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musik

Haben sich seit ihrem Gewinn 2012 super entwickelt: Hi! Spencer

Seid unbeschwert! Er muss es wissen: Christian Siemer, Musikbüro Osnabrück e.V., war zehn Jahre lang in der Jury von „Rock in der Region“ und ist heute Mitorganisator des Newcomer-Wettbewerbs. STADTBLATT: Was macht den Reiz von „Rock in der Region“ aus? CHRISTIAN SIEMER: Neben dem absoluten Kultfaktor, den die Veranstaltung in den letzten 26 Jahren erreicht hat, bieten natürlich in erster Linie die Livekonzerte vor vollem Haus den Anreiz, beim RidR teilzunehmen. Anmelden, Bestätigung erhalten und dann bis zu drei Mal vor fast ausverkauftem Haus die Bühne rocken zu können, bekommt man als Band halt nicht überall geboten. Eine kleine Landkreistour, wenn man so will. Zudem ist auch der soziale Aspekt nicht zu verachten. Man lernt sich besser untereinander kennen und so ist es mehr als einmal geschehen, dass gute Bandfreundschaften durch diese Veranstaltung entstanden sind. Dann noch die Jury, bestehend aus vielen lokalen und überregionalen Veranstaltern und Bookern, welche doch im Anschluss an den RidR die eine oder andere Band für ihre eigenen Veranstaltungen buchen. Eine prima Gelegenheit um auf sich aufmerksam zu machen. Als letzter Anreiz stehen dann ja noch selbstverständlich die 28 STADTBLATT 11.2013

Preise im Raum. So gibt es 1000 Schleifen als Fördergeld, Tonstudiozeit, sowie Gutscheine für Instrumente und Merch zu gewinnen. STADTBLATT: Im November starten die Vorentscheide. Was rätst Du den Bands, um diese Hürde zu nehmen? CHRISTIAN SIEMER: Seid unbeschwert und wie immer. In den letzten Jahren hat beim RidR nie die durchdachteste und professionellste Bandperformance gewonnen, sondern immer die frischeste und die am lebendigsten auf der Bühne wirkende. 80 Prozent jeder guten Live-Performance basiert auf dem optischen Output. Also besser Gas geben und dann ruhig mal verspielen als andersrum. Da aber auch immer der zweite in jedem Vorentscheid in die Relegationsrunde wandert, tendiere ich zu dem Rat: Mobilisiert Freunde, Bekannte, Verwandte und überhaupt jeden und alles, der es zur Veranstaltung schafft. Das Publikum hat schließlich die zweite Hälfte des Stimmrechts inne. STADTBLATT: Gibt es Dinge, die Bands auf keinen Fall tun sollten? CHRISTIAN SIEMER: Nö, es ist ja alles erlaubt, jedoch wirkt sich ein bisschen zuviel Ehrgeiz in den meisten Fällen eher negativ als positiv aus. STADTBLATT: Gibt es Dinge, die Bands auf jeden Fall tun sollten? CHRISTIAN SIEMER: Seht es einfach als geile Auftritte mit viel Publikum, dann kommt der Rest von alleine. STADTBLATT: Gibt es unter den Bands,

die 2013 antreten, bestimmte Trends zu beobachten? CHRISTIAN SIEMER: Jahrestrends gibt es nicht. Allerdings ist in den letzten Jahren zu beobachten gewesen, dass immer mehr Kapellen ihre Freude an deutschsprachigem Gesang gefunden haben. Kleinere Besetzungen sowie Singer/Songwriter-Sets erfreuen sich auch immer größerer Beliebtheit. Das ist jedoch eher als genereller Musiktrend zu werten, als dass wir diesen dem RidR auf die Fahnen schreiben können. Spricht jedoch dafür, dass der RidR den aktuellen Zeitgeist gut abbildet und kaum eine Band vor der Teilnahme zurückschreckt. STADTBLATT: Im letzten Jahr haben Hi! Spencer gewonnen. Was ist aus denen in der Zwischenzeit geworden?

CHRISTIAN SIEMER: Hi! Spencer habe ich persönlich das letzte Mal Ende September beim Landesfinale des LocalHeros-Wettbewerbs getroffen, bei dem sie einen der Nicht-TreppchenPlätze erreichen konnten. Sie kommen eigentlich ganz gut rum, wirken immer noch so frisch wie letztes Jahr und haben immer noch Spaß an ihrer Musik. Den großen Durchbruch kann der RidR nicht bieten, aber das wäre ja auch ein eher vermessenes Ziel. Es geht um Förderung und darum jungen Musikern eine Plattform zu bieten, und Hi! Spencer haben beides in vollem Umfang genutzt. Es freut mich immer, zu sehen, wenn eine Kapelle so freudig an der Sache bleibt wie dieses Jungs. STADTBLATT: Du selbst spielst auch in einer Band? In welcher und was macht ihr für Musik? CHRISTIAN SIEMER: Von meinen 18 Bühnenjahren habe ich die letzten hauptsächlich mit meiner RoxetteCoverband roXism verbracht. Wir arrangieren nach dem Prinzip die Guten ins Töpfchen, die Schlechten in den Fleischwolf und gucken, was nach dem Drehen davon noch übrig bleibt. Ist halt ‘n reine Livenummer mit dem großen Hang zum Quatsch, die nächstes Jahr ihr 10-Jähriges feiern darf. INTERVIEW: MARIO SCHWEGMANN

Vorentscheide P 2.11., Bad Essen, Trio (tba) P 8.11., Westwerk (+ Incus, Miauw, Nightfall, St. Helens) P 9.11., Bippen, Li.F.T. e.V. (+ Firma Timski, Tafkat, The Interfering, When You Scream) P 16.11., Georgsmarienhütte, Alte Wanne (+ Basement Apes, Lost Memories of Childhood, Never to Loud, Occultus) P 23.11., Bramsche, Alte Webschule (tba) Relegationsrunde P 1.12., Ostbunker (alle Zweitplazierten) Finale P 6.12., Haus der Jugend (die sechs Finalisten; Special Guest: Hi! Spencer/Gewinnerband 2012)

vorband des monats Rob Lynch Support von Thees Uhlmann In dem Video zu seinem Song „Hawking“ sitzt er am Strand, in den Dünen und singt gegen das Meer an. Rob Lynch hat definitiv Wut im Bauch, seine Gefühle müssen raus, klar. Der 26-jährige Wahl-Londoner ist mal keiner dieser so sensiblen Songwriter, der hundertste Conor Oberst. Eher ein kleiner Moneybrother mit etwas Clash-Background. Eher Pop-Punk und Folk als Lagerfeuergedaddel. Last but not least: Zwei EPs hat der Mann bereits draußen. OSCH P 14.11., Rosenhof

Stadtblatt 2013.11  
Stadtblatt 2013.11  

Das Osnabrück Magazin, November 2013

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