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Lebenslinien Drei Kibbuznik im Portrait


Inhalt

Projektbeschreibung

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Impressionen

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Hintergrund des Projekts

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Team

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Informationen zu „Eine Ausnahme...“

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Marketing und Auswertung von „Lebenslinien“

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Kontakt

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Sehr geehrte Damen und Herren, dass ihre Kinder nach der Erniedrigung der Eltern wieder erhobenen Hauptes leben können! So schildert ein Protagonist in Claude Lanzmanns Dokumentarfilm „Warum Israel“ den Grundgedanken der KibbuzBewegung. Über 60 Jahre ist es nun her, dass der Staat Israel 1948 offiziell gegründet wurde. Unter den Jüdinnen und Juden, die zu dieser Zeit aus Europa in das neue Land emigrierten, waren die Wenigen, welche den deutschen Faschismus und seine Lager überlebten. Heute leben nur noch einige dieser Menschen und sie haben das Alter von 80 Jahren meist schon überschritten. Will man ihre Lebensgeschichten und Erzählungen festhalten, so muss man sich beeilen. Es handelt sich um die letzte Generation, die aus ihrem eigenen Erleben berichten kann. Deswegen der Titel meines Dokumentarfilmprojekts – „Lebenslinien“. Viele jüdische Lebenslinien laufen in Israel zusammen, in den Siedlungen, die Jüdinnen und Juden aus der ganzen Welt vor und während des zweiten Weltkrieges gemeinsam aufbauten, den so genannten Kibbuzim. Ob vor Verfolgung geflohen, aufgrund politischer Ideen emigriert, oder aus religiösen Überzeugungen ins heilige Land „Erez Israel“ gegangen, haben seine älteren Bewohner, Kibbuznik genannt, viel zu erzählen – von ihrem Leben, ihren Einstellungen und ihren Gedanken zum heutigen Europa und Israel. Drei dieser Lebenslinien will ich durch eine filmische Arbeit nachzeichnen. Durch Interviews, Erinnerungsstücke, persönliche Fotos und Eindrücke aus einem dieser Kibbuzim, aus Ma‘abarot im Norden Israels, 4


will ich drei Menschen mit ihrer Geschichte in einem Dokumentarfilm zu Wort kommen lassen und so ihre wichtigen Geschichten und Erzählungen für kommende Generationen festhalten. Zur Umsetzung dieses Projekts hat sich eine Gruppe von jungen Menschen gegründet, welche die Verantwortung ihrer Generation für die Vergangenheit und die Gegenwart wahrnehmen will. Gerade der Generationenaspekt, macht die Besonderheit von „Lebenslinien“ aus. Wir wollen einen Film drehen, der es besonders Zuschauern unseren Alters ermöglicht, einen Zugang zur Geschichte der Menschen in Ma‘abarot zu bekommen. Das sie mit uns dafür sorgen, dass die Geschichte nicht vergessen wird sich nie wiederholen kann. Ich bitte Sie, dieses ambitionierte Dokumentarfilmprojekt zu unterstützen. Es ist höchste Zeit für solche Projekte, da sich durch die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ein geschärftes Bewusstsein für die Gegenwart entwickelt. Und die junge Generation heute hat als letzte die Chance, mit diesen Menschen über die Geschichte ihrer Generation zu sprechen. Mit der Bitte um Unterstützung und freundlichen Grüßen, Adrian Oeser – Regisseur und Produzent

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Projektbeschreibung Der Kibbuz Ma‘abarot liegt im Norden Israels an der alten Verbindungsstraße zwischen Petah Tikva und Haifa. Er wurde 1925 von Mitgliedern des linken Flügels der zionistischen Jugendbewegung „Hashomer Hatzair“ aus Rumänien gegründet. Aus Bulgarien, Ungarn, Deutschland, Russland und Chile kamen ab 1919 Jüdinnen und Juden, um Ma‘abarot aufzubauen und ein neues Leben in Palästina zu beginnen. Im Gepäck den Traum von Erez Israel, dem heiligen Land, als Heimat und Schutzraum der verfolgten Juden aus der Diaspora. War das Gebiet zu dieser Zeit noch Wüste, machten die Kibbutnik hier Landwirtschaft möglich, bauten Häuser und schufen somit die Grundlage für eine jüdische Besiedlung des Landes. In den frühen Jahren marxistisch orientiert, passte sich Ma‘abarot den ökonomischen Realitäten an und ist heute einer der großen Produzenten von Tiermedizin in Israel. Auf drei Quadratkilometer Fläche wird Baumwolle gezüchtet, welche den größten wirtschaftlichen Zweig des Kibbuz ausmacht. Ma‘abarot zog in seiner Geschichte unterschiedlichste Menschen an und veränderte sich mit seinen Bewohnern, die alle ihre eigene Geschichten, Ideen und Ideale in den Kibbuz trugen. Heute ist Ma‘abarot über 60 Jahre alt und es leben nur noch wenige Kibbuznik, die vor dem zweiten Weltkrieg kamen und von den An­­-fängen des Kibbuz und ihrer eigenen, persönlichen Geschichte erzählen können. Das Filmprojekt „Lebenslinien – Drei Kibbutnik im Portrait“(AT) will drei dieser Menschen ausfindig machen und anhand ihrer Erzählungen und ihres heutigen Lebens die Geschichte einer Generation von 6


Kibbuznik und einen Teil jüdischer, sowie europäischer Geschichte erzählen. Zu Wort kommen sollen drei Menschen mit unterschiedlichster Geschichte. Ihre Erzählungen werden eingebettet in die Geschichte von Ma‘abarot und Teile der jüdischen, wie europäischen Geschichte. So wird Ma‘abarot als Ort der Geschichte und Gegenwart inszeniert, als Ort an dem die Geschichte für die Gegenwart lebt. Eine ältere Damen, die uns in Ma‘abarot aufnehmen wird, habe wir schon gefunden. Sie heißt Ruth Scheleg. Ruth Scheleg wurde 1920 in Deutschland geboren und floh 1939 illegal vor den Nazis nach Palästina. Seit ihrer Heirat lebt sie in Ma‘abaroth und hat sich bereit erklärt, uns den Kibbuz und seine Bewohner vor­ zustellen. Der Kontakt zu Ruth Scheleg ist ein großer Glücksfall, da sie uns in das Leben im Kibbuz einführen und die Findung von Protagonisten sehr erleichtern wird. Sie hat angekündigt, uns einen weiteren möglichen Protagonisten vorzustellen, der aus dem Ghetto Theresienstadt nach Palästina fliehen konnte.

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Impressionen

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Hintergrund des Projekts Schon vor der Staatsgründung Israels emigrierten viele Jüdinnen und Juden aus Europa, Russland und anderen Teilen der Welt in das damals britische Mandatsgebiet Palästina. Verfolgt aufgrund ihrer Religion und auf Schutzsuche, Überzeugt von einer politischen Idee, der des Zionismus, oder aus der religiösen Vorstellung vom heiligen Land „Erez Israel“, kamen die jüdischen Siedler aus der Diaspora, um in Palästina etwas Neues aufzubauen. In dieser Anfangszeit Israels war die Kibbuzim-Bewegung die treibende Kraft im Aufbau von Landwirtschaft, sozialem Leben und politischer Organisation. In Gemeinschaften wurden Gebiete bewässert und somit fruchtbar und bebaubar gemacht, kleine Städte oder Dörfer aufgebaut und ein kulturelles Leben geschaffen. Anhand dieser Kibbuzim lässt sich gut beobachten, was viele Jüdinnen und Juden aus der ganzen Welt dazu bewegte, nach Palästina zu emigrieren, welche Träume und Visionen sie damit verbanden und welche Rolle ihre Geschichte spielt, die sie vor der Emigration erlebten. So ist ein Kibbuz heute noch immer ein Ort, an dem sich die Geschichte Europas, des Nahen Ostens und der Diaspora spiegelt. Die älteren Kibbuznik können diese Geschichte anhand ihrer eigenen erzählen, können darlegen, aus welchen Gründen Jüdinnen und Juden aus der ganzen Welt nach Israel kamen und wie das Leben in Erez Israel begann.

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Team Regie und Produktion Adrian Oeser wurde 1988 in Seeheim-Jugenheim bei Darmstadt geboren. Schon früh interessierte er sich für Politik und Kultur und arbeitet unter anderem bei den Jungen Grünen, dem Stadtschülerrat und dem Literaturhaus Darmstadt. Begeistert von Film und Geschichte gestaltete er zusammen mit anderen Schülerinnen und Schülern der Bertotlt-Brecht-Schule Darmstadt im Jahr 2006 einen kurzen Dokumentarclip über die Protestbewegung gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens in den 80er Jahren. Dieser wurde im Hessischen Rundfunk ausgestrahlt. Als erste eigene Produktion drehte Adrian Oeser 2007 den Dokumentarfilm „Eine Ausnahme...“, welcher auf eine sehr persönliche Weise das Leben und die Freundschaft von Trude Simonsohn und Irmgard Heydorn erzählt, die den deutschen Faschismus auf unterschiedliche Weise er- und auch überlebt haben. „Eine Ausnahme...“ gewann mehrere Preise und wurde 2008 für den „Deutschen Menschenrechtsfilmpreis“ nominiert. Der „Studienkreis deutscher Widerstand“ des Fritz-Bauer-Instituts Frankfurt und die „Landesfilmdienste Hessen“ verleihen den Film. Adrian Oeser arbeitet in der Jury mehrerer Filmfestivals, unter anderem bei „Video der Generationen“ und der „Visionale Hessen“.

Adrian Oeser

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Nach seinem Abitur leistete er einen Friedensdienst mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Frankreich, wo er in einem öko-sozialen Landprojekt und in der Flüchtlingshilfe arbeitete. In dieser Zeit entstand ein Werbefilm für ein örtliches Biozentrum. Heute studiert Adrian Oeser in Berlin Sozial- und Kulturanthropologie, Politikwissenschaften und Philosophie und lernt Jiddisch und Ivrit.

Regieassistenz Sander Fuchs wurde 1988 geboren. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er mit seinen Eltern in Nepal und Südafrika. Nach seinem Abitur leistete er ein freiwilliges soziales Jahr in Nantes im Norden Frankreichs. Hier arbeitete er mit sozial schlecht gestellten Menschen und half ihnen in ganz praktischer Form, wie beim Bau ihrer Häuser, oder bei der Organisation ihres alltäglichen Lebens. Seit 2008 studiert Sander Fuchs an der Freien Universität Berlin Politikwissenschaften. Sein Engagement gilt der Hochschulgruppe von Amnesty International und sozialpolitischen Themen. Mit der Regieassistenz bei „Lebenslinien“ sammelt er erste Erfahrungen im Filmbereich.

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Filmgestaltung und Design Fabian Beier ist 1987 geboren und in Reinheim bei Darmstadt aufgewachsen. Schon während seiner Schulzeit engagierte er sich bei der Schülerzeitung seiner Schule. Diese gewann mehrere Preise wie z.B. den dritten Preis beim hessischen Schülerzeitungswettbewerb. Im Zuge dessen erhielt Fabian Beier auch eine Auszeichnung für einen von ihm verfassten Artikel. Nach seinem Abitur entschied er sich für einen Gestaltungsstudiengang. Vorbereitend darauf absolvierte er 1 Jahr lang Praktika bei verschiedenen Fotografen im Rhein-Main-Gebiet. Heute studiert er Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie an der Fachhochschule Darmstadt. Fabian Beier

Kamera Voraussichtlich wird ein israelischer Kamerastudent der Hochschule für Gestaltung in Offenbach diese Aufgabe übernehmen, mit welchem Adrian Oeser derzeit im Gespräch ist.

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Informationen zu „Eine Ausnahme...“ Der Dokumentarfilm „Eine Ausnahme...“ ist im Jahr 2007 entstanden und erzählt auf eine sehr persönliche Weise das Leben und die Freundschaft von Trude Simonsohn und Irmgard Heydorn, zwei Frauen, die den deutschen Faschismus auf sehr unterschiedliche Weise er- und auch überlebt haben. Trude Simonsohn wurde 1923 als Jüdin in der damaligen Tschechoslowakei geboren. Von den Deutschen verhaftet, wurde sie erst nach Theresienstadt und dann nach Auschwitz deportiert, was sie überlebte. Irmgard Heydorn wurde 1917 geboren und wuchs in einem liberalen Elternhaus in Hamburg auf. Ab 1936 leistete sie Widerstand im „Internationalen Sozialistischen Kampfbund“. „Eine Ausnahme...“ hält die Erzählungen der beiden Damen fest und sichert sie so für kommende Generationen. Doch auch die nach der Befreiung beginnende Freundschaft zwischen Trude Simosohn, die als Jüdin verfolgt wurde und Irmgard Heydorn, die in Deutschland Widerstand leistete, wird im zweiten Teil des Films erzählt. Die beiden berichten von ihren eigenen, sowie von gemeinsamen Erlebnissen und sprechen über ihre Aktivitäten und politischen Vorstellungen. Zusammen gehen sie seit den 70er-Jahren in Schulen, um von ihrem Schicksal zu berichten und junge Menschen aufzuklären. Eine Ausnahme ist ein sehr persönlicher, aber auch politischer Film, der festhalten will, warum die Erinnerung wach gehalten werden muss – damit die Menschen Verantwortungen für die Geschichte und die Gegenwart übernehmen und etwas wie der deutsche Faschismus nie wieder geschieht.

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Festivals und Auszeichnungen: Visionale Hessen 2007, Sonderpreis Bundesfestival Video 2008 – Video der Generationen, 2. Platz Werkstatt für junge Filmer 2008 Berliner Jugendmedienfestival 2008 Nominierung für den deutschen Menschenrechtsfilmpreis 2008 in der Kategorie Amarteurfilm Open Eyes Filmfestival Marburg Verleih: Landesfilmdienste Hessen Studienkreis deutscher Widerstand des Fritz-Bauer-Instituts Frankfurt Meinungen zu „Eine Ausnahme...“: „Wunderbar gelungen, in seiner Eindrücklichkeit und Lakonie – Unvergesslich“ - Jan Koneffke, Schriftsteller „Für uns, für die diese Zeit nicht Geschichte ist, sondern noch erlebt wurde, war Ihr Film ausgezeichnet“ Marianne Schawaller, „Sehr gut gemacht und auserordentlich wichtig.“ - Heiko Haumann, Professor für Geschichte an der Universität Basel 15


Marketing und Auswertung von „Lebenslinien“ Die Auswertung von „Lebenslinien“ wird auf verschiedenen Filmfestivals und Jugendfilmfestivals stattfinden. Thematisch besonders geeignet sind hierbei das Festival „Video der Generationen“, der „Deutsche Menschenrechtsfilmpreis“, das „Open Eyes“ Filmfest in Marburg, sowie das Kassler Dokumentarfilm- und Videofest. Eine Auswertung auf israelischen Filmfestivals ist ebenfalls vorgesehen. Wie schon „Eine Ausnahme...“ soll der Film „Lebenslinien“ (AT) im schulischen und universitären Bereich, sowie in der Jugend- und Erwachsenenbildung Verwendung finden. Zum Bewerben des Films wird die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) angefragt. Eine Empfehlung von „Eine Ausnahme...“ in der Zeitung der GEW hat bereits zu hervorragenden Anfragen geführt. Zum Verleih des Films werden verschiedene Institute, Stiftungen und Einrichtungen angefragt. Hierbei passen thematisch wie inhaltlich das Fritz-Bauer-Institut, die Landesmediendienste Hessen, die Hans-BöcklerStiftung, sowie verschiedene jüdische Einrichtungen. Eine Pressung von Lebenslinien auf DVD, inklusive eines Booklets mit Hintergrundinformationen ist unter Voraussetzung der entsprechenden Finanzlage vorgesehen.

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Kontakt Produzent DocView e.V. Adrian Oeser Güterstraße 2a 64823 Groß-Umstadt

Tel.: 0160/6049697 E-Mail: mail@docview.org Homepage: www.docview.org Spendenquittungen werden durch den als gemeinnützig anerkannten Verein DocView e.V. ausgestellt, dessen Vorsitzender Adrian Oeser ist.

Gestaltung/Druck/Bindung: Fabian Beier - Robert-Schneider-Str 2 - 64289 Darmstadt - fabianbeier@online.de

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DocView Mappe  

Eine Mappe zur Vorstellung des DocView e.V,

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