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MITTWOCH, 30. NOVEMBER 2016 I VERLAGSBEILAGE

THEMA I 1

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Beliebtes Reiseland – von Paris bis Provence Genuss und Lebensart – von Bordeaux bis Bandes Dessinées

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NUMMER 281 · MITTWOCH, 30. NOVEMBER 2016

DPA, IMAGO (2), REUTERS (3)

Stolz thront die Abtei auf dem Mont-Saint-Michel. Das Bauwerk an der nordwestlichen Küste des Landes ist fast 1 000 Jahre alt und fasziniert nach wie vor jedes Jahr mehrere Millionen Besucher. Es ist eines der großen Architektur-Symbole von Frankreich.

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Authentisch und eindrucksvoll: Reiseziele von Paris bis zum Périgord

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iffelturm, Champs-Élysées und Bastille – die Attraktionen der Stadt Paris sind in den vergangenen Monaten in den Hintergrund getreten. Die Stadt wurde Symbol für die schlimmsten Terroranschläge der jüngsten Zeit in Europa. „Um das Image zu stützen, hat Paris eine große Kampagne gestartet“, sagt Thomas Schmidt, Pressesprecher der französischen Tourismusbehörde in Deutschland. Um rund 12 Prozent sind die Besucherzahlen eingebrochen. Das soll sich wieder ändern. Die besten Clubs Europas Gründe genug gibt es, nach Paris zu reisen. Schmidt zitiert eine Studie der International Nightlife Association, nach der an der Seine die vier besten Clubs Europas liegen: zum Beispiel das Queen oder das Zig Zag. Kulturelle Highlights wie die derzeit laufende Ausstellung über Pablo Picasso und Alberto Giacometti im Picasso-Museum sind in der Metropole selbstverständlich. Die erhöhte Anzahl an Sicherheitskräften auf den Straßen müsse derzeit hingenommen werden. „Trotzdem findet man in Paris eine unvergleichliche Atmosphäre“, sagt Schmidt. Seine Lieblingsorte in Frankreich liegen aber woanders: „Es sind die Norman-

Sehenswertes in allen Ecken des Landes: Im Mai feiern Sinti und Roma in der Camargue eine Wallfahrt (o. l.), die Wanderdüne „Dune du Pilat“ in Arcachon an der Atlantikküste ist ein Spielplatz für Groß und Klein (o. M.). Südfrankreich lockt mit Glamour und Sonne, zum Beispiel an der Promenade des Anglais in Nizza (o. r.). Verführerisch sind die Nächte in Paris (u. l.). Und wer es ruhig mag, kann sich mit einem Trüffelschwein im Périgord in Südfrankreich auf die Suche begeben (u. r.).

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die und die Gärten in der umliegenden Gegend“, sagt er. Der Garten des Impressionismus-Malers Claude Monet in Giverny sei ein Traumziel und ein furioser Auftakt für eine Normandie-Reise. „Hier sind Monets berühmte Seerosen-Bilder entstanden“, schwärmt Schmidt. Touristisches Highlight an der Nordküste Frankreichs ist der Mont-Saint-Michel, eine winzige Insel mit 41 Einwohnern und einer beeindruckenden Abtei im Wattenmeer. Schon Ende des 10. Jahrhunderts gründete eine Gruppe von Benediktinermönchen das Kloster. In den folgenden Jahrhunderten finanzierten Herzöge und Könige die großartige Architektur des Klosters. Jährlich wird die Abtei von 3,5 Millionen Menschen besucht – die wenigsten von ihnen sind Pilger. Eine besondere religiöse Zeremonie ist die Zigeunerwallfahrt in Saintes-Maries-de-la-Mer in der Camargue Ende Mai. Tausende Sinti und Roma treffen sich für mehrere Tage und ziehen drei Marienfiguren ins Meer. Es sind die Muttergottes und zwei weitere Frauenfiguren, die am Grab von Jesus beten. „Das ist ein riesiges Fest und immer noch sehr authentisch“, sagt Schmidt. Er empfiehlt die gesamte Provence, aber auch ihr Hinterland mit den wunderschönen Städten Arles und Nîmes. Hier lebten und arbeiteten Künstler wie Vincent van Gogh und Paul Cézanne. Berühmte Bilder wie das „Nachtcafé“ von Van Gogh entstanden auf Plätzen, die ihr Aussehen bis heute nicht verändert haben. Wer hier flaniert, kann ein Stück Vergangenheit erspüren.

„Es gibt auch ein reiches römisches Erbe, wie das Aquädukt Pont du Gard oder die römischen Arenen, die heute noch für Veranstaltungen wie den Stierkampf genutzt werden. Dann bebt die Stadt“, berichtet Schmidt. Eine sehenswerte Region ist auch die Atlantikküste. Nach Highlights gefragt, nennt Schmidt Austern und die landestypische Folklore. Die Schafhirten an der Atlantikküste mussten oft stundenlang nach ihren Tieren suchen. Daraus entstand der Stelzenlauf, denn mithilfe der Stelzen konnten die Schäfer ihre Herden besser überwachen. Heutzutage werden Volksfeste rund um diesen Lauf gefeiert. „Der Südwesten Frankreichs ist sehr traditionell“, sagt Schmidt. Noch einen anderen Vorteil hat die Region zu bieten: „Sie ist ideal zum Reisen mit kleinen Kindern.“ Es gebe sehr viele Unterbringungsmöglichkeiten für Familien, egal, ob in der Gegend der Kiefernwälder im südlichen Teil der Atlantikküste (genannt: Landes) oder im Norden bei und auf den Inseln Ré und Oléron. „Das muss nicht immer luxuriös sein.“ Eine Empfehlung von Schmidt ist auch die Stadt Nizza, die wie Paris wegen eines Terroranschlags in die Schlagzeilen geriet. „Das Wetter bietet im Frühjahr und im Herbst günstige Bedingungen“, sagt er. Als Orte, die in Nizza auf keinen Fall ausgelassen werden dürfen, nennt er den Blumenmarkt und die Promenade des Anglais. Ihren Namen trägt die Prachtstraße am Meer übrigens zu Ehren der Engländer. „In Nizza ist der Wintertourismus entstanden. Die Engländer kamen mit großer Entourage zur Zeit von Königin Victoria und machten hier Urlaub“, so Schmidt. Um ihnen Referenz zu erweisen, benannte die Stadt ihre wichtigste Straße nach den Besuchern aus dem Norden. Reisen auf Krimispuren Aus Schottland stammt der Schriftsteller Martin Walker, der mit seiner Familie im Périgord in Südfrankreich lebt und dort Romane über den Dorfpolizisten Bruno Courrèges schreibt. „Leute reisen gerne auf Krimispuren“, sagt Schmidt. Das Périgord profitiert davon genauso wie die Bretagne. Im malerischen Künstlerdorf Pont Aven der Bretagne spielen die Krimis von Jean-Luc Bannalec. Seine Geschichten um Kommissar Dupin sind mittlerweile sogar im Fernsehen verfilmt und ziehen zahlreiche Touristen an. Eine Sorge vieler Frankreich-Besucher ist, ob sie sich in dem Land verständigen können. Schmidt bejaht dies. „Überall in den Touristenzentren oder auf Campingplätzen spricht man auch Deutsch“, sagt er. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, empfiehlt er, sich bei niederländischen Besuchern Hilfe zu holen. „Sie sind Sprachkünstler und sprechen oft Deutsch.“ Mechthild Henneke Informationen zu Reisezielen auf der Seite der französischen Tourismusbehörde http://de.france.fr


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FRANKREICH IST AN VIELEN ECKEN BERLINS ZU FINDEN: VOM SPRACHKURS BIS ZUR DUFTLESUNG KANN MAN SICH DEM LAND NÄHERN

SOMMELIER PUIG

Sprache, Mode, Kulinarisches: Vive la France à Berlin

„Es muss ein Wein mit Charakter sein“

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utes Essen, Mode und ganz viel Kultur – mit Frankreich verbinden sich viele schöne Dinge des Lebens. Wer sich in Berlin auf die Suche nach Spuren unserer westlichen Nachbarn begeben möchte, muss nicht lange suchen. Wir stellen einige Orte vor, an denen das Land in Berlin präsent ist. Institut Français: Das Kulturinstitut der französischen Botschaft am Kurfürstendamm 211 war vor einigen Jahren von der Schließung bedroht. Der französische Staat wollte sparen. Die vielen Proteste gegen die Maßnahme zeigten, wie viele Berliner das Institut und seine Veranstaltungen schätzen. Sprachkurse sind das Herz des Instituts. Schließlich ist die Sprache der Schlüssel zum Verständnis eines Landes. In diesem Winter gibt es wieder Kurse für alle Lernstufen: vom Anfänger bis zum Französisch-Profi, der sich auf bestimmten Sprachfeldern verbessern möchte. So können politisch Interessierte einen Konversationskurs zum Thema „Relations Internationales“ machen. Wer französische Zeitungen besser verstehen möchte, könnte „Le français du journalisme“ belegen, ein Kurs, den eine französische Journalistin leitet, wie das Institut bestätigt. „Alle Lehrer sind außerdem Muttersprachler mit Studienabschluss Französisch als Fremdsprache“, sagt Marie Heck von der Öffentlichkeitsarbeit des Instituts. Das Institut organisiert auch regelmäßig Konzerte, Ausstellungen, Lesungen und Diskussionsrunden. Zurzeit gibt es eine Fotoausstellung mit Werken von Jean-Marie Périer. Der renommierte Fotograf, der auch einige Filme gedreht hat, hatte eine kreative Schaffensperiode in den Sechzigerjahren. Sie ist in der Retrospektive am Kurfürstendamm zu sehen.

Gastronomie: Die ausgezeichnete Küche des Landes ist für viele Köche ein Vorbild. Frankreich gilt als Heimat der Kochkunst. Wer französisch essen gehen möchte, kann dies in Berlin in vielen Restaurants. Es gibt alteingesessene „Franzosen“ und neue Lokale, denn französische Küche liegt im Trend. Ein Klassiker unter den Restaurants ist das Le Piaf in der Schlossstraße 60 in Charlottenburg. Ein Spezialgebiet des

Hauses ist die elsässische Küche. Umrahmt wird das Ganze von Degustationsmenüs und regelmäßigen Abenden mit Livemusik. Das Restaurant Diekmann in der Meinekestraße 7 trägt einen Namen, der über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist. Eine zweite Dependance befindet sich im Weinhaus Huth am Potsdamer Platz. Im Institut Français gibt es die Brasserie Le Paris, ein typisches Lokal für das Bier nach Feierabend. In diesen Tagen hat dort die Épicerie fine eröffnet, ein Feinkostladen mit Delikatessen aus Frankreich.

IMAGO/RAIMUND MÜLLER

Französischer Chic in der Friedrichstraße: im Kaufhaus Galéries Lafayette.

DPA

Austern sind nicht jedermanns Sache, aber unbestreitbar typisch für unsere Nachbarn.

Kino: Vom 30. November bis zum 7. Dezember findet wieder die Französische Filmwoche in Berlin statt. Hier werden Filme aus Frankreich gezeigt, die es zum Teil nicht in die deutschen Kinos schaffen. Insgesamt zeigt das Festival dreizehn exklusive Deutschlandpremieren, darunter Filme von bekannten Regisseuren wie Philippe Garrel, Michel Gondry und Julie Delpy. Ein weiteres Highlight wird die Premiere des Dokumentarfilms „Je suis Charlie – L’Humour à mort“ in Anwesenheit der Regisseure Daniel und Emmanuel Leconte sein. Bücher: Frankreich ist im Oktober 2017 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Wer vorher wissen will, was in dem Land gelesen wird, kann sich in der Buchhandlung Librairie Zadig in der Linienstraße 141 in Mitte informieren. Die Buchhandlung hat auch ein großes Sortiment an Comics, den Bandes Dessinées („BD’), die in Frankreich sehr beliebt sind. Günstige Bücher gibt es beim Bücherbasar im Institut Français am 10. Dezember. Hier kommen viele Bücher auf den Tisch, um Platz für Neuanschaffungen zu machen. Mechthild Henneke

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aurent Puig, 44, ist seit zehn Jahren Sommelier der Galéries Lafayette Berlin. Hier ist der Franzose Herr über 1 200 Weine aus seinem Heimatland. Herr Puig, welche Weine würden Sie speziell Einsteigern empfehlen? Mit einem leichteren Rotwein und wenig Tannin, zum Beispiel Chinon oder Bourgueil aus dem Loire-Tal, liegt sicher niemand falsch. Das Essen spielt eine entscheidende Rolle. Was würden Sie Ihren Kunden jetzt in der Weihnachtszeit zu Ente oder Gans raten? Es muss ein Wein mit Charakter sein. Ein Wein aus dem Languedoc oder aus dem Côtes du Rhône kann ich mir gut vorstellen. LAFAYETTE Malbec würde ich Sommelier: Laurent Puig. persönlich bevorzugen, zum Beispiel aus der Region Cahors. Das ist ein dunkler Wein, vollmundig, rund, ein bisschen würzig. In Ihrem Sortiment finden sich auch 145 Champagner-Sorten. Womit kann ich gut auf das neue Jahr anstoßen? Ich würde Ihnen Winzer-Champagner empfehlen. Dieser kommt meist von kleineren Winzern und ist sehr authentisch. Preis und Leistung stimmen hier. Ab 25,95 Euro geht es los, Silvester darf es ja etwas mehr kosten. Wenn es etwas billiger sein soll, bietet sich ein Crémant an. Interview: B. Paetzholdt

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Galéries Lafayette: Das Nobelkaufhaus an der Friedrichstraße wurde von dem französischen Architekten Jean Nouvel gebaut und ist ein Ableger des Pariser Stammhauses am Boulevard Haussmann. Wer es in Berlin betritt, wird umwillkürlich von einem überdimensionalen Trichter angezogen, um den sich die Etagen schwingen, fast eine Art Reichstagskuppel zum Shoppen. Der Trichter ist 37 Meter oder fünf Etagen hoch, die Platz machen für 1 2 000 Quadratmeter Einkaufsfläche, gefüllt mit französischer Eleganz. Doch nicht nur Labels aus dem Nachbarland werden verkauft. Es ist ein Modemix, der vor allem modern und kreativ sein will. Touristen, Berliner, aber auch Prominenz kleiden sich hier ein. Wer kompetente Beratung wünscht, engagiert einen Personal Shopper vom Haus. Renommiert ist auch die Lebensmittelabteilung des Hauses. Hier gibt es alles, was das Herz des Liebhabers von französischen Kulinarien begehrt. In kleinen Seminaren, zum Beispiel zu Champagner oder Whiskey, lässt sich das eigene Wissen erweitern. Eine sogenannte Duftlesung lädt am 1. Dezember Interessierte ins Haus ein. Die Marke Lancôme gibt einige Geheimnisse zu ihren Düften preis und serviert dazu ein Glas prickelnden Crément.

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DIE GESCHICHTE DER FRANZOSEN AN DER SPREE BEGANN MIT DER VERTREIBUNG DER PROTESTANTEN AUS DEM FRANKREICH VON LUDWIG XIV.

Die Hugenotten prägten Mentalität und Mundwerk der Berliner

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ie Geschichte der Franzosen in Berlin hat während eines messerscharfen Konflikts begonnen. Während der Sonnenkönig Ludwig XIV. den Protestanten in seinem Land ihre Religion, ihre Glaubenshäuser und vielfach sogar ihr Leben nahm, lud der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm 1685 die Hugenotten nach Berlin und Brandenburg ein und bot ihnen „Hilfe, Freundschaft, Liebes und Gutes“, wie es im Edikt von Potsdam hieß. Aus dem eigenen Land verjagt, flüchteten daraufhin Tausende französische Protestanten nach Preußen. Doch es kam nicht irgendwer. Bei den „Refugiés“ (den „Geflüchteten“) handelte es sich um eine „importierte Elite“, schreibt der deutsch-französische Historiker PierrePaul Sagave in seinem Buch „Berlin und Frankreich 1685−1871“ . Sie habe den hohen Stand ihrer Ausbildung schnell in der Verwaltung, im Heer und im geistigen und wirtschaftlichen Leben der Hauptstadt unter Beweis gestellt. Viele siedelten sich in der Innenstadt nördlich und südlich der „Linden“ an, später gründeten die Hugenotten den Stadtteil Moabit und entwickelten ihn zu einem eleganten Villenvorort. Ein Staat im Staat Die Minderheit besaß laut Dekret des Großen Kurfürsten eigene juristische, polizeiliche und kulturelle Institutionen, die französische „Colonie“ bildete lange einen Staat im Staat, dessen Spuren noch heute zu finden sind. Bereits 1689 gründeten die Hugenotten ein eigenes Gymnasium, das Collège Français, das noch besteht und jetzt in der Derfflingerstraße in Tiergarten ansässig ist. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts (1705) begann der Bau des Französischen Doms, der monumentalen Kirche,

die heute zu einem der Glanzlichter der Stadt gehören: Er wurde auf Alt-Berlins größtem Platz errichtet, dem Gendarmenmarkt, wo sich früher die Kaserne des Eliteregiments „Gens d’armes“ befand. Der Dom wurde als Kopie der Kirche „Temple“ in Charenton bei Paris erbaut, die auf Befehl Ludwig XIV. zerstört worden war. Seine Architekten waren Mitglieder der „Colonie“. Als Gegenstück wurde auf dem Platz der Deutsche Dom errichtet. Die 70 Meter hohen Kuppeln erhielten die Kirchen erst 80 Jahre später. Die Literatur und Sprache der Franzosen zog viele Berliner an. Sagave spricht sogar von einer „umgekehrten Assimilation“ – nicht die Hugenotten passten sich an die Preußen an, sondern diese eiferten den französischen Gelehrten nach. Die Sprache von Molière, Racine und Diderot war die Kultursprache Europas und mit der französischen Kolonie hatten die Berliner die besten Lehrer direkt in der Nachbarschaft.

in der Gesellschaft Französisch. Ein besonderer Frankreich-Fan unter den preußischen Königen war Friedrich der Große. Seine Regentschaft fiel in die Zeit der Aufklärung, dem „Siècle des lumières“ („Jahrhundert der Lichter“). Es brachte große Philosophen wie JeanJacques Rousseau und Voltaire hervor. Letzterer publizierte neben Parabeln wie „Candide“ zahlreiche Artikel, in denen er die Rolle des Herrschers zum Volk besprach. Dieser sollte nicht mehr als absoluter Herrscher über den Menschen stehen, sondern als „guter König“ herrschen. Dabei sollte er sich vor allem von Toleranz leiten lassen. Diesem Ideal fühlte Friedrich sich verpflichtet. Er lud Voltaire an seinen Hof nach Sanssouci ein und machte den Philosophen zu seinem persönlichen Gelehrten. Doch die beiden starken Charaktere fanden nur für kurze Zeit zusammen. Voltaire fühlte sich enttäuscht: Den Friedrich, wie er sich in der langjährigen Korrespondenz gezeigt hatte, gab es in Wirklichkeit nicht. Voltaire fühlte sich „ausgequetscht wie eine Zitrone und anschließend weggeworfen“, wie er schrieb.

Viele Ehen Der scharfe Geist der französischen Philosophen und ihre prägnante Ausdrucksweise hat die Berliner Mentalität mitgeprägt, behaupten manche Historiker. Das bestreitet zwar der berühmte Hugenotten-Nachkomme, der Schriftsteller Theodor Fontane, doch so mancher findet in der „Berliner Schnauze“ eine Prise hugenottischen Wortwitz wieder. Nach und nach assimilierten sich die Hugenotten in Berlin. Sie erhielten die gleichen Rechte wie die anderen Bewohner der Stadt, es wurden untereinander Ehen geschlossen und die französische Sprache wurde zunehmend vom Deutschen verdrängt. Anfang des 19. Jahrhunderts verlor die Kolonie ihre Privilegien und ihre Institutionen wurden der

Befreundet nach dem Krieg

IMAGO STOCK

Der berühmteste Franzose am preußischen Hof: Voltaire (4. v. r.) zu Gast bei Friedrich II.

allgemeinen Verwaltung unterstellt. Die Hugenotten waren jetzt Berliner, doch noch heute fallen die französischen Nachnamen auf: Innenminister Thomas de Maizière und Buchautor Thilo Sarrazin haben Vorfahren im Kreis der Hugenotten und auch der Ortsteil Französisch Buchholz geht auf die Kolonie zurück.

Neben der Einwanderung französischer Protestanten gab es noch weitere Einflüsse der westlichen Nachbarn auf Berlin und seine Bewohner. Der preußische Adel ließ seine Kinder selbstverständlich von französischen Gouvernanten und Hauslehrern erziehen. Schließlich war die Sprache bei Hof und

Das jüngste Kapitel der gemeinsamen Vergangenheit von Berlinern und Franzosen bildet die Anwesenheit französischer Alliierter in der Stadt nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach mehreren Kriegen zwischen Deutschland und Frankreich war die Freundschaft zwischen beiden Ländern schwer beschädigt. Am Ende des Zweiten Weltkriegs kamen französische Truppen als Alliierte nach Berlin und bezogen Quartier in Wedding und Reinickendorf. Am 14. Juli 1945 hissten sie sogar auf der Siegessäule die französische Nationalflagge. Die ersten Jahre der

Besatzung waren von Misstrauen geprägt, doch nach und nach verbesserten sich die Beziehungen. Sichtbares Zeichen dafür war der Beitrag der Franzosen zur Berliner Luftbrücke. Angeblich schmuggelten sie sogar Wein und Olivenöl in die Flugzeuge. Ihr wichtigster Beitrag war jedoch der Bau des Flughafens Tegel, der in sensationell kurzer Zeit fertiggestellt wurde. Im August 1948 begannen die Bauarbeiten, im November desselben Jahres landete bereits das erste Flugzeug. Auch das Viertel Cité Pasteur bauten sie in Reinickendorf. Im September 1994 verließen die französischen Truppen Berlin. Mit einem Denkmal bedankte sich die Stadt. Es steht vor dem Quartier Napoléon in Wedding. Der Schweizer Bildhauer Max Bill gestaltete es und griff dabei auf Bauhaus-Traditionen zurück. Der letzte General der Truppen, General Brullard, dankte bei seiner Abschiedsrede den Bewohnern von Reinickendorf und Wedding und zeigte seine tiefe Bewegung anlässlich des Endes einer Epoche. Mechthild Henneke IMPRESSUM Berliner Verlag GmbH Geschäftsführer: Michael Braun, Jens Kauerauf Anzeigen: BVZ BM Vermarktung GmbH (BerlinMedien), Karl-Liebknecht-Str. 29, 10178 Berlin Postfach: 02 12 84, 10124 Berlin Geschäftsführer: Andree Fritsche Projektverantwortung: Karla Semmelmann Tel. 030–23 27 53 24 sonderprojekte@berlinmedien.com Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH, Am Wasserwerk 11, 10365 Berlin Redaktion: Peter Brock (verantw.) Jürgen M. Edelmann Art Direction: Jane Dulfaqar, Annette Tiedge

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