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musik

Offen für vieles Ein Festivalereignis – nicht nur für Gitarrenfans. An drei Tagen zupfen und picken bei den Open Strings Stars und Newcomer. Hier unsere drei Tipps. Muriel Anderson Die hübsche wird weltweit als führende Fingerstyle-Gitarristin respektiert. Sie spielt Flamenco genauso berauschend wie Jazz, Folk, Klassik oder einen Beatles-Song, den sie im Konzert gerne mal einwebt. In den USA ist sie zudem eine renommierte Gitarrenlehrerin, ihre Anschauungs-DVDs gehören mit zum Besten. Bekannt ist Muriel Anderson auch für ihre Weihnachtsplatten, die sie in regelmäßigen Abständen aufnimmt. „Harp Guitar Christmas“ und „Christmas in Nashville“ sind die Klassiker. Martin Hegel Einer der besten deutschen Konzertgitarristen, mit Wurzeln in Osnabrück. Als Jungstudent war Hegel am Konservatorium Osnabrück, danach folgten die Lernstationen Berlin und Salzburg. Inzwischen ist Martin Hegel ein europaweit gefragter Kammermusiker. Und einen Höhepunkt in der Karriere vieler Klassik-Gitarristen hat er bereits früh erreicht: Das berühmte „Concierto de Aranjuez“ von Joaquin

g Amerikanerin

Metallica sind große Fans von: Napalm Death

Extrem und schnell Das Hellflame Festival ist Pflicht für Metal-Fans. Neben der Grindcore-Legende Napalm Death kommt auch Kurioses wie die türkischen Moribund Oblivion. Death-Metal-Band

aus

Augen. Und dann sehen die Jungs auch noch aus wie eine Kiss-Coverband, theatralisch geschminkt in Schwarz-weiß. Moribund Oblivion sind ganz klar die Exoten des Hellflame Festivals. Und das nicht nur optisch – auf ihre Knüppelriffs mit orientalischen Einflüssen darf der geneigte Headbanger gespannt sein. Zwar nicht exotisch, dafür berüchtigt sind die Auftritte der schwedischen Shinning. Die Bühnenshow der Black Metaller gehörte vor Jahren noch zum Extremsten in der Szene. Sänger Niklas „Kvarforth“ Olsson hat das Publikum mit autoaggressivem Verhalten konfrontiert. Kulturgeschichtlich nichts Neues, aber effektvoller als eine Gitarre am Schlagzeug zu zerstören. Heute ist die Band davon abgerückt und auf dem Weg zur „Kultband“ des jungen Metal. Wem das zu heavy ist, der hört sich die nächsten Schweden an: Dark Tranquility. Eine Band, die es seit Anfang der 1990er gibt, man kann sie bald zu den Klassikern zählen. Die melodischen Death Metaller – sofern das bei Death Metal überhaupt geht –

sind berühmt für ihre wuchtige, raffinierte Gitarrenarbeit. Da fallen einem als Vergleich Kreator oder gar Slayer ein. Und damit befinden wir uns auch schon in der obersten Spielklasse und kommen zur bekanntesten Band im Festival-Programm: Napalm Death. Zwei Wörter, die eigentlich alles sagen. Seit fast 30 Jahren im Geschäft, haben sie sogar eine Megaband wie Metallica beeinflusst. Ihr Grindcore ist bis dato unerreicht. Wütender kann man kaum Musik machen. GitarrenSchlagzeug-Bass-Gesangs-Gewitter als wenn ein Erdbeben ausbricht. Und in all dieser Wucht bleiben sie technisch brillant. Ein Highlight im Osnabrücker Metaljahr. Da das Festival bereits gegen Mittag beginnt, stehen natürlich noch weitere Bands auf der Bühne: Belphegor, Chrome Division, 1349, Necrophobic, Sturmprohet und Dornenreich mit ihrer Black Metal Show. Wem das noch nicht reicht, der geht zur anschließenden Aftershowparty – wie immer beim Hellflame Festival lassen sich da auch die Bands gerne blicken. MARS 5.9., Hyde Park

VORBAND DES MONATS:

12morgen. Support von Eric Fish. F Neuer Songwriter-Geheimtipp aus Berlin. Deutsche Texte, viel Klavier, schöne, romantisch-realistische Texte, ein bisschen wie Element of Crime früher. Sänger und Pianist Hannes Kreuziger ist definitiv eine Entdeckung – der Mann kann seine Gefühle zeigen. Die Band dazu lässt es ruhig dahin fließen und Gitarrist Georg streicht bei einigen Songs sogar sein Cello. Wer mehr wissen will, besorgt sich bitte ihre tolle Debüt-CD „Liebe“. 6.9., N8

FOTO: SAMIA AKYOL

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g Istanbul? Da macht man große

Muriel Anderson spielt Bach und Beatles

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Rodrigo führte er mit den Berliner Symphonikern sowie dem Osnabrücker Symphonieorchester auf. Im Konzert liegt sein Schwerpunkt auch bei den spanischen Komponisten. Quique Sinesi & Carlos Dorado Die wohl wichtigsten modernen Gitarristen ihrer Heimat Argentinien. Ihre Musik basiert auf Elementen des Tango und der Folklore ihres Landes, in Kombination mit weiteren südamerikanichen Rhythmen. Aber auch Jazz und Klassik fließen in die Stücke mit ein. 2005 erhielt das Duo dafür den Grammi Latino, für die beste Tango-CD des Jahres. Ein Highlight ihrer Konzerte ist der Einsatz ungewöhnlicher Instrumente aus der Gitarrenfamilie: Guitarrón (sechssaitiger Bass), die 7-saitige spanische Gitarre und die Charango, eine Art Minigitarre, die auch Popbands wie Morcheeba oder Bruche Cockburn spielen. MARIO SCHWEGMANN

25.-27.9., OsnabrückHalle

STADTBLATT 2009 09  

Das Osnabrück Magazin

STADTBLATT 2009 09  

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