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Eksoscapes | Eksotecture Seismic Green Infrastructure

Fiorire del Parco

Caroline Sampaio de Oliveira Master Urbanistik Victoria Rusina Master Architektur


Inhaltsverzeichnis

Parco dei Pini Analyse

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Fiorire del Parco Konzept

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Eksostructure Erdbebenkonzept

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Räumliche Eingriffe

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Ă–ffentlicher Raum

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Baubotanisches Konzept

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Balkone Typologien

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Fassaden

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Nutzungsmischung

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Wohngemeinschaften

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Parco dei Pini Analyse Campobasso befindet sich in Molise, in Süditalien. Dieser Region ist von Erdbeben gefärdet und Italien hat gesetzlich gefordert, dass alle existierenden hohen Gebäude mit einer Erdbebenstruktur verstärkt werden sollen. Die Typologie des Gebäudebestands dieses Entwurfs ist eine Großwohnsiedlung mit drei Gebäuden: zwei davon haben 5 Stockwerke und stehen gegenüber einander und das dritte verbindet sie von der nördlichen Seite. Dieser Ort hat mehrere städtebauliche Probleme. Der Innenhof zwischen den Häusern ist teilweise als Parkplatz benutzt und teilweise bleibt er ganz leer und unbenutzt. Im Sommer wird diese riesige Betonfläche überhitzt und die Menschen können die öffentlichen Flächen nicht benutzen. Viele schädliche Faktoren wie Lärm, Luftverschmutzung und Hitze machen den Platz als Erholungsort unattraktiv.

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Im Erdgeschoss befinden sich die Geschäfte und Dienstleistungen und oben sind nur reine Wohneinheiten. Das Gebäudekomplex steht auf einer starken Steigung des Reliefs und berücksichtigt die Gelände. Im Untergeschoss entstehen Tiefgaragen und im Dachgeschoss befinden sich die Lagerräume von den Bewohner. Die Funktionen der Räumen in den Wohnungen beeinflusst die Fassaden. Der Architekt hat die Außenseiten und Innenseiten von den Häusern unterschiedlich gestaltet. Alle Räumen haben eine eigene Fenstertypologien und Fassadenbelag. Sogar die Funktionen der einzelnen Zimmern in den Wohnungen haben eigene Farben auf der Fassade. Farbkonzept und Materialität spielen in dem Bestand eine wichtige Rolle und wurden im Rahmen der Analyse in einem Katalog angeordnet, damit der Eingriff mit Vegetation und Stahl harmonisch gestaltet wird.


Wohnen Geschäfte und Dienstleistungen Einzelappartments Tiefgaragen Lagerräume

Bestandsanalytischer Schnitt

Ansicht der Außenfassade West Fassadenkatalog

Der Fassadenkatalog umfasst drei Kategorien: Flächen, Öffnungen und lineare Elemente. Die Farben sind sehr wichtig zu erhalten. Deswegen hat unser Konzept die Materialität des Bestands berücksichtigt.

Ansicht vom Innenhof und dem flachen Dach

Schattierung und Öffnungen Analyse Ansicht der Nordfassade, mit einer Zugangsrampe

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Bestand AuĂ&#x;enfassade

Bestand Innenfassade

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Horizontale Bewegungen neutralisieren

Umfassende Eksoskelet. Bäume als zusätzliche Pufferzone.

Eksostructure Erdbebenstruktur Die Erdbebenstruktur ist eine Voraussetzung für den Entwurf, weil Molise vor starken Erdbeben betroffen wird. Das Gebäudekomplex hatte schon seismic joints als Anpassung an den nationalen Gesetzen, aber diese wurden verändert. Der Komplex braucht deswegen noch zusätzliche Verstärkung. Eine Stahlkonstruktion fixiert das Gebäude von der Innenseite und bildet einen festen Kern mit dem Treppenhaus. Die seitlichen Fassaden sind auch mit dieser Struktur versteift. Zusätzlich haben die Bäume an der Außenfassade kompakte und feste Wurzeln, die die Erdbebenkräfte dämpfen. Instabile Stellen im Erdgeschoß, die sogennanten Softstory, sind zusätzlich ausgesteift.

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Fiorire del Parco Konzept Die Großwohnsiedlung in Campobasso, wo der Entwurf geplant ist, heißt „Parco dei Pini“. Diese wurde gebaut auf einer ehemaligen Waldfläche von Pinienbäume, die sogennanten „Pini“. In den 90er Jahren wurden alle Bäume abgeholzt, damit die Wohnsiedlung gebaut werden konnte. Somit wurde eine große Fläche mit Beton versiegelt, sowie die Gebäude der Wohnsiedlung, die auch aus Beton gebaut wurden. Das Konzept „Fiorire del Parco“ bedeutet eine neue Blütenzeit für die Wohnsiedlung. Der „Parco dei Pini“ blüht wieder durch den Beton. Das Transformationsprojekt für die Bestandsgebäude hat einen baubotanischen Schwerpunkt. Der große Betonblock wird mit den Sprossen durchgewachsen und die Pflanzen kommen aus verschiedenen Flächen: der Innenhof hat einzelne vertiefte Gärten, Bäume wachsen aus der Erde im Level Tiefgarage, die Innenfassaden bekommen neue grüne Balkone und vertikale Gärten und vor den Außenfassaden wachsen großen und länglichen Bäumen mit einer Höhe von 30m, die die Bestandsfassade vertikal hervorheben.

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Räumliche Eingriffe

Umnutzung 1.und 2. OG

Vertikale Gärten

Vertiefte Gärten Außenfassade Aussichtspunkt Umliegende Flächen Unebenheiten

Eksostructure

Grünes Dach

Kindergarten

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Öffentlicher Raum Die Nutzung im Erdgeschoss wurde erhalten. Der Kindergarten wurde verlagert zu dem zentralen Platz in dem mittleren Gebäude, wo das Dach zu einem grünen Spielplatz geworden ist. Sechs Garageneinheiten und die Lüftungsräume aus der Tiefgarage werden an der Oberfläche geöffnet, damit man

Lageplan 1:500

einen Bodenanschluss erreicht. Bäume können somit bepflanzt werden. Zwei Stufen, die den Platz und die Galerie mit den Geschäften teilen wurden in eine andere Form umgewandelt, die alle Funktionen von dem Erdgeschoss berücksichtigt und auch einen barrierefreien Zugang durch die Rampe bietet.

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Konzeptmodell 1:500 (2 mm Pappe und Gips)

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Baubotanisches Konzept

Baubotanisches Konzept mit Boden- und Gebäudegebundenen Bepflanzungen

Wegen den Tiefgaragen gab es kein Bodenanschluss für Vegetation im Innenhof. Aus diesem Grund wurde das Gebäudegebundenes System an der Innenfassade verwendet. Wo der Bodenanschluss frei war, konnte man höhere Bäumen bepflanzen und ein Bodengebundens System von Kletterfplanzen entwerfen. Damit man mehr durchläßigen Boden im Innenhof erzeugt, wurden einzelne Garageneinheiten an der Oberfläche geöffnet und als Gärten umgenutzt. Das selbe passiert mit Entlüftungsräume der Tiefgaragen. Somit werden Bäume bepflanzt, um die Überhitzung dieser Fläche im Sommer entgegenzuwirken.

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Innenfassade mit den Balkonen. Gebäudegebundene Struktur

AuĂ&#x;enfassade mit Bodengebundener Bepflanzungen.

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Balkone Typologien

kleiner Balkon

kleiner Balkon mit Blumentopf

Innenfassade mit den Balkonen und der Säuenbefestigung der sogenanten Softstory 16

groĂ&#x;er Balkon mit Blumentopf


langer Balkon fĂźr zwei Wohnungen Geminschaftsgarten. Mikroklimaerzeuger.

Fassadendetail mit dem Gemeinschaftsgarten und dem langen Balkon. MaĂ&#x;stab 1:50 17


Fassaden

Ansicht AuĂ&#x;enfassade

Ansicht Innenfassade

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2 Jahre

7 Jahre


14 Jahre

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Nutzungsmischung

Grundrisse mit der Nutzungsdurchmischung und dem begrünten Dach.

Schnitt mit den vertieften Gärten und Bepflanzungen im öffentlichen Raum. 20


Dachaufbau - Klimahülle

Sprinklersystem mit Regenwasser zur Bewässerung

Kletterpflanzen

Zugangstür

Vegetation zur Erzeugung des Mikroklimas

Geruchs-Cloud

Erdbebenprofil

Dämpfer gegen Erdbeben Stahlstütze lackiert

Balkon Stahlprofil

Detail vom Gemeinschaftsgarten und Zugang vom Treppenhaus. Maßstab 1:50 21


Wohngemeinschaften

Im ersten Obergeschoss wurden neue Funktionen integriert, um eine Nutzungsmischung zu erzeugen und der Homogenität der Großwohnsiedlung entgegenzuwirken. Auch private und öffentliche Nutzungen werden bei dem Zugang zu den vertikalen Gemeinschaftsgärten integriert. Diese sind ein Blumenladen, ein Yogastudio, eine Pflegestation und kleine Büros in Verbindung zu den Wohnungen und Wohngemeinschaften. Diese Verbindung ermöglicht, dass das erste Obergeschoss offener wird, mit Blickkontakt in die Grüne. Die Wohngemeinschaften sind für zwei Zielgruppen entworfen: Jungenerwachsene und Senioren. Die Typologie für die erste Zielgruppe ist mit Arbeitsplätzen ausgesttatet. Für die Typologie der zweiten Zielgruppe werden eine großere Küche und ein Wohnzimmer geplant.

Leseraum im 1.OG

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Jungenerwachsene WG

Senioren WG

Senioren und Jungenerwachsene Wohngemeinschaften 23


Modell 1:100 (2 mm Pappe, Meerschaum, Wasserfarben)

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Innenhof im Winter und im Sommer, mit dem grĂźnen Dach rechts.

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Green Technologies in Landscape Architecture Professor Dr.-Ing. Ferdinand Ludwig Dipl.-Ing. Ute Vees Lorenz Boigner M.A. www.gtla.ar.tum.de www.facebook.com/gtlaTUM Zeichnungen aus dem Original bearbeitet. Projekt Parco dei Pini: Architetto E. Natarelli Architetto D. Lagonigro

Fiorire del Parco  

Authors: Caroline Oliveira Victoria Rusina Technical University of Munich Chair for Green Infrastrcture in Landscape Architecture Prof. Lud...

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