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„Die Qualität institutioneller Pädagogik wird in entscheidendem Maße von den Kompetenzen des erzieherischen Personals bestimmt.“ (Carla Rinaldi, in: Annette Dreier, Was tut der Wind, wenn er nicht weht?, 2006)

Lifelong Learning

FORMAflex: ein sinnvoller Start!

In den Vorgängerprojekten wurde beobachtet, dass die Motivation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, an weiterführenden Ausbildungen teilzunehmen, durch die Ausbildung in Gang gesetzt wird. Einerseits die Erkenntnis, dass die Arbeitsbedingungen in Sachen Gehalt und Wochenarbeitszeit oft nicht den Erwartungen entsprechen, aber auch der Wunsch, sich fachlich weiter zu qualifizieren, treiben diese Personen an.

Seit 2001 hat Caritas mehr als 160 Personen eine Basisausbildung ermöglicht. Viele von ihnen arbeiten heute als „Hilfserzieherinnen“ und „Hilfserzieher“ in Maison Relais oder anderen Bildungseinrichtungen. Seitens der Arbeitspolitik werden diese Zahlen positiv aufgenommen, seitens einiger Träger von Kindertageseinrichtungen und auch von Fachverbänden wird diese Entwicklung eher mit Skepsis betrachtet. Und in der Tat: Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass qualifizierte Fachkräfte die pädagogische Qualität in Bildungseinrichtungen erhöhen. Aber bedeutet das konsequenterweise auch, dass die FORMAflex-Ausbildung keine Existensberechtigung hat?

Mögliche Anschlussausbildungen sind: • Aide Socio-Familiale Ausbildung (2-jährige berufsbegleitende Ausbildung in den Bereichen Kindheit und Familie, alte Menschen oder Menschen mit Behinderung), • Erzieher-Ausbildung im Ausland (zum Beispiel in Belgien, homologiertes Diplom, Zugang kann auch durch Lebenserfahrung/ Eignung gewährt werden), • DAP Auxiliaire de Vie (Berufsausbildung in Luxemburg, auch als Erwachsenenausbildung möglich), • Erzieher-Diplom oder DAP Auxiliaire de Vie über Anerkennung von Lebenserfahrung (VAE) in Luxemburg. Mehr als die Hälfte der Befragten haben nach der FORMAflex-Ausbildung an einer weiterführenden Ausbildung teilgenommen. Die Forderung, dass die 120-stündige Basisausbildung, wie sie Caritas und auch andere Träger in Luxemburg anbieten, nur eine erste Stufe der Qualifizierung ist, ist also nicht nur eine Forderung der Experten sondern auch ein konkreter Bedarf von Seiten der Auszubildenden.

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Nein, denn die Evaluationsergebnisse zeigen: FORMAflex bietet ein nützliches Startkapital. Was kommt danach? Wichtige Variablen für das lebenslange Lernen und das Erreichen einer anerkannten Qualifizierung sind das Potential, die Vorerfahrung und vor Allem die Motivation der Betroffenen sowie die Unterstützung des Arbeitgebers, an weiterführenden berufsbegleitenden Ausbildungen teil zu nehmen. Dies scheint der entscheidende Punkt für eine erfolgreiche Integration von Berufsrückkehrenden und Quereinsteigenden in den Bereich der Kinderbetreuung zu sein. Darüber hinaus zeigen die Erfahrungen aus QUALIflex und FORMAflex, dass eine Lernbegleitung (Coaching) für den Theorieunterricht und eine systematische Begleitung inkl. kritischem Feedback in der Praxis maßgeblich zum Erfolg der Ausbildung beitragen. Als Einstieg hat FORMAflex sich bewährt – als Basisausbildung allein aber reicht die Ausbildung nicht aus. Vor allem dann nicht, wenn die so genannten „Hilfserzieherinnen“ und „Hilfserzieher“ in verschiedenen pädagogischen Situationen tätig, also flexibel einsetzbar sein sollen, wie es bei Erzieherinnen und Erziehern der Fall ist.

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FORMAflex: Niedrigqualifizierte in Bildungsstrukturen?  

rapport Caritas

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