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QUALITÄTSSTANDARDS FÜR VERANTWORTUNGSVOLLE BILDUNGSKOMMUNIKATION von capito – Agentur für Bildungskommunikation GmbH in Zusammenarbeit mit dem Institute Corporate Responsibility Management (ICRM) der Steinbeis Hochschule Berlin (SHB)


Das Projekt „Themen- und instrumentenspezifische Implementierungsprozesse für eine verantwortungsvolle Qualitätssicherung im Bildungsbereich“ entstand in Zusammenarbeit des Institute Corporate Responsibility Management (ICRM) der Steinbeis Hochschule Berlin (SHB) mit capito – Agentur für Bildungskommunikation GmbH.


STAND NOVEMBER 2013


FÜR VERANTWORTUNGSVOLLE

BILDUNGSKOMMUNIKATION


von capito – Agentur fßr Bildungskommunikation GmbH in Zusammenarbeit mit dem Institute Corporate Responsibility Management (ICRM) der Steinbeis Hochschule Berlin (SHB)


INHALTSVERZEICHNIS


VORWORT 1. PARTNER | SEITE 10 2. UNSER SELBSTVERSTÄNDNIS | SEITE 12 3. INTERNES QUALITÄTSMANAGEMENT | SEITE 16 4. VON DER PRAXIS ZUR WISSENSCHAFT | SEITE 20 5. DIE KRITERIEN | SEITE 24 6. VON DER WISSENSCHAFT ZUR PRAXIS | SEITE 30

ANHANG: DIE SCORECARD


VORWORT

VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN


Rettet die Wirtschaft ein marodes Bildungssystem oder betreibt sie Lobbyismus in der Kindertagesbetreuung und in der Schule? In den letzten Jahren verstärkten sich die Diskussionen und die Kritik an Unternehmen und Organisationen, die Projekte im Bildungsbereich durchführen.

WENN UNTERNEHMEN UND ORGANISATIONEN SICH IM BILDUNGSBEREICH ENGAGIEREN UND DAMIT AUCH GESELLSCHAFTLICHE VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN, BIETET DAS ZUNÄCHST EINMAL CHANCEN. SO KANN Z. B. EIN DRINGENDER BEDARF AN AKTUELLEN, MOTIVIERENDEN UNTERRICHTSPROJEKTEN GEDECKT WERDEN. Kritisiert wird das Engagement dann, wenn Unternehmen und Institutionen Bildungsprojekte nutzen, um in der Kindertagesbetreuung und in

Schulen Werbung und Marketingmaßnahmen durchzuführen oder wenn sie Kinder und Jugendliche durch eine einseitige, unausgewogene oder falsche Darstellung (werblich oder politisch) beeinflussen möchten. Fest steht, dass es keine übergeordnete Kontrollinstanz für Bildungsmaterialien von externen Anbietern gibt, wie sie für Schulbücher oder etwa für den Bereich der Verbraucherbildung existiert, wo der Materialkompass der Verbraucherzentrale Bundesverband diese Aufgabe übernimmt. Wir möchten daher proaktiv mit der Kritik umgehen und Transparenz in unsere Herangehensweise und Arbeit bringen.


Denn wir sind davon überzeugt: Bildungskommunikation ist ein Weg, von dem Bildung und Wirtschaft gleichermaßen profitieren können – ohne dafür in die Kritik zu geraten, wenn sie richtig umgesetzt wird. Seit fünf Jahren führen wir Bildungsprojekte für Ministerien, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen durch. Dabei stand schon immer der Mehrwert für die Bildung im Vordergrund. Damit uns das gelingt, haben wir seit Gründung der Agentur eine unabhängige Kontrollinstanz in Form eines Pädagogischen Beirats.

ZUDEM HABEN WIR UNS INTERN EINE SELBSTVERPFLICHTUNG GEGEBEN – UNSERE „10 GOLDENEN REGELN FÜR ERFOLGREICHE BILDUNGSKOMMUNIKATION“, ALSO QUALITÄTSKRITERIEN ZUR UMSETZUNG VON BILDUNGSPROJEKTEN. ZU DEN WICHTIGSTEN GEHÖREN: KEINE WERBEBOTSCHAFTEN, KEINE EINSEITIGEN, SONDERN AUSGEWOGENE INHALTE SOWIE PÄDAGOGISCHE QUALITÄT. Mit der Einhaltung dieser Kriterien können wir dafür sorgen, dass die Projekte in der Kindertagesbetreuung und in Schulen umgesetzt werden und nicht direkt im Papierkorb landen bzw. öffentlich kritisiert werden. Vor dem Hintergrund der kritischen Berichterstattung und einer (noch) fehlenden übergeordneten Kontrollinstanz fassten wir Ende 2012 den Plan,


VORWOR T

unsere Qualitätskriterien weiterzuentwickeln, wissenschaftlich prüfen zu lassen, sie zu institutionalisieren und damit auch unsere eigene gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen: Wir entwickelten unsere Kriterien gemeinsam mit der Steinbeis Hochschule Berlin in einem Corporate-Social-Responsibility-Projekt weiter. In diesem Projekt haben wir uns an unserer Praxis, an Gesprächen mit dem Pädagogischen Beirat von capito und auch an externen Qualitätskriterien, wie z. B. dem Materialkompass der Verbraucherzentrale Bundesverband, dem Beutelsbacher Konsens, dem Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung in der Schule sowie den Schulgesetzen und -verordnungen der Länder orientiert. Nun wollen wir das Ergebnis – eine Scorecard zur Bewertung von Bildungsprojekten – veröffentlichen, erproben und weiterentwickeln. Uns ist dabei klar: Dies ist kein Projekt, das abgeschlossen ist, sondern ein Projekt mit Prozesscharakter. Genau wie sich das Bildungssystem, die Rahmenbedingungen (wie z. B. die mögliche Einführung einer übergeordneten Kontrollinstanz) und die Inhalte bzw. Kompetenzen weiterentwickeln werden, muss auch die Scorecard flexibel und erweiterbar sein. Daher freuen wir uns über Feedback! Letztlich hoffen wir, mit unseren internen Qualitätskriterien einen Beitrag zu einer verantwortungsvollen Bildungskommunikation und damit zur Bildung insgesamt zu leisten sowie zur Nachahmung anzuregen.

Ihr capito-Team


PARTNER

WER WAR AM

BETEILIGT? 10


K APITEL 1

CAPITO – AGENTUR FÜR BILDUNGSKOMMUNIKATION

PÄDAGOGISCHER BEIRAT

capito – Agentur für Bildungskommunikation

Der Pädagogische Beirat begleitet und berät capito

GmbH wurde 2008 als Tochteragentur von cobra

seit 2008. Er besteht aus Pädagogen und Erziehern

youth communications GmbH unter dem Motto

unterschiedlicher Schulformen und vorschuli-

„Wissen vermitteln, Kinder und Jugendliche be-

scher Einrichtungen. Seine Mission: „Wir sorgen

geistern“ gegründet.

für eine qualitativ hochwertige, pädagogisch sinn-

Unter Mitwirkung eines Pädagogischen Beirats

volle und zielgruppengerechte Umsetzung der

entwickelt capito kostenfreie Bildungsmaterialien,

Schulprojekte sowie für einen überlegten Einsatz

Wettbewerbe und Schulaktionen für den kompe-

finanzieller Ressourcen.

tenz- und handlungsorientierten Unterricht sowie

Die Konzeption von Schulprojekten wird aus un-

für den außerschulischen Bildungsbereich.

serer praktischen Erfahrung heraus fachlich und kritisch begleitet. Dabei steht der Bildungs- und Erziehungsauftrag im Vordergrund. Wir greifen

INSTITUTE CORPORATE RESPONSIBILITY

aktuelle gesellschaftliche Diskussionen auf und

MANAGEMENT

fördern aktiv die Umsetzung entsprechender Initiativen mit projektbezogenen Vorschlägen aus un-

Das Institute Corporate Responsibility Management (ICRM) wurde 2008 an der Steinbeis Hochschule Berlin (SHB) gegründet. Die Gründung erfolgte als Antwort auf die wachsende Nachfrage nach einer konsistenten und systematischen Ausbildung von Führungskräften und dazugehöriger Forschung in den Bereichen Corporate Responsibility Management, Corporate Ethics Management und Corporate Sustainability Management. Das Lehr- und Forschungsangebot unterstreicht die Bedeutung von unternehmerischer Verantwortung in der heutigen Wirtschaftsordnung. Das ICRM wird im Rahmen des Programms „CSR – Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“ durch den Europäischen Sozialfonds und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.

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serem Schulalltag.”


UNSER SELBSTVERSTÄNDNIS

FÜR ALLE!

12


EXKURS

K APITEL 2

capito wurde 2008 als Tochter der Werbeagentur cobra youth communications gegründet und hat sich auf Bildungskommunikation spezialisiert.

WERBEVERBOT IN BILDUNGSINSTITUTIONEN

Nachdem das Team vorab ein knappes Jahr lang als Abteilung tätig war, wur-

Schulen:

de uns klar, dass es eine klare Trennung zwischen klassischer Werbung und

Werbung an Schulen ist in Berlin, Sachsen-Anhalt

Bildungskommunikation geben muss.

und Bremen erlaubt, sie ist gänzlich verboten in Thüringen, Brandenburg und Baden-Württemberg

DENN UNTER BILDUNGSKOMMUNIKATION VERSTEHEN WIR, BILDUNGSRELEVANTE THEMEN UND AKTIONEN IN DER KINDERTAGESBETREUUNG, IN SCHULEN UND IM AUSSERSCHULISCHEN BILDUNGS-

und unter bestimmten Umständen zugelassen in den anderen Ländern; z. B. ist Werbung erlaubt, wenn die Projekte eindeutig dem Bildungsauftrag der Schule zuzurechnen sind. Kindertagesbetreuung: In Einrichtungen der Kindertagesbetreuung beste-

BEREICH UMZUSETZEN.

hen keine Verbote oder Einschränkungen.

Die bildungsrelevanten Themen werden über Pädagogen im Unterricht bzw.

SCHUL- ODER BILDUNGSSPONSORING

in Lernkreisen intensiv und langfristig vermittelt. Bildungskommunikation

Unternehmen spenden Geld- oder Sachmittel (z. B.

bietet daher einen besonders nachhaltigen Kontakt zu Kindern und Jugendli-

Computerausstattung) o. ä. (z. B. auch Praktika) –

chen, birgt damit jedoch auch eine besondere Verantwortung.

ohne Gegenleistung.

Bei der Umsetzung unserer Projekte ist uns wichtig, allen Anspruchsgruppen

SCHUL- ODER BILDUNGSMARKETING:

und deren Bedürfnissen gerecht zu werden bzw. sie gegeneinander abzuwä-

Werbung an Schulen durch Poster, Postkarten, An-

gen. Zu den Anspruchsgruppen gehören Pädagogen, Kinder und Jugendliche,

zeigen in Collegeblöcken und Timern o. ä.

Eltern, die Öffentlichkeit und natürlich auch Unternehmen und Organisationen, die solche Projekte ermöglichen.

BILDUNGSKOMMUNIKATION Bildungsrelevante Themen werden über Pädagogen und Erzieher an Schulen und in der Kindertagesbetreuung vermittelt.

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DAS WICHTIGSTE ZIEL IST, EINEN ECHTEN MEHRWERT FÜR DEN BILDUNGSBEREICH ZU GENERIEREN – UNABHÄNGIG DAVON, OB WIR DAS PROJEKT FÜR EIN WIRTSCHAFTSUNTERNEHMEN, EINE NICHTREGIERUNGSORGANISATION ODER EINE ANDERE INSTITUTION DURCHFÜHREN.

UND WAS HABEN DIE AUFTRAGGEBER VON IHREM ENGAGEMENT? Dass Unternehmen und Organisationen eine Anerkennung für ihr gesellschaftliches Engagement durch Nennung und Positionierung erlangen möchten, ist aus unserer Sicht ein legitimes und vertretbares Ziel, solange es sich hierbei ausschließlich um Imagewerbung handelt. Das haben Kultusministerien in Gesetzen und Verordnungen bezüglich Werbung und Sponsoring an Schulen ähnlich festgehalten. Wir unterscheiden ganz klar in Materialien für Pädagogen und für Schüler. In Materialien, die sich nur an Pädagogen und Eltern richten, sind Hinweise auf themenbezogene Unternehmensleistungen u. U. möglich, da wir bei Erwachsenen von einer Medien- und Werbekompetenz ausgehen. Für Materialien, die Kinder und Jugendliche direkt in die Hand bekommen, haben wir uns hingegen für strengere Richtlinien entschieden, d. h. hier soll es solche Hinweise nicht geben.

WIR TEILEN HIER ALSO DIE VERANTWORTUNG MIT PÄDAGOGEN UND ELTERN, DIE DARÜBER ENTSCHEIDEN KÖNNEN, WELCHE INFORMATIONEN SIE DEN IHNEN ANVERTRAUTEN KINDERN UND JUGENDLICHEN WEITERVERMITTELN MÖCHTEN.

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EXKURS

K APITEL 2

LANDESVERORDNUNGEN ZUM THEMA WERBUNG UND SPONSORING AN SCHULEN Der Leitfaden des Schulministeriums NRW für Schulen, Schulträger und Unternehmen Schulsponsoring heute bringt die vorherrschende Ansicht auf den Punkt: „Im Unterschied zur Imagewerbung ist Produktwerbung somit nach wie vor grundsätzlich untersagt.“ In der Schulordnung für die Gymnasien in Bayern (GSO) und der hessischen Dienstordnung für Lehrkräfte, Schulleiterinnen und Schulleiter und sozialpädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heißt es gleichlautend, dass „eine über die Nennung der zuwendenden Person oder Einrichtung, der Art und des Umfangs der Zuwendung hinausgehende Produktwerbung“ unzulässig ist. Ähnlich ist es in der Hamburger Richtlinie zu Werbung, Sponsoring und sonstigen wirtschaftlichen Aktivitäten in staatlichen Schulen geregelt. Auch in Mecklenburg-Vorpommern soll im Rahmen von Sponsoring „Produktwerbung vermieden werden“, wobei die Schulen als Gegenleistung zur Unterstützung des Sponsors „bei seiner Öffentlichkeitsarbeit oder Marktkommunikation, indem in bestimmter Weise auf diese Leistung des Sponsors hingewiesen oder diese hervorgehoben wird“, aufgefordert werden (Verwaltungsvorschrift Empfehlungen zur Werbung, Erhebung von Geldspenden, wirtschaftlichen Betätigung und zu Sammlungen an öffentlichen Schulen).

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INTERNES QUALITÄTSMANAGEMENT

ES BEGANN MIT

GOLDENEN REGELN 16


K APITEL 3

Aus unserer täglichen Arbeit und unserem Verständnis von Bildungskommunikation entstanden zu Beginn Qualitätskriterien für Bildungsprojekte: Wir identifizierten wichtige Aspekte und fassten sie als „10 Goldene Regeln nachhaltiger und verantwortungsvoller Bildungskommunikation“ zusammen. Diese Kriterien sollen bei der Planung und Umsetzung von Bildungsprojekten beachtet werden, um Pädagogen sowie Kindern und Jugendlichen in der Kindertagesbetreuung und in der Schule für ihre alltägliche Arbeit einen echten Mehrwert zu bieten. Die „10 Goldenen Regeln“ werden seither als Selbstverpflichtung intern bei capito eingehalten.

UNSERE „10 GOLDENEN REGELN“ SPIEGELN DIE BEDÜRFNISSE VERSCHIEDENER ANSPRUCHSGRUPPEN WIDER: Z. B. DEN DRINGENDEN BEDARF VON SCHULEN AN AKTUELLEN, MOTIVIERENDEN UNTERRICHTSMATERIALIEN, DIE FORDERUNG DER PÄDAGOGEN NACH TRANSPARENZ, DEN WUNSCH DER INSTITUTIONEN UND UNTERNEHMEN NACH GESELLSCHAFTLICHER ANERKENNUNG IHRES ENGAGEMENTS SOWIE GLEICHZEITIG DEN NOTWENDIGEN SCHUTZ DER KINDER UND JUGENDLICHEN VOR WERBLICHER BEEINFLUSSUNG.

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UNSERE URSPRÜNGLICHEN „10 GOLDENEN REGELN“ 1. KEINE WERBEBOTSCHAFTEN » Der Verzicht auf offensichtliche bzw. versteckte Marken- oder Produktwerbung soll Manipulationen ausschließen. 2. KLARE KOMMUNIKATION DES ABSENDERS » Durch die Nennung des Auftraggebers können Pädagogen das Projekt besser einschätzen. 3. SORGSAME THEMENWAHL » Passt das Thema glaubwürdig zum Absender? Dabei muss es nicht zwingend die Kernkompetenz des Auftraggebers sein, aber es darf auch nicht im Widerspruch oder kontradiktorisch zum Unternehmensziel bzw. -produkt stehen. Ein Hersteller ungesunder Lebensmittel sollte sich z. B. nicht zum Thema „Gesunde Ernährung“ positionieren. 4. KEINESFALLS EINSEITIG WERDEN, SONDERN DAS THEMA AUSGEWOGEN BEHANDELN » Wenn Meinungen widergespiegelt werden, müssen auch Gegenmeinungen gleichberechtigt dargestellt werden, damit sich Pädagogen und Schüler selbst eine Meinung bilden können. 5. LIEBER EXPERTEN RANLASSEN »  Wenn der Auftraggeber kein Know-how hat, müssen Experten hinzugezogen werden. Ein spezialisiertes Unternehmen bzw. eine NRO kann selbst Experte für das ausgesuchte Thema sein (ohne dabei aber einseitig zu informieren!). Ein Unternehmen hingegen, das bzw. auf Finanzdienstleistungen ausgerichtet ist und etwas zum Thema Umweltschutz machen möchte, sollte einen Fachpartner einbinden. Und selbst wenn das Unternehmen relevantes Know-how hat, muss die Fachsprache zielgruppengerecht „übersetzt“ werden – sowohl für die beiden Zielgruppen Pädagogen als auch Kinder und Jugendliche. 6. FÜR PÄDAGOGEN RELEVANTE INHALTE FOKUSSIEREN » Das gewählte Thema sollte einen konkreten Bezug zu den Bildungs- und Lehrplänen haben.

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K APITEL 3

7. AKTUALITÄT BIETEN » Schulbücher, die nicht in dem Maß aktuell sein können, sollten sinnvoll ergänzt werden, z. B. indem auf aktuelle Themen schnell reagiert wird (Finanzkrise, Fußball-WM, Energiewende), da oft (noch) kein oder unzureichendes Knowhow bei den Pädagogen vorliegt. 8. MATERIALIEN PRAKTIKABEL UND PRAXISORIENTIERT ANLEGEN » Der Alltag in der Kindertagesbetreuung bzw. in der Schule sollte berücksichtigt werden (z. B. technische Ausrüstung, Zeitplanungen/Ferien, zeitlich flexible Aufbereitung etc.). » Hilfreich ist, Wissen über Fachleute zu vermitteln und den Unterricht handlungsorientiert zu gestalten, Schüler in Aktion zu bringen (selber erfahren lassen) und sich an Alltagsfragen der Kinder und Jugendlichen zu orientieren. 9. PÄDAGOGISCHE QUALITÄT SICHERN »

Durch Austausch mit Pädagogen können didaktische und methodische Herangehensweisen abgesichert und neue pädagogische Herausforderungen, wie z. B. Binnendifferenzierung und Multimedialität, eingebunden werden.

10. KINDER UND JUGENDLICHE BEGEISTERN » Mit einer zielgruppengerechten Gestaltung, durch die Einbindung von Identifikationsfiguren und unter der Berücksichtigung zielgruppenspezifischer Medienwelten (Crossmedialität) sowie Interaktivität können Kinder und Jugendliche für die Themen begeistert werden.

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VON DER PRAXIS ZUR WISSENSCHAFT

ENTWICKLUNG DER

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K APITEL 4

Text von Johannes Feldmann, Steinbeis ICRM

AUSGANGSLAGE Als durch den Europäischen Sozialfonds und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderter Projektträger innerhalb des Programms „CSR-Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“ berät das Institute Corporate Responsibility Management derzeit 18 mittelständische Unternehmen in der Entwicklung und Implementierung von CSR-Maßnahmen. Auch capito – Agentur für Bildungskommunikation äußerte Ende 2012 Interesse an einer Teilnahme und der Umsetzung eines gemeinsamen Projektes. Schnell wurde klar, dass Bildungskommunikation für das ICRM ein außerordentlich spannender Bereich für eine Zusammenarbeit sein würde.

DAS SPANNUNGSVERHÄLTNIS ZWISCHEN POTENZIELLEM MEHRWERT FÜR DIE GESELLSCHAFT UND DER PROBLEMATIK VON WERBUNG AN SCHULEN STELLTE EIN INTERESSANTES UND HERAUSFORDERNDES GEBIET FÜR DIE IMPLEMENTIERUNG EINES GEMEINSAMEN CSR-PROJEKTS DAR. Darüber hinaus lag der Reiz einer Zusammenarbeit in der Möglichkeit, neue Standards für eine junge Branche zu setzen und durch die Projekte von capito eine möglichst große Multiplikatorenwirkung zu entfalten.

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capito verfügte zu diesem Zeitpunkt bereits über selbst erstellte Regeln, die für die eigenen Projekte wegweisend waren. Es gab demzufolge ein Gerüst, auf dem aufgebaut werden konnte, sowie die erkennbare Motivation, der eigenen Geschäftstätigkeit sinnvolle Grenzen zu setzen. Diese Kombination bildete für das ICRM die bestmögliche Grundlage für eine Zusammenarbeit. Das ICRM begleitete capito während der gesamten Projektdauer. Zunächst wurden umfangreiche Schulungen im Bereich CSR durchgeführt, um für die Bedeutung von Unternehmensethik und die eigene Produktverantwortung zu sensibilisieren. Die Schulungen konzentrierten sich auf verschiedene Kernbereiche des Unternehmens wie z. B. Kommunikation, Marketing, Strategie oder Personal und schafften bei allen Projektbeteiligten ein gemeinsames Verständnis von CSR. Im weiteren Verlauf des Projekts wurden die „10 Goldenen Regeln“ dann gemeinsam überarbeitet und in ein Tool zur Überprüfung der eigenen Projekte überführt. In wöchentlichen Statusmeetings wurde ein reibungsloser Austausch und gegenseitiger Input zwischen den Projektbeteiligten sichergestellt, sodass das Tool immer weiter verfeinert und praxistauglich gemacht werden konnte.

DAS RESULTAT: EINE SCORECARD ZUR BEWERTUNG VON BILDUNGSPROJEKTEN.

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K APITEL 4

WARUM EINE SCORECARD? Eine Scorecard ist ein kennzahlenbasiertes Instrument, bei dem innerhalb verschiedener Kriterien eine vorher definierte Punktzahl erreicht werden kann. Eine Scorecard dient dazu, verschiedene Aktivitäten mess- und steuerbar zu machen. Im Unternehmensumfeld können durch eine Scorecard klare Vorgaben erstellt werden, die anschließend erfüllt werden müssen. Darüber hinaus kann erfasst und dokumentiert werden, in welchen Bereichen Verbesserungspotenziale bestehen.

FÜR CAPITO WIRD DIE SCORECARD EIN ZENTRALES INSTRUMENT, UM DIE QUALITÄT DER EIGENEN PROJEKTE SICHERZUSTELLEN. Die capito-Scorecard soll aber nicht nur als Instrument genutzt werden, um die interne Qualitätskontrolle zu stärken, sondern vielmehr dazu dienen, den Entstehungsprozess von capito-Projekten sicht- und greifbar zu machen. Mit diesem Werkzeug möchte sich capito der besonderen Verantwortung stellen, die aus der täglichen Arbeit für die Bildung von Kindern und Jugendlichen entsteht. Mit der Scorecard können alle Projekte mit denselben Kriterien und Qualitätsstandards gemessen werden – ob Unternehmen oder Institution, ob das Thema MINT (MINT-Fächer: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) oder Kreativität. So unterschiedlich die Themen und Absender auch sind, so klar ist das Ergebnis der Scorecard.

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DIE KRITERIEN

AUF DIE

ES

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K APITEL 5

Die „10 Goldenen Regeln“, die als Basis für die Scorecard dienten, wurden auf Überprüfbarkeit getestet mit bestehenden Kriterienkatalogen aus dem Bildungsbereich abgeglichen, ergänzt und spezifiziert und über unseren Pädagogischen Beirat geprüft. Schließlich erfolgte ein Praxistest anhand bestehender Bildungsprojekte. Die Scorecard wird der Öffentlichkeit unter www.capito.de/verantwortung als klickbares Tool zur Verfügung gestellt, sodass auch externe Projekte praktikabel und eigenständig anhand unserer Kriterien geprüft werden können.

VORÜBERLEGUNGEN Um Projekte anhand der vorliegenden Scorecard zu bewerten, ist vorab Folgendes zu beachten: AUSWAHL DER PROJEKTE Bildungsprojekte können aus verschiedenen Modulen bestehen, wie z. B. klassischem Unterrichtsmaterial, einem Wettbewerb, einer Website und begleitenden Events, wie etwa einer Preisverleihung. Mit der Scorecard sollen diejenigen Projektbestandteile bewertet werden, die direkt in die Lerngruppen der Bildungsinstitutionen hineingetragen werden. Das werden in erster Linie Lehr- und Lernmaterialien sein – ob on- oder offline. Aus diesem Grund wird im Folgenden oft von „Materialien“ die Rede sein. Damit schließen wir jedoch andere Projekte, wie z. B. Schulbesuche, nicht aus. In dem Fall müssen die Kriterien dann analog angewendet werden (z. B. Produktplatzierung auf dem T-Shirt eines Referenten, pädagogische Qualität des Vortrags etc.). UNTERSCHEIDUNG IN PROJEKTE FÜR DIE KINDERTAGESBETREUUNG BZW. FÜR DIE SCHULE Im Vorschulbereich gibt es andere pädagogische Anforderungen als in der Schule. Und da die pädagogische Qualität ein wichtiger Schwerpunkt in der Prüfung ist, haben wir Scorecards für Projekte im Bereich der Kindertagesbetreuung (Scorecard „Kita“) bzw. in der Schule (Scorecard „Schule“) angelegt.

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UNTERSCHEIDUNG IN MATERIAL FÜR PÄDAGOGEN UND MATERIAL FÜR KINDER/JUGENDLICHE Beim Thema „Werbebotschaft“ unterscheiden wir ganz klar nach Materialien für Lehrer und Kinder/Jugendliche. Materialien für Pädagogen oder Eltern dürfen z. B. Hinweise auf eine Fernsehserie beinhalten oder auf andere Aktivitäten des Unternehmens hinweisen. In Arbeitsblättern, die Kinder und Jugendliche erhalten, dürfen solche Hinweise nicht enthalten sein. Hier greift das Prinzip der geteilten Verantwortung: capito sorgt dafür, dass Kinder und Jugendliche die Informationen nicht direkt über das Projekt erhalten, sondern teilt die Verantwortung mit Pädagogen und Eltern, die darüber entscheiden können, welche Information sie weitergeben und welche nicht.

DIE KRITERIEN IM DETAIL Bei der Zusammenstellung der Kriterien wurden formale, inhaltliche und umsetzungsrelevante Aspekte beachtet. 1. VERANTWORTUNGSVOLLE ABSENDERKOMMUNIKATION Pädagogen sollten wissen, wer das Bildungsprojekt in Auftrag gegeben hat. Nur so kann sichergestellt werden, dass sie sich kritisch mit dem Material auseinandersetzen und entscheiden können, ob das Material für ihre Unterrichtszwecke geeignet ist. Eine Nennung auf dem Titel, im Impressum und eine Erklärung im Vorwort stellen hierbei das beste Maß an Transparenz dar. 2. WERBEBOTSCHAFT Im Material, das sich direkt an Kinder und Jugendliche richtet, muss auf Kaufaufrufe (gesetzliches Verbot festgehalten in JMStV, § 6) und Schleichwerbung verzichtet werden. Auch die legale Produktplatzierung ist kritisch zu betrachten, da Kinder und Jugendliche häufig noch nicht in der Lage sind, die Absicht hinter dieser Werbeform zu verstehen und sich kritisch damit auseinanderzusetzen. Eine Identifikationsfigur, die für das Unternehmen steht und durch das Material führt, halten wir für vertretbar, solange keine direkte Verbindung zu bestimmten Angeboten gezogen wird. Wir sind uns bewusst, dass bei diesem kritischen Thema die Einschätzungen auseinandergehen können – da wir uns aber auch immer

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K APITEL 5

zuerst an Multiplikatoren und nicht direkt an Kinder und Jugendliche wenden, ist hier eine zweite Kontroll- und Entscheidungsinstanz zwischengeschaltet. Das beste Ergebnis ist in jedem Fall erreicht, wenn auf alles verzichtet wird. 3. GLAUBWÜRDIGKEIT UND BEKENNTNIS ZUM THEMA

Das bildungsrelevante Thema sollte zum Auftraggeber passen. Die höchste Glaubwürdigkeit ist für uns dann gegeben, wenn sich Auftraggeber langjährig im Bereich Bildung engagieren und gleichzeitig eine Kernkompetenz im behandelten Thema aufweisen. Auch die Einbindung von Partnern für das zu vermittelnde Themengebiet oder eine entsprechende CSR-Strategie können Kriterien sein, die sich positiv auf die Glaubwürdigkeit auswirken.

4. RELEVANZ Projekte sind dann für Pädagogen relevant, wenn sie sich auf Bildungs  und Lehrpläne beziehen. Ein solcher Bezug sollte also immer vorhanden sein. Zusätzlich kann die Relevanz durch Bezüge zu aktuellen Anlässen gesteigert werden, z. B. zu einem geschichtlichen Jahrestag, zu aktuellem Zeitgeschehen wie Wahlen oder Sportereignissen oder auch zu Studien, z. B. über das Wirtschaftswissen von Schülern. 5. AUSGEWOGENHEIT Objektivität ist wichtig, um eine einseitige Beeinflussung von Kindern und Jugendlichen zu vermeiden. Daher sollten die Inhalte ausgewogen sein, d. h. es sollten verschiedene Meinungen zum Thema zur Geltung kommen. Bei unumstrittenen Sachverhalten (z. B. naturwissenschaftlichen Beobachtungen) sollten diese so objektiv und nachvollziehbar wie möglich dargestellt werden. 6. LÜCKEN SCHLIESSEN

Bildungsprojekte können gezielt dort ansetzen, wo Bedarf entsteht: Sie können aktuelle Zahlen liefern, aktuelle Themen aufnehmen, neue Methoden einsetzen, neue Medien und Möglichkeiten (z. B. außerschulische Lernorte) bieten sowie auf aktuelle Anforderungen im Bildungsbereich reagieren (z. B. kompetenzorientierte Rahmenlehrpläne). Damit schließen sie bestehende Lücken und decken den Bedarf an aktuellen Materialien ab.

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7. ANREGUNG ZUR EINBEZIEHUNG WEITERER ANSPRUCHSGRUPPEN (GESAMTGESELLSCHAFTLICHE WIRKUNG) Die Einbeziehung von weiteren Anspruchsgruppen über Kinder und Jugendliche hinaus soll eine positive gesamtgesellschaftliche Wirkung begünstigen. Außerdem bedeutet dies auch einen Mehrwert für sie selbst: Durch die Einbeziehung verschiedener Anspruchsgruppen (Medien, Eltern, Politik etc.) können sie von der Lebenserfahrung anderer Personen profitieren, einen Perspektivwechsel erfahren und gleichzeitig ihre Sozialkompetenz stärken. 8. PÄDAGOGISCHE QUALITÄT Die pädagogische Qualität muss durchgängig gewährleistet sein, damit die Pädagogen sowie die Kinder und Jugendlichen von Bildungsprojekten profitieren. Die pädagogische Qualität kann sich in einer Vielzahl von Unterkriterien widerspiegeln, die nicht gegeneinander abgewogen werden können. Die Unterkriterien für pädagogische Qualität wurden durch eine Befragung des Pädagogischen Beirats erstellt. Je mehr von diesen Unterkriterien erfüllt werden, desto positiver ist die Bewertung des Materials in diesem Punkt. Da die Anforderungen in der Kindertagesbetreuung bzw. in der Schule unterschiedlich sind, weichen an dieser Stelle die Inhalte der Scorecard „Kita“ von denen der Scorecard „Schule“ ab. 9. EINBINDUNG VON PÄDAGOGEN ZUR SICHERSTELLUNG DER PRAXISEIGNUNG Die Multiplikatoren sollten bei der Entstehung von Bildungsprojekten frühzeitig involviert werden. Diese Experten ermöglichen, eine fachgerechte Umsetzung und Gestaltung der Materialien. Je aktiver Pädagogen einbezogen werden, desto besser wird ein Material unter diesem Kriterium bewertet. Am besten wird es bewertet, wenn es zusätzlich einen Praxistest in einer Bildungsinstitution durchläuft. 10. EINBINDUNG VON KINDERN UND JUGENDLICHEN BEI DER ERSTELLUNG Um die Lebensrealitäten und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen wirklich verstehen zu können, ist deren Einbindung ein wichtiger Bestandteil von erfolgreichen Bildungsprojekten. Je aktiver die Einbindung ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Projekte Kinder und

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Unsere Scorecard online:

Bildungsinstitution hinaus wirken.

www.capito.de/verantwortung

Aufgrund der kognitiven Entwicklung von Vorschulkindern ist eine direkte Befragung der Zielgruppe nicht geeignet, um die Qualität von Bildungsmaterial angemessen beurteilen zu lassen. Das Kriterium entfällt

DIE BEWERTUNG

bei der Scorecard „Kita“ – diese setzt auf die Befragung des pädagogischen

Schule

Fachpersonals – die Erzieher – und auf Testphasen in der Kindertagesbe-

100–92 % = sehr gut = 30 bis 25 Punkte

treuung, um Projekte auf die Lebenswelten der Kinder auszurichten.

91–81 % = gut = 24 bis 19 Punkte 80–67 % = befriedigend = 18 bis 10 Punkte 66–50 % = ausreichend = 9 bis 0 Punkte 49–30 % = mangelhaft = –1 bis –12 Punkte 29–0 % = ungenügend = –13 bis –30 Punkte

SO GEHT'S: MIT QUALITÄT PUNKTEN

Kindertagesbetreuung 100–92 % = sehr gut = 28 bis 24 Punkte 91–81 % = gut = 23 bis 18 Punkte

Die Scorecard ist intuitiv zu bedienen. Es gibt bis zu zehn Kriterien, die je-

80–67 % = befriedigend = 17 bis 10 Punkte

weils auf einer Skala von –2 bis +2 bewertet werden können.*

66–50 % = ausreichend = 9 bis 0 Punkte

Die ersten beiden Kriterien „Werbebotschaft“ und „Absenderkommunikation“

49–30 % = mangelhaft = –1 bis –11 Punkte

sowie die „Pädagogische Qualität“ sind stärker gewichtet. Dies bedeutet, dass

29–0 % = ungenügend = –12 bis –28 Punkte

sich diese Kriterien stärker auf die Gesamtwertung auswirken als andere. Wir reagieren mit dieser Gewichtung auf die berechtigte Kritik bzgl. Marketing im Unterricht bzw. in Lernkreisen. Für die Wertung eines Projekts ist es daher deutlich besser, wenn es möglichst werbefrei ist, jedoch der Auftraggeber

Anmerkung: Sollte es sich bei dem Projekt ausschließlich um Material für Pädagogen handeln, entfällt das 2. Kriterium (Werbebotschaft) und die maximale Punktzahl ist entsprechend geringer.

gleichzeitig klar kommuniziert wird, damit die Lehrkräfte die Intention des Auftraggebers einordnen können. Die höhere Gewichtung des Punktes „Päd-

Vor Abschluss der Bewertung in unserer On-

agogische Qualität“ soll sicherstellen, dass ein tatsächlicher Mehrwert für die

line-Scorecard gibt es die Möglichkeit, Beson-

Bildung von Kindern und Jugendlichen entsteht. Die übrigen sieben Kriterien

derheiten des Projekts in dem Kommentarfeld

sind gleich gewichtet und beziehen sich verstärkt auf inhaltliche Gestaltung,

„Bemerkungen“ hinzuzufügen, wenn sich die

Praktikabilität etc. So kann z. B. ein Projekt für Schulen, das Lehrer- und Schü-

Besonderheiten nicht in der Kriterienliste wider-

lermaterial enthält, eine Maximalwertung von 30 Punkten erreichen (100 %),

spiegeln, sich aber positiv bzw. negativ auf eine

während die kleinstmögliche Wertung –30 (0 %) beträgt. Ein gutes bis sehr

Gesamteinschätzung auswirken. Eine positive Aus-

gutes Material hat eine Wertung von 19–30 Punkten (81 % und mehr).

wirkung könnte ein besonders erfolgreicher Wettbewerb mit hohen Teilnehmerzahlen sein.

*Wir haben uns für diese Skala entschieden, damit kritische Punkte auch zu einem tatsächlichen Punkteabzug führen. Ein Projekt mit einer Gesamtwertung von null Punkten ist somit „okay“, sticht aber nicht besonders positiv oder negativ hervor.

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EXKURS

K APITEL 5

Jugendliche auch für das Thema begeistern und nachhaltig und über die


VON DER WISSENSCHAFT ZUR PRAXIS

SCORECARD

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K APITEL 6

Mit der Scorecard sind nun die Kriterien festgelegt, die unsere Bildungsprojekte erfüllen sollten. Damit hat unser Qualitätsmanagement ein einheitliches Instrument in der Hand, um das jeweilige Projektteam gegebenenfalls auf Optimierungsmöglichkeiten hinzuweisen. Wir werden z. B. aufgrund thematischer, zeitlicher oder budgetärer Rahmenbedingungen nicht immer in der Lage sein, ein „sehr gut“ zu erreichen, streben jedoch immer eine möglichst hohe Bewertung an. Sollten die Ergebnisse nicht zufriedenstellend sein, wird frühzeitig vor Fertigstellung über die capito-Qualitätssicherung der Dialog mit allen Beteiligten – dem Auftraggeber und dem Projektteam – gesucht, um das Projekt zu einem besseren Ergebnis zu führen. In jedem Fall werden alle unsere Projekte an den Zielen überprüfbar und damit einzuordnen sein. Das Ergebnis der Scorecard-Prüfung wird in Zukunft Teil jeder Projektdokumentation.

DIE BENOTUNG ÜBER DEN KRITERIENKATALOG IST EINE ART „SIEGEL“ MIT DEM POTENZIAL, DAS PROJEKTTEAM UND DEN AUFTRAGGEBER ZU MOTIVIEREN, EINE MÖGLICHST GUTE BEWERTUNG ZU ERREICHEN UND SOMIT EINEN GRÖSSTMÖGLICHEN MEHRWERT FÜR DEN BILDUNGSBEREICH ZU BIETEN.

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Mit der vorliegenden Scorecard wird die Qualität unserer Bildungsmaterialien also messbar und kann beurteilt werden. Die Scorecard kann allerdings nur ein begrenztes Hilfs- und Messinstrument für Bildungsprojekte sein. Die Umsetzung in der Praxis bleibt Aufgabe der einzelnen Pädagogen – sie sind die wichtigsten Akteure im Bildungsbereich. Wir wollen jedoch innerhalb unseres Handlungsspielraums das Beste geben und den Pädagogen eine möglichst gute Ausgangslage für ihre alltägliche Arbeit verschaffen.

VORRANGIG FÜR UNSERE INTERNE ARBEIT ENTWICKELT, SOLL DIE SCORECARD FÜR EXTERNE PROJEKTE EBENSO ZUGÄNGLICH, NUTZBAR UND TRANSPARENT SEIN. Wir laden jeden Anbieter von Bildungsmaterial ein, seine Projekte mit unserer Scorecard zu überprüfen bzw. unsere Kriterien ebenfalls für verantwortungsvolles Bildungsmaterial zugrunde zu legen. Mit einer so verstandenen Transparenz wollen wir einen Mehrwert erreichen, der über unsere eigenen Projekte hinaus geht und auf den gesamten Bildungsbereich ausstrahlt. Ziel dabei ist es, einer möglichen Werbeflut im Lernumfeld entgegenzuwirken und „guten“ qualitätsgeprüften Bildungsmaterialien eine entsprechende Wertschätzung zu verschaffen. Da die Scorecard auf neue Entwicklungen und Erkenntnisse reagieren muss, sind wir offen für den Dialog und freuen uns über Feedback und Anregungen zu unserem Kriterienkatalog. Dem ersten Jahr der Erstellungsphase soll nun ein Jahr der Erprobung, des Austausches und eventuell der Anpassung folgen!

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K APITEL 6

Die interaktive Scorecard steht Ihnen online zur Verf端gung: www.capito.de/verantwortung

Diskutieren Sie mit uns 端ber die Scorecard. Anregungen und Feedback bitte an: verantwortung@capito.de

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ZU GUTER LETZT …


Mein herzlicher Dank gilt allen, die dieses Projekt möglich gemacht haben: Ich danke dem ICRM der Steinbeis Hochschule für die intensive partnerschaftliche Zusammenarbeit, unserem Pädagogischen Beirat für die konstruktive Kritik und last but not least dem ganzen Team von capito – es ist toll, mit euch zu arbeiten!

Claudia Wegener


ANHANG

SCORECARD


1. VERANTWORTUNGSVOLLE ABSENDERKOMMUNIKATION

TRANSPARENZ DES ABSENDERS (IN TEXTFORM ODER IN FORM EINES LOGOS)

–2: Der Auftraggeber wird nicht kommuniziert. –1: Der Auftraggeber wird lediglich im Impressum genannt. 0: Der Auftraggeber wird auf dem Titel genannt. ODER es findet ein inhaltlicher Bezug zur Motivation des Auftraggebers statt (z. B. im Vorwort).

+1: Der Auftraggeber wird auf dem Titel genannt UND es findet ein inhaltlicher Bezug zur Motivation des Auftraggebers statt (z. B. im Vorwort).

+2: Der Auftraggeber wird auf dem Titel genannt UND es findet ein inhaltlicher Bezug zur Motivation des Auftraggebers statt (z. B. im Vorwort). Zudem werden die Verantwortlichkeiten im Impressum klar genannt.

Hinweis: Dieses Kriterium wird doppelt gewertet.


2. WERBEBOTSCHAFT ANALOG ZU DEN REGELUNGEN IN VIELEN BUNDESLÄNDERN ZUM THEMA SCHULSPONSORING UNTERSCHEIDEN WIR ZWISCHEN IMAGEWERBUNG (ERLAUBT) UND PRODUKTWERBUNG (VERBOTEN).

-2: Das Material enthält direkte Appelle zum Kauf, Beitritt oder zu einseitigen politischen bzw. weltanschaulichen Interessen.

-1: Das Material enthält Produktplatzierung und/oder Logos eines Produkts/ einer Dienstleistung des Absenders, d. h. positive Beeinflussung zugunsten einer Konsumentscheidung.

0: Das Material enthält eine positive oder lobende Erwähnung und Herausstellung des Absenders.

+1: Das Material enthält lediglich eine Abbildung vom Logo des Unternehmens ODER Identifikationsfiguren o. Ä. Zusätzlich kann ein Logo (zur Absenderkommunikation) auf dem Titel, im Copyright und/oder im Impressum abgebildet sein.

+2: Das Material enthält keine Werbebotschaften; es ist kein Produkt oder eine Identifikationsfigur o. Ä. zu sehen. Ein Logo (zur Absenderkommunikation) ist nur auf dem Titel, im Copyright und/oder im Impressum abgebildet.

Hinweise: » Unter diesem Punkt werden ausschließlich solche Materialien bewertet, die an Kinder und Jugendliche gehen. In Materialien, die sich nur an Pädagogen und Eltern richten, sind Hinweise auf themenbezogene Unternehmensleistungen u. U. möglich, da wir bei Erwachsenen von einer Werbekompetenz ausgehen. » Dieses Kriterium wird vierfach gewertet.


3. GLAUBWÜRDIGKEIT

DAS BILDUNGSRELEVANTE THEMA SOLLTE ZUM AUFTRAGGEBER PASSEN.

–2: Der Auftraggeber hat keine Kernkompetenz und auch keine passende CSR-Strategie bzw. kein Commitment dazu. Es wird auch kein Fachpartner eingebunden, der die Kernkompetenz besitzt. Es besteht keine inhaltliche Verknüpfung zwischen Auftraggeber und bildungsrelevantem Thema.

–1: Der Auftraggeber hat keine Kernkompetenz und auch keine passende CSR-Strategie bzw. kein Commitment dazu. Es wird auch kein Fachpartner eingebunden, der die Kernkompetenz besitzt. Es gibt jedoch eine inhaltliche Verknüpfung – ein- bzw. erstmalig oder unregelmäßig.

0: Der Auftraggeber hat die Kernkompetenz zum behandelten Thema ODER es wird ein Fachpartner eingebunden, der die Kernkompetenz besitzt.

+1: Der Auftraggeber hat die Kernkompetenz zum behandelten Thema ODER es wird ein Fachpartner eingebunden, der die Kernkompetenz besitzt. UND: Der Auftraggeber hat eine entsprechende CSR-Strategie bzw. ein Commitment mit der Ausrichtung Bildung oder zum behandelten Thema ODER es gab eine mehrfache bzw. wiederholte inhaltliche Verknüpfung zum Thema.

+2: Der Auftraggeber hat die Kernkompetenz zum behandelten Thema ODER es wird ein Fachpartner eingebunden, der die Kernkompetenz besitzt. UND: Der Auftraggeber hat eine entsprechende CSR-Strategie bzw. ein Commitment mit der Ausrichtung Bildung oder zum behandelten Thema ODER es gab eine mehrfache bzw. wiederholte inhaltliche Verknüpfung zum Thema. UND: Die Unternehmensausrichtung widerspricht nicht dem Thema.


4. RELEVANZ

DIE RELEVANZ FÜR DEN EINSATZ IN DER KINDERTAGESBETREUUNG UND IN DER SCHULE ZUR ERREICHUNG DER VORGEGEBENEN BILDUNGS- BZW. ERZIEHUNGSZIELE SOLLTE GEGEBEN SEIN, D. H. RELEVANZ AUS SICHT DES BILDUNGSSYSTEMS, DER PÄDAGOGEN BZW. AUS AKTUELLEM ANLASS.

–2: Das Material hat keinen bzw. einen falschen Bezug zum Bildungsplan der entsprechenden Einrichtung bzw. Schulstufe/-art.

–1: Bestehende Materialien bzw. vorhandene Inhalte (z. B. Schulbuchinhalte) werden ohne inhaltliche Änderung neu aufbereitet/aufgelegt. Der Bezug zum Bildungsplan wurde ohne Aktualisierung übernommen.

0: Bestehende Materialien bzw. vorhandene Inhalte (z. B. Schulbuchinhalte) werden neu aufbereitet UND ergänzt oder aktualisiert. Sie haben jedoch keinen aktuellen Anlass oder Bezug. Das Material hat Bezug zum Bildungsplan der entsprechenden Einrichtung bzw. Schulstufe/-art.

+1: Es ist eine Neuveröffentlichung aus aktuellem Anlass bzw. aufgrund aktueller Studien OHNE neue Zahlen, Daten, Fakten. Das Material hat Bezug zum Bildungsplan der entsprechenden Einrichtung bzw. Schulstufe/-art.

+2: Es ist eine Neuveröffentlichung aus aktuellem Anlass bzw. aufgrund aktueller Studien MIT neuen Zahlen, Daten, Fakten. Das Material hat Bezug zum Bildungsplan der entsprechenden Einrichtung bzw. Schulstufe/-art.


5. AUSGEWOGENHEIT UNTERSCHIEDLICHE SICHTWEISEN ZUM THEMA MÜSSEN AUSGEWOGEN DARGESTELLT WERDEN.

–2: Darstellung nur einer Meinung –1: Verweis auf Gegenmeinung OHNE weitere Angaben (z. B. Links oder Quellenangaben)

0: Verweis auf Gegenmeinung MIT weiteren Angaben (z. B. Links oder Quellenangaben)

+1: Inhaltlicher Hinweis auf Gegenmeinung im Material, aber nicht gleich gewichtet mit eigener Meinung

+2: Gleichgewichtung von Meinungen ODER objektive neutrale Darstellung des Themas bzw. unumstrittenes Thema


6. LÜCKEN SCHLIESSEN

FOLGENDE PUNKTE SCHLIESSEN LÜCKEN: » AKTUELLE ZAHLEN* » NEUES THEMA (ZU DEM ES BISHER KEIN BILDUNGSMATERIAL GIBT) » NEUE/ERGÄNZENDE AUFBEREITUNG (Z. B. METHODEN, NEUE MEDIEN, AUSSERSCHULISCHE LERNORTE) » NEUE BILDUNGSSTANDARDS/NEUE KOMPETENZEN, WIE SIE IN PISA (ODER ÄHNLICHEN BILDUNGSSTUDIEN) GEFORDERT/GEPRÜFT ODER Z. B. VON DER KULTUSMINISTERKONFERENZ EMPFOHLEN WERDEN .

–2: Keiner der o. g. Punkte wird erfüllt. –1: Einer der o. g. Punkte wird erfüllt. 0: Zwei der o. g. Punkte werden erfüllt. +1: Drei der o. g. Punkte werden erfüllt. +2: Alle o. g. Punkte werden erfüllt.

*Aktuelle Zahlen sind dabei die aktuellsten verfügbaren Zahlen. Als Richtlinie gilt: Zahlen, die monatlich oder mindestens jährlich erfasst und veröffentlicht werden (wie z. B. in den Bereichen politische Ereignisse, Wahltrends, Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Finanzdaten) sollten nicht älter als 2–3 Jahre sein. Dasselbe gilt für Zahlen und Daten aus Bereichen, die sich rasant entwickeln/verändern (z. B. Internet, Telekommunikation). Studien, die älter als 4 Jahre sind, sind nicht mehr aktuell zu nennen – auch wenn es keine neuere Studie gibt. Bei eher historischen oder künstlerischen Themen können Zahlen auch 5–10 Jahre zurückliegen und aktuell sein.


7. ANREGUNG ZUR EINBEZIEHUNG WEITERER ANSPRUCHSGRUPPEN DAS PROJEKT STRAHLT AUS DEM KLASSENZIMMER/ DER SCHULE/DER KINDERTAGESBETREUUNG AUF WEITERE ANSPRUCHSGRUPPEN AUS, WIE Z. B. AUF DIE ALLGEMEINE ÖFFENTLICHKEIT, ELTERN, NACHBARN, EXPERTEN, ABER AUCH UNTERNEHMEN UND (ÖFFENTLICHE) INSTITUTIONEN WIE ABGEORDNETE, BÜRGERMEISTER, STADTRAT ETC.

–2: Weitere Anspruchsgruppen werden ausgeschlossen bzw. nicht erwähnt.

–1: Es gibt keine Aufforderung zur Einbeziehung von weiteren Anspruchsgruppen; das Projekt strahlt nicht aus der Lerngruppe auf weitere Anspruchsgruppen aus.

0: Die Einbeziehung von weiteren Anspruchsgruppen ist informativ. Es ist unklar, ob die Information oder der Inhalt bei ihnen ankommt/gelesen/wahrgenommen wird, z. B. Zeitungsartikel, Ausstellung o. Ä.

+1: Es gibt eine Aufforderung zur aktiven Einbeziehung weiterer Klassen, Gruppen oder Personen innerhalb der Bildungsinstitution.

+2: Es gibt eine Aufforderung zur aktiven Einbeziehung von Externen, wie z. B. Eltern, Nachbarn, Vereine, die allgemeine Öffentlichkeit, andere Schulen etc.


8. PÄDAGOGISCHE QUALITÄT HIERZU GIBT ES UNTERSCHIEDLICHE LISTEN FÜR SCHULEN UND KINDERTAGESBETREUUNG FOLGENDE PUNKTE MACHEN PÄDAGOGISCHE QUALITÄT IM BEREICH DER KINDERTAGESBETREUUNG AUS: 1. kindzentrierte Perspektive/kindgerechte Aufarbeitung: Erfolgt der Wissenserwerb durch eine sinnhafte Verknüpfung mit der Situation des Kindes oder durch eine spielerische Auseinandersetzung mit der Welt? 2. Förderung der Freude an selbstbestimmtem Lernen und Erforschen; zumHandeln und zur Teilhabe anregend 3. 5-Sinne-Lernen (Schmecken, Riechen, Fühlen, Beobachten, Hören) 4. Altersdifferenzierung: Kann das Material in (alters-)gemischten Gruppen eingesetzt werden? 5. bildungsbereichübergreifend: Können verschiedene Kompetenzen, Bereiche, Anforderungen, wie sie im Bildungsplan gefordert werden, verknüpft bzw. gleichzeitig behandelt werden? 6. Methodenvielfalt: Sind verschiedene Spiel-, Gruppen- und Lernformen möglich, z. B. Spiel, soziale Interaktion, Rollenspiel, Handpuppen, informelles/nonformales/formales Lernen, Vorlese-/Kurzgeschichten, Ausmalbilder, Bastel-, Koch-, Backanleitungen und Experimente? 7. Medienvielfalt: Einbindung oder Verweis auf verschiedene Medien (Bild-, Film-, Audiomaterial etc.) 8. Materialvielfalt: Wird auf die Verwendung von z. B. Naturmaterialien, Papieren, Stoffen oder Alltagsgegenständen verwiesen? 9. Einsatzfähigkeit: Können z. B. Arbeitsblätter kopiert werden? Ist das Material praktikabel/mit normaler Ausstattung nutzbar? 10. Elternpartizipation: Gibt es Möglichkeiten zum Einbezug von Eltern? 11. inhaltliche und didaktische Zuverlässigkeit/Richtigkeit 12. Orientierung an neuesten Erkenntnissen der Fachwissenschaften 13. weiterführende Informationen oder Anregungen zur Vertiefung des Inhalts (z. B. Links) 14. Struktur und Gestaltungsaufbau sind logisch und nachvollziehbar (z. B. Inhaltsverzeichnis, Icons, Gliederung etc.).

Hinweis: Dieses Kriterium wird doppelt gewertet.


FOLGENDE PUNKTE MACHEN PÄDAGOGISCHE QUALITÄT IM SCHULKONTEXT AUS: 1. Lehrplananbindung: Wird im Material darauf eingegangen? 2. Kompetenzorientierung 3. Bezug zur Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen 4. Praxis- und Handlungsorientierung: Hat das Material einen Praxisbezug

AUSWERTUNG DER LISTE KINDERTAGESBETREUUNG:

und/oder regt es Schüler zu eigenem Handeln (Aktivierung) oder zum

ANZAHL DER ABGEDECKTEN FORDERUNGEN

Überdenken des eigenen Handelns an, etwa nach dem pädagogischen

AUS DER LISTE (ENTSPRICHT IN PROZENT VON

Standard „Erkennen, Bewerten, Handeln“ gemäß dem Orientierungsrah-

14 ZU ERREICHENDEN PUNKTEN) =

men für den Lernbereich Globale Entwicklung?

BEWERTUNG IN DER SCORECARD

5. zeitliche Flexibilität: Bietet das Material die Möglichkeit, die Inhalte zeitlich zu unterteilen oder zu kürzen? 6. Binnendifferenzierung: Können die Aufgaben an Lernstärkere und Lernschwächere angepasst werden? 7. Barrierefreiheit: Ist das Material in Ansätzen barrierefrei (wird z. B. neben dem Printmaterial ein auslesbares PDF zur Verfügung gestellt)?

bis 2 Punkte (20 % oder weniger) = –2 3–5 Punkte (21 bis 40 %) = –1 6–8 Punkte (41 bis 60 %) = 0 9–11 Punkte (61 bis 80 %) = +1 12–14 Punkte (81 bis 100 %) = +2

8. fächerübergeifend und fachverbindend 9. Methodenvielfalt: verschiedene Arbeits- bzw. Unterrichtsformen 10. Medienvielfalt: Einbindung oder Verweis auf verschiedene Medien (Bild-, Film-, Audiomaterial etc.) 11. Einsatzfähigkeit: Können z. B. Arbeitsblätter kopiert werden? Ist das Material praktikabel/mit normaler Ausstattung nutzbar? 12. Lösungshinweise für Lehrer sind vorhanden oder nicht relevant.

AUSWERTUNG DER LISTE SCHULE: ANZAHL DER ABGEDECKTEN FORDERUNGEN AUS DER LISTE (ENTSPRICHT IN PROZENT VON 19 ZU ERREICHENDEN PUNKTEN) = BEWERTUNG IN DER SCORECARD

13. Förderung des selbstständigen/selbstbestimmten Lernens 14. Elternpartizipation: Gibt es Möglichkeiten zum Einbezug von Eltern?

bis 3 Punkte (20 % oder weniger) = –2

15. inhaltliche und didaktische Zuverlässigkeit/Richtigkeit

4–7 Punkte (21 bis 40 %) = –1

16. Orientierung an neuesten Erkenntnissen der Fachwissenschaften/authen-

8–11 Punkte (41 bis 60 %) = 0

tische Bilder, Skizzen, Karten 17. weiterführende Informationen für Lehrer und/oder Schüler (z. B. Links) 18. weiterführende Informationen/Anregungen zur Vertiefung des Inhalts 19. Struktur und Gestaltungsaufbau sind logisch und nachvollziehbar (z. B. Inhaltsverzeichnis, Icons, Gliederung etc.).

Hinweis: Dieses Kriterium wird doppelt gewertet.

12–15 Punkte (61 bis 80 %) = +1 16–19 Punkte (81 bis 100 %) = +2


9. EINBINDUNG VON PÄDAGOGEN ZUR SICHERSTELLUNG DER PRAXISEIGNUNG DIE PÄDAGOGEN, DIE EINGEBUNDEN WERDEN, MÜSSEN SEIN: PRAKTIZIERENDE PÄDAGOGEN; AUS DER SCHUL- BZW. ALTERSSTUFE, FÜR DIE DAS MATERIAL GEDACHT IST; GGF. FACHLEHRER, FALLS DAS THEMA FACHSPEZIFISCH IST; AUS MINDESTENS ZWEI BUNDESLÄNDERN. UNERHEBLICH IST DABEI DIE ANZAHL DER PÄDAGOGEN UND IN WELCHER FORM DIE ERGEBNISSE AUSGETAUSCHT WERDEN (PERSÖNLICH, TELEFONISCH ODER ONLINE). ERGEBNISSE VON BEWERTUNGEN/PRAXISTESTS MÜSSEN BERÜCKSICHTIGUNG IM BILDUNGSMATERIAL/PROJEKT FINDEN.

–2: Keine Einbindung von Pädagogen –1: Lektorat der fertigen Materialien (vor der Finalisierung) durch Pädagogen

0: Einbindung der Pädagogen beim Konzept +1: Einbindung der Pädagogen ab Konzeptphase inkl. Lektorat +2: Einbindung der Pädagogen ab Konzeptphase inkl. Lektorat UND Praxistest in Schule bzw. Kindertagesbetreuung


10. EINBINDUNG VON KINDERN UND JUGENDLICHEN BEI DER ERSTELLUNG LEHRKRÄFTE STEHEN JEDEN TAG VOR DER HERAUSFORDERUNG, IHRE SCHÜLER ZU MOTIVIEREN UND FÜR DAS FACHTHEMA ZU BEGEISTERN. DAHER IST EINE KIND- BZW. JUGENDGERECHTE ANSPRACHE WICHTIG UND HILFREICH. GESTALTUNG IST IMMER EINE GESCHMACKSSACHE, DOCH ES GIBT VIELE MASSNAHMEN, UM MIT GROSSER WAHRSCHEINLICHKEIT KINDER UND JUGENDLICHE POSITIV ZU ERREICHEN, Z. B. DURCH DIREKTEN AUSTAUSCH ODER DAS LESEN VON ENTSPRECHENDEN STUDIEN. ERGEBNISSE VON BEWERTUNGEN UND PRAXISTESTS MÜSSEN BERÜCKSICHTIGUNG IM BILDUNGSMATERIAL/PROJEKT FINDEN. DIE EINGEBUNDENEN KINDER UND JUGENDLICHEN MÜSSEN MIT DEM ALTER DER PROJEKT-ZIELGRUPPE ÜBEREINSTIMMEN; MINDESTENS EIN JUNGE UND EIN MÄDCHEN; ANZAHL: MINDESTENS VIER.

–2: Keine Berücksichtigung von Studien UND keine Abfrage oder Einbindung von Kindern und Jugendlichen

–1: Berücksichtigung von Studienergebnissen, Erhebungen etc. 0: Kinder oder Jugendliche werden in der Konzeptphase eingebunden (z. B. durch Befragung zur Ausrichtung des Themas)

+1: Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in die Entwicklung des Projekts

+2: Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in die Entwicklung des Projekts UND anschließende Bewertung, z. B. durch Live-Fokusgruppen oder Praxistests

Hinweis: Dieses Kriterium gilt nicht für die Scorecard „Kita“.


IMPRESSUM QUALITÄTSSTANDARDS FÜR VERANTWORTUNGSVOLLE BILDUNGSKOMMUNIKATION Originalausgabe, 1. Auflage 2013 © 2013 capito – Agentur für Bildungskommunikation GmbH, Berlin Alle Rechte vorbehalten. Das Werk und alle seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Veröffentlichung, Nachdruck oder Vervielfältigung, auch unter Verwendung elektronischer Systeme – auch auszugsweise – nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung durch capito – Agentur für Bildungskommunikation GmbH. Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Nennung mehrerer Personen (z. B. Schüler, Lehrer) durchgehend die männliche Form benutzt. In diesen Fällen sind natürlich auch immer Mädchen und Frauen gemeint. Herausgeber: capito – Agentur für Bildungskommunikation GmbH Boxhagener Str. 76–78 10245 Berlin Fon: (030) 275 73-0 Fax: (030) 275 73-100 E-Mail: kontakt@capito.de www.capito.de Redaktion: Claudia Wegener (V.i.S.d.P.) Johannes Feldmann von

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