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Ochsenbrot: Ira Döring, Broterbe Gaues

Grünkern-Roter Linsen-Taler mit ErbsenMinze-Dip, serviert von „Kochfest“

Kommen gerade aus „Claudias Kaffeebude“: Susanne Möller-Kladde, Eva-Maria Wesseln und Kids

14 STADTBLATT 8.2013

men in der Form von Frischgepresstem, heute mit Erdbeeren, Orangen und Ingwer. Wow! Dass Gesundes sehr lecker sein kann, beweisen Rita Schweigmann und Martin Esselmann nun seit zwölf Jahren: So lange betreiben sie schon ihren beliebten Stand für frische vegetarische Kost auf dem Osnabrücker Wochenmarkt. Außerdem haben sie eine Kochschule in Hopsten-Halverde, die gut gebucht wird. Ich habe Blut, äh, Bete-Saft geleckt und will auch mal, doch leider unterrichtet Rita, die Ökotrophologin und Köchin, nur Gruppen, erzählt ihre bessere Hälfte Martin, der eigentlich Handwerker ist und Samstags am Marktstand mithilft. Ihr „Potpourri aus saisonalen Köstlichkeiten und frisch gepressten Fruchtsäften in überraschender Mixtur samt wetterfesten überdachten Sitzgelegenheiten“ samt ihrer sympathisch-gastfreundlichen Art laden wirklich zum Verweilen ein – und das nicht nur die „typischen Verdächtigen“. Meistens sind es die Frauen, die ihre Männer anschleppen, und „die meisten fangen dann einfach mit einer Suppe an.“ Und bleiben hängen, als Stammkunden! Die Suppe als Einstiegsdroge? „Schon“, schmunzelt Martin Esselmann. Aber es gibt soviel, was hier süchtig machen kann: „Wir kochen nur vegetarisch, mit regionalen Produkten und nach der Jahreszeit.“ Als konkretes Beispiel reicht er uns ein Rote Bete-Chutney, „das gibt’s so nirgendwo sonst“ und soll mit Frischkäse auf Brot sensationell schmecken. Wir wollen das natürlich ausprobieren, also muss ein Brot her. Genau in dem Moment, und das ist nicht gelogen, weht uns der Duft nach frischer, dunkler Brotkruste in die Nasen. Wir halten quietschenden Reifens am Stand von „Broterbe Gaues“. Nach eigenen Angaben steht man dort „für hochwertige, handwerklich hergestellte Brot- und Backwaren“, samt bewusstem Verzicht auf den Einsatz chemischer Zusatzstoffe, Treib- oder Konservierungsmittel und Farbstoffe. Fertigmehlmischungen können zuhause bleiben, und das schmecke ich, als mir Ira Döhring ein Stück des riesigen Ochsenbrotes reicht. Kein Wunder, dass sich unter anderen Starköche wie Cornelia Poletto oder „unser“ Thomas Bühner vom hiesigen la vie von Gaues beliefern lassen. Der Stand ist, als Auftakt einer dreiwöchigen Versuchsphase, das erste Mal in Osnabrück vertreten, mit Sorten, die es hier so nicht gibt; wie etwa dem Hannoveraner „Gerster“. Ein hoher Roggenanteil und eine appetitlich-dunkle, krosse Kruste sind typisch für Gaues-Brote, gebacken wird in Lachendorf bei Celle, verkauft in insgesamt neun Filialen, unter anderem auch in Hamburg. Und vielleicht bald regelmäßig auf dem Osnabrücker Wochenmarkt! Kaum haben wir uns von den Broterben verabschiedet, begegnen uns die ersten Bekannten: Susanne Möller-Kladde und Eva-Maria „Evi“ Wesseln. Sie sind mit insgesamt fünf Kindern unterwegs, fotografieren lassen sich aber nur Sara, Martha und Erik. Sie kommen gerade aus „Claudias Kaffeebude“, „da frühstücken wir seit Jahren“, lacht Evi, verlegene Kinder jonglierend. Susanne dagegen ist zum ersten Mal hier: „Ich glaub’, ich brauchte

Stadtblatt 2013.08  

Das Osnabrück Magazin, August 2013.

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