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Mallorca Von Nina Bartholomaeus und Mario Schwegmann

Dieses Jahr war ich zum ersten Mal auf Mallorca. Lange habe ich mich gesträubt. Erstens: Ballermann. Zweitens: all die Möchtegern-Promis und -Auswanderer, die die Insel zu ihrer (zweiten) Heimat erkoren haben. Drittens: weil alle anderen schon mal da waren. Jetzt kann ich sagen: die Vorurteile stimmen. In unserem Hotel wurde eine Insel-Rundfahrt inklusive Aufenthalt im MegaPark angeboten, während der Reiseleiter im Bus die Kinderbetreuung übernahm ... In Cala Millor saß eine junge deutsche Unternehmerin, die ich aus dem Fernsehen kenne, vor ihrem Laden, und beim Mittagessen in Palma wurde ich auf Deutsch gefragt, was ich denn gerne hätte. Aber Malle ist auch wunderschön: ganz weit weg von den Bettenburgen.

Also, Mallorca ist superschön, das mal vorweg. Sineu, Es Trenc, die Bucht von Alcudia ... 1A. Was allerdings nervt wie nix Gutes, ist der Flughafen. Das Ding ist riesengroß, hässlich und extrem unübersichtlich. Doch am schlimmsten sind die langen Warteschlangen beim Abflug. Horror. Und während man da steht, kann man schön beobachten wie die anderen Urlauber mit der Situation umgehen. Da gibt es den Stoiker, der alles ignoriert und per Tunnelblick nur den Schalter fixiert. Da gibt es den Dunkelbraungebrannten, der sich freut, dass alle ihn so lange angucken (müssen). Da gibt es natürlich die Leute mit TShirts wie „Bier formte diesen wunderschönen Körper“. Und schließlich die klassische Gruppe, zu der ich auch gehöre: Ich rege mich darüber auf, dass es nicht schneller geht. Was sonst!

VOLLE S PROG R AM M

sie + er

am Tag der Offenen Tür

24-08-13 15.00 – 19.00 Uhr

Wissens-Inseln  Treppen-Lesung  Walk-Act I Ayurveda  Ausstellung I Line Dance  Sprachen-Schnupperkurse  Bewerbungsmappen-Check 

Volkshochschule der Stadt Osnabrück Bergstraße 8 I 49076 Osnabrück 05 41 / 323 – 22 43 I www.vhs-os.de

Konzertiertes Erinnern

FOTO: HARFF-PETER SCHÖNHERR

Der Nationalsozialismus. Wer auf dem rechte Auge nicht blind ist, trifft in Osnabrück allerorten auf Relikte, auf Erinnerungskultur. Noch sind nicht alle Rätsel gelöst – zum Beispiel das der unterirdischen Produktionshallen der Teuto-Metallwerke auf dem Limberg. Und noch sind nicht alle Täter identifiziert, gefunden, zur Verantwortung gezogen – eine Aufgabe, die natürlich immer schwerer wird je mehr Zeit vergeht. Aber die Aufarbeitung der Zeit von 1933 bis 1945 ist seit jeher einer der Schwerpunkte im Friedensstadt-Profil. Die Gefahr: Je größer der zeitliche Abstand zu diesem düsteren Kapitel der Stadtgeschichte wird, desto stärker verblasst die Erinnerung – trotz aller Ausstellungen, Mahnmale, Demnig-Stolpersteine, Gedenktage. Um dem entgegenzuwirken, hat der Stadtrat Ende Juni das „Rahmenkonzept Erinnerungskultur Nationalsozialismus in Osnabrück“ beschlossen, erarbeitet durch 30 Träger der Osnabrücker Erinnerungskultur, von der Antikriegsbaracke Atter-Osnabrück bis zur Volkshochschule, als „Orientierungs- und HandlungsrahGegen das Vergessen: men“. Es geht um verstärkte, Demnig-Stolpersteine, Möserstraße zentral gesteuerte Netzwerkarbeit. Denn Kooperationen der Akteure hat es zwar schon immer gegeben, aber keine „leitende Konzeption“. Es geht darum, Leerstellen der regionalgeschichtlichen Forschung zu schließen, Zeitzeugnisse zu sichern, das Lernpotenzial der NS-Regionalgeschichte stärker zu nutzen. Wer es genauer wissen will: das Konzept steht unter www.osnabrueck.de/ HARFF-PETER SCHÖNHERR 78679.asp zum Download bereit.

SAMSTAG AM STAG 31.8. 3 .8.2013 LoungeKonkret | Kunst | Theater | Musik Nachtpartys | Straßenkultur | Kinderkultur Kulturhäuser, Museen und Kirchen bis 24 Uhr geöffnet www.osnabrueck.de

STADTBLATT 8.2013

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Stadtblatt 2013.08  

Das Osnabrück Magazin, August 2013.

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