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Berliner Zeitung · Nummer 105 · Mittwoch, 7. Mai 2014 – Seite 1

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Information und Anmeldung: 0800 0800 229

Leibnizstr. 11-13 10625 Berlin

Lange Nacht der Wissenschaften Buch

Wedding/Mitte-Nord Charlottenburg

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Mitte-Süd

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Adlershof

Potsdam

Von Adlershof bis Wedding: Tipps für alle Forschungsrouten – Seiten 2 bis 8

Experiment für den Gaumen: Gebratene Mehlwürmer als Eiweißquelle – Seite 6

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Fest, flüssig, gasförmig: Laborerlebnisse auf dem Campus Buch. Seite 7

Zauberei am Computer: Schreiben mit Gedankenkraft. Seite 3

Räumliche Wirkung: 3D-Wissenschaftskino in Dahlem. Seite 6

Kleiner Star im Rampenlicht: Der Roboter Myon, eine Schöpfung von Forschern der Humboldt-Universität, lernt eigenständig. Bei der Show zur Eröffnung der Wissensnacht zeigt er sein Können.

LABOR FÜR NEUROROBOTIK, CAMPUS BERLIN-BUCH/PETER HIMSEL, TECHNISCHE UNIVERSITÄT BERLIN/ULRICH DAHL, BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER (2)

Bühne frei

für kluge Köpfe

K U R Z

Auftakt einer besonderen Nacht: Bei der Eröffnung spielt Roboter Myon mit den Uni-Präsidenten. Und es wird gesungen und gerappt

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V ON A NNE B RÜNING

chau rein, schlau raus. Treffender als mit dem neuen Slogan der Langen Nacht der Wissenschaften lässt sich wohl kaum zusammenfassen, was bei dieser Großveranstaltung zu erwarten ist. Mehr als 70 Forschungseinrichtungen in Berlin und auf dem Potsdamer Telegrafenberg bieten am Sonnabend ab 17 Uhr exklusive Einblicke in die Welt der Forschung. Gut 2 200 Veranstaltungen stehen auf dem Programm. Wer angesichts dieser Fülle an Angeboten schon etwas früher loslegen möchte, hat zwei Möglichkeiten. Erstens: in Berlin-Buch beginnen, denn dort startet das Programm rund um die medizinische Forschung bereits um 15 Uhr. Zweitens: zuerst im Audimax der Humboldt-Universität (HU) in Mitte reinschauen. Von 16 bis 17 Uhr findet dort die zentrale Eröffnungsveranstaltung statt – eine Show mit einem klugen und vergnüglichen Programm. Ein Highlight der Berliner Forschung wird auf der AudimaxBühne stehen: der lernfähige humanoide Roboter Myon. Manfred Hild und sein Team vom Labor für Neurorobotik der HU in Adlershof haben das 1,25 Meter große, einäugige Maschinenwesen geschaffen.

„Das Besondere an Myon ist, dass er nicht auf bestimmte Verhaltensweisen programmiert ist, sondern selbstständig lernt – wie ein Kind“, sagt Hild. Eigentlich ist Myon erst auf dem Entwicklungsstand eines Einjährigen. Durch Sehen und Hören, Anfassen und Greifen, Erfolge und Scheitern soll er Erfahrungen sammeln. Er hat bereits gelernt, sich aufzurichten, zu stehen, Schritte zu machen und eine Melodie nachzusingen. Bald ist die Sprache dran. Hilfsmittel bei diesem selbstständigen Lernen sind Verhaltenskonzepte und einfache Prinzipien, die das Neurorobotik-Team vorgibt. Die Forscher wollen mithilfe von Myon verstehen lernen, wie intelligentes Verhalten funktioniert. „Und das machen wir, indem wir intelligentes Verhalten nachbauen“, sagt Manfred Hild. Später einmal, wenn Myon noch viel mehr kann, weiß und noch autonomer ist, möchte der Forscher dem kleinen Roboter Fragen stellen können – etwa ob er sich an bestimmte Dinge erinnert oder warum er bestimmte Reaktionen oder Aktionen auswählt. Um Myon fit für seinen großen Auftritt zu machen, wird er vorübergehend aufgemotzt, sodass er Dinge kann, die er von allein noch nicht gelernt hätte. „Nach der Langen Nacht wird dieses vorgegebene Wissen wieder gelöscht, um das

Forschungsprojekt nicht zu beeinflussen“, sagt Manfred Hild. Am Sonnabend wird der kleine weiße Roboter also schon ein bisschen sprechen können. Und er wird wissen, wie zum Beispiel das Stalagmiten-Spiel abläuft, das bei der Eröffnungsshow gespielt wird. Sechs prominente Vertreter der Berliner Hochschullandschaft nehmen daran teil: die Präsidenten der drei großen Berliner Universitäten, Jan-Hendrik Olbertz von der HU, Christian Thomsen von der Technischen Universität und Peter-André Alt von der Freien Universität. Außerdem Monika Gross, Präsidentin der Beuth-Hochschule für Technik, Gesche Joost als Vertreterin der Universität der Künste und der Telekom Innovation Laboratories, sowie Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres. Paarweise werden sie gegeneinander antreten. Hochstapelei um die Wette Aus großen bunten Bausteinen müssen die Teams um die Wette Türme bauen – und zwar in bestimmten Farbkombinationen, für die es Codewörter gibt. „Blume“ steht zum Beispiel für Bausteine in Grün – Blau – Rot. Myon wird die Codewörter mit seiner künstlichen Kinderstimme vorgeben und dann auf ein bestimmtes Signal achten, wenn das erste Team fertig ist. Er wird sich dem gebau-

ten Stalagmiten-Turm zuwenden und überprüfen, ob die Farbkombinationen richtig sind. Die Menschen müssen in diesem Spiel Geschick, Gedächtnis und Geschwindigkeit beweisen. „Auch bei Myon geht es darum, unterschiedliche Fähigkeiten zu demonstrieren“, erläutert Hild. Myon wird zeigen, dass er mithilfe der Mikrofone in seinen Ohren erkennen kann, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt, dass er die Türme mithilfe der Kamera in seinem Kopf finden und dass er die richtige Reihenfolge prüfen kann. „Das Schema des Spiels haben wir ihm beigebracht. Das Timing seines Verhaltens auf der Bühne und die Interaktion mit den Spielern liegen aber allein bei ihm“, sagt Hild. Er ist gespannt, wie Myon sich verhalten wird – auch im zweiten Teil der Show, in dem ein musikalisches Experiment geplant ist. Sven Ratzel, der künftige Chorleiter des zurzeit in Gründung befindlichen Chores des Berliner Studentenwerks, hat vor, das gesamte Audimax zum Singen zu bringen. Der Slogan „Schau rein, schlau raus“ soll zum Beispiel mehrstimmig erklingen. Myon steht dabei zwar nicht mehr im Mittelpunkt, aber auf der Bühne.„Vielleicht wird er beginnen zu dirigieren“, sagt Hild. Solche Dinge lernt der humanoide Roboter zurzeit nämlich in dem Projekt

„My Square Lady“ an der Komischen Oper, das in gut einem Jahr Premiere haben wird – mit Myon auf der Bühne. Welche Rolle er darin spielt, ist noch ungewiss. Es hängt davon ab, was er bis dahin alles lernt und welche dieser Fähigkeiten er dann auswählt. Noch kämpft er mit Anfangsschwierigkeiten. „Es fiel ihm zum Beispiel schwer, auf der leicht schrägen Bühne der Komischen Oper zu gehen. Bis zum Herbst muss er es schaffen“, berichtet Hild. Myon lerne oft in Sprüngen. Vielleicht wird sein Auftritt bei der Langen Nacht auch ein großer Schritt nach vorn. Womöglich lernt er dabei auch zu rappen. Denn die Eröffnungsshow endet mit einem Rap der Namen sämtlicher Einrichtungen, die an der Langen Nacht teilnehmen. Wer danach Myon noch etwas näher kennenlernen möchte, hat dazu Gelegenheit im Foyer des HUHauptgebäudes. Dort ist er von 17.30 bis 18.30 Uhr. Länger hält der Kleine noch nicht durch. Es bleibt also noch viel Zeit für die übrigen 2 199 Programmpunkte. Schau rein, schlau raus – schau weiter! Eröffnung der Langen Nacht der Wissenschaften, moderiert von Sven Oswald, Radio Eins. HU-Hauptgebäude, Audimax, 16 bis 17 Uhr. Mitte.

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B Ü N D I G

Öffnungszeiten: Am Sonnabend, 10. Mai, um 17 Uhr, beginnt die Lange Nacht der Wissenschaften. Bis 24 Uhr können 71 Einrichtungen in Berlin und auf dem Potsdamer Telegrafenberg besucht werden. Tickets: Die Karten für die Lange Nacht der Wissenschaften sind Kombitickets für den BVG-Tarifbereich ABC, die Shuttlebusse und den Eintritt an allen Veranstaltungsorten. Im Vorverkauf sind Karten erhältlich an Schaltern und Ticketautomaten der S-Bahn und BVG, in DB-Service-Stores und Reisemärkten im U-Bahn-Bereich. Theaterkassen und Touristeninformationen sind über das Buchungssystem von CTS eventim an den Ticketverkauf angeschlossen, dabei sind zusätzliche Gebühren zu zahlen. An den Abendkassen der Veranstaltungsorte werden ebenfalls Tickets verkauft. Dort und an vielen Vorverkaufsstellen ist in der Regel auch das offizielle Programmheft erhältlich. Eintritt: Erwachsene zahlen 14 Euro, ermäßigte Tickets kosten 9 Euro. An den Abendkassen gibt es ein Late-Night-Ticket ab 22 Uhr für 6 Euro. Familientickets (27 Euro) können an den Abendkassen in Einzeltickets getauscht werden. Sie gelten für maximal fünf Personen, darunter nicht mehr als zwei Erwachsene und mindestens ein Kind – unabhängig von einer familiären Bindung. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Das komplette Programm: www.langenachtderwissenschaften.de


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Berliner Zeitung · Nummer 105 · Mittwoch, 7. Mai 2014

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Lange Nacht der Wissenschaften

Adlershof

Programmauszug – vollständige Übersicht unter www.langenachtderwissenschaften.de und im offiziellen Programmheft

A: Späth-Arboretum der HU ohne Shuttle, Bus 170/265 ab S-Bhf. Baumschulenweg bis Baumschulenstr./Königsheideweg

Route Adlershof

Taktzeit 15 Minuten Infopunkt Adlershof

B: Archenhold-Sternwarte Shuttle ab S Treptower Park, Taktzeit 30 Minuten

C: Leibniz-Institut für Gewässerökologie/Friedrichshagen ohne Shuttle, S3 bis S Friedrichshagen oder Tram 60 und 61

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D: Lise-Meitner-Schule Shuttle ab U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee (U7), Taktzeit 20 Minuten

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E: Schmetterlingshorst des Bezirkssportbundes Treptow-Köpenick e.V. Shuttle ab Haltestelle Krankenhaus Köpenick/Südseite (Tram 27/67), Taktzeit 30 Minuten zwischen 17 und 23 Uhr

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Ein Berliner

2 Wolfgang-Köhler-Haus Rudower Chaussee 18 – Hochbegabung: Fluch oder Segen? Vortrag 17, 18 und 19 Uhr 3 Forum Adlershof Rudower Chaussee 24 – Innovationen aus Adlershof: Führungen und Rundfahrten (Anmeldung erforderlich unter wuttke@wista.de), Igafa – Feuerwerk, 24 Uhr 4 Erwin-SchrödingerZentrum Rudower Chaussee 26 – Wie man der NSA ein Schnippchen schlägt, Vortrag 18, 20, 22 Uhr – Roboter-Fußball 5 Lise-Meitner-Haus, Institut für Physik der HU Newtonstraße 15 – Das Higgs und weitere Höhepunkte von der Weltmaschine LHC – Quanten-Jazz mit echten Quantenzufallszahlen, ab 17 Uhr stündlich

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d ar ch Ri

1 Alfred-Rühl-Haus, Geographisches Institut HU Rudower Chaussee 16 – WildCam: WildtierKameras, 18.30, 20.30 und 22.30 Uhr – Boden des Jahres

6 Emil-Fischer-Haus, Institut für Chemie der HU Brook-Taylor-Straße 2 – MOx-Nanopartikel: vom Lotus-Effekt zur Batterie

7 Walther-Nernst-Haus Newtonstraße 14 – Das Geheimnis gesunder Ernährung, Experimentalvortrag, 21 Uhr 8 Großer Windkanal/HU Brook-Taylor-Straße 2 – Führungen 17 bis 22 Uhr, alle 30 Minuten 9 IRIS Adlershof, HU Zum Großen Windkanal 6 – Licht und Strom aus Hybridmaterialien, Ausstellung und Film – Wolkendrucker 10 Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie Carl-Scheele-Straße 6 – Femtosekunden-Röntgenbeugung: Atomen zuschauen – Aus Lichtwellen entsteht Musik, Mitmachexperiment ab 10 Jahren 11 Leibniz-Institut für Kristallzüchtung Max-Born-Straße 2 – Kristalle-Ziehen aus der Schmelze – Führung durch die Züchtungshallen, bis 23 Uhr alle 30 Minuten, Voranmeldung möglich: Tel.: 030–63 92 30 01 12 Audi Zentrum Rudower Chaussee 47 – Große Show der Physikanten, 20, 21 und 22 Uhr – Science Slam, 22.45 Uhr

13 Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt Rutherfordstraße 2 – 3D-Flug über den Roten Planeten, ab 17.30 Uhr stündlich, ab 10 Jahren, Anmeldung vor Ort – InSight goes to Mars, Vortrag 19 Uhr – Next Generation Train: Zugmodell- Ausstellung 14 Zentrum für IT und Medien II Albert-Einstein-Straße 14 – Wista-Management GmBH: Kinder-ScienceSlam, 17.30 Uhr; Abhörsicher telefonieren 15 Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB) Albert-Einstein-Straße 15 – Rundgang durch den Elektronenspeicherring Bessy II: Wie viel DNA steckt in einer Tomate? Farbfächer, Wie kristallisiert man ein Protein? – Neue Wege in der Beschleunigerphysik: Prototyp Linearbeschleuniger BERlinPro 16 HZB, Institut für Silizium-Photovoltaik Kekuléstraße 5 – Siliziumstraße: vom Sand zur Solarzelle 17 BTB Blockheizkraftwerk Albert-Einstein-Straße 22 – Führungen, ab 17 Uhr stündlich

18 Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung Haus 8.15, RichardWillstätter-Straße 11 – Atemalkohol-Kontrolle – Schatzsuche mit Lasern A Späth-Arboretum/HU Späthstraße 80/81 – Dämmerungsführung – Sexualleben der Farne B ArchenholdSternwarte Alt-Treptow 1 – Himmelsbeobachtung: Sonne 17 Uhr, Mond 20 Uhr, Saturn, Mars und Jupiter 22 Uhr C Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Kino Union, Bölschestraße 69, Friedrichshagen – Was lebt im Müggelsee? Planktonkino; 18.15 bis 21.30 Uhr – Aquakultur D Lise-Meitner-Schule Rudower Straße 184 – Videoanalyse im Tischtennis – Süße Bienen auf den Dächern E Schmetterlingshorst Zum Schmetterlingsh. 2 – Vogelberingung am Schönefelder See. Ein Dia-Vortrag, 17 Uhr – Dinner in der Dämmerung: Insektenfütterung

Maulwurf fliegt zum Mars

In zwei Jahren startet wieder eine Sonde zum Roten Planeten – mit einem Instrument aus Adlershof an Bord, das den Boden erkunden soll

Banerdt von der Nasa ein solches Vorhaben schon seit vielen Jahren voran. Anfangs hofften sie auf eine europäische Mission, die jedoch aus finanziellen Gründen scheiterte. Nun erhalten sie ihre Chance mit „InSight“. Das Kürzel HP3 steht für „Heat Flow and Physical Properties Package“ und ist ein absolutes Novum in der unbemannten Raumfahrt. Ein 30 Zentimeter langer und knapp drei Zentimeter dicker elektromechanischer Schlagbohrer – Maulwurf genannt – wird sich schrittweise in den Boden hämmern. Dabei zieht er ein Band hinter sich her, auf dem 16 winzige Temperatursensoren befestigt sind. Alle 50 Zentimeter hält er an, der Bohrer erhitzt sich kurz, anschließend wird gemessen, wie schnell er sich abkühlt. Dieser Wert gibt Auskunft über die

Wärmeleitfähigkeit des umgebenden Gesteins: Ist es isolierend, kühlt der Bohrer langsamer ab, als wenn es Wärme gut leitet. Dieser Vorgang wiederholt sich bis zur Zieltiefe von fünf Metern, wo der Maulwurf abgeschaltet wird. Dann messen die Temperatursensoren ununterbrochen den Wärmestrom aus dem Innern des Planeten. „Dieser Wert sagt uns, wie viel Energie auf dem Mars noch für geologische Prozesse zur Verfügung steht“, erläutert Tilman Spohn, „und wie schnell sich der Planet seit seiner Entstehung abgekühlt hat.“ Während sich der Maulwurf in den Boden wühlt, wird er gleichzeitig die geologische Schichtung erfassen. Besonders interessant dürfte hierbei die Suche nach Eisvorkommen sein, denn das anfänglich auf der Oberfläche des Mars vorhandene Wasser muss irgendwo geblieben sein. Was sich relativ einfach anhört, ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Als die DLR-Forscher ihren Maulwurf erstmals den Kollegen präsentierten, waren viele sehr skeptisch: Wenn ein Hammer auf Gestein trifft, gibt es einen Rückstoß, und der Hammer federt wieder hoch. Das muss bei HP3 verhindert werden. Die kleine Landestation ist jedoch viel zu klein, um den Stoß aufzufangen. Kollegen vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme in Bremen haben deswegen zusammen mit Ingenieuren des Space Research Centers in Warschau ein anderes System entwickelt. Der Schlagbohrer befindet sich im Innern einer Metallhülse. Diese wird zunächst ein kleines Stück in den Boden getrieben und kann dann über die Reibung zwischen dem Bohrer und der Innenwand den Rückstoß auffangen. Der Maulwurf kann sogar kleine

Steine im Boden umrunden und anschließend senkrecht weitergraben. Sollte er jedoch auf einen massiven Felsblock stoßen, so wäre er am Ende. „Deswegen haben wir sehr viel Zeit in die Auswahl des Landeplatzes investiert“, sagt Spohn. „Nach unserer Ansicht müsste er bis in größere Tiefe aus eher lockerem Gestein und Sand bestehen.“ „InSight“ wird im September 2016 in der südlichen Elysium-Region unweit des Marsfahrzeugs „Curiosity“ landen. Neben der Berliner Wärmeflusssonde setzt der Roboterarm dann auch das französische Seismometer ab. Es zeichnet Beben auf, die entweder durch innere Aktivität oder aber durch einschlagende Meteoriten ausgelöst werden. Zusätzlich wird ein amerikanisches Instrument die Rotation des Planeten um die eigene Achse exakt messen. Die Kombination aller Messdaten erlaubt einen Einblick in die Schichtung von Kruste und Mantel des Mars sowie den Aufbau seines Kerns. Wie die innere Struktur mit der Rotation zusammenhängt, veranschaulicht die Drehung eines Eis: Ist das Eigelb (entsprechend der Mars-Kern) noch flüssig, dreht sich das Ei anders, als wenn es hartgekocht ist. Ein Marsjahr lang, das sind zwei Erdjahre, soll die geophysikalische Station auf dem Mars arbeiten. Dann werden die Planetenforscher mehr wissen über die Frage, warum der Mars zum Wüstenplaneten geworden ist – und die Erde zum blauen, wasserreichen.

Die große Show der Physikanten, 20, 21, 22 Uhr, Audi-Zentrum Berlin Adlershof.

Musicale – Musikvisualisierung: Die Anzahl von Personen sowie deren Körperwärme und Bewegungen werden analysiert, in klassische Stücke übersetzt und in eine Farbskala übertragen. BTK-Hochschule für Gestaltung. Route Mitte-Süd.

Silent Disco: Besucher erhalten kabellose Kopfhörer und können zwischen der Musik von zwei DJs wählen. Sie sind akustisch isoliert und räumlich vereint. 22 bis 2 Uhr, Cafeteria, Universitätsbibliotheken der TU und UdK Berlin, Charlottenburg.

Getanzter Schrecken: Schreckensschilderungen von der Bibel bis zum Kriminalroman in einer Tanz- und Medien-Performance. 23 Uhr, Universitätsbibliotheken der TU und UdK, Charlottenburg.

Magic Andys fantastische Chemie-Show: Dr. Andreas Korn-Müller, Meister der Säuren und Salze, zeigt stoffliche Umwandlungsprozesse. 17 und 19.30 Uhr, MDC.C,Hörsaal Axon, Buch.

Fantastische Klangwelten in 3D: akustisch-holografische Eindrücke aus 2 700 Lautsprechern, dank Rechnercluster und Software zur Wellenfeld-Synthese, 17 bis 24 Uhr, TU Charlottenburg.

Jazz und Sterne: Jazz-Session mit dem Bigge-Ring Duo mit astronomischen Impressionen. Ab 20.40 Uhr, Kuppelraum, Leibniz-Institut für Astrophysik, Großer Refraktor, Potsdam-Telegrafenberg.

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NASA /JPL-CALTECH

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enn im März 2016 von Cape Canaveral im USStaat Florida aus die nächste Marssonde ins All startet, wird sich an Bord ein Instrument aus Berlin befinden. Im Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Adlershof bauen Wissenschaftler und Ingenieure eine Art mechanischen Maulwurf, der sich bis zu fünf Meter tief in den Marsboden bohren und dort bislang einzigartige Messungen vornehmen soll. Ziel ist es, den inneren Aufbau unseres Nachbarplaneten zu entschlüsseln und damit mehr über dessen Entwicklung zu erfahren. „Wir sind natürlich sehr stolz, dass die Nasa unser Instrument für ihre nächste Marsmission ausgewählt hat“, sagt der Direktor des Adlershofer Instituts, Tilman Spohn. Dafür gebe es vor allem zwei Gründe, ergänzt er: „Zum einen muss auch die Nasa sparen und ausländische Teams mit aufnehmen. Zum anderen haben wir Erfahrung im Bau solcher Sonden.“ In der Tat haben sich die Berliner Forscher diesen Erfolg verdient. Ein ähnliches Instrument befindet sich derzeit an Bord der Kometensonde „Rosetta“ der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die im November eine Landesonde auf der Oberfläche des Kometen Tschurjumow-Gerasimenko absetzen soll. Auch auf der ESA-Sonde „Beagle2“, die jedoch Ende 2003 auf dem Mars vermutlich zerschellt ist, sollte ein DLR-Maulwurf zum Einsatz kommen. Bei der neuen Nasa-Mission „InSight“ soll nun alles gutgehen. „InSight“ steht für „Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport“. Schon der Kurzname deutet darauf

So könnte es aussehen, wenn die Marssonde „Insight“ gelandet ist. Vorne links das Instrument HP3 aus Berlin, das den Boden erkunden soll. Vorne rechts, wie eine Schildkröte, ein französisches Seismometer. hin, dass bei dieser Mission nicht ein Roboterfahrzeug auf der Oberfläche umherfahren wird, sondern geophysikalische Experimente auf und vor allem erstmalig unter der Marsoberfläche stattfinden werden. Die zentrale Frage hinter der Mission lautet:Warum hat sich der Mars nach seiner Entstehung so völlig anders entwickelt als die Erde? Vermutlich waren beide Planeten anfänglich von einer ähnlichen Atmosphäre umgeben. Vieles deutet heute darauf hin, dass in der Frühzeit sogar flüssiges Wasser auf dem Mars existierte. Doch während unser Nachbarplanet anschließend seine Gashülle fast vollständig verlor, blieb sie auf der Erde vorhanden und bot die Voraussetzung für die Entstehung von Leben. Von großer Bedeutung war es sicher auch, dass es auf dem Mars

keine Plattentektonik mit Kontinentalverschiebung gibt und wohl auch nie gab. „Dieser globale Prozess ist fundamental für den Kohlenstoffkreislauf auf der Erde und könnte den entscheidenden Unterschied ausmachen, warum bei uns die Voraussetzungen für Leben so viel günstiger waren als auf dem Mars“, erläutert Spohn. Um diesen Fragen nachzugehen, werden die Marsforscher nun erstmals das Innere des Planeten erkunden. Wenn das Raumschiff„InSight“ im September 2016 auf dem Mars gelandet ist, wird ein Roboterarm zwei Geräte auf dem Boden abladen: ein Seismometer, das ein französisches Team um Philippe Lognonne vom Institut de Physique du Globe in Paris gebaut hat, und HP3 vom DLR. Spohn und Lognonne treiben zusammen mit ihrem Kollegen Bruce

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InSight goes to Mars: Informationen über die Nasa-Mission „InSight“ zum Mars und das Instrument HP3 aus Berlin. Vortrag: 19.30 Uhr, Deutsches Zentrum für Luftund Raumfahrt, Institut für Planetenforschung, Adlershof.

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Quanten-Jazz mit Quantenzufallszahlen. Ab 17 Uhr stündlich. Lise-Meitner-Haus, Institut für Physik der HU, Adlershof.

Science ohne Fiction: Wissenschaftsshow mit Radio-Eins-Moderator Volker Wieprecht über außerirdisches Leben und Satelliten der Zukunft. 19 Uhr, Haus der Ideen, Audimax, Technische Universität, Charlottenburg.


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Lange Nacht der Wissenschaften

Charlottenburg

Programmauszug – vollständige Übersicht unter www.langenachtderwissenschaften.de und im offiziellen Programmheft

2 Kindercampus im Haus des Lernens/TU Marchstraße 23 – Die ultimative Kindershow, ab 17 Uhr – Berliner Luftschiffrennen, 19 und 22.30 Uhr – Flugbionik: von Fliegen

7 Haus der Stadt/TU Hardenbergstraße 16–18 – Neue urbane Landwirtschaft: Gärtnern in der Stadt, Vortrag 18.30 Uhr – Car-Sharing in Berlin, Vortrag 20 Uhr – Berlin-Stadtquiz, 19.30 und 22 Uhr

16 Fabrik der Zukunft: Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik und TU

A Emovis GmbH – Bereich klin. Forschung Wilmersdorfer Straße 79 – Schlaflos in Berlin, Führung durchs Schlaflabor – Impfsprechstunde – Biologie der Depression, 21 und 23 Uhr

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A: Emovis ohne Shuttle, S5 oder S7 bis S Charlottenburg oder U7 bis U Adenauerplatz

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15 Haus des Lernens/TU Marchstraße 23 – Steuern Sie einen Computer mit Gedanken – Probefahrt mit Elektrofahrzeugen

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10 Haus der Luft- und Raumfahrt/TU Marchstraße 12 (Eingang hinten, blaue Tür) – Jetsdream: umweltfreundliche Kleingasturbine – Einmal Pilot sein, Flugsimulationslabor 18, 20, 22 Uhr, Anmeldung vor Ort

14 Haus der Mechanik/TU, Einsteinufer 5 – Resonanzkatastrophe: Warum Menschen nicht im Gleichschritt über Brücken gehen dürfen

17 bbw Hochschule Leibnizstraße 11–13 – E-Mobility und E-Logistics, Gestaltung der Verkehrsinfrastruktur in Berlin-Brandenburg, ab 18 Uhr stündlich – E–Fashion: Mode in Zeiten der Informationsgesellschaft, ab 17.30 Uhr stündlich 18 FOM Hochschule für Oekonomie & Management/ GoBS Hochschule für Wirtschaft und Verwaltung/ Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Bismarckstraße 107 – Feedback: Königin der Kommunikation, Vortrag 18.30 und 20.30 Uhr – Der Supermarkt als psychologische Falle, Vortrag 19.30 und 22.30 Uhr – Geldanlage und Psychologie: So überlisten Sie Ihren Kopf, Workshop 18 und 20 Uhr

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6 Haus der Eisenbahn/TU Campuszugang über Haltestelle Fasanenstr. – Eisenbahnbetrieb live – Was macht eigentlich ein Fahrdienstleiter?

9 Haus des vernetzten Lebens/TU Telekom Innovation Laboratories Ernst-Reuter-Platz 7 – Humanoide Roboter in Forschung und Alltag – Ist mein Smartphone sicher? – Future Wallet, die digitale Brieftasche – Smart Kitchen Assistant – Telefonieren über das Internet: Wie funktioniert das eigentlich?

13 Haus der Maschinen/TU Straße des 17. Juni 144 – Flugzeugtriebwerk: Schnittmodell RollsRoyce-BR715-Triebwerk – Virtuelle Räume erleben: Digital Cube Test Center

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5 Universitätsbibliotheken der TU und UdK Fasanenstraße 88 – Der Erste Weltkrieg, die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, Vortrag 18.30 Uhr – Pecha Kucha: China in 6 :40 Minuten – Bratsche: Instrument des Jahres 2014, Ausstellung

12 Haus der Mathematik/TU Straße des 17. Juni 136 – 3D: virtuelle Anatomie exotischer Tiere – Die Uni sucht den Mathe-Champion!

Pascalstraße 8–9 – Industrieroboter durch den Raum führen – Skizzieren in der Luft

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4 Haus des Windes/TU Müller-Breslau-Straße 8 – Hurrikan im Windkanal – Flammen-Subwoofer: akustische Wellen am Verbrennungsprüfstand

11 Haus der Chemie/TU Straße des 17. Juni 124 – Kristallzüchtung bei 3 000 Grad Celsius – Probefahrt mit Wasserstoffautos der Clean Energy Partnership (CEP)

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3 Haus der Biochemie/TU Müller-Breslau-Straße 10 – Die Farben der Quallen – Experiment mit DNA

8 Haus der Physik/ Eugene-Paul-WignerGebäude/TU Hardenbergstraße 36 – Quantenkommunikation: ultrasicherer Informationsaustausch – Green Photonics – Atome „sehen“ mit Rastertunnelmikroskop – Sind Ihre Diamanten echt? Prüfung mit Laserlicht – Nanotechnologie, Podiumsdiskussion des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, 19 Uhr

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und Pflanzen fliegen lernen, bis 23 Uhr

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1 Haus der Ideen/ TU-Hauptgebäude Straße des 17. Juni 135 – Science ohne Fiction, Show 19 Uhr – Star Trek: Wie aus technischen Visionen Wirklichkeit wurde. Mit Captain Kirk, 21 Uhr – Science Slam@Campus Charlottenburg, 23 Uhr – Computer mit Gedanken steuern – Brommi:Tak – der bionische Roboterrüssel – Dein Labor: Bauen Sie Ihren eigenen Elektromotor, Workshop bis 23.30 Uhr – Fantastische Klangwelten in 3D, zum Beispiel Raumklang des Kölner Doms (19 Uhr), HörSaal, eine Wellenfeld-Installation von Bernhard Leitner (23 Uhr) – ReUse, elektronische Geräte wiederverwenden – Brückenbauwettbewerb – Wie gut kann ich Englisch, Französisch, Deutsch? Testen Sie Ihren Sprachstand – der Berliner Wasserkreislauf

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Schreiben mit

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Gedankenkraft

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ie gebannt blickt Daniel Miklody auf den Bildschirm seines Computers. Sechs Symbole in unterschiedlicher Farbe wechseln sich dort blitzschnell ab. Sie stehen für bestimmte Buchstaben des Alphabets und sind die Tastatur der mentalen Schreibmaschine, die an der Technischen Universität (TU) Berlin entwickelt wurde. Sie funktioniert allein mit Gedankenkraft, Konzentration und Geduld. In der Langen Nacht ist sie zu bestaunen. „Doch ge“ hat Miklody bereits geschrieben. Etwa drei Minuten hat er für die sechs Buchstaben inklusive Leerzeichen gebraucht. Es ist ein etwas mühsames Unterfangen, mit Gedankenkraft Wörter zu schreiben. Wer gesunde Arme hat, wird auf diese Methode kaum zurückgreifen. Gelähmte wären aber vermutlich heilfroh über ein solches Hightech-Hilfsmittel. „Es würde ihnen zu einer gewissen Unabhängigkeit verhelfen. Sie könnten zum Beispiel ohne fremde Hilfe kurze E-Mails schreiben“, sagt Miklodys Chef, Benjamin Blankertz vom Fachgebiet Neurotechnologie der TU. Zusammen mit seinem TU-Kollegen Klaus Robert Müller und Gabriel Curio von der Charité Berlin leitet er das Projekt „Berlin Brain-Computer Interface“, in dem es um die direkte Verbindung vom Gehirn zum Computer geht. Die mentale Schreibmaschine ist eines der Vorhaben. Sie besteht aus einer Elektrodenkappe, die auf den Kopf gesetzt wird und die Hirnströme registriert, einem Verstärker sowie einem Computer, der mit der Software bestückt ist, die das Team um Benjamin Blankertz entwickelt hat. Das Programm analysiert die Gehirnaktivitäten und filtert die relevanten Signale heraus. Relevant sind diejenigen Signale, die auftreten, wenn das erwartete Symbol auf dem Bildschirm auftaucht, zum Beispiel das blaue Dreieck. Allein der Gedanke „Da ist es ja, das blaue Dreieck“, löst in bestimmten Hirnregionen eine erhöhte Aktivität aus. „Im Grunde geht es darum, diesen Moment der Aufmerksam-

keit zu registrieren und unter den vielen anderen Hirnaktivitäten herauszufiltern“, sagt Blankertz. „Wenn etwa zugleich der linke Zeh juckt und das Gehirn in dem dafür zuständigen Areal plötzlich aktiv wird, darf diese Aktivität nicht für ein Buchstaben-Signal gehalten werden“, erläutert er. Deshalb sind für jeden Buchstaben mehrere Wiederholungen nötig, bis dem Programm klar ist, welcher Buchstabe gewünscht ist. Die Auswahl der Buchstaben erfolgt in einem zweistufigen Prozess. Im ersten Durchgang steht jedes der sechs Symbole für je fünf Buchstaben: das blaue Dreieck etwa für die Buchstaben A bis E, die grüne Sanduhr für F bis J und so weiter. Der Nutzer trifft damit eine Vorauswahl. Hat der Computer erkannt, dass zum Beispiel das blaue Dreieck das gewünschte Symbol war, bietet er im zweiten Durchgang nur die zugehörigen fünf Buchstaben an – auch wieder verbunden mit den Symbolen. In diesem Fall wäre A das blaue Dreieck, B die grüne Sanduhr und so weiter. Das klingt kompliziert.„Das System ist aber schnell zu lernen. In unseren Studien haben alle Probanden es geschafft, mit Gedankenkraft zu schreiben“, sagt Blankertz. Das Besondere an dieser mentalen Schreibmaschine ist, dass sie unabhängig von der Blickrichtung des Nutzers ist. Er muss immer nur auf die Mitte des Bildschirms schauen. „Das ist wichtig für gelähmte Patienten, die ihre Blickrichtung nicht gut steuern können“, sagt Blankertz. Sie können vorhandene Programme nicht nutzen, bei denen man das gesamte Alphabet auf dem Bildschirm vor sich hat und bei denen die Buchstaben zufällig nacheinander aufblitzen. Wenn alles gut läuft, könnte ein Prototyp für eine kommerzielle Variante der mentalen Schreibmaschine bereits in etwa einem Jahr fertig sein. In der Langen Nacht können Besucher das Prinzip schon mal ausprobieren. Computer mit Gedanken steuern: Berliner Brain-Computer Interface. Demonstration bis 23 Uhr, Haus der Ideen. Mitmachexperiment bis 22 Uhr, Haus des Lernens, 4. OG. TU, Charlottenburg.

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Berliner Zeitung · Nummer105 · Mittwoch, 7. Mai 2014

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Lange Nacht der Wissenschaften

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Galicisch, Baskisch und Katalanisch: Lesung in den drei Sprachen und deutsch aus drei Werken des 20. und 21. Jahrhunderts: Fragmente von „A leiteira de Vermeer“ von Manuel Rivas, „Soinujolearen semea“ von Bernardo Atxaga und „La plaça del Diamant“ von Mercè Rodoreda. 22.30 Uhr, Gebäude Habelschwerdter Allee 45 der Freien Universität, Dahlem.

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Entspannt und fokussiert: Patientin Ursula Noczinski hebt in Trance wie schwerelos den Arm.

Verändertes Bewusstsein An 120 Patienten soll nun überprüft werden, ob die Hypnose dabei helfen kann, eine große Operation gut zu überstehen. Bisher haben sich gut 60 Probanden gefunden. Nicht jeder ist daran interessiert. „Wir sprechen die Patienten erst am Tag vor der Operation an, wenn sie bereits auf der Station sind“, sagt Borchers. Manche haben dann so viele andere Sorgen, dass sie nicht auch noch Hypnose-Behandlungen mitmachen möchten. Andere sehen die Form der Therapie ohnehin mit Skepsis und lehnen ab. „Einige Patienten jedoch machen mit großer Begeisterung mit“, berichtet Borchers. Drei jeweils 45-minütige Hypnose-Sitzungen gehören zum Studienprogramm – eine am Abend vor der OP, zwei weitere während des Klinikaufenthalts danach. Darüber hinaus werden den Probanden Aufgaben gestellt, um ihr Gedächtnis zu

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Hunmin Chongum: Mini-Sprachkurse in der koreanischen Sprache, die König Sejong 1446 einführte. Nach mehreren Reformen entstand daraus das heutige Hangul. Workshop 18, 19, 20 Uhr. Ostasiatisches Seminar der Freien Universität/Koreastudien, Dahlem.

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Nach der Sitzung wird sie berichten, dass das nicht anstrengend war, sondern sich schwerelos und wie ferngesteuert anfühlte. „Levitation“ nennen Hypnosetherapeuten die Technik. „Es handelt sich dabei um eine vom Gehirn unbewusst gesteuerte, sogenannte ideomotorische Bewegung“, sagt Markgraf. Therapeuten nutzen sie, um die Trance zu vertiefen oder auch um zu überprüfen, ob ihr Klient auf sie anspricht. Ursula Noczinski darf nach einer Weile den Arm wieder sinken lassen. Danach soll sie sich vorstellen, ein Wärmekissen unter der Lendenwirbelsäule zu haben. Angenehm warm soll es sein, wohltuend. Es funktioniert. Die Patientin spürt dieWärme. Die nächste Stufe: Markgraf lässt seine Klientin im Geiste ihren Hund am Rücken streicheln und kraulen. „Ihr Hund mag das. Sie fühlen, wie er sich entspannt“, sagt Markgraf. Mit diesem Bild setzt er einen HypnoseAnker. Die hypnotische Wirkung wird verbunden mit einer bestimmten Situation. Bestenfalls wird sich bei seiner Patientin künftig immer dann das entspannte Trancegefühl wieder einstellen, wenn sie ihren Hund am Rücken streichelt. Am Ende der Sitzung holt Markgraf seine Patientin langsam von eins bis drei zählend zurück. „Es hat gut getan“, sagt Ursula Noczinski. Ihre Schmerzen sind ein wenig schwächer geworden im Laufe der Sitzung. Zu Beginn stufte sie die Schmerzen auf einer Skala von 0 (schmerzfrei)

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Chinesisch: 30-minütiger Schnupperkurs am Konfuzius-Institut an der FU und Ostasiatisches Seminar. Workshop für Erwachsene: 21, 22 und 23 Uhr. Workshop für Kinder: 18 und 19 Uhr. Dahlem.

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testen. Die kognitiven Tests erfolgen kurz vor und kurz nach der OP sowie noch einmal drei Monate später. Eine Vergleichsgruppe von Operierten macht auch die Gedächtnistests, erhält aber keine Hypnosetherapie. So wollen die Mediziner herausfinden, ob Hypnose einen Effekt hat. Hypnose ist seit 2006 in Deutschland offiziell anerkannt als wissenschaftlich fundierte psychotherapeutische Methode. Ziel einer Hypnosetherapie ist es, einen Trancezustand zu erreichen. Dabei ist das Bewusstsein verändert: Der Körper entspannt sich, der Geist fokussiert sich auf eine bestimmte Aufgabe oder ein Thema. „Trance fühlt sich so ähnlich an, wie der Moment kurz vor dem Einschlafen, wenn man gerade noch wach ist“, sagt Markgraf. Allerdings ist diese Therapie nicht für jeden Menschen gleich gut geeignet. Man muss trancefähig sein, suggestibel, nennt es Enrico Markgraf. „Grundsätzlich ist jeder Mensch hypnotisierbar, allerdings nicht gegen seinen Willen“, sagt er. Rückenpatientin Ursula Noczinski fällt es leicht, ihren Körper zu entspannen und ihren Geist zu fokussieren. Sie liegt auf dem Sessel, hat die Augen geschlossen und atmet tief ein und aus. Auf Anweisung von Enrico Markgraf stellt sie sich vor, sie habe ein leeres Kissen unter dem rechten Arm, das sich nach und nach mit Luft füllt. Leicht und langsam wandert ihr Arm nach oben.

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Workshop zum Vokabellernen: Sprachen zu lernen macht Spaß, wenn da nicht das leidige Vokabellernen wäre. Aber es gibt Alternativen, die die Freude nicht verderben. Überzeugen Sie sich durch Beispiele aus dem Deutschen, Englischen und Französischen. Workshop: 18.15 Uhr, Haus der Ideen der TU, Charlottenburg.

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bung zurechtzufinden“, sagt Borchers. Sie werden unruhig und wollen raus aus dem Krankenbett.Vor allem bei älteren Patienten kommt es gar nicht so selten zum Delir. Die Hoffnung der Ärzte um Spies und Borchers ist, dass eine Hypnosetherapie den Patienten hilft, sich vor der Verwirrung zu schützen und sich vom stressigen Klinikgeschehen abzuschirmen. Immerhin hat sich die Hypnose in anderen Studien bereits als wirksam erwiesen, um Angst und Schmerzen zu reduzieren.

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18 HMKW Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft Ackerstraße 76 – Kreatives Schreiben – Perform yourself!

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Geheimnis der Trommel

Forscher der Beuth-Hochschule wollen die Textilreinigung für daheim optimieren. Dabei helfen die gläserne Waschmaschine und viel Rechenkraft

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ie Stimme des Therapeuten ist ruhig und angenehm, aber bestimmt: „Schließen Sie die Augen und atmen Sie tief ein und aus – bis in den Bauch“, sagt Enrico Markgraf. Vor ihm hat sich eine Patientin auf einem Liegesessel ausgestreckt und folgt seinen Anweisungen. Ursula Noczinski, 62 Jahre, hat einen mehrstündigen Eingriff zur Stabilisierung der Wirbelsäule hinter sich. Vor der Operation waren die Schmerzen nahezu unerträglich. Auch jetzt ist es noch lange nicht wieder gut. Von der Hypnosesitzung mit Markgraf erhofft sie sich ein wenig Linderung. „Rund um die Augen gibt es ganz viele kleine Muskeln. Versuchen Sie, jeden dieser kleinen Muskeln zu entspannen“, sagt er. Ursula Noczinski kennt das Prozedere einer Hypnosesitzung, denn sie ist Probandin der Hypnoc-Studie an der Charité-Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin in Mitte. Das Team um Klinikleiterin Claudia Spies und Assistenzarzt Friedrich Borchers hat vor zwei Jahren zusammen mit drei versierten Therapeuten zu prüfen begonnen, ob Hypnose-Therapie Patienten hilft, einen großen chirurgischen Eingriff am Rücken oder Herzen zu verkraften. Dabei geht es nicht um die körperliche Verfassung, sondern die geistige – um das Gedächtnis und andere kognitive Fähigkeiten. „Bei großen chirurgischen Maßnahmen besteht grundsätzlich die Gefahr, dass sich eine postoperative kognitive Dysfunktion entwickelt. Die Patienten haben nach der Operation plötzlich Probleme, sich etwas zu merken oder sich zu orientieren“, sagt Borchers. Jeder hat von diesem Phänomen wohl schon gehört: Jemand kommt aus dem Krankenhaus – und„ist nicht mehr der Alte“, wie es oft heißt. Monate oder sogar Jahre kann dieser Zustand anhalten. Die Störung wird vermutlich ausgelöst durch eine Reihe von Einflüssen rund um eine Operation: Die Patienten erhalten Narkose-, Schmerzund Schlafmittel, der ganze Klinikaufenthalt ist für sie ungewohnt und potenziell bedrohlich. Hinzu kommt die häufig große Angst vor dem Eingriff. „Die postoperative kognitive Dysfunktion zeichnet sich meist früh ab in Form eines Delirs, also geistiger Verwirrtheit. Die Patienten schaffen es nicht, sich in der neuen Umge-

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Wie gut kann ich Englisch, Französisch, Deutsch? Sprachstand testen mit dem C-Tests und Infos über den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen. Haus der Ideen der Technischen Universität (TU), Charlottenburg.

Mediziner der Charité erkunden, ob es Patienten bessergeht, wenn sie vor und nach Operationen Hypnose-Therapie erhalten

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Wie die Elben sprechen: J. R. R. Tolkien, Schriftsteller und Sprachwissenschaftler, kreierte eine Sprache, die bis heute Tausende begeistert: das Elbisch. Neben Einblicken in die Aussprache und Schrift wird die Entwicklung der Kunstsprache Elbisch näher erläutert. Workshop 21.15 Uhr, Haus der Ideen, TU, Charlottenburg.

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Die Zukunft ist mehrsprachig: die Familiensprache erhalten und gleichzeitig Deutsch lernen? Kinder können das! Tipps und Tricks für Eltern. Workshop 17 und 19 Uhr, Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft, Mitte-Süd.

8 Paul-Drude-Institut für Festkörperelektronik Hausvogteiplatz 5–7 – Einzelne Atome bewegen

10 Tieranatomisches Theater der HU Philippstraße 13 (Zugang über Campus) – The Making of Ghosts. Stimmen in Archiven des Ersten Weltkriegs

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Katalanisch, eine einfach zu lernende Sprache. Schnupperkurs mit einer kleinen kulinarischen Kostprobe für die Teilnehmer. Workshop: 17.30 Uhr. Außerdem: Dokumentarfilm „Die spinnen, die Katalanen“, 18 Uhr. Jacob-und-Wilhelm-GrimmZentrum der Humboldt-Uni, MItte-Süd.

B: Games Academy ohne Shuttle, U9 bis U HeinrichHeine-Straße oder S5, S7, S75, U9 bis S+U Jannowitzbrücke

D BiTS-Hochschule Campus Berlin, Bernburger Straße 31 – Gehören DopingSünder ins Gefängnis? Diskussion und Vortrag 19 und 21 Uhr

4 Beuth-Hochschule für Technik, Haus Grashof Luxemburger Straße 10 – 3D-Copyshop – mobile Roboter – „H2-Blitz“: der Brennstoffzellen-GoKart – die gläserne Waschmaschine

Trance gegen die Angst

S P R A C H E N Die Sprachen Nordeuropas – 20-minütige Minisprachkurse. Schwedisch 17 und 19.30 Uhr, Norwegisch 17.30 und 20 Uhr, Isländisch 18 und 20.30 Uhr, Finnisch 18.30 und 21 Uhr, Dänisch 19 und 21.30 Uhr. Seminargebäude der HumboldtUniversität am Hegelplatz, Haus 1, 1. OG, Hörsaal 1.101 und Vorraum, Mitte-Süd.

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12 Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Mohrenstraße 58 – Die wirtschaftlichen Chancen einer klugen Energiewende, 17 Uhr – Freud und Leid eines Konjunkturforschers, 22 Uhr

13 Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin Campus Charité Mitte, Schumannstraße 21/22 – Wie funktioniert das Immunsystem? – Mobile RheumaSprechstunde: GelenkUltraschall

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C: Macromedia Hochschule ohne Shuttle, U 7 oder U6 bis U Mehringdamm

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D: BTK und BiTS ohne Shuttle, S1, S2, S25 bis Anhalter Bahnhof oder RE3, RE4, RE5, RB19, S1, S2, S25, U2 bis Potsdamer Platz

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9 Humboldt Graduate School Luisenstraße 56 – Wie man mithilfe seines Geistes Gegenstände bewegt

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D BTK-Hochschule für Gestaltung Bernburger Straße 24–25 – 3D-Projection & Printing – Mirror Move

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7 Theologische Fakultät HU, Burgstraße 56 – Musik im Hause Bonhoeffer, 19 Uhr – Pfarrer und Komödiant. Gespräch über Theologie und Theater, 21 Uhr – Frauen in der Theologie

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16 Museum für Naturkunde, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung Invalidenstraße 43 – Auf Spinnenjagd – Bürgerwissenschaften 17 Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft Chausseestraße 111 – Die DDR von oben (Leibniz-Institut für Regionalentw. u. Strukturpl.) – Das ist doch Sütterlin? (Bibliothek für Bildungsgeschichtl. Forschung) – Tageszeitungen in der DDR (Zentrum f. Zeithist. Forschung Potsdam) – Organische LEDs (Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik)

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8 Bayer Pharma AG Müllerstraße 178 – Vom Molekül zum Medikament – Hightech-Chemie im Synthese-Labor, Laborführung ab 17.30 Uhr alle 45 Minuten – Wie fühlt es sich an, alt zu sein?

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3 Berlin Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien Augustenburger Platz 1 (Eingang: Föhrer Str. 15) – Der Knochen: ein lebendes Organ – Blutjung geblieben? Blutzellen verraten das wahre Alter

7 Campus Beuth Hochschule für Technik Luxemburger Straße 9–20 – Feuerwerk, 22.50 Uhr

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3 HU Hauptgebäude Unter den Linden 6 – Eröffnung der Langen Nacht mit dem humanoiden Roboter Myon, Audimax, 16 Uhr – Bin ich in Balance? Kraftdiagnostik der Hauptmuskelgruppen – Entwicklungshilflos? Film zur Entwicklungszusammenarbeit 17.30 und 20.30 Uhr – Humboldt Law Clinic: Studierende bearbeiten echte Fälle, 18–20 Uhr – Antigone, Agrippina und Co.: Frauengestalten der Antike, Lesung ab 17 Uhr

C MHMK Macromedia Hochschule für Medienund Kommunikation Mehringdamm 33 M33 Höfe – Die Macht des Mainstreams: mediale Großangriffe, Workshop 20.30 Uhr

2 Deutsches Herzzentrum Berlin Augustenburger Platz 1 – Kunstherzsysteme, Führung alle 30 Minuten, Treffpunkt Eingangshalle – begehbares Herz und begehbare Lunge

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6 Polnisches Institut Berlin, Burgstraße 27 – Polnische Wissenschaft, Ausstellung – Klang, Kunst, Akustische Physik

11 Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung und Zentrum Moderner Orient Schützenstraße 18 – Satzmelodie im Türkischen und im Deutschen, 23 Uhr – Gehör- und Stimmtests – Fabulieren und Gedankenexperiment, 17 Uhr – Schulkinder in Afrika, 17 Uhr

B Games Academy, Hochschule der digitalen Gesellschaft Rungestraße 18 – Hinter den Kulissen der Spiele-Entwicklung, 17, 20 und 22 Uhr

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10 Bundesdruckerei GmbH Foyer, Kommandantenstraße 15 – Personalausweis: Dokumententechnologien – Sicherheitsanalyse von Apps

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2 Jacob-und-WilhelmGrimm-Zentrum, HU Geschwister-SchollStraße 1–3 – Digitalisierung live, Demonstration stündlich 16 bis 20 Uhr – Wissen, wie man sucht, Online-Recherche-Tricks – Salonfähig: Einsichten in die Jüdischen Studien, Podiumsdiskussion und Vortrag 20 bis 24 Uhr

12 Charité Campus Mitte Schumannstraße 20/21, Treffpunkt aller Programmpunkte: zentraler Informationsstand im Charité CrossOver-Gebäude – Warum dünn nicht immer gut ist, Vortrag 21 Uhr – Herzklappenersatz ohne Schneiden, 21 Uhr – Live-Ultraschall, Workshop 18 und 20 Uhr – Hypnose in der Wissenschaft, 17.30, 19.30 und 21.30 Uhr – Blicke ins Gehirn, 17, 19 und 21 Uhr – Pathologie heute: Vom Organ zur Zelle mit Mikroskop und Computer, 18 bis 21 stündlich, ab 16 J.

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15 Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin Jägerstraße 67–69 – Alles über Zecken – Die Gürtelrose-Impfung, Vortrag 19 Uhr

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6 Beuth-Hochschule für Technik, Gewächshaus Luxemburger Straße 10 – Die Zeichensprache der Pflanze – Bio oder konventionell: Wer schmeckt den Unterschied?

14 Humboldt-Viadrina School of Governance Wilhelmstraße 67 – Governance Gespräch mit Gesine Schwan, H. Wieczorek-Zeul, Udo Steinbach, 19.15 Uhr

11 Bernstein-Zentrum für Computational Neuroscience Phillippstraße 13, Haus 6 (Zugang über Campus) – Science Slam, 19 Uhr – Neuronales Feuern als Sprache des Nervensystems, 17 bis 23 Uhr stündlich

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5 Seminargebäude am Hegelplatz/HU, Haus 1, Dorotheenstraße 24 – Kurzfilme aus dem Norden, 18 bis 22 Uhr – Delikatessen und Sonderlinge. Ausstellung über das dänische Kino – nordisches Musikquiz – Lyrik-Lounge – Was ist ein Text? – Die fantastische Bilderwelt der Redewendungen im Rumänischen, Vortrag und Workshop 19 bis 21 Uhr

5 Beuth-Hochschule für Technik, Haus Bauwesen Luxemburger Str. 9 – Klimatechnik, Laborführung; 3D-Laserscanning

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A: International Psychoanalytic University/Moabit ohne Shuttle, U9 bis U Turmstraße

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1 Charité Campus Virchow-Klinikum Augustenburger Platz 1, Glashalle: Treffpunkt aller Programmpunkte – Krebs im Kindesalter: neue Forschungsansätze, Vortrag 18 und 20 Uhr – Rund um das Neugeborene, Workshops 17 bis 23 Uhr – Roboter als Behandlungshelfer, Demonstration und Führung 17.30, 19.30, 21.30 Uhr

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A International Psychoanalytic University Stromstraße 2, Moabit – Die Berliner Psychoanalytischen Institute stellen sich vor – Science Slam: Psychoanalyse, 21 Uhr – Psychotherapie mit älteren Menschen? Vortrag 17.30 Uhr – Das Unbewusste und wir, Workshop 18.30 Uhr

bis 10 (unerträglich) bei 7 bis 8 ein. Nach der Sitzung ist sie bei 6. Ein kleiner Erfolg. Drei Monate nach der Operation wird sie noch mal zur Charité kommen, zum abschließenden Gedächtnistest. Schon jetzt ist absehbar, dass sie den Test mit Bravour absolvieren wird. Von postoperativer kognitiver Dysfunktion scheint sie nicht betroffen zu sein. Die 62-Jährige wirkt keine Spur verwirrt, vergesslich oder desorientiert. War sie ohnehin nicht gefährdet? Oder hat die Hypnose geholfen?Vielleicht auch nur die damit verbundene intensive tägliche Betreuung in der Klinik? Derlei Fragen werden die Mediziner um Spies und Borchers erst beantworten können, wenn die Studie ausgewertet ist. Eines ist jetzt schon klar, sagt Borchers: „Es ist auf jeden Fall eine Bereicherung für meine Arbeit auf der Intensivstation, den Patienten Möglichkeiten an die Hand geben zu können, sich selbst zu helfen.“ Hypnose in der Wissenschaft: Hypnosetherapie und ihre Anwendung in der Begleitung vor und nach großen Operationen. Besucher können selbst einen hypnotischen Zustand erleben und die Tiefe der Trance spüren. Demonstration und Mitmachgelegenheit: 17.30, 19.30 und 21.30 Uhr. Ab 18 Jahre. Campus Charité Mitte, Anmeldung und Treffpunkt Charité CrossOver-Gebäude, Campusadresse Virchowweg 6.

s gibt Geheimnisse, die sind so geheimnisvoll, dass Menschen ihr ganzes Leben deren Enträtselung verschreiben. Die Sache mit dem Gottesteilchen beispielsweise, dessen Entdeckung Peter Higgs im hohen Alter tatsächlich noch bezeugen konnte. Und dann gibt es Geheimnisse, die erscheinen zunächst so trivial, dass niemand sie als Geheimnisse erkennt. Einem solchen Mysterium ist Joachim Villwock auf der Spur, Professor für Maschinenbau an der Beuth-Hochschule für Technik. Villwock erforscht die vielleicht rätselhafteste Black Box, die der Mensch erschaffen hat: die Waschmaschine. Die Waschmaschine? Die Waschmaschine. Zusammen mit seinem Team und den Kooperationspartnern an der Technischen Universität und bei Bosch Siemens Haushaltgeräte (BSH) will er verstehen, was genau passiert, wenn sich die Wäschetrommel dreht. Denn darüber weiß man bislang ziemlich genau: nichts. Dabei ist die Waschmaschine eines der ausgereiftesten Haushaltsgeräte, die es gibt. Um die vorige Jahrhundertwende kamen die

ersten elektrischen Maschinen auf den Markt, nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die vollautomatischen zum Standard. Fragt man Ingenieure in den Entwicklungsabteilungen der Hausgerätehersteller, drucksen sie ein wenig herum und räumen dann ein: „Es gibt spannendere Tätigkeitsfelder.“ Das dürfte aber auch daran liegen, dass sich Industrie und Wissenschaft bislang kaum mit dem eigentlichen Waschprozess beschäftigt haben. Bekannt ist, dass vier Faktoren beeinflussen, ob die Wäsche sauber wird oder nicht: die Temperatur des Waschwassers. Die Dauer der Wäsche. Die Mechanik, also die Reibung der Wäschestücke aneinander. Und die Chemie, also die Wirkung des Waschmittels. Was in welchem Maße wirkt, das weiß man aber nicht. „Was wir machen, ist im Wesentlichen Trial and Error“, sagt ein Ingenieur. Man verbessert die Sensorik, ändert die Geometrie der Wäschetrommel, optimiert die Geschwindigkeit und das Intervall der Umdrehungen. Und dann schaut man, was das bringt. Freilich ist man weit gekommen mit dieser Methode: Gut 50 Liter Wasser braucht eine moderne Ma-

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9 ESMT European School of Management and Technology Schlossplatz 1 – Führungen 17 bis 23.30 Uhr – Ausgetrickst! Wie Werbefachleute und Verkäufer unsere Kaufentscheidung manipulieren, Vortrag 23.15 Uhr

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4 Bundesamt für Strahlenschutz, Infomobil vor HU-Hauptgebäude, Unter den Linden 6 – Handystrahlung: Schädlich oder nicht? Handystrahlung messen

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1 MS Wissenschaft Ausstellungsschiff von Wissenschaft im Dialog, Schiffbauerdamm nahe Bahnhof Friedrichstraße – Welche Route wählt ein Storch bei seinem Flug in den Süden? – Kicker spielen gegen den Computer – Test auf Handysucht

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Programmauszug – vollständige Übersicht unter www.langenachtderwissenschaften.de und im offiziellen Programmheft

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Programmauszug – vollständige Übersicht unter www.langenachtderwissenschaften.de und im offiziellen Programmheft

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Ziehen an einem Strang: Wäscheforscher der Beuth-Hochschule. schine pro Waschgang, vor vierzig Jahren waren es 250 Liter. Aber inzwischen weiß man in der Industrie nicht mehr so recht, was man noch besser machen kann. Also sind jetzt Joachim Villwock und seine Kollegen dran. „Es geht darum, möglichst sauber zu waschen und möglichst wenig Energie zu verbrauchen“, erklärt er. So weit, so trivial. Um die Bedeutung seines Projekts zu verdeutlichen, holt er einen Ordner und zitiert daraus: „Sechs Milliarden Kilowattstunden

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DIE KLÜGSTE NACHT DES JAHRES - DIE HIGHLIGHTS 10.MAI 2014 | 17.00 BIS 24.00 UHR | WWW.LNDW.ADLERSHOF.DE

Strom werden jedes Jahr auf der Welt fürs Waschen verbraucht, und 600 000 Tonnen Waschmittel.“ Vor allem aber: 330 Milliarden Liter Wasser. In Mitteleuropa mag das nicht ins Gewicht fallen, in trockenen Regionen aber sind 50 Liter für einen Waschgang eigentlich ein unvertretbarer Luxus. Saubere Wäsche brauchen die Menschen trotzdem. Wenn man aber das Waschen besser versteht, glaubt Joachim Villwock, dann lassen sich noch mehr Wasser und Energie einsparen. Und

SCHATZSUCHE

um es zu verstehen, muss man wissen, wie sich die Wäsche in der Trommel bewegt. Dafür nutzen sie auch die gläserne Wäschetrommel, die bei der Langen Nacht der Wissenschaft im Einsatz gezeigt wird. Seit 2010 läuft das Projekt. Der erste Meilenstein ist erreicht. Villwock und sein Team können inzwischen die Bewegungen trockener Wäschestücke in der Trommel simulieren. Mit Kameras und Sensoren haben sie die Bewegungen verfolgt, auf dieser Grundlage Modelle erstellt. Jetzt arbeiten sie am nächsten Schritt: die Bewegungen einer durchfeuchteten Wäscheladung zu erfassen und zu simulieren. Dabei sind zunächst gewaltige Datenmengen zu verarbeiten. „An drei Umdrehungen der voll beladenen Wäschetrommel rechnen unsere Computer mehrere Stunden“, sagtVillwock.Vor zehn Jahren wären diese Berechnungen gar nicht möglich gewesen, zu begrenzt waren die Kapazitäten der damals verfügbaren Rechner. Alleine seit Villwock seine Forschung begonnen hat, hat sich ihre Leistung verdoppelt. Aber für Villwock sind es nicht solche Superlative, die den Reiz des Projekts ausmachen, sondern die Interdisziplinarität. Klassischer Maschinenbau trifft auf Textiltechnik

und Strömungslehre. „Gerade für die Studierenden ist das ungeheuer lehrreich“, sagt er. Was am Ende des Projekts steht, kann auch er nur erahnen. Vielleicht wird es eine Gleichung geben, mit der sich alles berechnen lässt, was in der Wäschetrommel passiert. Vielleicht wird diese Gleichung auch helfen, Waschmaschinen zu konstruieren, die sich ganz von alleine regeln, Wassermenge, Temperatur und Waschmitteleinsatz selbstständig bestimmen. Bis es so weit ist, werden aber noch viele Wäscheladungen in der gläsernen Waschmaschine gewaschen. Ein konkretes Resultat gibt es auf jeden Fall bereits. Zu Hause bei Joachim Villwock wird die Waschmaschine jetzt immer so voll wie möglich geladen. Dass das effizienter ist, war ihm schon vorher klar. Dass die Wäsche sauberer wird, weil hierbei die Reibung zwischen den Wäschestücken eine Rolle spielt, darüber hatte er nie nachgedacht. Große Geheimnisse bergen eben auch kleine Erkenntnisse. Die gläserne Waschmaschine: Kooperationsprojekt „Simulation Wäschepflege“. Demonstration und Infostand. BeuthHochschule, Haus Grashof. Wedding.

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Berliner Zeitung · Nummer105 · Mittwoch, 7. Mai 2014

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Lange Nacht der Wissenschaften

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Galicisch, Baskisch und Katalanisch: Lesung in den drei Sprachen und deutsch aus drei Werken des 20. und 21. Jahrhunderts: Fragmente von „A leiteira de Vermeer“ von Manuel Rivas, „Soinujolearen semea“ von Bernardo Atxaga und „La plaça del Diamant“ von Mercè Rodoreda. 22.30 Uhr, Gebäude Habelschwerdter Allee 45 der Freien Universität, Dahlem.

BERLINER ZEI TUNG/MARKUS WÄCHTER

Entspannt und fokussiert: Patientin Ursula Noczinski hebt in Trance wie schwerelos den Arm.

Verändertes Bewusstsein An 120 Patienten soll nun überprüft werden, ob die Hypnose dabei helfen kann, eine große Operation gut zu überstehen. Bisher haben sich gut 60 Probanden gefunden. Nicht jeder ist daran interessiert. „Wir sprechen die Patienten erst am Tag vor der Operation an, wenn sie bereits auf der Station sind“, sagt Borchers. Manche haben dann so viele andere Sorgen, dass sie nicht auch noch Hypnose-Behandlungen mitmachen möchten. Andere sehen die Form der Therapie ohnehin mit Skepsis und lehnen ab. „Einige Patienten jedoch machen mit großer Begeisterung mit“, berichtet Borchers. Drei jeweils 45-minütige Hypnose-Sitzungen gehören zum Studienprogramm – eine am Abend vor der OP, zwei weitere während des Klinikaufenthalts danach. Darüber hinaus werden den Probanden Aufgaben gestellt, um ihr Gedächtnis zu

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Hunmin Chongum: Mini-Sprachkurse in der koreanischen Sprache, die König Sejong 1446 einführte. Nach mehreren Reformen entstand daraus das heutige Hangul. Workshop 18, 19, 20 Uhr. Ostasiatisches Seminar der Freien Universität/Koreastudien, Dahlem.

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Nach der Sitzung wird sie berichten, dass das nicht anstrengend war, sondern sich schwerelos und wie ferngesteuert anfühlte. „Levitation“ nennen Hypnosetherapeuten die Technik. „Es handelt sich dabei um eine vom Gehirn unbewusst gesteuerte, sogenannte ideomotorische Bewegung“, sagt Markgraf. Therapeuten nutzen sie, um die Trance zu vertiefen oder auch um zu überprüfen, ob ihr Klient auf sie anspricht. Ursula Noczinski darf nach einer Weile den Arm wieder sinken lassen. Danach soll sie sich vorstellen, ein Wärmekissen unter der Lendenwirbelsäule zu haben. Angenehm warm soll es sein, wohltuend. Es funktioniert. Die Patientin spürt dieWärme. Die nächste Stufe: Markgraf lässt seine Klientin im Geiste ihren Hund am Rücken streicheln und kraulen. „Ihr Hund mag das. Sie fühlen, wie er sich entspannt“, sagt Markgraf. Mit diesem Bild setzt er einen HypnoseAnker. Die hypnotische Wirkung wird verbunden mit einer bestimmten Situation. Bestenfalls wird sich bei seiner Patientin künftig immer dann das entspannte Trancegefühl wieder einstellen, wenn sie ihren Hund am Rücken streichelt. Am Ende der Sitzung holt Markgraf seine Patientin langsam von eins bis drei zählend zurück. „Es hat gut getan“, sagt Ursula Noczinski. Ihre Schmerzen sind ein wenig schwächer geworden im Laufe der Sitzung. Zu Beginn stufte sie die Schmerzen auf einer Skala von 0 (schmerzfrei)

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Chinesisch: 30-minütiger Schnupperkurs am Konfuzius-Institut an der FU und Ostasiatisches Seminar. Workshop für Erwachsene: 21, 22 und 23 Uhr. Workshop für Kinder: 18 und 19 Uhr. Dahlem.

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testen. Die kognitiven Tests erfolgen kurz vor und kurz nach der OP sowie noch einmal drei Monate später. Eine Vergleichsgruppe von Operierten macht auch die Gedächtnistests, erhält aber keine Hypnosetherapie. So wollen die Mediziner herausfinden, ob Hypnose einen Effekt hat. Hypnose ist seit 2006 in Deutschland offiziell anerkannt als wissenschaftlich fundierte psychotherapeutische Methode. Ziel einer Hypnosetherapie ist es, einen Trancezustand zu erreichen. Dabei ist das Bewusstsein verändert: Der Körper entspannt sich, der Geist fokussiert sich auf eine bestimmte Aufgabe oder ein Thema. „Trance fühlt sich so ähnlich an, wie der Moment kurz vor dem Einschlafen, wenn man gerade noch wach ist“, sagt Markgraf. Allerdings ist diese Therapie nicht für jeden Menschen gleich gut geeignet. Man muss trancefähig sein, suggestibel, nennt es Enrico Markgraf. „Grundsätzlich ist jeder Mensch hypnotisierbar, allerdings nicht gegen seinen Willen“, sagt er. Rückenpatientin Ursula Noczinski fällt es leicht, ihren Körper zu entspannen und ihren Geist zu fokussieren. Sie liegt auf dem Sessel, hat die Augen geschlossen und atmet tief ein und aus. Auf Anweisung von Enrico Markgraf stellt sie sich vor, sie habe ein leeres Kissen unter dem rechten Arm, das sich nach und nach mit Luft füllt. Leicht und langsam wandert ihr Arm nach oben.

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Workshop zum Vokabellernen: Sprachen zu lernen macht Spaß, wenn da nicht das leidige Vokabellernen wäre. Aber es gibt Alternativen, die die Freude nicht verderben. Überzeugen Sie sich durch Beispiele aus dem Deutschen, Englischen und Französischen. Workshop: 18.15 Uhr, Haus der Ideen der TU, Charlottenburg.

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bung zurechtzufinden“, sagt Borchers. Sie werden unruhig und wollen raus aus dem Krankenbett.Vor allem bei älteren Patienten kommt es gar nicht so selten zum Delir. Die Hoffnung der Ärzte um Spies und Borchers ist, dass eine Hypnosetherapie den Patienten hilft, sich vor der Verwirrung zu schützen und sich vom stressigen Klinikgeschehen abzuschirmen. Immerhin hat sich die Hypnose in anderen Studien bereits als wirksam erwiesen, um Angst und Schmerzen zu reduzieren.

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18 HMKW Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft Ackerstraße 76 – Kreatives Schreiben – Perform yourself!

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Geheimnis der Trommel

Forscher der Beuth-Hochschule wollen die Textilreinigung für daheim optimieren. Dabei helfen die gläserne Waschmaschine und viel Rechenkraft

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ie Stimme des Therapeuten ist ruhig und angenehm, aber bestimmt: „Schließen Sie die Augen und atmen Sie tief ein und aus – bis in den Bauch“, sagt Enrico Markgraf. Vor ihm hat sich eine Patientin auf einem Liegesessel ausgestreckt und folgt seinen Anweisungen. Ursula Noczinski, 62 Jahre, hat einen mehrstündigen Eingriff zur Stabilisierung der Wirbelsäule hinter sich. Vor der Operation waren die Schmerzen nahezu unerträglich. Auch jetzt ist es noch lange nicht wieder gut. Von der Hypnosesitzung mit Markgraf erhofft sie sich ein wenig Linderung. „Rund um die Augen gibt es ganz viele kleine Muskeln. Versuchen Sie, jeden dieser kleinen Muskeln zu entspannen“, sagt er. Ursula Noczinski kennt das Prozedere einer Hypnosesitzung, denn sie ist Probandin der Hypnoc-Studie an der Charité-Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin in Mitte. Das Team um Klinikleiterin Claudia Spies und Assistenzarzt Friedrich Borchers hat vor zwei Jahren zusammen mit drei versierten Therapeuten zu prüfen begonnen, ob Hypnose-Therapie Patienten hilft, einen großen chirurgischen Eingriff am Rücken oder Herzen zu verkraften. Dabei geht es nicht um die körperliche Verfassung, sondern die geistige – um das Gedächtnis und andere kognitive Fähigkeiten. „Bei großen chirurgischen Maßnahmen besteht grundsätzlich die Gefahr, dass sich eine postoperative kognitive Dysfunktion entwickelt. Die Patienten haben nach der Operation plötzlich Probleme, sich etwas zu merken oder sich zu orientieren“, sagt Borchers. Jeder hat von diesem Phänomen wohl schon gehört: Jemand kommt aus dem Krankenhaus – und„ist nicht mehr der Alte“, wie es oft heißt. Monate oder sogar Jahre kann dieser Zustand anhalten. Die Störung wird vermutlich ausgelöst durch eine Reihe von Einflüssen rund um eine Operation: Die Patienten erhalten Narkose-, Schmerzund Schlafmittel, der ganze Klinikaufenthalt ist für sie ungewohnt und potenziell bedrohlich. Hinzu kommt die häufig große Angst vor dem Eingriff. „Die postoperative kognitive Dysfunktion zeichnet sich meist früh ab in Form eines Delirs, also geistiger Verwirrtheit. Die Patienten schaffen es nicht, sich in der neuen Umge-

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Wie gut kann ich Englisch, Französisch, Deutsch? Sprachstand testen mit dem C-Tests und Infos über den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen. Haus der Ideen der Technischen Universität (TU), Charlottenburg.

Mediziner der Charité erkunden, ob es Patienten bessergeht, wenn sie vor und nach Operationen Hypnose-Therapie erhalten

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Wie die Elben sprechen: J. R. R. Tolkien, Schriftsteller und Sprachwissenschaftler, kreierte eine Sprache, die bis heute Tausende begeistert: das Elbisch. Neben Einblicken in die Aussprache und Schrift wird die Entwicklung der Kunstsprache Elbisch näher erläutert. Workshop 21.15 Uhr, Haus der Ideen, TU, Charlottenburg.

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Die Zukunft ist mehrsprachig: die Familiensprache erhalten und gleichzeitig Deutsch lernen? Kinder können das! Tipps und Tricks für Eltern. Workshop 17 und 19 Uhr, Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft, Mitte-Süd.

8 Paul-Drude-Institut für Festkörperelektronik Hausvogteiplatz 5–7 – Einzelne Atome bewegen

10 Tieranatomisches Theater der HU Philippstraße 13 (Zugang über Campus) – The Making of Ghosts. Stimmen in Archiven des Ersten Weltkriegs

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Katalanisch, eine einfach zu lernende Sprache. Schnupperkurs mit einer kleinen kulinarischen Kostprobe für die Teilnehmer. Workshop: 17.30 Uhr. Außerdem: Dokumentarfilm „Die spinnen, die Katalanen“, 18 Uhr. Jacob-und-Wilhelm-GrimmZentrum der Humboldt-Uni, MItte-Süd.

B: Games Academy ohne Shuttle, U9 bis U HeinrichHeine-Straße oder S5, S7, S75, U9 bis S+U Jannowitzbrücke

D BiTS-Hochschule Campus Berlin, Bernburger Straße 31 – Gehören DopingSünder ins Gefängnis? Diskussion und Vortrag 19 und 21 Uhr

4 Beuth-Hochschule für Technik, Haus Grashof Luxemburger Straße 10 – 3D-Copyshop – mobile Roboter – „H2-Blitz“: der Brennstoffzellen-GoKart – die gläserne Waschmaschine

Trance gegen die Angst

S P R A C H E N Die Sprachen Nordeuropas – 20-minütige Minisprachkurse. Schwedisch 17 und 19.30 Uhr, Norwegisch 17.30 und 20 Uhr, Isländisch 18 und 20.30 Uhr, Finnisch 18.30 und 21 Uhr, Dänisch 19 und 21.30 Uhr. Seminargebäude der HumboldtUniversität am Hegelplatz, Haus 1, 1. OG, Hörsaal 1.101 und Vorraum, Mitte-Süd.

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12 Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Mohrenstraße 58 – Die wirtschaftlichen Chancen einer klugen Energiewende, 17 Uhr – Freud und Leid eines Konjunkturforschers, 22 Uhr

13 Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin Campus Charité Mitte, Schumannstraße 21/22 – Wie funktioniert das Immunsystem? – Mobile RheumaSprechstunde: GelenkUltraschall

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C: Macromedia Hochschule ohne Shuttle, U 7 oder U6 bis U Mehringdamm

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D: BTK und BiTS ohne Shuttle, S1, S2, S25 bis Anhalter Bahnhof oder RE3, RE4, RE5, RB19, S1, S2, S25, U2 bis Potsdamer Platz

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9 Humboldt Graduate School Luisenstraße 56 – Wie man mithilfe seines Geistes Gegenstände bewegt

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D BTK-Hochschule für Gestaltung Bernburger Straße 24–25 – 3D-Projection & Printing – Mirror Move

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7 Theologische Fakultät HU, Burgstraße 56 – Musik im Hause Bonhoeffer, 19 Uhr – Pfarrer und Komödiant. Gespräch über Theologie und Theater, 21 Uhr – Frauen in der Theologie

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16 Museum für Naturkunde, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung Invalidenstraße 43 – Auf Spinnenjagd – Bürgerwissenschaften 17 Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft Chausseestraße 111 – Die DDR von oben (Leibniz-Institut für Regionalentw. u. Strukturpl.) – Das ist doch Sütterlin? (Bibliothek für Bildungsgeschichtl. Forschung) – Tageszeitungen in der DDR (Zentrum f. Zeithist. Forschung Potsdam) – Organische LEDs (Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik)

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8 Bayer Pharma AG Müllerstraße 178 – Vom Molekül zum Medikament – Hightech-Chemie im Synthese-Labor, Laborführung ab 17.30 Uhr alle 45 Minuten – Wie fühlt es sich an, alt zu sein?

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3 Berlin Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien Augustenburger Platz 1 (Eingang: Föhrer Str. 15) – Der Knochen: ein lebendes Organ – Blutjung geblieben? Blutzellen verraten das wahre Alter

7 Campus Beuth Hochschule für Technik Luxemburger Straße 9–20 – Feuerwerk, 22.50 Uhr

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3 HU Hauptgebäude Unter den Linden 6 – Eröffnung der Langen Nacht mit dem humanoiden Roboter Myon, Audimax, 16 Uhr – Bin ich in Balance? Kraftdiagnostik der Hauptmuskelgruppen – Entwicklungshilflos? Film zur Entwicklungszusammenarbeit 17.30 und 20.30 Uhr – Humboldt Law Clinic: Studierende bearbeiten echte Fälle, 18–20 Uhr – Antigone, Agrippina und Co.: Frauengestalten der Antike, Lesung ab 17 Uhr

C MHMK Macromedia Hochschule für Medienund Kommunikation Mehringdamm 33 M33 Höfe – Die Macht des Mainstreams: mediale Großangriffe, Workshop 20.30 Uhr

2 Deutsches Herzzentrum Berlin Augustenburger Platz 1 – Kunstherzsysteme, Führung alle 30 Minuten, Treffpunkt Eingangshalle – begehbares Herz und begehbare Lunge

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6 Polnisches Institut Berlin, Burgstraße 27 – Polnische Wissenschaft, Ausstellung – Klang, Kunst, Akustische Physik

11 Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung und Zentrum Moderner Orient Schützenstraße 18 – Satzmelodie im Türkischen und im Deutschen, 23 Uhr – Gehör- und Stimmtests – Fabulieren und Gedankenexperiment, 17 Uhr – Schulkinder in Afrika, 17 Uhr

B Games Academy, Hochschule der digitalen Gesellschaft Rungestraße 18 – Hinter den Kulissen der Spiele-Entwicklung, 17, 20 und 22 Uhr

Taktzeit 15 Minuten

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9 Neumannsgasse H

10 Bundesdruckerei GmbH Foyer, Kommandantenstraße 15 – Personalausweis: Dokumententechnologien – Sicherheitsanalyse von Apps

Route Wedding/Mitte-Nord

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2 Jacob-und-WilhelmGrimm-Zentrum, HU Geschwister-SchollStraße 1–3 – Digitalisierung live, Demonstration stündlich 16 bis 20 Uhr – Wissen, wie man sucht, Online-Recherche-Tricks – Salonfähig: Einsichten in die Jüdischen Studien, Podiumsdiskussion und Vortrag 20 bis 24 Uhr

12 Charité Campus Mitte Schumannstraße 20/21, Treffpunkt aller Programmpunkte: zentraler Informationsstand im Charité CrossOver-Gebäude – Warum dünn nicht immer gut ist, Vortrag 21 Uhr – Herzklappenersatz ohne Schneiden, 21 Uhr – Live-Ultraschall, Workshop 18 und 20 Uhr – Hypnose in der Wissenschaft, 17.30, 19.30 und 21.30 Uhr – Blicke ins Gehirn, 17, 19 und 21 Uhr – Pathologie heute: Vom Organ zur Zelle mit Mikroskop und Computer, 18 bis 21 stündlich, ab 16 J.

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15 Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin Jägerstraße 67–69 – Alles über Zecken – Die Gürtelrose-Impfung, Vortrag 19 Uhr

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6 Beuth-Hochschule für Technik, Gewächshaus Luxemburger Straße 10 – Die Zeichensprache der Pflanze – Bio oder konventionell: Wer schmeckt den Unterschied?

14 Humboldt-Viadrina School of Governance Wilhelmstraße 67 – Governance Gespräch mit Gesine Schwan, H. Wieczorek-Zeul, Udo Steinbach, 19.15 Uhr

11 Bernstein-Zentrum für Computational Neuroscience Phillippstraße 13, Haus 6 (Zugang über Campus) – Science Slam, 19 Uhr – Neuronales Feuern als Sprache des Nervensystems, 17 bis 23 Uhr stündlich

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H S+U Friedrichstr.

5 Seminargebäude am Hegelplatz/HU, Haus 1, Dorotheenstraße 24 – Kurzfilme aus dem Norden, 18 bis 22 Uhr – Delikatessen und Sonderlinge. Ausstellung über das dänische Kino – nordisches Musikquiz – Lyrik-Lounge – Was ist ein Text? – Die fantastische Bilderwelt der Redewendungen im Rumänischen, Vortrag und Workshop 19 bis 21 Uhr

5 Beuth-Hochschule für Technik, Haus Bauwesen Luxemburger Str. 9 – Klimatechnik, Laborführung; 3D-Laserscanning

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A: International Psychoanalytic University/Moabit ohne Shuttle, U9 bis U Turmstraße

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1 Charité Campus Virchow-Klinikum Augustenburger Platz 1, Glashalle: Treffpunkt aller Programmpunkte – Krebs im Kindesalter: neue Forschungsansätze, Vortrag 18 und 20 Uhr – Rund um das Neugeborene, Workshops 17 bis 23 Uhr – Roboter als Behandlungshelfer, Demonstration und Führung 17.30, 19.30, 21.30 Uhr

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A International Psychoanalytic University Stromstraße 2, Moabit – Die Berliner Psychoanalytischen Institute stellen sich vor – Science Slam: Psychoanalyse, 21 Uhr – Psychotherapie mit älteren Menschen? Vortrag 17.30 Uhr – Das Unbewusste und wir, Workshop 18.30 Uhr

bis 10 (unerträglich) bei 7 bis 8 ein. Nach der Sitzung ist sie bei 6. Ein kleiner Erfolg. Drei Monate nach der Operation wird sie noch mal zur Charité kommen, zum abschließenden Gedächtnistest. Schon jetzt ist absehbar, dass sie den Test mit Bravour absolvieren wird. Von postoperativer kognitiver Dysfunktion scheint sie nicht betroffen zu sein. Die 62-Jährige wirkt keine Spur verwirrt, vergesslich oder desorientiert. War sie ohnehin nicht gefährdet? Oder hat die Hypnose geholfen?Vielleicht auch nur die damit verbundene intensive tägliche Betreuung in der Klinik? Derlei Fragen werden die Mediziner um Spies und Borchers erst beantworten können, wenn die Studie ausgewertet ist. Eines ist jetzt schon klar, sagt Borchers: „Es ist auf jeden Fall eine Bereicherung für meine Arbeit auf der Intensivstation, den Patienten Möglichkeiten an die Hand geben zu können, sich selbst zu helfen.“ Hypnose in der Wissenschaft: Hypnosetherapie und ihre Anwendung in der Begleitung vor und nach großen Operationen. Besucher können selbst einen hypnotischen Zustand erleben und die Tiefe der Trance spüren. Demonstration und Mitmachgelegenheit: 17.30, 19.30 und 21.30 Uhr. Ab 18 Jahre. Campus Charité Mitte, Anmeldung und Treffpunkt Charité CrossOver-Gebäude, Campusadresse Virchowweg 6.

s gibt Geheimnisse, die sind so geheimnisvoll, dass Menschen ihr ganzes Leben deren Enträtselung verschreiben. Die Sache mit dem Gottesteilchen beispielsweise, dessen Entdeckung Peter Higgs im hohen Alter tatsächlich noch bezeugen konnte. Und dann gibt es Geheimnisse, die erscheinen zunächst so trivial, dass niemand sie als Geheimnisse erkennt. Einem solchen Mysterium ist Joachim Villwock auf der Spur, Professor für Maschinenbau an der Beuth-Hochschule für Technik. Villwock erforscht die vielleicht rätselhafteste Black Box, die der Mensch erschaffen hat: die Waschmaschine. Die Waschmaschine? Die Waschmaschine. Zusammen mit seinem Team und den Kooperationspartnern an der Technischen Universität und bei Bosch Siemens Haushaltgeräte (BSH) will er verstehen, was genau passiert, wenn sich die Wäschetrommel dreht. Denn darüber weiß man bislang ziemlich genau: nichts. Dabei ist die Waschmaschine eines der ausgereiftesten Haushaltsgeräte, die es gibt. Um die vorige Jahrhundertwende kamen die

ersten elektrischen Maschinen auf den Markt, nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die vollautomatischen zum Standard. Fragt man Ingenieure in den Entwicklungsabteilungen der Hausgerätehersteller, drucksen sie ein wenig herum und räumen dann ein: „Es gibt spannendere Tätigkeitsfelder.“ Das dürfte aber auch daran liegen, dass sich Industrie und Wissenschaft bislang kaum mit dem eigentlichen Waschprozess beschäftigt haben. Bekannt ist, dass vier Faktoren beeinflussen, ob die Wäsche sauber wird oder nicht: die Temperatur des Waschwassers. Die Dauer der Wäsche. Die Mechanik, also die Reibung der Wäschestücke aneinander. Und die Chemie, also die Wirkung des Waschmittels. Was in welchem Maße wirkt, das weiß man aber nicht. „Was wir machen, ist im Wesentlichen Trial and Error“, sagt ein Ingenieur. Man verbessert die Sensorik, ändert die Geometrie der Wäschetrommel, optimiert die Geschwindigkeit und das Intervall der Umdrehungen. Und dann schaut man, was das bringt. Freilich ist man weit gekommen mit dieser Methode: Gut 50 Liter Wasser braucht eine moderne Ma-

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9 ESMT European School of Management and Technology Schlossplatz 1 – Führungen 17 bis 23.30 Uhr – Ausgetrickst! Wie Werbefachleute und Verkäufer unsere Kaufentscheidung manipulieren, Vortrag 23.15 Uhr

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4 Bundesamt für Strahlenschutz, Infomobil vor HU-Hauptgebäude, Unter den Linden 6 – Handystrahlung: Schädlich oder nicht? Handystrahlung messen

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1 MS Wissenschaft Ausstellungsschiff von Wissenschaft im Dialog, Schiffbauerdamm nahe Bahnhof Friedrichstraße – Welche Route wählt ein Storch bei seinem Flug in den Süden? – Kicker spielen gegen den Computer – Test auf Handysucht

Wedding/Mitte-Nord

Programmauszug – vollständige Übersicht unter www.langenachtderwissenschaften.de und im offiziellen Programmheft

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Programmauszug – vollständige Übersicht unter www.langenachtderwissenschaften.de und im offiziellen Programmheft

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Ziehen an einem Strang: Wäscheforscher der Beuth-Hochschule. schine pro Waschgang, vor vierzig Jahren waren es 250 Liter. Aber inzwischen weiß man in der Industrie nicht mehr so recht, was man noch besser machen kann. Also sind jetzt Joachim Villwock und seine Kollegen dran. „Es geht darum, möglichst sauber zu waschen und möglichst wenig Energie zu verbrauchen“, erklärt er. So weit, so trivial. Um die Bedeutung seines Projekts zu verdeutlichen, holt er einen Ordner und zitiert daraus: „Sechs Milliarden Kilowattstunden

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DIE KLÜGSTE NACHT DES JAHRES - DIE HIGHLIGHTS 10.MAI 2014 | 17.00 BIS 24.00 UHR | WWW.LNDW.ADLERSHOF.DE

Strom werden jedes Jahr auf der Welt fürs Waschen verbraucht, und 600 000 Tonnen Waschmittel.“ Vor allem aber: 330 Milliarden Liter Wasser. In Mitteleuropa mag das nicht ins Gewicht fallen, in trockenen Regionen aber sind 50 Liter für einen Waschgang eigentlich ein unvertretbarer Luxus. Saubere Wäsche brauchen die Menschen trotzdem. Wenn man aber das Waschen besser versteht, glaubt Joachim Villwock, dann lassen sich noch mehr Wasser und Energie einsparen. Und

SCHATZSUCHE

um es zu verstehen, muss man wissen, wie sich die Wäsche in der Trommel bewegt. Dafür nutzen sie auch die gläserne Wäschetrommel, die bei der Langen Nacht der Wissenschaft im Einsatz gezeigt wird. Seit 2010 läuft das Projekt. Der erste Meilenstein ist erreicht. Villwock und sein Team können inzwischen die Bewegungen trockener Wäschestücke in der Trommel simulieren. Mit Kameras und Sensoren haben sie die Bewegungen verfolgt, auf dieser Grundlage Modelle erstellt. Jetzt arbeiten sie am nächsten Schritt: die Bewegungen einer durchfeuchteten Wäscheladung zu erfassen und zu simulieren. Dabei sind zunächst gewaltige Datenmengen zu verarbeiten. „An drei Umdrehungen der voll beladenen Wäschetrommel rechnen unsere Computer mehrere Stunden“, sagtVillwock.Vor zehn Jahren wären diese Berechnungen gar nicht möglich gewesen, zu begrenzt waren die Kapazitäten der damals verfügbaren Rechner. Alleine seit Villwock seine Forschung begonnen hat, hat sich ihre Leistung verdoppelt. Aber für Villwock sind es nicht solche Superlative, die den Reiz des Projekts ausmachen, sondern die Interdisziplinarität. Klassischer Maschinenbau trifft auf Textiltechnik

und Strömungslehre. „Gerade für die Studierenden ist das ungeheuer lehrreich“, sagt er. Was am Ende des Projekts steht, kann auch er nur erahnen. Vielleicht wird es eine Gleichung geben, mit der sich alles berechnen lässt, was in der Wäschetrommel passiert. Vielleicht wird diese Gleichung auch helfen, Waschmaschinen zu konstruieren, die sich ganz von alleine regeln, Wassermenge, Temperatur und Waschmitteleinsatz selbstständig bestimmen. Bis es so weit ist, werden aber noch viele Wäscheladungen in der gläsernen Waschmaschine gewaschen. Ein konkretes Resultat gibt es auf jeden Fall bereits. Zu Hause bei Joachim Villwock wird die Waschmaschine jetzt immer so voll wie möglich geladen. Dass das effizienter ist, war ihm schon vorher klar. Dass die Wäsche sauberer wird, weil hierbei die Reibung zwischen den Wäschestücken eine Rolle spielt, darüber hatte er nie nachgedacht. Große Geheimnisse bergen eben auch kleine Erkenntnisse. Die gläserne Waschmaschine: Kooperationsprojekt „Simulation Wäschepflege“. Demonstration und Infostand. BeuthHochschule, Haus Grashof. Wedding.

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Berliner Zeitung · Nummer 105 · Mittwoch, 7. Mai 2014

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Lange Nacht der Wissenschaften

Dahlem/Steglitz

Programmauszug – vollständige Übersicht unter www.langenachtderwissenschaften.de und im offiziellen Programmheft

Route Dahlem

Taktzeit 15 Minuten

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Smart Kitchen Assistant: Der Smart Kitchen Assistant kennt die Lebensmittel im Haushalt und liefert die passenden Rezepte dazu. Beim Kochen begleitet er den Benutzer durch die einzelnen Kochschritte. Haus des vernetzten Lebens der TU Berlin/TU-Hochhaus/T-Labs, Showroom 15. OG, Charlottenburg. Kimchi-Workshop: Seit Oktober 2013 ist Kimchi, genauer deren Zubereitung, Teil des Welterbes in Korea. Bereiten Sie diese typische Komponente der koreanischen Küche selbst zu! Workshop: 18 bis 20 Uhr, Ostasiatisches Seminar der Freien Universität/Koreastudien, Dahlem. Chemische Küchengeheimnisse. Von der Chemie des Kochens: Nur wenige wissen, dass sie morgens eigentlich eine chemische Extraktion mit anschließender Filtration durchführen, wenn sie ihren Kaffee „kochen“. Infostand, Institut für Chemie und Biochemie der FU, Dahlem. Brotbacken im originalgetreu rekonstruierten Lehmofen. 18, 20 und 22 Uhr. Außerdem Eintöpfe nach antikem Originalrezept zum Probieren. Institut für Prähistorische Archäologie der FU, Dahlem. Verkostung von Bienenprodukten, Pollen und Honig. Ökologische Bedeutung der Honigbiene. Institut für Chemie und Biochemie der FU, Dahlem. Honigbienen helfen Berlin. Können Sie Honigarten anhand ihres Geruchs unterscheiden? Erfahren Sie mehr über Bienenkunde, Honiganalysen und sensorische Tests zur Qualitätsbestimmung. Der echte Berliner Honig wird vorgestellt und Fachberatung angeboten – auch für alle, die Hobbyimker werden wollen. Infostand 17 bis 22 Uhr, Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät der Humboldt-Universität auf dem Wissenschaftscampus Dahlem. Herzhafte Regionalität zum Anbeißen: Salami aus dem Fläming mit Rotwein aus Werder steht zur Verkostung bereit. Die Gluconsäure aus dem Rotwein führt zu einer Beschleunigung der Fermentation von Rohwürsten. Der Einsatz von Zusatzstoffen kann reduziert und ein vollmundiges Aroma aufgebaut werden. Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte, Humboldt-Universität, Hauptgebäude, 1. OG, Mitte-Süd.

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A: Campus Benjamin Franklin der Charité (1. Halt) Shuttle ab Habelschwerdter Allee 45, alle 10 bis 15 Min. oder öffentlicher Nahverkehr ab S-/U-Bhf. Rathaus Steglitz, M85, 285

3 Gebäude Habelschwerdter Allee 45/FU Zugang Fabeckstraße 25 – Gehirn-Parcours – 100 Formen, eine Geschichte zu erzählen, Vortrag 17 Uhr 4 Exzellenzcluster TOPOI, Hittorfstraße 18 – Mesopotamische Keramikwerkstatt, 17 bis 20 Uhr – Altorientalische Schreiberschule 5 Wirtschaftswissenschaft/FU Garystraße 21 – Frauen in Spitzengremien/Frauenquote, Vortrag 20 Uhr – IT-gestützte Gesundheitsversorgung, 21 Uhr

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Kochen mit dem Mikrovergaser: Projekt „Effizientes Kochen in Tansania“. Erfahren Sie, wie man umweltfreundlich mit einem Mikrovergaser kocht, und kosten Sie tansanischen Kaffee. Haus der Ideen, TU, Charlottenburg.

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B: Geocampus Lankwitz der FU (2. Halt) Shuttle ab Habelschwerdter Allee 45, alle 10 bis 15 Min. oder Bus X83 ab S-/U-Bhf. Rathaus Steglitz bis Emmichstr.

6 Henry-Ford-Bau/FU Garystraße 35–37 – Stasi Ohn(e) Macht, Stasi-Unterlagen-Behörde 7 Universitätsbibliothek/FU Garystraße 39 – Straßennamen in Dahlem, Vortrag 19.15 Uhr

9 Fritz-HaberInstitut/MPG Brümmerstraße/ Faradayweg – Kartoffeln und Platin als Katalysatoren – Chemische Nanomaschinen 10 Ostasiatisches Seminar FU/Koreastudien Fabeckstraße 7 – Kimchi-Workshop 11 John-F.-KennedyInstitut für Nordamerikastudien Lansstraße 7–9 – 1914: Stummfilme – Kid’s Life 1914 12 Institut für Chemie und Biochemie der FU Takustraße 3 – Riesenseifenblasen 13 Physik/FU Arnimallee 14 – Die Zukunft der magnetischen Datenspeicherung, Vortrag 22 Uhr – Wie speichern Festplatten Informationen? 14 Informatik/FU Takustraße 9 – autonome Fahrzeuge

15 Mathematik, FU, PiGebäude, Arnimallee 6 – 3D-Geometrie zum Erforschen und Basteln 16 Konrad-ZuseZentrum für Informationstechnik Takustraße 7 – 3D-Wissenschaftskino – Der Ursprung des Computers 17 Institut für Biologie/FU Königin-Luise-Str. 12–16 – Sechsbeiniges vom Bauernhof: Insekten als Nahrungsquelle – Besiedelte Gesteine 18 Botanischer Garten und Botanisches Museum Königin-Luise-Straße 6–8 – Führung im Farnherbar, 17.45 und 19.45 Uhr 19 Pharmazie/FU Königin-Luise-Straße 2–4 – Homöopathie, Vortrag 18.30 Uhr 20 Theaterwissenschaft/FU Grunewaldstraße 35 – Dance your PhD, 17 Uhr 21 Meteorologie/FU Schmidt-Ott-Straße 13 – Messwiese 22 Prähistorische Archäologie/FU Altensteinstraße 15 – 3D-Modelling

23 Seminar für Semitistik und Arabistik Altensteinstraße 34 – Bauchtanz, Workshop 17 Uhr 24 Alacris Theranostics GmbH und Erdmann Technologies GmbH Fabeckstraße 60–62 – Personalisierte Medizin und Krebs 25 Chemie und Biochemie/FU Fabeckstraße 34–36 – Die Chemie von Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll 26 LandwirtschaftlichGärtnerische Fakultät der HU, Albrecht-ThaerWeg 3–7/Lentzeallee 75 – Aquaponik 27 Konfuzius-Institut, Ostasiatisches Seminar, Sinologie/FU Goßlerstraße 2–4 – Neue Kurzfilme aus China, 22.15 Uhr A Charité Campus Benjamin Franklin Eingang Hindenburgdamm 30 – Wie viel Vergesslichkeit ist noch gesund? Vortrag 19.30 Uhr – Reanimationstraining B GeoCampus Lankwitz/FU Malteserstraße 74–100 – Die Erfindung der Tiere – Geokino

Lecker, Heuschrecke!

K U L I N A R I S C H Türkisch für Feinschmecker: Kulinarische Wörter auf Wanderschaft: eine Einführung ins Türkische – mit türkischem Tee. Workshop 17.15 Uhr, Haus der Ideen, TU, Charlottenburg.

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2 Philosophie/FU Habelschwerdter Allee 30 – Logik-Quiz, 17 Uhr

8 Max-Planck-Institut für molekulare Genetik Ihnestraße 63–73 – Das „1 000$-Genom“ und seine Konsequenzen für die Krankenversorgung, Vortrag 18.30 und 20.30 Uhr

Angehende Biologen informieren an der Freien Universität über Insekten als Nahrung der Zukunft – und servieren Mehlwurm-Burger

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in bisschen skeptisch blickt Kathrin Bramke auf den kleinen Snack in ihrer Hand. Sie dreht ihn hin und her, inspiziert ihn von allen Seiten, dann schiebt sie ihn doch in den Mund. Es knuspert ein bisschen, während sie kaut. Man könnte denken, die Biologie-Studentin hätte gerade auf einen Erdnuss-Flip gebissen, dabei hat sie eine Heuschrecke zwischen den Zähnen. „Schmeckt ein bisschen wie krosses Hähnchen“, sagt sie. „Eigentlich ganz lecker.“ In einem Sozialraum mit Küche an der Freien Universität (FU) Berlin haben sechs angehende Biologen ein besonderes Mahl angerichtet. Auf dem Tisch steht ein mit Rohkost garnierter MehlwurmBurger, auf Spießen stecken neben Paprika und Tomaten gebratene Feldgrillen und Heuschrecken. Die Studenten, zwischen 22 und 30 Jahre alt, haben sich getroffen, um für die Lange Nacht der Wissenschaften schon einmal ein paar Gerichte auszuprobieren. An ihrem Stand im Institut für Biologie sollen sich die Besucher am 10. Mai nicht nur über Insekten als Nahrung der Zukunft informieren, sondern auch gleich selbst reinbeißen können. Die Zutaten kommen aus der Zoohandlung, denn Grillen, Heuschrecken und Mehlwürmer kann man schließlich nicht im Supermarkt kaufen – noch nicht. Doch das könnte sich in Zukunft ändern, meinen die Studenten. Mit einer Weltbevölkerung von gegenwärtig rund sieben Milliarden Menschen und voraussichtlich neun Milliarden im Jahr 2050 ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln eines der wichtigsten Themen für Politiker weltweit. Zudem bringt der steigende Fleischkonsum viele Umweltprobleme mit sich. Er könne nicht auf dem momentanen Niveau bleiben, mahnt die UNUmweltorganisation und verweist bereits seit einigen Jahren auf Insekten als Alternative. Besonders in Regionen der Welt, in denen Mangelernährung herrscht, soll die Kultivierung von Insekten vorangetrieben werden. Im Rahmen ihres Seminars „Current and classic topics in Evolution and Ecology“ bei Professor Jens Rolff haben sich die Studenten

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Sonderlinien Taktzeit 5 bis 8 Minuten Infopunkt Dahlem

1 Romanische Philologie/FU, Thielallee 50 – Sprachwissenschaftler im Labor. 17.45, 19.45 und 21.45 Uhr

Viel Protein, wenig Klimaschaden: Gebratene Heuschrecken sind umweltfreundliche Nahrung. damit beschäftigt, was passieren würde, wenn mehr Menschen auf der Welt Raupen, Käfer oder Heuschrecken statt Steak und Schnitzel verspeisen würden. „Insekten sind vor allem aus ökologischen Gründen als Nahrungsmittel interessant“, sagt Sophie Lokatis. Eigentlich ist sie Vegetarierin. Die Vorteile von Insekten als Lebensmittel haben sie aber so überzeugt, dass auch sie ohne schlechtes Gewissen probieren will. Auf großen Postern, die sie und ihre Kommilitonen zusammengestellt haben, erfährt man, dass Insekten nicht nur sehr gesund sind. Sie haben wenig Fett, sind besonders proteinreich und enthalten Eisen und Kalzium. Die Zucht ist auch viel umweltfreundlicher als die von Rind- oder Schweinefleisch. Effiziente Futterverwerter Viehzucht ist laut der Welternährungsorganisation (FAO) einer der Hauptgründe für die großen Umweltprobleme weltweit: Dazu gehören neben der Degeneration der Böden und der Wasserverschmutzung auch der Klimawandel durch die globale Erderwärmung. So liest man auf den Plakaten der Studenten, dass ein Kilogramm (kg) Rindfleisch 13,3 kg CO2 verbraucht, während für dieselbe Menge Sei-

denraupen nur 0,133 kg CO2 anfallen. Beim Vieh entsteht während der Verdauung außerdem das Treibhausgas Methan. Es wird von Millionen Rindern in so großen Mengen ausgestoßen, dass dies erheblich zur globalen Erwärmung beiträgt. Um Weiden für die vielen Tiere zu schaffen sowie das Futter für diese anzubauen, werden zudem große Flächen Wald abgeholzt – beispielsweise im Amazonasregenwald. Ein großer Vorzug von Insekten ist, dass sie Futter viel effizienter verwerten als Rinder. Sie sind Kaltblüter und brauchen deshalb weniger Energie. Acht Kilogramm Viehnahrung benötigt ein Züchter, um nur ein Kilogramm Rindfleisch zu erzeugen. Verfüttert man dagegen dieselbe Menge an Insekten, bekommt man das Vierfache an essbarer Masse. Die Insektenzucht bedarf außerdem weniger Wasser als die konventionelle Tierhaltung. So sind etwa Mehlwürmer wesentlich trockenresistenter als Rinder. Auch Bioabfälle könnten bei der Zucht als Futter verwendet werden. Die Fakten klingen vielversprechend. Doch schmecken die Insekten auch? Das wussten die Studenten bisher auch nicht. An diesem Tag in der FU probieren sie die ungewohnte Speise zum ersten Mal.

Zunächst haben sie die lebendigen Tiere aus der Zoohandlung tiefgefroren. „Das ist die schonendste Art, sie zu töten, weil der Kreislauf dadurch langsam herunterfährt“, erläutert Julia Henzler. Die Heuschrecken und Grillen haben sie in Öl in der Pfanne gebraten. Die Mehlwürmer wurden unter eine Bulgur-Masse gemischt. Zwischen zwei Brötchenhälften und mit etwas Salat wurde daraus ein Burger. So richtig erkennt man die Mehlwürmer darin gar nicht. Einzeln probiert, schmecken sie knusprig und nussig. Bei der Feldgrille ist die Hemmung etwas größer. „Das liegt wohl daran, dass sie so schwarz ist“, sagt ein Student. Doch dann traut er sich doch. Die Grille ist etwas saftiger und hat einen intensiveren Geschmack. Etwas säuerlich im Abgang. Zur Langen Nacht der Wissenschaften wollen die Studenten die Insekten mehr würzen – um ihnen etwas mehr Pepp zu verleihen. Außerdem wird Brot, angereichert mit Mehlwürmern, angeboten. Vom RTL-Dschungelcamp, in dem auch in diesem Jahr wieder Prominente vor laufenden Kameras Krabbeltiere essen mussten, haben sie sich nicht inspirieren lassen. „So etwas wollen wir eben gerade nicht“, sagt Sophie Lokatis.

„Dort geht es um die Sensation, um Insekten-Essen als Event.“ Sie wollten es dagegen nicht als Abenteuer, sondern als normalen Bestandteil des Essens präsentieren. In einigen Teilen der Welt ist das schon der Fall. Weltweit finden sich mehr als 1 900 Insektenspezies in über Hundert Ländern auf dem Speiseplan. In Regionen Asiens und Afrikas gilt es nicht als Mutprobe, Insekten zu essen, sondern gehört zur kulinarischen Tradition. So sind Mopanewürmer im südlichen Afrika oder die Weberameise in Südostasien eine Delikatesse und erzielen im Handel teilweise hohe Preise. Auch in Thailand sieht man Insekten als Snacks – auch püriert oder frittiert – auf fast jedem Markt. Ekel ist antrainiert In westlichen Ländern dagegen hat sich die Ansicht festgesetzt, dass man Insekten nur isst, wenn man nichts anderes hat: In der Not frisst der Teufel Fliegen. Zudem verbindet man Insekten hier sofort mit Parasiten und Schädlingen. Kritiker bezweifeln deshalb, dass Europäer Mehlwürmer tatsächlich irgendwann appetitlich finden könnten. „Der Ekel ist antrainiert“, meinen dagegen die Studenten. Schließlich steckten Kinder in den ersten Jahren ihres Lebens alles Mögliche ohne Hemmungen in den Mund, erst die Reaktion ihrer Eltern und der Umwelt lehre sie, was lecker ist und was nicht. Die Geschichte der Ernährung zeigt, dass sich regionale Vorlieben ändern können. Noch vor ein paar Jahren aß niemand in Deutschland Sushi. Heute gibt es eine große Fangemeinde der Rohfisch-Häppchen. Bisher gibt es jedoch noch keine nennenswerte industrielle Produktion von Insekten als Nahrungsmittel für den Menschen. Dort, wo sie von Menschen verspeist werden, werden sie hauptsächlich in der Wildnis gesammelt. „Wenn mehr Insekten gegessen werden, müssen diese auf jeden Fall aus der Zucht kommen“, sagt Aglaia Szukala. Ansonsten könnten viele Arten auf lange Sicht vom Aussterben bedroht sein. Sechsbeiniges vom Bauernhof – Insekten als Nahrungsquelle der Zukunft. Demonstration und Experiment, 18 bis 22 Uhr, Institut für Biologie, FU, Dahlem.


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Lange Nacht der Wissenschaften

Buch

Programmauszug – vollständige Übersicht unter www.langenachtderwissenschaften.de und im offiziellen Programmheft

Route Buch

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6 Hermann-vonHelmholtz-Haus R.-Rössle-Straße 10 (C84) – Forschergarten: Naturwissenschaftliche Experimente für Vorund Grundschulkinder und deren Eltern – Tief durchatmen! Prüfe dein Lungenvolumen

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7 Helios-Klinikum Berlin-Buch Schwanebecker Chaussee 50 – Chefarztvorträge: Kalte Hände, kalte Füße. Was steckt dahinter? (16 Uhr); Welche Informationen benötigen Patienten für eine sichere Arzneitherapie? (17 Uhr); Medizin im Alter: Was ist warum anders als in jungen Jahren? (18 Uhr) – begehbares Ohrmodell – Operationssäle: Hightech-OP-Tisch „Magnus“ stellt sich vor; Einblick in die „Knochenwerkstatt“ und Knie-Arthroskopie – Kinder-Uni: Warum tut es nicht weh, wenn ich operiert werde? (15 Uhr); Läuse, Flöhe und andere Besucher (16 Uhr) – Vorsorgevollmacht/ Patientenverfügung, Vortrag 20 Uhr

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3 Torhaus R.-Rössle-Straße 10 (A8) – Historie des Campus Berlin-Buch. Rundgang zur Geschichte des Campus. 18 Uhr – Kremserfahrten über den Campus BerlinBuch, 15.30 bis 19.30 Uhr

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5 Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie R.-Rössle-Straße 10 (C81) – Von Würmern und Menschen: was wir von Nematoden übers Altern lernen können. Laborführung 16.30, 18.30 und 20.30 Uhr, Anmeldung und Start am zentralen Infopunkt, MDC.C) – WissenSchafftSpaß – CheMagie: coole Experimente und heiße Zauberei. 15.30, 17, 18.30, 20.30 Uhr – Experimente rund ums Kraut: Kräutersalz und Duschgel herstellen, 15 bis 21 Uhr

– Biodiversitätsforschung am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung: Projekt Wildschwein & Igel, Tierstimmenraten

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2 Campus-Freigelände Robert-Rössle-Straße 10 – Wanderexperiment: Evolution zum perfekten Monster. Durch Publikumsabstimmung und „natürliche“ Selektion entwickelt sich das beste Monster. Mitmachexperiment 15 bis 22 Uhr – BIOTechnikum: Erlebnis Forschung – Gesundheit, Ernährung, Umwelt. Ausstellungsfahrzeug, Wiese am Hermannvon-Helmholtz-Haus – BIOTechnikum: Das kleine Käselabor, 15 bis 16.15 Uhr, für Kinder von 11 bis 15 Jahren, Anmeldung erforderlich

4 Gläsernes Labor R.-Rössle-Str. 10 (A13) – Unsichtbar, sichtbar, durchschaut. Wozu brauchen Forscher Mikroskope? Workshop 16, 17, 18, 19 Uhr – Gentechnik zum Mitmachen: Wie sieht die Erbsubstanz aus? DNA im Genlabor aus einer Frucht extrahieren, stündlich 15 bis 21 Uhr, Anmeldung am zentralen Infopunkt, ab 14 Jahren – Prävention: Rauchende Wimpertierchen. Was passiert mit den Flimmerhärchen in der Lunge, wenn wir rauchen? Mitmachexperiment 16.30, 18.30, 20.30 Uhr, ab 12 Jahren, Anmeldung und Start am zentralen Infopunkt

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1 Max Delbrück Communications Center MDC.C R.-Rössle-Str. 10 (C83) – Zentraler Infopunkt, Abendkasse ab 14 Uhr – Holt euch das Forscherdiplom. Mitmachexperiment für Kinder – Das Experiment der Götter: Theaterstück um die Naturphilosophen der Antike, das babylonische Liebespaar Pyramos und Thisbe, einen Wettstreit der Götter und die Naturgewalten Wasser, Feuer und Erde. 16 Uhr – Magic Andys fantastische Chemie-Show: Es knallt, zischt, schäumt, dampft und dröhnt. 17 und 19.30 Uhr – Speaker’s Corner: Bleiben Sie kritisch! Kurzvorträge mit Diskussion, 15.30 bis 20.30 Uhr – Science Slam Campus Buch, 20.30 Uhr – Zeig mir, wie du atmest, und ich sage dir, wie viel Fett du verbrennst. Führung 16, 17.30, 19 und 20.30 Uhr, ab 16 Jahren, Anmeldung und Start am zentralen Infopunkt – Moderne Vampir Analyse: Vom Blut zur Diagnose. Wir messen die Moleküle, die der Körper aus unserer Nahrung

herstellt, und wie er sie verwertet. Laborführung MDC, 16, 17, 18, 19 Uhr, Anmeldung und Start am zentralen Infopunkt – DNA isolieren. 15.30 bis 22 Uhr, ab 14 Jahren, Anmeldung vor Ort – Der Campus heute: Rundgang 16 u. 20 Uhr, BBB Management GmbH

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Das Programm in Buch findet abweichend vom Gesamtprogramm von 15 bis 22 Uhr statt.

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it bloßem Auge sind die Forschungsobjekte von Janine Kirstein-Miles kaum zu erkennen. Doch unter dem Fluoreszenz-Mikroskop entfalten sie ihre ganze Pracht. Dann leuchten die winzigen Fadenwürmer in Grün, in Gelb, in Rot und Blau. Natürlich nicht von Natur aus: Die Wissenschaftlerin des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) in BerlinBuch versieht ihre Versuchstiere mit fluoreszierenden Proteinen. So will sie nachvollziehen, was sich auf molekularer Ebene im Körper der Würmer abspielt, wenn diese altern.

Die Forscherin möchte verstehen, wie Alzheimer, Parkinson und ähnliche Erkrankungen entstehen. Nun haben der Wurm, der normalerweise im Boden lebt und sich dort von Bakterien ernährt, und der Mensch auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Und trotzdem ist Caenorhabditis elegans für Janine Kirstein-Miles das ideale Untersuchungsobjekt. „Auf molekularer Ebene sind uns die Würmer erstaunlich ähnlich“, sagt sie. Hinzu kommt, dass der Körper der Würmer durchsichtig ist, und sich das Geschehen in seinem Inneren somit leicht verfolgen lässt. Auch leben die Tiere nur zwei bis

drei Wochen lang, wodurch es bei ihnen schneller zu Alterserscheinungen kommt als etwa bei Labormäusen, die zwei bis drei Jahre alt werden. Denn neurodegenerative Erkrankungen treten meist erst im fortgeschrittenen Alter auf – egal ob bei Würmern, Mäusen oder Menschen. Das gemeinsame Merkmal ist ein fortschreitender Verlust von Nervenzellen. Fast immer geht das Sterben der Zellen auf fehlerhafte Proteine zurück, die miteinander verklumpen und dadurch die Zellen irreversibel schädigen. Im Gehirn von Alzheimer-Patienten etwa finden sich in den Nervenzellen unlösliche Fasern aus

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An einem winzigen Modelltier erforschen Bucher Pharmakologen die Folgen von Nervenzellverlust im Alter, wie er auch bei Alzheimer oder Parkinson auftritt

Wurm C. elegans mit markierten Eiweißen in der Kopfregion Tau-Protein und zwischen den Zellen ebenso stabile Plaques aus dem Peptid Amyloid-beta. Bei Menschen, die an Parkinson erkrankt

sind, sammeln sich in den Gehirnzellen Klumpen des Proteins AlphaSynuclein an. Warum das so ist, weiß bislang niemand im Detail. „Denn eigentlich verfügen die Zellen durchaus über Möglichkeiten, solche Proteinaggregate wieder aufzulösen“, sagt Janine Kirstein-Miles. Sie und ihr Team sind zum Beispiel auf einen Komplex aus drei Molekülen gestoßen, der wie eine Art zelleigene Müllabfuhr die Verklumpungen zerkleinert und entsorgt. Im Reagenzglas können die Forscher diesen Prozess sogar schon nachspielen. „Und trotzdem wissen wir noch nicht, wie das Ganze im le-

benden Organismus funktioniert“, sagt Janine Kirstein-Miles: „Wann kommen die drei Moleküle zusammen und bilden einen funktionellen Komplex und wann nicht?“ Mithilfe ihrer farbenfrohen Proteine will sie genau das jetzt herausfinden. Und sollte es ihr gelingen, die Müllabfuhr der Würmer verstärkt auf Trab zu bringen, wäre vielleicht auch endlich für den Menschen eine effektive Therapie in Sicht. Von Würmern und Menschen – Laborführung 16.30, 18.30 und 20.30 Uhr. LeibnizInstitut für Pharmakologie, Anmeldung am zentralen Infopunkt MDC.C. Buch.


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Berliner Zeitung · Nummer 105 · Mittwoch, 7. Mai 2014

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Lange Nacht der Wissenschaften

Potsdam Potsdam Hauptbahnhof

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Taktzeit 15 Minuten

Laser-Graffiti: Bunte Bilder mit dem Laser an die Wand malen sowie Laser-Spiele. Lise-Meitner-Haus, Institut für Physik der HU, 2. OG, Adlershof.

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DLR_School_Lab: Meteoriten unter dem Mikroskop untersuchen und Roboterarme in Aktion erleben. Bei guter Wetterlage können Kinder einen Quadrocopter steuern. Ab 10 Jahren. Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Adlershof.

Programmauszug – vollständige Übersicht unter www.langenachtderwissenschaften.de und im offiziellen Programmheft

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Wir basteln ein Piratenfernrohr: Aus einem Bausatz entsteht ein funktionsfähiges Fernrohr. Workshop 17 bis 20 Uhr, Archenhold-Sternwarte, Shuttle siehe Route Adlershof.

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Glibbern bis der Arzt kommt: farbigen Glibber herstellen und mit nach Hause nehmen. Lise-Meitner-Schule, Shuttle siehe Route Adlershof.

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Für Müggelnixe: Geschichten aus der Unterwasserwelt. 18 bis 20.30 Uhr. LeibnizInstitut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) im Kino Union, Friedrichshagen, Shuttle siehe Route Adlershof. Comics zeichnen mit einem Grafiker von den Abrafaxen. Workshop 16.30 und 18 Uhr, Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie, EG, Kl. Seminarraum, Buch. Müll-DNA und springende Gene: Das Spiel „Das Erbgut ist kein Messie“ lehrt, dass unser Erbgut nicht jeden im Laufe der Evolution angesammelten Müll behält. Denn der Erbgut-Müll ist Recyclinghof, Kommandozentrale und Bauherr zugleich. Ab 12 Jahren. Um 16, 17.30 und 19 Uhr, Max-Delbrück-Centrum, Hermann-vonHelmholtz-Haus, Buch.

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2 Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung Michelson Haus, Telegrafenberg A31 – Wetterrekorde durch Klimawandel? Vortrag, 20 Uhr, Große Kuppel – Energiewende: alles kein Problem, oder? Vor-

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Kinder-Uni: Warum tut es nicht weh, wenn ich operiert werde? Vortrag über Anästhesie. 15 Uhr, Helios Klinikum, Buch.

Bohrung im

Schülerlabor Baylab Health: Papierchromatografie mit Filzstiften, Kreidechromatografie von Blattgrün, Zellen der Mundschleimhaut unterm Mikroskop, Extraktion von DNA. Bayer Pharma AG, Wedding.

Was machen eigentlich Chemiker? Experimente an der TU Berlin. CSI Wedding: Ermittler sein und den Mörder durch die Analyse des genetischen Fingerabdrucks finden. Berlin Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien, 17.30, 19.15, 21, 22.45 Uhr, Anmeldung am zentr. Infostand, Wedding/Mitte-Nord. Der Tempel der Göttin von Dahlem – eine Ausgrabung. Im Garten des Topoi-Hauses werden die Reste eines antiken Heiligtums freigelegt. Exzellenzcluster TOPOI der FU, 17–22 Uhr, Dahlem. Reise durchs FUNtastische Labor: Experimentierkurs für Kinder von acht bis zehn Jahren, 17 und 18.30 Uhr. Nur telefonische Anmeldung bis 8. 5. 2014 unter 030–83 85 67 08. Institut für Chemie und Biochemie der FU, Dahlem. Arabische Märchenerzählungen: bekannte Geschichten aus „Tausendundeiner Nacht“, ergänzt mit mündlich überlieferten Märchenerzählungen. Auf Deutsch und Arabisch. Seminar für Semitistik und Arabistik/FU 18 Uhr. Dahlem. „Feuer für Fauch“: Dr. Pohls Puppentheater zur nachhaltigen Energieversorgung. 17.15 und 18.15 Uhr, Geoforschungszentrum, Haus H, Potsdam-Telegrafenberg. Entdeckungsreise zum Südpol: Vortrag über den Klimawandel und Forschung in der Antarktis, 17.30 Uhr, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Haus A31, Potsdam-Telegrafenberg.

IMPRESSUM Redaktion dieser Beilage: Anne Brüning Grafiken: Anja Kühl

trag, 21 Uhr, Große Kuppel – Klimafolgen in Deutschland, Demonstration und Infostand, Rotunde – Wie entstehen Meereszirkulationen? Mitmachexperiment, Rotunde – Messfeld des Deutschen Wetterdienstes: Führung 17 bis 21.30 Uhr alle 30 Minuten, Treffpunkt Messfeld

Die SWARM-Satelliten messen Stärke und zeitliche Veränderungen des Erdmagnetfeldes.

3 Alfred-WegenerInstitut für Polar- und Meeresforschung Telegrafenberg A43 – Polarforschung in Potsdam – Geheimnisse in Permafrostböden und arktischen Seen – Was ist Schnee, und wie entsteht er? – Polarkino 4 Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam Telegrafenberg, Großer Refraktor Haus A27, Einsteinturm Haus A22 – Exo-Planeten: Auf der Suche nach einer zweiten Erde, Vortrag, 20 Uhr, Haus A27 – Beobachten mit dem Großen Refraktor, ab 21.30 Uhr, nur bei klarer Sicht – Sonnenforschung am Einsteinturm: Ausstellung, Laborbesichtigung und Vortrag 17 bis 22 Uhr stündlich; Haus A22

Der Große Refraktor des Leibniz-Instituts für Astrophysik. Das Doppelteleskop ist von 1899.

Dauerfrost

Forscher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung nehmen Bodenproben in der sibirischen Tundra V ON K ERSTIN V IERING

D

er kalte Hauch der Arktis reicht am Sonnabend bis nach Potsdam. Vom Telegrafenberg aus können sich Besucher der Langen Nacht ein paar Tausend Kilometer nach Norden entführen lassen – in jene hohen Breiten der Erde, in denen Mitarbeiter des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) den Geheimnissen der Ozonschicht, des Dauerfrostbodens und des Klimawandels nachspüren. Die Wissenschaftler präsentieren ihren Gästen nicht nur Forschungsergebnisse, Satellitenbilder und arktische Lebewesen unter dem Mikroskop. „Die Leute sollen auch eine Vorstellung davon bekommen, wie wir in diesen Regionen arbeiten“, sagt der Geowissenschaftler Bernhard Diekmann. In einer Nachbildung des „blauen Hauses“, der AWI-Forschungsstation auf Spitzbergen, vermitteln die Atmosphärenforscher Eindrücke vom Stationsleben. Und ein eigens aufgebautes Zeltlager mitsamt Polarkleidung und wissenschaftlichen Messgeräten verrät, wie der Forscheralltag mitten im Nirgendwo Kanadas oder Sibiriens aussehen kann. Tiefer Morast und fiese Mücken „Ganz authentisch wird das Erlebnis natürlich nicht“, sagt Bernhard Diekmann. Die Weite der baumlosen Tundra-Landschaft ringsum muss man sich dazudenken. Zudem fehlt der tiefe Morast, durch den sich Arktisforscher kämpfen müssen, wenn im Sommer die obersten Zentimeter des Dauerfrostbodens auftauen. Und auch die Potsdamer Mücken können bei Weitem nicht mit den blutrünstigen Heerscharen ihrer Kollegen in den nördlichen Breiten mithalten. Bernhard Diekmann weiß das aus eigener Erfahrung nur zu gut. Er untersucht die Ablagerungen am Grund von Seen, um daraus die Klimageschichte der seit der letzten Eiszeit vergangenen Jahrtausende zu rekonstruieren. Seine Forschung führt ihn häufig in den Osten Sibiriens. „Dort ist das Arbeiten zwar auch im Winter nicht einfach“, sagt der Geowissenschaftler. Polaranzüge und winterfeste Zelte, die auch einem Schneesturm trotzen können, sind ein Muss. Dafür

BERNHA RD DI EKMA NN/ AWI POTSDA M

JACEK RUTA

Chemie im Haushalt: Luftballons mit Hilfe von Backpulver und Essig aufblasen, Rotkohl verfärben. Versuche zum Mitmachen und Zuschauen. Haus der Chemie, Technische Universität, Charlottenburg.

1 Deutsches Geoforschungszentrum, Helmholtz-Zentrum Potsdam Telegrafenberg – Das System Erde: Verfahren, Werkzeuge und Geräte der Geowissenschaften (Ausstellung und Experiment), Campus – Online-Service Erdbebengefährdung, Mitmachexperiment, Haus G – Wo ist wie viel Wasser? Demonstration, Haus H – Geo-Energie: Gas aus Schiefergestein in Europa, Infostand und Vortrag, Haus H – Vulkane und Vulkanismus, Demonstration Plaza vor der Mensa – Das Magnetfeld der Erde und die SWARM-Satellitenmission, Mitmachexperiment, Haus H – Brandenburgs Untergrund in 3D, Vortrag 19 Uhr, Haus H – Der Potsdamer Telegrafenberg und die optische Telegrafie, Vortrag 19.30 Uhr, vor Haus A31 – Das Magnetfeld der Erde, Vortrag 17 Uhr, Geolab Raum 102

AST R IUM

Strom aus Sand und Sonne: Aus Sand Silizium-Solarzellen herstellen. Kindervorlesung 17.45, 18.45, 19.45, 20.45 Uhr. Helmholtz-Zentrum Berlin, Institut für Silizium-Photovoltaik, Adlershof.

AIP / R. ARLT

K I N D E R

Helmertweg

F Ü R

Feldarbeiten auf dem See El’gene Kjuelle in der Tundra Nordost-Sibiriens, im Hintergrund das Forscher-Feldlager. macht aber die Logistik weniger Schwierigkeiten, weil man mit einem Lkw relativ bequem über den dicken Eispanzer von Seen und Flüssen fahren kann. Die warmen Sommer voller Matsch und Insekten hat Bernhard Diekmann immer als die größere Herausforderung empfunden. So mancher abgelegene See, den er untersucht hat, ist zu dieser Jahreszeit nur per Hubschrauber zu erreichen. Vor Ort stehen dann lange Märsche durch wegloses, oft sumpfiges Gelände auf dem Programm. Und ein etliche Meter langes Metallrohr immer wieder in den Seegrund zu treiben, um einen repräsentativen Ausschnitt aus den Schichten seiner Sedimente auszustechen, ist auch eine ziemlich anstrengende Angelegenheit. Nach einem entspannten Ausflug klingt das alles nicht. Doch es lohnt sich. Denn die Bohrkerne aus den Seen erzählen wie ein Geschichtsbuch vom Klima längst vergangener Epochen. Schicht um Schicht hat sich das Material im

Laufe der Jahrtausende am Grund der Gewässer aufeinander gelagert. Je weiter die Forscher also in die Tiefe vordringen, umso ältere Schlammlagen finden sie. Und jede davon verrät interessante Details über die Zeit ihrer Entstehung. Die darin enthaltenen Pollen erlauben zum Beispiel Rückschlüsse auf die Vegetation in der Umgebung des Sees. Überreste bestimmter Algenarten stehen für wärmere oder kältere Temperaturen. Und je mehr Staub eine Schicht enthält, umso trockener war die jeweilige Periode. „Wir sehen in den Bohrkernen zum Beispiel deutlich, dass es vor 7 000 bis 4 000 Jahren in Ostsibirien wärmer war als heute“, erläutert Bernhard Diekmann. Die Waldgrenze hatte sich während dieses sogenannten Klimaoptimums weiter nach Norden verschoben. Noch extremer war der Wärmeeinbruch vor etwa 120 000 Jahren in der Eem-Warmzeit. Die Analysen der AWI-Mitarbeiter zeigen, dass die Temperaturen im ostsibiri-

schen Lena-Delta damals im Extremfall bis zu 10 Grad höher lagen als derzeit. Statt der heute typischen baumlosen Tundra erstreckte sich im Mündungsbereich dieses Flusses Kilometer um Kilometer Nadelwald. Und es ist keineswegs gesagt, dass die Region in Zukunft nicht wieder so aussehen wird. „In unseren Breiten haben viele Leute ja den Eindruck, dass der Klimawandel seit ein paar Jahren Pause macht“, sagt Bernhard Diekmann. In der Arktis aber ist davon nichts zu spüren. Dort messen die Forscher unvermindert steigende Ozeantemperaturen, das Meereis bedeckt im Sommer deutlich kleinere Regionen als noch vor ein paar Jahrzehnten. An Land taut derweil der Dauerfrostboden im Sommer bis in größere Tiefen auf, die Küsten werden dadurch instabiler und bröckeln ins Meer. Einige dieser Veränderungen aber kurbeln den Klimawandel noch weiter an. So können Bakterien im stärker aufgetauten Boden

größere Mengen des Treibhausgases Methan produzieren. Und auch das Schwinden des Meereises macht sich bemerkbar. Denn statt auf helle Eisflächen treffen die Sonnenstrahlen nun vermehrt auf dunkles Wasser. Dadurch werden sie nicht mehr so stark reflektiert, sondern vermehrt absorbiert und in Wärmestrahlung umgewandelt. Und schon steigen die Wassertemperaturen noch ein bisschen weiter. Solche selbstverstärkenden Prozesse machen die Arktis zu einem der Blickpunkte des globalen Klimawandels. Sie erwärmt sich deutlich stärker als die Erde im Durchschnitt. Das aber dürfte Auswirkungen haben, die weit über den hohen Norden hinausreichen. Einige davon sind möglicherweise schon heute zu spüren. So verändert das Schwinden des sommerlichen Meereises auch das System der winterlichen Hoch- und Tiefdruckgebiete, die das Wetter prägen. Zwar wissen Klimaforscher noch nicht, wie genau diese Gebilde großräumig zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen. Gekoppeltes Wetter Eine populäre Theorie geht aber davon aus, dass die Drucksysteme der Arktis und Europas miteinander gekoppelt sind. Demnach würde die sich erwärmende Arktis auch in der europäischen Wetterküche kräftig mitrühren. Die ungewöhnlich milden Temperaturen, die im vergangenen Winter in Europa herrschten, könnten Computermodellen zufolge durchaus mit den Vorgängen im hohen Norden zusammenhängen. „Die Arktis ist kein Gebiet am Ende der Welt, das uns Europäer nichts angeht“, betont Bernhard Diekmann. Vielleicht reicht ihr kalter Hauch jeden Tag bis nach Potsdam. Nicht nur während der Langen Nacht der Wissenschaften. Geheimnisse in Permafrostböden und arktischen Seen: Ein Mitmachexperiment mit Bodenproben unter dem Mikroskop. Alfred-Wegener Institut, Gebäude A43, Telegrafenberg sowie die Vorträge Permafrost und Klimawandel, 19 Uhr, Geologische Zeugnisse des Umweltwandels in Sibirien, 23 Uhr, beide im Gebäude A43, Hörsaal.

Lange Nacht der Wissenschaften 2014  

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