Page 1

Fr. 8.–

Das Magazin für Geldanlage

Jean-Claude Biver

Der Leiter des Uhrengeschäfts von LVMH im Interview

t ndsmark o F m a s d Die Tren Fondsanleger 2016 tet r a te Das erw der Märk ssen n e s in Z tigsten issen mü Die wich Leitzinsen & Co. w ber Was Sie ü en eld Unternehm en statt G Naturali res ist Wahres: Was Ba ten Nicht nur ären sonst noch bie n den Aktio g sionierun eitig klären n e P e t s frühz Checkli üssen Sie m n e g a r F Diese

3. Februar 2016 – www.cash.ch


www.mainfirst.com

DER UMSICHTIGE EINER VON UNS

Erfahrung und Wissen sind die beiden Säulen, auf denen der Umsichtige fundierte Anlagestrategien aufbaut. Professionelles Risikomanagement bedeutet für ihn, intelligente Entscheidungen zu treffen, die auch morgen noch richtig sind. Er weiß, dass es immer auch anders kommen kann und sichert sich entsprechend ab. Darum hat er sowohl Chancen als auch Risiken an den sich rasant verändernden Finanzmärkten immer im Blick. Mit Souveränität meistert er die Herausforderung, attraktive Renditen in einem Niedrigzinsumfeld zu erwirtschaften. Bei MainFirst hat der Umsichtige viele Namen. Und alle arbeiten für Ihren Erfolg. Character. For More Performance. © 2016 MainFirst Bank AG. Die Performance der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Erträge. Diese Anzeige stellt keine Anlageberatung dar. Diese Anzeige richtet sich nicht an Privatpersonen oder Endanleger, sondern an professionelle und institutionelle Investoren.


EDITORIAL – IMPRESSUM

EDITORIAL

Das Geschehen an den Finanzmärkten muss auch Sie interessieren. Denn alle Schweizer sind Aktionäre. «Wir alle in der Schweiz sind Aktionäre»: Wenn ich diesen Satz jeweils im Kreis von Bekannten äussere, herrscht oft Schweigen im Rund. Dann kommen schnell Einwände, dass man ja gar keine Aktien besitze und mit solchem Zeug auch nichts am Hut haben wolle.

Bivers Verhalten ist vorbildlich. Um an den Märkten aktiv zu sein, muss man sich eingehend mit der Materie befassen. Und die Über­ zeugung muss da sein. Der Aufwand kann sich lohnen. «Auf lang­ fristige Sicht bildet die Börse die Realität ab. Und bei Börsen­ engagements sollte man einen langen Atem haben», sagt Biver.

Doch, wir in der Schweiz sind alle Aktienbesitzer – zumindest in­ direkt. Denn die Pensionskassen legen einen Teil unserer Gelder aus der Berufsvorsorge in Aktien an. Alle sollten sich deshalb für Aktien und andere Anlagewege interessieren. Denn die Möglich­ keiten zur Vermögensvermehrung auch im Hinblick auf die Al­ tersvorsorge sind in Zeiten von Negativzinsen massiv geschrumpft. Das merken Sie spätestens, liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie die Verzinsung Ihres Vermögens auf dem Bankkonto betrachten.

Diese Ausgabe von cash VALUE, dem jährlich zweimal erschei­ nenden Magazin von cash, soll Ihnen anhand von zahlreichen Artikeln und Interviews wie immer eine Hilfe sein bei der An­ lage Ihres Geldes. Tagesaktuelle News, weitere Anlage-Ideen und Börsenkurse bietet Ihnen zudem seit Jahren die Wirtschafts- und ­Finanzplattform cash.ch.

Jean-Claude Biver, der umtriebige Tausendsassa der Schweizer Uhrenbranche, ist einer, der die Finanzmärkte durchaus kritisch betrachtet. «Ich lege das Geld kaum an. Ich halte fast alles in Cash», sagt er im Interview in diesem cash VALUE. Er fügt aber gleich an, dass er Aktien besitzt von bestimmten Schweizer Gross­ firmen. Weil er überzeugt ist von deren Geschäftsmodell. Dieselbe Überzeugung hatte Biver nach einem Besuch bei Google in Kali­ fornien – er kaufte sich nach seiner Rückkehr Google-Aktien.

Ich wünsche Ihnen viel Lesevergnügen mit dem cash VALUE.

Daniel Hügli, Chefredaktor cash

Impressum cash VALUE vom 3. Februar 2016: Gedruckt als Spezialversand an Finanzindustrie und Anleger (Auflage: 25 000), als PDF auf www.cash.ch Herausgeber: cash zweiplus ag, Bändliweg 20, 8048 Zürich, Telefon: 044 436 77 77, Mail: contact@cash.ch Geschäftsführer: Urban Scherrer (CEO) Chefredaktor: Daniel Hügli Redaktion: Marc Forster, Ivo Ruch, Pascal Züger Layout: Haus der Kommunikation, Hinterdorfstr. 9, 8702 Zollikon Produktion/Bildredaktion: Thomas Demuth, Dominik Hertach Titelbild: Heinz Dahinden, Luzern Anzeigen: Marco Spadacini, Head of Sales, marco.spadacini@cash.ch; Pascal Weder, Senior Account Manager, ­pascal.weder@cash.ch; Urs Wolperth, Key Account Manager, urs.wolperth@cash.ch Marketing: Silvan Franchetto Werbung: www.cash.ch/werbung Druck: Passen & Partner Copyright: cash zweiplus ag

3


Das Leben ist zu kurz, um nicht langfristig zu denken. Ein gutes Fondsmanagement besitzt die Eigenschaften eines Elefanten. Deshalb handeln wir mit Besonnenheit, Erfahrung und Gespür. Überzeugen Sie sich selbst: der vermögensverwaltete Mischfonds Ethna-AKTIV von ETHENEA. ethenea.com

Ausführliche Hinweise zu Chancen und Risiken entnehmen Sie bitte dem letztgültigen Verkaufsprospekt. Massgeblich sind die Angaben im Verkaufsprospekt sowie der aktuelle Halbjahres- und Jahresbericht. Den Verkaufsprospekt, die Berichte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen erhalten Sie kostenlos bei der Verwaltungsgesellschaft ETHENEA Independent Investors S.A., 16, rue Gabriel Lippmann, L-5365 Munsbach oder bei der Vertreterin in der Schweiz IPConcept (Schweiz) AG, In Gassen 6, CH-8022 Zürich. Zahlstelle in der Schweiz ist die DZ PRIVATBANK (Schweiz) AG, Münsterhof 12, Postfach, CH-8022 Zürich.


SCHWERPUNKTE – INHALT

INHALT

36

18 32

08 INTERVIEW JEAN-CLAUDE BIVER

26 DIE WICHTIGSTEN ZINSEN DER MÄRKTE

Der Uhrenmanager über seinen Managementstil, seine ­Lebensphilosophie – und seine Einstellung zu Geld.

Leitzins, Negativzins, Hypotheken: Das müssen Sie wissen. 28 INTERVIEW AMANDA KAYNE

12 BELIEBTE SCHWEIZER AKTIEN Die Schweiz und ihre meistgehandelten Aktien: Drei ­Handelsplattformen im Überblick.

Die Zukunftsforscherin blickt auf kommende InvestmentTrends. 30 FEHLENTSCHEIDE MIT FOLGEN

14 DIE TRENDS AM FONDSMARKT Fonds in Zeiten volatiler Börsen.

In Wirtschaft und Politik wird viel entschieden – nicht immer richtig.

17 KLEINE UNTERNEHMEN, GROSSE RENDITE

32 DIE ETWAS ANDERE GEWINNBETEILIGUNG

An der Schweizer Börse sorgen die Kleinen für Furore.

Naturaldividenden als Zückerchen für Anleger.

18 ZINSEN TROTZ MINUSZINS

34 ANLAGESTRATEGIEN IM ÜBERBLICK

Es gibt sie noch: Nischen, wo man Mini-Zinsen erhält.

Sechs Strategien zur Geldvermehrung mit Aktien.

23 ETF – EINFACH UND GÜNSTIG

36 CHECKLISTE PENSIONIERUNG

Finanzprofis geben Tipps zu Exchange Traded Funds.

Klug ist, wer sich früh mit der Pensionierung beschäftigt.

25 BEKANNTE MARKEN UND IHRE AKTIEN

38 INTERVIEW CLAUDIA GRAF

Lohnende Langfristanlagen in Konsumgüteraktien.

Die junge Bierbrauerin über Trends im Biermarkt.

5


Wieviel Risiko kann ich tragen? Bei einigen Fragen im Leben ist man nicht allein. Gemeinsam können wir eine Antwort finden. Erfahren Sie an der FINANZ16 aus erster Hand, welche Themen die Finanzmärkte beschäftigen und wie Sie als Anleger diese Themen umsetzen können. Unsere Experten geben Ihnen einen Einblick:

UBS-Experten an der FINANZ16 «Anlagetrends mit Zukunft» Referent: Dominik Gottet, Public Distribution Schweiz, UBS Investment Bank Donnerstag, 4. Februar 2016, 11.00 – 11.45 im Vortragssaal «Rohöl – Ausblick und passende Anlagelösungen» Referenten: Giovanni Staunovo, Rohstoffanalyst, UBS CIO Wealth Management und Jérôme Allet, Public Distribution Schweiz, UBS Investment Bank Donnerstag, 4. Februar 2016, 12.00 – 12.45 im Vortragssaal «Alternatives Beta: Systematisches Ausnützen von Risikofaktoren bietet Renditepotenzial» Referent: Raimund Müller, CIIA, Head UBS ETF Schweiz & Liechtenstein Donnerstag, 4. Februar 2016, 13.00 – 13.45 im Vortragssaal

Besuchen Sie uns am

Stand V.08 ubs.com/finanz16

© UBS 2016. Alle Rechte vorbehalten.

«Die Welt von morgen steht vor drei globalen Herausforderungen. Wir zeigen Ihnen, welche dies sind und wie Sie davon profitieren können.» Referenten: Philippe G. Müller, CIIA, Head CIO Global Investment Themes und Uwe Röhrig, Senior Equity Specialist, UBS Asset Management Donnerstag, 4. Februar 2016, 14.00 – 14.45 im Vortragssaal


IN KÜRZE NEWS

FAST ALLES WIRD NEU BEI CASH.CH Die Website www.cash.ch erscheint in wenigen Wochen in komplett neuem Design. VON DANIEL HÜGLI

M

itte der 1990er-Jahre – das Inter­ net war damals nur wenigen be­ kannt – hatte cash bereits seine erste Website. In der Zeit seit 1995 hat die grösste Schweizer Wirtschafts- und Finanz­ plattform ihr Erscheinungsbild ein paar Mal geändert. So auch jetzt. Denn in we­ nigen Wochen wird sich der Aussenauftritt von cash.ch markant ändern. Die Website erscheint in komplett neuem Design. Die wichtigste Änderung ist die Optimie­ rung der cash-Website für alle Endgeräte. Das heisst: Ob Desktop, Smartphone oder Tabletcomputer – Inhalte und Architektur von cash.ch passen sich automatisch den jeweiligen Bildschirmgrössen an. Die Bil­ der und Schriften sind so immer optimal sicht- und lesbar. Damit reagiert cash auf den Trend der zunehmenden Nutzung von Web-Inhalten auf mobilen Endgeräten. Auffallend ist primär das grosszügigere Er­ scheinungsbild der neuen Website: Grös­ sere Bilder, deutlichere Schriften und mehr «Luft» zwischen den einzelnen Bausteinen

Bald am Start: die überarbeitete Seite von cash.ch. istockphoto

und Inhalten ermöglichen ein entspanntes Lesen und angenehmes Navigieren. Orien­ tierungshilfen sind die drei grossen Menü­ punkte «Informieren», «Investieren» und «Diskutieren». Der Startschuss für das «neue» cash erfolgt im Laufe des Monats März. Doch machen Sie sich schon jetzt selber ein Bild von der neuen Website und schauen Sie sich vorab mal die Testversion an. Die Adresse lautet: beta.cash.ch.

Ist den Schweizern die Vorsorge egal?

D

er steigenden Lebenserwartung zum Trotz: Die Schweizer Bevölkerung in­ teressiert sich nur lauwarm für das Thema Altersvorsorge. Das ergab eine Umfrage von Axa Investments Managers. Demnach interessieren sich 27 Prozent der Schweizer Bevölkerung grundsätzlich nicht für die Vorsorge. Unter den 18- bis 24-Jäh­ rigen beträgt dieser Anteil gar 46 Prozent. Das Interesse nimmt bei steigendem Alter immerhin zu. Doch nicht nur wegen der steigenden Lebenserwartung sollten sich Herr und Frau Schweizer mehr für die Vor­ sorge interessieren. Das anhaltend tiefe Zinsniveau und das Auf und Ab an den Fi­ nanzmärkten stellen die Pensionskassen vor grosse Herausforderungen. Auch die AHV hat zunehmend Finanzierungsschwie­ rigkeiten. Der cash Pensionscoach Umso wichtiger wird das persönliche En­ gagement mit Blick auf die Altersvorsorge. cash hat in Zusammenarbeit mit der un­ abhängigen und 1998 gegründeten Pen­ sionsplanungsfirma Allfinanz & Treuhand Group AG (ATG) sowie dem Schweizer ITUnternehmen Braingroup den cash Pensi­ onscoach ins Leben gerufen. Er erarbeitet Lösungen und Pläne für die Zeit nach dem aktiven Erwerbsleben. Machen Sie sich selber ein Bild, besuchen Sie die Website des cash Pensionscoachs unter pensions­ coach.cash.ch (siehe auch Seite 37).

Die Hypo-Zinsen haben einen Deckel

U

nter Immobilienexperten sind die Meinungen gemacht: Solange die Schweizerische Nationalbank an ihren Ne­ gativzinsen festhält, bleiben die Hypothe­ karkredite in der Schweiz günstig. Da wird auch die im letzten Dezember in den USA eingeläutete Wende bei den Leitzinsen kaum etwas ändern. Entscheidender ist die Entwicklung der Schweizer Staatsanleihen, die stark von den Geschehnissen im Euroraum und der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) abhängt. Zieht die Wirtschaft im Euroraum stark an und gibt die EZB ihre

lockere Geldpolitik auf, dann könnte es in der Schweiz zu einem Hypo-Zinsschub kommen. Doch nach einer deutlichen Ver­ besserung im Euroraum sieht es nicht aus. Experten rechnen daher mit Zinsen für zehnjährige Hypotheken in der Spannweite von 1,4 bis 2 Prozent bis 2017. Im letzten Jahr war auf dem Hypo-Markt Schweiz ein leichter Trend zu kürzeren Laufzeiten auszumachen, die etwas günsti­ gere Konditionen aufweisen als eine Zehn­ jahreshypothek. Die Kreditnehmer hoffen, dass bei der Ablösung der Hypotheken die Zinsen noch immer tief sein werden.

Wer schon in jungen Jahren spart, kann das Pensionsalter ruhig angehen. pixabay

7


INTERVIEW JEAN-CLAUDE BIVER

«LANGFRISTIG BILDET DIE BÖRSE DIE REALITÄT AB» Uhrenmanager Jean-Claude Biver über seinen Managementstil, seine Lebensphilosophie – und seine Einstellung zu Geld. INTERVIEW: DANIEL HÜGLI UND IVO RUCH BILDER: HEINZ DAHINDEN

Herr Biver, keine 24 Stunden nach unserer Interview-Anfrage sitzen wir hier in La Chaux-de-Fonds in der Uhrenfabrik Tag Heuer zum Gespräch. Bei Ihnen gehts immer schnell … Die Geschwindigkeit ist eine wichtige Komponente des Erfolges, auch bei Fir­ men. Früher waren das Geld oder Macht, heute ist es die Geschwindigkeit. Das wird noch immer unterschätzt. Ob Kunden, Mit­ arbeiter, Journalisten oder Lieferanten: Ich reagiere bei allen gleich schnell. Sie sind immer erreichbar und auf Zack. Waren Sie schon immer so? Ja. Ich habe eine gute Gesundheit. Und ich bin immer mit Leidenschaft dabei. Das ist ein grosser Unterschied zu alltäglicher Ar­ beit. Daher stehe ich manchmal um 3 Uhr morgens auf. Ich muss nachschauen, was in der Nacht passiert ist. Ich bin neugierig. Damit Ihnen die Zeit nicht davonläuft, nehmen Sie bisweilen den Helikopter. Ist er auch ein Statussymbol? Nein. Dann wäre ich arrogant und müsste in den Ruhestand. Wissen Sie: Das Prob­ lem des Erfolges ist, dass er Bequemlich­ keit mit sich bringt. Gewöhnt man sich an die Bequemlichkeit, wird man arrogant. Dann können Sie eine Firma verkaufen und ein neues Management einstellen. Irgendwie üben Sie eine Faszination auf die Leute aus. Warum? Ich bin 40 Kilo zu schwer … (lacht) Im Ernst: Ich bin 1,84 Meter gross, spreche laut, ich bin authentisch und drücke mich ohne viel Hemmungen aus. Ich versuche, die Wahrheit zu sagen. Dann wollen Ihnen die Menschen zuhören.

8

Jean-Claude Biver leitet den Uhrenbereich des französischen Luxusgüterherstellers LVMH, dem die Schweizer Marken Hublot, Tag Heuer und Zenith gehören.


JEAN-CLAUDE BIVER INTERVIEW

Sie sind nicht nur ein guter Marketing-Mann für Ihre Produkte, Sie sind selber schon ein Produkt. Dessen bin ich mir bewusst, und ich setze das auch ein. Als wir bei der Uhrenmarke Hublot kein Geld hat­ ten, sagten wir uns: «Jetzt nehmen wir den Biver als Botschafter. Der ist ja gratis.»

1982 kauften Sie zusammen mit einem Kollegen die Markenrechte an Blancpain für 22 000 Franken. Zehn Jahre später verkauften Sie die Uhrenmarke für 60 Millionen Franken an den Swatch-Vorläufer SMH. Das habe ich eine Zeit­ lang bereut. Ich hatte den Eindruck, dass ich meine Mitarbeiter ver­ kauft hatte. Der Erfolg war ja nicht bloss mei­ ner allein, sondern der eines ganzen Teams. Dank des neuen Jobs bei Omega kam ich dann darüber hinweg.

«Wir müssen alles zurückgeben, bevor wir sterben. Je mehr Privilegien man hat, desto mehr muss man zurückgeben.»

Sie waren in den 1960er-Jahren Teil der Hippie-Bewegung. Wir haben etwas Mühe, uns das vorzustellen. Ich habe zwar die Haare verloren, nicht aber das Herz. Wir assen Bio-Food und glaubten an die Liebe. Das Lied «All you need is love» von den Beatles hat uns bewegt. Was ist Liebe, frag­ ten wir uns. Liebe heisst meiner Ansicht nach teilen: den Erfolg, den Misserfolg, das Wissen, die Visionen. Teilen ist ein Akt der Liebe. Zweitens: Liebe heisst verzei­ hen. Man soll Fehler verzeihen. Man sollte aber nicht zweimal denselben Fehler ma­ chen, sonst lernt man ja nichts. Drittens: Liebe heisst Respekt, gegenüber den Kon­ kurrenten oder den Lieferanten. Würden Sie den Managern ein wenig Hippietum empfehlen? Natürlich. Moralisches Benehmen ist ein Plus. Kurzfristig kann man Erfolg haben ohne Ethik, langfristig nicht. Sie sehen das bei Volkswagen oder der Fifa: Eines Tages landet man an der Mauer. Ich würde in den Schulen Ethik auch als Unterrichtsfach einführen. Sie kamen ja als zehnjähriger Bub mit Ihrem Bruder aus Luxemburg in ein Schweizer Internat. Welche Erinnerung haben Sie daran? In Erinnerung habe ich das Knirschen der Steine, als das Auto wegfuhr. Ich erinnere mich, dass mein zwei Jahre jüngerer Bru­ der weinte. Um ihn zu trösten, habe ich mit ihm Tischtennis gespielt. Ich musste mich also plötzlich um meinen Bruder kümmern. Das war wohl einer meiner ersten Schritte als Manager. In Erinnerung habe ich auch den Genfersee. Da habe ich gewusst: Das ist meine Heimat.

2003 verliessen Sie Omega und kauften 20 Prozent der defizitären Hublot, die 2008 nach rasantem Wachstum an den französischen ­Luxusgüterkonzern LVMH für 496 Millionen Franken verkauft wurde. Ich selber hätte 200 Millionen Franken für Hublot geboten, aber 500 Millionen wie LVMH konnte ich nicht auf den Tisch le­ gen. Da habe ich den Hauptaktionär be­ griffen, dass er sich für LVMH entschieden hat. Bei Blancpain war ich mit dem Ver­ kauf einverstanden. Bei Hublot hätte ich lieber nicht verkauft.

Wie legen Sie Ihr Geld an? Ich lege das Geld kaum an. Ich halte fast alles in Cash. Klar, ich habe auch Aktien von Nestlé, Roche oder Novartis. Ich liebe Schweizer Firmen und glaube an gute Ge­ schäftsmodelle. Vorletztes Jahr war ich zum Beispiel bei Google in Kalifornien. Als ich zurückkam, habe ich meine Bank ange­ rufen und ihr den Auftrag erteilt, GoogleAktien zu kaufen. Denn ich bin überzeugt, diese Aktien werden in den nächsten zehn Jahren steigen. Verfolgen Sie die Märkte? Natürlich. Der Börsenverlauf spielt eine grosse Rolle für die Luxusgüterindustrie wie auch der Schweizer Franken und Edel­ metalle. Ich schaue jeden Tag auf die Leit­ indizes der Aktienmärkte, auf den Gold­ preis und auf die Währungen. Obwohl die Aktie von Swatch k ­ otiert ist, bezeichnet Swatch-CEO Nicolas Hayek die Börse als Casino. Sind Sie gleicher Meinung? Kurzfristig kann die Börse durchaus ein Casino sein. Aber auf langfristige Sicht, FORTSETZUNG AUF SEITE 10

Sie bewiesen aber in beiden Fällen eine Spürnase: billig gekauft, teuer verkauft. Sie wären der perfekte Börsenhändler  … Nein, dann hätte ich nicht die Kontrolle. Wenn ich zum Beispiel eine Actelion-Aktie kaufe, dann kann ich bloss hoffen, dass es die Firma richtig macht. Aber beim Kauf einer Uhrenmarke sitze ich im Boot. Ihr Vermögen wird auf mindestens 150 Millionen Franken geschätzt. Was bedeutet Ihnen Geld? Geld bedeutet mir Freiheit. Das braucht der Mensch, zusammen mit Gesundheit und Liebe. Die Gesundheit haben mir meine El­ tern geschenkt, die Liebe meine Frau und meine Familie. Ich bin aber der Meinung, dass wir alles zurückgeben müssen, bevor wir sterben. Je mehr Privilegien man erhält, desto mehr muss man zurückgeben.

JEAN-CLAUDE BIVER LEITER UHRENGESCHÄFT VON LVMH Zehn Jahre nach seiner Geburt 1949 in Luxemburg kam Jean-Claude Biver in die Schweiz. Nach dem Wirtschaftsstudium stieg er in die Uhrenindustrie ein. Biver hat drei Kinder aus erster und zwei Kinder aus zweiter Ehe und wohnt in La Tour-de-Peilz neben Vevey. Auf seiner Alp produziert er jährlich fünf Tonnen Käse, den er verschenkt und für das Uhren-Marketing braucht.

9


INTERVIEW JEAN-CLAUDE BIVER

FORTSETZUNG VON SEITE 9

glaube ich, bildet die Börse die Realität ab. Die Wahrheit kommt eines Tages immer heraus. Bei Börsenengagements sollte man einen langen Atem haben. Im Herbst hat Hublot in Nyon eine neue Fabrik eröffnet. Warum setzen Sie so stark auf die Schweiz? Sie könnten heute nirgendwo auf der Welt eine teure Uhr verkaufen, die nicht «Swiss made» wäre. Das ist ein Begriff. Wir ha­ ben in der Jurakette auch ein ganzes Netz der Uhrenindustrie: Zifferblatthersteller, Zeigerproduzenten und so weiter. Schliess­ lich haben wir in der Schweiz auch Kompe­ tenzen. Gute Uhrmacher finde ich in Paris nicht. Wie sehen Sie die Wirtschafts­ entwicklung der Schweiz? Die ist hervorragend. Wir hatten ja selbst dann noch Wachstum, als es Europa schlecht ging. Der Vorsprung der Schweiz bleibt, weil wir andere Strukturen haben, weil die Schweizer fleissig sind, treu, ge­ bildet, innovativ, kreativ. Schauen Sie sich Schindler an. Die Firma gehört zu den welt­ weit grössten Liftherstellern. Dabei hat die Schweiz nur ein Gebäude, das knapp mehr als 40 Stockwerke hat. Die Schweiz ist eine klassische Exportnation. Wir sind es auch gewohnt, Ausländer zu integieren. Wir ma­ chen die Ausländer reich und sie uns. Die Schweiz ist politisch nie links oder rechts. Wir bauen auf den Konsens.

Dennoch: Sollte die Schweiz auf lang­fristige Sicht nicht der EU beitreten? Ich denke nicht. Daran könnte man allen­ falls denken, falls die EU nach dem Prin­ zip des Föderalismus gebaut wäre. Aber das ist nicht der Fall. Es gibt keine Einheit bei Steuern und Finanzen. Der Euro ist gut für die Deutschen, nicht aber unbedingt für die Portugiesen oder Griechen.

gen Leuten: Du brauchst ein Telefon, aber du brauchst auch etwas am Handgelenk. Apple ist mit seiner Smartwatch drauf und dran, der grösste Uhrenhersteller der Welt zu werden. Wenn man die Wichtigkeit der Smartwatch nicht erkennt, dann hat man ein echtes Problem. Über dem Preisseg­ ment einer Smartwatch kauft man dagegen Prestige, Träume, Exklusivität. Mit 20 Jah­ ren kauft man sich eine Smartwatch, mit 35 Jahren dann eine Tra­ ditionsuhr.

«Wir Schweizer sind es gewohnt, Aus­ länder zu inte­grieren. Wie machen die Ausländer reich und sie uns.»

Die Schweizer Uhrenindustrie ist mit der Digitalisierung konfrontiert. Tag Heuer hat selber eine Smartwatch auf den Markt gebracht. Steht die ­Industrie an einem ähnlichen Scheide­weg wie in den 1970erJahr­en? Nein. Smartwatchs können nur einen Teil der Schweizer Uhrenindustrie angreifen, nämlich das Preissegment zwischen 200 und 1500 Franken. Uhren, die 5000 Fran­ ken und darüber kosten, werden ja nicht primär deshalb gekauft, um darauf die Zeit ablesen zu können. Dafür braucht man eine billige Uhr oder das Telefon  … Eben. Die klassische Uhr braucht es doch in vielleicht 30 Jahren nicht mehr. Apple ist die grösste Hilfe, dass dies nicht eintreffen wird. Apple sagt den jun­

Wie wird sich der Umsatzanteil an Smartwatchs und traditionellen ­Uhren in der Schweiz entwickeln? Wir exportieren heute Uhren im Wert von 22 Milliarden Fran­ ken. 80 Prozent davon sind im Preisseg­ ment über 2000 Franken. Dieser Anteil wird bleiben. Was darunter ist, kann zer­ stört werden. Aber genau das ist die Basis, auf die wir bauen sollten. Wenn wir diese Basis verlieren, geht die ganze Pyramide verloren. Deshalb hatte Nick Hayek auch die Swatch eingeführt. Wir haben bislang keine nationale Antwort auf die Smart­ watch. Ihr ältester Sohn lebt seit langem in China und ist verantwortlich für die Uhrensparte von LVMH für China, Hongkong und Taiwan. Wird er den Biver-Geist weitertragen? Definitiv. Er ist auf verschiedenen Gebie­ ten besser als ich. Er ist schneller. Das geht ja gar nicht  … (lacht) Doch! Ich schickte ihn für zwei Jahre nach China, weil er ein Faulenzer war. Es war brutal, die ganze Familie war damals dagegen. Aber er ging und lernte sechs Stunden pro Tag Chinesisch. Das war der Wendepunkt.

Jean-Claude Biver (rechts) im Gespräch mit cash-Chefredaktor Daniel Hügli (links) und cash-Redaktor Ivo Ruch.

10

Was machen Sie in zehn Jahren? Dann werde ich 77 Jahre alt sein und möchte noch drei Jahre arbeiten. Klar, der Körper wird alt, «so what»? Aber wenn ich den Kopf und das Herz dazu habe, möchte ich weitermachen. Leidenschaft und Liebe gehen nicht in den Ruhestand.


Ihr zuverlässiger Bankpartner Die bank zweiplus mit Sitz in Zürich ist der zuverlässige Bankpartner für Kundinnen und Kunden von Finanzdienstleistern, Versicherungen und Vermögensverwaltern. Als Tochtergesellschaft der Bank J. Safra Sarasin AG bietet sie die Solidität und Qualität einer renommierten Bank und als Depotbank die Gewähr für die sichere Verwahrung der Kundenvermögen. Die Kundinnen und Kunden profitieren einerseits von der Beratungskompetenz ihres professionellen Finanzberaters und andererseits von der Dienstleistungskompetenz einer vertrauenswürdigen Bank. T 00800 00 77 77 00 (gebührenfrei) www.bankzweiplus.ch


AKTIEN SCHWEIZ

AUF DIESE AKTIEN SETZEN DIE SCHWEIZER Welche Aktien landen am häufigsten in den Portfolios der Anleger? Ein Vergleich diverser Handelsplattformen zeigt Erstaunliches. VON IVO RUCH

N

estlé, Novartis und Roche: Die Aktien dieser drei Firmen prägen das Geschehen an der Schweizer Börse. Denn im Schweizer Leitindex, dem Swiss Market Index (SMI), haben die Ak­ tienkurse der drei Firmen rund 60 Prozent Gewicht. Oder anders ausgedrückt: Das Trio bestimmt über die Hälfte der Markt­ kapitalisierung des SMI. Die restlichen 40 Prozent versammeln den Marktwert der übrigen 17 SMI-Aktien, darunter die Ban­ ken UBS und Credit Suisse, der Uhrenkon­ zern Swatch oder der Industrieriese ABB. Diese unterschiedliche Gewichtung von Aktien hat natürlich einen Einfluss darauf, wie beliebt sie bei den Anlegern sind und wie oft sie in den Portfolios landen. Denn gerade Grossanleger wie Pensionskassen oder Versicherer investieren gerne so, wie andere es auch tun – und setzen eben auf die Grossen, indem sie «indexnah» inves­ tieren. Damit reduziert man die Risiken. Keine Überraschung also, dass es 2015 die Aktien von Nestlé, Novartis und Roche waren, die in der Schweiz am häufigsten gehandelt wurden, wie Daten der Börsen­ betreiberin SIX zeigen (siehe Tabelle auf Seite 13). Entscheidend ist dabei der Han­ delsumsatz, das heisst die Anzahl gehan­ delter Aktien multipliziert mit ihrem Preis. Wo auch die Aktie der UBS äusserst beliebt ist Spannender ist es deshalb, auf andere Han­ delsplätze als diejenigen der SIX zu schauen und herauszufinden, ob die Indexschwerge­ wichte auch dort dominieren. Einen An­ haltspunkt liefern die Umsatzzahlen der Trading-Plattform von «cash – banking by bank zweiplus», Herausgeberin von cash VALUE. Resultat: Am liebsten griffen bei cash.ch die Anleger zur UBS-Aktie. Die Ti­

12

Wurden 2015 von den cash-Usern am meisten gehandelt: die Aktien der UBS. Bloomberg


SCHWEIZ AKTIEN

tel waren mit einem Plus von 14 Prozent eine der erfolgreichsten Schweizer Bank­ aktien des Jahres 2015. Die Aktie des Ölplattformbetreibers Transocean schaffte es auf Platz zwei (siehe Tabelle rechts). Es war die mit Abstand schlechteste SMI-Ak­ tie des Jahres 2015 mit einem Verlust von 32 Prozent. Trader von cash.ch haben zu­ dem eine Vorliebe für sogenannte Hochri­ siko-Aktien. So wurden die Titel des Solar­ zulieferers Meyer Burger oder der Liestaler Biotech-Firma Santhera mehr gehandelt als die Aktien von Credit Suisse. Der volatile Biotech-Bereich ist seit eini­ ger Zeit bei Händlern generell beliebt. Un­ ter den Top-20-Aktien bei cash.ch waren 2015 nicht weniger als sechs Biotech-Titel vertreten. Das lässt sich auch mit dem Bör­ senboom der Biotech-Firmen der letzten Jahre erklären. Diese Aktien wurden so­ gar mehr gehandelt als die Traditionswerte Nestlé, Swatch oder Swisscom. BB Biotech: Eine Aktie, die steigt und steigt Ähnlich ist die Top-Präferenz von privaten Anlegern auf der Social-Trading-Plattform Wikifolio. Dort kann jeder Trader seine ei­ genen Portfolios, sogenannte Wikifolios, zusammenstellen. In diese Produkte kön­ nen dann wiederum andere Anleger inves­ tieren. Dieses Vorgehen ist auch unter dem Namen «Wisdom of the Crowd» bekannt. Seit dem Schweizer Markteintritt im Früh­ ling 2015 hat sich bei Wikifolio eine Aktie an die Spitze geschoben, die es bei cash.ch nicht nach vorne schafft, aber auch mit Biotechnologie zu tun hat: BB Biotech. Die Beteiligungsgesellschaft investiert primär in amerikanische Biotech-Firmen und hat mittlerweile in mehr als 1200 Wikifolios Aufnahme gefunden. Die Beliebtheit von BB Biotech hat einen Grund: Die Aktie stieg seit Herbst 2011 von 41 Franken in der Spitze bis auf 358 Franken. Im letzten Jahr legte sie 24 Prozent zu. Abgesehen von diesem «Knaller» herrscht jedoch auch bei Wikifolio Normalität. Auf den weiteren vorderen Rängen folgen bei den Wikifolio-Konstrukteuren die Aktien von Nestlé, Novartis, Roche, Transocean oder Swatch – alles Aktien, die im letzten Jahr zum Teil äusserst dürftig abschnitten. Die «Wisdom of the Crowd» hat sich min­ destens in diesen Fällen also nicht bezahlt gemacht.

SCHWEIZER TOP-AKTIEN AUF VERSCHIEDENEN PLATTFORMEN Rangierung

Nach Umsatz bei der SIX 2015

Nach Umsatz bei cash.ch 2015

Nach Anzahl Wikifolios 2015

1

Novartis

UBS

BB Biotech

2

Nestlé

Transocean

Nestlé

3

Roche

Swiss Re

Novartis

4

UBS

Zurich

Roche

5

Zurich

Roche

Swiss Re

6

Credit Suisse

Novartis

Transocean

7

ABB

Santhera

Syngenta

8

Syngenta

Meyer Burger

Zurich

9

Richemont

Credit Suisse

Swatch

Swiss Re

Syngenta

UBS

10 Quellen: SIX, cash.ch, Wikifolio

GEWICHTUNG DER AKTIEN IM SWISS MARKET INDEX (SMI)

Ihre Firmen sind für fast 60 Prozent des SMI verantwortlich: Die CEO von Nestlé, Novartis und Roche (Paul Bulcke, Joseph Jimenez und Severin Schwan).zvg Rest 15%

Nestlé 21%

Syngenta 3% Zurich 4% Credit Suisse 4%

SMI

ABB 5%

Novartis 19%

Richemont 5% UBS 6%

Roche 18%

13


ANLEGEN FONDSTRENDS 2016

ACHTERBAHN-BÖRSE: CHANCE ODER FLUCH FÜR FONDS? Das ständige Auf und Ab an den Märkten intensiviert den Kampf zwischen günstigen ETF und teureren, aktiv gemanagten Fonds.

Faktoren wie etwa die Zinswende in den USA machen die Börsen zu einer Achterbahn für Anleger.

VON MARC FORSTER

W

egen der China-Krise, des Roh­ stoffpreis-Zerfalls und gestie­ gener weltpolitischer Risiken war 2015 kein gutes Aktien­jahr. Der De­ zember-Beschluss der US-Notenbank Fed, den Leitzins erstmals seit 2006 anzuhe­ ben, zeichnet über­ dies den Weg in eine unterschiedliche Ent­ wicklung der Zentral­ bankenpolitik vor. Aus­ serdem wird die Luft am Schweizer Aktien­ markt dünner, weil die Bewertungen relativ hoch sind. Gut möglich daher, dass der Swiss Market Index wegen all dieser Fakto­ ren wie 2015 nicht auf Touren kommt und volatil bleibt. Aktiv gemanagte Fonds kön­

nen in diesem hektischen Auf und Ab in die Märkte eingreifen – die Verantwortli­ chen rechtfertigen damit ja auch die Kos­ ten ihrer Fonds. «Typischerweise suchen die aktiven Manager strukturelles Wachs­ tum; das hat allerdings meist einen ange­ messenen Preis», sagt Urs Beck, der für den Vermögensverwalter EFG den Akti­ enfonds «New Capi­ tal Swiss Select Equity Fund» leitet. Bei guten Resultaten können die aktiv ge­ managten Fonds die re­ lativ hohen Gebühren rechtfertigen. Die Leis­ tungen der Fondsmana­ ger werden in der Regel danach bewertet, wie der Fonds einen Benchmark schlägt – oder nicht. Mit einer Minus-Performance, die immer noch über dem Minus einer de­

«Die Fondsmanager suchen strukturelles Wachstum. Das hat aber seinen Preis.»

14

pixabay

finierten Vergleichsgrösse liegt, kann ein Fonds somit auch als erfolgreich gelten. Kommt der Preisverfall bei SmartBeta-ETF? Stock Picking – also das gezielte Kaufen von Aktien – ist bei den ETF (Exchange Traded Funds) nicht möglich: Ein einfacher ETF, der den SMI abbildet, ist somit stark von der Performance der Index-Schwerge­ wichte Roche, Nestlé und Novartis abhän­ gig. Bei aktivem Management kann man solche Titel reduzieren, wenn sie mager abschneiden wie etwa 2015. Die ETF-Finanzinstitute lassen sich des­ wegen auch neue Formen einfallen: Unter dem Begriff «Smart Beta» sind indexba­ sierte Fonds auf den Markt gekommen, die unkonventionell zusammengesetzt sind. Die ETF-Häuser preisen diese Produkte als «intelligente» oder flexible ETF, wobei


FONDSTRENDS 2016 ANLEGEN

diese einen Hauch von aktivem Manage­ ment benötigen. Damit werden sie aber auch teurer als «normale» passive Fonds. Vermögensverwalter Alex Hinder aus Zü­ rich geht davon aus, dass weiterhin SmartBeta-ETF auf den Markt kommen, diese aber ebenfalls billiger werden. Aus Preis­ gründen werden ETF aber generell wei­ ter an Boden gewinnen. Laut Hinder wird diese Fondskategorie in der Schweiz zwei­ stellig wachsen. Bei Privatanlegern sind

ETF noch relativ wenig verbreitet (siehe auch Artikel auf Seite 23). Sparpläne von Banken und Vorsorgeinstituten, die ETF enthalten, werden indes auch bei Privat­ kunden weiter für die Verbreitung passiver Fonds sorgen. EFG-Fondsmanager Beck erwartet nicht nur einen Verdrängungskampf zwischen aktiven und passiven Fonds, sondern auch eine Polarisierung zwischen «hochak­ tiv» gemanagten Fonds und ETF. Dazwi­

SCHWEIZER AKTIENFONDS – DIE BESTEN 2015 Name

Valor

Rendite Rendite Rendite 1 Jahr, in % 3 Jahre, in % 5 Jahre, in %

Credit Suisse Equity Fund (CH) Swiss Small Cap Equity A

564766

16,44

65,99

52,38

UBS (CH) Equity Fund – European Opportunity (EUR) P

279170

13,63

43,56

54,49

1959753

13,59

68,67

69,30

277965

12,27

45,62

47,11

2651796

11,97

57,06

27,22

329958

11,85

69,07

56,61

22475680

11,77

34,14

-

Vontobel Swiss Small Companies A

279572

11,26

60,29

39,34

SaraSelect P CHF dist

123406

10,61

47,15

28,74

12779992

7,90

43,83

61,63

AMG Substanzwerte Schweiz Swisscanto (CH) Equity Fund Europe (I) A Synchrony Market Funds – Synchrony Small & Mid Caps CH A PCH-Swiss Mid-Small Cap – P dy CHF zCapital Swiss & Mid Cap Fund ZA

SGKB (CH) Fund Finreon Swiss Equity IsoPro (CHF) A 

Quelle: cash.ch, Stand: 05.01.2016

WELTWEITE AKTIENFONDS – DIE BESTEN 2015 Name BlackRock – European Opportunities Extension Fund X2 EUR

Rendite Rendite Rendite 1 Jahr, in % 3 Jahre, in % 5 Jahre, in %

24798570

29,73

- 

-

The Jupiter Global Fund – Jupiter 22235295 European Growth Class D USD Acc HSC

28,10

-

-

Montanaro European Smaller Companies Trust Plc

389291

26,60

36,01

24,57

ComStage TOPIX UCITS ETF

4878606

24,48

356,28

-

Invesco Pan European Small Cap Equity Fund C (Acc.) USD Hedged

25710758

23,39

-

-

BlackRock – European Special Situations Funds D2 USD Hedged

24703660

23,21

-

-

618680

22,86

120,56

95,00

23726714

22,27

-

-

3838999

20,87

231,47

416,71

14142705

20,86

-

-

Danske Invest Denmark Focus A JPMorgan Funds – Europe Technology Fund A (acc) – USD Hedged BB Biotech AG BZ Fine Funds – BZ Fine Pharma A CHF 

Valor

Quelle: cash.ch, Stand: 05.01.2016

schen liegen die «semiaktiv» gemanagten Fonds, die gerade bei schwachen Börsen nicht die Performance erreichen, um Ge­ bühren wettzumachen. Semiaktive Fonds müssten deutlich günstiger werden, sonst fliessen die Gelder ab, schätzt Beck. «Die ‹hochaktiven› Fonds werden einen Teil der ‹­semiaktiv› gemanagten Gelder überneh­ men. Der vermutlich grössere Teil dieser Vermögen steht aber im Risiko, in kosten­ günstige passive Fonds abzuwandern.»

«SNB-Negativzins hat grossen Einfluss» Herr Bosco, was hat die Schweizer Fonds 2015 beschäftigt? Die Senkung der Zinsen durch die Nationalbank im Januar hatte den grössten Einfluss. Matteo Bosco, Bundesobligatio­ Länderchef Aberdeen nen bis weit über Asset Management zvg 10 Jahre Laufzeit Schweiz. rutschten in den negativen Bereich. Die Anlagemöglich­ keiten wurden für viele Investoren einge­ schränkt. Half die Volatilität den Fonds? Bei erhöhter Volatilität ergeben sich inte­ ressante Kaufgelegenheiten von hochwer­ tigen Firmen zu günstigeren Bewertungen. Teilweise ist die Volatilität auf die Aktivi­ täten und die Kommunikation der Zentral­ banken zurückzuführen. Dies kann einige am Markt auf dem falschen Fuss erwischen. Wie haben Sie dies genutzt? Wir haben die Schwäche in den Schwellen­ ländern genutzt, um Positionen in Indone­ sien und Brasilien aufzustocken. Gleich­ zeitig entstanden durch den Rückgang der Rohstoffpreise Chancen bei den Industrie­ werten im Portfolio. Mit Blick auf die re­ lative Performance war die Volatilität von Nachteil, da die Benchmark keine Schwel­ lenländer enthält und viele Aktien unter den schwachen Rohstoffmärkten leiden.

15


GASTBEITRAG UBS

IN DIE GEWINNER VON MORGEN INVESTIEREN Interview mit Bruno Bertocci, Portfolio-Manager UBS Long Term Themes Equity Fund.

R

ückblickend hätten wir uns gerne an Apple beteiligt, als dieses noch eine kleine, aufstrebende Firma war. Gute Gelegenheiten gibt es weiterhin, denn schon heute können wir abschätzen, in welchen Bereichen die künftigen Gewin­ ner zu finden sind. Im Vordergrund stehen langfristige Anlagethemen, in die es sich lohnen kann, zu investieren. Der neue UBS Long Term Themes Equity Fund macht ge­ nau das und kombiniert Zukunftsthemen wie etwa Roboter-Technologien oder neuste Erkenntnisse in der Krebsbekämpfung. Was unterscheidet den Fonds von anderen thematischen oder Best-inClass-Nachhaltigkeitsfonds? Der Fonds unterscheidet sich darin, dass wir Bewertungs- und Risikoanalysen mit unseren Nachhaltigkeitsrankings verbin­ den, um eine gute Kundenerfahrung zu ge­ währleisten. Darüber hinaus konzentrieren wir uns auf mehrere Themen, um die Di­ versifikation sicherzustellen, während ver­ gleichbare thematische Fonds häufig einen engen Fokus auf wenige Themen haben. Ein weiterer einzigartiger Ansatz ist die ausdrückliche Auswahl von Themen mit langfristigem Fokus. Wir arbeiten eng mit dem UBS CIO WM zusammen, das diese langfristigen globalen Themen zusammen mit seiner Research-Abteilung definiert

hat. Es gibt wahrscheinlich keinen anderen Fonds, der eine solche Strategie mit ähn­ licher Research-Kooperation bieten kann. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist unser einzigartiger Ansatz zur Einbezie­ hung von Nachhaltigkeit in das Portfolio, der uns in Verbindung mit dem leistungsfä­ higen Finanzanalyse- und Portfolioaufbau­ prozess einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Fonds verschafft. Sind die Themen im Fonds fix, oder nehmen Sie im Laufe der Zeit Themen heraus und fügen andere hinzu? Die Themen sind nicht festgeschrieben. Wir gehen davon aus, dass wir neue The­ men in den Fonds aufnehmen und an­ dere streichen, da das Global Sustainable Equity Team direkt mit UBS CIO WM zu­ sammenarbeitet.

treffe ich die endgültigen Entscheide über die Transaktionen für das Portfolio und die letztliche thematische Allokation. Was macht diesen Fonds zu einer einzigartigen Anlage? Er ist eine Kombination aus mehreren er­ folgversprechenden Faktoren: Das beginnt mit einem Siegerteam aus UBS CIO WM, das die langfristigen Anlagethemen identi­ fiziert, und Asset Management, das sich um den Portfolioaufbau kümmert. Wir stellen einen diversifizierten Fonds zusammen, der mehrere Themen abdeckt und den Kunden einen einfachen und bequemen Zugang zu den langfristigen Themen verschafft. Da­ mit können die Kunden in nachhaltige Un­ ternehmen investieren, die Lösungen für die Herausforderungen von morgen bieten. Mehr Informationen unter: ubs.com/ltt

Was geschieht, wenn das UBS CIO WM ein Thema vorschlägt, in das Sie nicht investieren möchten? Das erscheint unwahrscheinlich, da das Global Sustainable Equity Team direkt mit dem UBS CIO WM zusammenarbeitet, um gemeinsam festzustellen, welche Themen sich für Anlagen eignen. Mein Team über­ prüft jedes Thema und jede Aktie inner­ halb des Themas aus der Bewertungsper­ spektive. Als leitender Portfoliomanager

BRUNO BERTOCCI SENIOR PORTFOLIO MANAGER UBS 35 Jahre Erfahrung in der Investmentbranche, 17 Jahre Erfahrung bei UBS, Leiter des Sustainable Investors Teams.

Für Marketing- und Informationszwecke von UBS. UBS Fonds nach luxemburgischem Recht. Investitionen in ein Produkt sollten nur nach gründlichem Studium des aktuellen Prospekts erfolgen. Anteile der erwähnten UBS Fonds können in verschiedenen Gerichtsbarkeiten oder für gewisse Anlegergruppen für den Verkauf ungeeignet oder unzulässig sein und dürfen innerhalb der USA weder angeboten noch verkauft oder ausgeliefert werden. Die genannten Informationen sind weder als Angebot noch als Aufforderung zum Kauf bzw. Verkauf irgendwelcher Wertpapiere oder verwandter Finanzinstrumente zu verstehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Die dargestellte Performance lässt allfällige bei Zeichnung und Rücknahme von Anteilen erhobene Kommissionen und Kosten unberücksichtigt. Kommissionen und Kosten wirken sich nachteilig auf die Performance aus. Sollte die Währung eines Finanzprodukts oder einer Finanzdienstleistung nicht mit Ihrer Referenzwährung übereinstimmen, kann sich die Rendite aufgrund der Währungsschwankungen erhöhen oder verringern. Diese Informationen berücksichtigen weder die spezifischen oder künftigen Anlageziele noch die steuerliche oder finanzielle Lage oder die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Empfängers. Die Angaben in diesem Dokument werden ohne jegliche Garantie oder Zusicherung zur Verfügung gestellt, dienen ausschliesslich zu Informationszwecken und sind lediglich zum persönlichen Gebrauch des Empfängers bestimmt. Das vorliegende Dokument darf ohne schriftliche Erlaubnis von UBS AG weder reproduziert noch weiterverteilt noch neu aufgelegt werden. Quelle für sämtliche Daten und Grafiken (sofern nicht anders vermerkt): UBS Asset Management. Dieses Dokument enthält «zukunftsgerichtete Aussagen», die unter anderem, aber nicht nur, auch Aussagen über unsere künftige Geschäftsentwicklung beinhalten. Während diese zukunftsgerichteten Aussagen unsere Einschätzung und unsere Geschäftserwartungen ausdrücken, können verschiedene Risiken, Unsicherheiten und andere wichtige Faktoren dazu führen, dass die tatsächlichen Entwicklungen und Resultate sich von unseren Erwartungen deutlich unterscheiden. Vertreter in der Schweiz für UBS Fonds ausländischen Rechts: UBS Fund Management (Switzerland) AG, Postfach, CH-4002 Basel. Zahlstelle: UBS Switzerland AG, Bahnhofstrasse 45, CH8001 Zürich. Prospekt, vereinfachter Prospekt bzw. Wesentliche Informationen für den Anleger, Statuten bzw. Vertragsbedingungen sowie Jahres- und Halbjahresberichte der UBS Fonds können kostenlos bei UBS AG, Postfach, CH-4002 Basel bzw. bei UBS Fund Management (Switzerland) AG, Postfach, CH-4002 Basel angefordert werden. © UBS 2016 Das Schlüsselsymbol und UBS gehören zu den geschützten Marken von UBS. Alle Rechte vorbehalten.

16


SMALL UND MID CAPS AKTIEN

DIE KLEINEN KOMMEN GROSS HERAUS Bergbahnbetreiber, Wundversorger, Kassenband-Hersteller: An der Schweizer Börse sorgen kleine und mittelgrosse Firmen für Furore. VON DANIEL HÜGLI

S

chweizer Aktien aus dem Bereich der klein- und mittelkapitalisierten Un­ ternehmen hatten in den letzten Jah­ ren einen sehr guten Lauf, vor allem 2015. Da grosse Firmen ausgereizt scheinen, ge­ hen in- und ausländische Grossinvestoren immer häufiger auf die Suche nach kleine­ ren Firmen, die sich zum Teil sehr spezia­ lisiert haben. Hier eine Auswahl an Small und Mid Caps, die auch in Zukunft mit Kursgewinnen brillieren könnten. BVZ Holding Die Firma beherbergt die Bahnen Mat­ terhorn-Gotthard, Glacier Express oder Gornergrat. Im Jahr 2015 war BVZ mit ei­ nem Zuwachs von 82 Prozent die zweitbeste Aktie an der Schweizer Börse. Immer wich­ tiger werden bei BVZ die Immobilienpro­ jekte. Künstler Dieter Meier (Yello) hält 15 Prozent am BVZ-Kapital.

Die Cervelat ist Bell-Aktionären nicht wurst: Sie sorgt für eine schöne Rendite.

IVF Hartmann Das in Neuhausen SH beheimatete Unter­ nehmen ist der grösste Schweizer Anbieter von Materialien zur Wundversorgung. Seit Anfang 2014 ist der Kurs um über 80 Pro­ zent gestiegen. Dass IVF zu zwei Dritteln der deutschen Hartmann-Gruppe gehört, bietet Anlegern eine gewisse Sicherheit. Doch Vorsicht: Da die Aktien nur wenig ge­ handelt werden, können einzelne Kauf- oder Verkaufaufträge bereits den Kurs bewegen.

Interroll Wenn wir im Supermarkt Waren aufs Kas­ senband legen, dann werden sie wahr­ scheinlich durch Motoren von Interroll nach vorne geschoben. Interroll ist die einzige Tessiner Aktie an der Schweizer Börse. Die Firma ist sehr solide finanziert und international gut aufgestellt. Der steile Kursanstieg von 333 Franken auf über 800 Franken seit Anfang 2013 hat die Ak­ tie allerdings ziemlich verteuert.

Bell Der Basler Fleischverarbeiter, der mehr­ heitlich Coop gehört, steht stellvertretend für den letztjährigen massiven Kursanstieg von kleineren Schweizer Aktien aus dem Lebensmittelbereich wie Orior oder Hoch­ dorf. Anleger achten bei diesen Aktien auf Langfristigkeit und Sicherheit. Das zeigt sich bei der Aktie von Bell: Sie notierte im Jahr 2002 noch bei 500 Franken, heute liegt sie bei 3500 Franken.

Kardex Aktienkurssteigerung von 150 Prozent seit Anfang 2011 und eine flotte Dividende – Anlegerherz, was willst du mehr? Der La­ gerlogistiker aus Zürich durchlebte zuvor aber eine existenzbedrohende Krise. Heute steht das Unternehmen sehr stabil da und gilt als attraktives Übernahmeziel.

Tecan Wie Kardex hatte es auch der Laboraus­ rüster aus Männedorf am Zürichsee in der Vergangenheit nicht leicht. Doch seit An­ fang 2013 hat sich der Aktienkurs verdop­ pelt, alleine 2015 stieg der Titel 43 Pro­ zent. Die hohen Barmittel wird Tecan wohl für weitere Übernahmen verwenden.

Also Die Aktien des IT-Distributors aus Emmen LU wurden 2015 aus dem Dornröschen­ schlaf geholt. Die Titel legten um 34 Prozent zu. Ein Grund: Lifthersteller Schindler will bis 2017 seine Also-Beteiligung von 28 Pro­ zent abstossen. Das erhöht den Anteil frei handelbarer Also-Aktien am Markt.

zvg

17


ANLEGEN ZINS

WO DAS ZINS-PFLÄNZCHEN NOCH ETWAS SPRIESST Die Negativzinsen der Nationalbank machen den Sparern das Leben schwer. Doch es gibt noch Wege, etwas Zins zu ergattern. VON PASCAL ZÜGER

E

rinnern Sie sich noch, als es in der Schweiz Sparkonten gab, die mit über 5 Prozent verzinst wurden? Zu­ letzt war dies im Jahr 1992 der Fall. Seither ging es zinsmässig konstant bergab. Ban­ ken bieten heute mehr oder weniger kei­ nen Zins an. Hinzu kommt die Seitwärts­ bewegung an der Schweizer Börse: Für den Schweizer Leitindex SMI war das Jahr 2015 ein Nullsummenspiel. Dieses Umfeld macht es schwierig, Geld gewinnbringend anzulegen. Doch es gibt sie noch, die we­ nigen verbliebenen Zinsmöglichkeiten und verwandte Anlagen.

❒  S  teuern

früh einzahlen Wer im «richtigen» Kanton wohnt, kann von etwas Zins profitieren, wenn die Steu­ ern kurz nach dem Erhalt der provisori­ schen Steuerrechnung im Frühling über­ wiesen werden. Allerdings ist auch dieser Vergütungszins kollabiert. In Zürich betrug dieser 2015 1,5 Prozent, heuer sind es nur noch 0,5 Prozent. Zug ist gar von 1 Prozent auf null gegangen.

❒  A  uf

Dividendenkönige setzen Wenn es sonst nichts zu holen gibt, stür­ zen sich Anleger auf Aktien mit hohen Di­ videnden. Eine zu hohe Ausschüttung des Gewinns an die Aktionäre kann aber die Substanz einer Firma aushöhlen. Nur Un­ ternehmen, die auf einem gesunden Funda­ ment stehen, können die Dividende über ei­ nen langen Zeitraum garantieren. Typische Dividendenaktien sind: Zurich, Swiss Re, Swisscom, Banque Cantonale Vaudoise.

❒  S  parkonto

bewusst wählen Die fetten Zinsjahre sind definitiv vorbei. Trotzdem gibt es bei ausgewählten Banken noch einen kleinen Batzen zu holen. Den

18

Das Sparguthaben wächst auch heute noch – wenn man es sorgsam pflegt.

Spitzenplatz nimmt eine eher unbekannte Regionalbank ein: Die Spar- und Leih­ kasse Frutigen zahlt auf ihrem «Sparkonto plus 12» 0,61 Prozent Zins. Dieses spezi­ elle Sparkonto besitzt jedoch eine zwölf­ monatige Kündigungsfrist. Etwas weniger zahlt die Banque CIC (Suisse). Kassenobligationen investieren Wer sein Geld für eine bestimmte Dauer nicht braucht, kann den Kauf einer Kassen­ obligation ins Auge fassen. Solche werden von Banken zu einem fixen Zinssatz und einer festen Laufzeit ausgegeben. Die Pa­ piere unterliegen dem Einlegerschutz. Bei achtjährigen Kassenobligationen sind noch Zinssätze von bis zu 1,5 Prozent möglich.

fotolia

❒  I n

Säule 3a einzahlen Die attraktivsten Zinssätze liegen der­ zeit bei knapp unter 1 Prozent. 3a-Konten bieten aber nicht nur einen Zins, sondern auch steuerliche Vorteile: Die jährliche Einzahlung kann vom steuerbaren Einkom­ men abgezogen werden und die Kapitalzu­ wächse sind steuerfrei.

❒  I n

❒  Bei

Baugenossenschaften anlegen In der Schweiz gibt es über 1500 Baugenos­ senschaften. Einige bieten nicht nur preis­ werte Mietwohnungen, sondern auch Depo­ sitenkonten an. Bei langfristigen Anlagen liegen Zinsen bis zu 1,75 Prozent drin. Üb­ rigens: Baugenossenschaften sind nicht zur Annahme von Darlehen verpflichtet.


banking by bank zweiplus

An den wichtigsten Börsen der Welt handeln für CHF 29

www.cash.ch/bank

Gut informiert sein ist das A und O beim Handeln an der Börse. cash bietet seit über 26 Jahren aktuelle Finanz- und Börsenberichterstattung. Dank der Zusammenarbeit mit der bank zweiplus können Anleger auf cash.ch direkt handeln. Zusätzlich steht ein qualifiziertes Team von Kundenberatern bei Anlagefragen zur Verfügung. cash macht es Ihnen ganz einfach: mit der kürzesten Verbindung zwischen Finanzinformationen und Trading. Stockholm

Zürich

New York Oslo

Amsterdam Lissabon

29.–

Wien

Paris

Madrid Frankfurt Sydney

Johannesburg Toronto

Tokio

London

>

www.cash.ch/pauschaltarif


www.cash.ch/bank

Benutzerfreundlich: das neue E-Banking

Drei gute Gründe

Jeder Anleger hat unterschiedliche Präferenzen bei der Wahl seiner Geldanlagen. Und so ist es auch bei seinen Bedürfnissen beim Online-Banking: Er möchte die freie Wahl haben, wann und wo er seine Bankgeschäfte abwickeln kann. Das E-Banking von cash banking by bank zweiplus steht rund um die Uhr zur Ver-

fügung – wo immer man sich befindet. Der Nutzer erhält einen sicheren Zugriff auf seine Finanzen und kann einfach und kostengünstig seine Börsenaufträge abwickeln, sei es am Desktop oder am Tablet. Die neue, benutzerfreundliche Oberfläche macht nicht nur Spass, sie ist auch individuell und übersichtlich einstellbar.

1. Kostenlose Realtime-Kursinformation (Schweizer Börse) 2. Jeder Online-Trade für pauschal 29 Franken 3. Keine Portokosten dank elektronischer Zustellung der Bankbelege

Online handeln mit dem neuen E-Banking von cash zweiplus – am PC oder auf dem Tablet.


www.cash.ch/bank



E-BANKING-ÜBERSICHT Übersichtlich und individuell einstellbar

Video-Tutorials – So funktioniert das E-Banking In kurzen Video-Tutorials erklären wir Ihnen Schritt für Schritt die wichtigsten E-Banking Funktionen. Sie finden • Individuell einstellbare Übersicht Video-Tutorial diese sowie Die häufige Fragen und Antworten zum E-Banking unter www.cash.ch/ebanking. über die Vermögenswerte Leistungen auf

einen Blick

• Börsengeschäfte ausführen – Handel an den wichtigsten Börsenplätzen Anmelden (Login) – Auftragsbuch zur Übersicht über Eine Anleitung, wie Sie sich Schritt für Schritt die getätigten Geschäfte im E-Banking anmelden. – SMS-Benachrichtigung nach der Auftragsausführung • Übersichtlicher Konto- und Depotauszug mit Wertentwicklung • Zahlungen schnell und sicher Übersicht erfassenIhrer individuell einstellbaren Einrichten • Ablage und Bereitstellung aller BankStartseite. belege in elektronischer Form • Nachrichten sicher dem Kundenberater senden

In kurzen Video-Tutorials werden Schritt für Schritt die wichtigsten E-Banking-Funktionen erklärt.

Börsenhandel So einfach tätigen Sie Ihre täglichen Börsentransaktionen.

Systemanforderungen Wir empfehlen Ihnen, immer die aktuellsten Browser zu nutzen. Unter dem folgenden Link finden Sie Hinweise zu den wichtigsten Browseranbietern: www.cash.ch/systemanforderungen

>

Sicherheit Der Zugang zum E-Banking erfolgt über drei Stufen: 1. Vertragsnummer 2. Passwort 3. SMS-Code

www.cash.ch/ebanking


www.cash.ch/bank

Vermögensverwaltung ganz einfach

«Höchste Flexibilität»: Das erhalten cash-Anleger mit der fondsbasierten Vermögensverwaltungslösung Multimanager-Strategien zweiplus® von der bank zweiplus. Es stehen je nach Anlagehorizont, Risikoneigung und Ertragserwartungen drei Anlagestrategien («Konservativ», «Ausgewogen« und «Wachstum») sowie fünf renommierte Anlageexperten zur Wahl. Zudem besteht die Möglichkeit, die Gebühren und die Wertentwicklung der Anbieter zu vergleichen. Der gewählte

Anlageexperte kann jederzeit sowie unkompliziert gewechselt werden, ohne dabei die Bank wechseln zu müssen. Dank der Transparenz und der Vergleichsmöglichkeiten des Multimanager-Konzepts ist der Anleger stets in der Lage, unabhängig und frei zu entscheiden, welcher der fünf Anlageexperten mit fundiertem Leistungsausweis sein Vermögen verwalten soll. Für eine persönliche Beratung stehen Ihnen qualifizierte Kundenberater von cash gerne zur Seite.

Drei Anlagestrategien Konservativ

mind. 5 Jahre

Ausgewogen

Aktien 5–35%

mind. 7 Jahre

Wachstum

mind. 10 Jahre Aktien 50–90%

Aktien 25–65%

Fünf Anlageexperten

Ihre Vorteile

>

• Sie bestimmen Ihre Anlagestrategie und welcher Anlageexperte Ihr Vermögen verwalten darf. Auf Wunsch beratet Sie kostenlos ein Kunden­ berater von cash. • Transparente Konditionen und Anlagebedingungen. • Jederzeit einfacher Wechsel der Anlagestrategie und/oder des -experten –

ohne die Bank zu wechseln. • Sie können die Wertentwicklungen unter den verschiedenen Anlageexperten eins zu eins vergleichen. • Laufende Kontrolle des Kunden­ depots durch den Anlageexperten. • Monatliche Veröffentlichung der Wert­entwicklung auf www.cash.ch/ multimanager.

www.cash.ch/multimanager


EXPERTEN ETF-MARKT

ETF SIND EINFACH, GÜNSTIG – UND ZU WENIG BEACHTET ETF sind Anlageprodukte, die einen Börsenindex abbilden. Finanzprofis sagen, was Anleger bei den Fonds beachten müssen. AUFGEZEICHNET VON IVO RUCH

Philipp Ochsner, Finanzchef IndexInvestor AG

UBS ETF Swiss Performance Index

«

MEIN ETF-TIPP

«

Die ETF-Branche boomt. Allein in der Schweiz sind 1118 Exchange Trade Funds handelbar. Als Anleger lohnt es sich jedoch, gegenüber neuen Trends und auch sich selbst gegenüber kritisch zu sein. Wissenschaftlich gesehen kann kei­ ner Strategie vertraut werden. Ausnahmen sind Value-Aktien und Small-Cap-Aktien, welche langfristig stärker performen als der Gesamtmarkt, dies allerdings bei hö­ herem Risiko. Die meisten Anleger erleben zudem einen ‹Behaviour Gap›: Sie ver­ suchen, durch aktive ETF-Selektion und Market Timing den Markt zu schlagen. Tat­ sächlich tritt das Gegenteil ein. Im Schnitt performen ETF-Anleger schlechter als die ETF. Die menschliche Eigenschaft, immer mehr herausholen zu wollen, ist bei ETF kontraproduktiv. Deshalb kann es Sinn ma­ chen, einen unabhängigen Experten beizu­ ziehen, der die Emotionen aus den Investments nimmt. MEIN ETF-TIPP SPDR MSCI World Small Cap ETF

«

«

Exchange Trade Funds (ETF) treffen den Nerv der Zeit. Kostengünstige Fi­ nanzprodukte sind wichtig für den Anlage­ erfolg, nicht nur in Zeiten tiefer Zinsen. Dank ihrer einfachen, transparenten und passiven Funktionsweise eignen sich ETF für langfristig orientierte Investoren. In privaten Portfolios sind sie hierzulande aber immer noch untervertreten. Dies, obwohl sich eine gut diversifizierte Anlagelösung bereits mit wenigen Bausteinen umsetzen lässt. Dabei empfiehlt sich das ‹kleine ABC› der Geldan­ lage: Aktien, Bonds und Cash. Diese Anla­ geklassen lassen sich mit ETF effizient ab­ bilden. Da Währungsschwankungen kaum prognostizierbar sind, sollten Anleger vom steigenden Angebot an Indexprodukten mit Währungsabsicherung profitieren. SmartBeta-Produkte hingegen sind aktive Wetten und oft nur Firlefanz.­Ein Portfolio von Quali­ tätsaktien hat die höchste Chance zur ­Wertsteigerung.

Andri Peer, Geschäftsführer peersuna AG

«

Die ETF-Volumen in der Schweiz wuchsen seit Ende 2014 bis Herbst 2015 um 12 Prozent. Der Trend bei den Produktlancierungen ging klar in zwei Richtungen: währungsgesicherte Tranchen sowie Smart-Beta-Produkte. Diese Ent­ wicklung wird auch 2016 anhalten. Zudem werden automatisierte Investment-Dienste, sogenannte Robo-Advisors, welche auch Vermögensverwaltern einen Zugang ge­ währen, inskünftig zum weiteren Wachs­ tum von ETF beitragen – sofern die ETFAuswahl für den Anleger ausreichend ist. Welche Märkte 2016 zu beachten sind? Brasilien, wo es zu einem politischen Wechsel kommen könnte. Zudem steht der Aktienleitindex Bovespa an einem Punkt, wo er mehrmals nach oben gedreht hat. Ge­ nerell sollte man Schwellenländer beach­ ten, die in vielen Portfolios untergewichtet sind. Der Anlagehorizont sollte drei bis fünf Jahre betragen. MEIN ETF-TIPP

«

Anita Rüegsegger, Inhaberin Rüegsegger Vermögensarchitektur

UBS MSCI All Country World Index ETF

23


Zu hohe Bank-Geb端hren bezahlt?

Bei cash in kostet e rade Online-T 9.2 F H C r nu

www.cash.ch/bank Banking-Line 00800 0800 55 55

banking by bank zweiplus


AUSLAND AKTIEN

DIESE AKTIEN STECKEN HINTER DEN GROSSEN MARKEN Booking.com, Zara und andere mehr. Hinter Top-Marken stecken oft unbekannte Konzerne, die an den Börsen gut abschneiden. VON DANIEL HÜGLI

N

icht selten ist man als Investor vom Geschäftsmodell eines Unterneh­ mens überzeugt. Doch die Aktie gibt es dann gar nicht unter dem Namen. Entweder wird die Firma privat gehalten, oder sie ist Teil eines grösseren Konzerns, dessen Aktien landläufig nicht bekannt sind. Solche Konstrukte trifft man vor al­ lem in konsumnahen Bereichen. Und sie haben oft Erfolg, wie vier Beispiele zeigen.

Stark vor allem 2012 und 2013: Aktie von Priceline in den letzten fünf Jahren.  cash

Konstanter Wertzuwachs: Aktie von AB InBev in den letzten fünf Jahren.  cash

Inditex Wer war nicht schon mal bei Zara einkau­ fen? Hinter der Kleidermarke verbirgt sich der erfolgreiche nordspanische Konzern In­ ditex. Die Aktie ist in den letzten fünf Jah­ ren von 10 Euro auf über 30 Euro empor­ geschossen. Das hat Unternehmensgründer Amancio Ortega, der die Mehrheit an Indi­ tex hält, mit einem Vermögen von 70 Milli­ arden Dollar zum zweitreichsten Menschen der Welt gemacht – hinter Bill Gates. Zum Konzern gehören auch Marken wie Massimo Dutti, Pull&Bear und Bershka. Inditex er­ öffnete sein erstes Geschäft 1975 im gali­ zischen La Coruna. In den letzten fünf Jah­ ren wurden durchschnittlich 400 Filialen pro Jahr eröffnet, insgesamt sind es weltweit 6800. Weiteres Wachstum soll dem H&MKonkurrenten in Asien und Amerika gelin­ gen, wo die Firma noch untervertreten ist.

Priceline Wenn Sie einen Flug oder ein Hotel über booking.com buchen, dann fliessen die Erträge in die Kasse von Priceline. Das US-Unternehmen kam schon 1999 an die Börse und hat seine Stellung im OnlineReisebusiness in den letzten Jahren durch zahlreiche Portal-Übernahmen in den Be­ reichen Autovermietung, Kreuzfahrten, und Restaurants kräftig ausgebaut. Die globale Aufstellung ist ein grosses Plus für Priceline, deren Aktie in den letzten fünf Jahren von 40 Dollar auf zeitweise über 140 Dollar geklettert ist. Wie andere Ak­ tien aus dem Reisegeschäft ist Priceline besonders dann negativ betroffen, wenn es zu Terroranschlägen oder kriegerischen Er­ eignissen kommt. Doch Priceline hat sich in solchen Fällen unter den Reiseaktien je­ weils am besten erholt.

Anheuer-Busch Inbev Corona, Beck’s, Budweiser, Stella Artois, Franziskaner oder Quilmes. AnheuserBusch InBev besitzt weltweit über 200 Biermarken in rund 140 Ländern. Durch zahlreiche Übernahmen ist die Firma in den letzten 20 Jahren zum weltgrössten Bierkonzern aufgestiegen. Seit 2011 hat sich der Aktienkurs im relativ resisten­ ten Biergeschäft verdreifacht. Damit nicht genug. AB InBev hat im letzten Jahr den grössten Konkurrenten, SAB Miller, für 117 Milliarden Dollar übernommen und wird ihn sich in diesem Jahr einverlei­ ben. Dann wird fast jedes dritte Bier auf der Welt aus dem Hause Anheuser-Busch InBev kommen. Der grösste Einzelaktionär von AB InBev ist der Brasilien-Schweizer Jorge Paulo Lemann. Sein Vermögen wird auf 30 Milliarden Franken geschätzt.

Zuletzt stark aufwärts: Aktie von Supergroup seit dem Börsengang 2010.  cash

Supergroup David Beckham trug sie, und auch hierzu­ lande sind Jacken von Superdry häufiger zu sehen. Die Marke gehört zur Londoner Mo­ defirma Supergroup (77Breed, SurfCo Ca­ lifornia). Die Firma gibt es erst seit 2004, 2010 erfolgte der Börsengang. Nach Tau­ chern Mitte 2012 und Ende 2014 befindet sich die Aktie wieder in Form. Allein 2015 hat sie sich im Wert mehr als verdoppelt.

Kein Durchhänger: Aktie von Inditex in den letzten fünf Jahren.  cash

25


ZINSEN ÜBERSICHT

DIE WICHTIGSTEN ZINSEN DER FINANZMÄRKTE Leitzins, Negativzins, Hypothekarzins: Bezüge und Abgaben auf Guthaben oder Schulden regeln unsere Wirtschaft. Ein Überblick. VON MARC FORSTER

D

as Wort Zinsen kommt vom la­ teinischen «Census», was ei­ gentlich «Schätzung» heisst. Gemeint ist heute aber eine Gebühr, die für geliehenes Geld bezahlt wird. Zinsen betreffen alle: Der Sparer bekommt von seiner Bank einen Zins, weil er dem Institut sein Geld zur Verfügung stellt. Umgekehrt muss man als Kreditnehmer ei­ ner Bank Zinsen zahlen. Die wichtigsten Zinsen werden an den Finanzmärkten fest­ gelegt und bezahlt. Hier die Zinsen und ihre Folgeerscheinungen, die für den Wirtschafts­ kreislauf von grosser Bedeutung sind. ❒  Leitzinsen

Jede Zentralbank legt einen Leitzins fest. Dieser definiert, wie teuer es für kommer­ zielle Banken ist, Geld bei der Zentralbank aufzunehmen oder einzulagern. Diese so­ genannten Refinanzierungsgeschäfte der Banken wiederum haben einen Einfluss darauf, wie teuer Kredite für die gesamte Wirtschaft sind. Typischerweise hebt eine Zentralbank im Rahmen ihrer Geldpolitik die Zinsen an, wenn die Wirtschaft wächst. Umgekehrt senkt sie die Zinsen in einer Rezession, um die Kre­ ditvergabe anzukurbeln und so den Abschwung abzubremsen. ❒  S  taatsanleihen

und politischer Risiken bewertet. Anlei­ hen werden nach dem System von Angebot und Nachfrage gehandelt. Aus all diesen Faktoren errechnet sich die Rendite einer Anleihe. Eine Schwei­ zer Anleihe mit einer Laufzeit von zehn Jah­ ren und einem Zins von 1,5 Prozent kann über die Jahre durchaus eine negative Rendite aufweisen. Je tiefer die Rendite, desto billi­ ger wird es für Staaten, neues Geld am Markt aufzunehmen.

Mit einer tiefen Rendite bei ihren Obligationen können sich Staaten billig refinanzieren.

Regierungen nehmen über Anleihen (oder Obligationen) Geld an den Kapitalmärkten auf. Generell gelten Regierungen als sehr ver­ trauenswürdige Schuldner. Dafür zahlen sie den Anleihenkäufern einen fix definier­ ten Zins. Allerdings werden Staaten auch punkto Inflation, volkswirtschaftlicher

26

Wohin die Zinsreise geht, ist derzeit offener denn je.

❒  Zinsen

und Bonität Volkswirtschaftlich starke, demokratische Länder verfügen häufig über ein AAA-

Keystone

Kreditrating: Diese Note erhalten etwa die Schweiz oder Deutschland von Rating­ agenturen. Je nach Staatshaushalt und po­ litischen Risiken liegt das Rating (oder die Bonität) tiefer. Staaten mit Ratings innerhalb der feinen Abstufungen von AAA bis BBB– (wie etwa bei der Agentur Standard & Poor’s) sind investitionswürd («Investment Grade»). Je tiefer das Rating und oft auch je höher die Rendite einer Staatsanleihe, desto speku­ lativer und risikoreicher sind die Anleihen. Umgangssprachlich redet man dann von «Ramsch». Ein Rating «D» heisst wiede­ rum, der Anleihenschuldner ist bankrott. Griechenland beispielsweise befände sich auf dem Niveau D, wenn das internatio­ nale Rettungsprogramm die Anleihen nicht grundsätzlich handelbar machen würde.


ÜBERSICHT ZINSEN

❒  Z  insen

von Corporate Bonds Unternehmen kennen zur Finanzierung Ei­ gen- und Fremdkapitalinstrumente. Eigen­ kapitalinstrumente sind Aktien: Aktionäre besitzen einen Teil des Unternehmens. Fremdkapitalinstru­ mente sind Anleihen. Sie funktionieren wie Staatsanleihen. Das Un­ ternehmen macht wie ein Staat Schulden. Diese werden am Markt gehan­ delt und verfügen über einen Zins. Die Anleihe einer Firma hängt auch von der Vertrauenswürdigkeit des Unter­ nehmens ab. Der Kurs einer Unterneh­ mensobligation (auf Englisch: Corporate Bond) ist nicht identisch mit dem Akti­ enkurs. Unter Umständen kann der Kurs einer Unternehmensobligation mehr über den finanziellen und geschäftlichen Zu­ stand eines Unternehmens aussagen als der Aktienkurs.

❒  C  arry

Trades Unterschiedliche Zinsniveaus in ver­ schiedenen Ländern und Währungsräu­ men machen Anleger erfinderisch. Ein Investor nimmt einen Kredit in einer Währung eines Lan­ des mit niedrigen Zin­ sen auf und kauft dann Zinspapiere in einem Land, das einen hö­ heren Zinssatz kennt. Bei der Rückzahlung des Kredits heimst der Investor einen Gewinn ein, falls die Zinsdif­ ferenz noch besteht. Solche sogenannten Carry Trades sind spekulativ, denn für den Erfolg eines solchen Geschäfts müssen verschiedene Faktoren stimmen, die zum Teil schwanken können. Entscheidend ist, dass sich der Wechselkurs der beiden Währungen, in denen der Investor – oder eben Spekulant – seine Geschäfte abge­ schlossen hat, günstig entwickelt.

Spekulanten nutzen die Zinsdifferenz zwischen zwei Währungsräumen aus.

NULL- UND NEGATIVZINSEN

HYPOTHEKARZINSEN

Die Finanzkrise nach 2007 führte zu einer

Hausbauer und Wohnungskäufer entscheiden

Absenkung der Leitzinsen gegen Null. Inzwi-

sich je nach Wirtschaftslage für feste oder

schen sind einige Zentralbanken gar zu Ne-

variable Hypotheken. Weil der Hypothekar-

gativzinsen übergegangen, so die Schwei-

zins stark vom Leitzins abhängt, entscheiden

zerische Nationalbank (SNB). Sie griff zu

sich derzeit viele Schweizer Hypothekarkun-

diesem Mittel, um die Wechselkurse zu be-

den für eine Festhypothek, denn die Zinsen

einflussen. Mit einem negativen Einlagenzins

sind tief.

müssen Banken und Anleger, die bei der SNB

Wer sich derzeit mit einer Festhypothek ver-

ausländische Devisen gegen Franken tau-

schuldet, kann von einer stabilen Zinszahlung

schen, einen Strafzins von 0,75 Prozent be-

ausgehen. Diese Kunden sind zumindest bis

zahlen. Dieser soll ausländische Investoren

zur Ablösung der Hypothek geschützt vor

davon abhalten, in den Franken zu flüchten.

bösen Überraschungen, falls die Leitzinsen

Der Negativzins wurde ein zentrales Element

der Zentralbank steigen sollten.

der SNB-Geldpolitik, nachdem die Notenbank

Anders präsentiert sich die Lage für Kunden,

am 15. Januar 2015 aufgehört hatte, den

die eine variable Hypothek haben: Ihr Zins-

Mindestkurs von 1.20 Franken für einen

satz richtet sich nach einem Richtwert wie

Euro zu verteidigen. Inwieweit der Negativ-

dem Libor. Das ist ein täglich in London defi-

zins eine Aufwertung des Frankens heute ver-

nierter Satz, zu dem sich Banken gegenseitig

hindert, ist Gegenstand von Spekulationen.

Geld ausleihen und der etwas günstiger ist

Das Problem landet letztlich bei den Sparern.

als eine Festhypothek. Der aktuell tiefe Libor

Für Banken, Lebensversicherer und Pen-

kann schneller als die Leitzinsen steigen.

sionskassen sind die Tief- und Negativzin-

In der Schweiz sind die Hypothekenbestän-

sen ebenfalls unerfreulich. Die Banken haben

de der Banken in den letzten Jahren deutlich

die Zinsen zum Teil auf null gesenkt, um ihre

gestiegen. Dies birgt Risiken: In einer Krise

Margen zu schützen. Die Vorsorgeeinrichtun-

oder bei stark steigenden Zinsen könnten Hy-

gen sind in einer verzwickteren Lage, denn

pothekarkunden ihren Verpflichtungen nicht

sie haben ihren Kunden Renditen verspro-

mehr nachkommen und so die Bilanzen der

chen, die derzeit höher sind als die Zinsen. Es

kreditgebenden Banken in den Abgrund reis-

kostet sie einige Anstrengungen, die Lücke zu

sen. Dies kann zu einer Immobilienkrise

füllen, denn zu den Zahlungen sind sie ver-

führen, einer der hartnäckigsten Formen ei-

pflichtet, Minuszinsen hin oder her.

ner Wirtschaftskrise.

Erst im Verhältnis zur Inflation ergibt sich er reale Wert des Sparzinses. fotolia

Auch hohe Zinsen können real tief sein

D

er Rückversicherer Swiss Re hat er­ rechnet, dass den US-Sparern seit dem Ausbruch der Finanzkrise vor fast zehn Jahren wegen der tiefen Zinsen auf Bank­ konten Erträge von 470 Milliarden Dollar entgangen sind. Das Resultat täuscht aber etwas. Denn auch in Zeiten mit hohen Zin­ sen kann ein Sparer real nicht mit einem Zins von beispielsweise 4 Prozent rechnen. Denn Hochzinszeiten sind meist auch ge­ prägt von hohen Inflationsraten. Der Real­ zins (Nominalzins abzüglich der Inflations­ rate) ist dann meist deutlich tiefer als der Nominalzins und wird teils gar negativ. Da die letzten Jahre geprägt waren von tiefer Inflation, relativieren sich die Effekte des derzeitigen Tiefzinsniveaus etwas.

27


INTERVIEW AMANDA KAYNE

«WIR WOLLEN DAS NÄCHSTE GOOGLE FINDEN» Zukunftsforscherin Amanda Kayne blickt auf kommende InvestmentTrends. Und sie erklärt, weshalb sich die Schweiz anstrengen muss. INTERVIEW: IVO RUCH BILDER: NIK HUNGER

Amanda Kayne, worum geht es bei der Investment-Philosophie «Next Generation» von Julius Bär? Wir wollen durch unsere Research Anleger auf neue Investment-Ideen bringen. Oder einfacher ausgedrückt: Wir wollen das nächste Google finden, bevor es jemand anderes tut oder bevor die entsprechende Aktie zu teuer wird. Das ist nicht einfach. Die meisten dieser Firmen sind noch un­ bekannt oder noch nicht an einer Börse kotiert. Wir unterscheiden nicht nach Sek­ toren oder geografischen Regionen, da die meisten Unternehmen global operieren. Auf welche Themen fokussieren Sie sich dabei? Sieben Themen stehen im Mittelpunkt: di­ gitale Veränderungen, urbanes Wachstum, aufstrebendes Asien, neue Lebensstile, Schwellenländer-Kandidaten, Welternäh­ rung und Energiewende. Innerhalb dieser Trends verfolgen wir das Konsumenten­ verhalten und identifizieren neue Märkte. Dann untersuchen wir Unternehmen aus solchen Märkten und fragen uns, ob sie langfristig überleben werden, unabhängig von der wirtschaftlichen Grosswetterlage. Können Sie näher auf solche Trends eingehen? Drei Bereiche beobachten wir sehr ge­ nau: Erstens verändert sich die Ausbil­ dungsdauer und auch die Art der Wissens­ vermittlung. Zweitens wird unsere Welt dank Internet laufend vernetzter, während das Bedürfnis nach Schutz vor Hackern zunimmt. Der dritte Aspekt betrifft den Transport: Mit zunehmender Automatisie­ rung könnten Autobesitz und Verkehrsauf­ kommen der Vergangenheit angehören.

28

Amanda Kayne: «Unsere Welt wird dank Internet laufend vernetzter, während das Bedürfnis nach Schutz vor Hackern zunimmt.»


AMANDA KAYNE INTERVIEW

Was wird unseren Alltag im nächsten Jahrzehnt am meisten verändern? Smartphones haben unser Leben schon stark beeinflusst. Smartwatchs und trag­ bare Computersysteme, die sogenannten Wearables, werden diesen Trend wohl noch verstärken. Da immer mehr Geldüberwei­ sungen stattfinden, haben auch Bezahlsys­ teme eine grosse Zukunft vor sich. Bei der Wind- und Solarstromindustrie schliess­ lich ist das Timing nun besser. Viele Produkte dieser Branche sind etabliert und die Preise sind gefallen.

Welche Industrien sind hingegen auf dem absteigenden Ast? Viele traditionelle Industrien werden von Technologie- oder Software-Firmen über­ rollt. Das geschah mit der Musikindu­ strie, und dasselbe Schicksal ereilt nun die Auto­industrie. Auch im Bankensektor be­ obachten wir ähnliche Trends. Fragen wie «Wird Google die nächste Bank?» sind da­ bei zentral.

«Nur weil man sich einmal die Finger verbrannt hat, muss es nicht ein zweites Mal geschehen.»

Die Zukunft vorherzusagen ist risikoreich. Wann fällten Sie eine falsche Entscheidung? Sämtliche Trends tre­ ten zu einem bestimm­ ten Zeitpunkt auf. Entscheidend ist, dass man rechtzeitig dabei ist. Ein Negativbei­ spiel ist die Solarindustrie. Doch nur weil man sich einmal die Finger verbrannt hat, muss es nicht ein zweites Mal geschehen. Jetzt nicht auf die Energiewende zu setzen, wäre ein Fehler.

Gibt es bestimmte Länder mit viel Zukunftspotenzial? In grossen Teilen Chinas ist das beispielsweise der Fall. Die dortige Oberschicht soll bis 2022 um 40 Prozent wachsen. Auch wenn das nur zur Hälfte eintrifft, ist es eine grossartige Sache! Zu­ dem beobachten wir mögliche Schwellen­ länder-Kandidaten. Zu nennen ist an erster Stelle Vietnam, aber auch einige afrikani­ sche Länder gehören dazu. Der Iran könnte nach dem Atom-Deal faszinierend werden.

AMANDA KAYNE BANKERIN UND ZUKUNFTSFORSCHERIN Die Britin spürt bei der Julius Bär im Rahmen des Projekts «Next Generation» zukünftige Investment-Trends auf. Amanda Kayne stiess im Jahr 2011 zur Zürcher Privatbank. Zuvor war sie bei der Credit Suisse tätig und arbeitete als Journalistin für BBC, CNBC und «Russia Today».

positioniert, um aus den bevorstehenden technologischen Veränderungen Kapital zu schlagen. Dies vor allem dank ihrer führen­ den Positionen in den Bereichen Banking, finanzielle Dienstleistungen und Pharma.

Sind Schweizer Unternehmen bereit für die Zukunft? Ich bin überzeugt von der Schweiz und fühle mich sehr wohl hier. Auch Statisti­ ken belegen die gute Lebensqualität des Landes. Aber aus ökonomischer Sicht ist die Schweiz an einem Punkt angelangt, an dem sie sich anstrengen muss, um den ho­ hen Standard zu halten. Sie muss sich in gewissen Bereichen wohl auch neu erfin­ den. Dies gerade im Hinblick auf den star­ ken Franken, der die Tourismus- und Ex­ portbranche belastet. Die Schweiz sollte gleichzeitig offen bleiben für talentierte ausländische Arbeitskräfte und sich auf die qualitativ hochstehenden Produkte konzentrieren, für die sie berühmt ist. Mei­ ner Meinung nach ist die Schweiz sehr gut

Und welche Sektoren haben Potenzial für die Zukunft? Auch hier kommt Asien wieder ins Spiel. Das dortige Gesundheitswesen und der Tourismus sind bereits recht bekannte The­ men. Obwohl das kommerzielle Gesund­ heitswesen vielversprechend ist, scheint es uns jedoch für ein Investment noch zu früh. Stattdessen bietet sich der asiatische Kosmetiksektor an. Die aufstrebende Mit­ telklasse kann sich immer mehr Schön­ heitsprodukte leisten, die rasch unver­ zichtbar werden. Internationale Marken, aber auch lokale Firmen, profitieren von diesem Trend.

Wie blicken Sie in die Zukunft: optimistisch oder pessimistisch? Die Welt wird immer ethischer. Das erlebe ich auch in meiner Arbeit. Die Welt fühlt sich auch ehrlicher an, sei es aufgrund strengerer Regulierungen, grösserer Trans­ parenz oder eines besseren Konsumen­ tenbewusstseins. Vielleicht bin ich eine Optimistin. Denn bei einer Untersuchung stellte sich jüngst heraus, dass mehr Men­ schen die Zukunft negativ einschätzen als positiv. Nichtsdestotrotz ist meine Arbeit sehr aufregend. Es kommt selten vor, dass mir jemand etwas erzählt, von dem ich zu­ vor noch nichts gehört habe.

SMA Solar Technology

Die amerikanische Tech-

Die Deutschen produ-

Versicherer profitiert vom

Firma entwickelt Software

zieren Stromumwandler

zunehmenden Wohlstand

und Sensoren, die in

für Solaranlagen. Gute

und dem Bedürfnis nach

fahrerlosen Autos zum

Perspektiven dank

wirtschaftlicher Absi-

Einsatz kommen. Die Aktie

neuem Klimaabkommen;

cherung in China. Ein

hat Potenzial, hob bisher

die Aktie hat ihren Wert

aber noch nicht ab.

2015 verdreifacht.

Börsengang steht bevor.

zvg

Mobileye

Chinas erster Online-

pixabay

ZhongAn

zvg

DIESEN FIRMEN GEHÖRT DIE ZUKUNFT – AUSWAHL VON CASH VALUE

29


PROGNOSEN FEHLENTSCHEIDE

Alleine oder im Team: Manager entscheiden – nicht immer richtig.

fotolia

SECHS FATALE ENTSCHEIDE AUS WIRTSCHAFT UND POLITIK In Wirtschaft und Politik wird viel entschieden. Doch manchmal sind die Annahmen, Strategien und Beschlüsse kreuzfalsch. VON MARC FORSTER

30

übergeben. Bei den europäischen Nach­ barn versucht die Schweiz, das eigene, von den Banken ersonnene Modell der «Abgeltungssteuer» ver­ kaufen zu können – eine Art «Bank­ geheimnis-

Key

B

undesrat Hans-Rudolf Merz (Bild) sagt im März 2008 an die Europä­ ische Union gerichtet: «Am Bank­ geheimnis werdet ihr euch noch die Zähne ausbeissen.» Seit 1934 schützt die Schweiz Informationen über Bankkunden offiziell per Gesetz. Auch solche, die für Steueräm­ ter wichtig sind. Trotz gelegentlicher Kri­ tik aus dem Ausland scheint diese Praxis lange akzeptiert. Die Finanz- und Schuldenkrise, die 2007 ihren Anfang nimmt, ändert dies. Der Geldbedarf vieler Finanzminister schwillt enorm an. Bundesrat Merz selbst unter­ schreibt einige der Verträge, die das Bank­ geheimnis etwas weniger zu einem Ge­ heimnis machen: Der bedrängten UBS erlaubt der Bundesrat im Februar 2009 per Notrecht, Kundendaten an die USA zu

Abschaffung light», das persönliche Daten immer noch schützt und das mit der Sün­ dervergangenheit der ausländischen Bank­ kunden grosszügig umgeht. Doch nament­ lich Deutschland lehnt den Plan ab. Als der EU-Staat Luxemburg 2013 sein ei­ genes Bankgeheiminis auf­ gibt, muss auch die Schweiz den automatischen Informationsaustausch ak­ zeptieren. Das Schweizer Bankgeheimnis, an dem sich die EU und die aus­ ländischen Steuerbe­ hörden die Zähne hät­ ten ausbeissen sollen, wurde plötzlich sel­ ber zahnlos.


FEHLENTSCHEIDE PROGNOSEN

Die fliegende Bank

Die Ausfallrisiken auf dem US-Häusermarkt sind überschaubar

ie Swissair lässt sich in den 1990er-Jahren auf die ehrgeizige «Hunter»Strategie ein. Denn nach dem Nein der Schweiz zum Beitritt in den Europäischen Wirtschaftsraum fürch­ tet das Management der nationalen Air­ line, dass man gegenüber der europäischen Konkurrenz ins Hintertreffen gerät. Zuvor scheiterte auch eine Fusion der nationalen Airlines aus Holland, Skandinavien, Öster­ reich mit der Swissair. Diese kauft nun un­ ter der Leitung von CEO Philippe Bruggis­ ser (Bild) wie wild kleinere ausländische Airlines dazu, so die belgische Sabena, die bald zum Milliardenloch wird. Die Swiss­ air ist nun ein Riesenkonzern mit einem verschachtelten System von Untergesell­ schaften. Sie wird wegen ihrer komplizier­ ten Finanzierungssituation bald als «flie­ gende Bank» bezeichnet. Das Konstrukt gerät um die Jahrtausendwende in Turbu­ lenzen. Nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 kommt das nicht für möglich gehaltene Aus. Das Wort «Grounding» wird zum Inbegriff für das schmachvolle Ende eines Nationalsym­ bols.

Die «Roosevelt Recession»

Eigenkapitalrendite von 15 Prozent

U

S-Präsident Franklin Roosevelt (Bild) begegnet der schweren Wirtschaftskrise in den 1930er-Jahren mit einem grossen Pro­ gramm von Staatsausgaben, dem «New Deal». Die Wirtschaft erholt sich, und 1937 drosselt Washington die Staatsausgaben. Zur Bekämp­ fung der Inflation verkleinert die US-Notenbank die Geldmenge. In der Folge fallen die USA erneut in eine schwere Rezession. Der Fed sitzt dies in den Knochen: Bis heute fürchtet sie sich davor, mit einer zu frühen Straffung der Geldpolitik die Wirtschaft abzuwürgen.

Wikimedia

Nik Hunger

D

ie UBS will es nach der Finanz­ krise und der Staats­ rettung noch einmal wissen. Im November 2009 verkündet CEO Oswald Grübel (Bild) noch einmal das Ziel einer Eigenkapital­ rendite von 15 Prozent. Selbst vor der Krise wäre so etwas nur mit beträchtlichen Ri­ siken im Investmentbanking möglich ge­ wesen. Der Londoner Händlerskandal der UBS vom September 2011 setzt dem Ziel schlussendlich ein Ende. Grübels Nachfol­ ger Sergio Ermotti beginnt mit dem Rück­ bau der Investmentbank, was der UBS zu grösserer Kapitalstärke verhilft.

Bloomberg

D

ie Verbriefung von Hy­ pothekenschulden von US-Bürgern boomt nach der Jahrtausendwende. Und je weiter die in Wertpapieren ge­ bündelten «Mortgages» ver­ kauft werden, desto mehr ver­ lagert sich das Risiko von den oft klammen US-Hausbesitzern und ihren ursprünglichen Kre­ ditgebern weg. Die Hypotheken für wenig kreditwürdige Kun­ den nennt man «Subprime». Banker und Ökonomen gehen in ihren Modellen davon aus, dass die Immobilienpreise wei­ ter steigen. Die Investmentbank Lehman Brothers schätzt 2005 die Chancen auf vier zu eins ein, dass die Preise weiter um fünf Prozent im Jahr zulegen. Dazu kommt, dass verbriefte Papiere den Banken zunächst enorme Erträge und den Bankern satte Boni bringen. Es wird fröhlich weiter in Hypothekenpapiere investiert. Die Ausfallrisiken am Häusermarkt werden als überschaubar beurteilt. Als die Preise fallen und die US-Hausbesitzer ihre Hypotheken nicht mehr bedienen können, gerät Anfang 2007 alles ins Rutschen. Die massiv ins Subprime-Geschäft investierte Lehman kollabiert im September 2008 als erste Grossbank und reisst beinahe das ganze Weltfinanzsystem in den Abgrund. Ret­ tungsmassnahmen von Staaten und Zentralbanken verhindern das Schlimmste. Der da­ malige Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke (Bild), muss später zugeben, die Auswir­ kungen der Hypothekenkrise auf die Finanzmärkte unterschätzt zu haben.

Griechenland im Euro

D

er Euro wird 1999 wird als Buchgeld eingeführt, 2002 als Bar­ geld. In der Währungsunion dabei ist Griechenland, obwohl sich das Land mit falschen Zahlen in den Euro getrickst hat. Nicht genug hingeschaut haben, je nach Ansicht, die damalige deutsche Regierung unter Gerhard Schröder (Bild), die Europäische Zentralbank oder die EU-Kommission. Die prekäre Lage zeigt sich erst mit der Finanzkrise ab 2007. Im Frühling 2010 ist Griechenland faktisch pleite. Als Teil des Euro-Raums kann das Land aber nicht ausgeschlossen werden.

Wikimedia

Key

D

31


AUSSCHÜTTUNG NATURALDIVIDENDEN

DIE ETWAS ANDERE ­GEWINNBETEILIGUNG Bei einigen Firmen gibt es nicht nur Bares als Dividende, sondern auch Naturaldividenden. Wo die schönsten «Bhaltis» winken.

Musik für die Aktionäre: Kongresshaus-Zürich-Aktionäre erhalten auch einen Konzertbesuch als Dividende.

VON PASCAL ZÜGER

D

ividenden müssen nicht zwangsläu­ fig in Form von Bargeld ausbezahlt werden. Es geht auch kreativer: Vor allem kleinere Schweizer Aktienge­ sellschaften beschenken ihre Eigentümer schon fast traditionell mit Naturalien oder Vergünstigungen auf Dienstleistungen der Firma. Während für institutionelle Anleger nur Bares zählt, kommen solche speziellen Abgaben für Kleinaktionäre durchaus gut an – entweder wegen des konkreten Nut­ zens oder wegen der nett gemeinten Geste der Firma. Naturaldividenden sind für Fir­ men oft auch der kostengünstigere Weg als Barauszahlungen. Nachfolgend eine Aus­ wahl von bekannten und wenig bekannten Naturaldividenden der Schweiz.

32

Koffer voller Schokolade Unter den Aktionären von Lindt & Sprüngli sind sie längst Kult: die blauen Koffer vollgefüllt mit verschiedensten Schokola­ desorten, welche der Schweizer Schokola­ deproduzent an der Generalversammlung (GV) jedem Aktionär in die Hände drückt. Auch wenn die Schokolade im Wert von ge­ schätzten 200 Franken bei einem Aktien­ preis von über 75 000 Franken kaum ins Gewicht fällt: Die Naturaldividende zieht. Ausflug in die Berge Diverse Bergbahnen schenken ihren Ak­ tionären Freifahrten oder zumindest Ver­ günstigungen. So kommen Aktionäre der Pilatus-Bahnen in den Genuss von zwei Freikarten im Wert von je 72 Franken, was die eigentliche Dividende von 25 Franken

©Priska Ketterer/Tonhalle

doch um einiges aufpeppt. An die Gratis­ fahrten kommt jedoch nur, wer an der GV teilnimmt. Gediegener Konzertabend Wer Aktien des Kongresshauses Zürich sein Eigen nennen darf, kann sich neben einer Bardividende (50 Franken) auch auf einen gemütlichen Abend mit Nacht­ essen, musikalischer Begleitung und Dar­ bietungen freuen. Als Zückerli gibts übli­ cherweise noch eine CD des auftretenden Künstlers sowie einen Restaurantgutschein im Wert von 100 Franken geschenkt. Die Aktie kostet 1700 Franken. Die kultige Flasche Edelkirsch Für Aktionäre der Zuger Kantonalbank wartet am Ende des offiziellen Teils der GV


NATURALDIVIDENDEN AUSSCHÜTTUNG

GEWUSST? DAS SIND FRESSAKTIEN Partizipationsscheine (PS) werden umgangssprachlich auch «Fressaktien» genannt, weil die PS-Inhaber an den Generalversammlungen zwar kein Stimmrecht haben, an den Gratis-Essen aber teilnehmen können. Das System von PS oder Genusscheinen kennen viele Kantonalbanken oder Firmen wie Roche oder Schindler. «Fressaktien» sind zunehmend vom Aussterben bedroht. Denn Wertpapiere ohne Stimmrechte passen nicht mehr zu modern geführten Unternehmen.

ein besonderes Geschenk: eine Flasche Zuger Kirsch. Nebst dem Schnapsfläsch­ chen lockt auch das reichhaltige Buffet während der GV jedes Jahr zahlreiche Ak­ tionäre nach Zug. Eine Innerschweizer Delikatesse In den Kantonen Obwalden und Nidwal­ den gilt er als Spezialität, der restlichen Schweiz ist er kaum ein Begriff: der Nid­ waldner Bratkäse – ein Halbhartkäse, der wie Raclette geschmolzen konsumiert wird. Wer das lokale Käseprodukt einmal kosten möchte, kann entweder eine Innerschwei­ zer Molkerei aufsuchen – oder Aktien bei der Nidwaldner Kantonalbank erwerben. Denn dort bekommen Aktieninhaber jedes Jahr einen Bratkäse geschenkt. Nicht ohne mein Pyjama Wer in Calida investiert, kann auf eine hohe Textildividende zählen: Investoren mit mindestens 20 Aktien können jährlich ein Pyjama im Wert von ungefähr 100 Fran­ ken beziehen. Bei genau 20 Aktien ist das eine Rendite von 15 Prozent – die Rendite von über 2 Prozent aus der Bardividende ist hier noch nicht einmal einberechnet.

«Das ABB-Essen ist heute noch nicht gut» Hermann Struchen, wie viele Generalversammlungen besuchen Sie im Jahr? Etwa 30. Wenn es geht, besuche ich die Generalversammlung aller Firmen, von denen ich Aktien besitze. So komme auch ich in der Schweiz herum: Genf, Lausanne, Basel, Zürich, Winterthur, Schaffhausen, Domat/Ems. Manchmal finden mehrere GVs am gleichen Tag statt, dann muss ich mich leider für eine entscheiden. Seit wann sind Sie an General­ versammlungen dabei? Schon seit 50 Jahren. Ich fing damals an mit Von Roll. Aber natürlich konnte ich früher nicht so häufig wie heute teilneh­ men, da ich damals noch berufstätig war. Wie haben sich die GVs über die Zeit entwickelt? Eigentlich gab es vom Ablauf her keine grossen Veränderungen. Auch Essen gab es schon immer – nur bei Novartis nicht. Und bei der ABB ist das Essen noch heute nicht gut. Dort gibt es nur Kaffee mit Gip­ feli, Blööterli-Wasser und vielleicht noch ein Schoggi-Stängeli. Damit hat sichs. Werden mehr Geschenke an die Aktio­näre verteilt als früher? Nein, ganz im Gegenteil. Früher, vor etwa 30 Jahren, waren Geschenke hoch im Kurs. Ich mag mich zum Beispiel noch erinnern, dass es bei der UBS, damals noch Schwei­ zerische Bankgesellschaft, jedes Jahr tolle Geschenke gab: Taschenrechner mit So­ larenergie oder Salz- und Pfeffermühlen. Heute bekommen Aktionäre vielerorts nur noch Knirpse, die kosten ja nicht viel.

Hermann Struchen, 86, Kleinaktionär und fleissiger GV-Besucher. Keystone

Spielen «Bhaltis» bei Ihrer Aktienwahl eine Rolle? Nein, das schon nicht. In erster Linie in­ teressiert mich natürlich die Rendite der Aktien, der Rest ist zweitrangig. Trotzdem gibt es Titel, bei denen solche Extras bei der Kaufentscheidung eine Rolle spiel­ ten. Nehmen wir das erwähnte Beispiel Von Roll: Vor 50 Jahren war es die einzige Firma, die an der Generalversammlung Spargeln servierte. Damals eine Rarität! Und da ich Spargeln liebe, ging ich jähr­ lich immer mit Freude an die GV. Welchen Tipp geben Sie Anlegern mit auf den Weg? Gerade im aktuellen Tiefzinsumfeld brin­ gen eigentlich nur noch Aktien und Immo­ bilien eine akzeptable Rendite. Ich würde aber nur maximal die Hälfte der verfüg­ baren Mittel in Aktien anlegen, ansonsten wäre mir das Risiko zu hoch.

STRUCHENS TOP- UND FLOP-«BHALTIS» AN GENERALVERSAMMLUNGEN Top

Das meint Hermann Struchen

Flop

Das meint Hermann Struchen «Das gab es wirklich einmal an einer SyngentaGV als Geschenk. Ich kann den Dünger nicht gebrauchen, der liegt immer noch irgendwo bei mir Zuhause herum.»

Uhr von Swatch

«Jedes Jahr bekommt man eine Uhr geschenkt. Diese ist zwar nicht teuer, läuft aber sehr gut. Ein tolles Geschenk für meine Enkel. Auch sonst eine sehr glatte GV.»

Blumendünger von ­Syngenta

Regionales von Georg Fischer

«Jährlich werden regionale Produkte aus Schaffhausen verteilt: Konfitüren, Bienenhonig, Ölfrüchte. Zwar alles Kleinigkeiten, aber trotzdem eine nette Geste.»

Schrankpapier «Früher brauchte man Schrankpapier für die von Alusuisse (inHolztablare in den Einbauschränken. Heutzutage zwischen Teil von wird das kaum mehr verwendet.» Rio Tinto Alcan)

Kugelschreiber von Credit Suisse

«Dort gibt es wirklich schöne Kugelschreiber, manchmal noch etwas Schoggi dazu. Andererseits kann ich gar nicht alle Kugelschreiber gebrauchen, da ich so viele geschenkt bekomme.»

Container von Kühne + Nagel

«Der Mini-Container ist etwa 20 Zentimeter lang und 8 hoch. Zuerst dachte ich, es wäre etwas drin, er lässt sich aber nicht öffnen. Was will ich damit?»

33


INVESTIEREN ANLAGESTRATEGIEN

DIESE METHODEN ÜBERLASSEN NICHTS DEM ZUFALL Strategien zur Geldvermehrung bei Aktien kommen vor allem aus den USA. Einige davon erfordern eiserne Disziplin. Ein Überblick. VON DANIEL HÜGLI

fotolia

Hier werden zu Jahresbeginn die Aktien ausgewählt, die im US-Leitindex Dow Jones oder im Index eines anderen Landes die zehn höchsten Dividendenrenditen (Ver­ hältnis der Dividende zum aktuellen Akti­ enkurs) aufweisen. Die zehn Aktien werden ein Jahr gehalten, dann wiederholt sich das­ selbe Auswahlverfahren jährlich wieder. Ak­ tien, die punkto Rendite nicht mehr in die Top-Ten passen, werden entfernt, neue dazu­ gekauft. Risiken dieser Strategie: Eine hohe Dividendenrendite kann durch einen tie­ fen Aktienkurs entstehen, was auf Schwie­ rigkeiten der Firma hindeutet. Zudem kann mit den zehn besten Aktien eine hohe Bran­ chenabhängigkeit entstehen. Analysen zei­ gen, dass die «Dogs-of-the-Dow»-Strategie von 1973 bis 1999 eine bessere Kursent­ wicklung brachte als ein direktes Invest­ ment in den ganzen Dow-Jones-Index. Von 1995 bis 2014 war die «Dogs»-Strategie nur dann besser, wenn man die ausbezahlten Di­ videnden gleich wieder reinvestierte.

Sie ist die Mutter aller Anlagestrategien für Aktien – und für Anleger die bequemste. «Buy and Hold» setzt auf die langfristige Anlage von Wertpapieren. Investoren kau­ fen Aktien und behalten diese – in Erwar­ tung einer Wertsteigerung – über Jahre oder Jahrzehnte unangetastet im Depot. Durch den Wegfall von häufigem Kaufen und Verkaufen der Aktien fallen auch die ent­ sprechenden Gebühren weg. Bis Ende der 1990er-Jahre funktionierte diese Strate­ gie in stetig steigenden Aktienmärkten fast perfekt. Seither gabs zwei grosse BörsenCrashs, die Märkte wurden volatiler und un­ berechenbarer. So stieg der Swiss Market In­ dex von Mitte 2000 bis im letzten Jahr nur wenige Prozente. Fazit: «Buy and Hold» ist sicher gut für einen Teil des Depots. Den anderen sollte man zwecks Renditeoptimie­ rung aktiv verwalten. So ist man als Anleger auch gezwungen, sich aktiv mit den Märk­ ten zu befassen und das Portefeuille regel­ mässig einem Check zu unterziehen.

34

Bloomberg

«Buy and Hold»: ­Langfriststrategie

pixabay

«Dogs of the Dow»: ­Dividendenstrategie

«Halloween-Effekt»: Saisonstrategie Ab Anfang November (und somit gleich nach Halloween) startet für Aktien ten­ denziell das bessere Halbjahr als in der Phase von Mai bis Oktober. Das zeigen di­ verse Studien. Eine dieser Untersuchungen zeigte, dass der breit gefasste US-Index S&P 500 von 1971 bis 2002 im Winterhalbjahr ein durchschnittliches Plus von 7,1 Pro­ zent aufwies, im Sommerhalbjahr aber nur ein Plus von etwa 1 Prozent. Diese Unter­ schiede galten auch für diverse Branchen mit Ausnahme des Gesundheitssektors, wo der Sommer im Schnitt besser war. Unter­ stützt wird der «Halloween-Effekt» durch die oft stattfindende Jahresendrally und das «Window Dressing»: Vermögensverwalter kaufen Aktien, die im Verlauf des Jahres gut gelaufen sind, und verkaufen Verlierertitel. Das befeuert die Börsen zusätzlich. Anleger sollten Aktien also eher im Herbst kaufen, den «Halloween-Effekt» aber nicht als al­ leinige Entscheidungsgrundlage für Aktien­ anlagen herbeiziehen.


ANLAGESTRATEGIEN INVESTIEREN

Chart-Techniker haben einen ganzen Bau­ kasten von Börsenindikatoren. Sie tragen teils eigenartige Namen, und meist deu­ ten sie Schlimmes an. So gilt das Hinden­ burg-Omen (benannt nach dem Absturz des gleichnamigen Zeppelins 1937 in den USA) als Warnsignal für eine Börsenbaisse oder gar einen Crash. Das Omen setzt sich aus fünf Teilen zusammen und ist fast eine ei­ gene Wissenschaft. So müssen von den rund 3200 an der US-Börse gehandelten Aktien mindestens 2,2 Prozent ein neues 52-Wo­ chen-Hoch und mindestens 2,2 Prozent ein neues 52-Wochen-Tief erreicht haben. Ein Omen allein ist noch nicht aussagekräftig, es muss sich in den nächsten 36 Tagen wie­ derholen. Das Hindenburg-Omen lag etwa 1987 und mit Abstrichen auch 1999 rich­ tig, als es die Börsencrashs voraussagte. In den letzten Jahren sandte es mehrere Fehl­ signale aus. Am besten halten Sie in der ta­ gesaktuellen Berichterstattung auf cash.ch Ausschau nach dem Hindenburg-Omen.

52-Wochen-HochTrick: Trendstrategie Erreicht eine Aktie ein neues Hoch für die letzten 52 Wochen, ist dies für viele Anle­ ger ein wichtiges Kaufsignal – allerdings aus unterschiedlichen Beweggründen. Für Chart-Techniker – also Leute, welche die künftigen Börsenkurse ausschliesslich auf­ grund von Kursgrafiken der letzten Wochen, Monate und Jahre zu prognostizieren ver­ suchen – sind 52-Wochen-Hochs eines der positivsten Signale. Speziell dann, wenn der Gesamtmarkt seitwärts oder abwärts tendiert. Einer Aktie auf Jahreshoch attes­ tieren Anleger einen positiven Trend, der sich noch verstärken kann. Denn die Auf­ merksamkeit der Anleger steigt, und sehr oft überzeugen dann auch die operativen Ergebnisse der betreffenden Firma. Auch die Anhänger des langfristigen Haltens von Wertschriften setzen auf den 52-WochenTrick. Noch lieber sind ihnen die Signale von Aktien, die Mehrjahreshochs erreichen. Langfristig lassen sich aus ihrer Sicht so die höchsten Gewinne mit Aktien erzielen.

pixabay

Trittbrettfahren an der Börse – da orientier­ ten sich Hobby-Anleger früher vor allem an den Anlagetätigkeiten von Starinvestoren wie Warren Buffett in den USA oder Martin Ebner in der Schweiz. Doch das Internet er­ möglicht den Anlegern neue Horizonte fürs Nachahmen von Investitionen. «Wisdom of the Crowd» (Klugheit der Masse) heisst das Anlegen der Zukunft. Vorreiter dieses Trends sind Investoren-Netzwerke wie – Wikifolio.com (www.cash.ch/wikifolio) oder ayondo.ch. Hier machen Hobby-Anleger und Investment-Profis ihre Depots öffent­ lich, der Anlageerfolg (oder Anlagemiss­ erfolg) ist in Echtzeit einsehbar. Stars sind nicht mehr Buffett oder Ebner, sondern Mül­ ler oder Meier. Man kann Depots und damit die Anlagestrategien anderer Mitglieder der Plattform nachhandeln (etwa mit Zertifika­ ten). Anleger können auch selber Depots er­ stellen und publizieren. Findet ein Portfolio Anklang in der Community, kann es inves­ tierbar werden für andere Anleger.

pixabay

Hindenburg-Omen: Chart-Strategie

pixabay

Social Trading: ­Community-Strategie

Die Börsensignale aus der US-Wirtschaftswelt Nebst vielen Signalen und Indikatoren, die sich

dex ist der Russell 2000. Er umfasst die 2000

den Fear & Greed Index von CNN Money

aus einer bestimmten Konstellation von Bör-

kleinsten US-Unternehmen punkto Marktkapi-

heran. Er besteht aus sieben Messparametern

senkursen ergeben, achten Anleger auch auf

talisierung. Das «Barometer» zeigt in der Regel

und reicht von 0 (extreme Angst der Anleger)

«handfeste» Hinweise aus der Wirtschafts- und

eine Kurskorrektur an den Märkten sehr früh

bis 100 (extreme Gier). Hohe Werte deuten

Finanzwelt, um den Verlauf der Börsen abzu-

an. Der Dow Transportation Index gilt be-

auf eine Überbewertung der Märkte hin; dann

schätzen. Viele Investoren setzen dabei auf

sonders als Indikator der US-Konjunktur und

müssten Anleger eigentlich verkaufen. Bei tie-

den Purchasing Manager Index aus den

damit auch der Aktienmärkte. Ein Rutsch des

fen Indexständen sollten Anleger zukaufen –

USA. Der Index basiert auf einer monatlichen

Index deutet auf eine konjunkturelle Schwäche

was aber einigen Mut erfordert. Aber schon An-

Umfrage unter den Einkaufsmanagern von

hin und ist ein Warnsignal für Anleger. Zur Be-

leger-Guru Warren Buffett wusste: «Sei gierig,

mehr als 400 US-Firmen des verarbeitenden

urteilung, ob man nun eher Aktien kaufen oder

wenn andere ängstlich sind.» (http://money.

Gewerbes. Ein weiterer viel beachteter US-In-

verkaufen soll, ziehen viele Investoren auch

cnn.com/data/fear-and-greed)

35


PENSIONIERUNG CHECKLISTE

KLUG IST, WER SICH FRÜH MIT DER PENSIONIERUNG BEFASST Eine gute Rentenplanung beginnt schon ab dem 18. Lebensjahr. Eine Checkliste, die Ihren Lebensabend verschönern wird. VON PASCAL ZÜGER

M

it Erreichen der Volljährigkeit ist vieles neu. Man fährt Auto, er­ hält politisches Mitspracherecht, geht auf Reisen. Doch kaum jemand denkt da bereits an die Planung der Pensionie­ rung. Dabei wird im Alter vieles leichter, wenn man sich bereits früh mit der Zeit nach dem Erwerbsleben befasst. Folgende Checkliste kann unangenehme Momente im Pensionsalter ersparen.

Ab dem 18. Lebensjahr prüfen, ob AHV-Lücken ­bestehen Nur wer lückenlos seine AHV-Beiträge be­ zahlt hat, erhält die volle Rente. Dafür sind bei Männern mindestens 44 und bei Frauen 43 Beitragsjahre notwendig. Pro fehlendes Beitragsjahr vermindert sich die Rente um etwa 2,3 Prozent. Entdeckt man eine Lücke, kann dieser Fehlbetrag innerhalb von fünf Jahren ab dem Kalenderjahr, für welches er geschuldet ist, nachbezahlt werden. Bei der kantonalen Ausgleichskasse kann man kostenlos einen Kontoauszug bestellen, man allfällige Lücken entdecken kann. ❒  R  egelmässig

❒  E  inkäufe

in die Pensionskasse ­tätigen Falls Deckungslücken bestehen, sind Ein­ käufe in die Pensionskasse (PK) möglich. Damit erhöht man die künftige Rente und spart Steuern. Lücken entstehen, wenn man im Ausland gearbeitet hat oder wenn sich der Lohn stark erhöht hat (mehr zum PK-Einkauf auf S. 37 unten). mit hoher Unter­ deckung meiden Kommt es zu einem Arbeitgeberwech­ sel, lohnt sich ein Blick auf den Zustand der «neuen» Pensionskasse. Liegt der De­

Aktive Senioren geniessen das Leben: Damit das möglich ist, sollte die Vorsorge früh geplant werden. fotolia

ckungsgrad deutlich unter 100 Prozent, riskiert man eine Minderverzinsung des Altersguthabens oder gar Leistungskür­ zungen, was sich negativ auf die künftige Rente auswirkt. Einbezahltes Geld in die zweite Säule ginge dann zum Teil verloren.

❒  Pensionskassen

36

❒  3  a-Konto

eröffnen und jährlich einzahlen Als gute Alternative zum Einkauf in die Pensionskasse bietet sich die Säule 3a an.

Hier gibt es keine Verlustrisiken durch Un­ terdeckung der Pensionskasse. Der maxi­ mal einzahlbare Betrag für Erwerbstätige betrug 2015 6768 Franken. Diesen Betrag kann man in der Steuererklärung vom Ein­ kommen abziehen. Auch die Zinserträge auf dem Säule-3a-Vermögen sind steuer­ frei. Es gibt 3a-Konten mit oder ohne Akti­ enanteil. Der Marktanteil an 3a-Konten mit Aktienanteil nimmt wegen der abnehmen­ den Kontozinsen eher zu.


CHECKLISTE PENSIONIERUNG

Ab dem 50. Lebensjahr bis zur Pensionierung ❒  E  innahmen und Ausgaben vor und nach der Pensionierung Mit Näherkommen der Pensionierung lohnt es sich, einen genaueren Überblick über die eigene Vermögenssituation zu schaf­ fen. Die Einnahmen- und Ausgabenstruk­ tur wird sich durch die Pensionierung verändern. Ein Budgetplan hilft, die Ver­ mögensplanung zu optimieren. Es kann sich lohnen, für einen Überblick einen un­ abhängigen Finanzplaner beizuziehen.

❒  B  ezugszeitpunkt

❒  L  etzte

Einkäufe in die zweite Säule Die Pensionierung ist nicht mehr weit. Es geht noch um das Feintuning. Gibt es noch Lücken in der Pensionskasse? Vor allem Pensionskassenbezüge durch den Erwerb von Wohneigentum reissen oftmals eine Lücke in das Altersguthaben. Aber auf­ gepasst vor Last-Minute-Einkäufen: Wer die Pensionskassengelder bei der Pensio­ nierung als Kapital beziehen möchte, darf keine Einkäufe während der letzten drei Jahre vor der Pensionierung tätigen. Das Guthaben gilt nämlich drei Jahre als «ge­ sperrt». Also frühzeitig einzahlen.

❒  K  apitalbezug

❒  W  ohnsituation

❒  A  HV-Rente

klären Die Ausgaben für die Wohnung machen einen grossen Teil des Budgets aus. Häu­ fig ist man mit der Frage konfrontiert, ob das eigene Haus nach der Pensionierung behalten werden oder ob man für die Zeit nach dem Erwerbsleben in eine kleinere Wohnung umziehen soll. Mit dem Verkauf des Wohneigentums erhöhen sich die liqui­ den Mittel, langgehegte Wünsche wie Rei­ sen können erfüllt werden.

der Säule 3a ­festlegen Vorsorgekapitalien aus der zweiten und der dritten Säule, die im gleichen Jahr zur Auszahlung kommen, werden zusammen­ gezählt. Über mehrere Jahre gestaffelte Auszahlungen bringen deutliche Steuerein­ sparungen mit sich. Man kann ein Säule3a-Konto jeweils nur als Ganzes auszahlen lassen. Empfohlen wird, im Laufe der Zeit zwei oder mehr verschiedene Säule-3aKonten aufzubauen und die Kontostände möglichst ähnlich hoch zu halten. oder Rentenzahlung aus der zweiten Säule Die zweite Säule stellt bei den meisten Schweizern den grössten Vermögensposten dar. Hier gibt es beim Bezug ab Pensionie­ rungszeitpunkt drei Optionen: eine Aus­ zahlung als lebenslange Rente, einen ein­ maligen Kapitalbezug oder eine Mischung aus Kapitalbezug und Rente. Welche Va­ riante am geeignetsten ist, hängt von der individuellen Situation ab. Generell gilt der Rentenbezug jedoch als sicherste Va­ riante, da man bis zum Lebensende eine regelmäs­sige Einkommensquelle hat. beantragen Die Rente der ersten Säule wird beim Pen­ sionierungszeitpunkt (im Gegensatz zur zweiten Säule) nicht automatisch auf das Konto gutgeschrieben. Man muss sie drei bis vier Monate vor dem gewünschten Pensionierungsdatum bei der AHV-Aus­ gleichsstelle anfordern. Laut AHV-Gesetz kann jeder seinen Pensionierungszeitpunkt zwischen dem 63. und dem 70. Altersjahr frei wählen (Frauen zwischen 62 und 69).

Was Sie beim Einkauf in die Pensionskassen beachten sollten Durch freiwillige Einzahlungen in die zweite

ter 90 Prozent sind Sanierungsmassnahmen

Säule lassen sich die Altersrente aufbessern

notwendig, die auch die Versicherten in Form

und Steuern sparen. Wie viel Geld man ma-

von Minderverzinsungen oder gar Leistungs-

ximal in die zweite Säule einzahlen kann,

kürzungen zu spüren bekommen könnten.

sieht man auf dem Vorsorgeausweis, der bei

Wichtig ist auch, ob das eingezahlte Geld in

der Pensionskasse angefordert werden kann.

den obligatorischen oder überobligato-

Zur Steueroptimierung lohnt es sich, die

rischen Teil des Altersguthabens einfliesst.

Einkäufe auf mehrere Jahre zu verteilen, an-

Bei Ersterem sind die Leistungen üblicherwei-

statt einen einmaligen Grossbetrag zu über-

se besser. Das heisst, man bekommt später

weisen. Vor der freiwilligen Einzahlung sollte

mehr Rente für das eingezahlte Geld als im

man sich jedoch unbedingt über den Zustand

überobligatorischen Teil.

der Pensionskasse informieren. Denn bei ma-

Nützliche Websites: www.ahv.ch,

roden Kassen mit einem Deckungsgrad un-

www.bsv.admin.ch, pensionscoach.cash.ch

«Pensionszeitpunkt ist unterschiedlich»

Gabor Gaspar, cash Pensionscoach.

zvg

Gabor Gaspar, Sie sind diplomierter Finanzplaner und cash Pensionscoach. Welches sind häufige Fehler bei der Pensionierungsplanung? Es gibt vor allem vier häufige Fehler: sich zu spät mit der Pensionierungsplanung auseinanderzusetzen, dabei nur einzelne Punkte statt die ganze Situation zu prüfen, das Ehe- und Erbrecht zu vergessen sowie das Verögenskonzept nicht der Situation anzupassen. Gibt es einen Trend bezüglich Pensionierungszeitpunkt? Nein. Das Thema ist sehr individuell und hat drei Hauptfaktoren. Man sollte sich fol­ gende Fragen stellen: Wie ist die finanzi­ elle Lage? Macht die Arbeit noch Spass? Und wie präsentiert sich die individuelle Gesundheit? Einkauf in die zweite Säule oder Einzahlungen auf das 3a-Konto: Was lohnt sich mehr? Beides zusammen lohnt sich. Bei der Säule 3a ist man limitierter vom Betrag her als bei der Pensionskasse. Nur muss auch die Pensionskasse finanziell gesund dastehen und das Einkaufspotenzial muss vorhan­ den sein. Empfehlen Sie 3a-Anlagen mit hohem Aktienanteil? Dies kommt wie bei allen Anlagen auf die Risikofähigkeit und Risikoneigung an, also wie viel Kapital gesamthaft vorhanden ist und was für ein Anlegertyp man ist. Wenn dies zusammenpasst und der Anlagehori­ zont stimmt, kann es Sinn machen.

37


INTERVIEW CLAUDIA GRAF

«DIE BIER-GROSSFUSIONEN SPIELEN UNS IN DIE HÄNDE» Braumeisterin Claudia Graf über die Konkurrenz von mächtigen Bierkonzernen, neue Biertrends und das Schweizer KMU-Klima. INTERVIEW: IVO RUCH

Wo sind die Herausforderungen grös­ ser: bei den Privatkunden oder in der Gastronomie? Die Gastronomie ist immer auch ein Aus­ hängeschild. Die Gäste gewöhnen sich an ein Bier. Doch die Situation der Wirte ist nicht einfach, weil sich die Gesellschaft verändert. Die Leute besuchen nicht mehr so oft ein Restaurant. Im Detailhandel spü­ ren wir den starken Franken wegen unse­ rer Nähe zu Österreich. Dies führt zu einer aggressiven Aktionspolitik unserer Mitbe­ werber in der Schweiz. Wie bestehen Sie gegen die globalen Bierkonzerne? Wir gewinnen laufend neue Kundschaft. Die Leute wollen ein Schweizer Bier, mit dem sie sich identifizieren können. Wir kennen unsere Kunden und setzen viel auf den persönlichen Kontakt. Das ist unser Vorteil. Grossfusionen im Biermarkt spie­ len uns somit in die Hände. Zudem können wir Innovationen schnell umsetzen. Welche Trends gibt es in der ­Bierszene? Der amerikanische Trend von Craft-Bie­ ren schwappt zu uns herüber. Wir mach­ ten auch schon Versuche mit hopfenbeton­ ten Bieren, aber wir verkaufen immer noch am meisten Lagerbier. Unsere zahlreichen Spezialbiere machen nicht mehr als zwi­ schen 1 und 8 Prozent des Umsatzes aus.

38

Man sollte den Zustrom von Flüchtlin­ gen realistischer betrachten und nicht aus Angst überstürzte Aktionen starten. Ich är­ gere mich auch über politische Aktionen, die nur dem Stimmenfang dienen.

Ich bin selbst Braumeisterin und würde mich freuen, wenn die Kundschaft experi­ mentierfreudiger wäre. Sie haben Sonnenbräu 2012 von ­Ihrem Vater übernommen. Was hat sich unter Ihrer Führung verändert? Es entspricht nicht meinem Charakter, al­ les auf den Kopf zu stellen. Aber jeder hat seine Stärken und Schwächen: Während mein Vater ein Patron war, führe ich die Mitarbeitenden etwas anders. Zudem lege ich das Augenmerk mehr aufs Marketing.

Wie ist Sonnenbräu von der Zuwanderung betroffen? Bei uns arbeitet ein Grenzgänger. Einige Deutsche sind hierher gezogen, um bei uns zu arbeiten. Die Begrenzung der Zuwan­ derung würde uns stark betreffen, weil wir im Brausektor auf ausländische Fachkräfte angewiesen sind. Ich wünschte mir, die Schweiz würde stärker auf dem bilateralen Weg einen Schritt auf die EU zu machen, anstatt europäische Gesetze und Regeln übernehmen zu müssen.

Sie engagieren sich auch politisch. Welche Themen liegen Ihnen am Herzen?

Wie ist das Umfeld für kleinere ­ nternehmen in der Schweiz? U Wir haben immer noch zu viel Bürokratie, die den Firmen Kosten verursacht. Lang­ sam setzt sich die Erkenntnis durch, dass das ein Problem für unsere KUM-geprägte Wirtschaft ist.

zvg

Frau Graf, wie lief 2015 für ­Sonnenbräu? Grundsätzlich sind wir zufrieden. Auch wenn der kalte Frühling und der sehr heis­se Sommer nicht ganz ideal waren. Ist es nämlich heisser als 28 Grad, trinken die Leute lieber Wasser als Bier.

CLAUDIA GRAF BRAUMEISTERIN Claudia Graf (30) übernahm vor drei Jahren die Sonnenbräu AG von ihrem Vater. Die Brauerei in Rebstein SG ist seit der Gründung im Jahr 1891 in Familienbesitz. Claudia Graf absolvierte das KV mit Berufsmatura; sie ist die einzige Schweizerin mit Braumeister-Diplom. S ­ onnenbräu beschäftigt rund 50 Personen und hat 19 Biere im Angebot.

Was bedeutet für Sie Erfolg? Meinen Erfolg hänge ich nicht an die gros­se Glocke. Viel zentraler ist das Wohl des Un­ ternehmens. Denn ohne Erfolg steht die Existenz der Brauerei auf dem Spiel. Wenn es dem Betrieb gut geht, geht es mir gut. Hatten Sie nie Lust auf etwas Neues? Ich könnte mir nicht vorstellen, etwas an­ deres zu machen. Ich bin mit dem Betrieb aufgewachsen und fühle mich hier sehr verwurzelt. Die lange Familientradition ist ein Erfolgsfaktor von Sonnenbräu. Das oberste Unternehmensziel ist die Unab­ hängigkeit der Brauerei.


Hypotheken von über 70 Banken - Beste Zinsen Persönliche & unabhängige Beratung


Unsere Werte: Familienbesitz & Tradition Die nachhaltige Entwicklung Ihres Familienbesitzes geniesst bei uns oberste Priorität. Eigentum und Vermögen zu erhalten und sie über Generationen hinweg zu vermehren, gehört seit 1841 zu unseren Grundwerten.

«cash VALUE» 1/2016  

Das Anlegermagazin VALUE von cash hilft Ihnen bei der Anlage Ihres Geldes. Sie erfahren von den neusten Trends am Fondsmarkt und Finanzprofi...

«cash VALUE» 1/2016  

Das Anlegermagazin VALUE von cash hilft Ihnen bei der Anlage Ihres Geldes. Sie erfahren von den neusten Trends am Fondsmarkt und Finanzprofi...

Advertisement