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Bericht zur Offenlegung nach ยง 26a KWG zum 30. September 2008


Inhaltsverzeichnis 1

Vorbemerkungen ......................................................................................................3

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Risikomanagement und Risikostrategie................................................................4

3

2.1

Allgemeine Angaben zum Geschäftsmodell der DL Finance...................4

2.2

Risikomanagementprozess in der DL Finance...........................................4

2.3

Eigenmittelstruktur ..........................................................................................8

Risikoarten der DL Finance ....................................................................................9 3.1

Einführung ........................................................................................................9

3.2

Adressenausfallrisiko......................................................................................9

3.2.1

Allgemeine Angaben ..................................................................................9

3.2.2

Ausfall ........................................................................................................ 11

3.2.3

Ratingsysteme und Forderungsklassen............................................... 14

3.2.4

Value-at-Risk (VaR) für Adressrisiken.................................................. 16

3.3

Kreditrisikominderungstechniken............................................................... 16

3.4

Operationelle Risiken .................................................................................. 17

3.5

Marktrisiko ..................................................................................................... 18

3.5.1

Zinsänderungsrisiken .............................................................................. 18

3.5.2

Liquiditätsrisiken ...................................................................................... 19

3.6

Angemessenheit der Eigenmittelausstattung .......................................... 20

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1

Vorbemerkungen

Die Deutsche Leasing Finance GmbH (DL Finance) ist als Kreditinstitut gemäß § 26 a Absatz 1 KWG verpflichtet, regelmäßig qualitative und quantitative Informationen über das Eigenkapital, die eingegangenen Risiken und die eingesetzten Risikomanagementverfahren zu veröffentlichen. Diese erweiterten Offenlegungsverpflichtungen resultieren ursprünglich aus der Säule III der Baseler Eigenmittelempfehlung (Basel II) und wurden zum 01.01.2007 mit der Einführung der Solvabilitätsverordnung (SolvV) in nationales Recht umgesetzt. Dieser Bericht trägt den aufsichtsrechtlichen Transparenzvorschriften Rechnung. Er ergänzt den im Rahmen der handelsrechtlichen Anforderungen erstellten Lagebericht der DL Finance um die Anforderungen der erweiterten Offenlegungspflichten und enthält Aussagen zu den Bereichen Eigenkapitalstruktur, Risikomanagement und Angemessenheit der Eigenmittel. Die alleinige Gesellschafterin der DL Finance, die Deutsche Sparkassen Leasing AG & Co. KG, ist kein Kreditinstitut im Sinne des KWG, sodass die Berichterstattung sich ausschließlich auf die DL Finance bezieht. Die DL Finance selbst hat keine Tochtergesellschaften, sodass weder in qualitativer noch in quantitativer Hinsicht weitere Angaben zum Anwendungsbereich der Offenlegungsanforderungen erforderlich sind. Die Geschäftsführung der DL Finance hat festgelegt, dass die Bank die seit 1. Oktober 1998 geltenden Vorschriften über das Handelsbuch nicht anwendet. Die Einordnung als Nichthandelsbuchinstitut wurde der BaFin und der Deutschen Bundesbank angezeigt.

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2

Risikomanagement und Risikostrategie 2.1 Allgemeine Angaben zum Geschäftsmodell der DL Finance

Als spezialisiertes Kreditinstitut ergänzt die DL Finance das Leistungsangebot der Deutschen Sparkassen Leasing AG & Co. KG als größte herstellerunabhängige Mobilien-Leasinggesellschaft in Deutschland weit über Leasing hinaus. Die DL Finance ist zudem bei der KfW akkreditiert und bietet Zugang zu den Förderkrediten des Bundes. Das Geschäftsmodell lässt sich grundsätzlich in vier Produktarten aufteilen, wobei ausschließlich Kunden mit Sitz in Deutschland im Fokus der Geschäftstätigkeit sind. Im Rahmen der Händlereinkaufsfinanzierung (HEF) zählen schwerpunktmäßig Händler aus den Branchen Freizeitfahrzeuge (Reisemobile und Caravans), Automobile (Pkw und Nutzfahrzeuge) sowie Bau- und Agrarmaschinen zu den Kunden der DL Finance. Daneben wird die Absatzfinanzierung als Ergänzung der HEF für gewerbliche Kunden angeboten. Über die Vertriebswege Händler und Sparkassen wird die Finanzierung von Pkw und Caravans auch an Privatkunden vermittelt (≡ Absatzfinanzierung Auto). Unabhängig von der HEF und der Absatzfinanzierung werden Investitionskredite (IK) als Ergänzung des Finanzierungsangebotes der Deutsche Leasing Gruppe zur Finanzierung von Investitionsgütern, insbesondere Maschinen und maschinelle Anlagen, vorgenommen. Daneben werden Forderungen aus Leasing- und Mietkaufverträgen angekauft, wobei es sich hierbei ausschließlich um einen konzerninternen Forderungsankauf handelt, d. h. es werden Forderungen aus Verträgen von Gesellschaften der Deutsche Leasing Gruppe (DLGruppe) angekauft. 2.2 Risikomanagementprozess in der DL Finance Die Risiken aus dem Bankgeschäft werden im Rahmen der Geschäftstätigkeit und auf Grundlage der Risikostrategie verantwortungsbewusst eingegangen mit dem Ziel, Markt- und Ertragschancen wahrzunehmen. Die DL Finance ist als Teil der DL-Gruppe in deren Gesamtrisikostrategie eingebunden. Die Geschäftsführung der DL Finance hat auf Basis dieser Gesamtrisikostrategie eine eigenständige Risikostrategie verabschiedet, die sowohl die strategischen Maßnahmen und Risikofelder als auch die besonderen Anforderungen und Bedingungen für Kreditinstitute berücksichtigt. Diese wurde mit dem Aufsichtsrat erörtert und wird einmal jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die angemessene und konsequente Behandlung der Risiken ist im Rahmen der Risikostrategie durch risikopolitische Leitlinien und Organisationsanweisungen geregelt. Die Planung und Steuerung der Risiken erfolgt insbesondere auf Basis der Risikotragfähigkeit der Bank. Hierbei wird auch berücksichtigt, dass es während des Betrachtungszeitraumes zu Veränderungen in der Bestandsqualität kommen kann, z.B. durch wesentliche konjunkturelle oder Branchenentwicklungen. Basierend auf den risikopolitischen Grundsätzen und dem Einfluss auf die Risikotragfähigkeit werden Festlegungen für alle wesentlichen Risiken getroffen. Neben den Adressen-

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ausfallrisiken werden Treasury-Risiken und operationelle Risiken als wesentlich betrachtet. Als Adressrisiken werden sämtliche Risiken zusammengefasst, die einer Partneradresse (Kunden, Lieferanten und Garantiegeber) zugeordnet werden können. Im Einklang mit der Gesamtrisikostrategie der DL-Gruppe nutzt die DL Finance als Objektfinanzierer die in der DL-Gruppe vorhandene Asset Kompetenz, um auch Geschäfte mit vergleichsweise schwächeren Bonitäten durch eine optimierte Sicherheitenverwertung zu realisieren. Das ganzheitliche Management der Adressrisiken obliegt dem Bereich Zentrales Risikomanagement (ZRM), die somit die zentrale, unabhängige Organisationseinheit für die Adressrisikoüberwachungseinheit nach § 152 SolvV bildet. ZRM ist verantwortlich für die Entwicklung, Optimierung und Dokumentation der Risikosysteme. Darüber hinaus entwickelt ZRM Methoden und Prozesse, analysiert laufend die aktuelle Risikosituation und bildet hiermit die Voraussetzung für eine umfassende, transparente Berichterstattung. Außerdem formuliert ZRM die risikopolitischen Leitlinien für das Adressrisikomanagement. Die Steuerung der Risiken auf Engagementebene erfolgt durch die Vergabe von kreditnehmereinheitbezogenen Limitierungen. Eine zusätzliche Steuerungsmaßnahme ist die institutsinterne Begrenzung von Großengagements auf 80% der Großkrediteinzelobergrenze. Die DL Finance wendet seit vielen Jahren ein risikoorientiertes Pricing an. Hierbei werden die Standardrisikokosten von ZRM regelmäßig, zumindest aber jährlich, überprüft und gegebenenfalls Änderungen vorgeschlagen. Die Intensivbetreuung und die Bearbeitung von Problemkrediten marktunabhängigen Bereich Beratung und Sanierung (B+S).

erfolgt

in

dem

Zu den Treasury-Risiken fallen insbesondere Liquiditätsrisiken und Zinsänderungsrisiken. Währungsrisiken bestehen aufgrund der grundsätzlichen Refinanzierung des Aktivgeschäftes in der gleichen Währung nicht. Die Aufgaben des Bereichs Treasury sind im Rahmen des §25a KWG an die Muttergesellschaft Deutsche Sparkassen Leasing AG & Co. KG ausgelagert, der Bereich Treasury übernimmt für die DL Finance sämtliche Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Refinanzierung. Die DL Finance refinanziert ihr Geschäft grundsätzlich laufzeitkonform. Offene Positionen dürfen nur im Rahmen der von der Geschäftsführung vorgegebenen Limite für Anfinanzierungen eingegangen werden. Diese werden zeitnah durch laufzeitkongruente Refinanzierung ersetzt. Zur Messung des Liquiditätsrisikos wird die Drei-JahresGeschäftsplanung herangezogen. Auf Grundlage eines monatlichen Soll/Ist-Abgleichs erfolgt bei Bedarf die Anpassung des geplanten Finanzbedarfs für das laufende Geschäftsjahr. Die DL Finance ist in die Liquiditätssteuerung der DL-Gruppe eingebunden. Die Risikoüberwachung erfolgt durch die für den Bereich Treasury zuständigen Geschäftsführer der DL Finance. Bei den operationellen Risiken handelt es sich um die Gefahr von möglichen Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren (Geschäftsprozesse und Kontrolle), Menschen (Mitarbeiter), Systemen (Anwendungen, Technologien) oder infolge externer Ereignisse (Katastrophen, Brand, ...) entstehen können. Die operationellen Risiken schließen rechtliche und steuerliche Risiken ein, beinhalten aber nicht strategische Risiken und Reputationsrisiken. Zuständig für das operationelle Risiko ist der Manager Operationelle Risiken (ORM) im

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Bereich Organisation. Analog der Treasury-Risiken sind die Aufgaben des Bereichs Operationelle Risiken an die Deutsche Sparkassen Leasing AG & Co. KG ausgelagert. Operationelle Risiken werden durch die jeweiligen Bereichsleiter mit Unterstützung des ORM regelmäßig identifiziert und in einer Risikodatenbank abgelegt. Die Risikoinventur erfolgt auf Weisung des ORM, mindestens jedoch jährlich, um frühzeitig Risiken zu erkennen. Aus den ermittelten Daten werden notwendige Maßnahmen abgeleitet und diese in regelmäßigen Abständen vom ORM überprüft. Das Risikomanagement der DL Finance bündelt somit die Gesamtheit der Maßnahmen, die notwendig sind, um die Risikolage zu beurteilen und zu verbessern. Wesentliche Aufgaben sind hierbei die Identifizierung möglicher Risiken, ihre Analyse und Quantifizierung sowie ihre Bewertung und die daraus resultierende Ableitung von Steuerungsmaßnahmen. Die Verantwortung für die eingesetzten Methoden ergibt sich insbesondere für … A.

… die im Rahmen der Kreditentscheidung eingesetzten Ratingsysteme, d. h. Methodenentwicklung inklusive der regelmäßigen Validierung sofern es sich um eigene Systeme handelt bzw. Übernahme der institutsspezifischen Aufgaben wie z.B. Stresstests, Kalibrierung und Repräsentativitätsanalysen bei Pool-Lösungen. Darüber hinaus werden die Systeme für die Ermittlung der Recovery Rates/Verlustquoten (=LGD, Loss Given Default) betreut. und

B.

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… die Berechnung risikosensitiver Kennzahlen Diese Aussage bezieht sich sowohl auf Value-at-Risk (VaR)1-Ansätze für die interne Steuerung als auch auf regulatorische Fragestellungen (z.B. Eigenkapitalberechnung nach SolvV) für das externe Reporting und beinhaltet neben der Modellentwicklung für das Schätzen relevanter Inputparameter und der fachlichen Betreuung der zugehörigen Systeme auch das risikoorientierte Pricing.

VaR wird sowohl für Adressrisiken als auch für Zinsänderungsrisiken gerechnet.

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Interne Kontrollverfahren (u. a. Interne Revision)

Identifikation, Messen, Reporten

Risikostrategie, Risikosteuerung Geschäftsführung

Risikocontrolling

Adress-Risiko Operationelles Risiko Treasury-Risiko

Methodik Risikomanagement Abbildung 2-1 Aufgabenverteilung im Risikomanagementprozess der DL Finance

Das Risikomanagement und die hierfür eingesetzten Systeme ermöglichen – in Zusammenarbeit mit Risikocontrolling – die Identifizierung, Messung sowie Überwachung der Risikopositionen. Die Systeme und Verfahren sind geeignet, Entwicklungen, die eine Fortführung der Unternehmenstätigkeit oder das Erreichen der Unternehmensziele gefährden, rechtzeitig zu erkennen. Grundlage hierfür sind u. a. die Risikogrundsätze und Strategien, die Prozesse zur Risikomessung und -überwachung sowie die etablierten Organisationsstrukturen. Die Kreditprozesse sehen eine Trennung in Markt, Marktfolge bis zur Ebene der Geschäftsführung vor. Zwischen dem Risikocontrolling und dem Risikomanagement ist eine organisatorische Trennung sichergestellt. Das Risikocontrolling trägt die Verantwortung für die Messung, Analyse und Überwachung der Risiken und ist im Bereich Controlling/Rechnungswesen angesiedelt (siehe auch Abbildung 2-1). Die grundsätzlichen Entscheidungen zur Strategie und der Instrumente zur Risikosteuerung trifft die Geschäftsführung der DL Finance. Der Aufsichtsrat ist durch die regelmäßige Information im Rahmen des Risikomanagementberichtes in der Lage, das durch die Geschäftsführung festgelegte Risikoprofil zu überprüfen und zu überwachen. Die Revision prüft im Auftrag der Geschäftsführung unter Berücksichtigung der aufsichtsrechtlichen Vorschriften alle Betriebs- und Geschäftsabläufe der DL Finance. Grundlage ist ein jährlicher Prüfungsplan, der auf Basis der gesetzlichen Vorschriften risikoorientiert festgelegt wird. Die Prüfungsergebnisse in Form von Prüfungsberichten erhält die Geschäftsführung. Eine Umsetzung der in den Prüfungsberichten vereinbarten Maßnahmen und Empfehlungen wird durch die Revision nachgehalten. Zum Zwecke der Risikoberichterstattung sind Risikoinstrumente, feste Kommunikationswege und Informationsempfänger bestimmt. Die für die Risikosteuerung relevanten Daten werden vom Risikocontrolling zu einem internen Berichtswesen aufbereitet und verdichtet. Die Informationsweitergabe erfolgt für alle Risikoarten u. a. im Rahmen einer vierteljährlichen Risikoberichtserstattung über das Risikoboard.

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Das Risikoboard bildet hierbei das zentrale Organ für das Risikomanagement der DLGruppe. In den monatlichen Sitzungen des Risikoboards werden aktuelle Entwicklungen diskutiert und gegebenenfalls Vorschläge zu risikorelevanten Themen erarbeitet. Das Risikoboard berichtet durch das Weiterleiten des Risikoberichtes vierteljährlich über alle Risikofelder an die Geschäftsführung der DL Finance. Dem Risikoboard gehören zum Bilanzstichtag neben den für die Einzelrisiken verantwortlichen Risikomanagern auch der Vorstand Risikomanagement sowie der Vorstand IT/Operations der DL-Gruppe an. 2.3 Eigenmittelstruktur Das gezeichnete Kapital der DL Finance beträgt zum 30.09.2008 € 145,0 Mio. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde das Stammkapital von € 109,0 Mio. in zwei Tranchen um insgesamt € 36,0 Mio. aufgestockt. Darüber hinaus wurde von der Muttergesellschaft ein Nachrangdarlehen von insgesamt € 30,0 Mio. zur Verfügung gestellt, sodass unter Berücksichtigung des Sonderpostens für allgemeine Bankrisiken nach § 340f HGB in Höhe von € 24,0 Mio. der Gesamtbetrag des haftenden Eigenkapitals € 199,0 Mio. beträgt. Nach Abzug der Kapitalabzugspositionen verbleibt ein modifiziertes verfügbares Eigenkapital von € 179,7 Mio. (siehe auch Abbildung 2-2). in Mio €

Eingezahltes Kapital - Stammkapital -

145,0

Ergänzungskapital

54,0

Vorsorgereserven nach § 340f HGB

24,0

Ergänzungskapital nach § 10 Abs. 2b KWG

30,0

Kapitalabzugspositionen nach § 10 Abs. 6 und 6a KWG

-19,3

Modifiziertes verfügbares Eigenkapital nach §10 Abs. 1d

179,7

Abbildung 2-2 Zusammensetzung des modifizierten Eigenkapitals der DL Finance zum 30.09.2008

Nähere Erläuterungen zu den Kapitalabzugspositionen (Wertberichtigungsfehlbetrag) erfolgen im Abschnitt 3.2.2.

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3

Risikoarten der DL Finance 3.1 Einführung

Ausgehend von dem Geschäftsmodell unterliegt die DL Finance im Wesentlichen den Adressausfallrisiken aus der Händlereinkaufs- und Absatzfinanzierung sowie den Investitionskrediten. Neben den Adressausfallrisiken unterliegt die Bank auch operationellen Risiken aus allen betrieblichen Aktivitäten des unternehmerischen Handelns sowie Zinsänderungs- und Liquiditätsrisiken. Marktrisikopositionen ist die DL Finance im Geschäftsjahr 2007/2008 nicht eingegangen. Zum Bilanzstichtag bestanden keine Fremdwährungsgeschäfte. Dementsprechend bestehen keinerlei Währungsrisiken. Länderrisiken sind aufgrund des Geschäftsmodells der DL Finance zu vernachlässigen. Es gibt weder Verbriefungstransaktionen noch derivative Adressausfallrisiken. Als Mitglied des Bankenfachverbandes ist die DL Finance Gesellschafter der LiquiditätsKonsortialbank GmbH mit einem Anteil in Höhe von € 12.782,30. Es besteht eine Nachschusspflicht von max. € 100.000,00 sowie eine beschränkte Mithaftung. Diese Beteiligung ist in voller Höhe nicht börsenfähig und nicht börsennotiert und wird im Rahmen des Meldewesens gemäß § 70 Nr. 9 SolvV dem dauerhaften Partial Use zugeordnet. 3.2 Adressenausfallrisiko 3.2.1

Allgemeine Angaben

Die DL Finance hat sich in 2007 einer umfassenden Prüfung der bankinternen Ratingsysteme gemäß § 62 SolvV unterzogen. Gegenstand dieser Prüfung war das DSGVStandardrating für die Forderungsklasse Unternehmen (Details hierzu siehe Abschnitt 3.2.3). Mit Zulassung zum IRBA (Start: 01.01.2008) gemäß §§ 58 und 59 SolvV ermittelt die DL Finance die aufsichtsrechtliche Eigenmittelunterlegung gemäß den Anforderungen für IRBABasisansatz. Zum Stichtag 30.09.2008 werden 42,3% des Portfolios (Basis: Exposure at Default, EAD) im Standardansatz (KSA) geführt. Es handelt sich hierbei insbesondere um die Teilportfolien Retail (≡ Mengengeschäft, d. h. Kunden mit einem Gesamtengagement kleiner als T€ 250), Spezialfinanzierungen und Großunternehmen2, die bis zum 31.12.2012 im Rahmen der 5jährigen Übergangsphase der Bankaufsicht zur Prüfung vorgelegt werden. Für die Berechnung der Eigenkapitalunterlegung im KSA wurde keine externe Ratingagentur gemäß § 41 SolvV benannt, da im Allgemeinen für die überwiegend mittelständigen Kunden der DL Finance keine externen Bonitätsbeurteilungen existieren.

Hierbei handelt es sich um Kunden mit einem Jahresumsatz größer € 500 Mio., für deren Bewertung das DSGV-Ratingsystem nicht kalibriert ist.

2

9


in Mio € Ansatz

Produktbereich

Bilanziell

Forderungsankauf

Außerbilanziell

Gesamt

41,2

0,0

41,2

HEF

490,5

315,0

805,4

IK

589,6

162,9

752,5

IRBA – Gesamt

1.121,2

477,8

1.599,1

484,8

0,0

484,8

Forderungsankauf

41,7

0,0

41,7

HEF

59,4

69,7

129,0

309,1

43,3

352,4

Forderungen an Kreditinstitute

55,6

0,0

55,6

Guthaben bei Zentralnotenbanken

0,01

0,0

0,01

Beteiligung

0,01

0,0

0,01

950,6

113,0

1.063,6

2.071,8

590,8

2.662,6

IRBA

Absatzfinanzierung Auto KSA

IK

KSA – Gesamt Gesamtergebnis

Abbildung 3-1 Bruttokreditvolumen nach Berechnungsansatz und Produktgruppen

Das Bruttokreditvolumen, definiert als Positionswert nach SolvV vor Kreditminderungstechniken und vor Anrechnung der EWB, belief sich auf insgesamt € 2.662,6 Mio. Eine detaillierte Aufstellung nach Produktgruppen erfolgt in Abbildung 3-1. Neben Forderungen an Kunden werden im KSA Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von € 55,6 Mio. sowie Guthaben bei Zentralnotenbanken in Höhe von € 11.000 und Beteiligungen in Höhe von 12.782,3 € geführt, die im Rahmen des IRBA-Umsetzungsplans dem dauerhaften Partial Use zugeordnet werden. Die Struktur des Kreditportfolios konzentriert sich auf kleinteiliges Kreditgeschäft, d. h. 99,2% der Verträge (hier: bilanzielle und außerbilanzielle Positionen zusammengefasst) mit einem Volumen von insgesamt € 1.587,1 Mio. (≡ 60,9%) sind der Größenklasse "< € 0,5 Mio." zugeordnet (siehe Abbildung 3-2). Größenklasse < 0,5 Mio € 0,5 bis 1,0 Mio. € > 1,0 Mio. € Gesamt

Bilanziell

Anzahl Außerbilanziell

Bruttokreditvolumen in Mio. € Bilanziell Außerbilanziell

82.999 210 171

99,5% 0,3% 0,2%

1.076 173 112

79,1% 12,7% 8,2%

1.397,1 147,5 471,7

69,3% 190,0 7,3% 120,5 23,4% 280,3

32,2% 20,4% 47,4%

83.380

100% 1.361

100%

2.016,3

100% 590,8

100%

Abbildung 3-2 Größenklassengliederung auf Vertragsebene – abgebildet sind Forderungen an Kunden

In den nachfolgenden Abbildungen wird das Bruttokreditvolumen nach Branchen (siehe Abbildung 3-3) und Restlaufzeiten (siehe Abbildung 3-4) aufgeschlüsselt. Lediglich 2,9% des Gesamtvolumens konnte keiner Branche zugeordnet werden. Darüber hinaus deutet die Verteilung über insgesamt 52 Branchen auf eine gute Diversifizierung des DL Finance Portfolios hin.

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Nr.

WZ 2003

Bruttokreditvolumen in Mio. €

in %

1

50

543,1

20,8%

Kraftfahrzeughandel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen; Tankstellen

2

95

484,8

18,6%

3

51

376,3

14,4%

4

22

207,6

8,0%

Private Haushalte (Absatzfinanzierung Auto) Handelsvermittlung / Großhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) Verlagsgewerbe, Druckgewerbe, Vervielfältigung von bespielten Ton-, Bild- und Datenträgern

90,5 83,5 79,7 63,4 57,4 56,0 75,8 489,2 2.607,1

3,5% 3,2% 3,1% 2,4% 2,2% 2,2% 2,9% 18,8% 100,0%

5 45 6 71 7 40 8 28 9 61 10 15 11 -12 -Summe

Branche

Baugewerbe Vermietung beweglicher Sachen ohne Bedienungspersonal Energieversorgung Herstellung von Metallerzeugnissen Schiffahrt Ernährungsgewerbe KEINE ZUORDNUNG Branchen mit Volumen < 50Mio (42 Stück)

Abbildung 3-3 Bruttokreditvolumen nach Branche – abgebildet sind ausschließlich Forderungen an Kunden; d. h. in dieser Darstellung nicht enthalten: Forderungen an Kreditinstitute (= € 55,6 Mio.), Guthaben bei Zentralnotenbanken (= 11.000 €) sowie Beteiligungen (= 12.872,3 €).

Restlaufzeitband

In Mio € 30.09.2008 30.09.2007

Mit unbestimmter Laufzeit

553.645

450.123

Restlaufzeit bis zu 3 Monate

72.127

80.657

Restlaufzeit mehr als 3 Monate bis zu 1Jahr

241.487

240.079

Restlaufzeit mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahre

943.411

707.568

Restlaufzeit mehr als 5 Jahre

136.101

95.089

Abbildung 3-4 Forderungen an Kunden nach Restlaufzeiten – abgebildet sind die Buchwerte nach Risikovorsorge und Vorsorgereserven nach § 340f HGB

3.2.2

Ausfall

Eine Forderung wird insbesondere dann als ausgefallen definiert, wenn der Schuldner gegenüber der DL Finance mit seiner Zahlungsverpflichtung mehr als 90 aufeinander folgende Kalendertage in Verzug ist. Darüber hinaus gilt eine Forderung als ausgefallen, wenn es aufgrund konkreter Anhaltspunkte unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner seine Zahlungsverpflichtungen ohne Rückgriff auf Maßnahmen, wie z.B. die Verwertung von Sicherheiten oder Stundung mit wesentlichem Forderungsverzicht, erfüllt (≡ drohende Zahlungsunfähigkeit). Die aufsichtsrechtliche Ausfalldefinition entspricht dem in der DL Finance vorhandenen Verständnis von notleidenden Forderungen. In Verzug befindet sich ein Kunde, sofern dieser seine Zahlungsverpflichtungen nicht oder verspätet gegenüber der DL Finance erfüllt, und darüber hinaus nicht als ausgefallen im

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Sinne des § 125 SolvV klassifiziert wird und damit noch nicht den Status notleidend erreicht hat. Die Ausfalldefinition der DL Finance wird im Rahmen der 5-jährigen Übergangsphase sowohl für den IRBA- – als auch für den KSA- – Ansatz gleichermaßen angewandt. Eine Übersicht über die zum Stichtag 30.09.2008 ausgefallenen Kunden inklusive des zugehörigen EWBBestandes ist in Abbildung 3-5 zu finden. Insgesamt führt die DL Finance 4,9% des Bruttokreditvolumens als Ausfall.

Ansatz

IRBA

Produktbereich Bilanziell

Außerbilanziell IRBA – Gesamt

KSA

Bilanziell

Außerbilanziell KSA – Gesamt DL Finance Gesamt

Forderungsankauf HEF IK HEF IK Absatzfinanzierung Auto Forderungsankauf HEF IK HEF

Bruttokreditvolumen 2,1 52,1 35,6 11,9 0,2 101,9

In Mio. € RWA

Erwarteter Verlust

EWBBestand

-------

0,9 23,6 16,1 0,0 0,1 40,6

-17,7 12,3 --29,0

1,1

1,7

--

--

1,7 2,5 18,7

2,2 1,3 24,6

----

0,2 1,4 2,1

0,6

0,0

--

--

24,7 126,6

29,9 29,9

-40,6

3,8 32,7

Abbildung 3-5 Übersicht über ausgefallene Kunden

Die Bildung einer Risikovorsorge erfolgt, wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass der Kunde seinen Verpflichtungen nicht vollständig nachkommen kann. Dem Prinzip einer verlustfreien Bewertung wird dadurch Rechnung getragen, dass die Höhe der Wertberichtigung unter Berücksichtigung der besonderen Gefährdung des einzelnen Engagements in Abhängigkeit von den zu erwarteten Erlösen aus der Sicherheitenverwertung erfolgt. Eine Auflösung der Einzelrisikovorsorge wird erst dann vorgenommen, wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers erkennbar und mit nachhaltiger Wirkung verbessert haben, sodass eine Gefährdung der Kapitaldienstfähigkeit unwahrscheinlich geworden ist oder der Kredit aus den gestellten Sicherheiten zweifelsfrei zurückgeführt werden kann. Der EWB-Bedarf wird für die DL Finance in zentraler Verantwortung im Bereich Beratung & Sanierung ermittelt. Die Angemessenheit der Risikovorsorge wird regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Entwicklung im Geschäftsjahr 2007/08 wird in Abbildung 3-6 zusammengefasst. Neben dem in Abbildung 3-6 aufgeführten EWB-Verbrauch von € 4,1 Mio. wurden im Geschäftsjahr 2007/08 € 0,7 Mio. direkt abgeschrieben. Eingänge auf bereits abgeschriebene Forderungen beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf insgesamt € 0,14 Mio.

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In Mio. € Produktbereich Forderungsankauf IK HEF Gesamt

Bruttokreditvolumen3 1,7 25,9 62,9 90,5

EWB 09/2007

Zuführung

Auflösung

Verbrauch

EWB4 09/2008

0,0 15,8 19,2 35,0

0,2 2,9 2,2 5,4

0,0 2,0 0,9 2,9

0,0 2,6 1,4 4,1

0,2 14,1 19,1 33,5

Abbildung 3-6 Entwicklung der Risikovorsorge (EWB) im Geschäftsjahr 2007/08

Für das latente Ausfallrisiko wurden Pauschalwertberichtigungen in Höhe der steuerlich anerkannten Verfahren gebildet, wobei grundsätzlich zwischen dem Teilportfolio Absatzfinanzierung Auto und dem restlichen DL Finance "Firmenkunden"-Portfolio zu unterscheiden ist. Der Unterschied zwischen dem erwarteten Verlust im Sinne der SolvV und der Risikovorsorge ist für das IRBA-Teilportfolio als Kapitalabzugsposition (Wertberichtigungsfehlbetrag) bei der Ermittlung des modifizierten Eigenkapitals zu berücksichtigen. Für das in Abbildung 3-7 dargestellte Portfolio nicht ausgefallener Kunden errechnet sich daher ein Wertberichtigungsfehlbetrag von € 5,9 Mio. Zum Stichtag 30.09.2008 wurde im Rahmen der SolvV-Meldung noch mit PWB = € 5,9 Mio. (statt € 8,7 Mio.) gerechnet. Dem IRBA-Ansatz wurden € 3,4 Mio. zugeordnet, sodass ein stichtagsbezogener Wertberichtigungsfehlbetrag für das nicht ausgefallene Teilportfolio von € 7,7 Mio. errechnet wurde.

in Mio. € Absatzfinanzierung Auto Firmenkunden Gesamt

Ansatz

EAD 30.09.076 30.09.08

PWB5 30.09.07 30.09.08

Erwarteter Verlust 30.09.07 30.09.08

KSA

282,9

485,6

--

1,7

--

--

IRBA KSA

1.004,6 354,7

1.163,6 400,5

4,5 1,4

5,3 1,8

7,9 --

11,2 --

1.642,2

2.049,7

5,9

8,7

7,9

11,2

Abbildung 3-7 Übersicht über die Pauschalwertberichtigung im DL Finance Portfolio – betrachtet werden hierbei lediglich nicht ausgefallene Kunden

Bruttokreditvolumen der zum 30.09.2008 wertberichtigten Kunden. Diese Abbildung enthält auch die nach dem 30.09.2008 verbuchten EWB. Für die SolvV-Meldung zum 30.09.2008 wurden die zu diesem Zeitpunkt aktuellen EWB, zusammengefasst in Abbildung 3-6 verwendet, d.h. € 0,2 Mio. für Forderungsankauf, € 19,2 Mio. für IK und € 13,3 Mio. für HEF. 5 PWB: Pauschalwertberichtigung und pauschalierte Einzelwertberichtigung, die jedoch ausschließlich für das Teilportfolio Absatzfinanzierung Auto gebildet wurde. 6 Zum 30.09.2007 war der SolvV-Rechenkern noch nicht im produktiven Einsatz – die SolvV-Angaben zum 30.09.2007 basieren auf einem produktionsnahen Testsystem. 3 4

13


Hinzu kommt der für das ausgefallene Portfolio in analoger Weise ermittelte Wertberichtigungsfehlbetrag (d. h. PD7 = 100%, damit errechnet sich der Wertberichtigungsfehlbetrag aus EWB minus 45% der aktuellen Restforderung), der zum 30.09.2008 € 11,6 Mio. beträgt (siehe hierzu auch Abbildung 3-5). Die Ursache für den hohen Wertberichtigungsfehlbetrag ist, dass im Rahmen des IRBABasisansatzes eine pauschale LGD von 45% zu berücksichtigen ist. Durch die Besicherung der DL Finance-Forderungen mit werthaltigen Objekten liegt das für die eigentliche EWBErmittlung zugrunde liegende Ausfallrisiko (d. h. Nettorisiko) in der Regel unter dem pauschalen, d. h. regulatorischen, Verlustbetrag. Bei einer Anrechnung von Sicherheiten im fortgeschrittenen IRBA-Ansatz, die perspektivisch geplant ist, würde sich der Wertberichtigungsfehlbetrag erheblich reduzieren und damit das haftende Eigenkapital weniger belasten. Dieser Effekt wird allerdings auch schon beim Übergang des Retail-Portfolios (insbesondere Absatzfinanzierung Auto) von KSA in den IRBA zum 01.07.2010 erwartet, da für Retail-Portfolien die Verlustquoten auf Basis eigener historischer Daten zu schätzen sind und die DL Finance als Objektfinanzierer durch ihre Kompetenz in der Verwertung geringere Werte erwartet. 3.2.3

Ratingsysteme und Forderungsklassen

Die grundlegende Anforderung an die Forderungsklassen ist die Abgrenzung entlang der Ratingsysteme, d. h. gleichartige Kunden werden eindeutig und nachvollziehbar einem Ratingsystem zugeordnet. Um dem unterschiedlichen Risikocharakter der jeweiligen Geschäftsverbindung Rechnung zu tragen, werden die Kunden der DL Finance anhand des Konzern-Gesamtengagements den Ratingsystemen eindeutig zugewiesen. Durch die einheitliche Anwendung der Ratingsysteme innerhalb der DL-Gruppe wird für die Berechnung des Gesamtengagements neben der Restforderung, gebucht in der DL Finance, auch das sonstige DL-Engagement berücksichtigt. Grundsätzlich unterscheidet die DL Finance zwischen risikorelevantem und nicht risikorelevantem Geschäft. Als risikorelevant sind hierbei alle Kunden mit einem Gesamtengagement größer T€ 250 definiert. Im Rahmen des SolvV-Prozesses werden diese Positionen der Forderungsklasse Unternehmen zugeordnet und werden, sofern es sich nicht um Großunternehmen oder Spezialfinanzierungen im Sinne der SolvV handelt, mit dem vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband entwickelten Ratingverfahren (DSGVStandardrating) bewertet. Die IRBA-Zulassung der DL Finance bezieht sich bisher ausschließlich auf das DSGVStandardrating. Ratingsysteme für Großunternehmen (≡ RSU8) und Spezialfinanzierung (vereinfachtes Verfahren nach § 97 SolvV) sowie Scoringverfahren im Breitengeschäft werden im Rahmen der 5-jährigen Übergangsphase zur IRBA-Prüfung vorgestellt. Forderungsankäufe werden analog Krediten behandelt und ab T€ 250 der Forderungsklasse Unternehmen zugeordnet. Bei den Forderungsankäufen handelt es sich ausschließlich um konzerninterne Forderungsankäufe, die den gleichen Kreditentscheidungsprozess wie 7 8

PD ≡ Probability of Default - Ausfallwahrscheinlichkeit RSU (Rating Service Unit) – Ratingsystem für Kunden mit einem Jahresumsatz größer € 500 Mio.

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Kredite durchlaufen. Abbildung 3-8 liefert einen Überblick über die Aufteilung des DL Finance-Portfolios nach Forderungsklassen. in Mio € Ansatz IRBA

Forderungsklasse Unternehmen davon Forderungsankauf

IRBA Gesamt

KSA

Bruttokreditvolumen 1.599,1 41,2 1.599,1

Eigenkapitalanforderung 87,8 2,7 87,8

645,1 336,2 39,2 55,6 2,0 24,7 0,01 1.063,6

36,2 22,4 3,2 0,9 0,2 2,4 0,0 62,1

2.662,6

149,9

Retail/Mengengeschäft Unternehmen* davon Forderungsankauf Institute Sonstige öffentliche Stellen Überfällige Positionen Beteiligungen

KSA Gesamt * u.a. Großunternehmen und Spezialfinanzierungen DL Finance Gesamt Abbildung 3-8 Portfolio aufgeteilt nach Forderungsklassen im IRBA und KSA

Das für risikorelevantes Geschäft eingesetzte DSGV-Standardratingsystem bezieht Kennzahlen aus dem Jahresabschluss wie auch qualitative Faktoren wie z.B. die künftigen wirtschaftlichen Entwicklungsaussichten, die Managementqualität, das Markt- und Branchenumfeld in die Bewertung ein und liefert durch die ermittelte Ratingnote die für die Eigenkapitalunterlegung notwendige Ausfallwahrscheinlichkeit für die Kunden. Das Ratingsystem wird als Pool-Lösung eingesetzt und dementsprechend zentral validiert. Die Repräsentativität für das DL Finance-Portfolio wird einmal jährlich vom Zentralen Risikomanagement (ZRM) überprüft. Eine Übersicht über die PD-Bänder zum 30.09.08 zeigt Abbildung 3-9, wobei das Ratingband 5 die ausgefallenen Kunden klassifiziert. in Mio € Ratingband 1 2 3 4 5 Gesamtergebnis

Durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit 0,3% 1,3% 4,6% 17,2% 100,0%

Bilanziell 156,09 626,47 258,47 13,29 89,81 1.144,13

Ausserbilanziell 67,20 256,36 113,90 5,43 12,07 454,96

Gesamtergebnis 223,3 882,8 372,4 18,7 101,9 1.599,09

Abbildung 3-9 Positionswerte nach PD-Bändern

Im nicht-risikorelevanten Geschäft (≡ Breitengeschäft, d. h. Kunden mit einem Gesamtengagement kleiner als T€ 250) erfolgen die Risikoentscheidungen auf der Basis vereinfachter Rating- und Scoringverfahren. Die Trennschärfe der eingesetzten Scorekarten wird vom ZRM laufend überwacht und ggf. durch Anpassung der Grenzwerte und der

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Gewichtung relevanter Attribute verändert. Die DL Finance beabsichtigt, die eingesetzten Verfahren im Rahmen der 5-jährigen Übergangsphase aufsichtsrechtlich anerkennen zu lassen. Zum 01.07.2010 kann das Portfolio Absatzfinanzierung Auto zur Prüfung vorgestellt werden, wobei aus heutiger Sicht die notwendige 80%-Hürde für EAD und RWA überschritten wird. 3.2.4

Value-at-Risk (VaR) für Adressrisiken

Für die Quantifizierung des VaR nutzt die DL Finance mit der Modellvariante CreditRisk+ (CR+) einen Default-Mode-Ansatz, wobei dieser so genannte versicherungsmathematische Ansatz in ein Simulationsverfahren überführt und entsprechend erweitert wurde. Damit konnten die Nachteile des analytischen CR+ -Modells kompensiert und die vorhandenen Produkteigenschaften im Portfolio der DL Finance für die VaR-Berechnung korrekt abgebildet werden. Die Ratinginformationen und somit die hieraus abzuleitenden Ausfallwahrscheinlichkeiten werden analog dem Meldewesenprozess durch das DSGV-Ratingsystem (siehe Abschnitt 3.2.3) bereitgestellt. Für den nicht gerateten Portfolioanteil wird jeweils die durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit verwendet. Im Gegensatz hierzu werden die Inputparameter LGD, für die Berechnung des Blankovolumens, und die Asset-Korrelation, für die Abbildung der Abhängigkeitsstrukturen, auf Basis historischer, institutsspezifischer Zeitreihen geschätzt. Das Konfidenzniveau beträgt 99,98%. Der VaR wird als eigenständiger Teil des Risikoberichtes regelmäßig berichtet und geht darüber hinaus als Komponente des internen Kapitals in die Berechnung der Risikotragfähigkeit ein (siehe Abschnitt 3.6). Darüber hinaus werden die entsprechenden Default-Mode-Modelle u. a. auch herangezogen, um die Repräsentativität des DSGV-Ratingsystems in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. 3.3 Kreditrisikominderungstechniken Für die Eigenkapitalberechnung nach SolvV werden z. Zt. weder für den KSA noch für den IRBA-Ansatz Kreditrisikominderungstechniken verwendet. Kreditgeschäfte der DL Finance werden grundsätzlich dem Risiko angemessen besichert. Die Arten der akzeptierten Sicherheiten, Bewertungsverfahren, Bewertungsgrundlagen und die Wertansätze für die jeweiligen Sicherheiten sind in entsprechenden Organisationsanweisungen festgelegt. Die Wertansätze und Wertverläufe während der Kreditlaufzeit beruhen auf langjährigen Erfahrungswerten und durch Experten des Bereiches Asset Management vorgenommene individuelle Wertermittlungen. Für die Ermittlung der Verlustquoten kann auf eine über 15-jährige Zeitreihe zurückgegriffen werden. Eine durchschnittliche Verlustquote von unter 30% bezogen auf die Ausfälle eines Geschäftsjahres kann regelmäßig beobachtet werden.

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3.4 Operationelle Risiken Operationelles Risiko ist die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen, Menschen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Diese Definition schließt Rechtsrisiken ein. Strategische Risiken und Geschäftsrisiken bleiben ausgenommen. Eine gesonderte Berücksichtigung von Veritätsrisiken im Rahmen der Eigenkapitalermittlung erfolgt nicht. Forderungsankäufe durch die DL Finance erfolgen ausschließlich von Gesellschaften der DL-Gruppe, d. h. konzernintern. Die bisherigen Ausfälle im Teilportfolio Forderungsankauf sind ausschließlich auf Bonitätsverschlechterung zurückzuführen, wodurch in Abstimmung mit den IRBA-Prüfern auf eine nach § 4 SolvV geforderte, zusätzliche Veritätsrisikoposition für die Berechnung der Eigenkapitalunterlegung für Adressrisiken verzichtet werden konnte. Das Management der operationellen Risiken erfolgt zentral durch das Team Operationelles Risikomanagement (ORM). Mindestens einmal jährlich erfolgt eine Risikoidentifizierung und -bewertung in Form einer Risikoinventur oder eines Risk-Self-Assessments. Im Rahmen des Risk-Self-Assessments werden durch standardisierte Selbsteinschätzungen die Risikoszenarien nach Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit von der DL Finance bewertet. In der zentralen Risikodatenbank werden neben den einzelnen Risikoszenarien die tatsächlich eingetretenen Schadensfälle und deren monetäre Verluste erfasst und historisiert. Hierdurch sind eine systematische Analyse der Daten sowie eine Überwachung der eingeleiteten Maßnahmen möglich. Für die Berechnung der Eigenkapitalunterlegung für operationelle Risiken hat die DL Finance den Standardansatz gewählt. Die Aufteilung in Privat und Firmenkunden erfolgt auf Grundlage der für das Adressrisiko notwendigen Forderungsklassen (siehe Abbildung 3-8).

Das zum 30.09.2008 notwendige Eigenkapital wird in Abbildung 3-10 offengelegt. Basis ist der geprüfte Abschluss per 30.09.2007. In T € Bruttoertrag Privatkunden

30.09.2005

30.09.2006

30.09.2007

611

7.518

11.951

45.796

41.306

41.225

Kapitalanforderung 12% - Privatkunden

73

902

1.434

Kapitalanforderung 15% - Firmenkunden

6.869

6.196

6.184

Anforderungsbetrag insgesamt

6.943

7.098

7.618

3-Jahresdurchschnitt

6.638

6.817

7.220

Bruttoertrag Firmenkunden

Abbildung 3-10 Berechnung der Eigenkapitalunterlegung für Operationelle Risiken

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3.5 Marktrisiko Die DL Finance hat die Durchführung der Treasury-Funktionen und damit auch das operative Management des Marktrisikos an ihre Muttergesellschaft Deutsche Sparkassen Leasing AG & Co. KG übertragen. Da die DL Finance kein Handelsbuch führt, sind die Offenlegungsanforderungen zum Marktrisiko gemäß § 330 SolvV insoweit nicht anzuwenden. Kreditgewährungen in Fremdwährung werden generell währungskongruent refinanziert. Daraus resultierende Fremdwährungsrisiken (etwa bezüglich Margenanteilen der Forderungen) sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung. Zum Bilanzstichtag 30.09.2008 waren keine Fremdwährungskredite im Bestand. 3.5.1

Zinsänderungsrisiken

Die Refinanzierung der von DL Finance herausgelegten Kredite erfolgt grundsätzlich laufzeitkongruent. Variabel verzinsliche Kundenkredite (insbesondere Händlereinkaufsfinanzierung) werden mit variabel verzinslichen Geldmarktkrediten refinanziert. Mittel- und langfristige Kundenkredite (Investitionskredite, Autokredite) werden kongruent mit den kundenseitig vereinbarten Zinsbindungsfristen refinanziert. Da die DL Finance kein Einlagengeschäft betreibt, liegen die typischen aus dem Anlegerverhalten (vorzeitige Rückzahlung, Rückzahlung unbefristeter Einlagen) resultierenden Zinsänderungsrisiken nicht vor. VaR-Kurve DL Finance (99%) VaR in Mio € 1,20 1,00 0,80 0,60 0,40 0,20

09.07 10.07 11.07 12.07 01.08 02.08 03.08 04.08 05.08 06.08 07.08 08.08 09.08

Abbildung 3-11 VaR für Zinsänderungsrisiken – Entwicklung im Geschäftsjahr 2007/2008

Abweichungen vom Grundsatz der zinskongruenten Finanzierungen sind zur Optimierung der Refinanzierungskosten im Rahmen eines definierten Limits für die offene Zinsposition zulässig. Solche offenen Zinspositionen können sowohl Aktiv-Vorläufe als auch Passiv-

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Vorläufe sein. Ein Aktiv-Vorlauf liegt vor, wenn festverzinsliche Kundenkredite (vorübergehend) variabel verzinslich refinanziert werden. Ein Passiv-Vorlauf liegt vor, wenn Festzins-Refinanzierungen im Vorgriff auf künftiges festverzinsliches Kundenkreditgeschäft kontrahiert werden. Die offene Zinsposition ist jeweils der Nominalbetrag des zu finanzierenden Geschäftsvolumens. Hierüber wird wöchentlich an die Geschäftsleitung berichtet. Zum Bilanzstichtag 30.09.2008 belief sich die offene Zinsposition auf € 6,0 Mio. Für die offene Zinsposition wird der Value-at-Risk für ein Konfidenzniveau von 99% und eine Haltedauer von 10 Tagen ermittelt. Die Entwicklung im Geschäftsjahr 2007/08 ist in der Abbildung 3-11 dargestellt. Die im Januar und Juni/Juli 2008 zu verzeichnenden Anstiege des Value-at-risk sind im Wesentlichen jeweils auf die Vornahme von Zinssicherungen für künftiges Autokreditgeschäft und den damit verbundenen Anstieg der offenen Zinsposition bedingt. Diese Zinssicherungen wurden in der Folge jeweils durch die Finanzierung des auflaufenden Neugeschäfts verbraucht, sodass sich die offene Zinsposition und das Valueat-Risk danach jeweils sukzessive verringert haben. Da die DL Finance kein Einlagengeschäft betreibt, besteht keine Verpflichtung zur Ermittlung der Auswirkungen eines Zinsschocks auf das Anlagenbuch. Gleichwohl hat die DL Finance eine solche Berechnung entsprechend den Vorgaben des BAFin-Rundschreibens 7/2007 (BA) nach dem Ausweichverfahren vorgenommen. Die ermittelte Barwertänderung liegt deutlich unterhalb des vorgegebenen Grenzwertes. 3.5.2

Liquiditätsrisiken

Durch die grundsätzlich laufzeitkongruente Finanzierung besteht das Liquiditätsrisiko der DL Finance im Wesentlichen in der Gefahr, nicht in der Lage zu sein, am Markt ausreichende Mittel aufzunehmen, um das geplante Neugeschäft zu refinanzieren. Um dieses Risiko zu minimieren, wird der zu erwartende Liquiditätsbedarf im Rahmen der Finanzplanung rollierend aus der 3-Jahres-Neugeschäftsplanung abgeleitet. Die DL Finance ist sowohl hinsichtlich der Finanzplanung als auch hinsichtlich der Finanzierung in die Prozesse der DL-Gruppe eingebunden. Insbesondere erfolgt die Finanzierung zu einem großen Teil über Kreditlinien, die von der DL Finance und der Deutschen Sparkassen Leasing AG & Co. KG alternativ genutzt werden können. Bei der Beurteilung des Liquiditätsrisikos der DL Finance ist daher wesentlich auf die Verhältnisse der DL-Gruppe abzustellen sowie deren Einbindung in die Sparkassenorganisation zu berücksichtigen. Die Zahlungsfähigkeit der DL-Gruppe war im Geschäftsjahr 2007/08 zu jeder Zeit gegeben und es bestanden ausreichende Reserven in Form freier Kreditlinien. Die Liquiditätskennzahl der DL Finance (Verhältnis von Zahlungsmitteln zu Zahlungsverpflichtungen im Laufzeitband bis 1 Monat) lag im Geschäftsjahr 2007/08 zwischen 1,3 und 2,1.

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3.6 Angemessenheit der Eigenmittelausstattung Die regulatorischen Kapitalanforderungen aus Adressrisikopositionen werden täglich ermittelt. Der SolvV-Koeffizient zum Stichtag 30.09.2008 beträgt 9,15% (Kernkapitalquote: 7,38%) und liegt damit in dem in der Eigenkapitalstrategie definierten Zielkorridor, d. h. zwischen 9% und 10%. Im Rahmen der Planungen beurteilt die DL Finance auch zukunftsgerichtet die Angemessenheit des verfügbaren Eigenkapitals zur Unterlegung der künftigen Aktivitäten. Mindestens jährlich wird eine Mittelfristplanung für die nächsten drei Jahre erstellt und darauf aufbauend die Eigenkapitalbedarfsplanung vorgenommen. Gemäß Risikostrategie muss der DL Finance zur Abdeckung von unerwarteten Verlusten (≡ Risiko) eine ausreichende Risikodeckungsmasse zur Verfügung stehen, um die Risiken abzudecken, die aus statistischer Sicht in den kommenden 12 Monaten (Geschäftsjahr 2008/09) eintreten können. Die Risikotragfähigkeit dient somit als internes Maß für die Einschätzung, ob die regulatorische Eigenkapitalausstattung zum Reportingstichtag als Risikodeckungsmasse angemessen ist. Sie ist dann gegeben, wenn die Risikodeckungsmasse größer ist als das ermittelte interne Risikokapital, d. h. Internes Risikokapital / Risikodeckungsmasse < 1. Das interne Risikokapital der DL Finance wird als Summe aus den wesentlichen Einzelrisiken (d. h. Adressrisiko, Zinsänderungsrisiko, operationelles Risiko) und einem auf Basis von Stresstests ermittelten Aufschlag für eine mögliche Bonitätsverschlechterung ermittelt. Die Risikotragfähigkeit als zukunftsorientierte Kennzahl ist Bestandteil des Risikoberichtes und somit auch elementarer Bestandteil des Risikomanagementprozesses. Für die Analyse der zugrunde liegenden Adressrisiken (siehe auch Abschnitt 3.2.4) und Zinsänderungsrisiken (siehe auch Abschnitt 3.5.1) werden Value-at-Risk (VaR)-Ansätze verwendet, wohingegen für die Abbildung der operationellen Risiken auf das regulatorische Mindesteigenkapital zurückgegriffen wird. Die DL Finance erreicht zum 30.09.2008 für die Risikotragfähigkeit mit 0,5 einen Wert, der in dem im Rahmen der Risikostrategie angestrebten Bereich liegt.

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OLB  

Offenlegungsbericht DL Finance

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