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Un(s)zensiert Das Guppy-­‐Onlinemagazin

2013 - 2


Mode ..... .....ist ein ganz interessantes Phänomen das allgegenwärtig ist. Mode wechselt und Modeerscheinungen kehren wieder. Auch in der Aquaristik gibt es diese Phänomene. Ich erinnere mich noch gut an den „Buntbarschboom“ der Achtziger Jahre. Dass die durch den Nanotrend der letzten Jahre erst richtig populär gewordenen Garnelen in den tollsten Varianten im Handel zu finden sind und diese Thematik ganze Foren füllt, hätte vor einigen Jahren auch noch niemand gedacht. Und der Guppy und die Guppyhochzucht? Während das obligatorische bunte Guppymix wahrscheinlich ungebrochen in den Becken der meisten Gesellschaftsaquarien zu finden ist, gibt es innerhalb der Guppyhochzucht auch immer wieder Trends und wahre Modewellen. Als ich in den Neunzigern begann Guppys nach IHS-Standard zu züchten, war gerade ein wahrer Hype auf Moskau Blaue Triangel zu verzeichnen. Auf vielen Ausstellungen fanden sich Tiere von unterschiedlichen Züchtern mit teilweise recht unterschiedlichen Phänotypen und Farbschlägen während bereits einige Jahre später rote und vollrote Triangel in den Grundfarben Blond und Albino häufig und erfolgreich ausgestellt wurden. Heute findet man gute Moskau Blaue Triangel nicht mehr so häufig.

Diese Äußerung hat mich nachdenklich gemacht und mich auf die Thematik Mode gebracht. Sind Pärchenausstellungen tatsächlich nur ein Trend von kurzer Dauer?

Ich meine eindeutig: nein! Zum einen zeigen die hervorragenden Veranstaltungen der letzten Jahre einen eindeutigen quantitativen Aufwärtstrend und auch die Qualität der Paare nimmt gemäß meiner Einstellung stetig zu, was daran liegt, dass offensichtlich nicht passende Tiere konsequent disqualifiziert werden und Paare mit mäßigem Weibchen tatsächlich kaum eine Chance haben vordere Plätze zu belegen.

Triangel haben die Ausstellungslandschaft lange unangefochten dominiert. Auch hier zeigt sich aber momentan ein Trend ab der eindeutig in die Richtung der Kurzflosser geht. Und bei den Ausstellungen? Neulich hatte ich eine längere Unterhaltung mit einem absoluten Verfechter der reinen Triomeisterschaften. Mein Gesprächspartner meinte, dass die Pärchenausstellungen nur ein Modetrend sei von dem in ein paar Jahren keiner mehr reden  wird.

Auch innerhalb des CAGD wird sehr viel über dieses Thema diskutiert. Für mich verdeutlicht sich immer mehr,


dass der größte Einwand der gegen Pärchenausstellungen spricht, Paare passen zwar augenscheinlich aber nicht genetisch zusammen, auf Dauer entkräftet werden muss. Ich denke bei einer "Entanonymisierung" der Züchter ließe sich hier vieles vorbeugen. Wie wäre es mit einem vorgeschriebenen Fragebogen der den Bewertern vorliegt, dessen Vollständigkeit Teil der Bewertung ist und der später den Käufern der Fische übergeben wird? Hierin könnten Details über die Genetik (Spalterbigkeit, sonstige Besonderheiten) ebenso abgefragt und vom Züchter bestätigt werden wie die Angabe wie lange der Stamm schon gepflegt wird usw. Ich denke, diese Maßnahme in Verbindung mit einer Überarbeitung und Präzisierung des IHS Standards für die Weibchen, kann dazu beitragen, die Pärchenwettbewerbe dauerhaft zu etablieren.

kein Modetrend sondern eine unabdingbare Notwendigkeit. Abschließend und für Sie einleitend möchte ich mich im Namen aller Mitglieder des CAGD noch einmal ausdrücklich bei Autoren, die sich auch dieses Mal bereit erklärt haben tolle Berichte zu recherchieren und zur Verfügung zu stellen, herzlich bedanken! Sollten auch Sie etwas Interessantes beisteuern wollen, wenden Sie sich bitte an unser Redaktionsteam unter der E-Mail Adresse info@cagd-info.de .Wir freuen uns auf Ihre Beiträge. Beachten Sie hierbei, dass auch Themen aus anderen Bereichen der Aquaristik stets willkommen sind, da wir mittlerweile sehr viele Leser aus den verschiedensten Sparten haben, für deren positives Feedback ich mich an dieser Stelle auch noch einmal bedanke! So, nun genug der einführenden Worte. Viel Vergnügen mit dieser, bereits sechsten Ausgabe der Un(s)zensiert wünsch Ihnen

Dieter Kempkens Für den CAGD Fotos zum Beitrag von unserem Mitglied Ralf Loch

Zu guter Pärchenausstellung den großen Vorteil, dass sich die Tiere nach den Events deutlich besser vermarkten lassen. So fanden bei unserer letzten DM-Austellung fast alle Paare einen Abnehmer. Die positive Resonanz der Käufer zeigt, dass die Sache auf einem guten Weg ist und letztendlich haben wir uns über die Erlöse gefreut, die eine Kostendeckung der Veranstaltung ermöglicht hat.Ich denke hier sind wir uns alle einig: eine ausgeglichen Klubkasse ist


Inhalt Artikel

Seite

Autor

Ausstellung Leun vom 31.05. - 01.06.2013

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Corinna Lehnens

Neu aufgelegt: Guppy Passion

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Heimo Hammer

Bilderrätsel

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CAGD

Here are the results from The Danish Jury

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Anne Lyksgaard / Peter Dyhr

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Alexandra Hahn

Aqua EXPO Tage 2013

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Michael J. Schönefeld

Koiguppy - Modeerscheinung oder echtes Kleinod

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Rolf Landvoigt

Moskau Filigran - immer noch viel begehrt

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Gernot Kaden

DM - Zwischenstand Trios

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DGLZ

DM - Zwischenstand Pärchen

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DGLZ

Steckbrief: Cambarellus ninae

Eine Behandlungsmethode mit Chloramin-T gegen Kiemen- und Hautsaugwürmer 29

Impressum

Michael J. Schönefeld

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Hinweis zum Titelbild: Weibchen Triangel Blond Japan Blue Rot, Züchter Norbert van Treel

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Ausstellung Leun  vom  31.05.  –  01.06.2013 Als erster DM-Durchgang der Guppy Pärchen galt dieses Jahr unsere Ausstellung, wie gewohnt abgehalten bei aqua natura in Leun. Nach unserer erfolgreichen DM und EM Ausstellung im Vorjahr lief dieses Jahr alles sehr routiniert ab. Die Bewertung fand am Donnerstag statt, da in vielen Bundesländern Feiertag war. Neu war, dass wir die Auswertungen, d.h. die einzelnen vergebenen Punkte aller Richter, an jedes Becken entsprechend angebracht haben. So konnte man genau sehen, wo es bei den Tieren Abzüge und Pluspunkte gab. Für einen Züchter sehr hilfreich, da er dann genau weiß, worauf er beim Züchten und Selektieren zu achten hat.

Geehrt wurden  natürlich  auch  die   Standardsieger.   Thomas  Moedebeck  (DGD)  nahm  gleich  zwei   Pokale  mit  nach  Hause;  einen  für  seinen   Standardsieg  Nadelschwanz  und  einen  für   Leierschwanz. Show  Winner  wurde  ein  Triangel  blond-­‐rot   Pärchen  von  Gernot  Kaden  mit  150  Punkten.

Wie üblich  konnte  man  Ausstellungs8ere   käuflich  erwerben,  die  zur  Verfügung  gestellten   Standardsieger  kamen  Samstag  zur   Versteigerung.  

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Sieger Schwertflosser Heike Bergner DGD

Zum ersten Mal hat der CAGD einen Ehrenpokal für besondere Zuchtleistungen vergeben. Der Pokal ging an unseren Karsten Noe, der mit Hingabe seine „Nelken“ pflegt und wir hoffen, dieser Pokal gibt ihm Anreiz, hier weiter tüchtig zu arbeiten. Natürlich durfte der traditionelle Züchterabend auch dieses Jahr nicht fehlen. Samstagabend wurde gegrillt. Die Familie Landvogt hatte alles wie gewohnt bestens organisiert und es gab verschiede Beilagen und Gegrilltes. Als Überraschung brachte unser Mitglied Torsten Rickert selbstgeangelte Hornhechte mit, die in dem von Dieter Kempkens mitgebrachten Räucherofen frisch zubereitet wurden. Ein Gaumenschmaus!

Noch einmal einen herzlichen Dank an die Familie Landvogt für Ihre Gastfreundschaft, Arbeit und Unterstützung sowie natürlich an alle Vereinsmitglieder, die tatkräftig vor Ort mit angepackt haben und – last but not least – an alle Züchter, die ihre Tiere ausgestellt haben. Danke an euch alle, die unsere Ausstellung wieder einmal zu etwas Besonderem gemacht haben! Corinna Lehnen

Sonntag wurden dann die letzten erworbenen Guppys von ihren neuen Besitzern abgeholt und wir fingen mit dem Abbau der Anlage an. Ruckzuck waren wir fertig, alles wurde palettiert und bis zur nächsten Ausstellung 2014 eingelagert.

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Impressionen Leun  2013

Bodo Sikora aus der Hauptstadt bei der Pokalübergabe für den Standardsieg “Fächer”

Hornhechte von T.Rickert gefangen wurden von Dieter frisch geräuchert; ein Genuss !

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Diskus Show Guppys Sonderschau & Infothek

Garnelen Schau

Veranstalter: Michael J. Schönefeld + Voßkuhle 18 + D-44141 Dortmund

Informations& Verkaufsmesse

Kampffisch Bewertungsschau

Zwergcichliden Ausstellung

www.aqua-EXPO-Tage.de 10.00 - 18.00 Uhr Eintritt: 7,50 € (Kinder bis 12 Jahre Eintritt frei)

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Ne

Dass ein Buch bei einer Neuauflage überarbeitet wird, überrascht nicht unbedingt. Dass es auf den ersten Blick kaum mehr wiederzuerkennen ist, hingegen schon! So geschehen mit dem Buch „Guppy passion – De l’initiation au concours“ des französischen Fachmanns Ronan Butot. Kam die erste Auflage noch als Softcover in den Handel, so erschien das „neue“ Werk nun als veritables Hardcover mit einer deutlich ansprechenderen Optik. Generell sind vor allem die Bilder im Buch deutlich besser geworden, auch wenn manche, offensichtlich auf Ausstellungen entstandene Aufnahmen noch verbesserungswürdig sind. Nichts desto trotz – Bilder und Grafiken verdeutlichen die Aussagen der Texte, und diesen ist anzumerken, dass sie ein

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Fachmann verfasst hat, der sich nicht nur der „Hochzucht“ verschrieben hat, sondern der mit ungebremster Neugierde mit Fraben und Formen experimentiert. Hier lohnt auch ein Blick auf das Facebook-Profil von Ronan! Zu den inhaltlichen Veränderungen (ich beschränke mich auf die augenfälligsten): Das Kapitel über die Geschichte des Guppys wurde deutlich erweitert um einen Blick auf die Anfänge der (organisierten) Guppyzucht, ebenso wurden weitere Bilder eingefügt. Auch auf die Wildformen der Guppys wird eingegangen – hierzu zählen mittlerweile ja nicht nur P. reticulata, sondern auch P. wingei und P. obscura. Die vorangestellten Kapitel über Haltung, Fütterung und

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Fortpflanzung waren und sind sehr gut geschrieben – auf wenigen Seiten wird alles, was man wissen muss, zusammengefasst. Wie der Untertitel schon aussagt – das Buch umfasst die Spanne vom Einstieg bis zur Zucht ausstellungsreifer Tiere. Scheinbar ein langer und schwieriger Weg – aber Ronan Butot nimmt den Leser bei der Hand und weiht ihn Schritt für Schritt in die „Geheimnisse“ von Standard, Farben, Formen und Genetik ein. Was in anderen Fachbüchern entweder gar nicht zu finden ist oder aber so (pseudo-)wissenschaftlich hochtrabend geschrieben ist, dass jedem Neuling Angst und Bange wird, beschreibt der Verfasser mit wenigen Worten und sich selbst erklärenden Grafiken. Besonders in diesem zweiten Teil des Buches wurden Bilder und Grafiken bzw. Tabellen nochmals überarbeitet und präsentieren sich nun noch leichter lesbar als in der Erstauflage – dies gilt auch für die Beschreibung von Farben und Mustern. Wer an dieser Stelle jedoch ein Kompendium aller Farben/Muster erwartet, den muss ich enttäuschen: Einem solchen Anspruch kann kein Buch gerecht werden, denn es ist mehr als wahrscheinlich, dass während des Abfassens oder während des Verkauszeitraums Neues entdeckt wird. So heißt es z.B. bei japanblue noch, dass sich das Merkmal entweder auf dem x oder auf dem y – Chromosom befindet. Mittlerweile gibt es Anzeichen dafür, dass auch ein autosomaler Erbgang möglich ist.

Geblieben ist leider auch das einzige wirkliche Manko: Dieses Buch ist (bislang) nur in französischer Sprache erhältlich. Grundkenntnisse reichen aber aus, um die meisten Abschnitte zu verstehen, außerdem sprechen die Bilder für sich. Kurzum: Ein Buch, das es verdient hätte, endlich auch in deutscher Sprache zu erscheinen! Noch ein Hinweis: Im Internet und in französischen Buchhandlungen waren im Juni noch Reste der ersten Auflage im Verkauf. Auch wenn diese durchaus lesenswert ist, empfiehlt es sich darauf zu achten, dass man die zweite Auflage erwirbt! Butot, Ronan, Guppy passion, 2. Auflage 2013, Animalia Edition, ISBN 978-2-35909-029-1, 19.90 Euro.

Aber – ganz deutlich! – wer ein Buch sucht, in welchem die wichtigsten Merkmale erklärt und abgebildet sind, wird an „Guppy passion“ nicht vorbeikommen. Fazit: Auch wenn die Neuauflage keinen Quantensprung darstellen kann (dazu war die Erstauflage einfach schon zu gut), so ist eine qualitative und quantitative Steigerung (von 80 auf 96 Seiten) unverkennbar.

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BILDRÄTSEL…… …….. zweiter Versuch! Eine Novität; tatsächlich hat keiner der zahlreichen Teilnehmer an diesem Preisrätsel die richtige Lösung gefunden, so dass wir uns entschlossen haben eine zweite Runde einzulegen. Überrascht hat uns, dass viele Teilnehmer meinten, es handle sich um einen Frosch. Nein, wie wir unter dem Bild beschrieben haben handelt es sichDer erste

tatsächlich um einen ganz charakteristischen

Fisch. Sie sehen einen Makroausschnitt einer Fotografie. Als kleine zusätzliche Hilfe sei diesmal verraten, dass es bei diesem Fisch um einen Vertreter der Familie der Grundeln handelt.

Preis ist auch diesmal 250 g Premiumartemien

Der erste Preis ist auch diesmal 250 g Premiumartemien aus dem Great Salt Lake mit zertifizierter Spitzenschlupfrate.

Bitte senden Sie eine E-Mail mit der richtigen Antwort an info@cagd-info.de .

Bei mehreren Einsendungen entscheidet wie immer das Los.Mitglieder des CAGD sind s e l b s t v e r s t ä n d l i c h v o n d e r Te i l n a h m e ausgeschlossen! Kleiner Tipp für Fotobastler: Um es nicht zu einfach zu machen, wurde die Aufnahme ein wenig in Bezug auf die Schärfe verändert.

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Here are the results from The Danish Jury - Leun 12 points After locating the hotel we went to Aqua – Natura, where the show should be held. We had a warm welcome with coffee and cake. Then we took a look at all the tanks. Most of the fish had arrived and the last were on it´s way. 120 entries expected. On Wednesday the 29 th of May , we left for Leun early in the morning.

In the evening we had some great pizzas and a little wine, before going back to the hotel for some sleep.

We drove to the airport, took a plane for Frankfurt , rented a car and drove to Leun. I was lucky to have been invited as a judge for a part of the German Championship for guppy pairs. This was our second trip to Leun. Leun already has a special place in our hearts – and for many reasons. First of all because we have found some very nice guppyfriends. Leun is placed on a very beautiful spot on the map. Surrounded by mountains. This time the trees were green and we had a little sun too. This time we should stay at another hotel. The Park Hotel Fürstenhof in Braunfels. That was a really nice place, decorated in African style. Located in the old part of the town with a castle at the top.

Thursday morning we all met at the show – had a short judging talk – and then it was time to do the judging. I must admit it was a great pleasure, to be together with some of the best European judges and breeders. Jens Bergner, Gernot Kaden, Eddy van Worden and Ralf Lock - and we finally met Heike Bergner too.

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In the afternoon the winners were found, and CAGD did well this time too. There were so many great guppies this time. Unfortunately we had to leave Friday morning, so we left for the hotel and a quiet dinner. We are sorry we missed the party. But that´s life when you are depending on neighbors goodwill and your job.

I am so happy the brakes did a good job. The busdriver just drove out from a sideway, without looking in both directions. At Frankfurt Airport we had a delay, but we begin to think, that´s quite normal for that airport. We had a very nice stay this time too. A warm thank you to all the people we met on our way. You all make us feel so welcome ! A lot of guppy greetings from Peter & Anne.

Friday morning we left short after breakfast and on the way to the airport, we were almost killed by a bus.

Ps! Keep up the good work !

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Steckbrief Cambarellus ninae erstellt von Alexandra Hahn

Dieser auf den ersten Blick unscheinbar wirkende Zwergflußkrebs stammt aus Texas/ Arkansas und ist bislang leider noch recht selten in unseren Becken anzutreffen, was

Die Haltung dieses kleinen „Krabblers“ ist nicht sonderlich schwer. Da diese Art sehr friedlich ist, kann man ein Paar schon in 20-25l pflegen. Man sollte bei der Beckengröße allerdings bedenken das Nachwuchs nicht ausbleiben wird. Selbst beim füttern gibt es keine Kämpfe und auch die Paarung kann man für Zwergflußkrebse schon als zärtlich bezeichnen. In einem Becken mit vielen Verstecken, Wurzeln zum klettern und auch Pflanzen fühlen sich die C. ninae wohl.

eigentlich sehr Schade ist, denn er ist ein überaus friedlicher kleiner Zeitgenosse. Seine Färbung ist sehr unterschiedlich und geht von einem silbergrau mit weißen Flecken bis hin zu einem dunklem braun wenn z.B. die Weibchen Eier tragen. Sie werden ungefähr 3-4cm groß, wobei die Männchen deutlich zierlicher und kleiner bleiben als die Weibchen.

dazu kann ich allerdings nicht sagen. Meine Tiere sitzen bei folgenden Wasserwerten. Gh 12 Kh 6 Ph 7,8 Temp. 25°C Da sie aber sehr Anpassungsfähig sind können sie bei folgenden Werten gepflegt werden. Gh 3-20 Ph 6,5-9 Temp. 18-28°C

Man sagt das Cambarellus ninae auch in weichem Wasser gehalten werden kann,

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Die Zucht gelingt normal auch ohne große Kenntnis. Die Weibchen tragen ihre Eier etwa 14 Tage, was kürzer ist als bei den anderen Cambarellus Arten, und entlassen dann voll

entwickelte kleine Krebse, die schnell wachsen und deren Geschlechter sich schon früh gut unterscheiden lassen.

Tragendes Weibchen

Ich habe die Erfahrung gemacht das

proteinreiches Futter deutlich bevorzugt wird. Gerade der Nachwuchs sollte entsprechend gefüttert werden. Sie schnappen sich schon am ersten Tag frisch geschlüpfte Artmia Nauplien und auch Micro Würmchen, später Grindals und Wasserflöhe, aber auch feines Granulat eignet sich gut zur Aufzucht. Ebenso sollte bei Jung und Alt immer Laub im Becken sein, an welchem gerne geknabbert wird. Sie nehmen neben Granulat natürliche alle

Sorten an Krebsfutter, aber auch Fischfutter, mal eine Erbse oder ein Brenneselblatt. Abwechslung ist immer gut. Auch wenn sie nicht so „bunt“ sind wie die Orangenen Zwergflußkrebse (CPO´s), so sind sie doch durch ihr friedliches Verhalten (neugierig, wenig scheu und immer unterwegs im Becken) sicherlich eine Bereicherung für das ein oder andere Becken.

Jungtiere

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aqua EXPO Tage 2013 Mit leicht modifiziertem Namen/Logo und nunmehr drei Veranstaltungstagen werden die „aqua EXPO Tage 2013“ vom 04.10. – 06.10.2013 in Dortmund stattfinden. „Faszination Unterwasserwelten“ ist das diesjährige Messemotto und soll Neugierde auf die große faszinierende Vielfalt der Aquaristik wecken. In diesem Jahr gibt es einige Neuerungen: Der Sonntag wird zum Familientag mit nur 5,- EUR vergünstigtem Eintritt. Die Location (Galopprennbahn Dortmund Wambel) ist dieselbe wie im letzten Jahr, aber eine bessere Show-Tribüne, direkt über den beiden Hauptmessehallen. Täglich werden aquascaping und Meerwasser live workshops vom Hauptsponsor MEGAZOO durchgeführt. Der Diskus im eingerichteten Schauaquarium ist das Thema der „Diskus Show“. Alle Besucher können mit einer Wahlkarte an der Publikumswahl zum schönsten Diskusaquarium teilnehmen. Unter allen Teilnehmern werden 10 Diskusfische der Diskuszucht Stendker verlost. Am Samstagabend wird direkt nach Messeschluß eine große after fair Messeparty für Züchter, Aussteller und Hobbyisten in der Show Tribüne abgehalten. Idealer Treffpunkt zum Plausch unter Züchtern und Vereinsfreunden. Eine große Verlosung mit attraktiven Sachpreisen rundet das Programm ab. Der vom DPS-Verlag gestiftete „Dr. Herbert R. Axelrod“ Ehrenpreis wird in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen. Der Preisträger erhält die Trophäe als Anerkennung um seine Verdienste um den Diskusbuntbarsch.

Michael Kempkes werden auch zu sehen sein. Anhand von Stimmkarten kann der Messebesucher seinen Lieblingsguppy unter all den Schautieren auswählen. Der Züchter der Tiere erhält dann hierfür eine schöne „Publikumsliebling“ Glasstrophäe. Außerdem findet begleitend ein Verkauf von Hochzuchtguppys von verschiedenen namhaften Züchtern statt. Alle Ausstellungstiere stehen ab Sonntagnachmittag auch zum Verkauf. An der Infothek bekommt der interessierte Besucher alle Infos zu den verschiedenen Flossenstandards, erfährt Grundlegendes über Haltungsbedingungen und kann sich mit Guppy-Postern, Guppy Fachbüchern und einem neuen Kalender und natürlich dem neuen „International Guppy Fachjournal“ (Ausgabe 2 erscheint zur Messe) eindecken.

Diskusfische in eingerichteten Schaubecken sind das Thema der „Diskus Show“. Das Publikum kann während der messe eine Wahlkarte ausfüllen den das schönste Diskus Schaubecken wählen Weitere Messe highlights: - Zwergcichliden Ausstellung vom VDA AK Zwergcichliden - Garnelen Schau vom VDA AK WiB - 4. Bewertungsschau der Betta Freaks

Der VDA Arbeitskreis Wirbellose in Binnengewässern richtet die Garnelen Schau aus. Infos online unter: www.aqua-EXPO-Tage.de Guppys: Sonderschau & Infothek powered by „Guppy Fachjournal“

Michael J. Schönefeld, CAGD, DGLZ e.V. und Aquarien- & Terrarienfreunde Soest 1925 e.V.

In 30 Schauaquarien werden 5er Sätze (2 Männchen und 3 Weibchen) mit Hochzuchtguppys gezeigt. Die Wildformen aus der Zuchtanlage von

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KoiguppyModeerscheinung oder echtes Kleinod Viel gehört, viel gelesen, einige Bilder angeschaut, nie wahrhaftig schwimmen gesehen. So könnte man meine Begegnung mit dem sogenannten Koiguppy beschreiben. Ein Phantom? Nein- schaut man in einschlägigen Foren nach, findet man schnell etwas um den sagenumwogten Fisch. Vor etwa zwei Jahren tauchten im Netz erste Bilder auf. Die Fische mit einer rot weißen Zeichnung und dem Namen Koiguppy in Anlehnung an einen Kohakukoi sahen toll aus. Im Frühjahr diesen Jahres entbrannte dann eine Diskussion, die Fluch oder Segen, um den Guppy auflodern ließ. Leider, wie so oft, ohne den Fisch wohl richtig gesehen oder im Aquarium gepflegt zu haben. Aus langjähriger Erfahrung als Jäger und Sammler seltener Fische, habe ich es mir inzwischen abgewöhnt hinter jedem Fisch, selbst wenn es ein neuer Farbschlag oder Züchtung eines Guppys ist, hinterher zu hecheln. Irgendwann kommt der Fisch schon zu einem. Dies geschah diesmal viel schneller als ich es mir träumen ließ! Tobias kam im März freudestrahlend aus Frankfurt zurück, wo er Fische abgeholt hatte. Papa , Papa komm schnell mal zum auspacken. Herbert (Herbert Nigl – Aquarium Dietzenbach-ein guter Freund und Wegbegleiter meiner aquaristischen Laufbahn) hat dir etwas Besonderes eingepackt! Langsam zog er einen kleinen Beutel aus der großen Kisteein Paar Koiguppy sahen mich an. An dieser Stelle nochmals DANKE Herbert, es hat mir eine riesige Freude bereitet.

Da schwammen sie nun also. Blonde Koiguppy! Das Rot leuchtete richtig. Das Blond bei dem Weibchen war sehr intensiv. Das Männchen, eher einem schlechten Triangel gleichend, war rot bis lila leuchtend gefärbt, allerdings nicht so klar abgegrenzt wie das Weibchen.

Sie wurden in ein 40 li Becken zur Beobachtung eingesetzt. Nach ca. einerWoche trennte ich das Männchen vom Weibchen und gab zwei Triangel vollrote Weibchen aus der HAPE-Linie, sowie zwei Rundflosserweibchen aus der KempkensLinie dazu. Alles war bis dahin super. Das Weibchen, stark kannibalisch bekam nach ca. 20 Tagen Junge. Danach setzte ich das Männchen wieder zurück. Das Weibchen laichte nun im Rhythmus von 26-28 Tagen regelmäßig ab. Die Jungenzahl Lag zwischen 31 und 64 im Geschlechterverhältnis 50 zu 50%. Leider verstarb das Männchen plötzlich ca. 14 Tage nach dem zusammensetzen, ohne äußerlich erkennbare Anzeichen. Glück im Unglück hatte ich mit meinen weiteren angepaarten Weibchen. Alle waren befruchtet und anschließend geborenen Jungen glichen zu 90% den Koiguppy. Nur die Schwanzformen tendierten mehr zu Rundschwanz oder Triangel hin.

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Inzwischen schwimmen drei Linien in unserer Anlage. Farblich sind insbesondere die Weibchen echte Knaller. Mit Artemia, Cyclops und Farbfutter von Tropical gefüttert, ist das Rot wie das gelb des Blond sehr intensiv! Ich konnte bis jetzt bei noch keinem Jungfisch wie dem alten Weibchen Hautwucherungen oder abnormale Pigmenthäufungen feststellen. Es sind sehr vitale Guppys die bis jetzt weder Flossenklemmen nach Wasserwechsel, noch andere Krankheitsanfälligkeiten aufweisen. Der Koiguppy wird eine Bereicherung der vielen schon vorhandenen Farben und Mustern bei unseren Guppys sein. Insbesondere unsere Weibchen sind ein echter Hingucker. Ich ziehe den Hut vor den Züchtern die den Mut hatten diese Farbform zu kreieren. Ähnlich wie bei den Garnelen, kann ich mir hier, auch eine Schwarze Farbform gut vorstellen. Eine Graduierung wird es selbstverständlich auch geben- alleine um den Preis hoch zu halten. Für Ausstellungen kann dieser Farbschlag eine echte Bereicherung darstellen und neue Wege aufzeichnen. Wie so oft, sollte man sich nicht dem geschrieben oder geposteten Wort des InterNets verleiten lassen, Meinungen weiter zu geben ohne eigene Erfahrungen gesammelt zu haben. Für mich ist der Koiguppy in Blond eine echte Bereicherung unserer Szene und Erweiterung der Farbvielfalt unseres kleinen Pfleglings des Guppys. Man wird noch viel davon hören und sehen! Rolf Landvogt

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Moskau halbfiligran – immer noch viel begehrt Bericht und Bild: Gernot Kaden

Die ersten Exemplare dieser attraktiven

Farbform brachte Horst Schillat 1979, nach dem Besuch einer Moskauer Guppyausstellung, als Geschenk der Moskauer Guppyfreunde mit nach Berlin. Damals war sie sehr selten und außerhalb Moskaus wahrscheinlich unbekannt. Schillat brachte nur Männchen mit, die in der Flossenform etwa unserem Standard Triangel glichen. Der Vorderkörper, einschließlich des Kopfes zeigte, je nach Stimmung, von blass- bis zu schwarzblau alle Nuancen. Bei Wohlbefinden, bei der Balz, oder bei der Futteraufnahme wird der Vorderkörper

schwarzblau. Der hintere Körper, vom Rückenflossenansatz beginnend und die Schwanz- und Rückenflossen waren mit einem auffallenden, groben Filigranmuster (Snakeskin) bedeckt, welches sehr intensiv in den Farben Orange, Gelb und Dunkelblau leuchtete. Heute würde man dazu red Mosaik sagen, damals hieß es wohlklingend Teppichmuster. In Moskau wird diese Farbform Tschernota Golovka genannt, was ins Deutsch übersetzt Schwarzköpfchen heißt. Damals erregte die stimmungsabhängige Färbung des Vorderkörpers bei den Guppyzüchtern der DDR für viel Aufsehen und Interesse. Für die Weiterzucht wurden die mitgebrachten Männchen mit rotbunten (Schwanzflosse) Triangelweibchen aus der Zucht von Klaus Pröhl (Berlin) verpaart. Die männlichen Nachkommen aus dieser Verpaarung zeigten den blauen Vorderkörper und ein rotbuntes Snakeskinmuster auf dem Hinterkörper

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Sie ähnelten also sehr den männlichen Ausgangstieren. In der damaligen DDR fand dieser Farbschlag schnell eine größere Verbreitung unter den Guppyzüchtern und bald tauchte er in den Ausstellungsergebnislisten auf. Dafür wurde extra eine neue Farbgruppe ins Leben gerufen. In Anlehnung an das nur auf dem hinteren Körper sichtbare Filigran/Snakeskin wurde diese Gruppe Halbfiligran (in Österreich Halbsnakeskin) genannt. Bis etwa 1989 hielt sich diese Bezeichnung. Danach wurde in den Internationalen – Hochzuchtstandard (IHS) die Deckfarbe Moskau aufgenommen, allerdings ohne zu Beschreiben, wofür diese Bezeichnung eigentlich steht. Alle Farbschläge, die vermeintlich ihren Ursprung in Moskau hatten, wurden nun in diese Farbgruppe eingeordnet. 1986 gewann der Leipziger Guppyzüchter Ullrich Bruhns mit Triangel Grau Moskau halbfiligran die internationale Guppyschau in Dresden - Pillnitz. Ich kann mich an diesen Satz noch gut erinnern. Die Männchen waren ungewöhnlich groß, damals waren für die Körpergröße noch mehr als 28 mm gefordert, um die maximalen Punkte (8) für dieses Kriterium zu erzielen, und hatten mit ihrem gelben und feinen Filigran schon eine wesentlich andere Musterung als die Moskauer Ursprungstiere. Da ich damals auch schon mit diesem Farbschlag züchtete und verschiedene Kreuzungen durchgeführt hatte, wusste ich, dass diese Färbung durch den Einfluss eingekreuzter gelben Filigranweibchen entsteht. Ab 1990 erlangte Moskau halbfiligran eine europaweite Verbreitung. Die Färbung hatte sich allerdings zu einem roten Filigran verlagert, da die Züchter erkannt hatten, dass damit die besseren Formen der Schwanzflosse zu erzielen ist. Leider ist dadurch die ursprüngliche Färbung verloren gegangen. Bis 2000 wurde Moskau halbfiligran ausschließlich im Standard Triangel gezüchtet. Versuche von mir, die Farbe über Doppelschwertweibchen in den Standard

Doppelschwert einzukreuzen scheiterten mehrmals. Trotz Auslese über mehrere Generationen, blieben die Schwerter breit und keulenförmig. Mehr Erfolg hatte da Hans-Peter Neuse (Köln), der recht ansehnliche und im Standard gute Doppelschwert halbfiligran gezüchtet hat. 2003 entdeckte ich in einem Schwarm junger Nachzuchtmännchen ein Tier ohne Triangelflosse. Es hatte einen sehr schönen Rundschwanz. Vermutlich war durch ein Crossing over, das an der Triangelflosse beteiligte Gen DS verloren gegangen und es bildete sich dieser Kurzflosser aus. Durch mehrmalige Verpaarung mit Weibchen eines grauen Rundschwanz-stammes (Filigran) konnte ich diese Form festigen und ausstellen. Mittlerweile hat sich diese neue Zuchtform etabliert und ist auf fast jeder Ausstellung in Europa präsent. Auch nach Asien habe ich Tiere dieser Zuchtform exportiert. Versuche mit dem Standard Speerschwanz brachten bei mir akzeptable Ergebnisse. Dazu werden Rundschwanzmännchen mit Speerschwanzweibchen verpaart. Schon in der F1 kann mit guten Speerschwanzmännchen gerechnet werden. Diese werden dann mit Speerschwanzweibchen zurückgekreuzt und auf Form selektiert. Die Übertragung in andere Standards wie Fahnenschwanz oder Fächerschwanz dürfte kein Problem sein. Auch in Nadelschwanz und Spatenschwanz wird es möglich sein. Schwieriger ist die Übertragung in die Standards Oben - und Untenschwert. Dafür müssten Weibchen zur Verfügung stehen, die das Oben - bzw. Untenschwert vererben. Diese gibt es nach meinem Wissen nicht. Vererbt wird Moskau halbfiligran über die Männchen (Y- Chromosom), wobei eine Genkopplung vorliegt. Der dunkelblaue Kopf sowie gelbes Filigran wird gemeinsam vererbt. Testen kann man das durch Kreuzung mit Doppelschwertweibchen (am besten aus Wiener Smaragd Stämmen), die fast keine Farbe vererben.

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Über die Entstehung von Moskau halbfiligran kann leider nur spekuliert werden. Aufzeichnungen der Moskauer Guppyzüchter liegen höchstwahrscheinlich nicht vor. Ich vermute, dass Moskau halbfiligran seinen Ursprung in Filigranstämmen hat und durch Selektion oder Mutation entstanden ist. Viele Filigranstämme weisen unter dem Filigran, eine deutlich dunkelblaue und ebenfalls stimmungsabhängige Färbung auf. Am deutlichsten ist das bei verschiedenen filigranen Obenschwertstämmen zu sehen. Die blaue, stimmungsabhängige Färbung wird durch eine starke Konzentration von schwarzen Farbzellen (Makromelanophoren) und darüber liegendes Guanin erzeugt. Die Makromelanophoren sind sehr beweglich und können sich in kurzer Zeit zusammen -

oder auseinanderziehen. Die dunkle Blaufärbung wird beim auseinanderziehen hervorgerufen, während die helle Färbung beim zusammenziehen entsteht. Moskau halbfiligran lässt sich natürlich, neben Grau, auch mit anderen Grundfarben züchten. Interessante und farblich ansprechende Ergebnisse erzielt man mit den Grundfarben Pink und Gold. Weniger ansprechend sieht es mit der Grundfarbe Blau (keine gelben Farbzellen, deshalb wird Filigran nicht erzeugt) aus. Bei Albino und Blond ist wegen der fehlenden Macromelanophoren nur das glänzende Melanin und Filigran sichtbar. Wer dezente und nicht so spektakuläre Farben bevorzugt ist damit gut bedient.

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Eine Behandlungsmethode mit Chloramin-T gegen Kiemen- und Hautsaugwürmer

vor giftigen Dämpfen oder Resistenzen gegen den Wirkstoff haben zu müssen. Chloramin-T ist in der Apotheke rezeptfrei erhältlich. Selbst in Koiteichen wird das Pulver eingesetzt um diese Parasiten an wertvollen Kois zu bekämpfen.

Anwendung/Dosierung: Kiemen- und/oder Hautsaugwürmer leben ektoparasitisch auf der Haut und/oder den Kiemen von Fischen. Den Guppy können sowohl die eierlegenden Hakenwürmer der Gattung Dactylogyros als auch die lebendgebärenden Hakenwürmer der Ordnung Gyrodactylidae als Kiemenwurmplage infizieren. Solange die Umweltbedingungen stimmen und der Fisch nicht unter Streß steht kommen lebendgebärende Zahnkarpfen wie auch andere Fische einigermaßen gut mit diesen Parasiten zurecht. Ist der Fisch jedoch geschwächt oder steht unter permanenten Streß, vermehren sich die Parasiten schlagartig und schwächen das Wirtstier. Eine genaue Diagnose kann nur durch das Mikroskop mit einem Kiemenabstrich festgestellt werden.

1,5 g Chloramin-T/100 Liter Wasser. Bei eingerichteten Aquarien mit Bodengrund und bei Becken mit großen Biofiltern ist die Dosierung auf 2 g/100 Liter zu erhöhen. Das Pulver wird in warmem Wasser aufgerührt bis es in Lösung übergegangen ist. Nach spätestens 48 Stunden ist ein 30-50 prozentiger Wasserwechsel angebracht. Nach 3 Tagen Pause wird die Behandlung wiederholt. Und das ganze viermal, um auch alle Parasiten zu erwischen die aus den Eiern der Dactylogyros schlüpfen. WICHTIG: Eine Behandlung mit ChloraminT darf nur erfolgen wenn der pH-Wert des Aquarienwassers pH 7,5 und eine Karbonathärte von mindestens 10 °dH aufweist.

Dies ist alles schon lange bekannt und es gibt viele „Medikamente“ um diese Hautparasiten zu bekämpfen. Preis Coly, Flubenol 5%, Formalin 35 %, Masoten, Gyrodox, Xundix Combi um nur einige Produkte zu nennen, die Wirkung versprechen. Zu niedrige Dosen, abgebrochene und zu kurz angesetzte Behandlungszyklen oder komplett falsche Anwendungen ließen in der Vergangenheit oft Resistenzen entstehen.

Mit dem Desinfektionsmittel Chloramin-T (Tosylchloramid-Natrium-Trihydrat) kann man diese Kiemen- und Hautsaugwürmer sicher und wirksam bekämpfen ohne Angst

Gesunde Guppys sind vital und immer in Bewegung. Kiemen- und andere Hautsaugwürmer schwächen den Fisch und nutzen jede Chance um sich bei verschlechterten Haltungsbedingungen schlagartig zu vermehren und so den Fisch zu schwächen.

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Wirkungsweise: Chloramin-T spaltet in Wasser Hypochlorid (Chlorbleichlauge) ab, worauf die Hautparasiten schnell absterben. Kommt das abgespaltene Hypochlorid mit Säure in Verbindung entsteht Chlor, welches die Fische stark angreift. Die Fische vertragen die Zugabe des mittels ohne Probleme, Während der Behandlung darf nicht über Aktivkohle gefiltert werden und UV-Filter sind abzuschalten. Eine gute (eventuell zusätzliche) Belüftung des Wassers ist vorteilhaft um die angegriffenen Kiemen mit sauerstoffreichen Wasser zu versorgen. Nicht zu vergessen ist bei der ganzen Behandlung dass Zubehör wie Kescher, Eimer, Schläuche, Abdeckscheiben u.a. auch desinfiziert bzw. mit in das Behandlungswasser gegeben werden, um eine Reinfektion zu vermeiden.

Eine gesicherte Diagnose vom Fachmann (kiemenwurmabstrich unter dem Mikroskop) ist Grundlage für eine Behandlung der erkrankten Fische.

Michael J. Schönefeld, CAGD, DGLZ e.V. und Aquarien- & Terrarienfreunde Soest 1925 e.V.

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Dies ist die 6. Ausgabe des Online Magazins "Unszensiert". Herausgeber und Redaktion: Club aktiver Guppyzüchter Deutschlands c/o Dieter Kempkens, Gansweide 14, 65627 Elbtal Gestaltung und Layout Norbert van Treel hergestellt auf einem MAC mit Pages Kontakt zur Redaktion über: email@cagd-info.de Der Inhalt namentlich gekennzeichneter Beiträge spiegelt nicht zwingend die Meinung der Redaktion wieder. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Artikel wird keinerlei Haftung übernommen.

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Un(s)zensiert 2013/2 - Ausgabe 6  

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