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erfahren, dass jeder von ihnen Grenzen hat. Das Wissen um diese Grenzen stellt eine wichtige Ressource dar, die man nutzen kann. Nach der Reflektion bereitet ein Teamer mit den Schülern das Grillen von Würstchen vor, während sich die anderen Teamer mit den Lehrerinnen zusammen setzen. Den Lehrerinnen hat die Woche gut gefallen. Sie haben aufgrund ihrer Begleiterrolle die Gelegenheit gehabt, ihren Schülern ganz anders zu begegnen. So lernten sie die Schüler neu kennen und sehen jetzt gewisse Problemlagen in den Klassen anders als vorher. Die Teamer weisen die Lehrerinnen noch auf einzelne Schüler hin und deren möglichen Problemlagen hin. Nach diesem Gespräch schließen sie sich den Schülern zum Essen an. ca. 15.30 Uhr Abfahrt der Klassen (Ende der Maßnahme) Zwei Wochen später erfolgt durch den Leiter der Maßnahme ein Anruf bei einer der beteiligten Lehrerin. Er fragt nach den jetzigen Meinungen der Schüler zu der Fahrt und zu dem Spiel, nach möglichen Veränderungen im Verhalten der Schüler untereinander und in der Lehrer-Schüler-Interaktion.

2.2. Schulspiel mit einer OS-Klasse Der folgende Bericht beschreibt das Spiel mit Gewaltspielelementen aus Bildschirmspielen, welches mit der Klasse einer Orientierungsstufe (6. Klasse) durchgeführt wurde. Die Freizeit lief über vier Tage (Montag mittag bis Donnerstag früh). Beachtenswert ist hierbei, dass das Spiel in der eigenen Schule gespielt wurde und die Maßnahme situationsorientiert endet. Die Klassenlehrerin bekommt Kontakt zu dem pädagogischen Dienstleistungsbetrieb über den Jugendschutzbeauftragten des Jugendamtes des Landkreises Vechta. Sie berichtet dort über Gewaltprobleme in der Klasse und fragt über Möglichkeiten der Arbeit zum Thema Gewalt nach. Der Jugendschutzbeauftragte setzt sich in Kontakt mit der pädagogischen Dienstleistung und kündigt die Kontaktaufnahme der Lehrerin an. Die Lehrerin kontaktiert die pädagogische Dienstleitung und es wird eine Woche im Februar (als Klassenfahrt) zu dem Thema „Gewalt in Bildschirmspielen“ vereinbart. Vorplanung Drei Wochen vor der Fahrt besuchen die pädagogischen Leiter der Maßnahme die Klasse in ihrer Schule während einer dritten Stunde. Sie beantworten die Fragen der Schüler zu dem anstehenden Aufenthalt in dem Haus. Die Schüler beantworten ihrerseits einen Fragenbogen zu Bildschirmspielkenntnissen (s.a. Anhang „Fragebogen zu Bildschirmspielkenntnissen“). Die Kontaktaufnahme mit der Klasse verschafft den Leitern subjektive Eindrücke über die Klassenatmosphäre, auffallende Einzelpersonen im Klassenverband, das Schüler Lehrer – Verhalten und das soziale Verhalten der Schüler untereinander. Die Leiter verabschieden sich aus dieser Stunde mit dem Hinweis, dass die Schüler einen persönlichen Gegenstand zu dem Aufenthalt mitbringen sollen.

1.Tag, Montag Die Klasse trifft pünktlich im Haus ein und wird von dem Heimleiter begrüßt. Sie erhalten von ihm eine kurze Einführungsansprache zu den Möglichkeiten und Regeln des Hauses. Danach beziehen sie ihre Zimmer. Ein erstes Treffen von seiten der Leiter wird mit den Schülern nach dem Mittagessen und einer kurzen Freizeit gegen 14.00 Uhr vereinbart. Um 14.00 Uhr trifft sich die Gruppe. Die Schülern stellen sich auf Bitte der Leiter einzeln vor und zeigen ihren persönlichen Gegenstand, den sie von zu Hause mitgebracht haben. Im Gespräch stellt sich einige Male durch Nachfragen der Leiter heraus, dass einigen Kindern andere Gegenstände wichtiger sind als die vorgestellten. Die Leiter akzeptieren die letztlich Wichtigsten und notieren diese zu den Namen. Bei dieser Runde zeigt sich rasch, dass es den Schülern schwer fällt, sich zu konzentrieren. Die Leiter weisen darauf hin, dass die Schülern selbst bestimmen können, wann eine Pause eingelegt wird. Nur durch diese selbstbestimmende Arbeitsform ist es möglich über seine eigene Aufmerksamkeit zu walten. Nach einer kurzen Pause stellen die Leiter den Schülern den vorbereiteten Arbeitsvertrag für die kommenden Tage vor (s.a. Anhang „Beispiel für Arbeitsvertrag“). Es folgt eine Vorstellung der Rechte und Pflichten für die Schüler. Auf Nachfrage, welche Rechte und Pflichten zusätzlich aufgenommen werden sollen, kommt keine Antwort. Die Leiter stellen die Konsequenzen für Regelverletzungen vor. Die Schüler sind aufgebracht, beruhigen sich doch wieder schnell. Die Leiter beharren trotzdem auf eine Pause, welche die Schüler als Bedenkpause nutzen sollen. Wer den Vertrag nicht unterschreibt, bekommt die Möglichkeit an einem ebenso attraktiven Alternativprogramm teilzunehmen, das jedoch nichts mit dem Thema Bildschirmspiele zu tun hat. 11

Hardliner Praxis  

Einge Praxisbeispiels des Hardliner-Konzepts.

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