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CAMPUS V   IKTORIA Raum für Architektur, Kunst, Wissenschaft  u nd Kreativwirtschaft im ViktoriaQuarti er Bochum. Bochum 2013


CAMPUS VIKTORIA

Impressum

Diese Publikation erscheint anlässlich der Präsentation: Ein Campus für UniverCity Bochum – Raum für Architektur, Kunst, Wissenschaft und Kreativwirtschaft 17. Mai bis 30. Juni 2013 ViktoriaQuartier, Konrad-Adenauer-Platz, Bochum C60   Collaboratorium der RUB in Kooperation mit dem MasterStudiengang ArchitekturProjekt Entwicklung der Hochschule Bochum und UniverCity Bochum. Idee und Konzept: Dr. Sven Sappelt und Prof. Xaver Egger

INHALT

Organisation: Meike Brückner, Caro Duttiné, Felix Gerloff, Anna Storm, Thorsten Schneider, Vincent Schmidt, Désirée Tschernatsch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Meike Brückner und Désirée Tschernatsch Publikation Herausgegeben von: Dr. Sven Sappelt und Prof. Xaver Egger für das C60   Collaboratorium für kulturelle Praxis Ruhr-Universität Bochum, UV 0/032, Universitätsstraße 150, 44801 Bochum

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impressum

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Inhalt

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GruSSwort: OB Dr. Ottilie Scholz

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Executive Summary

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EINLEITUNG: Dr. Sven Sappelt und Prof. Xaver Egger

Redaktion und Lektorat: Felix Gerloff 08

Ausstellung Projektleitung: Dr. Sven Sappelt und Prof. Xaver Egger Ausstellungsarchitektur und Projektberatung: archein – Alexander Schober Architekturentwürfe: Studierende des MAs ArchitekturProjektEntwicklung der Hochschule Bochum Fabienne Bücker, Lasse Drees, Tim Gagel, Dorothee Hauptmann, Lars Herpers, Larissa Kranich, Sabine Kühn, Niklas Menn, Severin Niedzielski, Thomas Redkiewicz, Britta Schnabel, Henning Schwieters.

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Bildnachweis: S. 17 Sven Sappelt, S. 21 Sven Sappelt, S. 25 Frank Vinken, Sven Sappelt, S. 32 Frank Vinken, Guntram Walter, Sven Sappelt.

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Gestaltung: Novamondo GmbH, Berlin Druck: Druckteam Auflage: 1000 © 2013, Bochum Kontakt: c60@rub.de www.c60collaboratorium.de www.hochschule-bochum.de www.univercity-bochum.de

1. Das Gesamtkonzept: ein Campus für UniverCity im ViktoriaQuartier 2. Der städtebauliche Ansatz: Symbiose aus Architektur und Landschaft

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3. Das Gebäude-Ensemble: vielfältig, durchlässig, lebendig

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4. Der Tagesablauf: von morgens bis abends voller Aktivitäten

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5. Effekte für die Stadtentwicklung: inspirierend, bereichernd, attraktiv

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6. Die ersten Szenarien Szenario A Szenario B Szenario C

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7. Das institutionelle Umfeld: UniverCity Bochum, Kreativ.Quartiere Ruhr, C60   Collaboratorium

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8. Entwicklungsstrategie: Schritt für Schritt in kleinen Etappen

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9. Finanzierungskonzept: geringes Risiko dank einzelner Bausteine

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10. Vision 2020

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Lageplan

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Partner und Förderer


CAMPUS VIKTORIA

»HEUTE IST BOCHUM EIN INTERNATIONAL beachteter HOCHSCHULSTANDORT«

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GRUSSWORT

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Bürgerinnen und Bürger,

als die Ruhr-Universität Bochum (RUB) vor rund 50 Jahren im Ruhrgebiet eröffnet wurde, geschah dies in weiser Voraussicht, dass der strukturelle Wandel aktiv gestaltet werden muss und Wissenschaft und Bildung hierfür eine maßgebliche Rolle spielen. Heute ist Bochum ein international beachteter Hochschulstandort. Bei der Exzellenzinitiative des Bundes 2012 verpasste die RUB nur knapp den Aufstieg in den Kreis der elf besten Universitäten des Landes. Doch damit nicht genug: Mit der EBZ Business School, der Evangelischen Fachhochschule Rhein­ ­land-Westfalen-Lippe, der Folkwang Universität der Künste, der Hochschule Bochum, der Hochschule für Gesundheit und der Technischen Fach­ h­o chschule Georg Agricola hat die Stadt ein breites Spektrum an Forschungseinrichtungen, Studiengängen und Weiterbildungsangeboten zu bieten, die Jahr für Jahr mehrere Tausend junge begabte Menschen nach Bochum ziehen. Dieses Potenzial ist für die Entwicklung der Region kaum zu überschätzen. Denn es bietet konkrete Ansätze, insbesondere dem demografischen Wandel zu begegnen, die Menschen zu qualifizieren und neue Unternehmen und Arbeits-

plätze zu schaffen. Aus diesem Grund engagiert sich die Stadt Bochum zusammen mit den o.g. Hochschulen, dem Akademischen Förderungswerk, Bochum Marketing und der Industrie und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet in der Verbundinitiative UniverCity Bochum. Deshalb begrüßen wir die Idee eines integrativen Campus im ViktoriaQuartier sehr. Das C60   Collaboratorium der RUB und der Masterstudiengang Architektur:ProjektEntwicklung der Hochschule Bochum haben gemeinsam ein zukunftsweisendes Konzept vorgelegt, über das ausführlich diskutiert werden soll. Ihre erfolgreiche Zusammenarbeit belegt zugleich, wie bereichernd der Austausch zwischen den Hochschulen für die Stadt sein kann. Im Namen der Stadt wünsche ich daher weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen!

Mit herzlichen Grüßen, Glück auf! Ihre

Dr. Ottilie Scholz, Oberbürgermeisterin der Stadt Bochum


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EXECUTIVE SUMMARY

Die Grundidee: Neuer Campus für UniverCity in der Innenstadt Raum für Architektur, Kunst, Wissenschaft und Kreativwirtschaft  Interdisziplinäres Labor, kulturelles Innovationszentrum, öffentliches Forum

Das Architekturkonzept: Symbiose aus Architektur und Landschaft Attraktives Gebäudeensemble mit zeitgenössischer Architektur Städtebaulicher Kontrapunkt zur Umgebung

Die Quartiersentwicklung: Anbindung an benachbarte Kultureinrichtungen  Ansiedelung von kreativen Initiativen und kultursensiblen Unternehmen  Vermarktung des gesamten Stadtteils als zukunftsweisendes Kreativ.Quartier

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Ein neuer Campus für UniverCity Bochum in der Innenstadt und für das kreative Miteinan der von Architektur, Kunst, Wissenschaft und Kulturwirtschaft .

Das ist die Vision des C60   Collaboratoriums der RUB und des Masterstudiengangs Architektur: ProjektEntwicklung der Hochschule Bochum für die Brachfläche am City-Tor Süd.

Inspiriert vom Entwicklungskonzept für das ViktoriaQuartierBochum aus dem Jahr 2008 und bereichert durch die Erfahrungen der letzten Jahre, schlagen wir ein aktualisiertes Zukunftsszenario für den Standort vor: Im Mittelpunkt steht die Idee eines innerstädtischen Campus für UniverCity Bochum und die an dem Verbund beteiligten Hochschulen. Dazu kommen die Weiterentwicklung des Kreativquartiers und die Ansiedelung kreativer Initiativen und kulturell sensibilisierter Unternehmen. Klug angepackt könnte das Areal zu einem architektonischen Highlight und das Quartier zu einem neuen identitätsstiftenden Herzstück mit überregionaler Ausstrahlungskraft werden.

gerade jetzt starke Ideen braucht – und den Mut, wieder einmal seine Zukunft selbst zu erfinden. Das ist auch unsere Verantwortung als Bürgerinnen und Bürger. Studierende des Master-Studiengangs ArchitekturProjektEntwicklung der Hochschule Bochum haben sich im Studienjahr 2012/13 mit dieser Vision auseinandergesetzt und drei Ansätze für eine mögliche Realisierung entworfen. Sie leben in Bochum und studieren einen Studiengang, der sich explizit mit der Initiierung von architektonischen Projekten und deren Gesetzmäßigkeiten auseinandersetzen. Das beginnt mit der Analyse von Standorten, führt über architektonische Entwürfe hin zu Umsetzungsszenarien einschließlich Finanzierungsmodellen, Kommunikationskonzep­ ten und Vermarktungsstrategien. Gerade diese harten Fakten werden früher oder später diskutiert werden müssen. Zunächst möch­ ten wir Sie aber einladen, sich unsere Vorschläge anzusehen und deren Entwicklungspotenzial aus­ zumalen. Dann sehen wir weiter ...

Die Schwierigkeiten eines solchen Vorhabens liegen auf der Hand. Davon wollen wir uns aber nicht abschrecken lassen. Ganz im Gegenteil spornt uns die Herausforderung an. Denn auf der Hand liegt noch etwas anderes: dass Bochum

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine inspirierende Lektüre und hoffen auf eine konstruktive Diskussion in den kommenden Sommermonaten.

Dr. Sven Sappelt, Leiter des C60   Collaboratoriums

Prof. Xaver Egger, Lehrstuhl Projektentwicklung,

für kulturelle Praxis der Ruhr-Universität Bochum

Fachbereich, Architektur der Hochschule Bochum


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Das Gesamtkonzept: ein Campus für UniverCity Bochum im ViktoriaQuartier

Die Idee ist ebenso einfach wie bestechend: Auf der Brachfläche am City-Tor Süd entsteht ein neuer zentral gelegener Campus für UniverCity Bochum und die an dem Verbund beteiligten Hoch­schulen.

Angestrebt wird ein attraktives Areal für das kreative Miteinander von Architektur, Kunst, Wissenschaft und Kulturwirtschaft. Dabei geht es weniger um Hörsäle und Seminarräume, als vielmehr um die Frage, wie Wissen ver­­mittelt, Ideen stimuliert und Zukunft gestaltet werden können. Der Ansatz stützt sich auf die Tatsache, dass an den Bochumer Hochschulen mehr als 46.000 Studierende immatrikuliert und über 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter allein im wissenschaftlich-künstlerischen Bereich beschäftigt sind – die aufgrund der überwiegend peripher gelegenen Standorte allerdings kaum in der Stadt präsent sind. Der neue Campus im ViktoriaQuartier führt laufend neue Studierende, Lehrende und externe Gäste in die Innenstadt. Er bietet regelmäßig Ver­ mittlungsangebote in Form von Vorträgen, Ausstellungen oder Weiterbildungsmöglichkeiten. Er schafft Raum für den offenen Austausch und die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kollegen

sowie Akteuren aus den Künsten und der Kreativwirtschaft. Es bildet ein öffentliches Forum, auf dem über neue Ideen diskutiert wird. So wächst ein innovationsfreudiges Milieu, von dem vielfältige Impulse – nach innen wie nach außen – zu erwarten sind. Insgesamt entsteht damit ein pulsierendes Areal, welches das ViktoriaQuartier – im Zusammenspiel mit den benachbarten Kultureinrichtungen wie dem Musikzentrum, dem Schauspielhaus und der Zukunftsakademie NRW – zu einem überregional ausstrahlenden Stadtviertel verdichtet. Und es entsteht ein neues identitätsstiftendes Zentrum, an dem die Frage nach der Zukunft der Arbeit und der Stadt voller Zuversicht beantwortet wird: Die Zukunft Bochums liegt in den Hochschulen, in Forschung und Entwicklung, in Wissenschaft, Bildung und Kultur.

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Der städtebauliche Ansatz: Symbiose aus Architektur und Landschaft

Der städtebaulich architektonische Gestaltungsansatz geht von der derzeitigen Prägung der Brach­ fläche aus: ein Areal, das sich die Natur zurückerobert hat, nachdem die früheren Gleisanlagen verlassen worden sind. Das Grün schafft gerade in der Innenstadt einen erholsamen Kontrapunkt zur dichten Bebauung in der Nachbarschaft.

Auf dem Gelände finden einzelne Gebäude ihren Platz, die verschiedene Funktionen erfüllen und von mehreren Organisationen genutzt werden. Beispielsweise ein Auditorium für die Hochschulen. Oder eine Ausstellungshalle für die universitären Kunstsammlungen und das C60    C ollaboratorium. Aber auch ein Gründerzentrum, ein Bürokomplex und ein Restaurant. Das Gesamtszenario erinnert einerseits an einen traditionellen Universitäts-Campus, andererseits an einen Park mit Pavillons im Rahmen einer Kunstausstellung – wie beispielsweise die Karls­ aue während der Documenta – oder eine Weltausstellung. So verbinden sich Architektur, Kunst und Wissenschaft. Auf dem Gelände bilden die einzelnen Einrichtungen ein harmonisches Ensemble: Die einzelnen Pavillons verweisen aufeinander, öffnen sich zueinander und teilen gemeinsame Begegnungsstätten, so dass man sich regelmäßig über den Weg läuft und miteinander ins Gespräch kommt.

Der Garten lädt zu erholsamen wie inspirierenden Spaziergängen ein. Darüber hinaus wird auch der Anschluss an das städtische Umfeld gesucht – insbesondere an das Bermuda3eck, Ehrenfeld und den Griesen­ bruch. Nicht zuletzt verbindet ein neuer Fahrradweg die Viktoriastraße mit der Bessemerstraße, so dass auch der Westpark mit der Jahrhunderthalle Bochum näher rückt. Mit diesem Gestaltungsansatz formuliert das Ge­ samtkonzept auch eine Antwort darauf, wie Stadt­ ­planung anders als einzig anhand ökonomischer Kriterien zu bewerten sei – nämlich in Hinblick auf ihren Beitrag zur Verbesserung der Lebensquali­ tät und Zukunftsfähigkeit in unseren Städten.


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Das Gebäude-Ensemble: vielfältig, durchlässig, lebendig

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Tagungszentrum

Gründerzentrum

Im Tagungszentrum finden regelmäßig Arbeitsgespräche, Seminare, Workshops, Symposien oder Konferenzen statt. Die Räumlichkeiten werden hauptsächlich von den Bochumer Hochschulen genutzt – können aber von externen Interessenten oder Unternehmen gemietet werden. Das Tagungszentrum verbindet den Komfort einer hervorragenden Ausstattung mit anspruchsvollem Design und einem attraktiven Arbeitsumfeld in zentraler Lage.

Das Gründerzentrum bietet Räume für junge Start-Ups aus den Hochschulen in Kombination mit strategischer Beratung, koordinierter Vernetzung und PR.

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AUDITORIUM

labor

BÜRO-KOMPLEX

Gästehaus

Im Auditorium finden regelmäßig öffentliche Vorlesungen der Bochumer Hochschulen sowie Prä­­ sen­tationen von Unternehmen für rund 200 Zuhörer statt.

Das Labor bietet optimale Räumlichkeiten und technische Voraussetzungen für die kreative Zusammenarbeit verschiedener kultur- und natur­ wissenschaftlicher Disziplinen. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Forschungs-, Entwicklungsund Gestaltungsprojekte, um die sich für eine bestimmte Zeit kooperierende Akteure und Netzwerke gruppieren.

Im Bürogebäude arbeiten diejenigen, die mit der Programmierung und Verwaltung des Geländes beschäftigt sind. Darüber hinaus können Räume von Kooperationspartnern oder hiesigen Kreativ­ agenturen angemietet werden. Nicht zuletzt gibt es Platz für temporäre Projektteams, die vorübergehend an einer Ausstellung arbeiten, eine Konferenz vorbereiten, ein Festival durchführen.

Das Gästehaus beherbergt primär die nationalen und internationalen Gäste der Hochschulen, kann aber ebenso von Tagungsteilnehmern oder Touristen belegt werden. Kleine Apartments ermöglichen eine längere Nutzung für Gastwissen­ schaftler. Denkbar ist auch die Beherbergung von Künstlern im Rahmen eines Artist In Residence Programms.

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3.4

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Ausstellungshalle

Saal für Performative Künste

Restaurant Café

In der Ausstellungshalle sind Präsentationen zu aktuellen Themen in Kunst, Architektur, Design, Fotografie, Video, usw. zu sehen. Außerdem dient sie als Experimentierfeld und Projektraum für angehende Kunsthistoriker und Kuratoren.

Im Theatersaal sind Performances, Filmvorführungen und Konzerte zu erleben. Darüber hinaus dient er als Probenraum und Produktionsstätte der Szenischen Forschung. Eine regelmäßige Nutzung durch freie Gruppen ist ebenfalls möglich.

Das Restaurant ist von morgens bis abends geöffnet. Es serviert das Frühstück für das Gästehaus; das Business-Lunch für die Beschäftigten aus der Nachbarschaft; das festliche Dinner vor dem Konzertbesuch. Es ist der zentrale Begegnungsort auf dem Gelände. Es verfügt über eine große Freifläche oder Terrasse, die im Sommer zusätzlich mit Liegestühlen ausgestattet ist.

Bar

Garten Freizeitanlage Kinderspielplatz

Neben dem Restaurant befindet sich ein Kinderspielplatz. Während die Kleinen im Sand spielen, trinken die Eltern ihren Kaffee. Die Jugendlichen vergnügen sich mit einer Slackline oder an einer Kletterwand. Natur-Liebhaber laden zum geselligen Urban-Gardening. Im Garten wuchert und wächst es wild durcheinander.


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Der Tagesablauf: von morgens bis abends voller Aktivtäten

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Effekte für die Stadtentwicklung: inspirierend, bereichernd, attraktiv Generierung neuer Ideen Transfer von Wissen

Aktivierung kreativer Potenziale

Stiften neuer Allianzen Idealerweise spricht das Gesamtkonzept mehrere Bevölkerungsgruppen an, die das Areal zu ver­schiedenen Tageszeiten auf unterschiedliche Art und Weise nutzen. So entsteht ein lebendiges und integratives Gelände, das vielfältige Aktivitäten und Begegnungen ermöglicht.

07. 00 Im Gästehaus beginnt der Tag mit einem Gespräch über die Zukunft der Hochschulen zwischen einem Gastprofessor der HS Bochum und einem Artist-in-Residence des C60   ­ C olla ­b o­r a­toriums, die sich gerade beim Frühstück kennen­ gelernt haben. 07. 30 Der Fahrradweg zwischen der Bessemerstraße und der Viktoriastraße füllt sich mit Berufstätigen, die mir ihrem Rad zur Arbeit fahren. Die Pendler aus der Region nutzen die großzügige Fahrradgarage, um auf kurzem Weg in die S-Bahnhaltestelle Ehrenfeld umzusteigen. 08.00 Die ersten Studierenden sind auf dem Weg zur Vorlesung über Architektur und Stadtentwicklung im Auditorium. 08.30 Das Büro-Gebäude füllt sich nach und nach mit Angestellten der Hochschulen und krea­ tiven Freiberuflern. 09.00 Im Tagungshaus beginnt ein internationales Symposium der Zukunftsakademie NRW. 09.30 Eine Gruppe von Kindern stürmt den Spielplatz, während sich ihre Eltern auf der angrenzenden Restaurant-Terrasse unterhalten. 10.00 Eine Schulklasse besucht die Ausstellungshalle.

12.00 Beschäftigte aus der Nachbarschaft tref­ fen sich zum Business-Lunch im Restaurant. 14.00 Einige Ruheständler spazieren über das Gelände, um sich die Beine zu vertreten und den Garten zu genießen. 15.00 Schüler aus der Musikschule gehen vor ihrer Stunde noch einmal gemeinsam die Noten durch und gönnen sich ein Eis. 16.00 Kunstinteressierte Bürger und Touristen versammeln sich zum Artist-Talk vor der Ausstellungshalle. 17.00 Eine Gruppe von Studierenden trifft sich im Büro, um das nächste Festival vorzubereiten. 18.00 Abendessen im Restaurant: die Gäste kommen entweder erschöpft vom Einkaufsbummel oder voller Vorfreude vor der Veranstaltung im Musikzentrum oder im Schauspielhaus. 19.00 Erneut verdichtet sich der Fahrrad-Verkehr zwischen der Viktoriastraße und Bessemerstraße. Begleitet von Läufern und Flaneuren. 20.00 Im Auditorium findet eine Diskussionsveranstaltung zum Verhältnis von Wissenschaft, Kunst, Stadtentwicklung und Wirtschaft statt. 22.00 Nach den Veranstaltungen treffen sich Jung und Alt in der Restaurant-Bar, um den Abend ausklingen zu lassen. 23.00 Im Gästehaus legen sich die Gäste zu Bett. 24.00 Die Nachtschwärmer machen sich auf den Weg in die benachbarten Clubs ...

Positives Image für das Stadtmarketing

Förderung eines innovations­freudigen Milieus

Öffentlicher Raum mit hoher Aufenthaltsqualität

Identitätstiftendes kulturelles Zentrum

Investitionen für die regionale Wirtschaft

Lebendige und vielfältige Stadtraum­­gestaltung Attraktive und zukunftsweisende Baukultur

Vernetzung von Hochschulen, Kulturein­richtungen, Kreativunternehmen

Entwicklung des ViktoriaQuartiers

Bau eines neuen Campus für UniverCity Bochum


szenario A: APp Town

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Lageplan 1:500 Legende Viktoriastra ße

Freizeit / Event Büro / Wohnen Stellplätze

Humbold straße

Grünflächen

Wasserflächen

Schmidtstraße

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Katharinastraße

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punkt des Areals angeordnet. Die unmittelbare Nähe zu einem großen Park lockt dabei an und schafft Aufenthaltsqualität. Durch die Mischnutzung aus Arbeit, Studium, Lehre und Veranstaltung werden Synergien erzeugt, die kreatives Potenzial haben. Es wird ein Ort für Austausch, Zusammenarbeit und Innovation geschaffen.

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Die Leitidee der app.town liegt in der Integration der Brachfläche City-Tor-Süd in die umgebende Stadtlandschaft. Das Gelände dient als Verbindungsstück und Erschließung für die angrenzen­ den Stadtteile im Osten, Norden und Westen der Bochumer Innenstadt. Durch ein klares, übersichtliches Raster kann das Areal in mehreren Abschnitten realisiert und diverse Nutzungen angeordnet werden. Das Basismodul belegt eine Fläche von 12x12 Metern und lässt sich flexibel erweitern. Dadurch entsteht eine kleinteilige Gebäudestruktur, die Raum gibt für verschiedene Nutzungen wie Studieren, Arbeiten, Freizeit oder Wohnen. Die Strategie des Konzepts ist es, durch wenige vorgegebene Bausteine den Anstoß für eine partizipative Quartiersentwicklung zu geben. Dazu werden vier Sondernutzungen an den Verknüpfungspunkten zu den angrenzenden Stadtquartieren angeordnet. Beispielsweise dient das Ausstellungsgebäude, in Verlängerung der Rotunde, als erstes Aushängeschild des neuen Quartiers und bildet zusammen mit der Erweiterung des P8 Parkhauses symbolisch das City Tor Süd. Daneben wird als Treffpunkt ein Audi­ torium mit einem angebundenen Café im Mittel-

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und Westen der Bochumer Innenstadt.

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Durch ein klares, übersichtliches Raster kann

der Erweiterung des P8 Parkhauses symbolisch

das Areal in mehreren Abschnitten realisiert

das City Tor Süd. Daneben wird als Treffpunkt

und diverse Nutzungen angeordnet werden.

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dabei an und schafft Aufenthaltsqualität.

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Durch die Mischnutzung aus Arbeit, Studium,

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oder Wohnen. Die Strategie des Konzepts ist es,

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Ausstellung

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Präsentation

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Larissa Kranich Niklas Menn Severin Niedzielski Henning Schwieters

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Car-Sharing

Aktion

Co-Working

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Auditorium

Interaktives modell

Ausstellung

Büro

Tagungshaus

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A


Kino und Aufführungen der Kunstszene und der RUB bietet.

Ausstellung

Tagungshaus

Auditorium

Tagungshaus

Das Gelände der Gleise 3 und 4 bietet Raum für eine Ausbaureserve. Für Firmen und Akteure der Kulturszene bietet sich der Standort durch die Nähe zum Schauspielhaus und zur Kreativwirtschaft des Viktoriaquartiers an. Mit dem Rottstr 5 Theater und dem zukünftigen Musikzentrum wird dieses Areal das Kerngebiet des kulturellen Lebens.

3. Bauabschnitt

Co-working

Parkplätze

Info-Point

Der Parkplatz vor dem Lidl-Supermarkt wird nicht mehr in voller Ausdehnung beibehalten. Aufgrund der Revitalisierung des Standorts des Ringlokschuppens und der realisierten Gebäude im ersten Bauabschnitt werden übergangsweise die Flächen der Gleise 3 und 4 zum Parken genutzt. Bei der späteren Entwicklung soll in diesem Bereich eine Tiefgarage gebaut werden, die das Gebiet mit ausreichend Stellplätzen versorgt.

Im zweiten Bauabschnitt können weitere Gebäude auf dem Gleis 2 entwickelt werden, das im westlichen Bereich als Ausbaureserve ausgewiesen ist. Falls die Bochumer Hochschulen keinen weiteren Bedarf an Flächen haben, kann das Areal weitervermarktet oder an Investoren veräußert werden.

2. Bauabschnitt

1. Bauabschnitt

szenario B: nächster halt wissen

Zugang S-Bahnhof Bochum-Ehrenfeld (Bessemerstraße)

Entwurfsprozess

6

Im ersten Bauabschnitt werden die Gebäude für das Raumprogramm der UniverCity realisiert. Dafür werden zwei Gleise, sowie die Verlängerung der Achse genutzt, auf der das Riff und die Rotunde stehen. Hinzu kommt in der Nordspitze das Ringloktheater. Dieser Bauabschnitt kann, je nach Bedarf, in verschiedene kleinere Bauabschnitte gegliedert werden.

Ausstellung

CAMPUS VIKTORIA

Zugang Bermuda3eck (Viktoriastraße)

1. Schritt: Das Gleis

2. Schritt: Das Herausstülpen der Gebäude aus dem Gleis

lageplan

perspektive

Das Gebiet des Viktoriadreiecks ist Richtung Osten und Süden von Gleisen und nach Westen von Gewerbebetrieben begrenzt. In diesem Bereich sind die ursprünglich als Dreieck ausgebildeten Gleisanlagen bereits entfernt worden. In der Ent­ wicklung des Quartiers wird das Motiv der alten Gleise aufgegriffen und der Entwurf an das Thema Bahnhof angelehnt. Der neue Campus trägt daher den Projektnamen »UniverCity – nächster Halt Wissen«. Konzept Die Gleise stellen als langes Band die Grundlage für die Bauplätze dar, die Zwischenräume dienen, wie der Bahnsteig, der Erschließung. Der Bereich zwischen den Gleisen bildet durch die Tiefe der Gebäude und die verschränkte Anordnung einen geschwungenen Pfad durch einen Grünraum. Ebenso ist hier Platz für Terrassen und außenliegende Arbeitsflächen. Die Endpunkte sind zu Plätzen aufgeweitet und bilden die Haupterschließungspunkte. An der Viktoriastraße knüpft

das Grundstück an der Südspitze des Bermuda3Ecks, dem Konrad-Adenauer-Platz, an. Hier be­f indet sich der Zugang zu der U-Bahnstation Bermuda3eck/Engelbertbrunnen zwischen Haupt­ ­b ahnhof und Schauspielhaus. Der westliche Zugang wird über eine Treppenanlage zur Bes­ semerstraße gebildet, der diese direkt mit dem Bermuda3Eck und damit auch mit dem Gebiet des Gleisdreiecks verbindet. Ebenfalls wird das Entwurfsgebiet dadurch an den S-Bahnhof Bochum-Ehrenfeld angebunden. In der Nordspitze ist ein Zugang zu der Grünfläche an der Katarinastraße geplant, der vom Ringloktheater aus eine direkte Verbindung zu dem Quartier um den Springerplatz herstellt.

Fabienne Bücker   Lasse Drees    Lars Herpers   Sabine Kühn

isometrie

modell

18   21


B


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szenario C: URBAN UNI GREEN

chillen! be active!

playground!

sleep well!

Bistro

ar

ilb

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ck

Co eat fresh!

learning!

entertainment! present!

work hard!

Durch die Lage mitten in der Innenstadt Bochums und die umliegenden kulturellen und öffentlichen Einrichtungen wie das Schauspielhaus, das ViktoriaQuartier und das Bermuda3eck bietet die Brachfläche des City Tor Süd eine Menge Potenzial. Unter drei wesentlichen Aspekten soll das Gelände jedem Bürger zugänglich und nutzbar gemacht werden. Der erste Aspekt ist die grüne Freifläche mit Spielplatz, einer Sportfläche und Gastronomie, die in der Innenstadt eine qualität­ volle Parklandschaft mit großer Aufenthaltsqualität bietet. Die modellierte Hügellandschaft bettet die verschiedenen Nutzungen harmonisch in die Landschaft ein und bildet gleichzeitig eine span­n ungsvolle räumliche Abfolge. Der Hochschulverband Bochum möchte einen Standort in der Bochumer Innenstadt beziehen. Um für Studierende, Professoren und interessierte Bürger das Gelände nutzbar zu machen, sollen im Westen, auch in direkter Verbindung zum Henry-Bessemer-Park, Co-Working Arbeitsplätze entstehen. Zudem wird es einen großen Mehrzweckraum für Tagungen, Vorlesungen oder Präsentationen geben. Für Gastprofessoren, in­ ­ter­­nationale Studenten und alle die wollen werden kleine Schlafpavillions errichtet, die angemietet werden können. In der Mitte findet ein offenes Auditorium seinen Platz. Hier können Theateraufführungen, Präsentationen, Public Viewing oder Konzerte stattfinden.

Da im ViktoriaQuartier ein Quartier für kreative Köpfe entstehen soll, möchten wir als bauliche Erweiterung der Riff-Halle Raum für Start-Ups bieten. Die große Halle kann ich mehrere Räume unterteilt werden, die unterschiedlich vermietet werden können. Ob als erster selbstständiger Laden oder als Proberäume für Bands – hier kön­ nen sich junge Menschen ausleben. Der letzte Aspekt, der sowohl Kreative, Hochschulangehörige und Bürger anspricht, sind die besonderen Präsentationsmöglichkeiten. Gegen­ über des Bermuda3ecks, auf dem Weg zum Henry-Bessemer-Park und auch in der Mitte des Geländes gibt es in der gestalteten Hügellandschaft verschiedene Präsentations- und Ausstellungsflächen. Außerdem gibt es an den öffentlichen Wegen sogenannte »Schaufenster« in den Hügeln, die von Studenten jeglicher Fachrichtungen oder Kreativen unterschiedlich bespielt werden können.

lageplan

modell Fahrradweg Westpark

strassen

Tim Gagel   Dorothee Hauptmann    Thomas Redkiewicz   Britta Schnabel

zeitliche entwicklung

grünflächen

bebauung

nutzung

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C


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Das institutionelle Umfeld: UniverCity Bochum, Kreativ. Quartiere Ruhr, C60/Collaboratorium

Eine Realisierung der Szenarien würde von mehreren Partnern, Initiativen und Entwicklungsstrategien profitieren. Allen voran der Stadt Bochum, den ansässigen Hochschulen und der UniverCity Bochum. Aufgrund der Verortung im ViktoriaQuartier wäre der Campus zudem Bestandteil der KreativQuartiersEntwicklung. Das C60   Collaboratorium würde in diesem Zusammenhang den Prozess auf operativer Ebene vorantreiben. Nicht zuletzt könnten weitere Akteure wie beispielsweise die Kulturgleis Bochum GmbH mit der Rotunde einbezogen werden.

UniverCity Bochum UniverCity Bochum ist ein Verbund aus den sieben in Bochum ansässigen Hochschulen, der Stadt Bochum, Bochum Marketing, dem Akademischen Förderungswerk (AKAFÖ) und der Industrie- und Handelskammer (IHK Mittleres Ruhrgebiet). UniverCity Bochum entwickelt Konzepte, um die Stadt als Wissenschaftsstandort zu stärken, ihre Attraktivität zu erhöhen und die Lebensbedingungen weiter zu verbessern. Sie richtet ihre Arbeit an den folgenden Handlungsfeldern aus: Urbanität Wirtschaft Bildungspotenziale

Durch die Zusammenarbeit von Stadt, Wirtschaft und Wissenschaft kommt es zu einem lebendigen Ideenaustausch und partnerschaftlichen Miteinander, die sich positiv auf die Entwicklung der Region auswirken. Und davon haben alle e­t­ was: Studierende, Lehrende, Forschende, aber auch Arbeiter und Angestellte, Bürgerinnen und Bürger. Deswegen werden die Partner von Univer­ City Bochum in Zukunft noch intensiver kooperieren.

2011 haben das Land NRW und der Regionalverband Ruhr im Rahmen der Nachhaltigkeitsvereinbarung zur Kulturhauptstadt RUHR.2010 die Fortführung des Projekts Kreativ .Quartiere Ruhr durch ecce und die Wirtschaftsförderung metropoleruhr (wmr) beschlossen. Demnach soll ein »strategischer Rahmen« geschaffen werden, damit »diese Standorte in lokaler Verantwortung renommierte räumliche Beispiele des regionalen Strukturwandels werden können.«

Die beteiligten Hochschulen sind: EBZ Business School, Evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, Folkwang Universität der Künste, Hochschule Bochum, Hochschule für Gesundheit, Ruhr-Universität Bochum, Technische Fachhochschule Georg Agricola.

Im Fokus des Projektes Kreativ.Quartiere Ruhr in Bochum steht das Viktoria.Quartier am südlichen Rand der Innenstadt zwischen dem Bochumer Schauspielhaus im Stadtteil Ehrenfeld, der Rottstraße im Griesenbruch und dem Springerplatz mit SAE. Der neue Campus für UniverCity würde die Entwicklung des Bochumer Kreativquartiers maßgeblich bereichern und nachhaltig sichern.

Kreativ.Quartiere Ruhr und ViktoriaQuartierBochum C60   Collaboratorium für kulturelle Praxis »Stadt der Kreativität« ist ein Terminus, der im Projekt Kreativ.Quartiere wörtlich genommen wird. Denn Kreativität muss im Stadtraum sichtbar werden, um mehr als ein abstrakter Begriff zu sein. Das Ruhrgebiet ist ein Ballungsraum mit großem kreativem Potenzial, das an einigen Orten bereits deutlich zu sehen ist. Dieses Potenzial gilt es auszuschöpfen und politisch bewusst zu machen, um Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit dauerhaft sicherzustellen.

Das C60   Collaboratorium ist eine neue Einrichtung für zeitgenössische Kunst und Kulturwissenschaft. Es versteht sich als interdisziplinäres Labor, kulturelles Innovationszentrum und öffen­ tliches Forum. Das Programmspektrum reicht von Bildender Kunst über Neue Musik, Theater, Film und Neue Medien bis zu Design, Architektur und Stadtent-

wicklung. Dabei soll es nicht allein um die Produktion und Präsentation von zeitgenössischer Kunst gehen, sondern ebenso um die (kultur) wissenschaftliche Reflexion gesellschaftspolitischer Themen. Das C60   Collaboratorium bringt die Hochschulen ins städtische Zentrum und soll in den kommenden Jahren zur zentralen Spielstätte von UniverCity Bochum und den am Verbund beteiligten Hochschulen ausgebaut werden. Verortet in der Rotunde am Konrad-Adenauer-Platz engagiert sich das C60   Collaboratorium aktiv für die Entwicklung des Bochumer ViktoriaQuartiers und partizipiert damit an der regionalen Entwicklungsstrategie Kreativ.Quartiere Ruhr. Das C60    Collaboratorium betrachtet die Stadt als Handlungsfeld und forciert das produktive Zusammen­ spiel von Zeitgenössischer Kunst, (Kultur)Wissenschaft, Stadtentwicklung und Kreativwirtschaft. In diesem Zusammenhang hat das C60   Collaboratorium 2012 die Entwicklung eines integrativen Campus für UniverCity Bochum im ViktoriaQuartier angestoßen und auf den Weg gebracht. Das C60   Collaboratorium ist eine Initiative der Ruhr-Universität und wird in Kooperation mit der Stadt Bochum, UniverCity Bochum und den am Verbund beteiligten Organisationen sowie der Kulturgleis Bochum GmbH und Bochum Marketing realisiert. Seit 2012 wird es vom Land NRW, ecce und der Stadt Bochum gefördert.


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CAMPUS VIKTORIA

Entwicklungsstrategie: Schritt für Schritt in kleinen Etappen

Das überzeugendste Argument für das skizzierte Pavillon-Konzept besteht in seiner Beweglichkeit: die einzelnen Bausteine des modularen Konstruktionsprinzips bauen zielorientiert aufeinander auf und erlauben zugleich eine fortwährende Anpassung an aktuellen Entwicklungen.

Mit anderen Worten: Es muss nicht alles auf einmal gebaut werden. Im Gegenteil kann mit einem ersten Gebäude begonnen werden, während das zweite geplant und das dritte diskutiert wird. Erfahrungen mit fertiggestellten Gebäuden können in den weiteren Planungsprozess integriert und für die Optimierung der weiteren Pläne genutzt werden. So lassen sich Kostenexplosionen vermeiden und neueste Trends berücksichtigen.

Begleitet werden soll die Campus-Entwicklung von einem interaktiven Kommunikationsprozess, an dem neben Architekten und Stadtplanern auch Kultur- und Naturwissenschaftler, Künstler, Gestalter, Ingenieure, NGOs und Anwohner partizipieren. Mit einem solch interdisziplinären Ansatz sollen möglichst viele gute Ideen angestoßen, die Gestaltungsqualität erhöht und die Planung optimiert werden. Der Bauphase könnte zudem die Bespielung temporärer Architekturen vorausgehen. So könnte an der HS Bochum ein erster Pavillon entworfen, von Studierenden auf dem Gelände aufgebaut und vom C60   Collaboratorium und seinen Partnern bespielt werden. In diesem Sinne hat die Campus-Entwicklung also eigentlich schon mit der ersten Präsentation auf dem Gelände be­ gonnen ...

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Finanzierungskonzept: geringes Risiko dank separater Bausteine

Die einzelnen Pavillons können separat kalkuliert und nacheinander gebaut werden.

Das schrittweise Vorgehen ermöglicht es, die Bauphase mit relativ wenig Geld zu beginnen und das finanzielle Risiko zu minimieren. Für die wirtschaftlich rentablen Pavillons, wie z. B. den Büro-Komplex, das Restaurant und das Gäste­haus, sollten private Investoren gefunden werden.

Für Pavillons, die einer öffentlichen Nutzung dienen, wie z.B. das Auditorium oder die Ausstellungshalle, müssten Fördermittel eingeworben werden. Für die Realisierung des konzeptionell anspruchs­ vollen Gesamtszenarios könnten Fördermittel der EU für die Bereiche Hochschule, Stadtentwicklung, Kunst und Kreativwirtschaft beantragt werden.


10 VISION 2020 CAMPUS VIKTORIA

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Bei all den Aktivitäten haben Frau Andrews und Herr Snyder glatt die Zeit vergessen. Sie bezahlen, winken einem Taxi und sind in fünf Minuten am Bahnhof. In Berlin angekommen erzählen sie ihren Freunden noch lange von dem lohnenswerten Abstecher – und davon, dass sie unbedingt noch mehr von diesem neuen Bochum sehen möchten ...

Auf ihrer Fahrt von Frankfurt nach Berlin planen Frau Andrews und Herr Snyder einen kurzen Zwischenstopp in Bochum. Sie möchten sich das neue ViktoriaQuartier ansehen, von dem sie schon so viel gelesen haben. Sie fahren eine Station mit der S-Bahn bis zur Haltestelle Ehrenfeld, betreten den Viktoria-Campus über die Brücke und flanieren zunächst einmal von einem zum anderen Pavillon über das Gelände. Nachdem sie sich über die architektonischen Details der einzelnen Gebäude informiert und einige Fotos geschossen haben, setzen sie sich in den Garten des Restaurants und lassen die Blicke schweifen. In den Bäumen neben ihnen zwitschern die Vögel.

Im nahegelegenen Auditorium findet gerade eine internationale Konferenz zum Thema Social Media statt. Dazu sind Experten aus Europa, Ameri­ka und Asien angereist. Einige von ihnen diskutieren gerade über OpenCourseWare und Open­Univer­ sities. Andere nutzen die Kaffeepause um sich in der Ausstellungshalle die neue Präsentation des Kunstgeschichtlichen Instituts der RUB anzusehen.

Just in diesem Augenblick fährt ein Solarauto der Hochschule Bochum vor, das insbesondere bei den Gästen aus Indien auf großes Interesse stößt. Die Fahrerin ist auf dem Weg zu einem der Büros auf dem Gelände, um die Produktion eines Werbefilms zu besprechen. Ihr entgegen kommt eine Gruppe von Studierenden, die einen der Arbeitsräume für die Vorbereitung eines Start-Ups nutzen. Im Restaurantgarten treffen derweil Besucher des Musikzentrums, des Schauspielhauses und der Ruhr-Triennale aufeinander, die sich vor der Vorstellung noch stärken möchten.


CAMPUS VIKTORIA

VIKTORIAQUARTIER BOCHUM

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Christuskirche / platz des euro­päischen versprechens RATHAUS

E ALLE

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ASS

VIKTORIASTRASSE

Westpark jahrhunderthalle

Rottstr 5 Galerie / theater

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rottstrasse

GRIESENBRUCH

SAE M aximilian - kolbe springerplatz

- strasse

Zukunfts-­ akademie NRW

hauptbahnhof

musikzentrum

Bermuda3ecK

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Freies kunst territorium

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Konrad adenauer platz

TS ST RA

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bessemer strasse

CAMPUS FÜR UNIVERCITY BOCHUM

C60 RoTUNDE

OSK

Ehrenfeld

Schauspielhaus

S s-bahn Ehrenfeld

KÖN IGSA LLEE

 Präsentation der Campus-Szenarien am Konrad-Adenauer-Platz, bochum 17. 05.– 30.06.2013 ( Prof. dr. elmar w. weiler, rektor der rub   Dr. Stephan muschick, GF der rwe stiftung     dr. ottilie scholz, ob der stadt bochum   prof. xaver egger, hochschule bochum )

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PARTNER UND FÖRDERER

C60/Collaboratorium: Neuer Campus im ViktoriaQuartier Bochum  

Info-Broschüre zur Campus-Entwicklung für Univercity Bochum und die sieben am Verbund beteiligten Hochschulen.