TCM Tel.: 0676/336 45 24, www.jingshen.at

Meinklang,

Familie Michlits 7152 Pamhagen, Hauptstraße 86 Tel.: 02174/21 68 11, www.meinklang.at

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VIP

Weingut Lassl 7032 Sigleß, Wiener Neustädter Straße 60 Tel.: 0699/10 69 66 26, www.weingut-lassl.at

Weingut Hans Moser 7000 Eisenstadt, St. Georgener Hauptstraße 13 Tel.: 02682/666 07, www.hans-moser.at

Weingut EHE Krauscher 7051 Großhöflein, Hauptstraße 32 Tel.: 02682/637 68, www.krauscher.at

Termin: 1.4.2011, Fr 16 bis 21 Uhr Ort: WIFI St. Pölten, Mariazeller Straße 97, 3100 St. Pölten Infos und Anmeldung: WIFI Niederösterreich T 02742 890-2000 | E kundenservice@noe.wifi.at www.noe.wifi.at

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Essen Kochen nach den fünf Elementen

Rezepte

Elisabeth Pieber, Fünf-Elemente-Ernährung nach TCM

Gemüse-Fisch-Spieße mit Taboulé Getränkebegleitung: Grüner Veltliner, Weingut Lassl Zutaten. (für 4 Personen) Für die Spieße: 5 Wacholderbeeren Olivenöl 200 g Zanderfilet 3 Zucchini 500 g Champignons 1 rote Paprika 1 gelbe Paprika 1 rote Zwiebel

3 Paradeiser Salz, Pfeffer 1 Rosmarinzweig Für das Taboulé: 250 g Couscous 2 Bund Petersilie (gehackt) Saft von 1 Zitrone 2 Paradeiser Olivenöl

Zubereitung. Am Vortag die Wacholderbeeren im Mörser mahlen und mit etwas Olivenöl vermischen. Wenn alles gut gebunden ist, noch einmal 125 Milliliter Olivenöl dazugeben und die in Stücke geschnittenen Zanderfilets über Nacht darin marinieren. Das Gemüse waschen und in gleich große Würfel schneiden. Salzen und pfeffern. Den Rosmarin vom Zweig reiben und unter das Gemüse mischen. Alles mit Olivenöl marinieren. Auf den Rosmarinzweig abwechselnd Gemüse und Fischstücke aufspießen und grillen. Für das Taboulé den Couscous mit kochendem Wasser übergießen und ziehen lassen. Die Petersilie unterrühren, salzen und mit Zitronensaft abschmecken. Die Paradeiser entkernen, würfeln, ebenfalls unter den Couscous rühren und mit Olivenöl abmischen. Die Spieße mit dem Taboulé anrichten.

Rindsschnitzel in Rotweinsauce mit Erdäpfel-Fenchel-Püree Getränkebegleitung: Leithaberg DAC Blaufränkisch, Weingut Hans Moser Zutaten. (für 4 Personen) Für die Rindsschnitzel: 4 Rindsschnitzel (Beiried) 250 ml Rotwein Salz, Pfeffer 2 EL Olivenöl 1 Zwiebel (in Ringe geschnitten) 2 Karotten (geraspelt) 1/2 Sellerieknolle (geraspelt) 250 g Champignons (fein geschnitten) Senf

7 getrocknete Zwetschken 7 getrocknete Datteln 1 EL Ingwer (gerieben) Für das Püree: 1 Fenchelknolle (gewürfelt) 1 kg mehlige Erdäpfel (geschält, gewürfelt) Muskat Sojasauce 1 EL Butter 250 ml Reismilch

Zubereitung. Für die Schnitzel das Fleisch über Nacht in Rotwein einlegen. In einer Pfanne einen Zentimeter Salzwasser aufkochen, Olivenöl zufügen und die Zwiebel weich dünsten. Sobald das Wasser verdampft ist, zuerst Karotten und Sellerie anbraten, dann die Pilze dazugeben und weich garen. Das Fleisch aus dem Rotwein nehmen, abtupfen, die Ränder einschneiden, mit Senf bestreichen und pfeffern. In einer zweiten Pfanne in Olivenöl scharf anbraten. Das Gemüse über das Fleisch geben und den Rotwein darüber gießen. Einmal durchrühren, damit sich der Bratenfond lösen kann. Zwetschken, Datteln und den Ingwer dazugeben und alles auf kleiner Flamme eine Stunde zugedeckt im eigenen Saft garen. Für das Püree einen halben Liter Salzwasser aufkochen und Fenchel und Erdäpfel darin weich kochen. Mit dem Stabmixer pürieren und mit Salz, Pfeffer, Muskat und etwas Sojasauce abschmecken. Mit der Butter und der Reismilch in die gewünschte Konsistenz rühren. Anrichten.

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Kastanienkipferl Getränkebegleitung: Fitirepa, Weingut EHE Krauscher Zutaten. (für 4 Personen) Für den Germteig: 5 EL Milch 30 g Germ 250 g Butter (Zimmertemperatur) 500 g feines Dinkelmehl (ausgesiebt) 250 ml Rahm 1 Eidotter 5 EL Rohrzucker

Schale von 1/2 Orange Salz 1 Prise Bockshornklee Für die Fülle: 250 g Kastanien (vorgekocht) 3 EL Zucker 2 EL Rum Zum Bestreichen: 1 Eiweiß Streuselzucker

Zubereitung. Für den Germteig die Milch leicht erwärmen und den Germ darin auflösen. Die Butter in einer Schüssel unter das Mehl bröseln. Mit den anderen Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verkneten und zugedeckt an einem warmen Ort rasten lassen. In der Zwischenzeit für die Fülle alle Zutaten vermengen. Sobald der Germteig gut aufgegangen ist, diesen auf einem bemehlten Brett drei Millimeter dick ausrollen, in Dreiecke schneiden und die Kastanienfülle mittig auftragen. Zusammenrollen, mit Eiweiß bestreichen und mit Streuselzucker bestreuen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Kipferl noch kurze Zeit zugedeckt rasten lassen. Bei 200 Grad 20 Minuten backen, bis die Kipferl goldfarben sind.

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Essen Porträt

Gastronom aus Leidenschaft. Rosemarie Trabelsi und ihr Mann Ammar sind die geborenen Gastgeber – was sie fast täglich in ihrem Ristorante „La Torre“, untergebracht im Jahrhunderte alten Wehrturm der Festungsanlage, unter Beweis stellen.

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Text Andreas Hamedinger

Rosi(ge) Zeiten Rosi Trabelsi über zweifelhafte Arbeitsbedingungen, exotisches Schlangenfleisch und wie ihre italienische Schwiegermutter einst das Konzept des „La Torre“ beeinflusste.

K

urz vor Mitternacht. Eine anstrengende Woche liegt hinter Rosemarie Trabelsi. Das Geschäft lief gut in den vergangenen Tagen, dementsprechend viel Arbeit gab es für die Küchenchefin und ihr kleines Team. Doch jetzt ist endlich Zeit für ein gutes Glas Rotwein. Um die letzen Gäste kümmert sich nun Rosis sizilianischer Ehemann Ammar, der auch zur späten Stunde gut gelaunt für Stimmung sorgt und für die rund 5.000 Flaschen Wein verantwortlich ist, die im Keller des „La Torre“ lagern. Rosi und Ammar sind die geborenen Gastgeber. Das war nicht immer so, wie sich die geborene Kärntnerin mit einem Lächeln erinnert: „Einer meiner ersten Jobs im Gastgewerbe war der einer Rezeptionistin. Das Verhältnis zu meiner Chefin und die Arbeitsbedingungen waren mehr als zweifelhaft.“ Doch im Gegensatz zu vielen anderen kehrte sie der Gastronomie nicht den Rücken. Wahrscheinlich ist dies auch ihrem Mann zu verdanken, mit dem sie seit Jahren die Leiden und Freuden eines Wirtes teilt. Schließlich wollte es das Schicksal, dass sich die Trabelsis selbstständig machten. „Zunächst begannen wir mit einer typischen Pizzeria in St. Georgen am Längsee“, erzählt Rosi. Und wieder schlug das Unerwartete zu. Einer ihrer Köche kündigte und Rosi musste selbst hinter den Herd. Dank der italienischen Schwiegermutter war schnell ein Konzept gefunden und die einstige Abneigung gegen das Kochen abgelegt. „Zunächst versuchte ich, ziemlich komplizierte Gerichte zu kochen“, schwelgt die Köchin in Erinnerungen. Schon diese ersten Kochversuche begeisterten die Gäste. Mit der Zeit änderte die Familie Trabelsi aber ihr Konzept. Soufflierter Steinbutt und Co. verschwanden von der Karte und wurden durch leichte, italienisch orientierte Fisch- und Schalentiergerichte ersetzt.

Frische Fische Seit 13 Jahren nun betreiben die beiden Gastronomen ihr Restaurant „La Torre“ in St. Veit. Absolute Frische ist beim Einkauf oberste Priorität. Deswegen kommt zwei Mal in der Woche ein Lieferant aus Udine, der Rosi mit den nötigen Fischen und Schalentieren versorgt. Beim Thema Fisch hält es die Kärntnerin nicht mehr länger am Tisch. Schnell geht es in die Küche. Rosi zeigt uns, welche Köstlichkeiten auf die Zubereitung warten: Ein Wolfsbarsch aus Wildfang, ein Steinbutt, der gerade dem Meer entstiegen zu sein scheint und fangfrische Garnelen – man könnte fast glauben, man wäre in einem Restaurant am Meer zu Gast. Die Fische verschwinden wieder im Kühlraum, schnell die Hände gewaschen und zurück in den kleinen Speisesaal, der für 20 bis 30 Personen Platz bietet. Rosi sieht kurz bei einem befreundeten Gastronomie-Ehepaar, das regelmäßig im „La Torre“ einkehrt, vorbei. Ob alles zu ihrer Zufriedenheit ist, fragt sie. Natürlich ist alles bestens. Zufrieden kehrt die Köchin zu ihrem Tisch zurück. Wenn die Gäste glücklich sind, dann sind es auch die Trabelsis: „Auch wenn uns Auszeichnungen der verschiedensten Führer und Zeitschriften freuen, das Wichtigste ist und bleibt der Gast.“ Ein Tag mit Rosi Doch genug erzählt. Um sich ein wahres Bild über einen Koch zu machen, muss man diesem während der Arbeit über die Schulter blicken. Daher war für mich am nächsten Tag um zehn Uhr Dienstbeginn, um Rosi bei ihrer Arbeit zuzusehen. Nichts ist mehr vom gestrigen hektischen Abend in der kleinen Küche zu sehen. Alles ist fein säuberlich aufgeräumt. Rosi ist gerade dabei, Nudeln für das Mittagsgeschäft zu machen. Langsam ordnet sie die langen  Spaghetti, die sie in der kleinen Nudelmaschine frisch zu-

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Essen Porträt

Verführung auf Italienisch. Lassen Sie sich im gemütlichen „La Torre“ in die Welt mediterraner Köstlichkeiten verführen.

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stolz: Sabine Collino, Lehrling im dritten Lehrjahr, ist eine fast unverzichtbare Stütze für den Betrieb geworden. Sabine ist gerade dabei, das Tiramisu in die vorbereiteten Gläser zu füllen. Rosi ist verschwunden, im Rampenlicht zu stehen ist nicht ihres. Sie agiert lieber im Hintergrund. „Im La Torre lernt man ungemein viel“, erzählt Sabine, ihre Leidenschaft für das Kochen sieht man bei jedem Handgriff. Bei dieser Chefin wohl auch kein Wunder.

Adresse Ristorante La Torre 9300 St. Veit an der Glan, Grabenstraße 39 Tel.: 04212/392 50, www.latorre.at  Öffnungszeiten:

Dienstag bis Samstag 12 bis 14 Uhr und ab 18 Uhr

Fotos Werk 1

bereitet. Schnell ist die Arbeit erledigt und es geht zum Brot Backen. Ob sardisches Fladenbrot, Crissini oder Rosmarinbrot – jede Spezialität wird von Rosi selbst hergestellt. Das schätzen die Gäste. Mit genügend Routine geht auch dies schnell und es ist Zeit für die Fische. Der Wolfsbarsch von gestern landet sanft auf dem Brett. Noch immer sieht er fast lebendig aus. Zwei, drei Schnitte auf der einen Seite, zwei, drei auf der anderen. Schon warten erstklassige Fischfilets auf die Feinschmecker. Kaum zu glauben, dass Rosi erst als Spätberufene die Liebe zum Kochen entdeckt hat. Doch jede Liebe kennt ihre Grenzen, so auch die von Rosi. „Exotische Tiere, wie Schlangen, würde ich nie kochen“, erklärt die Verfechterin der mediterranen Küche, während sie die frischen Garnelen für das Mittagsgeschäft vorbereitet. Trotz des relativ geringen Platzangebots – in der warmen Jahreszeit speist man auch noch auf einer wunderschönen Terrasse – ist die Küche nicht alleine zu bewältigen. Doch auch für einen Betrieb der gehobenen Kategorie ist es nicht leicht, qualifiziertes Personal zu finden: „Obwohl wir Sonnund Feiertag geschlossen haben, schreckt der Teildienst leider viele junge Menschen davon ab, eine Karriere im Gastgewerbe zu beginnen“, berichtet Rosi aus Erfahrung. Gerade deswegen sei man auf eine Mitarbeiterin besonders


Rezept

Von Rosemarie Trabelsi, Ristorante La Torre.

Fischfilet „al cartoccio“ Zutaten. (für 4 Personen) 1 Schalotte (gehackt) Olivenöl 1 Fenchelknolle mit Grün (in Scheiben geschnitten) 125 ml Weißwein 100 ml Fischfond 2 EL Rosinen

3 EL Pinienkerne (geröstet) Salz, Pfeffer 4 Fischfilets (z. B. Branzino, Zahnbrasse oder Forelle) 4 getrocknete Tomaten (gehackt)

Zubereitung. Schalotten in Olivenöl leicht anschwitzen, die Fenchelscheiben dazugeben und ebenfalls kurz anrösten. Mit Weißwein ablöschen und mit Fischfond aufgießen. Rosinen und Pinienkerne dazugeben, leicht einreduzieren und mit Salz und Pfeffer würzen. Aus Pergamentpapier ausreichend große Quadrate ausschneiden, den Fisch mit der Hautseite nach oben darauf legen und mit der Fenchel-Rosinen-Pinienkern-Masse übergießen. Die getrockneten Tomaten und das Fenchelgrün darüber verteilen und mit Olivenöl beträufeln. Das Papier mit Zahnstochern verschließen und im vorgeheizten Backrohr bei etwa 200 Grad acht bis zehn Minuten – je nach Dicke der Filets – garen. Herausnehmen und bei Tisch öffnen.

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Essen Bio xxxxxxxxxxxx

Bio ist besser. Was wir essen, sagt viel 端ber unseren Charakter, Selbstwert und die Einstellung zum Leben im Allgemeinen aus. Bio ist sicherlich die bessere Wahl.

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Text Ulrike Krasa

Bio? Logisch!

Bio-Lebensmittel nützen der Gesundheit, der Umwelt und der regionalen Wirtschaft. Sie steigern automatisch Lebenslust und Lebensqualität.

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bertal im steirischen Rohrmoos. Ein strahlender Bauer führt uns stolz in seinen Stall. 25 wiederkäuende, entspannt liegende Milchkühe, dazwischen Kälber, die sich frei bewegen können. Selbst an kältesten Wintertagen nützen die Tiere die Möglichkeit, ins Freie zu gehen. Wann sie wollen. Die Bürste, in Kuhrückenhöhe an einem Pfosten montiert, wird von allen Tieren zur Massage genützt. Ja, er sei aus innerster Überzeugung Bio-Bauer. Und – klar, das Heu hat er von seinen eigenen Wiesen. Wir staunen, wollen uns kaum trennen und sind wieder einmal in unserer Einstellung zu Bio bestärkt. Zurück in unserem Quartier, einer konventionell geführten Landwirtschaft. Unsere Kinder wollen auch hier noch in den Stall. An Hals und Schwanz angebundene Kühe und die in enge Kojen gepferchten, von ihren Müttern getrennten Kälber verbreiten wenig Idyll. Ungerührt erzählt der Bauer, dass das halt so üblich sei. Gleich nach der Geburt schreien sie nach ihrer Mutter, aber nach drei Tagen haben sie sich ohnehin beruhigt … Was wir essen, sagt viel über unseren Charakter, Selbstwert und die Einstellung zum Leben im Allgemeinen aus. Wer sich selbst viel Wert ist und wem es nicht egal ist, was auf seinem Teller landet, kommt an Bio nicht vorbei. Bio heißt Leben, gut leben! Für viele Genießer und Spitzenköche ist es heute selbstverständlich, ökologisch erzeugte, regionale und saisonale Lebensmittel zu verarbeiten. Dabei reicht der Effekt der Bio-Ernährung über die gesundheitsfördernde Nahrungsaufnahme weit hinaus: Bio beeinflusst auch das geistige und soziale Wohlbefinden, denn der Konsument hat dabei das befriedigende Gefühl, etwas für Umwelt, Wasserqualität, Tierschutz und im Sinne der Nachhaltigkeit auch etwas für spätere Generationen zu tun. Wer Bio konsumiert, hat einfach Lust auf das Leben.

Mehr Geschmack, mehr Qualität Leidenschaftliche Bio-Genießer kennen den geschmacklichen Unterschied genau: Der bis zuletzt ausgereifte BioApfel kommt auf kurzem Transportweg, in unzähligen Gelb- und Rottönen duftend daher und verzückt mit intensivem Geschmack. Der konventionelle Apfel hat oft mehr Flugkilometer auf dem Buckel als der durchschnittlich gereiste Österreicher, enttäuscht mit wässrig-fadem, saurem Fruchtfleisch. Der Bio-Apfel siegt ganz klar. Durch kurze Lieferwege erleidet er keine Nährstoffverluste, er ist frischer und damit geschmackvoller. Pflanzliche Bio-Produkte enthalten aber auch mehr sekundäre Pflanzenstoffe, die von der Pflanze als Abwehrstoffe gegen Schädlinge, Krankheiten und Umweltstress gebildet werden. Beim Menschen stimulieren sie das Immunsystem und besitzen antioxidative, antibakterielle sowie antivirale Wirkung. So zum Beispiel enthalten sie Flavonoide, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs vorbeugen können. Geschmacks- und Duftstoffe zählen ebenfalls dazu: Sulfide in Zwiebel, Allicin in Knoblauch, Senföle in Broccoli, Kren und Kresse. Sie alle wirken krebsvorbeugend und schützen vor schädlichen Einflüssen. Diese Inhaltsstoffe können sich – bedingt durch organisch gedüngte, „lebendige“, von Mikroorganismen bearbeitete Böden – perfekt bis zur kompletten Reife ausbilden. Daher riecht und schmeckt frisches Bio-Obst und -Gemüse intensiver als auf Nährstoffmatten gezogene, von High TechLampen beschienene Treibhausware. Was den Schadstoffgehalt anlangt, punktet Bio sowieso: Bio-Salate enthalten nachweislich weniger Nitrat, keine chemischen Pflanzenschutzmittel und Insektizide. BioKühe werden mit Gras oder Heu gefüttert. Daher enthält ihre Milch mehr der wertvollen Inhaltsstoffe, die sie über  die natürliche Mischung an Gräsern und Wiesenkräutern

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Essen Bio

aufnehmen, als jene ihrer konventionell gehaltenen Artgenossen. Bio-Milch ist darum auch reicher an mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Glückliche Kühe. In der Bio-Tierhaltung wird auf die Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten der Tiere Rücksicht genommen.

Kontrollzeichen EU-Bio-Zeichen Das EU-Bio-Zeichen garantiert die Bio-Qualität von Lebensmitteln, die nach den Bestimmungen der EU-Bio-Verordnung hergestellt werden. Die Erzeuger können das EU-Siegel zusätzlich auf freiwilliger Basis verwenden. Es wird von den staatlich autorisierten Kontrollstellen vergeben. Verbraucher, die Produkte mit diesem Emblem kaufen, können darauf vertrauen, dass die Rohstoffe zu mindestens 95 Prozent aus biologischer Herkunft stammen. AMA-Bio-Zeichen Wer sich ausschließlich auf österreichische Bio-Produkte verlassen will, sucht nach dem roten AMA-Bio-Siegel mit Ursprungsangabe. Für dieses Produkt müssen die wertbestimmenden, landwirtschaftlichen Rohstoffe zu 100 Prozent aus der im Zeichen geführten Region stammen.

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So natürlich wie möglich Es gibt noch weitere Indizien, die für Bio-Lebensmittel sprechen: Bio kommt ohne Gentechnik aus. Da die gesundheitlichen Risiken und langfristige ökologische Folgen, die von der Gentechnik ausgehen, nach wie vor ungeklärt sind, wird im Bio-Landbau auf Gentechnik sowie die Verwendung gentechnisch veränderter Organismen in Bio-Produktion und -Verarbeitung verzichtet und ist laut EU-Bio-Verordnung strikt untersagt. Betrachtet man die Zusatzstoffe, kann man sich beim Genuss der Bio-Produkte ebenfalls getrost entspannen. Zahlreiche künstliche Geschmacksverstärker, Aromastoffe, Emulgatoren, Stabilisatoren sowie synthetische Süßstoffe sind bei der Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln schlichtweg verboten. Wer sich mit Bio-Produkten ernährt, vermindert somit nicht nur die Aufnahme negativer, sondern fördert die der positiven Inhaltsstoffe und profitiert von ihrem präventiven Charakter. Durch den Bio-Konsum wird auch die Nachfrage für eine umweltgerechte, sozialverträgliche und gesundheitsverträgliche Form der Landbewirtschaftung geschaffen. Das Ziel der Bio-Landwirte ist stets ein möglichst geschlossener Kreislauf zwischen Boden, Pflanze, Tier und Mensch. Immer mit dem Ergebnis, wohlschmeckende, hochwertige und naturbelassene Produkte anzubieten. Das Wissen um die jeweiligen Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten jeder einzelnen Tierart prägt die Bio-Tierhaltung. Viel Bewegungsfreiheit im Stall und an der frischen Luft – an mindestens 200 Tagen im Jahr – sind ein absolutes Muss. Genauso wie Liegeflächen mit Stroh und biologisches Futter, vorwiegend vom eigenen Bauernhof. Dazu kommen noch weitere Grundsätze, wie das Verbot der Anbindehaltung, Einzelhaltung und dem vorbeugenden Einsatz von Antibiotika, Antiparasitenmitteln, Wachstums- und Leistungsförderern. Schwanzkupieren, Abkneifen der Zähne sowie Stutzen der Schnäbel sind ebenfalls verboten. Kontrolle schafft Sicherheit Ein Biobauer hat nach klaren gesetzlichen Richtlinien zu agieren. Die Einhaltung dieser Richtlinien wird bei Bauern, Verarbeitern und Händlern mindestens ein Mal jährlich von einer der acht österreichischen Biokontrollstellen geprüft. Kommt es zu Beanstandungen, folgen Sanktionen und unangemeldete Nachkontrollen. Alle acht Kontrollstellen Österreichs sind unabhängig und werden von der Lebensmittelbehörde eines Bundeslandes betraut. Die Zertifizierung eines Bio-Lebensmittels erfolgt vom Urprodukt bis zum letzten Verarbeitungsschritt. Neben den EU-BioRichtlinien überprüfen die Kontrollstellen auch nationale


Buch-Tipps Bio-Richtlinien und – da viele Biobetriebe Mitglied eines Bio-Verbandes sind – auch die entsprechenden Verbandsrichtlinien. Auf Nummer sicher gehen Wie kann ich mir als Konsument auf einen Blick sicher sein, dass es sich beim vorliegenden Produkt um ein Bio-Produkt handelt? Zunächst dient der Wortlaut als zuverlässiger Indikator, denn nur wirkliche Bio-Produkte dürfen sich „Bio“ oder „Öko“ nennen. Das bedeutet dann, dass mindestens 95 Prozent der Grundzutaten aus dem Biolandbau stammen. „Aus naturnahem Anbau“, „aus umweltgerechter Landwirtschaft“ oder „aus kontrolliertem Anbau“ haben hingegen mit Bio nichts zu tun. Der nächste Blick gilt der Kontrollnummer. Sie muss auf der Verpackung angegeben sein und besteht aus einem Buchstaben-Zahlen-Code. Die ersten zwei Buchstaben stehen für das Land (AT für Österreich), der dritte Buchstabe steht für das Bundesland der Kontrollstelle (W für Wien), die nächsten beiden Zahlen geben die Nummer der Kontrollstelle an und ganz am Schluss garantiert „Bio“ noch, dass es sich hier  tatsächlich um ein echtes Bio-Produkt handelt. Zusätzlich

„Die Joghurt-Lüge – die unappetitlichen Geschäfte der Lebensmittelindustrie“ Marita Vollborn und Vlad D. Georgescu, 336 Seiten, ISBN: 978-3-404-60606-1, Bastei Lübbe, € 8,95

„Fast nackt – mein abenteuerlicher Versuch, ethisch korrekt zu leben“ Leo Hickman: , 319 Seiten, ISBN: 978-3-492-25022-1, Piper-Verlag, € 9,20 „Lebensmittel

– eine Verteidigung gegen die industrielle Nahrung und den Diätenwahn“ Michael Pollan, 228 Seiten, ISBN: 978-3-442-21872-1, Arkana München, € 8,20

LESERREISEN 2011 JUNI 2011

Die Programme der Leserreisen werden extra für unsere Leser zusammengestellt und beinhalten exklusive Besichtigungen. Sie reisen in kleinen Gruppen und treffen Menschen, die Ihre Interessen teilen. Die Leserreisen werden immer von einem Mitarbeiter oder Autor unserer Magazine persönlich begleitet und betreut.

garten.kultur ELSASS Reisen Sie gemeinsam mit GARTEN+HAUS-Autorin Dr. Silvia Matras ins wunderschöne Elsass! Besuchen Sie liebevoll gestaltete Privatgärten, bestaunen Sie die Sehenswürdigkeiten in Straßburg und die Fachwerkbauten in Colmar. Genießen Sie Elsässer Lebensfreude!

1. – 5. Juni 2011 Das Arrangement beinhaltet: Reise im modernen Komfortbus ab/an Wien (mit Zusteigemöglichkeiten in NÖ, OÖ, S) 2 x Übernachtung/ Frühstück in Colmar 2 x Übernachtung/ Frühstück in Straßburg 1 x Abendessen in einer Brasserie in Colmar 1 x Abendessen in einer typischen Elsässer Weinstube 2 x Abendessen in Restaurants in Straßburg Eintritte in mehrere Privatgärten (Wert: EUR 30,–) Stadtführung in Colmar (ohne Eintritte) Stadtführung in Straßburg (ohne Eintritte) Kurtaxe Reisebegleitung ab/an Wien GARTEN+HAUS-Tasche (1 x pro Zimmer / Wert: EUR 20,–) Reisepreis: EUR 869,– pro Person/ DZ Reiseveranstalter: Blaguss Touristik GmbH Wien Teilnehmerzahl: max. 25 Personen Anmeldung bis: 10. April 2011

Foto: Shutterstock

Informationen zu unseren Veranstaltungen: av-event | Österreichischer Agrarverlag | Sturzgasse 1a | 1140 Wien Tel.: +43 (0)1 981 77 -105 | av-event@agrarverlag.at | www.av-event.at


Essen Bio Auf Bio eingeschworen. Wer einmal den Bio-Weg eingeschlagen hat, verlässt ihn nicht mehr.

kann die Kontrollstelle auch namentlich genannt werden. Übrigens: Auch nicht verpackte Bio-Lebensmittel müssen als Bio-Ware erkennbar sein: Auf Bauernmärkten etwa kann jeder Konsument nach der Kontrollnummer fragen oder sich das Zertifikat der Kontrollstelle zeigen lassen. Anschließend sollte man ein österreichisches oder europäisches Kontrollzeichen suchen. Hier geben das AMA-Biozeichen oder das Bio-Logo der EU Kommission Auskunft (siehe Kasten „Kontrollzeichen“). Einfacher Weg zum Bio-Produkt Auch die meisten Supermärkte haben heute schon eine eigene Bio-Linie. So hat etwa die Marke „Zurück zum Ursprung“ des Diskonters Hofer zu einer wahren Explosion des heimischen Bio-Marktes geführt. Wer den persönlichen Kontakt zum tatsächlichen Erzeuger sucht, ist auf Wochenmärkten gut aufgehoben. Abo-Kisten-Anbieter liefern sogar bis vor die Haustüre. Der Weg zu Bio-Produkten, zum natürlichen Genuss wird immer leichter. Wer ihn einmal einschlägt, verlässt ihn nicht mehr. Und das ist auch gut so.

Essen Kolumne

Text Herwig Ertl

Bio – bin in Ordnung Fragen Sie Ihren Hausverstand. Ist wirklich alles clever? Natur pur? Und ein Biomascherl auch noch drauf? Ja! Natürlich ist es verdammt hart, der Beste zu sein. Ändern Sie Ihr Einkaufsverhalten und entdecken Sie die Produzenten persönlich, die hinter einem ehrlichen Produkt stehen. Die, die es ehrlich mit Ihnen und Ihrer Gesundheit meinen. Die biologisch oder aufgrund persönlicher Überlegungen nicht zertifiziert, aber „Bio – Bin in Ordnung“ sind. Denn sie produzieren den einzig leistbaren Luxus, weil sie es ehrlich meinen. Der einzig leistbare Luxus ist, was die Region uns schenkt. Um diesen Luxus zu akzeptieren, muss man oft erst Vorbehalte anderem gegenüber abbauen, um nach dem Motto zu leben: Wenn wir nicht neidig sind, haben wir alle genug. Die Zukunft der Kulinarik liegt in Österreich nicht im Satt-werden,

sondern im zelebrierten Genuss und dieser ist nur erlebbar, wenn man es mit Menschen zu tun hat, die ihre Produkte mit Herz herstellen. Wenn ein Produzent Ihnen gegenüber steht und sagt „Bin in Ordnung“, bekommt er sofort Ihre Antwort. Diese Antwort trifft das Gewissen, aber wenn diese Antwort überzeugend ist, braucht man sich in Zeiten wie diesen nicht mehr an Regeln und Vorgaben zu halten. Viele Qualitätssiegel sind vielleicht durch Förderungen zustande gekommen, weil jetzt vielleicht alles bio, echt gut und ja natürlich sein muss. Man weiß ja aufgrund der Vielzahl der Qualitätssiegel sowieso nicht mehr, an welchem man sich orientieren soll und kann. Einkauf ist Vertrauenssache. Zeichnen Sie Ihren Produzenten mit dem Bio-Gedanken aus – Bist in Ordnung – und halten Sie ihm die Treue, indem Sie bei ihm kaufen.

Wenn wir nicht neidig sind, haben wir alle genug.

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Fotos Shutterstock, Fotolia, Ferdinand Neumüller

Ist wirklich alles bio? Biologisch?


Promotion

Urlaub natürlich genießen

Lust auf einen Biourlaub bekommen? Attraktive Angebote und Naturerlebnisse aus dem BioParadies SalzburgerLand finden Genießer unter

bioparadies.salzburgerland.com. Das SalzburgerLand ist ein echter Vorreiter in Sachen Bio. Nirgendwo in Europa ist der Anteil an Bio-Bauern so hoch wie hier: Über 50 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen im SalzburgerLand werden biologisch bewirtschaftet. Grund genug für die SalzburgerLand Tourismus Gesellschaft gemeinsam mit dem Kompetenzpartner „Bio Austria“ das „BioParadies SalzburgerLand“ ins Leben zu rufen und dem Trend zu einer bewussten und biologischen Lebensführung mit einem zielgerichteten Urlaubsangebot gerecht zu werden. Im BioParadies SalzburgerLand werden Genießer und Feinschmecker von der ersten bis zur letzten Minute ihres Urlaubs verwöhnt. Schon zum Frühstück servieren die 26 Mitgliedsbetriebe – Hotels, Restaurants, Gasthöfe, Bauernhöfe und Pensionen – feinste Bio-Köstlichkeiten vom eigenen Hof und aus der Region. Als Mitglieder des Bio-Verbands „Bio Austria“ werden diese engagierten Bio-Pioniere regelmäßig umfassenden Qualitätsprüfungen unterzogen und erfüllen die strengen Kriterien des Gütesiegels. Für einen Genussurlaub nach bestem Wissen und Gewissen.

Paradiesisch urlauben. Im BioParadies SalzburgerLand kommen Genießer und Feinschmecker voll auf ihre Kosten.

Bio-Rezept vom Gasthaus Schützenwirt

Bärlauchnudeln in Rahm

Im Bio-Rhythmus unterwegs Die Mitgliedsbetriebe bieten Bio in unterschiedlicher Weise an, verwenden jedoch allesamt biologische Produkte zur Zubereitung von Speisen. Bei vielen Bauernhöfen stammen diese Zutaten sogar vom eigenen Hof wie etwa Obst, Gemüse, Salate, Kräuter, Eier, Fleisch oder Milchprodukte. Doch die Erlebbarkeit von Bio geht in vielen Mitgliedsbetrieben bereits weit über die Verwendung biologischer Lebensmittel hinaus. Dies zeigt sich auch im nördlich von Salzburg gelegenen Seeham – der Biowelt am See. Seeham ist die erste Gemeinde Österreichs, deren Herz im Bio-Rhythmus schlägt. Nahe am Wasser gebaut, umringt von sanften Hügeln und weit weg vom Massentourismus lautet das Konzept des Tourismusverbandes: Ökologie und Biologie ist die Ökonomie der Zukunft. Für die Menschen in der Boden- und Klimabündnisgemeinde bedeutet dies, die Geschenke der Schöpfung in Dankbarkeit annehmen, sie pflegen und bewahren.

Zutaten (für 4 Personen): Für die Bandnudeln: 150 g Mehl 80 g Hartweizengrieß 10 ml Olivenöl 1 Ei 1 Eidotter Salz

Für das Sugo: 2 Schalotten (gehackt) 1 EL Butter 250 ml Schlagobers Salz Saft von 1/2 Zitrone Bärlauch (gehackt)

Zubereitung: Für die Bandnudeln alle Zutaten mit zehn Milliliter Wasser zu einem festen Teig verkneten, in Frischhaltefolie wickeln und eine Stunde kalt stellen. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und vorzugsweise mit einer Nudelmaschine schneiden. Im Salzwasser drei Minuten kochen und abseihen. Für das Sugo die Schalotten in einer Pfanne mit Butter glasig anschwitzen. Mit Obers ablöschen, kurz aufkochen lassen und danach mit Salz und Zitronensaft abschmecken. Die Bandnudeln dazugeben und mit dem Bärlauch durchschwenken. Dazu passt wunderbar ein grüner Salat. Möchten Sie weitere Bio-Rezepte ausprobieren? Dann schicken Sie eine Email an info@salzburgerland.com, Kennwort „Bio-Rezept“ und wir schicken Ihnen gerne ein weiteres Rezept vom Gasthaus Schützenwirt zu.

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Essen Fasching xxxxxxxxxxxx vs. Ostern

trifft

Faschingsnarr Osterhasen

F

ür GENUSS.freunde geht es im Frühling gleich zweifach zur Sache: Kaum sind die Weihnachtsfeiertage überstanden und das neue Jahr begrüßt, lauert schon der nächste Höhepunkt: Der Fasching. Die fünfte Jahreszeit hält für Schleckermäuler allerhand bereit, gleich darauf folgt die karge Fastenzeit, bis schließlich zu Ostern wieder nach Herzenslust geschlemmt werden darf. Wann genau sich dieser GENUSS.marathon vom Faschingsbeginn bis zum Osterfest erstreckt, ist von Jahr zu Jahr verschieden und hängt vom ersten Vollmond im Frühling ab. Am darauffolgenden Sonntag ist Ostersonntag, dieser hat heuer mit dem 24. April beinahe seinen spätest möglichen Antritt (26. April). Um das Datum des Aschermittwochs festzulegen, müssen Sie einfach 46 Tage vom Ostersonntag abziehen und finden sich – schwuppdiwupp – beim 9. März und mitten im schönsten Frühlingserwachen wieder. Doch halt: Dauert die Fastenzeit plötzlich länger als 40 Tage? Nein, es werden die Sonntage nicht dazu gerechnet, das heißt, sie dürfen selbst in der Fastenzeit sechs Mal nach Herzenslust schlemmen. Doch woher kommen alle Spezialitäten, die so eng mit Fasching und Ostern verbunden sind? Warum isst man am Aschermittwoch Fisch und zu Ostern Eier? Und was haben

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diese mit dem Osterhasen zu tun? Auf den folgenden Seiten wollen wir in drei Runden den Sieger der beiden Frühlingsfeste küren. Damit: Ring frei für Runde 1. Runde 1: Süße Speisen Fasching: Der Krapfen. Die Welt ist ein Krapfen, hieß es bei den alten Römern. Denn sie hatten bereits rundes Gebäck, das dem heutigen Krapfen ähnelte, mit dem Namen „Globulus“, also Kügelchen oder kleiner Globus. Daraus wurde im Hochmittelalter „Craplum“ oder „Graphun“, das in den öffentlichen Schmalzküchen der größeren Städte hergestellt und verkauft wurde. Doch auch die Wiener beanspruchen den Ursprung des Faschingskrapfens für sich. Angeblich geht der Name auf die Hofratsköchin Cäcilie Krapf zurück. Sie hat die begehrten Teigkugeln für einen Hofball während des Wiener Kongresses in Fett herausgebacken. Ob sie mit dieser Idee die Erste war, bleibt aber dahingestellt. Die süße Köstlichkeit aus Germ ist schon seit einigen Jahrhunderten bekannt, dass sie gerade mit dem Fasching untrennbar verbunden ist, haben Mönche bewirkt. Diese hielten sich natürlich streng an die 40-tägige Fastenzeit, die unmittelbar nach dem Fasching beginnt und Christen den Verzehr von Fleisch und Alkohol untersagt. Da durfte man sich vorab ruhig noch einmal den Bauch so richtig vollschlagen – und was würde sich dazu besser eignen, als in Fett heraus gebackener Germteig mit viel Staubzucker als Krönung? Die Mönche haben Recht behalten: Mit etwa 300 Kalorien pro Krapfen hat man tatsächlich eine gute Reserve, um die Durststrecke bis Ostern zu überstehen. Im Original besteht die Fülle aus Marillenmarmelade, allen, die es gern noch cremiger haben, seien Krapfen mit Nougat, Vanillecreme oder Schokoladefüllung ans Herz gelegt. Dann bleibt noch die Frage: Wie schafft man den ersten Bissen in den Krapfen ohne Marmelade-Unfall? Kaum jemand bäckt die Marmelade noch mit, sie wird heute meist per Kanüle in den Krapfen gespritzt. Wenn Sie sich angesichts der geballten Ladung an Süßgeschmack noch kurz beherrschen und den ersten Bissen beim Einspritzloch ansetzen, stehen die Chancen gut, dass Hemd und Bluse sauber bleiben.


Text Kathrin Schrott

Wer hat kulinarisch die Nase vorne: Faschingsfreund oder Osterfan? Kommen Sie mit uns auf einen Streifzug durch die Feierlichkeiten des Frühlings.

Ostern: Die Pinze. In Sachen Germteig steht die Pinze dem Krapfen um nichts nach, allerdings wird das österliche Süßgebäck nicht im Fett, sondern trocken im Rohr gebacken. Anstelle der Marmelade kommen Rosinen zum Einsatz, der Staubzucker wird manchmal durch Mandelsplitter ersetzt. Mit diesem deutlich geringeren Fettgehalt bringt die Osterpinze einen eindeutigen Vorteil: Man kann durchaus mehr als ein Stück davon essen. Aus dem Pinzen-Teig lassen sich übrigens auch kleine Zöpfe flechten und Nester formen. Während der letzten Minuten des Backvorgangs einfach ein gekochtes und gefärbtes Osterei in die Mitte des Kranzes setzen, mitbacken und fertig ist das fröhlich bunte Osternest zum Vernaschen.

Runde 2: Rituale Fasching: Die Kostüme. Musik, Tanz, Kostüme, Männer in

Strumpfhosen, Frauen im Federkostüm – im Fasching ist alles erlaubt. Vor der Fastenzeit wird noch einmal alles aufgeboten, was lustig ist – die Narren haben freie Bahn. Und da es sich allein zu Hause nicht so gut Späßchen treiben lässt, finden sich die Faschingsfans zusammen, gestalten fahrbare Untersätze von der Scheibtruhe bis zum Traktoranhänger und feiern ausgelassen bei Faschingsumzügen. Psychologen kommen aus dem Stirnrunzeln und Analysieren gar nicht mehr heraus, wenn sich die brave Hausfrau plötzlich in einen Glitzervamp verwandelt, oder die liebe Nachbarin im strengen Polizistenkostüm an die Tür klopft. Einmal in eine andere Rolle schlüpfen und unter dem Schutz der Maske Seiten ausleben, die ansonsten vielleicht verborgen bleiben (müssen) – dazu bietet der Fasching ausreichend Gelegenheit und zwar schon länger, als Sie vielleicht denken mögen. Bereits bei Keltenfesten galten Trinkgelage und Umzüge in Verkleidungen als Höhepunkt. Die Arbeit wurde stehen gelassen, Sklaven durften in die Rolle der Herren schlüpfen und ihre Meinung kundtun, ohne schwerwiegende Konsequenzen fürchten zu müssen. Ostern: Die Eiersuche. Ein Hase, der Eier bringt? Biologisch gesehen hapert die Geschichte ein wenig, da müssen wir schon genauer hinblicken. Ähnlich wie die Faschingskrapfen haben auch Ostereier ihre Verwurzelung im katho-

lischen Kalender. In der Karwoche galt seit jeher ein klares Eier-Verbot, Fasten war und ist angesagt. Allerdings hat das nie jemand den Hennen mitgeteilt, die unbeeindruckt vom christlichen Leiden weiterhin munter Eier legten. Daher wurden die gesammelten Karwoche-Eier gekocht und bunt bemalt, um sie von den anderen Eiern unterscheiden zu können. Nach wie vor gilt das Ei als Zeichen der Fruchtbarkeit und passt somit wunderbar in die Zeit, in der die Natur wieder erwacht und ihre grünen Fühler nach der Sonne ausstreckt. Mit diesem Symbol des Lebens feiern die Menschen die Auferstehung Jesu und den Sieg über den Tod. Und damit können wir den Bogen zum Osterhasen spannen, der ebenfalls als Zeichen der Fruchtbarkeit und des Lebens gilt, da er sich im Frühjahr stark vermehrt – eben wie die sprichwörtlichen Karnickel. Hasen sind nach dem Winter auf Futtersuche und trauen sich näher als sonst an Häuser und Gärten heran. Möglicherweise haben Eltern das frühlingshafte Verhalten der kleinen Hoppler gleich als Erziehungsmaßnahme verwendet und süße Überraschungen sowie bunte Eier für wohlerzogenen Nachwuchs in Aussicht gestellt. Längst befinden sich in den versteckten Nestchen nicht bloß die gefärbten Eier, sondern auch Schokolade, Gelee-Eier oder andere Süßigkeiten. Wer lang genug danach suchen musste und dabei einige Meter zurückgelegt hat, darf sich die süße Belohnung durchaus schmecken lassen. Runde 3: Kulinarik Fasching: Der Heringsschmaus. Von der Fastenspeise über das Katerfrühstück zum opulenten Festmahl – so kann man den Werdegang des Heringsschmauses wohl am treffendsten beschreiben. Streng genommen fällt der Heringsschmaus am Aschermittwoch nicht mehr in die Faschingszeit, sondern läutet die 40-tägige Fastenzeit bis Ostern ein. Dennoch bleibt die fischreiche Mahlzeit eng an das bunte Treiben der vorhergehenden Tage geknüpft, schließlich sagt man dem sauer eingelegten Hering nach, dass er an einem Kopfweh-Morgen gute Reparaturdienste leistet.  Wie genau GENUSS.fans es mit der Religion nehmen,

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Essen Fasching vs. Ostern

Rezepte Faschingskrapfen Zutaten. (für 35 bis 40 Stück) 40 g Hefe 350 ml Milch 500 g Weizenmehl (Type 700) 4 Eier 4 Eigelb 100 g Feinkristallzucker

Alles Roger, Rabbit? Der Hase hat zu Ostern alle Pfoten voll zu tun, alle Eier zu verstecken.

sei dahingestellt, den schmackhaften Heringsschmaus haben wir jedoch wirklich den Gläubigen zu verdanken, die in der Fastenzeit völlig auf Fleisch verzichteten. Fisch als Alternative hat sich bewährt, wenngleich aus einem nicht besonders rühmlichen Grund: Hering war erschwinglich und daher willkommen. Heute bleibt es allerdings kaum noch bei diesem so genannten Arme-Leute-Essen. Der Hering kommt in Gesellschaft von Kaviar, Lachsspeisen und anderen edlen Fischgerichten daher, was den Fastencharakter des Aschermittwochs immer mehr zugunsten einer weiteren Völlerei verwischt. Ostern: Der Osterschinken. Endlich kommt der Ostersonntag und somit das Ende des 40-tägigen Fastens. Worauf haben die Menschen nun am meisten Lust? Wer nach christlichem Verständnis gefastet hat, hat seit über einem Monat kein Fleisch gegessen, da kann ein saftiger Osterschinken den lange gezügelten Gusto befriedigen. Dass dieser Schinken etwas ganz Besonderes ist, zeigt der Brauch der Speiseweihe: In einem Korb bringt man ihn gemeinsam mit Brot, Ostereiern, manchmal auch Kren und Butter mit in die Kirche, um sie weihen zu lassen. Anschließend gibt es eine herzhafte Osterjause. Doch auch als Hauptspeise macht sich der Schinken gut, vor allem, wenn er im Brotteig gebacken wird. And the winner is … Als Ringrichter zwischen Faschingsnarr und Osterhasen können wir erleichtert festhalten: Keiner der beiden ist beim Aufeinandertreffen k.o. gegangen. Die vielen Krapfen machen den Faschingsfreund zwar etwas träge, doch das gleicht der herzhafte Osterschinken auf der anderen Seite des Rings problemlos aus. Gewinner sind auf alle Fälle die Genießer, ihnen bieten sich – natürlich aus reinem Traditionsbewusstsein – im Frühling zahlreiche Gelegenheiten zum Schlemmen.

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100 g Butter 25 g Salz Schale von 1 Zitrone 4 cl Rum (38 vol.%) Fett zum Frittieren Marillenmarmelade zum Füllen

Zubereitung. Für das Dampfl die Hefe in der Milch gut auflösen, mit dem Mehl vermischen und leicht kneten. Zugedeckt an einem warmen Platz eine halbe Stunde stehen lassen. Die ganzen Eier, das Eigelb und den Zucker in der Küchenmaschine aufschlagen, dann mit der weichen Butter gut schaumig rühren. Die restlichen Zutaten dazugeben, alles gut verkneten und eine halbe Stunde rasten lassen. Kurz verkneten und erneut 20 Minuten rasten lassen. Dann runde Kugeln formen und zugedeckt auf einem leicht bemehlten Brett an einem warmen Ort eine halbe Stunde gehen lassen. Wenn die Teiglinge locker aufgegangen sind, an einem kalten, zugigen Ort zehn Minuten absteifen lassen. Es sollte sich eine leichte Haut an der Oberfläche bilden. Dann sofort mit der glatten Seite nach unten in 170 Grad heißes Fett einlegen und beidseitig backen. Dann die Krapfen herausnehmen, abtropfen lassen und noch warm mit Marillenmarmelade füllen.


Heringssalat

Osterschinken im Brotteig

Zutaten. (für 4 Personen) 3 Kartoffeln (gekocht, geschält, gewürfelt) 3 Essiggurkerl (gewürfelt) 1/2 roter Paprika (gewürfelt) 1 Dose Mais 1 Dose rote Riesenbohnen 2 Knoblauchzehen (gehackt) 1 rote Zwiebel (gehackt) 1 Apfel (gewürfelt)

Zutaten. (für 5 Personen) 375 g Roggenmehl 375 g Weizenvollkornmehl 40 g Hefe Salz

300 g Matjesfilet Saft von 1/2 Zitrone Für das Dressing: 250 ml Joghurt 125 ml Rahm 3 EL Mayonnaise 1 TL Senf Salz, Pfeffer

Zubereitung. Alle Gemüsesorten sowie die Apfelwürfel in einer Schüssel vermischen. Matjesfilets in Stücke teilen, mit dem Gemüse vermengen und mit Zitronensaft beträufeln. Für das Dressing alle Zutaten miteinander verrühren und über den Heringssalat geben. Vor dem Servieren eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen.

10 g Zucker 150 g Natursauerteig 1 Beinschinken oder Selchroller 1 Ei

Zubereitung. Beide Mehlsorten miteinander vermischen, auf die Arbeitsfläche geben und ein Loch in die Mitte drücken. Hefe, Salz, Zucker, Natursauerteig und 225 Milliliter Wasser hineingeben und vermengen. Weitere 225 Milliliter Wasser zufügen und zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Zugedeckt eine halbe Stunde gehen lassen, herunterschlagen und ein zweites Mal aufgehen lassen. Ausrollen und den Schinken darin einschlagen. Je nach Geschmack kann der Schinken auch vor dem Einschlagen mit Kren oder Senf bestrichen werden. Anschließend den Teig nochmals etwas gehen lassen, mit Ei bestreichen und eine Stunde bei 160 Grad backen.

Fotos Shutterstock, Dreamstime, Andrea Jungwirth Illustrationen Shutterstock

Osterpinze Zutaten. (für 1 Stück) 30 g Germ 500 g griffiges Mehl 250 ml Milch 80 g Staubzucker 120 g Butter 1 Ei

2 Eidotter Salz, Muskat Schale von 1/2 Zitrone 2 EL Rosinen Butter für das Backblech 1 Eidotter zum Bestreichen

Zubereitung. Aus Germ, einem Esslöffel Mehl, drei Esslöffeln Milch sowie einem Teelöffel Zucker ein Dampfl anrühren und dieses zugedeckt zur doppelten Höhe aufgehen lassen. Butter mit Ei, Dottern, dem restlichen Staubzucker, Salz, Muskat und Zitronenschale schaumig rühren, mit dem restlichen Mehl, dem Dampfl und der restlichen Milch vermengen und den Teig schlagen, bis er glatt und geschmeidig ist. Rosinen einarbeiten, mit einem feuchten Tuch abdecken und nochmals aufgehen lassen. Danach den Teig zu einer glatten Kugel durcharbeiten, auf ein befettetes Backblech legen und noch einmal zugedeckt aufgehen lassen. Hat die Teigkugel ihr Volumen noch ein weiteres Mal sichtbar vergrößert, mit Dotter bestreichen, dreimal tief einschneiden und nochmals 15 Minuten zum Aufgehen beiseite stellen. Backrohr auf 170 Grad vorheizen und die Osterpinze eine halbe Stunde backen.

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Essen Tischdeko

Tischlein, schmück Dich Einrichtungsexpertin Leila Suppan-Dado über dekorierte Tische, Servietten-Ringe und klassische Deko-Fehler.

Auf die Plätze, fertig, Deko! Ein schön gedeckter Tisch sagt viel über den Gastgeber aus. Nützen Sie diese Chance, sich zu präsentieren.

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Text Joe Danzinger

Im Deko-Fieber. Leila Suppan-Dado weiß, wie man einen Tisch deckt. Und wie man Deko-Fauxpas vermeidet.

Im Trend „Feine Dinge“ von Sandra Haischberger Sandra Haischberger fertigt in liebevoller Handarbeit in ihrem Wiener Studio Tableware (Bechersets, Schalen- und Frühstückskombinationen), Wohnaccessoires (Vasen und Windlichter) sowie Leuchtobjekte an. Ihre Marke „Feine Dinge“ steht für minimales Design, hohe Funktionalität und schlichte, reduzierte Formen. www.feinedinge.at

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eder gedeckte Tisch erzählt mehr als nur eine Geschichte. Zum Beispiel eine Geschichte über die Person, die den Tisch gedeckt hat. In welcher Stimmung war sie? Hat sie sich dafür Zeit genommen? War es ein Routine-Akt oder lässt sich eine persönliche Botschaft erahnen? Aus dem gedeckten Tisch, der Auswahl des Geschirrs und der Deko-Elemente kann man auch als Außenstehender jede Menge Rückschlüsse ziehen. Fast so wie bei Autos: Family-like und funktionell wie ein Van, experimentell-schnell und trendy wie ein Cabrio oder erdig und bodenständig wie ein Allrad. Der Rahmen von Geschichte Nummer drei ist unendlich: Er beginnt bei der Materialkunde, erstreckt sich bis zu Wissen um Form und Symmetrie und endet bei Mut und Fantasie. Dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt, ist hinlänglich bekannt. Dennoch gibt es einige Grundregeln, die für das gewisse Etwas eines gedeckten Tischs sorgen. Eine, die sich auf diesem Gebiet auskennt, ist Leila Suppan-Dado. Wir haben mit der Einrichtungsexpertin und Geschäftsführerin von Suppan & Suppan über schöne Tische gesprochen. Worauf schauen Sie als Einrichtungsprofi, wenn Sie selbst privat zum Essen eingeladen sind?

Grundsätzlich unterscheide ich zwischen liebevoll und nicht liebevoll. Ich empfinde es als großes Geschenk, wenn sich jemand die Zeit genommen hat, um für seine Gäste eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, wenn sich jemand bemüht hat, Freude zu bereiten – und da gehört die Tischdekoration auf alle Fälle dazu, denn das Auge isst schließlich mit. Welches Lokal trifft voll und ganz Ihren Geschmack in Sachen Dekoration und Tisch-Dekoration?

Eindeutig das Wiener Restaurant „Entler“ in der Schlüsselgasse. Abgesehen davon, dass die Wirtin mit Liebe kocht und man das auch schmeckt, ist die Dekoration des Lokals  immer großartig, schlicht und sehr stimmig.

„Tonale“ von Alessi Tafelservice Das Geschirr „Tonale“ ist die Weiterentwicklung eines Projekts aus dem Jahr 1996. Neben den Werken Morandis ließ sich der englische Architekt Chipperfield auch von der traditionellen ostasiatischen Keramik inspirieren. Das vielseitige Service besteht aus zahlreichen Komponenten, darunter ein Tablett, eine Karaffe, Teller und Schalen in verschiedenen Größen sowie Gläser und Tassen. www.tevala.eu „Sort Kontur“ von Pernille Vea Der handgemalte, schwarze Strich der Designerin Pernille Vea auf schneeweißem Porzellan ist das Kennzeichen von „Sort Kontur“. Jetzt bringt Menu neue Teile der beliebten Serie auf den Markt. Das einfarbige, schwarze Geschirr bildet einen eleganten und sehr attraktiven Kontrast zum weißen Porzellan mit dem schwarzen Strich und bietet völlig neue, interessante Möglichkeiten, den Tisch abwechslungsreich und sehr persönlich zu decken. Vea hat die schwarzen Teile in derselben Formsprache wie das klassische „Sort Kontur“ entworfen, sodass das stilsichere Ergebnis garantiert ist, ganz gleich, wie man die vielen verschiedenen Teile der Serie miteinander kombiniert. www.design3000.de Kaffeetassen von Wolfgang Jönsson Wie auch immer Sie Ihren Kaffee kredenzen – er gehört in gute Tassen. Cappuccinotassen von Designer Wolfgang Jönsson, exklusiv für Jura entworfen. Dazu gibt es die passenden Löffeln. www.at.jura.com

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Essen Tischdeko

Was raten Sie Anfängern in Sachen Tischdekoration?

Als Basisausstattung empfehle ich schöne Gläser und ein schlichtes, weißes Service, das auch gar nicht teuer sein muss. Schon alleine damit lassen sich wunderbare Effekte erzielen. Der Rest ist eine Frage des Ideenreichtums und der Fantasie. Im Sommer kann man zum Beispiel Blumen auf den Tisch streuen oder aus Efeuranken Servietten-Ringe gestalten. Apropos Servietten-Ringe – auch wenn sie in Österreich nicht so etabliert sind wie in anderen Ländern, sind sie doch ein wirkungsvolles Accessoire. Gibt es einen Deko-Fehler, der häufig gemacht wird?

Ein Ring für das (genussvolle) Leben. Serviettenringe machen viel her auf der gedeckten Tafel – auch wenn sie bei uns nicht so etabliert sind wie in anderen Ländern.

Ja, häufig wird der Tisch so mit Dekoration überladen, dass kein Platz mehr zum Essen bleibt. Dekoration, die nur zu Beginn hübsch anzusehen ist, aber vor dem Essen wieder entfernt werden muss, um Platz zu schaffen, macht wenig Sinn. Auch hohe Kerzen oder riesige Blumensträuße, welche die Sicht zum gegenüber sitzenden Gast behindern, sind unangenehm und sollten daher vermieden werden. So wie bei der Raum-Dekoration sollte auch bei der TischDekoration immer eine gewisse Symmetrie vorhanden sein. Hier werden oft unbewusst Fehler gemacht. Ungeübte sollten da fast akribisch vorgehen und Abstände und Winkel ausmessen. Wenn Geschirr, Besteck, Gläser und Dekoration willkürlich platziert sind, so kann das seltsam wirken. Haben Sie eine Lieblingsdekoration?

Wie aus jedem Essen ein Augenschmaus wird, zeigt das Buch von Petra Harms. Sie präsentiert stilvolle und ungewöhnliche Dekorationsideen für alle Anlässe und geht dabei besonders auf die Details ein. Denn es sind gerade die kleinen Entdeckungen, die jede Einladung persönlich und unvergesslich machen. Ein liebevoll gedeckter Tisch, ein ungewöhnlich dekoriertes Büffet, ein besonderes Thema, das sich durch den Abend zieht – und das Festessen kann nur ein Erfolg werden. Zu jedem Thema gibt es eine anregende Fotostrecke mit passenden Tischdekorationen, perfekt in Szene gesetzt von Fotograf Matteo Manduzio und Stylistin Natasha Sanwald, garniert mit Rezepten von Sternekoch Johann Lafer. „Augenschmaus“ Petra Harms, 143 Seiten, ISBN: 3-766-71721-9, Callway-Verlag,€ 29,95

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Sie haben nun die Chance, einen Aufruf an unsere Leser zu starten, einen Appell in Sachen Tischdekoration.

Generell würde ich mir mehr Kreativität, Mut und Liebe zum Detail wünschen. Zudem wäre es schön, wenn wir uns wieder bewusst machen, dass es Freude und Spaß machen soll, Gäste einzuladen und zu bewirten. Nicht so, wie das derzeit im Fernsehen zu beobachten ist: Gestresste Gastgeber, die Angst haben, vor dem Urteil ihrer Gäste bestehen zu müssen. Manche zelebrieren ihr Gourmet-Dasein und machen einen Kult daraus, der für mich manchmal etwas übertrieben ist. An dieser Stelle könnten wir Europäer uns einiges von den Asiaten abschauen: Im Vordergrund steht dort immer das sich-Zeit-Nehmen und das halte ich für wesentlich. Zeit zum Kochen, Zeit zum Dekorieren und Atmosphäre schaffen und schließlich Zeit zum Essen.

Fotos Dreamstime, Feinedinge, Tevala, Design 3000, Callway-Verlag

Buch-Tipp

Nein, die habe ich nicht. Ich liebe die Abwechslung und zudem ist Dekoration bei mir immer eine Frage der aktuellen Stimmung. Abgesehen davon gibt es saisonale Feiern wie Weihnachten, Ostern oder Muttertag, die das Thema der Dekoration ja bereits vorgeben. Am liebsten dekoriere ich Tische für sommerliche Dinner im Freien. Hier arbeite ich gerne mit Kerzenlicht und mit den Schattenspielen von Windlichtern.


Promotion

Kaffeegenuss in Perfektion JURA, der Schweizer Spezialist für Kaffeevollautomaten, weiß mit seinen Produkten zu begeistern. Mit nur einem Knopfdruck genießt man die besten Kaffeespezialitäten – frisch von der Bohne. Und auch optisch sind die Kaffeevollautomaten ein Design-Highlight.

Nicht ohne meine Bohne. Mit nur einem Knopfdruck lassen sich die köstlichen Kaffeespezialitäten zubereiten. Zum Beispiel mit der IMPRESSA J9 One Touch TFT.

Espresso? Kaffee? Cappuccino? Latte macchiato? Mild oder kräftig? Kein Problem – mit einer JURA werden Kaffeeträume wahr. Auf direktem Weg, mit nur einem Knopfdruck, frisch von der Bohne. Mit durchdachtem Bedienkonzept und vielfältigen Programmiermöglichkeiten erfüllen die so ganz einfach individuelle Genusswünsche auf höchstem JURA Premium-Vollautomaten Pre Niveau. Niveau Und selbstverständlich funktioniert auch die Pflege genauso unkompliziert – einfach aauf Knopfdruck. Möglich macht das die Synthese von Schweizer Ingenieurkunst und der puren Freude am Genuss. p

Ausgezeichnetes Design Ausg Imme mehr wandelt sich die Küche vom Arbeits- zum Kommunikationsplatz. Hier trifft Immer man sich mit der Familie, hierher lädt man Gäste ein. Entsprechend versteht JURA seine Kaffeevollautomaten als Inneneinrichtungsgegenstände, mit denen man seinem guten Kaffe Geschmack Ausdruck verleiht. Gesch Schweizer Architektur und Design genießen weltweit hohes Renommee. Das schnörkelSchwe lose „Cool Nordic Design“ mutet athletisch an und vereint harmonisch gespannte Linien mit klaren Flächen. Viel Liebe zum Detail sowie edle Materialien von einzigartiger Anfassqualität runden den hochwertigen Gesamteindruck ab.

www.jura.com

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Essen Der Besser-Esser

Text Reinhard-Karl Üblacker

Gerüchteküche der Diäten Zu kaum einem anderen Ernährungsthema gibt es so viele Mythen, Märchen und Gerüchte wie bei Anleitungen zum richtigen Abnehmen.

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er Zeitpunkt ist kein schlechter, um wieder einmal in der Gerüchteküche der Diäten aufzuräumen und sie um die gewichtigsten Irrtümer abzuschlanken. Denn gerade jetzt zu Frühlingsbeginn hadern wir mit den noch verbliebenen, über die Weihnachtsfeiertage angefutterten Kilos. Viele sind gefrustet, weil sich auf der persönlichen Gewichtsskala trotz größter Anstrengungen noch immer nichts nach unten bewegt. Tausende Bücher wurden zum Thema Schlanksein geschrieben, hunderte Diäten wurden erfunden, haufenweise Annoncen in Zeitungen geschalten, die alle mit todsicheren Schlankmacher-Methoden werben. Unter dem Strich bleibt aber ein großes Problem: Unsicherheit. Wer weiß schon, was man noch glauben darf bei den vielen Versprechungen, Theorien und Erkenntnissen rund um das Abnehmen? Die traurige Wahrheit ist: Das zu 100 Prozent funktionierende Rezept, die Pille zum Abnehmen gibt es nicht. Aber ich habe mir für Sie die häufigsten Behauptungen angesehen, die immer wieder auftauchen, wenn es den Kilos an den Kragen gehen soll.

Wer abnehmen will, muss hungern. Räumen wir gleich zu Beginn mit dem größten aller Abnehmmärchen auf: Wer abnehmen will, muss hungern. Richtig ist vielmehr: Abnehmen hat nichts mit Hungern zu tun, das rapide Kalorien Reduzieren ist sogar absolut kontraproduktiv, wie die Resultate fast aller Diätkuren beweisen. Auch wer normal isst, kann abnehmen, sofern das Kalorienkonto in Summe im Minus ist. Um es ganz einfach auszudrücken: Wer täglich mehr Kilokalorien verbraucht, als er dem Körper durch die

Nahrungsaufnahme zuführt, ist mit seinem Kalorienkonto im Minus. Hält diese Minusbilanz über eine längere Zeit an, verliert der Körper an Gewicht. So einfach ist das. Light macht leichter. Light-Produkte sind zwar fett- und/ oder zuckerreduziert und damit tatsächlich kalorienärmer, oftmals verleiten sie jedoch dazu, mehr von der jeweiligen Speise zu konsumieren – weil sie ja ohnehin light ist. Damit ist ihr Kalorienmalus schnell wieder dahin. Fett macht dick. Ja, es ist richtig, dass Fett mit neun Kilokalorien pro Gramm die höchste Nährstoffdichte hat. Doppelt so viel wie Kohlenhydrate oder Eiweiß. Aber Fett deshalb ganz zu verdammen, wäre falsch. Ganz im Gegenteil – Sie müssen sogar Ihr Fett abbekommen, damit Ihr Körper die wichtigen essenziellen Fettsäuren bekommt. Auf die Fettqualität kommt es aber an. Daher sollten Sie in Ihrer Ernährung die tierischen Fette reduzieren und die pflanzlichen erhöhen. Verwenden Sie gute Öle wie etwa Leinsamen-, Oliven-, Raps-, Walnuss- oder Weizenkeimöl. Mindestens ein Mal pro Woche sollte ein durchaus fetter Fisch wie zum Beispiel Lachs oder Hering auf Ihrem Speiseplan stehen, denn er ist reich an gesunden Omega-3-Fettsäuren. Insgesamt gilt das Prinzip des maßvollen Einsatzes: Pro Tag sollten Sie nicht mehr als 80 Gramm Fett zu sich nehmen. Spätes Abendessen macht dick. Wer abnehmen will, darf nach 17 Uhr nichts mehr essen. Auch diese oft gehörte Behauptung hält einer Überprüfung nicht stand. Ein Abendessen hat nicht mehr Kalorien als ein Mittagessen und wenn Ihre Kalorienbilanz stimmt, nehmen Sie auch nicht zu, wenn Sie spät noch etwas essen. Lediglich zu üppig sollte das Abendmahl nicht ausfallen und es ist ratsam, unmittelbar nach dem Essen nicht gleich zu Bett zu gehen, weil dann die Schlafqualität darunter leiden kann. Welchen Diät-Gerüchten ich noch auf den Grund gegangen bin, verrate ich Ihnen in der nächsten Ausgabe des GENUSS.MAGAZINs.

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Gesund genießen Essen

Text Hademar Bankhofer

Herzlicher Genuss Mit diesen Nahrungsmitteln bleibt unsere Pumpe lange gesund und vital.

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Fotos Shutterstock, Archiv

ast jeder von uns kommt mit einem gesunden Herzen und einem funktionierenden Kreislauf zur Welt. Damit Herz und Kreislauf möglichst lange, im Idealfall sogar ein Leben lang gesund bleiben, kann man einiges tun. Zum Beispiel mit gezielter Ernährung.

An apple a day Im Rahmen einer Studie haben amerikanische Wissenschaftler nachgewiesen, dass bestimmte Früchte (Orangen, Pflaumen, Weintrauben, Ananas), Gemüsesorten (Gurken, Oliven), Gewürze (Dillkraut, Curry) und Schwarztee das Herz kräftigen können. In all diesen Lebensmitteln ist nämlich Salicylsäure enthalten, die sich auch in vielen Schmerzmitteln findet. Salicylsäure hält das Blut flüssig und verhindert, dass sich Blutplättchen verklumpen. Damit ist eine Vorbeugung gegenüber Herzinfarkt geschaffen. Gesund für das Herz ist auch der Apfel, denn er enthält den Ballaststoff Pektin, der einen zu hohen Cholesterinspiegel senken kann. Wie das geht? Pektin fördert den Abtransport von Gallensäure über den Darm. Dadurch ist die Leber gezwungen, neue Gallensäure zu produzieren und dafür verbraucht sie Cholesterin. Dazu sollte man jeden Tag drei bis vier Äpfel verspeisen. Zudem enthält der Apfel reichlich Kalium, ein wahres Herz-Elixier. Auch alle Blattgemüse-Sorten wie Häuptelsalat, Lollo rosso, Lollo bionda, Spinat, Kohl oder Kraut enthalten viel von diesem Mineralstoff. Ebenso wichtig für das Herz ist das Anti-Stress-Mineral Magnesium. Dieses ist vor allem in Naturreis, Vollkornprodukten, Bananen, Mandeln, Kürbiskernen und Walnüssen enthalten, aber auch in jenen Mineral- und Heilwässern, die reichlich Magnesium enthalten.

unser Herz ist das Vitamin E. Dies belegt eine Studie der Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) unter der Leitung von Prof. Dr. Fred Gey der Universität Bern. Vitamin E ist in allen Vollkornprodukten vom Brot bis zu den Teigwaren in beachtlicher Menge enthalten, weiters in Nüssen, Milchprodukten, Olivenund Weizenkeimöl sowie in Weizenkeimen. Das zweite wichtige Vitamin ist die Folsäure. Diese können wir uns aus Brokkoli, Fenchelknollen, Eigelb und aus der Roten Rübe holen aber auch aus Grüngemüse. Achtung, Knoblauch Von den Spurenelementen braucht das Herz vorrangig Jod (Kresse), Eisen (Schnittlauch, Hülsen- und Trockenfrüchte) sowie Selen (Pilze, Meeresfisch, Knoblauch). Apropos Knoblauch – dieser stellt einen ganz besonderen Herzschutz dar. Am Institut für HerzKreislauf-Forschung in Mainz hat man nachgewiesen: Wer jahrzehntelang Knoblauch konsumiert, hat im Alter um sieben bis zehn Jahre jüngere und elastischere Gefäße.

Vitamine für das Herz Neben den Mineralstoffen benötigt unser Herz auch spezielle Vitamine, um gesund zu bleiben. Das Top-Vitamin für

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Essen xxxxxxxxxxxx

GENUSS.lokalbesuch Die Redakteure des GENUSS.MAGAZINs stellen ihre Lieblingslokale vor. Im Zentrum stehen nicht mit Gourmet-Trophäen dekorierte Häuser, es werden weder Sterne noch Hauben, Punkte oder Kochlöffel verliehen – hier spielt der subjektive Genuss die Hauptrolle.

Wien

Best Burger in Town „Best Burger in Town“ – so beschreiben Stammgäste das Angebot des von außen recht unscheinbar wirkenden Lokals in der Wiener City. Aussagen wie diese provozieren mich natürlich geradezu, es auf Herz und Nieren – oder in diesem Fall auf Burger und Wedges – zu testen. Also auf ins Smokey´s! Das Lokal, das Burgerträume erfüllen soll, ist klein, aber nicht beengend, trendig, aber trotzdem gemütlich und die freundliche Bedienung hilft mir bei der Bestellung. Hier einen Burger zu ordern, erweist sich nämlich als gar nicht so leichtes Unterfangen, denn es gilt, unzählige Entscheidungen zu treffen: Welche Größe (Small € 5,90, Medium € 9,50 oder Large € 12,50)? Welches Brot (dunkel oder hell)? Das Fleisch rare, medium oder well-done? Extra Käse, Speck oder Parmesan? Welche Sauce, Relish oder Chutney? Bei der Medium- und Large-Portion gibt es Wedges dazu, Salat wird zu allen drei Größen gereicht. Alternativ stehen noch Chili-, Mushroom- oder Mint-Burger, Salate, Club-Sandwich, Tuna Melt und der fleischlose Veggie-Burger zur Wahl. Ich entscheide mich aber klassisch für einen Smokey´s Burger. Das Brot schmeckt köstlich, das Faschierte – 100 Prozent Bio-Rindfleisch aus Österreich – hat Beef Tatar-Qualität, ist perfekt medium gebraten und wunderbar gewürzt, die Saucen sind nicht nur hausgemacht,

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sie schmecken auch so, die Wedges – ebenfalls home-made – sind außen knusprig, innen schön weich, dazu der knackige, köstlich marinierte Salat. Keine Spur von Fastfood. Zum Abschluss gönne ich mir einen Apple Crumble (€ 4,50). Ob es hier tatsächlich die besten Burger der Stadt gibt, weiß ich nicht, geschmeckt hat es mir auf alle Fälle großartig. Mein Tipp also für alle Burger-Fans und jene, die es noch werden wollen. Übrigens: Seit Februar gibt es eine zweite Dependance des Smokey´s im zweiten Bezirk. Mario Witti

Smokey´s Adresse. 1010 Wien, Walfischgasse 4c Tel.: 01/370 54 39-0, www.smokeys.at …………………………………………………………………………… Öffnungszeiten. Montag bis Mittwoch 11:30 bis 23 Uhr Donnerstag bis Samstag 11:30 bis 24 Uhr …………………………………………………………………………… Team. Inhaber: Daniel Adler


Salzburg

Niederösterreich

Frauenpower am offenen Feuer

Kulinarisches Epizentrum

Theresia Bacher ist ein herzlicher Mensch. Und eine Frau, die gerne kocht und Gäste bewirtet. Das bemerkt man sofort, wenn man ihr Schwaigerlehen betritt. Ebenso wie den herben Duft des Erlenholzfeuers aus der letzten Rauchkuchl Österreichs. Wenn „Tresi“ die große alte Eisenpfanne über das lodernde Feuer hängt, strahlen die Augen der Menschen, die an den beiden Tischen Platz genommen haben. Almbutter schmilzt sanft, um Speck- und Zwiebelwürfel aufzunehmen, frisch gepflückte Schwammerl tauchen darin ein, Petersilie und ein Löffel Rahm kommen dazu und fertig ist eine Götterspeise, verfeinert durch die rauchige Würze des Feuers. Ebenso geht es dem selbsterlegten Hirschfleisch, das mit Almkräutern eine perfekte Verbindung eingeht, der Forelle aus eigener Zucht, den Rauchnudeln, gebackenen Mäusen, den Pinzgauer Kasnocken oder den Blattln. Die Rezepte überlieferten die Frauen aus der Familie, Bacher hat sie weiterentwickelt, ein wenig modernisiert. Der Rest ist alte Tradition in einem wunderbaren 500 Jahre alten Haus. Tresi ist die dritte Frauengeneration, die auf dem Hof das Sagen hat und die Idee, das Haus mit seiner Geschichte und seinen Geschichten den Menschen zu öffnen, hat Erfolg. Mit Herzlichkeit und Können kocht sie nach Vorbestellung für mindestens zehn Gäste – man kann aber immer anrufen und sich dazu schmuggeln (Menüpreis: € 30,–). Ilse Fischer

Die Bucklige Welt ist ein pittoreskes Schlemmer-Paradies, dessen Epizentrum im schönen Kurort Bad Schönau liegt. Die Dichte an Gourmet-Adressen ist hier wahrlich beeindruckend. Eine davon ist das Restaurant im Hotel Weber, wo Petra und Alfred Weber mit Küchenchef Emil Lang und Nachwuchstalent Lukas Spitzer ihre Gäste verwöhnen. Etwa im hübschen Wintergarten, wo man gleich einmal einen Frizzante rosé vom Burgenländischen Blaufränker genießen sollte. Nach dem Gruß aus der Küche in Form einer famosen Wildterrine mit Cumberlandsauce freut sich der Kenner über ein hausgebeiztes Lachsfilet mit marinierten Zucchini (€ 6,90), oder das Gänselebermousse im Pistazienmantel an Madeiragelée mit hausgemachter Brioche (€ 8,50). Der Traum von einem gekochten Wiener Tafelspitz (€ 14,–) zum Hauptgang, der unheimlich mürbe und saftig daherkommt, wird begleitet von Semmel- und Apfelkren, Berner Rösti sowie Schnittlauchsauce. Natürlich führt man auch Speisen vom Edel-Geflügel und das lässt man sich besser nicht entgehen. Von der Ente die Brust, von der Gans die Keule (€ 22,–), saftig-zart das Fleisch, knusprig und fein geröstet die Haut. Schlussendlich darf es noch ein Kastanientörtchen mit Parfait und Schokocreme (€ 7,–) sein, denn ganz ohne Süßes geht ja gar nichts. Insgesamt ein kulinarisches Erlebnis auf Top-Niveau. Gönnen Sie sich das! Stefan Kickinger

Restaurant Hotel Weber Schwaigerlehen Adresse. 5724 Stuhlfelden im Oberpinzgau 14 Tel.: 06562/51 18, www.sbg.at/schwaigerlehen/ …………………………………………………………………………… Öffnungszeiten. Nach Vereinbarung, ab 18 Uhr. …………………………………………………………………………… Team. Inhaberin und Küchenchefin: Theresia Bacher

Adresse. 2853 Bad Schönau, Kurhausstraße 16 Tel.: 02646/84 08, www.hotelweber.at …………………………………………………………………………… Öffnungszeiten. Donnerstag bis Samstag 11:30 bis 14 Uhr und 18 bis 21 Uhr. Sonn- und Feiertag 11:30 bis 14:30 Uhr …………………………………………………………………………… Team. Hotelführung: Petra und Alfred Weber Küchenchef: Emil Lang

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Kärnten

Salzburg

Weißwurst & Maischalan

Hahnkamm in Werfen

Neuerdings trifft man sich beim Bärenwirt nicht mehr nur zur klassischen Bretteljause mit Gailtaler Speck und Almkäse, sondern auch zum Weißwurstessen. Klassisch mit süßem Senf und warmen Brezeln wird die Wurst stilvoll in einer Löwenkopfterrine serviert. Nach einigen Jahren Berufserfahrung in Spanien sowie in der Münchner Gastroszene (Restaurant Seehaus im Englischen Garten und Restaurant Bogenhauser Hof) hat Erich Hofer im November vergangenen Jahres das Traditionshaus übernommen und Geschmack und neue Ideen eingebracht, ohne die Wurzeln des Hauses zu vergessen. So findet man jetzt auf der Speisekarte Maischalan mit Sauerkraut und Bratkartoffeln (€ 8,90), Kalbsrahmbeuschel mit Semmelknödel (€ 9,90), gebackene Blutwurstradl auf warmem Kartoffelsalat, deftige Blunzn vom heimischen Fleischer (€ 6,80) oder geröstete Kärntner Nudeln mit grünem Salat (€ 8,90). Auch beim Süßen bleibt man der Kärntner Küche treu. Es gibt Kärntner Kletzennudeln (€ 6,80) – mit Dörrbirne und Topfen gefüllte Nudeln mit Honig und brauner Butter – oder einen Gailtaler Reindling in Butter gebraten mit Vanilleeis. Im Mittelpunkt steht für Hofer aber die Gastlichkeit: „Der Bärenwirt ist Hermagors letztes, traditionell erhaltenes Gasthaus und hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Stück gepflegte, bodenständige Gasthauskultur zu bewahren.“ Recht so. Andrea Knura

Hahnenkamm in Werfen? Nicht in Kitzbühel? Nein, denn hier geht es nicht ums Skifahren, sondern um einen echten Hahnenkamm. Was früher als Delikatesse galt, ist heute kaum noch auf den Speisekarten zu finden. Die Gebrüder Karl und Rudolf Obauer verarbeiten die Hahnkämme zusammen mit Kutteln, Bergkäse und Gewürzpaprika in einem deftigen Eintopf (€ 19,–). Schmeckt gut, trotzdem ist der Obauerschmaus (€ 55,–) wahrscheinlich massentauglicher: Backerl und Bries mit Maronisauce, reichlich schwarzem Perigord-Trüffel und Schwarten-Knusperstange. Die Attergauer Taube (€ 40,–) wird rosa gegart mit Apfelstrudel und Safranapfelmus serviert – schade, dass an so einem Täubchen nicht mehr dran ist. Satt wird man bei den Obauers trotzdem, dafür sorgt ein wagenradgroßes Käsebrett (€ 12,– bzw. € 18,–), von dem man sich perfekt gereifte Köstlichkeiten empfehlen lassen kann. Es folgen Orangen-Buttermilchmus mit Haselnussparfait (€ 18,–) sowie ein kleiner Naschteller als einer von vielen Grüßen aus der Küche. Die glasweisen Weinempfehlungen des Sommeliers zu den jeweiligen Gängen sind ab vom Mainstream und deshalb umso interessanter. Und wer beim Stichwort Hahnenkamm immer noch zuerst an die legendäre Abfahrt in Kitzbühel denkt, sollte das nächste Mal auf dem Weg dorthin selbst einen Zwischenstopp bei den Obauers einlegen. Barbara Kunze

Bärenwirt Adresse. 9620 Hermagor, Hauptstraße 17 Tel.: 04282/20 52, www.baerenwirt-hermagor.at (Homepage derzeit in Arbeit) …………………………………………………………………………… Öffnungszeiten. Montag bis Samstag, ab 9 Uhr (warme Küche 11:30 bis 14 Uhr und 17:30 bis 21 Uhr) …………………………………………………………………………… Team. Inhaber: Erich Hofer

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Restaurant Obauer Adresse. 5450 Werfen, Markt 46 Tel.: 06468/55 12-0, www.obauer.com …………………………………………………………………………… Öffnungszeiten. Variabel …………………………………………………………………………… Team. Inhaber: Karl und Rudolf Obauer

Fotos Smokeys, MaWi, Schwaigerlehen, Stefan Kickinger, Andrea Knura, Herbert Lehmann

Essen Lokalbesuch


GENUSS.kochkurs

Text Angela Szivatz

Kochkurse boomen. Wir nehmen für Sie das Angebot unter die Lupe und verraten Ihnen, wo Sie mit Freude dazulernen können.

Bollywood-Party Wenn Sie das nächste Mal zu einer Party eingeladen sind und etwas für das Buffet mitbringen sollen, könnten Sie zum Beispiel mit indischem Fingerfood punkten. Artcooking zeigt, wie Sie es authentisch zubereiten. Die „Kochschule der besonderen Art“ wurde 2009 von Erich Bauer gegründet und wird mit viel Liebe geführt. Kochkurse bei Bauer haben kabarettistischen Charakter, aber der Star unseres heutigen Abends ist die indische Native-Cook Sangitha Nebel. Bei unserer Ankunft empfangen uns bereits himmlischer Curryduft, köstliche Häppchen und eine Auswahl an Getränken. Sangitha wird mit uns legere Kleinigkeiten aus Nordindien zubereiten, ideal für Überraschungsbesucher, für die indische Nachmittagsjause oder eben als Buffetmitbringsel. Konkret lesen sich die kleinen Häppchen so: Blätterteigschnecken, Samosas (gefüllte Teigtaschen mit Kartoffeln und Erbsen), Chicken Tikka (in Joghurt und Masala mariniertes Huhn), Kofte (würzig gebratene Lammbällchen) mit Minze-Chutney, gemischte Pakoras (Gemüse und Shrimps im Kichererbsenmantel), Alu Palak Tikka (Kartoffel-Spinat-Laibchen), Puri (Vollkorn-Fladenbrot), Chole (gebratene Kichererbsen in Gewürzpaste mit roten Zwiebeln und Koriander) und Machli Tikka (Fischlaibchen mit Couscous) mit Dahimasala (erfrischender Joghurt-Dip). Und weil natürlich auch Süßspeisen in Indien nicht zu kurz kommen dürfen, rundet eine Mango-Creme mit Safran und Kardamom unser Menü ab.

Bevor es an das praktische Arbeiten geht, gewährt Sangitha Einblicke in die indische (Ess-)Kultur. So erfahren wir zum Beispiel, dass man in Nordindien ganz anders isst als im Süden, dass kühlendes Joghurt ein wichtiger Ausgleich zur würzigen Küche Indiens ist, sie erzählt von typischen Hochzeits- und Geburtsbräuchen ihres Landes und dass gute indische Köche zweimal jährlich zum Gewürzgroßeinkauf fahren. Dazu gleich ein Tipp: Generell werden Gewürze frisch gemahlen, damit sie sich optimal entfalten können. Für salzige Speisen werden die Gewürze kurz in der Pfanne angeröstet, oft in ein paar Tropfen Öl, um die ätherischen Öle zu binden. Gewürze für Süßspeisen werden im Mörser hingegen mit einer Prise Zucker zerkleinert. Anschließend erklärt Sangitha noch die einzelnen Arbeitsschritte. Das ist auch schon der einzige Wermutstropfen des Tages: Die Erklärungen sind etwas zu lang, das ließe sich auch en passant ganz gut unterbringen. Aber nun geht es los. An zehn Kochstellen – optimal aufgeteilt, sodass wir einander nicht im Weg stehen und uns trotzdem gut über die Schulter schauen können – bereiten wir all die Köstlichkeiten zu. Die Lust wächst, uns danach an die schön gedeckte Tafel zu setzen und die gemeinsam hergestellten Speisen zu genießen. Die Atmosphäre bei Artcooking ist locker und die Vielfalt des Kursangebots kann sich wirklich sehen lassen – kein Wunder also, dass es einige „Wiederholungstäter“ unter uns gegeben hat. Authentisch. Die indische Native-Cook Sangitha kocht Fingerfood.

Foto Angela Szivatz Illustration iStockPhoto

Artcooking Adresse. 1140 Wien, Zehetnergasse 13 Tel.: 0664/847 12 66, www.artcooking.at …………………………………………………………………………… Kurse.  5.3.: Sweet Chocolate 23.3.: Steak-Variationen 30.3.: Fish & Steak 2.4.: Petite Fours 10.4.: Olivenöl-Seminar 12.4.: Das Schweigen der Lämmer …………………………………………………………………………… Preis. € 130,– bis € 150,– pro Person

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Trinken GENUSS.stücke

Trinken

„Die erste Pflicht der Musensöhne ist, dass man sich ans Bier gewöhne.“ – Wilhelm Busch, deutscher Dichter –

Flasche öffne Dich Warum verbringen eigentlich so viele Designer viel Zeit damit, flippige Produkte zu entwerfen, die mit Getränken zu tun haben? Während Sie darüber nachdenken, schauen Sie sich einmal diesen neuen Flaschenöffner an, den Sie ganz leicht an Ihre Kühlschranktür kleben können. So lässt er sich genau dort befestigen, wo Sie ihn haben wollen, damit Sie ganz lässig einhändig eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank nehmen und mit einem geschickten leichten Ruck des Handgelenks den Deckel abmachen können. € 19,95, www.sowaswillichauch.at

(W)Eingepackt Wahrscheinlich das beste Geschenk für Weinliebhaber, das es je gegeben hat. Egal, ob Sie eine Flasche zu einer Essens-Einladung mitbringen oder zu einem feierlichen Anlass verschenken – dieses knifflige Geduldsspiel ist sicher die originellste Variante, sie zu übergeben. Die Flasche kann in der cleveren Holzkonstruktion eingeschlossen werden, sodass der Beschenkte erst handfertige Geschicklichkeit an den Tag legen muss, um sie da wieder rauszubekommen. Dieses Ding sorgt für knisternde Spannung auf jeder Party und kann natürlich immer wieder verwendet werden. € 22,95, www.sowaswillichauch.at

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Klasse Tasse We proudly present: Die möglicherweise coolste derzeit erhältliche Camping- und OutdoorTasse. Die Karabiner-Tasse ist super kompakt und quasi unzerstörbar. Viel zu schade, um sie nur auf dem Campingplatz oder beim Klettern zu verwenden. Die Tasse aus poliertem Stahl hält Ihr Getränk dank der doppelwandigen Isolation wahlweise kalt oder warm. Der Karabiner ist voll funktionstüchtig, sodass die Tasse platzsparend an den Rucksack oder Gürtel geklippt werden kann, wenn Sie unterwegs sind. Praktisch, stabil, leicht und super chic – was will man von einer Tasse mehr erwarten? € 12,95, www.sowaswillichauch.at


Fotos Design 3000, www.sowaswillichauch.at, Carpe Diem, Shutterstock, Senseo

Senseo Kaffeemomente Mit dem Partner bei einem gemeinsamen Kaffee genüsslich in den Tag starten – Verliebte verlassen ohne ihr Kaffee-Ritual nicht das Haus. Mit Senseo bleibt viel Zeit zum Genießen: Schnell und unkompliziert bereitet das Senseo Kaffeepadsystem mit den Kaffeepads von Douwe Egberts köstlichen Kaffeegenuss auf Knopfdruck. So ist köstlicher Kaffee in bester Qualität schnell zubereitet, der zu jeder Tageszeit passt. Der „Guten Morgen“-Frühstückskaffee sorgt für einen guten Start in den Tag, mit den Varianten „Klassisch“, „Mild“ und „Kräftig“ fällt die Arbeit leichter und mit „TYPCappuccino“ und „TYPCafé Choco“ versüßen wir uns den Nachmittag. www.senseo.at

Aufregende Entspannung Wer behauptet, Tee trinken habe keine Erotik? „Corsage“, die Teekanne mit der superschlanken Taille, wird Skeptiker garantiert vom Gegenteil überzeugen. Mit ihrem ungewöhnlichen Erscheinungsbild bereichert sie jede Teerunde und macht zweifellos eine Top-Figur auf Ihrem Tisch. Die kühle weiße Porzellankanne wird am schlanken Karaffenhals von einem schwarzen geschnürten Silikongewand ummantelt, das dank seiner Hitzebeständigkeit gleichzeitig als Griff-Ersatz dient und problemloses Tee-Ausschenken ermöglicht. Der lange schmale Tee-Einsatz aus Edelstahl verleiht dem außergewöhnlichen Design den letzten Schliff und ist zum Herausnehmen fast zu schade. Selten kamen sich Aufregendes und Entspannendes so nah. € 49,90, www.design-3000.de

Mit Genuss fasten Noch befinden wir uns mitten im Faschingstrubel. Doch bald steht sie wieder an, die Fastenzeit. Macht Ihnen allein der Gedanken daran schlechte Laune? Denken Sie dabei an langweilige Kräutertees oder literweise abgekochtes Wasser? Dabei muss das gar nicht sein. In Carpe Diem Kombucha finden Sie einen genussvollen Begleiter durch die Fastenzeit. In Schauspielerin Elke Winkens hat das Getränk auf alle Fälle schon einen Anhänger gefunden: „Einmal im Jahr will ich meinem Körper etwas Gutes tun und ganz bewusst zum Beispiel auf Alkohol verzichten.“ Ihr Ziel: Zur Ruhe kommen und intensiv auf den eigenen Körper hören. „In dieser Zeit möchte ich aber trotzdem nicht ganz auf Genuss verzichten“, gibt Winkens zu, „mit Carpe Diem Kombucha kann ich beides: Fasten und mir gleichzeitig etwas Gutes tun.“ € 2,89 (750 ml), www.carpediem.com

Echt rührend, diese Tasse Wow, diese Tasse überschlägt sich quasi mit Features. Nicht nur, dass sie Getränke für uns bereit hält, nein, sie hält sie auch noch lange warm und rührt für uns um. Die selbstrührende Tasse sorgt dafür, dass wir unser aller Kindheitstrauma – Kakao mit Klumpen und Milchhaut – nie wieder zu Gesicht bekommen. Auf Knopfdruck wirft der integrierte Propeller seine Blätter an und wirbelt die Zutaten in diesem Becher erst einmal ordentlich durcheinander. Echt rührend, oder? € 19,95, www.sowaswillichauch.at

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Trinken Whisky

Wasser des Lebens Warum Whisk(e)y manchmal mit und manchmal ohne e geschrieben wird, welche Rolle Hefe in der Herstellung spielt und wie man die nobelste Spirituose der Welt am besten genießt. Eine Einstimmung auf die Wiener Whiskymesse im März.

König der Destillate. Um kein anderes alkoholisches Getränk ranken sich mehr Legenden und Mythen als um den Whisky. Das hat seinen Grund.

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Text Angelika Kraft

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arum gilt Whisky als ungekrönter König unter den Destillaten? Warum ranken sich um ihn mehr Mythen und Legenden als um jedes andere Getränk? Und das obwohl Whisky streng wissenschaftlich betrachtet nichts anderes ist als ein Getreideschnaps. An dieser Stelle ringen wahre Whiskyfans wahrscheinlich bereits nach Luft. Denn für sie ist Whisky aufgrund seiner unglaublichen Auswahl und der breiten Geschmacksvielfalt das Wundervollste auf Erden. Auf dieser und den nächsten Seiten folgt ein Versuch, in die umfangreiche Welt des Whiskys einzutauchen, ein wenig von dem Spirit zu vermitteln – und Ihnen Gusto zu machen, der bevorstehenden Whiskymesse in Wien einen Besuch abzustatten. Mit oder ohne – das ist hier die Frage Starten wir einmal bei der Frage aller Fragen, die meist gleich zu Beginn auftaucht, wenn über Whisky philosophiert wird: Whisky oder Whiskey? Machen wir´s kurz: Whisky ohne e ist die schottische und kanadische Schreibweise, Whiskey mit e die der Iren und Amerikaner. Recht unspektakulär, oder? Viel spannender ist da schon die Erfolgsgeschichte des hochprozentigen Getränks. Wann und wo genau der Whisky erfunden wurde, ist nicht sicher. Die Schotten, die Iren und die Waliser – alle erheben den Anspruch, als erster das aus Getreide hergestellte alkoholische Getränk produziert zu haben. Als ziemlich gesichert gilt, dass der Whisky seine Karriere in der Klosterapotheke begann. Allerdings nicht als Getränk, sondern als Medizin. Übersetzt bedeutet Whisky immerhin „Wasser des Lebens“ (aus dem Gälischen „uisce beatha“). Die Mönche brachten die Destillierkunst nach Wales, Irland und Schottland, von wo aus der edle Getreidebrand seinen Siegeszug um die ganze Welt antrat. Wer auch immer der Erste war, der älteste schriftliche Beweis stammt jedenfalls aus Schottland. Hier existiert ein Dokument der Finanzbehörde aus dem Jahre 1494, in dem geschrieben steht, dass acht Zentner Getreide für die Zubereitung von „uisce beatha“ geliefert wurden. Seither hat sich in Schottland viel getan auf dem Whiskymarkt. Das Land gilt als die Whiskyhochburg schlechthin, gefolgt von Irland, den USA und nicht zu vergessen die neue aufstrebende Whiskynation Japan. Sie sehen aber: Schon bei der Geburtsstunde des Whiskys gehen Legende und Wirklichkeit nahtlos ineinander über. Wie Whisky entsteht Bevor wir zu den Sorten des Whiskys kommen, machen wir noch einen kurzen Exkurs in die Herstellung. Ausgangsprodukt ist immer Getreide, aus dem man durch Gärung eine

Art Bier herstellt, das anschließend destilliert wird: Gerste für Malt-Whisky, Mais für Corn-Whisky, Roggen für RyeWhisky und Weizen für Wheat-Whisky. Im Folgenden sei der Produktionsprozess eines Malt-Whiskys beschrieben: Das Mälzen: Beim Mälzen wird die Gerste etwa 36 Stunden in kaltes Wasser gelegt und danach auf den Mälzböden ausgebreitet. Hier beginnen die Getreidekörner zu keimen und die im Getreidekorn vorhandene Stärke wird zu einem großen Teil in Zucker umgewandelt. Aus diesem wird bei der späteren Gärung Alkohol entstehen. Anschließend wird die gekeimte Gerste zum Trocknen auf einen von unten beheizten Darrboden ausgelegt. In Schottland wird dem Brennstoff Torf zugesetzt und der entstehende Rauch kommt mit den Gerstenkörnern in Kontakt. Dadurch entsteht der für schottische Whiskys so typische Rauch- und Torfgeschmack. Damit ist das Mälzen abgeschlossen. Doch nur wenige Destillerien führen diesen Produktionsschritt noch selber durch, sondern beziehen bereits fertiges Malz von großen Mälzereien. Das Maischen: Das Malz kommt nun in eine große Mühle, wo es fein gemahlen wird. Anschließend wird der so genannte „grist“ in der Maischmaschine mit heißem Wasser vermischt, um möglichst viel Stärke herauszuwaschen. Die so entstandene zuckerreiche Flüssigkeit wird nun für den nächsten Produktionsschritt abgekühlt. Die zurückbleibenden Getreidereste werden meist zu Tierfutter verarbeitet. Das Gären: Die süße, vor allem aus Stärke bestehende Flüssigkeit befindet sich nun in großen Gärbottichen aus Lärchen- oder Kiefernholz. Nun wird eine genau berechnete Menge Hefe zugesetzt. Rasch beginnen sich die Hefezellen zu vermehren, verbrauchen den Zucker und wandeln ihn in Kohlendioxid und Alkohol um. Die Maische beginnt stark zu brodeln und zu schäumen. Die Gärung dauert maximal 60 Stunden. Danach steht die Flüssigkeit („wash“), die nun bereits zwischen sechs und acht Prozent Alkohol enthält zur Destillation bereit. Das Destillieren: Die Destillation erfolgt entweder im traditionellen Potstill-Verfahren oder im kontinuierlichen Verfahren. Das Grundprinzip: Der in der Flüssigkeit enthaltene Alkohol wird erhitzt, der entstehende Dampf kondensiert im oberen Teil der Brennblase (Potstill), fließt über eine Leitung in den Kondensator und wird abgekühlt im Spirit-Receiver gesammelt. Zur Herstellung von MaltWhisky sind mindestens zwei Brennvorgänge nötig. Das reine Destillat ist nun klar und feurig mit etwa 68 bis 74 Volumsprozent Alkohol. Mit Wasser wird er auf 63,5 Volumsprozent Alkohol verdünnt, bevor er in Eichenfässer ab gefüllt wird.

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Trinken Whisky

„Wenn mich jemand fragt, ob ich Wasser zu meinem Whisky möchte, antworte ich, dass ich durstig bin und nicht schmutzig.“ – Joe E. Lewis, amerikanischer Schauspieler –

Reifen: Der letzte, aber auch einer der wichtigsten Schritte der Whiskyproduktion besteht in der Reifung im Eichenfass. Während der vielen Jahre der Reifung nimmt der Whisky Gerbstoffe aus dem Eichenholz des Fasses auf. Zudem verdunstet durch die Poren im Holz ein Teil des Whiskys. Bis zu zwei Prozent pro Jahr gehen so verloren – man nennt diesen Verlust auch „angel´s share“, also der Anteil der Engel. Vorgeschrieben ist eine Lagerung von mindestens drei Jahren, die meisten Whiskys lagern aber bedeutend länger, bis zu 50 Jahre. Es gilt: Je länger die Reife, umso ausgewogener der Geschmack. Bevor der Whisky letztlich in Flaschen abgefüllt wird, wird er auf die übliche Trinkstärke von 40 bis 46 Prozent Alkoholgehalt verdünnt.

Das

Blended oder nicht? Da es für Anfänger gar nicht so einfach ist, sich in der Welt der Whiskys zurecht zu finden, hier eine kleine Hilfe: Grundsätzlich teilt man Whiskys in die zwei Gruppen unblended (ungemischte) und blended (gemischte) Whiskys. Unblended Whiskys sind artenreine Whiskys, beinhalten also als Grundprodukt nur eine Art von Getreide. Auch das Mischen mit Whiskys aus anderen Getreidearten ist nicht gestattet, das Vermengen mit Whiskys aus der gleichen Ge-

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treidesorte hingegen schon. Zum Destillieren kommen die zwei Verfahren Potstill- und Coffey- oder Continuous-stillVerfahren. • Single-Malt-Whisky ist ein aus Gerste hergestellter Whisky, der nur aus einer einzigen Destillerie, dafür aber aus verschiedenen Fässern, stammen darf. Das Alter der Whiskys kann variieren, der Jüngste bestimmt das Alter auf dem Etikett. In Schottland gibt es etwa noch 85 Distilleries, die Single Malt-Whiskys herstellen. In einigen, zum Teil bereits geschlossenen Brennereien (Lost Distilleries) liegen noch größere Mengen an oft einzigartigen Malts auf Lager. Eine Untergruppe der Single-Malt-Whiskys stellt der SingleCask-Single-Malt-Whisky dar. Dieser wird nur aus einem einzigen Fass abgefüllt. • Single-Grain-Whisky besteht ebenfalls nur aus einer Sorte Getreide, dies kann Mais oder Weizen sein – je nachdem, welches Getreide auf dem Markt gerade am billigsten zu haben ist. Um die Herstellungskosten gering zu halten, wird meist auch das günstigere kontinuierliche Produktionsverfahren eingesetzt. • Seltene unblended Whiskys: Neben Malt- und GrainWhisky können auch andere Getreidearten artenrein zu Whisky verarbeitet werden. So zum Beispiel Mais für Single-Corn-Whiskys, Roggen für Single-Rye-Whiskys


oder Weizen für Single-Wheat-Whiskys. Auch sie dürfen keine Anteile anderer Getreidearten enthalten und auch nur aus einer Destillerie stammen. Diese Experimental-Whiskys werden meist in Potstills hergestellt. Blended Whiskys werden – wie es der Name verspricht – geblendet, also gemischt. Sie machen etwa 90 Prozent des weltweit verkauften Whiskys aus und bestehen aus einem Verschnitt verschiedener Whiskysorten. Grundlage ist meist ein Grain-Whisky, dem verschiedene Malt-Whiskys beigemischt werden. Die Kunst des so genannten „Blendmasters“ ist es, aus bis zu 100 verschiedenen Sorten stets Whiskys gleicher Qualität zu mischen. • Blended-Malt-Whisky besteht aus reinen Malt-Whiskys von zwei oder mehr Destillerien. Durch diese Mischung können spezielle Geschmacksvarianten erzielt werden. • Blended-Grain-Whisky besteht aus Grain-Whiskys von mindestens zwei Destillerien. Blended-Grain-Whiskys kommen eher selten vor, da Grain-Whiskys meist in der kontinuierlichen Destillation hergestellt werden und aufgrund des so erzielten hohen Alkoholgehalts wenig Geschmacksunterschiede aufweisen. • Blended-Whisky werden aus Malt-Whiskys von verschiedenen Destillerien mit Grain-Whiskys ebenfalls aus verschiedenen Destillerien gemischt. In einem üblichen Blend können Whiskys aus 20 und mehr verschiedenen Destillerien enthalten sein. Wiener Whiskymesse Immer größer wird der Kreis jener, die das Sammeln und Degustieren von unterschiedlichen Whiskys zu schätzen gelernt haben. Unterschiedliche Jahrgänge, Lagerzeiten und Fassarten stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses. Wo, warum, mit wem und wie man seinen Whisky genießt, ist natürlich jedem selbst überlassen. Die wichtigste Grundregel aber – da sind sich Whiskytrinker einig – ist, sich Zeit zu nehmen. Es soll gemütlich sein und Spaß machen. Daneben spielen Atmosphäre, Licht, das richtige Trinkglas, die optimale Trinktemperatur und in diesem Zusammenhang auch die eventuelle Beigabe von Eiswürfeln oder Wasser eine große Rolle. Um jenen Interessenten eine Plattform zu bieten, findet heuer bereits zum fünften Mal die „Wiener Whiskymesse“ statt. An diesen zwei Tagen dreht sich im Arcotel Wimberger alles um den „König der Spirituosen“, dem schottischen, irischen, kanadischen oder japanischen Lebenswasser aus dem Genießerträume sind. Heuer werden zum ersten Mal auch einige Whiskyproduzenten aus Österreich vertreten sein. Nützen Sie diese Möglichkeit, um auf einfache Art und Weise Neues zu entdecken, Vielfalt und Nuancen zu erkennen und lieben zu lernen. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen: Slainte Mhath! Auf gute Gesundheit!

Eintrittskarten zu gewinnen

Das GENUSS.MAGAZIN verlost unter seinen Lesern drei Mal zwei Eintrittskarten zur „Wiener Whiskymesse“. Schreiben Sie an das GENUSS.MAGAZIN, Kennwort: „Whisky“, Sturzgasse 1a, 1140 Wien. Oder eine Email an b.schmidt@agrarverlag.at. Wiener Whiskymesse 26. bis 27.3., ab 14 Uhr 1070 Wien, Arcotel Wimberger Tel.: 0699/100 53 142, www.whiskymesse.com

Gewinnspiel

Buch-Tipps „Whisky – die Enzyklopädie“ Peter Hofmann, 650 Seiten, ISBN: 3-038-00421-9, AT-Verlag, € 84,– „Malt Whisky“ Michael Jackson, 448 Seiten, ISBN: 3-899-10234-7, Collection Rolf Heyne, € 28,80 „Kultbuch Malt Whisky“ F Fabian Pfister, 114 Seiten, I ISBN: 3-898-36945-5, K Komet-Verlag, € 9,95 „Malt Whisky“ C Charles Mac Lean, 176 Seiten, I ISBN: 3-899-10184-7, C Collection Rolf Heyne, € 36,–

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Trinken Whisky

Rezepte

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Whisky-Pralinen

Orangenmarmelade mit Whisky

Zutaten. (für 30 Stück) 50 ml Schlagobers 250 g Vollmilch-Kuvertüre (gehackt) 35 ml Whisky 250 g Zartbitter-Kuvertüre (gehackt) Schokoladeraspeln

Zutaten. (für 4 Gläser à 250 g) Schale (gerieben) und Fruchtfleisch (fein gehackt) von 3 Orangen 125 ml Zitronensaft 750 kg Gelierzucker 1:1 60 ml Whisky

Zubereitung. Das Obers aufkochen und über die gehackte Vollmilch-Kuvertüre gießen. Diese unter Rühren schmelzen. Den Whisky einrühren und die Masse für eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Dann mit einem Teelöffel Portionen abnehmen und mit den Händen zu Kugeln formen. Die dunkle Kuvertüre im Wasserbad schmelzen. Die Kugeln mit Hilfe einer Pralinengabel durch die Kuvertüre ziehen und in Schokoraspeln wälzen. Auf einem Kuchengitter fest werden lassen. Die Pralinen bis zum Verzehr kühl aufbewahren.

Zubereitung. Die Orangenschale und das Fruchtfleisch in einen Topf geben, mit einem halben Liter Wasser aufgießen und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag das Wasser mit den Orangenstücken aufkochen, vom Herd nehmen, eventuell mit dem Pürierstab pürieren, Zitronensaft und Zucker unterrühren und wieder zum Kochen bringen. Vier Minuten sprudelnd kochen lassen, vom Herd nehmen und den Whisky einrühren. In saubere Gläser füllen und gut verschließen.

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Text Rudolf Hundsbichler (Claymore Whisky-Club)

Kolumnen Trinken

Text Mario Prinz (Potstill)

Fotos Glencairn, Dreamstime, iStockPhoto, AT-Verlag, Collection Rolf Heyne, Komet-Verlag, Potstill, Tiroler Claymore Whisky-Club

WhiskyVirus Wie so oft im Leben führte der Zufall – oder das Schicksal – Regie. Im Jahr 2003 besuchte ich mit ein paar Freunden die Whiskymesse in Steyr und wurde sofort vom Whisky-Virus befallen. Diese Krankheit ist zum Glück noch immer nicht geheilt. Um in Tirol neben dem Obstler auch den Whisky im Schnapskastl heimisch werden zu lassen, brauchte es eine geeignete Bezugsquelle für Whisky. Ich hatte das Glück, mit Mario Prinz (Potstill) den wirklichen Fachmann für Whisky in Österreich zu treffen. Mit seiner Unterstützung machte ich mich auf den Weg, Whisky in Tirol durch Verkostungen, Ausstellungen und Schulungen in der Gastronomie bekannter zu machen. Der Höhepunkt dieser Zusammenarbeit war für mich bei der Wiener Whiskymesse 2007 die Auszeichnung zum „Approved Whisky Supplier of Austria“. Ich gründete den Claymore Whisky-Club, der neben Whisky-Verkostungen auch die Tiroler Highland Games 2007 startete und neben Mario Prinz auch den Britischen Botschafter als Ehrengast begrüßen durfte. Diese Highland Games sind nicht nur ein Fest für alle Whiskyfreunde, sondern unterstützen damit auch Menschen, die es nicht so gut erwischt haben. Bei allen Aktivitäten des Claymore Whisky-Clubs gilt der Spruch „Es gibt keine Fremden, nur Freunde, die man noch nicht kennt“.

Ich bin nicht geheilt – Gott sei Dank.

Gesamtkunstwerk In den vergangenen Jahren entwickelten sich zwei grundverschiedene Ansätze im Konsumverhalten der österreichischen Bevölkerung. Flächendeckend erhältliche, standardisierte und preisgünstige Produkte stehen hochwertigen und individuellen Spezialitäten gegenüber. Gerade der zweite Bereich zeichnet sich durch Spitzenqualität und einen entsprechenden Genussfaktor aus. Whiskys – dabei in erster Linie schottische Single Malts als Königsklasse unter den Whiskys – haben natürlich ihren fixen Platz in diesem anspruchsvollen Segment. Geschmackliche Vielfalt, handwerkliches Können, beste Grundprodukte, aber auch Image und Verpackung bieten Freiraum für eine unendliche Variation an Assoziationen. All diese Aspekte vereinen sich dabei zu einem wahren Gesamtkunstwerk. Whisky gibt es in unterschiedlichen Preislagen und für alle nur möglichen Gelegenheiten. Blends oder Bourbons – oft als einfache Drinks an der Bar oder als Basis für Mixgetränke – haben dabei ebenso ihre Berechtigung wie hochwertige und teure alte Single Malts, die als entsprechende Geschenke für Jubiläen, runde Geburtstage oder Festlichkeiten dienen. Regionalität, Authentizität, Qualitätsansprüche und Individualität finden sich in allen Whiskys der Welt. Somit ist diese EdelSpirituose fester Bestandteil eines kultivierten und an hochwertigem Genuss orientierten Lebensstils. Die Wiener Whiskymesse hat seit nunmehr zehn Jahren diesem Umstand von Anfang an Rechnung getragen und ermöglicht den Besuchern einen umfassenden Einblick in die faszinierende Welt der Whiskys. Zahlreiche internationale und nationale Experten, Produzenten und Importeure stehen den Besuchern der 5. Wiener Whiskymesse mit ihrem Wissen zur Verfügung und garantieren ein erlebnisreiches und informatives Wochenende im Arcotel Wimberger.

Regionalität, Authentizität und Individualität.

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Trinken Whisky

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Adelphi Distillery Von 1826 bis 1906 eine große Brennerei in Glasgow, ist Adelphi heute eine der berühmtesten unabhängigen Abfüllbetrieben des seltenen Malt Whiskys in Schottland. In Zusammenarbeit mit Whisky-Guru Charles MacLean bietet Adelphi eine Auswahl an Whiskys von zahlreichen Brennereien. Dabei steht natürlich vor allem die Auswahl des feinsten Whiskys im Vordergrund. Der Verzicht auf Färbung

oder kühles Filtrieren ermöglicht den wahren und unverfälschten Whisky-Geschmack. Aber auch auf das Flaschen-Design wird größten Wert gelegt. Das minimalistische Etikett, die Broschüre und das Verpackungsdesign wurden bereits in England und in Amerika mit Preisen ausgezeichnet. Besuchen Sie Adelphi auf der Whisky-Messe Wien. www.adelphidistillery.com

Ballantine`s Finest Stand 18/19

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Ballantine`s Finest ist ein komplexer und eleganter Blended Scotch Whisky. Sein Geschmack und seine Komplexität verdankt er 50 verschiedenen Single Malt Whiskys und vier Single Grain Whiskys. Keiner dieser schottischen Whiskysorten dominiert, wodurch Ballantine`s seine besondere Ausgewogenheit erhält. Jedes Jahr werden dafür Whiskys verschiedener Jahrgänge und Destillerien aufeinander abgestimmt, um die gleiche unverkennbare Geschmacksnote zu erhalten. Die sorgfältige Auswahl und das richtige Blending verleihen der Marke bis heute ihren einzigartigen Charakter, den Whisky-Liebhaber für den Genuss so sehr schätzen. Seine Merkmale: Ein tiefer Duft mit Hinweisen nach Gewürzen und

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ein gut ausbalancierter Geschmack mit einem blumigen Finish. Die charakteristischen Aromen der Malts Miltonduff und Glenburgie verleihen ihm seine Nuancen von Schokolade, rotem Apfel und Vanille. Insgesamt zeichnet sich Ballantine‘s Finest durch ein ausgereiftes Aroma und einem feinen und reifen Geschmack aus. Die Möglichkeiten, ihn zu trinken sind enorm. Ob pur, auf Eis, im Longdrink – er schmeckt immer. Ballantine’s Finest sollte in jeder Bar zu finden sein. Er wird in über 160 Länder exportiert und gehört zu den größten Scotch-Marken der Welt. Weitere Informationen finden Sie unter: www.pernod-ricard-austria.com Genießen Sie unsere Marke verantwortungsvoll: www.verantwortungsvoll.at


Promotion

Ardbeg Von Kennern als außergewöhnlicher, authentischer und eigentümlicher Whisky verehrt, nimmt Ardbeg eine herausragende Stellung innerhalb der Islay Whiskys ein. Er ist nicht nur der wahrscheinlich am stärksten getorfte Single Malt Whisky der Welt, auch perfekte Balance, Komplexität und Tiefgründigkeit zeichnen diesen einzigartigen Single Malt aus. Der Whisky-Name „Ardbeg“ ist verbürgt seit 1815, als die MacDougall Farmerfamilie die Destillerie errichtete. Lange kämpfte die Ardbeg-Destillerie um ihr Überleben, und erst 1997 konnte ein drohendes Ende der kleinsten der sieben Islay-Destillen endgültig abgewendet werden.

Im Februar 1997 wurde die Ardbeg Destillerie an „The Glenmorangie Company“ verkauft. Seit 2005 gehört Glenmorangie und somit auch Ardbeg zum weltweit größten Luxuskonzern LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton. Seit 2000 besteht das „Ardbeg-Committee“, um sicherzustellen, dass sich die Tore von Ardbeg nie wieder schließen. Geprägt von Liebe und Leidenschaft setzen sich die Mitglieder für die Pflege des kostbaren, kulturellen Erbes ein, das vor allem natürlich aus einem besteht: Dem Wissen um die Art und Weise, wie einer der eigentümlichsten Whiskys der Welt destilliert wird. Denn kein anderer Whisky präsentiert sich mit den unnachahmlichen Eigenschaften der ausbalancierten Torfnote, der verhaltenen Süße fein gemälzter Gerste und der Weichheit des reinen Wassers aus eigener Quelle wie Ardbeg. www.ardbeg.com

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tungen und Strukturen, welche ihre wundervolle und verführerische Komplexität offenbaren. Des Weiteren gilt Glenmorangie als wahrer Pionier im „Extra maturing“, dem Nachreifen der Whiskys in handverlesenen Fässern, in denen vorher bereits Sherry-, Portoder Sauternesweine lagerten. www.glenmorangie.com

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Glenmorangie Die Heimat von Glenmorangie ist Tain, Ross-shire, im Nordosten von Schottland. Dies ist das Land der Picts – der so genannten „painted people“ –, die lange vor uns über diese friedlichen Hügel und Täler wachten und die goldenen Gerstenfelder kultivierten. Ihre Geschichte haben die Picts in den Cadboll Stone – mittlerweile das Markenzeichen von Glenmorangie – eingraviert: Eine Prinzessin auf der Jagd, wertvolle Schätze und ein wunderbares Kaleidoskop von Spiralen, welches als Signet für Glenmorangie übernommen wurde. Es symbolisiert auf perfekte Art und Weise das unendliche Kaleidoskop der Aromen und Geschmacksnuancen, die in jeder einzelnen Flasche Glenmorangie auf ihre Entdeckung warten. Die hohe Kunstfertigkeit der Picts lebt heutzutage in den Männern weiter, die diesen einzigartigen Whisky herstellen: Den „Sixteen Men of Tain“. Diese Dynastie von legendären Meistern des Whiskyhandwerks hat sich der Weitergabe von Tradition und Wissen von einer Generation zur nächsten verschrieben. Destilliert in den höchsten Brennblasen und gereift in den besten Eichenholzfässern, die nur zwei Mal verwendet werden, ist Glenmorangie einer der köstlichsten und vielschichtigsten Malt Whiskys der Welt und wird von Einsteigern wie Kennern gleichermaßen verehrt. Glenmorangie steht für vielschichtige Aromen, Geschmacksrich-

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EXKLUSIVER VERTRIEBSPARTNER ÖSTERREICH

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Promotion

Stand 22

Benromach Distillery Am Rande der alten Marktstadt Forres in Speyside, befindet sich Schottlands best gehütetes Geheimnis: Die Benromach Distillery. In dieser kleinen, fast verloren Brennerei entsteht ein Single Malt mit ausgeprägtem Charakter, Exklusivität und Raffinesse. Gegründet 1898 erlebte die Brennerei in den darauf folgenden Jahrzehnten einige Schließungen und Veränderungen der Eigentumsverhältnisse, bis sie schließlich von Malt Whisky-Spezialist Gordon & Mac Phail im Jahre 1993 gerettet wurde. Nach umfassenden Renovierungsmaßnahmen wurde Benromach 1998 feierlich durch den

Prinzen von Wales wieder eröffnet. Zwei erfahrene Brenner erzeugen mit feinster schottischer Gerste und reinstem Quellwasser aus dem nahegelegenen Romach Hills köstlichsten Whisky. Sie sorgen persönlich dafür, dass nur höchste Qualität in die Eichenfässer kommt, die dann in der Benromach Distillery für viele Jahre zu bestem Whisky heran reift. Mindestens zehn Jahre dauert es, bis der Whisky seine typisch goldene Farbe und seine zwart-würzigen Aromen nach Frucht und Schokolade ausbildet. www.benromach.com

Douglas Laing 2009 feierte das familiengeführte Unternehmen Douglas Laing & Co Ltd ihren 60. Jahrestag. Seit der Gründung durch Fred Douglas Laing agiert das Unternehmen sowohl als Blender als auch als Abfüller und vertreibt zudem seine eigenen Marken „King of Scots“, „JPS – John Player Special“ und „Douglas“. Um diese Marken zu schützen, wurde im Laufe der Jahre ein gutes Netzwerk an Destillateuren aus ganz Schottland aufgestellt. So konnte sich Douglas Laing auf ältere blended Scotch Whiskies spezialisieren Bottlings von einer Auswahl an Old Malt Cask werden ohne kühles Filtrieren gefüllt und erhalten regelmäßig hohe Auszeichnungen. Ebenso die „Non plus ultra“-Abfüllungen, welche das Unternehmen unter der Marke „Old & rare“ anbietet. Die neueste Auszeichnung stammt von Jim Murray für den Islay Malt „Big Peat“. Big Peat wurde im Sommer 2009 gelauncht und von Whisky-Freunden enthusiastisch begrüßt. Murray argumentiert die Auszeichnung so: „Dieser Whisky besticht durch einen bemerkenswert süßen Gaumen und einem langen Abgang. Mit jedem Schluck schmeckt man quasi Islay pur.“ Douglas Laing hofft, dass österreichische Anfänger und Kenner des Malzes die breite Auswahl und hohe Qualität schätzen werden und freut sich, sein Sortiment bei der Whisky-Messe präsentieren zu können. www.douglaslaing.com

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Chivas Stand 18/19

Jeder Schluck CHIVAS ist das Ergebnis eines jahrhundertelangen Strebens, der Welt den edelsten Whisky zu bieten. Perfekte Balance, außergewöhnliche Tiefe und Weichheit charakterisieren jeden CHIVAS-Whisky. Mit einem unvergleichlichen Bestand an gereiften Whiskysorten aus allen Teilen Schottlands und angesichts der über Generationen perfektionierten Kenntnisse beim Blending ist es nicht erstaunlich, dass CHIVAS der bekannteste und gefragteste Scotch Whisky der Welt ist. CHIVAS steht außerdem für ein modernes Sinnbild traditioneller Werte. Loyalität, Vertrauen und Ehre sind Bestandteil einer eigenen Chivalry-Philosophie. Auch wenn es sich mittlerweile um eine weltweit bekannte Marke handelt, von der in jedem Jahr mehr als 50 Millio Millionen Flaschen verkauft werden, so lebt die ursprüngliche Visio von John und James Chivas weiter: Live with Chivalry. Vision C • CHIVAS 12 year old ist Ausdruck einer einzigartigen Trad dition, die seit der Einführung durch die Gebrüder Chivas ununterbrochen fortbesteht. Er schmeckt nach blumigen Ä Äpfeln und einem Hauch von Honig. Noten von Vanille, T Toffee und Haselnuss runden den Geschmack hervorragend ab. • CHIVAS 18 year old ist ein mehrfach ausgezeichneter Whisf den der aktuelle Master Blender von CHIVAS, Colin ky für Scot persönlich handverlesene Whiskysorten auswählte. Scott, Der Unterscheid zum zwölfjährigen besteht darin, dass noch s seltenere Malt und Grain Whiskys verwendet werden und der jüngste Bestandteil mindestens 18 Jahre reift. Er enthält mehr als 20 der seltensten, schottischen SingleMalt-Whiskysorten. Er ist samtig weich mit dem Aroma dunkler Schokolade, einer eleganten blumigen Note sow süßen, rauchig milden Nuancen. wie

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• Chivas Regal 25 year old wurde 1909 erstmalig für ür uf die High Society von der amerikanischen Ostküste auf den Markt gebracht. Während der Prohibition und dem Ersten Weltkrieg verschwand Chivas Regal 25 year old von der Bildfläche und wurde zum raren Sammlerobjekt. Sein überraschend reicher Charakter bringt eine Fülle an Geschmacksrichtungen und Aromen. Mild und perfekt ausbalanciert stellt er einen vollendeten Blend dar. Insgesamt zeigen sich darin fruchtige Aromen von süßer n. Orange und Pfirsich, gefolgt von Marzipan- und Nussnoten. ie • Strathisla 12 year old gilt als klassisches Beispiel für die Malts der Speyside Region. Er ist ein exzellenter Whisky, der von Kennern als charaktervolle Spezialität geschätzt wird. Er bildet das Herzstück jedes Tropfens CHIVAS. Das Wasser für die Maische stammt aus der berühmten Fons Bulliens Quelle. Sein Geschmack ist voll, fruchtig mit Heu-Geschmack, süß und nussig. s• Longmorn 16 year old ist der heilige Gral der Malt Whisrs kys. Er komplementiert das Portfolio von CHIVAS Brothers s. und gilt als das exklusive Juwel der Single Malt-Whiskys. Durch seine hohe Qualität ist Longmorn ein wichtiger Bestandteil für Schottlands beste Blended-Whiskys. Mit seinem außergewöhnlich vollen Bukett, viel Charakter und einem immer langen Abgang gehört Longmorn zu den wahrhaft besten Malts. Weitere Informationen finden Sie unter: www.pernod-ricard-austria.com Genießen Sie unsere Marke verantwortungsvoll: www.verantwortungsvoll.at


Promotion

Stand 12/13

Diageo Die „Classic Malts Selection“ ist eine Range von erlesenen Single Malt Scotch Whiskies der wichtigsten Destillerie-Regionen Schottlands. Sie beinhaltet die in 1989 eingeführten Classic Malts Talisker, Oban, Lagavulin, Glenkinchie, Dalwhinnie und Cragganmore sowie inzwischen auch Caol Ila, Cardhu, Clynelish, Glen Elgin, Knockando, Royal Lochnagar und The Singleton of Dufftown. Die individuellen Geschmacksprofile der Classic Malts repräsentieren die typischen Eigenarten der sechs klassischen Whisky-Regionen Schottlands. Jeder Whisky der Classic Malts Selection ist ein authentischer, traditioneller Single Malt mit ureigener schottischer Identität, der in Geschmack und Aroma zu den besten seiner Region gehört. Diese Vielfalt wird weiter bereichert durch die besonderen, in Fassstärke abgefüllten Special Releases, sowie die außergewöhnlichen Abfüllungen der Distillers Edition. Die Historie Im Jahr 1989 wurden sechs hochkarätige Single Malt Whiskies als Kollektion unter dem Namen „The Classic Malts of Scotland“ eingeführt – je ein Malt aus einer der sechs wichtigsten DestillerieRegionen in Schottland (Highlands, Lowlands, Speyside, Coastal Highlands und den Inseln Skye und Islay). Darunter der mehrfache Preisträger Talisker von der Insel Skye sowie die Single Malts Cragganmore, Dalwhinnie, Glenkinchie, Lagavulin, und Oban. 2005 wurde die Kollektion um sieben Single Malts erweitert: Caol Ila, Cardhu, Clynelish, Glen Elgin, Knockando, Royal Lochnagar und The Singleton of Dufftown – die Classic Malts Selection war geboren. Jeder dieser Whiskies ist ein traditioneller Malt mit ureigener Identität, der in Geschmack und Aroma zu den besten seiner Re-

gion gehört. Alle diese Destillerien gehören zum feinsten schottischen Brennerei-Adel. Die Distillers Edition Die „Distillers Edition“ ist eine exklusive und limitierte Serie mit jährlich wechselnden Destillationsjahrgängen. Die Grundidee: Weitere Veredelung der Single Malts durch eine zweite Reifezeit (double matured) in einem anderen Fassholz. Jedes Jahr wird der Inhalt weniger Fässer ausgewählter Classic Malts-Destillerien für eine weitere Reifung in ausgesuchte Fasshölzer umgefüllt. Diese Zweitfässer werden stets mit großer Sorgfalt ausgewählt. Ihre Erstbefüllung – zum Beispiel Sherry oder Port – steuert Aromen bei, die den Charakter des jeweiligen Malts perfekt ergänzen. Die Special Releases Die „Special Releases“ sind limitierte Whiskies mit hohem Sammlerwert. Nach sorgfältiger Auswahl aus den Beständen noch aktiver oder bereits geschlossener Destillerien wird diese jährlich erscheinende Serie hochwertiger schottischer Single Malt Whiskies in Fassstärke ohne weitere Wasserfilterung direkt aus dem Fass abgefüllt. Auf diese Weise kann sich das pure Aroma unbeeinträchtigt entfalten – eine Eigenschaft, die Connaisseurs aus aller Welt schätzen. Abfüllungen dieser Kollektion genießen unter Kennern inzwischen Kultstatus. Weitere Informationen zu den Whiskies der „Classic Malts Selection“ sowie zum kostenlosen Whisky-Club „Friends of the Classic Malts“ erhalten Sie im Internet unter www.malts.com

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Trinken Whisky

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L&P Whisky Consultants Stand 28

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L&P Whisky Consultants OG – kurz „Whisky Consultants“ genannt – bietet eine Fülle von Veranstaltungen rund um das Thema Spirituosen und im Besonderen Whisk(e)y. Mit „Tastings für Einsteiger“ wird dem Interessierten der Weg in die Welt des Whisk(e)y eröffnet, der über Regionen- und Länder-Tastings bis hin zu Masterclasses führt. In speziellen Schulungen für Profis wird auf Bar-Ausstattungen und Verwendungen ebenso eingegangen wie auf die Grundlagen der Destillation. In der Beratung für Gastronomie und Hotellerie wird das Material Whisk(e)y thematisiert und auf die jeweilige Klientel zugeschnitten. Als Generalimporteur für VALT Single Malt Vodka und Importeur für BlackBottle werden zwei Produkte in den Markt geliefert,

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die durchaus als einzigartig anzusehen sind. Mit den Destillerien Rogner (Waldviertel, www.destillerie-rogner.at) und Weutz (Steiermark, www.weutz.at) werden auch zwei österreichische Hersteller im Großraum Wien geführt, deren Produkte sicherlich als Aushängeschilder der österreichischen Whisky-Landschaft bezeichnet werden können. Mit ihrem Engagement bei Veranstaltungen und für Organisationen, wie etwa den Highland-Games oder die Robert Burns-Society, bieten die Whisky Consultants mannigfaltig Gelegenheiten, mehr über Whisk(e)y zu erfahren. Der (Online-)Verkauf von ausgewählten Spirituosen und Accessoires runden das Tätigkeitsfeld ab. www.whisky-consultants.at


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Stand 10

Ian Macleod Gegründet im Jahr 1933, ist die Distillery Ian Macleod heute eines der größten und angesehensten unabhängigen Familienunternehmen in der Spirituosenindustrie. Mehr als 15 Millionen Flaschen produziert und verkauft das Unternehmen pro Jahr. Das Sortiment umfasst die Marken Glengoyne Highland Single Malt und Smokehead Islay Single Malt sowie Chieftain‘s und Dun Bheagan. www.ianmacleod.com Glengoyne Highland Single Malt Scotch Whisky Der mehrfach ausgezeichnete Glengoyne wird seit 1833 destilliert und ist einer der führenden Premium-Malt-Whisky. Das Portfolio besteht aus Glengoyne 10 years old, 12 years old, 12 years old Cask Strength, 17 und 21 years old und Vintage 1972 sowie limitierte Editionen. Glengoyne wird langsamer destilliert als jeder andere Scotch Whisky. Das ermöglicht mehr Kontakt mit dem Destillierkolben aus Kupfer und sorgt so für die hohe Qualität und den geschmeidigen Geschmack. Für Glengoyne wird luftgetrockneter Gerstenmalz enverwendet, anstatt mit Torf geräucherte Gerste, was Glengoyne seinen frischen, feinen Geschmack verleiht. www.glengoyne.com Smokehead Islay Single Malt Seit seiner Einführung im Jahr 2006 erreichte Smokehead Kultstatus bei modernen Whisky-Trinkern. Auszeichnungen sowohl für die unverwechselbare Verpackung als auch für seine reichen Aromen, hat Smoke-

head erfolgreich eine Nische als eine der modernsten Scotch-Marken gefunden. Mit seiner Marke „Smoke & Coke“ hat Smokehead es geschafft, neue Zielgruppen anzusprechen. www.smokehead.co.uk Chieftain’s Nur die besten schottischen Single Malts werden für die limitierte Edition Chieftain‘s Collection ausgewählt. Diese preisgekrönten Whiskys reichen vom klassischen zehn- und 20-jährigen bis zu 50-jährigen Jahrgängen. Manche davon sind sehr seltene Whiskys, zum Teil aus bereits geschlossenen Brennereien. Nur wirklich hervorragende Whiskys werden den anspruchsvollen Kriterien der Jury gerecht. Eine Sammlung für den Kenner. www.chieftainschoice.com Dun Bheagan Collection Rarität und Luxus – zwei Assoziationen, welche die einzigart artigen Single Malts der Dun Bheagan Vintage Collection vor vortrefflich beschreiben. Eine Sammlung, die eine Auswahl au allen Malz produzierenden Regionen Schottlands soaus w eine Altersgruppe von zehn bis 35 Jahren Reife bietet. wie Mit dabei auch ein achtjähriger Malt, der in traditionellen Eichenfässern gereift und in traditioneller Weise ohne Chill-Filtration abgefüllt wurde. Lassen Sie sich von dem vollen und weichen Geschmack begeistern. www.ianmacleod.com/brands/dunbheagan

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Trinken Whisky

Stand 18/19

Jameson Der in der Midleton Distillery hergestellte Irish Whiskey gilt international längst als Synonym für eine ganze Kategorie. Dieser Ruf beruht zum einen auf einer langen Tradition mit gleichbleibend hohen Qualitätsstandards, zum anderen auf der starken Glaubwürdigkeit der Marke. JAMESON kennzeichnet sich besonders durch seine außergewöhnliche Milde. Seine natürlichen Zutaten werden sorgsam dreifach destilliert und reifen anschließend für mehrere Jahre in ausgesuchten Eichenfässern. So entsteht der milde und weiche Geschmack der Whiskey Kenner, aber auch Einsteiger, rund um den Globus begeistert. Heute ist JAMESON in 112 Ländern vertreten und zählt damit zu einer der wenigen globalen Spirituosenmarken. Er ist weltweit der meistverkaufte irische Whiskey und die am schnellsten wachsende internationale Whiskey-Marke. Stets aktuell verkörpert JAMESON das moderne Irland: Offen, lebendig und vor allem „easygoing Irish“. • Jameson Standard Jameson wird dreifach destilliert und ist dadurch sehr angenehm und mild im Geschmack. Die verwendete Gerste wird im Gegensatz zu den schottischen Whiskys in geschlossenen Darren getrocknet. Dadurch erhält der Whiskey keinen rauchigen Geschmack. Es gibt keine richtige oder falsche Art, Jameson Standard zu genießen. Passend zu jeder Gelegenheit kann JAMESON pur, on the rocks, als leckerer Longdrink oder Cocktail genossen werden. • Jameson 12 year old Jameson 12 year old ist auch unter dem Namen Jameson 1780 bekannt, in Erinnerung an das Jahr in dem John Jameson seine Brennerei in der Bow Street in Dublin gründete. Er wird zwölf Jahre oder länger in ausgewählten Kirschholz- und Oloroso Sherry-Fässern gelagert. Sein Geschmack ist mild mit einem gereiften, süßen und nussigen Charakter.

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• Jameson Gold Reserve Jameson Gold Reserve ist ein besonderer Blend der drei Whiskeys im Alter von 13 bis 20 Jahren verbindet. Einer von ihnen wurde dafür in jungfräulichen, irischen Eichenfässern gereift. Die relativ junge Whiskey-Kreation begeisterte die internationalen Whiskey-Experten dermaßen, dass sie ihn bereits unter die Top-Ten der weltbesten Whiskeys reihten. Jameson Gold Reserve kennzeichnet eine Geschmackssensation mit würzigem Abgang, charakterisiert durch Weichheit und Honigsüße. Einer der wohl besten aktuellen Whiskys am Markt. • Jameson 18 year old Jameson 18 Year Old ist ein besonders ausbalancierter Whiskey. Für diese Kreation wurden nur die ältesten und feinsten Whiskeys gewählt. Insgesamt ein sanfter und ausgewogener Geschmack mit einer leicht holzigen und würzigen Note. • Crested Ten Für Jahrzehnte hat Jameson seinen Whiskey in Fässern verkauft. Einzelne Firmen verkauften Jameson dann mit ihren eigenen Etiketten. Der erste so abgefüllte Whiskey war Jameson Crested Ten. Die darin verwendeten Whiskeys werden mindestens acht Jahre gelagert, sind jedoch zum überwiegenden Teil zwischen zehn und 15 Jahre alt. Sein Geschmack ist sherrysüß, fruchtig und mit milden Schokolade-Noten.

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Promotion

Potstill – Austrias finest whisky-store Seit 1992 widmet sich der Whisky-Store „Potstill“ dem Import von hochqualitativen Single-Malt Whiskys aus Schottland. Nach einem eher bescheidenen Start kann das Unternehmen seit einigen Jahren auf ein stetiges Wachstum zurückblicken. Dieser Erfolg begründet sich auf Exklusivität, Selektion und Topqualität. Potstill ist maßgeblich am weltweiten Boom der Single Malts vor allem im hochwertigen Cask-strength-Single-Cask-Segment beteiligt. Anfang 2003 wurde der Whiskyimport sowie Einzel- und Großhandel aus dem Verein für Kulturaustausch ausgegliedert und von der neu gegründete Firma „Potstill“ übernommen. Mit weit über 1.100 Produkten – davon mehr als 900 verschiedene Single Malts aus Schottland – ist Potstill Österreichs erste Adresse im Bereich Whisky. Die ständig steigenden Import- und Verkaufszahlen machten im Jahr 2009 die Errichtung eines Großhandellagers in Altlengbach (Potstill-Warehouse) notwendig. Der Hauptaugenmerk gilt den Single Malt-Whiskies Schottlands, jenen hochwertigen Produkten, deren weltweite Reputation allenfalls von Cognacs der Spitzenklasse erreicht wird. Whisky – abgeleitet vom gälischen Begriff „uisge beatha“, was soviel bedeutet wie „Wasser des Lebens“ – wird in Schottland seit Jahrhunderten gebrannt. Trotz moderner Technologien erfolgt die Destillation noch immer nach traditionellen Methoden. Malt Whisky wird ausschließlich aus gemälzter Gerste nach dem Pot-Still-Verfahren hergestellt. Im Gegensatz dazu stehen die Blended Whiskies, also jene Produkte, die ca. etwa 90 Prozent des weltweit verkauften Whiskys darstellen. Obwohl auch diese Destillate Malt-Whisky enthalten, bestehen sie zu einem überwiegenden Teil aus GrainWhiskies. Diese werden nach dem Coffey-Still – oder Patent-StillVerfahren – hergestellt. Dabei werden sowohl gemälzte als auch ungemälzte Getreidesorten vermischt und in einem relativ billigen und schnellen Verfahren als Industriewhiskies produziert. Die Verschnitte von Malt- und Grain-Whiskies sind in jedem Supermarkt unter den verschiedensten Marken leicht zu finden. Ballantines, Johnnie Walker, Chivas Regal oder Dimple sollen hier nur als Beispiele stehen. Single Malt-Whiskies werden heute in Schottland noch in etwa 85 Distilleries hergestellt. In einigen, bereits geschlossenen Brennereien liegen noch größere Mengen an oft einzigartigen Malts auf Lager. Jede dieser Brennereien produziert(e) individuelle Whiskies. Sowohl das verwendete Wasser, Mälzungsart der Gerste, Konstruktion und Beschaffenheit der Pot-Stills, Lagerung (Dauer und Fässerart) und vor allem die geographischen Besonderheiten beeinflussen nachhaltig das fertige Produkt. Whiskies aus den vier klassischen

Stand 7

Regionen (Lowlands, Islay, Campbeltown und Highlands) weisen jeweils eine ausgeprägte spezielle Charakteristik auf. Immer größer wird der Kreis jener, die das Sammeln und Degustieren von unterschiedlichen Single-Malt-Abfüllungen zu schätzen gelernt haben. Unterschiedliche Jahrgänge, Lagerzeiten, Fassarten und andere Unterscheidungskriterien stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses. In den vergangenen Jahren hat das Angebot an Malts deutlich zugenommen. Das Hauptziel von Potstill ist es jedoch, gerade Produkte aus den 1960er- und 70er-Jahren, einer Zeit als die Distilleries noch weitgehend unabhängig agierten und auch sehr individuelle Produkte erzeugten, anzubieten. Es ist im Laufe der Zeit gelungen, verschiedene seltene und auch in Großbritannien nur schwer erhältliche Abfüllungen direkt aus Schottland zu importieren. Besonderes Augenmerk richtet Potstill auf seltene Abfüllungen von bereits geschlossenen, vielfach auch bereits abgerissenen Brennereien (Lost Distilleries) und bieten ein umfangreiches Angebot von Whiskies zum Beispiel aus Port Ellen, Glenugie, Glenury, North Port Brechin, Littlemill, Rosebank, Linlithgow, Coleburn oder Convalmore, Pittyvaich. Als besonders erfolgreiche Verkaufslinie erweist sich die Serie von Potstill-Editionen. Selektierte Fässer werden in Schottland gekauft, in Schottland abgefüllt und exklusiv bei Potstill verkauft. Potstill-Editionen von Ardbeg, Glenfarclas, Port Ellen, Laphroaig, Caol Ila oder Highland Park sind bei Potstill-Kunden so beliebt, dass viele davon bereits nach wenigen Wochen ausverkauft waren. Neben Degustationen und Präsentationen veranstaltet Potstill regelmäßig Reisen nach Schottland. www.potstill.org

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Trinken Whisky

The Glenlivet Stand 18/19

The Glenlivet spiegelt die Qualitäten wider, die den Inbegriff Single Malt darstellen. Eigentlich ist die Glenlivet-Destillerie schon durch ihre Lage im Tal Glen des Flusses Livet geadelt. Denn was die Champagne für Schaumwein ist, das ist das Livet-Tal für den Highland Scotch Whisky. Viele Destillerien in der näheren Umgebung haben den Zusatz Glenlivet von The Glenlivet abgekupfert. Dennoch: Er ist der einzige Scotch, der sich „The Glenlivet“ nennen darf. Ihnen gemeinsam ist eine gewisse Eleganz und ein delikater Geschmack, der mit dazu beigetragen hat, dass das Tal des Livet als die Champagne des Scotch bezeichnet wird. • The Glenlivet 12 year old ist der Inbegriff des perfekten, runden, ausgewogenen Speyside Single Malts. Insgesamt kennzeichnet er sich durch seinen leichten und blumigen Geschmack, der bestens für Malt Whisky Einsteiger geeignet ist.

• The Glenlivet 15yo French Oak Reserve ist ein einzigartiger Single Malt Whisky. Ein Teil des Whiskys, der in amerikanischen Eichenfässern gereift ist, wird zum Finish sechs Monate in französischen Limousine-Eichenfässern gelagert. Diese Reifung verleiht ihm ein vollmundiges, würziges Aroma, einen feinen Zimtgeschmack und einen herrlichen Abgang mit würzigen Pfeffer-Nuancen. • The Glenlivet 18 year old wird durch die Lagerung von mindestens 18 Jahren zu einem Whisky mit unverwechselbarer Reife und Charme. Die Reiche und Eleganz kreieren einen komplexen Charakter von zarten Geschmacksrichtungen und Aromen. Er hat bereits drei Goldmedaillen bei den International Wine & Spirits Competiton gewonnen.

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The Scotch Malt Whisky Society Austria Stand 21

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Wenn Sie Lust auf Neues haben und sich den sinnlichen Momenten außergewöhnlicher Malts widmen wollen, sind Sie bei der Scotch Malt Whisky Society (SMWS) genau richtig, denn sie bietet Abfüllungen aus 128 vorwiegend schottischen Destillerien an. Nicht kaltgefiltert, ohne Farbzusatz, in Fassstärke und „single cask“ (Einzelfassabfüllungen). Wenn die Flaschen eines Fasses verkauft sind, gibt es keinen Nachschub – wohl aber neue außergewöhnliche Fässer. Die Society ist der weltweit führende Anbieter von Single Malt – Single Cask Whiskies. Als Teil von Louis Vuitton Moet Hennessy (LVMH) ist ein breites Angebot und große Kontinuität garantiert. Jutta und Thomas Unterguggenberger führen seit Mai 2010 die erste selbständige Niederlassung in Österreich (9371 Brückl, Matthias-Schwarzl-Weg 18). Jährlich werden etwa 70 Abfüllungen angeboten. Mitglieder erhalten fünf Ausgaben der Bottling List („Outturn“), vier Ausgaben des prämierten Magazins „Unfiltered“, Zugang zu den Members-Rooms in Edinburgh, London und Schönenwerd (Schweiz) und das Privileg, Abfüllungen der Society kaufen zu können. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 40,–. In den größeren Städten Österreichs werden regelmäßig Verkostungen durchgeführt. Auf Anfrage sind jederzeit auch private Tastings möglich. Kommen Sie herein – der Whisky ist wunderbar! www.smws.at

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Promotion

Top Spirit präsentiert: Die Welt der Whiskys The Famous Grouse Eine der größten Scotch-Marken der Welt und unter anderem die Nummer Eins in Schottland. „There are many Whiskies in Scotland, but only one is famous“ – so lautet der Spruch der The Famous Grouse-Genießer. Der Nationalvogel Schottlands, das Moorhuhn (engl. Grouse), verleiht diesem weltberühmten Whisky sein Markenzeichen. Nur hochwertigste Grain-Whiskies und Spitzenmalts werden für The Famous Grouse verwendet, die alle separat in ausgewählten Eichenfässern über viele Jahre heranreifen und zu einem einzigartigen Blended Scotch vermählt werden. www.thefamousgrouse.com

Stand 23

Grant´s Aus feinsten Single Malts und Grain Whiskys von berühmten schottischen Destillerien mit zart-fruchtigen Aromen von Bananen und Vanille. Er wird pur, auf Eis oder als Longdrink serviert. www.grantswhisky.com

Highland Park Scotch Whisky „Der größte Allround-Whisky in der Welt der Single Malts“ – so die treffende Beschreibung des Whisky-Experten Michael Jackson – fasziniert mit der Verbindung des ausgeprägten Inselcharakters und allen anderen Elementen eines klassischen Single Malts: Rauchigkeit, Malzigkeit, Geschmeidigkeit, runden, kräftigen Aromen sowie einem langen Nachklang. www.highlandpark.co.uk Glenfiddich Der meist prämierte, weltweite Nummer-Eins-Single Malt Scotch in der dreieckigen Flasche. Im Sortiment sind: Special Reserve zwölf Jahre mit Birnen- und Fichtenaromen, Solera Reserve 15 Jahre, der viel-fruchtige Single Malt, Ancient Reserve 18 Jahre, der an Apfel und Holz erinnert, Caoran Reserve zwölf Jahre mit Orangen- und Rauchnoten, Gran Reserva 21 Jahre mit einem Rum-Fass Finish und Glenfiddich 30 Jahre, ein Geschmack intensiver Reife. www.glenfiddich.com The Balvenie Der Connoisseur Single Malt der Speyside und Gewinner der meisten Goldmedaillen der International Spirits Challenge 2006. www.thebalvenie.com

Maker‘s Mark Maker’s Mark stammt aus Kentucky und wird dort in der Star Hills Destillerie von Loretto aus Winterweizen hergestellt. Jede einzelne Flasche wird individuell in der Brennerei von Hand versiegelt – mit rotem Wachs, dem unverkennbaren optischen Markenzeichen des edlen Spitzen-Bourbons. Maker‘s Mark Whisky zeichnet sich durch einen unverwechselbaren und insgesamt sehr milden Geschmack aus. Dennoch wird er als sehr vollmundig und facettenreich beschrieben. Bourbon-Liebhaber erkennen etwa im Duft des Maker‘s Mark eine reiche, buttrige Nase mit starken Anklängen an Rosinen und Honig. Das Aroma ist reich, voll, mit Anklängen an Vanille, Honig und Orange, durchsetzt mit einer Spur von Holz und Nelken, der Geschmack leicht würzig und sehr weich und der Abgang lang, reich und warm. Die Farbe kann man mit hell bernsteinfarben beschreiben. www.makersmark.com The Irishman Im Herzen von Irland, seit vielen Jahrhunderten die Heimat der Familie Walsh, wird die authentische und innovative Irish Whiskey Marke THE IRISHMAN im Familienunternhmen von Bernhard & Rosemary Walsh kreiert und produziert. •Einzigartiger Irish Pot Still Blend, Dreifach destiliert und in Bourbon Fässern gelagert. Irishman 70 hat einen extrem weichen Geschmack mit einer großen Ausgewogenheit und einem lang anhaltenden Finish. •The Irishman Single Malt: Der 100-prozentige Irish Single Malt Whiskey wurde in Eichenfässern gelagert und ist anschließend in Bourbon und Sherry Fässern gereift. Sein Geschmack ist wunderbar frisch, fruchtig und köstlich, mit einem Nachklang der unendlich scheint.

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Trinken Molkedrinks

Karrierefrau. Früher Schweinefraß – heute erfrischendes Wellnessgetränk: Die Molke ist ordentlich die Karriereleiter hinauf geklettert.

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Text Angelika Kraft

Powerdrink Molke Molkedrinks im Test.

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arf man bei Lebensmitteln eigentlich von „Abfall“ sprechen? Aber klar, nur heißt es dann halt nicht Abfall. So nennt man zum Beispiel die Überreste, die beim Filetieren von Fisch entstehen und aus denen sich ein köstlich-aromatischer Fischfond erzeugen lässt, Karkassen. Ebenso kann der Abfall bei der Herstellung von Milchprodukten ein gar köstliches Nebenprodukt ergeben. Und da sind wir auch schon beim Thema: Wir sprechen von der Molke, der wässrig, gelb-grünen Restflüssigkeit, die bei der Produktion von Käse „abfällt“. Vom Sautrank zum Wellness-Getränk Beim Käsen wird das Milcheiweiß der Milch zum Gerinnen gebracht. Dabei trennen sich die festen Bestandteile der Milch, die vor allem aus dem Eiweißanteil Casein und Milchfett bestehen, von der Molkeflüssigkeit. Je nachdem, ob die Gerinnung durch Labenzyme oder Milchsäurebakterien erfolgt, entsteht süße oder saure Molke. Ein Richtwert: Für die Erzeugung von einem Kilogramm Hartkäse sind 13 Liter Milch nötig. Das entspricht einer Molkemenge von etwa zwölf Litern. Diese ist aber nur etwa zwei Stunden haltbar und muss daher sehr schnell pasteurisiert werden. Da unsere bäuerlichen Vorfahren den Wert der Molke noch nicht kannten, landete sie zusammen mit den sonst anfallenden Speiseresten im Eimer mit dem Sautrank. Dass sie ihren Schweinen dadurch ein wertvolles Wellness-Getränk zukommen ließen, wussten sie damals nicht. Dabei war die gesundheitsfördernde Wirkung der Molke schon in der Antike bekannt. Bereits der griechische Arzt Hippokrates verordnete sie im 4. Jahrhundert vor Christus als Mittel gegen Gicht- und Lebererkrankungen, Störungen des Darms und Vergiftungen. Claudius Galenos, ein renommierter Arzt der damaligen Zeit, gründete sogar eine Milchheilstätte, um Molke als Therapeutikum und Schönheitselixier zu propagieren. Später im 18. und 19. Jahrhundert kamen Kuranstalten in Mode, wo Molke nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich als Bäder dienten. So waren etwa Kaiser Franz Jo-

sef und seine Sissi Stammgäste im damaligen Molke-Kurort Bad Ischl. Ihren Siegeszug trat die Molke allerdings erst in den 1980er-Jahren, der Zeit des Fitness-Booms und WellnessTrends, an. Seither tummeln sich in den Supermärkten Molke-Drinks, -Cremes, -Shampoos und -Badezusätze. Aber auch als Backhilfswerk, Waschmittel, in der Medizin oder als Reinigungsmittel kommt Molke zum Einsatz – ein wahrer Tausendsassa, diese Molke. Auf die inneren Werte kommt es an Molke besteht zu rund 94 Prozent aus Wasser, zu fünf Prozent aus verdauungsförderndem Milchzucker und etwa zu einem Prozent aus dem hochwertigem Molkeeiweiß Lactalbumin, das den Appetit zügeln und die gute Laune steigern kann. Untersuchungen haben ergeben, dass Molkeeiweiß die höchste bekannte biologische Wertigkeit überhaupt besitzt. Molke hat zudem einen hohen Gehalt an Mineralstoffen, vor allem Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor. Außerdem enthält sie die Vitamine B1, B2 (dies bewirkt die grünliche Farbe), B6 und B12. Molke enthält nur 0,1 bis maximal 0,3 Prozent Fett und somit zwischen 20 und 56 Kalorien pro 100 Milliliter. Das gesundheitliche Fazit: Molke vereint ein Minimum an Energiegehalt mit einem Maximum an Nährstoffen. Und auf die inneren Werte kommt es schließlich an. Mischen, mixen – Molke marsch! Nachdem wir nun wissen, wie gesund Molke ist, lechzen wir geradezu nach Einsatzmöglichkeiten in der Küche. Und obwohl das wässrige, gelblich-grüne Milchserum auf den ersten Blick nicht gerade appetitlich wirkt, lassen sich damit doch unzählige köstliche Drinks zubereiten. So können Sie zum Beispiel Molke mit geschältem Obst oder Gemüse, Kräutern oder Säften pürieren, mit Honig süßen und als erfrischenden Cocktail servieren. Kombiniert mit grünem Tee entfaltet das Molkegetränk eine anregende Wirkung,  mit Beeren können Sie eine sommerliche Molke-Bowle

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Yvonne Böhm

Dagmar Gross

Elisabeth Cvach

Kathrin Schrott

Hannes Rottensteiner

Angelika Kraft

Probieren geht über studieren. Betrachten, schnüffeln, schlürfen und schmatzen – neun verschiedene Molkedrinks wurden von der GENUSS.MAGAZIN-Jury genau unter die Lupe genommen.

herstellen und mit Gewürzen einen aromatischen Molkepunsch. Molke gemischt mit Fruchtsaft oder -sirup ergibt ein beliebtes Getränk bei Kindern. Schön mit Molke Molke lässt sich aber nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich anwenden, um der Schönheit zu dienen. Ob als Pflege für schöne, glatte Haut, gegen trockene Stellen, Entzündungen, Ausschläge oder Sonnenbrand – ein Molkebad kann wahre Wunder wirken. Eine streichelzarte, geschmeidige Haut ist das Resultat eines Bads in diesem Naturprodukt. Die beste Wirkung erzielt man mit Molkepulver. Dieses sowie andere Badezusätze auf Molkebasis erhält man in Drogerien oder Apotheken. Für eine normalgroße Badewanne benötigt man ungefähr 400 Gramm Molkepulver. Das Badewasser sollte etwa 40 Grad warm sein, damit sich das Pulver gut auflösen kann, und keine weiteren Badezusätze, Seife, Shampoo oder ähnliches enthalten, da diese die Wirkung der Molke neutralisieren können. Ein Molkebad sollte nicht länger als 20 Minuten dauern. Lassen Sie nach dem Baden die Molkeschicht etwas antrocknen und duschen Sie sich danach mit lauwarmem Wasser ohne Seife oder Duschgel ab. Sie werden spüren: Das Molkebad hin-

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terlässt einen angenehmen weichen Film auf der Haut, der diese vor dem Austrocknen und anderen Umwelteinflüssen schützt. Diese Milcheiweißschicht verbessert das Hautbild und versorgt die Haut mit Feuchtigkeit. Auch zur Behandlung von Cellulite und zur Unterstützung bei Diäten können Molkebäder, wegen ihrer gewebsstraffenden und entschlackenden Wirkung eingesetzt werden. Molkedrinks im Test Kommen wir aber nun wieder zurück zur trinkbaren Molke. Im Supermarkt lassen sich sowohl Molkedrinks natur als auch mit Fruchtgeschmack erstehen. Wir haben uns für unseren Test für die Geschmacksrichtung Mango entschieden, weil diese von allen Marken angeboten wird und sich die einzelnen Produkte somit besser vergleichen lassen. Insgesamt haben wir 13 Produkte dem strengen GENUSS. MAGAZIN-Test unterzogen. Ob es sich um einen Zufall handelt, dass bei der Verkostung hauptsächlich Frauen anwesend waren, oder ob Molke tatsächlich eher den weiblichen Geschmack trifft, haben wir übrigens nicht herausgefunden. Dafür haben wir gerochen, gekostet und bewertet – und somit unsere Sieger des Molkedrink-Tests für Sie gekürt. Die Ergebnisse verraten wir Ihnen auf Seite 68.


Molkedrinks Trinken

Verkostungsinfo Das Prozedere Wie läuft eine GENUSS.MAGAZIN-Verkostung ab? Im Vorfeld der Verkostung werden die Produkte anonym im österreichischen Lebensmittelhandel eingekauft. Eine Vollständigkeit aller zu diesem Thema erhältlichen Produkte kann jedoch nicht garantiert werden. Vor der Verkostung werden die einzelnen Produkte in neutralen Gläsern verteilt und mit Nummern versehen („Blindverkostung“). So ist garantiert, dass keiner der Verkoster weiß, welche Produkte welcher Marken getestet werden. Markenimage und persönliche Vorlieben sind damit ausgeschlossen. Die Verkostungsjury besteht aus einem ausgewogenen Personenkreis aus dem gastronomischen Berufsfeld, ausgebildeten Verkostern sowie privaten Genießern. Sie beurteilen jedes Produkt einzeln nach Optik, Geruch und Geschmack, vermerken ihre Eindrücke und vergeben null bis maximal fünf Punkte. Erst nach Abschluss der Verkostung erfolgt die Auflösung. Nachträglich darf die Punktevergabe nicht korrigiert und keine Bemerkungen hinzugefügt werden. Schließlich werden alle Punkte zusammengezählt und ein Durchschnitt pro Produkt errechnet. Bitte beachten Sie, dass es sich bei den Ergebnissen um die subjektiven Eindrücke der Verkoster handelt.

Die Jury Yvonne Böhm, Eventmanagerin Elisabeth Cvach, HLF-Absolventin und Bankangestellte Dagmar Gross, Agenturchefin, Diplom-Sommelière, Käse-Sommelière und staatlich geprüfte Weinmanagerin Angelika Kraft, Chefredakteurin GENUSS.MAGAZIN Hannes Rottensteiner, Chefredakteur GENUSS.fleisch.pur Kathrin Schrott, Redakteurin GENUSS.online

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Trinken Molkedrinks

Die Bewertungen Salzburger Land (3,83 Punkte) Optik: Helles, sattes Gelb, sehr ansprechend. Geruch: Intensiver, angenehmer Mangogeruch mit zitronigen Aromen, macht Lust aufs Kosten. Geschmack: Toller Geschmack, Mango deutlich erschmeckbar, frisch, ohne übertrieben säurehältig zu sein, harmonisch, so soll Mango-Molke schmecken.

4 Punkte

Fruchtanteil: 10% Fettanteil: 0,1% Kcal/100 ml: 46

Interspar € 1,29/1.000 ml (€ 0,13/100 ml) Hersteller: Alpenmilch Salzburg GmbH/Salzburg

Spar (3,75 Punkte) Optik: Sattes, dunkles Gelb. Geruch: Ansprechend, reife Mango, aber auch Noten von gelber Birne, riecht leicht süß. Geschmack: Intensive Süße, dennoch rund, harmonisch und trinkfreudig, lange im Abgang, schönes Produkt. Fruchtanteil: 10% Fettanteil: 0,2% Kcal/100 ml: 51

Interspar € 0,59/500 ml (€ 0,12/100 ml) Hergestellt für Spar Österreichische Warenhandels-AG/Salzburg

Almsana (3,50 Punkte) Optik: Zitronig-gelb, milchig, trüb. Geruch: Intensiv fruchtig, deutlich Mango, dezent Zitrone, opulent. Geschmack: Griffige Textur, sämig, Säure angenehm präsent, schlank, nicht ganz so fruchtig, wie der Geruch vermuten lässt, etwas bitter im Abgang, in Summe aber sehr gelungen.

Lattella (3,50 Punkte) Optik: Sattes Gelb, gleichbleibender Farbverlauf. Geruch: Angenehm fruchtig, harmonisch, erinnert etwas an Badezusatz. Geschmack: Eher unreifes Obst, schlank, doch mit charmanter Süße, leicht künstlich, macht aber trotzdem Spaß.

Fruchtanteil: 10% Fettanteil: 0,1% Kcal/100 ml: 20

Fruchtanteil: 10% Fettanteil: 0,1% Kcal/100 ml: 49

Zielpunkt € 0,59/500 ml (€ 0,12/100 ml) Hersteller: Berglandmilch reg. GenmbH/Wels

Penny Markt € 0,69/500 ml (€ 0,14/100 ml) Hersteller: Tirol Milch/Wörgl

Milfina (3,50 Punkte) Optik: Sattes Gelb mit zitronigen Reflexen. Geruch: Mangofrucht deutlich erkennbar, lieblich, schön. Geschmack: Mango entfaltet sich schön, schmelzig, trinkfreudig, vorne säurebetont, dafür wenig Abgang.

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Hofer € 0,59/500 ml (€ 0,12/100 ml) Hersteller: NÖM AG/Baden

Clever (3,17 Punkte) Optik: Strahlend sattes Gelb, klar. Geruch: Ausgereifte Mangofrucht, orangige Noten, süßlich, aber auch käsig. Geschmack: Wirkt auch am Gaumen sehr reif, geschmeidig, recht süß, viel Volumen, gutes Gaumengefühl, Säure harmonisch, kurz im Abgang. Fruchtanteil: 10% Fettanteil: 0,1% Kcal/100 ml: 45

Billa € 0,59/500 ml (€ 0,12/100 ml) Hergestellt für Delikatessa GmbH/Wr. Neudorf

Schärdinger (1,33 Punkte) Optik: Ganz helles, zitroniges Gelb, milchig trüb. Geruch: Zitronig säuerlich, leicht käsig, Mango im Hintergrund. Geschmack: Kein Mangoaroma erkennbar, geht eher als Zitronenmolke durch, gärig, weinig, schlank, wässrig, bitter. Fruchtanteil: 10% Fettanteil: 0,1% Kcal/100 ml: 20

GENUSSMAGAZIN

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Interspar € 0,89/500 ml (€ 0,18/100 ml) Hersteller: Berglandmilch/Pasching

Fruchttöpfchen (3,17 Punkte) Optik: Sehr dichtes Gelb, erinnert an Orangensaft. Geruch: Könnte auch ein Happy Day-Orangensaft sein, wenig typisches MangoFruchtaroma, dezent Zitrusnoten. Geschmack: Leicht zu trinken, schöne Säure, aber insgesamt mehr Orangenals Mangogeschmack. Fruchtanteil: 10% Fettanteil: 0,3% Kcal/100 ml: 56

Lidl € 0,59/500 ml (€ 0,12/100 ml) Hersteller: Pinzgau Milch/Maishofen

NÖM Fasten (0,67 Punkte) Optik: Sattes, etwas dünkleres Gelb. Geruch: Unangenehm käsig, abstoßend, Käserinde mit Rotkultur (Eiweißabbau?), bessert sich mit der Zeit etwas. Geschmack: Hat mehr von reifen Ananas als von Mangos, zu viel Säure, bitter und anliegend. Fruchtanteil: 12% Fettanteil: 0,1% Kcal/100 ml: 26

Merkur € 0,99/500 ml (€ 0,20/100 ml) Hersteller: NÖM AG/Baden

Fotos iStockPhoto, MaWi, Leng

1 Punkt

3 Punkte

Fruchtanteil: 10% Fettanteil: 0,1% Kcal/100 ml: 45


Gewinnspiel 1. Preis

Zwei Übernachtungen für zwei Personen im Romantik Hotel Santer in Südtirol

Fotos Beigestellt

Romantisch urlauben Potsdam, Hamburg, Zürich, Prag, Paris – Romantik Hotels & Restaurants gibt es längst auch in den großen Städten. Und außerdem natürlich in landschaftlich reizvollen Regionen wie an der Amalfiküste, im österreichischen Waldviertel oder am Rhein. Alle Häuser sind eng mit ihrer Region verbunden, werden persönlich geführt und fühlen sich Traditionen und Werten verpflichtet. Neben der regionalen Küche pflegen sie die Gourmet-Küche auf hohem Niveau. Gewinnen Sie zwei Übernachtungen für zwei Personen im Romantik Hotel Santer in Südtirol. Genießen Sie das reichhaltige Frühstück, ein regionales viergängiges sowie ein sechsgängiges Gourmetmenü. www.romantikhotels.com/Toblach

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Einsenden und gewinnen  JA, ich möchte am Gewinnspiel teilnehmen.

 JA, ich möchte den kostenlosen NEWSLETTER von GENUSS.MAGAZIN + wein.pur abonnieren (bitte E-Mail-Adresse angeben).

Teilnahmebedingungen: Antworten per Post, E-Mail oder Fax bis spätestens 30.04.2011 an uns senden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barablöse. Die Bestellung eines Abos ist nicht Bedingung für die Teilnahme am Gewinnspiel.

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Trinken Wein und Bier alkoholfrei

Einfach

pervers

pervers

Nüchtern betrachtet. Der enthaltene Alkohol ist einer der Gründe, warum man Wein zu sich nimmt. Macht alkoholfreier Wein also Sinn?

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GENUSSMAGAZIN

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Das ursprünglich aus dem Lateinischen stammende Wort „Perversion“ bezeichnet eine „Umkehrung“. Knapper kann man alkoholfreien Wein und alkoholfreies Bier nicht bezeichnen. Besser auch nicht?


Text Sepp Wejwar

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ls mir meine Chefredakteurin den Auftrag erteilte, über alkoholfreies Bier und alkoholfreien Wein zu schreiben, begann ich meine Arbeit mit einer Reflexion. Hätte sie mich mit einer Apfelsaft-Geschichte beauftragt, wäre der Begriff „alkoholfrei“ entfallen, ebenso bei einer Arbeit über Erdäpfel oder Zwetschken (obgleich auch diese Gewächse trefflich in alkoholhaltige Flüssigkeiten verwandelt werden können). Geht man von der Entstehungsgeschichte der Getränke Bier und Wein aus, so ist Alkohol kein lästiger Nebeneffekt. Alkohol im Wein und im Bier wird nicht geduldet, obwohl politische Korrektheit in jüngeren Jahren ein Tun-als-ob in diese Richtung nahe legt. Alkohol ist der Grund, warum man Bier oder Wein zu sich nimmt. Zumindest galt das noch im vorigen Jahrhundert. Genussvolles Gift Wie bei jedem Gift kommt es auch bei Alkohol auf die Dosierung an. Das wissen wir spätestens seit dem berühmten Dictum des Paracelsus. Noch ein Grund, warum man die Stieglbrauerei zu Salzburg schätzen muss. So klugen Leuten wie jenen bei Stiegl kann der feine Doppelsinn der Nomenklatur ihres Bio-Zwickels „Paracelsus“ nicht nur nicht entgangen sein – das haben die Salzburger gewiss beabsichtigt. Denn Verantwortung (wieder so ein Wort, über das wir in jüngeren Tagen so häufig stolpern) beruht auf Bewusstsein. Alkohol ist ein Gift. Daran ist nicht zu rütteln. Der Umgang mit ihm ist mehr als eine Wissenschaft – nämlich eine Gefühlssache. Wenn es sich denn so einfach errechnen ließe: Ein 100-Kilogramm-Mensch verträgt 40 Gramm Alkohol pro Tag – und das sind umgerechnet zwei Krügeln Bier oder zwei Viertel Wein. Derartige Rechenbeispiele können nur erste Hilfestellung leisten. Denn es kommt auch und vor allem auf jeden Einzelnen an (nicht alle Menschen sind gleicher Maßen gefährdet), auf die grundsätzliche seelische und körperliche Verfassung, auf das Ausmaß der Bewegung, die Umwelt, das Umfeld beim Genuss und so fort. Sehr reduziert kann als Faustregel behauptet werden: Alkohol taugt nichts, um ein Unglück zu vermindern, ein Glück kann er jedoch durchaus verstärken. So weit zu einem für die heutige Zeit akzeptablen Ansatz. Die Verstärkung eines glücklichen Moments (hier wird auch mäßiger Gifteinsatz impliziert) ist allerdings ein ziemlich weichgespültes Derivat ursprünglicher Nutzung der Wirkung des Alkohols. Die Menschen haben sich dereinst wegen seiner berauschenden Wirkung auf ihn geworfen. Kultische, vielleicht sogar hemmungslose Berauschung war das Ziel – nicht „ein kleines Spitzerl“. Dass das berauschende Wirkungsbündel des Alkohols als notweniges Übel, als Nebenwirkung durchaus akzeptiert wird, entspricht einer, entwicklungsgeschichtlich betrachtet, sehr jungen Schau. Oder einer heute durchaus gängigen Praxis der Verschleierung. Wer gibt schon zu, sich einfach berauschen zu wollen?

Egal, ob er sich dafür höchstwertiger oder billiger Alkoholika bedienen mag. Nach jüngeren Erkenntnissen war die berauschende Wirkung des Alkohols ursprünglich von eminenter und vorrangiger Bedeutung. Ihre Entdeckung hat einen vollkommenen Paradigmenwechsel bewirkt. Schließlich ist die Menschheit wegen des Alkohols sesshaft geworden und nicht wegen des Brotes. Das besagen zumindest die Ergebnisse einer langjährigen Untersuchung des Münchener Ethnologen Josef H. Reichholf. Weinjournalismus – ein junges Genre Damals – und noch lange danach – war es egal, wie das alkoholische Zeug schmeckte. Es ging einzig und allein um die Wirkung. Erst im Laufe der Zeit hat sich ein sinnlicher Genussaspekt neben den narkotischen Wirkungen zu den Rezeptionserfahrungen alkoholischer Getränke hinzu gesellt. Die differenzierte Wahrnehmung sensorischer Effekte ist ein paar Jahrzehnte jung – ein Lidschlag in der Geschichte der alkoholischen Getränke. Erst seit wenigen Jahrzehnten gibt es so etwas wie Weinjournalismus und noch vor ein paar Jahren erzeugte ich mit der wahrheitsgemäßen Äußerung, ich sei Weinjournalist beim Wien-Korrespondenten der Neuen Zürcher Zeitung nichts als ungläubigen Spott. Heute weiß vielleicht auch Charles R., dass es so etwas gibt. Denn in der Zwischenzeit hat sogar jedes zweite Wiener Kaffeehaus eine, meist sogar durchaus ansprechende Weinkarte. Und Weinmagazine erfreuen sich steigender Beliebtheit. Man kann also sagen, dass bei Wein und Bier zunächst die berauschende Wirkung da und von Bedeutung war, viel später erst kamen geschmackliche Freuden hinzu. Selbst Lobeshymnen auf den guten Wein oder das gute Bier, wie sie vielfach erdichtet wurden, hatten vordergründig das Zechen und somit die berauschende Wirkung des Bieres oder Weins im Sinn. Die Wirkung wurde gelobt, wenn auch manchmal über den sprachlichen Umweg der Qualität. Über Töne und Nuancen, wie sie in Bier- und Weinbeschreibungen vorkommen, wurde und wird nicht gesungen. Erst in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts kam eine detaillierte Differenzierung der Geschmacksnuancen auf, die nun auch Kauf- oder Bestellentscheidungen bedingt. Man begann also auch, Aspekte am Wein und Bier zu schätzen, die nicht unmittelbar der Berauschung und den ihr folgenden Nebeneffekten dienen. Die Unterhaltung über den Wein war geboren, die Unterhaltung über das Bier steigt erst in jüngeren Jahren aus dem Status des Geborenwerdens. Erst diese Entwicklung konnte dazu führen, dass ein Interesse an alkoholfreien Weinen und Bieren entstand. Die im harten Kampf des Wettbewerbs auch sensorisch immer besser gewordenen Kreszenzen schmeckten auf einmal so, dass man sie nicht missen wollte, selbst wenn man die Wirkungen des  Alkohols im Augenblick gar nicht brauchen konnte.

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Trinken Wein und Bier alkoholfrei

Alkohol macht Geschmack Nach wie vor steht diese Entwicklung infrage. Das liegt auch daran, dass eine wesentliche Eigenschaft des Alkohols, nämlich jene, Geschmack aufbereiten und transportieren zu können, nicht zur Verfügung steht, wenn es sich um einen alkoholfreien Wein oder ein alkoholfreies Bier handelt. Man kann also nicht gleichzeitig den Geschmack eines Weines oder Bieres in vollem Umfang genießen und dabei auf Alkohol verzichten. Entalkoholisierte Weine und Biere können nie und nimmer jene geschmacklichen Sensationen vermitteln, die mithilfe von Alkohol möglich sind. Das Faible von Bierverrückten für Starkbiere ist auf die Geschmacksintensität jener Biere zurückzuführen, nicht, weil ihr Genuss rascher zum Rausch führt. Ich kenne keinen einzigen Biersommelier, der sich auf alkoholfreie Biere spezialisiert hätte. Nie habe ich einen Kollegen auch nur von einem einzigen alkoholfreien Bier schwärmen gehört – es sei denn mit der einschränkenden Eingangsfloskel: „Für ein alkoholfreies Bier …“. Ich schätze meine Biersommelier-Kollegen sehr. Die meisten von ihnen sind überaus kultivierte, kluge und verantwortungsbewusste Genießer. Es ist mir ein großes Glück, mit Kollegen stundenlang über sensorische Details besonderer Biere diskutieren zu können. Aber was haben wir alle am Begrüßungsabend des Sommeliertreffens im verwichenen November 2010 getan? Gezecht. Und wie! Die große Runde der Supernasen – inklusive der Weltmeisterschaftsteilnehmer – ließ sich beglückt ein Chodovar-Zwickl nach dem anderen reichen.

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Gesungen wurde beim Sommeliertreffen nicht. Obgleich Zechern eine große Anzahl von Liedern zur Verfügung steht. Auch das Trinkliedgut dreht sich hauptsächlich um die Wirkung des Gerstensafts (oder des Weins). In unterschiedlicher dichterischer Güte stehen Texte und Melodien zur Verfügung – auch für Trinkspiele gibt es Lieder. Nach meiner Erfahrung gibt es weder Birnensaft-Arien noch Orangenjuice-Trinkspiele. Trendwende? Bier und Wein sind uralte Kulturgüter – man streitet sich darüber, ob der vergorene Gersten- oder der alkoholisierte Traubensaft früher da war. Gesichert ist, dass wir auf einige tausend Jahre Wein- und Bier-, also Alkoholkultur zurückblicken. Erst in den jüngsten Jahrzehnten wird alkoholfreies Bier und alkoholfreier Wein erzeugt. Möglicherweise ist das der Beginn einer neuen Kultur, vielleicht eine Trendwende in die nächsten Jahrtausende unserer europäischen Weinund Bierwelt. Unter Umständen wird da etwas nachgeholfen, denn dem Vernehmen nach will die Europäische Union eine neue Alkoholpolitik durchsetzen, bei der ähnlich restriktiv vorgegangen wird wie beim Rauchen (Für alle, die sich hauptsächlich in Österreich aufhalten: Die Anti-Nikotinpolitik ist im Rest von Europa tatsächlich spürbar, nur hierzulande herrscht noch das Chaos). Die Frage ist, wie viele von jenen, die heute mit einer großen Selbstverständlichkeit zum Vierterl oder Krügerl greifen, auf alkoholfreies Bier oder Wein umsteigen würden. Oder ob sich im Falle einer restriktiven Alkoholpolitik neue Gewohnheiten ausbilden würden. Wir richten diese Frage auch an Brauer, Winzer und andere Profis und laden vor allem unsere Leser ein, sich an der Diskussion zu beteiligen. Antworten finden Sie unter www.genuss-magazin.eu/alkfrei.

Fotos Shutterstock, Archiv

Biergenuss und ein klarer Kopf. Weingenuss auch vor dem Bedienen einer Maschine. Verantwortungsvoller Genuss. So und ähnlich lauten die Slogans der Marken für alkoholfreie Weine und Biere.


Trinken Kolumne

Text Walter Kaltzin

Gelber Muskateller Tief durchatmen: Wir reden heute über den Gelben Muskateller. Er zählt zu den so genannten „Schmeckerten“. Das sind jene Rebsorten, die sich äußerst aromatisch-duftig zeigen. Wie etwa Sauvignon Blanc, Muskat Ottonel oder Traminer. Gemessen an der Verbreitung erreicht der Muskateller in Österreich zwar nur Raritätenstatus (ein Prozent der Fläche), in der Beliebtheit aber gilt er als Renner. Besonders in der Steiermark gehört der Muskateller bei vielen Winzern zur Visitenkarte des Hauses. Die Suche nach archetypischen Sortenvertretern führt in die Südsteiermark. Das Familienweingut Adam-Lieleg liegt im südsteirischen Naturpark in der Gemeinde EichbergTrautenburg. Jahr für Jahr dürfen die Muskateller-Freunde aus drei Weinen wählen. Der „Classic“ stellt die vielerorts übliche Variante dar. Spritzig-leichtfüßiges Dufterlebnis mit feiner Traubenaromatik, dazu frische Citrustöne. Sehr g’schmackig. Der reifere „Grand Classic“ zeigt sich exoti-

scher und schmelziger, die Traubigkeit kommt unverblümt. Die oberste Liga, „Privat“, besticht durch seine tiefe Traubenaromatik und wirkt einnehmend am Gaumen. Eleganz und Mineralität paaren sich auf hohem Niveau. Große Bedeutung – aus historischen Gründen – hat der Gelbe Muskateller auch im Weingut von Günter und Regina Triebaumer in Rust. Hier gibt es zwei animierende Sortenvertreter. Der eine entspricht dem Klischee: Trocken und resch, schmeckt knackig nach Pfirsich, Muskatnuss und Mandarinen. Der andere, mit Namen „Muscato“, steht auch für Trinkspaß, wenn auch eine süßlich-prickelnde Ausstattung vorliegt. Die erstgelesenen Muskatellertrauben werden hier zügig weiterverarbeitet und im Drucktank vergoren. Daraus entsteht ein hocharomatischer und sehr leichter Perlwein mit einer ordentlichen Portion delikater Fruchtsüße. Es verführt die Nase eine Kombination von Limettenfeeling, Blütenduft und ein Hauch Muskat.

Die „Schmeckerten“ zeigen sich äußerst aromatisch-duftig.

Molke genießen und gewinnen SalzburgerLand Frucht Molke ist die wohltuende Erfrischung für alle, die aktiv sind und dabei auch auf bewusste Ernährung achten. Naturbelassene Molke und ausgesuchte, hochwertige Früchte laden zum Genießen ein – egal, ob im 250-Milliliter-Packerl für den kleinen Durst, in der 500-Milliliter- oder der Ein-Liter-Packung. Frucht Molke ist leicht bekömmlich und ein wichtiger Bestandteil in einer ausgewogenen Ernährung. Denn durch die besonders schonende Zubereitung bleiben die wertvollen Bestandteile und wichtigen Nährstoffe bester, gentechnikfrei erzeugter Salzburger Alpenmilch erhalten. Pur oder gemischt – die SalzburgerLand Frucht Molke ist immer ein köstlicher Genuss und ein erfrischend fruchtiger Durstlöscher. „Die hohe Qualität unserer Molkegetränke wurde 2010 nicht nur mit zwei Goldmedaillen im internationalen DLG-Qualitätswettbewerb bestätigt, unsere Mango-Fruchtmolke ging auch als Sieger eines kürzlich vom GENUSS.MAGAZIN durchgeführten Tests hervor.“

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Fruchtmolke in neuem Design Nach dem erfolgreichen Relaunch der Ein-Liter-Packungen wurden nun auch die beiden kleineren Packerln auf die einheitliche Marke „SalzburgerLand Frucht Molke“ umgestellt. „Das neue Design wurde von den Konsumenten sehr gut angenommen. Daher haben wir dieses Erfolgskonzept jetzt auch für die 250- und 500-MilliliterPackungen übernommen“, erklärt Florian Schwap, Marketingleiter der Alpenmilch Salzburg, und ist sich sicher, dass „durch das einheitliche Design der gesamten Fruchtmolke-Range und die frische und große Darstellung der Früchte unsere Fruchtmolke-Packungen im Kühlregal noch leichter erkennbar sein werden.“ Apropos Fruchtmolke – für noch mehr Auswahl und Genuss sorgt die neu eingeführte Sorte Maracuja, eine der beliebtesten Ge-

schmacksrichtungen. Der hohe Fruchtanteil und der frische Geschmack machen auch diese neue SalzburgerLand Frucht Molke zum erfrischenden Genuss.

Molke trinken und dreifach genießen Von März bis September gibt es neben dem köstlichen Geschmack der SalzburgerLand Fruchtmolke noch viele weiter Gründe, sich für die Molkegetränke aus Salzburg zu entscheiden: Sieben Monate lang heißt es nämlich „Molke trinken und dreifach genießen“. Zu gewinnen gibt es zehn Wellness-Urlaube für zwei Personen für drei Übernachtungen im Vier-Sterne-Hotel und Wellness-Package in der Alpentherme Gastein. Aber das ist noch nicht alles: Auf jeder EinLiter-Molkepackung ist zudem ein Fünf-Euro-Sofort-Gutschein für den Besuch der Alpentherme Gastein integriert. Und damit Sie Ihre unvergesslich genüsslichen Momente mit SalzburgerLand Fruchtmolke oder einem Besuch der Alpentherme auch im Bild festhalten können, gibt es obendrauf noch einen Online-Gutschein über 50 Gratis-Fotoabzüge von www.snapfish.at.

www.milch.com


Reisen GENUSS.stücke

Reisen

„Man reist nicht billiger und nicht schneller als in Gedanken.“ – Georg Weerth, deutscher Schriftsteller –

Warum in die Ferne schweifen? Die Ferien beginnen bereits bei der Planung. Das haben sich die Österreicher scheinbar zu Herzen genommen und schwelgen schon jetzt in Urlaubsfantasien. Drei Viertel aller Österreicher planen, heuer zu verreisen, jeder Fünfte sogar öfter als im vergangenen Jahr. Das beliebteste Urlaubsziel bleibt weiterhin Österreich (41 Prozent), 33 Prozent zieht es ins benachbarte Ausland. Rund 2.000 Euro pro Person sind dabei als Urlaubsbudget vorgesehen. Das ergab eine Umfrage für den „Ruefa Reisekompass 2011“. www.verkehrsbuero.com

Wie lange noch? Zeit ist so unwahrscheinlich flexibel. Die Tage bis zum Urlaub scheinen sich ewig hinzuziehen, die Minuten hingegen, bis man aus seinem kuscheligen Bett steigen muss, vergehen blitzschnell. Die LifetimerUhr erinnert Sie auf technik-coole Art und Weise an die wichtigsten Ereignisse. Faszinierend, wie viel Zeit man damit verbringen kann, Knöpfe zu drücken, um herauszufinden, wie viel Zeit noch verbleibt … € 19,90, www.sowaswillichauch.at

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Dauer-Urlauber gesucht Mal so richtig lang Urlaub machen, aus dem Alltagstrott heraus und etwas ganz anderes erleben? Davon träumen viele. Die Bio-Hotels haben sich anlässlich ihres zehnten Geburtstags etwas Besonderes ausgedacht: 180 Tage im Bio-Hotel. Während andere das nächste Topmodel, einen Dschungel-König oder den Superstar suchen, braucht der Verein einfach nur jemanden, der ab Mai 2011 ein halbes Jahr lang rund 50 Bio-Hotels bereisen möchte. Aber: Der Kandidat kann sich dabei natürlich nicht ganz auf die faule Haut legen. Im Tausch gegen 180 Tage Urlaub wünschen sich die Hoteliers Geschichten von den Erlebnissen, die dem Dauerurlauber auf seiner langen Reise widerfahren. www.180-tage-bio-hotels.info


Fotos BÖG, www.sowaswillichauch.at, Shutterstock, iStockPhoto

Beste Österreichische Gastlichkeit Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Ein häufig gebrauchter Satz, aber wenn es doch so ist …? Ein Urlaub in Österreich bietet so viele Vorteile und spannende Orte, die es zu entdecken gilt. Damit auf der Reise auch die lukullischen Freuden nicht zu kurz kommen, empfehlen wir, sich den neuen BÖGGuide ins Handschuhfach zu legen und bei aufkommendem Hungergefühl zur Hand zu nehmen. Auf 486 Seiten bietet er über 300 Restaurants, 669 Genusswirte, die 113 Genuss Regionen Österreichs, eine Übersicht über die beliebtesten touristischen Genussziele und ausgesuchte Tipps für interessante Ausflüge, Familienund Firmenfeiern. Der BÖG-Guide ist kostenlos über die Homepage zu bestellen. www.boeg.at

Ehrlich & verlässlich Wer als Hotelgast seine Rechnung brav bezahlt und keine Gegenstände aus dem Zimmer mitgehen lässt, hat gute Chancen, auf der Beliebtheitsskala der Hoteliers ganz oben zu stehen. Das ergab eine Umfrage der Online-Hotelreservierungsplattform hotel.info unter mehr als 700 europäischen Hoteliers. Nach der „Ehrlichkeit“ (100%) steht an zweiter Stelle die Eigenschaft „Verlässlichkeit“ (95%). Der perfekte Gast storniert nicht in letzter Sekunde oder missachtet die Check-In- und Check-Out-Zeiten. Als drittwichtigste Gäste-Eigenschaft gilt unter Hotelverantwortlichen die „Freundlichkeit“ des Gastes gegenüber dem eigenen Personal. „Sauberkeit“ und „Großzügigkeit“ hingegen – Gasteigenschaften, die man vermutlich als besonders wichtig eingeschätzt hätte – werden offenbar weniger Bedeutung beigemessen. www.hotel.info

Klein, aber oho Dieser kleine und leicht zu transportierende Mini-Grill mit dem Namen „Grilliput“ ist der ideale Reisebegleiter, denn Sie können ihn in jede Tasche stecken, überall hin mitnehmen und an jedem Ort aufbauen. Aufgestellt bietet er eine Grillfläche von 26 mal 23 Zentimetern und kann bis zu 560 Gramm Grillgut tragen. Er ist aus rostfreiem Stahl gefertigt und zudem spülmaschinentauglich. Zusätzlich enthält der Grilliput eine Reinigungsfuge, die es ermöglicht, die Grillstäbe sofort nach dem Grillen zu säubern, bevor Sie den Mini-Grill wieder in Ihre Tasche packen. € 29,95, www.sowaswillichauch.at

Pfui Teufel Schlimmer geht´s nimmer. Die dreckigsten Hotels Europas und der USA kürte nun die Reise-Webseite TripAdvisor. Das Ergebnis in Kürze: Die Türkei löst England an der Spitze der europäischen EkelRangliste ab, in London und Amsterdam gibt es besonders viele Schmutzhotels, das dreckigste Hotel Europas steht in der Türkei (Club Aqua an der türkischen Ägäis), das ekeligste Amerikanische in Tennessee (Grand Resort Hotel & Convention Center). www.tripadvisor.de

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Reisen Wien

Wohnzimmer-Atmosphäre. Das „Unger und Klein“ soll ein Wohnzimmer sein für Weinliebhaber, ein Treffpunkt für Freunde, ein nettes Lokal um die Ecke für die Menschen der Gegend.

Kaffeehauskultur. Im „Café Maria Treu“ ist der Spagat zwischen Tradition und Zeitgemäßem gelungen – sowohl im Ambiente als auch in der Küche.

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Text Konrad Holzer

Wien isst anders Kulinarische Insider-Tipps in Wien – empfohlen von einem Wien-Insider.

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u einem Wien-Besuch gehört sowieso das gute Essen. Dieses wird den Touristen in der Bundeshauptstadt auch geboten – egal, in welcher Geschmacksrichtung. Die Schnitzeln beim Figlmüller, der Tafelspitz beim Plachutta, die Stelze im Schweizerhaus, die Sachertorte im Sacher und was da noch so alles in den einschlägigen Führern steht. Wenn dieser Tourist aber etwas Anderes, etwas Spezielles sucht und wenn er dort einkehren will, wo rund um ihn nur Einheimische sitzen und nicht schon wieder seinesgleichen, dann ist guter Rat teuer. Den findet er in den Führern, die von Menschen geschrieben wurden, die wirklich in Wien herumgegangen sind und nicht aus anderen Büchern abgeschrieben haben, bei freundlichen Einheimischen oder hier auf den folgenden Seiten. Da soll nämlich von einem Weinlokal in der Innenstadt, von einem Café in der Josefstadt, einem typischen Gasthaus in Fünfhaus und einem Fischrestaurant in Hernals die Rede sein. Wein im Ersten Zwischen dem belebten Donaukanal-Kai und dem immer mehr boomenden Salzgries liegt der ruhige Rudolfsplatz. Er hat mit seinen Gründerzeithäusern ein gewisses Pariser Flair, das durch Kinderspielplatz und Park eine eigene Note erhält. In einer kleinen Seitengasse dieses Platzes liegt das „Unger und Klein“. Im Jahr 1992 planten Helmut Unger und Michi Klein ein Wohnzimmer für Weinliebhaber, einen Treffpunkt für Freunde, für die Menschen in der Gegend, so ein nettes Lokal um die Ecke halt. Das gab es zu dieser Zeit und in dieser Form in Wien noch nicht. Architekt Gregor Eichinger hatte damals das Gespür für die gar nicht so präzise und detailliert geäußerten Vorstellungen der Besitzer und entwarf ein Lokal, das noch immer eines der schönsten von Wien ist, eine gewisse Patina angesetzt hat und nach wie vor die an es herangetragenen Bedürfnisse hundertprozentig erfüllt. So wurde das „Unger und Klein“ auch mit dem Adolf Loos-Preis für außergewöhnliches Design in der Kategorie Geschäftslokale und Restaurants ausgezeichnet. Was erwartet einen Besucher von „Unger und Klein“? Zuerst einmal die Weine. 20 bis 25 gibt es auf jeden Fall offen,

auf besonderen Wunsch werden aber auch die Flaschen aus dem Regal aufgemacht. Dazu gibt es ausgezeichnete Würste, Schinken, Käse, Pikantes und Brot. Man sitzt an kleinen Tischchen oder rund um einen Großen, der die Kommunikation fördert. Umgeben von Flaschen und Kisten. Sind die Besucher beim Hereinkommen zuerst einmal erstaunt, machen sie beim Hinausgehen in den meisten Fällen glückliche Gesichter. Mitten im Achten Auch wenn man – egal, in welchem Land oder in welcher Stadt – Kaffeehäuser sofort erkennt, sind das doch höchst individuelle Lokale. In Wien unterscheiden sich die von den Touristen heimgesuchten Kaffeehäuser in der Innenstadt deutlich von jenen rund um den Gürtel. Mitten in einem der bürgerlichsten Bezirke, in der Josefstadt, liegt einer der schönsten Plätze Wiens, der Piaristenplatz. Beherrscht von der barocken Pracht der Piaristenkirche und mit Bäumen bestanden, ist er ein echtes städtebauliches Juwel. In der warmen Jahreszeit bietet er Platz für den Schanigarten des „Cafés Maria Treu“. Es ist fast 100 Jahre alt und seit fast zehn Jahren führt es Lotte Reiter. Sie schafft den Spagat zwischen Tradition und Zeitgemäßem sowohl im Ambiente als auch in der Küche. Denn auch ihre Gäste kommen aus den verschiedensten Schichten. Da gibt es die berühmte Hofratswitwe und die Baronesse, ebenso wie die Schüler des Piaristengymnasiums und die Schauspieler des naheliegenden Theaters in der Josefstadt, dessen Pausenbuffet übrigens auch vom „Café Maria Treu“ ausgerichtet wird. Von Montag bis Freitag werden in dem angenehm ruhigen Lokal zwei, Samstag und Sonntag ein Menü und dessen Hauptspeise als Tagesteller serviert. Auf der Speisekarte findet man die typisch wienerischen Kaffeehausgerichte, wie Kalbsrahmgulasch mit Semmelknödel, aber auch Vegetarisch-Leichtes und international angehauchte Speisen. Reiter hat einen gewissen Hang zum Französischen, schließlich hat sie sich ihr gastronomisches KnowHow in einer Crêperie erarbeitet. Sie weiß, dass vieles am allerbesten ist, wenn man es selber macht. So sind nicht nur alle Mehlspeisen hausgemacht, sondern auch die Grießno ckerln für die Suppe.

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Reisen Wien

Quelle der Gasthauskultur. Der ehemalige „Kirchenwirt“ heißt jetzt „Quell“.

Ein Gasthaus in Fünfhaus Fünfhaus, so heißt der 15. Wiener Gemeindebezirk und mitten drinnen, in der Reindorfgasse steht die barocke Wallfahrtskirche Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Davor liegt ein kleiner Platz und das Ensemble, das durchaus dörflichen Charakter hat, wird durch ein Gasthaus ergänzt. Früher, noch im 19. Jahrhundert, war es der „Kirchenwirt“, seit den 1930er-Jahren ist es der „Quell“. Eduard Peregi erzählt gerne die Geschichte seines Gasthauses. Er übernahm das Lokal 2004 vom legendären Poldi Quell, der es 40 Jahre lang geleitet hat und einen Nachfolger suchte, der es in seinem Sinn weiterführen würde. Nachdem Peregi vom Grund war – seine Eltern besaßen das Fischgeschäft am Schwendermarkt – war man sich nach einem zehnminütigen Gespräch per Handschlag handelseins. So hat das alte, gemütliche Gasthaus mit der dunklen Lamperie einen neuen Besitzer bekommen und ist doch das vergrößerte Wohnzimmer nicht nur der Menschen aus dem Bezirk geblieben. Übrigens: Als Willi Resetarits noch Dr. Kurt Ostbahn war, hat er seine Live-CD „Ein Abend im Gasthaus Quell“ dort aufgenommen. Der 15. Bezirk ist jener mit dem höchsten Ausländeranteil Wiens. Peregi sieht das positiv. Selbst er habe als waschechter Wiener ungarische und serbische Vorfahren. Ob-

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wohl sein Lokal doch von Grund auf wienerisch sei, kämen gerne ausländische Gäste zu ihm zum Essen. Dieses Multikulti-Gefühl hat man auch, wenn man die Speisekarte liest. Bei aller wienerischen Dominanz (Tafelspitz, Schnitzel und Backhendl) findet man auch Krautrouladen, SzegedinerGulyas und gefüllte Paprika. Beim „Quell“ gibt es eine Standard- und eine Wochenkarte, auf der dann durchaus auch Innereien und Fisch zu finden sind. Trotzdem soll es Leute geben, die beim „Quell“ immer nur das eine essen: Fischbeuschlsuppe, Welsgulasch und als Nachspeise Marillenpalatschinken. Die Preise sind – wie man in diesem Zusammenhang gerne sagt – sehr moderat. Dazu trinkt man hier primär Bier, und zwar aus Hirt vom Fass, auch das dunkle Morchel und das tschechische Pilsner Urquell vom Fass. Die Weine kommen aus Niederösterreich, der Schankwein noch im Doppler aus Kollnbrunn. Fisch in Hernals Viel Charme besitzt die Hernalser Hauptstraße nicht. Dort draußen zwischen Vorortelinie und Sportclub-Platz hat man eher das Gefühl, sie diene nur dazu, die Vorstadt schnellst möglich hinter sich lassen zu können, um ganz rasch ins Grüne zu kommen. Vielleicht hatte Hernals in  den 1980er-Jahren noch mehr Reiz – der Sportclub war

Schöne Ferien. Eigentlich wollte Tamara Jurasic nur Urlaub in Wien machen. Doch sie ist geblieben und betreibt jetzt seit 2002 das „Bodulo“.

Genuss-Erlebnis mit Ausblick Modern, stylish und urban – hoch über den Dächern Wiens in gediegener Atmosphäre speisen, der Blick schweift über die Stadt, die dem Gast buchstäblich zu Füßen liegt. Im zwölften Stock des Hotels „Am Parkring“, an der Ringstraße gelegen, verführt das Restaurant „Das Schick“ mit einer außergewöhnlichen und schmackhaften Mischung aus österreichischen und spanischen Spezialitäten.

Österreichisch-spanisches Gaumenspiel

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Das kulinarische Hauptaugenmerk liegt auf der Verschmelzung hochwertiger saisonaler und regionaler Produkte aus den Genuss Regionen Österreichs und aus Spanien zu köstlichen Gaumenfreuden auf höchstem Niveau. Dieses länderübergreifende Zusammenspiel spiegelt sich auch in der Getränkeauswahl wider – typische österreichische und spanische Spitzenweine, sowie prickelnder Sekt und feinste Edelbrände aus beiden Ländern runden die Spezialitäten aus der Küche perfekt ab. Besonders beliebt: Das Schick-Menü – saisonales Degustationsmenü, Business Lunch von Montag bis Freitag und Dinner & Casino – erleben Sie die schönsten Glücksmomente.

Restaurant „Das Schick“ 1010 Wien, Parkring 12 Tel.: 01/514 80-417, www.das-schick.at Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 12:30 bis 15 Uhr und 18 bis 22:30 Uhr


Reisen Wien

Best fish in town. Das Bodulo – laut Tamara Jurasic „eines der besten Fischlokale Wiens“ – ist berühmt für seine dalmatinischen Fischspezialitäten.

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Die Weine – sowohl weiß als auch rot, offen und aus der Bouteille – kommen zu gleichen Teilen aus Österreich und Kroatien, zwei Italiener stehen auch auf der Karte. Und weil immer mehr Gäste Weine mit nach Hause nehmen, ist eine kleine Vinothek im Anschluss an das Lokal geplant, in der verkostet werden kann, die aber auch dazu dient, einem die Zeit, in der man auf einen Tisch wartet, zu verkürzen. Die fantastischen Vier Es wäre nicht Wien, wenn es nicht noch viele weitere Lokale mit der ganz speziellen Qualität und dem entsprechend besonderen Flair gäbe. Ganze Bücher könnte man füllen, wenn man über all die Gasthäuser, Beisln und Restaurants schriebe, in die man einen Wienbesucher führen möchte. Die vier hier Vorgestellten haben halt darüber hinaus noch etwas, das man mit Worten nur schwer ausdrücken, dafür besser fühlen, spüren und schmecken kann. Probieren Sie es doch aus.

Adressen  Unger

und Klein 1010 Wien, Gölsdorfgasse 2 Tel.: 01/532 13 23, www.ungerundklein.at

 Café

Maria Treu 1080 Wien, Piaristengasse 52 Tel.: 01/406 47 09, www.cafe-mariatreu.at

 Quell

1150 Wien, Reindorfgasse 19 Tel.: 01/893 24 07, www.gasthausquell.at  Bodulo

1170 Wien, Hernalser Hauptstraße 204 Tel.: 01/486 43 11, www.bodulo.at

Fotos Konrad Holzer, Bodulo

zu dieser Zeit auf jeden Fall erfolgreicher als jetzt – aber wie auch immer, ein Dalmatiner setzte es sich in den Kopf, in einem ehemaligen Weinhaus mit dem „Bodulo“ das erste dalmatinische Fischrestaurant zu eröffnen. Seine Anfänge waren nicht wirklich erfolgreich, sodass die Nachbarn ihm rieten, doch lieber Stelzen zu verkaufen. Er aber blieb dem dalmatinischen Fisch treu und mit der Zeit und dank gastrojournalistischer Hilfe bekam er Recht. Als die 25-jährige Tamara Jurasic 2002 das Bodulo übernahm, war es bereits ein Begriff geworden. Die junge Magistra aus Istrien – sie hatte Hotel- und Tourismus-Management studiert – wollte ursprünglich nur Urlaub in Wien machen, ist dann aber geblieben, hat Deutsch gelernt und mit ihrem damaligen Mann, einem Koch, das „Bodulo“ übernommen. Damals wie heute kommt der Großteil der Fische – immer über den gleichen Importeur – aus Dalmatien. Zwei bis drei Mal in der Woche liefert er Brassen, St. Petersfisch, Angler, Knurrhahn und was es da noch so an adriatischen Spezialitäten gibt. Aber, weil die Adria schon recht ausgefischt ist, werden im „Bodulo“ auch Austern aus Frankreich, Lachs aus Norwegen und Steinbutt aus Holland serviert. Jurasic weiß genau, wie viele Stammgäste sie hat (nämlich 3.500), auch ist ihr bekannt, woher die alle kommen, nämlich zum Großteil aus Niederösterreich, dann aus Wien und ein Teil auch aus anderen Bundesländern. Dabei hat sie nicht allzu viel Platz, höchstens für 60 Personen, im Sommer gibt es einen Schanigarten, in dem zusätzliche 28 Gäste Platz finden. Sie stellt selbstbewusst fest, dass sie, was die Qualität betrifft, zu den besten Fischlokalen Wiens zählt, beim Ambiente und der Ausstattung bleibt sie gerne vorstädtisch-gemütlich. Aber auch da ist ein vorsichtiger Umbau geplant, im Zuge dessen sie versuchen wird, sich den Bedürfnissen der neuen Zeit anzupassen. Die kulinarischen Hits im „Bodulo“ sind bei den Vorspeisen die Muscheln und der gegrillte Oktopus mariniert in Trüffelöl und Weißweinessig. Bei den Hauptspeisen dominieren natürlich Fischgerichte, gegrillt oder in der Salzkruste. Zum Abschluss noch ein kurzer Abstecher zu den Desserts: Die Rozata ist eine Art Creme Caramel, die aus Dubrovnik stammt und mit Orangen verfeinert wird.


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GENUSS wirte

Die Genuss Wirte punkten bei ihren Gästen vor allem mit regionalen Spezialitäten aus den Genuss Regionen und einem Top-Speisenangebot.

Niederösterreich

Steiermark

Das Beste aus Wald- und Weinviertel

Hof, Wirtshaus und Herberge

In Maissau, wo das Weinviertel an das Waldviertel grenzt befindet sich seit drei Generationen der Landgasthof „Zum Naderer“. Der Traditionsbetrieb setzt kulinarisch auf klassisch Österreichische Küche, die durch moderne saisonale Kreationen erweitert wird. Die Zutaten stammen vorwiegend aus der näheren Umgebung und deren Genuss Regionen. Dies zeigt auch die Auszeichnung mit dem AMA-Gastrosiegel. Das angeschlossene Amethysthotel „Zum Naderer“ bietet außergewöhnlichen Komfort und attraktive Gourmet-Packages. Die 26 mit Edelsteinthemen gestalteten Hotelzimmer laden zu Ruhe und Erholung ein, mit einem einzigartigen Ausblick auf das Weinviertel.

Ein Kulturgut mitten im Dorf. Seit Generationen tief verwurzelt in der Region und im Jahreskreis. All das spiegelt sich auch in der Küche wider: Das Beste von den Produzenten der Gegend und den GenussRegionen Österreich zu feinsten Spezereien rund um Wald, Wasser, Weide und Garten veredelt. Der Eberhard ist ein Ort zum Verweilen, Ausruhen und Geniessen – in gemütlichen Stuben und dem herrlichsten Gastgarten der Region. Ein Platz für Reisende zum wunderbar Schlafen, für Stammtischrunden ebenso wie Geschäftsbesprechungen und Familienfeste.

GENUSS.wirt Amethysthotel & Landgasthof „Zum Naderer“ e.U. 3712 Maissau, Am Berg 44, Tel.: 02958/82 33 40, www.zumnaderer.at

GENUSS.wirt Gasthof Eberhard 8770 St. Michael, Raiffeisenstraße 24, Tel.: 03843/22 22, Fax: 03843/22 22-4 st.michael@gasthof-eberhard.at, www.gasthof-eberhard.at

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 7:30 bis 23 Uhr Warme Küche von 11:30 bis 21:30 Uhr

Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 17 bis 24 Uhr Dienstag bis Donnerstag, Samstag und Sonntag von 8 bis 24 Uhr

Kärnten

Niederösterreich

Qualität genießen, gesunde Küche, leichter Genuss

A g´standenes Wirtshaus

Treffen ist ja so was wie das Tor zum Gegendtal. Der Gegendtalerhof der Familie Kramer gilt wiederum als kulinarische Hochburg im Tal. Kulinarische Qualität zeichnet sich durch Kochkunst und Frische aus. Welche Grundprodukte können schon frischer sein als die aus unserer Umgebung: Mölltal Lamm, Nockalm Rind, Kärntner Låxn, Gailtaler Almkäse usw. Die Auszeichnung GenussWirt 2011 (Landessieger) ist für uns Vollblutwirte Bestätigung und Auftrag, unseren Gästen weiterhin beste heimische Qualität zu bieten. Auszeichnungen: Landessieger GenussWirt 2011, AMA-Lizenzsiegel, Gesunde Küche – zwei Grüne Herzen. Unser Restaurant bietet Platz für 70 und der Gastgarten für 80 Personen. Großer Kinderspielplatz, familienfreundlich, ausreichend Parkplätze.

„Die Reisinger“ ist das, was man treffenderweise als echtes g’standenes Stadtwirtshaus bezeichnet. Es liegt direkt im Zentrum von Hollabrunn, hat einen großen Saal für Veranstaltungen, eine gemütliche Gaststube mit Holzboden sowie eine erdverbundene Küche, die durch internationale Einsprengel aufgelockert, für jeden das Passende bereithält. So offeriert Birgit Reisinger neben Carpaccio, Beefsteak und Fisch vorwiegend Wirtshausklassiker wie Nierdl mit Hirn, Blunzngröst’l mit Gabelkraut, Tafelspitz samt klassischen Beilagen oder Wildschweinbraten in Wurzelrahmsauce. Dass dazu, abgesehen von einem gepflegten Bierchen, der passende Wein im Keller lagert, versteht sich in einem Weingasthof im Weinviertel von selbst.

GENUSS.wirt Familienrestaurant-Gegendtalerhof 9521 Treffen, Millstätter Straße 39 Tel.: 0699/10 86 41 08, www.gegendtalerhof.com

GENUSS.wirt Weingasthof Restaurant Reisinger 2020 Hollabrunn, Hauptplatz 11 Tel.: 02952/21 62, www.restaurant-reisinger.net

Öffnungszeiten: Donnerstag bis Montag von 9 bis 24 Uhr; Dienstag und Mittwoch Ruhetag (bis Ende April). Küchenöffnungszeiten von 11:30 bis 21 Uhr.

Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag ganztags; Mittwoch, Sonntag und Feiertag bis 14 Uhr. Montag Ruhetag.

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Promotion

Umweltbewusster Genuss. Betriebe mit dem Umweltzeichen Tourismus sind ein Garant für hohe Qualität – der umweltbewusste Genießer findet in der neuen Broschüre alle 80 Adressen auf einen Blick.

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Umweltfreundliche Wiener Gastlichkeit Ab sofort erhältlich: Die neue Broschüre „Umweltfreundliche Wiener Gastlichkeit“. Alle 80 mit dem Umweltzeichen Tourismus ausgezeichneten Wiener Betriebe auf einen Blick.

Aktualisiert und neu aufgelegt hat die Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22 wieder ihre Broschüre „Umweltfreundliche Wiener Gastlichkeit“. Darin finden sich alle Kaffeehäuser, Heurigen, Restaurants, Hotels und Cateringbetriebe sowie ein Campingplatz in Wien, die mit dem Umweltzeichen Tourismus ausgezeichnet sind. Das bedeutet, dass diese Betriebe mit innerbetrieblichen ökologischen Maßnahmen wie Energiesparen, sorgsamer Nutzung von Ressourcen oder Vermeidung von unnötigem Abfall einen Beitrag zum Umweltschutz in Wien leisten. Umweltzeichen Tourismus-Betriebe sind für den umweltbewussten Gast ein Garant für eine hohe Qualität bei den angebotenen Produkten. So wird beim Speisenangebot auf Bio-Produkte und Lebensmittel, die aus der Region stammen, geachtet.

Wien als Vorbild „Wien hat die meisten Umweltzeichen-Betriebe österreichweit, das beweist einmal mehr, dass ökologisches Handeln in immer mehr Wiener Betrieben eine Selbstverständlichkeit ist“, so Umweltstadträtin Ulli Sima. „Insgesamt gibt es 80 Tourismusund Gastronomie-Betriebe mit dem Umweltzeichen Tourismus in Wien, die mit ihren freiwilligen Umweltmaßnahmen weniger Energie verbrauchen, Abfall reduzieren und sich zugleich Betriebskosten einsparen“, so Sima. „Fünf-Sterne-Hotels und First-Class-Restaurants finden sich ebenso unter den Umweltzeichen-Betrieben wie die einfache, aber gemütliche Pension oder das Wirtshaus um die Ecke. Denn auch für die kleineren Betriebe lohnt es sich, am Umweltprogramm des Umweltzeichen Tourismus teilzunehmen“, so Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener Umweltschutzabteilung.

Umweltzeichen Tourismus Das Umweltzeichen für Tourismusbetriebe ist ein österreichisches Zertifikat. Wiener Betriebe, die dieses Zertifikat erlangen wollen, werden vom ÖkoBusinessPlan Wien beraten und gefördert. Der 1998 von der Wiener Umweltschutzabteilung ins Leben gerufene ÖkoBusinessPlan Wien ist ein Programm der Stadt Wien, das Wiener Unternehmen bei der Umsetzung von umweltrelevanten Maßnahmen im Betrieb unterstützt und dazu beiträgt, ihre Betriebskosten zu senken.

Über 70 Muss-Anforderungen Die mit dem Umweltzeichen Tourismus ausgezeichneten Betriebe erfüllen weit über 70 Muss-Anforderungen in den Bereichen Abfall- und Abwasservermeidung, effizienter Energieeinsatz, umweltfreundlicher Einkauf und ökologische Reinigung. Ob alle Kriterien für die Vergabe des Gütesiegels erfüllt sind, wird vom Verein für Konsumenteninformation regelmäßig überprüft.

Broschüre „Umweltfreundliche Wiener Gastlichkeit“ Die kostenlose Broschüre „Umweltfreundliche Wiener Gastlichkeit“ können Sie beim Foldertelefon der Wiener Umweltschutzabteilung unter der Telefonnummer 01/4000-73420, per E-Mail (uk@m22.magwien.gv.at) oder direkt auf der Homepage der Wiener Umweltschutzabteilung anfordern. www.umweltschutz.wien.at • www.oeko-gastlichkeit.wien.att

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Reisen Ungarn

Eine magyarische Genussreise Ungarn ist derzeit Ratsvorsitzender der Europäischen Union. Ein, aber nicht der einzige Grund, sich dieses Land auch aus kulinarischer Sicht einmal genauer anzusehen.

Brückenschlag. Die Kettenbrücke ist die älteste und bekannteste Donaubrücke in Budapest. Sie verbindet den Adam-Clark-Platz vor dem Budaer Burgberg mit dem Roosevelt-Platz der Pester Innenstadt.

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Text Barbara Kunze

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enn man als Österreicher das ehemalige k.u.k.-Gebiet Ungarn bereist, fühlt sich das zunächst ziemlich vertraut an. Städtische Prunkbauten, Pflastersteine auf den Straßen und viel Schlagobers auf den Torten generieren ein starkes Gefühl von Daheim. Zumindest so lange, bis man das erste mit diakritischen Zeichen gespickte Straßenschild erblickt, das einen nicht einmal daran denken lässt, sich in der Öffentlichkeit an die Aussprache zu wagen. Schlagartig wird einem bewusst, doch in einer ganz anderen Kultur gelandet zu sein und man beginnt mit einer spannenden Entdeckungsreise. Im Zeichen des Paprika Der ideale Startpunkt für eine kulinarische Reise durch Ungarn ist die Hauptstadt Budapest. Und wo könnte man sich einen besseren Überblick über die landestypischen Spezialitäten verschaffen als im Bauch der Stadt – dem Markt? In der zentralen Markthalle (Központi Vásárcsarnok) drängt sich unter der hohen Stahlkonstruktion ein Stand an den nächsten. Verkauft wird alles, was deftig schmeckt und sich gut lagern lässt. Natürlich wird auch den Touristen Tribut gezollt. So hat jeder Fleischer neben Speck, Sauschädeln und Salami auch Paprikapulver als typisch ungarisches Mitbringsel im Angebot. Dabei ist das berühmte ungarische Nationalgewürz eigentlich eine relativ neue Erscheinung. Als im 16. Jahrhundert die Türken über Ungarn herrschten, begannen diese, Paprika anzubauen. Auch wenn der so genannte „türkische Pfeffer“ lange brauchte, um sich seinen Weg in die Rezepte und Kochbücher Ungarns zu bahnen, ist er seit dem 19. Jahrhundert selbst aus der gehobenen magyarischen Küche nicht mehr wegzudenken. Gulyás ist nicht gleich Gulasch Wer in Österreich gerne Gulasch isst, sollte informiert sein, bevor er in Ungarn Gulyás ordert. Das heutige Nationalgericht, das Hirtenfleisch (Gulyás Hús), war ursprünglich eine einfache Mahlzeit für Viehhirten. Der traditionell im Kessel über offenem Feuer zubereitete Fleischeintopf ist relativ flüssig und daher eher mit unserer Gulaschsuppe zu vergleichen. Wer ein Gulasch im österreichischen Sinn essen möchte, bestellt Pörkölt, wobei dieses anstatt mit Rindfleisch auch mit Schwein, Lamm oder Innereien wie Leber oder Kutteln zubereitet sein kann. Wird das Gericht zusätzlich mit Rahm verfeinert, firmiert es unter Paprikás. Die beste Methode, solch feine Unterschiede zu verinnerlichen, ist, die Probe aufs Exempel zu machen. Und wenn man schon einmal in der Budapester Markthalle ist, bietet sich der erste Stock an. Dort drängt man sich an zahlreichen Tischen mit Textilien, Kunsthandwerk und Souvenirs vorbei und landet schließlich bei einem kleinen Stand, der all die Köstlichkeiten bereithält, die man gedanklich mit der ungarischen Küche verbindet: Pörkölt in zahlreichen Varianten, gefüllte Paprika, Lecsó und Lángos, Krautrouladen, pikan-

te Paprikawürste und viele andere deftige Leckereien, die eine Entscheidung schwer machen. Es steht außer Frage, dass man hier viel mehr ordern wird, als im Magen Platz hat – dafür sorgt neben den mundwässernden Gerüchen nicht zuletzt der günstige Preis. Sweet Sightseeing Gut gesättigt und glücklich verlässt man die Markthalle und begibt sich auf einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt. Sollte sich nach all der Völlerei dennoch eine kleine Lust auf Süß einstellen, wird man im Traditionsbetrieb Gerbeaud sicher fündig. Esterházytorte, Dobosschnitte und Apfelstrudel präsentieren sich verlockend in der Vitrine des 1858 gegründeten Cafés. Die Kalorien lassen sich anschließend wunderbar durch die Besteigung des Burgberges Várhegy verbrennen. Nach einer kurzen Besichtigung der Matthiaskirche bietet sich von der nebenan gelegenen Fischerbastei ein wunderbarer Ausblick auf die Donau und den Stadtteil Pest. Oder man erledigt die Sightseeing-Tour schwimmend in einem der berühmten Thermalbäder Budapests. Architektonisch besonders ansprechend ist das im Sezessionsstil erbaute Gellért-Bad sowie die palastartige  Széchenyi-Anlage.


Reisen Ungarn

man zudem einen beeindruckenden Blick über das ungarische Flachland. Auch Besuche in die umliegenden Dörfer Mád, Tarcal, Tolcsva und Sárospatak lohnen sich, nicht zuletzt, um dort das eine oder andere Weingut zu besuchen und sich in die Geheimnisse der Tokajer-Erzeugung einweihen zu lassen. Der Süßwein, den es übrigens in mehreren Zuckergradationen gibt, lässt sich am besten zusammen mit den lokalen Spezialitäten verkosten. Gänseleber in allen erdenklichen Varianten passt natürlich immer, etwas ungewohnter ist da schon die Kombination mit der typisch ungarischen Obstsuppe (Gyümölcsleves). Diese wird als Vor- oder Nachspeise gegessen und besteht hauptsächlich aus Milch, Zucker, Gewürzen und Obst der Saison wie Äpfeln, Pfirsiche, Kirschen und Himbeeren. Da die Suppe kalt serviert wird, ist sie ein ideales Sommergericht.

Prost! Vor dem Rákóczi-Weinkeller, dem größten in Tokaj-Hegyalja, steht eine Statue mit dem betrunkenen Bacchus.

Das süße Gold Ungarns Nächstes Ziel ist der fast nordöstlichste Winkel Ungarns, zugleich Weinzentrum des Landes. Allein die Fahrt dorthin, von Budapest aus durch die große ungarische Tiefebene, ist ein Erlebnis für sich. Die weite Ödnis der mittlerweile zu großen Teilen bewirtschafteten Puszta ist hier stellenweise noch vorhanden. Ungarische Steppenrinder weiden neben den kleinen Straßen, auch die gelockten Mangalitza Wollschweine werden hier gezüchtet. Zwischen Puszta und den Karpaten liegt schließlich das winzige Dorf Tokaj, aus dem einer der traditionsreichsten Weine der Welt stammt. Der Süßwein aus der Weinbauregion Tokaj-Hegyalja wurde in früheren Zeiten als „Wein der Könige, König der Weine“ bezeichnet, da er in adeligen Kreisen äußerst beliebt war. Nach einigen Jahrzenten des Qualitätsverlustes hat die Spezialität heute zu altem Glanz zurück gefunden und kann sich getrost wieder als das süße Gold Ungarns bezeichnen. Aber auch die trockenen Weine der Region sind nicht zu verachten und beleben die Gegend mit einem stetigen Touristenstrom. Wohlgemerkt, wir sprechen hier von einem Städtchen, dessen Altstadt man in fünf Minuten durchquert hat. Weinselig und zu Fuß. Eine kleine Altstadt bedeutet aber nicht, dass es hier nichts zu sehen gibt – immerhin hat die Region WeltkulturerbeStatus. Zahlreiche Spazierwege führen durch die wunderschönen Weingärten, von den höher gelegenen Anlagen hat

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Lángos, Lecsó, lecker Deftiger als Gänseleber & Co, aber nicht weniger schmackhaft, ist ein anderes Gericht, das vor allem als kleine Nachmittagsjause schmeckt: Lángos. Wenn Sie jetzt an die knoblauchölgetränkte Teigscheibe denken, die auf Volksfesten und in Vergnügungsparks ihren charakteristischen Duft verbreitet, verbannen Sie dieses Bild bitte schnell wieder aus Ihrem Kopf. Wofür sich die Ungarn Nachmittag für Nachmittag an den kleinen und jeweils nur für ein paar Stunden geöffneten Ständen anstellen, hat damit nichts zu tun. Denn in Ungarn schmeckt der in reichlich Fett ausgebackene Hefeteigfladen wunderbar flaumig und saftig. Nach der Behandlung mit Knoblauch kann Lángos zudem noch mit Käse, Sauerrahm und Letscho belegt werden. Letscho beziehungsweise Lecsó ist ein Schmorgemüse mit Zwiebeln, Tomaten und natürlich Paprika und auf ungarischen Speisekarten nicht als Beilage, sondern als Hauptgericht zu finden. Schlagen Sie ruhig zu, beim Verdauen hilft später ein Gläschen Unicum der Brennerei Zwack. Der Magenbitter ist ein beliebter ungarischer Digestif und besteht aus rund 40 verschiedenen Kräuter- und Wurzelextrakten.

Ungarn


Ein Fogosch schwamm im Balaton Bevor es wohlgenährt wieder zurück nach Hause geht, bietet sich ein Abstecher zum Balaton, hierzulande besser bekannt als Plattensee, und seine umliegenden Thermalquellen an. Die Kulinarik der Region steht natürlich ganz im Zeichen der Seebewohner, vor allem der heimische Zander Fogosch (Fogas) dient als Zutat für zahlreiche Fischgerichte. Auch Hecht, Wels und Karpfen aus dem Balaton schmecken vorzüglich, besonders als Fischsuppe (Halászlé). Reichlich gewürzt mit … – Sie haben es sicher schon erraten. Wenn Sie also gerne Paprika essen, ist es für Sie höchste Zeit, das kulinarische Ungarn zu entdecken. Das Gute liegt in diesem Fall wirklich nah. Und wer es nicht so schnell in das ehemalige Kronland der Donaumonarchie schafft, kann sich die Wartezeit auch in Österreich mit ungarischen Genüssen vertreiben. Ob pikante Debreziner am Würstelstand, Gulasch von der Oma oder Paprikahendl im Wirtshaus – ein kleines Stückchen Ungarn ist Österreich Gott sei Dank erhalten geblieben.

Adressen  Café

Gerbeaud H-1051 Budapest, Vörösmarty ter 7-8 Tel.: 0036/1/429 90 00, www.gerbeaud.hu

 Restaurant

Gundel H-1146 Budapest, Állatkerti út 2 Tel.: 0036/1/889 81 00, www.gundel.hu

 Restaurant

Degenfeld Palota Étterem H-3910 Tokaj, Kossuth tér 1 Tel.: 0036/47/55 21 73, www.degenfeldpalota.hu

 Brennerei

Zwack H-1095 Budapest, Soroksári út 26 Tel.: 0036/1/456 52 47, www.zwackunicum.hu

Rezept Zutaten. (für 4 Personen) 40 g Germ 500 g Mehl

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Lángos 1 TL Salz 2 l Sonnenblumenöl

Zubereitung. Den Germ zerbröseln und in 100 Milliliter lauwarmem Wasser auflösen. Mehl in eine Schüssel sieben, mittig eine Vertiefung eindrücken. Germwasser, Salz und weitere 300 Milliliter warmes Wasser zugeben. Zu einem glatten Teig kneten und abgedeckt 45 Minuten gehen lassen. Hände einölen, eine faustgroße Portion Teig abzupfen und tellergroß ausziehen. In 170 Grad heißes Öl legen, nach einer Minute wenden und auch die andere Seite goldbraun backen. Abtropfen lassen. Lángos vor dem Servieren salzen, nach Geschmack mit Knoblauch einreiben und mit Sauerrahm, geriebenem Käse, Letscho oder gedünstetem Kraut belegen.

Fotos iStockPhoto, Dreamstime, Barbara Kunze

Fünf-Sterne-Erholung Unvergessliche Stunden erwarten Sie in der exklusiven Lotus Therme Hotel & Spa Hévíz, denn das Fünf-Sterne-Haus bietet mit seinen 222 Zimmern und zehn Suiten die perfekte Erholung. Lassen Sie sich in der Spa&Wellness-Abteilung verwöhnen und wählen Sie aus zahlreichen entspannenden oder erfrischenden Anwendungen. Bringen Sie Körper und Geist wieder in Gleichgewicht, spüren Sie die heilende Kraft des Wassers, verwöhnen Sie Ihren Körper mit außergewöhnlichen Massagen, entdecken Sie die unterschiedlichen Saunen oder entspannen Sie in der einzigartigen Totes-Meer-Salzgrotte.

Lotus Therme Hotel & Spa Hévíz H-8380 Hévíz, Lótuszvirág u. 1. Pf. 80 Tel.: 0036/83/50 05 00 info@lotustherme.net, www.lotustherme.net


Reisen Kreuzfahrt

Auf hoher See Silberhochzeit, 50. Geburtstag oder Pensionierung – muss man auf solche Meilensteine im Leben warten, um eine große, elegante Reise anzutreten? Nein! Unsere Empfehlung: Ab aufs Schiff!

Land in Sicht. Der Hapag-Lloyd Luxusliner nimmt Kurs auf die karibische Küste.

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Text Kathrin Schrott

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sterreich geht wieder auf Tour. Dem „Ruefa Reisekompass 2011“ zufolge planen mehr als drei Viertel der Befragten für heuer einen oder sogar mehrere Urlaube. Laut dieser repräsentativen Umfrage unter 500 Österreichern zu Reiseplänen, Urlaubsbudgets und Buchungsverhalten ist die Wirtschaftskrise überwunden. Jeder Zweite plant für das Urlaubsbudget mehr als 2.000 Euro ein, da sind Nebenkosten wie Souvenirs oder ExtraAusflüge noch nicht mitgerechnet. „Ein Trend zeichnet sich deutlich ab: Das Hotel und seine Erlebniswelt ist für viele bereits wichtiger als die Destination selbst“, erklärt Motivforscherin Helene Karmasin, „man fährt mehr in ein Hotel als in ein Land.“ Die Unterkunft und gutes Essen stehen für die Österreicher bei einem gelungenen Urlaub an erster Stelle. Ein Urlaub, der all diese Ansprüche vom gediegenen Hotel, variantenreichen Essen und vielfältigen Aktivitäten vereint, ist die Kreuzfahrt, denn hier gibt es Angebote in Hülle und Fülle, mit sämtlichen Destinationen und in jedem Preissegment. Das Rundum-Programm, die ausgezeichnete Küche, Freizeitangebote wie Jogging-Trail, Bibliothek und Fitnessraum, Abendshows, Golfabschlagplatz, Wassergymnastik und Casino täuschen nicht: Ein Kreuzfahrtschiff bietet für jeden Geschmack etwas. Daher kann der typische Kreuzfahrturlauber gar nicht so leicht beschrieben werden. Schon lange ist der Urlaub auf dem Wasser nicht mehr betuchten älteren Herrschaften vorbehalten. Kinderspecials, Animation, Singletouren und Hochzeitsangebote machen klar: Auch die Spaß-Generation entdeckt den Luxus einer Kreuzfahrt für sich. Doch Kreuzfahrt ist nicht gleich Kreuzfahrt. Die eine bietet einen prominenten Koch, die andere Themenabende, damit Einzelkabinen-Bucher nicht allein von Bord gehen. Die eine fährt mit 3.000 Passagieren durch das westliche Mittelmeer, die andere bringt wenige Hundert Menschen zu den Perlen der Südsee. Wir haben uns bei den größten Anbietern schlau gemacht, was es bei ihnen Neues gibt, um Ihnen den Einstieg in das Abenteuer Kreuzfahrt zu erleichtern. Was gibt es Neues … bei AIDA? Markus Wohsmann, Kommunikationsdirektor bei AIDA formuliert es so: „AIDA versteht sich als modernes Lifestyle-Produkt für junge und jung gebliebene Gäste, Familien, Paare, Aktivreisende, Entdecker, Sporthungrige, Erholungssuchende, Paare, die auf einem Schiff in den Hafen der Ehe einlaufen wollen und frisch Verliebte.“ Er rät zu einer Kreuzfahrt, wenn man zwei Urlaubsstile miteinander verbinden möchte: „Auf der einen Seite steht der Cluburlaub, der mit umfangreichen Sport- und Freizeitangeboten, spektakulären Shows auf der Bühne und spannenden Ausflügen an Land für intensive und abwechslungsreiche Erlebnisse sorgt. Auf der anderen Seite erwartet die Reisenden jeglicher Komfort einer Seereise der Vier-Sterne-Kategorie.“

Damit bringt er den großen Komfortfaktor einer Reise per Schiff auf den Punkt. Wer einmal eingeschifft ist, hat sein bewegliches Hotel immer bei sich, muss sich nicht mehr um Gepäck oder Zimmer kümmern und ist trotzdem jeden Tag in der Lage, eine neue Stadt zu entdecken. Besonders beliebt seien unter seinen Kunden das Mittelmeer und die Karibik, weshalb auf diesen Routen 2011 die Kapazitäten erhöht werden. So werden zum Beispiel im Sommer AIDAaura, AIDAbella, AIDAdiva und AIDAvita auf unterschiedliche Touren im Mittelmeer gehen. Dabei handelt es sich um Schiffe, die zwischen 1.000 und 2.000 Passagieren Platz bieten und mit einem Richtpreis von durchschnittlich 150 Euro pro Tag im unteren Preissegment liegen. … bei Costa? Das italienische Kreuzfahrtunternehmen hat für das heurige Jahr insbesondere das Angebot im Mittelmeer und in den Norden um einige neue Abfahrten ergänzt. Auch für Familien ist eine Costa-Fahrt interessant, denn Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre reisen zu allen Abfahrtsterminen gratis, wenn sie in der Kabine der Erwachsenen übernachten. Damit die Eltern dennoch entspannen können, gibt es an Bord einen Kinderclub für kleine Seeungeheuer zwischen drei und 17 Jahren. Bis 2012 werden zwei weitere Schiffe die bereits größte Flotte aller europäischen Kreuzfahrtunternehmen ergänzen. Wenn Sie bei einer der ersten Fahrten der nagelneuen Costa Favolosa dabei sein wollen, sollten Sie sich diesen Sommer frei halten. Denn da sticht der Neuzugang, der Platz für 3.780 Passagiere bietet, erstmals ins Meer. … bei Hapag-Lloyd? Beim deutschen Unternehmen Hapag-Lloyd wird es bald eng in der Werft, denn in den kommenden zwei Jahren wird jeweils ein neues Schiff in Betrieb genommen. Sebastian Ahrens, Sprecher der Geschäftsführung, dazu: „Die Columbus 2 erfüllt die Nachfrage nach einem entspannten, modern konzipierten und zugleich kleinen Premiumschiff im deutschsprachigen Kreuzfahrtmarkt.“ In den 349 Kabinen werden maximal 698 Passagiere Platz finden, eine Wohltat für Reisende, die riesige Menschenmassen umgehen möchten. Mit 20 Quadratmetern pro Kabine ist das Bild von der beengten Unterkunft wohl endgültig aus den Köpfen von angehenden Kreuzfahrt-Reisenden ausgelöscht. Auch im Jahr 2013 gibt es etwas Neues bei Hapag-Lloyd: Die Europa bekommt eine Schwester, nämlich – erraten – Europa 2, ein lifestyleorientiertes und legeres Schwesterschiff auf Fünf-Sterne-Niveau. Die Eckdaten: Elf Decks, 258 Suiten, maximal 516 Personen und somit der größte Raum pro Passagier auf einem Kreuzfahrtschiff. Das bedeutet Exklusivität, die sich natürlich im Preis niederschlägt. Mit weniger als 600 Euro pro Tag müssen Sie leider an  Land bleiben.

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Reisen Kreuzfahrt

Für Feinschmecker könnte die Hapag-Lloyd-Flotte dennoch ein heißer Tipp sein. Als erster Sternekoch hat Dieter Müller vergangenes Jahr sein eigenes Gourmetrestaurant an Bord der Europa eröffnet. Das Fünf-Sterne-plus-Schiff verfügt nun über das „Restaurant Dieter Müller“, in dem der renommierte Sternekoch 70 Tage im Jahr persönlich an Bord mit dabei sein wird. Ob Eisparfait von Schokolade und Tonkabohne, Wildgarnele in Cappuccino von Curry und Zitronengras oder Wachtelbrust im Filoblatt – die Küche von Müller präsentiert sich modern und zeitgemäß dank französischer, asiatischer und mediterraner Einflüsse. Und auch die badische Heimat des Spitzenkochs wird in den Gerichten auf hoher See stets zu spüren sein. Das Restaurant mit 26 Plätzen bietet Abendmenüs und ist im Reisepreis eingeschlossen.

Buch-Tipps „Genießen auf den Weltmeeren“ Lutz Jäkel und Stefan Wilke, 192 Seiten, ISBN 978-3-865-28655-0, Umschau-Buchverlag, € 35,80 „Kreuzfahrt Guide 2011“ Uwe Bahn und Johannes Bohmann, 310 Seiten, ISBN 3-981-09919-5, Bellevue and More-Verlag, € 16,80

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Urlaub beginnt mit der Anreise Weil der Urlaub ja schon bei der Anreise beginnt, findet man im „Austrian Cruise Center Katalog“ von GEO Reisen Angebote, welche die Kreuzfahrten mit Vor- beziehungsweise Nachprogrammen und den dazugehörigen Flügen kombinieren. Der Kreuzfahrtenkatalog für 2011 beinhaltet Destinationen von Ägypten bis Alaska, vom Amazonas bis nach Asien, jeweils mit den passenden Flügen ab/bis Österreich und Deutschland. Kreuzfahrt Guide – ein Buch zum Träumen Nicht leicht, bei dieser Vielfalt den Überblick zu bewahren. Abhilfe schafft der „Kreuzfahrt Guide“, der 2011 bereits zum fünften Mal erscheint und den gesamten deutschen Markt in sich vereint. Wo gibt es die größten Spas, die besten Casinos, die coolsten Discos, die längsten Weltreisen? Welches Schiff passt zu mir? Einsteiger wie Kenner finden in diesem Guide Antworten auf diese Fragen. 74 See- und 46 Flussschiffe werden im Detail vorgestellt und bewertet, 18 Kreuzfahrtjournalisten haben mitgearbeitet. Eine ausklappbare Übersicht zu allen Schiffen nach Größe und Tagespreis zeigt die ganze Flotte von verschiedensten Anbietern auf einen Blick. Das ABC der Reedereien bringt alle Firmen im Überblick, Reportagen machen Lust, sofort zu buchen. Dann fehlt nur noch ein Blick auf den umfangreichen Teil „Routen und Reviere“ und man möchte sofort mit dem Kofferpacken beginnen. Mittelmeer, Ostsee, Karibik, Indischer Ozean – nichts fehlt in der Aufzählung. Worauf warten Sie noch? Leinen los! Ein Video zum Thema finden Sie unter www.genuss-magazin.eu/Kreuzfahrt.

Fotos Aida Cruises, Costa Kreuzfahrten, Hapag Lloyd, Bellevue and More-Verlag, Umschau-Buchverlag

Kreuz und quer. Ob Sie sich für Aida Cruises (links) oder Costa Kreuzfahrten (rechts) entscheiden – Kreuzfahrt-Touren gibt es für jeden Geschmack und jede Brieftasche.


Hunger? Fehlanzeige!

Adressen

Kreuzfahrtschiffe sind vor allem für zwei Dinge bekannt: Es werden häufig mehrere Tausend Passagiere befördert und es gibt ständig etwas zu essen. In welchen Dimensionen in den Bordküchen gearbeitet wird, während sich an Deck die Gäste sonnen, verdeutlicht dieses Beispiel von Costa Kreuzfahrten. Auf einer einwöchigen Kreuzfahrt werden durchschnittlich verbraucht:  6.000 Eier  5.000 Scheiben Brot  12.000 Scheiben Speck  12.000 Liter Soft Drinks  190 Kilogramm  450 Liter Eistee  30.000 Dosen Bier Würstchen  120 Kilogramm Kaffee  1.200 Flaschen  2.800 Liter Milch Champagner  4.000 Liter Fruchtsaft  3.400 Flaschen Wein  150 Kilogramm Butter  900 Liter Tequila

 Aida

Die Magie des Gehens Wandern – das ist die geeignete Sportart, um für eine Weile dem schnelllebigen und oft stressigen Alltag zu entkommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man ein langsames entspanntes Tempo vorzieht, um die Landschaft in Ruhe zu genießen, oder ob man die Herausforderungen der Natur annimmt und an seine Grenzen geht. Die Wanderspezialisten der Europa Wanderhotels und Österreichs Wanderdörfer sind leidenschaftliche Wanderer, Natur- und Bergführer. Sie kennen die letzten Geheimnisse der Berge, Almen, Flusstäler und kleinen Dörfer abseits der Metropolen. Sie wissen, wo es die besten Hütten, die aussichtsreichsten Gipfel, die schönsten Wanderrouten gibt. Ob Luxuswandern mit Gepäcktransport von Wanderhotel zu Wanderhotel oder qualitätsgeprüfte Hotels mit herzlichen Gastgebern und Wanderkompetenz – alle Informationen dazu finden Sie unter www.wanderhotels.com sowie im neuen Katalog 2011.

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Gemütliche Hüttentouren, spannende Klettersteige oder familienfreundliche Naturpfade – in Österreichs Wanderdörfern gibt es Touren für jeden Geschmack. Informationen über 42 Top-Wanderdestinationen, Tourentipps und aktuelle Veranstaltungen finden Sie in den kostenlosen Katalogen von Österreichs Wanderdörfer die Sie bequem unter www.wanderdoerfer.at oder unter Tel.: 04242 /257530 bestellen können. Das Wandern ist des Genießers Lust. Am Ende einer ausgiebigen Wandertour lockt bodenständige Hütten-Kulinarik als Belohnung.

Cruises 1200 Wien, Handelskai 94-96 Tel.: 01/334 47 97, www.aida-cruises.at

 Costa

Kreuzfahrten 4020 Linz, Kraußstraße 10-12 Tel.: 0732/33 53 77, www.costakreuzfahrten.at

 GEO

Reisen 5020 Salzburg, Alpenstraße 48 Tel.: 0662/89 01 11, www.geo.at/kreuzfahrten

 Hapag-Lloyd

Kreuzfahrten D-20095 Hamburg, Ballindamm 25 Tel.: 0049/40/300 14 600, www.hlkf.de


Service GENUSS.society

Feierliche Scheckübergabe.

Text Rosemarie Liermann

Alle Jahre wieder Heuer stellte sich bereits zum siebenten Mal das gesamte PalazzoTeam in den Dienst der guten Sache und lieferte den Besuchern des Abends eine perfekte Show zugunsten der Vereine „Licht ins Dunkel“ und „Wider die Gewalt“. Unterstützt von den Promikellnern Organisatorin Marika Lichter, Schauspieler und Hobby-Winzer Martin Weinek, Musicalsängerin Ann Mandrella, Moderator Edi Finger jun. und Kabarettist Christoph Fälbl wurde Reinhard Gerers Vier-GangMenü den Gästen unfallfrei serviert. Das Ganze zahlte sich auch aus, denn insgesamt konnte ein Scheck über 31.411 Euro an Sepp Rieder, den Obmann des Vereins „Wider die Gewalt“, übergeben werden. Unter den Gästen genossen den Abend Postbus-Chef Heinz Stiastny, Werber Paul Schauer, ATV-Programmchef Martin Gastinger, Winzer Gustav Krug und Choreograf Giorgio Madia.

Ballettstar Karina Sarkissova.

Postbus-Chef Heinz Stiastny und Organisatorin Marika Lichter.

Sänger Waterloo, Magier Toni Rei, Christina Lugner und Mr. Ferrari Heribert Kasper.

Stars auf dem Glatteis Prominenter Kufenspaß fand beim „Wilhelminenberg on Ice“, einem der höchstgelegenen Eislaufplätze Wiens statt. Zum Auftakt zeigten die kleinen Eiskunstlauf-Prinzessinnen vom Klub Engelmann ihr Können und unter dem Motto „Stars auf dem Glatteis“ bewiesen zahlreiche VIPs ihr sportliches Geschick beim Eisstock-Wettschießen. Beim eisigen Wintervergnügen mit dabei waren Rock´n´Roller Andy Lee Lang, Ballettstar Karina Sarkissova, Magier Toni Rei, „Cirque à la Carte“-Spitzenkoch Bernie Rieder, Sänger Waterloo und Mr. Ferrari Heribert Kasper.

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Die Reitbauers und die Questers.

GENUSS.society Society-Events gibt es viele. Das GENUSS.MAGAZIN berichtet über jene, bei denen der kulinarische Aspekt im Vordergrund stand.

Fisch? Wurst? Oder beides? Alexander Quester, einer der führenden Züchter von Süßwasserfischen des Landes, präsentierte in der Meierei im Wiener Steirereck seine neueste Kreation: Die Mariazeller Fischwürstel. Von dieser Spezialität überzeugten sich über 100 Gäste und wurden von Heinz Reitbauer mit Köstlichkeiten aus dem Hause Quester verwöhnt. Das Quartett „Folksmilch“ sorgte dabei für die passende musikalische Unterhaltung. Es kosteten unter anderem Essigproduzent Erwin Gegenbauer, Kochlegende Werner Matt, Rinderzüchter und Ex-Radrennfahrer Gerhard Zadrobilek sowie Spitzenkoch Reinhard Gerer.

Landeshauptmann Erwin Pröll und „Top-Wirt des Jahres“ Adi Bittermann mit Gattin Bettina.

Die sind Top, diese Wirte Erneut zeichnete die Niederösterreichische Wirtshauskultur ihre Besten aus und drei Gastronomen durften sich über besondere Auszeichnungen freuen: Harald Reim (Landgasthaus Reim, Pottendorf), dem der Titel „Einsteiger des Jahres“ zuerkannt wurde, Andreas Plappert (Schlosswirt, Waidhofen an der Ybbs), der zum „Aufsteiger des Jahres“ gekürt wurde und Adi Bittermann (Bittermann-Vinarium, Göttlesbrunn), der ab jetzt den Titel „Top-Wirt des Jahres“ tragen darf. Mit ihnen freuten sich Landeshauptmann Erwin Pröll, Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav, Krimiautorin und Köchin Eva Rossmann, TV-Moderator Wolfram Pirchner sowie Filmlegende Waltraut Haas mit Ehemann Erwin Strahl.

Fotos Helmut Lackinger, Stanglwirt/BrauerPhotos, RGE-Photo, Verkehrsbüro Group, Austria Trend Hotel, www.fayer.at

Torten im Drei-Viertel-Takt Rund 3.000 köstliche Torten versüßten den Gästen des 110. Zuckerbäckerballs – heuer erstmals in der Wiener Hofburg – die Nacht. Highlight war die Verleihung des Zuckerbäcker-Awards an Melanie Shabani (Café Konditorei Groissböck) und Leopold Forsthofer (Oberlaa Süßwarenproduktion). Ebenfalls wieder mit dabei: Die Prominenten-Torte, die heuer für Fußballlegende Michael Konsel kreiert wurde. Moderatorin Vera Russwurm, Dancing-Stars-Juror Hannes Nedbal, Operndiva Birgit Sarata, Ex-Kicker Toni Polster und Moderator Edi Finger junior feierten gemeinsam mit mehr als 2.500 Ballgästen eine rauschende Ballnacht. Michael Konsel und Birgit Sarata.

Niki Lauda mit Gattin Birgit.

Starkoch Alfons Schuhbeck.

Hüttengaudi beim Stanglwirt Die Weißwurstparty beim Stanglwirt feierte heuer sein 20-jähriges Jubiläum. Kein Wunder also, dass mehr als 2.000 Gäste und unter ihnen zahlreiche prominente Gratulanten an diesem größten Après Ski-Event Kitzbühels teilnahmen. Besonders gut kamen die von Starkoch Alfons Schuhbeck extra kreierte Champagner-Weißwurst und die KardamomChili-Weißwurst an. Zu den rockigen Klängen der Spider Murphy Gang und der Hermes House Band ging so richtig die Post ab. Bis in die späten Morgenstunden feierten heuer Musiker DJ Ötzi, Moderator Dorian Steidl sowie die Sportlegenden Stephan Eberharter, Karl Schranz, Franz Klammer, Annemarie MoserPröll und Niki Lauda.

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GENUSSMAGAZIN

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Service Musik | Film | Buch Kochkurs für Männer | Niederösterreich

Text Andreas Bauer und Angelika Kraft

Musik

Film Believe the hype. James Camerons „Avatar“ in 3D-Technik revolutionierte die Kinowelt.

Ohrwurm-Alarm. Die englische Popsängerin Adele legt ihr zweites Album vor. Großartig.

Adele: „21“ Mit dem Erfolg von Amy Winehouse wurden auch andere englische Popsängerinnen an die Oberfläche gespült, die sich am Soul versuchten. Adele war eine davon. Ihr Debütalbum „19“ und ihre Coverversion von Bob Dylans „Make you feel my love“ kündigten bereits Großes an. An Sir Bob haben sich schon viele verbrannt. Doch die junge Engländerin zerrte das knorrige Liebeslied ins grelle Licht und berührte mit ihrer Version wahrscheinlich mehr Herzen als der grantige Alte mit dem Original. Trotzdem wurde ihr Debütalbum von den Medien als One-Hit-Wonder abgestempelt. Eine Fehleinschätzung. Während Miss Winehouse scheinbar überhaupt nichts mehr auf die Reihe kriegt und Kollegin Duffy kreativ auf der Stelle tritt, hat die ruhige und unscheinbare Adele nun ihr zweites Album vorgelegt, das mit musikalischer Reife und Tiefe beeindruckt. Nahezu alle Lieder hat Adele selbst geschrieben, denen sie nun mit ihrer markanten, souligen Stimme einen ganz persönlichen Stempel aufdrückt. Der Song „Rolling in the deep“ eröffnet den Reigen und wird von der Künstlerin selbst als „dark bluesy gospel disco tune“ bezeichnet. Letztlich entpuppt sich das Lied als lästiger Ohrwurm erster Güte, der den Hörer unweigerlich durch den Tag begleitet. Es folgen großartige Popsongs, die schamlos im Soul baden, und als Höhepunkt erneut eine unwiderstehliche Coverversion: „Lovesong“ von The Cure. Befreit von Pomp und Pathos entfaltet die Gruftie-Ballade in Adeles Version eine unschuldige und zerbrechliche Schönheit. Beim letzten Lied schraubt Adele, nur vom Klavier begleitet, ihre Stimme scheinbar mühelos in luftige Höhen und bricht Herzen und damit auch den Widerstand des letzten Zynikers. „Nevermind, I’ll find someone like you. I wish nothing but the best. For you too. Don’t forget me. I beg”. Wir werden Adele nicht so schnell vergessen. Große Platte. Adele: „21“, ASIN: B004AB2JVI, Xl/Beggars Group, € 14,99

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GENUSSMAGAZIN

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James Camerons: „Avatar – Extended Collector‘s Edition“ 2010 war zweifellos das Jahr des James Cameron. Sein Film „Avatar“ avancierte zum erfolgreichsten Film aller Zeiten und leitete mit der bahnbrechenden 3D-Technik eine neue Kinodimension ein. Der technische Perfektionist Cameron verwirklichte mit seiner Beharrlichkeit bisher scheinbar Unmögliches und erstaunte mit dem Resultat sowohl Kinofans als auch Kritiker und Kollegen. Umso enttäuschender geriet die Veröffentlichung des Kinofilms auf DVD. Die im vergangenen April erschienene Disc bot kaum Extras und wurde den ansonst so hohen Maßstäben des Regisseurs in keinster Weise gerecht. Das Produkt schien nur als lukrative Zwischenlösung für die Fox-Studios angelegt zu sein, um dem Regisseur Zeit zu geben, an seiner DVD-Fassung zu arbeiten. Diese liegt jetzt vor und bedient endlich die Standards, die Cameron zu setzen pflegt. Enthalten sind gleich drei Schnittfassungen des Films, darunter ein um 16 Minuten längerer Director´s Cut sowie weitere 45 Minuten entfallene Szenen. Die anderen beiden Discs bieten stundenlange Extras über die 16 Jahre andauernde Entstehungsgeschichte des Films und verblüffende Einsichten in die Produktionsprozesse. Weiters kommen Cameron und Produzent Jon Landau in ausführlichen Interviews zu Wort. Der Kinofilm „Avatar“ stellte vergangenes Jahr das Kino auf den Kopf, die vorliegende DVD-Box lässt den Zuseher zum Zeitzeugen dieser cineastischen Revolution werden. Diesmal gilt zu recht: „Believe the hype“. James Camerons: „Avatar – Extended Collector‘s Edition“, ASIN: B0046ANH46, Twentieth Century Fox, € 17,95


Musik, Film & Buch Buch Quitten

Fotos Beigestellt, Mari Sarii

Sie ist gelb und sieht zum Anbeißen aus – lange in Vergessenheit geraten, ist die Quitte wieder in. Die leuchtende Frucht findet derzeit viele neue Freunde. In der Küche erweist sie sich mit ihrem zart-herben Aroma als großer Verwandlungskünstler. Ob international-exotisch oder bodenständig-deftig – die Autorin, Waldpädagogin und Jagdexpertin Claudia Diewald zeigt in diesem bislang einzigartigen Buch über die Quitte, dass man aus dieser inzwischen wieder in Mode gekommenen Frucht jede Menge Köstliches machen kann.

Gewinnspiel

Claudia Diewald: „Quitten“, 95 Seiten, ISBN: 3-788-81285-0, Neumann-Neudamm-Verlag, € 14,95 Gewinnen Sie eines von drei Exemplaren des Buches „Quitten“. Schreiben Sie an: GENUSS.MAGAZIN, 1140 Wien, Sturzgasse 1a. Oder per Mail an b.schmidt@agrarverlag.at.

Pasta & Risotto

Lokalaugenschein

Mehrfett!

Markus Billigs „La Pasteria“ ist längst kein Geheimtipp mehr. Mit seinem jungen Küchenchef Xerxes Panzenböck serviert er nicht nur seinen Gästen höchste Qualität, sondern beliefert auch die besten Gastronomien Wiens mit frisch zubereiteten Nudelspezialitäten und eigens importierten italienischen Spezialitäten. Das erste Kochbuch der beiden bringt nun Pasta & Risotto auf die heimischen Teller. Neben den beliebtesten Rezepten aus der „La Pasteria“ und ausführlichen Anleitungen zur Produktion authentischer Nudelspezialitäten erklären die Profis, was man für die echte italienische Küche wissen muss. Markus Billig, Xerxes Panzenböck: „Pasta & Risotto“, 207 Seiten, ISBN: 3-991-00024-5, Braumüller Lesethek-Verlag, € 24,90

Abermals ist angerichtet – Lokalaugenschein, der zweite Gang. Waren es im ersten Teil noch ausschließlich Wirtshäuser in Wien und Wien-Umgebung, so begleiten Autor Achim Schneyder und Fotograf Rudi Semotan die prominenten Feinschmecker nun auch in so manches Spitzenrestaurant und zudem in die Bundesländer. Erwin Steinhauer beispielsweise schwört auf ein Wirtshaus in der Weststeiermark, während Hans Mahr nahezu jeden Besuch in Wien mit ein paar feinen Gängen im Steirereck verbindet. Und Eva Marold kann sich ein Leben ohne ihren Italiener nicht mehr vorstellen. Achim Schneyder: „Lokalaugenschein“, 208 Seiten, ISBN: 3-854-31537-6, Pichler-Verlag, € 24,95

Kein Nährstoff wurde in den vergangenen Jahrzehnten so sehr diskriminiert wie das Fett. Dabei ist die Zahl der Übergewichtigen und der Typ-2-Diabetiker sogar angestiegen, seit die Menschheit versucht, Fett einzusparen. Höchste Zeit, die üblichen Ernährungshypothesen zu hinterfragen. Wer wissenschaftliche Daten unvoreingenommen auswertet, kommt zu dem Schluss, dass Fette zu Unrecht auf dem Index der Ernährungswissenschaft stehen. „Mehrfett!“ verrät Ihnen, wofür wir Fette brauchen, welche Aufgaben sie im Körper haben und wie sie uns dabei helfen, in Form und gesund zu bleiben. Ulrike Gonder und Dr. Nicolai Worm: „Mehrfett!“, 224 Seiten, ISBN: 3-927-37254-4, Systemed-Verlag, € 19,95

Warum die Richtigen manchmal die Falschen sind Katrin Lampe weiß, wovon sie spricht, wenn es um die Liebe geht. Denn die TV-Moderatorin ist nicht nur die gute Fee in „Bauer sucht Frau“, sie kennt die Ups und Downs des Beziehungslebens auch aus eigener Erfahrung. In diesem humorvollen Buch erklärt sie, wie man Liebeskummer überlebt, warum man chronisch Partner auswählt, die einen unglücklich machen (und was dagegen hilft), sie ermutigt zum Rendezvous mit sich selbst und dazu, die Initiative zu ergreifen, wenn Mr. Right in Sichtweite ist. Katrin Lampe: „Warum die Richtigen manchmal die Falschen sind“, 208 Seiten, ISBN: 3-850-33448-1, Brandstätter-Verlag, € 22,50

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Service Termine Oberösterreich, Salzburg, Steiermark | Dinner & Crime

Text Angelika Kraft

WIFI-Weinfrühling Verkosten Sie Weine zahlreicher Winzer aus ganz Österreich.  1.4., 16 bis 21 Uhr  3100 St. Pölten, WIFI Info: Tel.: 02742/89 02 00, www.noe.wifi.at Sekterlebnis Was Sie schon immer über Sekt wissen wollten.  29.4., 15 bis 21:30 Uhr  3550 Langenlois, Loisium Info: Tel.: 02734/322 40-0, www.loisium.at

OBERÖSTERREICH

BURGENLAND

NIEDERÖSTERREICH

Wein & Schokolade Eine spannende Liebesgeschichte zwischen Wein und Schokolade.  24.3., 18:30 bis 21:30 Uhr  7071 Rust, Seehof Info: Tel.: 02685/68 53, www.weinakademie.at

Fizzy Bottelini Sektseminar Zweistündiges Sektseminar über Österreich und seine Schaumweine. Spritzige Proben, feine Canapés und zehn Euro Spielkapital für das Casino warten.  10.3., ab 19 Uhr  2500 Baden, Casino Info: Tel.: 02252/444 96-444, www.casinos.at

KÄRNTEN Genussfestspiele Die besten Produzenten aus Österreich, Italien und Slowenien.  5.3., ab 16 Uhr  9762 Weißensee, Genießer-Landhotel Die Forelle Info: Tel.: 0715/246, www.genussfestspiele.at Gast Klagenfurt Der wichtigste Branchentreff in Südösterreich und im gesamten Alpen-Adria-Raum.  20. bis 23.3.  9021 Klagenfurt, Messezentrum Info: Tel.: 0463/568 00-0, www.kaerntnermessen.at Intervino Das wichtigste Weinforum im Süden Österreichs und im Alpen-Adria-Raum.  20. bis 23.3.  9021 Klagenfurt, Messezentrum Info: Tel.: 0463/568 00-0, www.kaerntnermessen.at Freizeit Klagenfurt Südösterreichs größte Frühjahrsmesse zu den Themen Reise, Caravan, Mode, Garten, Sport und Wandern. Heuer mit Biomesse und Jugendschwerpunkt.  14. bis 17.4.  9021 Klagenfurt, Messezentrum Info: Tel.: 0463/568 00-0, www.kaerntnermessen.at

Speise & Wein Wie kombiniert man gutes Essen mit gutem Wein richtig? Das erfahren Sie in diesem Workshop der Weinakademie.  18.3., 18:30 bis 21:30 Uhr  2464 Göttlesbrunn, Vinarium Bittermann Info: Tel.: 02685/68 53, www.weinakademie.at Wein-Schnuppertag Der Wein-Schnuppertag beinhaltet einen Vortrag über österreichischen Wein, den Besuch eines renommierten Weingutes, ein Weinquiz und viele Proben.  19.3., 9 bis 17 Uhr  3550 Langenlois, Loisium Info: Tel.: 02734/322 40-0, www.loisium.at Kulinar Tulln Die Messe für Kulinarik, gesunde Ernährung, Küchen-Interieur und Selfness.  24. bis 27.3.  3430 Tulln, Messe Info: Tel.: 02272/62 40 30, www.messe-tulln.at Speise & Wein Ein Besuch im Weingut Stift Klosterneuburg, dem ältesten Weingut Österreichs.  1.4., 18:30 bis 21:30 Uhr  3400 Klosterneuburg, Stiftsvinothek Info: Tel.: 02243/411-522, www.stift-klosterneuburg.at

Dinner & Crime Krimi, Spaß und gutes Essen ergänzen sich zu einem außergewöhnlichen Abend. Während Sie Ihr Dinner genießen, geschieht das eine oder andere Verbrechen.  5., 12. und 18.3.,  4020 Linz, Restaurant Oberwirt Info: Tel.: 0820/82 06 06, www.dinnerandcrime.com

Dinner & Crime Krimi, Spaß und gutes Essen ergänzen sich zu einem außergewöhnlichen Abend. Während Sie Ihr Dinner genießen, geschieht das eine oder andere Verbrechen.  8.4.  5020 Salzburg, Castellani Parkhotel Info: Tel.: 0820/82 06 06, www.dinnerandcrime.com

STEIERMARK Das 1x1 des Weinverkostens Trocken oder süß? Frucht oder Würze? Ein Verkostungstraining für Anfänger.  3.3., 18:30 bis 21:30 Uhr  8052 Graz, Raiffeisenhof Info: Tel.: 02685/68 53, www.weinakademie.at Bauernbundball Tradition gepaart mit Lifestyle – auch heuer geben sich wieder 16.000 Stadt- und Landleut’ in der Stadthalle ein Stelldichein.  4.3., ab 18:30 Uhr  8010 Graz, Stadthalle Info: Tel.: 0316/826 36, www.stbb.at

Musical Gala Die schönsten Songs aus der Welt der Musicals – präsentiert von den Top-Stars des Londoner West End Premierentheaters.  15.3., ab 20 Uhr  4020 Linz, Brucknerhaus Info: Tel.: 0732/22 15 23, www.kdschroeder.at

Genuss-Ball Ein Ball voll kulinarischer Genüsse, gepaart mit einem hochwertigen Unterhaltungsprogramm und zahlreichen Stargästen.  5.3., ab 19 Uhr  8010 Graz, Congress Graz Info: Tel.: 0316/57 06 53-0, www.genussball.at

Phantasie à la Carte Komödiantisches zwischen Messer und Gabel. Das Drei-Gang-Dinner verspricht Gaumenfreuden, zwischen den Gängen wird ein mitreißendes Programm serviert.  31.3., ab 18:30  4020 Linz, Casino Info: Tel.: 0732/34 83 75, www.weiler-shows.com

Dinner & Crime „Tartufo Mortale“ – ein Mordsspaß eiskalt serviert.  15.4., ab 19 Uhr  8010 Graz, Casino Info: Tel.: 0316/83 25 78-112, www.casinos.at

TIROL SALZBURG Best of Musicals Eine aufwendig inszenierte Show zeigt die beeindruckendsten Momente aus 50 Jahren Musical-Geschichte.  3.3., ab 19 Uhr  5020 Salzburg, Salzburg Arena Info: Tel.: 0662/24 04-0, www.salzburgarena.at VinAustria & FineFoodDays Von Antipasti über Edelbrände, Kaffee, Schokolade und Confiserie bis hin zu Genussreisen und regionalen Spezialitäten. Lassen Sie sich von kulinarischen Kochveranstaltungen mit Starköchen verzaubern und verkosten Sie prämierte Top-Weine.  11. bis 13.3.  5021 Salzburg, Messezentrum Info: Tel.: 0662/44 77-0, www.messe.at

24. – 27. MÄRZ · TULLN Die Messe für Kulinarik, Küchen-Interieur, gesunde Ernährung und Selfness. www.messe-tulln.at

Dinner am Montag Für 34 Euro erhalten Glücks Card-Besitzer Jetons im Wert von 30 Euro sowie ein dreigängiges Menü im Casinorestaurant.  7., 14. und 21.3., ab 18 Uhr  6100 Seefeld, Casino Info: Tel.: 05212/26 55-17, www.casinos.at

VORARLBERG Dinner & Roulette Lassen Sie die Roulette-Kugel über den Preis Ihres Drei-Gang-Menüs entscheiden. Von 0 bis 36 ist alles möglich.  1., 8., 15. ,22., 29.3. und 5., 12., 19. und 26.4., ab 18 Uhr  6900 Bregenz, Casino Info: Tel.: 05574/451 27-12500, www.casinos.at


Impressum

Termine Ostermärkte Vollmondwanderung Mit der Pfänderbahn dem Mond entgegen.  15.3., ab 18 Uhr  6900 Bregenz, Talstation der Pfänderbahn Info: Tel.: 05574/421 60-0, www.pfaenderbahn.at

WIEN

Burgenland

Salzburg

Osterfeuer in Heiligenbrunn  23.4. 7522 Heiligenbrunn, Sportplatz Info: Tel.: 03324/72 81, www.heiligenbrunn.info

Ostermarkt Gut Aiderbichl  9.4. 5302 Henndorf am Wallersee, Gut Aiderbichl Info: Tel.: 0662/62 53 95, www.gut-aiderbichl.com

Aqua-Dinner Speisen zwischen bunten Aquarien.  2. und 11.3.  1130 Wien, Tiergarten Schönbrunn Info: Tel.: 01/877 92 94-500, www.zoovienna.at

Kärnten

Wohnen & Interieur Europas beste Publikumsmesse für Wohn(t)räume, Design, Accessoires, Home Entertainment und Garten.  12. bis 20.3.  1021 Wien, Messegelände Info: Tel.: 01/727 20-0, www.wohnen-interieur.at

Villacher Ostermarkt  14. bis 23.4. 9500 Villach, Kirchenplatz Info: Tel.: 04242/205-3700, www.villach.at

Fisch-Kochkurse Hier lernen Sie viel Wissenswertes über die Zubereitung und den gesundheitlichen Wert von Fisch.  17.3.: „Fisch – schnelle Küche für Berufstätige“  11.4.: „Kräuterküche mit Fisch“  1060 Wien, essen:z Info: Tel.: 0681/202 10 876, www.essenz.at

Marchfelder Ostermarkt  1. bis 3.4. 2293 Marchfeld, Schloss Marchegg Info: Tel.: 02285/71 00-11, www.marchegg.at

Ostermarkt Klagenfurt  7. bis 23.4. 9010 Klagenfurt, Neuer Platz Info: Tel.: 0463/537 48 02, www.klagenfurt.at

Grossgmainer Ostermarkt  16.4. 5084 Grossgmain, Salzburger Freilichtmuseum Info: Tel.: 0662/85 00 11, www.freilichtmuseum.com

Steiermark

Hotel & Gast Wien Österreichs ultimativer Treffpunkt für Hoteliers, Gastronomen und Köche.  10. bis 13.4.  1021 Wien, Messegelände Info: Tel.: 01/727 20-0, www.hotel-gast.at

Fotos Dinner & Crime, Shutterstock

Ball des österreichischen Weines Der exklusivste Weinevent des Jahres: 13 der besten österreichischen Winzer machen den Ballsaal des Arcotel Wimberger zum vinarischen Mittelpunkt des Balljahres. Genießen Sie ausgewählte Spitzenweine, den eigens kreierten „Winzerball Sekt“ sowie erlesene Käse- und Rohschinkenspezialitäten der Genusspartner.  30.4.  1070 Wien, Arcotel Wimberger Info: Tel.: 01/521 65 818, www.winzerball.com Winzer.Treff Einmal im Monat lädt das Restaurant Martinjak in Kooperation mit dem GENUSS.MAGAZIN zum Winzer. Treff. Passend zu den Speisen aus den Genuss.Regionen schenkt ein renommierter Winzer persönlich seinen Wein aus.  7.4., 19 bis 22 Uhr  1010 Wien, Restaurant Martinjak Info: Tel.: 01/535 69 69, www.martinjak.com

Niederösterreich

Ostermarkt Schloss Hof  2. und 3.4. 2294 Schlosshof, Meierhof Info: Tel.: 02285/20 00 00, www.schlosshof.at

Ostermarkt in der Innenstadt  15. bis 23.4. 8010 Graz, Innenstadt Info: Tel.: 03172/80 75-690, www.graztourismus.at Weizer Ostermarkt  16.4. 8160 Weiz, Südtirolerplatz Info: Tel.: 03172/23 19-650, www.weiz.at Ostermarkt in Hartberg  15. bis 17.4. 8230 Hartberg, Stadtpark Info: Tel.: 03332/603-45, www.hartberg.at

Tirol Ostermarkt Stift Göttweig  2. und 3.4. 3511 Stift Göttweig Info: Tel.: 02732/855 81-0, www.stiftgoettweig.at

Ostermarkt in der Altstadt Innsbruck  15. bis 25.4. 6010 Innsbruck, Altstadt Info: Tel.: 0664/465 03 84, www.ostermarkt.at

Oberösterreich Ostermarkt am Stehrerhof  9. und 10.4. 4872 Neukirchen an der Vöckla, Freilichtmuseum Stehrerhof Info: Tel.: 07682/72 76, www.stehrerhof.at

Ostermarkt in Kufstein  23.4. 6330 Kufstein, Stadtzentrum Info: Tel.: 05372/622 07 13, www.kufstein.com

Medieninhaber & Herausgeber Österreichischer Agrarverlag Druck- und Verlagsges.m.b.H. Nfg. KG Sturzgasse 1a, A-1140 Wien Tel.: 01/981 77-0, Fax: 01/981 77-111, Internet: www.agrarverlag.at Verlagsort A-1140 Wien Abonnement Einzelverkaufspreis: EUR 7,10 Jahresabonnement Inland: EUR 38,– (inkl. Ust) Jahresabonnement Ausland: EUR 53,– (exkl. Ust, inkl. Postgebühr) Das Jahresabonnement wird um ein weiteres Jahr verlängert, wenn nicht acht Wochen vor Ende des Bezugszeitraums eine schriftliche Abbestellung erfolgt. Aboservice InTime Media Services GmbH Simmeringer Hauptstraße 24, 1110 Wien Tel.: 01/740 40-7811, Fax. 01/740 40-7813, Mail: aboservice@agrarverlag.at Erscheinungsweise 6x jährlich Produktmanagement Mag. Oliver Krainz Tel.: 01/981 77-191, Fax: 01/981 77-111, Mail: o.krainz@agrarverlag.at Marketingassistenz Corinna Cizek Tel.: 01/981 77-194, Fax: 01/981 77-111, Mail: c.cizek@agrarverlag.at Redaktion Österreichischer Agrarverlag Druck- und Verlagsges.m.b.H. Nfg. KG Sturzgasse 1a, A-1140 Wien Tel.: 01/981 77-0, Fax: 01/981 77-111, Internet: www.genuss-magazin.eu Redaktionskomitee Dr. Franz Fischler (Vorsitz), Dr. Helene Karmasin, Siegfried Kröpfl, Prim. Dr. Meinrad Lindschinger, Dr. Stephan Mikinovic, Dr. Karl Heinz Müller, Dr. Wolfgang Neuhuber, Dr. Josef Schuller, Lisl Wagner-Bacher Chefredaktion Angelika Kraft Tel.: 01/981 77-192, Fax: 01/981 77-111, Mail: a.kraft@agrarverlag.at Artdirektion www.dieFalkner.at MitarbeiterInnen dieser Ausgabe Prof. Hademar Bankhofer, Andreas Bauer, Mag. Klaudia Blasl, Joe Danzinger, Herwig Ertl, Ilse Fischer, Andreas Hamedinger, Konrad Holzer, DI Walter Kaltzin, Stefan Kickinger, Mag. Ulrike Krasa, Mag. Barbara Kunze, Rosemarie Liermann, Steffi Paschke, MMag. Kathrin Schrott, Patricia Simpson, Angela Szivatz, Reinhard-Karl Üblacker, Sepp Wejwar, Mario Witti. Coverbild Stock Food

Wien

Ostermarkt Spallerhof  16.4. 4020 Linz, Spallerhof Info: Tel.: 0732/77 26 22, www.spallerhof.at

Altwiener Ostermarkt  8. bis 14.4. 1010 Wien, Freyung Info: Tel.: 01/515 43-810, www.altwiener-markt.at

Schärdinger Ostermarkt  22. bis 24.4. 4780 Schärding, Stadtplatz Info: Tel.: 07712/43 00-0, www.schaerding.at

Ostermarkt Schloss Schönbrunn  9. bis 25.4. 1130 Wien, Schloss Schönbrunn Info: Tel.: 01/817 41 65-0 , www.ostermarkt.co.at

Ostermarkt im Schloss Traun  16. bis 17.4. 4050 Traun, Schloss Traun Info: Tel.: 07229/911 46, www.kulturschloss.at

Ostermarkt Schloss Neugebäude  14. bis 17.4. 1110 Wien, Schloss Neugebäude Info: Tel.: 0664/597 71 22, www.schlossneugebaeude.at

Lektorat Veronika Riezinger Druck Agensketterl Druckerei GmbH Kreuzbrunn 19, 3001 Mauerbach, Mail: info@diedrucker.biz, www.diedrucker.biz Kioskverkauf Morawa, Wien Zulassungsnummer 05Z036202 M

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Service Kolumne

Text Patricia Simpson und Steffi Paschke

Simpson vs. Paschke

Frauen mit begrenzter Haftung Nach der Scheidung, bei deren Prozess Haushalt, Hund und Erspartes dem Exmann zugesprochen wurden, ist das Verhältnis zwischen Nageldesignerin Tilly und ihrer Anwältin Marie Therese leicht unterkühlt. Die Rechnung ist trotzdem fällig und als man sich auf eine Schuldenbegleichung in Naturalien einigt, wird Marie Therese zur Stammkundin in Tillys Nagelstudio. Dass die Maniküre freilich nicht zum Kaffeekränzchen wird, sondern sich die beiden ungleichen Frauen ordentlich die Meinung geigen, ist zu erwarten. Warum sie dann aber gar im Gefängnis landen und warum bei einer Inhaftierung noch einmal das ganze Leben an einem vorüberzieht, kann man sich erst so richtig vorstellen, wenn man die „Frauen mit begrenzter Haftung“ erleben durfte. www.frauenmitbegrenzterhaftung.at Termine 4. und 5.3., 4.4., ab 20 Uhr: 1220 Wien, Orpheum, www.orpheum.at 17.3., ab 20 Uhr: 1150 Wien, Schutzhaus zur Zukunft, www.schutzhaus-zukunft.at 26.3. und 1.4., ab 20 Uhr: 1170 Wien, Kulisse, www.kulisse.at

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GENUSSMAGAZIN

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Fotos Beigestellt

G

e/nuss, der: (bildungsspr.) 1. Verzehr, Konsum, 2. Freude, Hochgenuss, Lust, Vergnügen, Erquickung, Gaumenfreude, Labsal. So definiert der Duden Genuss. Und schafft es doch glatt, diesen für mich so weiten Begriff in ein paar knappen Synonymen zu veranschaulichen. Dabei finde ich es tatsächlich nicht leicht, Genuss auf den Punkt zu bringen. Daher gehe ich es von einer anderen Seite an. Denn wichtiger als der Genuss selbst, ist doch die hohe Kunst des Genießen-Könnens. Und obwohl ich behaupte, dass ich darin schon die Gesellenprüfung abgelegt habe und auf dem besten Weg zum Meister bin, so fehlt mir manchmal doch die Fähigkeit, zu genießen. Wenn mir zum Beispiel Ärger, Stress und Sorgen den Blick auf die kleinen feinen Dinge des Lebens verzerren. Wenn ich es nicht schaffe, zu genießen, mich zu vergnügen oder zu erquicken, weil mir so viel im Weg steht. Daher soll dies zu einem Appell an alle werden, die verlernt haben, den Genuss in verschiedensten Ecken und Lücken des Lebens zu entdecken. Ich gehe mit gutem Beispiel voran und zwinge mich ab nun, zum Beispiel die Eiseskälte zu genießen – meine Durchblutung profitiert davon. Ich genieße die gefühlten 1.000 Mal, die ich täglich mit meinem Welpen aus dem zweiten Stock in den Garten rennen muss – meine Hüften profitieren davon. Und ich genieße die Kirchenglocken, die mich täglich um sechs aus dem Schlaf reißen – meine innere Uhr profitiert davon. Seht Ihr, so geht das! Und wenn man es schafft, den Genuss in solchen Dingen zu erkennen, was für ein Kick wird dann erst das nächste Steak oder der nächste gute Bordeaux oder das neue Kabarett-Programm von Simpson & Paschke? Also, auf geht’s! Man sieht sich beim Genießen. Ihre Steffi Paschke

Promotion

V

erweil, Genuss, du bist so schön. Oh, was müssen wir erleiden, uns des Öfteren von zu viel irdischen Genüssen zu erholen? Drei Mal überleg ich mir, wenn mich so ein Kater heimsucht, wann ich das nächste Mal ein alkoholisches Getränk mir zum Genusse führe (es katert mich bereits nach drei Achterln). Oder nach den Feiertagen, wenn der Magen nicht mehr kann, Völlegefühl und Hunger sich bekämpfen und bei meiner morgendlichen Abwaage die Fettanzeige (eine Frechheit, dass für den Privatgebrauch so etwas verkauft wird) auf 32 Prozent blinkt und mir das goldene Fettauge verleiht. Dann kommt die Fastenzeit. Und obwohl mir das komplett wurscht ist, welche Religion wann welches Fasten wie empoder befiehlt, muss ich mich trotzdem anschließen und meinem Magen und dem Darm den Genuss der Entschlackung und Heilung gebührend zukommen lassen. Nach ein paar Tagen der heftigen Entzugserscheinungen kann ich immerhin die Tatsache, dass wieder drei bis fünf Kilogramm des Gewichts und zwei bis drei Prozent des Fettes fallen, sehr genießen. Es sei dafür gedankt! Was aber meinen ganz persönlichen Genuss – der nichts mit essen und trinken zu tun hat – betrifft, sind es noch mindestens zwei Dinge: Nämlich wenn Musik erklingt. Ein schönes Lied, sei es aus der Dose, selbst frisch musiziert, oder einem Kollegen beim Musizieren beigelauscht, erfreut mein Herz. Das kann die Welt um mich komplett vergessen lassen. Und wenn ich auf einem Schiff eventuell sogar selbst am Steuer steh. Die Segel sind gesetzt, und ab geht es über das Meer. Ein Hochgefühl und Gipfel des Genusses. Meine anderen persönlichen Genüsse verrate ich nicht … Ihre Patricia Simpson


GENUSS.Magazin  

Das GENUSS.MAGAZIN ist die österreichische Zeitschrift für Genießer und alle, die an den schönen Dingen des Lebens interessiert sind.

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