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2,2 Mrd.

So breit wie das Angebot an Dienstleistungen und Produkten ist auch das Arbeitsumfeld. Umsatz pro Jahr Ob als IT-Dienstleister oder als machen rund 100 Mitarbeiter auf dem Rollfeld: Unternehmen Rund 7100 Beschäftigte arbeiten in der Luft- und Raumfahrt in der Hauptstadtregion. Es sind hauptsächlich Fachkräfte wie Ingenieure oder Mechaniker. Zählt man die Beschäftigten an den Anteil am Gesamtexport Flughäfen hinzu, kommt man auf 17 000. Brandenburgs Allein für den Branchenriesen Rolls Royce erwirtschaftet die in Dahlewitz arbeiten rund 2700 Mitarbeiter Branche aus mehr als 50 Nationen. Neben dem Triebwerkehersteller gibt es weitere rund 100 Unternehmen in der Luftund Raumfahrt. »In der Luftfahrttechnik sind weltweit agierende Großunternehmen und ein starker Mittelstand in Brandenburg beheimatet«, sagt Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD). Auch die Zahl der Beschäftigten zeige, dass die Luftfahrt ein zentrale Rolle im Land einnehme, so Gerber. Ein großer Teil der Unternehmen sitzt im Zentrum für Luft- und Raumfahrt Schönefelder Kreuz in Wildau, nur wenige Kilometer vom künftigen Großflughafen der Hauptstadtregion BER entfernt. In der Landeshauptstadt Potsdam steht indes die Raumfahrt im Fokus, hier entwickeln das Geoforschungszentrum (GFZ) und das Leibniz-Institut für Astrophysik (AIP) moderne Satelliten sowie Geräte, die zur Erforschung des Universums dienen. Zum Teil werden die speziellen Konstruktionen sogar vor Ort produziert. So baut das AIP derzeit eine Art Riesenröntgenstrahler, mit dem die Sonne untersucht werden soll.

16 %

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BESCHÄFTIGTE arbeiten in der Luft- und Raumfahrtbranche der Hauptstadtregion. Dazu zählen neben Fachkräften auch die Beschäftigten an den zwei Berliner Flughäfen.

NEBEN DEN BRANCHENGRÖSSEN Rolls Royce und MTU – letztere produzieren und warten in Ludwigsfelde Triebwerke – dem GasturbinenTester Anecom in Wildau und der Lufthansa Technik in Schönefeld erwirtschaftet die Vielzahl mittlerer und kleiner Unternehmen einen Jahresumsatz von insgesamt rund 2,2 Milliarden Euro. »Nirgendwo in Deutschland wird so viel neu erfunden, entwickelt und in marktfähige

6 | POTSDAMER NEUESTE NACHRICHTEN WIRTSCHAFT

Produkte umgesetzt wie in der Hauptstadtregion«, heißt es von der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB). Im Gegensatz zu Bayern und Hamburg dreht sich in Brandenburg fast alles um die zivile Luftfahrt. Vor allem im Bereich Antriebstechnik, Wartung und Instandhaltung von Flugzeugen sowie der Simulation und dem Bau von Kleinflugzeugen ist die Mark stark. »Gemeinsam weisen Brandenburg und Berlin in der Turbinentechnologie eine Breite an Kompetenzen auf, die deutschlandweit und womöglich sogar europaweit in dieser Form einmalig ist«, sagt ZABChef Steffen Kammrath. Auch an Großprojekten der EU, unter anderem dem Aufbau des globalen Satellitennavigationssystems Galileo, dem Bau des größten Verkehrsflugzeuges der Welt, dem Airbus A380 sowie weiteren Airbus-Typen sind und waren Firmen aus Brandenburg beteiligt. Und für die Branche ergibt sich derzeit ein neuer großer Markt: die unbemannte Luftfahrt in Form von Drohnen. Ein großer Vorteil für die Luftfahrtbranche ist laut Branchenverbandschef Timmermann die Zusammenarbeit vieler Firmen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Region. Neben der Technischen Hochschule in Wildau bietet vor allem die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg ihren Studenten ein breitgefächertes Angebot: Von Aerodynamik und Strömungslehre über Triebwerksdesign bis hin zur Technischen Akustik, mit der versucht wird, den Lärm der modernen Verkehrsmittel zu mindern. »Dort werden hochqualifizierte Fachkräfte ausgebildet, die in der Region dringend gebraucht werden«, so Timmermann. Auch der zweitgrößte Verkehrsflugplatz in Deutschland befindet sich in Brandenburg. In Schönhagen landen und starten jährlich rund 45 000 Maschinen, noch mehr Flugbewegungen werden auf Deutschlands größtem Flugplatz in Frankfurt-Egelsbach registriert. Im Gegensatz zu Flughäfen herrscht auf Flugplätzen kein terminierter Linienflugverkehr. Dort starten und landen neben Hobbyfliegern auch gerne mal Promis, Top-Manager oder Politiker mit ihren Privatmaschinen.

FOTO ILA GRAFIK Christian Renner QUELLE Statistisches Bundesamt

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PNN Wirtschaft Juni und Juli 2016  

Die Wirtschaftsbeilage der Potsdamer neuen Nachrichten für Potsdam und Brandenburg

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