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News & Trends

Magazin des BDKJ im Erzbistum Köln

Ganz freiwillig

50 Jahre Freiwilligendienste: persönliche Chancen und politische Probleme

uu Spezial: 5tausend mal Danke Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum des FSD-FSJ e. V. im Erzbistum Köln uu Rückblick: 72-Stunden-Aktion Was bleibt ein Jahr danach?

Juni – 2/2010

24. Jahrgang


u Inhalt Der BDKJ und seine Mitgliedsverbände BDKJ-Diözesanverband Köln Steinfelder Gasse 20–22, 50670 Köln Fon: 0221 1642‑6316, Fax: ‑6613 info@bdkj-dv-koeln.de www.bdkj-dv-koeln.de

uuInhalt

BdSJ-Diözesanverband Köln Steinfelder Gasse 20–22, 50670 Köln, Fon: 0221 1642‑6562, info@bdsj-koeln.de www.bdsj-koeln.de CAJ-Diözesanverband Köln Steinfelder Gasse 20–22, 50670 Köln Fon: 0221 1642‑6848 info@caj-dv-koeln.de www.caj-dv-koeln.de DPSG-Diözesanverband Köln Rolandstraße 61, 50677 Köln Fon: 0221 937020‑0, Fax: ‑44 info@dpsg-koeln.de www.dpsg-koeln.de KjG-Diözesanverband Köln Steinfelder Gasse 20–22, 50670 Köln Fon: 0221 1642‑6432, Fax: ‑6841 info@kjg-koeln.de www.kjg-koeln.de KLJB-Diözesanverband Köln Steinfelder Gasse 20–22, 50670 Köln Fon: 0221 1642‑6555, Fax: ‑6288 buero@kljb-koeln.de www.kljb-koeln.de Kolpingjugend Diözesanverband Köln Steinkopfstraße 11–13, 51065 Köln Fon: 0221 2 8395‑11, Fax: ‑29 dmimberg@kolping-koeln.de www.kolping-koeln.de KSJ-Diözesanverband Köln Gabelsberger Straße 19, 50674 Köln Fon: 0221 410508, Fax: 4200619 info@ksj-koeln.de www.ksj-koeln.de Malteser Jugend Diözesanverband Köln Siegburger Straße 229c, 50679 Köln Fon: 0221 97454518, Fax: 97454527 jugendreferat@malteserjugend-koeln.de www.malteserjugend-koeln.de PSG-Diözesanverband Köln Steinfelder Gasse 20–22, 50670 Köln Fon: 0221 1642‑6560, Fax: ‑6869 info@pfadfinderinnen-koeln.de www.pfadfinderinnen-koeln.de

Impressum u Herausgeber: Trägerwerk des Bundes der Deutschen Katholischen Ju‑ gend (BDKJ) in der Erzdiözese Köln e. V., Steinfelder Gasse 20–22, 50670 Köln, Fon: 0221 1642‑6316, Fax:  0221 1642‑6613, Email: redaktion@ bdkj-dv-koeln.de, Internet: www.bdkj-dv-koeln.de u Redaktion: Chris‑ toph Herwartz (ch), Tobias Agreiter (ai  – V. i. S. d. P.), Sarah Primus (SP), Annika Triller (at) u Sekretariat: Sheila Völz u Layout: Thomas Jako‑ bi, www.partout.info u Druck: schöttler druck, Ratingen u Titelbild: Das Titelbild entstand beim LautStark-Gipfel der KjG im Jahr 2007. Dort entwickelten Kinder und Jugendliche Ideen für die Gesellschaft von mor‑ gen und präsentierten ihre Botschaften im Mainzer Landtag. © KjG/Foto: Nina Grützmacher u Auflage: 1 800 Exemplare u Erscheinungsweise: 4 x jährlich u Bezugspreis: Der Bezugspreis für N&T ist für die Mitglie‑ der in den Mitgliedsverbänden des BDKJ im Erzbistum Köln in dem je‑ weiligen Mitgliedsbeitrag enthalten u ISSN: 1437‑9120 u Namentlich gekennzeichnete Beiträge entsprechen nicht unbedingt der Meinung der Redaktion u Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 3.9.2010

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uu iN&Tro

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uu Land & Leute

KjG: Kinderlärm ist ­Zukunftsmusik

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Erzbistum: Neue Zeiten in der Laienvertretung

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Diözesantag: „Zukunft ist jetzt“

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uu Mystik & Politik

CAJ: Mut statt Armut – Josefstag 2010

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BDKJ Köln: Goldener Kochlöffel an die Grünen

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Rotes Sofa: SchülerInnen mit klaren Vorstellungen

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Kirchentag: Damit ihr Hoffnung habt …

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NRW-Wahl: Post aus Düsseldorf und Berlin

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BDKJ RS&SG: Unterwegs für Toleranz

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uu Kultur & Gesellschaft

KLJB: Gemeinsamkeiten mit Aleviten und Neuapostolen

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PSG: Pfadfinderinnen laufen in Stiftung ein

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72-Stunden-Aktion: Nachhaltige Projekte

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BDKJ-Bundesverband: Mehr Dialog, mehr ­A ktion, mehr Gerechtigkeit

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72-Stunden-Aktion: Singen für und in New Orleans 13 uu Titelthema

Interview: „Wir dürfen nicht beliebig werden“

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Kommentar: Wenn etwas gut funktioniert, mach’ mehr davon!

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Freiwillige zwischen den Rädern: In eigener Sache

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uu Kraut & Rüben

CAJ: Mutig sein

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Aufruf: Junge Flüchtlinge an ­Ferienfreizeiten beteiligen! 19 Kolpingjugend: Hauptsache fair uu eNTe

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as war das für eine gute, bereichernde Zeit. Mein Zivildienstjahr war so anders als die Schule. Ich hatte eine sinnvolle Aufgabe, Verantwortung und ein gutes Team. Manchmal war die Arbeit hart, trotzdem bin ich immer gerne hingegangen. Es war für mich kein verschenktes Jahr, im Gegenteil. Die Erfahrungen, die ich dort machen konnte, hätten mir ansonsten einfach gefehlt. Ob Zivildienst, FSJ oder „weltwärts“ – meiner Meinung nach sollte jede und jeder ein Jahr haben, das sie oder ihn weiter bringt, in dem sie oder er anderen hilft.

in einer Zeit, wo mit Wehrdienstverkürzung und Doppeljahrgang große Herausforderungen anstehen.

Foto: knallgrün/photocase.com

Man könnte sagen: Diese N&T kommt zur rechten Zeit, um sich in das Thema einzulesen, auch wenn der Anlass ein ganz anderer ist: Das Jubiläum des vom BDKJ getragenen FSD-FSJ e. V., der in diesen Wochen 50 Jahre alt wird. Mit einem halben Jahrhundert Erfahrung wird er wohl auch mit den aktuSo gut und bereichernd ein FSJ für die Frei- ellen Problemen fertig werden. Damit die willigen sein kann, so hektisch ist die Or- Freiwilligen einfach ein gutes, bereichernganisation im Moment auf der Seite der des Jahr haben können. Trägerorganisationen. Da wird Geld abgezogen, das schon zugesagt war, da werden Freiwillige aus Afrika zurückbeordert, weil Christoph Herwartz es Probleme mit den Visa gibt. Das FSJ ge- Referent für Presse und Medien rät zwischen die politischen Räder und das

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u Land & Leute

uuKinderlärm ist ­ Zukunftsmusik

uuNamen & Nasen

Kindern und Jugendlichen Gehör verschaffen von Steffi Maier

A ltenberg. „Wir beobachten, dass die Toleranz gegenüber spielenden Kindern in der Gesellschaft sinkt. Wir müssen Kindern Räume geben, um sich zu entfalten“, erläutert Diözesanleiterin Katharina Schwellenbach die Forderung der KjG. Mit einem offenen Brief an den Landtag setzt sich der Verband für eine Gesetzesänderung ein, wie sie in Berlin bereits durchgesetzt wurde. Demnach sollen störende Geräusche, die von Kindern ausgehen, als Ausdruck kindlicher Entfaltung zumutbar sein.

und sich mit ihr verbunden fühlen. Sie sehnen sich nach einer offenen Kirche, in der Glaube gemeinsam und gleichberechtigt gefeiert, verkündet und gelebt wird.“ Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft von Kindern und Jugendlichen übernimmt die KjG auch mit ihrem Entschluss, in Zukunft verstärkt auf CO₂Einsparungen zu achten. Diözesanleiter Tim Mertens ist stolz über die konkreten Vorgaben im Beschluss: „Wir werden in unserer Bildungsstätte Haus Sonnenberg auf Ökostrom umsteigen, bei Seminaren den Fleischkonsum deutlich eingrenzen und bei großen Veranstaltungen zur Kompensation der CO₂-Emissionen zwei Prozent des Budgets an ein Klimaschutzprojekt spenden“. Doch nicht nur politische Beschlüsse wurden auf der Jahreskonferenz gefasst, es gab es auch einen besonderen Grund zum Feiern: Die KjG begeht in dieHerzlichen Glückwunsch: Die KjG wurde 40. sem Jahr ihren 40. Jahrestag. 1970 Mehr Raum für Mitgestaltung für Kin- wurde der demokratische Kinder‑ und Juder und Jugendliche wünscht sich die gendverband in Altenberg mit dem ZuKjG in einem weiteren offenen Brief von sammenschluss der Katholischen Frauenden Verantwortlichen des Erzbistums jugendgemeinschaft und der Katholischen Köln. Benedict Martin, ehrenamtlicher Jungmännergemeinschaft gegründet. Das Diözesanleiter der KjG: „Wir erleben, wurde auf historischem Grund in Altendass viele Jugendliche zur Kirche stehen berg mit einer Geburtstagsparty gefeiert. Foto: KjG

„Kinder sehnen sich nach einer ­offenen Kirche“

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Wieder komplett ist nach den Wah‑ len von Alexander Linke und Elena Stötzel der Diözesanvorstand der KL JB. Die KL JB freut sich, da ss sie nach langer Vakanz das Amt der geist‑ lichen Verbandsleitung wieder beset‑ zen konnte. Mit Pastoralreferent Alexander Linke (32) wurde erstmals ein Laie gewählt. Da s lang jährige KL JB Mitglied Linke brachte sich bereits vor seiner Wahl aktiv in das Verbandsge‑ schehen ein, indem er in den letzten Jahren u. a. zusammen mit seinem Bru‑ der, dem Erlebnispädagogen Tobia s Linke verschiedene KL JB-Fortbildun‑ gen in diesem Bereich leitete. In Zu‑ kunft wird er sich auch der Vorstands‑ arbeit und besonders dem „K“ in der KLJB widmen. Das Spiriteam freut sich schon auf die Zusammenarbeit. KjG -Diözesanleiterin Lena Bloemacher wurde im Rahmen einer pinken Nacht während der KjG-Diözesanver‑ sammlung verabschiedet . P fr. Dirk Bingener zeichnete sie zum Dank für ihre Verdienste mit dem BDKJ-Ehren‑ kreuz in Silber aus. Die 21-jährige Studentin der Er zie ‑ hungswissenschaft Elena Stötzel ist lang jährige Mitarbeiterin des ehren‑ amtlichen Schulungsteams der KL JB. Sie möchte den Arbeit skreis „Inter‑ nationales“ wiederbeleben und somit einen der Verbandsschwerpunkte, das Thema „Internationale Gerechtigkeit“ stärker in den Vordergrund rücken. Im Rahmen der BDKJ-Hauptversammlung wurde Bischof Dr. Franz-Josef Bode, der nach 14 Jahren sein Amt als Vorsitzen‑ der der Jugendkommission der Deutschen ­Bischofskonferenz abgab, in Würdigung seiner Verdienste mit dem Goldenen Eh‑ renkreuz aus‑ gezeichnet. Bo‑ de ist erst der dritte Jugend‑ bischof seit Gründung des BDKJ, der diese Auszeichnung erhält. BDK J - Diözesanvorsit zende Annika Triller freut sich über ihre erneute Wahl in den BDK J -Hauptausschuss, da s höchste beschlussfa ssende Gre ‑ mium des BDK J zwischen den Haupt‑ versammlungen.


u Land & Leute

uuNeue Zeiten in der Laienvertretung Vollversammlung des Diözesanrates wählt jungen Vorstand Von Leary Rose

iele engagierte katholische Laien haben ihre Wurzeln in den katholischen Jugendverbänden, die sich im Bund der Deutschen Katholischen Jugend zusammengeschlossen haben. Am 8. März wählte der Diözesanrat, das höchste Laiengremium im Erzbistum Köln, Christian Linker zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands. Linker war bis Ende 2009 Vorsitzender des BDKJ-Diözesanverbandes Köln. Außerdem sind neu im Vorstand: Tobias Agreiter, Vorsitzender des BDKJDiözesanverbandes Köln sowie Sabine Schmidt und Tim Kurzbach, beide ehemalige Vorsitzende des BDKJ-Regionalverbandes Remscheid & Solingen. Der Vorsitzende des Diözesanrates, Thomas

Nickel, hat a ls DPSG ler ebenfalls verbandliche Wurzeln. Tobias Agreiter f reut sich auf die A r b e it m it den VerbandlerInnen: „Unsere Zeit a l s Ju g endg r u p p e n l e i - Auf der Treppe nach oben: VerbandlerInnen im engagieren sich im Erzbistum terInnen hat uns geprägt. Wir wissen, wie man De- schön, dass so viele JugendverbandlerInmokratie leben kann und im Konsens zu nen ihre Kompetenz in die Laienbewesinnvollen Entscheidungen findet. Es ist gung der Kirche einbringen.“

Foto: Stephan Engels

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u„Zukunft u ist jetzt“ Laien aus dem Bistum treffen sich auf dem Diözesantag

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war ein Tag des Austausches unter den Aktiven in der katholischen Kirche durchaus angebracht. Programm und Ambiente in der Kölner Expo XXI-Halle luden dazu ein ins Gespräch zu kommen sowie Ideen und Erfahrungen auszutauschen, beispielsweise zum Pastoralkonzept und zur Frage, wie innovativ Kirche sein kann. Die Diöz e sa nvor s it z e nd e d e s BDKJ, Sarah Primu s , n a h m i m Rahmen eines Podiums Stellung zur Position der Kinder und Jugendlichen in den Seelsorgebereichen und stellte den von der BDKJTobias Agreiter und Christine Schwietz vertraten die BDKJ-Stiftung Diözesanversamm„Morgensterne“ auf dem Diözesantag. lung gefassten BeFoto: BDKJ

öln (ai). „Zukunft ist jetzt“ – Unter diesem Motto hatten sich mehr als 700 BesucherInnen auf Einladung des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Köln versammelt. Nach den Umstrukturierungen und personellen Veränderungen der letzten Jahre in den Seelsorgebereichen

schluss „Uns schickt der Himmel“ zum Jugendpastoralkonzept vor. Viel Kritik äußerten die Gäste am späten Nachmittag, als Kardinal Meisner zum Gespräch gekommen war. Schwerpunkt der Kommentare war die Arbeit der Kirchenzeitung. Viele hätten sie schon abbestellt weil die Ausrichtung zu konservativ sei und die Themen zu sehr aus den engeren Zirkeln des Generalvikariats kämen. Neben den Podien und Kleingruppen stellten sich viele Verbände, darunter auch die DPSG, an Infoständen vor. Auch die vom BDKJ getragene Jugendstiftung Morgensterne war mit einem eigenen Stand vertreten. Für sie war der Tag eine gute Möglichkeit um mit potentiellen Stiftern ins Gespräch zu kommen. Insgesamt war die stilvolle Veranstaltung ein gutes Zeichen für die Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements in der Kirche.

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u Mystik & Politik

uuMut statt Armut – Josefstag 2010 CAJ veranstaltet alter­native Stadtführung kommen  – was vielen gar nicht so leicht fiel. Außerdem wurden „ArbeitsLose“ verkauft, wobei 120 Euro zusammenkamen, die nun CAJ-Mitgliedern zugute kommen, die nur durch die-

se Hilfe an einer Bildungsfahrt nach Wien teilnehmen können. Ihren Abschluss fand die Aktion mit einem politischen Nachtgebet im Hof des Verbändehauses.

Foto: CAJ

Köln (ch). Neugierige Blicke begleiteten die Gruppe der CAJ, die sich zum Josefstag zu einer Stadtführung der anderen Art aufgemacht hatte. In gelben Warnwesten mit Aufdrucken wie „Kommt ihr Kind mit 211 Euro im Monat aus?“ zog sie durch die Kölner Innenstadt zu sieben Stationen. Dabei standen nicht Kunst und Kultur, sondern Hartz IV, Bildungsarmut und Arbeitslosigkeit im Mittelpunkt. Nach einem inhaltlichen Input wurden jeweils Fragen aufgeworfen, mit denen sich die TeilnehmerInnen beschäftigten: „Was bedeutet Arbeit für mich persönlich?“; „Wofür gebe ich selbst gerne Geld aus?“ … Dann ging es darum, über diese Fragen mit Menschen auf der Straße ins Gespräch zu

Über verschiedene Stationen zog die CAJ durch die Kölner Innenstadt.

u„Wenn u man keine Ahnung hat… (TB). …einfach mal die Klappe halten“, dachte ich in den letzten Wochen des Öfteren. Die bekannt gewordenen Fäl‑ le sexualisier ter Gewalt brachten verschiedenste, sich sehr wichtig nehmen‑ de Menschen da zu, sich zum Thema zu äußern – und das auf sehr unqualifizierte Weise. Da gibt es den Bi‑ schof, der die Ursache un‑ ter anderem in der sexuellen Revolution der 70er Jah‑ re sieht und die Politikerin, die im Zölibat des Teufels Kern entdeckt. Der Pädo‑ phile wird automatisch zum Täter, Screenings (psychologische Auswahlver‑ fahren) bei Priesteramtskandidaten werden zur idealen Prävention vor sexualisierter Gewalt er‑ hoben. Wenn es nicht so traurig und gefährlich wäre, könnte man aus dem ganzen vorhandenen Nichtwissen ein Buch erstellen – es würde zu ei‑ nem Klassiker der Comedy-Literatur avancieren. Diesen wichtigen Menschen, bzw. deren Be‑ raterInnen und allen Menschen, die handfeste Informationen über sexualisierte Gewalt ge‑

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gen Kinder und Jugendliche wollen, sei das Buch „Zart war ich, bitter war’s“ von Ursula Enders (Hrsg.), Mitbegründerin der Beratungsstelle „Zartbitter“, ans Herz gelegt. Auf 500 Seiten werden konkret und verständlich die wichtigs‑ ten Bereiche ums Thema „sexu‑ alisierte Gewalt“ behandelt. Es wird deutlich, dass schon alleine eine Definition Schwierigkeiten aufwirft – und somit auch die Be‑ stimmung des Ausmaßes. Es werden die verschiedensten Formen sexueller Ausbeutung auf‑ geführt die von Blicken und Wor‑ ten, Pornographie und Exhibitionismus über Manipulation der Genitalien bis hin zu ritueller sexueller Gewalt reichen. Auch die Diskussion um die verschiedenen Ursachen wird von den Autoren dargestellt. Diese reicht von Familien‑ strukturen über feministische Ansätze zur am weitesten verbreiteten Theorie des Machtmiss‑ brauchs. Es wird auf die Psychodynamik der Opfer ge‑ schaut und die schwierige Lage in der sie sich

befinden, da der Täter doch sonst so nett zu ih‑ nen ist. Schauer laufen über den Rücken, wenn Täter ihr Vorgehen beschreiben: zuerst das iso‑ lierteste Kind heraussuchen, dann Liebe als Kö‑ der nutzen und nach den Taten Angst, Zwang und Gewalt zum Selbstschutz nutzen. Es wer‑ den auch die gerichtlichen Prozesse und ärztli‑ chen Untersuchungen dargestellt, die betroffe‑ ne Kinder erleiden müssen, wenn sie den Mut gefasst haben ihr Schweigen zu brechen. Schade ist nur, dass die Reihenfolge der Arti‑ kel irritiert und selbige nicht immer ganz über‑ sichtlich sind. Die Informationen müssen aus den Artikeln gefiltert werden und dann mit den Infos der anderen Aufsätze kombiniert werden. Die schon genannten wichtigen Menschen führen Absichtsbekundungen auf und runde Tische ein. Dies ist aber nur sinnvoll, wenn vor einem ausführlichen Hintergrundwissen dis‑ kutiert und nach Präventionsmöglichkeiten gesucht wird. Genau diese Hintergrundinfor‑ mationen bietet „Zart war ich, bitter war’s“. Ursula Endel (Hrsg.): „ Zar t war ich, bit‑ ter war’s: Handbuch gegen sexuellen Miss‑ brauch“. Kiepenheuer & Witsch; 3. Auflage 2009. 511 S. 12,95 Euro


u Mystik & Politik

uuGoldener Kochlöffel an die Grünen Politissimo zur NRW-Landtagswahl 2010

Foto: Daniel Könen

Köln (ai). Unter dem Motto „Wähle, was Dir am besten schmeckt“, startete der BDKJ Köln auch in diesem Jahr wieder zur Veranstaltung Politissimo durch. Vier der fünf großen Parteien waren der Einladung gefolgt und heizten die Grills ordentlich an. Bei warmen Temperaturen diskutierten die anwesenden KandidatInnen von SPD, FDP, Grünen und Linkspartei über die Themen Bildung, Finanzen und Sozialpolitik. Die CDU war der Einladung der jungen Menschen leider nicht gefolgt. Am Ende hieß es: „Wähle, was Dir am besten schmeckt“. Und das taten die Lena Geuenich (mit Mikro) moderierte die politische Grill-Veranstaltung. 30 Jung‑ und ErstwählerInnen auch. Judith Hasselmann, von der Partei Grill „gelegt“. Sie gewann zusammen anstaltung findet seit 2004 statt und Bündnis 90/Die Grünen hatte wohl mit ihrer Grillmeisterin den goldenen ist zu einer festen Institution im Wahldas scheinbar beste Rezept auf den Kochlöffel. Die Politinfotainmentver- kampf geworden.

uuSchülerInnen mit klaren Vorstellungen Das Rote Sofa unterwegs in Bonn und Leverkusen JuLe (Jugendkirche Leverkusen) brachten sie ihre Positionen zur Schulpolitik in die Diskussion ein: Abschaffung von Hausaufgaben bei langen Schultagen, mehr Gruppenunterricht und stärkere Einbeziehung der SchülerInnen in

Foto: BDKJ

Leverkusen/Bonn (ai). Mit ganz klaren Vorstellungen waren 25 Jugendliche und junge Erwachsene zum Gespräch mit den LandtagskandidatInnen Rüdiger Scholz (CDU) und Eva Lux (SPD) gekommen. In der

Bauten an der Schule der Zukunft: Der BDKJ Leverkusen mit LandtagskandidatInnen.

den Schulalltag waren nur einige der Punkte. In einem zweiten Schritt wurde gemeinsam mit den Politikern eine Schule der Zukunft erbaut – wenn auch nur aus Wünschen und Bausteinen. Um sie Wirklichkeit werden zu lassen, wünschen sich die Jugendlichen jetzt den Einsatz „ihrer“ PolitikerInnen nach der Landtagswahl. Einen Monat zuvor war das Rote Sofa zu Gast in Bonn und beherbergte auf Einladung des BDKJStadtvorstandes Bonn im Campanile (Jugendkirche Bonn) KommunalpolitikerInnen von den Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FDP und SPD. Die Positionen der JugendverbandlerInnen und einigen Eltern die ebenfalls der Einladung gefolgt waren ähnelten jenen in Leverkusen. Auch hier wurde kontrovers diskutiert und versucht die PolitikerInnen von der Idee eines gerechteren Bildungssystems zu überzeugen.

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u Mystik & Politik

uuDamit ihr Hoffnung habt … Eindrücke vom 2. Ökumenischen Kirchentag

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Die Arche – gebaut von Evangelischer Jugend

Msg. Robert Kleine auf dem „Kölner Treff“ von

und BDKJ

BDKJ, CAJ und KAB

Fotos: at

er Einladung zum 2. Ökumenischen Kirchentag vom 12. bis 16. Mai 2010 nach München folgten über 300 000 Gäste. Darunter auch viele JugendverbandlerInnen aus dem Erzbistum Köln, die sich für Kirche, Staat und Gesellschaft engagierten, mit PolitikerInnen diskutierten, mit vielen BesucherInnen ins Gespräch kamen und getreu dem offiziellen Kirchentagslied der Wise Guys feierten, lachten und sangen. Höhepunkt für viele war der Kölner Treff zu dem die Katholische Arbeitnehmerbewegung der Erzdiözese Köln gemeinsam mit der CAJ und dem BDKJ in eine „kölsche“ Kneipe eingeladen hatte.

BDKJ-Vorstände im Gespräch mit Ministerin Kristina Schröder

Ökumenisches Nasswerden beim Abschlussgottesdienst

uuExperimente trotz Bodenhaftung ( TB). In der jugendpastoralen Arbeit wird viel über die „Sinus“-Studie diskutiert, die 2008 für BDKJ und Misereor erstellt wurde. Die Aussage dieser Studie ist: Die Jugend‑ verbände erreichen viele Ju‑ gendliche k aum, wie zum Beispiel die so genannten „modernen Per former “ und „experimentellen Jugend‑ lichen“. G ena u diese bei ‑ den Leitmilieus müssten wir aber erreichen, wenn wir zu‑ kunftsfähig bleiben wollen – so die Aussage der Studie. Viele LeiterInnen und Ehren‑ amtlerInnen stellen sich nun die Frage, wie sie diese Ju‑

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gendlichen erreicht können ohne dabei das Stammklientel zu vergraulen. Ein Buch, das zu dieser Diskus‑ sion einen Beitrag liefern will ist „Graffiti, Rap und Kirchen‑ c hor “, her a us gegeb en von Christel Quiring und Christian Heckmann. Für Menschen, die noch nichts von der Studie ge‑ hört haben, ist das Buch eine hilfreiche Einführung. Wer die Studie allerdings schon kennt, wird durch das Buch auf nur wenige neue Ideen gebracht.

müsse alle Milieus ansprechen und dürfe sich nicht nur noch auf die modernen Leitmilieus stürzen, weil diese nun (angeblich) unsere neue und wichtigste Zielgruppe sind. Jugendpastoral muss aufpassen, dass sie sich in ihrem Streben nach Anerkennung nicht nur auf die attraktiv erscheinenden modernen Jugendli‑ chen konzentriert, sondern den Blick nicht ver‑ liert für diejenigen, die uns genau so brauchen, auch wenn wir ihren Hedonismus oder ihre Kon‑ sumhaltung erst einmal ablehnen: „Auch Prolos dürfen ins Himmelreich“.

Christel Quiering, Christian Heckmann (Hrsg.): „Graffiti, Rap und Kirchenchor. Jugendpastora‑ Einer der Autoren warnt rich‑ le Herausforderungen der Sinus-Milieu-Studie tigerweise davor, über das Ziel U27“, Haus Altenberg Verlag, 2009, 208 S., hinauszuschießen: Die Kirche 19,90 Euro.


u Mystik & Politik

uuPost aus Düsseldorf und Berlin Ihrem alternativen Wahlprogramm stehen: Die Absenkung des Wahlalters und die gesetzlich vorgesehene Ausstattung des Kinder‑Jugendförderplans. Britta Altenkamp nimmt in der Folge noch Stellung zu den Themen Bildung, Integration und Soziales und schließt den Brief mit den Worten „Jedenfalls freue ich mich sehr, dass Sie sich die große Mühe gemacht und damit gezeigt haben, dass Sie sich einmischen wollen. Das macht auch mir Mut.“ Wie viele andere Landtagabgeordnete hat auch Britta Altenkamp den BDKJDiözesanvorstand zu Gesprächen eingeladen, worüber der sich ebenso freut wie über die Einladungen der Bundestagsabgeordneten, die gerne über die Forderung nach einem Solidaritätszuschlag für die Jugend, diskutieren möchten. „Wir streben für den Herbst Gespräche

Der BDKJ stellte Forderungen.

sowohl mit Landtags- als auch mit Bundestagsabgeordneten an, um uns mit ihnen über unsere und ihre Sicht der Dinge auszutauschen“ sagt Sarah Primus, BDKJ-Diözesanvorsitzende. Wir freuen uns auf die Gespräche und darüber bei Abgeordneten wie Norbert Röttgen oder Herman Gröhe Interesse an unseren Thesen geweckt zu haben.

uuBDKJ RS&SG unterwegs für Toleranz

Foto: BDKJ

Köln (at). Nachdem der BDKJDiözesanvorstand die Abgeordneten in Land und Bund angeschrieben hatte, um sie über das alternative Landtagswahlprogramm bzw. den Beschluss „Solidaritätszuschlag für die Jugend“ zu informieren, erhielt er in den vergangenen Wochen viele Antwortschreiben von Abgeordneten aller Fraktionen. Stellvertretend veröffentlicht die N&T Auszüge aus dem Antwortschreiben der SPD-Landtagsabgeordneten Britta Altenkamp (SPD) die gleich im ersten Satz das Motto der Kampagne U28 aufgreift, in dem sie schreibt: „Die Zukunft lacht, … wenn alle, die am 9. Mai wählen dürfen, von diesem Recht Gebrauch machen. Vor allem, wenn es das erste Mal ist!“ Im Folgenden geht Britta Altenkamp auf die Bitte um eine Stellungnahme zu unserem alternativen Wahlprogramm ein. „Als SPD-Kandidatin ist es vollkommen klar, dass ich zum SPD-Wahlprogramm stehe und alle anderen Wahlprogramme mehr oder weniger stark ablehne. Das wird niemanden wundern. Nun kommen Sie und entwickeln ein „alternatives Wahlprogramm“ zu dem ich mich verhalten soll. […] Wenn ich Ihr Programm neben unser Wahlprogramm lege, so gibt es drei Punkte, die mir am BDKJ-Entwurf viel besser gefallen: Er ist wesentlich kürzer, er ist einfacher geschrieben und er ist klarer strukturiert. […] Sie haben in Ihrem Programm Bezug genommen auf die nordrhein-westfälische Landesverfassung. […] Was hier fehlt, jedoch in der UN-Kinderrechtskonvention recht eindeutig beschrieben wird, ist die Frage der Partizipation. Diese ist meines Erachtens heute aktueller denn je. Wer ernsthaft von der Jugend einfordert, sie soll Zukunft gestalten und ihre eigenen Belange in die Hand nehmen, der muss der Jugend auch die entsprechenden Möglichkeiten geben. Für mich gehören dazu (neben anderen) zwei Dinge, die auch in

Foto: KjG/Nina Grützmacher

Abgeordnete antworten auf BDKJ-Forderungen

Der Vorstand demonstrierte mit.

Solingen (SP). Bei strahlendem Wetter versammelten sich am 1. Mai mehr als 1 000 junge Menschen mit Luftballons, Transparenten und Schildern in der Solinger Innenstadt, um friedlich für Vielfalt und Toleranz zu demonstrieren. Mitten unter ihnen auch eine Delegation des BDKJ Remscheid & Solingen. „Gerade jetzt, kurz vor den Landtagswahlen in NRW ist es uns wichtig, Flagge zu zeigen für ein gutes Miteinander und Toleranz in unserer Gesellschaft“, so die BDKJ-Regionalvorsitzende Nicole Kaluza. Aufgerufen zu der Demonstration hatte das Bündnis „Bunt statt Braun“, dem auch der BDKJ angehört. Das Bündnis setzt sich dafür ein, dass rechte Parteien bei jungen Menschen in Solingen keine Chance haben.

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u Kultur & Gesellschaft

uuMehr Gemeinsamkeiten als gedacht KLJB freut sich über offenen Austausch mit der neuapostolischen und der alevitischen Jugend.

Foto: KLJB

einstellungen in einigen Punkten, aber erstaunlicher Weise weitaus häufiger überraschende Gemeinsamkeiten, einstimmig geteilte Grundwerte im Glauben, die selben Probleme und Herausforderungen im Alltag und somit auch jede Menge Anstöße, diese auf ganz neue Weise anzugehen. Alle Beteiligten haben viel voneinander gelernt. Viele Vorurteile wurden abgelegt, überraschende Gemeinsamkeiten entdeckt und viele neue Rückschlüsse für die eigene Verbandsarbeit gezogen. Das positive Fazit: „Die KLJB hat an diesem Tag viel über ihre Gäste, aber auch über sich selbst gelernt und beBei Grundsatzdiskussionen fand sich Trennendes und Vereinendes. dankt sich bei allen Beteiligten für den Bonn (EB). Im Rahmen ihrer sionen, große Meinungsunterschiede offenen und deshalb auch so gewinnFrühjahrs-Diözesanversamm- und völlig unterschiedliche Grund- bringenden Austausch.“ lung befasste sich die KLJB mit religiösen Fragen in der Jugendarbeit. Um dabei auch über den eigenen Tellerrand zu blicken, lud sie VertreterInnen anderer religiöser Jugendverbände und -gruppen zum Austausch ein. Der Einladung folgten, neben etwa 30 KLJBlerInnen aus den verschiedenen Von Barbara Grätz Ortsgruppen des Erzbistums, Mitglieder der Neuapostolischen Jugend des Die Aufgabe war klar: Seelsorgebereichs Bonn und ein Mit500 Euro wollten die glied des Bundes der Alevitischen JuPfadfinderinnen der PSG gendlichen in Deutschland (BDAJ). auf möglichst kreativem Weg zuDas Treffen begann mit einer Vor- sammenkriegen, um als Diözestellung der drei anwesenden Gruppen. sanverband Zustifter bei der „StifJede brachte den Anwesenden ihren tung Pfadfinderinnen“ zu werden. Glauben näher, berichtete von der JuDie Idee war schnell da und gendarbeit, die sie betreibt und beant- man entschied sich zu einem wortete viele Fragen. Sponsorenlauf, wie er vor einigen Anschließend wurde sich in Klein- Jahren zu einem anderen Zweck Koordination und Geschick waren gefragt. gruppen zu den Themen „Strukturen schon einmal erfolgreich war. Im in der Gemeinschaft: Die Basis kann Rahmen des PSG-Diözesantags im sondern vor allem auf Koordination und sowieso nichts ausrichten“, „Glaube Kettler Hof ging es los: Gruppen von Geschick an. und Jugend: Jugendlicher Glaube – jeweils fünf Mädchen oder Frauen, die Insgesamt wurden 2 780 Meter zugeht das?“ und „Glaube und soziale mit Gummibändern aneinander gebun- rückgelegt und so 525,85 Euro gesamVerantwortung: Nur der Glaube bringt den waren mussten so 1 000 Meter zu- melt, die nun der Stiftung zugute komdie Menschen zum guten Handeln“ rücklegen, ohne das Band zu zerreißen. men. Weitere Infos zur Stiftung: www. ausgetauscht. Es gab hitzige Diskus- Es kam also nicht nur auf Schnelligkeit, stiftung.pfadfinderinnen.de

Foto: PSG

uuPfadfinderinnen laufen in Stiftung ein

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u Kultur & Gesellschaft

uuNachhaltige Sozialaktion Jugendstiftung zeichnet 72-Stunden-Aktionsgruppen aus

meinde (KjG) aus K er pen- Si ndor f hatte im DR KA ltenpf legeheim einen Kräutergarten angelegt und Programm für Alt und Jung organisiert, die KjG St. Andreas aus Leverkusen hatte in der Rat-DeycksFörderschule eine Bibliothek eingerichtet, der DP S G - P f a d f i n - In der Rat-Deycks-Schule freut man sich über die Förderung. derstamm Sugambrer hatte ein internationales Straßen- gendlichen, die für die fünf Projekte fest organisiert und die KjG Moitzfeld verantwortlich waren und an diesen gebaute für und mit den SchülerInnen der arbeitet haben, wurden von der JugendFröbelschule einen Verkaufswagen und stiftung Morgensterne mit jeweils 300 renovierte Räume. Die Kinder und Ju- Euro belohnt.

Foto: at

Köln (ai). Es ist fast unglaublich: 100 000 Kinder und Jugendliche haben vom 7. bis 10. Mai 2009 innerhalb von 72 Stunden an 3 000 Orten die Welt ein bisschen besser gemacht. Mit der bislang größten Jugendsozialaktion in Deutschland unter dem Titel „72 Stunden – Uns schickt der Himmel“ haben allein im Erzbistum Köln auf Einladung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend und der Mitgliedsverbände 200 Gruppen mit insgesamt über 7 000 Kindern und Jugendlichen in zahlreichen, selbst organisierten Projekten das Land verändert. Ein Jahr nach der Aktion hat die Jugendstiftung Morgensterne fünf Projekte, die sich durch interkulturelle und generationenübergreifende Ideen und Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen hervorgetan haben ausgezeichnet. Die Katholische junge Ge-

uuMehr Dialog, mehr ­Aktion, mehr Gerechtigkeit Die BDKJ-Hauptversammlung beriet in Altenberg aktuelle kirchenund gesellschaftspolitische Themen Von Michael Kreuzfelder und Anton Pfeiffer

Altenberg (Odenthal). Es war still am Freitagvormittag im Kapitelsaal von Haus Altenberg. Verstummt war das übliche Konferenzgemurmel. Auf der Tagesordnung der BDKJ-Hauptversammlung stand die Aussprache zum sexuellen Missbrauch in der Kirche. Sie wurde engagiert und konzentriert geführt. Die breit gefächerten Positionen reichten von Kritik an kirchlichen Strukturen und dem Vorwurf der Dialogunfähigkeit bis hin zu der Forderung nach bedingungslo-

ser Loyalität. Die Ergebnisse der Debatte fasste der Antrag „Glaubwürdige Kirche für junge Menschen“ zusammen, der am Sonntag einstimmig verabschiedet wurde. In dem Beschluss fordern die katholischen Jugendverbände ein gemeinsames Vorgehen m it Bischöfen und Laien. Viel zu lange habe die Kirche die Lebenswirklichkeit jun-

ger Menschen nicht Ernst genug genommen, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler. Das dafür nötige Klima gäbe es jetzt. „Im Sinne der uns anvertrauten Menschen setzen wir uns dafür ein, tabulos und angstfrei Anfragen benennen zu können. Wir brauchen endlich einen offenen, differenzierten, konstruktiven und strukturierten Di-

„Kirche muss Kritik und Widerspruch aushalten“

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Foto: BDKJ Bundesverband

u Kultur & Gesellschaft

Schon ganz im neuen BDKJ-Design: Die Delegierten brüten über den Anträgen

Jahr 2013 fiel es häufiger. „Wir können alles schaffen“ wird es vom 2. bis 5. Mai 2013 erneut heißen, wenn erstmals bundesweit hunderttausende junger Menschen unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ in 72 Stunden die Welt verbessern. Annika Triller, BDKJ-Diözesanvorsitzende im Erzbistum Köln freute sich sichtlich über den Beschluss: „Ich bin sehr froh darüber, dass es gelungen ist die Mitglieds‑ und Diözesanverbände für die Durchführung einer gemeinsamen bundesweiten Aktion zu begeistern und bin davon überzeugt, dass wir alle zusammen den Erfolg der letztjährigen Aktion toppen können.“ Wie 2009 soll auch „Gemeinsam“ ein Wort das nicht nur in bei der Aktion 2013 deutlich werden, der Debatte um den Umgang mit dem dass die katholischen Jugendverbände Thema sexualisierte Gewalt eine Rol- aus christlichem Glauben heraus hanle spielte. Auch in den Beratungen zur deln und mit Spaß und Sinn die GesellDurchführung einer Sozialaktion im schaft mitgestalten. Dabei war und ist es alog. Kirche muss Kritik und Widerspruch – auch intern – aushalten“, so Tänzler. Dazu zählen nach Meinung der katholischen Jugendverbände der Umgang mit Macht in Kirche, Fragen nach Sexualität und menschennaher Sexualmoral, Weiterentwicklung der Priesterausbildung und des Priesterbildes, Miteinander von Priestern und Laien, Nutzung und Förderung von demokratischen und synodalen Strukturen, Stärkung von Frauen in der Kirche und die Überprüfung der Zugangsvoraussetzung zu Weiheämtern. „Wir haben nicht auf alles Antworten. Uns geht es um eine Auseinandersetzung. Verantwortliche in Kirche, Bischöfe und Laien, müssen sich gemeinsam den Anfragen stellen und sie bearbeiten.“

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wichtig, dass die 72-Stunden-Aktion eine FAIRE Sache ist. Vor 40 Jahren haben u. a. die evangelischen und katholischen Jugendverbände den Fairen Handel in Deutschland ins Leben gerufen. Heute werden Fair-Handelsprodukte von 30 000 Lebensmitteleinzelhändlern, 800 Weltläden und tausenden von Aktionsgruppen verkauft. Eine Bewegung, von der rund 900 Handelspartnerorganisationen in fast 60 Ländern der Welt profitieren. Das Jubiläum nahm der BDKJ zum Anlass neue „Leitlinien für das entwicklungspolitische Engagement der Zukunft“ zu beschließen. Darin fordern die katholischen Jugendverbände unter anderem die konsequente Umsetzung von Menschenrechten als Grundlage allen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Handelns. Mit konkreten Forderungen wendet sich der BDKJ an Politik und Kirche. Dazu gehört die Schaffung einer globalen Instanz, die die Umsetzung von Menschenrechten weltweit durchsetzt. Zudem müsse der Faire Handel als Instrument gegen Unterdrückung u nd Ungerec ht igkeit vorangebracht werden. Ein weiterer Antrag zum Thema kritischer Konsum wurde ebenso in den Hauptausschuss vertagt wie Anträge zu den Themen Jugendarmut und Stipendien.

Neue 72-StundenAktion: „Wir können alles schaffen“

„Dass es uns nicht gelungen ist alle Anträge zu beraten ist schade, aber es war richtig und wichtig den aktuellen Ereignissen im Rahmen der Hauptversammlung Zeit und Raum zu geben.“ zieht Annika Triller ein positives Fazit der BDKJ-Hauptversammlung.


u Kultur & Gesellschaft

uuSingen für und in New Orleans Um Spenden zu sammeln gründete sich vor einem Jahr der Chor „Gospeltrain 72“ Von Martina Niegemann

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n 72 Stunden die Welt ein klei‑ nes bisschen besser machen. 7 000 Teilnehmende in über 200 Gruppen haben sich im Mai 2009 alleine im Erzbistum Köln für gemeinnützige so‑ ziale, politische, ökologische und kul‑ turelle Projekte engagiert. 72 Stun‑ den – Uns schickt der Himmel, die Sozialaktion des BDKJ besticht auch ein Jahr danach durch die Vielfalt der durchgeführten Projekte und durch die Nachhaltigkeit, denn die Arbeit wurde fortgesetzt in Solingen in Köln oder auch in Bergisch Gladbach. Stellvertretend für die vielen Projekte, die nach dem Abschluss der 72 Stun‑ den-Aktion weitergeführt wurden, folgt ein Bericht des Bergisch Glad‑ bacher Chores „Gospeltrain 72“, der aus dem Projekt „Singen für New Or‑ leans“ hervorgegangen ist.

Zur Durchführung des Projekts waren Father Jerome Ledoux und Carol Dolliole LeBlanc von der katholischen Jazzgründer-Kirche St. Augustine in New Orleans nach Bergisch Gladbach gekommen, um dort mit interessierten SängerInnen ein Konzert vorzubereiten und durchzuführen, dessen Erlös den Opfern des Wirbelsturms Katrina zugutekommen sollte. Den Kontakt nach New Orleans hatte Dr. Klaus Lumma, selbst ein passionierter Jazztrompeter, hergestellt. Er war während der 72-Stunden-Aktion mit dabei und begleitete den Chor gemeinsam mit seiner Brassband „Fats Jazz Cats“. Nach der Aktion bot Dr. Lumma an den Chor weiterzuführen. Der Chor erhielt den Namen „Gospeltrain 72“, sang in diversen Gottesdiensten und sammelte weiter Geld für die Bedürftigen in New Orleans. Über Ostern reiste er nach New Orleans, um zu sehen und zu singen. Martina Niegemann, Sängerin und Mitglied des KoKreises „Rhein-Berg“ hat ihre Eindrücke der Reise aufgezeichnet:

Überraschungen und Widersprüche erlebten die SängerInnen auf ihren Touren durch New Orleans.

Ostermontag 2010 war es so weit: Gospeltrain 72 und die Fats Jazz Cats f logen zum Gegenbesuch nach New Orleans! Es ist kaum möglich auszudrücken, wie unglaublich vielseitig, lebendig und musikalisch diese Stadt ist. Voller Überraschungen aber auch Widersprüche! uuNew Orleans –nicht nur Big Easy

Auf dem Programm standen: Besuch des French Quarters mit den vielen Jazzclubs, der wunderbaren Architektur aus der französischen und spanischen Kolonialzeit und den Häusern, wo damals Sklaven zum Verkauf angeboten wurden. Leider gibt es nur eine einzige Gedenkstätte zum Thema „Sklaverei“, die Father Ledoux vor der St. Augustine-Kirche errichten ließ. Weitere Höhepunkte waren der Besuch und die aktive Teilnahme am French Quarter Jazzfestival, das Benefizkonzert an der vietnamesischen Sarah T. Reed School und der Besuch des Katastrophengebietes, the Lower Ninth Ward, wo „Katrina“ nahezu alles weg radiert hat. Heute sieht man dort nur Acker und teilweise noch die Fundamente der Häuser, von Gras überwuchert. Hier und da stehen noch ein paar Häuser, die einsturzgefährdet sind. Bis heute – 5 Jah-

re danach – haben viele ehemaligen BewohnerInnen dieses Viertels, so sie denn überlebt haben, immer noch keine eigene Bleibe. Der Schauspieler Brad Pitt hat nach der Katastrophe angefangen, dort Hurricane-sichere Häuser zu bauen und stellt diese den Bewohnern zu einem fairen und bezahlbaren Preis zum Verkauf an. Dennoch bleibt die Frage, wie es sein kann, dass das Wohl und Wehe der Menschen eines solchen Landes von der Mildtätigkeit Reicher und Prominenter bzw. von Hilfsorganisationen aus dem Ausland abhängt? uuGottesdienst wirklich „feiern“

Die Woche in New Orleans endete mit einem phantastischen Gottesdienst in St. Augustine. Carol Dolliole LeBlanc hatte ihren Chor mit „Gospeltrain 72“ zusammengeführt und gestaltete eine wirklich großartige Heilige Messe. Gebete, Psalmen und Antworten wurden mit „Heart ’n Soul“ gesungen, immer begleitet von den Fats Jazz Cats und den St. Augustine Musikern. Es wurde wirklich Gottesdienst „gefeiert“. Als Dank für das musikalische Geschenk gab es lange anhaltenden Beifall. Und es bleibt die Hoffnung auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr in „Good old Germany“.

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u Titelthema

u„Wir u dürfen nicht beliebig werden“ In der Vielfalt der Freiwilligendienste versuchen die katholischen Träger die Qualität der Begleitung hoch zu halten.

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würde. Aber nicht jeder betrachtet fische Lücke zu schließen. Aber wie das Thema aus der Bildungsperspekfreiwillig ist diese Entscheidung dann eigentlich noch? tive. Es gibt Träger, für die Freiwilligendienste eine günstige Möglichkeit sind, an soziale Dienstleistungen zu N&T u Das FSJ soll sich mehr in Rich‑ tung bildungsferner Schichten öff‑ kommen, wie beim Zivildienst. Wir nen. Was hältst du davon? sagen: So dürfen wir die jungen Menschen nicht verheizen. Das FSJ muss Stephan Jentgens  u Unsere Position war immer: Die Freiwilligendiensein Bildungsjahr te sind kein Angebot für einen exklubleiben. siven Club. Es sollte auch und gerade N&T  u Wie re‑ für Menschen möglich sein, die durch alistisch ist das ihre Sozialisation schlechtere Startbeangesicht s der dingungen haben. Um die muss man Zivildiens t ver‑ sich natürlich in besonderer Weise kürzung? kümmern: In der Vorbereitung muss zum Beispiel etwas ganz anderes pasStephan Jentsieren. Damit das FSJ zu einer guten gens  u Ich bin Stephan Jentgens (links) im Gespräch mit Tobias Agreiter und Sarah Primus Starthilfe wird, muss mehr bei der Befroh darüber, dass rufsorientierung getan werden. Es sollN&T  u Was sind deiner Meinung ein großer Teil des Geldes, dass durch te Paten in den Einsatzstellen geben, nach die wichtigsten aktuellen He‑ die Verkürzung frei wird, dann den die sich zuständig fühlen. Das kostet rausforderungen für die Freiwilli‑ Freiwilligendiensten zugute kommen alles Geld und bedeutet für die Träger gendienste? einen erhöhten Aufwand. Aber es gibt soll. Das haben wir immer gefordert, Modellprogramme, die sehr gut funkweil von uns verlangt wurde, die FSJStephan Jentgens  u Wir dürfen tionieren. Man darf nur nicht zu naiv Plätze auszubauen. an dieses Thema herangehen. nicht beliebig werden! Aus der Perspektive des BDKJ müssen die Dienste N&T u Probleme könnten auch an an‑ derer Stelle entstehen, etwa wenn N&T  u Müssten solche Programme immer ein Bildungsangebot sein. Das sich die Jugendlichen nicht mehr nicht auch anders gefördert werden? ist der Dreh‑ und Angelpunkt für alein ganzes Jahr les, was wir tun. Darum sehen wir es Zeit nehmen mit Sorge, dass es für die verschiedeStephan Jentwollen. gens  u Wir arnen Programme keine einheitlichen Qualitätsstandards gibt. Im Auswärbeiten daran und tigen Amt gibt es „kulturweit“, im Stephan Jenthaben auch gute gens  u Genau. Entwicklungsministerium „weltwärts“ Signale, dass die und dann noch das FSJ, das eine lanDie Träger saPolitik die Proge Tradition hat und meiner Meinung gen: Ein ha lgramme für sozinach den Qualitätsmaßstab setzt. bes Jahr bringt al benachteiligte uns nichts. Die Jugendliche weiN&T u Aber es gibt doch ein Gesetz, wollen jetzt weniger Zivis und mehr ter zusätzlich besonders unterstützen dass die Standards definiert. Freiwillige oder Zivis, die freiwillig wird. verlängern. Ich kann mir gut vorstelStephan Jentgens  u Ja, es wäre len, dass viele Zivis noch sechs Mona- N&T u In drei Jahren werden sich in NRW gleich zwei Abiturjahrgänge schön, wenn sich jeder daran halten te freiwillig arbeiten, um eine biograFoto: at

tephan Jentgens verhandelt als Vorsitzender der „Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft Freiwil‑ ligendienste“ mit PolitikerInnen über die Zukunft der Dienste. Sarah Pri‑ mus und Tobias Agreiter haben mit ihm gesprochen.

„Die Frei­ willigendienste sind kein Angebot für einen exklusiven Club“

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auf FSJ-Stellen bewerben. Ist auch dafür genug Geld da? Stephan Jentgens  u Auf Bundes-

ebene ist das bislang kein großes Thema. Das Land ist dafür zuständig, Chancengleichheit zu schaffen. Alles andere wäre unfair den SchülerInnen gegenüber.

N&T  u Die Landesregierung sagt aber, dass sie noch nie FSJ-Plät‑ ze gefördert hat und jetzt keinen Grund sieht, damit anzufangen. Stephan Jentgens  u Da macht sie

es sich zu leicht. Die Schulzeitverkürzung war ihre Entscheidung. Jetzt muss sie auch die Konsequenzen tragen. Da darf man sie nicht aus der Verantwortung entlassen.

N&T  u Finanzierungsprobleme gibt es auch beim entwicklungs­p o­liti­ schen „welt­wärts“-Programm. Stephan Jentgens  u Für die Bun-

Nach zwei Jahren des Enthusiasmus in denen es immer hieß, die Stellen sollten we it e r au s g e b aut werd e n, w u rd e n je t z t auf einmal die Gelder im Ministerium verschoben obwohl die Träger ihren Freiwilligen schon Zusagen gemacht hatten. Die Jugendlichen schauen jetzt in die Röhre. So kann man nicht mit jungen Menschen und unseren Partnern in Übersee umgehen. Auch wir sehen, dass es bei „weltwärts“ einiges zu verbessern gibt. Aber jetzt wird das Förderprogramm eingefroren, ohne ausgewertet worden zu sein. Warum wird nicht gesagt und damit sind die Träger mal wieder nicht an der Diskussion beteiligt.

zu diesem Einsatz entschieden haben und die dann noch sehr gut vorbereitet werd e n . Zw e it e n s gibt es eine pädagogische Begleitung, die sehr gut funktioniert. Eine tou rist ische A n f a n g smot iv ation der Jugendlichen verändert sich dann häufig. Nachher sagen sie oft: „Ich habe Dinge gesehen, die so nicht bleiben dürfen und setzte mich nun dagegen ein.“ Diese Art der Weiterentwicklung kennen wir in den katholischen Jugendverbänden ja sehr gut.

„Das Programm wird eingefroren, ohne ausge­ wertet worden zu sein“

Foto: at

desregierung ist „weltwärts“ ein N&T  u Es gibt auch sehr grundsätzliche Kritik. Das Mittel zum Zweck gewesen. Die UN Programm spreche nur hatte von ihren Mitgliedsstaaten reiche Menschen an und entwicklungspolitische Bildungsarin den Entwicklungs‑ beit eingefordert. In Deutschland ländern entstehe ein heißt das jetzt eben „weltwärts“ und Zo o - Ef f ek t , wenn ist 2008 sehr ambitioniert gestartet. Jugendliche nur für Es gab relativ viel Geld und den Träein Jahr dor t hinrei‑ gern wurde gesagt, sie sollten zügig sen. die Plätze dazu schaffen. Ein Problem war von Anfang an, dass die Kommunikation zwischen Trägern Stephan Jentgens  u Daund Ministerium nicht immer auf zu sind zwei Sachen zu gleicher Augenhöhe war. Denn die sagen: Erstens achten die sind schließlich seit mehr als 20 JahTräger sehr genau darauf, ren auf dem Feld tätig, werden aber wen sie ent senden. bei den wichtigen Entscheidungen Das sind motiviernicht wirklich gehört. Trotzdem ist te Menschen, die das Programm ganz gut gestartet. sic h b e w u s s t

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u Titelthema

uuWenn etwas gut funktioniert, mach’ mehr davon! Die FSJ-Träger dürfen bei den anstehenden Herausforderungen nicht allein gelassen werden. Ein Kommentar. Von Dirk Bingener

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inen kurzen Moment sind in den vergangenen Wochen und Monaten die Freiwilligendienste in das Licht der breiten Öffentlichkeit gerückt. Nicht aus sich selbst heraus, sondern in der Diskussion um die Abschaffung bzw. Verkürzung des Wehrdienstes und in Folge dessen auch des Zivildienstes. Wenn es weniger Zivildienstleistende gäbe, könnten doch FSJlerInnen die Aufgaben übernehmen, wurde häufig argumentiert. Stimmt und stimmt auch nicht. Denn es gilt zuvor deutlich zu machen, was das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) in besonderer

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Weise ausmacht. Also unter welchen Vorraussetzungen ein Ausbau der FSJPlätze gelingen kann. Das FSJ ist und bleibt ein Dienst am Nächsten, welcher der Persönlichkeitsbildung des Freiwilligen dient. Dazu bedarf es einer qualifizierten Begleitung der Jugendlichen, wie sie in den Bildungsseminaren der FSJTräger geschieht. Nur wenn eine solche Begleitung ermöglicht wird, besteht zu Recht der Eindruck, dass man hier nicht den Enthusiasmus junger Menschen ausnutzt, um billige Arbeitskräfte für soziale Einrichtungen zu rekrutieren. Die Bildungsarbeit im FSJ ist also nicht einfach notwendiges

Übel eines FSJ, sondern die Vorraussetzung für ein solches Engagement. Daraus folgt aber auch, dass die FSJ-Träger nach Jahren des Stillstandes für die Bildungsarbeit finanziell besser auszustatten sind. Wie im gesamten Bildungsbereich steigen auch hier die Anforderungen. Zusätzlich bes t e ht vol l k ommen zu R ec ht der Anspruch an die Träger im FSJ, auch Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte oder bildungsbenachteiligte Jugendliche im FSJ zu integrieren. Angesichts dieser großen Aufgabenstellungen scheint es umso unverständlicher, dass die Trä-

Wird der ­Enthusiasmus junger Menschen ausgenutzt?


u Titelthema

uuIn eigener Sache Freiwilligendienste sind Zeiten der Orientierung und Selbstfindung für Jugendliche. Zwischen den Rädern der Politik droht das manchmal unterzugehen. Von Sarah Primus und Christoph Herwartz

ger des FSJ von staatlicher Seite nun mit der Forderung gequält werden, sie sollten für ihre Tätigkeit Umsatzsteuer abführen. Auch die offenen Fragen im Hinblick auf einen erhöhten Bedarf an FSJ-Stellen durch die Schulzeitverkürzung in NRW gilt es zu klären. Schließlich noch ein offenes Wort zu „weltwärts“, dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des Ent wick lungsministeriums. Die Kürzungen von Einsatzplätzen im laufenden Verfahren – wie in den letzten Wochen geschehen – ist politisch unverantwortlich. Man kann nicht signalisieren, dass man die Ausweitung der Einsatzplätze anstrebt, um dann, nachdem Jugendliche ausgewählt und vorbereitet wurden, diese Plätze nicht mehr zu finanzieren. Besonders perfide ist es, wenn FDP-PolitikerInnen nun die Haushaltskürzungen nachträglich versuchen zu rechtfertigen, indem sie die Sinnhaftigkeit des ganzen Projekts infrage stellen. Auch wenn es nun durch gemeinsame Anstrengungen gelingt, alle Freiwilligen zu entsenden, haben diese Vorgänge doch zu einer erheblichen Verunsicherung geführt. Es wird Zeit, dass jedeR wieder die ihm gestellten Aufgaben löst. Die Politik muss endlich dazu zurückkehren, die Voraussetzungen für ein FSJ, in welchem Bereich auch immer, zu schaffen. Dann werden sicher auch die Träger von Freiwilligendiensten die ihnen gestellten Herausforderungen annehmen und das tun, was sie am Besten können: Jugendliche in einem entscheidenden Jahr ihres Lebens qualifiziert begleiten.

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eine Erwartungen haben sich mehr als erfüllt“, sagt Romina Sawatzki, 18 Jahre, die in ihrem FSJ an einer Schule für geistig behinderte Menschen arbeitet. Schon vorher wollte sie „etwas im sozialen Bereich“ studieren. In ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) spielt und arbeitet sie mit Kindern, die alle eine individuelle Förderung brauchen. Und ihr wurde klar: „Das ist genau das, was ich machen möchte.“ Wie für Romina Sawatzki ist das FSJ für viele junge Menschen ein Jahr der Orientierung, ein wenig wie ein Jahrespraktikum. Doch das FSJ ist noch mehr: Fünf mal innerhalb des Jahres treffen sich rund 25 Freiwillige zum einwöchigen Seminar, bei dem es unter anderem um die Reflexion der eigenen Arbeit geht. So werden aus den Erlebnissen in den Einsatzstellen Erfahrungen für das ganze Leben. Und das tut auch solchen Menschen gut, die sich später nicht für einen Sozialberuf entscheiden. Die pädagogische Begleitung, also Seminare und persönlichen Gespräche, ist gesetzlich geregelt: Sie hat das Ziel, „soziale, kulturelle und interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln und das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl zu stärken.“ Im Vergleich zum Zivildienst steht also nicht nur die ge-

leistete Arbeit, sondern auch die persönliche Entwicklung der/des Freiwilligen im Vordergrund. Für die Einsatzstellen bedeutet das zwar zusätzlichen Betreuungsaufwand, aber auch motiviertere MitarbeiterInnen. Und auch für spätere ArbeitgeberInnen ist ein FSJ im Lebenslauf ein Hingucker. Für die Einsatzstellen sind die jungen Freiw i l l igen wichtige Hilfen in der täglichen Arbeit und darüber hinaus: „ Die ju n g e n Leute schützen uns vor unserer Betriebsblindheit“, sagt Thomas Petry, Abteilungsleiter in einer Behinderte nwerk s t at t , der seit 14 Jahren Freiwillige betreut. Während PädagogInnen und BetreuerInnen häufig mit den Arbeiten des Alltags völlig ausgelastet sind, haben Freiwillige die Zeit, in Ruhe mit den Menschen in Krankenhäusern, Schulen und Altenheimen in Kontakt zu kommen. „Sie bringen ihre eigenen Fähigkeiten und Interessen ein“, sagt Petry. „Viele initiieren am Ende ihr eigenes Projekt. Es gab hier schon Diskos, Malgruppen und Musikworkshops, die von Freiwilligen geleitet wurden.“ Neben dem klassischen FSJ, das ein Jahr lang in sozialen Einrichtungen absolviert wird, gibt es unter anderem auch das FSJ im Ausland, das FSJ für sechs Monate, das Freiwillige Ökologische Jahr und den Freiwilligendienst

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u Titelthema

„weltwärts“, bei dem die Freiwilligen ein Jahr in der Entwicklungshilfe arbeiten. Auf a ll diese Dienste kommen große Herau sforder u ngen zu: Weil in Nordrhein-Westfa len die Schulzeit für Gymnasiasten verkürzt wird, werden 2013 gleich zwei Jahrgänge auf einmal das Abitur machen. Die Träger erwarten, dass dadurch auch der Bedarf an FSJ-Plätzen in diesem Jahr stark steigen wird. Will man den AbiturientInnen die Möglichkeit eines FSJ bieten, müssen Bundes‑ oder Landesregierung das nötige Geld bereitstellen. Bislang fühlt sich aber keine der beiden Seiten zuständig. Viel grundsät zlicher ist die Frage, welc h e A u s w i rkungen die Ve r k ü r z u n g d e s We h rd ienstes und d a mit auch des Zivildienstes haben wird: Auf der einen Seite könnte der Bedarf an Freiwilligen steigen, weil die Zahl der Zivildienstleistenden zurückgeht. Auf der anderen Seite ist nicht klar, ob das FSJ für Jugendliche nun attraktiver oder unattraktiver wird. Probleme gibt es auch bei „weltwärts“, einem Programm, das vom Bundesentwicklungsministerium vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde um jedes Jahr 10 000 Jugendlichen ein Jahr bei einem Entwicklungs-

hilfe-Projekt ermöglichen sollte. Die neue Regierung bezweifelt aber den Sinn des Prog ra m m s u nd fror die Mitte l f ü r 2 010 auf dem Stand von 2009 ein. Da mit können nun nicht einma l 4 000 Ju gend liche das Programm nutzen – ein Schlag in den Nacken der Träger-Vereine, die nun vielen Freiwilligen absagen müssen. Dabei wollen die Beteiligten die Freiwilligendienste eigentlich weiterentwickeln statt sie zurückzuschrauben: Das Jahr soll für solche Jugendliche at t r a k t iver werden, die in der Gesellschaft häu f ig benachteiligt werden, e t w a we i l sie aus bildungsfernen Eltern häusern st a mme n . D a s bek räf tigte sogar die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder am Rande des Ökumenischen Kirchentages in München. Denn zwischen den ganzen Problemen in der Organisation und Finanzierung sollte eines nicht aus dem Blick geraten: Freiwilligendienste sind keine Maßnahme zur Rekrutierung billiger Arbeitskräfte. Im Mittelpunkt steht nicht die Einsatzstelle oder der Träger, sondern die oder der Jugendliche in einem enorm wichtigen Jahr ihres oder seines Lebens.

Bei allen ­Problemen soll das FSJ weiter­ entwickelt ­werden.

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uuDer FSD-FSJ e. V. Seit 50 Jahren engagiert sich der BDKJ bei der Organisation von Freiwilligeneinsätzen

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ie Jugendverbände des BDK J orga‑ nisieren in ehrenamtlicher Arbeit Gruppenstunden und Ferienfreizeiten, Aktionen und Projekte. Mit Freiwilligen‑ diensten hat da s nichts zu tun, könnte man meinen. Doch das Wissen und die Erfahrungen, die in den Jugendverbänden gemacht werden, sind auch in anderen Be‑ reichen hilfreich.

Und so beschloss der BDK J vor 50 Jah‑ ren, sich in die Gestaltung von Freiwilli‑ gendiensten einzubringen. Im Erzbistum Köln fand das im Rahmen der Aktion „Ju‑ gend hilf t Jugend“ statt, aus der, über verschiedene Schritte, der Verein „Frei‑ willige Soziale Dienste – FSJ im Erzbistum Köln e. V.“ hervorging. Mittlerweile sind auch die Caritas und das Erzbistum selbst mit im Boot. Noch immer stellt der BDKJ zwei Vorstandsmitglieder, darunter den 1. Vorsitzenden. Der Verein sit z t wie viele der katholi‑ schen Jugendverbände im Verbändehaus in der Steinfelder Gasse in Köln. Er stellt die Freiwilligen ein und vermittelt sie an die Einsatzstellen. Vier Bildungsreferen‑ tinnen sind für die Begleitung der Jugend‑ lichen zuständig und organisieren mit der Hilfe einer großen Zahl von Teamern die FSJ -Seminare für jährlich rund 350 Ju‑ gendliche. Die N&T-Redaktion gratuliert ganz herz‑ lich zum 50-jährigen Jubiläum.


u Kraut & Rüben

uuMutig sein

uuHauptsache fair

(EB). Das Jahresmotto „Mutig sein“ gab die Richtung für die siebzehn TeilnehmerInnen der beiden Gruppenleitungs-Schulungswochenenden des CAJ-Diözesanverbandes Köln Anfang

(at). Im Rahmen ihrer Frühjahrskonferenz beschloss die Kolpingjugend nicht nur sich dem Aufruf des BDKJ zum kritischen Umgang mit Coca-Cola Produkten anzuschließen, sondern auch den

terstützende Argumente lieferten Stephan Miethke vom Diözesanrat Aachen, der die Verfolgung kolumbianischer Gewerkschafter durch den Coca-Cola-Konzern ansprach und Hans Drohlshage vom Kolpingwerk Inter-

Foto: at

Foto: CAJ

dem Vorbereitungsteam gelungen ist, deutlich zu machen, dass geistliche Impulse nicht direkt bedeuten Gottesdienste zu feiern, sondern auch ausgefallene Texte und Momente des Nachdenkens sein können.

Die CAJ bildete 17 neue GruppenleiterInnen aus.

Kommt nicht mehr in die Kolping-Häuser: Coca-Cola-Produkte

des Jahres vor. Mut war aber nicht nur bei einigen Spielen gefragt, sondern gehört auch dazu, wenn man sich auf Neues einlässt, zum Beispiel auf andere Möglichkeiten Spiritualität zu (er)leben. Lena Geuenich (CAJ-Diözesanleiterin) freut sich, dass es

Erwachsenenverband dazu aufzufordern es ihnen gleich zu tun. Die Forderung der Kolpingjugend passte gut zum Schwerpunktthema der Kolping-Diözesanversammlung, die ganz im Zeichen der 25-jährigen Partnerschaft mit Kolumbien stand. Un-

Ihr Fazit der beiden Schulungswochenenden fällt positiv aus: „Die Schulung war ein voller Erfolg. Wir gratulieren den 17 neuen CAJGruppenleiterInnen und freuen uns, Aktionen zu planen und Ferienfreizeiten mit ihnen zu gestalten.“

national, der darauf hinwies, dass die Herstellung von Coca-Cola unökologisch sei, da sie enorme Mengen Wasser verbraucht. Ganz schön unfair und viele gute Gründe gegen den Konsum dieses Getränks, fand nicht nur die Kolpingjugend.

uuAufruf: Junge Flüchtlinge an ­Ferienfreizeiten beteiligen! (EB). Gemeinschaft erleben, Freundschaften schließen und Anerkennung erfahren – Ferienfreizeiten sind wichtige Orte zum Lernen und Erholen. Flüchtlingskinder können diese wichtigen Angebote jedoch aufgrund von aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen nicht so einfach in Anspruch nehmen. Viele Jugendverbände, Vereine und Initiativen haben sich in den letzten Jahren immer wieder darum bemüht junge Flüchtlin-

ge in Ferienzeiten im In‑ und Ausland mitzunehmen. In den für die Genehmigung zuständigen Ausländerbehörden ist die Bereitschaft, Flüchtlingskindern die Teilnahme an Ferienfreizeiten zu ermöglichen, gewachsen. Ausländerbehörden können auf Antrag im Einzelfall eine für die Dauer der Reise befristete Aufenthaltserlaubnis erteilen. Dadurch wird zum Ende der Auslandsfahrt die Wiedereinreise nach Deutschland möglich.

Die A ktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge in NRW bittet alle Ausländerbehörden in NRW, sich auch in diesem Jahr offensiv für junge Flüchtlinge einzusetzen und ihre Teilnahme an Ferienfreizeiten zu ermöglichen. Wer sich vorstellen kann, junge Flüchtlinge mit auf seine Ferienfreizeit zu nehmen, findet Ratschläge und Tipps unter: www.thema-jugend.de/ downloads.html

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Postvertriebsstück G6635 Entgelt bezahlt Heft 2/Juni 2010 Bund der Deutschen Katholischen Jugend im Erzbistum Köln Steinfelder Gasse 20–22 50670 Köln

uuAschewolke über Europa Vor der Vernebelung ist niemand mehr zu retten Ein Gastbeitrag von Engelbert von Berg

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frika/Düsseldorf/Island/Sankt Augustin. Nachdem am 9. Mai die WählerInnen entschieden haben lieber ohne Landesregierung weiterzumachen, hat sich die FDP, mit Andreas Pinkwart an ihrer Spitze, schon mal wie die Lemminge den Eyjafjallajökull herabgestürzt. Wenn die katholischen Jugendverbände diese Reaktion schon vor fünf Jahren hätten abschätzen können, hätten sie sich sicher einige ins Nichts führende Forderungen und politische Gespräche gespart und wären sofort zur Neuwahl übergegangen. Apropos Nichts, wie kommt es nur zustande, dass das ganze Land von der „Generation Benedikt“ spricht? Diese MitläuferInnen, deren Sicht wohl auch durch die Vulkanasche getrübt zu sein scheint, werden in einschlägigen Talkshow-Kreisen regelrecht überschätzt. Die fünf von der Generation „wir sind keine Träumer“ wären am besten gleich mit nach Island geflitzt. Anstatt den Aufbruch zu wagen, stürzen sie sich lieber auf konservative und vermuffte Werte. Wo das hinführt, spüren wir ja gerade sehr gewaltig.

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Dies meint auch Stephan Ackermann der die ÖKT-Bühne prompt genutzt hat um daran zu appellieren, die Opfer nicht aus dem Blick zu lassen. Die katholischen Jugendverbände stimmen dem zu und lassen ihrerseits die Bischöfe nicht aus dem Blick. Schade nur, dass die Kirche nicht ansatzweise demokratisch strukturiert ist. Sonst könnte man den ein oder anderen machtverliebten kirchlichen Funktionär auch einfach abwählen. Apropos abwählen, wir hätten da noch einen: Die FDP im Bund, die sich nicht mit Andreas Pinkwart auf den Weg nach Island begeben hat, sondern die Grenzen dicht macht und die „weltwärts“-Freiwilligen aus Afrika abziehen will. Aus Kreisen der Freiweilligen ist zu vernehmen, dass sie nun endgültig die Schnauze voll haben.

Und plötzlich zauberte die Natur eine Aschewolke aus dem Hut.

Unterstützung erhalten sie von Bundesaußenminister a. D. Hans-Dietrich Genscher der „eine neue Prioritätensetzung“ fordert. Die Freiwilligen hoffen darauf, dass er zum zweiten Mal auf dem Balkon der Botschaft verkündet „ich bin zu Ihnen gekommen … Ihnen mitzuteilen  … dass heute  … Ihre Ausreise …“ nicht mehr nötig ist. Dirk Niebel lenkte in Sachen Ausreise ein, nachdem er öffentlich für seinen Plan kritisiert wurde, selbst nach Afrika zu reisen. Markus Tressel (tourismuspolitischer Sprecher der Grünen) stellte verwundert fest: „Es ist schon merkwürdig, dass der Minister seine Delegationsreise ausgerechnet zum Zeitpunkt der Fußball-WM plant“, hält Niebel nun entgegen, dass er dies alles zum Wohle der Freiwilligen tue und die wichtigen Gespräche mit den zuständigen Staatsoberhäuptern zu keinem anderen Zeitpunkt und an keinem anderen Ort stattfinden könnten. Hoffen wir, dass der Vulkan seinen Abf lug nach Süda frika nicht noch verhindert.

N&T 2/2010  

Das Magazin des BDKJ in der Erzdiözese Köln. Anlässlich des Jubiläums des Freiwillige soziale Dienste - FSJ im Erzbistum Köln e. V. beschäft...

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