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KINO

My Big Fat Greek Summer

Antichrist

Wie das Leben so spielt

Carriers

F Wer sich bei dem Titel auf ein Wiedersehen mit der bezaubernden und irre komischen Toula aus „My Big Fat Greek Wedding“ freut, ist leider falsch gewickelt. Aber die Schauspielerin, Nia Vardalos, ist natürlich wieder dabei. Sie spielt die amerikanische Geschichtsprofessorin Georgia, die sich den Trip ins Land ihrer Vorfahren als Reiseleiterin finanziert. Leider passen auf Urlaub eingestimmte Touristen und Georgias akademische Erläuterungen nicht wirklich gut zusammen. Immerhin hat sie Irv (Richard Dreyfuss) auf ihrer Seite, und so wird die Rundreise doch noch für alle ganz unterhaltsam. Auch für den Kinozuschauer. Denn neben klasse aufgelegten Darstellern sind hier die antiken Stätten Griechenlands zu sehen. ab 3.9., CineStar

F Ein schrecklicher Unfall bricht unvermittelt in das Leben eines Paares (Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg). Während die zwei sich unter der Dusche vergnügen, stürzt der gemeinsame Sohn in den Tod. Sex, Tod und Schuldgefühle – ein traumatischer Cocktail, der schnell in opulente Wahnvorstellungen münden kann. Und es bei Regisseur Lars von Trier natürlich auch visuell tut. Eine einsame Waldhütte namens „Eden“ bildet die Hauptkulisse in diesem verrätselten Kammerspiel für zwei namenlose Personen, in dem der Mann, ein professioneller Therapeut, seine Frau von dem erlittenen Trauma zu erlösen sucht. Trotz Silberner Palme für Gainsbourg sorgte der Film in Cannes für kontroverse Diskussionen. ab 10.9.

F Judd Apatow kennt sich aus im Milieu der Stand-up Comedians. Seit Teenager-Tagen versorgt er Bühnenkomiker mit Gags. Vielleicht stecken ein paar Rachegelüste in seiner Tragikomödie vom Comedy-Star, der erfahren muss, dass er nur noch kurze Zeit zu leben hat. Schlimmer: Es gibt niemanden, mit dem er sich aussprechen kann. Er behilft sich, indem er einen jungen Autor unter seine Fittiche nimmt und eine alte Liebe aufsucht. Hauptdarsteller Adam Sandler ist ein früherer Zimmergenosse Apatows, Seth Rogen assistiert. Beide ernteten bei US-Kritikern höchste Anerkennung. Eine Nebenrolle spielt der Deutsche Torsten Voges als „Dr. Lars“. ab 17.9.

F Den Brüdern Àlex und David Pastor war die neue Grippevariante noch nicht bekannt, als sie 2006 mit der Produktion ihres Thrillers „Carriers“ begannen. Aber durch die jüngsten Ereignisse treffen sie einen Nerv. Auch im Film bricht eine Pandemie aus, nachdem ein Virus mutiert und weder Impfstoff noch Heilmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Ein Quartett junger Leute sucht der Seuche an einem abgelegenen Strand zu entkommen. Unterwegs stoßen sie auf Hindernisse. Jeden Reisenden plagt zudem die Frage, ob die anderen nicht längst infiziert sind. Ethische Fragen heben diesen Film positiv ab von inhaltlich verwandten Katastrophendramen. ab 1.10.

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AUSSERDEM

FOTO: HENNING MANKELL, 2004 © ULLA MONTAN

CLUBBING WAS GEHT AM WOCHENENDE?

Rahmenprogramm Remarque-Friedenspreis F Gefühlt war es bisher ja oft so: Der Remarque-Friedenspreis stand an, aber so recht los war nichts dabei. Das ist diesmal anders. Endlich Preisträger, die vielen was sagen. Entsprechend üppig ist das Beiprogramm. Unter dem Titel „Wir alle kommen aus Afrika“ spricht Bettina Gaus, lange taz-Korrespondentin in Nairobi, mit Henning Mankell – flankiert durch Salif Keita, einen der weltweit namhaftesten Sänger und Songschreiber afrikanischer Pop-Musik. Keitas Geschichte ist äußerst ungewöhnlich: er ist nicht nur Albino und wurde seiner Hautfarbe wegen von seiner Familie verstoßen – er ist auch Nachkomme des Kriegerkönigs Sundiata Keita, der im 13. Jahrhundert das Malireich gründete. Hinzu kommt eine Lesung von Axel Milberg, Sprecher der deutschen Hörbücher von Mankell (17.9.). Stadttheater-Schauspieler Laurenz Leky liest aus dem düster harten Roman „100 Tage“ von Lukas Bärfuss; danach ist „Die Todesreiter von Darfur“ zu sehen, ein beklemmender Dokumentarfilm von Ricky Stern und Anne Sundberg über den Völkermord im Sudan (8.9.). Journalistin Christa Graf liest unter dem Titel „Damit du mich nicht vergisst. Afrikas Kinder und die Memory Books“ (15.9.); Schüler der Erich-MariaRemarque-Schule lesen aus Mankells „Der Zorn des Feuers“ und den anderen zwei Bänden der Trilogie über Sofia und ihr Leben in Mosambik (10.9.). In der Stadtbibliothek gibt es eine Bücherausstellung, terre des hommes ist mit im Boot, HelpAge, die AFA Aidshilfe für Afrika. Kann also niemand mehr sagen, er hat nichts mitgekriegt ... 8.-19.9., diverse Orte

Freitag, 4.9.

Freitag, 18.9.

Café Mojo R Fullmoonparty Kleine Freiheit R 10 Jahre Goldfisch Party Blue Note R Motown Party Special: 40 Jahre Woodstock Glanz & Gloria R Radioactive Rock

Kleine Freiheit R Swing Ska La Bim Festzelt Pottblume R Pottblume meets Wiesn Andere Welten R Thekenschlampe Glanz & Gloria R Mixtape

Samstag, 5.9.

Samstag, 19.9.

Hyde Park R Rocknacht Spezial Kleine Freiheit R Starclub Schall & Rauch R OS Gay Night Glanz & Gloria R We Say Dance

Unikeller R Outta Babylon: Basement Sound Glanz & Gloria R We Say Dance Kleine Freiheit R Starclub Schall & Rauch R Dark Nights

Freitag, 11.9.

Freitag, 25.9.

Haus der Jugend R Café Caliente Glanz & Gloria R MHO Krankenschwester Party Hyde Park R Rabennacht Stellwerk R DJ Tonka @ Stellwerk

Kleine Freiheit R St. Pauli Nacht Haus der Jugend R Rainbow Dance Hyde Park R Rocknacht Classix

Samstag, 12.9. Lagerhalle R Boogie Club Nights Unikeller R Tom Tom Club Schall & Rauch R 90er Jahre Party Hyde Park R Feel The Beat

Samstag, 26.9. Lagerhalle R Boogie Club Nights Unikeller R Keller Zirkus Hyde Park R Feel The Beat Andere Welten R Clubbing mit DJ Euronaut

STADTBLATT 9.2009 31

STADTBLATT 2009 09  
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