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Pankow wächst 10 | 11

Freitag, 2. Dezember 2016 i Verlagsbeilage

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o einst hinter Mauern schwere Güterwagen be- und entladen wurden, soll in den nächsten Jahren ein neues Stadtquartier entstehen. Auf dem alten Güterbahnhof zwischen den S-Bahnhöfen Pankow und Heinersdorf wird derzeit unter dem Arbeitstitel „Pankower Tor“ ein großzügiges Wohngebiet mit Einkaufsmöglichkeiten, zwei Schulen und einem Erholungspark geplant. Das ambitionierte Projekt gilt als eines der größten Bauvorhaben Berlins.

Mühevolle Verhandlungen. Bereits im Jahr 2009 erwarb die Krieger Grundstück GmbH die 40 Hektar große Brache. Der Investor heißt Kurt Krieger, gebürtiger Pankower und mit den Möbelhäusern Höffner, Krieger, Kraft und Sconto deutschlandweit marktführend. 500 Millionen Euro sollen in das Gesamtprojekt fließen. Das Konzept sieht ein großes Einkaufszentrum am S- und U-Bahnhof Pankow vor, ebenso Kitas und Schulen für bis zu 1.800 Kinder, 1.000 Wohnungen, von denen 25 Prozent sozialverträglich mit einer Miete von 6,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden sollen, zwei Möbelhäuser von Krieger sind eingeplant sowie weitere Geschäfte und sogar eine Fahrradgarage für 1.000 Drahtesel. Diese Pläne stehen mittlerweile fest, im

Bild: Kriegerbau

Die Planungen für das Pankower Tor sehen ein riesiges Einkaufszentrum am Bahnhof Pankow vor (Bebauung links)

Ein neues herz für Pankow Die Weichen für das entwicklungsgebiet „Pankower tor“ als Wohn- und einkaufszentrum auf dem alten güterbahnhof werden gestellt Gegensatz zu vielen weiteren Planungsinhalten. Etliche Male wurden die Entwürfe schon verändert. Von „mühevollen Verhandlungen“ in den vergangenen Jahren spricht Pankows Stadtrat Jens-Holger Kirchner. Bis auf dem alten GüterbahnhofGelände ein Stein auf den anderen gesetzt wird, werden wohl noch einige Jahre ver-

gehen. Eigentlich sollte der städtebauliche Rahmenvertrag bereits vor den BerlinWahlen von Senat, Bezirk und Investor unterschrieben werden. Aus Rücksicht auf die sich neu formierenden Koalitionen auf Landes- sowie auf Kommunalebene wurde dieser wichtige Schritt, um das Gelände zu entwickeln, nun auf Januar 2017 ver-

schoben. Eine wichtige Weiche wurde allerdings jüngst auf Bezirksebene gestellt: Damit das Gelände überhaupt bebaut werden kann, ist es nötig, dessen Flächennutzungsplan zu ändern. Dieser Änderung haben die Pankower Bezirksverordneten zugestimmt. „Es ist wichtig, dass Herr Krieger und ich nun konzeptionell weiterarbeiten und die Umsetzung des Projekts vorantreiben“, sagt Kirchner. Denn der Bezirk befürworte den Bau des neuen Stadtquartiers. „Das Hauptzentrum von Pankow kann eine Aufwertung gut gebrauchen“, sagt Kirchner. Das „Pankower Tor“ stellt in seinen Augen keine Gefahr für das bereits bestehende Pankower Zentrum rund um das Rathauscenter dar, sondern eine wertvolle Ergänzung, die als Chance betrachtet werden sollte. Neue Probleme. Wenn das Projekt in die Bauphase geht, werden erst die Schulen, dann die Möbelhäuser und anschließend die Wohnungen gebaut. „Und das in den nächsten fünf Jahren“, prophezeit Kirchner. Vorher muss allerdings noch ein neues Problem gelöst werden. Krieger will den denkmalgeschützten Rundlokschuppen auf dem Gelände abreißen, anstatt ihn zu sanieren, wie es eigentlich geplant war. „Das geht nicht“, ärgert sich Kirchner. Der Bezirk ist nun in ein ordnungsrechtliches

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