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Mitarbeiter Die Gesamtleitung einer Maßnahme hat der Kreisjugendpfleger oder ein anderer Vertreter des Jugendamtes. Die Leiter/innen der einzelnen Jugendbildungsmaßnahmen des Landkreises sind fast alle „ehrenamtlich“ tätig. Sie sind nicht Angestellte des Landkreises und erhalten auch kein Honorar. Sie müssen aber für ihre Tätigkeit auch kein Geld mitbringen; eine kleine Aufwandsentschädigung deckt ihre Unkosten ab. Sie sind so aber nicht nur „billig“, sondern sie sind ein wichtiger inhaltlicher Bestandteil des Konzeptes. Manche dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind gerade dem Jugendalter entwachsen, andere haben schon Frau und Kinder; sie arbeiten in den verschiedensten Berufen, sind Schüler oder Studenten oder sind noch in der Ausbildung. Auf jeden Fall tragen sie unsere Idee der sozialen Bildung dadurch mit, dass sie sich als Person den Kindern und Jugendlichen stellen, als Person, die Vorbild ist, an der man sich reiben kann und die Grenzen setzt, als Person, die einen ernst nimmt und bereit ist, eine Beziehung aufzunehmen. Diese Beziehungen können ein Wochenende, eine Seminarwoche oder auch noch länger andauern. Manchmal entwickelt sich bei mehrmaliger Teilnahme sogar ein über das Jugend- und Freizeitzentrum am Dümmer andauernder freundschaftlicher Umgang. Organisiert sind diese Mitarbeiter im Leitungsteam. Dem Leitungsteam steht der Kreisjugendpfleger vor. In diesem Leitungsteam werden grundsätzliche inhaltliche und organisatorische Dinge festgelegt. Es trifft sich zum Anfang eines Jahres für ein gemeinsames Wochenende. Über das Jahr hin laufen telefonische Kontakte untereinander und mit dem Jugendpfleger. Weitere allgemeine Treffen sind wegen der großen Entfernung der Wohn-/ Studienorte nicht möglich. Der Jugendpfleger sorgt für eine überwiegend telefonische persönliche Betreuung, stellt ein Heimatgefühl her, ist ständiger Ansprechpartner. Die eigentliche Planungs- und Vorbereitungsarbeit findet in Kleingruppen, den sogenannten „Familien“ statt. Sie werden durch Sprecher organisiert und vertreten. Diese „Familien“ decken jeweils einen Fachbereich ab. Hier entstehen in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendpfleger Ideen und Konzept für einzelne Seminare oder Seminarstränge (Reihen). Auch die Weiterentwicklung von bestehenden Seminarsträngen geschieht hier. Für jedes Seminar wird dann ein Team zusammengestellt, dass die Feinkonzeption, Ausschreibung und konkrete Vorbereitung und Leitung übernimmt. Feinkonzept und Ausschreibung werden mit dem Kreisjugendpfleger abgesprochen und ins Programm übernommen. Die verantwortliche Leitung des Seminars hat der Teamleiter(sprecher). Während des Seminars wird mindestens eine Supervision mit dem Kreisjugendpfleger durchgeführt, nach dem Seminar ein Schlußgespräch. Da die meisten Ehrenamtlichen keine pädagogischen Profis sind, wird es immer wieder mal passieren, dass sie Situationen falsch einschätzen oder mit einem Kind nicht immer richtig umgehen. Weil sie sich als Menschen mit Fehlern und Stärken zeigen, sehen die Kinder es den Leiterinnen und Leitern meist nach. Fehler erleben die Teilnehmer dann nicht als etwas, für das man sich schämen muß, sondern als etwas, zu dem man stehen kann, aus dem man lernen kann. Dieses Fehlerrisiko ist gewollt und Bestandteil des Konzeptes. Diese Fehler werden in den Supervisionen und Besprechungen reflektiert und aufgearbeitet. Teilnehmer Die Jugendbildung ist kein Angebot für Massen. Schließlich ist besonders die Schule für die Vermittlung von Bildung da. Für manche Jugendliche ist das Angebot schon zu viel, für andere auch zu wenig, die Jugendlichen sind die Teilnehmer der Jugendbildungsmaßnahmen. Es sind Jugendliche, die mehr wollen als ihnen woanders geboten wird, die besondere Interessen haben, die etwas ausprobieren möchten, die persönlichen Einsatz und den Willen zeigen, mit anderen zusammen etwas Besonderes zu tun, eben Jugendliche, die ihren Erfolg selbst in die Hand nehmen wollen. Davon gibt es mehr als viele annehmen, dabei kommt die Nachfrage aus allen Schichten der Bevölkerung. Das Interesse an diesen Bildungsangeboten zeigt dies deutlich. Die Jugendlichen nehmen aber auch teil, weil sie ihre Freizeit mit Freundinnen und Freunden verbringen wollen, Interessantes (von Fotoentwicklung über Videoproduktionen, Computerarbeit bis zu Gestaltungstechniken) kennenlernen und mit vielen Leuten etwas erleben wollen. Alles überragend steht bei ihnen der Spaß im Vordergrund. Dieser Spaß ist vollkommen legitim und auch wichtiger Bestandteil unseres Konzeptes. Lernen in der Jugendbildung muß Spaß machen dürfen. Teilnehmen können alle Jugendlichen aus dem Landkreis Vechta. In besonderen Fällen (Nachbarschaften, Freundschaften usw.) können auch andere Jugendliche teilnehmen. Die Jugendlichen melden sich direkt beim Jugendamt an. Informationen erhalten Sie aus dem halbjährlich erscheinenden Seminarprogramm, dem „JugendEcho“, von anderen erfahreneren Teilnehmern oder aus der Zeitung. Viele durchlaufen eine Seminarkarriere. Sie nehmen an einem Kurs zum „Schnuppern“ teil, probieren einige interessante Kurse aus und legen sich dann auf ihr Interessengebiet fest. Diese Karrieren laufen über mehrere 35

Hardliner Praxis  

Einge Praxisbeispiels des Hardliner-Konzepts.

Hardliner Praxis  

Einge Praxisbeispiels des Hardliner-Konzepts.

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