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FOTO: HARFF-PETER SCHÖNHERR | MONTAGE: SABRINA DIENSTBIER

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Von Null auf 850 Carsharing ist gut für die Umwelt, sagt der BUND. Die Stadtteilauto OS GmbH zieht Bilanz. Und denkt über die Zukunft nach.

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an kennt das ja aus Cartoons. Da sitzt ein verfetteter Geschäftsmann an einem Protzschreibtisch, meist mit qualmender Zigarre, und hinter ihm ist eine Bilanzkurve zu sehen. Riesige Zacken, steil nach oben. Steil nach oben? Soweit trifft das auch auf die Stadtteilauto OS GmbH zu, eine Kooperation des Osnabrücker StattVerkehr e.V. und der Stadtwerke Osnabrück. Seit Mitte 2011 betreibt sie das hiesige Carsharing.

1992, der Carsharing-Gedanke ist in Deutschland gerade geboren, durch StattAuto Berlin, fängt StattVerkehr mit 11 Mitgliedern an – und einem einzigen Auto. Heute teilen sich 850 Mitglieder 55 Fahrzeuge. „Für 2014 peilen wir 1500 Mitglieder an“, sagt Christian Reining, Leiter Mobilitätsund Qualitätsmanagement, Stadtwerke Osnabrück AG, Geschäftsbereich Verkehrsbetrieb. „2020 könnten es 5000 sein. So ist jedenfalls unsere Vision.“ Dann hört die Ähnlichkeit mit den Cartoons allerdings auch schon auf. Reining, zur Entspannung gern auf Trekking-Tour, ist nicht verfettet. Die Zigarre fehlt. Zwischen uns nur ein schmaler Stehtisch. Und die Bilanzkurve ist verbal. Reining: „Selbst un-

sere optimistischsten Erwartungen wurden weit übertroffen.“ Carsharing. Ich kann mich dafür entscheiden, um mir die Anschaffungs- und Betriebskosten eines eigenen Fahrzeugs zu sparen, die Steuern und Versicherungen, die Verkehrsclubmitgliedschaft. Ich kann mich dafür entscheiden, weil ich meinen Wagen nicht personalisieren muss, weil ich nie allzu spontan losfahre, nie wirklich weit, lange und open end. Ich kann mich aber auch dafür entscheiden, weil mir Nachhaltigkeit wichtig ist. Weniger Autos auf den Straßen, weniger Schrott, weniger Energie- und Rohstoffeinsatz bei der Fahrzeugproduktion... Nachhaltigkeit? Reining: „Das ist unser Kerngedanke. Wir wollen Osna-

GR Ü N E GES I C HT ER

Dipl.-Ing. Sven Kiesow Stadtwerke Osnabrück, Energiedienstleistungen

20 STADTBLATT 11.2013

Ich engagiere mich für Natur und Umwelt, indem... ich Gewerbetreibende, Firmen und auch Vereine berate, wie sie ihr Energiemanagement optimieren können. Eine meiner spannendsten Aktionen war ... die Entwicklung eines neuen Energiekonzeptes mit BHKW und neuartigem Warmwassersystem für einen großen Sportverein. Wenn mich jemand fragt, was er für die Umwelt tun kann, antworte ich, als erstes ... seinen Energieverbrauch

brück grüner machen.“ Und das sind nicht nur Worte. Hybrid- und Gasfahrzeuge sind im Pool. Dazu zehn Elektroautos – allerdings aus eher missionarischen Gründen, denn von wahrer Wirtschaftlichkeit, ja von Kostengünstigkeit, ist E-Mobilität noch weit entfernt. Alle Fahrzeuge sind jung, damit der CO2-Ausstoß der Flotte kontinuierlich sinkt. Bei allen Modellen wird auch auf die Ökobilanz der Produktionsprozesse geachtet, auf die Recyclebarkeit. Das Unternehmen darf mit dem Blauen Engel werben. Für Reining, auch privat Carsharer, eigener Wagen abgeschafft, ist die Sache klar: „Ökonomie und Ökologie gehen hier Hand in Hand. Eine Win-WinWin-Situation. Für den Kunden, unser Unternehmen, die Gesamtgesellschaft.“ Klar, manches könnte noch besser sein. Nur 1,3 Fahrer sitzen pro Fahrt im Auto, statistisch gesehen – reinpassen würden 4,5. Und es fehlt Privatraum für neue Stellplätze – derzeit steht Lüstringen ganz oben auf der Wunschliste. Und die Kundschaft könnte sich verjüngen. Bisher ist der typische Stadtteilauto-Nutzer in mittleren Jahren. Hoher Bildungsgrad, gutes Einkommen. Ein Drittel schafft nach einiger Zeit das eigene Fahrzeug ab. „Aber im Grunde müssen wir die Leute schon zu fassen kriegen, bevor sie überhaupt ihr erstes Auto kaufen“, sagt Reining. „Studienabsolventen, Berufseinsteiger, die gerade das erste Geld verdienen.“ Um dafür noch bessere Argumente zu haben, setzt Stadtteilauto auf Reformen. Verstärkte Expansion in die Region – Bissendorf, Oesede... Verbundsystem über die lokale Mobilität hinaus – Hanover, Bremen... Neue Tarife vielleicht. Neue Fahrzeugverfügbarkeitsmodelle. Und die Zukunft? Reining lacht. „Solardrohnensharing vielleicht?“ HARFF-PETER SCHÖNHERR

So geht Umweltschutz

zu hinterfragen, dem Bedarf anzupassen und somit effizient zu sein. Einer der größten Umweltsünder ist für mich ... derjenige, der sich nicht mit dem Thema Energieeffizienz auseinandersetzt. Wenn ich Bundesumweltminister wäre, würde ich ... den Fokus noch stärker darauf legen, die Bedeutung von Energieeffizienz und damit weniger Energieverbrauch für den Umweltund Klimaschutz herauszustellen. Mir gibt Hoffnung, dass ...  immer

mehr Privathaushalte und Gewerbetreibende ihr individuelles Energiemanagement analysieren. Ich wünsche mir eine Welt, in der ... wir in Sachen Umwelt- und Klimaschutz mal alle gemeinsam an einem Strang ziehen – und zwar in die gleiche Richtung. Umweltschutz ist bei uns Teamarbeit, weil ... wir uns abteilungsübergreifend um Energieeffizienz kümmern – in all unseren Tätigkeitsfeldern. INTERVIEW: HARFF-PETER SCHÖNHERR

Stadtblatt 2013.11  
Stadtblatt 2013.11  

Das Osnabrück Magazin, November 2013

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