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Blue Jasmine

NEUE HEIMAT UNTERSCHICHT Nach einer Reihe von Filmen mit europäischen Schauplätzen meldet sich Woody Allen wieder aus New York. Der Stadt also, der er die meisten Inspirationen verdankt. Dort blickt man auf die Bankenkrise zurück, und diese Nachwehen liefern Allen ein Thema. Jasmine (Cate Blanchett) gehörte zu Manhattans feinsten Kreisen, bis herauskam, dass ihr Mann (Alec Baldwin) viele Menschen um ihr Anlagevermögen betrogen hat. Im Gefängnis wählte er den Freitod. Mittellos, ausgestoßen, deprimiert reist Jasmine zu ihrer Schwester Ginger (Sally Hawkins) nach San Francisco. Die führt ein schlichtes Leben, ist geschieden, hat zwei Kinder – Unterschicht. Bislang sah Jasmine auf Ginger herab, jetzt braucht sie deren Hilfe. Und muss selbst ein gewöhnliches Arbeitsleben frei von Luxus beginnen. Woody Allen mixt reale Ereignisse mit Tennessee Williams’ „Endstation SehnH.K. sucht“. USA 2013. R: Woody Allen. D: Cate Blanchett, Andrew Dice Clay, Louis CK, Bobby Cannavale u. a. P ab 7.11., CineStar

Captain Phillips

MODERNE SEERÄUBEREI 2009 wird ein US-amerikanisches Containerschiff vor der Küste Somalias von Piraten gekapert. Richard Phillips (Tom Hanks), der Kapitän der „Maersk Alabama“ bietet sich den Kidnappern als Geisel an, um seine Mannschaft zu schützen. Drei Tage lang hält er den Anführer der Piraten (Barkhad Abdi) mit langen Gesprächen hin, in der Hoffnung auf ein baldiges Rettungsmanöver. Als das endlich gestartet wird, hat der lange Nervenkrieg zwar ein Ende, doch die bislang relativ entspannte Situation eskaliert während des Einsatzes der US-Marine und drei der vier Geiselnehmer sterben bei dem Einsatz. Basierend auf den Memoiren des wahren Kapitäns Phillips zeigt der Film sowohl den Machtkampf zwischen ihm und den Piraten, aber auch die Hilflosigkeit beider Parteien gegenüber den amerikanischen Soldaten. Hanks beeindruckt mit gewohnt intensivem NB Spiel. USA 2013. R: Paul Greengrass. D: Tom Hanks, Barkhad Abdi, Catherine Keener u. a. P ab 14.11., Cinema Arthouse

Zaytoun

FREUND & FEIND Eran Riklis beleuchtet den Nahostkonflikt am Beispiel zweier Menschen, die verfeindet sind und doch aufeinander angewiesen. Angesiedelt während des Libanon-Kriegs 1982, treffen der palästinensische Flüchtlingsjunge Fahed (Abdallah El Akal) und der israelische Soldat Yoni (Stephen Dorff) aufeinander. Der Junge, dessen pazifistischer Vater vor seinen Augen getötet wurde, soll den gefangen genommenen Piloten bewachen. Dieser fleht ihn an, mit ihm gemeinsam zu fliehen. Was zunächst als Zweckbündnis startet, entwickelt sich zur Freundschaft. Zaytoun, das arabische Wort für Olive, spielt nicht nur als Symbol des Friedens eine Rolle sondern auch real in Form eines Olivenbaumes. Diesen wollte der Vater des Jungen pflanzen, wenn er zurück nach Palästina kann. Dank der ungewöhnlichen Verbindung kommt Fahed dem Ziel näher. Ein Plädoyer für den HANNA VON BEHR Frieden. GB/ISR/F 2012. R: Eran Riklis. D: Stephen Dorff, Abdallah El Akal, Ali Suliman, Alice Taglioni u. a. P ab 14.11., CineStar

Venus im Pelz

FRIVOLER WORTWECHSEL Ein Theaterstück über die Verfertigung eines Theaterstücks als Adaption fürs Kino – das verheißt selten Gutes, weil die Textfracht das Bilderlebnis meist erdrückt. Ein Regisseur wie Roman Polanski kennt die Tücken, spielt sogar mit ihnen. Wie hintersinnig, wenn in dem kleinen Pariser Theater noch Kulissen des Westernklassikers „Stagecoach“ herumstehen – das wohl filmischste aller Genres als Bühnenspiel? In diesen Dekors trifft Regisseur Thomas – gespielt von dem Polanski erstaunlich ähnelnden Mathieu Almaric – auf Vanda (Polanskis Lebensgefährtin Emmanuelle Seigner), die zu spät zum Vorsprechen erscheint, ihn aber plappernd, flirtend, drängend veranlasst, sie anzuhören. Es geht um eine Rolle in einer Bühnenversion des Skandalromans „Venus im Pelz“ von Leopold Sacher-Masoch. Thomas und Vanda beginnen einen verbalen Clinch um Geltung, Macht, Sex. Wer behält die Oberhand? H.K. F/Polen 2013. R: Roman Polanski. D: Emmanuelle Seigner, Mathieu Almaric u. a. P ab 20.11., Cinema Arthouse

Goodbye Paradise Landschaft nach 2000

Franz Hecker Landschaften – Natur und Traum

Daniel Richter, „Junas“ (2000), Öl auf Leinwand, 210 x 300 cm, Sammlung Haas, Berlin

Kunsthalle Osnabrück 27.10.2013 – 30.3.2014

Franz Hecker, „Fabrik“, Öl auf Leinwand, Ausschnitt, 67,5 x 98 cm, 1936, Sammlung Felix Schoeller Group

Kunsthalle Osnabrück 27.10.2013 – 30.3.2014 Deutsche Bundesstiftung Umwelt 27.10.2013 – 26.1.2014 Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Stadtblatt 2013.11  

Das Osnabrück Magazin, November 2013

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