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Neues aus Hannover:

Wie das Arbeitsamt

Weltfußballer des Jahres:

Doris Schröder-Köpf will in den Landtag – Seite 6

Musicalsängern

Zum dritten Mal in Folge wird Lionel Messi gekürt – Seite 18

hilft – Kultur, Seite 21

BERLIN, DIENSTAG, 10. JANUAR 2012 / 68. JAHRGANG / NR. 21 210

WWW.TAGESSPIEGEL.DE

BERLIN / BRANDENBURG 1,10 €, AUSWÄRTS 1,40 €, AUSLAND 1,60 €

Wulffs Anwalt: Antworten bleiben geheim

Finanzmarktsteuer

Berlin - Bundespräsident Christian Wulff verweigert die Herausgabe von Fragen und Antworten zu seiner Affäre. Dies teilte sein Anwalt Gernot Lehr, der die Fragen für Wulff beantwortet hat, dem Tagesspiegel mit. „Der im Mandantenauftrag geführte Schriftverkehr zwischen Anwälten und Dritten fällt unter die anwaltliche Verschwiegenheitspflicht. Aus diesem Grund sowie aus Gründen der praktischen Handhabbarkeit für alle Beteiligten ist eine zusammenfassende Stellungnahme erfolgt“, sagte Lehr. In seinem TV-Interview hatte Wulff gesagt: „Ich geb Ihnen gern die 400 Fragen, 400 Antworten.“ Wulffs Anwalt wies die Darstellung von „Bild“ zurück, der Präsident habe die Berichterstattung über die Affäre verhindern wollen. Mit seinem Anruf beim „Bild“-Chefredakteur habe er lediglich versucht, die Berichterstattung zu verschieben, sagte Lehr. Der Anwalt betonte, es sei die Entscheidung der „Bild“-Zeitung, ob sie die Mailboxnachricht veröffentlichen wolle. neu

Von Harald Schumann

Streit um Wachschützer an Schulen Berlin - Nach Abschaffung des privaten Wachschutzes sichern nun Langzeitarbeitslose gefährdete Schulen in Neukölln. Betroffene begrüßten die vom Jobcenter geförderten „Schulstreifen“, Kritiker sind der Ansicht, dass sie reguläre Jobs ersetzen und deshalb ungesetzlich sind. Neuköllns stellvertretender Bezirksbürgermeister Falko Liecke (CDU) forderte Innen- und Bildungssenat auf, eine Lösung für ganz Berlin zu erarbeiten. „Das haben die ehemaligen Senatoren Körting und Zöllner immer abgelehnt“, sagte er dem Tagesspiegel. Er hoffe, dass ihre Nachfolger da offener seien: „Für die Sicherheit der Schulen, der Schüler und Lehrer ist in erster Linie der Staat zuständig.“ das — Seite 12

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as Seltsame an der Wulff-Affäre ist die subtile Art, in der sie unser Privatleben zu kontaminieren beginnt. Nehmen wir nur einmal an, wir wollten mit Freunden kochen, ganz unschuldig, wie früher. Aber, zack, steht das Zitat im Raum, und wir denken: Möchten wir in einer Republik leben, in der alle zuerst an den Bundespräsidenten denken, bevor die Lasagne in den Ofen kommt? Wie würde Christian Wulff reagieren, wenn er hinsichtlich der Bratzeit einer Scholle abweichender Auffassung ist? Eine Mitteilung auf der Mailbox hinterlassen? Den Compliance-Beauftragten antraben lassen? Im Geldverkehr sieht es nicht viel anders aus. Jahre, ach was: Jahrzehnte haben wir uns mit dem Gefühl zufriedengegeben, dass der Dispo eine zwar lästige, aber doch irgendwie unausweichliche Begleiterscheinung des bürgerlichen Lebens sei, der Rubikon zwischen dem Besser- und dem Gutverdiener. Nun erfahren wir: Es gibt dort draußen bei den Banken den „rollierenden Geldmarktkredit“, eine segensreiche Einrichtung, die sich den Wünschen des Bankkunden anpasst wie ein Handschuh – also exakt das verkörpert, was uns die

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Überraschungsgast. Die Frau des Bundespräsidenten, Bettina Wulff, besuchte am Montag den Neujahrsempfang des „Hamburger Abendblatts“, das wie „Bild“ im Springer-Verlag Foto: Christian Charisius/dpa erscheint. Mit dem „Bild“-Chefredakteur liefert sich Christian Wulff gerade eine Auseinandersetzung um die Veröffentlichung seiner Mailboxnachricht.

Paris drückt bei Börsensteuer aufs Tempo Auch Merkel für Abgabe auf Finanzgeschäfte – aber die FDP blockiert / Sarkozy plant notfalls Alleingang Von Albrecht Meier Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für die Einführung einer Steuer auf Finanzgeschäfte im Kreis der 17 Euro-Länder ausgesprochen. Nach einem Treffen mit dem französischen Staatschef Nicolas Sarkozy sagte die Kanzlerin am Montag in Berlin, sie „persönlich“ könne sich in der Euro-Zone eine solche Steuer vorstellen. Merkel gab aber zu, dass sich die Bundesregierung über die umstrittene Finanztransaktionssteuer noch nicht einig ist. Die FDP beharrt darauf, dass die Steuer nicht nur in der Euro-Zone, sondern in der gesamten EU eingeführt werden müsse. Die Liberalen befürchten anderenfalls eine Verlagerung von Finanzgeschäften nach London. Zuvor hatte Sarkozy erwogen, dass Frankreich bei der Einführung der Trans-

Matthies meint

Zwei Männer und ihre Hände

Banken in den TV-Spots immer nur vorlügen. Rollierend! Klingt für mich irgendwie nach dicken, satten Katzen, viel flauschiger als „Dispo“. Es existiert also, das richtige Leben im falschen, nur ist es furchtbar schwer,

aktionssteuer notfalls einen Alleingang unternimmt, falls weitere EU-Staaten nicht mitziehen wollen. Nach dem Treffen mit Merkel bekräftigte Sarkozy, der in diesem Jahr als französischer Staatschef wiedergewählt werden will, noch einmal seine Haltung. „Wenn wir nicht mit gutem Beispiel vorangehen, dann wird nichts daraus“, sagte Sarkozy mit Blick auf die Abgabe auf Finanzgeschäfte. Merkel lehnt allerdings einen derartigen Alleingang ab. Es sei „die Priorität unserer Diskussion“, die Steuer in allen 27 EUStaaten einzuführen, sagte ihr Sprecher Steffen Seibert. Merkel und Sarkozy bekräftigten zudem, dass Griechenland trotz der angespannten Finanzlage weiter in der EuroZone bleiben solle. Allerdings müsse Athen die Auflagen der Geldgeber erfüllen, forderte die Kanzlerin. Die soge-

hineinzukommen. Es reicht eben nicht, hektisch zwischen Twitter und Facebook und Google plus nach Kontakten zu suchen, weil all diesen Kommunikationsformen das Wichtigste fehlt: die Handschlagqualität. Sie ist, darauf hat Wulff hingewiesen, das Bindemittel echter Geschäfte. Keine 20 Kopien, kein Sekretariat, kein Mitternachtsnotar, nur zwei Männer und ihre Hände, die sie ineinander fest verschränken zum Zeichen, dass alles gut sei. Überraschenderweise, so haben wir weiter gelernt, geht das sogar telefonisch und unterscheidet das Sinnbild stark von der Faustschlagqualität, die den unmittelbaren Kontakt zwingend voraussetzt und auf Dissens, wenn nicht gar Zank hinausläuft. Dann nämlich herrschte Krieg, dann befänden wir uns in Stahlgewittern – anhaltenden Leiden in den Schützengräben, aber auch einem Vorgang der Grundreinigung. Der Präsident hat das Wort „Stahlgewitter“ für seine Lage gewählt und die Hoffnung geäußert, das sei in einem Jahr vergessen. Der Erste Weltkrieg war etwas länger. Aber ist er je bis Großburgwedel vorgedrungen? Dort kochen sie immer nur, mit Freunden.

nannte Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds verlangt unter anderem, dass der öffentliche Dienst in Griechenland bis zum Jahr 2015 um 150 000 Beschäftigte verkleinert wird. Damit die Griechenland-Krise nicht auf andere Staaten der Euro-Zone übergreift, bemühen sich Merkel und Sarkozy zudem weiter um eine Stärkung der Euro-Krisenfonds. Sarkozy bekräftigte die Bereitschaft Frankreichs und Deutschlands, dass die Kapitalausstattung des dauerhaften Krisenfonds ESM mit der Summe von 80 Milliarden Euro beschleunigt werden soll. Der dauerhafte Krisenfonds soll früher als ursprünglich geplant starten und bereits Mitte dieses Jahres in Kraft treten. Merkel und Sarkozy wiesen zudem darauf hin, dass die Europäische Zentralbank das Management des künfti-

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INDEX

WIRTSCHAFT & BÖRSEN Zurückhaltende Anleger: Der Dax verlor 0,7 Prozent auf 6017 Punkte.

gen Rettungsschirms ESM und des gegenwärtigen Krisenfonds EFSF übernehmen soll. Eine stärkere Rolle der EZB bei der Stabilisierung von Defizitstaaten in der Euro-Zone gilt in den Augen zahlreicher Anleger als entscheidendes Signal zur Entschärfung der Schuldenkrise. Während Anleger in den Krisenstaaten zum Teil erhebliche Zinsen für den Kauf von Staatsanleihen verlangen, haben Investoren der Bundesrepublik am Montag bei der Ausgabe von Schuldpapieren Geld geschenkt. Nach Angaben der Bundesbank verzichteten Geldgeber auf einen Zins für deutsche Staatsanleihen. Stattdessen zahlten sie bei einem negativen Zinssatz von -0,0122 Prozent beim Kauf von Papieren mit sechsmonatiger Laufzeit eine Prämie. — Seiten 2 und 15

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Angeblich mehrere Interessenten für Pleitefirma Solon

13–15

WETTER

........................................... 2 Anfangs ist es noch trübe. Später wird es heller, und die Sonne zeigt sich. 5 /2 Aussichten: Mittwoch und Donnerstag werden grau, das Wochenende könnte etwas freundlicher werden.

SPORT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17, 18 TAGESTIPPS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 MEDIEN/TV-PROGRAMM . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 IMPRESSUM & ADRESSEN . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 LESERBRIEFE@TAGESSPIEGEL.DE TEL. REDAKTION . . . . . . . . . . . . (030) 29021 - 0 TEL. ABO-SERVICE . . . . . . (030) 29021 - 500 TEL. SHOP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (030) 29021 - 520 TEL. TICKETS . . . . . . . . . . . . . (030) 29021 - 521 ISSN 1865-2263

20002

Foto: dpa

— Seiten 4, 23 und Meinungsseite

Sinnvoll und gerecht

Berlin - Der Überlebenskampf des zahlungsunfähigen Berliner Solarmodulherstellers Solon geht in die entscheidende Runde. Der Mitte Dezember bestellte Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg sagte dem Tagesspiegel am Montag, er habe zu fast 50 Investoren Kontakt gehabt, die daran interessiert sein könnten, zumindest Teile des Unternehmens zu übernehmen. Geblieben sei „eine Handvoll potenzieller Investoren“, die nun Einblick in die vertraulichen Geschäftsdaten bekommen. Bei ihnen sehe er ein ernsthaftes Interesse. Die Bewerber aus dem In- und Ausland müssten bis Ende Januar ein bindendes Angebot abgeben, sagte er. „Ich sehe durchaus Chancen, einen starken Partner für Solon zu finden.“ Die Produktion am Standort Berlin steht derweil noch mindestens bis Sonntag still. kph

4 190662 201405

— Seite 15

s gibt politische Forderungen, die sind so naheliegend, dass völlig unverständlich scheint, warum sie nicht längst umgesetzt sind. Dazu zählt auch die Einführung einer Umsatzsteuer im Handel mit Wertpapieren. Bei jedem Einkauf, gleich ob es um Brötchen oder Immobilien geht, werden europaweit Abgaben an den Fiskus fällig. Doch ausgerechnet die Akteure auf den Finanzmärkten, die wesentlich zur Aufblähung der Staatsverschuldung beigetragen haben, sind bis heute von Umsatzsteuern weitgehend befreit. Und das, obwohl schon eine Abgabe von nur 0,05 Prozent auf alle Finanzmarktumsätze in der EU mehr als 300 Milliarden Euro pro Jahr in die europäischen Staatskassen spülen würde. Dass es eine solche Finanztransaktionssteuer dennoch nicht gibt, hat nur einen Grund: Bisher gelang es den Lobbyisten der Geldbranche stets, die Staaten gegeneinander auszuspielen, indem sie für den Ernstfall mit der Verlagerung ihrer Geschäfte in steuerfreie Länder drohten. Mit den Regierungen in London und Washington finden sie dafür auch stets willige Unterstützer, gleichvon welcher Parteisie gestellt werden. Die Londoner City und die Wall Street bleiben umsatzsteuerfrei. Trotzdem stehen die Chancen für die ebenso sinnvolle wie gerechte Steuer besser denn je. Den Weg dahin weist der im September vorgelegte Gesetzesvorschlag der EU-Kommission. Demnach würde die Transaktionssteuer nach dem Wohnsitzland desjenigen erhoben, der das Kapital für den jeweiligen Wertpapierkauf stellt. Die bloße Verlagerung der Transaktion an einen anderen Finanzplatz würde dann wenig bringen, weil ein Wohnortwechsel weit mehr Kosten verursachen würde als die kleine Umsatzsteuer. Natürlich müssten die Finanzinstitutionen und die Behörden in den steuerfreien Ländern kooperieren. Aber schon die Staaten der Euro-Zone hätten gemeinsam genügend Gewicht, um dies durchzusetzen. Kein Finanzinstitut kann es sich leisten, von allen Geschäften in Euro abgeschnitten zu werden – eine Sanktion, die über die benötigte Banklizenz und Zulassung zur Europäischen Zentralbank leicht umzusetzen wäre. Vor diesem Hintergrund ist die Ankündigung des französischen Präsidenten Sarkozy, die Steuer notfalls auch im nationalen Alleingang einzuführen, ein wenig ernst zu nehmendes Manöver im Rahmen seines Wahlkampfs um die Präsidentschaft. Zwar könnte sich auch Frankreich als Einzelstaat auf die Grundsätze des europäischen Rechts berufen und von der Regierung in London die Zusammenarbeit beim Eintreiben der Steuer für dort handelnde französische Investoren fordern. Doch spätestens bei der Verlagerung des Geschäfts nach New York wäre Frankreichs Arm zu kurz. Umso dringender aber sollten die vielen übrigen Befürworter in der EU das Vorhaben jetzt vorantreiben. Dazu gilt es, frühzeitig eine Entscheidung des Rates der Finanzminister über den Kommissionsvorschlag herbeizuführen und nach dem erwarteten britischen Veto sogleich die Arbeiten für die Übertragung auf die Euro-Zone aufzunehmen. Den Widerstand ihrer Koalitionspartner von der FDP braucht Kanzlerin Merkel dabei nicht zu fürchten. Schließlich geht es um ein zentrales Vorhaben zur Stabilisierung der Euro-Staaten. Vor die Alternative gestellt, entweder die Regierung zu verlassen oder eine von breiten Mehrheiten getragene Mini-Steuer zu unterstützen, werden die Liberalen nachgeben müssen. Allein mit den Wählern aus der Finanzbranche ist die Fünfprozenthürde nicht zu nehmen.

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27.05.2011 11:47:20 Uhr


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Fragen DES TAGES

DER TAGESSPIEGEL

FISKALPAKT Die meisten wollen mitmachen So viel ist sicher: Großbritannien wird beim neuen europäischen Fiskalpakt, mit dem sich die beteiligten Staaten zu einem eisernen Sparkurs verpflichten wollen, nicht mitmachen. Beim letzten EU-Gipfel im Dezember hatte der britische Regierungschef David Cameron das Vorhaben von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) torpediert, den geplanten Pakt im Kreis aller 27 EU-Staaten auszuhandeln. Am Montag traf sich Merkel mit Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy im Kanzleramt und zog dabei auch eine Zwischenbilanz zu den bereits angelaufenen Verhandlungen über den Fiskalpakt, der nun wegen des britischen Vetos als zwischenstaatlicher Vertrag zustande kommen soll. Bereits beim nächsten EU-Gipfel am 30. Januar, spätestens aber im März könne die Vereinbarung über den neuen Fiskalpakt stehen, erklärte die Kanzlerin. Wie viele EU-Länder sich dabei dazu verpflichten wollen, Schuldenbremsen in ihren Verfassungen zu verankern und quasi-automatische Sanktionen gegen Defizitsünder mitzutragen, ist noch offen. Angestrebt wird zunächst einmal, dass alle 17 Euro-Länder mitmachen. Schwierigkeiten könnten sich dabei allerdings in Irland auftun, falls dort zusätzlich eine Schuldenbremse in der Verfassung verankert würde. In diesem Fall könnte ein Referendum über den Fiskalpakt auf der Grünen Insel nötig werden – mit ungewissem Ausgang. Auch im Euro-Mitgliedstaat Finnland gibt es Bedenken gegen einen möglichen Transfer von Hoheitsrechten an die EU. Neben den Ländern, die über die Gemeinschaftswährung verfügen, könnten sich zudem maximal neun Nicht-Euro-Staaten dem Fiskalpakt anschließen. Allerdings gibt es auch hier Vorbehalte. So pocht Ungarns Regierungschef Viktor Orban darauf, dass das Parlament in Budapest in die Entscheidung eingebunden werden muss. Auch Schwedens Regierungschef Fredrik Reinfeldt ließ schon während des EU-Gipfels im Dezember seine Skepsis angesichts des geplanten Paktes erkennen. Und in Tschechien will Regierungschef Petr Necas die Details der Vereinbarung abwarten, bevor er über eine mögliche Zustimmung entscheidet.

Merkel und Sarkozy wollen die anderen EU-Staaten für einen Fiskalpakt begeistern. Doch nicht alle finden die Idee gut. Worüber diskutiert Europa? Von Albrecht Meier

FINANZTRANSAKTIONSSTEUER Sarkozy will vorangehen Am vergangenen Freitag hatte Sarkozy seine europäischen Partner mit der Nachricht überrascht, er wolle bis Ende des Monats darüber entscheiden, ob sein Land die Steuer auf Finanzgeschäfte notfalls im Alleingang einführen werde. Mit der Steuer könnten der Hochfrequenzhandel, der zu erheblichen Börsenschwankungen führen kann, und Spekulationen gegen einzelne Euro-Staaten eingedämmt werden. In Berlin bekräftigte Sarkozy, dass sich Frankreich bei der Einführung der Steuer an einem Vorschlag der EU-Kommission orientieren wolle. Danach sollen Geschäfte mit Aktien und Anleihen mit einem Steuersatz von 0,1 Prozent belegt werden, beim Derivatehandel sollen 0,01 Prozent fällig werden. Die EU-Kommission strebt zudem an, dass die Milliardeneinnahmen, die durch die Finanztransaktionssteuer hereinkommen sollen, zwischen der Brüsseler Behörde und den Mitgliedsländern aufgeteilt werden. Mit seiner Ankündigung hat der Präsident unter seinen Landsleuten nun die Erwartung hochgeschraubt, dass die Steuer zumindest in Frankreich eingeführt werden könnte. Auch Frankreichs Opposition steht grundsätzlich hinter dem Vorhaben, kann sich aber eine gewisse Häme gegenüber Sarkozy nicht verkneifen. So sprach die ehemalige Präsidentschaftskandidatin der Sozialisten, Ségolène Royal, am Montag von einem „Bluff“ Sarkozys, weil der französische Staatschef nach ihrer Meinung schon viel früher hätte Nägel mit Köpfen machen sollen. Dennoch befürwortete sie die Einführung der Steuer auf Finanzgeschäfte. Allerdings gab Ségolène Royal zu bedenken, dass ein Alleingang Frankreichs wenig Sinn ergebe, „weil die Finanzwelt globalisiert ist“.

WACHSTUM UND ARBEITSPLÄTZE EU-weiter Lerneffekt soll ausgelöst werden Beim nächsten EU-Gipfel Ende des Monats wollen die Staats- und Regierungschefs in erster Linie darüber beraten, wie das Wachstum in den EU-Staaten wieder angekurbelt werden kann. In den EU-Ländern wird nicht nur konsequent gespart, sondern es sollen auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden – das ist die Botschaft, die sich Merkel, Sarkozy und Co. vom nächsten Gipfel erhoffen. Im Sinne eines EU-weiten Lerneffektes hätten Deutschland und Frankreich vorgeschlagen, eine Übersicht über die unterschiedlichen gesetzlichen Arbeitsmarktregelungen in der EU zu erstellen, sagte die Kanzlerin. Sarkozy ist auf wirtschaftliches Wachstum dringend angewiesen, wenn er seine Chance wahren will, im Frühjahr erneut zum Präsidenten gewählt zu werden. Die ökonomischen Vorzeichen sind denkbar schlecht: Vergangene Woche meldete das französische Statistikamt Insee, dass die Laune der Verbraucher im Lande im Dezember unverändert schlecht gewesen sei. Bereits im vergangenen Monat hatte Insee festgestellt, dass Frankreich im letzten Quartal 2011 in die Rezession gerutscht ist. Auch für das erste Quartal 2012 wird ein leichter Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,1 Prozent vorhergesagt. Die Arbeitslosenquote könnte in diesem Jahr die Zehnprozentmarke überschreiten – das wäre eine desaströse Bilanz für Sarkozy. Merkel kann die Wachstumsdiskussion hingegen entspannter angehen. Zwar wird auch die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung des DIW-Instituts im laufenden Jahr nur um 0,6 Prozent wachsen. Dennoch wird erwartet, dass sich am deutschen Beschäftigungsboom nichts ändert – die Arbeitslosenquote betrug 2011 im Schnitt 7,1 Prozent.

Berlin und die Ostsee

Waren/Müritz 5/3 Prenzlau 5/3 Schwedt 5/3 Berlin

Rathenow 6/3

Berlin

7/7

Frankfurt/Oder 5/2

Brandenburg 6/3 Luckenwalde 6/2

Lübben 6/1

Finsterwalde 5/1

Cottbus 5/1

HEUTE IN BERLIN

Der Dienstag startet in Berlin und Umgebung mit dichten Wolken, und mitunter sind am Morgen noch letzte Regentropfen dabei. Bereits im Laufe des Vormittags lockern die Wolken ein wenig auf, und in der Folge zeigt sich dann spärlich auch die Sonne. Die Temperaturen steigen bis zum Nachmittag auf etwa 6 Grad an. Wind: Der Wind weht anfangs

Do

Fr

Sa

Kiel 6/4

Rostock 5/4

Hamburg 7/4 Bremen 6/5 Hannover 6/4

Magdeburg 6/2

Dortmund 6/5

noch mäßig aus West mit Windstärke 4, lässt aber zum Abend hin nach. Biowetter: Anfangs überwiegen oft noch die negativen Biowetterreize. Sowohl die Leistungs- als auch die Konzentrationsfähigkeit liegen unter den individuellen Werten. Kopfschmerzen sind ebenfalls witterungsbedingt möglich. Zeitweiliger Sonnenschein tagsüber hebt die Stimmung.

7/2

5/0

4/-2

Köln 7/5

GESTERN IN BERLIN Schwefeldioxid 2 µg/m3 (maximal 350) Tegel Mitte Tempelhof Dahlem Schönefeld Potsdam

2.4 2.6 2.7 2.1 2.1 2.1

7.2 4.3 4.5 3.9 4.4 3.5

0 0 0 0.1 0.2 0

0 0 0 0 0 0.2

Berlin 5/2

Leipzig 5/1

Eberswalde 5/2

Potsdam 6/2

5/2

Mi

Sonnenstunden vorgestern

Wittenberge 6/3

Mittwoch und Donnerstag sind meist trüb mit zeitweiligem Nieselregen. Mäßiger, milder Westwind bringt Tageshöchsttemperaturen um 8 Grad. Ab Freitag legt der Nordwestwind wieder zu, und Regenschauer ziehen über die Stadt. Die Nachmittagstemperaturen liegen um 4 Grad.

Niederschlag bis 12 Uhr (mm)

Neuruppin 6/3

Baschar al Assad ist am Ende, die syrische Tragödie noch lange nicht. Der skrupellose Präsident hat keine Chance mehr, seine Macht noch zu retten und die innere Lage wieder zu befrieden. Stattdessen scheinen er und seine Clique entschlossen, in ihrem aussichtslosen Kampf das ganze Volk mit in den Abgrund zu reißen. Seit zehn Monaten rebellieren Hunderttausende Bürger nun schon gegen die Tyrannei der Baath-Partei. Was als friedlicher Massenprotest in über 50 Städten begann, entwickelt mittlerweile immer stärkere Züge eines bewaffneten Aufstands. Wehrpflichtige und Unteroffiziere desertieren in Scharen, ein zweiter General ist zur „Freien Syrischen Armee“ übergelaufen. Täglich gibt es Gefechte mit loyalen Truppenteilen und Hinterhalte auf Überlandstraßen. Selbst die großen Städte Aleppo und Damaskus haben nur noch stundenweise Strom. Zehntausende Familien müssen in kalten Wohnungen ausharren und haben kein Gas zum Kochen. Die Krankenhäuser sind überlastet, Fabriken geschlossen, es fehlt an Diesel, Benzin und Lebensmitteln. Die Sanktionen der Vereinigten Staaten, Europäer und Türken zeigen also Wirkung, dennoch agiert die internationale Gemeinschaft unverändert zerstritten und ratlos. Niemand hat bisher ein kohärentes Rezept präsentiert, wie dem mordenden Regime nach 6000 Toten das Handwerk gelegt und ein halbwegs friedlicher Machtübergang von außen unterstützt werden könnte. Seit Monaten hüllen sich die Vereinten Nationen in beschämendes Schweigen, weil Russland und China die Verurteilung des Despoten Assad blockieren. Stattdessen schickte Moskau dieser Tage demonstrativ eine Flottille mit Flugzeugträger zum Freundschaftsbesuch nach Tartus. Aber auch die Arabische Liga wirkt kraftlos, ja sogar amateurhaft. Ihre Beobachter werden vor aller Augen vom Regime in Damaskus an der Nase herumgeführt und lächerlich gemacht. Trotz syrischer Unterschrift war der arabische Friedensplan von Anfang an nur Makulatur. Präsident Assad hatte nie die Absicht, das Schießen zu beenden, die Gefängnisse zu öffnen oder gar mit der Opposition zu verhandeln. Der Abzug aller Streitkräfte aus den Wohnvierteln würde

Frankfurt 6/0

Erfurt 5/2

Dresden 6/2

Nürnberg 5/0 Stuttgart 8/1

Saarbrücken 7/3

München 4/-1 Freiburg 7/0

385 cm keine Meldung 80 cm 65 cm

SONNE & MOND 08:13 16:14

07.02.

18:02 23.01. 08:28 Namenstage: Paulus, Léonie

16.01. 31.01.

HEUTE IN DEUTSCHLAND

Am Vormittag halten sich noch verbreitet Wolken, und vor allem vom Saarland bis nach Nordrhein-Westfalen regnet es leicht, in Alpennähe mäßig stark. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 300 und 700 Metern. Sonst verläuft bereits der Vormittag meist

In Mitteleuropa klingt der Störungseinfluss ab, von Westen her nimmt der Hochdruckeinfluss, ausgehend von Hoch Axel, zu und lässt die Regenund Schneeschauer im Tagesverlauf abklingen. In Westeuropa ist es bereits überwiegend sonnig, von den Britischen Inseln bis nach Spanien und Portugal zeigt sich der Himmel wolkenlos oder gering bewölkt. Turbulentes Wetter herrscht weiterhin im östlichen Mittelmeerraum, so gehen etwa auf Kreta und Zypern sowie entlang der türkischen Südküste heftige Regengüsse mit eingelagerten Gewittern nieder. Im ägäischen Raum ist überdies mit heftigen Windböen zu rechnen.

dezu irakischen Racheorgien entladen könnte. Über 600 Menschen wurden bisher zu Tode gefoltert. Fast jede Großfamilie hat inzwischen ein Mitglied im Gefängnis oder grün und blau geschlagen mit ausgerissenen Fingernägeln aus Assads Verließen zurückbekommen. Abwenden ließe sich dieses Drama der nationalen Selbstzerstörung nur noch, wenn Teile der politischen Elite sich bald entschließen, mit dem Regime zu brechen und die politische Verständigung mit der Opposition zu suchen. In Kairo gab kürzlich ein abtrünniger, hoher Regierungsbeamter per Fernsehinterview erste aufschlussreiche Einblicke in die zunehmend schwankende Gemütslage der damaszenischen Machtzirkel. Noch regiert die Angst, scheinen die Ränge hermetisch geschlossen. Doch es mehren sich die Anzeichen, dass Assads Machtapparat von innen heraus zu bröckeln beginnt. Für Syriens Menschen wäre das ein erster Schimmer der Hoffnung.

Gewalt auch nach Umsturz Auch nach dem Sturz mehrerer nordafrikanischer Regierungen ist die Bevölkerung der Region laut Amnesty International weiter brutaler Gewalt ausgesetzt. So hätten die Menschenrechtsverletzungen in Ägypten nach dem Rücktritt von Regierungschef Mubarak sogar zugenommen, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Organisation. Und in Libyen scheine der regie-

rende Übergangsrat nicht in der Lage, die Bevölkerung vor bewaffneten Rebellen zu schützen. Die neuen Regierungen versuchten, sich vor den Reformen zu drücken, sagte Ruth Jüttner, Amnesty-Expertin für Nahost und Nordafrika. Die Forderungen der Bevölkerung würden ignoriert oder mit Gewalt beantwortet. In Syrien sei aber die Lage nach wie vor am schlimmsten. Mit gezielten Tötungen

T

trocken. Spätestens am Nachmittag ist dann verbreitet mit trockenem Wetter zu rechnen, und auch die Wolken lockern auf. Der Wind kommt meist schwach bis mäßig aus westlichen Richtungen. Die Temperaturen steigen auf 2 bis 8 Grad.

Reykjavik -1

DEUTSCHLAND

DOTA

T BIBIANA

Helsinki St. Petersburg Stockholm -6 -4 -4 Moskau Riga -2 Kopenhagen 0 5 Wilna -2 Berlin Warschau 5 2 Brüssel 8 CELINE Zürich Wien 7 6 Budapest Venedig 2 Bukarest 6 Cannes 5 Dubrovnik 13 Rom Sofia Istanbul 9 12 1 6 Oslo -3

Dublin 11 London 11 Paris 10

T

H

AXEL Bordeaux 11

Lissabon Madrid 12 14 Malaga 15 Las Palmas 18

Westeuropa bleibt in den kommenden Tagen unter Einfluss des Hochs Axel und hat somit mit meist trockenem und oft auch sonnigem Wetter zu rechnen. Bis inklusive Donnerstag gehen im östlichen Mittelmeer noch kräftigeRegengüsseund Gewitternieder. Auch Skandinavien wird von Störungszonen überquert ,und somit ist auch dort mit vielen Wolken zu rechnen.

H Hochdruckzentrum

Palma 15 Algier 15

Athen 9

Tunis 15

T

Antalya 13

Warmfront

Kaltfront

Mischfront

Schauerlinie

WASSERTEMPERATUREN Nordsee Ostsee Biskaya Adria Ägäis Schwarzes Meer

und Folter versuchten Militär und Geheimdienst seit Monaten, den Protest niederzuschlagen. Bis Ende 2011 verzeichnete Amnesty mehr als 200 getötete Gefangene. Das sei selbst für syrische Verhältnisse extrem. Die Unterstützung von Afrikanischer Union, Arabischer Liga und EU für die Menschen im Mittleren Osten und Nordafrika sei „uneinheitlich und unbeständig“. epd

Reisewetter

T Tiefdruckzentrum

AUSSICHTEN

SCHNEEHÖHEN Zugspitze Brocken Feldberg Fichtelberg

Brennende Wut. Anti-Assad-Proteste Foto: Reuters in der syrischen Stadt Idleb.

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AMNESTY-BERICHT

WETTERLAGE

Temperatur um 14 Uhr

Pritzwalk 5/3

Von Martin Gehlen, Kairo

die Kontrolle des Regimes in ganzen Landstrichen sofort zusammenbrechen lassen und den Aufstand binnen Tagen in das Herz von Damaskus tragen. Und dennoch konnte sich der arabische Staatenbund am vergangenen Wochenende in Kairo nicht entschließen, seine Beobachtermission an die UN-Menschenrechtskommission abzutreten und ihr damit globale Legitimität zu verleihen. Syriens Machtapparat ist nach vier Jahrzehnten innerer Verrottung nicht mehr reformierbar. Jede politische Konzession an die Aufständischen würde das gesamte verknöcherte System sofort zum Einsturz bringen. Und so taumelt das Land immer mehr in eine tragische Zwickmühle, die Wahl zwischen einem kleinen oder großen Bürgerkrieg. In der Bevölkerung hat sich mittlerweile ein so großer Hass angestaut gegen das Regime und seine bestialischen Schergen, dass er sich nach dem Sturz des Assad-Clans in gera-

Europa

AUSSICHTEN

Tiefstwert bis 8 Uhr

Schwerin 6/4

Heringsdorf 4/4

Rostock 5/4

Seit zehn Monaten kämpfen Aufständische in Syrien gegen die Diktatur von Baschar al Assad. Wie groß ist die Chance auf baldigen Frieden?

Deutschland

10. 01. 2012 Kühlungsborn 5/4

Bröckelnde Macht

Markt der Möglichkeiten ?

GRIECHENLAND Merkel spricht von „Sonderfall“ Die Probleme des alten Jahres bleiben auch 2012 aktuell. Zu dieser Einsicht konnten Merkel und Sarkozy auch während ihres Treffens im Kanzleramt gelangen. Denn während sie in Berlin tagten, wandte sich Athens Regierungssprecher Pantelis Kapsis im griechischen Fernsehen mit einem dramatischen Appell an die Öffentlichkeit „Wir müssen jetzt handeln. Wir haben keine Zeit mehr“, sagte er und forderte seine Landsleute auf, sich auf noch drastischere Einschränkungen gefasst zu machen. Die Geldgeber Griechenlands, deren Auflagen von der „Troika“ aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) formuliert werden, fordern weitere Einschnitte. Dazu zählen offenbar eine Verkleinerung des öffentlichen Dienstes um 150 000 Beschäftigte bis zum Jahr 2015, eine Kürzung der Gehälter um 20 Prozent in der Privatwirtschaft und die Abschaffung des Mindestlohnes von 751 Euro. Die Mahnung des griechischen Regierungssprechers, die Forderungen der Troika zu erfüllen und den Gürtel noch enger zu schnallen, hatte ihren guten Grund: Am Wochenende war ein Papier des IWF bekannt geworden, demzufolge auch die bisherigen EU-Beschlüsse zur Griechenland-Rettung nicht ausreichend sein werden. Auch Merkel und Sarkozy machten keinen Hehl daraus, dass die Lage weiterhin ernst ist. Die Kanzlerin sprach mit Blick auf die Schieflage Griechenlands von einem „Sonderfall“ innerhalb der Euro-Zone, erklärte aber gleichzeitig: „Wir wollen, dass Griechenland im Euro-Raum bleibt.“ Allerdings müsse das Mittelmeerland den Verpflichtungen der Troika nachkommen, betonte die deutsche Regierungschefin. Sarkozy bemühte hingegen eine etwas eindringlichere Rhetorik, um die Ansteckungsgefahren zu beschreiben, die von Griechenland für den Rest der Euro-Zone ausgehen. „Die Situation ist angespannt – vielleicht wie noch nie in der Euro-Zone“, sagte der französische Staatschef.

Göhren 4/4

NR. 21 210 / DIENSTAG, 10. JANUAR 2012

6˚ 5˚ 13˚ 13˚ 16˚ 7˚

Westliches Mittelmeer Östliches Mittelmeer Algarve Kanarische Inseln Karibik Thailand

Auf unserer Internetseite: Das neue Berlin-Wetter – mit der Wetterlage und den Aussichten für jeden einzelnen Berliner Bezirk. Zu finden unter: www.tagesspiegel.de/wetter

13˚ 18˚ 13˚ -˚ 27˚ 28˚

Aachen Bonn Brocken Düsseldorf Feldberg/Schw. Fichtelberg Garmisch-P. Hof Karlsruhe Konstanz Passau Schwerin Sylt Trier Weimar Würzburg Zugspitze

stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt wolkig leichte Schneeschauer wolkig stark bewölkt stark bewölkt leichte Regenschauer heiter wolkig stark bewölkt stark bewölkt bedeckt leichte Schneeschauer

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EUROPA UND DIE WELT Amsterdam Barcelona Bern Djerba Eilat Genf Hongkong Innsbruck Jerusalem Kapstadt Kairo Korfu Kreta Larnaca Los Angeles Mailand Malta Miami New York Palermo Peking Prag Reykjavik Salzburg St. Moritz Sydney Tel Aviv Tokio Zermatt

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Quelle: mowis GmbH / www.mowis.com

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DIENSTAG, 10. JANUAR 2012 / NR. 21 210

DIE DRITTE SEITE

Aufbaupläne. Israelische Arbeiter studieren Pläne für den Neubau von 50 Häusern in Ariel, das war Ende 2010.

Von Fredy Gareis, Ariel

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ür Ron Nachman ist Baulärm Musik in den Ohren. Baulärm, das bedeutet neue Wohnungen, neue Häuser in einem Gebiet, in dem es sie nach Meinung vieler nicht geben dürfte, aber für den Bürgermeister von Ariel, der sich um die Meinung der anderen nicht kümmert, bedeutet der Krach, dass er recht hat. Immer schon recht gehabt hat. Ariel ist eine Siedlung im Westjordanland. Aber es ist auch viel mehr als das. Eine jüdische Stadt auf palästinensischem Territorium, ein Ausrufezeichen. Um zu verstehen, warum der Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern seit Jahren feststeckt, muss man sich in die Hügel des Westjordanlandes und nach Ariel begeben, wo Ron Nachman in seinem Büro, einer Art Container, auf einen wartet und findet, dass es in Ariel derzeit viel zu leise zugeht. Nur 227 Einheiten hat die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bewilligt. Viel zu wenig, sagt Nachman. „Ein Baustopp wird keinen Frieden bringen, niemals“, sagt er und haut auf den Tisch. Das sieht die Welt anders. Die Siedlungsprojekte Israels gelten als Hauptstreitpunkt bei den Friedensgesprächen, gerade jetzt wieder bei den Verhandlungen zwischen israelischen und palästiUnterEr lacht über nensischen händlern im jordanidie Eiferer schen Amman. Ron Nachman und ihre zupft in seinem Forderungen Büro an seinen Hosenträgern und sinnach einem niert über die Baustopp Köpfe der internationalen Gemeinschaft: Merkel, Cameron, Obama. Alle wollen sie einen Baustopp in den Siedlungen, „aber keiner kommt und redet mit mir“. Wenn sie kämen, dann würden sie es selbst erkennen, dass Siedlungen wie Ariel den Frieden bringen. So sieht er es. Nachman würde gerne durch seine Stadt führen, zeigen, was er erreicht hat. Wie er Ariel von einer Felswüste zum „Zentrum Samarias“ mit 18 000 Einwohnern gemacht hat. Aber gerade erst ist der 69-Jährige aus den USA zurück, wo er sich einer Krebsbehandlung unterzogen hat, das müsse man bitte verstehen. Es ist nicht so, dass es ihm an Stolz mangelt. Ariel ist sein Kind, und seit 1978 hat er es großgezogen. Nach Modi’in Illit, Beitar Illit und Ma’le Adumim, bildet Ariel die viertgrößte israelische Siedlung im Westjordanland. Im Sonnenlicht gebadet liegt der Ort jetzt da, Tausende kleiner weißer Einfamilienhäuser und Wohnblöcke mit roten Dächern. Sie sehen aus wie die Za-

Zement und Frieden Ariel ist eine israelische Siedlung im Westjordanland, die vielleicht umstrittenste Wohnform der Welt. Ron Nachman ist hier seit 1978 Bürgermeister. Er schwärmt von Felsen, die zu Städten wurden, und von Männern mit großen Ideen. Seine lautet: Baut mehr Häuser!

Schöne Zeiten. Ron Nachman, 69, war von Beginn an in Ariel dabei. Dass die Weltpolitik solche Siedlungen imFoto: Reuters mer wieder verurteilt, schert ihn nicht.

DER TAGESSPIEGEL

Foto: Oliver Weiken, dpa

cken auf einem Aligatorrücken. Von hier sind es 40 Kilometer nach Tel Aviv, 49 nach Jerusalem und 29 zur jordanischen Grenze. Laut internationalem Recht ist Ariel eine illegale Siedlung, laut israelischer Regierung ist Ariel eine Stadt. Doch unter den großen Siedlungsblöcken nimmt Ariel eine besondere Stellung ein: Keiner reicht so tief ins Westjordanland hinein. Wie ein langer Finger stößt Ariel in das Gebiet vor, das einmal ein palästinensischer Staat werden soll. „Ariel ist Konsens“, sagt Ron Nachman. „Weil wir Normalität ausstrahlen.“ Mit Normalität meint er die Universität und das neue Kulturzentrum, das im November 2010 eröffnet wurde. Ganz normal ist es freilich nicht, es wird von prominenten Schauspielern, Schriftstellern und Regisseuren boykottiert, die sich weigern, in einer Siedlung aufzutreten, um die eben nicht zu normalisieren. Der bekannte israelische Journalist Gideon Levy prägte die Formel, dass aus den Siedlungen nichts Gutes komme. Ron Nachman lacht schallend darüber und kramt aus einer Schublade einen Zeitungsartikel heraus. „Hier“, sagt er und wedelt mit einer Seite aus der Tageszeitung „Yedioth Ahronoth“. Darin wird er als einer der Menschen des Jahres 2010 gefeiert, weil er den Boykott durchgehalten hatte. „Und aus Ariel kommt doch Kultur“, sagt Nachman. Lange hat er darauf gewartet, jetzt wird wieder gebaut. Und nicht nur hier, auch in anderen Siedlungen. Der Lärm der Baumaschinen ist Israels Druckmittel. Seit die Palästinenser vor der UN um eine Vollmitgliedschaft werben, ist es überall in dem zersplitterten Land lauter geworden. Als die Palästinenser von der Unesco aufgenommen wurden, bewilligte Premier Benjamin Netanjahu umgehend weitere 2000 Wohneinheiten. Ron Nachman schaut sich dieses Spiel nun schon 34 Jahre lang an. Offiziell läuft gerade seine sechste Amtszeit. Inoffiziell seine achte, sagt Nachman. „Ich habe eine Vision gehabt“, sagt er und denkt sich an den Beginn zurück, „und sie ist wahr geworden.“ Seine Hände liegen jetzt auf seinem Schreibtisch, die Flächen fest nach unten. „Genau hier“, sagt er, „haben wir angefangen. Hier war nichts, überhaupt nichts. Nur Felsen.“ Die Felsen waren Teil des Gebiets, das Israel im Sechs-Tage-Krieg erobert hatte. Dem Sieg folgte der sogenannte Allon-Plan, ein Konzept zur Besiedlung dieser Gebiete, für die Juden biblisches Land und darüber hinaus von strategischer Bedeutung. Im damaligen Landwirtschaftsminister Ariel Sharon, der später Premier wurde, fand sich ein starker Verfechter dieser Idee. Kurz nachdem Scharon 1977 als Minister berufen war, präsentierte er der damaligen Regierung unter Menachem Begin seine eigene Version der Besiedlung des

Westjordanlandes. Für die brauchte er Männer wie Ron Nachman, den Kaugummi kauenden Bürgermeister von Ariel. Nachman holt aus der Vitrine ein Fotoalbum. Darin sind Dokumente aus der Zeit des Anfangs, wie er mit Schlaghose und steifem Kragen auf einem Hügel zwischen Felsen steht und Richtung Horizont zeigt. Der Bürgermeister blättert in den Seiten, die alten Fotos biegen sich unter der Klarsichtfolie auf. Im August 1978 war Nachman ausgestattet mit einer Erlaubnis der Regierung in diese Hügel gekommen. An die Jugend des Landes war der Ruf er- Kamele gangen, zwei Fahnen hochzuhalten, halfen die des Zionismus anfangs mit. und die der Verteidigung. Diesen Auf- Es gab ja trag wollte er erfül- noch keine len. Erhabene Ehrfurcht vor der eige- Straßen nen Unerschrockenheit schleicht sich in seine dröhnende Stimme, als er von diesem Tag berichtet. „Ein Hubschrauber landete hier, genau hier“, sagt Nachman, „und heraus kam ein General mit ein paar Soldaten. Ich schüttelte ihm die Hand, und dann bewegten wir gemeinsam den ersten Felsen.“ Zunächst hausen auf dem Hügel gerade mal vier Familien, untergebracht in Armeezelten. Die Fotos in Schwarz-Weiß ähneln denen eines Campingtrips. Dann reiste Ron Nachman durch Israel und versuchte, Menschen davon zu überzeugen, ein neues Leben in einer Siedlung zu beginnen, die weder Wasser noch Strom hat. Ein Foto zeigt ihn vor einer Karte der Gegend, ein paar Leute sehen ihn aufmerksam an. Nachman redet wieder von seiner Vision. „Ich habe die Leute damals gefragt: Was wollt ihr mit dem Rest eures Lebens anfangen? Ihr seid jung genug, um etwas Befriedigendes zu tun.“ Nachman redet sich warm, die Erinnerungen an damals sind immer noch stark. Die Re-

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gierung, sagt er heute in dem Ton von damals, habe sie auf eine nationale Mission geschickt. Nachman blättert durch das Album, zeigt die ersten Wassertanks, die ersten Orangenbäume, die erste Schule. Der erste Zaun um die Siedlung wurde noch mit Kamelen gezogen, weil Autos auf dem Hügel nur schlecht vorwärtskamen. Der Bürgermeister seufzt. „Die Stimmung war einfach unglaublich“, sagt er. „Jeden Tag ist etwas Neues passiert. Damals hatten wir ja noch nicht mal eine Straße hierher und mussten durch die arabischen Dörfer.“ Dieses Problem gibt es für die Bewohner von Ariel heute nicht mehr. Eine Autobahn verbindet die Küstengegend mit diesem äußersten Hinterland, das schon wieder Vorposten ist. Ariel ist wie die meisten Siedlungen, von denen es heute mehr als 100 mit insgesamt über 300 000 Einwohnern gibt, als zivile Festung konzipiert, eine Burg mit Der gestaffelten Verteidigungsringen. In den Holocaust 90er Jahren erlebte brachte es einen großen ihn her, Wachstumsschub. Über 6000 russi- und hier sche Juden aus der zusammengebroche- bleibt er jetzt nen Sowjetunion holte Nachman nach Ariel. Heute werben viele Läden und Restaurants für ihre Waren in zwei Sprachen: Russisch und Hebräisch. Die meisten Siedler zieht nicht etwa die Ideologie, also die Mission, das biblische Land zu besiedeln, hinter die grüne Linie, die Israel offiziell von Palästina trennt, sondern es sind wirtschaftliche Gründe. Das Leben in Jerusalem oder Tel Aviv ist teuer, in den Siedlungen dagegen ist Wohnraum vor allem für junge Familien bezahlbar. Der Wohnungsbau dort wird zu 80 Prozent vom Staat finanziert. Die angrenzenden palästinensischen Orte Salfit, Marda und Iskaka sehen zu, wie Ariel weiter wächst. Ron Nachman weigert sich, die Bewohner Palästinenser zu nennen. „Für mich sind das Araber“, sagt er. Nachman rühmt sich damit, dass er geholfen habe, die Bewohner an das israelische Strom- und Wassernetz anzuschließen. Von der Zwei-Staaten-Lösung hält er ohnehin nichts. „Die Araber denken doch, dass auf einmal der Himmel auf die Erde kommt, wenn sie ihren Staat haben. Aber wo werden sie dann arbeiten?“ Momentan tun sie das noch im Industriepark Barkan, in dem 130 Unternehmen angesiedelt sind. Für Nachman ein weiteres Indiz der Normalität. „Zynisch“, nennt Lior Amihai das. Amihai arbeitet für die internationale Nichtregierungsorganisation Peace Now, die sich unter anderem die Beobachtung und Dokumentation der israelischen Siedlungen im Westjordanland auf die Fahne geschrieben hat. „Nachman hat recht“, gibt er zwar zu, „wenn er sagt, dass das damalsöffentlichesLand war.“Allerdings sei genau diese Bezeichnung ein Problem. „Das Land ist eben öffentlich, also müsste man es für die gesamte Bevölkerung entwickeln. Aber genau das ist nicht passiert. Das ist das Gleiche wie mit der Straße 443, für die Land in Beschlag genommen wurde, nur dass danach keine Palästinenser auf dieser Straße fahren durften.“ Aber rückgängig machen lässt sich dieser Aneignungsprozess nicht mehr. Ariel, sagt Amihai, sei so tief im politischen Diskurs verankert, dass es schwer werde, die Siedlung bei einem künftigen Landtausch abzugeben. Für die israelische Öffentlichkeit sei Ariel eine ganz normale Stadt, die an das israelische Verkehrsnetz angeschlossen ist. Ganz normal ist Ariel auch für Yaakov Vladiswaski. Während des Holocausts schafft es der 86-Jährige, aus Polen zu fliehen, dann kämpfte er im israelischen Unabhängigskeitskrieg. Zunächst lebte er in der Nähe von Tel Aviv, später zog er mit seiner Frau nach Ariel. Die Luft sei hier besser, sagt er, das Leben ruhiger. Gemeinsam mit seiner Frau richtet er in ihrem Wohnhaus ein kleines Holocaustmuseum ein. Auf drei Stockwerken sammeln sie Postkarten aus dem Warschauer Ghetto, KZ-Uniformen und Judensterne. Die Touren für die israelische Jugend und Soldatengruppen geben sie kostenlos. Es sei erschreckend, sagt Yaakov Vladiswaski, wie wenig die jungen Israelis über den Holocaust wüssten. Vladislawski geht langsam und etwas gebückt, doch wenn die Sprache darauf kommt, dass die Regierung irgendwann auf die Idee kommen könnte, Ariel in einem Handel gegen ein Stück anderes Land einzutauschen, richtet er sich auf und sagt: „Der Holocaust ist der Grund dafür, dass wir hier sind. Und das gilt für alle Israelis. Niemand darf und wird uns von hier vertreiben.“ Langsam versinkt die Sonne hinter den Hügeln, und ein kühler Wind bläst durch die Straßen. Die Baggerfahrer beenden ihre Schicht auf den Baustellen, Ron Nachmans Musik verstummt, zumindest für den Moment. Nachman packt das Fotoalbum weg. Eine schöne Zeit war das, doch jetzt schaut er in die Zukunft. Lauter müsste es sein, mehr Baustellen, mehr Wohnraum, mehr Frieden. 200 bis 300 Familien will er jedes Jahr nach Ariel holen, in zehn Jahren will er 30 000 Einwohner in seiner Stadt haben. Ganz egal, was die Politiker in Jerusalem erzählen, und vor allem die im Westen.


POLITIK

DER TAGESSPIEGEL

Sondierung im Saarland ab Samstag SPD schlieĂ&#x;t Neuwahl aber noch nicht aus SaarbrĂźcken - Nach dem Scheitern der Regierungskoalition aus CDU, FDP und GrĂźnen haben im Saarland die Vorbereitungen fĂźr mĂśgliche Koalitionsgespräche zwischen CDU und SPD begonnen. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und SPD-Chef Heiko Maas einigten sich auf eine erste Sondierungsrunde am kommenden Wochenende, wie die Staatskanzlei am Montag in SaarbrĂźcken mitteilte. Die Forderung nach Neuwahlen ebbte derweil nicht ab. Am Montag waren Kramp-Karrenbauer und Maas zu einem ersten Gespräch zusammengekommen, um Formalia rund um die Sondierungen zu besprechen, wie die Staatskanzlei bestätigte. Den Angaben zufolge einigten sich beide darauf, am Samstag oder Sonntag ein erstes Sondierungsgespräch abzuhalten. Auf der Tagesordnung solle „eine Bestandsaufnahme zur finanziellen Situation des Landes“ stehen. AnschlieĂ&#x;end wĂźrden Schwerpunkte festgelegt und der Zeitplan besprochen. Ziel sei es, Hartmann die Entscheidung fĂźhrt Ăźber eine groĂ&#x;e KoalitionoderNeuwahjetzt len im Saarland noch FDP-Fraktion in diesem Monat zu fällen, teilte die im Landtag Staatskanzlei mit. Nach Angaben eines SPD-Sprechers will Maas zudem im Laufe der Woche das Gespräch mit den Kreisvorsitzenden seiner Partei suchen. AnschlieĂ&#x;end solle – vermutlich ebenfalls am Wochenende – der Landesvorstand der SPD zu einer endgĂźltigen Beratung Ăźber das Angebot der Christdemokraten zusammenkommen. Trotz der vereinbarten Sondierungsgespräche sind nach SPD-Angaben damit auch Neuwahlen noch nicht vom Tisch. Die Generalsekretären der Bunds-SPD, Andrea Nahles, sagte am Montag in Berlin, die verabredeten Treffen mit der CDU seien „kein Automatismus in Richtung einer groĂ&#x;en Koalition“. Linke und GrĂźne forderten sofort Neuwahlen. Die FDP im saarländischen Landtag hat unterdessen wieder eine FĂźhrungsspitze. Die Fraktion wählte am Montag Wirtschaftsminister Christoph Hartmann einstimmig zu ihrem neuen Vorsitzenden, wie eine Sprecherin mitteilte. AFP/dpa

Berlin fahndet nach rechtem Terror Polizei prĂźft Mord an Jugoslawen vor zwĂślf Jahren und geht ungeklärten BankĂźberfällen nach Von JĂśrn Hasselmann, Frank Jansen und Eike Kellermann Berlin/Erfurt - Die Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) kĂśnnte auch fĂźr einen Mord in Berlin verantwortlich sein. Die ĂœberprĂźfung von 63 nicht aufgeklärten TĂśtungsdelikten der Jahre 1998 bis 2011 habe in einem Fall einen mĂśglichen Zusammenhang ergeben, sagte die amtierende Berliner Polizeipräsidentin Margarete Koppers am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Koppers betonte allerdings, dass es bislang keine konkreten Hinweise auf die ThĂźringer Bande gebe. Nach Informationen des Tagesspiegels handelt es sich um den am 17. März 2000 verĂźbten Mord an dem Jugoslawen Ignjatovic. Der Fall blieb im Raster der Arbeitsgruppe im Landeskriminalamt hängen, die nach dem Auffliegen des NSU im November 2011 gebildet worden war. Der aus Ex-Jugoslawien stammende, 51 Jahre alte Mann war in seinem Zeitungsladen im Stadtteil Wedding in der EulerstraĂ&#x;e mit KopfschĂźssen getĂśtet worden. Die Terrorgruppe hatte von 2000 bis 2007 neun Kleinunternehmer tĂźrkischer und griechischer Herkunft und eine Polizistin mit KopfschĂźssen ermordet. Die Berliner Polizei untersucht auch, wie berichtet, die beiden Anschläge auf das Grab von Heinz Galinski im JĂźdischen Friedhof in Charlottenburg im Jahr 1998 und die Detonation einer Rohrbombe im Eingang der Ruhestätte im Jahr 2002. Diese drei Fälle stĂźnden besonders im Fokus der Ermittler, sagte Koppers, aber auch hier gebe es bislang keinen konkreten Verdacht gegen den NSU. GeprĂźft werden laut Koppers auĂ&#x;erdem die 190 Ermittlungsverfahren zu insgesamt 226 ungeklärten BankĂźberfällen von 1998 bis 2011. Bislang gab es nach Angaben der amtierenden Polizeipräsidentin kein Ergebnis, da das ermittelnde Bundeskriminalamt noch keine Angaben zum „modus operandi“ der Taten Ăźbermittelt habe. Die ungeklärten Delikte seien „meist sicher nicht“ vom NSU begangen worden, sagte Koppers. Auch weiteren Spuren, die in Richtung Berlin fĂźhren, geht die Polizei nach. Im Jahr 1998, kurz nach dem Verschwinden der mutmaĂ&#x;lichen NSU-Terroristen Mundlos, BĂśhnhardt und Zschäpe, soll der ThĂźringer Neonazi AndrĂŠ K. in die Stadt gekommen sein, um UnterstĂźtzung fĂźr das Trio zu organisieren. AndrĂŠ K. habe einen NPD-Funktionär und eine ebenfalls zur rechten Szene zählende Frau nach mĂśglichen Verstecken im Aus-

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Ganz besonders galt das, nachdem sich die Stuttgarter Ende letzten Jahres ziemlich unerwartet mit Mehrheit fĂźr den Bau des Bahnprojekts Stuttgart 21 entschieden hatten. Diese späte Genugtuung hat es dem äuĂ&#x;erlich oft sprĂśde wirkenden Verstandesmenschen wohl auch erlaubt, die persĂśnlichen Wunden, die die Bahnhofsgegner ihm als Buhmann geschlagen haben, weitgehend wegzustecken. Freilich braucht die nach wie vor gespaltene Landeshauptstadt in den kommenden Jahren eher einen BrĂźcken- als einen Bahnhofsbauer. Auch wenn Schuster längst bei jederGelegenheit die gesamte Stadtgesell-

— Meinungsseite

SPD-Generalsekretärin Nahles forderte Neuwahlen, sollte Wulff zurßcktreten. Nun rudert sie zurßck, um Parteichef Gabriel nicht weiter zu reizen

Nach dem RĂźckzug des Stuttgarter Stadtoberhaupts haben die Parteien ein Besetzungsproblem schaft auffordert, an der Ausgestaltung desdurch Stuttgart 21 frei werdenden Riesenareals mitzuwirken: Die Gräben sind noch lange nicht zugeschĂźttet. Genau hier liegt nicht nur die Herausforderung, sondern auch die Chance des Neuanfangs im Jahr 2013, wenn die Amtszeit des neuen OB beginnt. Wer sie bekommt, ist freilich vĂśllig offen. Denn keine Partei weiĂ&#x; bisher, mit wem sie antreten soll. Mit seinem unerwarteten RĂźckzug stellt Schuster die eigene, ihm nicht immer nur freundlich gesinnte Partei vor ein beträchtli- Schuster ches Problem. Die CDU hätte Schuster wohl nur zähneknirschend unterstĂźtzt, zumal die Erfolgsaussichten nicht die besten gewesen wären. Jetzt braucht gerade sie einen Kandidaten von Format. Denn seit in der Villa Reitzenstein mit Winfried Kretschmann ein GrĂźner in Baden-WĂźrttemberg regiert, ist das de facto zweitwichtigste Amt im Land fĂźr die CDU noch viel relevanter geworden. Aber auch fĂźr die GrĂźnen, die nicht nur die stärkste Gemeinderatsfraktion stellen, sondern bei der Landtagswahl auch gleich drei von vier Wahlkreisen in der Landeshauptstadt direkt gewonnen haben, wird die Kandidatensuche nicht einfach. TĂźbingens OB Boris Palmer (wenn er denn Ăźberhaupt wollte) ist dank seines kompromisslosen Neins zu Stuttgart 21 verbrannt. Aber auch jeder andere GrĂźne wird sich ziemlich schwertun. Die SPD schlieĂ&#x;lich, die zum Ă„rger der GrĂźnen Schuster zweimal mit zum Sieg verholfen hat, kann zwar mit dem Jahrhundertprojekt Stuttgart 21 ganz gut leben, einen Kandidaten hat sie aber bisher auch nicht. Da ist es zunächst einmal ganz listig, wenn der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl dazu aufruft, gemeinsam einen Ăźberparteilichen Schuster-Nachfolger zu suchen. Foto: dpa

Die Ăœberraschung ist Stuttgarts OberbĂźrgermeister Wolfgang Schuster (CDU) gelungen: Auf seinen am Montag angekĂźndigten Verzicht auf eine dritte, wenn auch verkĂźrzte Amtszeit hatten weder Freunde noch Gegner wetten wollen. Gerade weil der 62-jährige Christdemokrat mit sichtbar neuem Elan die Geschicke der baden-wĂźrttembergischen Hauptstadt in letzter Zeit präsenter den je steuerte, schien seine erneute Kandidatur im nächsten Oktober naheliegend – zumal vor dem Hintergrund vieler unbestrittener Erfolge.

Im Wohnmobil hatten sich die mutmaĂ&#x;lichen NSU-Terroristen versteckt. Uwe BĂśhnhardt und Uwe Mundlos (Mitte re. und m.) sind tot, Beate Zschäpe (Mitte li.) sitzt in Haft. Unten: Ex-Bundesrichter Gerhard Schäfer mit ThĂźringens Innenminister JĂśrg Geibert. Fotos: dpa

land gefragt, hieĂ&#x; es in Sicherheitskreisen. Die Frau betrieb zudem einen Verleih von Wohnmobilen. Zumindest Mundlos und BĂśhnhardt sind mit gemieteten Wohnmobilen zu Tatorten gefahren. Eine weitere Spur nach Berlin gab es im Mai 2000. Nach einer Folge der vom Mitteldeutschen Rundfunk ausgestrahlten Serie „Kripo Live“, in der um Hinweise auf das flĂźchtige Trio gebeten wurde, meldete sich ein Berliner Polizist. Er berichtete, das Trio in der Stadt gesehen zu haben. Wie Spur der Spur nachgegangen wurde, ist offen. nach Unterdessen äu- Duisburg Ă&#x;erten Sicherheitskreise Zweifel, dass offenbar der NSU auch fĂźr falsch ein im Dezember 2003 in Duisburg verĂźbtes Attentat auf einen tĂźrkischstämmigen Gastwirt verantwortlich sein kĂśnnte. Die „WAZ“ hatte berichtet, das Opfer sei durch einen ferngesteuerten Schussapparat schwer verletzt worden. Eine ähnliche Waffe sei in Zwickau im Brandschutt der ehemaligen Wohnräume des Trios gefunden worden. Nach Informationen des Tagesspiegels entdeckten Beamte in Zwickau allerdings nur einen Holzkasten, der fĂźr den Einbau einer Pistole vorbereitet gewesen sein soll. Bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hieĂ&#x; es, eine Ăœbernahme der Ermittlungen kĂśnne noch nicht geprĂźft werden, da die Duisburger Staatsanwaltschaft bislang keine Unterlagen geschickt habe. In ThĂźringen wĂźhlt sich Sonderermittler Gerhard Schäfer durch Aktenberge, um die Vorgänge um den NSU zu untersuchen. Schäfer, ein Ex-Bundesrichter, steht an der Spitze einer von der Landesregierung im November eingesetzten Kommission. Das Gremium habe 24 Bände aus dem Landeskriminalamt erhalten, zudem Akten von Justiz und Verfassungsschutz, sagte Schäfer am Montag in Erfurt. Auch Sachsen, wo das Trio im Untergrund lebte, solle um Hilfe gebeten werden. Schäfer zufolge befragte die Kommission bisher Polizisten, die 1998 in Jena bei der Durchsuchung von Garagen dabei waren, in denen Sprengstoff gefunden wurde. Bei der Abstimmung zwischen Polizei und Verfassungsschutz habe es „vielleicht entscheidend gehakt“, sagte Schäfer. Obwohl Uwe BĂśhnhardt zunächst bei der Durchsuchung anwesend war, konnte er abtauchen.

Schlussfolgerung statt Forderung

Wenn der OB ade sagt Von Bettina Wieselmann, Stuttgart

NR. 21 210 / DIENSTAG, 10. JANUAR 2012

Von Hans Monath Berlin - Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass sich die SPD schwertut mit der Kredit- und Medienaffäre von Bundespräsident Christian Wulff, so lieferte ihn am Montag die Generalsekretärin der Partei. In gewundenen Formulierungen bemĂźhte sich Andrea Nahles vor Journalisten um den Nachweis, dass es zwischen ihr und Parteichef Sigmar Gabriel in Bezug auf Wulff „keinen Dissens“ gebe – eine geradezu verwegene Behauptung angesichts der Tatsache, dass Gabriel seine Generalsekretärin am Sonntag Ăśffentlich zurĂźckgepfiffen hatte. Der Anlass war eine Interview-Ă„uĂ&#x;erung von Nahles, die der vom Parteichef ausgegebenen Linie widersprach, die Tonlage in der Präsidentendebatte nicht zu Ăźberziehen und sich den Wählern nicht allzu offensichtlich als Machttaktierer zu präsentieren. „Wenn nach Horst KĂśhler noch einmal ein Bundespräsident zurĂźcktritt, mĂźsste es Neuwahlen geben. Bei einem Wulff-RĂźcktritt muss sich Angela Merkel dem Votum der Wähler stellen“, hatte Nahles verlangt. Es gehe keinesfalls um Neuwahlen, widersprach Gabriel daraufhin. Denn Nahles’ Attacke widersprach der Behauptung, es gehe um die WĂźrde des Amtes statt um den Nutzen der SPD, und war dazu angetan, die Koalitionsabgeordneten ins Lager des angeschlagenen Präsidenten zu treiben. Gabriel betonte stattdessen die staatsmännische Verantwortung seiner Partei und bot Merkel mit generĂśser Geste Ăźberparteiliche Zusammenarbeit an. Die SPD werde nicht versuchen, aus einem RĂźcktritt Wulffs parteitaktische Vorteile zu ziehen, versprach er. Vielmehr wĂźrde sie versuchen, mit Union und FDP einen gemeinsamen Kandidaten zu suchen. Die Koalition wies das vergiftete Angebot umgehend zurĂźck. Auch Nahles warb am Montag dann fĂźr diese Linie – und wollte von ihrer eigenen Forderung nach Neuwahlen nichts mehr wissen. Zwar sei sie korrekt zitiert worden, räumte sie ein. Doch sei der Gedanke an Neuwahlen mehr „eine Schlussfolgerung“ als eine Forderung gewesen, meinte sie auf Fragen. Die Generalsekre-

NĂ–TIGUNG

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Recht im Krieg Christian Wulff bleibt dabei, es war alles juristisch rechtens, was er tat. So viel Geradlinigkeit fordert manchen heraus, ihm doch noch einen Rechtsbruch nachzuweisen. Immer Ăśfter ist jetzt von NĂśtigung die Rede, weil Wulff den „Bild“-Chefredakteur angerufen hatte, Ăźber „Krieg“ sprach und mit seinen Anwälten drohte, sollte das Blatt den Bericht zur Kreditaffäre publizieren. Der NĂśtigungstatbestand soll die Freiheit der Willensbetätigung und Willensbildung schĂźtzen. Nicht jede Drohung ist aber eine NĂśtigung. Der „Krieg“, von dem Wulff sprach, wird vermutlich keiner sein, den der Präsident mit Panzern und Granaten zu fĂźhren gedachte. Entsprechend scheidet Gewalt oder ihre Androhung als taugliches NĂśtigungsmittel aus. Man wird ihm auch nicht ankreiden kĂśnnen, dass er gegenĂźber der „Bild“ seine PersĂśnlichkeitsrechte durchsetzen wollte und deshalb von seinen Anwälten sprach. Das wäre zwar aussichtslos gewesen. Es ist aber eher kein „empfindliches Ăœbel“ – so definieren Juristen die Drohung –, wenn jemand zu Unrecht juristische Schritte unternimmt. DarĂźber entscheiden schlieĂ&#x;lich unabhängige Richter. Ob in der Affäre allerdings gegen andere Strafgesetze verstoĂ&#x;en wurde – etwa Vorteilsannahme –, muss offen bleiben. Bislang ist noch kein Ermittlungsverfahren bekannt geworden. Unwahrscheinlich wird damit eine Präsidentenanklage vor dem Bundesverfassungsgericht, der einzige Weg, um Christian Wulff „des Amtes fĂźr verlustig erklären“ zu kĂśnnen, wie es im Grundgesetz heiĂ&#x;t. Aus den Reihen der Linksfraktion ist dieser Vorschlag laut geworden. Ein VerstoĂ&#x; gegen Landesgesetze, etwa das Ministergesetz in Niedersachsen, reicht dafĂźr nicht aus. Zudem bedĂźrfte es fĂźr den Beschluss einer Zweidrittelmehrheit in Bundestag oder Bundesrat. Jost MĂźller-Neuhof

tärin hat offensichtlich Grund, Ăśffentlich keine Meinungsverschiedenheit mit dem Parteichef einzuräumen. Das Verhältnis der beiden gilt als gespannt. Zwar wurde aus der SPD vergangene Woche die Meldung dementiert, Gabriel wolle Nahles die FĂźhrung des Bundestagswahlkampfes entziehen. Dass er die Generalin fĂźr diese Aufgabe fĂźr nicht geeignet hält, ist in der SPD aber ein offenes Geheimnis. Einig zeigte sich die SPD immerhin beim Versuch, die Verantwortung der Kanzlerin fĂźr die Krise um den Präsidenten herauszustellen. „Die Affäre Wulff ist jetzt auch eine Affäre Merkel“, sagte Nahles. Sie verlangte von der Kanzlerin, Wulff Ăśffentlich zum Amtsverzicht aufzufordern. Die Folge aus der Weigerung Wulffs, die Konsequenzen aus seinen Affären zu ziehen, mĂźsse sein, „dass sie ihn dann dazu Ăśffentlich auffordert“, sagte Nahles. Die Bundesregierung bemĂźhte sich am Montag, im Umgang mit der Kritik an Wulff Gelassenheit zu demonstrieren. Merkel sehe „keine Nahles Veranlassung“, sich Ăźber einen RĂźcktritt oder Ăźber eine Nachfolge Gedanken zu machen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Es gebe „keine wie auch immer geartete Absprache“ fĂźr den Fall eines RĂźcktritts. Merkel will am Donnerstag an der Spitze des Kabinetts am Neujahrsempfang Wulffs teilnehmen. Bereits am Dienstag wird sich der Bundespräsident mit CDU-Spitzenpolitikern treffen. Die Gespräche mit Generalsekretär Hermann GrĂśhe und Kanzleramtschef Ronald Pofalla sind allerdings seit Monaten geplant. Auch Präsidentengattin Bettina Wulff demonstrierte am Montag Normalität. Sie besuchte den Neujahrsempfang des „Hamburger Abendblatts“. Die Zeitung gehĂśrt zu jenem Springer-Verlag, dem ihr Mann vor Weihnachten in mehreren Telefonaten fĂźr den Fall kritischer Berichterstattung Ăźber seinen Hauskredit den endgĂźltigen Bruch angedroht hatte. Foto: dpa

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— Meinungsseite

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NACHRICHTEN

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Lebenslange Haft fßr Flughafen-Attentäter gefordert Frankfurt am Main - Der von islamistischer Propaganda aufgehetzte Todesschßtze vom Frankfurter Flughafen soll wegen zweifachen Mordes und dreifachen Mordversuchs lebenslang ins Gefängnis. Die Bundesanwaltschaft sprach sich in ihrem Plädoyer vor dem Oberlandesgericht Frankfurt zudem dafßr aus, bei dem 21 Jahre alten Arid Uka wegen des Anschlags auf US-Soldaten die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Damit kÜnnte er nicht nach 15 Jahren aus dem Gefängnis entlassen werden. dpa

Ex-FDP-Generalsekretär Lindner zieht Buchprojekt zurĂźck Berlin - Ex-FDP-Generalsekretär Christian Lindner hat nach dem RĂźcktritt sein geplantes Debattenbuch„Und trotzdem liberal. Meine Idee von Freiheit“ zurĂźckgezogen. Dies sei auf Lindners Wunsch vorerst geschehen, teilte der C. Bertelsmann Verlag mit. Das Werk sollte nach Branchenangaben im März erscheinen. dpa

Beamte wollen mehr Geld und weniger Muff in Amtsstuben KĂśln - Zwei Monate vor der ersten Tarifrunde fĂźr die 1,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen bringen sich die Verhandlungspartner in Stellung. Der Vorsitzende von Beamtenbund und Tarifunion (DBB), Peter Heesen, verlangte am Montag in KĂśln hĂśhere Einkommen und ein Ende des Stellenabbaus im Ăśffentlichen Dienst. Heesen verwies unter anderem auf den harten Wettbewerb bei der Fachkräftesuche mit der Wirtschaft. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) warnte vor Ăźberzogenen Vorstellungen. Heesen verlangte zudem, den „immer noch vorhandenen Muff in Amtsstuben“ zu einem modernen und attraktiven Arbeitsplatz zu wandeln. Durch eine VerjĂźngung sollte der Ăśffentliche Dienst ein „frisches Gesicht“ bekommen. dapd

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POLITIK

DIENSTAG, 10. JANUAR 2012 / NR. 21 210

DER TAGESSPIEGEL

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Von der Kür zur Pflicht

POLEN

Militärstaatsanwalt unternimmt Selbstmordversuch

Bildlich gesprochen. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney ist auch im US-Bundesstaat New Hampshire auf Siegeskurs.

hängt. Der 28-jährige Hekmati sei der „Zusammenarbeit mit einem feindlichen Land, der Spionage für die CIA und des Versuchs, den Iran in Terrorismus zu verwickeln“ schuldig befunden worden, urteilte der Richter in Teheran, wie Fars und Irna berichteten. Hekmati hat 20 Tage Zeit, Berufung einzulegen. Im Dezember war im Staatsfernsehen ein Video mit einem angeblichen Geständnis des Ex-US-Soldaten gezeigt worden. Darin hatte Hekmati ausgesagt, vom US-Geheimdienst „hereingelegt“ worden zu sein. Sein Auftrag sei es gewesen, den iranischen Geheimdienst zu unterwandern, um Informationen an die CIA zu liefern. Die US-Regierung hatte die Vorwürfe als falsch zurückgewiesen und seine sofortige Freilassung gefordert.

Hekmati soll nach Angaben des Iran im Jahr 2001 in die US-Armee eingetreten sein und eine jahrelange Ausbildung als Geheimagent absolviert haben. Später sei er auf den US-Stützpunkt Bagram in Afghanistan geschickt worden. Der iranische Geheimdienst habe „die Aktivitäten in Bagram überwacht“ und den Agenten so entlarvt. Die näheren Umstände der Festnahme wurden nicht bekannt. Sie erfolgte aber einige Monate vor dem angeblichen Geständnis Mitte Dezember. Hekmatis Familie zufolge wollte er im Iran seine Großmütter besuchen. Er sei kein Spion gewesen, versicherte sie in US-Medien. Die Führung in Teheran meldet regelmäßig die Festnahme von „Spionen“, die für die USA oder Israel arbeiten sollen. In der Regel werden dabei keine Angaben dazu gemacht, was ihnen genau vorgeworfen wird. Erst am Sonntag hatte der Iran die Festnahme mehrerer angeblicher „Spione“ verkündet, die für die USA tätig seien. Unterdessen meldete der Iran, in der unterirdischen Atomanlage in Fordo werde nunmehr Uran angereichert. Dies teilte der iranische Vertreter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Ali Asghar Soltanijeh, am Montag mit. Die Anreicherung in Fordo erfolge unter Aufsicht der IAEA, sagte Soltanijeh. Fordo liegt 150 Kilometer südwestlich von Teheran. Die iranische Atomenergieorganisation hatte am Samstag mitgeteilt, die Anreicherung kann bis zu einem Grad von 20 Prozent erfolgen. Der britische Außenminister William Hague hat den Produktionsstart von hochangereichertem Uran im Iran als „provokativen Akt“ verurteilt. AFP

Draußen vor dem Eingang warten die Menschen in dichten Trauben, um Romney abzufangen, ein Foto mit ihm zu ergattern oder wenigstens ein Autogramm. Stämmige Wahlhelfer drängen jedoch die Bürger zurück und sichern die Gasse zum Bus mit Metallgittern. Romney lacht leut-

Foto: Brian Snyder/Reuters

selig, signiert Poster und Baseballs, lässt sich aber nicht auf Sachthemen oder Fotos ein. 2011 war das noch anders. Die ernste Wahlkampfphase hat begonnen. Offene Debatten mit Wählern im NewHampshire-Stil haben ihre Risiken. Rick Santorum hoffte im Sog seines Beinahesieges in Iowa auf eine ähnliche Sensation. An einem College in Durham sprach ihn eine Studentin auf seine harte Haltung gegen die Homoehe an – und Santorum, noch ganz im Redestil, der bei religiösen Wählern in Iowa so gut angekommen war, erwiderte scharf: „Wenn wir die Definition von Ehe als Bund zwischen einem Mann und einer Frau aufgeben, wohin soll das führen? Warum nicht drei Männer oder vier oder fünf?“ Die Studentin brach in Tränen aus. Santorum gilt jetzt in New Hampshire als der Herzlose und Intolerante. Aktivisten für die Rechte Homosexueller stören seine Versammlungen. Sein Aufstieg ist gestoppt. Ron Paul bittet seine Fans beim Auftritt in Meredith, die Gelegenheit zu Fragen den Parteiunabhängigen zu überlassen, „damit wir auch sie überzeugen können“. Wie wird es mit der Krankenversicherung für die behinderte Tochter weiter gehen, wenn Paul Obamas Gesundheitsreform kippen wolle, will ein Mann wissen. Wie soll Israel sich verteidigen, wenn ein Präsident Paul die Finanzhilfe streicht, fragt eine Frau. Pauls Antworten überzeugen sie nur zum Teil. Doch New Hampshire honoriert seine Offenheit.

Nur keine Sezession Der britische Premier Cameron will Schottlands Ministerpräsidenten zwingen, in der Frage der Unabhängigkeit Farbe zu bekennen Von Matthias Thibaut, London Die Londoner Regierung forciert ihren Kampf gegen Schottlands Sezessionspläne. Mit neuen Vorschriften für ein schottisches Unabhängigkeitsreferendum will der britische Premier David Cameron den Plänen von Schottlands Nationalistenführer Alex Salmond für ein solches Votum begegnen. Zum ersten Mal seit Salmonds Wahlsieg im Mai wagte sich Cameron nun aus der Reserve. Er wolle nicht der Premier sein, in dessen Amtszeit die Auflösung des Vereinigten Königreichs falle, sagte er. „Das Vereinigte Königreich ist eine der erfolgreichsten Partnerschaften in der Geschichte der Welt. Es wäre furchtbar traurig, wenn die Schottendas Vereinigte Königreich verlassen würden.“ Neben den ForderungennacheinemEU-Referendum sind Salmonds Cameron Unabhängigkeitspläne die größte Gefahr für das heutige Großbritannien. Die Folgen eines Austritts der fünf Millionen Schotten wären immens. Unter anderem würde ein Streit um das Nordsee-Öl ausbrechen. Auch die britische Atomstreitmacht, die in schottischen Häfen stationiert ist, wäre in Gefahr. Salmond will die Queen als Staatsoberhaupt beibehalten, als eigenständiger Staat in die EU eintreten, sagt aber nicht, ob er Schottland auch in die Euro-Zone führen würde. Salmonds Nationalistenpartei SNP, die mit absoluter Mehrheit regiert, versprach ein Referendum in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode. Es soll am 24. Juni 2014 stattfinden, dem 700. Jahrestag der

Schlacht von Bannockburn, bei der Robert the Bruce Englands Köng Edward II. in die Flucht schlug. Heldenfilme wie Mel Gibsons „Braveheart“ haben seiner Unabhängigkeitsbewegung Auftrieb gegeben. Cameron will Salmond nun zwingen, Farbe zu bekennen. Das Unabhängigkeitsreferendum müsse in den kommenden 18 Monaten mit einer klaren „Ja oder Nein“-Frage bindend durchgeführt werden, verfügte Cameron. Die Unsicherheit schade der schottischen und der britischen Wirtschaft. Salmonds Tarnkappentaktik geht langsamer vor. Er will sich zunächst in einem „Drei Optionen“-Referendum um ein Mandat für Unabhängigkeitsverhandlungen bewerben, zu dem auch die Möglichkeit von größerer Autonomie innerhalb des Vereinigten Königreichs gehört. Denn trotz Salmonds geschicktem Manövrieren Salmond wächst die Stimmung für die Unabhängigkeit nur langsam. Umfragen zufolge gibt es derzeit keine Mehrheit für die volle Unabhängigkeit. Salmond hofft, dass die Chancen steigen, wenn die Londoner Tory-Regierung noch unpopulärer wird. „Dies ist ein eklatanter Versuch, sich in eine Entscheidung einzumischen, die allein das schottische Volk angeht“, kritisierte Salmonds Stellvertreterin Nicola Sturgeon. Camerons Rechtsgutachter sagen, ein Referendum sei nur mit dem Segen beider Parlamente, also auch des Londoner Unterhauses, gültig, in dem auch schottische Abgeordnete sitzen. Cameron will auch die Gegner der Unabhängigkeit aktivieren. Seine Tories haFoto: pa/dpa

Iranischstämmiger Ex-Soldat angeblich geständig

len Erfolg, wollten die Bürger gleichmachen, indem sie es den einen nehmen, um es an andere umzuverteilen. Man sieht die Folgen: Der Euro ist in der Krise. Ein durchschnittlicher Amerikaner „hat 50 Prozent mehr in der Tasche“ als ein durchschnittlicher Europäer.

Foto: AFP

früher Siege überraschend schnell sichern. Auch in den Umfragen für die dritte Vorwahl in South Carolina am 21. Januar ist er jetzt an die Spitze gerückt. Neuerdings wird sein Wahlkampfstil als „Abschottung“ kritisiert, im konservativen TV-Sender Fox sogar ungewohnt scharf. Mike im obersten Rang des Opernhauses von Rochester, wo sich etwa 400 der 29 000 Einwohner eingefunden haben, murrt: „Wir möchten keine Kandidatenkrönung. Wir wollen mitreden.“ Romney ist mit beeindruckendem Gefolge erschienen. Tim Pawlenty, bis 2011 Gouverneur von Minnesota, führt ihn unter Beifall als „der nächste Präsident der Vereinigten Staaten“ ein. Bis zum Sommer galt Pawlenty als aussichtsreicher Konkurrent um die Kandidatur, scheiterte aber am Vorwurf, er sei zu moderat angesichts des Zorns der Konservativen auf Obama. Dann lobt die Senatorin von New Hampshire Kelly Ayotte Romney als prinzipienfesten Politiker. Nur er könne Obama besiegen und Amerika vor dem Sozialismus retten. Schließlich betritt Romney mit Familie die Bühne: Ehefrau Ann, vier der fünf Söhne, sieben der 15 Enkel. Er sagt, Obama sei ein netter Mensch, aber als Präsident ein Versager. Von Wirtschaft verstehe er weniger als ein Zehnjähriger. Obama wolle Amerika seine Einzigartigkeit nehmen und „europäisch“ machen. Für Romney ist das ein Schimpfwort. Europas Gesellschaften betreiben „Sozialismus“, neiden individuel-

Teheran: US-Spion zum Tode verurteilt

Iran beginnt mit der Anreicherung von Uran auf 20 Prozent

Obama verliert seinen Stabschef nach nur einem Jahr Washington - Nach nur einem Jahr im Amt wirft der Stabschef von US-Präsident Barack Obama, Ex-Handelsminister William Daley, das Handtuch. Der 63-Jährige wolle in seiner Heimatstadt Chicago mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, sagte Obama am Montag. Nachfolger wird der derzeitige Chef des Etatbüros der Regierung, Jacob Lew. Der neue Stabschef arbeitete zuvor im Außenministerium in Washington und war bereits Budgetdirektor unter Präsident Bill Clinton. Daley hatte im Januar 2011 Rahm Emanuel ersetzt, der Bürgermeister von Chicago wurde. dpa

Von Christoph von Marschall, Rochester (New Hampshire)

Teheran – Im Iran ist ein angeblicher Agent des US-Geheimdienstes CIA zum Tode verurteilt worden. Der iranischstämmige US-Bürger Amir Mirsai Hekmati wurde unter anderem der Spionage beschuldigt, wie die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Irna am Montag berichteten. Die Verurteilung kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem die Beziehungen zwischen dem Iran und den USA bereits sehr angespannt sind. Die Todesstrafe gegen den 28-Jährigen, dessen Festnahme Mitte Dezember bekannt gegeben worden war, wurde vom Revolutionsgericht in Teheran ver-

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USA

Bei der Vorwahl in New Hampshire gilt Mitt Romney als Favorit. Doch sein Werben um Wähler verliert an Unbeschwertheit

Nein, der Kandidat lässt keine Fragen zu. Das irritiert Mike im oberen Rang des voll besetzten Opernhauses der Kleinstadt Rochester. Mike ist ein „Small Business Man“ und hätte Mitt Romney gerne gefragt, bei welchen Regierungsprogrammen er sparen möchte, um die hohe Verschuldung abzubauen. Doch die Plätze unten im Foyer waren schon alle gefüllt, als er kam. Von hier oben auf der Empore kann er keine Frage stellen. Aber er hätte erwartet, dass die unten in den vorderen Reihen die Chance haben, den Kandidaten auf Herz und Nieren zu prüfen. Das ist nämlich das selbstbewusste Verständnis der Bürger von New Hampshire von ihrer Rolle im Wahlsystem der USA. Sie stimmen als zweiter Staat im Präsidentschaftswahljahr darüber ab, wer für die beiden großen Parteien als Spitzenkandidat antreten soll. Stellvertretend für die Amerikaner in anderen Bundesstaaten testen sie die Bewerber, denn die stellen sich hier üblicherweise in Bürgerversammlungen den Wählern. „Retail Politics“ nennt man das. Politische Programme müssen wie im Einzelhandel durch ein überzeugendes Beratungsgespräch verkauft werden – als Alternative zum „Großhandel“, wo die Bürger die Kandidaten nur im Fernsehen erleben, ihnen aber nie leibhaftig gegenüberstehen. Mitt Romneys Werben gleicht zunehmend dem Versuch, die Kandidatenkür in eine Akklamation umzuwandeln. Er hat die erste Vorwahl in Iowa knapp gewonnen, mit nur acht Stimmen Vorsprung. Das war ein großer Erfolg für ihn. Denn er gilt als moderater Republikaner, und der Farmstaat Iowa mit seinem hohen Anteil religiöser Wähler war kein gutes Terrain für ihn. In New Hampshire erscheint sein Sieg seit Monaten sicher. Der Neuenglandstaat ist säkular. Zudem dürfen, anders als in Iowa, nicht Für nur die Bürger über den republikani- parteilose schen Wunschkandi- Wähler ist daten abstimmen, die sich als Sympa- Romney thisanten der Partei attraktiv eintragen, sondern auch die nicht parteigebundenen Wähler. Damit verwandelt sich Romneys größtes Handicap in einen Vorteil. In der eigenen Partei gilt er als ideologisch unzuverlässig; dort kommt er bisher nicht über 30 Prozent Zustimmung. Doch für parteilose Wähler in New Hampshire ist das Etikett, er sei ein Pragmatiker, attraktiv. Romney führt im Schnitt der Umfragen hier mit 39 Prozent. Mit Abstand folgen der Libertäre Ron Paul (20 Prozent) sowie drei weitere Bewerber – Jon Huntsman, Rick Santorum und Newt Gingrich – mit je zehn Prozent. Es sieht danach aus, als könne Romney sich die Kandidatur durch eine Serie

NACHRICHTEN

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ben nur einen Abgeordneten in Schottland und scheiden wegen ihrer Unpopularität als Werbeträger fürs „United Kingdom“ aus. Gesucht wird ein prominenter Schotte als Wortführer der Kampagne, vermutlich ein Labourpolitiker. Eine weitere Erschwernis für Cameron: Die Mehrheit der Engländer würde es begrüßen, wenn die Schotten eigene Wege gingen.

WALES UND NORDIRLAND

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Eigeninteressen WALES: Die Exporte in die EU und die Euro-Zone sind wie in Schottland auch in Wales die größte Sorge. Wales hatte nach dem Niedergang der Bergbauindustrie seit den 80er Jahren eine große Zahl von ausländischen Unternehmen, vor allem aus den USA, angezogen, die mit der Euro-Zone Handel treiben. Die früher vom Kohlebergbau geprägte Region ist froh, auf diese Weise Arbeitsplätze und einen gewissen Wohlstand geschaffen zu haben und fürchtet nun um das Erreichte. NORDIRLAND: Der Chef der nordirischen Regionalregierung, Peter Robinson, ist euro-skeptisch. Er gab Cameron am Montag Rückendeckung. Zwar gehöre Nordirland zu den Profiteuren der EU. Großbritannien als Ganzes müsse aber mehr einzahlen, als es herausbekomme. Nordirland wird derzeit von einer Koalition aus pro-britischen Unionisten und der pro-irischen, katholischen Sinn-Féin-Partei regiert. Auch diese ist eher euro-skeptisch. Vize-Parteichefin Mary Lou McDonald warnte vor noch größerem Einfluss „nicht gewählter Eurokraten“. dpa

Warschau/Posen - Nach einer Pressekonferenz über einen angeblichen Abhörskandalhat einpolnischer Militärstaatsanwalt am Montag in Poznan einen Selbstmordversuch unternommen. Oberst Mikolaj Przybyl konnte wiederbelebt werden. Auslöser der Tat war möglicherweise eineKontroverse mit der Generalstaatsanwaltschaft. Die Militärstaatsanwaltschaft hatte Ermittlungen eingeleitet, als nach demFlugzeugabsturzdes damaligenpolnischen Staatspräsidenten im Mai 2010Einzelheiten aus der Untersuchung an Medien durchsickerten. Medien zufolge hatte die Militärstaatsanwaltschaft von Funknetzbetreibern verlangt, Textnachrichten von Journalisten zugänglichzumachen. Der polnische Generalstaatsanwalt hatte dies als unzulässig bezeichnet. dpa NIGERIA

Millionen streiken gegen Benzinpreiserhöhung Addis Abeba/Abuja - Nachdem blutige Anschläge in der vergangenen Woche Dutzende Todesopfer gefordert hatten, legt nun ein landesweiter Streik gegen erhöhte Benzinpreise Nigeria lahm. Mehrere Gewerkschaften hatten dazu aufgerufen, nachdem die Regierung Anfang Januar alle Treibstoffsubventionen abgeschafft hatte. Das hat zu einer Verdoppelung der Benzinpreise geführt. Bei Zusammenstößenmit der Polizei sollen in Lagos mindestens drei Menschen gestorben sein. dpa

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EMIRATE

Bis Juni soll Öl-Pipeline eröffnet werden Abu Dhabi - Nach Irans Drohung mit einer Blockade der Straße von Hormus wollen die Vereinigten Arabischen Emirate bis kommenden Juni eine Pipeline eröffnen, die den Export von Öl über eine alternative Route ermöglicht. „Die Pipeline ist fast fertig und kann in sechs Monaten in Betrieb gehen“, sagte der Energieminister der Emirate, Mohammed bin Dhaen al Hameli, am Montag. Demnach wird die Leitung eine Kapazität von 1,5 Millionen Barrel pro Tag haben und kann auf 1,8 Millionen Barrel pro Tag ausgeweitet werden. AFP MALAYSIA

Oppositionsführer Anwar überraschend freigesprochen Kuala Lumpur - Malaysias Oppositionsführer Anwar Ibrahim ist in einem international kritisierten Prozess überraschend vom Vorwurf der Homosexualität freigesprochen worden. Die vorgelegten Beweise seien nicht ausreichend, entschied das Oberste Gericht in der Hauptstadt Kuala Lumpur am Montag. Anwar versprach seinen jubelnden Anhängern vor dem Gerichtsgebäude, bei den nächsten Wahlen werde die jetzige „korrupte“ Regierung abgelöst. In seinem kurzen Urteilsspruch erklärte der Richter Mohammed Zabidin Diah, er könne sich nicht auf die umstrittenen DNA-Beweise stützen, die die Staatsanwaltschaft vorgelegt habe. Ibrahim hatten bis zu 20 Jahre Gefängnis gedroht. AFP


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MEINUNG

DER TAGESSPIEGEL

DER TAGESSPIEGEL RERUM

STUTTMANN

NR. 21 210 / DIENSTAG, 10. JANUAR 2012

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PORTRÄT

CAUSAS COGNOSCERE

Berliner Charité

Kein Kampf fürs Juwel

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Foto: p-a

mmer wieder die Charité. Wenn es um die bekannteste Klinik der Stadt geht, werden seit 20 Jahren Daten gesammelt, analysiert, abgewogen, Pläne beschlossen, modifiziert, schließlich verworfen – und dann alles aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Getan wird wenig. Dafür, dass die Charité die größte Universitätsklinik Europas und der fünftgrößte Arbeitgeber in der industriearmen Hauptstadt ist, wird mit der Einrichtung nachlässig umgegangen. Nun soll die lang diskutierte Sanierung der Charité endlich beginnen – und der neue Gesundheitssenator stellt ausgerechnet die wieder infrage. Dabei hätte, wer es mit Forschung und Patienten ernst meint, gerade bei der Charité viel zu tun. Viele Mitarbeiter werden beispielsweise immer noch schlechter bezahlt als ihre Kollegen in den ebenfalls landeseigenen Vivantes-Kliniken, und die Charité erhält nicht mal halb so viel an öffentlichen Investitionen für ihre Wissenschaftler wie vergleichbare Einrichtungen. Es fehlt ein klares Bekenntnis des Senats zu einem gut ausgestatteten Universitätskrankenhaus. Das müsste vor allem von der Wissenschaftssenatorin kommen. Die wärmt zwar keine falschen Debatten auf, steigt aber auch nicht für ihr Kronjuwel in den Ring. hah

DORIS SCHRÖDER-KÖPF SPD-POLITIKERIN IN SPE:

„Ich bin immer risikobereit gewesen“

N

Viel Spannung, wenig Licht

— Seite 8

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Autoindustrie

Ein Untersuchungsausschuss auf Bundesebene wird die rechte Mordserie nicht aufklären

Man fährt deutsch

Von Frank Jansen

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ie Bilder von demonstrierenden Arbeitern aus den Autofabriken Detroits sind eine Randerscheinung. Die Krise liegt im Bewusstsein der Öffentlichkeit lange zurück. Auf der Automesse in der Stadt wird seit Montag alles überstrahlt vom Glanz der neuen Autos – und vom Erfolg der deutschen Autoindustrie. Sie tritt mit einem Selbstbewusstsein auf, das man vor zwei, drei Jahren nicht für möglich gehalten hätte. Daimler, BMW und Volkswagen trauen sich zu, ihren kleinen Marktanteil in den USA steigern zu können – mit europäischen Werten. Qualitätsarbeit, Luxus „Made in Germany“ und (erzwungenes) Umweltbewusstsein sollen amerikanische Kunden, die es sich leisten können, weglocken von spritschluckenden Pick-ups, preiswerten Japanern und einem Auto-Patriotismus, der General Motors, Ford und Chrysler zu Legenden gemacht hat. Legenden der Vergangenheit. Die Zukunft gehört den Deutschen aber nicht zwangsläufig. Es gibt Unwägbarkeiten, die aus Milliardeninvestitionen ein Milliardenrisiko machen: eine unbewältigte Schuldenkrise und US-Umweltstandards, die die deutschen Luxuslimousinen unbezahlbar und unsauber machen könnten. mot — Seite 6

D

ie Sicherheitsbehörden haben sich im Fall der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) gravierende Fehler geleistet. So erscheinen die Versuche des Thüringer Verfassungsschutzes, Ende der 90er Jahre die abgetauchten drei Neonazis über einen V-Mann mit 2500 Mark zu sponsern, um ihnen so auf die Spur zu kommen, als hochriskanter Übereifer, der noch eine fatale Wirkung haben könnte. Sollte es zu einem NPD-Verbotsverfahren kommen, müssten sich die Antragsteller vom Bundesverfassungsgericht und den Anwälten der rechtsextremen Partei fragen lassen, ob der Staat punktuell selbst als Unterstützer der Terrorgruppe infrage kommt. Schon dies

zeugt von der Notwendigkeit, die Aktivitäten der Sicherheitsbehörden bei der Suche nach Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe rigoros aufzuklären. Kann es also gar nicht genügend untersuchende Gremien geben – in den Parlamenten und außerhalb? Viele Politiker, vor allem bei SPD und Grünen, sehen das offenbar so. Deshalb ist zu erwarten, dass nicht nur in Thüringen die von der Landesregierung eingesetzte Kommission unter Vorsitz des ehemaligen Bundesrichters Gerhard Schäfer das Desaster aufarbeitet, sondern auch ein Untersuchungsausschuss im Bundestag. Dass er viel bewirken könnte, erscheint allerdings zweifelhaft. Bedenken ergeben sich bereits angesichts der zeitlichen und inhaltlichen Konditionen. Ein Untersuchungsausschuss hätte nur an-

derthalb Jahre Zeit, um in den monströsen Fall mit mindestens zehn Morden, zwei Sprengstoffanschlägen und 14 Banküberfällen einzudringen. Mit dem Ende der Legislaturperiode im Herbst 2013 müsste das Gremium seine Arbeit schon wieder einstellen. Ob es nach der Wahl weiterginge und der nächste Bundestag einen Untersuchungsausschuss auch für zwingend hielte, kann niemand sagen. Wahrscheinlich ist nur, dass der Ausschuss in der knappen Zeit bis 2013 neben reduzierter Aufklärung reichlich Streit produzieren würde, wie er entlang parteipolitischer Grenzen üblich ist. Kollidieren könnte die Arbeit der Abgeordneten zudem mit strafrechtlichen Aktivitäten von Bundesanwaltschaft und Polizei. Und unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen würden vermutlich

wichtige Zeugen des Ausschusses die Aussage in Teilen oder ganz verweigern. Dagegen spricht auch nicht, dass eine Handvoll Ex-Mitarbeiter des Thüringer Verfassungsschutzes offenbar schon der Kontrollkommission des Landtages ein paar brisante Details erzählt hat. Sinnvoll wäre es, der Bundestag würde nach der Wahl 2013 beraten, ob angesichts der dann vorliegenden Erkenntnisse zum NSU ein Untersuchungsausschuss, der vier Jahre agieren könnte, noch nötig ist. Jetzt hingegen ist zu hoffen, dass die Schäfer-Kommission in Thüringen, kaum belastet von parteipolitischen Hintergedanken, Aufklärung schafft. Und dass das Interesse der Medien an der Berichterstattung über Rechtsextremismus in Thüringen und bundesweit nicht wieder in eine konjunkturelle Abwärtskurve gerät.

Wie ein Skandal gemacht wird E

s war einmal ein Präsident. Er stammte aus einfachen Verhältnissen, kämpfte sich hoch und kam, an Alter noch sehr jung, ins höchste Amt. Rasch wurden seine Frau und er beliebt. Doch dann überzog man sie mit Affären. Die Vorwürfe prasselten schneller auf das Präsidentenpaar ein, als es sich wehren konnte. Und wie so oft, so war es auch diesmal: Nicht der Inhalt eines Skandals wurde dem Präsidenten zum Verhängnis, sondern sein eigener Umgang damit. Der Präsident log, vor der Öffentlichkeit und sogar unter Eid. Ein Untersuchungsausschuss wurde eingerichtet, ein Amtsenthebungsverfahren in die Wege geleitet. Am Ende blieb Bill Clinton im Amt. Seine Frau ist heute Außenministerin. Die deutsche Presse war damals auf seiner Seite. Die Lewinsky-Affäre beobachtete sie mit einer Mischung

aus Abscheu und Faszination. Sie lernte einerseits, was eine „character assassination“ ist, andererseits, wie man eine solche betreibt. Eine ganze Nation wochen- und monatelang um dieses eine Thema kreisen zu lassen: War das nicht auch eine hohe Kunst? Man schickte Kundschafter aus, und die wurden fündig. Die Murdoch-Gruppe hatte eine Anleitungs-Broschüre erarbeitet mit dem Titel „The Making of a Scandal“. Da stand alles drin. Unter anderem enthielt sie „Zehn Goldene Regeln für die erfolgreiche Inszenierung eines Skandals“. Es lohnt, diese zehn Regeln kurz in Erinnerung zu rufen: 1. Falls Du keine Enthüllungs-Konkurrenz befürchten musst, warte mit der Veröffentlichung auf eine nachrichtenarme Zeit. Gut ist der Beginn der Sommerferien, perfekt die Weihnachtszeit. Mangels anderer Themen

gibt es hier die größtmögliche Resonanz. 2. Verschieß Dein Pulver nicht beim ersten Mal. Dosiere die Geschichte so, dass der Leser das Ge-

Dienstreise befindet. Dann kann er sich nicht unmittelbar zur Wehr setzen, sondern hinkt dem Skandal hinterher, der dadurch eine Eigendynamik bekommt.

KONTRA Punkt

„Zehn Goldene Regeln“: Wer sie beherrscht, hat Medien-Macht Von Malte Lehming

fühl bekommt, er habe erst die Spitze des Eisbergs gesehen. Das erzeugt Neugier und garantiert eine längere Haltbarkeit. 3. Ideal ist, wenn sich der Angegriffene gerade auf Urlaub oder

4. Suche Komplizen! Ein einzelnes Medium ist für eine Kampagne zu schwach. Füttere also die Konkurrenz recht bald mit Exklusiv-Informationen, damit sie in die Geschichte einsteigt. Ohne andere

willige Vollstrecker – insbesondere auch in den elektronischen Medien – laufen Affären leer. 5. Weil immer etwas hängen bleibt, gib nach der ersten Welle Umfragen in Auftrag, die belegen, dass der Angegriffene an Ansehen verliert. Das beschleunigt dessen Negativspirale. Anschließend musst Du Politiker finden (jeder Hinterbänkler ist willkommen), die seinen Rücktritt fordern. Dann kannst Du tagelang titeln „…immer stärker unter Druck“. 6. Dauert die Kampagne bereits lange genug, spielt das Ursprungsthema keine Rolle mehr. Dann kann das Zusatzargument gebracht werden, dass die Debatte das Amt selbst beschädigt. 7. Komme mit immer weiteren Vorwürfen. Dabei zählt nicht Qualität, sondern Quantität. Kann sie der Angegriffene schon aus Zeitgründen nicht sofort entkräften, lässt sich ihm Salamitaktik vorwer-

fen (hinkt der Aufklärung hinterher, gibt nur zu, was bekannt ist). 8. Streue immer wieder Gerüchte, dass es noch mehr „im persönlichen Umfeld“ des Angegriffenen gebe, das enthüllt werden könnte. Das hält den Spannungslevel konstant hoch. 9. Starte nach etwa zwei bis drei Wochen die Nachfolge-Diskussion. Das erzeugt das Gefühl, der Rücktritt des Angegriffenen sei nur noch eine Frage der Zeit. 10. Sollte die Person wider Erwarten jetzt immer noch im Amt sein, konzentriere Dich auf die Charakter-Frage (Pattex-Politiker, klammert sich ans Amt, ist ehrlos, hat keine Würde mehr). Längst ist „The Making of a Scandal“ ins Deutsche übersetzt, es kennt fast jeder Volontär. Die Frage, ob das stimmt und ob es diese Broschüre wirklich gibt, ist dabei weniger wichtig als die Tatsache, dass es so sein könnte.

ach Politikerdynastien muss man in Deutschland lange suchen. In den USA hat Hillary Clinton sogar versucht, es ihrem Mann gleichzutun und das Weiße Haus zu erobern. Seither vertritt sie ihr Land als Außenministerin. Doch in der Bundesrepublik hat noch keine Ehefrau eines mächtigen Politikers nach dem Ende von dessen aktiver Zeit eine eigene politische Karriere gestartet. Doris Schröder-Köpf könnte das nun ändern. Die 48-jährige Frau von Altkanzler Gerhard Schröder strebt zwar nicht in die Bundespolitik. Sie will aber immerhin als Abgeordnete in den niedersächsischen Landtag einziehen. Vergangene Woche hat sich die gelernte Journalistin im Ortsverein Hannover-Kleefeld als Kandidatin vorgestellt. Die gebürtige Bayerin war die erste Kanzlergattin, die sich im Zentrum der Macht ein eigenes Büro einrichten ließ. Auch deshalb galt sie damals als wichtigste Ratgeberin ihres Mannes. Doch legte sie großen Wert darauf, dass sich die Öffentlichkeit keine falschen Vorstellungen über ihren Einfluss machte. So ließ sie dem „Stern“ die Behauptung verbieten, sie habe bei einem Treffen Schröders mit dem damaligen SPD-Chef Franz Müntefering 2005 die Idee in die Welt gesetzt, den Bundestag aufzulösen und Neuwahlen abzuhalten. Schon Anfang des Jahres hatte die frühere Parlamentsreporterin der „Bild“-Zeitung deutlich gemacht, dass die Rolle als Ehefrau des Staatsmannes, Lobbyisten, Wirtschaftsvertreters und Rechtsanwalts Schröder sie nicht ausfüllt. Damals wurde bekannt, dass der Investor Nicolas Berggruen sie in den Aufsichtsrat von Karstadt berufen hatte. Gemeinsam haben die Schröders zwei Kinder adoptiert. Schröder-Köpfs Tochter Klara, die sie vor ihrer Ehe mit Schröder alleine großzog, studiert mittlerweile. Gelingt der Sprung in den Landtag, könnten auf den Ex-Kanzler noch mehr Familienaufgaben zukommen. Die Vaterrolle zu lernen, so hat die Politikerin in spe einmal verraten, fiel dem Ex-Kanzler anfangs nicht leicht. Inzwischen ist das anders. „Wenn eines unserer Kinder was will, dann ist er es, der sich kümmern muss, da kann er nicht weiter Zeitung lesen“, erklärte sie vor einem Jahr. „Ich bin immer risikobereit gewesen, beruflich wie privat“, hat die ehemalige Klosterschülerin einmal erklärt: „Mal ist es geglückt, mal bin ich gescheitert.“ Damit es diesmal glückt, muss sie im Wahlkreis eine SPD-Landtagsabgeordnete verdrängen. Hans Monath

Fotos: AFP, Ulrike Bloch, dpa, Reuters

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Seit George W. Bush von einem irakischen Journalisten mit einem Schuh beworfen wurde, hat diese Geste der Verachtung auch im Westen eine erstaunliche Karriere hinter sich gebracht, schreibt Christoph Seils. Nun wedeln SPD und Grüne zumindest symbolisch ganz heftig mit ihren Schuhen – und lenken damit bloß von eigenen Problemen ab. Warum, lesen Sie unter: www.tagesspiegel.de/anderemeinung

Die von US-Präsident Barack Präsident Obama vorgestellte Defense Strategy Guidance für die zukünftige Aufstellung des amerikanischen Militärs sorgt für große mediale Aufmerksamkeit. Dabei ist weder ihr Inhalt überraschend, noch sind die Auswirkungen dramatisch, sagt Johannes Thimm von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Lesen Sie die Analyse unter: www.tagesspiegel.de/anderemeinung

Gleich am Anfang des Jahres steht mit der größten Automesse der USA in Detroit ein erstes großes Highlight des Auto-Jahres 2012 an. Wer auf dem US-Markt präsent sein will, muss in Detroit Flagge zeigen. Sehen Sie die Stars der North American Auto Show im Überblick und sehen Sie erste Details der Premieren der deutschen Autobauer in unserer Bildergalerie unter: www.tagesspiegel.de/mobil

Eine Abkürzung in Richtung Hölle? Oder der erste Osterhasen-Schmuck in der Stadt? Diese Aufnahme eines Toilettenschildchens hat ein Tagesspiegel-Leser entdeckt. Haben auch Sie einen Schnappschuss für unsere Bildergalerie „Berlin skurril“? Schicken Sie ihn uns an leserbilder@tagesspiegel.de. Die Galerie mit Bildern, von lustig bis absurd, finden Sie unter: www.tagesspiegel.de/berlin-skurril

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Nach dem Sturz von der Stadtautobahn: Sicherheitscheck für die A 100 – Seite 8

BERLIN WWW.TAGESSPIEGEL.DE/BERLIN

DIENSTAG, 10. JANUAR 2012 / NR. 21 210

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Fluglärm-Gutachten bleibt unter Verschluss

Von Tag zu Tag

Verkehrsministerium blockiert Veröffentlichung der Studie des Umweltbundesamtes. Gegner sehen sich dennoch bestärkt

Occupy – vorbei Stefan Jacobs erwartet schon bald die nächste Camping-Saison

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egen am Abreisetag ist so ziemlich das Blödeste, was Campern passieren kann. Der ganze Siff muss auf die Leine, damit er nicht schimmelt. Die ohnehin kaum vermeidliche Beklemmung nach der Rückkehr in die enge Wohnung wird noch ärger, wenn man auf jedem Weg zwischen Kühlschrank und Toilette unter dem aufgespannten Zelt durchschlüpfen muss, dessen nasser Stoff einem wie ein eiskaltes Händchen über die Arme streicht. Wenn nebendran dann noch die rote Hammer-und-SichelFahne auf die abgewetzten Dielen tropft, während da draußen weiter das Geld die Welt regiert, mag man sich schon fragen, ob es das wert war. So etwa dürfte es den wackeren Occupy-Aktivisten gehen, die gestern unter Aufsicht der Polizei ihre Sachen packen mussten. Damit weicht die Zwischennutzung des Bundespressestrandes nun endgültig einem Bundesbürokasten. Bringt also die höfliche Besetzung einer urbanen Brache ebenso wenig wie die alljährliche Kreuzberger Mairevolution mit Steine und Mollis schmeißen? Nicht unbedingt: Von den freundlichen Okkupierern bleibt zumindest so ein Gefühl zurück, dass die Herrschaft der Finanzmärkte ebenfalls nur als Zwischennutzung in die Weltgeschichte eingehen dürfte. Vielleicht beginnt ja schon bald die nächste Camping-Saison.

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NACHRICHTEN

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Junge lief bei Rot: Auto fuhr Zwölfjährigen an Weil er seine Straßenbahn noch erreichen wollte, ist ein Zwölfjähriger am Montag in Köpenick bei roter Ampel über die Straße gerannt und wurde von einem Auto schwer verletzt. Der zwölfjährige Junge, der offenbar auf dem Weg zur Schule war, lief gegen 7.30 Uhr über die vierspurige Fahrbahn der Oberspreestraße in Köpenick, um noch seine Straßenbahn an der Haltestelle Köllnischer Platz zu erreichen. Zeugen berichten, dass die Ampel für ihn rot gewesen sei. Dabei erfasste ihn eine 60-Jährige mit ih-

Zeitpunkt wussten die Demonstranten noch nichts von der Absage der Präsentation.InderBerliner Politik wurdedas kritische Votum des Umweltbundesamtes am Montag positiv aufgenommen – unabhängigvonder Frage, welchenEinflussdas Votum hat. „Wenn die Bundesbehörden die Möglichkeit sehen, noch mehr Menschen vor Lärm und Belästigung zu schützen, dannkannich das nur begrüßenund unterstützen“, sagte Stadtentwicklungssenator MichaelMüller (SPD). Auchdie Verkehrsexperten vonCDU,LinkenundGrünen begrüßten das UBA-Gutachten. Die Lärmschutzexperten des Umweltbundesamtes kritisieren das eingeschränkte Nachtflugverbot und die geplanten Flugrouten über Wannsee und Müggelsee. Die Nachtflugregelung sei gerichtlich entschieden, sagte hingegen Senator Müller. Da gebe es keine Spielräume mehr für Änderungen. Ähnlich äußerte sich CDU-Verkehrsexperte Oliver Frederici. Nur Harald Moritz von den Grünen will das Nachtflugverbot am Donnerstag mit einem Antrag im Abgeordnetenhaus erneut thematisieren. Brandenburgs Infrastrukturstaatssekretär Rainer Bretschneider, der als Leiter der Planfeststellungsbehörde in den 90er Jahren diePläne für den Hauptstadtflughafen verantwortet hat, bekräftigte die Position der rot-roten Landesregierung in Brandenburg, die ein durchgängiges Flugverbot ablehnt. „DieHaltung des Umweltbundesamtes ist nicht neu“, sagte er. . Das Bundesaufsichtsamt für FlugsicherunginLangen (BAF) prüftderzeitdie Vorschläge der Deutschen Flugsicherung (DFS). Dazu dient das neue Gutachten des Umweltbundesamtes.ZweiBundesbehörden und ein bundeseigenes Unternehmen (Flugsicherung) agieren also untereinander, und zwar unabhängig von Weisungen der übergeordneten Ministerien – der Theorie nach. In der Tat werden Medienanfragen von der BAF derzeit an das Bundesverkehrsministerium weitergeleitet. Dorterklärte einSprecher,dass die Flugrouten „nach einem am 26. Januar verkündet werden. Auch die Fluglärmkommission befasst sich schon am 30. Januar mit den neuen Routen. Das Umweltbundesamt war bislang nicht in den Planungsprozess des Flughafens involviert. Die späte Stellungnahme kurz vor der Festlegung der Flugrouten wird in der Behörde selbst als „problematisch“ erachtet. Das Gutachten sei bisher einmalig in der Geschichte der deutschen Flughafenplanung, weil es ein „komplettes Flugroutensystem“ bewerte, sagte ein UBA-Sprecher.

Von Thomas Loy, Alexander Fröhlich und Claus-Dieter Steyer Das neue Gutachten des Bundesumweltamtes (UBA) zur Lärmbelastung rund um denneuenHauptstadtflughafenin Schönefeld bleibt wegen handfester Differenzen mitdem Bundesverkehrsministerium vorerst unter Verschluss. Die Behörde musste diefürden heutigen Dienstag angekündigte Vorstellung des Berichts in Berlin auf Druck des Ministeriums absagen. Erst am Montagabend kurz vor 19 Uhr teilte ein Sprecher der Behörde, die dem Bundesumweltministerium unterstellt ist, mit, dass die Pressekonferenz „Lärmfachliche Bewertung des Flughafens Berlin Brandenburg“ (BER) ausfällt. Bis dahin wurde hinter den Kulissen darum gerungen, wie mit den bereits am Wochenende durch Medienberichte bekannt geworden Papier umgangen wird. Nach Tagesspiegel-Informationen will das Umweltbundesamt sein Gutachten öffentlich machen, das Argumente der Flugroutengegner stützt und ein komplettes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr fordert. Dagegen sträubt sich das von Peter Ramsauer (CSU) geführte Bundesverkehrsministerium. Zwar wurde der 150-SeitenBericht dem Bundesaufsichtsamtfür Flugsicherung, das dem Verkehrsministerium untersteht und am 26. Januar seine Entscheidung über den Verlauf der Flugrouten für den Start des BER verkünden will, fristgerechtvorgelegt. Doch das Verkehrsministerium blockiert die Herausgabe. „Die Gespräche darüber halten an“, hieß es aus dem Umweltbundesamt. Einen neuen Termin gibt es noch nicht. Das Einschreiten des Verkehrsministeriums bietet Anlass für Spekulationen, zumal die Umweltbehörde kein Vetorecht hat. Einerseits hatte Minister Ramsauer stets Verständnis für den massiven Protest der Fluglärmgegner geäußert. Anderseits liefert ihnen das UBA neuen Zündstoff, der juristisch und politisch brisant ist. Die Behörde befand, dass die bisherigen Routenvorschläge der Deutschen Flugsicherung der komplexen Besiedlungsstruktur rund um den BER nur unzureichend gerecht werden. Obgleich es offiziell noch unter Verschluss bleibt, gibt das neue Gutachten den Flugroutengegnern schon jetzt neuen Auftrieb. Bei der traditionellen Montagsdemonstration am Abend in Friedrichshagen zeigten sich viele der rund 2000 Teilnehmer kämpferisch, die geplante Flugroute über den Müggelsee unter allen Um-

Protest am Abend. Die Flugroutengegner halten wie in den vergangenen Monaten an ihren wöchentlichen Demonstrationen fest. Auch am Montagabend gingen rund 1500 Menschen in Friedrichshagen auf die Straße. Sie sehen sich in ihrer Position durch ein Gutachten des Umweltbundesamtes bestärkt. Die offizielle Präsentation der Studie, die heute stattfinden sollte, wurde am Montagabend abgesagt. Fotos: dpa/dapd

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Rund um die Uhr: Diagnostik und Therapie bei akuten

RÜCKENSCHMERZEN

Brandsätze gegen Rocker-Club in Gesundbrunnen geschleudert Zwei Brandsätze sind in der Nacht zu Montag gegen die Fassade eines Rocker-Clubhauses in der Koloniestraße in Gesundbrunnen geworfen worden. Die Polizei vermutet hinter der Tat eine Aktion von feindlich gesinnten Rockern. Das Vereinsheim gehöre dem Rockerclub Harami MC Germany, der vermutlich den Unterstützern der bekannten Bandidos zuzurechnen sei. Noch in der Nacht überprüften Polizisten in einer nahe gelegenen Kneipe zwölf Mitglieder des Rockerclubs Hells Angels, die Suche blieb jedoch ohne Ergebnis. Einer der Brandsätze habe sich entzündet, aber kaum Schaden angerichtet, sagte der Polizeisprecher. Das Feuer sei von einem der Anwesenden gelöscht worden. Verletzt wurde niemand. dapd

Räuber überfallen Spielhallen in Neukölln und Moabit Zwei Spielhallen sind in Neukölln und Moabit von je einem unbekannten Täter ausgeraubt worden. Bei einem Überfall am Montag gegen 1.40 Uhr drohte ein Mann in der Stromstraße in Moabit einer 44-jährigen Spielhallenaufsicht mit einem Beil und verlangte Geld. Die eingeschüchterte Frau gab ihm laut Polizei einen Teil der Einnahmen. Gegen 19 Uhr am Sonntagabend wurde eine Spielhalle am Neuköllner Karl-Marx-Platz überfallen. Der Täter habe sich zunächst etwas zu trinken bestellt und nach einer Weile Geld verlangt. Als sich die 53-jährige Angestellte weigerte, zerrte er sie hinter den Tresen und schlug ihr ins Gesicht. Er flüchtete mit Geld und Zigaretten. dapd

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TAGESSPIEGEL.DE

ständen zu verhindern. „Die Stellungnahme des Bundesumweltamtes stimmt uns zwar sehr zuversichtlich“, sagte der Sprecher der Initiative, Ralf Müller. „Schließlich wurde mit der Ablehnung der Müggelseeroute und der Zustimmung zum Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr zweiwichtigen Forderungen entsprochen. Aber wir bleiben skeptisch, denn dasletzteWortüber diekünftigen Flugrouten von und nach Schönefeld spricht bekanntlich die Flugsicherung.“ Zu diesem

ZEITPLAN Teile des neuen Flughafens werden seit November getestet. Im Februar beginnt der Probebetrieb mit Komparsen. Eröffnet werden soll BER am Sonntag, dem 3. Juni 2012. Am Vorabend wird der Flughafen Tegel geschlossen und die Technik nach Schönefeld gebracht. Die Eröffnungsfeier dort steht schon vorher an – am 24. Mai.

FAHRPLAN Der Airport-Express von Berlin zum neuen Flughafen fährt jeweils im Halbstundentakt über die Stadtbahn (Zoo – Alex – Ostbahnhof) und über die Anhalter Bahn (Hauptbahnhof – Südkreuz) zum Terminal-Bahnhof. Zugleich werden die S 45 und S 9 über Waßmannsdorf zum Airport verlängert und mehrere Buslinien zum BER geführt.

RÜCKENWIND Juristisch ist der geplante Flugbetrieb am BER gesichert, weil das Bundesverwaltungsgericht ihn so genehmigt hat.

GEGENWIND Der Bürgerverein BrandenburgBerlin (BVBB) setzt nun auf eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht sowie dem Europäischen Gerichtshof für

Räumung im Regen Eine Hundertschaft der Polizei begleitete die Auflösung des Occupy-Camps Ein Ende im Nieselregen. Exakt zwei Monate nach der Besetzung des Bundespressestrandes nahe dem Hauptbahnhof machte eine Hundertschaft der Polizei am Montagnachmittag dem Occupy-Zeltlager ein Ende. Ein friedliches Ende, die zehn verbliebenen Aktivisten wehrten sich nicht, durften ihre Schlafsäcke in Ruhe einrollen und die sonstige Habe auf Handwägelchen verstauen. Allerdings erhielten sie noch eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. „Happy Birthday liebes Camp, stimmten ein paar Männer und Frauen vor dem abgeriegelten Zeltplatz am Kapelle-Ufer an. „Und was machen wir jetzt?“, fragte ein ratloser Aktivist. Einer antwortete: „Die Dinge auf uns zukommen lassen.“ Ein Sprecher der Bewegung gab sich optimistischer und verkündete, dass man sich „einen anderen Ort im Berliner Zentrum suchen“ werde. Am Freitagmittag Punkt 12 Uhr war das Ultimatum des Grundstückseigentümers, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), zur Räumung verstrichen. Zwei Stunden später, um 14 Uhr erstattete die Bima Anzeige bei der Polizei. Da das Präsidium am Wochenende nicht tätig werden

wollte, wurde der Einsatz auf Montag geschoben. Die Polizei rückte nach Auskunft der Besetzer allerdings völlig überraschend an. Alles sah aus wie bei einer echten Räumung: Die Polizisten brachten Absperrgitter mit, sperrten die Straße mit einer Schlange von Mannschaftswagen, schickten ihren Juristen ins Camp, brachten einen Kameraübertragungswagen in Position, ließen sogar ein Polizeiboot auf der Spree patrouillieren. Natürlich hatte sich das Präsidium zuvor ganz diskret und in Zivil darüber in-

Zeltlager aufgelöst. Zum Schluss waren Foto: dpa nur wenige Aktivisten im Camp.

formiert, wie viele Menschen in dem Camp nun ausharren und ob etwa gewaltbereite Autonome darunter sind. Doch es waren nur die zehn freundlichen Menschen, mehr waren nach Angaben eines Sprechers „gerade nicht da“. Sonst seien um die 40 Mann im Camp gewesen, Gewaltbereite nie. Am 9. November hatte Occupy die frühere Strandbar bezogen, um dort „auf Dauer zu bleiben“, wie am ersten Tag verkündet worden war. Dabei war immer klar, dass der Bund hier bauen will, und zwar das neue Bildungsministerium. Deshalb hatte nach Jahren auch die Strandbar weichen müssen. Am Abend beschwerte sich ein Occupy-Sprecher, dass die Bima ihre angeblich gegebene Zusage, das „Haus der Statistik“ am Alex nutzen zu dürfen, plötzlich zurückgezogen habe. Dabei war der leer stehende Plattenbau, wie berichtet, bei den Kapitalismuskritikern wegen der Lage unbeliebt gewesen. Ha Von Anfang bis Ende: Das Berliner Occupy-Camp in Bildern unter www.tagesspiegel.de/fotostrecken

Menschenrechte. Laut BVBB wurden dafür 85 139 Euro gesammelt: 42 600 als Einzelspenden aufs Vereinskonto, 8300 bei der Demo im November in Berlin, 10 000 vom Verein, 2500 von der Bundestagsfraktion der Linken. Die Lichtenrader Bürgerinitiative gab 6400 Euro, die Friedrichshagener 5000, die Teltower 3500, die Müggelheimer 2000 Euro. obs

Foto: dpa

Airport startklar, Gegner am Boden

www.avicenna-klinik.de · Tel. 030 / 236083-0 rem VW, die in Richtung Ottomar-Geschke-Straße fuhr. Der Schüler zog sich Schürfverletzungen an den Händen, im Gesicht und an den Knien zu. Zudem war er kurzzeitig bewusstlos und wurde mit einer Gehirnerschütterung vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Laut Polizei besteht keine Lebensgefahr. tabu

FLUG UND SEGEN

Ein Flughafen in über 100 Bildern: Auf unserer Internetseite finden Sie eine Fotoreportage von der Baustelle des neuen Airports, viele Grafiken und Hintergrundberichte – unter: www.tagesspiegel.de/flughafen

Rassistische Attacken: Opfer schwer verletzt Gleich zwei Menschen sind am Sonntag Opfer fremdenfeindlicher Übergriffe geworden: In Prenzlauer Berg wurde ein 23-jähriger Mann, über dessen Nationalität die Polizei keine Angaben machen konnte, derart attackiert, dass ihm fast das Genick gebrochen wurde. In Spandau gelang es Mitreisenden, einem Deutsch-Gambier beizustehen, der mit rechtsextremen Parolen in der S-Bahn beschimpft worden war. Die Attacke in Prenzlauer Berg ereignete sich am Morgen gegen 5.20 Uhr: Ein 23-jähriger Mann hatte eine Frau nach dem Weg gefragt, und soll laut Polizei danach versucht haben, sie auf einen Kaffee einzuladen. Drei Männer beleidigten ihn daraufhin fremdenfeindlich, unter anderem mit Sprüchen wie „Lass unsere Frauen in Ruhe“ und „Ausländer, geh’ nach Hause“. Der 23-Jährige soll daraufhin aggressiv auf das Trio losgegangen sein. Zeugen hatten nach Angaben der Polizei noch versucht, ihn zurückzuhalten, was ihnen aber nicht gelang. Einer aus der Dreier-Gruppe schlug den Mann mit der Faust zu Boden, dann wurde dem Opfer gezielt gegen den Kopf getreten. Die Täter flüchteten. Der 23-Jährige befand

sich am Montag in Lebensgefahr. Die Verletzung seines Halswirbels sei nach Angaben der Ärzte die Vorstufe eines Genickbruchs, hieß es bei der Polizei. Der Staatsschutz ermittelt. Am Sonntagabend kam es zu einem weiteren Vorfall: Ein 37-jähriger Deutscher gambischer Herkunft wurde in einer S-Bahn der Linie 5 zwischen Pichelsberg und Spandau gegen 22.30 Uhr von drei Männern und einer Frau im Alter von 21 bis 41 Jahren mit rassistischen und rechtsextremen Parolen beleidigt. Mehrere Leute, die mit dem Opfer in einer Gruppe unterwegs waren, stellten sich demonstrativ zu ihm und wählten den Notruf. Auf dem Bahnhof Spandau griffen die Polizisten ein. Sie nahmen die stark alkoholisierten Tatverdächtigen fest. Bei ihnen fanden sie einen Schlagring, mit Quarzsand gefüllte Handschuhe und ein verfälschtes Dokument. Unter den Verdächtigen befindet sich laut Bundespolizei auch ein Tscheche. Alle vorläufig Festgenommenen sind polizeilich vorbelastet wegen unterschiedlicher Delikte, unter anderem wegen Raubes. Einer von ihnen ist bereits wegen einer rechtsextremen Tat aktenkundig. tabu


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BERLIN

DER TAGESSPIEGEL

Polizeichef: Henkel hält sich alles offen Opposition fordert Abbruch des Verfahrens Innensenator Frank Henkel (CDU) hält sich das Auswahlverfahren für einen neuenPolizeipräsidenten offen.SeineVerwaltung prüfe mehrere Optionen für das weitere Vorgehen, sagte er vor dem Innenausschuss. Ihm sei an einem schnellen undrechtssicheren Verfahren gelegen, betonte Henkel mit Blick auf zwei Entscheidungen des Verwaltungsgerichts, die die Besetzung des Amtes mit dem Kandidaten Udo Hansen bislang stoppten. Keinesfalls dürfe es ein Abenteuer oder etwa Schnellschüsse geben. Henkel gab zu, dass die derzeitige Situation keine dauerhafte sein könne, auch wenn an der Arbeit von Vizepräsidentin Margarete Koppers nichts auszusetzen sei. Er habe ein Erbe angetreten, das er so schnell wie möglich abtragen wolle, erklärte Henkel. Das Verfahren sei durchaus „verfahren“. Auf ein Ergebnis habe er sich noch nicht festgelegt. Dazu könne auch „zu einem bestimmten Zeitpunkt“ der Abbruch des Verfahrens zählen, das nur eine Entscheidungzwischenden beidenKandidaten Hansen und Klaus Keese ermöglicht.EineNeuausschreibungnehme allerdings Zeit in Anspruch. Auch eine direkte Benennung durch ihn als Innensenator sei nicht auszuschließen. Benedikt Lux (Grüne) kritisierte die „Hängepartie“. Ihm fehle ein konkreter Zeitplan Henkels für denweiterenFortgangdes Besetzungsverfahrens. Der Fraktionschef der Linken, Udo Wolf, verlangte eine Neuausschreibung als „einzig saubere Lösung“. Zugleich warnte er vor einer direkten Ernennung: „Ich fürchte dabei ein rechtliches Problem; es droht dann eine viel längere Hängepartie“, sagte Wolf. Derzeit gebe es überhaupt kein Zeitproblem. Koppers führe das Amt gut. Auch Thomas Kleineidam (SPD) lobte Koppers für ihre gute Arbeit. Bei der Neubesetzung des Präsidentenstuhls müsse nun aber schnell gehandelt werden. dapd

Meyer will FDP-Vorsitz abgeben

Foto: dapd/Bilan

Der Berliner FDP-Landesvorsitzende Christoph Meyer zieht persönliche Konsequenzen aus dem schlechten Abschneiden seiner Partei bei der Abgeordnetenhauswahl vom 18. September. Wie Meyer dem Tagesspiegel am Montag bestätigte, will er nach seinem erfolglosen Antreten als FDP-Spitzenkandidat bei der Wahl nicht wieder als Landesvorsitzender kandidieren. Die FDP ist nach dem Einbruch auf 1,8 Prozent der Zweitstimmen nicht mehr im AbgeordnetenMeyer haus vertreten. „Wir brauchen ein neues Team für die außerparlamentarische Zeit“, sagt Meyer. Die Berliner FDP will Anfang März einen neuen Landesvorstand wählen. Im Gespräch als möglicher Meyer-Nachfolger ist der frühere FDP-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus und heutige Bundestagsabgeordnete Martin Lindner. lvt

BERLINER Chronik

NR. 21 210 / DIENSTAG, 10. JANUAR 2012

Neuer Streit um Charité-Bettenturm Gesundheitssenator Czaja hält die lange geplante Sanierung bei laufendem Betrieb für problematisch – und stößt auf Unverständnis Von Hannes Heine Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) hat Irritationen an der Charité ausgelöst. Eine Sprecherin des Senators bestätigte, dass Czaja angedeutet hatte, die größte Universitätsklinik Europas werde Schwierigkeiten haben, bei laufendem Betrieb saniert zu werden – auch wenn dies seit Jahren so geplant worden ist. Das Bettenhochhaus in Mitte muss dringend modernisiert werden, die Klinik will aber nicht auf Patienten am traditionsreichen Standort rund um die Luisenstraße verzichten. Außerdem, erklärte Czajas Sprecherin, dürften die Kosten der umfangreichen Sanierung der insgesamt drei Klinikstandorte kaum kalkulierbar sein. Der Senat hatte der landeseigenen Charité 2010 dafür aber nur 330 Millionen Euro zuge-

sagt, und die Streichung von 500 der 3200 Krankenbetten verlangt. Rund 185 Millionen Euro wird allein die Sanierung des Campus in Mitte samt Bettenturm kosten. Aus Senatskreisen hieß es nun, die Debatte um die Charité sei wieder eröffnet – vor allem die CDU hatte sich lange für einen Abriss des Wahrzeichens der Klinik und einen Komplettneubau ausgesprochen. An der Klinik reagierte man empört. Charité-Sprecherin Stefanie Winde sagte, die Planung stehe, der Prozess sei von allen zuständigen Gremien beschlossen worden; ihn kurz vor dem ersten Spatenstich zu ändern, sei wirtschaftlich unsinnig. „Außerdem ist mit 185 Millionen Euro kein vernünftiger Neubau bezahlbar“, sagte Winde. Im März will die Klinikleitung einen detaillierten Bauplan

vorlegen, im Sommer soll es losgehen. Die Charité will während der Sanierung nur 20 Prozent der Patienten verlieren. Neben dem Bettenturm soll ein Interimsbau entstehen, der moderner sein dürfte, als das marode Hochhaus es heute ist.

Der CDU-Politiker spricht von unkalkulierbaren Kosten Die Hälfte der Krankenbetten soll aber aus Mitte auf die Standorte in Steglitz und in Wedding verteilt werden. Der Charité-Gesamtpersonalrat, Carsten Becker, sagte: Gute Versorgung brauche gute Ausrüstung, dass die Charité modernisiert werde müsse, stehe außerdem schon so

lange fest: „Wir fordern seit 1996 eine Sanierung, hätte der damalige Senat seinerzeit zu seiner Klinik gestanden, wäre es bei Weitem nicht so teuer geworden.“ Auch Kilian Tegethoff, Chef der Ärztegewerkschaft Marburger Bund und Mediziner an der Charité, forderte Sicherheit hinsichtlich der geplanten Umbauvorhaben: „Sonst ist die Motivation der Beschäftigten im Keller.“ Rund 13 000 Berliner arbeiten in der Charité, aufgeteilt auf insgesamt fast 10 000 Vollzeitstellen. Die Klinik ist einer der größten Arbeitgeber der Stadt. Allein in den vergangenen zwei Jahren sind jedoch hunderte Stellen abgebaut worden. Die Einrichtung steht unter Spardruck. Charité-Aufsichtsratsmitglied und Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) hatte von der verschuldeten

Sicherheitscheck für die Stadtautobahn Nach dem Sieben-Meter-Sturz einer 22-Jährigen diskutiert Unfallkommission Blitzer und Tempolimit 60 Bundesanstalt rät zu Prüfung von Schutzsystemen in der Stadt, die nicht auf dem neuesten Stand sind Sie ist zumindest außer Lebensgefahr, die 22-jährige Frau aus Lübeck, die am Samstagabend in ihrem Kleinwagen über die rechte Begrenzung der Autobahn geschleudert war – weil Fahrer vor ihr Fehler begangen hatten und sie ebenfalls die Kontrolle über ihr Auto verlor. Die Feuerwehr hatte die schwer am Kopf verletzte Frau aus ihrem Smart Forfour geschnitten, nachdem sie sieben Meter tief in die Kleingartenkolonie „Bahn-Landwirtschaft e.V.“ gestürzt war. Der Wagen kam auf dem Dach zum Stillstand. Die Unfallstelle auf der Stadtautobahn A 100 in Charlottenburg soll jetzt von der Berliner Unfallkommission in Augenschein genommen werden. Unterdessen erfuhr der Tagesspiegel auf Nachfrage von Experten der Bundesanstalt für Straßenwesen, dass eine an Berlins Autobahnen oft gebräuchliche Schutzbegrenzung angesichts der neuen EU-Norm „EN1317“ offenbar „nicht dem neuesten Stand entspricht“ oder möglicherweise sogar „ungeprüft“ ist. Diese Einschätzung der die Länder beratenden Bundesbehörde bezieht sich auf die Begrenzung der Autobahn in Höhe der Unfallstelle am – linken, also gegenüberliegenden – Fahrbahnrand: ein niedriger Betonsockel mit oben eingelassenen Stahlstreben. Dies müsse aber nicht bedeuten, dass der Schutz schlechter sei, heißt es bei Behördenexperten. Man könne Berlin aber gern beraten, wenn es um die Prüfung gehen soll. Bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz hieß es dazu, die in der Stadt verwendeten Planken, Dämpfer und Wände entsprächen den EU-Normen. Am rechten Rand des Autobahnabschnitts, an dem die Frau in die Tiefe stürzte, sei die Stützwand mit 1,15 Meter sogar höher als es die EU-Richtlinie vorsehe. Noch höher dürfe man eine Mauer nicht bauen. Experten haben laut Verwaltungssprecherin Petra Rohland sofort den Fahrbahnbelag geprüft, er sei aber griffig und in Ordnung. Wie berichtet, hatte ein 21-Jähriger auf der Fahrbahn vor der jungen Frau aus Lübeck aus bisher ungeklärter Ursache die Kontrolle über seinen BMW verloren. Das Auto berührte die Begrenzungsmauer und prallte dann gegen den Ford eines 58-Jährigen, den die Schutzmauer ebenfalls vor einem Sturz rettete. Beide blieben unverletzt – die Polizei ermittelt wegen Verursachung eines Verkehrsunfalls mit der Folge einer fahrlässigen Körperverletzung. Die 22-Jährige aber prallte laut Polizeibericht mit ihrem Kleinwagen „aus unge-

klärter Ursache gegen die rechte Begrenzungsmauer“ – ihr Smart wurde „durch Schwung auf die Mauer gehoben“ und kippte dann in die Tiefe. Laut Feuerwehrexperten sei ihr Wagen wohl abgehoben, weil er vergleichsweise leicht sei. An derselben Stelle prallte auch am Sonntag ein Auto gegen die Mauer, womöglich war es Polizeifachleuten zufolge ein Vorfall infolge von Schaulust. Die Berliner Unfallkommission aus Polizei, Senatsverwaltung und Verkehrslenkung wird nun prüfen, ob an der Unfallstelle ein neuer Fahrbahnbelag oder eine polizeiliche Geschwindigkeitskontrolle der Sicherheit dienen würde. Man könne

Menschen helfen! Mit schwerem Gerät angerückt. Nach dem ungewöhnlichen Unfall auf der Stadtautobahn, bei dem eine 22-Jährige in ihrem Auto über die Mauer – links am Fahrbahnrand zu erkennen – sieben Meter tief stürzte, musste die Feuerwehr einen Kran einsetzen. Die Fahrerin ist mittlerweile außer Lebensgefahr. Als veraltet gilt unter Sicherheitsexperten aber die Brüstung, die auf dem Foto am rechten Fahrbahnrand zu erkennen ist. Foto: Anne Meyer

Einsam entschieden, gemeinsam gewählt CDU-Parteitag nominiert neuen Justizsenator. Heilmann kündigt schnellere Strafen für junge Täter an Der designierte neue Justiz- und Verbraucherschutzsenator Thomas Heilmann (CDU) hat angekündigt, vor allem bei jüngeren Straftätern dafür zu sorgen, dass sie für ihre Taten schnell juristisch belangt werden. „Im Jugendbereich sollten schnelle Strafen erfolgen“, sagte Heilmann am Montagabend auf einem Kleinen Landesparteitag der Berliner CDU. Der war einberufen worden, nachdem Landesparteichef Frank Henkel Heilmann vergangene Woche als Nachfolger des wegen umstrittener Immobilienbeurkundungen entlassenen Justizsenators Michael Braun vorgeschlagen hatte. Nach einer langen Grundsatzrede Henkels und einer kurzen Selbstdarstellung Heilmanns stimmten die 61 Delegierten in der Landesparteizentrale am Wittenbergplatz einstimmig für den neuen Senator. Am Donnerstag soll Heilmann offiziell vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) im Roten Rathaus ernannt und danach im Abgeordnetenhaus vereidigt werden.

Was von ihm inhaltlich zu erwarten sein wird, umriss Heilmann gestern nur in allgemeinen Worten. Er sehe sich der Traditionder CDU als „Rechtsstaatspartei“ verpflichtet und wolle aktuelle Herausforderungen wie die erforderliche Neuregelung

Foto: dapd

Ost-Berlins Oberbürgermeister Erhard Krack lehnt das sonderbare Ansinnen des linken Kreuzberger Selbsthilfe-Vereins „Thomas-Weisbecker-Haus“ ab, Ausbildungsplätze für West-Berliner Jugendliche zur Verfügung zu stellen. Bei allem Verständnis für die Sorge um eine sichere Lebensperspektive sehe er sich außerstande, der Bitte nachzukommen, heißt es in Kracks Antwort-Brief. Eine Modelleisenbahn-Schau in der Ost-Berliner Kastanienallee findet großen Anklang, wie die Berliner Zeitung berichtet. Hobbykünstler haben maßstabgetreu Züge, Bahnhöfe und Gleisanlagen gebaut. Auch ein Modell der „Trümmerbahn“, die nach dem Krieg den Bombenschutt abtransportierte, ist zu sehen. An der Nachbildung der S-Bahnstrecke Erkner – Marx-Engels-Platz (heute Hackescher Markt) wurde sogar seit 1963 gebastelt. In den Räumen der studentischen Jobvermittlung Heinzelmännchen herrscht ab sofort Rauchverbot. Ein Student erwirkte es beim Oberverwaltungsgericht, das auf ein Gutachten des Bundesgesundheitsamtes über die Gefahren des Passivrauchens verwies. Brigitte Grunert

Thomas Heilmann soll Donnerstag als Justizsenator vereidigt werden

der Sicherungsverwahrung für gefährliche Gefangene nach Ende ihrer Haftstrafe oder den Neubau des Gefängnisses Heidering „voranbringen“. Sein Exkurs über die historischen und philosophischen Wurzeln des Rechtsstaats blieb allerdings eher

KV-Vorstand hält Prämien für legitim Im Streit mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin hat die Senatsgesundheitsverwaltung am Montag erklärt, dass noch nicht feststehe, ob die sogenannten Übergangsgelder zurückgezahlt werden müssen. Zuvor hatte Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) gesagt, er fordere eine Rückzahlung der insgesamt 549 000 Euro. Auch die Rechtsaufsicht des Senats stuft den Vorgang dem Vernehmen nach intern wohl als illegitim ein. Wie berichtet, hatten die Vorstandsmitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Burkhard Bratzke, Uwe Kraffel und Angelika Prehn nach Ablauf ihrer Amtsperiode im Januar 2011 jeweils rund 183 000 Euro bekommen. Diese Summe soll gezahlt werden, wenn Funktionäre ihre Posten aufgeben und eine eigene Arztpraxis aufbauen müssen. Die drei wurden jedoch durch das zuständige Gremium für weitere sechs Jahre wiedergewählt – das Geld behielten sie aber. KV-Vorstandsmitglied und Augenarzt Uwe Kraffel sagte am Montag: „Wir werden dem Ergebnis des Senats nicht vorgreifen. Ich gehe aber davon aus, dass die Prämien rechtens waren und wir nichts zurückzuzahlen zu haben.“ Im Mai vergangenen Jahres hatte die 40-köpfige Vertretersammlung der Kassenärztlichen Vereinigung die Gelder an ihre Vorstandsmitglieder als erfolgsunabhängige Prämien abgesegnet. Die nächste Sitzung der Vertreterversammlung soll am Donnerstag dieser Woche stattfinden. Der Ge-

10. Januar 1987 Vor 25 Jahren baten Kreuzberger Linke Ost-Berlin um Ausbildungshilfe

— Meinungsseite

Senat prüft Zahlungen für Ärztefunktionäre noch

aber nicht plötzlich die Höchstgeschwindigkeit von 80 auf 60 herabsetzen, sagte Petra Rohland. Sonst könne die Klage eines Autofahrers, der schneller sein wolle, alles rückgängig machen. Der Verkehrsclub VCD appellierte, man solle 60 Stundenkilometer prüfen; Charlottenburg-Wilmersdorfs Stadtrat Marc Schulte (SPD) will mit Kleingärtnern und Senatsverkehrsexperten Kontakt aufnehmen. In Berlin war 1999 eine 20-jährige Autofahrerin in Lichtenberg von der Brücke Kynaststraße/Richtung Marktstraße vier Meter in die Tiefe gestürzt, nachdem sie Betonpoller gestreift und einen Jägerzaun durchbrochen hatte – sie überlebte im Suzuki Vitara unverletzt. Bei einem Unfall auf der Autobahnbrücke der Westtangente starb im Januar 1996 ein 31-jähriger Mann, als er auf die nach Norden führende Fahrbahn des Stadtrings gestürzt, ausgestiegen und von einem Lkw überrollt worden war. Annette Kögel Fotos aus der Kleingartenkolonie unterhalb der A100-Trasse unter www.tagesspiegel.de/berlin

Klinik für 2011 einen ausgeglichenen Haushalt verlangt und den Charité-Vorstand um Klinikchef Karl Max Einhäupl kritisiert. Einhäupl erklärte, er werde die schwarze Null erreichen. Die Bilanz soll demnächst veröffentlicht werden. Zuletzt hatte auch Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz (parteilos, für CDU) für eine neue Finanzierung geworben. Dabei sollen Bundesmittel der Charité helfen. Dies ist gesetzlich zwar noch nicht möglich, wird aber innerhalb der Klinik als positiv begrüßt. Von Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD), die dem Aufsichtsrat der Charité vorsteht, war am Montag nur zu hören: Der Beschluss des alten Senats stünde, die Sanierung soll wie vorgesehen beginnen.

allgemein. Im Verbraucherschutz will er sich unter anderem dafür einsetzen, Bürger vor Lockangeboten unseriöser Händler zu schützen. Zu Beginn seiner Vorstellung hatte Heilmann, wie zuvor auch Parteichef Henkel und CDU-Generalsekretär Kai Wegner, Michael Braun für dessen Arbeit gedankt. Braun habe, so Wegner in seinen mehrfach von Applaus der Delegierten unterbrochenen Ausführungen, „mit seinem Engagement einen wesentlichen Beitrag zur programmatischen Neuaufstellung der CDU geleistet“. Dennoch müssten „die Geschehnisse Ende letzten Jahres restlos aufgeklärt werden“. Dafür forderte Wegner die von der Vermittlung so genannter Schrottimmobilien betroffenen Klienten Brauns dazu auf, den Notar von der Schweigepflicht zu entbinden. Brauns Nachfolger Heilmann stellte Henkel dann mit den Worten vor, er habe „das Gesicht der Berliner CDU in den vergangenen Monaten entschieden geprägt“. Der 47-jährige Jurist und Unter-

nehmer bringe „das Rüstzeug mit, um in einem schweren Amt erfolgreich zu sein“. Heilmann, der auch Vize-Landesvorsitzender seiner Partei ist, habe sich vor allem bei der Erarbeitung des Wahlprogramms der CDU als „tragende Säule“ erwiesen und sich schnell in „hochkomplexe juristische Probleme“ eingearbeitet. Als Senator werde er sicher „frischen Wind“ in seine neuen Aufgabengebiete bringen. Von den kritischen Stimmen, die man in der CDU zumindest hinter vorgehaltener Hand in den vergangenen Tagen zu Heilmann auch hörte, war auf dem Parteitag nichts zu vernehmen. Der frühere Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) appellierte vor demParteitagim Gespräch mitdem Tagesspiegel an den neuen Justizsenator, sich im neuen Amt mehr als seine Vorgänger in bundespolitische Rechtsdebatten einzubringen. „Ich hoffe, dass die Hauptstadt künftig eine stärkere Rolle in den Diskussionen über rechtspolitische Reformen spielt“, sagte Diepgen. Lars von Törne

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sundheitsexperte der Grünen im Abgeordnetenhaus, Heiko Thomas, forderte, dass dann Transparenz darüber geschaffen werden müsse, wie es zu der „unrechtmäßigen Zahlung“ kommen konnte. Die Kassenärztliche Vereinigung ist eine Organisation öffentlichen Rechts, der alle niedergelassenen Ärzte angehören müssen, die gesetzlich Versicherte versorgen. Sie ist für Praxiszulassungen zuständig und verteilt die Krankenkassengelder als Honorare an rund 7000 Ärzte und 1600 Psychotherapeuten in Berlin. Die Vorstandsgehälter werden aus einer Pauschale bezahlt, die Kassenärzte an die KV abführen. Der Senat könnte mit einem Verpflichtungsbescheid eine Rückzahlung der strittigen Prämien erzwingen. Hannes Heine


STADTLEBEN

DIENSTAG, 10. JANUAR 2012 / NR. 21 210

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Ausgewählte Artikel auf Englisch unter…

TAGESSPIEGEL.DE/English

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STADTLICHTER

„Merkozy“ ist Programm, das findet der französische Botschafter schon lange

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Themen – Trends – Termine Enthüllung. Am Montag hatte Alt- Bundespräsident Horst Köhler einen Termin im Rathaus Tiergarten. Er widmete sich dort aber nicht der Regionalpolitik, sondern enthüllte sein Porträt. Gekommen war auch der Maler Matthias Koeppel, der schon Johannes Rau, den Vorgänger Köhlers im Amt, porträtiert hatte. Das vom Wirtschaftskreis Mitte gesponserte Bild befindet sich in guter Gesellschaft; es ist nun Teil der Galerie der Porträts ehemaliger Bundespräsidenten. Die Sammlung hängt im Rathaus Tiergarten, da das Schloss Bellevue in diesem Teil des Bezirks Mitte liegt. -now

Foto: Thilo Rückeis

Immer schön lächeln. Nora Tschirner spielt in „Offroad“ die biedere Provinzschönheit Meike, die ihrer Heimatstadt Geilenkirchen den Foto: Paramount Pictures Rücken kehrt. Elyas M’Barek gibt an ihrer Seite den Großstadtcasanova Salim.

Heiße Ware, kaltes Wetter Ein Kaff in der Nähe von Aachen, das Leben ein Hamsterrad. Wenn nicht bald etwas passiert, dreht Meike Pelzer noch durch. Die Zukunft liegt vor ihr wie eine Drohung: Als Betriebswirtin soll sie in die Fußstapfen ihres Vaters treten und dessen Firma für Grasauffangkörbe übernehmen. Selbst auf dem Schützenfest, dem gesellschaftlichen Höhepunkt Geilenkirchens, kann man nicht so viel Bier trinken, um sich diese Aussicht schön zu reden. Was also tun? Meike Pelzer ersteigert einen an der holländischen Grenze beschlagnahmten Jeep – und landet in Berlin. Dummerweise mit einem Kofferraum voller Kokain, weshalb die lang ersehnte Freiheit eine Reihe von Problemen mit sich bringt. Soweit die Ausgangssituation von „Offroad“. Die Komödie von Regisseur Elmar Fischer feierte am Montagabend Premiere in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg, Im Nieselregen liefen Hauptdarsteller Nora Tschirner und Elyas M’Barek über den Roten Teppich. Nach Angaben des Produzenten Jakob Claussen waren sie die Idealbesetzung: Bereits beim Casting hätten die beiden toll miteinander harmoniert, heißt es im Presseheft. Tschirner, die in Pankow aufgewachsen ist, spielt die biedere Pro-

BERLIN Bücher

Verwundete Seelen

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in bestialisch umgebrachtes Ehepaar, an Händen und Beinen gefesselt, über die Köpfe Plastiktüten gestülpt und mit Paketband umwickelt, so dass der Mann und die Frau elend erstickten. Eine Mutter, die von einer Silvesterfeierheimkehrtund ihre beiden kleinen Töchter aufgeschlitzt in den Kinderbettchen findet. Ein Sprengstoffanschlag beim Treffen einer türkisch-kurdischen Familie, die Wucht der Explosion hat die Körper auseinandergerissen ... Wer Horst Brandts neues Buch „Tröstende Nähe“ liest, in dem der pensionierte Kriminaldirektor und ehemalige Leiter des Dezernats „Delikte am Menschen“ in Berlin wieder „Authentische Kriminalfälle“ aus seiner Laufbahn schildert, der muss schon einen stabilen Magen haben. Oder aber einzelne Kapitel überspringen. Doch was ist mit denen, die solch einen grauenvollen Anblick nicht einfach wie ein Buch beiseitelegen können? Die damals als Erste am Tatort waren, die Leichen ansehen mussten, ja, die rein professionell sein mussten, wie man es von ihnenerwartet? Und diedannnochdieAngehörigen aufsuchen, ihnen die erschütternden Nachrichten überbringen mussten? Horst Brandt, 73 Jahre alt, hat sich während seiner Arbeit immer wieder darüber Gedanken gemacht, wie „seinen Leuten“ und den Helfern geholfen werden kann. Auch darüber berichtet er in seinem neuen Werk: Brandt hatte Mitte der neunziger Jahre die Idee für die Notfallseel-

wurde, ist auch glücklichen Zufällen zu verdanken. Sicher hat dazu beigetragen, dass er im Am Montag war sein Präsident Nicolas Sarkozy zu Besuch bei Angela Merkel in Sommer 1988 als politischer BotschaftsBerlin. Die besondere Beziehung des fran- rat nach Bonn kam und erst 1991 weiterzösischen Botschafters Maurice Gour- zog. Die Zeit der Wende und des Mauerdault-Montagne zu Deutschland begann falls hat er intensiv mit deutschen Freunaber lange vor Erfindung des Begriffes den erlebt, die Erinnerungen daran ste„Merkozy“. Als er 15 Jahre alt war, nahm cken für ihn voller großer Emotionen. er an einem deutsch-französischen Pfad- Dass sein viertes Kind an dem Tag gebofinder-Austausch im Massif Central teil. ren wurde, an dem Honecker gestürzt Mit den deutschen Jungs verstand er sich wurde, ist Teil dieser Erinnerung: „Ein auf Anhieb richtig gut, aber das war wohl großer Tag für die Deutschen, aber auch nicht der einzige Grund für seine spätere ein großer Tag für unsere Familie“, sagt er in seinem fließenDeutschlandaffinität. den Deutsch. MauEin Austauschprorice Gourdault-Mongramm, das ihn wähtagne war außenpolitirend des Studiums scher Berater bei Chinach Freiburg im rac, war Botschafter Breisgau führte, „nah in Tokio und London. an Frankreich, aber Fünf Kinder im Alter eine ganz andere zwischen 20 und 30 Welt“, vertiefte seine Jahren hat er. Die KinZuneigung, die gewiss der besuchen ihn nicht selbstverständgern in Berlin. „Alle lich ist. Er entstammt jungen Leute sind einer alten Familie aus gern in Berlin, sie lieParis, deren Stammben die Freiheit, die baum sich bis zum Be- Maurice Weite.“ Viele Franzoginn des 18. Jahrhun- Gourdault-Montagne sen, hat er beobachderts zurückverfolgen tet, lernen Deutschlässt.Den Begriff„Erz- bereitet ein Jubiläum vor land bei Kurzreisen feind“ kennt er durchüber Berlin neu kenaus noch. Der Vater war Kriegsgefangener in Deutschland, nen. Diese Stadt spiegelt für ihn die deutbeideGroßväter haben im 1. Weltkriegge- sche Seele, „die Wunden und die Werte“. Er lebt in der Botschaft am Pariser gen die Deutschen gekämpft. Der 58-Jährige istder Erste aus seinerFamilie, derkei- Platz, auch wenn es ihm da manchmal ein nen Krieg zwischen Deutschland und bisschen zu laut ist. In seiner Freizeit Frankreich miterlebt hat, sondern die geht er am liebsten ins Theater. Seine Früchte der Freundschaft zwischen bei- Hobbys klingen auch recht deutsch: Leden Ländern genießt, die vor fast einem sen, Musik hören, spazieren gehen, Rad fahren. Er erkundet die Mark Brandenhalben Jahrhundert gesät wurden. Intensiv stürzt er sich derzeit in die burg mit Fontane unterm Arm. Das Bild, das bei seinem Amtsantritt Vorbereitungen zur Feier des 50-jährigen Jubiläums des Elysée-Vertrags, den hinter dem Schreibtisch hing, hat er Charles de Gaulle und Konrad Adenauer rasch gegen eine bunte Deutschlandkarte im Januar 1963 unterzeichneten, um da- ausgetauscht. Es liebt es, durch die neuen mit die deutsch-französische Freund- Bundesländer zu reisen, Dresden, Leipschaft zu besiegeln. Schon ab September zig, Erfurt, so viele Ausstellungen hat er soll gefeiert werden, denn da jährt sich gesehen, die ihn begeistert haben. Den der Tag der großen Rede von Charles de tiefsten Eindruck aber hinterließ ein SpaGaulle an die Jugend. Für ein Festkonzert ziergang durch den Park von Sanssouci. wurde eine Komposition in Auftrag gege- Hier wehte ihn plötzlich die Tiefe der geben und ein Tanzfestival wird ebenfalls meinsamen Kultur an, Voltaire, Friedrich vorbereitet. Um Mittel für weitere Kultur- der Große, die Skulpturen, die Ludwig programme aufzutreiben, lud der Bot- XIV. nach Preußen schickte. „Es gab imschafter kürzlich Repräsentanten unter mer eine kulturelle Affinität, eine Anzieanderem von Michelin, Air France und hungskraft zwischen Deutschen und der Robert-Bosch-Stiftung zum „Diner Franzosen, die Jahrhunderte alt ist.“ Auch kulinarische Kunst liegt ihm am de Mécénat“ in die Botschaft am Pariser Platz. Er will diese Netzwerke weiter aus- Herzen. Heute eröffnet im Institut Franbauen, schwärmt von 2000 Städtepart- çais die Ausstellung „Au p’tit resto santé“ nerschaften, von den lebendigen Aus- über gesunde Ernährung. Wie viele tauschprogrammen, an denen seit der Früchte die Freundschaft getragen hat, Gründung des Deutsch-Französischen Ju- war bei der Euro-Rettung zu beobachten. gendwerks schon 15 Millionen junge Das Gefühl, dass Deutschland und Frankreich zusammengehören, sei sehr stark Leute teilgenommen haben. Dass er selbst zu einem Modell für die im Moment: „Das spüre ich, wo ich auch deutsch-französische Freundschaft hingehe.“ Von Elisabeth Binder

In ihrem neuen Film spielt Nora Tschirner eine unbeholfene Drogendealerin Gedreht wurde auch im Rodeo Club in Mitte – bei winterlichen Temperaturen

„Daily Mirror“

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Ein Fest für die Freundschaft

Bayern gibt den Ton an Die Bayern sind in Berlin traditionell gute Gastgeber. Und es geht bei den Einladungen der Landesvertretung auch nicht immer um das gute Bier aus Bayern. Zum musikalischen Auftakt ins neue Jahr luden am Montagabend Landesvater und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Frau Karin rund 1700 Gäste zum traditionellen Neujahrskonzert der Bayerischen Landesvertretung ins Konzerthaus am Gendarmenmarkt. „Bayern bringt Weltklasse nach Berlin“, kündigte Seehofer das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Chefdirigent Mariss Jansons und dem ungarischen Solisten András Schiff an. Auf dem Programm standen Werke von Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms. Als Gäste kamen unter anderen Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) und Erzbischof Rainer Maria Woelki, dessen bevorstehende Ernennung zum Kardinal in der vergangenen Woche bekannt gegeben wurde, sowie viele andere Politiker, Diplomaten und Vertreter aus Wirtschaft, Medien und Kultur. Der Erlös der Spenden kommt der ökumenischen Initiative Kirche positHIV für Menschen mit HIV und Aids zugute. Das 1993 gegründete Projekt arbeitet konfessionell übergreifend mit Ehrenamtlichen, Selbsthilfegruppen und sozialen Anlaufstellen. sib

DER TAGESSPIEGEL

sorge in Berlin, und er hat sie umgesetzt mit dem katholischen Pater Vincens, dem evangelischen Pfarrer Jörg Kluge und dankder Unterstützung des damaligenPolizeipräsidenten Hagen Saberschinsky und des Landesbranddirektors Albrecht Broemme. Mittlerweile gibt es rund 80 Notfallseelsorger aller Konfessionen in Berlin. Sie helfen nicht nur den Angehörigen der Opfer, sondern hören auch den Helfern zu, die nicht selten selbst überfordert sind – so professionell sie sein mögen. Seit 2007 ist auch die muslimisch ausgerichtete Notfallseelsorge in das Berliner System integriert worden. Ein wichtiger Schritt: Muslimische Angehörige, weiß Brandt, trauern in der Regel ganz anders als Christen. Es versammeln sich dazu weitaus mehr Menschen als bei solchen traurigen Anlässen gewohnt, denn nicht nur die Familie ist einbezogen. Muslime beklagen den Verlust eines geliebten Menschen auch „oft lautstärker“. Und „muslimische Angehörige wollen nach Möglichkeit mit der Feuerwehr und den Verletzten mit ins Krankenhaus fahren“, weiß Brandt. In so einer Ausnahmesituation bedarf es eines muslimischen Seelsorgers, der verständnisvoller auf die Trauernden eingehen kann, weil er vertrauter mit ihren Bräuchen ist und damit auch ernst genommen wird. Tanja Buntrock — Nächste Lesungen von Horst Brandt: 11. Januar, 19 Uhr, Kathedralforum an der St. Hedwigskathedrale, Eintritt frei. 29. Januar, 15 Uhr, „Haus der Ideen" in Alt-Marienfelde 39, Eintritt 8 Euro inklusive Kaffee und Kuchen.

– Horst Brandt: Tröstende Nähe. Authentische Kriminalfälle. Militzke Verlag, Leipzig. 200 Seiten, 16,90 Euro

Premierenstimmung. Trotz Nieselregens waren Nora Tschirner und Elyas M’Barek am Montagabend bester Laune. Foto: dapd

vinzschönheit Meike Pelzer, die in Berlin unbeholfen wirkt wie eine Robbe an Land. M’Barek gibt den Großstadtcasanova Salim, der Meike beim Verticken der Drogen helfen will. Das klappt allerdings nicht so einfach wie gedacht. Kein Wunder, bei einer Menge von 50 Kilo. Und dann sind da noch die drei Männer aus der pseudohippen Eventagentur, die kurz vor der Pleite steht. Das Trio beansprucht die Fracht aus dem Kofferraum für sich und verfolgt Meike und Salim durch die Stadt.

Gedreht wurde der Film vor anderthalb Jahren in Berlin und Geilenkirchen, dem Geburtsort von Regisseur Elmar Fischer. Dem Kinostart am Donnerstag blickt er mit mulmigen Gefühlen entgegen: „Ich hoffe, die Stadt wird es mir nachsehen, dass sie da nicht so gut wegkommt, obwohl ich Geilenkirchen sehr, sehr, sehr gerne mag und immer noch gerne dort bin.“ Vermutlich hat sein Unbehagen damit zu tun, dass Protagonistin Meike ihren Roadtrip mit den wenig charmanten Worten „Tschüss, du Scheißkaff! Tschüss, ihr Arschlöcher!“ beginnt. Während der Dreh in Geilenkirchen „konzentriert und entspannt“ war, sei er in Berlin „etwas mühsamer“ geworden, sagt Produzent Jakob Claussen. Einige Szenen wurden im ehemaligen Rodeo Club im Postfuhramt in Mitte gedreht. Ungünstigerweise bei schlechtem Wetter. Elyas M’Barek, bekannt aus der TV-Serie „Türkisch für Anfänger“, hat daran nicht die besten Erinnerungen. „Wir sind beim Drehen vom Spätsommer in den Herbst hineingekommen und es wurde sehr kalt. Es ist dann eher unangenehm, wenn man bei drei Grad plus in Sommerklamotten draußen herumlaufen muss.“ Im Film ist davon jedoch nichts zu merken. Nana Heymann


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Tancredi Rossinis sizilianisches Kriegs- und Liebesdrama Mit „Tancredi“, seiner ersten opera seria, gelang dem 21-jährigen Rossini ein fulminanter Auftakt zu einer Reihe von „ernsten Opern“, zu denen später Werke wie „Otello“, „Ermione“ oder „Semiramide“ hinzukommen – meisterhafte Beispiele eines Genres, das Rossini aus seinen starren Grenzen befreite. Damit wurde er stilbildend für viele seiner Nachfolger. Selbst den Rossini-Gegner Richard Wagner beeindruckte dessen melodischer Reichtum so sehr, dass er sein Schneiderlied aus dem 3. Akt der „Meistersinger“ als eine Parodie der „Tancredi“ Eingangs-Kavatine Di tanti palpiti komponierte. Doch auch jenseits dieses bekannten Ohrwurms, den nach Berichten von Zeitzeugen Passanten auf der Straße, Richter bei derArbeitoderdieGondolieriindenKanä-

len von Venedig pfiffen, warten in „Tancredi“ viele bezaubernde musikalische Überraschungen. Als Vorlage diente Voltaires Drama „Tancrède“. Da das italienische Publikum sich mit tragischen Opern-Schlüssen häufig nicht anfreunden wollte, schufen Rossini und sein Librettist Gaetano Rossi für die Uraufführung in Venedig 1813 ein „Happy End“, das jedoch wenig Anklang fand. Für die Erstaufführung von „Tancredi“ in Ferrara komponierte Rossini dann das tragische Voltairesche Ende: Amenaide soll gegen ihren Willen heiraten, um damit die Fehde zwischen zwei verfeindeten Familien endgültig zu beenden. Sie allerdings liebt den Edelmann Tancredi, der bei ihrem Vater in Ungnade gefallen ist und die Stadt verlassen

musste. Als ein Liebesbrief Amenaides an Tancredi – allerdings ohne Empfängernamen – abgefangen wird, glaubt ihr Zwangsverlobter Orbazzano, dass sie sich heimlich mit dem Feinde verbündet habe. Schlimmer noch: Auch Tancredi zweifelt an ihrer Liebe … Die Deutsche Oper Berlin zeigt eine Produktion des Rossini Festivals in Pesaro von 1999. Unter der Leitung von Rossini-Doyen Alberto Zedda singen Patrizia Ciofi, Hadar Halévy und Alexey Dolgov u. a. Berliner Premiere am 22. Januar 2012 an der Deutschen Oper Berlin, Bismarckstraße 35 in 10627 Berlin. Weitere Vorstellungen am 26. Januar; 1. und 4. Februar. Karten-Service: 030/343 84 343 oder www.deutscheoperberlin.de.

ERSTES EXTRA

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„Tancredi“ an der Deutschen Oper Berlin Termin: 26.01.2012, 19.30 Uhr 3 x 2 Freikarten Alberto Zedda / Foto: Bettina Stöß

Apassionata „Gemeinsam bis ans Ende der Welt“ – die neue Show in der o2 World „Apassionata“ ist wieder auf großer Tournee und hat bisher mehr als 50.000 Zuschauerverzaubert.DiemagischenBegegnungen zwischen Mensch und Pferd begeistern damit zum neunten Mal mit prachtvollen Pferden, atemberaubender Reitkunst, einzigartigen Lichteffekten und wundervoller Musik. Vom 27. bis 29. Januar gastiert Europas erfolgreichste Unterhaltungsshow mit Pferden wieder in der o2 World in Berlin. In „Gemeinsam bis ans Ende der Welt“

nehmen Sie Hauptdarsteller „Daniel“ und über 50 Pferde mit auf eine traumhafte Reise zu den entferntesten Orten der Welt und lüften die Geheimnisse, die Mensch und Pferd seit Jahrhunderten verbinden – genießen Sie ein wahres Erlebnis für die Sinne! Erstmals dabei sind die „Giona Brothers“ aus Italien. Während Alex Giona eine gefühlvolle Freiheitsdressur mit zehn Schimmeln präsentiert, wird es bei der Ungarischen Post von Bruder Pier rasant – stehend auf galoppierenden

Pferden erobert er die Arena. Freuen Sie sich auch auf eindrucksvolle Dressurlektionen, atemberaubende Trickreiterei und komödiantische Einlagen der „Apassionata“-Stars. Auch diesmal wird wieder ein Kind aus Berlin die Möglichkeit haben, als „kleiner Star“ live dabei zu sein. Jungs zwischen 9 und 12 Jahren bewerben sich jetzt unter: abenteuer@apassionata.de. Karten erhalten Sie im Internet unter: www.apassionata.de.

ZWEITES EXTRA

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„Apassionata“ in der o2 World Termin: 29.01.2012, 15.00 Uhr 3 x 2 Freikarten

Apassionata / Foto: promo

Auf, auf zum Olymp!

Premiere in der Märchenhütte

Außergewöhnliche Solokonzerte

Klingende Mythen der Antike und Beethovens Violinkonzert

„Gevatter Tod“ mit Matthias Horn in der Titelrolle

Drei junge Künstler geben ihr Debüt mit dem DSO Berlin

Frank Peter Zimmermann / Foto: Franz Hamm

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Begegnungen hübscher Mädchen mit findigen Göttern brachten der antiken Welt einige Stoffe ein, die später Künstler aller Sparten zu Werken inspirierten. Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin spielt unter der Leitung von Ludovic Morlot zwei Kompositionen aus Frankreich: zunächst vier Auszüge aus César Francks sinfonischem Poem „Psyché“, in dem das Königskind Psyche im Auftrag von Eros entführt und später trotz einer Verbotsübertretung von ihm erlöst wird. In Albert Roussels Suite Nr. 2 „Bacchus et Ariane“ rettet der Gott das Mädchen vor dem Suizid und nennt es von da an glücklich sein Eigen. Dem Freudentaumel im Olymp steht beim RSB das Violinkonzert D-Dur von Ludwig van Beethoven gegenüber. Das Violinsolo wird von Frank Peter Zimmermann gespielt, der mit ihm – wie die Liebe der antiken Paare – himmlische Höhen erklimmt. Karten (15 bis 40 €) unter: 030/20298715; tickets@rsb-online.de

DRITTES EXTRA Das RSB in der Philharmonie Termin: 18.01.2012, 20.00 Uhr 5 x 2 Freikarten

„Gevatter Tod“ / Foto: Bernd Schönberger

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Ab 12. Januar gibt sich nun auch der „Gevatter Tod“ in der Märchenhütte die Ehre und nichts und niemand hält ihn auf, man kann ihn nicht ausladen, verhindern oder gar betrügen. Ähnlich anderen höheren Instanzen wie Die Frau Holle, Der Liebe Gott oder Der Teufel mischt er sich zwar selten, aber dann stets einschneidend und definitiv in die ansonsten so turbulent illustre Märchenwelt ein. Doch keine Angst, er zeigt auch gerne mal seine komischen Seiten. Nun gut, vielleicht nicht seiner aktuellen Klientel, aber mit tödlicher Sicherheit eröffnet er sie bei seinem Auftritt in der Märchenhütte. Dort kann man ihm – geschützt in der theatralen Märchenwelt – endlich einmal auf Augenhöhe begegnen und gewiss auch mit einem Augenzwinkern. Und so lädt der 23. Hüttengrimmi seine Gäste herzlich zu einem unterhaltsamen Ausblick aufs Unvermeidliche ein. Tickets: 030/2 888 66 999, www.maerchenhuette.de.

VIERTES EXTRA „Gevatter Tod“ in der Märchenhütte Termin: 22.01.2012, 21.00 Uhr 3 x 2 Freikarten

Emmanuel Ceysson / Foto: Gabriel de la Chapelle

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Am 16. Januar lädt das DSO erneut zu einem Konzert der Reihe Debüt im Deutschlandradio Kultur in die Philharmonie. Seit 1959 ermöglicht die Reihe aufstrebenden Künstlern, sich dem erfahrenen Berliner Konzertpublikum vorzustellen. Viele Musiker aus dieser Debütreihe zählen heute zu den international gefeierten Künstlern – wie z.B. Sir Simon Rattle (1977) und Daniel Barenboim (1963). Dieses Konzert hat neben Kompositionen von Maurice Ravel gleich zwei große Solokonzerte im Programm. Daniela Koch übernimmt den Solopart in Jacques Iberts Flötenkonzert und Emmanuel Ceysson stellt sich mit Alberto Ginasteras Harfenkonzert vor. Geleitet wird der Abend vom italienischen Dirigenten Francesco Angelico. Die jungen Künstler wurden alle in jüngster Vergangenheit mit renommierten Preisen ausgezeichnet. Karten von 10 bis 30 € unter Tel.: 030/20 29 87 11 oder online www.dso-berlin.de.

FÜNFTES EXTRA Das DSO in der Philharmonie Termin: 16.01.2012, 20.00 Uhr (Einführung 18.55 Uhr) 5 x 2 Freikarten

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BERLIN / BRANDENBURG

DIENSTAG, 10. JANUAR 2012 / NR. 21 210

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NACHRICHTEN

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17-Jähriger erneut wegen Totschlags vor Gericht Berlin - Ein 17-jähriger Schüler, der seine Stiefmutter erstochen haben soll, muss sich seit Montag erneut vor dem Landgericht verantworten. Er war vor einem Jahr wegen Totschlags zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof aber hatte die Entscheidung aufgehoben. Die Täterschaft des Angeklagten sei nicht fehlerfrei festgestellt worden, kritisierte der BGH. Insbesondere die Rolle des Vaters sei vor einer anderen Strafkammer zu prüfen. Die 29-jährige Frau war am 23. Februar 2010 in ihrer Wohnung in Neukölln erstochen aufgefunden worden. Kurz darauf wurde der aus einer libanesischen Großfamilie stammende Schüler verhaftet. An seiner Kleidung war Blut des Opfers festgestellt worden. Die Richter gingen im ersten Prozess von einer spontanen Tat im Streit aus. Die Frau habe sich von seinem Vater trennen und seine beiden Halbgeschwister bei sich behalten wollen. K.G.

Brandenburg will Güterverkehr verstärkt auf die Schiene bringen Potsdam - Verkehrsminister Jörg Vogelsänger will mehr Güterverkehr mit der Bahn transportieren. Deshalb unterstütze das Land den kombinierten Verkehr von Straße und Schiene, sagte der SPD-Politiker am Montag. Das entsprechende Terminal am Frankfurter Euro Transport- und Trade Center (ETTC) habe die Kapazitätsgrenze erreicht und solle mit EU-Mitteln ausgebaut werden. Insgesamt gibt es in Brandenburg derzeit fünf derartige Anlagen. Durch die dort umgeschlagene Warenmenge konnten im Jahr 2010 laut Ministerium 300000 Lkw-Fahrten ersetzt werden. dapd

Ein Verletzter bei Wohnungsbrand in Friedrichshain Berlin - Erst durch den Sprung in ein von der Feuerwehr aufgestelltes Sprungpolster konnte sich am Montagnachmittag ein Mann aus einer brennenden Wohnung in der Libauer Straße in Friedrichshain retten. Er musste verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. Laut Feuerwehr war das Feuer gegen 13 Uhr in einer Wohnung im dritten Stock des Seitenflügels ausgebrochen. Tsp

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LOTTOQUOTEN

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Gewinnzahlen: . . . 22, 24, 29, 33, 37, 47 – 2 Superzahl: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 6 Richtige mit Superzahl . . . . . . . . . . unbesetzt Jackpot . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 322 236,20 € 6 Richtige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 857 788,90 € 5 Richtige mit Zusatzzahl . . . . 64 506,50 € 5 Richtige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 783,00 € 4 Richtige mit Zusatzzahl . . . . . . . . 175,00 € 4 Richtige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44,60 € 3 Richtige mit Zusatzzahl . . . . . . . . . . 29,10 € 3 Richtige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10,80 € SPIEL 77 Gewinnzahl: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3885 405 Super 6: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 478 006 TOTO-QUOTEN 13er-Wette 2, 1, 1, 1, 2, 1, 2, 2, 1, 1, 2, 0, 1 13 Richtige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 579,50 € 12 Richtige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 402,60 € 11 Richtige. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18,50 € 10 Richtige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3,10 € AUSWAHLWETTE „6 AUS 45“ Gewinnzahlen: . . 12, 14, 15, 28, 39, 45 – 16 6 Richtige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . unbesetzt Jackpot . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 443 753,30 € 5 Richtige mit Zusatzzahl . . . . . . . . unbesetzt Jackpot . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 285,90 € 5 Richtige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 152,00 € 4 Richtige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69,80 € 3 Richtige mit Zusatzzahl . . . . . . . . . . 13,60 € 3 Richtige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6,30 € Alle Angaben ohne Gewähr

DER TAGESSPIEGEL

Hilperts Anwalt rügt das Gericht Großer Andrang beim Prozessauftakt gegen Hotelbetreiber. Verteidiger erzwingt Vertagung Von Thorsten Metzner Potsdam - Sofort wird im Fall Axel Hilpert mit allen Finessen gefochten: Der Betrugsprozess gegen den 64-jährigen Hotelier, früheren DDR-Devisenbeschaffer und Stasi-Mitarbeiter, der das Land Brandenburg um rund neun Millionen Euro Fördermittel betrogen haben soll, ist am Montag mit einer Verzögerung gestartet. Kaum war die Hauptverhandlung vor dem Potsdamer Landgericht eröffnet, wurde sie bis zum 25. Januar unterbrochen. Das entschied die 4. Große Strafkammer, nachdem die Verteidigung den Geschäftsverteilungsplan des Landgerichts gerügt und damit die Zuständigkeit der Kammer für das Verfahren angezweifelt hatte. Nun sind sogenannte Besetzungsrügen oder Befangenheitsanträge zum Prozessauftakt zwar üblich. Doch mit der konkreten Begründung hat Anwalt Stefan König, einer der gleich drei Rechtsbeistände Hilperts, das Gericht offenbar überrascht. Eine derartige Rüge habe er „in 20 Jahren noch nicht gehabt“, sagte der Vorsitzende Richter Andreas Dielitz. Ehe darüber entschieden wird, soll erst eine Stellungnahme des Präsidenten des Landgerichts eingeholt werden. Nach Angaben von Gerichtssprecher Frank Tiemann ist nicht ausgeschlossen, dass der Prozess platzen könnte. Der somit unerwartet kurze Prozessauftakt war von aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen und einem großen öffentlichen Interesse begleitet. Der Saal 8, der größte im Gericht, war bis auf den letzten Platz gefüllt. Nicht alle kamen hinein. 54 Journalisten und Zuschauer, darunter mehr als ein dutzend Familienangehörige wie Tochter und Sohn, Bekannte und „Freunde der Familie“, wie es hieß, verfolgten das Geschehen. Der 64-jährige Angeklagte, der seit Juni 2011 in Untersuchungshaft sitzt, wirkte äußerlich zwar etwas mitgenommen, blasser als früher. Doch er bemühte sich um einen gelassenen, selbstsicheren Eindruck. Den Blickkontakt mit den Kameras scheute er nicht. Ehe man ihn aus dem Saal führte, antwortete Hilpert auf den Zuruf eines Boulevard-Reporters, was er in der Haft am meisten vermisse, trocken: „Sie!“ Hilpert muss sich wegen Subventionsbetrugs, Steuerhinterziehung und Untreue verantworten. In der noch nicht verlesenen 102-Seiten-Anklageschrift wirft ihm

Etwas blasser, aber selbstbewusst wie immer. Der 64-jährige Axel Hilpert muss sich wegen Subventionsbetruges vor dem Landgericht Potsdam verantworten. Foto: Manfred Thomas

15 Jungen missbraucht: Informatiker gesteht Ein verurteilter Sexualtäter erneut vor Gericht. Es geht um 154 Taten Berlin - Der Mann war ein gern gesehener Gast. Er spielte mit den Kindern seiner Bekannten und gab ihren Eltern „frei“. Ihre kleinen Söhne waren, so mussten die Eltern viele Jahre später begreifen, sein Ziel. Thomas N. ist ein Sexualtäter. Er kam 1999 noch mit Bewährung davon, 2008 gab es dann eine Gefängnisstrafe. In der ganzen Zeit aber machte er laut Anklage weiter und schlich sich erneut in Familien ein. „Er ging sehr geschickt vor“, sagte ein Vater am Montag am Rande des Prozesses. Der 34-jährige Angeklagte legte hinter verschlossenen Türen ein Geständnis ab. Um 154 Fälle des sexuellen Missbrauchs zwischen 2001 und 2010 geht es. Die Namen von 15 Kindern sind in der Anklage aufgelistet. Drei Jahre alt das jüngste Opfer, 15 Jahre das älteste, mehrere Geschwister sind unter ihnen. Ihre Eltern hatten in Thomas N. einen „sehr guten Freund“ und Helfer gesehen. Sie kannten ihn längere Zeit. „Er war ein

Schulfreund meines Bruders“, schilderte die Mutter von drei Jungen, die Opfer des geschiedenen Informatikers N. wurden. „Ein Mann, der gut mit Kindern kann, ich hatte kein Misstrauen.“

Er passte auf die Kinder auf – die Eltern ahnten nichts Oft geschah es, wenn sich N. anbot, die Kinder ins Bettzubringen. Er habe die Jungen sexuell berührt, in einigen Fällen sei es zu Oralverkehr gekommen – im Kinderzimmer der Opfer oder im Gartenhaus des Angeklagten in Pankow. Die Eltern aus Friedrichshain und Neukölln waren in der Nähe oder hatten ihm ihre Söhne anvertraut. „Die Kinder sagten nichts, mir fiel auch nichts auf“, sagte eine Mutter. Fünf Jahre lang soll er ihre Jungen angefasst haben. „Er machte sich die sexuelle Unreife

der Kinder bewusst zunutze“, verlas der Staatsanwalt die Anklage. Thomas N. sagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Es war ein Geständnis, hieß es. Die Elternseiner Opfer, dieals Nebenkläger mit im Saal saßen, hielten jedoch nicht viel von seiner Aussage. „Er hat keinerlei Reue gezeigt“, empörte sich eine Mutter. Eine andere Frau sagte, dass ihr Sohn bis heute nicht darüber redet. „Es ist ihm peinlich.“ Die Eltern suchen nach Erklärungen, wie es so weit kommen konnte. „Er hat die Kinder gekauft – mit Pizza, Kino, kleinen Geschenken“, sagte ein Vater. Alle Nebenkläger bestätigten: „Er hat sich viel mit ihnen beschäftigt.“ Der Angeklagte sah nicht auf, als die ersten Zeugen aussagten. An seiner Schuld gibt es keine Zweifel. Derzeit verbüßt er eine Strafe von zwei Jahren und neun Monaten, die 2008 verhängt wurde. Die Fälle, um die es jetzt geht, waren damals nicht bekannt. Erst später offenbarte sich eins der Opfer. K.G.

die Staatsanwaltschaft Potsdam vor, beim Bau des „Resorts Schwielowsee“ die Landesinvestitionsbank (ILB) getäuscht zu haben, indem er Investitionskosten künstlich hochrechnete. So soll Hilpert mit Hilfe eines betrügerischen Geflechts zu Unrecht 9,2 Millionen Euro Fördermittel kassiert haben. Wird er verurteilt, drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. In der Rüge, die zur Unterbrechung der Verhandlung führte, hat Rechtsanwalt König den Geschäftsverteilungsplan des Landgerichtes grundsätzlich infrage gestellt. Er bezweifelte, dass am Gericht die Voraussetzungen für zwei Wirtschaftskammern überhaupt erfüllt sind. Die bisher für das Hilpert-Verfahren zuständige 2. Wirtschaftskammer sei im Jahr 2011 zu 64 Prozent mit allgemeinen Strafsachen, 2010 sogar zu 79 Prozent befasst gewesen, sagte er. Dies widerspreche dem gesetzli- Hilperts chen Gebot, Wirtschaftsverfahren an Verteidigung einer spezialisierten nimmt die Kammer zu konzentrieren. Zudem be- Förderbank stünde bei der Pra- des Landes xis die Möglichkeit, dass sich „rein theo- ins Visier retisch“ die Staatsanwaltschaft mit dem Zeitpunkt der Anklage die ihr „genehmere“ der beiden Kammern aussuchen könne. Warum die letzten Donnerstag per Fax um 21.57 Uhr an das Gericht geschickte Rüge die Kammer erst am Montagmorgen erreichte, blieb offen. Neben dem Ansatz für eine spätere mögliche Revision hat die Rüge aber eine aktuelle Stoßrichtung, wie König deutlich machte: Werde ihr stattgegeben, sei klar, „dass der Haftbefehl sofort aufgehoben werden muss“. Schließlich dürfe die Untersuchungshaft „nicht wegen organisatorischer Mängel des Gerichtes verlängert werden“. Auch zur Taktik, zum weiteren Vorgehen gab es von der Verteidigung nun erste Aussagen. So soll nach Verlesung der Anklage eine „Eröffnungserklärung“ abgegeben werden, sagte König. „Wir haben gute Argumente. Das Kernproblem ist die ILB.“ Sein Mandant werde sich zu Beginn nicht äußern. König schloss nicht aus, dass sich Hilpert zu einem späteren Zeitpunkt des Verfahrens zu den Vorwürfen erklären wird.

Potsdam will Stadtwerke behalten Kritik an Überlegungen des Oberbürgermeisters Potsdam - Jann Jakobs hat laut nachgedacht und damit heftiges Kopfschütteln ausgelöst. Mit seiner Idee, die Potsdamer Stadtwerke zu verkaufen, um damit die aus seiner Sicht zu niedrigen Zuschüsse des Landes für die Stadt zu kompensieren, hat Potsdams Oberbürgermeister bei Stadt- und Landespolitikern über Parteigrenzen hinweg Kritik auf sich gezogen. Die schärfsten Worte fand am Montag Anita Tack (Linke). Die Verbraucherschutzministerin, die zugleich Stadtverordnete in Potsdam ist, warf Jakobs vor, „völlig die Bodenhaftung verloren“ zu haben. Sein Jammern „auf hohem Niveau“ sei der Beweis, dass Potsdam „seit längerer Zeit“ über seine Verhältnisse lebe. Dem Ansehen der Landeshauptstadt im Rest von Brandenburg erweise Jakobs damit einen „Bärendienst“, sagte Tack. Jakobs hatte in einem Zeitungsinterview erklärt, Potsdam und die drei anderen kreisfreienStädte in Brandenburgwürden zu geringe Zuweisungen des Landes erhalten, das System zur Finanzierung der kreisfreien Städte müsse daher geändert werden. Gerade Potsdam als wachsende Stadt brauche mehr Schulen, Kindergärten, Straßen und Trams. Um diese dringend notwendigen Investitionen tätigen zu können, hatte der Oberbürgermeister einen Teilverkauf der Stadtwerke als Option genannt. Am Montag relativierte Jakobs seine Äußerung und erklärte: „Es geht nicht darum, städtisches Tafelsilber zu verkaufen, sondern die bisherige Form der Gemeindefinanzierung zu reformieren.“ Es sei ihm ein „wichtiges Anliegen“, die Stadtwerke als kommunales Eigentum „zu erhalten“. Eine Mehrheit für einen Verkauf fände Jakobs wohl auch nicht. Potsdams SPD-Chef Mike Schubert stellte klar: „Mit uns wird es keine Privatisierung geben.“ Solche Debatten verunsicherten Kunden und Mitarbeiter der Stadtwerke. Auch Schubert sprach indes von einer „prekären Lage“ der kreisfreien Städte, weswegen das Finanzausgleichgesetz des Landes verändert werden müsse. Auch kleinere Fraktionen im Stadtparlament sprachen sich gegen einen Verkauf aus. HK

Affäre Kosanke: Opposition fordert Kosenquenzen Potsdam - Der mit Wahlfälschungsvorwürfen konfrontierte brandenburgische SPD-Politiker Sören Kosanke kann nicht mehr unbelastet den Untersuchungsausschuss des Landtags zur Krampnitz-Immobilienaffäre leiten – so sieht es jedenfalls die Opposition. Vor der nächsten Sitzung am heutigen Dienstag äußerte die Opposition Zweifel, ob Kosanke (34) dem Gremium noch vorsitzen kann. CDU-Obmann Dierk Homeyer empfahl Kosanke, den Ausschussvorsitz ruhen zu lassen, bis die Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft abgeschlossen sind. Ähnlich äußerte sich die FDP-Abgeordnete Marion Vogdt, „weil man eine bestimmte Integrität von ihm erwartet“. Auch die Grünen und selbst die Linke, der Koalitionspartner der SPD, forderten Aufklärung. Der SPD-Fraktionsvorstand dagegen stellte sich hinter Kosanke. Der 34-jährige frühere Juso-Landeschef und Vorsitzende des SPD-UnterbezirksPotsdam-Mittelmark erhielt auch Rü-

ckendeckung von seinem Ex-Arbeitgeber, der Stadt Teltow. Wie berichtet, prüft die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Wahlfälschung, weil Kosanke im September 2008 mithilfe einer Scheinanmeldung drei Tage vor der Kommunalwahl in Teltow seine Stimme abgegeben hat, obwohl er dort gar nicht gewohnt haben soll. Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD), dessen rechte Hand Kosanke einst war, nannte die Anmeldung „aus behördlicher Sicht“ geklärt, der SPD-Nachwuchspolitiker habe die Wohnung rechtzeitig bezogen und sei daher wahlberechtigt gewesen. Dabei hatte kurz nach der Wahl das Ordnungsamt festgestellt, dass die Wohnung, für die Kosanke einen drei Tage vor der Wahl abgeschlossenen, aber erst viel später beginnenden Mietvertrag hatte, zumZeitpunktderWahlunbewohntgewesen war. Kosankes Anwalt erklärte, dass dieser schon über die Wohnung verfügt habe, aber nicht vollständig eingezogen sei. axf

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SCHULE

WWW.TAGESSPIEGEL.DE/SCHULE

NR. 21 210 / DIENSTAG, 10. JANUAR 2012

Mit iPad in den Unterricht

Kurz vor Acht

Bei den Schildbürgern Die Entwicklung beim Thema „Wachschützer an Schulen“ geht zunehmend in Richtung Schildbürgerstreich, seitdem Neukölln sich finanziell nicht mehr imstande sieht, die Sicherheitsleute zu finanzieren. Zunächst – also vor rund vier Jahren, als die ersten Wachschützer angeheuert wurden – handelte Neukölln sozusagen in Notwehr, nachdem die Übergriffe auf Lehrer durch Schulfremde zugenommen hatten: Im Handumdrehen waren 16 Schulen mit von der Partie, die sich allesamt nicht mehr sicher fühlten. Von Jahr zu Jahrwurdendie dafür notwendigen 700000 Euro neu bewilligt. Spätestens als klar war, dass das Geld nicht mehr reicht, hätte der Bezirk analysieren müssen, welche Schule auf die Wachschützer am ehesten verzichten kann. Schnell wäre klar gewesen, dass sich die Gefährdungsstufen unterscheiden und dass keine Schule so stark gefährdet istwie das Albert-Schweitzer-Gymnasium angesichts der Drogendealer in der nahe gelegenen Hasenheide. Stattdessen wurde kopflos agiert: Die eingearbeiteten Kräfte der Schulen finden sich im Jobcenter wieder, damit jetzt – nach demerstenZwischenfall– neue unerfahrene Kräfte vom Jobcenter vor die Schulen gestellt werden. Man reibt sich die Augen, aber der Schildbürgereindruck will nicht schwinden: Die Schulen verstehennicht, warumsiedieguten,eingearbeiteten Leute hergeben mussten, und der Steuerzahler versteht nicht, warum ihm für einen vergleichbaren finanziellen Aufwand eine schlechtere,jedenfallsimprovisierte Lösung präsentiert wird. Und alles nur deshalb, weil Bezirk und Senat nicht bereit waren, das Problem in Ruhe rechtzeitig zu durchdenken – zugunsten der Schulenund jenseits aller Profilierungswut. sve

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NACHRICHTEN

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Beste Schule Deutschlands gesucht Zwei Berliner Schulen haben Chancen auf den Deutschen Schulpreis 2012, die Grundschule am Barbarossaplatz in Schöneberg und die ASIG Berufsfachschule in Wilmersdorf. Der mit 243 000 Euro Preis ist der höchstdotierte Schulwettbewerb in Deutschland. Ausgezeichnet werden innovative Bildungskonzepte. Aus 122 Bewerbungen hat eine Jury zwanzig Schulen aus ganz Deutschland ausgewählt, die ab Januar vor Ort begutachtet werden sollen. Mehr Informationen: http://www.deutscher-schulpreis.de svo

Bewerbung für Theater-Kooperation Bis zum 30. März können sich Schulen wieder für das Projekt Tusch – Theater und Schule Berlin – bewerben. Die Schulen können dabei eine Partnerschaft mit einer Berliner Bühne eingehen. svo

Workshop für Schülerzeitung 2.0 Vom 30. Januar bis 2. Februar 2012 findet im MIZ Babelsberg ein Workshop für Online-Schülerzeitungen statt. Vermittelt werden Kenntnisse zu Social Media, Online-Recht und Schreiben fürs Netz. Informationen unter: www.eringo.e/schulerzeitung 2.0. Bewerbungsschluss ist der 25.Januar. svo

Eine Chance für Schülerfirmen Erneut können sich Schülerfirmen bei einem deutschandweiten Wettbewerb der Konkurrenz stellen. Jede Schülerfirma mit realen Produkten oder Dienstleistungen kann sich bewerben. Anmeldung und Teilnahme am Wettbewerb sind kostenlos. Schirmherrin des Bundes-Schülerfirmen-Contest 2011 war Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Die Preisverleihung, zu der die zehn besten Schülerfirmen geladen waren, wurde im Bundestag in Berlin veranstaltet. http://www.bundes-schuelerfirmen-contest.de Tsp

Poelchau-Schule startet Pilotprojekt

Alles auf Anfang. Seit Montag soll die aus Langzeitarbeitslosen bestehende „Schulstreife“ für Sicherheit vor Neuköllner Schulen sorgen. Während Lehrer und Schüler mit den neuen Kräften ins Gespräch kommen (l.), wurden die großteils hoch geschätzten Sicherheitsleute wie der iranischstämmige Wachmann am Albert- Schweitzer-Gymnasium (oben) entlassen. Sie sollen sich neue Aufgaben suchen. „Ihr Know-how und ihre Beziehungen zu den Schülern sind nicht zu ersetzen“, befürchtet nicht nur Schulleiter Georg Krapp. Je nach Standort hatten die Wachschützer unterschiedliche Aufgaben. Seitdem sie eingesetzt wurden, gab es kaum noch Gewaltvorfälle mit Schulfremden. Viele Schüler, Lehrer und Eltern schätzten sie als Vertrauenspersonen. Fotos: D. Spiekermann-Klaas, S. Vieth-Entus

Die Rückkehr der Sicherheit Jetzt sind Langzeitarbeitslose am Neuköllner Albert-Schweitzer-Gymnasium als Wachschützer im Einsatz Die Lehrer sind froh, Kritiker entsetzt. Der Bezirk fühlt sich vom neuen Senat im Stich gelassen Von Sandra Dassler und Sylvia Vogt Montagmorgen am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Neukölln. Es ist kurz nach acht, ein paar Schüler biegen von der Karl-Marx-Straße in den Hof zur Schule ab und laufen auf die Eingangstür zu. Die Schule liegt etwas zurückgesetzt an der viel befahrenen Straße, der Hermannplatz ist nur ein paar hundert Meter entfernt. In den letzten vier Jahren standen Wachschützer im Eingangsbereich der Schule, doch nach den Weihnachtsferien war plötzlich niemand mehr da. Wie berichtet konnte sich Neukölln das einstige Vorzeigemodell von Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) nicht mehr leisten. 700 000 Euro hatte die Bewachung von insgesamt 16 Schulen in Neukölln zuletzt gekostet. Prompt fanden Schüler am Donnerstag nach den Weihnachtsferien am nun unbewachten Albert-Schweitzer-Gymnasium zwei schulfremde Drogenabhängige auf der Jungentoilette – einer anscheinend bewusstlos mit einer Spritze im Arm. Die Schüler waren geschockt, die Eltern besorgt, die Lehrer sahen ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Der Bezirk reagierte schnell. Bildungsstadträtin Franziska Giffey (SPD) widmete die vom Jobcenter Neukölln zur Sicherung des Schulwegs bewilligten „Schulstreifen“ in De-Facto-Wachschützer um. Und deshalb steht an diesem Montag wieder ein Sicherheitsmann vorm Albert-Schweitzer-Gymnasium. Mehmet H. trägt eine gelbe Warnweste. „Schulstreife“ steht darauf, darüber sind fröhliche Kindergesichter gezeichnet. „Ist jetzt wieder ein Wachschutz hier? Schön, Sie zu sehen“, sagt ein Lehrer, der gerade ins Gebäude eilt. H. lächelt und

nickt – obwohl er eigentlich kein Wachschützer ist. Aber er beobachtet jeden, der auf das Schulgebäude zugeht. Schülerausweise lässt er sich nicht zeigen, später, sagt er, wolle er auch einmal die Toiletten und den Eingangsbereich der Schule kontrollieren. H. ist über die Maßnahme des Jobcenters zum Albert-Schweitzer-Gymnasium gekommen, genau wie die zwei Kollegen, die später am Tag dort ihren Dienst antreten. Insgesamt stehen der Schule drei „Schulstreifen“-Mitarbeiter zur Verfügung, sagt Bildungsstadträtin Giffey. Es handele sich um Langzeitarbeitslose, die als sogenannte „Ist jetzt MAE-Kräfte – früwieder ein her sagte man – Wachschutz „Ein-Euro-Jobber“ arbeiten. hier?“, fragt Weil die „richtigen“ entlassenen ein Lehrer: Wachschützer ja re„Schön!“ guläre Arbeitsverhältnisse hatten, gibt es viel Kritik. „Das geht doch nicht“, sagt Eva Willig, die lange Jahre als Sozialarbeiterin in Neukölln arbeitete. „MAE-Maßnahmen sind nicht zulässig, wenn dadurch feste Jobs ersetzt werden.“ Bildungsstadträtin Giffey wird nicht müde, zu betonen, dass es sich um eine „Notlösung“ handele. Die „Schulstreife“ sei bewilligt worden, um – wie es auf der Homepage des Trägers steht – „Kinder vor Benachteiligungen, Beschädigungen und Übergriffen im Straßenumfeld zu schützen. Durch ihre Präsenz sichert sie die von Kindernfrequentierten Laufwege zu Schulen und Kitas, Spielplätzen . . . Sportstätten, Bibliotheken und so weiter.“ Der Träger der Maßnahme legt Wert darauf, dass

Schulen stellen sich vor

es sich bei der „Schulstreife“ nicht um einen herkömmlichen Wachdienst handelt. Allerdings sei sie „eine praktische Vorbereitung beziehungsweise Erprobung“ für Tätigkeiten in der Sicherheitsbranche etwa als Security-Kraft, Personenschutz, Objektschutz, Veranstaltungsschutz, Pförtner- und Empfangsdienst. Beim zuständigen Jobcenter Neukölln wollte sich gestern niemand zu der Problematik äußern – erst am heutigen Dienstag soll es eine Pressekonferenz dazu geben – gemeinsam mit Bildungsstadträtin Giffey. Der Bezirk fühlt sich beim Thema Wachschutz an Schulen allein gelassen. „Es kann nicht sein, dass sich das Land da völlig aus der Verantwortung zieht“, sagt Neuköllns Vizebürgermeister und Jugendstadtrat Falko Liecke (CDU). Für die Sicherheit der Schulen, der Schüler und Lehrer sei in erster Linie der Staat zuständig, sagt er und bedauert, dass auch der neue Senat offenbar nicht an einer Problemlösung interessiert sei: „Es braucht eine Lösung für ganz Berlin, dazu müssten sich alle zusammensetzen. Die neue Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat bisher nur ihren Staatssekretär Stellung nehmen lassen, aber eigentlich müsste sie selbst da mal eine Duftmarke setzen,“ findet Liecke. Tatsächlich war Sandra Scheeres bisher nicht für eine persönliche Stellungnahme erreichbar, die Bildungsverwaltung verwies auf das Statement ihres Staatssekretärs Mark Rackles (SPD). Dieser ist der Meinung, dass die Sicherheit der Schulen alleinige Aufgabe der Bezirke ist. Auch Bernd Krömer, Staatssekretär bei Innensenator Frank Henkel (CDU), sieht aktuell keine Möglichkeit für eine Weiterfinanzierung. Hingegen will die CDU-Fraktion im Rahmen der Haushaltsverhandlungen prüfen, „ob den

BEWERBERTAG 2012

InfoMobil – Das Programmhighlight am Tagesspiegel Bewerbertag. Erleben Sie Technik im Alltag, in der Ausbildung und im Beruf live! Am 24. Januar 2012 von 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr im Verlagshaus des Tagesspiegels. Stündlich Praxiseinheiten für alle Schüler ab der 9. Klasse! Jetzt anmelden unter: E-Mail: bewerbertag@tagesspiegel.de Tel.: (030) 290 210 - 15016

Bezirken für Schulen in Brennpunkt-Kiezen zusätzliche Mittel für bauliche Maßnahmen zur besseren Sicherung des Schulgeländes gewährt werden können“. Der Schulleiter des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, Georg Krapp, ist erst mal erleichtert, dass vor seiner Schule wieder jemand steht. Am liebsten hätte er aber einen der bisherigen Wachschützer, der bei Schülern und Lehrern äußerst beliebt war und sechs Sprachen spricht (s. Foto), als Pförtner fest angestellt. „Dann bräuchten wir keinen Wachschutz“, ist sich Krapp sicher.

„IPads raus – der Unterricht beginnt“, ein Satz mit dem Klassenlehrerin Angelika Münchmorgens erstmalig ihre Schülerbegrüßt. Und beinahe überflüssig, denn bei allen 19 Schülern der siebten Klasse der Poelchau-Schule in Charlottenburg liegt der Tablet-Computer schon auf dem Schultisch. Es ist die erste Unterrichtsstunde für die Schüler an diesem Morgen, dochhinter ihnen liegenbereits zwei Stunden Sporttraining. Sie alle spielen entweder Hockey oder schwimmen auf hohem Leistungsniveau und sind größtenteils in der Landesauswahl, denn die Poelchau-Schule ist Eliteschule des Sports. „Bitte öffnet jetzt alle das Notiz-Programm, wir wollen die Merkmale von Märchen notieren“, fordert Münch die Schüler auf. Es ist eine Premiere, denn die Siebtklässler der Sport-Elite-Schule sind nach eigenen Angaben Berlins erste iPad-Klasse. Für vier Jahre bekommt jeder Schüler ein iPad zur Dauerleihgabe. „Weil der Sportkalender sich nicht nach dem Ferienkalender richtet und die Schüler viel unterwegs sind, bringt das iPad viele Vorteile mit sich“, erklärt der Schulleiter Rüdiger Barney. Noch bis zu den Winterferien dauert die achtwöchige Testphase, in der die Kinder erst den Umgang mit dem Gerät lernen sollen. „Ich finde toll, dass man jetzt seine Hausaufgaben unterwegs machen kann“, findet Hockeyspieler Dennis Hennig, 13 Jahre. Die ange- Das iPad henden Sportler können nun auch im erleichtert Trainingslager oder das Lernen auf einem Turnier Aufgabenblätter be- im Training arbeiten, ausfüllen und und ihrer Lehrerin zurückschicken. Da- unterwegs mit es auf den vielen Reisen nicht kaputtgeht, hat jeder Schüler eine Schutzhülle bekommen, die sonst vom amerikanischen Militär im Einsatz benutzt wird und das iPad gegen Stürze schützt. Während die Schüler in der Testphase noch alle möglichen Spiele und Apps herunterladen konnten, sollen die Inhalte der iPads später teilweise gelöscht und synchronisiert werden. Ab dann entscheiden nur noch die Lehrer, welche Zugriffe die Kinder haben, damit sie nicht zu stark vom Unterricht abgelenkt werden. Das funktioniert über eine sogenannte Cloud („Wolke“), ein digitaler Speicherplatz im Internet, über den die Lehrer die Inhalte steuern und freigeben können. Über diese Wolke können die Schüler nicht nur Arbeitsblätter herunterladen, sondern auch Hörtexte, Videos und Bilder aufrufen, die für den Unterricht benutzt werden. „Das ist besonders von Vorteil, weil die Schüler wegen des Sports oft nicht anwesend sind“, so die Lehrerin. „Außerdem wird der Unterricht durch das iPad sinnlicher gestaltet und die Kinder können sich vieles besser einprägen“. „Man muss nicht so viel schleppen wie vorher, denn man kann Arbeitsblätter fotografieren und übers iPad ausfüllen“, freut sich die zwölfjährige Schwimmerin Amelie Baehr. „Das ist toll, wenn man wegen eines Trainingslagers oder einem Turnier nicht da sein kann“, erklärt sie. Das Pilotprojekt „iPad-Klasse“ kam über „CidS! – Computer in die Schulen“ zustande und wird ohne öffentliche Fördermittel finanziert. Hauptsponsor ist die Berliner Sparkasse, auch Apple unterstützte das Projekt finanziell. Denn mit 600 Euro pro Gerät – 19 für die Schüler, fünf für die Lehrer – kommen gut 15000 Euro zusammen. „Sollte der Unterricht mit dem iPad gut laufen, kann es sein, dass wir versuchen werden, sukzessive auch andere Klassen mit iPads auszustatten“, so Barney. Erstmal aber müssen die Erfahrungen ausgewertet werden. Carmen Schucker

Seeschule Rangsdorf

Anmeldefristen für fünfte und siebte Klassen beginnen im Februar Es ist wieder so weit: Die Entscheidungen für die weiterführenden Schulen stehen an. Künftige Siebtklässler melden sich vom 8.2.–22.2. an. Für die Schnelllernerklassen ab Klasse 5 sowie für mathematisch-naturwissenschaftliche fünfte Klassen muss man vom 27.2.–1.3. vorstellig werden. Die anderen öffentlichen grundständigen Schulen nehmen Bewerbungen vom 27.2.–12.3. entgegen. Freie Schulen haben meist abweichende Meldefristen. Um die Entscheidung zu erleichtern, bieten die Schulen wieder Tage der offenen Tür: Beethoven-Gymnasium, Barbarastr. 9, Lankwitz, 12.1., 17–20 Uhr. Friedrich-Ebert-Gymnasium, Blissestr. 22, Wilmersdorf, 14.1.,10–13 Uhr. Katholische Schule Sankt Marien, Donaustr. 58, Neukölln, 14.1., 10–14 Uhr. Die Marienschule besteht aus Gymna-

sium und integrierter Sekundarschule. Lessing-Gymnasium, Schöningstraße 17, Wedding. Für Siebtklässler: 14.1.,10–13 Uhr; für hochbegabte Fünftklässler: 14.2., ab 19 Uhr. Lilienthal-Gymnasium, Ringstraße 2–3, Lichterfelde, 14.1., 11–14 Uhr. Katholische Theresienschule, Behaimstr. 29, Weißensee, 14.1., 10–13 Uhr (ab Kl. 5 und Kl. 7). Integrierte Sekundarschule in der Ringstraße, Ringstraße 103–106, Tempelhof, 14.1., 10.30–12.30 Uhr. Humboldt-Gymnasium, Hatzfeldtallee 2-4, Tegel, 14.1, 13-15 Uhr (Schnelllerner und reguläre siebte Klassen). Romain-Rolland-Gymnasium, Place Molière 4, Reinickendorf, 14.1., 10 Uhr. Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Galenstr. 40/44 und in der Filiale Carl-SchurzStr.59, Spandau, 14.01., 10–13 Uhr.

Gebrüder-Montgolfier-Gymnasium, Ellernweg 20, Johannisthal, 14.1., 9–12 Uhr. Albert-Einstein-Gymnasium, Parchimer Allee 109, Britz, 14.1., 10 Uhr, deutsch-italienische Europaschule mit musischem Schwerpunkt. Sophie-Scholl-Sekundarschule, Elßholzstr. 34-37, Schöneberg, 14.1., 12–17 Uhr. Die Profilzüge wie Musik, Kunst und Naturwissenschaften werden vorgestellt. Wald-Gymnasium, Waldschulallee 95, Westend, 20.1., 15-18 Uhr. Französisches Gymnasium, Derfflinger Str. 7, Tiergarten, 20.1., ab 15.30 Uhr. Gabriele-von-Bülow-Gymnasium mit bilinualem Englischzweig, Tile- Brügge-Weg 63, Reinickendorf, 21.1., 10-13 Uhr. Sartre-Gymnasium, Kyritzer Str. 103, Hellersdorf, 21.1., 9–12 Uhr. Dreilinden-Gymnasium, Dreilindenstr. 49, Zehlendorf, 21.1., 10-14 Uhr. dom

Jetzt für das neue Schuljahr anmelden! Tag der offenen Tür am Samstag, 14. Januar 2012 von 11.00 bis 15.00 Uhr Seeschule Rangsdorf: die freie Schule südlich von Berlin Stauffenbergallee 6 · 15834 Rangsdorf www.seeschule.de

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Warum Anleger Deutschland Geld schenken – Seite 15

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M-Dax

zum Vortag

6.017,23 – 0,67 %

12.12.

09.01. (Schluss)

9300 9100 8900 8700 8500 8300

09.01.

09.01.

zum Vortag

9.163,51 – 0,57 %

12.12.

09.01.

Tec-Dax 720 708 696 684 672 660

09.01.

zum Vortag

713,24 + 0,03 %

12.12.

09.01.

Dow Jones 12500 12340 12180 12020 11860 11700

09.01.

zum Vortag

12.392,54 + 0,26 %

09.12.

09.01.

SEITE 13

Nasdaq 2700 2660 2620 2580 2540 2500

09.01.

zum Vortag

2.676,56 + 0,09 %

09.12.

09.01.

Euro

09.01.

zum Vortag

1,2767 – 0,20 %

1,360 in Dollar 1,340 1,320 1,300 1,280 1,260 12.12.

09.01.

Rohöl 105 102 99 96 93 90

Dollar je Barrel

08.12.

09.01.

zum Vortag

101,39 – 0,44 %

(US-Leichtöl /WTI)

09.01.

* © Nihon Keizai Shimbun, Inc.

DIENSTAG, 10. JANUAR 2012 / NR. 21 210

++ S-Dax 4.396,86 (– 0,87 %) ++ Euro Stoxx 50 2.286,45 (– 0,53 %) ++ Nikkei* geschl. (– %) ++ Gold (Dollar je Feinunze) 1.615,00 (– 0,09 %) ++ Rex 131,15 (– 0,04 %) ++ Euro-Bund-Future 138,93 (– 0,01 %) ++ Euroleitzins 1,00% ++ Umlaufrendite 1,53% (± 0,00 %) ++

Deutsche glänzen in Detroit

KURVE des Tages

Daimler, BMW und Volkswagen gehen auf dem US-Markt in die Offensive – Rekordverkäufe aus dem Jahr 2011 geben Rückenwind Von Henrik Mortsiefer

PARKETT Geflüster Wer aktuell bei der IKB-Bank Geld für drei Jahre fest anlegt, dem garantiert das Institutjährlich vier Prozent Zinsen. IKB? Klingelt es bei Ihnen? Genau: Vor viereinhalb Jahren stand die Mittelstandsbank am Abgrund, nur mit Steuermilliarden konnte sie vor der Pleite bewahrt werden. Heute tut die IKB so, als sei nichts gewesen. Die Zeitschrift „Finanztest“ kürte sie sogar zumTestsieger. UnserVorschlag:Alle Sparer legen all ihr Geld sofort bei der IKB an, die darauf vier Prozent zahlen muss. Für die Steuerzahler wäre das mal etwas Neues: Geldanlage aus Rache. mot

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NACHRICHTEN

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Smartphones verkaufen sich bestens München - Internetfähige Smartphones verdrängen einer Studie des Branchenverbands Bitkom zufolge immer schneller herkömmliche Mobiltelefone. Im vergangenen Jahr seien in Deutschland 11,8 Millionen Smartphones über die Ladentheken gegangen, rund ein Drittel mehr als im Vorjahr, teilte der Verband am Montag mit. „Die Smartphone-Verkäufe haben unsere ohnehin optimistischen Prognosen noch einmal weit übertroffen“, erklärte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Der Absatz der konventionellen Handys sei um ein Fünftel auf 15,6 Millionen Stück zurückgegangen. rtr

McDonald’s schafft 2000 Stellen München - Die Fast-Food-Kette McDonald’s plant neue Arbeitsplätze in Deutschland und setzt auf den eigenen Nachwuchs. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, sollen in diesem Jahr 2000 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden. Außerdem suche die Restaurant-Kette noch 1000 neue Auszubildende. „In Zeiten des Fachkräftemangels setzen wir auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung“, sagte Personalvorstand Wolfgang Goebel. dpa ANZEIGE

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Alcoa meldet Quartalsverlust New York – Der amerikanische Aluminium-Riese Alcoa hat im Schlussquartal 2011 einen deutlichen Verlust verbucht. Für das hohe Minus von 191 Millionen Dollar sorgten vor allem die Belastungen durch geplante Sparmaßnahmen wie Werksschließungen, wie das von dem Deutschen Klaus Kleinfeld geführte Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte. Ohne die Sonderposten hätte es im fortgeführten Geschäft einen Verlust von 34 Millionen Dollar gegeben. Im Vorjahresquartal hatte der Aluminium-Konzern noch 258 Millionen Dollar verdient. dpa

Bankeinlagen erreichen Rekordhoch Frankfurt am Main - Die Banken der Euro-Zone haben übers Wochenende so viel Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) deponiert wie nie zuvor. Die Kredithäuser lagerten 463,6 Milliarden Euro bei der Notenbank ein, wie diese am Montag mitteilte. Fast täglich erreichen die kurzfristigen EZB-Einlagen derzeit neue Höchststände. Nach Weihnachten hatten sie erstmals die Marke von 400 Milliarden Euro überschritten. Die Höhe der Einlagen gilt als Indikator für das Misstrauen der Banken, die derzeit ihr Geld lieber zu schlechteren Konditionen bei der Notenbank anlegen als es zu einer anderen Geschäftsbank zu bringen. AFP

Die deutschen Hersteller produzieren mehr in den USA Absatz in diesem Jahr auf 13,4 Millionen Einheiten steigen wird“, sagte Wissmann. Gegenüber dem Krisenjahr 2009 sei dies ein Zuwachs von drei Millionen Neufahrzeugen. Dies entspreche nahezu dem gesamten Autoabsatz auf dem deutschen Pkw-Markt. Inzwischen beschäftigten die deutschen Marken in ihren US-Werken rund 29 000 Mitarbeiter – 4000 mehr als ein Jahr zuvor. Besonders erfolgreich waren im vergangenen Jahr deutsche Automarken in der Oberklasse, die in den USA einen Marktanteil von 44 Prozent erreichten. Mit neuen Hybrid-Modellen, die in Detroit Premiere feiern, wie dem BMW ActiveHybrid 3 oder dem Mercedes-Benz E300 Bluetec Hybrid wollen die deutschen Hersteller ihre gute Position ausbauen. Daimler-Chef Dieter Zetsche, der in Detroit auch eine neue Generation des Sportwagens Mercedes SL präsentiert, will die Kapazität im Mercedes-Werk in Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama 2012 erweitern. Daimler fertigt momentan vor allem seine Geländewagen in den Staaten, bald soll aber auch die C-Klasse hinzukommen. Zusammen mit Nissan will Daimler

Beschwingt. Daimler-Chef Dieter Zetsche präsentiert auf der Automesse in Detroit den neuen Mercedes SL. General Motors bläst mit dem neuen Cadillac ATS zum Angriff auf den Fotos: AFP (2), Reuters Premiummarkt. Vor den Messehallen demonstrieren derweil Arbeiter gegen den Stellenabbau in der einst blühenden US-Autoindustrie.

AUTOMARKT

D

Europa fällt zurück In der europäischen Autoindustrie droht ein massiver Abbau von Produktionskapazitäten. In den kommenden Jahren werde die aktuelle Kapazität von 16,5 Millionen Fahrzeugen „in einer Größenordnung von 10 bis 15 Prozent“ reduziert, schätzt das Institut für Automobilwirtschaft in Nürtingen. Davon wären rund 250 000 der etwa 3,7 Millionen Arbeitsplätze betroffen. Der um fünf Prozent schrumpfende Automarkt werde vor allem Italien und Frankreich in Mitleidenschaft ziehen. mot

ab 2014 in Nordamerika zudem gemeinsam Vierzylinder-Benzinmotoren von Mercedes-Benz produzieren, wie beide Unternehmen am Sonntag mitteilten. 2011 verkaufte Daimler inklusive seiner Kleinstwagen-Tochter Smart 267000 Wagen in den USA, ein Plus von 16 Prozent. Auch Wettbewerber BMW konnte mit rund 247 900 in den USA verkauften Autos zufrieden sein. Weltweit kamen die Bayern 2011 auf 1,67 Millionen Fahrzeuge (BMW, Mini und Rolls-Royce) – so viele wie nie zuvor. Die am Montag in Detroit verkündete Rekordzahl gibt BMW Rückenwind für weitere Zuwächse. Das Unternehmen baut seine Fahrzeuge (X3, X5, X6) in Spartanburg in South Carolina.

Gefährliche Hühner BUND: Fleisch mit Keimen belastet. Aigner will Antibiotika-Einsatz reduzieren Berlin - Die Bundesregierung will wegen der Gesundheitsrisiken für Menschen den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung stärker beschränken. Dafür will Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) noch in dieser Woche einen Entwurf zur Änderungdes Arzneimittelgesetzes vorlegen. Er zielt darauf ab, „den Einsatz von Antibiotika auf das zur Behandlung von Tierkrankheiten absolut notwendige Mindestmaßzubeschränken“, teilte ein Ministeriumssprecher am Montag mit. Zudem sollen die Kontrollen durch die Überwachungsbehörden der Bundesländer erleichtert werden. Dass Handlungsbedarf besteht, zeigt eine am Montag veröffentlichte Untersuchung durch den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Bei einer Stichprobe fand die Umweltschutzorganisation gegen Antibiotika resistente Keime auf elf von 20 Hähnchenfleisch-Proben aus Supermärkten und Discountern. Betroffen waren Produkte der Firmen „Wiesenhof“, „Sprehe“ und „Stolle“, die in Geschäften in Berlin, Hamburg, Köln, Nürnberg und der Region Stuttgart gekauft wurden. Die sogenannten Krankenhauskeime, deren Entstehung durch zu starke oder falsche Nutzung von Antibiotika begünstigt wird, können bei anfälligen Menschen zu schweren Erkrankungen oder zum Tod führen. „Das Ausmaß der Kontamination von Lebensmitteln mit Krankenhauskeimen ist ein deutliches Warnsignal vor den Kollateralschäden der industriellen Tierhaltung“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. In der Intensivhaltung wür-

den 22 bis 24 Masthähnchen pro Quadratmeter gehalten. Dies sei nur unter Einsatz großer Mengen von Antibiotika möglich. „Die industrielle Tierhaltung muss endlich zurückgedrängt werden“, forderte Weiger und rief Aigner zum Handeln auf. Auch das Ministeriumsieht Handlungsbedarf, bezeichnete die BUND-Untersuchung aufgrund der geringen Probenzahl aber als „nicht aussagekräftig“. Der Entwurf aus Aigners Haus soll nun die Kontrollen der Länder erleichtern und deren Arbeit beschleunigen. So sollen Tierärzte verpflichtet werden, auf Anfrage der Behörden alle Daten zur Abgabe und Anwendung von Antibiotika schriftlich zusammengefasst zu übermitteln, teilte das Ministerium mit. Zudem

Zu viele Tiere auf engem Raum lassen Foto: dpa schnell Krankheiten entstehen.

soll die Zusammenarbeit der Kontrolleure verbessert werden: Die Behörden, die Betriebe im Bereich Tierschutz und Lebensmittelhygiene kontrollieren, müssen künftig einen Verdacht auf Arzneimittelmissbrauch an die zuständigen Stellen weiterleiten. Zudem dürfen Tierärzte künftig nicht mehr von den Dosierungsvorschriften bei Antibiotika abweichen. Damit soll eine zu starke oder fehlerhafte Nutzung der Mittel verhindert werden. Mitte 2012 sollen dann erstmals genaue Daten über die in Deutschland in den Verkehr gebrachten Tierarzneimittel-Mengen veröffentlicht werden. Das Verbraucherschutzministerium sieht nun die Länder in der Pflicht: „Die Kontrollbehörden haben auch heute schon alle Instrumente in der Hand, sie dürfen sich nicht hinter dem Bund verstecken“, sagte ein Sprecher. „Wir appellieren an die zuständigen Bundesländer, die Kontrollen zu verstärken.“ Wenn Antibiotika etwa illegal zur Wachstumsförderung eingesetzt würden, müsse das geahndet werden. Erlaubt sind Antibiotika schon heute nur zur Behandlung kranker Tiere. Ende 2011 hatte das Verbraucherministerium in Nordrhein-Westfalen aber festgestellt, dass 96,4 Prozent der Masthähnchen mit Antibiotika behandelt werden. Die Opposition warf Aigner Symbolpolitik vor. Die Vize-Fraktionschefin der Grünen, Bärbel Höhn, forderte strikte Vorgaben für die Anzahl von Tieren in Ställen. Der BUND rief die Supermärkte dazu auf, mehr Fleisch aus Tierhaltungsformen ohne Antibiotika-Missbrauch anzubieten. Jahel Mielke

Die ambitioniertesten Ziele in den USA hat Volkswagen – und den größten Nachholbedarf. Der Konzern war in den Staaten lange schwach vertreten. 2012 will VW seine konzernweiten Verkäufe auf mehr als 500 000 Wagen steigern (2011: 444 200). Das Werk in Chattanooga (Tennessee), wo der erfolgreiche Passat als US-Version gebaut wird, läuft auf Hochtouren. Auch die Konzern-Tochter Audi dürfte nichtmehr lange mit demAufbaueiner eigenen Fertigung in den USA warten. Im Ringen um die Weltspitze hat Volkswagendenjapanischen RivalenToyota inzwischen abgehängt und nimmt jetzt General Motors ins Visier. 2011 verkaufte Volkswagen weltweit 8,156 Millionen Fahrzeuge, wie Konzernchef Martin Winter-

korn in Detroit bekannt gab. VW dürfte nach Schätzungen von Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Car-Institut Duisburg-Essen am stärksten von allen deutschen Autobauern wachsen. Aber VW profitiere nicht vom Zuwachs im Oberklasse-Segment, weil die Marke in den USA nicht als Premium-Marke wahrgenommen werde. Entsprechend größer sei der Margendruck. Dudenhöffer: „Die Investitionen von BMW, Mercedes, Porsche und Audi müssten in USA deutlich höhere Renditen erwirtschaften als bei VW.“

Fotostrecke im Internet unter: www.tagesspiegel.de/wirtschaft

Nationalbank-Präsident der Schweiz tritt zurück Hildebrands Frau hatte mit Devisen spekuliert Zürich/Bern - Wegen umstrittener Devisenspekulationen seiner Frau ist der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Philipp Hildebrand, von seinem Amt zurückgetreten. Bis auf Weiteres übernimmt Vizepräsident Thomas Jordan die Geschäfte. Hildebrand begründete seinen Rücktritt damit, dass er trotz der Auswertung von Mails und Gesprächsnotizen keinen „abschließenden und definitiven Beweis“ dafür liefern könne, dass seine Frau das kritisierte Devisengeschäft ohne sein Wissen abgeschlossen habe. Er sei „nach eingehendem Nachdenken“ zu dem Schluss gekommen, dass die Affäre und die „andauernde und vehe- Hildebrand mente öffentliche Debatte“ seine Arbeit als SNB-Präsident belasten könnte, sagte Hildebrand am Montag in Zürich. Mit dem Schritt wolle er die „Glaubwürdigkeit der Nationalbank als ihr höchstes Gut“ aufrechterhalten. Er wäre sonst unter Umständen nicht mehr in der Lage gewesen, in nächster Zeit „schwierige Entscheidungen zu treffen und sie kraftvoll und erfolgreich umzusetzen“. Hildebrands Frau Kashya hatte im vergangenen August 500 000 Dollar gekauft. Der Schweizer Franken war damals Foto: dpa

Adidas-Aktien waren am Montag bei Anlegern gefragt, nachdem der Sportartikelhersteller für 2011 einen Rekordgewinn in Aussicht gestellt hatte. Die Papiere lagen mit BMW an der Dax-Spitze.

Berlin - Mit Selbstbewusstsein und neuen Modellen gehen die deutschen Autohersteller auf dem US-Markt in die Offensive. Daimler, BMW, Volkswagen und Co. wollen 2012 ihren Marktanteil auf dem nach China zweitgrößten Automarkt der Welt ausbauen (aktuell: 8,2 Prozent) und deutlich mehr Fahrzeuge in ihren US-Fabriken produzieren (2011: 466 000). Im vergangenen Jahr verkauften die deutschen Marken erstmals mehr als eine Million Pkw und Kleinlaster in den USA. Auf der wichtigsten nordamerikanischen Automesse, der Detroit Motor Show, präsentieren die Deutschen seit Montag ihre Neuheiten. „In diesem Januar kommen wir besonders gern hierher an den Detroit River“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des deutschen Autoverbandes VDA. Zwar werde der US-Markt 2012 etwas langsamer wachsen als 2011. „Die Drehzahl wird zwar etwas zurückgenommen, aber ein voraussichtliches Plus von fünf Prozent bedeutet, dass der Light-Vehicles-

im Vergleich zum Dollar auf einem hohen Stand. Im September setzte die Notenbank einen Mindestwechselkurs des Franken zum Euro fest: Euro und auch Dollar stiegen daraufhin im Vergleich zum Franken. Im Oktober tauschte Kashya Hildebrand, früher von Beruf Finanzmanagerin, fast die gleiche Summe zurück in Schweizer Franken. Ihr Gewinn: knapp 67 000 Franken (55 000 Euro). Im Dezember war das Geschäft durch den Hildebrand-Gegner und rechtspopulistischen Politiker Christoph Blocher bekannt geworden. Nach dem Rücktritt Hildebrands übernimmt Vizepräsident Thomas Jordan fürs Erste seine Geschäfte. Jordan hat nach Einschätzung von Marktteilnehmern auch die besten Chancen, dauerhaft die Spitzenposition zu behalten. Bei der SNB ist es üblich, dass der Präsident aus den Reihen der bestehenden Direktoren rekrutiert wird. Experten halten Jordan außerdem für einen hervorragenden Ökonomen. Der 48-Jährige ist seit 2007 Mitglied des dreiköpfigen Direktoriums der SNB und seit 2010 zuständig für den Bereich Finanzstabilität, Bargeld, Finanzen und Risiken. Er begann seine Laufbahn bei der SNB 1997 als Berater und stieg über die nächsten Jahre die Karriereleiter hoch. Am geldpolitischen Kurs dürfte sich nichts ändern, Jordan und Hildebrand hätten die gleiche Politik vertreten, sagte ein Händler. dpa/rtr


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BÖRSE

DER TAGESSPIEGEL

INLANDSAKTIEN

FONDS

Schluss Veränd. % 12 Monate 09.01. z. 06.01. Hoch/Tief Aareal Bank M 12,93 AdCapital 8,90 ADVA Optical T 3,70 Aixtron T 10,68 Aurubis M 40,60 Axel Springer NA M 34,32 28,55 BayWa vNA M BB Biotech NA T (CH) 51,66 0,30 Beate Uhse 25,50 Bechtle T 67,14 Bilfinger Berger M Brenntag M 73,89 16,58 Carl Zeiss Meditec T 13,05 Celesio M 10,14 Centrotherm T Colonia Real Est. 3,00 0,36 Conergy konv. 53,90 Continental M 4,43 Deutz M Dialog Semicon. T (GB) 14,24 Douglas Hold. M 27,62 67,24 Drägerwerk Vz. T 7,07 Drillisch T 23,99 Dt. EuroShop NA M 24,40 Dt. Postbank NA 9,70 Dt. Wohnen Inh. M EADS M (NL) 24,79 20,65 ElringKlinger NA M 2,29 EVOTEC T 73,40 Fielmann M 39,80 Fraport M 10,20 freenet NA T Fuchs Petrolub Vz. M 34,38 3,73 Gagfah M (LU) GEA Group M 22,45 52,51 Generali Dtschld. 33,14 Gerresheimer M Gerry Weber Int. M 25,44 2,33 Gigaset T Gildemeister M 9,74 21,29 GSW Immobilien M Hamburger Hafen M 23,00 Hann. Rückvers. NA M 37,36 Heidelberger Druck. M 1,36 Hochtief M 44,53 Homag Group 7,95 63,14 Hugo Boss Vz. M 2,01 IVG Immobilien S 4,50 Jenoptik T Kabel Deutschland M 40,10 Klöckner&Co. SE NA M 10,58 4,98 Kontron T Krones M 38,22 15,43 Kuka M 15,48 Kuka M 42,82 Lanxess M Leoni M 28,30 2,43 Loewe 21,30 Manz 15,60 Medion Morphosys T 19,66 50,90 MTU Aero Engines M 3,93 Nordex SE T Pfeiffer Vacuum T 68,92 Pfleiderer NA 0,38 Porsche SE Vz. 41,19 14,50 ProSiebenSat.1 M PSI NA T 14,47 Puma SE M 228,75 0,51 Q-Cells SE T Qiagen T (NL) 11,40 2,09 QSC T 170,25 Rational M Rheinmetall M 35,06 Rhön-Klinikum M 15,03 39,90 Salzgitter M SGL Carbon SE M 39,00 Singulus T 2,16 Sky Deutschland M 1,46 45,19 SMA Solar Techn. T Software T 30,37 SolarWorld T 3,34 19,29 Stada Arznei vNA M Stöhr 1,79 Stratec Biomed T 30,01 24,69 Südzucker M Süss MicroTec T 6,10 Symrise M 21,18 Tom Tailor S 12,05 TUI NA M 4,63 United Internet NA T 13,95 Vossloh M 75,83 Wacker Chemie M 68,79 Wincor Nixdorf M 34,72 13,22 Wirecard T Xing T 42,53

– 2,38 + 4,08 – 1,70 – 1,48 – 0,36 – 1,39 – 3,69 + 1,45 – 3,23 – 2,49 – 0,27 + 0,46 + 1,47 – 0,38 – 2,55 – 0,27 + 8,48 ± 0,00 – 2,96 + 1,17 – 2,70 + 0,60 + 1,07 + 1,14 + 2,52 – 0,89 + 0,02 + 0,44 – 2,09 – 0,50 – 0,67 + 0,20 – 0,36 – 3,96 – 0,20 + 0,02 – 0,96 – 0,47 – 3,72 – 4,83 – 0,65 – 0,43 – 1,57 – 3,47 – 2,37 + 1,79 + 1,10 – 4,29 – 2,09 + 0,25 – 2,04 – 2,27 – 2,01 + 0,19 + 0,89 – 0,80 – 0,58 ± 0,00 – 2,78 + 0,52 + 0,51 + 0,37 + 1,68 + 0,25 – 8,61 – 1,41 – 1,16 – 0,07 + 0,22 – 2,12 – 0,44 + 1,46 – 1,84 – 1,21 – 1,64 – 2,01 – 0,06 – 1,28 – 1,75 + 4,91 – 1,25 – 0,60 + 0,08 ± 0,00 – 0,63 + 1,40 – 1,61 – 0,14 – 2,03 – 3,50 – 0,04 – 0,77 – 0,16 – 1,80 + 1,11 + 2,83

NR. 21 210 / DIENSTAG, 10. JANUAR 2012

24,75/9,01 12,25/8,15 7,90/2,88 34,08/8,34 46,84/32,23 41,92/24,44 34,99/23,51 55,32/39,03 0,43/0,20 34,80/22,50 70,35/50,47 85,69/60,94 16,69/12,36 20,49/9,18 44,00/8,82 5,98/2,98 4,91/0,23 77,63/38,50 7,32/3,19 19,85/9,82 41,96/25,32 90,00/55,40 8,85/3,25 29,18/22,05 24,40/19,63 11,80/8,44 25,39/18,33 26,77/14,77 3,48/1,58 80,24/60,00 58,83/37,06 10,30/6,37 40,00/26,78 8,99/3,43 25,70/15,61 94,50/50,70 37,10/27,75 25,71/16,84 4,81/2,13 17,63/8,44 24,71/19,55 35,70/19,23 43,49/28,58 4,04/1,18 76,88/37,10 17,23/7,67 80,00/46,26 7,27/1,97 6,65/3,91 47,99/31,74 23,40/8,20 9,47/4,73 59,79/33,11 22,35/12,10 21,55/12,16 64,08/31,34 42,96/20,51 7,45/2,17 52,49/14,80 16,10/9,12 22,07/14,65 56,60/40,01 9,65/3,43 104,50/56,33 2,36/0,14 63,33/30,24 25,12/10,00 23,05/13,38 255,95/189,00 3,75/0,46 15,25/9,07 3,56/1,87 193,90/135,00 66,90/30,00 18,08/13,50 65,64/32,43 48,26/24,26 4,78/1,88 3,88/1,33 89,60/35,50 44,50/21,54 11,96/2,56 31,23/14,06 4,00/1,75 34,00/24,80 26,18/18,26 13,77/5,44 22,77/15,92 16,80/9,60 10,81/3,11 14,79/10,58 102,75/62,76 174,30/56,87 63,45/30,76 13,58/9,43 66,00/36,20

Tägliche Veröffentlichung der Anteilspreise - mitgeteilt von vwd-group

Div. Ausschüttung – 1,00 – 0,60 1,00 1,60 0,50 3,20 – 0,75 2,50 1,40 0,55 0,50 0,70 – – – – – 1,10 1,19 0,50 1,10 – 0,19 0,22 0,35 – 2,40 1,25 0,80 0,90 0,10 0,40 3,75 0,50 0,55 – – – 0,55 2,30 – 2,00 0,30 2,03 – – – 0,27 0,20 0,40 – – 0,70 0,70 – – 0,23 – 1,10 – 2,90 – 0,50 1,14 0,23 1,80 – – – 9,00 1,50 0,37 0,32 – – – 3,00 0,43 0,19 0,37 – 0,50 0,55 – 0,60 – – 0,20 2,50 3,20 1,70 0,10 –

Ausg. 09.01.

Rückn. 09.01.

Rückn. Vortag

66,53 13,24 80,68 56,47 63,18 49,19 58,84 29,93 53,06 43,18 34,52 20,60 47,94 94,50 46,32 42,27 90,02 82,43 73,29 88,31 151,94 45,26 36,39 48,99 130,06 93,22 74,60 74,62 31,49 474,77 32,76 65,12

63,36 12,85 76,84 53,78 60,17 47,76 56,04 28,50 51,77 42,33 32,88 19,62 46,54 90,00 44,97 40,26 86,56 78,50 69,80 84,10 144,70 43,94 35,50 47,56 123,87 88,78 72,78 74,25 29,99 452,16 31,20 62,02

64,21 12,84 77,24 54,03 59,60 47,60 56,68 28,51 51,75 42,33 33,17 19,64 46,48 91,40 44,76 40,27 87,22 78,41 69,89 83,57 144,89 43,74 35,36 47,57 124,75 89,85 72,77 74,24 30,07 458,85 31,43 62,03

ALLIANZ GLOBAL INVESTORS

MADE IN GERMANY Deutschlands Exporteure haben im November deutlich bessere Geschäfte gemacht als erwartet. Sie verkauften Waren im Gesamtwert von 94,9 Milliarden Euro ins Ausland – nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Montag der drittbeste Wert im Jahr 2011. Foto: dapd

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Anleger warten ab

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er Dax hat trotz optimistischer Äußerungen zur Schuldenkrise von Bundeskanzlerin Merkel und dem französischen Präsidenten Sarkozy zum Wochenauftakt leichte Verluste hinnehmen müssen. Das Haushaltsdefizit Ungarns, das doppelt so hoch wie zuletzt geschätzt ausfiel, belastete am Nachmittag die Stimmung und drückte den Leitindex zeitweise wieder unter die Marke von 6000 Punkten. Letztlich verlor das in der Vorwoche stark in das neue Jahr gestartete Kursbarometer 0,7 Prozent auf 6017 Punkte. Der M-Dax fiel um 0,6 Prozent auf 9163 Punkte, während sich der Tec-Dax mit plus 0,03 Prozent auf 713 Punkte kaum veränderte. „Derzeit hat kaum einer den Mut, Geld in die Hand zu nehmen und groß zu investieren“, sagte ein Händler. Die Verhandlungen über den Euro-Fiskalpakt kommen Bundeskanzlerin Merkel zufolge gut voran und sollten spätestens im März unter Dach und Fach sein. Den Aussagen war laut Marktanalyst Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank jedoch nichts Neues zu entnehmen: „Anleger warten die weitere Entwicklung in der Euro-Zone ab. Das Börsenumfeld bleibt politisch geprägt.“ Im Wochenverlauf dürften vor allem Anleiheauktionen in Spanien und Italien kritisch beäugt werden. Vorsicht ließen die Investoren aber auch angesichts der beginnenden Berichtssaison in den USA walten. Alcoa legt nach Börsenschluss seine Zahlen zum vierten Quartal vor. Der Aluminiumhersteller hatte in der vergangenen Wo-

Adifonds Adirenta P Adiverba Akt Europ AE Biotechn AE Bondspezial AE Concentra AE CONVEST 21 VL Eur Renten AE Eur Renten K AE Euroaktien AE EuropaVision Europazins AE Fondak A Fondirent Fondis Fondra Global Eq.Dividend Industria AE Inform Techn AE Interglobal AE InternRent A EUR InternRentK AE Kapital + AE Nebenw DE AE Plusfonds Rentenfonds AE SGB Variozins Telemedia AE Thesaurus ATE Vermögenb EU AE Wachst Europ AE

0,99 0,34 0,56 0,63 0,79 0,01 0,30 1,29 0,94 0,09 0,25 1,13 1,30 0,73 0,41 1,55 1,00 0,71 0,02 0,21 0,80 0,71 0,69 1,36 1,68 0,11 0,42

AMPEGAGERLING INVESTMENT GMBH

che angekündigt, seine Produktion wegen sinkender Metallpreise und einer schwächeren Nachfrage zurückzufahren. Autowerte rückten angesichts der in den USA beginnenden Detroit Auto Show in den Fokus. BMW-Aktien waren mit plus 2,3 Prozent am Abend Spitzenreiter im Dax. Der bayerische Hersteller hat im vergangenen Jahr einen neuen Verkaufsrekord erzielt. Auch die Aktien des im Premiumsegment konkurrierenden Autobauers Daimler waren mit plus 0,7 Prozent unter den größten Gewinnern im Dax. Schwach waren dagegen die Aktien von Heidelberg-Cement mit einem Minus von drei Prozent. Sie litten unter einer pessimistischen Analystenstudie. Ein Zukauf im Gesundheitsgeschäft hat Linde-Anlegern am Montag nur mäßig imponiert. Der Aktienkurs gab nach und notierte zuletzt 0,6 Prozent im Minus. Der Münchener Gasekonzern wird für 590 Millionen Euro die Homecare-Sparte des US-Konkurrenten Air Products übernehmen. Händler bezeichneten den Preis in einer ersten Einschätzung als relativ hoch. Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere bei 1,53 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 131,145 Punkte. Der Bund Future verlor 0,19 Prozent auf 138,58 Punkte und der Euro stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2728 (Freitag: 1,2776) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7857 (0,7827) Euro. Tsp

All-in-one MK Dachf CQUAD.ArtsTRGIAMI Gerling Global Gerling Rendite Gerling Reserve Gerling Vario P(a) GerlingEuroStar 50 MPC Europa Meth. NV Strat.Q.Pl.AMI Zan.Eu.Cor.B.AMI I*

0,51 0,64 1,43 0,90

3,49

10,79 90,28 18,69 19,95 51,21 24,04 29,30 134,45 110,54 103,70

10,17 85,98 18,01 19,37 50,96 23,12 29,30 128,05 105,28 103,70

10,12 85,84 17,95 19,35 50,93 23,12 29,48 127,78 105,09 103,66

BNP PARIBAS INVESTMENT PARTNERS Bd Europe Plus* Bd.Euro Med.Term* Bd.Euro Sh.Term* BOND CONV WLD INST* EasyETF ESTOXX 50* Eq.Bric* Eq.Euro* Eq.Euro Classe ASR* Eq.High Div.Europe* Euro Short Term Bd* Money Prime EUR* Short Term Euro* Step 90 Euro*

342,56 159,01 116,53 0,00 28,97

343,00 159,15 116,58 126,87 29,18 93,63 206,36 98,94 64,44

208,84 1153,6

342,56 159,01 116,53 127,08 28,97 96,51 205,65 99,03 64,45 0,00 1186,5 208,84 1153,6

0,97 0,65 1,48 1,09

53,80 31,20 55,30 44,90

51,24 29,71 53,69 42,76

51,40 30,08 53,74 42,83

1,80 1,47

93,52 93,12 85,63

89,07 88,69 81,55

89,06 88,64 81,42

48,44 42,49 40,50 43,81 39,78 36,07 43,45 48,48 62,42 67,09 62,48 69,94 42,58 19,24 198,47 83,45 21,07 38,85

46,02 41,25 39,13 42,74 38,72 34,81 43,45 46,06 59,30 67,09 60,66 69,94 42,58 18,68 188,55 81,41 20,46 38,85

46,27 41,20 39,04 42,73 38,71 34,89 43,44 46,05 60,07 67,09 60,63 70,89 42,80 18,62 188,74 81,36 20,45 38,91

240,37 236,01 142,48 215,57 215,83 167,22 136,24 202,35 126,26 126,44 8,40 142,18 1024,9 18,14

240,37 224,77 142,48 215,57 205,55 160,79 136,24 192,71 126,26 125,19 8,00 139,39 999,86 17,28

240,75 225,13 142,70 216,25 206,20 161,34 136,01 193,59 126,21 125,15 8,00 139,15 999,61 17,27

552,22 153,16 83,51 122,04 101,00 79,57 145,15 34,47 143,51 51,39 82,02 40,18 278,25 24,75 15,16 113,15 87,11 205,16 100,87 86,85 56,88 84,73 16,57 82,03 81,40 41,73 22,88

525,92 145,86 81,07 118,48 96,18 79,57 145,15 33,63 136,67 49,89 78,11 38,26 271,46 24,03 14,72 107,76 82,95 195,39 96,99 83,50 54,69 80,69 16,09 82,03 77,52 39,85 21,85

529,03 147,36 81,20 118,37 97,28 79,29 145,89 33,62 136,57 49,85 78,38 38,28 270,61 24,01 14,67 107,81 83,95 198,06 96,61 83,76 54,73 80,91 16,08 82,32 77,48 40,27 21,83

4,06 29,15 28,90 9,37 24,68 123,40 24,33 28,43 32,21 42,38 19,47 20,33 19,10 6,12 34,43 22,73 22,65 11,89 10,10

3,86 27,70 27,46 8,90 23,45 117,20 23,12 27,01 30,60 40,27 19,47 20,33 18,15 5,81 32,71 21,96 21,88 11,49 9,60

3,88 27,67 27,50 8,93 23,60 116,60 23,08 27,01 30,64 40,14 19,45 20,40 18,14 5,80 32,83 22,00 21,93 11,47 9,63

205,65 0,00 64,45 0,00

1186,4 208,84 1157,0

BNY MELLON SERVICE KAG Balanced Europa Eurorent Triselect

CREDIT SUISSE CS Euroreal A CHF* CS PortfolioReal* CSF(L)Com.I.Pl EUB*

DEKA INVESTMENTFONDS AriDeka Berol.Ca.Chance Berol.Ca.Premium Berol.Ca.Sicherh. Berol.Ca.Wachst. BerolinaRent EUR Bund+S Fin:1-3TF Deka Immob Europa DekaFonds Deka-Liqu:EURTF DekaLux Bond EUR DekaLux Deut.TF DekaLux Europa TF DekaRent-Internat. DekaSpezial DekaTresor RenditDeka TeleMedien TF

0,26 0,27 0,06 0,92 0,73 0,73 0,92 1,40 0,19 0,61 1,61 0,15 0,50 0,86 0,56 0,07

DJE INVESTMENTS

AUSLANDSAKTIEN Schluss Veränd. % 12 Monate 09.01. z. 06.01. Hoch/Tief 3M (US) 65,55 ± 0,00 Accor (FR) 19,39 + 1,45 Alcatel-Lucent (FR) 1,23 – 0,41 Alcoa (US) 7,36 + 2,14 Am. Intl. Group (US) 18,62 – 0,75 American Express (US) 37,81 – 0,96 Anh.-Busch Inbev (BE) 47,55 + 2,49 Apple Inc. (US) 332,52 + 0,32 ArcelorMittal (LU) 14,64 – 0,44 AT & T (US) 23,15 – 1,31 AXA (FR) 9,55 – 3,01 Banco Santander (ES) 5,53 + 2,26 4,88 + 0,29 Bank of America (US) BNP Paribas (FR) 28,08 – 0,93 Boeing (US) 58,55 + 0,96 16,67 + 0,39 Carrefour (FR) Caterpillar (US) 75,92 + 0,95 Chevron Corp. (US) 85,08 – 0,56 7,75 + 1,28 China Mobile (HK) China Petroleum (CN) 0,90 + 0,56 Cisco Systems (US) 14,90 + 0,35 22,68 + 0,87 Citigroup (US) Coca Cola (US) 54,01 – 0,17 Danone (FR) 48,89 + 0,89 12,18 + 1,10 Dell (US) Disney Co. (US) 31,55 + 0,17 Dow Chemical (US) 23,79 + 1,53 36,33 – 0,06 DuPont (US) Easyjet (GB) 4,82 + 4,15 eBay (US) 23,80 – 1,27 Enel (IT) 3,06 – 1,23 7,63 + 1,38 Ericsson B (SE) Exxon Mobil (US) 67,00 – 0,47 Fiat St. (IT) 3,81 – 4,07 9,30 + 1,74 Ford Motor (US) France Télécom (FR) 11,73 – 0,15 Gazprom (RU) 8,73 + 0,46 20,56 – 0,72 GDF Suez (FR) General Electric (US) 14,68 – 0,23 General Motors (US) 18,22 + 4,89 Goldman Sachs (US) 73,47 + 1,03 Google (US) 489,96 – 4,57 Heineken Hold. (NL) 31,88 – 0,85 Hennes&Mauritz (SE) 24,66 + 0,13 Hewlett-Packard (US) 20,58 – 1,02 Home Depot (US) 33,68 – 0,85 4,57 – 1,32 Iberdrola (ES) IBM (US) 141,58 – 1,75 ICBC (CN) 0,50 + 5,72 5,47 + 0,20 ING Groep (NL) Intel (US) 19,96 + 0,48 Intesa Sanpaolo (IT) 1,11 – 4,97 Johnson&Johnson (US) 50,85 – 0,68 JP Morgan Chase (US) 27,67 – 0,60 Lockheed Martin (US) 62,56 – 0,45 L’Oréal (FR) 81,72 – 0,68 43,27 + 3,39 Lukoil Nefty. (RU) LVMH (FR) 110,11 + 1,02 McDonald’s (US) 78,15 – 1,29 29,85 – 1,35 Merck & Co. (US) Microsoft (US) 21,81 – 0,65 Morgan Stanley (US) 12,38 – 1,71 36,41 – 1,67 Motorola Sol. (US) Nestlé NA (CH) 44,99 + 1,24 Nintendo (JP) 108,75 – 0,23 4,08 – 1,95 Nokia (FI) Oracle (US) 21,06 – 0,26 Pepsico (US) 51,45 – 0,16 Pfizer (US) 17,07 + 0,27 Philip Morris (US) 60,34 – 0,04 Philips Elec. (NL) 15,61 ± 0,00 Procter & Gamble (US) 52,37 + 0,53 Renault (FR) 28,31 + 0,19 Rofin-Sinar (US) 20,17 + 3,12 3,90 + 5,78 Ryanair Hld. (IE) Sanofi S.A. (FR) 55,91 – 1,00 Securitas B (SE) 7,10 – 2,50 11,23 + 1,13 Smartrac (NL) Société Générale (FR) 15,02 – 3,75 Sony (JP) 13,77 + 0,92 Starbucks Corp. (US) 36,49 – 1,27 Telecom Italia (IT) 0,82 + 1,11 Telefónica (ES) 13,04 – 0,07 Time Warner New (US) 28,91 + 1,04 Total (FR) 39,80 – 0,42 Toyota (JP) 26,82 – 0,45 2,28 – 13,71 UniCredit (IT) Unilever N.V. (NL) 26,45 + 0,49 58,42 + 0,46 United Technol. (US) UPS (US) 57,41 – 0,09 30,05 – 0,62 Verizon (US) Vivendi (FR) 16,30 – 1,39 Vodafone Group (GB) 2,15 – 1,51 Wal-Mart Stores (US) 46,43 – 0,31 12,19 + 0,68 Yahoo (US)

Div.

69,30/52,00 0,55 35,62/17,04 0,62 4,41/1,10 – 13,11/6,50 0,03 46,55/14,75 – 38,31/29,15 0,18 48,76/34,41 0,80 335,42/217,99 – 28,45/10,50 0,19 23,84/19,03 0,44 16,15/7,89 0,69 9,35/5,09 0,14 11,68/3,77 0,01 59,51/22,78 2,11 58,75/39,87 0,42 33,04/14,71 1,08 80,53/51,70 0,46 85,89/62,00 0,81 7,79/6,05 1,58 0,90/0,57 0,10 16,49/9,56 0,06 39,58/16,29 0,01 54,84/43,89 0,47 52,94/41,90 1,30 12,36/9,26 – 32,22/21,00 0,60 28,50/15,87 0,25 40,85/28,30 0,41 5,55/3,42 – 25,92/18,25 – 4,85/2,79 0,10 10,76/6,76 2,25 67,53/47,55 0,47 8,20/3,30 0,09 14,30/6,75 – 16,66/11,12 0,60 12,25/6,40 0,27 30,01/17,67 0,83 16,09/10,45 0,17 30,40/14,60 – 132,97/65,28 0,35 519,28/330,00 – 37,86/27,00 0,30 26,75/19,37 9,50 36,31/15,85 0,12 34,16/19,86 0,29 6,49/4,32 0,03 148,13/108,73 0,75 0,61/0,34 0,18 9,46/4,23 – 20,02/13,32 0,21 2,42/0,86 0,08 51,48/41,01 0,57 35,69/21,21 0,25 63,10/46,98 1,00 91,10/69,00 1,80 54,10/34,92 2,04 132,32/94,81 0,80 79,38/51,58 0,70 30,35/20,70 0,42 22,12/16,25 0,20 22,80/9,31 0,05 37,03/26,24 0,22 46,65/38,13 1,85 229,00/98,54 310 8,47/3,35 0,40 25,19/17,14 0,06 52,13/42,30 0,52 17,08/11,49 0,20 61,42/41,14 0,77 25,46/12,02 0,75 52,52/40,95 0,53 50,40/22,37 0,30 30,10/13,96 – 4,06/2,78 0,34 57,32/42,82 2,51 8,97/5,00 3,00 18,50/10,00 – 52,63/14,40 1,78 28,24/12,01 12,50 36,96/22,40 0,17 1,15/0,71 0,06 18,75/12,51 0,77 28,91/19,13 0,24 44,53/29,48 0,57 35,25/22,50 20,00 20,50/2,21 0,20 27,17/19,80 0,23 64,19/46,67 0,48 57,52/42,66 0,52 31,25/22,97 0,50 22,00/14,19 1,50 2,20/1,74 0,07 46,65/33,87 0,37 13,22/7,40 –

GEWINNER

VERLIERER

ermittelt aus DAX 30, M-DAX, TEC-DAX und den Berliner Werten

09.01. MagForce Solon SE SMA Solar Techn. YOC Magix

Kurs 5,17 0,43 45,19 15,93 6,58

Veränd. absolut + 0,40 + 0,03 + 2,12 + 0,73 + 0,27

ermittelt aus DAX 30, M-DAX, TEC-DAX und den Berliner Werten

Veränd. % + 8,31 + 6,50 + 4,91 + 4,77 + 4,35

09.01. Senator Entertainment Epigenomics quirin bank Herlitz Artnet

Kurs 0,93 1,23 1,32 1,60 3,53

Veränd. absolut – 0,10 – 0,08 – 0,08 – 0,10 – 0,20

Veränd. % – 9,30 – 6,39 – 5,97 – 5,88 – 5,46

DJE - Div&Sub I DJE - Div&Sub P DJE - Div&Sub XP DJE-Absolut I DJE-Absolut P DJE-Alpha Global P DJE-Asien High D I DJE-Gold&Ressour P DJE-InterCash I DJE-InterCash P DJE-Real Estate P DJE-Renten Glob P LuxPro-Euro Rent I LuxTopic-Pacific P

0,24 22,27

DWS INVESTMENTS

DAX 30 (XETRA-HANDEL) 09.01.

Tendenz

Adidas Allianz SE vNA ◊ BASF NA ◊ Bayer NA ◊ Beiersdorf BMW St. ◊ Commerzbank Daimler NA ◊ Deutsche Bank NA ◊ Deutsche Post NA Deutsche Telekom NA ◊ Dt. Börse z. Umt. ◊ Eon ◊ Fresenius Medical Care St. Fresenius SE&Co HeidelbergCement Henkel Vz. Infineon NA K+S NA Linde Lufthansa vNA MAN SE St. Merck Metro St. Münchener Rück vNA ◊ RWE St. ◊ SAP St. ◊ Siemens NA ◊ ThyssenKrupp Volkswagen Vz. ◊

Schluss 52,90 72,59 55,67 51,25 44,19 56,84 1,18 36,73 26,37 12,11 8,80 39,65 16,79 54,51 75,18 32,76 45,94 6,16 35,34 117,65 8,87 72,80 76,53 29,05 91,90 27,69 42,67 75,75 19,00 121,75

Veränd. % zum 06.01.

Hoch

Tages Tief

Hoch

12 Monate

+ 2,24 – 1,75 – 0,45 – 1,00 + 0,05 + 2,32 – 3,84 + 0,71 – 2,35 – 1,06 – 0,62 – 0,13 – 1,32 – 0,75 + 0,20 – 3,03 – 0,27 – 0,44 – 3,75 – 0,59 – 2,76 – 2,08 – 1,56 + 0,17 – 1,48 – 2,41 + 1,11 – 0,49 – 1,53 – 1,81

53,39 73,87 56,00 51,99 44,42 57,54 1,24 37,35 27,28 12,24 8,89 40,05 17,20 54,93 75,25 33,40 46,34 6,21 36,65 118,70 9,16 74,23 77,92 29,28 93,44 28,51 42,98 76,41 19,34 125,65

51,59 71,84 55,14 50,87 43,98 55,61 1,17 36,38 26,17 12,07 8,75 39,29 16,67 54,33 74,42 32,51 45,79 6,13 35,17 116,85 8,82 72,58 76,41 28,86 91,39 27,58 42,27 75,30 18,93 121,45

57,62 108,85 70,22 59,44 46,41 73,85 5,18 59,09 48,70 13,93 11,38 62,48 25,54 55,77 76,65 54,00 50,15 8,32 58,85 127,80 17,50 100,80 79,83 55,93 126,00 55,70 46,15 99,39 36,20 152,20

KGV 2012

Dividende

Tief 42,41 56,16 42,19 35,36 38,26 43,49 1,12 29,02 20,79 8,90 7,88 35,46 12,50 40,83 58,80 23,92 36,52 4,89 33,25 94,63 8,25 50,78 55,92 26,78 77,80 21,15 32,88 62,13 16,67 86,40

17,12 6,60 10,56 15,72 25,54 9,21 2,36 7,38 6,69 8,97 11,43 9,42 7,84 20,49 17,13 7,84 18,30 6,16 10,91 17,38 6,57 13,74 20,68 8,21 8,05 4,45 17,56 10,68 10,00 10,85

0,80 4,50 2,20 1,50 0,70 1,30 – 1,85 0,75 0,65 0,70 2,10 1,50 0,65 0,86 0,25 0,72 0,10 1,00 2,20 0,60 2,00 1,25 1,35 6,25 3,49 0,60 2,70 0,45 2,26

Div. Rendite 1,51 6,20 3,95 2,93 1,58 2,29 – 5,04 2,84 5,37 7,95 5,30 8,94 1,19 1,14 0,76 1,57 1,62 2,83 1,87 6,76 2,75 1,63 4,65 6,80 12,60 1,41 3,56 2,37 1,86

BERLINER WERTE 09.01. aap Implantate Air Berlin PLC S (GB) Artnet Bechstein Berliner Effekten Berliner Synchron Beta Systems Software BMP Investors Deag Dt. Grundstücksaukt. Eckert + Ziegler Epigenomics Estavis Fernheizwerk Neukölln First Sensor Frogster GSW Immobilien M Heliocentris Herlitz Hypoport IVU Traffic Technologies Landesbank Berlin

Schluss Veränd. % Tages zum 06.01. Hoch Tief 0,75 + 2,03 0,75 0,75 2,40 – 0,29 2,40 2,40 3,53 – 5,46 3,53 3,53 5,60 ± 0,00 5,60 5,60 6,83 + 0,98 6,83 6,83 0,79 + 2,33 0,79 0,79 1,79 – 2,19 1,79 1,79 0,53 – 3,66 0,53 0,53 2,24 + 0,54 2,24 2,24 10,01 – 0,40 10,01 10,01 22,64 – 0,53 22,64 22,64 1,23 – 6,39 1,37 1,23 1,73 – 1,70 1,73 1,73 32,50 + 3,14 32,50 32,30 8,66 – 0,01 8,66 8,66 27,01 ± 0,00 27,01 27,01 21,28 – 0,02 21,28 21,28 5,20 – 1,07 5,20 5,20 1,60 – 5,88 1,60 1,60 7,04 ± 0,00 7,04 7,04 1,10 – 1,61 1,10 1,10 3,90 – 0,03 3,90 3,90

12 Monate Hoch Tief 1,16 0,66 4,13 2,19 7,80 2,83 6,77 5,34 9,80 6,52 1,40 0,77 2,91 1,69 1,66 0,49 3,54 1,93 11,95 8,20 31,05 20,41 10,00 1,23 2,44 1,63 36,00 29,25 11,10 7,90 29,10 25,00 24,67 19,55 6,25 4,18 2,23 1,50 11,87 6,82 1,78 0,90 4,59 2,98

09.01. MagForce Magix Maternus-Kliniken MBB Industries Mologen MPH Mittelst. Pharma MyHammer Pixelpark konv. Polis Immobilien PSI NA quirin bank Senator Entertainment SHF Communication Smart Grids Solon SE Teles W.O.M. Windsor Inh. YOC Zoo Berlin m. Aquarium Zoo Berlin o. Aquarium

Schluss Veränd. % Tages zum 06.01. Hoch Tief 5,17 + 8,31 5,17 5,17 6,58 + 4,35 6,58 6,50 0,49 ± 0,00 0,49 0,49 5,82 – 0,60 5,82 5,82 6,98 – 0,57 6,98 6,98 2,62 – 0,19 2,62 2,62 1,10 ± 0,00 1,10 1,10 1,36 ± 0,00 1,36 1,36 9,37 + 0,73 9,37 9,37 14,18 – 1,46 14,18 14,18 1,32 – 5,97 1,32 1,32 0,93 – 9,30 0,93 0,93 5,40 – 3,57 5,60 5,40 3,50 – 3,21 3,50 3,44 0,43 + 6,50 0,43 0,43 0,20 ± 0,00 0,20 0,20 12,54 + 0,68 12,54 12,54 1,58 – 1,56 1,58 1,58 15,93 + 4,77 15,93 15,93 3200 ± 0,00 3200 3200 3150 ± 0,00 3150 3150

12 Monate Hoch Tief 34,15 4,78 9,65 4,40 1,12 0,49 7,05 5,06 9,00 6,20 3,52 2,05 2,18 0,49 2,03 0,99 10,99 8,52 23,18 13,68 2,23 1,00 1,02 0,27 6,16 3,16 10,70 3,00 6,48 0,30 0,66 0,14 12,65 11,53 2,01 0,82 41,05 13,87 3600 2901 3600 2500

Die Berliner Werte umfassen ausgewählte Unternehmen mit Sitz in Berlin. Auf dieser Seite sind ferner die Namen aller Unternehmen hellblau unterlegt, die zu den 100 größten Arbeitgebern der Hauptstadt gehören.

ERLÄUTERUNGEN: Alle Angaben in Euro. Dividenden in Landeswährung einschließlich eventueller Boni. Dax, M-Dax, Tec-Dax und S-Dax auf Xetra-Basis (Schluss 17:30 Uhr), weitere Berliner Werte sind Börsenplatz Berlin, Auslandsaktien Börsenplatz Frankfurt (Schluss jeweils 20:00 Uhr). M = M-Dax, T = TecDax, S = S-Dax. Die Länderkennung steht in Klammern hinter dem jeweiligen Titel. ABKÜRZUNGEN: St. = Stammaktie, Vz. = Vorzugsaktie, NA = Namensaktie, ◊ = Euro Stoxx 50 Wert. Alle Angaben ohne Gewähr. Quelle

DWS Akkumula DWS Akt.Strat.D DWS Bildungsfonds DWS Convertibles DWS Deutschland DWS EM.M.Typ O DWS Eur.Akt.O DWS Eurol Strat R DWS Europ. Opp DWS Eurorenta DWS Eurovesta DWS Glo.SM Cap DWS Glo-Gov B DWS High IB Fund DWS Inter-Renta DWS Intervest DWS Investa DWS Select-Invest DWS Top 50 Asien DWS Top 50 Europa DWS Top 50 Welt DWS Vermbf.I DWS Vermbf.R DWSTelemTypO DWSUSGrowth Ring-Aktienfonds Ring-Rentenfonds

1,71 1,22 0,07 1,12 2,07 1,62 0,84

0,80 0,41 0,95 1,00 2,00 0,75 0,18 0,81 0,54 1,48 0,55 0,33 0,64

FIDELITY America EUR Asian Special Sit. Europ.Lager Comp. European Growth Germany Fund Greater China Fund India Focus Fd EUR Indonesia Fund International USD Latin America Fund MoneyB. Euro Bd. MoneyB. Euro Fd. Pacific Fund South Ea. As. USD Switzerland Fund Target 2025 Euro Target 2030 Euro US High Yield Fund World Fund

0,33

0,24

0,11 0,57 0,15 0,00 0,09 0,06 0,69 0,00

0,65 2,60 1,19 0,14

136,67 349,51 70,99 264,86 165,55 43,76 138,41 53,56 23,02

136,67 332,87 70,99 257,15 157,67 41,68 131,82 51,01 21,92

136,65 334,23 70,98 256,37 157,87 41,90 133,63 51,15 21,92

HANSA INVEST HANSAimmobilia HANSAinternat. A HANSArenta

1,00 0,67 0,79

49,41 20,29 23,78

47,06 19,60 22,98

47,05 19,52 22,98

HSBC Brazil Equity AC* Brazil Equity AD* BRIC Equity M2C* Chinese Equity* Chinese Equity AD* Euro Reserve* Euroland Equity AC* Euroland Equity AD* Euroland Equity IC* Gl. Em. Mkts Eq.AD* Halbis Global Macro* Indian Equity* Indian Equity AD*

apo VV Prem-Privat DG Lux Cash Loys Global Kl. P Multiple Opp. F NV Strat-Kons. P Öko-Aktienfonds PGLI-List.Pr.Eq. I ProFonds-Emerg M B Skyline Dynamik Stuttg.-Aktien-Fond Türkei 75 + Wandelanl.Global I

63,30 71,60 17,03 163,31 50,81 91,99 85,55 216,44 118,13 58,51 80,12 134,73

60,29 71,60 16,22 155,53 49,33 87,61 81,48 206,13 112,50 55,72 77,04 128,31

60,33 71,61 16,24 154,85 52,96 87,25 80,78 206,08 112,41 55,65 77,29 128,07

127,37 111,58 147,75 283,44 70,07 99,05 173,76 2071,5 136,52 203,68 15,62 134,35 348,85

127,37 111,58 147,75 283,44 70,07 99,05 173,76 2071,5 136,52 203,68 15,62 134,35 348,85

127,40 111,57 147,76 283,45 70,06 99,10 173,58 2071,5 136,43 203,50 15,62 134,12 348,76

791,37 600,69 1440,1 1083,3

772,07 586,04 1371,5 1031,7

774,65 588,01 1372,5 1032,5

33,37 46,16 43,49 58,18 45,93 44,73 54,56 35,85 21,67 76,47 43,28 82,49 39,61 33,36 29,20 29,00 29,14 29,06 33,72 20,54

32,09 44,82 42,02 55,41 43,74 43,43 52,46 34,14 20,64 72,83 41,22 78,56 38,46 32,39 28,35 27,62 28,15 27,94 32,11 19,56

31,99 44,82 41,99 56,13 44,07 43,40 52,48 34,07 20,70 72,57 41,49 78,76 38,39 32,30 28,32 27,62 28,15 27,96 32,25 19,53

49,89 30,24

49,40 29,22

49,40 29,28

5,34 6,16 4,10 2,37 4,10 9,21 5,29 1,74 2,20 5,38

5,06 5,84 3,91 2,26 3,90 8,73 5,02 1,65 2,10 5,12

5,06 5,84 3,94 2,26 3,91 8,65 4,97 1,63 2,08 5,07

109,36 79,22 95,50

104,15 75,45 90,95

104,55 75,40 90,76

26,80 61,00 108,79 49,42 75,22

25,52 59,22 103,61 47,07 71,64

25,35 59,18 102,99 47,46 71,72

100,73 90,42 118,58 126,86 65,23 319,42 499,44 285,31 416,48 126,72 433,81 145,48 207,55 6544,6 104,75 122,97 229,71 105,00 45,53 158,00 62,28 137,50 96,03 120,44 128,24

97,80 87,79 112,93 120,82 62,12 304,21 475,66 277,00 404,35 123,03 413,15 138,55 201,50 6232,9 104,75 117,11 218,77 100,00 43,36 150,48 59,31 137,50 96,03 114,70 124,50

97,76 87,89 112,98 120,12 62,23 302,94 475,87 277,19 404,64 123,18 412,53 138,33 201,50 6291,2 104,93 116,71 215,77 99,85 43,76 150,49 59,16 137,50 96,02 114,98 124,45

6,56 88,09 72,68

6,25 84,70 69,22

6,24 85,40 68,89

0,15 0,25 1,25 1,34 1,64 0,86 0,19

52,11 50,86 51,24 48,89 52,05 32,34 24,84 78,09 43,13

50,11 49,14 50,99 47,47 50,53 31,10 23,88 75,63 41,57

49,92 49,16 51,00 47,65 50,56 31,16 23,87 76,71 41,79

1,30

44,64

42,51

42,50

128,87 9,84 62,31 32,66 67,11 53,85 40,73 108,79 56,98 54,16

122,73 9,37 59,34 31,10 63,91 51,16 38,70 103,61 55,32 54,16

122,31 9,34 59,10 31,15 63,89 51,24 38,61 102,99 55,35 54,17

62,47 40,92 40,27 38,55 57,21 27,37 31,82

60,07 38,97 38,72 37,43 54,36 26,32 30,60

60,30 39,04 38,72 37,37 54,36 26,31 30,44

140,33 19,97 16,24 18,78 153,98 8,88

133,31 18,97 15,76 17,84 146,28 8,44

132,74 19,11 15,74 17,87 146,20 8,47

79,85 160,39 13689

76,05 152,75 13037

76,48 152,48 13125

359,82 98,29 244,19

345,98 94,51 234,80

347,49 94,06 236,27

96,15 102,32 98,18 98,87 100,39 41,31 46,02 65,53 33,54 33,05 120,35 98,70 58,84 107,73 42,57 101,68 734,93 80,70 492,68

96,15 102,32 98,18 98,87 100,39 39,34 44,68 63,62 32,25 31,48 114,62 94,00 56,04 105,62 42,57 101,68 734,93 78,35 492,68

96,06 102,27 98,16 98,89 100,44 39,57 44,41 63,66 32,48 31,68 114,31 93,99 56,03 105,71 42,61 101,67 734,87 78,44 492,74

0,64

JULIUS BÄR FUNDS Ab.Ret.Bd (EUR) B* Ab.Ret.Bd De.EUR C* Asia Stock B Em.Bond (Euro) B* Europe Selection B* Glb.Conv.Bd (EUR)C* Glb.High YieldBdB* JB MM Euro B* JB Strat Income B* Loc.Em.Bd (EUR) B* SAM Sm Energy B* SAM Sust Water B* Swiss S.M.Cap B*

KBC Bd Infl.-Linked C* Bd Infl.-Linked D* Eq.New Markets C* Eq.New Markets D*

12,30 1,15

LBB-INVEST Best-INVEST 100 Best-INVEST 30 Best-INVEST 50 Deutschland -Invest Europa-Invest EuroRent-Invest Gothaer Global Keppler Em. Mkts Keppler Glbl.Value Lingohr-Asien-Sys. Lingohr-Europa-Syst. Lingohr-Syst.-Invest Multirent-Invest Multizins-Invest Stratego Ertrag Stratego Grund Stratego Konservativ Stratego Wachstum TopPortfolio-Invest WachstumGlobal-INV

0,50 1,48 1,10 0,67 0,94 1,00 0,32 0,76 0,34 0,49

1,11 1,83 0,73 0,75 0,71 0,65 0,70

MEAG EuroFlex EuroRent A

1,74 1,15

MEDIOLANUM Dynamic Coll. L-A Euro Fixed Inc. L-A European Eq. L A Financial Eq. L A Germany Equity L A Gl. Hi.Yield L-A Gl.Tech Coll. S Gl.Tech Collec. L Technology Eq. L A Technology Eq. S A

METZLER INVESTMENT GMBH Aktien Deutschl.AR* Aktien Europa AR* Wachstum Internat.*

1,00 0,50

OPPENHEIM ASSET MANAGEMENT Japan Eq.Quant R OP Bond Euro L OP East Asia OP Euroland Werte OP Global Securiti

2,05 0,67

PICTET FUNDS $ Short MT Bd-P dy € Short MT Bd-P dy Ab.Ret.Gl.D. P EUR As.Eq.Ex-Jap P EUR Clean Energy P USD East.Europe P EUR Em.Mrkts P USD EUR Bds-P dy EUR Bonds P EUR Sh.Mid T.Bd. P Euro.Eq.Sel. P EUR Euro.Sus.Eq. P EUR Gl.Em.Debt-HP EUR Ja.Eq.Sel. P JPY* LTIF Natural Res Pictet-AsEq-HP € Pictet-Biot-HP € Pictet-Gener-HP € Pictet-JpESe-HP €* Pictet-Water-P EUR Russian Eq-P $ Sh.-Term M.Mkt P Sh.-Term M.Mkt Pdy US Eq.G.Sel. P USD USD Sh.Mid T.Bd. P

9,95

1,14

PF Core Europ.Eq.A* PI Akt.Rohstoffe Top World

POSTBANK

SAL. OPPENHEIM Commodity Alpha OP FFPB MTrend Dplus FFPB Wachstum OP Global Invest Interkapital Mu.In.Spezial OP R Multi Invest OP R OP East Asia OP ExtraBond.Euro ZinsPlus OP

0,66 1,22

0,67 2,65

SEB ASSET MANAGEMENT SEB Aktienfonds* SEB EuroCompanies* SEB Europafonds* SEB High Yield SEB ImmoInvest SEB Total Return Bd* SEB Zinsglobal*

0,87 0,69 0,44 1,98 2,00 0,74 0,37

BRIC A ACC EUR Em.Europe A Euro Bd A Europ.Allocation A Europ.Large Cap A Gl Climate Ch.Eq.A

Aberd.Immo. DEGI EUROPA 1,85 AmpegaG. Gerling Flex 0,67 Baring Eastern Europe EUR Baring German Gr.Trust* Commerz hausInvest 1,75 FranklinT TEM Growth(Eur) Aa* iii INTER ImmoProfil 1,60 Invesco INV Umwelt&Nachh. OekoworldÖkoVision Classic Sarasin Sar Oeko Portf.* 1,25

0,09

0,17 0,01 0,28 0,05

26,08 25,80 16,32 52,70 51,30 16,32 22,85 21,53 23,86 11,48 117,00 92,27 91,97

24,71 24,45 15,46 49,93 48,60 15,46 21,65 20,40 22,61 10,88 110,86 87,42 87,14

24,65 24,38 15,45 50,40 49,06 15,46 21,81 20,54 22,77 10,95 111,25 86,58 86,30

0,50

4,48 0,13

UNION INVESTMENT Priv.Fonds:Flex.* Priv.Fonds:FlexPro* PrivFd:Konseq.pro* PrivFd:Konsequent* PrivFd:Kontrolliert* UniEuroAktien* UniEuroAspirant* UniEuroRenta* UniEuroSt.50 A* UniFonds* UniGlobal* UniImmo:Dt.* UniImmo:Europa* UniKapital* UniKapital-net-* UniOpti4* UniOptimus-net-* UniRak* UniReserve: Euro A*

36,98 33,96 69,63 4,52 44,01 10,03 56,90 60,99 88,45 161,63

35,22 32,42 66,32 4,31 41,91 9,50 54,19 58,09 84,24 153,93

35,22 32,40 66,45 4,26 41,90 9,49 54,17 58,05 83,99 153,86

* Fondspreise etc. vom Vortag oder letzt verfügbar. Kursive Darstellung, wenn nicht in Euro notiert.Alle Angaben ohne Gewähr. Alle Fonds unter http://www.tagesspiegel.de/fonds/

ZINSEN BUNDESSCHATZBRIEFE

09.01.

1 Jahr Typ A / Typ B 2 Jahre Typ A / Typ B 3 Jahre Typ A / Typ B 4 Jahre Typ A / Typ B 5 Jahre Typ A / Typ B 6 Jahre Typ A / Typ B 7 Jahre Typ B

0,25 / 0,25 0,25 / 0,25 0,25 / 0,25 0,37 / 0,37 0,65 / 0,65 0,95 / 0,95 1,17

FINANZIERUNGSSCHÄTZE DES BUNDES

09.01.

1 Jahr Finanzschätze 2 Jahre Finanzschätze

0,05 % 0,10 %

TAGESANLEIHE DES BUNDES (Kurs: 100,01)

0,21 %

BASISZINS

0,12 %

DEVISEN & NOTEN 09. Januar 1 Euro = 1,95583 DM

Sorten (1 €)* Ank. Verk.

Devisen (1 €)* Geld Brief

Australien (Aus. Dollar) 1,148 1,358 1,2465 Bulgarien (Lew) 1,731 2,171 1,9462 Dänemark (Kronen) 7,093 7,843 7,4358 England (Pfund) 0,788 0,861 0,8259 Japan (Yen) 92,640 106,640 98,1400 Kanada (Kan. Dollar) 1,241 1,393 1,3071 Kroatien (Kuna) 6,123 9,361 7,5304 Lettland (Lats) 0,612 0,773 0,6970 Litauen (Litas) 2,979 3,979 3,4492 Norwegen (Kronen) 7,281 8,281 7,6659 Polen (Zloty) 3,949 5,430 4,4840 Russland (Rubel) 34,887 48,010 40,6920 Schweden (Kronen) 8,395 9,545 8,8071 Schweiz (Franken) 1,176 1,258 1,2125 Südafrika (Rand) 8,608 13,008 10,4090 Thailand (Baht) 33,261 51,261 40,4590 Tschechien (Kronen) 22,075 28,475 25,6790 Türkei (Lira) 2,242 2,542 2,3853 Ungarn (Forint) 261,460 391,460 315,0880 USA (US-Dollar) 1,213 1,344 1,2775

1,2467 1,9626 7,4360 0,8260 98,1470 1,3073 7,5354 0,6990 3,4562 7,6688 4,4976 40,7350 8,8101 1,2126 10,4165 40,5290 25,8140 2,3883 316,0630 1,2775

* mitgeteilt von der Deutschen Bank, Devisen Freiverkehr

ÖL 09.01.

Nordsee, Brent ($/Barrel) USA,WTI Cushing ($/Barrel) OPEC,Arabian Light ($/Barrel) (Vortag)

LEICHTES HEIZÖL BERLIN

111,51–111,56 101,40 112,00

05.01.

VORWOCHE

1.000 Liter . . . . . . . . . . . . .92,88 - 95,60 89,55 - 99,17 3.000 Liter . . . . . . . . . . . . .88,89 - 94,19 86,16 - 97,76 5.000 Liter . . . . . . . . . . . . .87,93 - 93,40 85,20 - 96,97 10.000 Liter . . . . . . . . . . . . .87,11 - 92,56 84,31 - 96,13 15.000 Liter . . . . . . . . . . . . .86,99 - 91,63 83,78 - 95,20 Preise je 100 Liter incl. MwSt.Tagespreise zur Zeit nur im Internet unter www.verbraucherzentrale-berlin.de abrufbar.

ROHSTOFFE & MÜNZEN METALLE (in Euro je 100 kg) Blei in Kabeln Kupfer; DEL-Notiz Messing MS 63

09.01.

06.01.

173 596–598 527–529

175 596–598 526–528

EDELMETALLE (in Euro) Gold (1 Kilo) 40308/41201 39907/40820 Silber (1 Kilo) 697/786 696/785 Platin (100 g) 3450/3606 3456/3618 Ankauf/Verkauf aus Sicht der Bank. Quelle: UniCredit Bank AG

MÜNZEN (in Euro) Britannia / Am. Eagle (1 Unze) 1241/1329 1238/1326 1/2 Am. Eagle 620/689 618/688 Krügerrand (1 Unze) 1241/1329 1238/1326 Maple Leaf (1 Unze) 1241/1329 1238/1326 Ankauf/Verkauf aus Sicht der Bank. Quelle: Deutsche Bank

Ortsgespräche: Montag − Freitag Uhrzeit 0−7

7−9

9−17

17−19

UBS Akt. Spec. I Deut.* Eq Global Opp.* Eq.Fd. SC Germany*

167,98 79,84

SONSTIGE

19−21

21−24

SCHRODERS

CH Eq Fd Green Inv* Eq Sel.Technology B* Eq Sm&M.C. Japan B*

168,74 79,88

Günstig telefonieren

RREEF INVESTMENT grundb. europa RC

177,18 83,87

WELTSPOTMARKTPREISE ROHÖL 1,70 3,04

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ACATIS AKT.GL.UI A* H&H Universal Fd*

0,21 0,03

0,01 0,88 2,13 1,94 1,07 0,77 0,91 3,50 2,10 1,14 0,81 2,71 1,10 5,44

Vorwahl 01088 01028 01079 01088 01028 01079 01088 01097 01028 01088 01028 01097 01088 01013 01079 01088 01013 01079

Anbieter Cent/Min. 01088telecom 0,44 Sparcall 0,47 star79 T) 1,49 01088telecom 0,44 Sparcall 0,47 star79 T) 1,84 01088telecom 1,18 01097telecom T) 1,77 Sparcall 1,82 01088telecom 0,65 Sparcall 0,68 01097telecom T) 1,77 01088telecom 0,89 Tele2 0,90 star79 T) 1,49 01088telecom 0,89 Tele2 0,90 star79 T) 1,49

Ferngespräche: Montag − Freitag 0−7 7−9

SWISSCANTO

FRANKFURT-TRUST Basis-Fonds I FMM-Fonds FT AccuGeld PT FT AccuZins FT EuropaDynamik P FT FlexInvest ProP FT Frankfurter-Eff. FT Global HighDiv FT InterSpezial

UNIVERSAL INVESTMENT

IPCONCEPT

9−12 12−14 14−17 17−18 18−19 19−21 21−24

01088 010088 01088 010011 01088 01069 010033 01069 01075 01069 01088 01069 01028 01045 010088 01013 010088 01013

01088telecom 010088 T) 01088telecom 010011 T) 01088telecom 01069 T) 010033 01069 T) 01075 01069 T) 01088telecom 01069 T) Sparcall 01045 T) 010088 T) Tele2 010088 T) Tele2

0,44 0,86 0,44 1,32 1,36 1,63 0,87 1,63 0,97 1,63 0,52 1,63 0,53 0,88 0,48 0,49 0,48 0,49

Vom Festnetz zum Handy: Montag − Freitag 0−18 18−24

01054 010088 01054 010088

01054 Telecom T) 010088 T) 01054 Telecom T) 010088 T)

3,30 3,99 3,30 3,99

Günstige Call-by-Call-Anbieter ohne Anmeldung. Abrechnung im Minutentakt oder besser. Einige Tarife ändern sich sehr häufig. Anbieter mit einer Tarifansage bieten eine größere Preistransparenz. Teltarif-Hotline: 0900 1 330100 (1,86 Euro/Min. von T−Home, Mo−Fr 9−18 Uhr) Stand: 09.01.12 T) Mit Tarifansage. Quelle: www.teltarif.de


WIRTSCHAFT

DIENSTAG, 10. JANUAR 2012 / NR. 21 210

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NACHRICHTEN

F

Bahn will altersgerechte Jobs Berlin - Wer bei der Deutschen Bahn arbeitet, soll in Zukunft eine Tätigkeit ausüben können, die besser mit Alter und Familiensituation vereinbar ist. Das fordert die Eisenbahn-Gewerkschaft EVG, die am Montag erstmals mit dem Staatskonzern über einen entsprechenden Zukunftstarifvertrag verhandelte. Vor allem geeignete Jobs für über 50-Jährige sind dabei ein Thema – die Arbeitnehmer sollen bis zur Altersgrenze arbeiten können, notfalls in einem anderen Beruf. Gleisbauer, die nicht mehr in ihrem Job arbeiten könnten, sollten etwa in den Service wechseln, heißt es im Arbeitnehmerlager. Auch soll es flexiblere Übergänge in die Rente geben. Die Bahn teilt viele der Ziele „Das ist kein einfacher Weg. Aber es lohnt sich“, sagte Personalvorstand Ulrich Weber. Laut EVG ist ein großer Teil der 190 000 deutschen Bahn-Beschäftigten älter als 50. brö

Statoil entdeckt großes Ölfeld Oslo - Der norwegische Ölkonzern Statoil hat am Montag die Entdeckung eines größeren Ölfelds in der Barentssee verkündet. Das Havis genannte Feld ist demnach der Zwilling des im April 2011 entdeckten Skrugard-Feldes. Beide liegen nur etwa sieben Kilometer auseinander, sind aber nicht miteinander verbunden. Zusammen könnten sie Statoil zufolge zwischen 400 und 600 Millionen Barrel Öl enthalten. Im Vergleich zu norwegischen Ölfeldern wie dem 1974 in der Nordsee entdeckten Statfjord mit etwa 3,6 Milliarden Barreln Öl ist das Ausmaß der beiden Zwillingsfelder bescheiden. Für das Land sind sie jedoch ein Hinweis auf mögliche weitere Vorkommen von Erdöl und Gas in der Arktis. Norwegen ist einer der größten Produzenten aus Förderanlagen auf hoher See. AFP

EU macht Ungarn Ärger Brüssel - Neben dem Streit über die jüngsten Verfassungsänderungen hat Ungarn nun noch mehr Ärger mit der EU-Kommission. Die EU-Behörde forderte die Regierung in Budapest am Montag auf, illegale Staatsbeihilfen für die Fluggesellschaft Malev zurückzufordern. Der Staat habe das Luftfahrtunternehmen zwischen 2007 und 2010 mit Finanzierungen zu günstigeren als den marktüblichen Konditionen versorgt, erklärte die Kommission. Damit sei eine Beihilfe geleistet worden, jedoch ohne strikte Auflagen zum Ausgleich der Bevorzugung von Malev gegenüber Konkurrenten. Die Kommission beanstandete insgesamt umgerechnet rund 280 Millionen Euro, die die Airline über Kredite, Kapitalerhöhungen oder die Stundung von Steuern und Sozialabgaben erhielt. Die ungarischen Behörden müssen nun festlegen, wie hoch davon der Beihilfeanteil ist, der zurückgezahlt werden muss. rtr

Stahlhersteller beschweren sich Brüssel - Europäische Stahlhersteller haben am Montag Beschwerde über mutmaßliche Subventionen für die chinesischen Konkurrenten eingereicht. Der Branchenverband Eurofer erklärte, er habe der EU-Kommission am Freitag belegt, dass der Anstieg der chinesischen Importe von auf dem Bau gebrauchten Blechen in die EU auf „massive Subventionierung“ zurückgehe, diese Erfolge seien „nicht das Ergebnis freier Marktkräfte“ und China unterstütze „praktisch jeden Bereich ihrer Stahlindustrie“. AFP

Zahl der Privatversicherten steigt Berlin - Die privaten Krankenversicherer haben einem „Spiegel“-Bericht widersprochen, wonach es immer mehr privat Versicherte zurück zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zieht. Wer Bewegungen in eine Richtung beschreibe, dürfe die in die andere Richtung nicht verschweigen, sagte der Direktor des Verbands der Privatversicherer, Volker Leienbach. Insgesamt wechselten jedes Jahr deutlich mehr Menschen aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung (PKV) als umgekehrt. „Der Saldo zugunsten der PKV war immer eindeutig positiv“. So habe die Zahl der Übertritte zur PKV im Jahr 2010 bei 227 700 gelegen, die der Abgänge zur GKV aber bei nur 153 200. Bis Mitte 2011 erhöhte sich die Zahl der Privatversicherten um weitere 54 000 auf 8,95 Millionen. Zudem sei der Wechsel von der PKV zur GKV oft durch gesetzliche Vorgaben veranlasst, der von der GKV zur PKV aber „stets komplett freiwillig“. raw

Manroland erhält Unterstützung Offenbach - Der insolvente Druckmaschinenhersteller Manroland hat millionenschwere Aufträge aus China erhalten. Für in Offenbach produzierte Bogendruckmaschinen seien drei Großaufträge eingegangen, berichtete das Unternehmen am Montag. Der Wert der Aufträge liege zusammen im unteren zweistelligen Millionenbereich. Die Manroland AG mit weltweit rund 6500 Mitarbeitern hatte Ende November 2011 Insolvenz angemeldet, nachdem die Haupteigner Allianz und MAN dem verlustreichen Unternehmen den Geldhahn zugedreht hatten. Nun sind die beiden Alteigentümer offenbar zu millionenschweren Zugeständnissen bereit. Sie haben sich nach Informationen der IG Metall vom Montag verpflichtet, mit einem Sockelbetrag von 24 Millionen Euro künftige Beschäftigungsund Qualifizierungsgesellschaften zu unterstützen. dpa

DER TAGESSPIEGEL

Solon produziert nicht mehr Nur Verwaltung der insolventen Solarfirma arbeitet derzeit / Fünf Investoren sind im Gespräch Von Kevin P. Hoffmann Berlin - Nichts rührt sich in der großen Produktionshalle in der Zentrale des insolventen Solarmodulherstellers Solon. Das kann jeder Spaziergänger, der am Gebäude im Forschungspark Berlin-Adlershof vorbeigeht, durch die Scheibe erkennen: Die Bänder und Roboterarme stehen still. 120 Mitarbeiter, die dort bisher Fotovoltaikmodule montieren, sind in diesem Jahr noch nicht zum Dienst erschienen. Sie haben vergangene Woche kollektiv Urlaub genommen und sammeln nun Minusstunden. Frühestens am kommenden Sonntag sollen die ersten zurückkehren, um eine „Basisproduktion auf niedrigem Niveau“ aufzunehmen, wie man in der Firma hört – wenn denn genügend Komponenten da sind. Angesichts der drohenden Zerschlagung oder Abwicklung des Unternehmens wirkt der Produktionsstopp bedrückend – auch für die betroffenen Mitarbeiter. Unternehmenssprecherin Sylvia Ratzlaff beteuerte am Montag aber, „dass der verzögerte Start im Januar keine einmalige Besonderheit diesen Jahres, sondern durchaus üblich“ sei. Zwischen den Jahren werde für gewöhnlich auch die Inventur durchgeführt und die Produktion dafür gestoppt. „In diesem Jahr kommt natürlich hinzu, dass wir die Produktion besser planen und steuern können, je mehr wir wissen, wie es mit Solon weitergeht“, sagte Ratzlaff. Das ist die Schlüsselfrage, zu der sich am Montag erstmals auch der Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg ausführlicher äußerte. Solon habe zuletzt gut verkauft, die Lager seien leer. Konkrete Zahlen und Preise, zu denen die Waren abgegeben wurden, nannte er freilich nicht. Jedenfalls habe das Unternehmen im Dezember von dem Umstand profitiert, dass besonders viele Kunden hierzulande noch eine Solaranlage anschließen wollten, bevor die Fördersätze zum Jahreswechsel um 15 Prozent gekürzt worden sind. Wienberg zeigte sich zuversichtlich, dass das noch nicht der endgültige Räumungsverkauf war. Die Zulieferer würden nämlich wieder liefern, Solon könne also neue Module

Investoren schenken dem Staat Geld Erstmals negative Rendite für deutsche Anleihen

Tatenlos, nicht arbeitslos. Berliner Solon-Mitarbeiter, hier bei einer Feier vergangenen Sommer, produzieren derzeit nichts.

produzieren – auch weil die Gehälter zumindest für Januar und Februar über die Vorfinanzierung des staatlichen Insolvenzgeldes gesichert seien. Das betrifft auch die knapp 390 Mitarbeiter in der Verwaltung, die derzeit mehr als genug zu tun haben: Viele sind derzeit etwa damit beschäftigt, Daten für mögliche Investoren aufzubereiten. Wienbergs Mitarbeiter haben nun „einer Handvoll potenzieller Investoren“ Zugang zum Datenraum gewährt, in dem diese einen tiefen Einblick in die Bücher des mit 400 Millionen Euro verschuldeten Solarunternehmens nehmen können. Die Namen der Interessenten nannte er nicht, sagte aber, es handele sich um strategische Investoren, die ein ernsthaftes Interesse gezeigt haben. Diese kämen aus dem In- und Ausland. Darunter könnte das von indischen Eigentümern geführte Solarunternehmen

Auf dem Weg in die Chefetage Zoé Nautré ist erste Stipendiatin des Tagesspiegels Berlin - „Man kommt sich hier ein wenig vor wie bei den Vereinten Nationen“, sagt Zoé Suzanne Nautré. Die 33-jährige Deutsch-Französin steht im Auditorium der European School of Management and Technology (ESMT), es ist ihr erster Tag im MBA-Programm der privaten Berliner Hochschule. Schon jetzt, nach der ersten Vorstellungsrunde, ist sie von der internationalen Atmosphäre begeistert. Sie und ihre 40 Kommilitonen kommen aus 24 verschiedenen Ländern, darunter Nepal, Simbabwe und Südkorea. In den kommenden zwölf Mona- „Ich lerne ten werden sie hier in Berlin zu Füh- Menschen rungskräften ausge- kennen, bildet. Ermöglicht wird die ich sonst Nautré das Studium nie getroffen durch das Tagesspiegel Diversity Scho- hätte“ larship – ein Stipendium, das in Kooperation mit dem Tagesspiegel ins Leben gerufen worden ist, um die Ausbildung von Führungskräften mit Migrationshintergrund zu fördern. Die Idee dahinter: Bislang sind Manager mit Migrationshintergrund in deutschen Führungsetagen noch unterrepräsentiert. Dabei zeigen Studien immer wieder, dass Teams, in denen Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zusammenarbeiten, mehr Ideen haben. Nautré ist in Frankreich geboren, in Deutschland aufgewachsen. Als Kind sprach sie zu Hause Französisch, im Kindergarten und später in der Schule

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Deutsch. Sie hat sowohl einen französischen als auch einen deutschen Pass. Ihr Deutsch ist akzentfrei, Berlin ihr Lebensmittelpunkt. Dennoch weiß sie, wie es ist, in zwei Kulturen aufzuwachsen und wie wichtig Integration ist. Deshalb hat sie sich auch einige Zeit bei Al Nadi engagiert, einer Berliner Organisation, die arabische Frauen im Alltag unterstützt. Nautré hat dort Deutschkurse gegeben und Ausflüge in die Oper oder ins Museum organisiert. Auch sonst zieht sich die Internationalität wie ein roter Faden durch Nautrés Lebenslauf. Neben Deutsch und Französisch spricht sie fließend Englisch und Arabisch. Vor allem der arabische Raum hat es ihr seit einem Praktikum in der saudi-arabischen Botschaft in Berlin angetan. Sie hat in Syrien die Sprache gelernt und in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa bei der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ, heute GIZ) gearbeitet. Nach ihrer Promotion über Demokratieförderung in der arabischen Welt war sie zuletzt Länderreferentin für Syrien und Libanon im Auswärtigen Amt. Die syrische Revolution sei ihr sehr nahegegangen. „Jetzt hoffe ich, dass sich der Umbruch auch künftig zum Positiven hin entwickelt“, sagt sie. Nun hat sie ihren Arbeitsplatz noch einmal gegen den Hörsaal getauscht. Wie sie haben auch ihre Kommilitonen bereits Berufserfahrung, sind Ingenieure, Börsenhändler oder Unternehmer. „Durch das Programm kann ich mich mit Menschen austauschen, die ich sonst nie getroffen hätte“, sagt Nautré. „Das wird bestimmt ein tolles Jahr.“ Carla Neuhaus

Microsol mit Sitz in dem arabischen Mini-Emirat Fudschaira sein. Microsol hatte bereits Ende des Jahres mit dem Solon-Vorstand um Stefan Säuberlich über eine Beteiligung oder Übernahme verhandelt. Es hätte auch die Schulden übernehmen müssen, war dazu aber offenbar nicht bereit. Seit Säuberlich Mitte Dezember den Insolvenzantrag eingereicht hat, sind die Karten neu gemischt. Insolvenzverwalter Wienberg bestätigte nicht, dass Microsol zum Kreis der tatsächlich interessierten Investoren gehört. Allerdings teilte er mit, dass diese Firma sämtliche Gewährleistungspflichten und bereits zugesagten Garantieversprechen für Solon-Module übernommen hat. Damit könnten sich ehemalige wie künftige Kunden sicher sein, dass ihr Garantieanspruch nicht verfalle. Microsol ist auf dem deutschen Markt bisher kaum in Erscheinung getreten. Die Firma

Foto: Reuters

ist in der Branche dadurch bekannt geworden, dass es von Fremdherstellern Schrott-Module aufkaufte und aufbereitete. Heute betreibt die Firma unter anderem in den Emiraten ein Werk für kristalline Solarzellen, in dem 250 Techniker und 40 Ingenieure beschäftigt werden. Aus der Solon-Zentrale hört man, dass Microsol-Mitarbeiter derzeit auch vor Ort in Adlershof sind, um das Unternehmen kennenzulernen. Der Insolvenzverwalter erklärte, dass die Garantieübernahme durch Microsol jedenfalls nicht als Zeichen einer Vorentscheidung zu verstehen sei, dass Microsol auch den Zuschlag erhalten könnte. Am Ende gehe es um das Gesamtangebot: den Preis, den ein Investor bereit sei zu zahlen, und die Zahl der Mitarbeiter, die er zu übernehmen bereit sei, sagte Wienberg. Die Aktie gab am Montag um 2,6 Prozent auf 0,406 Euro nach.

Berlin - Erstmals haben Anleger Geld bezahlt, um der Bundesrepublik Geld leihen zu dürfen. Bei einer Versteigerung von Staatsanleihen mit sechsmonatiger Laufzeit waren sie bereit, eine negative Rendite von minus 0,0122 Prozent über eine Laufzeit von sechs Monaten hinzunehmen, wie die Deutsche Finanzagentur am Montag mitteilte. Das bedeutet, dass der Bund sogar Geld einnimmt, wenn er sich verschuldet. „In dieser Form war es das erste Mal“, sagte ein Sprecher der Finanzagentur. Bei einer Auktion im Dezember hatte der Zins noch bei plus 0,001 Prozent gelegen. Nun sammelte der Bund 3,9 MilliardenEuroein.Er hätteaber auch7,1Milliarden bekommen können, so stark war die Nachfrage. Dies zeige „die Suche nach Qualität und Sicherheit“, aber auch die Nervositätdes Mark- Der Bund tes, hießes bei der Finanzagentur. Sie or- bekommt ganisiertdieVerbind- eine Prämie, lichkeiten des Bundes. Im Dezember statt Zinsen hatte bereits Däne- zahlen zu mark beim Verkauf von Anleihen eine müssen Prämie bekommen. „Deutschland profitiert damit direkt von der Unsicherheit der Finanzmärkte im Zuge der Schuldenkrise“, sagte Ulf Krauss, Anleihe-Fachmann bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). „Die Anleger suchen händeringend nach sicheren Häfen für größere Summen – und sind bereit, dafür zu bezahlen.“ Womöglich spekulieren Investoren auch darauf, Papiere, für die sie negative Zinsen bezahlen, auf dem Anleihe-Markt bald wieder mit Gewinn weiterverkaufen zu können. Wie groß die Unsicherheit im Finanzsektor ist, zeigt die Politik der Banken: Sie parkten vergangenen Freitag 463,3 Milliarden Euro bei der Europäischen Zentralbank, die sie bei ihr zuvor geliehen hatten. Normalerweise leihen die Banken einanderüberschüssiges Geld. Weil aber die Gefahr von Institutspleiten gewachsen ist, ist der Markt fast ausgetrocknet. brö

Investieren Sie in das Gold der Zukunft: Information.

Profitieren Sie von Deutschlands Wirtschafts- und Finanzzeitung Nummer 1. Antrittsvorlesung Gestern war für Zoé Nautré, Stipendiatin des Tagesspiegels, der erste Tag im MBA-Programm der European School of Management and Technology (ESMT). Die hat ihren Sitz in dem früheren Staatsratsgebäude der DDR. Foto: Mike Wolff


WISSEN & FORSCHEN

DER TAGESSPIEGEL

Geburtsort der Sonne bleibt unbekannt Heißer Kandidat versagt im Computermodell Der 2700 Lichtjahre entfernte Sternhaufen M67 gilt unter Astronomen seit einigen Jahren als möglicher Geburtsort unserer Sonne. Detaillierte Computersimulationen der Bahnbewegungen zeigen nun jedoch, dass unser Zentralgestirn nicht gemeinsam mit M67 entstanden sein kann. Das berichtet ein internationales Forscherteam im „Astronomical Journal“. Die Suche nach dem Geburtsort der Sonne geht also weiter. „Unsere dynamischen Ergebnisse demonstrieren überzeugend, dass M67 nicht der Geburtshaufen unseres Sonnensystems sein kann“, schreiben Barbara Pichardo von der Universidad Nacional Autónoma de México und ihre Kollegen. Die Wissenschaftler haben 350 000 Umläufe der Sonne und des Sternhaufens um das Zentrum der Milchstraße durchgerechnet und nach engen Begegnungen zwischen beiden gesucht. Bei allen derartigen Passagen, so fanden sie heraus, hat sich die Sonne mit einer Geschwindigkeit von über 20 Kilometern pro Sekunde gegenüber M67 bewegt. Wenn die Sonne jedoch durch enge Begegnungen mit anderen Sternen mit so hoher Geschwindigkeit aus dem Haufen herausgeworfen worden wäre, hätte diese Wechselwirkung eine protoplanetarische Gas- und Staubscheibe oder ein bereits entstandenes Planetensystem zerstört. Die Planeten, einschließlich unserer Erde, würde es diesem Modell zufolge nicht geben. wsa

Islamforscher Thomas Bauer hofft auf neue Vielfalt durch den Arabischen Frühling Herr Bauer, im Arabischen Frühling hat sich ein neues Bewusstsein für die historischen und religiösen Wurzeln gebildet. In welche Richtung geht die Identitätssuche?

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PERSONALIE

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Neuer Direktor des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie Der Zellbiologe Volker Haucke ist neuer Direktor des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie in Berlin. Haucke forschte und lehrte bislang an der Freien Universität Berlin am Institut für Chemie und Biochemie. Im Zentrum seiner Forschung stehen die Verkehrswege in und aus Zellen, in der Fachsprache Endo- und Exozytose genannt. Volker Haucke, Jahrgang 1968, studierte Biochemie an der Freien Universität Berlin und der Universität Basel und promovierte 1997 am Biozentrum Basel. Im Anschluss forschte er an der Universität Yale und wurde 2003 an der Universität Göttingen habilitiert. Im selben Jahr folgte er einem Ruf an die Freie Universität Berlin und nahm eine Professur für Biochemie an. Tsp

Wer von der Zigarette loskommen will, sollte nicht zu sehr auf Nikotinpflaster und -kaugummis vertrauen. Nach einer neuen Studie sind Entwöhnungsversuche mit Nikotinersatz langfristig nicht erfolgreicher als ohne. Das gilt sogar dann, wenn der Nikotinersatz mit Beratung verknüpft wurde, berichten amerikanische Wissenschaftler in der Online-Ausgabe des Fachblatts „Tobacco Control“. Die Forscher von der Universität von Massachusetts und von der Harvard-Universität hatten knapp 800 entwöhnungswillige Raucher über insgesamt sechs Jahre in Zwei-Jahres-Abständen beobachtet. Jeweils nach zwei Jahren war fast ein Drittel der ehemaligen Raucher rückfällig geworden. Es machte keinen Unterschied, ob Nikotinpräparate verwendet wurden oder ob „auf eigene Faust“ Rauchverzicht geübt wurde. Die Ergebnisse stehen im Widerspruch zu anderen Studien, nach denen Nikotinersatz das Aufhören erleichtert. Aber in diesen Untersuchungen wurde nicht untersucht, wie lange der Erfolg anhält, wendet der Studienautor Hillel Alpert ein. Es sei wichtig zu prüfen, wie gut sich Nikotinersatz in der Allgemeinbevölkerung wirklich bewährt. Seine Mitautorin Lois Biener schlägt vor, öffentliche Mittel statt in Nikotinpräparate eher in bewährte Methoden zu investieren, zum Beispiel in Medienkampagnen gegen das Rauchen und dem Fördern von politischen Maßnahmen. wez

Und welche Orientierungsangebote werden da gemacht? Die Salafiten wollen zurück in die Zeit des Propheten Mohammed und der folgenden Generationen, in denen angeblich der wahre islamische Staat verwirklicht war. Für mich ist das ein Disney-Land-Islam, denn wir wissen zu wenig darüber, um daraus Anweisungen für die Gegenwart ziehen zu können. Die Nationalisten beten andererseits die Argumente des Westens nach, nach denen das goldene Zeitalter im 8./9. Jahrhundert zu suchen ist, als die griechische Philosophie ins Arabische übersetzt wurde und eine rationalistische Theologenschule Staatsdoktrin war.

Über Jahrhunderte war der Islam gegenüber einer Vielfalt von Wertvorstellungen und Lebensentwürfen sehr viel toleranter, als es heute erscheint. Dieses Wissen über die klassische Zeit, die gut 1000 Jahre lang die islamisch-arabische Kulturgeschichte prägte, ist im 19. und 20. Jahrhundert weitgehend verloren gegangen – im Westen und im Nahen Osten. Ambiguitätstoleranz bedeutet, Phänomene der Mehrdeutigkeit oder Vagheit zu akzeptieren, sie sogar gut zu finden. Und das war in der klassischen arabischen Welt in allen gesellschaftlichen Sphären der Fall. Was bedeutete das für die Religionsausübung? Esexistiertenunter anderem durch mündliche Überlieferung und Abschriften verschiedene Korantexte mit Varianten. Da hat man nicht etwa versucht, einen völlig variantenlosen Text herzustellen, sondern eine bestimmte Auswahl von Lesarten für den Kult und die Rechtsauslegung getroffen, unddie anderen wurden weiterhin unter Gelehrten diskutiert. Aber man hat nie versucht, sie zu eliminieren. Ähnliches gilt auch für Korankommentare. Moderne Korankommentatoren wissen immer ganz genau, was eine Koranstelle aussagt. Die klassische Ambiguitätstoleranz ist nicht mehr da. Wie wirkte sich die Akzeptanz von Vieldeutigkeit auf den Alltag der Menschen aus? Was etwa den Konsum von alkoholischen Getränken anging, war man sich in der Rechtsauslegung einig, dass der Wein ver-

Nikotinersatz langfristig nutzlos Kein Vorteil gegenüber Entwöhnung „ohne“

Mit dem Arabischen Frühling geht eine lange Periode der Erstarrung zu Ende, in der es immer wieder Versuche gab, mithilfe von Ideologien zu einer neuen Identität zu kommen. Der Panarabismus hat wenige sofort wieder gescheiterte Vereinigungsversuche hinterlassen, der Sozialismus hat nicht zu allgemeinem Wohlstand geführt, der Kapitalismus nur zu einem weiteren Auseinanderdriften von Arm und Reich. Und auch dort, wo man islamistische Ideologien ausprobiert hat, wie im Iran, ist die Vorbildfunktion sehr rasch wieder verschwunden. Der Islamismus ist letztlich der Versuch, nach den westlichen Ideologien, von denen etwa die Diktaturen in Ägypten und Tunesien geleitet waren, eine eigene Ideologie zu schaffen. Das ist dann aber kein Rückgriff auf die tatsächliche eigene Geschichte, sondern auf ein vermeintliches „goldenes Zeitalter“.

Sie haben diesen Konzepten mit einem viel beachteten Buch über die „Die Kultur der Ambiguität“ im vergangenen Jahr „Eine andere Geschichte des Islam“ entgegengestellt. Was bedeutet die Akzeptanz von Mehr- oder Vieldeutigkeit, die Sie im klassischen Islam des Mittelalters erkennen?

Kosmische Kinderstube. Der Sternhaufen Messier 67 galt als Herkunftsort der Sonne. Nun geht die Suche weiter. Foto: 2MASS

NR. 21 210 / DIENSTAG, 10. JANUAR 2012

„Unglaublicher Bruch mit Autoritäten“

„Hau ab“. Seit dem Beginn der Massenproteste gegen das Mubarak-Regime am 25. Januar 2011 zerrissen Demonstranten Plakate mit dem Konterfei des Herrschers, forderten sein Abtreten. Auch religiöse Autoritäten werden zunehmend infrage gestellt, beobachtet Bauer. Foto: AFP

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CAMPUS

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FU BERLIN boten ist. Ab und zu ließen Sultane, die ihre religiöse Legitimation zur Schau stellen wollten, die Kneipen schließen und den Wein ausschütten. Zur selben Zeit aber hat man auf Arabisch, Persisch und Türkisch mehr Weinliteratur hervorgebracht als in irgendeiner anderen Sprache. Die beiden Sphären existierten nebeneinander. Es war nicht verboten, Wein zu bedichten, es war nur verboten, ihn zu trinken.

Foto: Promo/Uni Münster; Julia Cawley

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THOMAS BAUER (50) ist Islamwissenschaftler und Arabist an der Uni Münster. 2011 erschien „Die Kultur der Ambiguität. Eine andere Geschichte des Islam“ (Verlag der Weltreligionen 2011)

Sie beschreiben auch eine größere Toleranz gegenüber sexueller Vielfalt, etwa der Homosexualität. Die sexuelle Orientierung als Teil der persönlichen Identität ist ja ein Konzept aus dem 19. Jahrhundert, das Eindeutigkeit schaffen sollte. Sowohl in Europa als auch im arabischen Raum gab es vorher nur die Unterscheidung zwischen von der Religion erlaubten sexuellen Handlungen und verbotenen. In der islamischen Welt galt sexueller Verkehr zwischen Männern zwar als Sünde, aber Liebe unter Männern wurde nicht als tadelnswert erachtet. Es wurden unendlich viele homoerotische Liebesgedichte geschrieben, teilweise sogar von Religionsgelehrten selbst. Als man aber mit westlichen Vorstellungen von Homosexualität als Krankheit konfrontiert wurde, verschwanden diese Gedichte sehr plötzlich.

Allgemein machen Sie westlichen Einfluss verantwortlich für die Radikalisierung des Islam. Entstand sein Erscheinungsbild als eine Religion mit besonders strengen Glaubenssätzen nicht aus sich selbst heraus? Natürlich bringt jede Religion ihre Puritaner, ihre Scharfmacher und Vereinheitlicher hervor. Nur haben sie sich im Islam vor dem 19. Jahrhundert nie durchgesetzt. Als im 18. Jahrhundert Abd al Wahhab seine puritanische Sekte auf der arabischen Halbinsel gründete, die heutigen Wahhabiten, war das ein Provinzereignis. Hier musste tatsächlich der Westen als Katalysator des Islamismus wirken. Wie hat der Normierungsdruck des Westens konkret gewirkt? Seit der Landung Napoleons in Ägypten im Jahr 1798 wuchs die westliche Dominanz auf wirtschaftlichem und militärischem Gebiet dermaßen, dass die islamischen Eliten gar nicht anders konnten, als eindeutig Stellung zu nehmen. Um der westlichen Übermacht etwas entgegenzusetzen, hat man ein fest gefügtes Gebäude an Dogmen geschaffen. Nur so konnte man etwa das oktroyierte Recht der Kolonialherren für unislamisch erklären. Weckt der Arabische Frühling bei Ihnen Hoffnungen auf eine Renaissance der Ambiguitätstoleranz? Ansatzweise gibt es sie in der islamischen Welt auch heute noch. Und zwar dort, wo die Ideologie nicht so mächtig ist, etwa auf dem Land, wenn es den Leuten einigermaßen gutgeht. Da leben noch immer verschiedene Religionen friedlich zusammen. In Syrien, in Maalula, dem größten der noch aramäischsprachigen Dörfer, beten in der Kirche der Heiligen Thekla muslimische und christliche

Frauen miteinander. In Ägypten werden mancherorts christliche Feste gemeinsam gefeiert, auch wenn islamische Rechtsgutachten das verbieten. Und wie sehen Sie die neuen Bewegungen? Die Facebook-Jugend hat einen geradezu unglaublichen Bruch mit den Autoritäten vollzogen. Als Mubarak den Demonstranten zurief „Aber ich bin doch euer Vater“, antworteten sie „Hau ab“. Bei den ärmeren Schichten, den Ungebildeten, sehen wir einen deutlichen Wunsch, neuen religiösen Ideologien zu folgen. Doch die Hoffnung richtet sich gleichzeitig auf eine Pluralisierung. Das religiöse Feld autonomisiert sich derzeit wieder stärker vom Staat. Gerade das Internet bietet enorme Möglichkeiten, man sucht sich seinen Mufti auf einer Internetseite. Junge Muslime organisieren sich in Chatrooms und diskutieren über Glaubensvorschriften. Dadurch hat man jedenfalls wieder diese vielen Auslegungen, die nebeneinanderstehen. Was erwarten Sie von den neuen Studiengängen an deutschen Universitäten, in denen künftige Religionslehrer und Imame ausgebildet werden? Wir hatten bisher im Islam in Deutschland ein Intellektualitätsdefizit. Wenn Muslime hierzulande aufsteigen wollen, haben sie vernünftigerweise Ingenieuroder Naturwissenschaften und nicht Islamwissenschaft studiert. Deshalb haben wir viele intelligente, gut gebildete Muslime, aber ganz wenige, die sachkundig über den Islam sprechen können. Das beginnt sich jetzt zu ändern, auf Doktorandenebene wachsen gute Leute heran. In Zukunft werden wir in Deutschland ganz andere Debatten über den Islam führen können. — Das Gespräch führte Amory Burchard.

Ausstellung zu Galileo Galilei Galileo Galilei (1564–1642) begründete die moderne Astronomie und die klassische Physik, als er das heliozentrische Weltbild erstmals wissenschaftlich nachwies. Mit der katholischen Kirche geriet er dadurch in einen massiven Konflikt. Galilei wurde durch die Inquisition verurteilt und schließlich zur Abschwur gezwungen. Über seine Lebensstationen und seine Hauptwerke informiert eine neue Ausstellung in der Universitätsbiblithek der Freien Universität: Garystraße 39 in Berlin-Dahlem, montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr. Die Ausstellung läuft noch bis zum 24. Februar, der Eintritt ist frei. tiw HU BERLIN

Citizenship im 21. Jahrhundert Wie lassen sichdieWerte einer demokratischen und säkularen Staatsbürgerschaft unter den Bedingungen von Globalisierung, Migration und kultureller Differenz behaupten? Diese Frage diskutieren am kommenden Donnerstag (12. Januar) der Kurator Okwui Enwezor (u. a. Leiter der Documenta 11) und der Kunsthistoriker Horst Bredekamp im Rahmen der von der Humboldt-Universität ausgerichteten „Mosse-Lectures“. Die Diskussion findet ausnahmsweise im Haus der Kulturen der Welt statt (John-Foster-Dulles-Allee 10, ab 18 Uhr). Der Eintritt ist frei. tiw FU BERLIN

Was Feminismus in Afrika bewirkt Feministischer Einfluss auf Politik in Afrika – zu diesem Thema spricht am heutigen Dienstag (10. Januar) Antonie Nord (Heinrich Böll Stiftung) im Rahmen der Ringvorlesung „Politik – Ökonomie – Diskurse: Afrikanische Frauen bewegen“. Otto-Suhr-Institut, Hörsaal A, Ihnestraße 21, ab 18 Uhr. tiw

Leben im Verborgenen Jedes Jahr werden tausende neue Arten entdeckt. Zugleich warnen Naturschützer vor dem Aussterben von Tieren und Pflanzen – ein scheinbarer Widerspruch Die Spinne Caerostris darwini, die in Madagaskar riesige Netze an 25 Meter langen Fäden verankert, der Blutegel Tyrannobdella rex, der an der Nasenschleimhaut eines peruanischen Mädchens lebte, die Zwei-Meter-Echse Varanus bitatawa, die als Vegetarier auf den Bäumen der Philippinen lebt, die 40 Zentimeter lange Antilope Philantomba walteri in den Regenwäldern Westafrikas oder die Seefledermaus Halieutichthys intermedius, die auf Stummelflossen über den Grund des Golfs von Mexiko hüpft. Das sind nur fünf der vielen Arten, die Biologen im Jahr 2010 entdeckt haben. Jedes Jahr beschreiben Wissenschaftler einige tausend neue Spezies. Gleichzeitig klagen Naturschützer, das Wirtschaften der Menschen rotte viele Arten aus. Was stimmt denn nun: Wächst die Artenvielfalt oder haben wir einen Artenschwund? „Die Zahl der auf der Erde lebenden Arten nimmt keineswegs zu“, sagt der Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) Christof Schenck. Als neu gilt eine Art ja nur, weil Wissenschaftler sie zum ersten Mal beschrieben

haben. Existiert haben die allermeisten dieser neuen Arten dagegen schon seit Jahrmillionen. „Wenn ich in die Bibliothek gehe, dort ein mir neues Buch entdecke und es lese, dann steigt dadurch ja auch nicht die Zahl der Bücher in der Weltliteratur, denn das Werk war natürlich schon längst vorher erschienen.“ Viele der neu entdeckten Arten waren dann auch nur den Forschern neu, nicht aber den Menschen, die nahe des Fundortes leben. Die Antilope Philantomba walteri zum Beispiel wurde gar nicht in der Natur entdeckt, sondern auf den Märkten des westafrikanischen Staates Benin, auf denen das Fleisch verkauft wird. Zumindest seine Jäger kannten diese Antilopenart lange vor der Wissenschaft. Die Zunahme der Artenvielfalt findet also nur in den Biologiebüchern statt, der Artenschwund dagegen ist der reale Alltag von Naturschützern wie Christof Schenck. „Kaum entdeckt, droht so manche Art schon wieder auszusterben“, sagt er. So hat die ZGF gemeinsam mit dem Deutschen Primatenzentrum in Göttingen im Jahr 2010 über Erbgutanalysen in

Kotproben und Vergleiche der Gesänge den Nördlichen Gelbwangen-Schopfgibbon Nomascus annamensis entdeckt. Die Affen leben in Laos und Vietnam. Wie lange die Art überleben wird, ist kaum abzuschätzen. Werden ihre Wälder abgeholzt, verlieren sie ihr Zuhause. Und auf dem Speiseplan mancher Einheimischer tauchen ebenfalls Schopfgibbons auf, die illegal gejagt werden.

Vegetarier. Der 2010 auf der nordphilippinischen Insel Luzon entdeckte Waran ernährt sich nur von Pflanzen. Foto: dpa/Joseph Brown

Eine ganz andere Gefahr droht der 2010 im Golf von Mexiko entdeckten Seefledermaus Halieutichthys intermedius. Dieser orangefarbene Plattfisch wehrt sich mit Stacheln und Knochenplatten gegen Feinde. Gegen die Ölpest nach der Explosion der Öl-Plattform „Deepwater Horizon“ half dieser Panzer aber kaum. Unmittelbar nach der Entdeckung der Art hüllte eine aus dem ausströmenden Öl entstandene Masse ihr gesamtes Verbreitungsgebiet in 400 Meter Wassertiefe ein. Ob das Tier der Ölpest entkommen konnte, weiß jedoch niemand. Das Gleiche gilt für viele weitere Organismen, von denen die allermeisten noch gar nicht bekannt sind. Bisher haben Biologen rund 1,2 Millionen Spezies entdeckt – allein in den letzten 20 Jahren sind gut 120 000 neue hinzugekommen. Viele sind aber noch nicht beschrieben. Wie groß dieser Rest ist, haben kürzlich Camilo Mora von der Dalhousie Universität in Halifax und seine Kollegen berechnet. Sie gingen dabei von der Systematik aus, mit der Biologen die Arten auf verschiedenen Ebenen in Gruppen wie „Säu-

getiere“ oder „Insekten“, „Pflanzen“ oder „Pilze“ einteilen. Diese Systematik zeigt ein festes Muster, aus der sich die Gesamtzahl der Arten in jeder Gruppe recht gut ermitteln lässt, auch wenn nur ein Bruchteil davon tatsächlich bekannt ist. Insgesamt kamen die Forscher weltweit auf rund 8,7 Millionen Arten. 2,2 Millionen leben im Meer, der Rest an Land, berichten sie in „Plos Biology“. Demnach sind 86 Prozent aller Spezies noch nicht wissenschaftlich beschrieben. Bliebe das „Entdeckertempo“ gleich, dauerte es noch 1200 Jahre, bis alle erfasst sind. Und da die Beschreibung einer Art im Schnitt 48 500 Dollar kostet, würde sich die Gesamtrechnung auf 364 Milliarden Dollar belaufen. Als Gegenleistung entstünde ein Katalog, in dem rund 8,7 Millionen Arten beschrieben sind. Lohnt sich das? ZGF-Naturschützer Christof Schenck ist davon überzeugt: „Jede Art spielt in der Natur eine einmalige Rolle. Wie wichtig diese für das Gesamtsystem ist, wissen wir aber frühestens dann, wenn wir diese Art auch kennen.“ Roland Knauer

RIESENSCHILDKRÖTE

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Auferstanden Seit 150 Jahren gilt die Riesenschildkrötenart Chelonoidis elephantopus als ausgestorben. Sie wurde zuvor ausschließlich auf der Galapagosinsel Floreana gesichtet. Nun haben Biologen um Ryan Garrick Hinweise dafür gefunden, dass es die Tiere noch immer gibt. Sie analysierten das Erbgut von rund 2000 Riesenschildkröten der verwandten Art C. becki auf der Insel Isabela. Das genetische Inventar von 84 Individuen lasse sich nur damit erklären, dass einer der beiden Elternteile der verschollenen Art C. elephantopus angehört, berichten die Forscher in „Current Biology“. Noch haben sie aber keinen reinrassigen Vertreter der Spezies gefunden. Garrick zufolge könnten die Tiere von Piraten oder Walfängern zu der anderen Insel verschleppt worden sein. Das sei zu Beginn des 19. Jahrhunderts häufiger vorgekommen. nes


DIENSTAG, 10. JANUAR 2012 / NR. 21 210

SPORT

DER TAGESSPIEGEL

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Bauch weg, Trainer!

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Warum die Hannover Scorpions in der Deutschen Eishockey-Liga abgestürzt sind Von Christian Otto, Hannover

ZAHLEN

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AMERICAN FOOTBALL NFL. Wildcard Round (Viertelfinal-Qualifikation): Denver Broncos - Pittsburgh Steelers 29:23 n.V., New York Giants - Atlanta Falcons 24:2.

FUSSBALL Fifa-Auszeichnungen. Weltfußballer des Jahres: 1. Messi (Argentinien) 47.88 Prozent der Stimmen, 2. Cristiano Ronaldo (Portugal) 21.60 %, 3. Xavi (Spanien) 9,23 %. Weltfußballerin: 1. Sawa (Japan) 28,51 %, 2. Marta (Brasilien) 17,28 %, 3. Wambach (USA) 13,26 %. Welttrainer: Guardiola (FC Barcelona) 41,92 %, 2. Ferguson (Manchester United) 15,61 %, 3. Mourinho (Real Madrid) 12,43 %. Weltfrauentrainer: 1. Sasaki (Japan) 45,57 %, 2. Sundhage (USA) 15,83 %, 3. Bini (Frankreich) 10,28 %. Weltteam: Casillas (Spanien), Dani Alves (Brasilien), Piqué (Spanien), Sergio Ramos (Spanien) und Vidic (Serbien), Xabi Alonso (Spanien), Iniesta (Spanien), Xavi (Spanien), C. Ronaldo (Portugal), Messi (Argentinien), Rooney (England). Testspiel. RSC Anderlecht - Werder Bremen 2:1, 1. FC Kaiserslautern - CA Batna/ALG 4:0.

TENNIS Turnier in Sydney. Frauen, 1. Runde: Petkovic (Darmstadt) - Pawljutschenkowa (Russland) 6:2, 6:3; Jankovic (Serbien) - Görges (Bad Oldesloe) 6:1, 3:1 Aufgabe; Asarenka (Weißrussland/3) - Vögele (Schweiz) 6:2, 6:1; Na (China/4) - Makarowa (Russland) 6:0, 6:3; Schiavone (Italien) - Stosur (Australien/5) 6:2, 6:4; Kusnezowa (Russland) Swonarewa (Russland/6) 6:1, 6:2. Turnier in Hobart. Frauen, 1. Runde: Kerber (Kiel/4) - Wesnina (Russland) 6:2, 6:4; Barthel (Neumünster) - Oprandi (Italien) 6:1, 6:4.

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FERNSEHTIPP

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Sport 1. 19.00 Fußball. Testspiel in Marbella: Hamburger SV - ADO Den Haag.

Der Beste verliert im Matsch

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ab 14.01.2012 · Tempodrom

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ab 28.01.2012 · o2 World

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30.05.2012 · Olympiastadion

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Kenenisa Bekele erlebt beim Cross eine überraschende Niederlage Von Jörg Wenig, Edinburgh Ein schönes Weihnachtsfest sieht anders aus. Am äthiopischen Weihnachtstag, dem 7. Januar, war Kenenisa Bekele nicht zuHause.Stattdessen startete derAusnahmeläufer beim hochkarätigsten Crossrennen des Jahres in Edinburgh. Doch in Schottland erlebte Bekele eine der größten Pleiten seiner Karriere. Während seine Frau mit den beiden kleinen Kindern in Addis Abeba Weihnachten feierte, lief der Doppel-Olympiasieger durch den matschigen und hügeligen Holyrood Park und kam hinter zehn Konkurrenten ins Ziel. 22 Sekunden betrug sein Rückstand in dem 3-Kilometer-Rennen auf den Sieger, den 1500-Meter-Olympiasieger Asbel Kiprop (Kenia). Athleten wie die britischen Youngster JonnyHay, RickyStevenson oderRoss Millington können nun von sich sagen, den besten Läufer der Welt hinter sich gelassen zu haben. So etwas passiert Bekele selten. Erst zum vierten Mal in seiner Karriere hat der bisher erfolgreichste Crossläufer der Welt, der allein bei Cross-Weltmeisterschaften 20 Goldmedaillen sammelte, einen Lauf im Gelände nichtgewonnen. „Ich wusste vorher, dass meine Form nicht so gut ist. Es ging heute einfach nicht besser“, erklärte der 29-Jährige und fügte hinzu: „Ich bin froh, dass ich gesund und ohne Verletzungsprobleme in das Olympiajahr gestartet bin.“ Sein Blick auf die Spiele in London bleibe optimistisch: „Ich

denke, im Sommer werden wir wieder den richtigen Kenenisa Bekele sehen.“ Dass er in Edinburgh trotz des misslungenen Rennens noch locker blieb, hängt auch mit seiner Situation vor einem Jahr zusammen. Damals war der 5000- und 10 000-Meter-Weltrekordler nach einer Kette von Verletzungen an einem Tiefpunkt angelangt. Bekele weiß heute: Es

Ungewohntes Bild. Kenenisa Bekele (ZweiFoto: AFP ter von rechts) läuft hinterher.

kann noch viel schlimmer kommen als im Holyrood Park. „Ich war damals dicht dran, meine Karriere zu beenden“, erzählte er in Edinburgh. Gut eineinhalb Jahre lang konnte Bekele keinen Wettkampf bestreiten. „Ohne die Unterstützung meiner Familie und meiner Freunde hätte ich aufgegeben.“

Bei den Weltmeisterschaften in Daegu im vergangenen August lief er dann sein erstes Rennen seit Januar 2010. Im 10000-Meter-Finalegab derTitelverteidiger jedoch auf. Nur zweieinhalb Wochen später meldete er sich eindrucksvoll in Brüssel zurück und stellte bei seinem 10 000-Meter-Sieg eine Jahresweltbestzeit auf. Edinburgh war nun jedoch wieder ein Rückschritt. „Ich will noch nicht zu früh in Topform sein, denn ich kann die Form dann nicht bis zu den Olympischen Spielen halten“, erklärte er. Ein bisschen klang dies wie Zweckoptimismus, denn in früheren Jahren hatte er es stets geschafft, nach einer erfolgreichen Wintersaison auch im Sommer wieder in Topform zu sein. Und oft ist es im Langstreckenbereich so, dass Läufer nach einer guten Crosssaison auch im Sommer stark sind. Doch vielleichtfällt Bekele auch die Motivation schwerer als früher. Zumal er inzwischen, ähnlich wie sein früheres Vorbild Haile Gebrselassie, in Äthiopien auch geschäftlich tätig ist. „Ich habe zwei Hotels gebaut, die in den nächsten Monaten eröffnet werden. Es ist mir wichtig, für meine Zeit nach dem Sport Perspektiven zu haben“, erzählte der Läufer, der aber heute nicht mehr an ein Karriereende denkt. „Nach den Spielen von London will ich weiter Bahn-Langstreckenrennen laufen. Wann ich vielleicht zu den Straßenund Marathonrennen wechseln werde, kann ich noch nicht sagen. Ich habe noch viel Zeit.“

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Die Abgänge von Zach, Rösler und Wulff aus Hannover hatte für die Mannschaft bittere Folgen. Wenn die Scorpions heute (19.30 Uhr) ihr Heimspiel gegen die Eisbären Berlin bestreiten, schicken sie eine verjüngte und oft überforderte Mannschaft ins Rennen. Trainer Toni Krinner führt ein Team an, das seit seinem Amtsantritt von einer Irritation zur nächsten eilt. Mäzen Papenburg hat schon mehrfach mit dem Verkauf seiner DEL-Lizenz gedroht. Zahlreiche Stammspieler haben eine neue Herausforderung bei der Konkurrenz gefunden, weil ihnen Gehaltskürzungen drohten. Und die langen Debatten darüber, ob sich die Politik engagiert und mit welchem Etat es weitergeht, haben Stück für Stück des Meisterruhms aufgebraucht. Immerhin: Den russischen Investoren, die in Hannover Interesse an einer Übernahme angemeldet haben, konnte Geschäftsführer Stichnoth bisher stets eine Absage erteilen.

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Im Weißen Haus haben sich Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks am Montag die Gratulation vom obersten Basketball-Fan Barrack Obama abgeholt. Sieben Monate nach dem Gewinn der Meisterschaft überreichte Nowitzki dem US-Präsidenten im East Room des Weißen Hauses ein Mavericks-Trikot. Obama gratulierte den Mavs zu einer „bemerkenswerten Final-Serie“ und zu einem „großen Sieg“. Foto: dpa

Wenn es zu ergründen gilt, warum die Hannover Scorpions in so kurzer Zeit so tief gefallen sind, landet man schnell bei einem Wirrwarr an Zuständigkeiten. 2010 holten die Scorpions die Meisterschaft in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), Anfang 2012 stehen sie auf dem vorletzten Tabellenplatz – und müssen sich um die Existenz sorgen. Meistertrainer Hans Zach hatte die Niedersachsen direkt nach dem großen Triumph verlassen, weil er jubelnd abtreten wollte. Zach wusste damals aber auch, dass es hinter den Kulissen rumort. „Wir hatten dieses große Sommertheater nach der Meisterschaft. Und es ist enttäuschend, dass die Erfolgsmannschaft von damals auseinandergebrochen ist“, sagt der Geschäftsführer der Scorpions, Marco Stichnoth. Im großen Durcheinander der Scorpions geht es traditionell ums Geld. Haupt-

sponsor Günter Papenburg, ein millionenschwerer Bauunternehmer, fühlt sich von allen Seiten im Stich gelassen. Hochrangige Politiker haben mehrfach in Aussicht gestellt, das wirtschaftliche Risiko der ihm gehörenden Arena auf mehrere Schultern zu verteilen. Aber eine neue Betreibergesellschaft für die Multifunktionshalle, die als Heimat der Scorpions 10 500 Zuschauer fasst, ist nie zustande gekommen. Der heutige FDP-Chef Philipp Rösler hatte als Niedersachsens Wirtschaftsminister schneller Karriere gemacht, als er helfen konnte. Und auch CDU-Mann Christian Wulff, der sich als Ministerpräsident zwischenzeitlich zuständig gefühlt und seine Hilfe angeboten hatte, kam nur kurz als erhoffter Retter infrage. Mit seinem Wechsel in das Amt des Bundespräsidenten wurden sämtliche politischen Rettungsversuche der heimischen Arena und damit der Scorpions wieder auf Eis gelegt.

Tickets ab 81,15 €

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Zach, Rösler, Wulff

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IM BILDE

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Agil und immer beweglich. So lobt Trainer Skibbe den Brasilianer Ronny. Der könnte nun Foto: dpa seinen Bruder Raffael zentral hinter den Spitzen ersetzen.

Eine Bildergalerie mit Herthas Brasilianern finden Sie unter: www.tagesspiegel.de/hertha

bis 04.03.2012 Spiegelpalast Berlin

Tickets ab 36,30 €

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In den stillen Tagen zwischen den Jahren sind ein paar besorgniserregende Nachrichten über den Brasilianer Ronny an die Öffentlichkeit gedrungen. Der Mittelfeldspieler von Hertha BSC hatte aus freien Stücken auf eine Heimreise nach Brasilien verzichtet, stattdessen in einem Anflug von Selbstkasteiung die fußballlosen Tage zu individuellem Athletiktraining genutzt. „Es war schwer“, sagt Ronny über diese karge Zeit, „aber man muss auch Opfer bringen.“ Ganz so entbehrungsreich wie kolportiert scheinen die Weihnachtstage allein in Berlin allerdings nicht gewesen zu sein. „Ich habe auch weihnachtlich gut gegessen“, enthüllte Ronny am Montagmiteinemleichten Lächelnauf demGesicht. „Essen ist etwas sehr Wichtiges.“ Eine überraschende Neuigkeit ist das nicht. Im Grunde konnte jeder sehen, dass Ronnykulinarischen Genüssennicht abgeneigt ist. Gerade zu Beginn seiner Zeit bei Hertha schleppte erein Wohlstandsbäuchlein über den Platz. Inzwischen aber scheint der 25-Jährige ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Genussgefunden zuhaben. „Er hatsehrintensiv an sich gearbeitet“, sagt Manager Michael Preetz, und Michael Skibbe, Herthas neuer Trainer, hat nicht nur Ronnys fußballerische Qualität hervorgehoben, er hat ihm auch Dinge nachgesagt, die bisher noch nie in seinem Zusammenhang erwähnt wurden: „Er ist läuferisch gut dabei, immer agil, immer beweglich. Ich sehe da auch defensiv keine Probleme.“ Man magdasfür eine leichtdurchschaubare Strategie halten: Brasilianer gelten als gefühlig, sie brauchen Zuspruch und positive Verstärkung. All das bekommt Ronny von Skibbe. „Es ist immer gut, wenn der Trainer dich lobt“, sagt er. Skibbes Vorgänger Markus Babbel sah das etwas anders. Er versuchte, Ronny und seinen Bruder Raffael durch Kritik zu besseren Leistungen zu provozieren. Skibbes Art aber scheint sich im Fall Ronny fürs Erste als wirksamer zu erweisen.

KONZERT

Der Brasilianer hinterlässt in Herthas Trainingslager in Belek einen Eindruck professioneller Entschlossenheit. Natürlich könnte das auch an der Aussicht liegen, endlich einmal eine wichtige Rolle spielen zu dürfen – und die hat Ronny ausgerechnet einer Dummheit seines Bruders zu verdanken. Da Raffael wegen einer Tätlichkeit in der Rückrunde für die ersten vier Bundesligaspiele gesperrt ist, sucht Skibbe noch eine Zweitbesetzung für dessen Position im offensiven Mittelfeld. „Es ist gut möglich, dass der Bruder den Bruder ersetzt“, sagt Herthas Trainer. Für Ronny wäre dies auch die Möglichkeit, endlich das Vorurteil zu widerlegen, Herthahabe ihn imSommer 2010 nur deshalb verpflichtet, um seinen Bruder Raffael nach dem Abstieg in Berlin zu halten. In der Bundesliga-Hinrunde ist Ronny ganze drei Mal eingewechselt worden, jeweils in der Schlussviertelstunde. „Glücklich war ich nicht“, sagt er über diese Zeit. Der Stimmungsumschwung nach dem Trainerwechsel ist ihm deutlich anzumerken. Im ersten Testspiel des Jahres, beim 3:2 gegen Osnabrück, hat der Linksfuß gezeigt, dass er seine Chance nutzen will. „Wenn er in den nächsten zwei Wochen so weitermacht, werde ich Mühe haben, ihn nicht aufzustellen“, sagte Skibbe nach der Begegnung. Auch Preetz ist sicher, „dass Ronny ein großer Gewinn für die Mannschaft ist. Er ist einer unserer besten Fußballer, wenn nicht sogar der beste.“ Ronny hat bei Hertha immer auf der linken Seite gespielt, die Rolle zentral hinter den Spitzen wäre für ihn ungewohnt, aber nicht völlig neu. „Bis auf Torwart habe ich schon alles gespielt.“ Der Aussicht, bei Hertha ins Zentrum des Spiels zu rücken, kann er einen gewissen Charme abgewinnen. „Ich mag Ballkontakte“, sagt Ronny. „Da habe ich keine Berührungsängste.“

Von Stefan Hermanns, Belek

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Der Brasilianer Ronny galt bei Hertha bisher vor allem als guter Esser – jetzt ist er auch ein guter Athlet

11.07. bis 22.07.2012 Komische Oper Berlin

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ab 16.08.2012 · Seebühne Wannsee

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18.08.2012 · Schlosspark Sanssouci

GFKJ;8D<I J:?C{JJ<IE8:?K Tickets 48,– €

Theater- und Konzertkasse im Tagesspiegel-Shop Askanischer Platz 3 (Anhalter Bahnhof), 10963 Berlin Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 9.00 bis 18.00 Uhr Mit eigenem Kundenparkplatz!


Bauch weg, Trainer! Herthas Ronny hat die Aussicht auf Spielzeit – Seite 17

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DIENSTAG, 10. JANUAR 2012 / NR. 21 210

Ein Fall für Zwanziger Lars Spannagel über den FC Santos, der seine Frauenfußball-Abteilung auflöst

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sgibt nochviel zu tunfür TheoZwanziger, zum Beispiel in der Entwicklungshilfe. Wenn der DFB-Präsident und oberste Förderer des Frauenfußballs im März aus seinem Amt scheidet, könnte ersich eventuell in Richtung Brasilien orientieren. Dort verkündete der FC Santos – immerhin ehemalige Heimat von Stars wie Marta und andererNationalspielerinnen –, seine seit 15 Jahren bestehende Frauenabteilung zu schließen. Das gesparte Geld sollunteranderem dazuverwendet werden, den männlichen Jungstar Neymar imVerein zu halten. Die Entscheidung scheint aus einer anderen Zeit zu kommen: Frauen müssen zurückstecken, damit Männer noch mehr Geld verdienen. Auch in Deutschland leisten sich einige Männer-Bundesligisten erstklassige Frauenabteilungen, wirklich erfolgreich sind die Teams des FC Bayern, des SC Freiburg oder des VfL Wolfsburg allerdings nicht. Die Frauen des Hamburger SV und von Bayer Leverkusen liegen derzeit sogar auf Abstiegsplätzen. Aufgelöst werden die Mannschaften deshalb aber noch lange nicht, einen solchen Imageschaden als Diskriminierer kann sich kein deutscher Verein erlauben. Ganz sind die Frauen beim FC Santos noch nicht verschwunden. Die Homepage des Klubs präsentiertanstatt einerFußballerin allerdings einen halbnackten weiblichen Fan namens Sabrina Torres. Neben vielen Fotos ihres tätowierten Hinterteils erfährt man in einem Fragebogen einiges überFrauTorres: „Lieblingsgetränk: Orangensaft. Sternzeichen: Wassermann. Hobbys: Parfüm und noch mehr Parfüm. Lieblingskörperteil: Mein Hintern.“ Doktor Zwanziger, übernehmen Sie.

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NACHRICHTEN

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FUSSBALL

Hoffenheim holt 13-Jährigen von TeBe Die Nachwuchsabteilung von Bundesligist TSG Hoffenheim hat sich die Dienste des erst 13 Jahre alten Berliners Nico Franke gesichert. Wie der Verein bestätigte, wird der Jugendliche im Förderzentrum des Klubs bis mindestens 2014 ausgebildet. Zuletzt spielte Franke in der Jugend von Tennis Borussia. dapd

Pyrotechnik: Union muss zahlen Der 1. FC Union muss 6000 Euro zahlen. Fans des Berliner Zweitligisten hatten am 25. November während des Spiels bei Hansa Rostock (5:2) bengalische Feuer und Knallkörper gezündet. Außerdem hat das Sportgericht des DFB die Vereine MSV Duisburg und Fortuna Düsseldorf mit jeweils 10 000 Euro bestraft. dpad BOBSPORT

Saisonaus für Thomas Florschütz Wegen einer Stressfraktur des Wadenbeins fällt der Weltcupführende Thomas Florschütz länger aus und wird so höchstwahrscheinlich die Weltmeisterschaften im Februar verpassen. dpa

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Das zähe Ringen um Ästhetik Von der Fortbildung des Titelträgers Peter Liebers könnte das Eiskunstlaufen in Deutschland profitieren Von Frank Bachner Berlin - Shin Amano stand hinter der Bande und gestikulierte mit dem linken Arm. Das war eine Anweisung. Also hob auch Peter Liebers auf dem Eis den linken Arm, er führte ihn elegant am Körper vorbei, eine kurze Bewegung. Wieder eine Feinheit verbessert. Es ging nur um Details, für mehr ist bis zur Europameisterschaft keine Zeit. Es war Sonntagmorgen in der kalten Eishalle von Oberstdorf, dort, wo Liebers einen Tag zuvor Deutscher Meister im Eiskunstlauf geworden war, und er arbeitete mit seinem Choreografen schon fürs nächste Ziel. Die Ästhetik muss verfeinert werden für Sheffield, die EM. Ende Januar wird dort gelaufen, und Liebers möchte in die Top Ten. Bei der EM 2011 belegte er Rang elf. Bei der Kür in Oberstdorf hatte er den ersten Axel nur doppelt gesprungen statt dreifach, „eine Sekundenentscheidung“, sagt Liebers, das kostete Punkte. So gesehen war Oberstdorf nicht optimal, obwohl er zum dritten Mal Meister geworden war. Aber vor den Titelkämpfen hatte er im Sportforum Berlin nach einem Training erklärt: „Wenn ich 220 Punkte erreiche, sagen die internationalen Preisrichter: Hey, mit dem muss man rechnen.“ Liebers gewann mit 221,36 Punkten. So gesehen war Oberstdorf ganz gut. Liebers arbeitet sich langsam hoch, er muss die Preisrichter mit konstanten Leistungen überzeugen, er muss versuchen, sich in den Top Ten der Welt festzusetzen, darum geht es bei dem 23-Jährigen. Eiskunstlauf ist ein zähes Geschäft, man oft Jahre, Peter Liebers braucht um sich nach vorne arbeitet zu arbeiten, um die etablierten Stars in Toronto wegzudrängen. mit zwei Liebers arbeitet zäh und kontiTrainern der daran, nuierlich. Bei der Weltklasse Deutschen Eislauf-Union (DEU) setzen sie auf ihn, sie haben wenig Alternativen, er soll Lückenfüller spielen. Zumindest im Rahmen seiner Möglichkeiten. Die deutschen Stars sind Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy, die dreimaligen Paarlauf-Weltmeister, aber sie strahlen nicht als Idole auf Kufen, das Theater um ihren Trainer Ingo Steuer beschädigt ihr Image. Die DEU braucht noch andere Namen, die Aufmerksamkeit erregen. Es geht erst mal darum, dass Eiskunstlauf nicht völlig neben den anderen Wintersportarten verblasst. Ein guter Einzelläufer wäre also nicht schlecht, man könnte eine Tradition wieder aufleben lassen. Norbert Schramm war ein Begriff, auch Rudi Cerne, und natürlich Stefan Lindemann, der WM-Dritte von 2004. Als er in Dortmund um eine Medaille kämpfte, hob das ZDF die Kür sogar kurzfristig live ins Programm. Und als 12 000 Fans in der Halle Lindemanns Bronze feierten, da war kurz-

Synthese von Tempo und Poesie Lionel Messi wird Weltfußballer des Jahres Von Sven Goldmann

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Künstlerisch schon wertvoll? Der Deutsche Eiskunstlauf-Meister Peter Liebers aus Berlin hat sich in der Ausstrahlung beträchtlich verbesFoto: dapd sert. Vor allem in Kanada hat der 23-Jährige wertvolle Erfahrungen gesammelt.

zeitig nicht bloß der kleine Mann ausgeleuchtet, sondern eine ganze Sportart. Denn auch die Eistänzer Kati Winkler/ René Lohse hatten Bronze geholt. Und jetzt Liebers. Keiner fürs Podium, aber einer mit Perspektiven. Im Oktober 2011 trainierte er in Kanada unter den Weltklasse-Betreuern Amano (zuständig für die Kür) und Lori Nichol (Kurzprogramm). Es waren nur zwei Wochen, aber Liebers sagt, er „profitiert unheimlich davon“. Ihre Tipps setzt er in Deutschland im Training um. In Kanada

stand er auch mit Weltklasseläufern auf dem Eis, es begannen dann Machtdemonstrationen wie bei Pubertierenden. „Ich mache dann den dreifachen Axel zuerst, weil ich zeigen will, dass ich den kann“, sagt Liebers. In Oberstdorf war sein Choreograf Amano, weil der dort gerade auch eine Läuferin betreute. 2010 war Liebers erstmals in Kanada, danach steigerte er sich enorm. „Dort hat er besonders bei der Ausstrahlung aufgeholt“, sagt Viola Striegler, Liebers Trainerin. Die 221,36 Punkte sind auch deshalb

ganz gut, weil Liebers sich im Juni in Toronto bei einem Trainingsunfall das Kreuzbein über dem Steiß gebrochen hatte. Er wollte bei Nichol und Amano die Saison vorbereiten. Erst im September konnte er wieder ernsthaft trainieren. „Es fehlt noch einiges“, sagt Striegler. „Er hat zum Beispiel zu wenig Sprünge absolviert.“ Den vierfachen Toeloop zeigt Liebers deshalb erst bei der WM. Sein Sturz in Toronto hatte auch etwas Gutes. Den Rückflug durfte er in der Business Class absolvieren.

as Großartige an Lionel Messis Fußballkunst ist, dass sie sich der irdischen Kritik zuweilen erst auf den zweiten Blick erschließt. Wenn überhaupt, und dann auch nur mit technischer Unterstützung. Zum Beispiel dieses Tor im Achtelfinale der Champions League. FC Barcelona gegen FC Arsenal. Ganz allein läuft er auf Wojciech Szczesny zu, Arsenals riesigen Torhüter. Reine Formsache, denken die Culés auf den Tribünen im Camp Nou, sie feiern schon das Führungstor und schreien doch entsetzt auf: Ihr Held hat sich den Ball einen Tick zu weit vorgelegt. Auch im Fernsehen ist deutlich zu sehen, wie Stürmer und Torhüter zusammenrasseln, aber Messi hat Glück. Der Ball saust nicht nach links oder rechts, er plumpst ihm direkt auf den linken Fuß, mit dem er ihn in das jetzt leere Londoner Tor jagt. Die Vorlage zu diesem Tor hat der großartige Andres Iniesta gegeben, es war ein Pass mit gewohnt perfektem Timing in eine mit bloßem Auge kaum sichtbare Lücke zwischen drei Verteidigern. Iniesta ist, wie der nicht minder großartige Xavi Hernandez, das unverzichtbare Gegenstück zu Lionel Messi. Der Schlüssel, ohne den die Wundertaten des Argentiniers nicht zu erklären, ja überhaupt nicht möglich sind. So urteilen jene Kritiker, die sich schwer damit anfreunden können, dass Messi gestern in Zürich zum dritten Mal in Folge den Goldenen Ball als „Bester Fußballspieler der Welt“ in Empfang nehmen durfte. Gern verweisen diese Kritiker darauf, wie wenig Messi ohne seine katalanischen Adjutanten in der argentinischen Nationalmannschaft zustande bringe. Messi sei nicht mehr als eine Inszenierung von Xavi und Iniesta, deshalb gebühre der Goldene Ball einem von ihnen oder beiden zusammen. Lionel Messi lebe vor allem von seinen spektakulären Dribblings, und manchmal hat er auch noch Glück, dass ihm der Ball zufällig auf den Fuß fliegt. Wie bei jenem Zusammenstoß mit dem Torhüter des FC Arsenal. Von wegen! Gepriesen sei an dieser Stelle die Erfindung der Zeitlupe, denn nur mit ihrer Hilfe lässt sich das Geniale in Messis Spiel erkennen, die unerreichte Zärtlichkeit in seiner Beziehung zum Ball. Der arme Szczesny hätte sich nur zu gern an einem Zusammenstoß erfreut, aber diese Gefahr hat nie bestanden, denn für solche Banalitäten ist der beste Spieler der Welt nicht anfällig. Lassen wir die Kamera heranzoomen, ganz dicht an die kleinen Füße des kleinen Argentiniers. Erst

TENNIS

Lisicki und Görges angeschlagen Sechs Tage vor Beginn der Australian Open leidet Julia Görges an einer Virusinfektion, während Sabine Lisicki eine Bauchmuskelzerrung auskuriert. dpad

Der Spätstarter Andreas Birnbacher ist derzeit der beste deutsche Biathlet, doch dafür musste er lange kämpfen

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Von Andreas Morbach, Oberhof

Hamburger SV. Trainer Thorsten Fink muss mindestens sechs Wochen auf seinen Mittelfeldspieler Gökhan Töre verzichten. Der Deutsch-Türke hatte sich im Trainingslager in Marbella bei einem Testspiel gegen den FC Brügge (3:1) das Knie verdreht und muss sich einer Meniskusoperation unterziehen. dapd FC Schalke 04. Timo Hildebrand ist vorzeitig aus dem Schalker Trainingslager in Doha abgereist. Der frühere Nationaltorhüter ist Vater geworden. Der 32-Jährige beeilte sich, doch bei der Ankunft in der Klinik in Stuttgart war der Nachwuchs bereits zur Welt gekommen. dapd Bayer Leverkusen. Kapitän Simon Rolfes hat sich bei der 1:3-Testspielniederlage gegen RKC Waalwijk aus den Niederlanden nach einem Foulspiel eine Kapselverletzung im Sprunggelenk zugezogen. sid Hannover 96. Toptorjäger Mohammed Abdellaoue muss wegen einer Oberschenkelverletzung die Vorbereitung unterbrechen. Zuvor hatten Carlitos und Henning Hauger das Trainingslager abgebrochen. Defensivspieler Christian Schulz hat bereits am Freitag einen Muskelfaserriss erlitten. dpa

Hochgearbeitet. Zuletzt gewann Birnbacher den Oberhofer Massenstart. Foto: dapd

Neben seiner großen Schwäche, dem Hochseefischen, hat Andreas Birnbacher noch eine zweite Leidenschaft. „Mich faszinieren andere Länder“, erzählt der 30-jährige Oberbayer, der einen ausgedehnten Strandurlaub einer Ferienreise nach Skandinavien definitiv immer vorziehen würde. Am Montagmorgen allerdings machte sich Deutschlands bislang erfolgreichster Biathlet in diesem Winter weder auf den Weg zu den Weltmeeren noch nach Norwegen oder Schweden. Stattdessen ging’s von Oberhof aus nach Nove Mesto. In ein 10 000-Einwohnern-Städtchen in Tschechien, das ab Mittwoch seine Weltcup-Premiere im Biathlon feiert – und das Andreas Birnbacher bislang nur vom Hörensagen kannte. Aufgeregt ist der aktuell viertbeste Mann im Gesamtweltcup wegen der anstehenden Eingewöhnung ans neue Terrain allerdings nicht. „Ich war zwar noch nie dort. Aber ob man eine Strecke kennt oder nicht, ist scheißegal“, sagt er. „Man läuft die Strecke einmal ab und dann weiß man ja alles.“ So einfach ist das bei den Männern mit Ski und Gewehr, wobei den formidablen Schützen vom SC Schleching in diesem Winter eine besondere Lässigkeit auszeichnet. Zum Abschluss der Wettkämpfe am Rennsteig gewann Birnbacher das Massenstartrennen über

15 Kilometer, obwohl er vor dem Start ein miserables Gefühl hatte. Dass er dann trotzdem mit einer lupenreinen Serie am Schießstand (20 Schuss, 20 Treffer) siegte, überraschte ihn selbst am meisten. „Ich weiß gar nicht, wie das passiert ist“, stammelte Birnbacher im Ziel, wobei er sich nur noch schemenhaft an die vier Teilübungen mit dem Gewehr erinnern konnte. „Ich hab’ die Schüsse irgendwie reingewackelt“, sagte er in dem beruhigenden Wissen um eine geglückte Generalprobe für die WM in Ruhpolding. Kurz vor Weihnachten hatte der erfahrenste Biathlet im deutschen Kader nach Michael Greis in Hochfilzen bereits das Verfolgungsrennen gewonnen – mit hauchdünnem Vorsprung vor dem Norweger Ole Einar Björndalen, dem Evergreen der Branche. „Ich dachte, das wäre unmöglich“, sagte der 30-Jährige da noch. Doch mittlerweile hält sich die Überraschung über die eigenen Leistungen bei ihm und bei den Kollegen in Grenzen, zumal Birnbacher seit dem Massenstart am Grenzadler auch die Sorge genommen ist, dass er ausgerechnet in dem Winter, in dem die WM bei ihm vor der Haustüre stattfindet, womöglich etwas zu früh in Form gekommen sein könnte. Hielt es Birnbacher bisher doch eher wie der Kollege Arnd Peiffer, der sich bei den Weltcups im Dezember immer erst einmal warmlaufen muss, um im Januar

dann Betriebstemperatur zu erreichen. „Normalerweise werde ich zum Ende der Saison besser“, sagt Birnbacher. Ein mittlerweile überholtes Prinzip, das in seiner Urform aber gut zu der Karriere von Andreas Birnbacher passt. Schließlich lief er erst relativ spät in die Weltspitze, jahrelang hatte er zuvor mit ansehen müssen, wie andere aus seinem Team auf vorderen Plätzen landeten. Eigentlich wollte Andreas Birnbacher Sportschütze werden. Doch dann brachte ihn sein Vater zu Fritz Fischer, der heute als Disziplintrainer bei den deutschen Biathleten arbeitet, und Birnbacher wurde Wintersportler. Erst als15-Jähriger begann er mit dem Biathlon, im Weltcup debütierte er im Jahr 2000. Doch dann dauerte es geschlagene zehn Jahre, ehe er nach WM-Silber im Massenstart (2007) und Staffel-Bronze bei der WM in Östersund (2008) am 17. März 2011 in Oslo sein erstes Rennen in der Weltelite gewann. Diesen Trend setzt Andreas Birnbacher nun gerade fort. In Oberhof, wo er zunächst mit läuferischen Problemen zu kämpfen hatte, konnte er sich dabei zudem einer aufkommenden Formschwäche widersetzen. Eine wertvolle Erfahrung, die den jungenhaft wirkenden Birnbacher in knapp zwei Monaten in Ruhpolding sogar zum – dann nicht mehr gar so überraschenden – Weltmeister machen könnte.

Im Glanze. Messi setzte sich gegen Cristiano Ronaldo und Xavi durch. Foto: Reuters

jetzt offenbart sich die Größe des Augenblicks. Wie Messi den Ball aus vollem Lauf mit dem Spann des linken Fußes chipt und ihm so viel Rotation mit auf die Flugbahn gibt, dass er gerade so über den ausgestreckten Arm des Torhüters fliegt und danach wie selbstverständlich zurück auf den Fuß des Künstlers fällt, und jetzt ist der Rest wirklich Formsache. Ja, der das Tor einleitende Pass von Iniesta war schön anzuschauen, aber eben doch von irdischer Klasse und deswegen auchhäufiger zubestaunen in denFußballstadien der Welt. Messis Veredlung aber ist ein Unikat. Seine Klasse besteht auch darin,dass er demHochgeschwindigkeitsfußball des dritten Jahrtausends ein wenig erhalten hat von der Schönheit der Epoche verblichener Helden wie Pelé, Platini oder Maradona. Zwischen den Siebziger und Neunziger Jahren war das Spiel schöner – aber auch sehr viel langsamer. Messis Verdienst liegt in der Synthese von Tempo und Poesie. Eine historische Galerie der bisherigen Weltfußballer finden Sie unter: www.tagesspiegel.de/sport


Auf Sparkurs: Was Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler bewegt – S. 20

KULTUR WWW.TAGESSPIEGEL.DE/KULTUR

DIENSTAG, 10. JANUAR 2012 / NR. 21 210

DER frische FRITZ (3) Vor 300 Jahren wurde Friedrich II. geboren. Bis zum Geburtstag am 24. Januar zitieren wir ihn täglich

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Das Geschwätz der Serie Recyclinghof Hollywood: David Finchers Remake des Schweden-Thrillers „Verblendung“

Der amerikanische Künstler John Baldessari, einer der Väter der konzeptuellen Kunst, erhält in diesem Jahr den Kaiserring der Stadt Goslar. Die Auszeichnung gilt als einer der weltweit renommiertesten Preise für moderne Kunst. Die Jury würdigte den 80-Jährigen, der im kalifornischen Santa Monica arbeitet, als einen der einflussreichsten bildenden Künstler der vergangenen Jahrzehnte. Sein Werk, das sich gängigen Einteilungen entziehe, habe Kalifornien seit den siebziger Jahren in den Blickpunkt der Kunstszene gerückt und europäische Künstler angezogen. In Fotocollagen, Billboards, Kunstbüchern, Performances und Videoarbeiten spiele Baldessari mit Standards und Klischees von Alltagswelt und Massenmedien, erklärte die Jury. Dabei habe er nie nur mit dem Ernst der Konzeptkunst, sondern eher mit dem Lächeln eines Weisen gearbeitet. Baldessari hat zugesagt, die Auszeichnung am 6. Oktober persönlich in Empfang zu nehmen. dpa

Von Jan Schulz-Ojala

Die Welt kennen „Wer in den Tagen der Vergangenheit sich heimisch zu machen weiß, die ganze Welt mit seinem Geiste umspannt, der trägt in Wahrheit Eroberungen über die Unwissenheit und den Irrtum davon. Das heißt in allen Zeitaltern gelebt haben, ein Bürger aller Orte und Länder werden!“ (Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Hauses Brandenburg, 1751)

Berlinale: drei deutsche Filme im Wettbewerb Angelina Jolies Regiedebüt und drei deutsche Filme von Christian Petzold, Matthias Glasner und Hans-Christian Schmid laufen im Hauptprogramm der 62. Berlinale (9. - 19. Februar). Jolies Film „In the Land of Blood and Honey“, eine tragische Liebesgeschichte vor dem Hintergrund desBosnienkriegs,eröffnet außerKonkurrenz das neue Festivalkino im Haus der Berliner Festspiele. Die drei deutschen Filme laufen im Wettbewerb: Petzolds „Barbara“ mitNina Hoss und Ronald Zehrfeld erzählt von einer jungen Ärztin in der DDR,die in den Westen flüchtenwill. Matthias Glasners „Gnade“ mit Jürgen Vogel und Birgit Minichmayr handelt von einer Fahrerflucht in Norwegen und den Chancen des Glücks, das von Schuld beladen ist. In Hans-Christian Schmids Familiendrama „Was bleibt“ sindLars Eidinger, Corinna Harfouch und Ernst Stötzner mit von der Partie. Außerdem im Wettbewerb: „Jayne Mansfield’s Car“ unter Regie des Schauspielers Billy Bob Thornton (USA/Russland), in dem auch Robert Duvall, John Hurt und Kevin Bacon auftreten, sowie „Cesare deve morire“ (Caesar muss sterben) von den Gebrüdern Taviani (Italien). „Metéora“ von Spiros Stathoulopoulos tritt als deutsch-griechische Koproduktionim Wettbewerb an, weitere internationale Koproduktionen sind Benedek Fliegaufs „Just The Wind“, Miguel Gomes’ „Tabu“, Ursula Meiers „L’enfant d’en haut“ und „Aujourd’hui“ von Alain Gomis. Noch ist der Wettbewerb nicht komplett. Zur Eröffnung läuft das Revolutionsdrama „Les Adieux à la reine“ mit Diane Kruger als Königin Marie Antoinette. Tsp

Tagesspiegel sucht Leserjury fürs Berlinale-Forum Zum sechsten Mal beruft der Tagesspiegel eine Leserjury, die den besten Film im Forum der Berlinale auszeichnet. Wer mitmachen will, kann sich nun bewerben. Voraussetzungen sind: Interesse an unabhängigem Kino und Zeit, um sich zwischen dem 9. und 18. Februar das Programm des Forums anzusehen – täglich vier bis fünf Filme. Am Sonnabend, dem 18.2. wird der Gewinner bei der Preisverleihung der unabhängigen Jurys bekannt gegeben. Am 19. 2., dem Berlinale-Publikumstag, ist der Siegerfilm in einer Veranstaltung des Forums und des Tagesspiegels nochmals zu sehen. Interessenten schicken ihre Bewerbung bitte bis Donnerstag, den 26. Januar (Einsendeschluss), mit Begründung, knappem Lebenslauf, Adresse und Telefonnummer an den Tagesspiegel (Sekretariat Kultur, Stichwort„Leserjury“, Askanischer Platz 3, 10963 Berlin). Oder per Mail an berlinale@tagesspiegel.de. Über fantasievolle Bewerbungen freuen wir uns besonders! Und bitte das Stichwort „Leserjury“ in die Betreffzeile! Neun Juroren werden ausgewählt und bis 3. Februar benachrichtigt. Wir bitten um Verständnis, dass die Jury-Teilnahme nicht vergütet wird und wir die übrigen Bewerber nicht über den Ausgang des Verfahrens informieren können; Bewerbungsunterlagen werden nicht zurückgesandt. Tsp

In der Krise sucht der Mensch Sicherheit. Oder er setzt, wenn ihm Sicherheit versagt bleibt, alles auf eine Karte. Unternehmen und großen Organisationen, gar Staaten oder Staatenbünden, geht das nicht anders. Europa muss in der Schuldenkrise alles auf eine Karte setzen, und noch ist sehr unklar, ob es dabei aus der Not auch eine Tugend macht. Amerika dagegen igelt sich ein, spielt – zumindest eine Zeitlang – lieber nicht Weltpolizist und nimmt, mit einem höchst ernüchterten Präsidenten an der Spitze, Abschied von dem gesellschaftlichen Aufbruch, der sich mit seinem Namen verband. Auch Hollywood, das Kreativverwaltungsbüro der amerikanischen Träume, wirkt derzeit nicht gerade so, als wolle es sich auf dem Weltmarkt für Fantasiefuttermittel besonders innovativ aufstellen. Im Gegenteil, in den Studios geht es zu wie auf dem Recyclinghof. Alte Filme werden für 3D aufbereitet und finanziell neu abgeschöpft. Erfolgreiche cash cows werden in zahllosen Fortsetzungen auf ihre Ewigkeitstauglichkeit als Wiederkäuer getestet. Der Rest, so scheint’s, sind Remakes. Hollywood-Originalstoffe jedenfalls, noch dazu originelle, werden derzeit fast mit ungläubigem Vergnügen zur Kenntnis genommen. Nun, ohne Remakes – ein deutsches Lexikon zählt stattliche 1300 Titel – ist die Filmgeschichte nicht denkbar, und auch Hollywood plündert gerne, oft erst nach Jahrzehnten, seine eigenen Schatzkammern. Bei der Neuverfilmung ausländischer Stoffe waren bislang drei Jahre Distanz zwischen Original und US-Version die ungeschriebene Regel, zuletzt etwa bei Matt Reeves’ „Let Me In“, dem Remake des schwedischen Vampirfilms „So finster die Nacht“. Ein solcher Mindestabstand ist auch sinnvoll: Es braucht seine Zeit, bis die Neugier auf eine Wiederaufnahme des strukturell Ähnlichen reift – und selbst dann, so jedenfalls die Erfahrung an deutschen Kinokassen, halten die amerikanischen Remakes meist eher schüchternen Abstand zum Original. Beim absoluten Weltbestseller der jüngsten Jahre aber, Stieg Larssons „Millennium“-Trilogie, gelten offenbar andere Gesetze. Hatte die schwedische Verfilmung des global über 60 Millionen Mal verkauften Buchs noch den üblichen Dreijahresabstand eingehalten, kommt nun David Finchers Ver- Zwei Drittel sion keine anderthalb Jahre nach dem des Budgets letzten der drei hat Fincher Schweden-Filme ins Kino. Auch in Ame- in den USA rika liefen Niels Ar- bereits den Oplevs „Verblendung“ sowie Daniel eingespielt Alfredsons „Verdammnis“ und „Vergebung“, allesamt mit Michael Nyqvist und Noomi Rapace, mit einigem Erfolg – obwohl das US-Publikum Untertitel bekanntlich ebenso wenig schätzt wie Synchronfassungen. Die gleiche Story aber, mit Daniel Craig und Rooney Mara in den Hauptrollen, brachte seit Weihnachten mit 60 Millionen Dollar bereits zwei Drittel des Budgets ein. Ob nun der Rest der Welt, der die schwedischen Filme noch

John Baldessari erhält Goslarer Kaiserring

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NACHRICHTEN

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Schlosspark-Theater: Vorwurf des Rassismus ist absurd

Ausnahmsweise fürsorglich. Lisbeth Salander (Rooney Mara) verarztet den Reporter Mikael Blomkvist (Daniel Craig). David Finchers Foto: Sony Pictures Version von Stieg Larssons erstem Buch der „Millennium“-Trilogie kommt am Donnerstag in die Kinos.

frisch erinnert, unbedingt in Finchers „Verblendung“ eilen muss? Die größte Überraschung ist klein genug: David Fincher transponiert den sattsam bekannten Stoff nicht in die USA, sondern lässt die Geschichte um den Reporter Mikael Blomkvist, der mit Hilfe der Hackerin Lisbeth Salander eine Reihe von teils Jahrzehnte zurückliegenden Mädchenmorden aufklärt, erneut im düsteren Schweden spielen – einem Land übrigens, in dem die Schweden miteinander ganz vorzüglich Englisch sprechen. Daniel Craig gibt den dienstlich etwas angefetteten, aber immer noch bondmäßig durchtrainiert wirkenden Schreibtischmann in den mittleren Jahren, Christopher Plummer seinen Recherche-Auftraggeber – und Stellan Skarsgard, der derzeit wohl angelsächsischste Schwede der Welt, spielt einmal mehr den geschmeidigen Schurken vom Dienst. Und Lisbeth Salander? Stieg Larssons aufregendste Erfindung wird von der bislang nahezu unbekannten Rooney Mara verkörpert, und sie tut dies wie eine energische Comicfigur, wie eine ins goth girl verwandelte und ins reale Lebenhineinkatapultierte Lara Croft. Statt auf den Ohrmuscheln – wie Noomi Rapace – trägt sie die Piercings im Gesicht, statt tiefbraun zu glühen, blitzen ihre blassblauen Augen kalt wie Eis, und so jagt Rooney Mara durch den Film wie ein stets perfekt ferngesteuertes Projektil. Bei ihr wird der amerikanische Blick auf den Larssson-Stoff am deutlichsten spürbar: Statt in das abgründig wuchernde psychologische, auch politisch-historische

Material des Buchs und der ersten Verfilmung investiert David Fincher ins Plakative, ins Genre, schleift den Stoff ab zum durchaus eleganten Serienkiller-Thriller. Überhaupt scannen Fincher, der nach seinen legendären Anfängen mit „Se7en“ und „Fight Club“ zuletzt als Hollywood-Routinier („The Social Network“, „Benjamin Button“) arbeitete, und sein Drehbuchautor Steve Zaillian die Buchvorlage nahezu Craig kämpft ausschließlich auf Schau- und Schock- mit dem werte ab. Die tote Bond-Image, Katze bei Larsson? Bei Fincher liegt sie Blomkvist dekorativ zerstü- kann einfach ckelt auf der Fußmatte. Die Sexsze- spielen nen Lisbeths, die bei Larsson überwiegend als Vergewaltigungsmartyrien geschildert sind? Wo die schwedische Verfilmung die auch physische Jämmerlichkeit des Vergewaltigers massiv ins Bild rückt, hält es Finchers Kameramann Jeff Cronenweth mehr mit dem Blick auf hübsche weibliche Nacktheit. Auch bleibt die subtil sich anbahnende Beziehung zwischen dem Reporter und der cleveren Hackerin bei Fincher bloße Behauptung; dass Lisbeth Salander schließlich gar zur Empfindung ausgewachsener Eifersuchtsschmerzen fähig sein soll, überrascht beinahe. Niels Orden Oplev dagegen, der die vorsichtige zwischenmenschliche Wärme zwischen

den beiden lädierten Helden in wenigen Szenen fein skizziert hatte, konnte sich zum Ausgleich einen supercoolen Schluss leisten. Und einen klasse Cliffhanger noch dazu. So funktionieren die beiden Verfilmungen unter der Hand als Belege für gewisse Stereotypen des europäischen und des amerikanischen Mainstream-Kinos. Am substanziellsten zeigt sich das an den Darstellern. In Finchers Version hat der Star Daniel Craig, dessen Verpflichtung die kommerziellen Erwartungen absichert, alleMühe, seinJames-Bond-Image vergessen zu machen, während Michael Nyqvist den Blomkvist einfach spielen kann. Und während Noomi Rapace sich schon in „Verblendung“ als die bemerkenswerte Schauspielerin entpuppt, die sich längst in anderen Rollen weiterentwickelt, wird Rooney Mara vor allem sorgfältigst ausstaffiert. Sie muss den exakt entworfenen Begriffeiner Figur verkörpern,viel hineingeben in die Rolle darf sie nicht. Noch ist nicht sicher, ob die zwei mit Fincher offenbar bereits vereinbarten Folgefilme auch tatsächlich gedreht werden. Zwingend erscheint es nicht gerade – aber was zählt das schon, wenn das Recycling womöglich weiter Geld bringt? Letzte Meldung: Die Weinstein Company hat sich die Remake-Rechte am allerneuesten Hit des derzeit durchaus risikofreudigen europäischen Kinos gesichert, an dem soeben auch in Deutschland sensationell gestarteten französischen Millionenseller „Ziemlich beste Freunde“. Wenn wir eine Bitte äußern dürften: anderthalb Jahre warten. Mindestens.

Dieter Hallervorden, Intendant des Berliner Schlosspark-Theaters, hat sich dagegen verwahrt, mit der Inszenierung von Herb Gardners Stück „Ich bin nicht Rappaport“ rassistische Vorurteile zu bedienen. Nach der Premiere unter Thomas Schendels Regie war auf der Facebook-Seite des Theaters eine heftige Diskussion entstanden, ob es legitim sei, die Rolle des 80-jährigen Midge, eines Schwarzen, mit einem geschminkten weißen Schauspieler – Joachim Bliese – zu besetzen. Dies knüpfe, so die Kritiker, an die unselige Tradition der amerikanischen Minstrel Shows aus dem tiefsten 19. Jahrhundert an. Hallervorden erklärt, man habe vergeblich nach einem geeigneten Schwarzen für die Rolle gesucht. Und er besteht darauf, dass weder Stück noch Inszenierung den leisestenrassistischen Unterton hätten: Man solle sich damit überhaupt erst einmal auseinandersetzen. Die Theaterleitung weist in einem eigenen Brief darauf hin, dass das Stück ohne Proteste an 40 deutschen Theatern gespielt worden sei, obwohlin derVergangenheit nur zweimal Schwarze die Rolle des Midge gespielt hätten. Der Theaterverlag als Interessenvertreter des Autors habe obendrein nicht erlaubt, die Rolle einem ungeschminkten Weißen zu geben. Hallervorden bedauert, unter Umständen Gefühle verletzt zu haben, will an der Inszenierung aber festhalten. Nur das Plakat soll geändert werden. Tsp

Der Boogie-Woogie-Mann Dave Alexander ist tot Der amerikanische BluespianistDave Alexander ist tot. Polizisten fanden den 73-Jährigen am Sonntag erschossen in seiner Wohnung in Marshall, Texas, das als GeburtsortdesBoogie Woogie gilt.Die Polizei geht von einem Suizid aus. Alexander, der unter dem Künstlernamen Omar Sharriff auftrat, war als „Boogie Woogie Man von Marshall“ bekannt. Erst im März hatten Bürger für ihn gesammelt und ihn zur Rückkehr in die Stadt seiner Kindheit ermuntert, die er wegen rassistischer Angriffe verlassen hatte. dpa

Antiheldenplatz Schwadroneur und Schelm: Der ewig potenzielle Erfolgsautor Joachim Lottmann sucht in „100 Tage Alkohol“ menschliche Nähe Der Titel dieses Buches führt natürlich in die Irre, wie es sich für den 1956 geborenen Schriftsteller und leidenschaftlichen Lügenbaron Joachim Lottmann gehört. Von Alkohol ist in „100 Tage Alkohol“ wenig die Rede, denn Lottmann verträgt und mag keinen Alkohol, „ich mochte eigentlich nur Getränke, die es in Lokalen nicht gab: Damenliköre, Eckes Edelkirsch, Eierlikör, so etwas in der Art“. Den gängigen Alkohol lässt er lieber seinen alten Kumpel Manfred Krenz trinken, den es einst, wie nun auch Lottmann, nach Wien verschlagen hat, weil er als „Unterhaltungskünstler von höchstem intellektuellen Niveau“ in Deutschland zu bekannt war. Bei Lottmann, der sich genauso gern wie selbstironisch „Erfolgsautor“ nennt, „einer der fünf besten deutschen Autoren“, verhält sich das mit dem Umzug nach Wien allerdings anders, er erinnert mehr an eine Flucht. Davon erzählt er nun in seinem Buch „100 Tage Alkohol“, das bei einem österreichischen Verlag erschienen ist und den Untertitel „Kein Roman“ trägt. Lottmann – oder sagen wir lieber, sicher ist sicher: sein Ich-Erzähler,

der auch Joachim Lottmann heißt oder kurz „Jolo“ – ist in Berlin wegen sexueller Belästigung angezeigt worden, von einer Kollegin, die er nur Groupie nennt. Telefonisch soll er das getan haben, mit Worten wie „das Eigentliche“ und „menschlich“, mit der Forderung nach „mehr menschlicher Nähe“. Lottmann fühlt sich vor den Kopf gestoßen, regelrecht aus der Lebensbahn geworfen, und beschließt kurzerhand, das Land zu verlassen, nicht zuletzt weil ihm die Fälle von Julian Assange, Jörg Kachelmann und Dominik Strauss-Kahn eine Warnung sind. Er fährt in die Schweiz, landet in einer „Hippie-Kommune“, die eigentlich eine psychiatrische Klinik ist, die von einer Ex-Kommunistin geleitet wird, und macht sich schließlich eines schönen Tages auf den Weg nach Wien, weil er irrtümlich glaubt, dass es dorthin von Zürich aus nur ein Katzensprung ist. Lottmanns wie üblich locker dahingeschriebenes, mit vielen lustigen Abschweifungen versehenes Buch hat etwas von einem Roadmovie. Es erinnert an seinen Erstling „Mai, Juni, Juli“ aus den achtziger Jahren, in dem ein Schriftsteller

ohne Stoff versucht, ein Buch zu schreiben, eben „Mai, Juni, Juli“. Das Thema von „100 Tage Alkohol“ aber soll „die Pornografisierung von Staat und Gesellschaft im Zeitalter des eskalierenden Turbokapitalismus“ sein. Lottmann gibt sich unschuldig – und gezielt politisch inkorrekt. Er outet sich als Porno-Feind, ereifert sich über den allgegenwärtigen „Porn-Style“, den „inhumanen, reglementierten, kommunikationslosen Pornosex“ – und darüber, dass ihm von Groupies übel mitgespielt wurde. Andererseits begegnet er unentwegt sabbernd „EvaBraun-Fräuleins“, unschuldigen Schweizer Mädchen, jungen Osteuropäerinnen, hat Verständnis für Kachelmann, Assange und Co und ist überzeugt davon, sich in Wien „eine dauerhafte Freundin organisieren zu müssen“. Die ausgestellte Onkeligkeit in diesem Buch ist mitunter bemitleidenswert, und wenn Lottmann provoziert, hat das was Rührendes. Überzeugender ist er als Schwadroneur und Schelm, der schnell Zugang zu Wiener Künstlerkreisen bekommt und sich im Café Anzensgruber seine Essays in der „Zeit“ herbeiimagi-

Von Berlin nach Wien geflüchtet. Der Autor Joachim Lottmann, 56. Foto: Ingo Pertramer

niert. Der stets auf die Füße fällt, in Schlössern, dem Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten oder der ihm zugeteilten ehemaligen Ernst-JandlWohnung. Denn natürlich fährt unser Mann in Wien gut auf dem Porno-Ticket, öffnet ihm doch ein Kulturfunktionär alle Türen, als er am Ende eines zunächst unangenehmen Gesprächs darauf hinweist, einen Roman über „die zunehmende Por-

nografisierung von Staat und Gesellschaft in Österreich schreiben zu wollen“. Blöd nur, dass die Titelrechte für „Porno“ woanders liegen. Ob der Gegenwartsliteraturfetischist Joachim Lottmann mit diesem Buch jedoch „echte Gegenwartsliteratur“ geschrieben hat, Literatur, „die den Lesern eine unbändige Kraft“ gibt, wie er dem Kulturfunktionär beizubringen versucht? Bei der Gegenwart, die Lottmann im Blick hat, handelt es sich nur um einen sehr, sehr kleinen Ausschnitt unserer Gegenwart, es ist die pure Lottmann-Gegenwart. „100 Tage Alkohol“ taugt da nicht einmal als Wien-Roman, in dem mehr als der Stephansdom, die Kärntnerstraße und der Heldenplatz vorkommen. Lottmann schreibt eben nur echte Lottmann-Literatur. Wenn diese ihm beim Schreiben so viel Spaß bereitet wie dem Leser bei der Lektüre, muss Lottmann um seinen Status als potenzieller Erfolgsautor nicht bange sein. Gerrit Bartels — Joachim Lottmann: 100 Tage Alkohol. Kein Roman. Czernin Verlag, Wien 2011. 163 Seiten, 19, 80 €.


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KULTUR

DER TAGESSPIEGEL

Bravos in Bahia Wie junge Brasilianer Klassik lieben lernen Im Teatro Castro Alves kriecht die feuchte tropische Luft durch alle Ritzen. Da hilft auch die Klimaanlage nichts. Die schwarz gelockten Jugendlichen, die in den modrig riechenden Fluren, in den Proberäumen und sogar im Aufzug auf ihren Instrumenten üben, stört das nicht. Dass sie gemeinsam musizieren können, verdanken sie Ricardo Castro. Der brasilianische Pianist und Dirigent gründete vor fünf Jahren in Salvador da Bahia, im Nordosten des Riesenlandes, das Jugendorchestersystem „Neojibá“, das sich am Vorbild „El Sistema“ aus Venezuela orientiert. Mitfinanzieller Unterstützung des Bundesstaates Bahia spielen Kinder und Jugendliche aus allen Schichten in Orchesternund lernen dabeinichtnur Noten,sondern vor allem auch soziales Verhalten. Denn nur wenn alle an einem Strang ziehen, die Stimmen der anderen respektieren, kommt es zum gemeinsamen Ergebnis – und Erlebnis. Das beste dieser neuen Ensembles, das Jugendorchester von Bahia, trat im August 2011 mit Castro und der Pianistin Maria João Pires im Berliner Konzerthaus auf, beim „Young Euro Classic“-Festival. Um den Austausch zwischen den jungen Brasilianern und Profi-Musikern aus Deutschland zu fördern, veranstaltete die Deutsche Welle jetzt in Salvador Workshops und ein Konzert. Das Polyphonia Ensemble aus Berlin gab dabei dem Nachwuchs in Meisterklassen den letzten Schliff. Im Teatro Castro Alves brachte die von Bläsern des Deutschen Symphonie-Orchesters gegründete Formation sogar ein Stück des brasilianischen Komponisten André Mehmari zur Uraufführung. Es ist nicht das erste Mal, dass die DSO-Musiker junge Kollegen abseits der großen Konzertzentren unterstützen. Frühere Projekte mit dem Auslandsrundfunk führten bereits nach Nordafrika, auf den Balkan und ins Westjordanland. Am Pult des Jugendorchesters von Bahia stand der venezolanische Dirigent Manuel López Gómez, nach Gustavo Dudamel und Diego Matheuz ein weiteres, viel versprechendes Talent aus der Eliteförderung von „El Sistema“. „Unsere Musiker werden in der Stadt wie Popstars gefeiert“, erklärt Castro stolz. „Bei uns stößt niemand auf Barrieren. Viele Familien haben noch nie ein Orchester gehört, bevor sie zu uns kommen. Inzwischen sind sie unsere Fans geworden." In den nächsten Jahren soll „Neojibá“ auf den gesamten Staat Bahia ausweitet werden. Castro, der in den achtziger Jahren in der Schweiz studiert hat, weiß aber auch, dass sein Projekt ein internationales Publikum braucht. Außer in Berlin war er mit dem Jugendorchester von Bahia darum schon in London, Genf und Lissabon. Auch die Deutsche Welle hat übrigens ihre Hilfe bei dem ehrgeizigen Plan zugesagt, das brasilianische Orchestersystem überall in der Welt bekannt zu machen. Corina Kolbe

NR. 21 210 / DIENSTAG, 10. JANUAR 2012

Extremlogiker unter sich

Herrin des Sparstrumpfs

Daniel Kehlmanns erstes Theaterstück „Geister in Princeton“ im Renaissance-Theater

Viel mehr als Mängelverwaltung kann Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler nicht betreiben. Aber das tut sie mit Geschick

Von Patrick Wildermann

Von Verena Fischer-Zernin Es war fast wie im Märchen. Als der frisch gewählte Hamburger SPD-Bürgermeister Olaf Scholz im März 2011 Barbara Kisseler aus der Berliner Senatskanzlei ins Amt der Hamburger Kultursenatorin lockte, da ging ein Aufatmen durch die Hansestadt. Eilte doch der parteilosen Kisseler ein Ruf als kompetente, durchsetzungsstarke Anwältin der Kultur voraus. Eine solche Figur musste der Hamburger Szene, die nach Jahren kulturpolitischer Agonie zwischen Verzweiflung und Zynismus schwankte, wie eine gute Fee erscheinen. Neun Monate und manche Haushaltsdebatte später ist der Zauber des Anfangs dem politischen Alltag gewichen. Aber, und darin liegt in der Tat ein Quantensprung, einem von Sachkenntnis und Respekt geprägten Alltag. Auch in Hamburg hat man begriffen, dass Kisseler nicht hexen kann. Scholz hat den Kulturetat zwar entgegen dem allgemeinen Sparkurs moderat erhöht, aber das Budget ist trotzdem allzu endlich. Nur die Probleme sind es leider nicht. Doch Kisseler geht sie entschieden an und hört alle Seiten – und schon das wirkt vertrauensfördernd. Ein Beispiel dafür ist das historische Gängeviertel in der Innenstadt. 2009 brachten die Proteste der Künstlerinitiative „Komm in die Gänge“ gegen den geplanten Abriss des Areals Hamburg bundesweit in die Schlagzeilen. Die Stadt kaufte das Ensemble daraufhin von dem Investor zurück, zunächst ohne über eine künftige Nutzung zu entscheiden. Kisseler hat erreicht, dass das Gängeviertel unter Denkmalschutz gestellt und ein Sanierungsplan verabschiedet wurde. Die Kooperationsvereinbarung mit der Initiative trägt ihre Handschrift. Das Eigentum an den Häusern bleibt freilich bei der Stadt, auch wenn die Künstler das gerne anders gehabt hät- Im ten. Die Spar-Schild- Gängeviertel bürgerstreiche von läuft die Barbara Kisselers Vorgänger Reinhard Sanierung Stuth hatdieneue Re- nach Plan gierung rückgängig gemacht. So bleibt dem Schauspielhaus nicht nur Stuths Etatkürzung von 1,2 Millionen Euro erspart, die den künstlerischen Betrieb von Deutschlands größtem Sprechtheater abgewürgt hätte. Der designierten Intendantin Karin Beier wurde sogar eine Erhöhung der Zuschüsse zugesagt. An anderen Knoten zerrt Kisseler eher, als sie zu durchschlagen. Nach wie vor ist nicht klar, wie viele Häuser unter dem Dach der Stiftung Historische Museen arbeiten werden und mit welchem Profil – dabei sind sie, wie alle städtischen Museen, so unterfinanziert, dass an sinn-

Etaerhöhung zugesagt. Barbara Kisseler vor dem Schauspielhaus.

volle Ausstellungskonzepte kaum zu denken ist. Als Kisseler eins der Museen aus dem Verbund herauslösen wollte, trat Stiftungsvorstand Kirsten Baumann zurück. Doch statt als Nachfolger einen Generaldirektor mit weitreichenden Gestaltungsbefugnissen zu installieren, hat die Senatorin erst einmal sämtliche Museumsdirektoren in einen Lenkungsausschuss berufen. Das riecht nach fortgesetztem Kompetenzgerangel statt nach heilsamen Schnitten. Personalfragen stellen sich auch in der Staatsoper. Die glücklose Chefin Simone Young hat angekündigt, ihren Vertrag 2015 auslaufen zu lassen. Die Personalunion von Intendantin und Generalmusikdirektorin ist dem traditionsreichen Haus nicht bekommen; unter Youngs Ägide hat es seine überregionale Ausstrahlung eingebüßt. Für ihren „Don Giovanni“ bezogen Young und die Regisseurin Doris Dörrie Anfang der Saison einhellig Prügel von der Kritik. Weniger Sorgen musste der Stadt der Streit mit dem Verband der privaten Konzertveranstalter (VDKD) bereiten. Dem war es ein Dorn im Auge, dass die Stadt die Laeiszhalle einerseits vermietet und andererseits selbst Konzerte dort veranstaltet, und das zu erschwinglichem Ein-

Foto: M. Brandt/p-a/dpa

tritt. Nachdem die Hochpreis-Gala-Reihe „Voices“ mit Aplomb den Betrieb eingestellt hatte, verklagte der Verband die Stadt wegen rechtswidriger Behinderung und verlor. In erster Instanz zumindest, rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Die Laeiszhalle? War da nicht noch was? Auch wenn sich die städtische Konzertreihe längst tapfer „Elbphilharmonie Konzerte“ nennt, der Ort dazu ist nach wie vor Hamburgs größte Baustelle. Und die bleibt ihrem Schlingerkurs treu: 5700 Mängel soll der Generalunternehmer Hochtief noch nicht behoben haben. Mal ruhen die Arbeiten, weil ein Geländer auf dem gewaltigen Glasdach fehlt, mal gibt es Probleme mit der Statik – und immer kostet’s. Fragt sich nur, wen. „Keine Spielchen mit der Elbphilharmonie“, rief Kisseler schon im Frühjahr dem Baugiganten zu, der sich immer wieder mit Nachforderungen unbeliebt gemacht hatte. Die Beträge haben längst Fantastilliardenhöhe, mittlerweile haben sich die Parteien auch gerichtlich ineinander verkeilt. Ob das Haus nun Ende 2014 oder gar 2015 fertig wird, es hört schon keiner mehr hin bei solchen Zahlenspielen. Nur manchmal ist ein Stoßseufzer zu vernehmen. Der geht dann so: „Ich hoffe, sie eröffnen das Ding, bevor ich tot bin.“

„Wie schaffen Sie das?“, fragt Albert Einstein kopfschüttelnd den Kollegen, „alles scheint stringent, aber wer Ihnen zuhört, glaubt, er ist betrunken.“ Genies unter sich – da kann es schon mal zu mittelschweren Denkräuschen kommen. Es ist Kurt Gödel, mit dem Einstein spricht, jener österreichische Extremlogiker, der als Verfasser eines herausfordernden mathematischen Axioms und eines ebenso komplexen Gottesbeweises nicht nur die Normalhirne überstrapazierte. Und dessen eigener Verstand auch jenseits der Wissenschaft Purzelbäume schlug. Gödel litt unter Paranoia und glaubte sich von Gespenstern umgeben. Der Geisterseher und der Relativitätstheoretiker begegnen sich im Exil in Princeton. Sie reden über die Möglichkeit von Zeitreisen und Gödels bevorstehenden Einbürgerungstest. Über die vereinheitlichte Feldtheorie und Einsteins Angewohnheit, keine Socken zu tragen. Physik und Kleiderfragen können halt so nahe beieinanderliegen wie Genie und Wahn. „Geister in Princeton“ hat der Schriftsteller Daniel Kehlmann sein dramatisches Debüt genannt, mit dem er frei an das Prinzip seines Megaerfolgsromans „Die Vermessung der Welt“ anknüpft. Wo er im Buch die Wege der wesensverschiedenen Forscher Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß zwischen Dichtung und Wahrheit kreuzte, entwirft er nun für die Bühne eine weitere Wissenschaftler-Biografie, die vom Boden der Realität in die Sphäre bildungsmunterer Fiktion abhebt. Wobei er sich mit dem 1906 geborenen Kurt Gödel einen eher abseitigen, heute beinahe vergessenen Großgeist ausgesucht hat, der lebenslang quer zu seiner Zeit stand.

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TAGESSPIEGEL.DE/Berlin Gerissen haben sich die Theater nicht gerade um dieses Stück. Wohl auch, weil Kehlmann sich mit seiner Salzburger Tirade wider das Regietheater und die Unsitte des Spaghettiessens auf der Bühne selbst ins Hipness-Abseits des Betriebs manövriert hat (siehe Tagesspiegel vom 7.1.). Weshalb nach der Grazer Uraufführung nun das Renaissance-Theater die

Deutschland-Premiere der Groteske mit ernstem Grundton besorgen durfte. Die Dialoge sind pointiert, überhaupt besitzen Kehlmanns Sätze oft pfiffige Eleganz. Wie Gödels Ausspruch: „Ich denke, wenn man etwas zu sagen hat, sollte man einen Beweis haben. Es ist zu viel Meinung in der Welt.“ In der Umsetzung allerdings, die am Renaissance-Theater Regisseur Torsten Fischer vornimmt, offenbart der Text doch einen Mangel an theatraler Qualität. So sehr man Kehlmann beipflichten will, wenn er den Begriff des „well made Die Dialoge play“ gegen den haben Pfiff, Schmähbeiklang hierzulande verteiaber digt – „Geister in wo bleibt Princeton“ ist so der Rausch? „well made“ nicht. Kehlmann greift Gödels Annahme auf, wonach Zeit überhaupt nicht existiert und verwirrt die Chronologie des Geschehens bis über den Tod hinaus. Da tritt Gödel nicht nur teils parallel als Erwachsener (Heikko Deutschmann), als Kind (Benno Lehmann) sowie als sein Alter Ego (Dimosthenis Papadopoulos) auf, sondern spaziert schon zu Beginn als Kommentator über das eigene Begräbnis. Dieses Ebenen-Hopping macht allerdings den dramatischen Bogen zunichte. Wo es kein Hier und Jetzt gibt, ist alles und nichts zugleich möglich. Das Stück ist mehr Szenenfolge als Erzählung. Ein Stationenritt ohne Halt. Gödel heiratet die ehemalige Nackttänzerin Adele, die ihm das Essen vorkostet und die Mutter ersetzt, weswegen Katja Bellinghausen beide Frauen verkörpert. Er kommt in Kontakt mit prominent-verquasten Vertretern des Wiener Kreises wie Moritz Schlick (Michael Rastl), Hans Hahn (Horst Schultheis) oder Otto Neurath (Boris Aljinovic). Er muss in die USA emigrieren, weil die Nazis jeden Mathematiker für einen Juden halten und landet in Princeton. Er trifft John von Neumann (Philipp Alfons Heitmann) und Albert Einstein (Gerd Warmeling). Er verhungert schließlich, weil die Vergiftungsphobie überschießt. Was Hauptdarsteller Heikko Deutschmann nicht eben plausibel macht. Der findet generell wenig Zugang zu diesem Kauz. Und steht mit seiner Figurenmühe nicht allein. Regisseur Fischer hingegen inszeniert auf einer kleinholzbedeckten Bühne (Vasilis Triantafillopoulos) mit wenigen Stühlen und rückwärtigem Spiegel vor allem das Drama eines Exilanten im unbehausten (Denk-)Raum. Das ist ein sympathischer Ansatz, man hätte den belesenen Kalauern aber viel mehr Zucker geben können. Was die Vorlage schuldig bleibt, kann auch Fischer letztlich nicht entfesseln: den Rausch der Logik. — Wieder 10. bis 14.1., 20 Uhr, 15.1., 18 Uhr

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BERLIN KULTUR

DIENSTAG, 10. JANUAR 2012 / NR. 21 210

DER TAGESSPIEGEL

Schatten der Stille

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Der Pianist David Fray begeistert im Konzerthaus

Groupies! Drogen! Jetset! Andreas Schäfer über das Interesse der Literatur am Kunstbetrieb Es hat ein wenig gedauert, bis sich das Verzögerungsmedium Literatur des Kunstbetriebs angenommen hat, aber in letzter Zeit erscheinen immer mehr Bücher, die ihre Hauptfiguren aus der verführerisch schillernden Kunstwelt rekrutieren und von egomanischen Künstlern, geltungssüchtigen Sammlern oder speichelleckerischen Journalisten erzählen. So ein anständig korrupter Kunstbetrieb ist auch ein dankbares Genre. Es liefert die Satire (Groupies, Drogen, Jetset!) quasi frei Haus, kritisiert gleichzeitig aber immer auch einen aus dem Ruder gelaufenen Kapitalismus. Kunstbetriebs-Romane sind irgendwie näher an der dreckigen Gegenwart, können irgendwie mehr über die Gesellschaft sagen. Geradezu rühGunther von rend vorgestrig muHagens berät tet da noch die Sa„Ich und KaminDamien Hirst tire ski“ von Daniel Kehlbeim mann an, schon 2003, also vor ewiPräparieren gen Zeiten erschiedes Hais nen, denn der Künstler, der darin im Mittelpunkt steht, ist einer der letzten Schüler von Matisse, also ein eigentlich schon ausgestorbener Vertreter der klassischen Moderne. Die meisten Bücher jüngeren Datums wenden sich dagegen einem heutigeren Künstler-Typen zu. Silke Scheuermann erzählt in „Shanghai Performance“ von einer ehrgeizigen Performance-Künstlerin, die sich aus Erfolgssucht tief in Schuld verheddert, der Architekt Friedrich von Borries schickt in seinem konzeptuell anmutenden Roman „1WTC“ den Künstler Mikael Mikael von Berlin Mitte nach New York und treibt ein recht unheimliches Spiel mit Fiktion und Wirklichkeit, während der gewiefte Michel Houellebecq mit seinem Weltbestseller „Karte und Gebiet“ mal wieder den Vogel abgeschossen hat. Sein Romankünstler Jed Martin wird mit Vergrößerungen von Straßenkarten berühmt. Um die sehr wirksame Mischung aus Raffinement und Banalität geht es auch in der durchgedrehten Kunst-Satire „Kosmas“, dem Debütroman von Musiker, Künstler und Elfenspezialist Wolfgang Müller. Darin gewährt Müller dem berüchtigten, in Formaldehyd eingelegten Hai von Damien Hirst ein zweites Erscheinen. Außerdem treten auf: ein Klimaanlagen-Milliardär, ein Kunsthändler namens Saatchi und ein gewisser Gunther von Hagens, der Hirst gute Ratschläge zur Konservierung des Tieres gibt, sein Verrotten aber nicht verhindern kann (11.1., 20 Uhr im Literaturforum im Brechthaus, Chausseestraße 125). Außerdem diese Woche schon zum 11. Mal: der Berliner Wintersalon. Vom 12. bis 15.1. lesen 35 Autoren in Jurten im Sony-Center zum Thema „Zeitenbilder – Generationen und Gesellschaft.“ Unter anderem stellen Kolja Mensing, Tanja Dückers, Jan Koneffke, Volker Braun, Inka Parei und Judith Schalansky bei freiem Eintritt ihre neuen Bücher vor (www.salonkultur.de, Platzreservierung unter 030-2575 5700).

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Wir wollen euch verzaubern! Die hoffnungsvollen Musical-Preisträger des Bundeswettbewerbs Gesang 2011 beim Abschlusskonzert im Friedrichstadtpalast.

Foto: Matthias Heyde

Die Kartei hat immer Recht Weltweit einmalig: Beim Berliner Arbeitsamt kümmern sich Spezialisten um die Vermittlung von Musical-Darstellern Von Frederik Hanssen Patrick Stamme sieht unverschämt gut aus: 1,79 Meter groß, blaue Augen, blonde Haare, Verführerlächeln. Er spricht Englisch und Französisch, kann Fechten, Rollerbladen, Tennisspielen, spielt Gitarre. Das Beste aber ist: Patrick Stamme ist zu haben – für jede Art von Unterhaltungstheater. Denn der 24-Jährige ist einer von 1400 Musicalprofis, die sich auf der Website der ZAV-Künstlervermittlung präsentieren. ZAV steht für „Zentrale Auslands- und Fachvermittlung“. Bei dieser Service-Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit kann man zwar keine Hartz-IV-Anträge stellen – aber tolle Jobs finden. Neben Managern und Menschen, die im Ausland arbeiten wollen, kümmert sich die ZAV nämlich um Könner aus allen Bereichen der darstellenden Künste sowie um Profis aus künstlerisch-technischen Berufen rund um Bühne und Kamera. An Einrichtungen wie der ZAV erkennt man, dass Deutschland immer noch eine Kulturnation ist. Hier werden eben nicht nurdie kulturellen Institutionen großzügiger unterstützt als in den meisten anderen Nationen, hier kümmert man sich eben auch staatlicherseits darum, dass Künstler in Lohn und Brot kommen, die am Anfang ihrer Karriere stehen oder eine schwierige Phase durchmachen, weil sie sich altersmäßig beispielsweise in der Grauzone zwischen jugendlichem Liebha-

ber und komischem Altem befinden. Gerade für Musical-Darsteller ist das besonders wichtig, weil sie im Gegensatz zu ihren Kollegen vom Opern- und Schauspielfach nicht auf feste Verträge in Theaterensembles hoffen können, sondern jeweils nur Stückverträge bekommen. In allen anderen Ländern der Welt sind sie auf private Agenturen angewiesen, die für ihre Vermittlungsarbeit natürlich einen Prozentsatz der ohnehin schon geringen Gage verlangen. In Deutschland können sie zur ZAV gehen. Zum Beispiel ins Berufsinformationszentrum der Bundesagentur für Arbeit am kürzeren Ende der Friedrichstraße, gleich beim U-Bahnhof Kochstraße. Man durchquert die schmucklose Halle, nimmt den Aufzug in den 5. Stock, läuft über lange Flure und findet sich schließlich in einer typischen Amtsstube wieder: Linoleumboden, einfachste Büromöbel, Topfpflanzen. Ein nüchternes Ambiente, das so gar Die nicht zum Glamour des Showbusiness Jobvermittler passen will. kennen Andererseits: Hinter den Kulissen der den Betrieb allermeisten Thea- von innen ter sieht es ja auch höchst bescheiden aus. Der beiden „Arbeitsvermittler mit besonderem beruflichen Hintergrund“ jedenfalls, die hier an ihren Schreibtischen sitzen, haben keine Probleme, sich gedanklich in die Illusionswelten des Entertainment zu versetzen. Denn sie kennen den Betrieb von innen. Norbert Hunecke stand nach seinem Musicalstudium in Wien zunächst selber als Darsteller auf der Bühne, rutschte dann bei einer Tourneeproduktion ins Organisationsteam, wurde Company-Manager bei „Buddy“, später beim „Phantom der Oper“ und dem „Glöckner von NotreDame“. Kaum, dass er sich als Agent selbstständig gemacht hatte, kam die

Frage, ob er sich nicht als Vermittler bei der ZAV bewerben wolle. Huneckes Kollege Thomas Georgi dagegen ist ausgebildete Opernsänger. Er spezialisierte sich auf Operette, sang unter anderem am Metropoltheater, begann dann auch, Regie zu führen. Er stieß 2006 zur ZAV, zwei Jahre nach Norbert Hunecke. Anders als normale Jobvermittler sitzen Hunecke und Georgi nicht tagein, tagaus über ihren Akten. Sie sind viel unterwegs, schauen sich überall im deutschsprachigen Raum Vorstellungen an, sprechen mit Intendanten und Künstlern, bieten an den Musicalschulen studienbegleitende Beratung an. Einmal im Monat gibt es zudem ein Vorsingen in Berlin. Denn ohne Qualitätscheck kommt keiner in die ZAV-Kartei. „Wir nehmen nur solche Kandidaten auf, von denen wir überzeugt sind, dass sie tatsächlich ihren Lebensunterhalt als Profi bestreiten können“, erklärt Georgi. Anders als bei Ärzten, Ingenieuren oder Rechtsanwälten gibt es beim Musical kein klares Berufsbild. Jeder darf von sich behaupten, Darsteller zu sein. Fernsehformate wie „Deutschland sucht den Superstar“ haben das Ihre dazu beigetragen, dass die beiden Jobvermittler jede Menge Traumtänzer und Amateure aussortieren müssen. Alle anderen bekommen ein konstruktives Feedback. „Wir können vielehrlicher sein als die Privatlehrer, die mit ihren Schülern ja Geld verdienen wollen“, sagt Hunecke. Und auch am Theater drücken sich die Verantwortlichen im Zweifelsfall lieber vor harten Urteilssprüchen – nach dem Motto: „Rufen Sie nicht uns an, wir rufen Sie an“. Was meistens bedeutet, dass irgendwann eine Absage ohne Begründung im Briefkasten landet. Hunecke und Georgi verstehen sich als objektive Fürsprecher ihrer Schützlinge, als kritische Karriere-Leiter. Wer aber durch ihre Qualifikationskontrolle gekommen ist, für den zahlt es sich meistens schnell aus, bei der ZAV registriert zu sein. Nicht nur, weil man Reise-

kostenzuschüsse beantragen kann, wenn man in ein bestimmtes Theater fährt, um sich dort vorzustellen. Sondern auch, weil vieleArbeitgeber zunächst bei derZAVanrufen, wenn sie Rollen zu besetzen haben. Die Jobvermittlung schickt dann nur solche Bewerber los, die ihnen geeignet erscheinen. Das spart den Intendanten viel Zeit bei der Prozedur des Vorsingens. Die Kommunikation der Jobvermittler mit den „Kunden“ läuft weitgehend elektronisch: Mitteilung über Vakanzen werden per Mail verschickt, die Künstler berichten dann, ob Am Theater sie die Rolle bekomverdienen men haben. Große Summen Jungsolisten verdienen allerdings 1600 Euro auch die Darsteller nicht, die in einer brutto Show mitmachen. „Von den 1400 Leuten aus unserer Kartei verdienen vielleicht 20 richtig gut“, erzählt Hunecke. Das Brutto-Grundgehalt für junge Solisten an deutschen Theatern liegt nun einmal bei 1600 Euro. Wer spielt, für den reicht es gerade so, ist aber die Aufführungsserie vorbei, versiegt der Geldfluss sofort. „Über die Hälfte unserer Kunden sind klassische Rein-Raus-Hartz-IVler“, betont Georgi. Andere ziehen es vor, zwischen den Arbeitsphasen am Theater Aushilfsjobs anzunehmen, aus denen man im Falle eines Engagements schnell wieder herauskommt, so wie Hostess bei Messen, Kassierer im Kino oder Tresenkraft bei McDonalds. „Nur mit Idealismus kannst du diesen Job machen“, sagt Norbert Hunecke. „Du musst es unbedingt wollen – und unbedingt können.“ — Am 20. und 21. Januar präsentieren sich auf Einladung der ZAV Absolventen der Musical-Studiengänge aus Berlin, Essen, Leipzig, München und Wien im UNI.TTheater der UdK, Fasanenstraße 1. Jeweils ab 10 Uhr, Eintritt frei.

Alle Etiketten kleben, auch wenn oft nichts als Unsinn darauf zu lesen ist. Im Fall von David Fray funktioniert das nur wenig anders als bei saftig-grünen Verpackungen für Milch, deren Erzeugerinnen nie eine Wiese sehen werden. Da der heute 30 Jahre alte Franzose seine Karriere mit Bach begann und in seiner Introvertiertheit nicht dem klassischen Virtuosenhabitus entsprach, wurde ihm fortan ein Vergleich mit Glenn Gould aufgenötigt. Daran könnte man verzweifeln, oder sich dem Diktum beugen und sein Leben als gut bezahlter Stimmenimitator zubringen. Es spricht für David Frays künstlerische Integrität, dass er beidem widersteht. Mehr noch, der so fragil wirkende Pianist weiß seine Freiräume zu schützen, wie es einer tut, der auf dem Weg ist. Bei seinem Klavierabend im Konzerthaus umgibt sich Fray mit Mozart und Beethoven – und entfernt sich bei beiden von knopfdruckartigen Erwartungen, im Stillen, ohne jede Ausgestelltheit. Aus seinem Mozartspiel ist merklich Kühle gewichen, Fray traut der eigenen Tongebung stärker zu, nicht in eine kugelige Süßlichkeit abzurutschen. Innerlichkeit, danach strebt sein Tasten. Dass er der ausgelassenen Sonate D-Dur KV 311 dabei mehr Schatten anfügt, als unbedingt nötig, mag nurunerschütterliche Frohnaturen irritieren. Frays Leidenschaft für eine sprechende Stille, für ein lauschendes Voranschreiten, findet in Beethovens D-Dur-Sonate op. 28 reichen Grund. Nichts wirkt hier vorgefertigt, jede Wiederholung scheint in neues Licht getaucht, die Gewichtungen nicht in Marmor gehauen, sondern ungewiss, bestenfalls fraglich.

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Nach der Pause gewinnt Fray dem tragischen Ton von Mozarts c-Moll-Fantasie KV 475 immer zartere Wendungen ab, lässt ihren Rückgriff auf die „Alte Musik“ anklingen, wie improvisiert, doch nur genau gelesen. Einzig dem Furor der Form in Beethovens „Waldstein“-Sonate bleibt Fray etwas an Durchschlagskraft schuldig. Doch wie fein und unprätentiös er ihre Motorik in Gang setzt, bewegt weit mehr als Donnern aus der Dose. Es perlt Zugaben, natürlich Bach, sehr fein bewegt, und Schumanns „Kinderszenen“, „leichte Stücke für das Pianoforte“, reiche Kost für die Fantasie. Selbst nach vier Encores fällt es schwer, das Konzerthaus zu verlassen. Im Foyer staut sich ein enthusiastisches Publikum zwischen CD-Verkauf und Signiertisch. Manch einer sucht auch nur den besten Ausblick auf David Fray, derseinen BerlinerErfolg imGedränge ergeben hinnimmt. Ulrich Amling

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CHARLOTTENBURG-WILMERSDORF

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Astor Film Lounge, Tel. 883 85 51: Happy New Year Neues Jahr, neues Glück 15.15; Der Gott des Gemetzels 18; The Ides of March - Tage des Verrats 20.15, 22.45; Bundesplatz-Studio, Tel. 85 40 60 85: Habemus Papam Ein Papst büxt aus 18; Der Gott des Gemetzels 20.30; Cinema Paris, Tel. 881 31 19: Ziemlich beste Freunde - Intouchables (OmU) 13, 18, 20.30; Habemus Papam - Ein Papst büxt aus 15.30; Delphi, Tel. 312 10 26: Ziemlich beste Freunde 13, 15.30, 18, 20.30; Eva-Lichtspiele, Tel. 92 25 53 05: Der gestiefelte Kater (2011) 15.30; Jonas Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin! 18, 20.30; Filmkunst 66, Tel. 882 17 53: FK 66 Kino 1 Der atmende Gott - Eine Reise zum Ursprung des modernen Yoga 18.15; In guten Händen 20.30; FK 66 Kino 1/2 3D: Die Höhle der vergessenen Träume 17; Chinese zum Mitnehmen 19; The Ides of March - Tage des Verrats (OmU) 20.45; Kant Kino, Tel. 319 98 66: K 1 The Ides of March Tage des Verrats 15.45, 18, 20.30; K 2 Der Gott des Gemetzels 14, 16, 18, 20; K 3 Halt auf freier Strecke 14; Der Fall Chodorkovsky 16.15; Ich reise allein 18.45, 20.45; K 4 Tom Sawyer (2011) 14; The Big Eden (2011) 16.15; Und dann der Regen - Tambien la lluvia 18.20, 20.45; K 5 Huhn mit Pflaumen 14.30, 19; Rubbeldiekatz 16.30, 21;

FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG

B

b-ware! ladenkino, Tel. 63 41 31 15: Die Reise des Personalmanagers - The Human Resources Manager (OmU) 16.30; Le Havre (OmU) 18.30; Cheyenne - This Must Be the Place 20.30; Mad Circus: Eine Ballade von Liebe und Tod (OmU) 22.45; Babylon Kreuzberg, Tel. 61 60 96 93: A Und dann der Regen - Tambien la lluvia (OmU) 17, 19.30, 21.50; B Jonas - Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin! 17.30, 20, 22.30; Eiszeit, Tel. 611 60 16: E 1 Habemus Papam - Ein Papst büxt aus 17, 19; Mad Circus: Eine Ballade von Liebe und Tod - Balada triste de trompeta (OmU) 21; E 2 A Letter to the Future - Carta para o futuro (OmU) 17.15; Wader Wecker Vater Land 19.15; The Black Power Mixtape 1967-1975 (OmU) 21.15; fsk am Oranienplatz, Tel. 614 24 64: f 1 Abendland (2011) 18; Samson & Delilah (2009) (OmU) 20, 22; f 2 Sarahs Schlüssel - Elle s'appelait Sarah (OmU) 18.15; Utopians (OmU) 20.30; Meek's Cutoff (OmU) 22.30; Intimes, Tel. 29 66 46 33: Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn 15.45; Halt auf freier Strecke 17.45; Jane Eyre (2011) 19.45; Eine dunkle Begierde 22; Moviemento, Tel. 692 47 85: M 1 Chinese zum Mitnehmen 13, 17, 21, 23; Huhn mit Pflaumen 15, 19; M 2 Winnie Puuh (2011) 10.15, 16.15; Huhn mit Pflaumen 12, 22; Eine dunkle Begierde 14, 17.45; Ich reise allein 20; M 3 Kuddelmuddel bei Pettersson und Findus 10; Ich reise allein 11.45, 15.45, 22.45; Im Weltraum gibt es keine Gefühle 13.45; Halt auf freier Strecke 18; Rubbeldiekatz 20.30; Sputnik (höfe am südstern), Tel. 694 11 47: S 1 Karo und der liebe Gott 10.30, 15; The Help (2011) 17.30; Habemus Papam - Ein Papst büxt aus 20; Halt auf freier Strecke 22; S 2 The Help (2011) 15; Cineespanol: Abel (2010) (OmU) 18; Cineespanol: Personal Belongings - Cuba Libre (OmU) 19.45; Cheyenne - This Must Be the Place (OV) 21.30; Kinobar im Sputnik Filmklub 19.30; Tilsiter-Lichtspiele, Tel. 426 81 29: The Big Eden (2011) 18; Halt auf freier Strecke 20; Perfect Sense (OV) 22.15; William S. Burroughs: Gesandter des Abschaums William S. Burroughs: Commissioner of Sewers (OV) 23.55; UCI Kinowelt Friedrichshain, Tel. 42 20 42 20: K 1 Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 14, 17, 20; K 2 Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 14.30, 17; Happy New Year Neues Jahr, neues Glück 20; K 3 Blutzbrüdaz 14.45, 17.15, 20.15; K 4 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 14.15, 17.30, 20; K 5 Der gestiefelte Kater (2011) 15; Mission: Impossible - Phantom Protokoll 17, 20; K 6 Rubbeldiekatz 14.30, 17.15, 20.15; K 7 3D: Happy Feet II 14.45; New Kids Nitro 17.30, 20; K 8 Dreiviertelmond 14.30, 17.30, 20.15; Yorck, Tel. 78 91 32 40: Yorck Ziemlich beste Freunde 15, 17.30, 20, 22.30; New Yorck The Ides of March - Tage des Verrats 15, 17.15, 19.30, 21.45; Zukunft, Tel. 426 81 29: Zukunft 3 The Black Power Mixtape 1967-1975 (OmU) 18; Die Reise des Personalmanagers The Human Resources Manager (OmU) 20; Enter the Void (OmU) 22;

B

LICHTENBERG

CineMotion Hohenschönhausen, Tel. 96 24 31 00: C 1 New Kids Nitro 15.15, 17.30, 20; C 2 Der gestiefelte Kater (2011) 14.45, 17.15; Happy New Year - Neues Jahr, neues Glück 19.45; C 3 Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 14.30, 17.15, 20.15; C 4 Mission: Impossible - Phantom Protokoll 14.30, 17.15, 20.15; C 5 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 15, 17.30; 3D: The Darkest Hour (2011) 20; C 6 Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 15.15, 17.45; Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht: Teil I 20.15; C 7 Rubbeldiekatz 14.45, 17.30, 20.15; C 8 Tom Sawyer (2011) 15; Happy Feet II 17.30; In Time - Deine Zeit läuft ab 20; C 9 Blutzbrüdaz 15.15, 17.30, 20;

B

MARZAHN-HELLERSDORF

CineStar HellersdorfC 1 Happy Feet II 14.45; Happy New Year - Neues Jahr, neues Glück 17.15, 20; C 2 Jonas - Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin! 14.30, 17.05, 19.45; C 3 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 14.50, 17.20; 3D: The Darkest Hour (2001) 19.50; C 4 Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 14, 16.05; New Kids Nitro 18.10, 20.15; C 5 Der gestiefelte Kater (2011) 14.20, 16.50; The Ides of March - Tage des Verrats 19.30; C 6 Rubbeldiekatz 15, 17.35, 20.15; C 7 Blutzbrüdaz 15.15, 17.45, 20.15; C 8 Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 14.30, 17.15, 20.10; C 9 Der König der Löwen 14.45; 3D: Mein Freund, der Delfin 17.05; 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 19.45; C 10 Mein Freund, der Delfin 14.30; 3D: The Darkest Hour (2011) 17.15; 3D: Krieg der Götter 19.45; C 11 Tom Sawyer (2011) 14.20; Mission: Impossible - Phantom Protokoll 16.50, 19.50; C 12 Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht: Teil I 14.30, 17.20; In Time - Deine Zeit läuft ab 20.10; Kino Kiste, Tel. 998 74 81: Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn 13.50; Rubbeldiekatz 15.50; Eine dunkle Begierde 18; Crazy, Stupid, Love 20.15; UCI Kinowelt am Eastgate, Tel. 93 03 02 60: U 1 Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 14.15, 17, 20; U 2 Mein Freund, der Delfin 14.15; New Kids Nitro 17.45, 20.30; U 3 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 14.45, 17.15; Blutzbrüdaz 20; U 4 3D: Mein Freund, der Delfin 14.30; Mission: Impossible - Phantom Protokoll 17, 20; U 5 Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 14.30, 17; Happy New Year - Neues Jahr, neues Glück 20.15; U 6 Rubbeldiekatz 14.45, 17.30, 20.15; U 7 Jonas - Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin! 14.30, 17.15, 20; U 8 Der gestiefelte Kater (2011) 15; Blutzbrüdaz 17.30; Breaking Dawn Biss zum Ende der Nacht: Teil I 20.15;

B

MITTE

Acud, Tel. 44 35 94 98: A 1-2 Tom Sawyer (2011) 17; Die Mühle und das Kreuz - The Mill and the Cross (OmU) 19; Bessere Zeiten 21; A 2 Vaterlandsverräter 18; Atmen (2011) 20; Im Weltraum gibt es keine Gefühle 22; Arsenal, Tel. 26 95 51 00: A 1 Magical History Tour: Niemandsland (1931) 19; A 2 Die schwarze Kugel oder die geheimnisvollen Schwestern u. a. m. Gast u. Live-Musikbegl. 19; Babylon Mitte, Tel. 242 59 69: B 1 Wader Wecker Vater Land 17.45; Im Weltraum gibt es keine Gefühle 18.15; Over Your Cities Grass Will Grow 18.30; Unknown Pleasures #4: Mildred Pierce (OV) - Episoden I & II 19.30; Dickens on Film:

enthaltsamer Lebensstil

Stadt am Meer

japanisches Gewand

Erbfaktor

20.30 Uhr, 10/7 Euro BKA, Mehringdamm 34, Kreuzberg

KINOPROGRAMM Nicholas Nickleby (2002) 20; Eine dunkle Begierde 20.30; Unknown Pleasures #4: Road to Nowhere (OV) 21.45; Central, Tel. 28 59 99 73: C 1 The Guard - Ein Ire sieht schwarz (OmU) 16; In guten Händen - Hysteria (OmU) 17.45, 19.30; Submarine (2010) (OmU) 21.20; Berlin Calling (DFmenglU) 23.15; C 2 Perfect Sense (OV) 16.30; Ich reise allein 18.15, 20, 21.45; Mad Circus: Eine Ballade von Liebe und Tod - Balada triste de trompeta (OmU) 23.30; CinemaxX Potsdamer Platz, Tel. 018 05/24 63 62 99: C 1-19 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 12.30, 15, 17.30, 20; Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel 12.30; Ziemlich beste Freunde 12.30, 15.10, 17.50, 20.30, 23.15; Happy Feet II 12.40, 15.10; Tom Sawyer (2011) 12.40, 15.15; Der gestiefelte Kater (2011) 12.45, 15.10; Blutzbrüdaz 13, 15.30, 18, 20.30, 23.10; Arthur Weihnachtsmann 13, 15.30; Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 13.30, 15.40, 18; 3D: Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn 13.30; Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 13.40, 15, 16.45, 19.50, 23; Hotel Lux 13.45; The Ides of March - Tage des Verrats 13.45, 16.10, 18.40, 21.15; Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht: Teil I 13.50, 16.40, 19.30, 22.30; Rubbeldiekatz 14, 16.50, 19.40, 22.30; New Kids Nitro 14.10, 16.25, 18.40, 21, 23.20; Mission: Impossible - Phantom Protokoll 14.15, 16, 19.30, 23; Johnny English: Jetzt erst recht 14.15; Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn 14.45; Der Gott des Gemetzels 16.50, 19, 21.15, 23.30; Happy New Year - Neues Jahr, neues Glück 17.15, 20.10, 23.10; Wyssozki - Danke, für mein Leben 17.20; Jonas Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin! 17.30, 20.10, 22.50; Jane Eyre (2011) 17.45; Huhn mit Pflaumen 17.50, 20.10, 22.30; Der ganz normale Wahnsinn: Working Mum 18; Chinese zum Mitnehmen 18.10, 20.40, 23.10; Zwei an einem Tag 20.15; Eine dunkle Begierde 20.15, 23; Habemus Papam - Ein Papst büxt aus 20.30; Anonymus 21.15; 3D: The Darkest Hour (2011) 22.30; Kein Sex ist auch keine Lösung 22.50; Paranormal Activity III 23.15; Cineplex Alhambra, Tel. 01 80/505 03 11: A 1-7 Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 12.30, 13, 15.15, 17.30; Mein Freund, der Delfin 12.30; Happy Feet II 12.30, 15; Der gestiefelte Kater (2011) 12.45, 15.15; 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 13.15, 15.30, 17.30; Mission: Impossible Phantom Protokoll 13.45, 16.45, 19.45; Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 14.30, 17.20, 19.40; Rubbeldiekatz 15, 20; Sümelas Code: Temel - Sümela'nin sifresi: Temel (TürkmdtU) 17.20, 20.15; Blutzbrüdaz 18, 19.45; New Kids Nitro 18.15, 20.30; Sneak Preview 20; CineStar CUBIX Filmpalast AlexanderplatzC 1 Der Gott des Gemetzels 11.50, 14.05; Mission: Impossible - Phantom Protokoll 16.25, 19.45, 23; C 2 Happy New Year - Neues Jahr, neues Glück 11.10; Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht: Teil I 13.50, 16.40; Happy New Year - Neues Jahr, neues Glück 19.30; In Time - Deine Zeit läuft ab 22.40; C 3 Jonas - Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin! 11.30, 14.25, 17.20, 20.15, 23.10; C 4 Happy Feet II 11.20; Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 13.50, 17; The Ides of March - Tage des Verrats 20, 22.45; C 5 3D: Der König der Löwen 11.25; Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 13.45, 16; Der gestiefelte Kater (2011) 18.15, 20.45; 3D: The Darkest Hour (2011) 23.15; C 6 Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 11.15; Rubbeldiekatz 13.45, 16.35, 19.30, 22.30; C 7 Der gestiefelte Kater (2011) 11, 13.20, 15.45; New Kids Nitro 18.15, 20.30, 22.45; C 8 Mein Freund, der Delfin 11.45; Blutzbrüdaz 14.30, 17, 19.30, 22.15; C 9 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 11.35, 14.10, 16.50; Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 19.40, 22.55; CineStar EVENT Cinema3D: African Adventure: Safari im Okavango 11; 3D: The Ultimate Wave Tahiti 12.15; 3D: Sea Rex - Reise in die Zeit der Dinosaurier 13.30; 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 14.45; Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 17, 20, 23; CineStar im Sony CenterC 1 Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch - Alvin and the Chipmunks: Chipwrecked (OV) 14, 16.15; 3D: The Darkest Hour (2011) (OV) 18.25; Sherlock Holmes: Spiel im Schatten - Sherlock Holmes: A Game of Shadows (OV) 20.45; C 2 3D: Der gestiefelte Kater (2011) - Puss in Boots (OV) 14, 16.30; Mission: Impossible - Phantom Protokoll 19.30, 22.40; C 3 Mission: Impossible - Phantom Protokoll - Mission: Impossible Ghost Protocol (OV) 14; The Ides of March - Tage des Verrats (OV) 17.10, 20, 22.45; C 4 Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht: Teil I - The Twilight Saga - Breaking Dawn: Part I (OV) 15.30; Der Gott des Gemetzels - God of Carnage (OV) 18.20, 20.40; In Time - Deine Zeit läuft ab (OV) 22.50; C 5 Sherlock Holmes: Spiel im Schatten - Sherlock Holmes: A Game of Shadows (OV) 14; Happy New Year - Neues Jahr, neues Glück - New Year's Eve (OV) 16.55, 19.40, 22.30; C 6 3D: Mein Freund, der Delfin - A Dolphin Tale (OV) 14.20; Mission: Impossible - Phantom Protokoll - Mission: Impossible - Ghost Protocol (OV) 17; 3D: Der gestiefelte Kater (2011) - Puss in Boots (OV) 20.15; In guten Händen - Hysteria (OV) 22.30; C 7 Der gestiefelte Kater (2011) - Puss in Boots (OV) 14.10; Mission: Impossible - Phantom Protokoll - Mission: Impossible - Ghost Protocol (OV) 19.50, 23; C 8 3D: Pina (2010) 13.45; Sherlock Holmes: Spiel im Schatten - Sherlock Holmes: A Game of Shadows (OV) 16.25, 19.35, 23; Filmrauschpalast, Tel. 394 43 44: Ariel - Abgebrannt in Helsinki (OmU) 20; Hackesche Höfe Kino, Tel. 283 46 03: H 1 Der Gott des Gemetzels - God of Carnage (OmU) 15.15, 20, 22; Der atmende Gott - Eine Reise zum Ursprung des modernen Yoga (teilw.OmU) 17.45; H 2 Habemus Papam - Ein Papst büxt aus (OmU) 15.15; Huhn mit Pflaumen - Poulet aux prunes (OmU) 17.45, 19.45, 21.45; H 3 Halt auf freier Strecke 15; Ziemlich beste Freunde Intouchables (OmU) 17.30, 20, 22.30; H 4 Abendland (2011) 15.30; Und dann der Regen - Tambien la lluvia (OmU) 17.30, 19.45; Die Haut, in der ich wohne - La piel que habito (OmU) 22; H 5 Jane Eyre (2011) (OmU) 15, 17.30; Chinese zum Mitnehmen - Un cuento chino (OmU) 20.15, 22.15; International, Tel. 24 75 60 11: International Ziemlich beste Freunde 14.30, 17, 19.30; Ziemlich beste Freunde - Intouchables (OmU) 22; Zeughauskino, Tel. 20 30 47 70: Europas Western: Leichen pflastern seinen Weg 20;

B

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln, Tel. 018 05 05 06 44: K 1-9 Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 14.45, 15, 17.30; Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 14.45, 17.25, 20.10; Happy Feet II 14.45; Blutzbrüdaz 15, 17.40, 20.15; Mein Freund, der Delfin 15; 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 15; 3D: Happy Feet II 15.10; Der gestiefelte Kater (2011) 15.15, 17.30, 19.45; Mission: Impossible - Phantom Protokoll 16.55, 19.50; Sümelas Code: Temel - Sümela'nin sifresi: Temel (OmU) 17.10, 20; Rubbeldiekatz 17.20, 20; Ay büyürken uyuyamam - Schlaflos bei zunehmendem Mond (TürkmdtU) 17.45, 20.15; New Kids Nitro 18.15, 20.30; Allahin Sadik Kulu - Gottes Treuer Diener Barla (OmU) 20.15; Neues Off, Tel. 62 70 95 50: Der Gott des Gemetzels 16.30, 20.45; Der atmende Gott - Eine Reise zum Ursprung des modernen Yoga 18.30; Passage, Tel. 68 23 70 18: P 1 Ziemlich beste Freunde 15.30, 18, 20.30, 23; Sneak Preview 23; P 2 Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn 14; Und dann der Regen - Tambien la lluvia 16, 18.30, 21; P 3 Sommer der Gaukler 15; Der Gott des Gemetzels 17.30, 19.30, 21.30; P 4 The Help (2011) 14.30; Habemus Papam - Ein Papst büxt aus 17.30; In guten Händen 20; Cheyenne - This Must Be the Place 22.15; Rollberg, Tel. 62 70 46 45: R 1 Der Gott des Gemetzels - God of Carnage (OmU) 16, 18, 20, 21.50; R 2 Anonymus (OmU) 16; Cheyenne - This Must Be the Place (OmU) 19, 21.30; R 3 In guten Händen - Hysteria (OmU) 16.45, 21.15; Eine dunkle Begierde - A Dangerous Method (OmU) 19; R 4 Perfect Sense (OV) 17; The Big Eden (2011) 19; Melancholia (2011) (OmU) 21; R 5 Jane Eyre (2011) (OmU) 17.40, 20.15; UCI Kinowelt Gropius Passagen, Tel. 66 68

vielseitiger Sachbericht

Wohldicker Strom fahrtsGemüse- durch organ. stiel Frankfurt (Abk.)

Essigbaum

Langobardenkönig

aufgeweckt französischer Schriftsteller, † Reizstoff im Tee

Umgangsformen, Betragen

Frauenkurzname

Merkmal, Eigenschaft

sudanesische Landschaft

Foto: Grazina Fait

Foto: Promo

trio ad libitum Das „trio ad libitum“, bestehend aus Andreas Salm (Klarinette), Juliane Busse (Klavier) (Foto) und Karsten Dehning (Cello) interpretiert nicht nur zeitgenössische Musik, komponiert auch selbst. In der Reihe „Unerhörte Musik“ spielen sie neben Kompositionen der Altmeister des Zeitgenössischen auch eigene Stücke.

babylonische Gottheit

derart

G E H F I E S R E I E R N N G

wertvolle Holzart DEIKE-PRESS-1207-353

W L L E G E U N S N I L P I S I G E U E R N E R L E

E I S E L K E N F E R D A E E

12 34: G 1 Mein Freund, der Delfin 14.30; Mission: Impossible - Phantom Protokoll 17.10; Blutzbrüdaz 20.15; G 2 3D: Happy Feet II 14.40; Rubbeldiekatz 17.10, 20; G 3 Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 14, 17; Breaking Dawn Biss zum Ende der Nacht: Teil I 20.10; G 4 Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 15, 17.30; Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 20; G 5 Der gestiefelte Kater (2011) 15.15; New Kids Nitro 18, 20.30; G 6 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 14.30, 17.15; Mission: Impossible - Phantom Protokoll 19.45;

PANKOW

B

Blauer Stern Pankow, Tel. 47 61 18 98: B 1-2 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 16; Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 16; Rubbeldiekatz 18, 20.15; In guten Händen 18.15, 20.15; BrotfabrikKino, Tel. 471 40 01: Fenster zum Sommer 18; Samson & Delilah (2009) (OmU) 20; Melancholia (2011) (OmU) 22; FT am Friedrichshain, Tel. 42 84 51 88: F 1 Ziemlich beste Freunde 15.30, 18, 20.30, 23; F 2 Der Gott des Gemetzels 14.30, 18, 22; My French Film: Huit fois debout (OmU) 20; F 3 In guten Händen 16.20; Und dann der Regen - Tambien la lluvia 18.40, 21; F 4 Der atmende Gott - Eine Reise zum Ursprung des modernen Yoga 14.15, 18.30; Huhn mit Pflaumen 16.30, 20.50, 23; F 5 Sommer der Gaukler 14.30; The Ides of March - Tage des Verrats 16.45, 19, 21.15; Kino in der KulturbrauereiK 1-8 Jane Eyre (2011) 14.50; Huhn mit Pflaumen 14.50, 19; Habemus Papam - Ein Papst büxt aus 15; Ich reise allein 15, 21.50; Ziemlich beste Freunde 15.10, 17.40, 20.15, 22.50; Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 15.10; 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 15.30; Der gestiefelte Kater (2011) 16.10; Chinese zum Mitnehmen 17, 21.15; Und dann der Regen - Tambien la lluvia 17.10, 19.30; Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 17.15, 20, 22.45; Jonas - Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin! 17.30, 20, 22.40; Rubbeldiekatz 17.30, 20.10, 22.50; The Ides of March - Tage des Verrats (OmU) 17.50, 20.20, 22.40; Der Gott des Gemetzels 18.20, 20.30; In guten Händen 22.40; Krokodil, Tel. 44 04 92 98: Unter Schnee 18.30; A Letter to the Future - Carta para o futuro (OmU) 20.15; Wyssozki Danke, für mein Leben (OmU) 21.45; Lichtblick-Kino, Tel. 44 05 81 79: Die Taktstürmer 18.30; Halt auf freier Strecke 20.15; Film Noir-Filmreihe: Der dritte Mann 22; Toni & Tonino, Tel. 92 79 12 00: Toni Der gestiefelte Kater (2011) 16; Chinese zum Mitnehmen 18, 20; Tonino Tom Sawyer (2011) 15.45; Halt auf freier Strecke 18; Der Gott des Gemetzels 20; UCI Kinowelt Colosseum, Tel. 44 01 81 80: C 1 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 14.45; Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 17, 20, 23; C 2 Rubbeldiekatz 14.45, 17.30, 20.15, 23; C 3 Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 15.15; Blutzbrüdaz 17.30, 20.15, 22.45; C 4 Der gestiefelte Kater (2011) 15.15, 17.30; The Ides of March - Tage des Verrats 20.15, 22.45; C 5 Jonas - Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin! 14.30, 17.15, 20, 22.45; C 6 Ziemlich beste Freunde 14.30, 17.15, 20, 23; C 7 New Kids Nitro 15.15, 17.30, 20, 22.45; C 8 Mission: Impossible - Phantom Protokoll 16.30, 19.45, 23; C 9 Happy Feet II 15; Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht: Teil I - The Twilight Saga - Breaking Dawn: Part I (OV) 17.30; Happy New Year - Neues Jahr, neues Glück 20.15; In Time Deine Zeit läuft ab 23; C 10 Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 14.30; Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht: Teil I 17.30; Der Gott des Gemetzels 20.15; 3D: The Darkest Hour (2011) 23;

REINICKENDORF

B

Cineplex Spandau, Tel. 01 80/505 02 11: K 1-5 Happy Feet II 10; 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 10, 12.30, 15.15, 17.40; Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 10, 12.20, 15, 17; Der gestiefelte Kater (2011) 10, 12.10, 14.45; Rubbeldiekatz 12.10, 17.10, 20; 3D: Mein Freund, der Delfin 12.30; Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 14.20, 17.10, 19.30; Mission: Impossible - Phantom Protokoll 17, 20; Happy New Year - Neues Jahr, neues Glück 19.45; In Time - Deine Zeit läuft ab 20.15; Kino im Kulturhaus Spandau, Tel. 333 60 81: Midnight in Paris 12.45; Der Gott des Gemetzels 14.30, 18.30; Nur für Personal! 16.15; Halt auf freier Strecke 20.15;

STEGLITZ-ZEHLENDORF

B

Adria, Tel. 01 80/505 07 11: Ziemlich beste Freunde 15, 17.30, 20.15; Bali, Tel. 811 46 78: Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn 16; Nur für Personal! 18; The Future (2011) 20.30; Capitol, Tel. 831 64 17: Ziemlich beste Freunde 15.30, 18, 20.30; Cineplex Titania Palast, Tel. 01 80/505 05 20: T 1-7 Happy Feet II 10, 12.30; 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 10, 12.15, 14.45, 17.10; Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 10, 12.15, 14.30, 17; Der gestiefelte Kater (2011) 10, 12.05, 14.50; Mein Freund, der Delfin 10; 3D: Happy Feet II 10; Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht: Teil I 11; Tom Sawyer (2011) 12.25; Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn 12.30; Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 14, 17, 19.30, 22.45; Der Gott des Gemetzels 14.15, 16.20, 18.20, 20.15; Rubbeldiekatz 14.50, 17.20, 19.45, 22.40; Jonas - Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin! 15, 20, 22.40; Mission: Impossible Phantom Protokoll 17, 19.45, 22.45; The Ides of March Tage des Verrats 17.30, 20, 22.30; In Time - Deine Zeit läuft ab 20.30; 3D: The Darkest Hour (2011) 22.30; Happy New Year - Neues Jahr, neues Glück 23; Thalia Movie Magic, Tel. 774 34 40: T 1 Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 15, 17.45, 20.30; Der gestiefelte Kater (2011) 15.45; Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 15.45; Mein Freund, der Delfin 15.45; Mission: Impossible - Phantom Protokoll 17.45, 20.30; Rubbeldiekatz 18, 20.30; Real Steel 18, 20.30;

TEMPELHOF-SCHÖNEBERG

B

Cinema am Walther-Schreiber-Platz, Tel. 852 30 04: Fenster zum Sommer 17.30; Dreiviertelmond 20; Cosima, Tel. 85 07 58 02: Jane Eyre (2011) 18; Melancholia (2011) 20.15; Odeon, Tel. 78 70 40 19: The Ides of March - Tage des Verrats (OmU) 18, 20.15; Urania-Filmbühne, Tel. 218 90 91: Gerhard Richter Painting 17; Fenster zum Sommer 20; Xenon, Tel. 78 00 15 30: Romeos... anders als du denkst! 20.15;

TREPTOW-KÖPENICK

B

Astra Filmpalast, Tel. 636 16 50: A 1-5 Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 14, 16; 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 14, 16, 18; 3D: Happy Feet II 15; Rubbeldiekatz 15, 17.30, 20, 22.30; Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 15, 17.30, 20, 22.30; Mission: Impossible - Phantom Protokoll 17.30, 20, 22.30; Blutzbrüdaz 18, 20.15, 22.30; Happy New Year - Neues Jahr, neues Glück 20; 3D: The Darkest Hour (2011) 22.30; Casablanca, Tel. 677 57 52: Dreiviertelmond 16.30; Halt auf freier Strecke 18.15; Nur für Personal! 20.15; CineStar - Der Filmpalast Treptower ParkC 1 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 16; New Kids Nitro 18.30, 20.50; C 2 3D: Mein Freund, der Delfin 15; 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 17.30, 19.40; C 3 Tom Sawyer (2011) 14.30; Rubbeldiekatz 17.10, 20; C 4 Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 14.50, 17.15; Happy New Year - Neues Jahr, neues Glück 19.30; C 5 Blutzbrüdaz 15.10, 17.45, 20.20; C 6 Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 14.10, 17.05, 20.10; C 7 Happy Feet II 14.15; Mission: Impossible - Phantom Protokoll 16.45, 19.40; C 8 Breaking Dawn Biss zum Ende der Nacht: Teil I 14.25, 17.10, 19.50; C 9 Der gestiefelte Kater (2011) 14.40, 17; In Time - Deine Zeit läuft ab 19.30; Kino Spreehöfe, Tel. 538 95 90: K 1 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 14.15, 16.15, 18.15; Happy New Year - Neues Jahr, neues Glück 14.45; Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 15.30; 3D: Mein Freund, der Delfin 15.45; Jonas - Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin! 15.45, 18, 20.30; Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 17.15, 20; Mission: Impossible - Phantom Protokoll 17.30, 20.15; Rubbeldiekatz 18, 20.30; 3D: The Darkest Hour (2011) 20.15; Union Filmtheater, Tel. 65 01 31 41: Kinderwagenkino: Der Gott des Gemetzels 10.30; Halt auf freier Strecke 15.30; Ich reise allein 18; Kurzfilm: Seenot - Wenn Fortschritt Rückschritt wird 20; Eine ganz heiße Nummer 20.30; Alle Angaben ohne Gewähr

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bat Studiotheater, Prenzlauer Berg, Belforter Str. 15, 콯 755 417 777, Buschfeuer: hausen, Regie: Lucia Bihler, 20 Uhr Berliner Ensemble, Mitte, Bertolt-BrechtPl. 1, 콯 284 08-155, Der kaukasische Kreidekreis, von Bertolt Brecht, Ltg.: Alfons Nowacki, Regie: Manfred Karge, 20 Uhr Deutsches Theater Kammerspiele, Mitte, Schumannstr. 13a, 콯 28 44 12 25, Das Ding, von Philipp Löhle, Regie: Daniela Löffner, Box + Bar, 19.30 Uhr English Theatre Berlin, Kreuzberg, Fidicinstr. 40, 콯 691 12 11, Dark, von SD Clifford, Gastspiel Pedro Malacas, Regie: SD Clifford, Studio, 20 Uhr, Premiere Grips Hansaplatz, Tiergarten, Altonaer Str. 22, 콯 39 74 74 77, Big Deal? (ab 14 Jahre), von David S. Craig, Regie: Robert Neumann, 11 Uhr HAU 3, Kreuzberg, Tempelhofer Ufer 10, 콯25 90 04 27, Wellenartillerie Telefunken, Regie: Hans-Werner Kroesinger, 20 Uhr

Billy Mickelson Dieser Mann will seine Musik an die unvorstellbarsten Orte bringen. Er spielt in Tauchschulen und vor Yoga-Klassen, in Weinläden und richtigen Rockschuppen. Allein mit seinem Cello, seiner Stimme und der Hilfe einiger Maschinen.

20 Uhr, 10/5 Euro bat Studiotheater, Belforter Str. 15, Prenzlauer Berg

22 Uhr, 3 Euro White Trash Fast Food, Schönhauser Allee 6–7, Mitte

ROCK’N’ROLL

TERMINE Theater des Westens, Charlottenburg, Kantstr. 12, 콯 01805/44 44, Tanz der Vampire - Das Musical, von Michael Kunze nach Roman Polanski, 19.30 Uhr Tipi am Kanzleramt, Tiergarten, Große Querallee, 콯 39 06 65 50, Let it Show!, Ltg.: Bene Aperdannier, Marian Lux, Gayle Tufts, 20 Uhr Wühlmäuse, Charlottenburg, Pommernallee 2-4, 콯 30 67 30 11, Das RainaldGrebeKonzert, 20 Uhr

KLASSIK

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BKA, Kreuzberg, Mehringdamm 34, 콯20 22 007, Die Unerhörte Musik, Neue und Zeitgenössische Musik, 20.30 Uhr Deutsche Oper, Charlottenburg, Bismarckstr. 34-37, 콯 343 84 343, Opernwerkstatt „Tancredi“, 18.30 Uhr Kammermusiksaal, Tiergarten, Herbert-vonKarajan-Str. 1, 콯 254 88-132, Spätes Idyll: Die 1890er-Jahre: Philharmonisches Streichsextett, Werke von Alary, Schönberg und Tschaikowsky, 20.15 Uhr

Madame Claude, Kreuzberg, Lübbener Str. 19, Its ’n Bits, 21 Uhr Quasimodo, Charlottenburg, Kantstr. 12a, 콯318 04 56 70, The Tuesday Groove Club feat. The Brooklyn Bridge Rhythm Section + special guests, 22 Uhr White Trash Fast Food, Mitte, Schönhauser Allee 6-7, Billy Mickelson (One man Rock ’n’ Roll Cello), Restaurant, 22 Uhr Wintergarten, Tiergarten, Potsdamer Str. 96, 콯588 433, Spotlights: Viktoria Tolstoy und das Claes Crona Trio (Jazz), 20 Uhr

PARTY

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Astro-Bar, Friedrichshain, Simon-DachStr. 40, Chriss The Gun (Indie, Punk & Roll), 22 Uhr Cassiopeia, Friedrichshain, Revaler Str. 99, Super Tuesday: Hoffmann & Hoffmann DJ-Team (80s, Retro Remixes, Mashup), 23 Uhr Delicious Doughnuts, Mitte, Rosenthaler Str. 9, 콯 280 992 74, (LFO-Club): Stephan Seeburg (House, Minimal, Deep), 22 Uhr

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Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek, Weißensee, Bizetstr. 41, 콯 92 09 09 80, Neue Wege ins Arbeitsleben - Wie sieht eine eigene und zeitgemäße Bewerbungsstrategie aus, Heike Sohna, 19.30 Uhr, Anm. erb.

FÜHRUNGEN

Haus der Berliner Festspiele, Wilmersdorf, Schaperstr. 24, 콯 25 48 91 00, spielzeit’europa: Zwischenfälle, Corinna Kirchhoff, Hans-Michael Rehberg, Udo Samel u. a., Regie: Andrea Breth, 20 Uhr Heimathafen Neukölln, Neukölln, Karl-Marx-Str. 141, 콯 61 10 13 13, ArabQueen oder Das andere Leben, von Güner Balci, Regie: Nicole Oder, Studio, 20.30 Uhr Jüdisches Theater Bimah, Mitte, Friedrichstr. 101, 콯 251 10 96, Drei Witwen suchen den tanzenden Rebbe, von Dan Lahav, 20 Uhr Renaissance-Theater, Charlottenburg, Hardenbergstr. 6, 콯 312 42 02, Geister in Princeton, von Daniel Kehlmann, Regie: Torsten Fischer, 20 Uhr Schaubühne, Wilmersdorf, Kurfürstendamm 153, 콯 89 00 23, Der gute Mensch von Sezuan, von Bertolt Brecht, Regie: Friederike Heller, Saal B, 19.30 Uhr Theater am Ku’damm, Charlottenburg, Kurfürstendamm 206, 콯 88 59 11 88, Wer hat Angst vor Virginia Woolf?, von E. Albee, Regie: Amina Gusner, 20 Uhr Vaganten Bühne, Charlottenburg, Kantstr. 12a, 콯 312 45 29, Shakespeares sämtliche Werke (in 90 Minuten!), von Adam Long, Daniel Singer, Less Winfield, Regie: Andreas Schmidt, 20 Uhr

SHOW

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Admiralspalast, Mitte, Friedrichstr. 101-102, 콯47 99 74 99, Cavewoman, Studio, 19.30 Uhr Bar jeder Vernunft, Wilmersdorf, Schaperstr. 24, 콯 883 15 82, Pigor singt. Benedikt Eichhorn muss begleiten. Vol. 7, Regie: Gertrud Pigor, Cool Cabaret, 20 Uhr Chamäleon, Mitte, Rosenthaler Str. 40-41, 콯400 05 90, Wunderkammer, C!RCA, Regie: Yaron Lifschitz, 20 Uhr Comedy Club Kookaburra, Mitte, Schönhauser Allee 184, 콯 48 62 31 86, Comedy Sportz, Brian Kappel and 2 Teams, 20.30 Uhr Distel, Mitte, Friedrichstr. 101, 콯204 47 04, Blonde Republik Deutschland - Neu verfönt!, 20 Uhr Friedrichstadt-Palast, Mitte, Friedrichstr. 107, 콯 23 26 23 26, Yma - zu schön, um wahr zu sein, 19.30 Uhr Mehringhof Theater, Kreuzberg, Gneisenaustr. 2a, 콯 691 50 99, Chapeau Maman!, Fil, Comedy ’n Music, 20 Uhr Palazzo, Tiergarten, Invalidenstr./FriedrichList-Ufer, 콯 01805/388 883, Love Fools Eine delikate Romanze, von Hans-Peter Wodarz, Regie: Cal McCrystal, GourmetTheater, 19.30 Uhr Saal der WBG „Humboldt Universität“, Falkenberg, Warnitzer Str. 13, 콯 96 24 20, Humboldts Comedy Club, mit Lutz von Rosenberg Lipinsky, Jochen Falck, Robert Louis Griesbach, Mod.: Micheal Genähr, 19.30 Uhr Stachelschweine, Charlottenburg, Tauentzienstr. 9-10, 콯 261 47 95, 2012 - Planet Paradox, 20 Uhr

Konzerthaus Berlin, Mitte, Gendarmenmarkt, 콯203 09 21 01, Neujahrskonzert der Volkssolidarität: Deutsches Filmorchester Babelsberg, Berliner Konzert Chor, Ltg. Claus Efland; Manja Neumann, Esther Puzak (Sopran), Christoph Kayser (Tenor), Dejan Brkic (Bariton), Werke von Emmerich Kálmán, Franz Lehár und Johann Strauß, Gr. Saal, 15 Uhr Philharmonie, Tiergarten, Herbert-vonKarajan-Str. 1, 콯 254 88-132/-301, Lunchkonzert, Foyer, 13 Uhr Staatsoper im Schiller Theater, Charlottenburg, Bismarckstr. 110, 콯 20 35 45 55, Die Entführung aus dem Serail, von W.A. Mozart, Regie: David Mouchtar-Samorai, 19.30 Uhr, Familienvorstellung

Kaffee Burger, Mitte, Torstr. 60, 콯28 04 64 95, Woman’s Cry: Eli Pavel (Worldbeat & Electro), 23 Uhr M.I.K.Z. - Multifunktionales Internationales Kulturzentrum, Friedrichshain, Revaler Str. 99, Dienstagswelt - Im Lila Wunderland: Julie Marghilano, Tim Vita, Patrice Meiner, David Faust (pure electronics), 23 Uhr Magnet Club, Kreuzberg, Falckensteinstr. 48, 콯 44 00 81 40, Rockbar-Party (Rock, Punk u. a.), 23 Uhr Maxxim Berlin, Charlottenburg, Joachimstaler Str. 15, Far Out After Work Party: Dee Noe Ree (Danceclassics, House, Charts), 19 Uhr Sophienclub, Mitte, Sophienstr. 6, A Design For Life (Indie, Brits, Indietronics), 23 Uhr

LITERATUR

Foto: Privat

LESUNG Georg Heym Gunnar Decker (Foto) liest aus seinem Essay über Heym, der apokalyptische Szenarien entwarf. 20 Uhr, 5/3 Euro Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23, Charlottenburg

ROCK - POP - JAZZ

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Acud Session Café, Mitte, Veteranenstr. 21, Jan „Stix“ Pfennig & friends (Funk, Groove, Soul, Rap - Session), 22 Uhr Badenscher Hof Jazzclub, Wilmersdorf, Badensche Str. 29, 콯 861 00 80, The Art of Trio: Hans Hartmann (chapmanstick), Süleyman Celik (darbukka), Ulli Bartel (violin - World Jazz), 21 Uhr b-flat, Mitte, Rosenthaler Str. 13, 콯283 31 23, Tama Trio (Modern Piano Jazz), 21 Uhr Café Galerie Poesie, Mitte, Oranienburger Str. 27, 콯 84 71 23 87, Gosia and Mitch ein Heilkonzert, 19.30 Uhr Cafe Tasso, Friedrichshain, Frankfurter Allee 11, 콯 48 62 47 08, Simon Kanzler Trio (Jazz), 21 Uhr Irish Pub, Charlottenburg, Tauentzien 10, Mikey’s Cyrox, 21.30 Uhr KingKongKlub, Mitte, Brunnenstr. 173, 콯28 59 85 38, Schöne Tuesdays: Marzipan Marzipan (special guest on air guitar: Johnny Johnny, mit Aftershowparty), 20 Uhr

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frannz, Prenzlauer Berg, Schönhauser Allee 36, 콯 726 27 93 33, Wort und Spiele - Der Poetry Slam, 20.30 Uhr jW-Ladengalerie, Mitte, Torstr. 6, 콯53 63 55 56, Man stirbt doch nicht im dritten Akt, Peter Bause, Buchvorstellung, 19 Uhr Katholische Akademie, Mitte, Hannoversche Str. 5, 콯 28 30 95-0, Jüdische Miniaturen: Verschüttet - Leben, Bombentod und Erinnerung an die Berliner Familie Jaschkowitz, Buchpräsentation mit den Berliner Autoren Dr. Christian Dirks, Dr. Axel Klausmeier, Dr. Gerhard Sälter und Dr. Hermann Simon (Hg.), 17 Uhr Literaturforum im Brecht-Haus, Mitte, Chausseestr. 125, 콯 282 20 03, Weiskerns Nachlass, Christoph Hein, Lesung und Gespräch, Mod.: Ralph Schock, 20 Uhr Literaturhaus Berlin, Charlottenburg, Fasanenstr. 23, 콯88 72 86-0, Georg Heym. „Ich, ein zerrissenes Meer“, von G. Decker, Gunnar Decker, Frank Arnold, 20 Uhr

VORTRÄGE

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Haus der Kulturen der Welt, Tiergarten, John-Foster-Dulles-Allee 10, 콯 39 78 70, Spot on: Architecture: # 1 Pedagogy, Gespräch mit Regina Bittner, Stefanie Bürkle, Eric Ellingsen und Christina Werner, Florian Köhl und Regina Leibinger, Mod.: Valerie Smith, 20 Uhr, in engl. Sprache Konzerthaus Berlin, Mitte, Gendarmenmarkt, 콯203 09 21 01, Fokus Konzerthaus: Brennpunkt Neue Musik - Das Konzerthaus Berlin in der Wahrnehmung durch die Neue-Musik-Szene, Ulf Werner, Ralf Hoyer, Musikclub, 19 Uhr Museum für Kommunikation, Mitte, Leipziger Str. 16, 콯 20 29 40, Fashion Talks: „Wer schön sein will muss leiden“ - Schnürbrüste, Corsagen und der Gegendiskurs einer freien Natürlichkeit, Dr. Almut Hüfler, 17.30 Uhr Urania, Schöneberg, An der Urania 17, 콯218 90 91, Wie krank sind wir und die Gesellschaft?, Dr. Susanne Schmidt, Dr. Thomas Schäfer, Fachgespräch mit Publikumsdiskussion, 19.30 Uhr

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BerlIndividual-Tours, 콯 0177/341 07 33, Das geteilte Berlin und die Maueropfer, Treff: Brandenburger Tor, Anm. erf., 10.30 Uhr Büro für Industriekultur Berlin, 콯0172/4 89 28 65, Der Gläserne Berg - Europas modernster Bahnhof, Treff: Hauptbahnhof, DB Information Europaplatz, 11 Uhr Clemens führt, 콯 0176/20 06 11 67, Prenzlauer Berg: Vom Senefelder- zum Kollwitzplatz, Treff: U-Bhf. Senefelder Pl., Ausg. Saarbrücker Str., oben am Denkmal, Anm. erf., 11 Uhr Deutsches Historisches Museum, Mitte, Unter den Linden 2, 콯 20 30 40, Unter Bäumen - Die Deutschen und der Wald (Ausstellungsführung für ältere Besucher), Treff: Infostand Ausstellungshalle, UG, 14 Uhr

KINDER

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CineStar TegelC 1 Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch 13.15, 15.35; Der gestiefelte Kater (2011) 13.25, 15.45; Rubbeldiekatz 13.55, 16.40, 19.30; Jonas - Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin! 14.05, 16.55, 19.35; Blutzbrüdaz 14.10, 17.55, 20.25; Sherlock Holmes: Spiel im Schatten 14.10, 17.10, 20.15; Ziemlich beste Freunde 14.10, 17, 19.50; Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht: Teil I 14.20; 3D: Der gestiefelte Kater (2011) 15.10, 17.40; Mission: Impossible - Phantom Protokoll 16.50, 20; In Time - Deine Zeit läuft ab 17; New Kids Nitro 18.05, 20.20; The Ides of March - Tage des Verrats 19.35; Happy New Year - Neues Jahr, neues Glück 20.05;

SPANDAU

THEATER

hausen Schauspielstudenten der Hochschule „Ernst Busch“ erkunden in dieser Stückentwicklung, was passiert, wenn man sich losreißt von allen Verpflichtungen. Sie hetzen los, getrieben von inneren Bedürfnissen. Das Projekt findet im Rahmen der Reihe „Buschfeuer“ statt, in der die Hochschule „freie, unzensierte Arbeiten“ zeigt.

Foto: Promo

NEUE MUSIK

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Figurentheater Grashüpfer, Treptow, Puschkinallee 16a, 콯 53 69 51 50/52, Winterzeit bei Hündchen und Kätzchen (2-7 Jahre), Theater Rafael Zwischenraum, 10 Uhr Grips Klosterstraße, Mitte, Klosterstr. 68, 콯39 74 74 77, Held Baltus (ab 6 Jahre), von Lutz Hübner, Regie: Jörg Schwahlen, 11 Uhr Hans Wurst Nachfahren, Schöneberg, Gleditschstr. 5, 콯 216 79 25, Kasper und das verhexte Feuerzeug (ab 4 Jahre), frei nach H. C. Andersen, Gastspiel Kaspertheater Wunderhorn, 10 Uhr Haus der Jugend Anne Frank, Wilmersdorf, Mecklenburgische Str. 15, 콯 32 10 33 03, Winterparadies. Lieder im neuen Jahr.: mimicus, die Kinderliedermacher (3-8 Jahre), 10.30 Uhr Komische Oper, Mitte, Behrenstr. 55-57, 콯479 974 00, Die Schneekönigin (ab 6 Jahre), von Pierangelo Valtinoni, Regie: Anisha Bondy, Choreogr.: Suzann Bolick, Märchenoper, 11 Uhr Staatsoper im Schiller Theater, Charlottenburg, Bismarckstr. 110, 콯 20 35 45 55, Der gestiefelte Kater (ab 6 Jahre), von César Cui nach Charles Perrault, Regie: Isabel Ostermann, Werkstatt, 11 Uhr Theater Lichterfelde, Lichterfelde, Drakestr. 49, 콯 84 31 46 46, Das kleine Ich bin ich (3-6 Jahre), nach Mira Lobe, TheaterGeist, Regie: Friederike Krahl, 10 Uhr

KUNST

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Buchmann Galerie Berlin, Kreuzberg, Charlottenstr. 13, 콯 25 89 99 29, Aktionsmetaphern, Anna & Bernhard Blume, Fotografie, Zeichnung, 11-18 Uhr Dritter Laden von links, Treptow, Karl-Kunger-Str. 23, Ausverkauf, Katrin Herzner, Die Künstlerin verkauft ihren Besitz, 10-12/14-18 Uhr Galerie Helga Maria Bischoff, Prenzlauer Berg, Kollwitzstr. 74, 콯 25 81 75 45, Marooned, Nathalie Bissig, Kara Yong Kara Choko, Zeichnung, Fotografie, Skulptur, 15-19 Uhr Galerie Thomas Schulte, Mitte, Charlottenstr. 24, 콯 20 60 89 90, A Nearless Endless Line #3, Pat Steir, raumspezifische Wandzeichnung, 12-18 Uhr, Corner Space João Penalva, neue fotografische Arbeiten und Skulpturen, 12-18 Uhr KULTschule, Friedrichsfelde, Sewanstr. 43, 콯51 06 96 40, Männer und Frauen, Martina Mundt, Fotos, 8-18 Uhr Neue Berliner Räume, Tiergarten, Lützowstr. 70, ClaimLaim, Gruppenausstellung von 20 internationalen Künstlern - Malerei, Zeichnung, Installation, Bildhauerei, Video- und Soundart, 12-18 Uhr Wien Lukatsch, Schöneberg, Schöneberger Ufer 65, 콯 28 38 53 52, Citizen, Dave McKenzie, zeitgenössische Kunst, 13-18 Uhr

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TICKET und alle 14 Tage in

Tickethotline: (030) 290 21 - 521 Mo. – Fr.: 7. 30 – 20.00 Uhr Sa. – So.: 8.00 – 12.00 Uhr

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MEDIEN

Katty Salié serviert „Aspekte“

Foto: dpa

Für die einen ZDF-Zuschauer wird es eine echte Überraschung, für die anderen ist es nur ein Senderwechsel. Katty Salié wird am Freitag zum ersten Mal das Kulturmagazin „Aspekte“ moderieren. Bis Ende 2011 und seit 2005 hat sie im WDR-Fernsehen „west.art“ präsentiert, dann kamen das Casting fürs Zweite und die Zusage und am 13. Januar um 23 Uhr 15 kommt die Premiere. Wenn es um Kultur geht, ist „Aspekte“ seit dem Sendestart 1965 eine erste, feine Adresse im deutschen Fernsehen. Die Moderatorin und Journalistin Salié, geboren 1975 in Salzgitter, ist jünger als das Magazin, trotzdem werden mit ihrem Amtsantritt nicht die Ausrichtung und die Schwerpunkte umgeworfen. Salié nannte es beim Pressegespräch am Montag in Berlin „unfassbar aufregend“ und „sehr schmeichelhaft“, von der regionalen in die überregionale Themenwelt aufbrechen zu können, wegen des „kess erweiterten Kulturbegriffs“ bei „Aspekte“ eine große Bandbreite Katty Salié präsentieren zu können. Katty Salié hat von ihrer Aufgabe eine sehr dezidierte Vorstellung, sie sagt: „Ich sehe ,Aspekte’ als das Sterne-Restaurant, in dem die Köche wundervolle Menüs kreieren. Und ich bin die Kellnerin.“ Eine sehr präsente, unmissverständliche, auf den Punkt kommende Moderatorin wird auf durchschnittlich eine Million Zuschauer zukommen. Ihre Texte zwischen den Beiträgen dieser Autorenredaktion dürfen bestenfalls 36 Sekunden dauern, andernfalls, so haben es Experten für das ZDF herausgefunden, würden die Zuschauer am Ende nicht wissen, worum es am Anfang ging. Salié, das wurde beim Pressegespräch deutlich, wird den Themen nicht die Aufmerksamkeit des Publikums rauben, sondern dafür sorgen wollen, dass die Zuschauer neben dem Kerngeschäft, der Empfehlung, auch bei der Horizonterweiterung steil gehen. Geschickt oder nicht, erst nach dem Start von Salié wird das Kulturmagazin ein neues Layout mit neuem Vorspann, neuer Musik und veränderter Studiokulisse bekommen. Und die Hauptmoderatorin einen Stellvertreter: Tobias Schlegl, früher bei „extra 3“ vom NDR. Joachim Huber

ARD

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ZDF

Das Prinzip Blitztabelle Von Thomas Gehringer Stefan Raab nur noch im Hintergrund, das geht dann doch nicht. Der Lena-Entdecker wird den Eurovision Song Contest (ESC) erneut prominent begleiten – als festes Jury-Mitglied neben Präsident Thomas D und Alina Süggeler, Sängerin der Band Frida Gold. Und Raab, der auch die „Unser Star für Baku“-Shows für ARD und ProSieben produziert, krempelt das Format durch eine gewagte Neuerung um: Bei den insgesamt acht Sendungen wird der Zwischenstand des Zuschauervotings permanent eingeblendet. „Das ist die Einführung der Blitztabelle in die Unterhaltung“, erklärte Raab am Montag in Köln. Eine „Blitztabelle“ informiert etwa während der Live-Übertragungen der Fußball-Bundesliga über die jeweils aktuell gültige Position der Vereine. Stefan Raab sprühte vor der Presse geradezu vor Begeisterung über seine erst vor vier Wochen entwickelte Idee, „das Prinzip Sport noch stärker mit in die Sendung einzubeziehen“. Dies sei „meines Wissens weltweit das erste Mal“, dass eine Castingshow die Abstimmungen derart transparent mache. Raab nannte dies „die Einführung der neuen Ehrlichkeit“ und prophezeite, einmal in Fahrt, dass in zehn, 15 Jahren auch die Bundestagswahlen auf diese Weise durchgeführt würden. Durch diese Art der „gelebten Demokratie“ würde die Wahlbeteiligung wieder in die Höhe schnellen. Thomas D schlug ihn daraufhin schon mal für das Amt des Bundespräsidenten vor. Eine wachsende Beteiligung erhoffen sich sicher auch die beteiligten Sender, vor allem ProSieben, das die fünf Ausscheidungsshows sowie das Halbfinale am 13. Februar ausstrahlt. Anrufe kosten dann 49 Cent, bei der öffentlich-rechtlichen ARD, die das Viertelfinale (9. Februar) und das Finale (16. Februar) zeigt, kommen die Zuschauer mit 14 Cent günstiger davon. Erfahrungsgemäß beteiligen sich zwischen fünf und zehn Prozent der Zuschauer am Telefonvoting. Die Shows werden gemeinsam von ARD-Nachwuchskraft Sandra Rieß und Steven Gätjen („Schlag den Raab“) moderiert. Von der Neuerung verspricht sich Raab vor allem mehr Spannung für die Show, die im vergangenen Jahr, als für die bereits feststehende deutsche ESC-Vertreterin Lena Meyer-Landrut nur noch der passende Song gesucht wurde, unter teilweise mageren Einschaltquoten litt.

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Neue alte Jury. Alina Süggeler, Präsident Thomas D (M.) und Stefan Raab suchen den deutschen Vertreter für den European Song Contest im aserbaidschanischen Baku. Foto: dpa

Für die 20 ausgewählten Kandidatinnen und Kandidaten – zwölf junge Frauen und acht Männer – dürfte das vor allem mehr Anspannung bedeuten. Denn auch während sie singen verändert sich vor ihren Augen der Zwischenstand, worauf auch das Studiopublikum während der Live-Shows reagieren dürfte. Bei den ersten beiden Ausscheidungsshows (12. und 19. Januar) werden sich die jeweils zehn Kandidaten zu Beginn 30 Sekunden lang vorstellen. Bereits während dieser Kennenlern-Runde Bis zum können die Zu16. Februar schauer per Telefon abstimmen. In den acht Shows beiden Shows kombei ARD und men jeweils fünf Kandidaten weiter. ProSieben Nach Raabs Angaben kann der Stand des Votings mit nur fünf Sekunden Zeitverzug im Fernsehen angezeigt werden. Das neue Voting-System sei auch der Grund, sagte Jury-Präsident Thomas D, warum die Jury-Besetzung nicht wechselt. Die Jury müsse die Entwicklung der einzelnen Kandidaten von Anfang an kennen. Der Sänger („Die Fantastischen Vier“) und Musik-Produzent überredete Raab, und beide wählten Alina Süggeler aus, die 2011 bereits in der deutschen

RTL

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5.30 Morgenmagazin 9.00 heute 9.05 Volle Kanne - Service täglich. Omas als Au-pair / Einfach lecker: Fleischeintopf mit Wintergemüse / Praxis täglich: Oberarmkopffraktur 10.30 Die Rosenheim-Cops 11.15 SOKO Kitzbühel 12.00 heute 12.10 drehscheibe Deutschland. Wo landen alte Kleider? / Expedition Deutschland / Wie fährt man sicher durch den Winter? 13.00 Mittagsmagazin 14.00 heute - in Deutschland 14.15 Lafer! Lichter! Lecker! 15.00 heute 15.05 Topfgeldjäger 16.00 heute - in Europa 16.10 Die Rettungsflieger 17.00 heute 17.10 hallo deutschland 17.45 Leute heute 18.00 SOKO Köln 19.00 heute 19.20 Wetter 19.25 Die Rosenheim-Cops

6.00 Punkt 6. Magazin mit Roberta Bieling und Angela Finger-Erben 7.30 Alles, was zählt 8.00 Unter uns 8.30 Gute Zeiten, schlechte Zeiten 9.00 Punkt 9. Magazin mit Roberta Bieling und Angela Finger-Erben 9.30 Mitten im Leben! 10.30 Mitten im Leben! 11.30 Unsere erste gemeinsame Wohnung 12.00 Punkt 12 - Das RTL-Mittagsjournal. Magazin mit Katja Burkard 14.00 Mitten im Leben! 15.00 Verdachtsfälle 16.00 Familien im Brennpunkt 17.00 Betrugsfälle 17.30 Unter uns 18.00 Explosiv - Das Magazin. Mit Janine Steeger 18.30 Exclusiv - Das Star-Magazin. Mit Frauke Ludowig 18.45 Aktuell 19.03 Wetter 19.05 Alles, was zählt 19.40 Gute Zeiten, schlechte Zeiten

20.00 Tagesschau 20.15 Um Himmels Willen Höhere Instanz. Serie 21.00 In aller Freundschaft Mit harten Bandagen Arzt-Serie 21.45 Report Netzwerk rechtsextremer Kameradschaften / Millionengeschäft mit gefälschten Biolebensmitteln / FDP-Karrieren in Bundesministerien 22.15 Tagesthemen 22.43 Das Wetter 22.45 Sehnsucht nach Schönheit Das Leben vor und nach der plastisch-chirurgischen Behandlung. Dokumentarfilm, D 2010. Regie: Julian Benedikt und Christian Metz 0.00 Nachtmagazin 0.20 Tai-Pan Abenteuerfilm, USA 1986. Mit Bryan Brown, Joan Chen, John Stanton Regie: Daryl Duke 2.20 Tagesschau

20.15 Spuren des Bösen Thriller, A/D 2010 Mit Heino Ferch, Nina Proll, Stefan Kurt Regie: Andreas Prochaska 21.45 Heute-Journal 22.12 Wetter 22.15 Neustart: Au-pair-Oma aus Germany Dokumentation 22.45 Markus Lanz Talk-Show. Gäste: Bettina Schausten, Michael Spreng, Heide Simonis, Heiner Lauterbach, Mathias Richling 0.00 heute nacht 0.15 Neu im Kino „Verblendung“ von David Fincher 0.20 Stieg Larsson: Verdammnis Kriminalfilm, S/D 2009 Mit Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Lena Endre Regie: Daniel Alfredson 2.20 SOKO Köln Bauernopfer Krimi-Serie (Wh.)

20.15 CSI: Miami Grenzen des Vertrauens Krimi-Serie 21.15 CSI: Miami Mein Vater Caine Krimi-Serie 22.15 Monk Mr. Monk und der angekündigte Mord Crime-Comedy-Serie 23.10 Monk Mr. Monk und Natalie gehen getrennte Wege? Crime-Comedy-Serie 0.00 Nachtjournal 0.27 Wetter 0.30 CSI: Miami Grenzen des Vertrauens Krimi-Serie (Wh.) 1.20 CSI: Miami Mein Vater Caine Krimi-Serie (Wh.) 2.15 Monk Mr. Monk und der angekündigte Mord Crime-Comedy-Serie (Wh.)

RBB

NDR

ARTE

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D

3 SAT

9.00 ZIB 9.05 Kulturzeit 9.45 nano 10.15 Hart aber fair 11.45 Thema 12.30 Schneebrechen im weißen Paradies 13.00 ZIB 13.15 Die Florida Keys 13.45 Jamaika 14.30 Puerto Rico 15.15 British Virgin Islands 15.30 Heiße Inseln 16.00 Die Karibischen Zwillinge Trinidad und Tobago 16.30 Curaçao 17.15 Reise ins Paradies 17.45 Bahia - Das Herz Brasiliens 18.30 nano 19.00 heute 19.20 Kulturzeit 20.00 Tagesschau 20.15 Panamericana 20.55 Panamericana 21.40 Schätze der Welt 22.00 ZIB 2 22.25 Auf der Suche nach Peter Hartz 23.55 10 vor 10 0.25 Die Liebe ein Traum. Komödie, D/A 2008. Mit Florian David Fitz, Stefanie Dvorak. Regie: Xaver Schwarzenberger

ESC-Jury saß. „Wir wollten eine kompetente Frau, schön und mit langen Haaren“, sagte Raab grinsend. Frau Süggeler sagte zu. Dass ihre Frisur mittlerweile auf derart radikale Weise nicht mehr dem Anforderungsprofil entsprach, kostete sie dennoch nicht den Job. Sie habe sich vorgenommen, sich nicht von der Stimme oder einem bestimmten Song „umhauen“ zu lassen, sagte sie. Es gehe darum herauszufinden: „Wo schlummert da was? Wer bringt die Emotion mit?“ Thomas D, der auch die Siegerin oder den Sieger mit zum ESC-Finale nach Baku in Aserbaidschan begleiten und anschließend mit ihr/ihm eine Platte produzieren wird, versprach: „Es geht um Musik, und das wird in anderen Shows gerne mal vergessen. Da ist die Musik Träger eines schönen Gefühls.“ Nicht die perfekte Stimme, sondern Ausstrahlung und Persönlichkeit soll also Lenas Nachfolger haben. „Es soll Leute geben, die können überhaupt nicht singen und haben es bis zum Jurypräsidenten geschafft“, sagte Thomas D ironisch. Mit dem neuen Votingsystem könnte allerdings auch Nervenstärke eine noch größere Rolle spielen. Denn neben der Musik geht es eben auch um die spannende Dramaturgie einer Fernsehshow, die möglichst viele Zuschauer erreichen will.

N24

Wulff, Vogel und ein alberner Gaul

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Stündlich Nachrichten 13.05 Job am Limit 14.05 Der Hafen von New York 15.10 Wissen. Schusssichere Westen / Truck on Tour / Chop Suey / Knochenjob Fleischer / Salzstangen 16.05 Das Hitler-Tonband 17.05 Einsatz im Revier 18.25 Wissen. Tesa Auto / XXL-Hauszerstörung 19.05 sonnenklar.TV 20.15 Kronzuckers Kosmos. Spanische Schwertmuscheln / Earthmover-Reifen / Autorennen ohne Fahrer 21.15 Bier - Vom Hopfen bis zur Schaumkrone 22.15 Deutsche Panzertechnik: Der Leopard 23.15 Zeitreise mit Stefan Aust 0.05 Reise zum Sarkophag - Tschernobyl, 25 Jahre danach 1.00 Legenden der Vergangenheit. Todesfalle Erde: Tickt die Magma-Bombe unter uns?

Günther Jauch. ARD. Am Ende war sich dann Günther Jauch auch nicht ganz sicher, als er für den kommenden Sonntag ein anderes Thema für die Talkshow versprach, die seinen Namen trägt. Und warum denn auch nicht, schließlich haben die Fernsehzuschauer zwei Wochen ertragen müssen, in denen es überhaupt gar keine Talkshow gab, nirgendwo wurde über Wulff gesprochen, Plasberg, Will undalldie anderen nochimUrlaub,nur Ulrich Deppendorf und Bettina Schausten hatten offensichtlich Dienst. Aber bei „Günther Jauch“ begann jetzt das, was in dieser Woche weitergehen wird, Montagabend bei Frank Plasberg zum Beispiel. Die Fragen der Fernsehkritik müssen lauten: Trug der Talk über den Bundespräsidenten Christian Wulff zum Erkenntnisgewinn bei und unterhielt diese Stunde Fernsehen den Zuschauer? Oder war alles – wie so oft – umsonst? Damit die Laune nicht noch schlechter wird, fangen wir mal mit etwas Positivem an: Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckhardt, Bundestagsvizepräsidentin,zeigte nichtzum ersten Mal, dass esimmer Sinn macht, sie in eine Talkshow einzuladen. Leider passiert das viel zu selten, denn was und wie die Frau etwas sagt, macht nicht nur Sinn – es ist unaufgeregt und schlüssig. Göring-Eckhardt ist präsent und doch zurückhaltend, so dass man fast darüber jammern will, dass sie eben nicht zum festen Talkshow-Inventar der Republik gehört. Womit wir dann leider bei Bernhard Vogel wären. Der 79-jährige CDU-Politiker könnte im besten Fall eine Diskussion anstoßen, ob es für Talkshowgäste eine Altersobergrenze geben sollte (die für Helmut Schmidt natürlich außer Kraft gesetzt werden würde). Vogels Einwürfe waren, um in der Sprache der Kanzlerin zu bleiben, „wenig hilfreich“. Wulff

DER FERNSEH Tipp Two and a Half Men. Mit Ashton Kutcher. ProSieben. 21 Uhr 10. Die neunte Staffel der US-Erfolgsserie startet mit ihrem neuen Hauptdarsteller: Ashton Kutcher. Er ersetzt Charlie Sheen, der nach seinen Eskapaden mit Drogen und Prostituierten gehen musste. Kutcher ist nun als Walden Schmidt der neue Mann im Haus von Alan Harper (Jon Cryer) und Jake (Angus T. Jones). Mit seiner FKK-Vorliebe und seinen Flirts stellt Schmidt die Männer-WG ordentlich auf den Kopf. sop

PHOENIX

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9.00 Der umstrittene Präsident 10.30 Hart aber fair 12.00 Vor Ort 13.30 Das Steinzeitrezept 14.15 Rätselhafte Krankheiten 15.00 Liebe unerwünscht 17.15 Nostalgie auf der Schiene 17.30 Vor Ort 18.00 Die vergessenen Opfer der RAF 18.30 Auf Entdeckerreise durch Kanadas Norden 19.15 Warum Kolumbus zu spät kam 20.00 Tagesschau 20.15 Abflug in den Urlaub. Als die Fernreise noch Luxus war 21.00 Abflug in den Urlaub. Von Düsseldorf an den Strand 21.45 heute-journal 22.15 Operation Donnerschlag 23.00 Schockbilder. Der Mann, der mit Werbung Politik macht 23.45 Soldatinnen Gottes - Die Frauen der Hamas. Dokumentarfilm. Regie: Suha Arraf 1.00 Der Knochenjäger

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RANDLOSE ÄSTHETIK

Wir laden Sie auf Entdeckungsreise ein:

SEHWERK Augenoptik

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12.10 Rote Rosen 13.03 Schloss Einstein 13.28 In aller Freundschaft 14.15 Planet Wissen unterwegs 15.15 Madonnenländchen - Odenwald und Tauber 16.05 ARD-Buffet 16.50 kurz vor 5 17.00 Aktuell 17.05 Leopard, Seebär & Co. 17.55 Sandmännchen 18.00 um sechs 18.25 wetter 18.30 zibb 19.25 wetter 19.30 Abendschau / Brandenburg aktuell

11.30 Könige der Prärie. Unter Bisons in Nordamerika 12.15 In aller Freundschaft 13.00 Typisch! Der Natur-Bäcker aus Sottrum 13.30 Brisant 14.00 aktuell 14.15 Bilderbuch Deutschland: Die Südeifel 15.00 aktuell 15.15 Paradies am Polarkreis 16.00 aktuell 16.10 Mein Nachmittag 17.10 Wolf, Bär & Co. 18.00 Regional 18.15 Naturnah 18.45 DAS! 19.30 Regional

12.50 Journal 13.00 X:enius 13.30 Summer Pasture - Sommerweide 14.15 360˚ - Geo Reportage 14.55 Wahre Liebe rostet nicht. Beziehungskomödie, F 1968. Mit Pierre Etaix, Annie Fratellini, Nicole Calfan. Regie: Pierre Etaix 16.35 Uganda - Geister, Wilderer und Theater 17.30 Nächster Halt - Rom. Kinogeschichten 17.55 X:enius 18.25 Die Ostsee

20.00 Tagesschau 20.15 Sarrazins Deutschland Wie eine Debatte das Land spaltet Dokumentation 21.00 Klipp & klar Offen, ehrlich, glaubwürdig - wie müssen Politiker sein? Gäste: Wolfgang Böhmer, Friedrich Schorlemmer, Marina Weisband, Hajo Schumacher 21.45 Aktuell 22.15 Thadeusz Gast: Rainer Maria Woelki (Erzbischof von Berlin) 22.45 Wenn wir zusammen sind Komödie, F 2008. Mit Vincent Lindon, Pascal Elbé, Virginie Ledoyen. Regie: Lorraine Lévy 0.15 Himmel und Erde 0.45 Abendschau 1.15 Brandenburg aktuell

20.00 Tagesschau 20.15 Visite Vorsicht Crash-Diäten / Abenteuer Diagnose / Schlaganfall-Spezial-Therapie / Was hilft bei Nackenschmerzen? 21.15 Menschen und Schlagzeilen Das Wulff-Prinzip / Akte HSH Nordbank / Erdrutsche auf Rügen 21.45 aktuell 22.00 Tatort Der tote Chinese Krimi, D 2008. Mit Andrea Sawatzki, Jörg Schüttauf Regie: Hendrik Handloegten 23.25 Weltbilder Auslandsmagazin 23.55 Italy, Love It or Leave It Dokumentarfilm, I 2011 Regie: Gustav Hofer und Luca Ragazzi 1.10 3 nach 9

19.10 Journal 19.30 Indiens wilde Schönheit Im Dschungel der Ghats 20.15 Gas Monopoly Dokumentarfilm, A 2011 Regie: Richard Ladkani 21.45 Debatte Gäste: Yves Cochet (Europe Ecologie les Vertrs), Friedemann Müller (Stiftung Wissenschaft und Politik) 22.15 I Love Democracy - Tunesien Dokumentarfilm, F 2011 Regie: Fabrice Gardel und Franck Guérin 23.45 Mit offenen Karten Konflikte 2030: Die Faktoren 0.00 Zeugnis geben über Auschwitz Dokumentarfilm, F 2010. Regie: Emil Weiss 1.15 Yourope

SUPER RTL

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15.35 Angelo! 15.50 Eddie Angsthorn 16.20 Banana Cabana 16.45 Coop gegen Kat 17.20 Fünf Freunde 17.45 Cosmo & Wanda 18.25 Kim Possible 18.50 Phineas und Ferb 19.25 Zack & Cody an Bord 19.50 Meine Schwester Charlie 20.15 Die drei Musketiere. Abenteuerkomödie, USA 1993. Mit Charlie Sheen 22.15 Nikola 23.15 Die Nanny 23.45 Golden Girls

KIKA

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15.25 Tiere bis unters Dach 16.25 Jacob 2/2 17.10 Jane und der Drache 17.35 Pat & Stan 17.40 Das Zauberkarussell 18.00 Die Tigerentenbande 18.15 Heidi 18.40 Lauras Stern 18.50 Sandmännchen 19.00 Wickie 19.25 pur+ 19.50 logo! 20.00 KI.KA LIVE 20.10 Allein gegen die Zeit

RTL 2

Kaiserdamm 118 Berlin-Charlottenburg Tel. (030)321 51 31 www.sehwerk-augenoptik.de

Ludolfingerplatz 9 Berlin-Frohnau Tel. (030)401 28 30 www.decker-optic.de

Oberhofer Weg 4 Berlin-Lichterfelde Tel. (030)772 37 26 www.blickfang-berlin.de

D

15.15 Rodney 15.45 Rodney 16.10 King of Queens 18.00 X-Diaries - Love, Sun & Fun 19.00 Berlin - Tag & Nacht 20.00 News 20.15 Das Messie-Team - Start in ein neues Leben 22.20 Das wird dir eine Lehre sein 0.10 Die Kochprofis - Einsatz am Herd 1.05 Außergewöhnliche Menschen

N-TV

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Stündlich Nachrichten 16.05 FINE Das Weinmagazin 16.30 Bau eines Luxushotels 17.15 Das Duell 18.20 Telebörse 18.35 Ratgeber: Steuern & Recht 19.05 Zukunft Erde. Kollision der Kontinente 20.10 Zukunft Erde. Schicksal der Menschheit 21.05 Giganten der Moderne 22.03 Giganten der Moderne 22.45 Telebörse 23.15 Das Duell 0.15 Auslandsreport

TELE 5

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19.10 Star Trek - Das nächste Jahrhundert 20.15 Rocky II. Boxerfilm, USA 1978. Mit Sylvester Stallone 22.40 Walking Tall - Auf eigene Faust. Actionfilm, USA 2004. Mit Dwayne „The Rock“ Johnson 0.20 Latin Dragon High Noon in East L.A.. Actionfilm, USA 2004. Mit Fabian Carrillo

DAS VIERTE

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KRITISCH gesehen

Neu! Bei „Unser Star für Baku“ wird der Zwischenstand beim Voting gezeigt

5.30 Morgenmagazin 9.00 Tagesschau 9.05 Rote Rosen 9.55 Wetterschau 10.00 Tagesschau 10.03 Brisant 10.30 Das Traumhotel - Vietnam. Reihe, D/A 2012. Mit Christian Kohlund, Sonja Kirchberger, Max Tidof. Regie: Otto W. Retzer 12.00 Tagesschau 12.15 ARD-Buffet. Zuschauerfragen zum Thema: Diabetes / Cordon bleu mit Herzoginkartoffeln 13.00 Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau 14.10 Rote Rosen 15.00 Tagesschau 15.10 Sturm der Liebe 16.00 Tagesschau 16.10 Das Waisenhaus für wilde Tiere 17.00 Tagesschau 17.15 Brisant 18.00 Verbotene Liebe 18.50 Heiter bis tödlich - Nordisch herb 19.45 Wissen vor acht - Zukunft 19.50 Das Wetter 19.55 Börse im Ersten

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DER TAGESSPIEGEL

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19.15 MiniMovie 19.30 Teleshopping 20.15 Hunde, wollt ihr ewig leben? Kriegsfilm, D 1958. Mit Joachim Hansen, Wilhelm Borchert, Peter Carsten. Regie: Frank Wisbar 22.35 Teleshopping 23.20 Heiße Girls 3.15 Hunde, wollt ihr ewig leben? Kriegsfilm, D 1958. Mit Joachim Hansen (Wh.)

WDR

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18.00 Lokalzeit 18.05 hier und heute 18.20 Servicezeit 18.50 Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00 Tagesschau 20.15 Wildes Russland. Der Kaukasus 21.00 Quarks & Co. 21.45 Aktuell 22.00 Weltweit 22.30 west.art 23.15 Michael Clayton. Thriller, USA 2007. Mit George Clooney, Tom Wilkinson, Tilda Swinton. Regie: Tony Gilroy 1.05 Domian

MDR

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19.50 Einfach genial! 20.15 Umschau extra 20.45 Das Militärhistorische Museum Dresden 21.15 Geschichte Mitteldeutschlands 21.45 Aktuell 22.05 Grenzgebiet! Sperrzone! 22.50 Polizeiruf 110. Ein verhängnisvoller Verdacht. Krimi, D 1991 0.20 Der Staatsanwalt hat das Wort. Krimi, DDR 1976

BR

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19.45 Dahoam is Dahoam 20.15 Münchner Runde 21.00 Rundschau-Magazin 21.15 Vor Ort 21.45 Tatort. Frau Bu lacht. Krimi, D 1995 23.15 Rundschau-Nacht 23.25 Im Angesicht des Verbrechens 0.15 Lucky Luciano. Mafiafilm, I/F 1973. Mit Gian Maria Volonté, Rod Steiger

sei „der Gaul durchgegangen“, als der dem „Bild“-Chefredakteur auf die Mailbox sprach, außerdem werde sowieso immer alles aufgebauscht, es gäbe wirklich wichtigere Themen, dringendere Probleme, um die man sich in Deutschland zu kümmern habe. Wieso Vogel sich trotzdem in eine Talkshow setzt, in der es um das Problem Wulff geht, bleibt sein Geheimnis, so wie es das Geheimnis der Jauch-Redaktion bleibt, den Schriftsteller Ferdinand von Schirach einzuladen, der für so eine Runde viel zu schlechte Laune hat. Am meisten redeten Nikolaus Blome, Vize-Chef der „Bild“, und „Spiegel“-Chefredakteur Georg Mascolo. Sie hatten der Jauch-Rekordkulisse von 5,81 Millionen Zuschauern auch am meisten zu erzählen (wenn auch nichts Neues) und sorgten mit einer gewissen Lässigkeit dafür, dass die albernen Einwürfe, es würde sich um eine „Kampagne“ und um „Medienhetze“ handeln, vor allem albern blieben. Stichwort albern: Für die letzte Viertelstunde komplettierteAngelaSolaro-Meyer die Runde, Günther Jauch eine alte Freundin von Wulff, die mit ihrem Mann auf Norderney ein Süßwarengeschäft betreibt. Bei ihnen haben Wulffs Urlaub gemacht, man kennt sich seit Jahren. Solaro-Meyer sprach von einer „Pressekampagne“ und variierte den jetzt schon legendären Wulff-Satz aus dessen Fernsehinterview: Solaro-Meyer wolle nicht in einem Land leben, in dem die „Bild“-Zeitung den Menschen sagte, was Recht und Moral sei. Was sagte Bernhard Vogel in einem der wenigen guten Momente?„Esgibt diemerkwürdigsten Sachen.“ Kein Zweifel. Matthias Kalle Foto: ARD

DIENSTAG, 10. JANUAR 2012 / NR. 21 210

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NACHRICHTEN

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„Vier Lehrmeister“ von Liao Yiwu ist Hörspiel des Jahres 2011 Die NDR-Produktion „Vier Lehrmeister“ des chinesischen Autors und Dissidenten Liao Yiwu ist zum „Hörspiel des Jahres 2011“ gewählt worden. Das Stück verknüpfe exemplarische Geschichten mit der Biografie des Autors, teilte die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste inBensheim mit.NachAnsicht derJurygelingen dem Autor individuelle und dennoch generelle Aussagen. Tsp

SAT 1

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PRO 7

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5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen. Mit Simone Panteleit, Matthias Killing, Jan Hahn und Karen Heinrichs 10.00 Lenßen & Partner 10.30 Lenßen & Partner 11.00 Richterin Barbara Salesch 12.00 Richter Alexander Hold 13.00 Britt. Akte ungeklärt: Heute wirst Du überführt! Talk-Show mit Britt Hagedorn 14.00 Zwei bei Kallwass. Psychologie und Lebensberatung mit Angelika Kallwass 15.00 Richterin Barbara Salesch 16.00 Richter Alexander Hold 17.00 Niedrig und Kuhnt - Kommissare ermitteln. Mit Cornelia Niedrig. Bernhard Kuhnt 17.30 Schicksale und plötzlich ist alles anders 18.00 ran exklusiv. Nationalmannschaft Indien - FC Bayern München. Kommentar: Wolff-Christoph Fuss

5.35 Galileo 6.30 Switch 7.30 Reaper - Ein teuflischer Job 8.20 Malcolm mittendrin 9.15 The Big Bang Theory 10.05 Scrubs - Die Anfänger 11.20 How I Met Your Mother 11.50 How I Met Your Mother 12.15 How I Met Your Mother 12.40 Malcolm mittendrin 13.05 Malcolm mittendrin 13.30 The Big Bang Theory 13.55 The Big Bang Theory 14.20 Scrubs - Die Anfänger 15.15 Scrubs - Die Anfänger 15.40 How I Met Your Mother 16.05 How I Met Your Mother 16.30 How I Met Your Mother 17.00 taff. Zukunft gesucht! Ein Traumjob für meine Tochter 18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons. Wir vom Trickfilm 18.40 Die Simpsons. Nur ein Aprilscherz 19.05 Galileo. Leben ohne Strom

20.00 Nachrichten 20.15 Flirtcamp Romanze, D 2011 Mit Stefanie Höner, Kai Wiesinger, Laura Osswald Regie: Oliver Dommenget 22.20 Akte 20.12 Handy-Schutz und Frauen werden übers Internet bedroht Mit Ulrich Meyer 23.15 Die Harald Schmidt Show Gast: Julia Fischer, Star-Geigerin Late-Night-Comedy 0.15 24 Stunden Schmuggeln zwecklos! Zöllner filzen sich durch 1.15 Akte 20.12 Mit Ulrich Meyer (Wh.) 2.00 Richter Alexander Hold Gerichtsshow 2.45 Richter Alexander Hold Gerichtsshow 3.35 Richterin Barbara Salesch Gerichtsshow

20.15 Die Simpsons Wenn der Homer mit dem Sohne. 10 neue Folgen, 22. Staffel der Zeichentrick-Serie 20.40 Die Simpsons Marges alte Freundin Zeichentrick-Serie 21.10 Two and a Half Men Sehr erfreut, Walden Schmidt Neue Staffel der ComedySerie 21.40 Two and a Half Men Peter Pans Mutter Comedy-Serie 22.05 Stromberg Cheyenne. Comedy-Serie 22.40 Switch reloaded 23.10 TV total Gäste: Ulla Kock am Brink, Steffen Haars & Huub Smit 0.05 Two and a Half Men Sehr erfreut, Walden Schmidt Comedy-Serie (Wh.) 0.30 Two and a Half Men Peter Pans Mutter 1.00 Stromberg (Wh.)

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7.40 Verklag mich doch! 9.35 mieten, kaufen, wohnen 10.40 Nachrichten 10.50 mieten, kaufen, wohnen 11.55 Daniela Katzenberger - natürlich blond 13.00 Verklag mich doch! 14.55 Mein wunderbares Wohnlokal 16.00 Menschen, Tiere & Doktoren 17.00 Menschen, Tiere & Doktoren 18.00 mieten, kaufen, wohnen 19.00 Das perfekte Dinner

8.20 Unsere kleine Farm 9.20 Ghost Whisperer - Stimmen aus dem Jenseits 10.15 Ein Engel auf Erden 11.10 Unsere kleine Farm 13.10 Bill Cosby Show 14.35 Meine wilden Töchter 15.50 Two and a Half Men 16.45 news 16.55 Two and a Half Men 17.20 Two and a Half Men 17.50 Abenteuer Leben 19.15 Achtung Kontrolle! Einsatz für die Ordnungshüter

20.00 Prominent! 20.15 Daniela Katzenberger natürlich blond Doku-Soap 21.15 Goodbye Deutschland! Die Auswanderer Reportage-Reihe 23.15 Die Küchenchefs Restaurant „Essgenuss“ in Holm bei Hamburg Neue Folgen der Doku-Soap 0.10 Nachrichten 0.30 CSI: NY Mord nach Ansage Krimi-Serie 1.20 Close to Home Blutiges Ende. Krimi-Serie 2.05 Medical Detectives - Geheimnisse der Gerichtsmedizin Doku-Reihe

20.15 Abenteuer Leben XXL Die dümmsten Verbrecher und die häufigsten Rechtsirrtümer Mit Kim Heinzelmann 22.15 Abenteuer Leben Dreiste Engländer und chaotische Italiener!? Die größten Auslandsmythen Mit Christian Mürau 0.05 K1 Doku Überleben im Knast - Schwerverbrecher in Stateville 1.02 late news 1.05 Abenteuer Auto 2.13 late news 2.15 The Shield - Gesetz der Gewalt Gilroys Abgang Krimi-Serie


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WELTSPIEGEL

DER TAGESSPIEGEL

NACHRICHTEN

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Bungee-Seil gerissen

Eineiige Vierlinge in Leipzig geboren Leipzig - In Leipzig sind eineiige Vierlingegeborenworden.Siekamenzehn Wochen zu früh mit Kaiserschnitt zur Welt. Mutter und Töchter sind wohlauf. Die Wahrscheinlichkeit für eineiige Vierlinge liegt bei eins zu 13 Millionen. dpa

Öl aus dem Wrack der „Rena“ verschmutzt Strände Wellington - Öl aus dem zerbrochenen Wrack der „Rena“ vor Neuseeland ist an den nur wenige Kilometer entfernten Stränden im Nordosten der Nordinsel und auf der Leisure-Insel angespült worden. Säuberungsmannschaften waren am Montag im Einsatz, um den öligen Schlick einzusammeln, teilte die Schifffahrtsbehörde NMZ mit. Patrouillen fanden zwei verschmutzte Vögel. Am Waihi-Strand wurden Teile zerschmetterter Container angespült. Die Marine war im Einsatz, um die wichtigsten Schifffahrtsstrecken auf versunkene und damit gefährliche Container abzusuchen. Mehrere hundert sind bei dem Unglück am Wochenende wahrscheinlich ins Meer gerutscht. Die beiden Wrackteile saßen unterdessen weiter auf dem Riff fest. dpa

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LEUTE

NR. 21 210 / DIENSTAG, 10. JANUAR 2012

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Heute aus Washington und Albany Michelle Obama, First Lady der Vereinigten Staaten, hatte nach dem Einzug ins Weiße Haus angeblich über längere Zeit ein stark gespanntes Verhältnis zu Topberatern ihres Mannes. Das geht nach US-Medienberichten aus dem Buch „The Obamas“ der „New Yorker Times“-Reporterin Jodi Kantor hervor, das am heutigen Dienstag in den USA auf den Markt kommt. Demnach hatte Michelle Obama große Probleme damit, dass ihr Mann bei der Gesundheitsreform Kompromisse schloss, um zumindest einen Teil seiner Ideen umzusetzen. Sie habe das Spitzenmitarbeitern wie Stabschef Rahm Emanuel angelastet. Michelle Obama sei zunehmend erzürnt und frustriert gewesen. Der Konflikt mit Emanuel sei so groß gewesen, dass dieser schließlich dem Präsidenten seinen Rücktritt angeboten habe. In dem Buch ist auch von teuren Auslandsreisen die Rede sowie einem rauschenden Fest 2009, das Hollywood-Regisseur Tim Burton mitten in der Krise inszeniert habe. Das Fest sei ebenso pompös wie geheim gewesen. Laut „Washington Post“ wies das Weiße Haus die Darstellungen zurück. Sie reflektierten die eigenen Ansichten der Autorin und seien eine „Überdramatisierung alter Nachrichten“. dpa

Eine Australierin ist an den Victoria-Fällen in den wilden Sambesi gefallen und hat überlebt Von Nik Afanasjew 111 Meter Höhe, ein Sprung, Jubelschreie – dann ein Geräusch wie ein Peitschenhieb: 20 Meter über dem Wasser reißt das Seil. Die Frau fällt in den reißenden Fluss. Ungläubig und fassungslos kreischen die Freunde der Australierin Erin Langworthy hoch oben auf der Brücke, während die 22-Jährige vom wilden Sambesi davongetragen wird. Es grenzt an ein Wunder, dass Langworthy ihren Bungeesprung von Der Anbieter der Victoria-FallsBrücke an der versprach Grenze zwischen für Simbabwe und Sambia im Süden Afrikas den Sprung überlebt hat. „111 Meter „Es ist alles schwarz geworden, pures es fühlte sich an, als Adrenalin“ sei ich total verprügelt worden“, sagte Langworthy am Montag dem australischen Sender „Channel 9“. Der veröffentlichte nun ein Video des Falls der jungen Urlauberin, die am 31. Dezember in der Nähe der Viktoria-Fälle ins neue Jahr springen wollte – und sich stattdessen mit vom übrig gebliebenen Teil des Seils zusammengebundenen Füßen im Sambesi wiederfand, einem Fluss, der für seine rasanten Stromschnellen berüchtigt und deshalb bei Rafting-Fans und anderen Extremsportlern beliebt ist. „Als ich tiefer sank, wurde das Wasser kälter und das muss mich wieder zu Bewusstsein gebracht haben“, sagte Langworthy, für die anschließend ein Überlebenskampf gegen die Wassermassen und die Steine am Grund des Flusses begann. Immer wieder verlor sie die Orientierung. „Ich musste runtertauchen, um das Seil von den Füßen loszumachen, das sich immer wieder verfing“, sagte sie dem Sender. Auch für ihre Freunde waren es bange Minuten, von der Brücke aus war zeitweise nur noch das weiße Bungee-Seil zu sehen, das sich zudem immer weiter flussabwärts entfernte. Auf sich allein gestellt konnte sich Langworthy mit letzter Kraft auf ein paar Felsen am Ufer retten. Als das losgeschickte Rettungsteam sie endlich fand, wurde sie zunächst auf den Rücken gelegt, bekam keine Luft. „Erst als ich auf der Seite lag und all das Wasser und Blut ausgespuckt hatte, ging es mir wieder besser“, sagte sie. Langworthy verbrachte eine Woche mit vielen blauen Flecken in einem südDas gesamte Video vom Sprung und Ausschnitte des Interviews mit Erin Langworthy sehen Sie online: www.tagesspiegel.de/welt

Foto: dpa

*** Hillary Scott, Sängerin der Country-Pop-Band Lady Antebellum, hat am Wochenende den Musiker Chris Tyrell, Drummer bei Love and Theft, geheiratet. Die Frischvermählten stellten ein Video auf die Website von Lady Antebellum, mit dem sie ihre Fans grüßen. Die beiden, seit Juli vergangenen Jahres verlobt, hätten sich am Wochenende im Bundesstaat New York vor Verwandten und Freunden das Jawort gegeben. Die Band Lady Antebellum gewann 2011 fünf Grammys. dpa

Blue Ivy macht früh Ärger Beyoncés Tochter trägt den Namen einer Agentur

Glücksfall. Als das Bungeeseil von Erin Langworthy reißt (oben), istder Schock bei den filmenden Freundengroß –flussabwärts folgen gefährliFotos: dpa che Stromschnellen. Langworthy kann sich jedoch retten, erleidet nur leichte Verletzungen (l.), kann sogar wieder lachen.

afrikanischen Krankenhaus, über ihre Verletzungen gab es in lokalen und australischen Medien widersprüchliche Meldungen, die Versionen reichen von Abschürfungen bis hin zu einem Schlüsselbeinbruch. Im Interview mit „Channel 9“ präsentierte sich Erin Langworthy, die aus Perth an der australischen Westküste stammt, sichtlich gut gelaunt, über ihren spektakulären Absturz konnte sie sogar wieder la-

chen. Die von Anbieter versprochenen „111 Meter pures Adrenalin“ sollen nach Angaben der sambischen Behörden jedenfalls nicht unsicher sein, es gebe an der Brücke bis zu 50 000 Sprünge pro Jahr und bislang sei es nie zu einem vergleichbaren Fall gekommen. In Deutschland hatte der tödliche Sprung eines 31-Jährigen im Jahr 2003 für Diskussionen über die Sicherheit von Bungeespringen gesorgt. Der Mann

war aus 150 Metern Höhe vom Dortmunder Fernsehturm gesprungen, auch bei ihm war das Seil gerissen. Der Fall hatte noch bis 2011 die Gerichte beschäftigt, endete schließlich mit einem Vergleich zwischen dem Anbieter und den Hinterbliebenen. Verglichen mit der Beliebtheit dieses Sports sind Unfälle jedoch insgesamt sehr selten und meistens auf menschliches Versagen und nicht auf Materialmängel zurückzuführen.

Ein Ort der Stille am Kap Arkona Der Abschnitt, an dem das zehnjährige Mädchen ins Meer gespült wurde, wird zum Gedenken gesperrt Kap Arkona - Der Strand unterhalb der Kliffkante am Kap Arkona wird auf absehbare Zeit gesperrt und als Ort der Stille den Naturgewalten überlassen. Jene Stelle, an der vor zwei Wochen ein zehnjähriges Mädchen aus Brandenburg bei einem Küstenabbruch ums Leben kam, werde für jeglichen Zutritt geschlossen, kündigte Putgartens Bürgermeister Ernst Heinemann am Montag an. Mit dem am Wochenende bei der Suche eingesetzten Kettenbagger seien am Montag am Nord-

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und Südzugang zur Unglücksstelle Sperrwälle angelegt worden, die von Spaziergängern oder Fossiliensuchern nicht mehrohne Weiterespassiertwerdenkönnten. Der Strandabschnitt könne somit weder von der auch künftig gesperrten Königstreppe noch von Gellort erreicht werden, sagte Heinemann. „Wir werden in den nächsten Tagen im Gemeinderat auch darüber beraten, in welcher Form wir künftigmit dem tragischenEreignis umgehen werden“, sagte der Bürgermeister. Er

Zahlenspiele für Kreuzund Querdenker – täglich in Ihrem Tagesspiegel!

ließ zunächst offen, ob künftig auch eine Gedenktafel an das Schicksal des Mädchens erinnern soll. Geplant sei ein neues Sicherheitskonzept für das Kap, das auch eine bessere Information der Gäste über die Gefahren an Rügens Steilküsten einschließe. Die Gemeinde erwarte schon in den nächsten Tagen ein geologisches Gutachten über den Zustand des Kliffs. Davon werde abhängen,inwiefern bestimmte Abschnitte des 40 Hektar großen Areals im Inselnorden weiter betretenwerden könn-

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ten und welche nicht, sagte Heinemann. Geprüft werde, ob die frühere Nebelsignalstation in unmittelbarer Nähe zum Absturzhang jemals oder nur noch für begrenzte Zeit wieder für Ausstellungszwecke genutzt werden könne. „Wir haben das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie gebeten, die Installation eines automatischen geologischen Überwachungssystems an dem instabilen Küstenbereich zu prüfen“, sagte Heinemann. dapd

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New York - Kaum 24 Stunden war das Baby von Beyoncé Knowles und Rapper Jay-Z erst alt, da machte es schon Probleme: Denn Blue Ivy heißt nicht nur das kleine Mädchen, das am Samstag per Kaiserschnitt in New York zur Welt kam, sondern auch eine Bostoner Veranstaltungsagentur, die nun mit Anrufen überschüttet würde, meldete der Internetdienst „TMZ.com am Mon- In der Klinik tag. Die Eigentümerin der Agentur, die herrschte in den Trefferlisten während der der Suchmaschinen nun nach unten wan- Geburt eine dert, Veronica Ale- Atmosphäre xandra, nimmt es mit Humor: Sie wie in einem würde zukünftig Nachtclub gern die großen Feste im Leben der Prominententochter ausrichten – und deren Gesicht als Symbol der Agentur nutzen. „Der Name klingt wie ein Waschmittel oder eine neue Jeansfarbe“, amüsierte sich auch „Entertainment Weekly“ über Blue Ivy. Die US-Zeitung „Houston Chronicle“ schrieb zur Begründung der Namensgebung: Blau sei die Lieblingsfarbe von Jay-Z und Ivy stehe für die römische Zahl IV, die in der Familie eine besondere Bedeutung habe: Beyoncé wurde am 4. September geboren, ihre Mutter am 4. Januar, Jay-Z am 4. Dezember und das Paar heiratete am 4. April 2008. Für Ärger bei anderen frisch gebackenen Eltern sorgten die hohen Sicherheitsvorkehrungen, die für den Promi-Nachwuchs im Lenox-Hill-Krankenhaus in Manhattan getroffen worden waren: Laut der Zeitung „New York Daily News“ hatten Beyoncé und Jay-Z die gesamte vierte Etage der Klinik für 1,3 Millionen Dollar gemietet. Das Security-Personal der Sängerin hielt einen Vater von seinen neugeborenen Kindern fern, die seine Frau zur gleichen Zeit wie Beyoncé auf der Station zur Welt gebracht hatte. „Sie nutzen dieses Krankenhaus, als sei es ihr eigenes“, sagte Neil Coulon verärgert, der den Besuch bei seinen frühgeborenen Zwillingen abbrechen musste. Das Krankenhaus sei wie ein exklusiver Nachtclub gewesen, sagte der 30-Jährige der „New York Post“, die zusätzliche Aufregung habe keiner gebraucht. AFP/dpa

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zitty - Test 5