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FrÜhJAhr/soMMer 2014

nr. 6 14.01.2014

URBAN TRIBES

FAshIon / trends / IntervIews


Die MICHALSKY Teppiche finden Sie bundesweit in mehr als 60 Einrichtungsh채usern und Fachm채rkten.


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SONNENBRILLEN 40 p IMPRESSUM VUE/Berlin ist ein Produkt der Berliner Verlag GmbH, www.vueberlin.de GENERAL MANAGERS Michael Braun, Stefan Hilscher ADVERTISING DIRECTOR Mathias Forkel ADDRESS Postfach 02 12 84, 10124 Berlin ADVERTISEMENT Tel. +49 30 23 27–53 24, vueberlin@berliner-verlag.de PRODUCTION Raufeld Medien GmbH, Tel. +49 30 69 56 65–0, info@raufeld.de, www.raufeld.de EDITOR-IN-CHIEF Wolfgang Altmann MANAGING EDITORS Arne Gniech, Marcus Jürgens FASHION & BEAUTY EDITOR Elisa Gianna Gerlach ART DIRECTION Anna Trautmann LAYOUT Juliana Hesse, Nastasja Schäfer PRINT Druckhaus Schöneweide GmbH, Ballinstraße15, 12359 Berlin

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K1X FEAT. PATRICK MOHR Basketball meets Fashion: Das Enfant terrible der Berliner Modeszene entwirft jetzt Sneaker

NEWS & TIPPS Alles, was man wissen muss – Termine und Empfehlungen rund um die Berliner Modewoche

MODEHIMMEL Im Sommer erwarten uns schöne ModeAussichten: in Himmelblau und Wolkenweiß

CHRISTIANE ARP Die VOGUE-Chefin über ihren Salon, Anna Wintour und worauf es bei gutem Design ankommt

URBAN TRIBES Das Berliner Modevolk mixt alles – kein Muster ist ihnen zu wild

VORSICHT Cool und ultraleicht – die Sonnenbrillen von morgen sind wahre Hightech-Wunder

PORTRÄT Von null auf hundert – Achtland sind die Durchstarter der Saison. Wir haben sie besucht

LABORFRISCH Die neuen Beauty-Trends bieten die perfekte Symbiose aus Forschung, Technik und Natur

BERLIN FASHION Die Hauptstadt blickt auf eine lange Stil-Tradition zurück. Ihre Mode war stets am Puls der Zeit

TRADITION Seit drei Generationen beliefert Familie Fauck den internationalen Modemarkt mit Leder

SOMMER 2014 Ob Punkte, Streifen oder Wellen – die neuen Muster sind wie ein Blick durchs Kaleidoskop

TECH STYLE Die neuen Sommer-Accessoires können mehr als nur gut aussehen, sie funktionieren auch

DAS LETZTE WORT Was Michael Michalsky beim Anblick des Himmels denkt, verrät er in seiner Kolumne

Fotograf: Joachim Baldauf | Produktion & Styling: Elisa Gianna Gerlach | Haare & Make-up: Katharina Eckert | Foto-Assistenz: Sandra Gramm und Rahel Pasztor Models: Nives @ seedsmodels.de, Jürgen @ ps-models.com | Nives: Tuch LUYU, Ketten & Ohrringe KONPLOTT, Häkelkragen RITA IN PALMA | Jürgen: Tuch FRAAS, Kette 5PREVIEW

INHALT


PR EM I U M I N T ER N AT I O N A L FA S H I O N T R A D E S H O W H ER BS T— W I N T ER 2014/15

14.—16.

JA N UA R

S T A T I O N – B E R L I N P R E M I U M O R D E R D Ü S S E L D O R F

P R E M I U M M Ü N C

1.—3. FEBRUA R

15.—18 . F E B RUA R

H A M M E R

H A L L E N

w w w . p r e m i u m e x h i b i t i o n s . c o m

Z E N I T H

O R D E R H E N A R E A


 EDITORIAL

BERLIN

E

en vogue

s ist noch gar nicht so lange her, da sorgten Jungdesigner aus Berlin mit ihren lustigen Logo-Shirts und selbst gestrickten Pullis für reichlich Lästerstoff. Doch die Zeit der Autodidakten ist vorbei. Wer heute auf dem Laufsteg bestehen will, braucht ein Mindestmaß an Professionalität. Trotzdem stehen viele ihrer Arbeit skeptisch gegenüber. Die alten Vorurteile sitzen tief. Um damit aufzuräumen, widmen wir uns in dieser Ausgabe der Berliner Mode und erzählen ihre bewegte Geschichte. Denn was viele nicht wissen, ist, dass die Hauptstadt auf eine lange Stil-Tradition zurückblicken kann. Hier wurde die konfektionierte Massenmode erfunden. In den 20er-Jahren war der „Berliner Chic“ auf der ganzen Welt gefragt. Das war er auch nach dem Krieg, ehe der Mauerbau dem modischen Erbe ein Ende setzte. Eine Firma, die diese Zeit hautnah miterlebt hat, ist der Charlottenburger Ledergroßhandel Fauck. 1938 gegründet,

FLAGSHIP-STORE BERLIN

kauften dort seit jeher Berliner Modemacher ein. In den 50erund 60er-Jahren waren es die Couturiers, heute ist es die junge Generation, die dort ihr Leder bezieht. Eine, die das kreative Potenzial Berlins fördert, ist die Chefin der deutschen Vogue, Christiane Arp. Seit zweieinhalb Jahren bietet sie talentierten Jungdesignern mit ihrem Vogue Salon eine Plattform. Im Interview erklärt sie, welche Motivation dahintersteckt. Einer ihrer Favoriten ist das Modeduo Achtland, das bereits internationale Kreise gezogen hat. Wir stellen das Label vor. Und bieten, wie immer, einen Ausblick auf die kommende Saison. Der Sommer wird bunt – zumindest hier in Berlin Viel Spaß beim Lesen der neuen VUE/Berlin wünscht Ihnen Ihr WOLFGANG ALTMANN Chefredakteur

Kurfürstendamm 178/179


Das Dreieck ist ein wichtiges Stilelement in Patrick Mohrs Turnschuh-Kollektion

Foto: K1X

BASKETBALL GOES FASHION In Zeiten des „anything goes“, in denen beliebig gemixt und „gematched“ wird, war es klar, dass irgendwann diese beiden Pole aufeinandertreffen: Mode und Basketball. Wer sonst könnte sich dieser Aufgabe besser stellen als der Berliner Designer Patrick Mohr? Zusammen mit dem Basketball-Profi K1X hat er das Turnschuhmodell DCAC Mk4 entworfen. Es ist bereits seine vierte Kooperation mit dem Münchner Label. Diesmal in den Farben Orange, Rot und Gelb. Wie schon bei seinen Vorgängermodellen lässt er auch hier seine typischen Design-Attribute einfließen. „Der DCAC Mk4 ist ein Unisex-Sneaker“, betont Mohr.

Wobei er für Frauen mehr Variationsmöglichkeiten anbietet. Denn sein Sneaker entpuppt sich als wahrer Verwandlungskünstler: Die Riemen sind abnehmbar und können als Halskette oder Armband getragen werden. Oder man bindet sie sich wie Römersandalen um den Knöchel. Ein weiteres Merkmal ist Mohrs Markenzeichen, das Dreieck, das sich als Muster ins Wildleder prägt. Doch erst das Dreieck auf der Vorderseite gibt dem Turnschuh den signifikanten MohrTouch. Es ist aus Holz und als Anspielung auf seine berufliche Vorgeschichte gedacht. „Ich bin gelernter Tischler“, erklärt Mohr. „Das Dreieck aus Holz ist daher für mich ein wichtiges Element.“

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 NEWS & TIPPS

ZWEI NEUE FLÄCHEN Die Panorama erweitert ihre Ausstellungsfläche um eine neue Halle (D) mit insgesamt 6 000 Quadratmetern. Dort untergebracht ist The Mall. Im Ambiente einer gehobenen Ladenpassage werden dort nicht nur neue Kollektionen gezeigt, sondern auch komplette Shop-Konzepte, sprich: die gesamte Marken-DNA. Das zweite Konzept, L’Hotel, präsentiert kleinere Kollektionen sowie Schuhe, Accessoires und Schmuck von Spezial-Anbietern wie Elfenhaut, Latini und Levinsky. Foto: Show & Order

PANORAMA (FÜR FACHBESUCHER) Berlin ExpoCenter Airport, Messestraße 1, Schönefeld Di 14.1. – Do 16.1., 9–18 Uhr www.panorama-berlin.com

Mit einer strategischen Flächenerweiterung lädt die Show & Order erneut ins Heizkraftwerk ein. Zum ersten Mal gibt es eine umfassende Accessoire-Area mit Labels wie Countess Wilhelmina, Sence Copenhagen, Hoffnungsträger und Zebratod. „Das neue Format soll einem selektiv ausgewählten Aussteller-Kreis die Möglichkeit geben, seine Position auf dem Markt zu stärken“, sagt Messechefin Verena Malta. Erstmals sorgen Live-Performances und -Paintings junger Künstler für eine optisch-musikalische Untermalung.

Foto: Panorama Berlin

ERWEITERTES KONZEPT

Aufgeräumt und übersichtlich – Modeprofis lieben das

SHOW & ORDER (FÜR FACHBESUCHER) Heizkraftwerk, Köpenicker Straße 70, Mitte Di 14.1., 10–19 Uhr & Mi 15.1., 10–21 Uhr & Do 16.1., 10–17 Uhr www.showandorder.de

Das Warenhaus Jandorf ist neue Bright-Location

HISTORISCH

BRIGHT (FÜR FACHBESUCHER) Brunnenstraße 19–21, Mitte Mi 15.1. – Fr 17.1., 10–18 Uhr www.brighttradeshow.com

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Foto: Bright

Eines der schönsten Gebäude in Mitte, das Warenhaus Jandorf, beherbergt jetzt die Bright. Das „Haus der Mode“, wie es zu DDR-Zeiten hieß, kehrt somit zu seinen Wurzeln zurück. Wo früher Modelle für den real existierenden Sozialismus gezeigt wurden, stellen heute Streetwearlabels aus, unter anderem Burton, Nixon, Criminal, Hummel und Kangol. Auch in dieser Saison vergibt die Bright den European-Skateboard-Award. In elf Kategorien messen sich die besten Skater der Welt. Der Event findet am Donnerstagabend im House of Vans statt und wird moderiert vom „Master of Nerds“: David Deery.


Available at: adidas Store Berlin Tauentzienstr. 15 10789 Berlin Opening Hours: Monday - Thursday 10 - 8 Friday & Saturday 10 - 9

Stella McCartney is a trademark owned by Stella McCartney Limited, used with permission.

Š 2013 adidas AG. adidas, the 3-Bars logo and the 3-Stripes mark are registered trademarks of the adidas Group.

WWW.ADIDAS.COM/STELLAMCCARTNEY


 NEWS & TIPPS So scharf kann öko sein: Leder-Ensemble von Deepmello

t GO GREEN Auch in dieser Saison sind wieder zahlreiche grüne Labels auf den Eco-Messen vertreten. Der Green Showroom zeigt erstmals High-EndMode von Aleks Kurkowski, Deepmello, Luxaa, Gotsutsumu und Lillika Eden im prunkvollen Kronprinzenpalais. Die Ethical Fashion Show Berlin ist wie gewohnt im E-Werk stationiert und bietet eine gute Mischung aus Street- und Casualwear. Als Gastland stellen sich diesmal die Niederlande vor. Der Upcycling Fashion Store feiert zweijähriges Jubiläum und lädt zum Direktkauf von Beauty-Produkten und Mode ein. Ebenfalls runden Geburtstag feiert der Showfloor Berlin. Zum zehnten Mal präsentiert er faire Kollektionen aus London, Paris und Wien auf dem Catwalk. Den gibt es auch beim Lavera Showfloor. Die große Eröffnungsschau steht unter dem Motto „Celebrating Natural Beauty“. (EGG) GREEN SHOWROOM (FÜR FACHBESUCHER) Kronprinzenpalais, Unter den Linden 3, Mitte Di 14.1. + Mi. 15.1., 10–19 Uhr & Do 16.1., 10–18 Uhr www.green-showroom.net ETHICAL FASHION SHOW BERLIN (FÜR FACHBESUCHER) E-Werk, Wilhelmstraße 43, Mitte Di 14.1. + Mi 15.1., 10–19 Uhr & Do 16.1., 10–18 Uhr www.ethicalfashionshowberlin.com UPCYCLING FASHION STORE Anklamer Straße 17, Mitte Mo 13.1. – Fr 17.1., 11–19 Uhr & Sa 18.1., 12–19 Uhr www.upcycling-fashion.de

Foto: Harling & Darsell

SHOWFLOOR BERLIN Kosmos Berlin, Karl-Marx-Allee 131a, Friedrichshain Di, 14.1. & Mi 15.1., Fashionshows jeweils ab 18 Uhr Gäste akkreditieren sich unter http://showfloorberlin. de/tickets www.showfloorberlin.de LAVERA SHOWFLOOR Umspannwerk Alexanderplatz, Voltairestraße 5, Mitte Mi, 15.1. – Fr 17.1., Fashionshows Mi + Do jeweils ab 18 Uhr, Fr ab 17 Uhr, Gäste können sich vor Ort akkreditieren, begrenzte Platzanzahl www.lavera-showfloor.de

ZWEITE RUNDE „Unsere Premiere im Sommer hat all unsere Erwartungen übertroffen“, freuen sich Stephan Sonn und Tanja Helgert von der Plus-Size-Messe Curvy is sexy. Ihr Wunsch ist es, sich in Berlin zu etablieren. Mit ihrer zweiten Ausgabe rücken

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sie diesem Ziel ein Stückchen näher. Auf einer vergrößerten Ausstellungsfläche zeigen etablierte Marken Linien jenseits der Konfektionsgröße 38, unter anderem Samoon by Gerry Weber, Triangel by S.Oliver und Persona by Max Mara.

CURVY IS SEXY (FÜR FACHBESUCHER) Telekom-Hauptstadtrepräsentanz Französische Straße 33, Mitte Di 14.1. + Mi 15.1., 10–19 Uhr & Do 16.1., 10–18 Uhr www.curvy-is-sexy.com


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 NEWS & TIPPS

HAPPY BIRTHDAY Zum fünften Jahrestag präsentiert die Seek 90 ausgewählte Brands, unter anderem aus Australien, England, Frankreich, Japan, Schweden und der Schweiz. Der Seek-Stil ist authentisch und pur, eben so wie modebewusste Großstädter angezogen sind. Qualität, Design und Funktion stehen im Vordergrund. Mit dabei: Labels wie Barbour, Duffer Japan, Cheap Monday, Our Legacy und V Ave Shoe Repair. SEEK (FÜR FACHBESUCHER) Kühlhaus, Luckenwalderstraße 3, Kreuzberg Di 14.1. + Mi 15.1., 10–19 Uhr & Do 16.1., 10–18 Uhr www.seekexhibitions.com

TAG DER OFFENEN TÜR Am Mittwoch öffnet die The Gallery Berlin ihre Pforten einem modeinteressierten Publikum. Auf der Verkaufsveranstaltung „Not Couture, hot Couture – Fashion meets Lifestyle“ werden erstmals über 45 Kollektionen von Designtalenten aus den Bereichen Fashion, Accessoires, Living und Beauty gezeigt. Von 17 bis 21 Uhr können auch NichtFachbesucher die ausgefallenen Düfte, Wohnund Lifestyle-Accessoires sowie aktuelle Boutiquenmode beim Late-Night-Shopping erstehen. THE GALLERY BERLIN (FÜR FACHBESUCHER) Opernwerkstätten Berlin Zinnowitzer Straße 9, Mitte Di 14.1. + Mi 15.1., 10–19 Uhr & Do 16.1.,10–17 Uhr www.the-gallery-berlin.com

Urbane Mode aus einer neuen Perspektive

Foto: Seek

Auf der The Gallery finden auch Modenschauen statt

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Foto: Zalando

Wer Mode beim Kaufen anfassen will, ist hier richtig

ZALANDO OUTLET Köpenicker Straße 20, Kreuzberg Mo–Sa 11–20 Uhr www.zalando.de/outletstore

Foto: The Gallery Berlin

Zalando, für große Markenvielfalt im Netz bekannt, gibt es jetzt auch in der Wirklichkeit. Im Kreuzberger Outlet können registrierte Mitgliedern auf drei Etagen aus über 500 Marken wählen. Das Sortiment – entweder B-Ware oder aus der Vorsaison – wechselt täglich und ist bis zu 70 Prozent reduziert.


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FRENCH CHIC Nach einer eineinhalbjährigen Umbauphase präsentieren sich die Galeries Lafayette mit einer neuen, noch exklusiveren Markenauswahl. „Mix’n’Match“ lautet die Devise des französischen Modehauses – für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel ist etwas dabei. Ein Stück Paris im Herzen Berlins.

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Fotos: Galeries Lafayette

PARISER ELEGANZ, wie ihn Barbara Bui verkörpert, ist ebenso im Sortiment zu finden wie die Modelle internationaler Modegrößen. Mit dabei: das Londoner Label Joseph, Costume National, American Retro, Calvin Klein Jeans, Paige Denim und Vivienne Westwood.

LANVIN, die Traditionsmarke aus Paris, präsentiert sich mit Taschen, Schuhen und Schmuck in schickem Shop-Design. Zweifellos eines der Highlights in den Galeries Lafayette.


SHOP OPENING Mit einer großen Sause eröffnet am heutigen Dienstag die Berliner Designerin Thone Negrón ihren Laden in der Linienstraße. Vorher versteckte sie sich mit ihrem Shop in der Schröderstraße. Die Tage, als sie noch als Geheimtipp galt, sind damit wohl vorbei.

Foto: Fergus Padel

THONE NEGRÓN STORE Linienstraße 71, Mitte Di 14.1., 17–21 Uhr www.thonenegron.com

Thone Negróns Mode macht glücklich

BERLIN KuRfüRstENdamm 175/176


 NEWS & TIPPS

5 Fragen an Anita Tillmann

Foto: Jennifer Fey

Inhaberin, Geschäftsführerin und Gesicht der Premium

Frau Tillmann, warum kommen Fachbesucher auf Ihre Messe? Sie kommen, um neue Kollektionen und Trends zu sichten, um sich zu inspirieren und sich eine Meinung darüber zu bilden, wohin die Reise in der nächsten Saison geht. Vor allem aber wird auf der Premium Business gemacht. Wir haben viel darüber nachgedacht, wie wir ihren Besuch noch angenehmer und vor allem effizienter gestalten können. Und wie? Wir haben die Hallenaufteilung übersichtlicher strukturiert und neue Catering-Bereiche geschaffen. Vor Ort haben nun Besucher die Möglichkeit, von geschulten Mitarbeitern aus unserem Buyers-Management über die Messe geführt zu werden. Einzelpersonen können sich mit Hilfe unseres neuen Wegeleitsystems orientieren oder sich mit unserer App eine individuelle Route erstellen lassen. Mit ihr kann man sich auch Informationen zu den einzelnen Brands herunterladen. Seit drei Saisons gibt es die Dissonance Area auf der Premium. Was hat es damit auf sich? Dort geht es vor allem um „Black Glamour“ und „Dark Fashion“, um die Darstellung einer Moderichtung, wie sie Yohji Yamamoto in den 70ern oder Rick Owens und Julius in den Nullerjahren verkörpert haben. Heute

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heißen diese Brands KTZ oder Skingraft Design. In der Dissonance Area trifft sich das Who-is-who dieser neuen Avantgarde – alles hervorragende Designer, von denen viele aus Japan oder Korea kommen. Auf dieser Fläche zeigt auch der Collect Showroom aus Berlin seine Kollektionen. Er präsentiert zum ersten Mal auf der Premium. Besonders kommerziell scheint diese Area aber nicht zu sein? Stimmt. Sie ist vielleicht nicht unser lukrativster Bereich, aber auf jeden Fall der, der am meisten Spaß macht. Denn dort zeigen wir neue Trends, neue Strömungen und junge Talente mit außerordentlichem kreativen Potenzial. Das kenne ich von keiner anderen Messe auf der Welt. Welche Veranstaltung empfehlen Sie noch? Neue Impulse bekommt man auch auf der Seek, die sich neben der Premium als eigenständige Messe entwickelt hat. Dort präsentieren sich bis zu 90 Prozent Herrenkollektionen im Bereich Contemporary Fashion – angefangen vom Sneaker bis hin zum Samtsakko mit Goldknöpfen. Ich mag die Atmosphäre dort sehr. Sie erinnert ein bisschen an die Premium, als sie noch im Tunnel war. Es ist ein Muss für jeden Fashion-Profi, sich diese Selektion anzusehen.


AUF ERFOLGSKURS Die New Yorker Modeplattform Capsule spricht sehr erfolgreich junge Einkäufer an. „Wir sind sehr froh, dass wir jetzt schon zum sechsten Mal in Berlin zeigen. In einer Stadt, die uns immer sehr willkommen heißt“, schwärmt Direktor Chris Corrado. Er freut sich, dass er sowohl von Seiten der Aussteller, als auch von Seiten der Besucher Zuwächse verbuchen kann. Besonders stolz ist er auf Neuzugänge wie das Pariser Denim-Label Avril 77, Avec aus Dänemark, Muttonhead aus Kanada und Tourne de Transmission aus England.

Auf der Capsule passieren lustige Sachen

Fotos: Capsule

CAPSULE SHOW (FÜR FACHBESUCHER) Postbahnhof, Straße der Pariser Kommune 8 Friedrichshain, Di 14.1., 10–19 Uhr + Mi 15.1., 10–18 Uhr www.capsuleshow.com

BERLIN 14–16 JAN 2014 ›OPERNWERKSTÄTTEN‹, ZINNOWITZER STR. 9 fashion trade show, www.the-gallery-berlin.com

BRANDS Contemporary Fashion, Design and Accessories

FASHION MEETS LIFESTYLE. Newcomers, beauty products, living interiors, hand-made accessories and purist design

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FASHION ON STAGE

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It’s Showtime on Wednesday. WWW.IGEDO.COM


 NEWS & TIPPS

I AM SWED(ISH) Vom 17. bis 26. Januar 2014 zeigt die Swedish Photography-Galerie Fotoarbeiten von der Meisterklasse des „Kulturama“ und der renommierten Modedesign-Akademie „Tillskärarakedemi“. SWEDISH PHOTOGRAPHY Karl-Marx-Allee 62, Friedrichshain Do 16.1., 19 Uhr (Vernissage) www.swedishphotography.org

Foto: Anna Nordlander, Styling: Ulrika Erlandsson

ORIENTIERUNGSHILFE

Mit diesem Motto setzt Karl-Heinz Müller ein deutliches Signal für Berlin. „Immer wieder kursiert das Gerücht, die Bread & Butter würde nach Istanbul umziehen. Das haben wir nicht vor“, betont der Messechef. Für alle, die das ganze Jahr über wissen wollen, was bei der Bread & Butter abgeht, gibt es jetzt das Onlinemagazin BBB MAG – mit InsiderStorys, Branchen-News, Portraits von Modefreaks und Previews von aktuellen Kollektionen. BREAD & BUTTER (FÜR FACHBESUCHER) Flughafen Tempelhof, Platz der Luftbrücke 5, Tempelhof Di 14.1. + Mi 15.1., 10–19 Uhr & Do 16.1., 10–18 Uhr www.breadandbutter.com

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Foto: BREAD & butter GmbH

ICH BIN EIN BERLINER

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Der Messebesuch soll effizienter werden, ist diesmal das Credo der Premium. Dabei sollen Conciergen helfen, die in Englisch, Deutsch, Japanisch, Russisch und Französisch durch die Hallen führen. Vor allem Gruppen können diesen Service in Anspruch nehmen. Für alle, die sich lieber selbst zurechtfinden wollen, ermittelt ein GPS-basierter Router die optimalen Wege. Bei der Registrierung werden relevante Informationen abgefragt, danach schlägt das System die passende Tour vor. PREMIUM (FÜR FACHBESUCHER) Station-Berlin, Luckenwalder Straße 4–6, Kreuzberg Di 14.1. + Mi 15.1., 10–19 Uhr & Do 16.1., 10–18 Uhr www.premiumexhibitions.com


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AM BRANDENBURGER TOR

Mode im Scheinwerferlicht

Ihr Debüt auf der Mercedes-Benz Fashion Week feiern diesmal Marina Hoermanseder, Mads Dinesen und Studio Kaprol. Neben Filippa K, unserem Fashion-Liebling aus Stockholm, präsentieren 50 Designer ihre Kollektionen. Darunter viele aus Berlin wie Ewa Herzog, Rike Feuerstein und DYN. Es gibt 28 Runway-Shows, elf Inszenierungen in The Stage, 14 OffsiteShows und ganz neu: das „Shop the Runway“-Event am Samstag, presented by Fashion-ID. (EGG)

bötzowstr. 27 10407 berlin telefon: 030 - 49 780 321 mo-fr 10-20h, sa 10-16h www.optiker-in-berlin.de

Foto: M.Nass/Brauer Photos für Mercedes-Benz Fashion Week Berlin

Foto: Laura Deschner

MERCEDES-BENZ FASHION WEEK BERLIN (NUR MIT EINLADUNG) Straße des 17. Juni, Tiergarten Di 14.1. – Sa 18.1. www.fashionweek-berlin.mercedes-benz.de


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SCHUMACHER

VLADIMIR KARALEEV

HIEN LE

PERRET SCHAAD

HOLY GHOST

SISSI GOETZE


LALA BERLIN

GUIDO MARIA KRETSCHMER

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Fotos: Mercedes-Benz Fashion Week Berlin/2013 Getty Images: V. Z. Celotto, F. Harrison, P. M. Dills; Fotolia: Irina Tischenko, Konstiantyn

SATU MAARANEN

Nie zuvor kamen die Outfits der Designer so leicht daher. Der Modesommer 2014 verspricht schöne Aussichten – in Himmelblau und Wolkenweiß

MIRANDA KONSTANTINIDOU

LENA HOSCHEK

ACHTLAND

MODE HIMMEL MODEREDAKTION: ELISA GIANNA GERLACH




INTERVIEW

DIE CHEFIN Im Sommer 2011 rief Christiane Arp ihren VOGUE Salon ins Leben. Zweimal im Jahr präsentiert sie dort während der Fashion Week junge Modetalente. Wir haben sie im Münchner Condé Nast-Verlag besucht und sprachen mit ihr über ihr Engagement, Anna Wintour und worauf es bei gutem Design ankommt

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INTERVIEW WOLFGANG ALTMANN

eit elf Jahren ist Christiane Arp Chefredakteurin der deutschen VOGUE. Doch jeden Monat ein schönes Heft zu konzipieren, genügt der 52-Jährigen nicht. Ihre Mission ist es, den Ruf der deutschen Mode zu stärken. Denn die steht im internationalen Vergleich oft hinten an. Zu Unrecht, findet Arp. Deshalb gründete sie vor zweieinhalb Jahren ihren VOGUE Salon, wo sie talentierten Newcomern eine Bühne bietet. Seit nunmehr sechs Saisons ist das Hotel de Rome der Austragungsort. Dort empfängt sie in einem Saal nicht nur einen ausgesuchten Händlerkreis, sondern auch Journalisten, die es ebenso zu überzeugen gilt. Der Salon hat sich mittlerweile fest auf der Berliner Modewoche etabliert. Er ist ein Sprungbrett für viele junge Designer, die vom Einsatz der VOGUE-Chefin profitieren. Ihren Schützlingen begegnet sie dabei stets auf Augenhöhe und steht ihnen auch außerhalb des Salons mit Rat und Tat zur Seite.

Frau Arp, wie kamen Sie auf die Idee, einen VOGUE Salon zu gründen? Das war zu einem Zeitpunkt, als es rund um die Berliner Fashion Week immer wieder negative Stimmen gab, die dieser Modewoche die Relevanz und das Potenzial absprechen wollten. Das alte Vorurteil, es gäbe in Deutschland kein gutes

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Design, wurde in der Presse immer wieder bemüht. Das ärgerte mich. Denn ich habe die Menschen, die das behauptet haben, während der Fashion Week nie gesehen. Sie saßen weder bei den Modenschauen neben mir, noch waren sie in den Ateliers und haben sich die Kollektionen angeguckt. Mache nur ich meine Hausaufgaben? Meinen Unmut darüber habe ich dann öffentlich geäußert und gesagt, dass ich das für unprofessionell halte. Hat es was gebracht? Es hat insofern etwas gebracht, als dass ich mich sehr schnell dafür entschieden habe, nicht länger zu lamentieren, sondern Taten folgen zu lassen. Und zwar in Form eines Salons, in dem ich selbst aktiv junge Designer unterstütze. Nach welchen Kriterien suchen Sie die Designer aus? Der VOGUE Salon ist komplett durch die subjektive „Vogue-Brille“, die ich trage, kuratiert. Wir zeigen das, was uns gefällt und wo wir ein Potenzial sehen. Die Auswahl muss natürlich unseren Qualitätsansprüchen genügen. Welche Designer gefallen Ihnen besonders? Das sind noch immer die vier bis fünf, die schon beim ersten Mal mit dabei waren: Michael Sontag, Vladimir Karaleev, René Storck,


Foto: Matthias Ziegler

VOGUE-Chefin Christiane Arp macht sich Gedanken zur deutschen Mode

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INTERVIEW

Augustin Teboul. Dann Dawid Tomaszewski, aber auch Achtland oder Maiami. Können Sie schon Erfolge Ihrer Vermittlungsarbeit verbuchen? Ja, die Händler, die über einen längeren Zeitraum kommen, kaufen auch. Josef Voelk von The Corner war einer der Ersten, der geordert hat. Markus Höhn, der Geschäftsführer von Lodenfrey, war da. Sein Einkaufsteam hat Achtland gekauft. Anne Maria Jagdfeld führt sehr erfolgreich Dawid Tomaszewski und Achtland im Quartier 206. Das sind die konkreten Beispiele, die mir spontan einfallen. Das Label Achtland scheint ein richtiger Überflieger zu sein … Die beiden Jungs machen das hervorragend. Sie haben sich in kürzester Zeit einen Namen gemacht. Unterstützen Sie die Designer auch außerhalb des Salons? Ja, ich schaue mir natürlich ihre Kampagnen und Lookbooks an. Sie werden auch immer wieder Kollektionsteile von ihnen in VOGUE finden. Ich stehe den Designern aber auch das ganze Jahr über beratend zur Seite. Mein Engagement ist nicht zeitlich begrenzt. Ich sehe es als langfristige Patronage, durch die ich mich den Designern auch außerhalb des Salons verpflichtet fühle.

Gucken Sie sich Achtland an, die ja auch schon über die Grenzen Berlins hinaus bekannt sind. Die beiden Designer haben in London studiert und irgendwann entschieden, wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Gerade die zwei zeigen, dass man selbst in kurzer Zeit viele Menschen mit einer Kollektion aus Berlin erreichen kann. Setzt sich Ihre Kollegin Anna Wintour ebenso wie Sie für den Nachwuchs ein? Viele Talente aus New York, die mittlerweile erfolgreich sind, sind Ziehkinder von Anna Wintour. Man kann nicht oft genug betonen, was sie für die amerikanische Fashion-Industrie getan hat. Ich erinnere mich noch an die Anfänge der New York Fashion Week – da gab es eine interessante Show pro Tag. Heute ist sie eine der größten der Welt. Dieses Beispiel zeigt doch, dass sich Modewochen entwickeln müssen, nicht wahr? Fashion Weeks brauchen Zeit. Die Strukturen müssen wachsen. Design muss sich entwickeln. Denn jede Stadt braucht andere Zugpferde, damit letztlich auch die Einkäufer und die Presse kommen. Wäre New York wie Paris oder Paris wie Mailand oder Mailand wie Berlin, gäbe es keinen Grund, all diese Städte zu besuchen.

WIR ZEIGEN DAS, WAS UNS GEFÄLLT UND WO WIR EIN POTENZIAL SEHEN

Wie lange gewähren Sie ihnen eine Plattform, ehe Sie sie „in die Freiheit entlassen“? In der Regel vier Saisons. Das ist unser Konzept, weil ich glaube, dass zwei Saisons nicht ausreichen, um eine Entwicklung darzustellen. Nur eine Sommer- und eine Winterkollektion zu zeigen, wäre zu wenig. Andererseits wollen wir den Salon auch nicht verwässern, indem der Kreis der Designer jede Saison größer wird. Deshalb haben wir uns für vier Saisons entschieden. Schweren Herzens. Aber wir denken weiter über Ansätze nach, wie wir das Ganze ausweiten und über die reine Teilnahme am Salon hinaus weiterführen können.

Was würden Sie Leuten raten, die aus dem Anfangsstadium heraus sind? Leuten wie Patrick Mohr zum Beispiel. Patrick hat durch seine Zusammenarbeit mit Reebok schon eine internationale Dimension erreicht. Trotzdem geht er nicht den einfachsten Weg mit der Art, wie er seine Kollektionen präsentiert. Ich denke, für ihn ist es essenziell, dass er seine starke Vision behält. Denn das ist die DNA seiner Arbeit. Mohr hat angekündigt, dass er jetzt seine letzte Kollektion in Berlin zeigt. Danach verabschiedet er sich Richtung Paris. Finden Sie das schade? Es ist schade für Berlin, wenn ein guter Designer die Stadt verlässt. Wenn Patrick aber das Gefühl hat, dass er nach Paris gehen sollte, dann sollte er das tun. Ich kann mir sogar vorstellen, dass es dort für ihn besser funktioniert. Aber muss man denn gleich Deutschland verlassen, um international erfolgreich zu sein?

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In unserem Land wird die Berliner Fashion Week, die deutsche Mode generell, von manchen Zeitungen oft stiefmütterlich behandelt. Warum? Nicht von allen. Alfons Kaiser von der FAZ tut das nicht. Inga Griese von der WELT ebenso wenig. Ich glaube einfach, dass Mode als journalistisches Thema oftmals unterschätzt wird. Viele Journalisten erkennen nicht, wie viel man wissen muss, um fundiert über Mode zu schreiben. Deswegen erscheint es uns, die wir uns jeden Tag mit der Materie beschäftigen, oft so banal und oberflächlich, was geschrieben wird. Dieser Ruf des Unseriösen, des etwas Anrüchigen, der Mode hierzulande oft anhaftet – hat das damit zu tun, dass Deutschland nicht wirklich eine Stil-Tradition hat? Wer sagt, dass wir keine haben? Gucken Sie sich Heinz Oestergaard an. Oder Uli Richter. Richter war in den 60er-Jahren international bekannt. Er stand – ich formuliere das mal in unserer heutigen Sprache – für den „Cool Chic“. Nicht nur in Berlin, sondern auch in Paris und New York. Doch, ich finde sehr wohl, dass wir eine Stil-Tradition haben. Ich werde auch nicht müde zu sagen, dass wir Deutsche einen guten Geschmack haben. Nur im Gegensatz zu anderen Ländern ist es nicht Teil unserer Kultur, dass wir uns intensiv mit Mode beschäftigen. Woher rührt das? Ich denke, dass sich katholische Länder viel besser auskennen, wenn es um das Schmücken geht. Dass wir uns hier den schönen Dingen weniger verpflichtet fühlen, liegt möglicherweise am Protestantismus, der eine andere Kultur hervorgebracht hat.


Gibt es einen deutschen Stil? Nein, das denke ich nicht. Jil Sander ist dafür ein wunderbares Beispiel. In den 90er-Jahren hat sie eine modische Ära geprägt – weltweit. An ihr allein kann man aber nicht den deutschen Stil festmachen. Tomas Maier für Bottega Veneta ist Deutscher. Karl Lagerfeld für Fendi und Chanel ist Deutscher. Diese drei Menschen haben komplett unterschiedliche Sichtweisen. Keiner von ihnen würde sich den Stempel aufdrücken lassen: typisch deutsch. Spiegelt sich das auch in Ihrem Salon wider? Ja, denn dort präsentieren sich ebenfalls viele unterschiedliche Menschen, die alle eine eigene Handschrift haben. Da ist von Vladimir Karaleev bis hin zu Dawid Tomaszewski die ganze Bandbreite, wie sich Mode heute darstellen kann. Genau das ist es, was ich in Berlin finde: diesen Melting-Pot verschiedener Nationalitäten mit unterschiedlichen Einflüssen und Sozialisierungen. Was macht Ihrer Ansicht nach gutes Design aus? Man braucht eine starke Vision, die auch schon während der Ausbildung entwickelt wird. Zum Beispiel habe ich mir nach der letzten Fashion Week die Abschlussarbeiten der UdK in Berlin angesehen und war unglaublich beeindruckt von deren Qualität.

Wie finden Sie die Maßnahmen des Berliner Senats? Der Senat macht ja in diesem Bereich schon einiges. Zu seinem Förderprogramm gehört zum Beispiel auch der Modepreis „Start your Fashion Business“, der einmal im Jahr vergeben wird. Was aber fehlt, ist eine Dachorganisation, eine Art „Fashion Council“. Wie könnte man sich dessen Arbeit vorstellen? Förderung, Beratung, Vernetzung – und das 365 Tage im Jahr. Der British Fashion Council in London, der CFDA in New York, die Camera Nazionale della Moda in Mailand oder das Chambre Syndicale de la Couture in Paris sind der beste Beweis dafür, dass es funktioniert. Wie stehen Sie persönlich zu Berlin? Ich finde die Stadt, wie viele andere Menschen auch, faszinierend. Es gab auch eine Zeit, da wäre ich gerne nach Berlin gegangen, weil ich dieses geordnete Chaos mag und für meine Arbeit brauche. Damals dachte ich, dass mir in Berlin die gebratenen Tauben so ins Büro geflogen kämen (lacht). Heute empfinde ich die Stadt schon als recht etabliert. Und ich würde mir wünschen, dass sie sich ihre Aufbruchstimmung noch etwas länger erhält.

Foto: Julia Malysch

Berliner Mode international zu etablieren, ist der Versuch des Berlin Showroom während der Pariser Modewoche, initiiert vom Berliner Senat. Im vergangenen Herbst fand er zum zweiten Mal statt. Haben Sie ihn besucht?

Leider habe ich es aufgrund meines straffen Zeitplans in der letzten Saison nicht geschafft. Aber meine Kollegen waren dort. Im Vorfeld habe ich einige der wichtigsten Einzelhändler über den Showroom informiert und dazu eingeladen.

Die Designer des fünften VOGUE Salons mit Christiane Arp in deren Mitte. V. l. n. r.: Dawid Tomaszewski, Tim Labenda, Oliver Lühr (Achtland), Lin Beeser, Christiane Arp, Saskia Diez, Thomas Bentz (Achtland), Siddhartha Anselm Meyer, Silke Geib (Blaenk), Nadine Möllenkamp (Blaenk) und Maike Dietrich (Maiami)


Da kiekste, wa?! Das Berliner MOdevolk mixt alles – je wilder, desto besser

fotograf Joachim Baldauf Styling Elisa Gianna Gerlach

Making-of-Video unter www.vue-berlin.de/modestrecke.html


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CLEVER & SMART Hinter dem Label Achtland verbergen sich die beiden Freunde Oliver Lühr (33) und Thomas Bentz (34). Vor zweieinhalb Jahren machten sie sich auf, die Berliner Modewelt zu erobern. Das ist ihnen mit Bravour gelungen. Wir wollten wissen, wie sie das geschafft haben, und besuchten sie in ihrem Kreuzberger Atelier

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VON WOLFGANG ALTMANN

Die Sommerkollektion 2014 wurde im Juli erstmals auf dem Laufsteg präsentiert

Der blonde Lühr grinst, als er ihre gemeinsame Arbeitsweise erklärt: „In Designfragen treffen wir jede Entscheidung zu zweit“, sagt er. Angefangen von der Inspiration bis hin zur Stoff- und Farbauswahl. „Unsere Zusammenarbeit ist symbiotisch“, bestätigt Bentz. Nur das Drapieren an der Puppe oder das Nähen von Probeteilen überlässt er seinem Freund. Bentz kümmert sich ums Finanzielle und um Kooperationen wie die mit dem Pariser Schuhlabel Christian Louboutin in der letzten Saison. Kommt man sich bei so viel Nähe nicht manchmal in die Quere? „Nö“, stellt Lühr klar. Denn er schätzt vor allem die unverstellte Sichtweise seines Freundes als Nicht-Designer. Auf manche Ideen, sagt er, würde er sonst gar nicht kommen. Auch ihren Namen haben sich die beiden gemeinsam ausgedacht: Achtland, ein Wort, das es im Deutschen nicht gibt. Bentz erzählt, dass es der irischen Mythologie entstammt. Achtland ist jedoch kein Ort, sondern der Name einer wählerischen Frau, die alle Männer abblitzen ließ. Nur ein keltischer Gott genügte ihren Ansprüchen. Der heiratete sie und erhob sie in den Götterstand. So ähnlich haben es die beiden auch gemacht. Bereits bei ihrer ersten Präsentation im Januar 2012 erklommen sie den Modeolymp. Sie zeigten ihre Kollektion im Hotel de Rome, wo Vogue-Chefin Christiane Arp mit ihrem Newcomer-Salon residiert. „Ein Zufall“, betont Bentz, als würde man ihm das nicht glauben. Denn Frau Arp ließ dort nicht lange auf sich warten. Sie kam vorbei, sah ihre Kollektion und nahm sie prompt in ihren

Fotos: Sabrina Theissen, Kate Bellm, Achtland

s dauert, bis ich den richtigen Treppenaufgang finde. In diesem Kreuzberger Hinterhof haben viele Kreative Ateliers. Im Haus mit der Nummer vier sitzt Achtland. Oben angekommen, begrüßt mich Thomas Bentz an der Tür. Sein Partner Oliver Lühr bietet mir einen Kaffee an. Wir machen es uns am Zuschneidetisch bequem, den sie extra leer geräumt haben. Geschniegelt sitzen sie da. Beide tragen Chinos zum feinen Kaschmirpullover und um den Hals dicke Tücher in ebenso edler Qualität. Very british. Man merkt sofort, dass sie lange in London lebten. „Die Entscheidung, nach Berlin zu ziehen, ist genau richtig gewesen“, sagt der dunkelhaarige Bentz, der in Minden bei Hannover geboren wurde. Dann erzählt er, wie alles kam: Mit 26 ging er nach London, um Politik und Wirtschaft zu studieren. Ein Jahr später lernte er Lühr kennen, der am renommierten Saint Martins College Modedesign studierte. Die beiden verliebten sich und entdeckten bald ihre gemeinsame Leidenschaft für Mode. Nach seinem Abschluss stieg Lühr bei Philip Treacy ein. Dann ging er nach Paris zu Balenciaga und Chloé. Ein Jahr später kehrte er nach London zurück und fing beim japanischen Modelabel Hiroko Koshino an. Parallel arbeitete Bentz beim Royal Institute of International Affairs. Doch beide fühlten sich in ihren Jobs nicht ausgefüllt. Sie beschlossen, sich selbstständig zu machen, und wagten den Neustart in Berlin, wo sie im Juni 2011 ihr Label gründeten.


Achtland gelingt die Balance zwischen Schlichtheit und Dekoration

Thomas Bentz (links) und Oliver Lühr sind auch privat ein Paar

Vogue Salon auf. Dort zeigen sie jetzt schon zum vierten Mal. Aber auch die Konkurrenz erkannte ihr Talent: Zur letzten Düsseldorfer CPD zeichnete sie die Zeitschrift Bunte mit ihrem Nachwuchspreis, dem New-Faces-Award, aus. Drei Wochen zuvor präsentierten sie in Berlin ihre Sommerkollektion 2014. Nicht im Zelt, sondern im Kronprinzenpalais Unter den Linden. Wo zu DDR-Zeiten Staatsgäste empfangen wurden, defilierten im vergangenen Juli Models. Bereits das erste Outfit überzeugte das Publikum: ein mit Blüten bestickter Seidenblouson aus lauter blauweißen Streifen, dazu lässige Shorts aus beigem Satin. Es folgten knielange Kleider und Bleistiftröcke zu simplen Tops in Silber, Rosé und Gelb. Ihre einfache Formensprache beleben sie mit einer wohldosierten Farbigkeit. Lühr erzählt, dass ihre Kollektionen aus dem Zusammenspiel von Gegenpolen entstehen. Ihre Inspiration für den Sommer waren Zuchtvögel und Bilder von psychisch kranken Menschen, die sie sich in der Sammlung Prinzhorn in Heidelberg angesehen haben. „Ihre Werke haben uns sehr beeindruckt“, sagt Lühr und schwärmt von deren Detailgenauigkeit. Wie daraus eine homogene Kollektion entstanden ist, bleibt ihr Geheimnis. Zum Abschied zeigen sie mir ihr Moodboard für die Winterkollektion 2014/15, die sie jetzt auf der Mercedes-Benz Fashion Week zeigen. Orientalische Muster, Grafiken von Gary Hume sowie Modefotos aus den 50er- und 60erJahren hängen an der Wand. Man darf gespannt sein, was sie diesmal daraus zaubern.

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BEAUTY

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BERLINER MODEGESCHICHTE

DAS IST DER

BERLINER

STIL

Berliner Mode aus drei Epochen (Fotos aus „German Fashion Design“, Distanz Verlag):

Modenschau im Atelier von Claudia Skoda in den 70er-Jahren

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Fotos: F.C. Gundlach, Claudia Skoda PR, Léa Nielsen

Biggi trägt Uli Richter vor der Gedächtniskirche, 1963 von F.C. Gundlach


Perret Schaad-Show im Sommer 2013 in der Neuen Nationalgalerie

BERLINER MODEGESCHICHTE 1836 WIEGE DER KONFEKTION Valentin Manheimer verkauft fertige Kleider in seinem Laden. Die Erfindung der Nähmaschine löst eine textile Revolution aus. 1920ER-JAHRE MODEMETROPOLE Der „Berliner Chic“ bringt einen neuen Typ Frau hervor. Sie trägt Bubikopf und einen Kleidungsstil à la Marlene Dietrich. 1933 BIS 1945 KRIEG UND ZERSTÖRUNG Der Naziterror trifft die Berliner Konfektion, die zu 90 Prozent in jüdischem Besitz ist. Geschäfte und Betriebe werden „arisiert“.

Keine andere Stadt ist so von Veränderungen und Brüchen gezeichnet wie Berlin. Dies spiegelte sich stets in der Mode wider – bis heute VON WOLFGANG ALTMANN

I

n diesen Tagen ist Berlin wieder gefeierte Modehauptstadt. Überall finden Offshow-Events und Fashionpartys statt. Auf den Messen stellen internationale Brands aus. Wer jedoch Berliner Mode erleben möchte, geht ins Zelt am Brandenburger Tor. Rund 50 Designer präsentieren im Rahmen der Mercedes-Benz Fashion Week ihre Winterkollektionen 2014/15, etwa die Hälfte kommt aus Berlin. Mit dabei sind alte Hasen wie Kilian Kerner, Lala Berlin und Guido Maria Kretschmer sowie Newcomer wie Mads Dinesen und Ewa Herzog.

Solch eine Fülle an Kreativität gab es bereits in den 50er- und 60er-Jahren. Damals hießen die Fashion-Stars Uli Richter, Heinz Oestergaard, Gehringer und Glupp oder Staebe-Seger. Die Couturiers verkörperten den „Berliner Chic“. Sie bestimmten, was im Nachkriegsdeutschland angesagt war. Die Schauspielerinnen Nadja Tiller und Conny Froboess glänzten in ihren Roben. Welches Kleid sie auf welchem Ball trugen, war Thema in der „Eleganten Welt“. Wie heute zur Fashion Week reisten damals Tausende Händler an die Spree. Die Ordertage „Berliner Durchreise“ waren der „place to be“ für Einkäufer aus aller Welt.

1945 BIS 1961 WIEDERAUFBAU Die Berliner Konfektion erlebt eine Blütezeit. Zu den Modenschauen der Couturiers reisen Händler aus aller Welt zur „Durchreise“ an. 1961 BIS 1989 DAS ENDE DER KONFEKTION Der Mauerbau zwingt Modefirmen zur Abwanderung nach Westdeutschland. Junge Wilde betreten die Fashionbühne. 1989 BIS 2000 AUFBRUCHSTIMMUNG Aus aller Welt strömen junge Kreative nach Berlin. Durch Techno erlebt die Hauptstadt ihren ersten Nachwende-Hype. AB 2000 PROFESSIONALISIERUNG Die Modeszene gewinnt an Kontur. Seit Sommer 2007 bietet die Mercedes-Benz Fashion Week Berliner Designern eine Plattform.

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BERLINER MODEGESCHICHTE

Männer im Military-Look von Firma. Aus der Winterkollektion 2002

Etwa 350 Modefirmen gab es in Berlin. Ganz oben thronten die Couturiers. Ihre Salons am Kurfürstendamm, in die sie auch zu ihren Modenschauen luden, waren Schaufenster für den Look von morgen. Mit einem Tag auf den anderen beendete der Mauerbau diese Tradition. Aufgrund der isolierten Lage wanderten immer mehr Konfektionäre nach Westdeutschland ab. Sie zeigten ihre Kollektionen nicht mehr in Berlin, sondern in Düsseldorf auf der Fachmesse „Interessensgemeinschaft Damenoberbekleidung“, kurz Igedo, die neu gegründet worden war. Der 16. August 1961 beendete somit auch Berlins kulturelle Vormachtstellung. Für die eleganten Entwürfe der Couturiers gab es immer weniger Anlässe. Das Kostüm war

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Schnee von gestern. Ihre Salons am Kurfürstendamm wichen Jeansgeschäften und Young-Fashion-Stores. In der Mauerstadt wehte jetzt ein neuer Wind. Aus der 68er-Revolte formierte sich die Hausbesetzerszene mit dem Epizentrum Kreuzberg. Dort lebte der harte Kern: Punks, Anarchos und junge Männer, die keinen Bock auf Wehrdienst hatten. Dem Reiz dieser anarchistischen Boheme erlagen selbst internationale Stars: Iggy Pop kam 1976 nach Berlin. Ein Jahr später spielte David Bowie in den Hansa-Studios mit Blick auf die Mauer sein Album „Heroes“ ein. Die Kreativität brodelte jetzt im Underground – und nahm oft sonderbare Auswüchse an. Der klassische Laufsteg hatte ausgedient. Die Westberliner Design-Avantgarde zeigte

Nach der Wende offenbarte sich das heruntergekommene Ostberlin als neuer Abenteuerspielplatz. Berlin bot das, was in ganz Europa Mangelware ist: nämlich Raum. Überall standen Wohnungen, Geschäfte und Fabriketagen leer, ganze Industrieanlagen lagen brach. Ein Eldorado für junge Kreative, die gepackt von der Aufbruchstimmung jener Zeit ihr Glück in Berlin versuchten. Im Scheunenviertel und in der Friedrichstraße – von Luxusmeile noch keine Spur – eröffneten Kellerbars und illegale Clubs wie der Tresor. Die Geburtsstunde des Techno. Der neue Sound brachte auch einen neuen Kleidungsstil hervor: Clubwear – mit Röcken aus ausrangierten Armeedecken und T-Shirts mit bunten Außennähten, die in

Fotos: Jana Denzler, Karel Kühne

Schlichte Eleganz von Rau Berlin. Sommerkollektion 2005

ihre ausgeflippten Kreationen bei Modeperformances und Happenings. Claudia Skoda, bis heute Berlins amtierende Strickkönigin, hat seinerzeit das Strickkleid revolutioniert. Im Gegensatz zu anderen Designern zeigte sie keine mit Plastikblumen verzierten Müllsäcke, wie sie bisweilen in den 80er-Jahren auf der Modemesse Off-Line zu sehen waren.


EINE STREETWEAR, S K AT E B O A R D I N G UND SNEAKER MESSE IN BERLIN J A N UA RY 15 — J A N UA RY 17 2 014

B R I G H T C O M PA N Y B R U N N E N ST R . 19 – 21, B E R L I N / M I T T E B R I G H T T R A D E S H O W. C O M

XVIII


BERLINER MODEGESCHICHTE

irgendwelchen Hinterhöfen zusammengeschustert wurden. Mitunter gab es auch Labels, die, wie 3000 und NextGURUnow, ihre Mode in Geschäften verkauften. Nach der Technoära sind sie genauso von der Bildfläche verschwunden wie viele andere Designer, die es Ende der 90er-Jahre mit

einer Kollektion probierten: Uli Dziallas, Soto-Stich, Frisch. Sie alle hatten zwar Talent. Doch Berlin war noch nicht so weit. Es fehlte die Infrastruktur für eine breit angelegte Mode. „Es gab ein Kommen und Gehen“, erinnert sich Carl Tillessen vom Modelabel Firma, eines der wenigen

Michalsky StyleNite im Juli 2013

Feenhafte Kleider von Kaviar Gauche. Winterkollektion 2012/13

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Labels dieser Zeit, das sich auf dem Markt etablieren konnte. Mit der Gründung der Modemesse Premium 2003 und dem Umzug der Bread & Butter von Köln nach Berlin wendete sich das Blatt. Die neue Hauptstadt putzte sich heraus. In Mitte machten sich Galerien, Flagshipstores und Edelrestaurants breit. Dass man sich dort mit abgewetzten Jeans bald nicht mehr blicken lassen konnte, ahnte bereits eine neue Generation an Designern. Eine davon ist Martina Rau von Rau Berlin. Seit zehn Jahren kleidet sie Mitte-Hipster ein, die bis heute ein schier unerschöpfliches Motiv für zahllose Fashionblogs bieten. Seit Anfang 2000 wird immer öfter auch der rote Teppich ausgerollt. Viele Labels liefern dafür die passenden Kleider. Kaviar Gauche war eines der ersten. Einem breiten Publikum sind Berliner Designer aber erst durch die MercedesBenz Fashion Week bekannt geworden. Dank der Promis, die dort bei den Modenschauen in der ersten Reihe sitzen, tauchten ihre Namen zunächst in den Klatschspalten auf. Heute misst man auch dem, was sie zeigen, Bedeutung bei. Perret Schaad, Michael Sontag und Vladimir Karaleev sind mittlerweile jedem ein Begriff. „Berlin hat längst einen eigenen Style“, stellt Michael Michalsky fest und prophezeit, dass Berlin als Modestadt an Bedeutung gewinnen wird. Doch wie gestaltet sich dieser Stil? Die Antwort liefert der Blick zurück. Berliner Mode, so wie sie sich heute präsentiert, ist das Ergebnis ihrer brüchigen Vergangenheit. Denn im Gegensatz zu Mailand und Paris verfügt die Hauptstadt über keine altehrwürdigen Couture-Häuser. Ihre jahrhundertealte Modetradition hat der Mauerbau zerstört. Stattdessen regierte in den letzten 50 Jahren die Mode-Anarchie. An dieses Erbe knüpfen heute viele Designer an. Obgleich es schwierig ist, ihren Stil über einen Kamm zu scheren, erkennt man doch Gemeinsamkeiten: ihre Eigenwilligkeit und ihre Lust am Experiment. Wie die Jungen Wilden in den 80er- und 90er-Jahren gehen sie frisch an Schnitte heran, spielen mit Proportionen und kombinieren die unmöglichsten Stoffe und Muster miteinander. Berliner Mode überzeugt vielleicht nicht immer durch Perfektion, aber dafür durch ihre geballte Kreativität. Sie wird von Saison zu Saison besser.

Fotos: Michalsky, Corina Lecca




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LEDER AUS CHARLOTTENBURG Seit drei Generationen beliefert Familie Fauck den internationalen Modemarkt mit hochwertigem Leder. Das Traditionsunternehmen ist in der Hauptstadt eine Institution. Seit jeher kaufen dort Berliner Designer ein

1938 hat sein Vater, der auch Werner hieß, das Unternehmen gegründet. In den 60er-Jahren übernahmen es dann seine beiden Söhne Werner und Peter. Vor elf Jahren setzte sich Peter nach Kanada ab, wo er heute ebenfalls einen Lederhandel betreibt. An seine Stelle rückte Tochter Trixi (37), die seit 2003 mit ihrem Vater das Geschäft führt. Werner Fauck hat in den vergangenen 50 Jahren viel erlebt. Gut kann er sich noch an die 60er-Jahre erinnern, an die Zeit der Couturiers und die Berliner Konfektion. „Wir hatten damals zwei große Kunden: Berolina und Abromeit & Stiller, genannt Asti“, erzählt er. Wie viele andere Berliner Modefirmen saß Asti im Zentrum am Zoo, dem heutigen BikiniHaus. Auch Heinz Oestergaard kaufte bei Fauck. Er erzählt, dass er einmal Leder für einen Herrenmantel brauchte. Dabei hebt er seine Stimme, um den Modeschöpfer zu

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imitieren: „Normalerweise ziehe ich nur Frauen an. Meinen Sie, das steht mir auch?“ Oestergaard scheint ganz lustig gewesen zu sein. Von den Alten kommt heute nur noch Uli Richter, der einzige noch lebende Couturier: „Wir kennen uns gut“, sagt Fauck und lacht. „Meistens erscheint er fünf Minuten vor Feierabend und plaudert dann noch eine Stunde.“ Schon vor dem Mauerbau erkannten die Faucks, dass man sich global aufstellen muss, um erfolgreich zu sein. „In den 60erJahren war unser größter Kunde ein Sportswear-Anbieter in Chicago“, sagt der Senior. Heute gibt es kaum ein Modeunternehmen, das nicht bei Fauck bestellt. Der Lederhandel beliefert fast ganz Europa, Südamerika und Asien. Selbst australische Abnehmer stehen in der Kartei. In Berlin kennt man Fauck vor allem am Theater und bei den Filmproduktionen. Die Deutsche Oper und das Studio Babelsberg sind Kunden. Auch Berliner Designer kaufen dort ein: Harald Glööckler, Michalsky und Guido Maria Kretschmer. Tochter Trixi legt ein spezielles Augenmerk auf junge Designer. Ein Label, das ihr momentan besonders gefällt, ist Glaw. „Ihre Ledersachen finde ich toll“, schwärmt sie und freut sich, wenn sie das Modeduo unterstützen kann. Als Nächstes gehen Vater und Tochter den Online-Shop an. Hobbyschneider sollen künftig übers Internet auch kleinere Mengen bestellen können. Für Professionelle lohnt sich der Besuch vor Ort, um im großen Charlottenburger Lederlager zu stöbern. FAUCK OHG Am Salzufer 13–14, Aufgang H, 10587 Berlin Tel. 030 / 801 50 81, info@fauck.de Mo–Do 8–17 Uhr, Fr 8–15 Uhr

Das Modeduo Glaw verwendet Leder von Fauck für seine Sommerkollektion 2014

Foto: Glaw

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usammengerollt, nach Farben sortiert liegen meterlang Tierhäute in den Regalen. In Knallrot, Braungrün und Weiß, in allen erdenklichen Pastelltönen, mit Camouflagemuster bedruckt oder mit Goldfolie überzogen. Mit jeder Pore atmet man hier Leder. „Dieser Geruch kommt durchs Gerben und durchs Färben“, erklärt Geschäftsführer Werner Fauck. Dass der 72-Jährige Experte ist, merkt man an der liebevollen Art, wie er über die Tierhäute streicht. Über jedes Stück weiß er Bescheid – ob es Lamm ist oder Schaf, Schwein oder Rind. „Ziege hat die feinste Qualität“, sagt er. Rind sei dagegen eher fest. Die Auswahl im Fauck’schen Lederlager ist enorm: Bis zu 500 verschiedene Farben sind im Programm. Allein von Schwarz gibt es 30 Varianten: unter anderem glänzend, matt, in Lack oder im Vintage-Look. Eingekauft werden die Leder weltweit, hauptsächlich in Italien, der Türkei, in Indien, Japan, Taiwan und Südamerika.


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Die neuen Sommer-Accessoires bestechen durch ihre Oberflächenstruktur und können zudem noch mehr als ihre normalen Geschwister

Futuristischer Ring mit eingefasstem Stein. Von Ele Miško

REDAKTON: ELISA GIANNA GERLACH

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Die „Stylus 1“ mit Superzoom ist perfekt für die Front Row. Von Olympus, erhältlich bei Foto Meyer, Welserstraße 1, Berlin-Schöneberg

Glaskette aus schimmernden Scheiben. Von Marc Cain

Gummistiefel in Sorbetfarben mit Schnalle. Von Colors of California

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In jeder 50. Duftkerze ist ein Diamant versteckt. Von Popup Paris


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Weniger Masse, Mehr Stil

ATELIER MICHALSKY The New Menswear Collection

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DAS LETZTE WORT

MEHR STIL VON MICHAEL MICHALSKY

Auch ich schaue in den Himmel. Und der ist immer noch blau. Weiß er denn nicht, was passiert? Erkennt er nicht die Zeichen der Zeit? Will er sich nicht anpassen? Unsere Welt ist doch im DauerChaos. „Fast Fashion“ erobert die Welt. Die Mädchen und Jungs sollen den Modetrend vom Januar kaufen – ach was – den Trend von Anfang Januar. Doch sobald sie aus den Geschäften laufen, sind sie wieder „out of style“. Man muss schnell sein heutzutage. Millionen von Apps warten darauf, ausprobiert zu werden. Wenigstens für ein paar Sekunden oder eine Minute. Nächste Woche kommt endlich wieder ein neues Handy auf den Markt. Alle rechnen mit einem ordentlichen

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Michael Michalsky ist einer der einflussreichsten Modemacher Deutschlands. Nach Stationen als Chefdesigner bei Levi’s und Adidas gründete er 2006 sein Label in Berlin. In seinen Kollektionen setzt er sich mit gesellschaftlichen Themen und Fragestellungen unseres modernen Lebens auseinander. Damit beschäftigt er sich auch in unserer Kolumne.

Markteinführungsrabatt. Neue Produkte werden dieser Tage von Anfang an mit einem Nachlass verkauft. Das kann man erwarten. Ein Kleid für 14,99 und eine Hose für 5,99 – das ist doch immer noch viel zu teuer. Denn nächsten Monat braucht man wieder etwas Neues. Bangladesch ist so weit weg. Ein Staat spioniert mich aus. Das macht er rund um die Uhr. Und niemand tut etwas dagegen. Die Unwetter werden schlimmer. Aber natürlich nicht bei uns. Kanada beansprucht den Nordpol für sich. Geschenkt. Unser Land macht neue Schulden. Jedes Jahr und immer mehr. Na klar, eine Milliarde ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Mit einer Milliarde kommt man nicht weit. Lächerlich. Wir müssen schließlich Banken retten. „Too big to fail“ war die Begründung. Bauen wir eigentlich noch an diesem Flugplatz und an der Philharmonie? Leute, das hat doch alles keinen Stil. Heute gehe ich früher aus dem Büro. Ich setze mich in den Tiergarten auf eine Bank. Ich schalte mein Handy aus und schaue in den Himmel. Er ist blau. Ein Glück.

Foto: Marie Staggat

„Wir wissen, dass zuweilen der Mensch hinter den Mächtigen dieser Welt zum Vorschein kommt. Es gibt auch für den Mächtigen Augenblicke, zwischen zwei Empfängen und drei Verlautbarungen, in denen er ein Stückchen Himmel betrachtet. Und dann wünscht er sich, dass der hasserfüllte Lärm sich lege und alles die innere Stille wiederfinde, die er in sich aufsteigen fühlt.“ Das hat Albert Camus geschrieben, der Existenzialist, der keiner sein wollte.


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