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DAS ZÜRCHER UNTERNEHMER-MAGAZIN

UWE ALBRECHT

LEIPZIG WILL SICH MIT ZÜRICH VERNETZEN WIRTSCHAFT DAS POTENZIAL DER FRAUEN

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INHALT I ZH KMU

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WIRTSCHAFT 6 Carmen Walker-Späh: Wir brauchen das Potenzial der Frauen 10 Leipzig will sich mit Zürich vernetzen 13 Was macht einen guten Bürostandort aus?

ENERGIE 14 Biogas – klimafreundliches Raumklima

KOMMUNIKATION 16 Wie Meta-Services die Wirtschaft umkrempeln

KULTUR 18 Wein aus Zürich – geteilt mit Engeln

UNTERNEHMEN 20 Troi Food: Der Teufel steckt im Detail 22 Werbung, die (ein)leuchtet

WEITERBILDUNG 24 Bildung für Erwachsene. Von Grund auf.

RECHT 27 Internetauftritt ohne Rechtsprobleme

NETZWERK 28 Vereinigung der Zürcher Immobilienunternehmen

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29 VZH-NEWS 30 ZÜRICH IM BILD

IMPRESSUM ZÜRCHER KMU – Das Zürcher Unternehmer-Magazin erscheint zusammen mit der UnternehmerZeitung im Verlag SWISS BUSINESSPRESS SA, Zürcherstrasse 39, 8952 Schlieren, Zürich, Telefon 044 306 47 00, Fax 044 306 47 11, www.unternehmer zeitung.ch, info @ unter nehmerzeitung.ch HERAUS GEBER: Remo Kuhn, kuhn @ unternehmerzeitung.ch Salome Kern, kern @ unternehmer zeitung.ch

CHEFREDAKTOR: Peter Blattner, blattner @ unternehmerzeitung.ch

MARKETING: Nursah Canli, canli @ unternehmer zeitung.ch

Jürgen Deininger, Jonas Hugentobler, Jean-Pierre E. Reinle, Andreas Steinle, Patrick Von Arx, Nena Weibel print @ unternehmerzeitung.ch

DRUCK: NZZ Print, Schlieren, Zürich

Quellenangabe © UnternehmerZeitung / SWISS BUSINESSPRESS SA material wird keine Haftung übernommen.

REDAKTION:

MITARBEIT AN DIESER AUSGABE:

LAYOUT & PRODUKTION: Bruno Strupler,

NACHDRUCK: Mit schriftlicher Genehmigung des Verlags und detaillierter TEXT- UND BILD MATERIAL: Für unverlangt eingesandtes Text- und Bild -

Im Verlag SWISS BUSINESSPRESS erscheinen ausserdem: SWISS NEWS – The National English Journal,

SWISS-CUISINE – Das Fachmagazin der Gehobenen Gastronomie, BUSINESS CLASS – Das Lifestyle-Magazin der UnternehmerZeitung, VR-Praxis – Das Schweizer Magazin für Verwaltungsräte


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ZH KMU I AGENDA

MESSESTADT ZÜRICH Zürich liegt im stärksten Wirtschaftsraum der Schweiz und ist deshalb ein ausgezeichneter Standort für Fach- und Publikumsmessen.

STARTUPFAIR

Erstmals wird in der Zürcher Maag Halle am 17. September 2013 eine Schweizer Messe für Jungunternehmer durchgeführt. Dahinter steht das Startzentrum Zürich.

Networking und Geschäftsanbahnung stehen im Zentrum der Startupfair. Das Networking in der Lounge wird flankiert von Shout-out’s aus dem Speaker’s Corner, den die Aussteller benutzen können, um auf sich auf-

merksam zu machen. Zehn Startups, die aus Bewerbern aus der ganzen Schweiz ausgewählt wurden, präsentieren einer kompetenten Jury ihre Geschäftsideen, drei gelangen ins Finale. Der Gewinner erhält kostenlos für ein Jahr einen Arbeitsplatz und Business Coaching im Startzentrum Zürich. Erwartet werden bis zu 1 000 Besucher. Hochschulen und Organisationen zur Unterstützung von jungen Unternehmern stellen ihre Programme vor. Zur Trägerschaft zählen die Eidg. Kommission für Technologie und Innovation (KTI), Climate-KIC, die Zürich Versicherung und die OBT.

Der Eintritt ist frei, man muss sich aber unter www.startupfair.ch anmelden.

SOCIAL MEDIA Der Kaufmännische Verband Zürich (KVZ) lanciert die erste Ausgabe seiner neuen Ratgeber-Reihe «Pocket Guides» Das Thema «Social Media» ist in aller Munde und folgerichtig Thema dieser Publikation.

SWISS OFFICE MANAGEMENT Am 11. und 12. September 2013 findet in der Messe Zürich die 2. Fachmesse für Sekretariat & Management Assistenz statt.

Neue Kontakte und Tipps für den Arbeitsalltag lassen sich am MeetingPoint der Messe finden. Persönliche Fragestellungen werden diskutiert und gemeinsame Lösungsmöglichkeiten erarbeitet,

wobei eine Moderatorin die Gesprächsrunden unterstützt und lenkt. Ilona Lindemann gibt Tipps, wie sich Frau im Business erfolgreich präsentiert, wobei Humor, Neugier und Empathie eine wichtige Rolle spielen. Slatco Sterzenbach zeigt umsetzbare Techniken für mehr Energie auf. Johannes Hennekeuser zeigt, wie mehr Produkti-

vität aus unseren Computern herauszuholen ist. Business Excellence ist das Thema von Meike Wilmowicz. Sie plädiert für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen System und Ordnung, aber auch Kreativität und Veränderung. Workshop-Programm und weitere Einzelheiten finden sich auf www.swiss-officemanagement.ch/workshops.

Der handliche Führer stellt die wichtigsten sozialen Netzwerke vor und vermittelt praktische Hinweise zum richtigen Umgang damit. Der Schutz der Privatsphäre wird beleuchtet, ebenso die Möglichkeiten, die eigene Onlinereputation gezielt zu optimieren. Eines ist klar: Jeder Schritt wird heute überwacht, archiviert und in Statistiken ausgewertet. Der Pocket Guide zeigt auf, wo Gefahren lauern, und gibt Tipps, wie Risiken

vorzubeugen ist. Er zeigt aber auch, wie die Vorteile der neuen Netzwerke und Plattformen im Beruf gezielt genutzt werden können. Die Mitglieder des KVZ erhalten ein Exemplar gratis. Für alle anderen ist er zu CHF 10.– beim KVZ erhältlich unter Telefon 044 211 33 22, www.kvz.ch, info@kvz.ch

Foto: zVg / Messe Zürich


AGENDA I ZH KMU

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Berufsorientierte Weiterbildung Informationsabend Montag, 2. September, 18.00 Uhr Management und Kommunikation Kommunikation Mediation und kulturelle Vielfalt .BOBHFNFOU/POQSPmU0SHBOJTBUJPOFO &JEH'"'Ă ISVOHTGBDIGSBVNBOO 47'  -FBEFSTIJQ47' Projektmanagement 1FSTQFLUJWFOJOEFS'BNJMJFOQIBTF

Walter Burkhalter, Paul Beerli, AndrÊ Schläppi, vorne Riet Grass.

STABĂœBERGABE Der Doyen der Schweizer Outplacementbranche, Riet Grass, Ăźbergibt sein Unternehmen an Mitglieder der Geschäftsleitung.

Er tritt per Ende Jahr als CEO zurßck, bleibt aber Präsident des Verwaltungsrates und berät die neuen Firmeninhaber. Die neuen Eigentßmer werden ab 2014 noch weitere Managementfunktionen ßbernehmen. AndrÊ Schläppi, Geschäftstellenleiter Zßrich, amtet als CEO, der Geschäftsstellenleiter St.

Gallen, Paul Beerli, als CFO. Der Geschäftstellenleiter Bern, Walter Burkhalter, wird CMO. Ebenfalls zur Geschäftsleitung zählt Andrea Mutzner, Geschäftsstellenleiter Zug, der aber keine Beteiligung eingegangen ist. Der Geschäftsstellenleiter Basel, Markus Schluchter, verlässt das Unternehmen. Riet Grass lag vor allem die Fortfßhrung seiner Firma und die Sicherung der Weiterbeschäftigung der Mitarbeitenden am Herzen. www.grassgroup.ch

Marketing und PR Marketing und Werbung 5FYUFSJONJUFJEH'BDIBVTXFJT 13'BDIGSBVNBOONJUFJEH'" +PVSOBMJTNVT

Informatik und digitale Medien *OGPSNBUJL"OXFOEFSJO*C[X**4*; 8FC1VCMJTIJOH&#;Ă SJDI %7JTVBMJTJFSVOHVOE"OJNBUJPO 7JEFP 'PUPHSBmF Deutsche Sprache und Text %FVUTDIEJQMPN;Ă SDIFS)BOEFMTLBNNFS -JUFSBSJTDIFT4DISFJCFO Deutsch als Zweitsprache 4UBSU%FVUTDI"VOE"

UFMD%FVUTDI (PFUIF;FSUJmLBUF

Didaktik und Bildungsmanagement #BTJTLVSTGĂ S#FSVGTCJMEOFSJOOFO 47&#;FSUJmLBU &JEH'""VTCJMEFSJO "VTCJMEVOHTMFJUFSJONJUFJEH%JQMPN Software-Entwicklung, Betriebssysteme WebProgrammer PHP +BWB1SPHSBNNFS 0$"+1VOE0$1+1

-JOVY -1* -1*$VOE-1*$

Cambridge-Diplome 1SFMJNJOBSZ&OHMJTI5FTU 'JSTU$FSUJmDBUFJO&OHMJTI $FSUJmDBUFJO"EWBODFE&OHMJTI $FSUJmDBUFPG1SPmDJFODZJO&OHMJTI #VTJOFTT%JQMPNF *-&$#$ Weitere Sprachdiplome %&-'"o#VOE%'1## $FMJ## %JQMPNBEF&TQBĂ—PM##

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ZH KMU I WIRTSCHAFT

Wir brauchen das Potenzial der Frauen Die FDP war die erste Partei mit einer Bundesrätin. Seit 1989 sass aber keine FDP-Frau mehr im Bundesrat. Die Präsidentin der Freisinnigen Frauen Carmen Walker Späh will das ändern.

INTERVIEW SALOME KERN

Diverse Medien titelten im letzten halben Jahr: Die FDP hat ein Frauenproblem. Ist das so? Carmen Walker Späh: Natürlich wünsche ich mir in der Partei einen höheren Frauenanteil – auch auf den Wahllisten. Denn wir sind eine moderne bürgerliche Partei und dazu gehören gemischte Teams. Da gibt es Handlungsbedarf, aber als Frauenproblem würde ich das nicht be zeichnen.

«Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt ein politischer Dauer brenner»

Sowohl in der Politik wie in der Gesellschaft sind Genderthemen heiss diskutiert. Sind die Bedürfnisse von Mann und Frau derart unterschiedlich? Ich bin dankbar über diese Debatte. Die Diskussion ist notwendig und darf nicht belächelt werden, denn sie ist eine logische Folge der Gleichberechtigung. Die Gesellschaft hat sich verändert, die Familienmodelle sind vielseitiger geworden – Beispiel Patchworkfamilien; da ist es doch vorhersehbar, dass es Diskussionen gibt. Zudem sind Frauen heute gut ausgebildet. Jeder zweite Studienabgänger ist weiblich, entsprechend wollen sich Frauen auch im Beruf einbringen. Und die Wirtschaft braucht ihr Potenzial, denn wir haben in der Schweiz einen Fachkräftemangel.

Der Familienartikel sollte ja ein Instrument sein, um Familie und Beruf zu vereinen. Da gab es dicke Luft in der FDP. Wir sind uns innerhalb der Partei einig, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden muss und dass dafür primär die Kantone zuständig sind. Für die FDP Frauen hätte die Verankerung in der Verfassung deren gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Bedeutung unterstrichen, die Partei befürchtete neue Bundeskompetenzen. Nun stimmen wir am 24. November über die SVP-Familieninitiative ab: Diese Initiative will das Rad der Zeit wieder zurückdrehen, indem alle Familien einen Fixbetrag von den Steuern abziehen können, also auch diejenigen, die keine Fremdbetreuungskosten haben. Die Initiative ist ein Bruch mit den Grundprinzipien des Steuersystems und wird Einbussen von mehreren hundert Millionen Franken zur Folge haben, so schätzt es der Bundesrat ein. Es zeigt: Liberale Errungen-

schaften sind nie in Stein gemeisselt! Die FDP Frauen kämpfen gemeinsam mit der FDP dafür, dass es nicht so weit kommt. Sie sprechen von Rückschritt – aber mit anderen Werten wie der ausserfamiliären Betreuung sieht das anders aus. Der Staat darf kein Familienmodell bevorzugen, sondern muss gute Rahmenbedingungen schaffen, damit Wahlfreiheit möglich ist. Als liberale Politikerin setzte ich auf Eigenverantwortung und werte nicht. Vielmehr möchte ich eine Gesellschaft, in der sich Talente entfalten können. Wer sein Kind selbst betreut, hat meinen vollsten Respekt. Wer aber sein Kind von Dritten betreuen lässt, hat nun mal Mehrkosten. Das sollte der Staat anerkennen und nicht bestrafen. Heute ist es so, dass sich arbeiten oft gar nicht lohnt. Und das ist falsch.

Welche Familienthemen stehen noch an? Wir haben in den letzten Jahren viel für die Besserstellung der Familien erreicht. Doch es gibt noch Ungerechtigkeiten, zum Beispiel bei den Sozialversicherungen. Auch Männer werden benachteiligt, Stichwort Scheidungsrecht und Teilzeitarbeit. Väter, die ihr Pensum zugunsten der Familie reduzieren, gelten vielfach als «halbe» Männer. Die FDP Frauen stehen nicht einfach für Frauen ein, weil sie Frauen sind. Sie stehen für ein liberales Gesellschaftsmodell ein, in dem Männer und Frauen eigenverantwortlich entscheiden können, wie sie ihr Leben gestalten. Gerade deshalb haben die FDP Frauen übrigens viele männliche Passivmitglieder. Ein zentrales Anliegen sind flächendeckende Tagesschulen, die arbeiten für beide Elternteile möglich machen. Als Sie das Präsidium der FDP Frauen übernahmen, setzten Sie sich eine FDP-Bundesrätin als Ziel. Seit dem

ZUR PERSON Carmen Walker Späh (1958) ist seit 2002 Kantonsrätin des Kanton Zürichs und seit 2010 Präsidentin der FDP.Die Liberalen Frauen Schweiz. Sie lebt und arbeitet als Rechtsanwältin mit eigener Kanzlei in Zürich. Carmen Walker Späh ist Mutter von drei erwachsenen Söhnen.


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Rücktritt von Elisabeth Kopp 1989 gab es keine mehr. Das ist ein schwieriges Thema für die FDP Frauen. Wir sind tatsächlich stolz, dass wir die erste Frau im Bundesrat hatten. Das ist ein Beleg für unsere liberale Gesellschaftspolitik. Nach dem erzwungenen Rücktritt sass jedoch nie wieder eine FDP-Frau im Bundesrat und dies, obwohl wir qualifizierte Kandidatinnen hatten, wie zum Beispiel die damalige Fraktionschefin Christine Beerli oder die heutige Ständerätin Karin Keller-Sutter. Damit es das nächste Mal klappt, sollten deshalb nur FDP Frauen ins Rennen geschickt werden. Welche Auswirkungen hätte die 1:12-Initiative für die Schweiz? Sie darf auf gar keinen Fall unterschätzt werden. Die Initiative ist eine klassische Neid-Initiative der Jungsozialisten. Ich bedaure, dass die SP diese unterstützt. Gerade die SP – als Verfechterin der sozialen Errungenschaften wie der Sozialpartnerschaft – müsste doch merken, was sie damit preisgibt. Mit der staatlichen Regulierung werden nicht mehr Arbeitsplätze geschaffen, sondern weniger. Es gibt mehr Bürokratie und die Steuerzahler geben tiefere Beträge an die Sozialversicherungen und Steuern ab. Zehn Prozent der Angestellten mit den höchsten Löhnen bezahlen 75 Prozent der direkten Bundessteuer. Dasselbe Bild bei der AHV: Man muss davon ausgehen, dass die betroffenen Unternehmen Arbeitsplätze verlagern werden. Dann fordert die SP den Mindestlohn und einen garantierten Arbeitsplatz. 1:12 ist ein Frontalangriff auf das Wirtschaftsmodell Schweiz. Die Initiative ist radikal. Welchen Kompromiss schlagen Sie vor? Ich wünsche mir, dass die Medien mehr über diejenigen Unternehmer schreiben, die weniger attraktive Foto: Saskja Rosset


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«Man denkt nicht an die positive Wirkung von gemischten Teams»

Headlines liefern, dafür Tag für Tag einen guten Job erledigen, Arbeitsplätze schaffen und faire Löhne und Sozialbeiträge zahlen. Das fällt zwar weniger auf, ist aber die Mehrheit der Unternehmungen in diesem Land. Es gibt Exzesse und ich verurteile diese klar. Aber der Versuch, jeden Exzess regulatorisch zu lösen, belastet auch diejenigen, die bis jetzt nichts falsch gemacht haben und unsere Wirtschaft vorangetrieben haben. Es ist die Kunst der Politik, aus Einzelfällen kein System zu machen, das letztlich allen schadet.

Sie sind seit über zehn Jahren im Kantonsrat. Welches Thema wurde für Sie bis jetzt noch nicht gelöst? Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt ein politischer Dauerbrenner. Ausserdem engagiere ich mich als Bauanwältin seit Jahren gegen absurde Baubürokratie – doch das ist Sisyphusarbeit, denn statt weniger wird es leider immer mehr. Wie wollen wir ernsthaft die Energiewende schaffen, wenn der Wille zum Isolieren schon beim ersten Kontakt mit dem Bauamt gebremst wird? Ich wünschte mir wieder mehr Gründergeist, wie zu Zeiten von Alfred Escher. Heute hat man oft das Gefühl, wir brächten nichts Grosses mehr zustande vor lauter Kleinkrämerei. Bürokratie erstickt die Investitionsbereitschaft – sie verunmöglicht Innovation, unser wertvollstes Schweizer Gut. Sie treten nicht mehr als Zürcher Stadträtin an. Wie können Sie als Kantonsrätin und Präsidentin der FDP.Die Liberalen Frauen Ihre Anliegen besser verwirklichen? Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Der Verzicht auf die erneute Kandidatur war mein persönlicher Entscheid. Stadträtin sein ist ein Vollmandat und ich war im vergangenen Herbst bereit dafür. Dafür hätte ich meine Kanzlei aufgeben müssen. Als Berufsfrau wollte ich mir diese Frage nicht nach wenigen Monaten schon wieder stellen. Auch für meine Mitarbeitenden ist mir eine gewisse Kontinuität wichtig. Ich bin mit Leidenschaft Anwältin. Thema Frauenquote. Wenn Sie eine Kaderposition besetzten, weil Sie eine Frau sind und nicht wegen Ihrer Leistung, wie würden Sie sich fühlen? Es geht nicht darum, unqualifizierte Frauen zu fördern. Die Quote ist eine Zielvorgabe für einen höheren Frauenanteil, vor allem im Kader. Sagen Sie mir, warum es bei

so vielen gut ausgebildeten Frauen nicht möglich ist, mindestens 30 Prozent Frauen im Kader zu haben? Auch europaweit sitzen zu wenige Frauen in den Verwaltungsräten und der Geschäftsleitung. Irgendetwas stimmt in diesem System nicht.

Was stimmt nicht? Es gibt mehrere Studien unter anderem von McKinsey oder der Weltbank, die belegen: Unternehmen mit gemischten Teams erzielen eine 42 Prozent höhere Umsatzrendite. Das Verhältnis von Gewinn zu Umsatz ist also fast um die Hälfte höher. Rein ökonomisch betrachtet müsste jedes Unternehmen den Frauenanteil freiwillig erhöhen. Es sind vermutlich mehrere Faktoren, wieso dies nicht funktioniert. Es beginnt schon im Kopf: Man denkt nicht an die positive Wirkung von gemischten Teams. Karriere und Ehrgeiz gelten noch als männliche Eigenschaften. Aber auch die Rahmenbedingungen sind nicht ideal. Ein Verwaltungsratsmandat kann man auch ausüben, wenn man nicht Vollzeit arbeitet. Wenn es um eine Stelle als Geschäftsführerin geht, kommt natürlich sofort die Frage nach den Betreuungsmöglichkeiten. Dieses Angebot muss klar verbessert werden. Wie ist die Lage in Europa? In Europa ist diese Diskussion weiter. Mein Horrorszenario: Europa führt die Quote für die börsenkotierten Unternehmen ein und unsere Schweizer Top-Unternehmerinnen werden vom Ausland abgeworben. Und das alles bei einem nachgewiesenen Fachkräftemangel in der Schweiz! Ich engagiere mich dafür, dass die Frauen hier in der Schweiz Karriere machen können, auch für unsere Schweizer Volkswirtschaft. Bezeichnen Sie sich als Feministin? Ich habe einmal gesagt, ich sei eine bürgerliche Feministin. Aber das Wort Feministin schliesst die Männer aus, was mir auch nicht richtig passt. Über Eines rege ich mich auf: Wer sich mit gesellschaftspolitischen Fragen beschäftigt, wird politisch schnell an den linken Rand geschoben. Das geschieht nur deshalb, weil linke Politiker jahrelang die Themenführerschaft in Sachen Gleichstellung für sich in Anspruch nahmen. Nur weil mir Gesellschaftspolitik ebenfalls wichtig ist, bin ich noch lange keine Linke. Als Liberale habe ich andere Rezepte. Auf jeden Fall dürfen wir dieses Thema nicht einfach den anderen Parteien überlassen, denn es geht hier auch um Wirtschaftspolitik.


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D E L E G AT I O N A U S L E I P Z I G B E S U C H T T E C H N O PA R K

Leipzig will sich vernetzen Leipzig und Zürich haben beide Standortvorteile. Davon wollen beide Städte stärker profitieren und enger zusammenarbeiten. Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht sieht Chancen für beide Seiten.

INTERVIEW NENA WEIBEL

Weshalb sind Sie heute in die Schweiz gekommen? Weshalb gerade Zürich, weshalb der Technopark? Uwe Albrecht: Wir haben in Leipzig eine ganze Reihe von Unternehmen mit Schweizer Hintergrund. Als Beispiel sei hier Kühne+Nagel KG genannt, die 2013 ihr 100-jähriges Jubiläum am Standort Leipzig feiern werden, aber natürlich schon sehr lange im Grossraum Zürich beheimatet sind. Ein weiteres Beispiel ist die Georg Fischer AG, die in Leipzig Getriebe in allen vorstellbaren Grössen fertigen. Es gibt also eine grosse Affinität in der Region Leipzig für Schweizer Unternehmen. Ich als Wirtschaftsbürgermeister pflege diese Kontakte und suche neue. Ich habe mich sehr gefreut, dass wir über diese Unternehmen, die wir natürlich aus der Region kennen, jetzt die Möglichkeit haben, nach Zürich

zu kommen. Dabei spielen das Thema Technologie und alle die Themen, die mit der Wettbewerbsfähigkeit in der Zukunft zu tun haben, für mich eine wichtige Rolle. Insofern war es also kein Zufall, sondern zielgerichtet, dass ich die Chance genutzt habe, mir den Technopark anzuschauen. Die Gemeinsamkeiten sind also bereits vorhanden – wie lassen sich diese nun ausbauen? Das geht natürlich immer nur über eine sehr intensive Kontaktpflege.

Wir haben zum Beispiel den Schweizer Tag, den wir einmal jährlich für einen spezifischen Kanton und die jeweiligen Unternehmen in der Region in Leipzig organisieren. Es findet ein sehr grosses, mittlerweile fast schon emotionales Treffen zwischen den Vertretern aus dem jeweiligen Kanton und den jeweiligen Unternehmen aus der Region Leipzig statt. So bietet sich immer wieder die Chance, neue Kontakte zu knüpfen, die dann auch einen regionalen Bezug haben. Und – das finde ich eben ganz besonders interessant –

ZUR PERSON Uwe Albrecht ist seit 2006 Bürgermeister für Wirtschaft und Arbeit der Stadt Leipzig. Er wurde 1957 in Leipzig geboren. Nach seinem Studium der Kraftfahrzeugtechnik war er von 1991 bis 1995 in der Speditionsbranche tätig. Danach fungierte er bis 2002 als Vorstand im Dachverband eines Immobilienberatungsunternehmens. Von 2002 bis 2011 war Albrecht Mitglied im Verwaltungsrat und Kreditausschuss der Sächsischen Aufbaubank (SAB).


WIRTSCHAFT I ZH KMU die dann in beide Richtungen gehen. Also können sich Unternehmen aus der Region der Stadt Leipzig auf die Märkte in der Schweiz orientieren und umgekehrt. Ein weiteres Beispiel für die engen Verbindungen ist der Leipziger Opernball, der zum 19. Mal veranstaltet wird und diesjährig das Motto «Grüezi Switzerland!» trägt. Diese Namenswahl ist bewusst aufgrund der vielfältigen Wirtschaftsbeziehung der Region Leipzig mit der Schweiz, insbesondere dem Kanton Luzern, getroffen. Es liegen doch aber immerhin fast 700 Kilometer zwischen Leipzig und Zürich? Wenn man sich in Leipzig ins Flugzeug setzt, so wie ich gestern, ist man in nicht einmal dreieinhalb Stunden in Zürich. Damit verkürzen sich die Relationen in der Tat. Und ich bin ein grosser Freund von Infrastruktur-Themen und Logistik. Ich halte es für sehr wichtig, dass sich Wirtschaftsregionen in Europa austauschen und miteinander kommunizieren können. Und da ist die Flugverbindung ein wesentlicher Baustein, denn es ist für Unternehmen aus Zürich wie aus Leipzig ein Katzensprung, die jeweils andere Stadt zu besuchen. Damit ist sowohl der wirtschaftliche und der kulturelle Austausch gegeben. Wo sehen Sie Standortvorteile in Zürich? Ich finde es sehr bemerkenswert, dass die Stadt, der Kanton und die umliegenden Orte sich sehr intensiv um die Themen der verkehrlichen Erschliessung nicht nur bemühen, sondern sie tatsächlich umsetzen. Ich habe mit grosser Anerkennung gesehen, dass eine komplette neue Strassenbahnlinie eingerichtet worden ist, was auf eine breite Resonanz stösst. Und zwar nicht nur seitens der Bürger, sondern auch der Partner, die bereit sind, Derartiges zu finanzieren. Denn wenn es um die Finanzierung geht, scheiden sich meistens die Wege. Hier ist es in beispielhafter Weise gelungen, dass sich alle in die Verantwortung miteingebracht haben. Man hat über einen langen Diskussionsprozess eine neue Infrastruktur geschaffen, was in Europa eher selten geworden ist. Die städtebaulichen Wandlungsprozesse der letzten 20 Jahre beispielsweise in Oerlikon sind mit einer nach meiner Beobachtung gelungenen Veränderung von der Industrielandschaft hinüber

in eine Dienstleistungslandschaft mit gleichzeitigem hohem Wohnwert sehr beeindruckend. Da kann ich den vielen Vätern des Erfolges nur anerkennend auf die Schulter klopfen. Was kann Leipzig Zürich bieten? Leipzig ist nach wie vor ein sehr interessanter Investitionsstandort für Unternehmen aus der Region Zürich. Wir haben eine breit gefächerte Hochschullandschaft. Den Zugriff auf junge, dynamische und gut ausgebildete Menschen halte ich für einen besonders wichtigen Standortvorteil. Wir haben eine hohe Dichte von mittelständischen Unternehmen, die im Bereich Facharbeiterausbildungen ein sehr gutes Niveau garantieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass Anfragen von Investoren aus einer Hand bedient werden. Das heisst, Ansiedlungsprozesse und Innovationsprozesse, die mit Ansiedlung verbunden sind, werden bei uns innerhalb der Stadtverwaltung Leipzig zentral bearbeitet. Zügige Abläufe und schnelle Verwaltungsentscheidungen sind unser Aushängeschild. Und die Infrastruktur in Leipzig ist nicht nur neu, sondern auch allumfassend. Über eine gute Luftverkehrsanbindung, über Autobahnsysteme und über die Schiene ist man hervorragend an Leipzig angebunden, egal ob für Massenprodukte, die nach oder von Leipzig geliefert werden, oder für individualisierte Produkte. Wie können diese Kooperationstätigkeiten in Zukunft noch intensiviert werden? Das ist völlig klar zu strukturieren. Jedes Unternehmen, das aus der Region Zürich einen Standort in Leipzig hat, hat als erste Anlaufstelle mein Dezernat und mich in Person. Bei mir ist das Thema Ansiedlung Chefsache. Das heisst, jedes Unternehmen kann sich direkt an mich oder uns wenden. Oder eben an unsere Schweizer Partner hier in Zürich mit dem Technopark. Jede Form von Kommunikation ist möglich, jede Anfrage wird beantwortet. Und ich darf noch darauf hinweisen, dass wir neben der Stadt und der Stadtverwaltung selber eine sehr interessante Konstruktion der Wirtschaftsförderung auf regionaler Ebene haben. Wir haben eine Wirtschaftsfördergesellschaft, die darüber hinaus als Partner und Dienstleister zur Verfügung steht.

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«Ich halte es für sehr wichtig, dass sich Wirtschaftsregionen in Europa austauschen und miteinander kommunizieren können»

Die Thomaskirche in Leipzig ist nicht das Einzige, was einen Besuch lohnenswert macht.

LEIPZIG IST EINE DER UNTERNEHMERF R E U N D L I C H S T E N G R O S S S T Ä D T E I N E U R O PA Am 2. Juli kam eine deutsche Delegation aus Leipzig nach Zürich in den Technopark. Dabei wurde im Rahmen von verschiedenen Anlässen der Standort Leipzig sowie die Kooperationsmöglichkeiten auf der Achse Zürich-Leipzig vorgestellt. Die Leipziger Delegation, die Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht begleitete, wollte vom Technopark lernen. In Zukunft soll die Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten noch intensiviert werden. Dabei hat Leipzig gegenüber Zürich viel zu bieten, hiess es bei dem Treffen. Nebst einer etablierten Hochschullandschaft und einer guten Verkehrsinfrastruktur sei Leipzig eine logistische Drehscheibe zu den Märkten Europas. Die regional sehr starke Automobil- und Zulieferindustrie schaffe viele Arbeitsplätze und profitiere von den Standortvorteilen Leipzigs. Zudem sei die rund 500 000-Einwohner-Stadt ein wichtiger Standort für die Gesundheitswirtschaft und Biotechnologie. Leipzig belegt Spitzenpositionen im Financial-Times-GroupRanking 2012/2013 und ist nach Hamburg, München und Frankfurt eine der wirtschaftsstärksten Städte Deutschlands. Leipzig wurde mehrfach zur unternehmerfreundlichsten Grossstadt in Deutschland gewählt.


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Am Rand – aber gut erreichbar Eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr macht einen Bürostandort attraktiv. Wie gut erreichbar sind die Firmen im Kanton Zürich? Eine Analyse. TEXT SALOME KERN

Draussen rauschen Bäume, Dörfer und Felder vorbei. Reisende sitzen in den Bahnabteilen und lesen Gratiszeitungen. Pendeln ist für viele nichts Ungewöhnliches, 200 000 Personen reisen täglich nach Zürich an ihren Arbeitsplatz. Trotzdem wollen die meisten dem Arbeitsweg nicht zu viel Freizeit opfern. Für Firmen spielt die Lage ihrer Büros eine wichtige Rolle. Der Standort muss attraktiv für die Angestellten sein: Möglichst viele Arbeitnehmer sollten einen möglichst kurzen Arbeitsweg haben. Grosse Firmen ziehen um Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat eine Studie dazu veröffentlicht – wie gut sind die Büros im Kanton Zürich mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar? Dafür berechnete die ZKB die Fahrplanreisezeit an einem Montagmorgen. Die Luftdistanzen hat das Team nicht berücksichtigt – sie unterscheiden sich stark von der effektiven Fahrdauer. So liegen Küsnacht und Stallikon sieben Kilometer vom Zürcher Hauptbahnhof entfernt. Trotzdem reist der Pendler von Küsnacht nur zwölf Minuten, während Stallikon 45 Minuten entfernt liegt. Die Verantwortlichen der ZKB haben 15 Millionen Verbindungen aus der gesamten Schweiz für den Raum Zürich ausgewertet. «Heute entstehen neue Bürogebäude häufig etwas ausserhalb der Grossstadtzenten, sind aber dennoch gut erreichbar», sagt Jörn Schellenberg von der ZKB. Viele Bürostandorte in der Stadt sind unmittelbar neben Bahnhöfen. Dennoch scheint auffällig: Grosse Firmen ziehen von den Büros in der Innenstadt an weniger zentrale Lagen. Zwei Beispiele: Ernst & Young befindet sich neu im Zürcher Kreis 5 und die Allianz Versicherung ist gar nach Wallisellen gezogen. Wichtig bleibt, dass die Standorte gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen sind. «Ältere Immobilien an zentraler Lage sind teuer. Ausserdem entsprechen sie weniger den heutigen Anforderungen», sagt Schellenberg. Gerade Grossraumbüros sind in der Innenstadt selten. «Auch ein Umbau kann in mo-

ERREICHBARKEITSPOTENTIAL MIT DES ÖV IM GROSSRAUM ZÜRICH

Grafikquelle: Zürcher Kantonalbank / swisstopo

dernen Gebäuden an einer dezentralen Lage einfacher realisiert werden.» Situation im Raum Stadt Zürich Die Studie der Zürcher Kantonalbank vergleicht die Standorte in Zürich. Mit guter Verbindung punkten Regionen wie Zürich Oerlikon, die Richtung Stettbach/Dübendorf, aber auch Standorte zwischen Glattpark und Flughafen. Zürich Affoltern hingegen ist im Stadtvergleich für die Angestellten eher schlecht erreichbar. Das ToniAreal in Zürich West profitiert stark von der neuen Tramlinie zum Bahnhof Altstetten. Aussichten im Büromarkt Die Neubauten sind nicht nur gut zu erreichen, sondern auch von höherer

Qualität, verfügen über eine moderne Energieversorgung und passen zu den heutigen Arbeitsformen. Die Mietpreise seien aber trotzdem angepasst. Die Studie hält fest, dass es auch bei Neuprojekten nicht einfach sei, genügend Mieter zu finden. Für ältere Objekte an schlechter erschlossenen Standorten sei es also noch schwieriger. Die Studienautoren gehen davon aus, dass der Verdrängungskampf weiter zunimmt und der Preisdruck steigt. «Es wird in naher Zukunft schwieriger werden, für ältere grossflächige Objekte noch verlässliche Haupt- oder Gesamtmieter zu finden», erklärt Schellenberg. Im Raum Zürich nimmt die Beschäftigung nur noch leicht zu, das Angebot für Büroflächen hingegen steigt.


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ZH KMU I ENERGIE

Klimafreundliches Raumklima Biogas ist erneuerbar und klimafreundlich, denn es gilt als nahezu CO2-neutral. Für die Biogas-Produktion werden Abfallstoffe verwendet. Wer eine Gasheizung hat, kann problemlos auf Biogas umsteigen. KREISLAUF

TEXT NENA WEIBEL Rohstoff Organische Abfallstoffe

Jeder kann auf klimafreundliches Heizen mit Biogas umsteigen. Wer einen Erdgas-Anschluss besitzt, kann Biogas nutzen, ohne in die bestehende Anlage investieren zu müssen. Die Produktion von Biogas ist aufwändiger und teurer als Erdgas aus dem internationalen Erdgas-Transportnetz, jedoch wird die Umwelt mehr geschont und die Abhängigkeit von endlichen Ressourcen reduziert. Innovative Technologie Wer keine Gasheizung besitzt, kann zwischen einer kondensierenden Standardlösung oder einer Strom erzeugenden Gasheizung wählen. Der Vorteil der Strom erzeugenden Heizung liegt auf der Hand: Mit der Erzeugung von Strom wird gleichzeitig Wärme produziert. Bei dieser neuen Technologie handelt es sich um eine Mikro-Kraft-WärmeKopplungsanlage. Ein kleiner Motor produziert einen Grossteil des im Gebäude benötigten Stroms. Die Abwärme des Motors wird für die Heizung und die Warmwasseraufbereitung genutzt. Die meisten Hersteller setzen auf die Technologie des Stirling-Motors. Dieser ist leise, aufgrund der Konstruktion sehr wartungsarm und hat einen hohen Wirkungsgrad. Für den Betrieb der Strom erzeugenden Heizung kann Erdgas oder Biogas eingesetzt werden. Biogas aus Abfallstoffen Das von Erdgas Zürich angebotene Biogas wird ausschliesslich aus Abfallstoffen gewonnen. Aus dem Vergärungsprozess wird Biogas in mehreren Anlagen aufbereitet und ins Erdgas-Netz eingespeist. Durch das Erdgas-Netz fliesst es

Herstellung Vergärungsprozess, Biogas-Aufbereitung und Einspeisung

Photosynthese CO2-Aufnahme

Nutzung Wärme, Mobilität, Stromerzeugung

Verteilung Verteilung über das Erdgas-Leitungsnetz

zu den Kunden und wird zum Heizen, Kochen oder Autofahren genutzt. Für die Biogas-Produktion werden keine nachwachsenden Rohstoffe wie beispielsweise Mais oder Raps verwendet. Damit wird sichergestellt, dass die Biogas-Beschaffung nicht in Konkurrenz zu Nahrungs- und Futtermitteln steht. Biogas ist klimafreundlich und ressourcenschonend. Durch die Nutzung von Biogas wird aber Kohlendioxid ausgestossen. Doch die Aufnahme von CO2 durch die Pflanzen liegt zeitlich nahe bei der Freigabe bei der Verbrennung, sodass es als fast CO2-neutral gilt.

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Grafikquelle: zVg / Foto: zVg / GettyImages

Jeder kann Biogas beziehen Dank der Einspeisung ins Gasnetz kann Biogas allen ErdgasKunden zur Verfügung gestellt werden. Das Prinzip ist vergleichbar mit jenem beim Ökostrom. Wer Biogas bezieht, kauft neben der eigentlichen Energie zusätzlich einen ökologischen Mehrwert, nämlich erneuerbare Energie in Form von Biogas. Diese Menge Biogas wird an einem anderen Ort real produziert und garantiert ins Erdgas-Netz eingespeist. Die Schweizerische Oberzolldirektion (OZD) überwacht die Mengenbilanzierung mit Hilfe einer Clearingstelle.

Flexibles Angebot Erdgas Zürich bietet die Möglichkeit, Biogas mit unterschiedlichem Anteil zu beziehen. Zu den Standard-Varianten zählen fünf, zwanzig oder hundert Prozent Biogas naturmade star, jedoch ist auch ein individueller Anteil jederzeit wählbar. Biogas steht dem Gewerbe und der Industrie sowie auch Liegenschaftsbesitzern in der ganzen Schweiz zur Verfügung. Ebenso können Mieter und Stockwerkeigentümer auf Biogas umsteigen. Erdgas Zürich ist der schweizweit grösste Anbieter von Biogas.

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ZH KMU I KOMMUNIKATION

VIELE WEGE FÜHREN ZUR ZIELGRUPPE IM 21. JAHRHUNDERT Die vier wichtigsten Grundregeln

Individualisierung richtig einschätzen!

Lebenssituation und Kontexte erkennen!

Zielgruppe

Den permanenten Übergang planen!

Überschneidungen und Gleichzeitigkeiten berücksichtigen!

Die Meta-Services von morgen werden uns umhüllen wie eine Wolke und werden so zu unserer persönlichen Service-Cloud.

Wie Meta-Services die Wirtschaft umkrempeln Wann wurden Sie das letzte Mal von Ihrer Bank begeistert? An welchen Handwerkerbesuch denken Sie mit Freude zurück? Welches Produkterlebnis hat Sie zuletzt wirklich glücklich gemacht?

TEXT ANDREAS STEINLE *

Wenn Ihnen auf diese Fragen keine Antworten einfallen, geht es Ihnen wie mir und vermutlich den meisten anderen Menschen. Das Streben der Unternehmen nach Effizienz und der Wettbewerb über den günstigsten Preis haben zu einer Dienstleistungshölle geführt. Es gibt jedoch Hoffnung, dass ein neues Zeitalter anbricht, in dem diese Frustrationserlebnisse der Vergangenheit angehören. Zwei Gründe sind dafür verantwortlich. Zum einen hat die Massengesellschaft ausgedient. Und zum anderen treten wir in eine Ära real-digitaler Identität ein. Vernetzung ist keine Hexerei mehr, sondern Grundvoraussetzung unserer Existenz – wie fließendes Wasser und Strom aus der Steckdose. Via Smartphone, Laptop und andere digitale Geräte bewegen wir uns in einem Echtzeit-Datenfluss. Dies ermöglicht uns, von überall nicht nur Empfänger, sondern

auch Sender zu sein und Wünsche situativ mitzuteilen. Kluge Unternehmen nutzen dies, um ihren Kunden individuelle Lösungen zu bieten, die weit über bestehende Angebote hinausgehen: Meta-Services. Meta-Services stehen im Zentrum jener Zukunftsmärkte, die darauf abzielen, unser komplexer werdendes Leben zu meistern. Hierzu gehören unter anderem die stark wachsenden Unterwegsmärkte. Je mobiler wir leben, je mehr Zeit wir unterwegs in Transit-Zonen verbringen, desto größer wird das Bedürfnis nach Anschluss

und Geborgenheit. Das ist ein ganz wesentlicher Motor für Facebook, dessen neues Mobilangebot sinnigerweise «Home», also Heimat, heißt. Mit «Home» erscheint der persönliche Newsfeed als Startbildschirm, so dass sich Facebook über alle anderen Apps legt. Ein Tastendruck reicht und man kann alles kommentieren. Das Feedback auf Postings und das Feedback auf Feedbacks steht für die FacebookNutzer im Mittelpunkt. Das fluid gewordene Selbst erfährt durch kommunikativen Austausch Stabilität. In unserer digitalen Welt muss der


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dessen Navigationsgerät persönlich durch fremdes – oder auch vertrautes – Terrain gelotst werden: «Schön, Herr Meier, dass Sie wieder im Wallis sind. Ich schlage Ihnen eine Route vor, wo wir am Cafe Dolomiti vorbeikommen und Sie mit einem Cappuccino aufs Haus begrüßt werden.» Die Meta-Services von morgen unterstützen uns immer dann, wenn wir es wollen. Sie werden uns begleiten, wohin wir auch gehen, sie werden da sein, egal in welcher Situation wir uns befinden, sie werden uns umgeben wie die Luft: übergreifend, allgegenwärtig, unaufdringlich. Sie werden uns umhüllen wie eine Wolke und werden so zu unserer persönlichen Service-Cloud. Das zwingt Anbieter zum Umdenken. Denn das heißt, dass Daten frei fließen müssen, um den Kunden auf seiner Reise mit der Marke durchgehend zu begleiten. Das bedeutet auch mehr Datenpunkte, die zusammengebracht und analysiert werden müssen– mehr Quellen, mehr Formate, mehr Touchpoints. Kunden sind in vielerlei Hinsicht bereit, Daten über sich preiszugeben, wenn ihnen die Vorteile vermittelt werden, die sie davon haben. Der Kunde der Zukunft erwartet kein kurzfristiges Versprechen, sondern ein langfristiges Sinnerleben: mehr Menschlichkeit, mehr Lebensqualität und mehr Vertrauen. Konsum der Zukunft heißt: Daten + Dinge + Kontakte + Kommunikation.

Foto: Bilderbox.de / Grafikquelle: Zukunftsinstitut

erste Grundsatz des Philosophen René Descartes, «Ich denke, also bin ich», fortgeschrieben werden: «Ich werde wahrgenommen, also bin ich.» Viele der sich verbreitenden digitalen Dienste erfüllen das beschriebene Bedürfnis. Location Based Apps wer-

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den dabei eine zentrale Rolle spielen. Sie erlauben es, die konkrete Situation eines Kunden, seine Befindlichkeit in Zeit und Raum zu erfassen, um ihn dann zielgerichtet zu unterstützen und ihm das Leben zu erleichtern. Wer einen Mietwagen ausleiht, könnte von

* Andreas Steinle ist Geschäftsführer des Zukunftsinstituts. und Autor der Studie: «Die Zukunft des Konsums».

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ZH KMU I KULTUR

Wein – geteilt mit Engeln In Zürich Höngg versteckt sich die letzte Weinkellerei der Stadt. Im Wein steckt mehr als Trauben: Die Erfahrung der Familie Zweifel aus mehreren Jahrhunderten.

Im Barriquekeller wird der Wein in Holzfässern gelagert.


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«Ein junger Rebstock produziert aus jugendlichem Übermut viele Trauben und hat dann nicht die Kraft, alle reifen zu lassen. Ein alter ist verlässlicher, er weiss genau, wie er aromatische Trauben wachsen lässt» Kellermeister Diederik Michel

TEXT SALOME KERN, FOTOS MANUELA PAGANINI

Kunden packen Gemüse und Früchte in die Einkaufswagen, die Kasse piepst, Verkäufer räumen die Regale ein: Es ist Hochbetrieb im Migros Höngg an der Regensdorferstrasse. Es scheint, als wäre das schon immer so gewesen. Aber dem ist nicht so. Vor drei Jahren standen hier noch eine Traubenpresse und Paletten gefüllt mit Weinflaschen. Seit dem Umbau ist die einzige Weinkellerei der Stadt Zürich im Obergeschoss angesiedelt. Die Gründer- und Besitzerfamilie Zweifel ist eine alteingesessene Hönggerfamilie. Wer Zweifel hört, denkt anfangs zuerst an die Chips – den zweiten Unternehmenszweig der Familie. Im Weingeschäft sind sie aber schon viel länger tätig. Der Name Zweifel wurde 1440 zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt: Ein Zweifel bewirtschaftete den Rebberg «uf Klingen». Die Temperatur macht den Wein Letztes Jahr haben die Mitarbeiter 32 Traubensorten und insgesamt 160 Tonnen Trauben verarbeitet. Im Weinkeller werden nicht nur die eigenen Trauben gekeltert, verschiedene Winzer bringen ihre Lese von 20 Hektaren Reben auf Land in der Stadt und Trauben aus der Umgebung nach Höngg. Durch die Lohnkelterei sparen die Weinbauern Geld, das sie in neue

Geräte investieren können. Die Luft im Weinkeller ist kühl, sie riecht nach einer Mischung aus Holz und Rotwein. Die gepressten Trauben gären in grossen Stahlbehältern während acht bis zwölf Tagen. In der Haut der Traube verstecken sich die meisten Farb- und Aromastoffe. Damit diese auch im Wein sind, muss der Saft während des Gärens regelmässig gerührt werden. «Wir machen das gerne von Hand, dann spürt man die Nähe zum Wein», sagt Kellermeister Michel. Drei Räume mit verschiedenen Temperaturzonen erlauben eine optimale Lagerung für jeden Wein. Bei der Gärung entsteht CO2, weshalb Weisswein kühler gelagert wird. So wird das CO2 gebunden und der Weisswein bleibt spritziger. Rotwein verträgt zwei bis drei Grad wärmere Temperaturen. Im Barriquekeller stehen grosse Holzfässer, die älteren sind mit kunstvollen Schnitzereien verziert. Die Luftfeuchtigkeit im Raum ist etwas höher, damit möglichst wenig Wein verdunstet. «Ein kleiner Teil verdunstet immer: Der Angels Share. Es heisst, man teilt mit den Engeln». Nach den Erfahrungen des Kellermeisters wird ein Rotwein harmonischer, wenn er im Holzfass gelagert wurde. «Wir haben Fässer aus verschiedenen Ländern getestet. Für die Weiss-

weine nehmen wir Bülacher Eichenfässer. Unsere Erfahrung zeigt, dass diese das beste Aroma geben.» Die Weine von Zweifel haben immer einen Drehverschluss. «Damit können wir garantieren, dass das Produkt so beim Kunden ankommt, wie es die Kellerei verlässt.» Der Kork ist ein Naturprodukt und lässt unterschiedlich viel Sauerstoff in die Flasche. Das hat einen grossen Einfluss auf das Aroma. Werkzeug Geschmacksknospen In einer Weinkelterei gehört die Degustation zum Alltag. «Bei der Degustation nimmt man einen kleinen Schluck in den Mund, schluckt einmal leer und spuckt den Wein wieder aus.» Die Mitarbeiter degustieren meist morgens um zehn Uhr. «Dann ist man wach und konzertiert.» Oft gemeinsam mit den Lernenden, das trainiert ihre Geschmacksknospen. Neben der Degustation stellen auch Analysen im Labor die strengen Qualitätsanforderungen sicher. Im Vinarium Höngg verkauft Zweifel nicht nur die eigenen Weine. Ein wichtiges Standbein ist auch der Import von Weinen aus der ganzen Welt. Neben dem Wein stehen in den Regalen auch Champagner und Liköre. Und Pommel, der traditionelle Apfel-Essig der Familie Zweifel.


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ZH KMU I UNTERNEHMEN

Der Teufel steckt im Detail Aus purer Freude, Familie und Freunde zu bekochen, begannen Sara Troiano und ihre kreativ kochende Mutter als kleines Familienunternehmen mit kleinen Caterings für Bekannte. Als hierfür mit der Zeit mehr und mehr Nachfrage einging, bildete sich ein Team von professionellen Mitarbeitern um die charismatische JuniorChefin herum. Inzwischen blicken Troi Food Services auf sechs höchst erfolgreiche Jahre zurück. TEXT JEAN-PIERRE E. REINLE

Die Passion von Troi Food Services gilt der mediterranen Küche. Klassiker aus dem Mittelmeerraum werden nach traditionellen Rezepten zubereitet, jedoch neu interpretiert. Auf diese Weise entstehen immer wieder ungewöhnliche Kreationen, wie etwa auf der Gabel servierte, mit Parmaschinken umwickelte «Provolone Dolce». Oder auf weissen Keramikplättchen kredenzter Schmorbraten. Spezielles Augenmerk wird dabei auf die Qualität der kalt und warm gereichten Häppchen gelegt. Weshalb als Lieferanten für die Rohprodukte Kleinbetriebe bevorzugt werden, welche ihren Erzeugnissen viel pflegende Liebe angedeihen lassen und diese mit Stolz weiter geben. Im Januar 2012 wurde in Zürich Wiedikon dann der Troi Food Deli eröffnet; ein einfacher «Take-Away», in dem von Montag bis Freitag jeden Mittag hausgemachte Suppen, frische Salate und raffinierte Bagels angeboten werden. Mittlerweile wird selbst das bekannte Kino Riffraff täglich mit Spezialitäten aus diesem Standort beliefert. Auch bringt die je nach Anlass bis zu 50 Mitarbeiter umfassende Crew eine ausgesprochene Affinität zum möglichst perfekten Service mit und stellt sich jederzeit auch ungewöhnlichen Herausforderungen. So kümmern sich Troi Food Services um die filigrane Dekoration, ein musikalisch adäquates Programm sowie die Technik und grafische Gestaltung von Einladungen: Absolute Hingabe für Kunde und Auftrag sowie permanente Begleitung vom Beginn bis zum Ende des Events. Frau Troiano, bereits während Ihrer Ausbildung und der Berufspraxis als Angestellte schwärmten Sie Ihren Freundinnen gegenüber von den Kochkünsten ihrer italienischen Mamma vor. Sara Troiano: Tatsächlich handelt es sich dabei um eine interessante Entstehungsgeschichte, weil wir ursprünglich aus purer Liebe zum Essen für unsere Freunde gekocht hatten. Worauf uns diese zunehmend anspornten, wir müssten diese Passion professionell ausüben. Weshalb wir es schliesslich wagten, zuerst den nebenberuflichen Schritt in die Selbständigkeit vorzunehmen. Und dies, obwohl es bereits mehr als 100 andere Caterings auf dem Platze Zürich, schweizweit wohl 1000 gab. Aber eben, der Teufel steckt im Detail... «It’s all about details.» Wir führten darüber auch intern immer wieder grosse Diskussionen. Sogar im «back office» traf ich zu Beginn oftmals die Meinung an: «Das sieht doch niemand» - «Nein, ich hab’s gesehen, und mit Schlendrian fangen wir erst gar nicht an, ansonsten können wir gleich wieder mit unserem Geschäft aufhören.»

Vor Monaten eröffneten Sie nun auch noch den Take Away in Zürich. Wir zügelten Zentralküche und Büro vor eineinhalb Jahren hierher ins Quartier von Wiedikon, wobei der Hauseigentümer seinen Wunsch äusserte, er wolle in seinem Hause unbedingt einen GastronomieBetrieb haben. Damit tat ich mich anfänglich ziemlich schwer, weil ich den Grundgedanken des Take Away Shops noch heute mit amerikanischem Fastfood verbinde. Denn meine Philosophie lautet, dass man sich fürs Essen genüsslich genügend Zeit nehmen soll. Wieso liessen Sie sich umstimmen? Zuerst habe ich abwehrend erwidert: Das entspricht mir nicht! Da meldeten sich meine engsten Vertrauten zu Wort: «Du kannst dies doch auf dem von Dir gewohnten Niveau umsetzen; was hatte Dir denn zur Mittagszeit bei Deiner Büroarbeit jeweils gefehlt» – «Eine feine Suppe, ein guter Salat sowie ein frisch zubereitetes, kleines Menü.» Und die männliche Fraktion fand: «Ein paar rassig schmeckende Sandwiches wären zur Ergänzung auch noch gut.» Mit diesem Mittags-Angebot haben wir über das Quartier hinaus den Nerv der Zeit getroffen. Viele Leute sagen uns: Oh, endlich etwas anderes als Kebab, Pizza und Hamburger. Die Süppchen bereiten Sie aufgrund der vier bekannten Grundfonds zu? Ja, und dabei wollen wir auch stets innovativ bleiben. Als uns das Klima neulich kurz heisse Tage bescherte, bereiteten wir eine Ananas-Kaltschale zu. Denn wenn das schmeckt, probieren die Konsumenten auch Ungewohntes und Neues. Beim Catering ordern interessierte Gastgeber zuerst das herkömmlich Bekannte. Ab dem nächstes Mal

Sara Troiano gibt Gas . . .

heisst es dann: «Wir haben volles Vertrauen in Ihre Kreativität und lassen uns gerne von Ihnen überraschen.» Bei all dem wünschen Sie sich keinem Trend zu unterwerfen? Wir werden immer wieder gefragt, ob bei uns alles gemäss saisonalen, regionalen und Bio-Richtlinien umgesetzt wird. Meine Antwort: «Wenn Respekt gegenüber saisonalen Rohprodukten vorhanden ist, dann werden Tomaten oder Erdbeeren nicht im Winter verarbeitet». Sie halten sich beim Gemüse an regionale, innovative Kleinbetriebe, beim zertifizierten Fisch


UNTERNEHMEN I ZH KMU

Probieren Ihre Mitarbeitenden jeweils vorgängig alle Speisen, welche später den Gästen des Kunden serviert werden? Unbedingt, denn sie müssen jederzeit imstande sein, detaillierte Auskunft über die servierten Leckereien abzugeben, ohne dabei in Verlegenheit zu geraten. Und auch zwei, drei Sätzchen mit den Gästen austauschen können. Das liegt mir genauso am Herzen wie entsprechend adrette und gepflegte Kleidung, generell sympathische Ausstrahlung und das Einhalten der Benimmregeln.

. . . bei den Caterings muss alles funktionieren.

an den lokalen Händler Brassler und beim Fleisch an die Bio-Metzgerei Weber in Wetzikon? Genau, das verteuert den Einkauf fürs Catering natürlich, aber wir bedienen lieber weniger Auftraggeber, die dies zu schätzen wissen, als viele, welche uns Kompromisse beim qualitativen Einkauf abverlangen. Letztlich geht es auch beim Kauf von Salami und Rohschinken bei kleinen Spezialitäten-Läden um die Ecke einzig und allein um den «gusto». Als familiäres Catering-Unternehmen haben Sie nicht wie in einem Restaurant nur die Küche und den Service zu bewirtschaften, sondern sind auch noch ein permanentes Transportunternehmen. Ja, denn oftmals steht an Ort ja überhaupt keine Infra struktur zur Verfügung, und wir müssen von den Stehtischchen über die Bar und Tischtücher, Servietten bis und mit Warmhalte-Einrichtungen einfach alles mit bringen.

Da TROI Food inzwischen organisch, aber doch beachtlich gewachsen ist, dürfte Ihre Mama längst nicht mehr selbst hinter dem Herd stehen, sondern im Hintergrund in beratender Funktion wirken. Wir beschäftigen einen Küchenchef, da wir tatsächlich kein kleines Gebilde von Hausfrauen mehr sind. Da wir inzwischen Caterings für 300 und mehr Gäste zubereiten, bereitstellen und von A bis Z durchführen. In diesem Kontext hat mein Bruder die integrale Logistik für uns übernommen. Wie erreichten Sie Bekanntheit? Vorangetrieben hat TROI Food die Mund-zu-Mund-Propaganda, welche sich dank zahlreich durchgeführter Caterings verbreitete. Kooperationen mit spezifisch spannenden Locations in der ganzen Schweiz entstanden erst später.

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SARA TROIANO – Geboren am 15. Mai 1978 – Kaufmännische Lehre in Zürich – Wirtschaftsstudien in Zürich – Juli 2008 bis Januar 2012 Leiterin Gastronomie Events und Musicals in der Maag-Halle ZH – Seit Juli 2007 selbständige Geschäftsleiterin von Troi Food Services – Seit Januar 2012 Inhaberin von Troi Food Deli, dem gepflegten und ungewöhnlichen «Take Away»

Sie richteten vor bald sechs Jahren erstmals in Gläsern an und lösten damit jene Keramik-Löffel ab, welche sich bei Catering-Services lange gehalten hatten. Stimmt, wobei die Gläser für mich nun vorbei sind; weshalb wir ab Herbst 2013 etwas Neues bringen lassen Sie sich überraschen! Ihre Konklusion zum Schluss des Interviews? Wir gelangen stets auf die essenziellen drei Eckwerte zurück: Liebe zum Produkt, zur Dienstleistung und zum Detail.

Troi Food Services, Birmensdorferstrasse 171, 8003 Zürich, 044 450 19 41, www.troi-food.ch, www.facebook.com/troifoodservices, Mittags-Take Away: Troi Food Deli Birmensdorferstrasse 171, 8003 Zürich Montag bis Freitag, 11:00 bis 14:00 Uhr für Sie geöffnet, deli@troi-food.ch, Tel. 044 450 19 42


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ZH KMU I PROMOTION

Werbung, die (ein)leuchtet Die Rede ist von LED-Werbung: stehende, aber wechselnde Bilder auf einer Leuchtdiode in Form verschiedenformatiger Displays, aufgestellt an Orten mit nachweislich hoher Verkehrsfrequenz. Thomas Feller lancierte diese Werbeart mit einem Partner vor einigen Jahren und dehnt mit der Gründung von Suisse Displays die Marktbearbeitung auf die ganze Schweiz aus. TEXT UND INTERVIEW PETER BLATTNER

Eine LED-Leuchtdiode (light-emitting diode) ist ein Licht, das auf infraroter und ultravioletter Strahlung beruht. Das sorgt dafür, dass diese «Wanderplakate» unabhängig von Tageszeit und Witterung leuchten und so die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer auf sich ziehen. Begonnen hat Thomas Feller in der Ostschweiz und verfügt bereits über 14 LEDPlakatständer an verschiedenen Strassenzügen. Aktuell werden Muttenz und Kloten angeschlossen. Ferner erfolgt ein erster Kooperationsschritt in die Westschweiz, wo Displays in verschiedenen Waadtländer und Walliser Gemeinden installiert sind. Für das Aufstellen braucht es natürlich eine Bewilligung der betreffenden Gemeinde. Als Gegenleistung erhalten diese kostenlos die Möglichkeit eine Werbung für ihre Gemeinde aufzuschalten. Voraussetzung ist auch, dass nicht an unübersichtlichen Stellen geworben wird, um das Unfallrisiko auszuschliessen. Auch gibt es natürlich Vorschriften bezüglich Inhalt der Werbebotschaften. Herr Feller, wo sehen Sie Vorteile der LED-Werbung gegenüber anderen Aktivitäten? Thomas Feller: Das beginnt bei der guten Sichtbarkeit der Werbefläche und der leuchtenden Bildqualität bei jeder Witterung. Dann ist es möglich, sehr kurzfristig individuelle Zeiträume zu buchen, es können also Ausstellungen, lokale Anlässe, ja sogar Feiern so beworben werden. Der Umweltschutz ist auch gewährleistet, denn wir benötigen kein Papier wie beim herkömmlichen Plakatanschlag. Zudem verbrauchen LED-Displays extrem wenig Strom. In welchen Formaten bieten Sie die Displays an? LED-Displays können wir in x-beliebigen Grössen anbieten. Um eine gute Sicht- und Lesbarkeit zu gewährleisten, eignen sich an hochfrequentierten Strassen die Formate zwischen sechs bis zwölf Quadratmeter. Indoor oder bei Fussgängerpassagen können kleinere oder auch viel grössere Displays den Zweck erfüllen. Unseren Kunden bieten wir Komplettlösungen im Indoor- wie im gesamten OutdoorBereich an. Wie verlaufen die Intervalle? Bei unseren Plakatständern unterscheiden wir drei Werbetypen: Small, die gebuchte Werbung erscheint alle drei bis vier Minuten je 15 bis 20 Sekunden, bei Medium alle zwei bis drei Minuten. Bei Large erscheint das gebuchte Bild mindestens alle zwei Minuten. Bei einer Large-Buchung wird das Kundenbild bis zu 640 mal pro Tag angezeigt. Und diese Wiederholung erzeugt den Wiedererkennungseffekt. Wie kann zeitlich gebucht werden? Das geht von zwei Wochen über ein, drei, sechs oder mehr Monate. Wir sind aber flexibel, falls verfügbar, können wir Wochen- und sogar Tagespreise offerieren. Dies ganz im Interesse von Kleinbetrieben, die am Ort beispielsweise eine Aktion ausschreiben möchten.

Die Tafeln stehen an Orten mit hohem Verkehrsaufkommen.

Was lässt sich zu den Kosten sagen, was muss zusätzlich zur «Sendezeit» gerechnet werden? Nehmen wir als Beispiel Wetzikon. So kosten zwei Wochen Small 797 Franken, Medium 1 116 Franken und Large 1 562 Franken. Sie erzielen damit pro Tag 25 000 Sichtkontakte, das macht während den zwei Wochen 350 000! Rechnen Sie aus, welches gedruckte Medium Sie belegen müssten und dann nur am entsprechenden Erscheinungstag gesehen werden. Die Bilder benötigen keine grosse Auflösung und sind einfach zu erstellen. Unsere Kunden schicken grossmehrheitlich die gängigen Bildformate – aber auch Texte und Bilder in PowerPoint oder Word können wir einfach

übernehmen und anzeigen. Das Wechseln der Bilder während einer Kampagne ist einer der grossen Vorteile unserer Werbeplattformen. Wir sehen und hören, dass Sie sich für dieses Medium begeistern. Wer kann alles davon profitieren? Ich bin tatsächlich und absolut überzeugt, dass sich das quasi jede Firma, ob gross ob klein, ob lokal, regional oder national tätig, leisten sollte. Denn der Beachtungsgrad und damit die Erinnerung ist unübertrefflich. Das liegt auch an der perfekten Technik der LED-Lampen, die immer mehr im Alltag Einzug halten. Wir arbeiten dafür mit verschiedenen Lieferanten im Displaybereich zusammen.


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Was ist Ihr Ziel? Meine Absicht und diejenige meiner Partner ist ein längerfristiger Aufbau, der sich durchaus über Jahre erstrecken kann. Wir haben aber keinesfalls die Absicht, die Schweiz zuzupflastern. Auch gilt es noch in einigen Kantonen Überzeugungsarbeit zu leisten. Persönlich bin ich überzeugt, dass in ein paar Jahren viele Städte und Gemeinden die Vorteile dieser einfachen und dynamischen Informationsplattform mitnutzen werden.

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ZH KMU I PROMOTION

Kompetent mit «BasiX» Der Förderbedarf bei den Grundkompetenzen ist längst erkannt: Nur wer eine gewisse «Bildung von Grund auf» besitzt, kann am beruflichen, gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben teilhaben. Nun hat die EB Zürich als erste Institution in der Schweiz eine Weiterbildungspalette für sämtliche Grundkompetenzen lanciert: «BasiX» eröffnet allen die Möglichkeit, in Beruf und Alltag souveräner zu werden. TEXT CHRISTIAN KAISER

«BasiX – Bildung für Erwachsene. Von Grund auf.» ist eine Weiterbildungspalette für sämtliche fünf Grundkompetenzen: Lesen und Schreiben, Deutsch als Zweitsprache, Alltagsmathematik, Umgang mit Informationstechnologien (IKT) sowie Kompetenzen für die Arbeit und den Alltag. Das BasiX-Programm umfasst auf 56 Seiten rund 80 Bildungsangebote, die als Kurse, Ateliers oder Einzelberatungen geführt werden. Umfassendes Gesamtpaket Das thematische Spektrum reicht von der persönlichen Beratung für «schreiben, lesen, rechnen» über «Lesen und Schreiben im Alltag» für Deutschsprachige sowie Alphabetisierungs- und Deutschkurse für Fremdsprachige bis hin zum «Tastaturschreiben am Computer»; von «Keine Angst vor Zahlen» über «Mein E-Mail» oder «Mein Budget» oder «Mein Bewerbungs-Dossier» bis hin zu massgeschneiderten Angeboten für Firmen und Institutionen und Lernbegleitungen am Arbeitsplatz. Dank dieser Förderpalette können Erwachsene an der EB Zürich die «Bildung von Grund auf» erwerben, die sie brauchen. Neugier und Freude fördern Und das ist heute wichtiger denn je zuvor: «Der Trend, dass man ohne Qualifikation im Arbeitsleben Schwierigkeiten bekommt, wird sich noch verstärken», sagte Josefa Haas, die Rektorin der EB Zürich, in ihrer Rede zur Lancierung von BasiX am 11. März. Es gelte darum, «das Bewusstsein zu schaffen, dass sich heute niemand mehr zurücklehnen kann». BasiX vermittelt aber nicht nur Souveränität im Umgang mit Texten, Zahlen sowie mit kulturellen Werten und Normen, sondern will auch zu einer Haltung des lebenslangen Lernens motivieren; das grosse X in BasiX steht für Neugierde, Frische, Aufbruch, Elan, Ehrgeiz und Freude beim Lernen. Win-Win für alle Mit BasiX wird die EB Zürich zur ersten und wichtigsten Anlaufstelle im Bereich sämtlicher Grundkompetenzen für Arbeitnehmende, Unternehmen, Institutionen und Ämter. Von der Förderung der Grundkompetenzen profitieren alle: Besser qualifizierte Mitarbeitende trauen sich mehr zu, sind selbstständiger und flexibler, arbeiten motivierter und fühlen sich wohler an ihrer Arbeitsstelle. Das Selbstwertgefühl und die Freude am Lernen steigen mit jedem positiven Lern erlebnis. Wer seine Grundkompetenzen festigt und erweitert, kann Weiterbildungs-, Aufstiegs- und Entwicklungs möglichkeiten nutzen. Auch die Unternehmen profitieren von kompetenteren Mitarbeitenden auf vielfältige Weise: höhere Qualität und Produktivität, zufriedenere Kunden, besseres Arbeitsklima, weniger Absenzen und Stellen wechsel. Schritt zur Integration aller Die EB Zürich ist schweizweit die erste Institution, die ein so

Nur wer über ausreichende Grundkompetenzen verfügt, kann am beruflichen oder gesellschaftlichen Leben teilhaben.

umfassendes Förderprogramm entwickelt hat. Regierungsrätin Regine Aeppli freute sich anlässlich der Präsentation über diesen «Schritt zur Integration»: «BasiX setzt konsequent das Ziel um, alle zu integrieren und ihnen die gesellschaftliche Teilnahme zu ermöglichen.» Menschen mit schwachem Bildungsrucksack führten oft ein Dasein im Schatten der Gesellschaft, schämten sich ihrer mangelnden Bildung, versuchten, ihre Defizite zu kaschieren und seien auf Unterstüt-

zung angewiesen. Aeppli verwies in diesem Zusammenhang auf die 800 000 Menschen in der Schweiz, die Mühe haben, einen einfachen Zeitungsartikel zu verstehen. Und auf die 400 000, die nicht in der Lage sind, einfachste Rechenaufgaben zu lösen: «Das sind so viele, wie in der Stadt Zürich leben.» Ausführliche Informationen über BasiX und das Kursangebot finden Sie unter www.eb-zuerich.ch/basix.

EB Zürich, Kantonale Berufsschule für Weiterbildung, Riesbachstrasse 11, 8090 Zürich, Telefon 0842 843 844, www.eb-zuerich.ch


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Vom Inserat ins Netz Seit über 125 Jahren befasst sich die Publicitas AG mit der Vermittlung und Vermarktung von Anzeigen für die Schweizer Presse. Sie hat die Zeichen der Zeit erkannt, gegen sechs Millionen Menschen sind quasi permanent online und prominente Websites oder das soziale Netzwerk bieten hervorragende Möglichkeiten, Neukunden zu vernünftigem Budgeteinsatz zu gewinnen. INTERVIEW PETER BLATTNER

Herr Baumberger, KMU planen ihre Werbung und müssen sich zwischen Directmarketing, Printwerbung und anderem entscheiden, für alles aber reicht das Budget nicht. Was können Sie mit ad4maxGEO einem solchen Kunden bieten? Patrick Baumberger: Wir können ihm ein klares Leistungsversprechen abgeben. Die KMU stehen vor der ständigen und schwierigen Herausforderung, neue Kunden zu gewinnen. Da gilt es, die fast grenzenlosen digitalen Möglichkeiten zu nutzen, um das Geschäft anzukurbeln. Es lässt sich mehr verkaufen, wenn im übertragenen Sinn die »Ladenöffnungszeiten» länger sind – denn gesurft wird zu jeder Tages- und Wochenzeit, 24 Stunden lang! Es soll nicht in Image und Bekanntheitsgrad, sondern eben in Neukunden investiert werden. Was immer der Interessent sucht, das Internet bietet ihm dank entsprechendem Stichwort gezieltes Suchen. Im Internet herrscht immer Hochsaison! Jeder Werbetreibende möchte mit seinen Verkaufsmassnahmen eine möglichst grosse Wirkung erzielen. Erfolg zu messen ist oft schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Wie sieht das bei Ihren online-Dienstleistungen aus? Wir bieten unseren Kunden ein sogenanntes Echtzeit-Reporting. Da können Sie jederzeit sehen, wie wirtschaftlich wir mit ihrem Budget umgehen, wieviele Besucher sie bereits erhalten haben, Anzahl Werbeeinblendungen etc. Speziell für den Detailhandel oder eShop-Betreiber haben wir zudem eine Lösung für gezielte Realisierung von Abverkaufskampagnen wie Aktionen und Coupons. Inklusive Messbarkeit der Einlösequote am Point of Sales. Eine andere Variante ist das Messen von Telefonanrufen oder generierten eMails. Somit kann Beispielsweise eine Garage ihre generierten Probefahrten messen und sehr effizient potenzielle Autokäufer eruieren. Viele KMU haben Mühe mit ihrer eigenen Homepage, können diese Ihnen alles Technische von der Bannerkreation bis zur Aufschaltung überlassen? Unser einzigartiger Service ist es, dass wir dem KMU alles aus einer Hand bieten. Exakt nach den Möglichkeiten des Kunden und abgestimmt auf dessen Ziele. Sei dies im Generieren von potenziellen Kunden und aber auch die Herstellung der notwendigen Responsive Landing Page (für PC, Mobile und Tablet optimiert) oder gar einer kompletten Website mit eShop. Wie funktioniert eigentlich die Aufteilung in lokal, regional, national? Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Der Kunde möchte möglichst keinen Streuverlust und potenzielle Käufer im Einzugsgebiet ansprechen. Dies kann lokal, je nach Filialstruktur aber auch national sein. Durch unser Targeting-System können wir das sicherstellen, damit der Kunde genau am richtigen Ort und zur richtigen Zeit Wirkung zeigt – nämlich dann

redaktionell themenaffinen Umfeld platziert. Dabei ist es uns und vor allem unseren Kunden wichtig, dass auf die Anzeigen geklickt wird, und je mehr Klicks von einer Mediaseite her kommen, desto mehr Werbedruck und Budget wird dort investiert. Ob die Käufer des Kunden eher NZZ- oder Blickleser sind oder nicht, ist hier für uns nicht relevant. Auch einem Bau arbeiter wird eine Luxusuhr verkauft, wenn er sie will.

Patrick Baumberger ist Director von ad4maxGEO.

wenn potenzielle Käufer in der Region nach dem Produkt suchen. Wie führen Sie die Beratung durch, vor allem wenn es um die Gestaltung der aufzuschaltenden Anzeigen, deren Inhalte und Gestaltung geht? Haben Sie Kundenberater? Wir haben im Aussendienst derzeit 20 dezidierte Mitarbeitende und bauen kräftig aus. Zudem stehen unseren Kunden natürlich auch die Publicitas Filialen vor Ort mit Know-how zur Verfügung. Ein spezielles Customer Care Center steht zudem allen Kunden täglich zur Verfügung. Wir bieten nicht nur alles aus einer Hand, sondern auch Top Service. Nehmen wir das Beispiel der Verlagsseiten wie blick.ch, nzz.ch – muss die Werbebotschaft irgendwie zum Image der Seite passen? Also Hochstehendes eher für die NZZ? Dieser Meinung war man früher. Wir bieten ein Netzwerk aller relevanten Top Mediaseiten und erreichen damit über 95% aller Online-Nutzer in der Schweiz. Die speziellen Verkaufsförderungs-Anzeigen werden dabei im

Sie bieten Ihre Dienstleistungen auch im sozialen Netz wie Facebook an. Gibt es nicht viele KMU, die diesen Kanälen kritisch gegenüber stehen? Am Ende des Tages ist es eine Glaubensfrage. Tatsache ist, dass jeder zweite Schweizer aktiv auf Facebook ist. Die Frage ist also nicht, ob dem Kunden Social Media gefallen oder nicht, sondern, da seine potenziellen Kunden dort sind, wie wir dieses grosse Potenzial nutzen können. Und genau das können wir dem Kunden aufzeigen und auch eine attraktive Lösung anbieten. Sie sagen, dass man schon ab 3 000 Franken jährlich mit dabei sein kann. Was ist da genau inbegriffen? Inbegriffen sind unsere Arbeit, die Medialeistung, die Herstellung der notwendigen Werbemittel, Definition der relevanten Suchbegriffe und natürlich das ständige Optimieren der Kampagnen – sprich für den eingesetzten Budgetbetrag und die definierte Laufzeit möglichst viele potenzielle Käufer zu eruieren. Es gibt kostenpflichtige Zusatzprodukte, die der Kunde natürlich nach seinem Bedürfnis wählen kann. Entscheidend in diesem Modell ist, dass der Kunde ein monatliches Kostendach hat und gleichzeitig jederzeit transparent sieht, was mit seiner Neukundeninvestition geschieht.

P U B L I C I TA S A G Publicitas Digital, ad4maxGEO Mürtschenstrasse 39, Postfach, 8010 Zürich, Telefon 0800 111 770, www.publicitas.ch/ad4maxgeo


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RECHT I ZH KMU

Internetauftritt ohne Rechtsprobleme Eine Internetpräsenz ist heute für jedes Unternehmen ein wichtiges Marketinginstrument. Die für den Webauftritt benötigte Internet Domain ist rasch reserviert und kostengünstig. Unternehmen müssen aber aufpassen. TEXT PATRICK VON ARX *

Wer allzu sorglos seine neue Internet Domain ohne die notwendigen Rechts abklärungen reserviert, kann sich Rechtsprobleme einhandeln und befindet sich im schlimmsten Fall plötzlich inmitten eines kostspieligen Domainrechtsprozesses.

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Markenrecht Der Inhaber einer beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum registrierten Marke hat das ausschliessliche Recht, diese Marke für die im Markenregister erwähnten Waren oder Dienstleistungen im geschäftlichen Verkehr zu nutzen und zu gebrauchen. Das heisst, nur er darf seine Marke zum Beispiel auf Waren oder Verpackungen anbringen beziehungsweise unter seiner Marke Dienstleistungen erbringen, mit der Marke Werbung machen oder die Marke sonstwie im geschäftlichen Verkehr verwenden. Der Markeninhaber ist damit auch alleine berechtigt, seine Marke als Internet Domain oder als Bestandteil einer Internet Domain im geschäftlichen Verkehr zu verwenden. Wer eine neue Internet Domain registrieren will, um diese anschliessend im geschäftlichen Verkehr für den Vertrieb von Waren oder Dienstleistungen über das Internet zu verwenden, sollte deshalb vor der Registrierung stets genau abklären, ob dadurch nicht die Markenrechte von Drittpersonen verletzt werden.

Namenrecht Für neu gegründete KMU kann die Verlockung gross sein, zu Marketingzwecken eine Internet Domain zu registrieren, welche mit dem Firmennamen eines (bekannten) inoder ausländischen Unternehmens oder mit dem Namen einer Schweizer Stadt oder Gemeinde identisch ist, um die Internetbesucher abzufangen und von dieser Internet Domain auf die eigene Firmenwebseite umzuleiten. Doch dieses Vorgehen ist rechtlich unzulässig. Das Bundesgericht verbot einem privaten Unternehmen die Nutzung der Internet Domain www.luzern.ch, weil dadurch die Namenrechte der Stadt Luzern verletzt wurden. Die Domain musste an die Stadt Luzern abgetreten werden. Aus diesem Bundesgerichtsentscheid können folgende Lehren gezogen werden: Bevor eine Internet Domain registriert wird, sollte unbedingt überprüft werden, ob die Internet Domain nicht al-

.ch

lenfalls mit dem Namen einer Schweizer Gemeinde oder mit dem Firmennamen eines im schweizerischen Handelsregister eingetragenen Unternehmens übereinstimmt. Besteht eine solche Übereinstimmung, ist auf die Registrierung dieser Internet Domain zu verzichten. Liegt keine Übereinstimmung vor, so steht der Registrierung grundsätzlich nichts mehr im Weg. Unlauterer Wettbewerb In der Schweiz herrscht unter den Unternehmen grundsätzlich freier Wettbewerb. Doch auch im Wettbewerb sind rechtliche Grenzen zu beachten: Der unlautere Wettbewerb ist verboten. Unlauteren Wettbewerb betreiben zum Beispiel Unternehmen, welche durch Verwendung einer Internet Domain oder durch die inhaltliche Gestaltung ihrer Webseite derart im Internet auftreten, dass Verwechslungen mit Konkurrenzunternehmen

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entstehen. Wer eine Internet Domain registriert, sollte es daher vermeiden, eine mit einer bereits registrierten Internet Domain verwechselbare Internet Domain zu registrieren, wenn Kunden dadurch verwirrt werden könnten, weil beide Konkurrenten ähnliche oder gleiche Produkte anbieten. Generell gilt, dass Trittbrettfahrer, die ihren Webauftritt bewusst an den Webauftritt eines bereits länger im Markt erfolgreichen Konkurrenten anlehnen oder diesen sogar bewusst kopieren, sich früher oder später dem Vorwurf des unlauteren Wettbewerbs ausgesetzt sehen werden. Internet Domain-Strategie Jedes KMU, das einen Webauftritt plant, sollte vorher überprüfen, ob durch die neu zu registrierende Internet Domain nicht allenfalls Markenoder Namenrechte von Drittpersonen verletzt werden. Ebenso sollte zur Vermeidung von potentiellen künftigen Domainstreitigkeiten jedes in der Schweiz geschäftlich aktive KMU darauf verzichten, eine bestimmte .chDomain zu registrieren, wenn die gleichlautende .com-Domain bereits von einem anderen, ebenfalls in der Schweiz geschäftlich tätigen Unternehmen registriert worden ist, welches die .com-Domain für ähnliche Waren oder Dienstleistungen verwendet. Analoges gilt für die beabsichtigte Registrierung einer .com-Domain. Wer heute als Unternehmer eine GmbH oder AG gründet, sollte bereits vor der Firmengründung den Firmennamen als Internet Domain und am besten auch gleichzeitig als Marke registrieren lassen. Dadurch ist das neu gegründete KMU von Anfang an bestens gegen Trittbrettfahrer und unlauter handelnde Konkurrenten geschützt. Ist die zum Firmennamen passende Internet Domain oder Marke jedoch bereits besetzt, so sollte ein anderer Firmenname gewählt werden. Dies erfordert Denkarbeit und Kreativität. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass dadurch in der Zukunft viele Rechtsprobleme und teure Streitigkeiten vermieden werden können.

*Patrick von Arx, Rechtsanwalt, LL.M. (New York University), ist schwergewichtig in der Beratung von Unternehmen im Wirtschaftsrecht tätig und vertritt Unternehmen in Gerichtsverfahren. pvonarx@bclaw.ch, www.bclaw.ch


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ZH KMU I NETZWERK

«Zürich ist gut aufgestellt» Erfahrungen austauschen und gemeinsame Interessen verfolgen – das ist das Ziel der Vereinigung Zürcher Immobilienunternehmen. Ein wichtiges Thema ist die Raumplanung. INTERVIEW JONAS HUGENTOBLER UND SALOME KERN

Wieso brauchen Immobilienunternehmen einen Dachverband? Hans Peter Egloff: Wenn es um die Rahmenbedingungen einer Branche geht, kann ein einzelnes Mitglied wenig bewegen. Die Interessen verschiedener Firmen sind nicht immer vollständig deckungsgleich. Der Schulterschluss einer Branche vermag für die verschiedenen Seiten koordinierend, aber auch federführend eingreifen. Politik und Verwaltung kommen zu einem Gesprächspartner, der die gemeinsamen Interessen seiner Mitglieder kennt, der sich für die Anliegen fachlich und politisch einsetzt, und mithilft, einmal getroffene Entscheide auch intern gegenüber allen Mitgliedern zu vertreten.

mit weniger effizienten Grundrissen unter Druck. Im Wohnungsmarkt dagegen besteht nach wie vor eine grosse Nachfrage in den Zentren und in den Agglomerationsgemeinden, wobei die Objekte im obersten Preissegment seit 2012 zunehmend weniger nachgefragt werden. Was bedeutet das für die Wirtschaftsregion Zürich? Die Wirtschaftsregion Zürich ist gut aufgestellt. Global tätige Spitzenunternehmen suchen die Nähe zu unseren Hochschulen. Damit einher geht die Diversifizierung der Wirtschaft. Der Schwerpunkt «Bankenplatz» hat sich etwas zurückgebildet, während Versicherungen, Dienstleistungen und Beratung, aber auch technische Bereiche sowie Forschung und Entwicklung kontinuierlich zulegen konnten. Das Freihandelsabkommen mit China dürfte die industriellen Betriebe Zürichs zu-

Welchen Mehrwert bringt die Mitgliedschaft? Nebst der Verfolgung gemeinsamer Interessen und politischer Ziele liegt der Nutzen im Erfahrungsaustausch. In der Vereinigung Zürcher Immobilienunternehmen sind die Inhaber oder CEOs von 19 regionalen, teilweise schweizweit tätigen Bewirtschaftungs- und Immobiliendienstleistungsunternehmen persönlich vertreten. Juristische Fragen, technische Neuerungen, Veränderungen in den Vorschriften von Behörden, aber auch Personalfragen – mit Blick auf die Weiterbildung und die Nachwuchsförderung – stehen im Vordergrund. Mit Spitzenreferenten an VZI-Veranstaltungen aus Hochschule, Politik und Wirtschaft ZUR PERSON erweitern die Mitglieder ihr Know-how Hans Peter Egloff (53) ist seit 2007 Präsident der und ihr Netzwerk. Vereinigung Zürcher Immobilienunternehmen. Er arbeitet seit 33 Jahren in der Immobilien-Dienstleistungsbranche des Kantons Zürich. Egloff ist Was sind Ihre Anliegen? CEO und VR-Delegierter der Bilfinger Real Estate Auf allen Ebenen von Bund, Kanton und AG Schweiz, welche zum international tätigen Stadt stehen die Raumplanung und die Engineering- und Servicekonzern Bilfinger SE in Baugesetzgebung im Vordergrund. Für Mannheim (D) gehört. unsere Bewirtschaftungsunternehmen spielt zudem das Mietrecht eine wichtige Rolle im täglichen Geschäft. Hier geht es dem Verband und den Mitgliedern darum, dass Gesetze praxisnah sind. Selbstverständlich nimmt auch die Verkehrspolitik einen wichtigen Stellenwert ein. Diese bestimmt letztlich über die Erreichbarkeit von Standorten. Die VZI setzt sich für eine ganzheitliche Sicht der Dinge ein, im Städtebau wie auch in der Entwicklung von Gebieten und Standorten in den Gemeinden. Immobilien sind ein langfristig angelegtes Geschäft. Nachhaltigkeit ist deshalb in der Immobilienbranche nicht einfach ein Schlagwort, sondern gelebte Kultur, in der VZI seit bald über 30 Jahren.

Die Baubranche erlebte einen Boom. Wie geht es weiter? Wir gehen davon aus, dass sich die Produktion bei den Geschäftsflächen im Grossraum Zürich eher abschwächen wird. Viele Unternehmen nutzen das günstige Umfeld mit zahlreichen guten Vermietungsangeboten, um ihren Standort in bereits realisierten oder im Bau befindlichen neuen und effizienteren Geschäftsflächen zu optimieren. Dadurch geraten ältere frei werdende Flächen

sätzlich beflügeln. Grosse Infrastrukturprojekte in Stadt und Kanton stützen letztlich die Bauwirtschaft und stärken die Standortfaktoren des Wirtschaftsraumes. In der Stadt Zürich ist die Wohnungssituation prekär. Haben Immobilienunternehmen Interesse daran, dies zu ändern? Die Kunden von Mitgliedern der VZI und der Verbände SVIT und HEV, mit welchen wir einen regen Austausch und ein partnerschaftliches Verhältnis pflegen, repräsentieren einen grossen Teil des städtischen Wohnungsmarktes. Wir haben ein grosses Interesse an einem funktionierenden Immobilienmarkt in der Stadt Zürich. Die Kunden unserer Mitglieder investieren auch laufend in Renovationen, Ersatzneubauten und Neubauten. Allerdings sind die Rahmenbedingungen dazu nicht immer einfach. Die neue Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich könnte jedoch neue Impulse für den privaten Wohnungsbau liefern: Verschönern, Energie sparen und verdichten sind hier die Eckpfeiler. Zu hoffen ist, dass die Stadt ihre Chance wahrnimmt und Rahmenbedingungen schafft, welche es auch den privatrechtlich organisierten Investoren ermöglichen, zu wirtschaftlich attraktiven Bedingungen das städtische Wohnungsangebot zu erweitern. Den Mietern steht ein breites Wohnungsangebot in vielen schönen Agglomerationsgemeinden des Kantons Zürich zur Verfügung. Mit dem ÖV-Netz ist die Stadt jeweils innert kürzester Zeit erreichbar. Die Vergünstigung von Stadtwohnungen mit Steuergeldern macht meines Erachtens nur wenig Sinn.


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QUELLENSTEUERVERFAHREN VERBAND ZÜRCHER HANDELSFIRMEN 044 211 40 58 w w w. v z h . c h

Der VZH (Verband Zürcher Handelsfirmen) informiert seine Mitgliedsfirmen mit einem monatlich erscheinenden Mitteilungsblatt über personalrechtlicheund politische Themen. Nachfolgend finden Sie einige von unserer Redaktion zusammengefasste Ausschnitte aus der aktuellen Ausgabe. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt an den VZH, Telefon 044 211 40 58.

Ab dem 1. Januar 2014 werden wesentliche Neuerungen im Quellensteuerverfahren in Kraft treten. Deren Umsetzung stellt für die Arbeitgebenden eine grosse Herausforderung dar. Es findet deshalb am 21. August 2013 eine Informationsveranstaltung im Widder Hotel an der Augustinergasse 24 in Zürich statt. An dieser informieren Markus Kühni, Chef der Dienstabteilung Quellensteuer Zürich, und Abramo Lo Parco, Steuerkommissär, über Änderungen wie elektronische Quellensteuerabrechnung, Umsetzung der neuen Tarife und Neuerungen im Verfahrensablauf. Ziel der Veranstaltung ist es, den

Teilnehmern den Handlungsbedarf im Quellensteuerabrechnungsverfahren aufzuzeigen, damit rechtzeitig die notwendigen Massnahmen getroffen werden können, eine korrekte Ablieferung der Quellensteuern einleiten zu können. Für Mitgliedsfirmen des VZH sowie der Zürcher Handelskammer (ZHK) und des Kantonalen Gewerbeverbandes (KGV) ist die Veranstaltung gratis. Anmeldungen an info@vzh.ch mit folgenden Angaben: Firma, Nennung Mitgliedschaft bei VZH, ZHK oder KGV, Mitgliedschaftsnummer, Anzahl Personen mit deren Namen und Vornamen, Telefonnummer.

CHANCENGLEICHHEIT Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) lancierte eine nationale Kampagne für mehr Chancengleichheit in der Schweizer Arbeitswelt. Gemeinsam mit dem Schweizerischen Arbeitgeberverband publizierte HEKS das Dossier «best practice» - Tipps aus der Wirtschaft. Die

Benachteiligung von Menschen auf dem Arbeitsmarkt ist eine Verschwendung von Talenten und Fähigkeiten. Chancengleichheit zahlt sich nicht nur für Benachteiligte, sondern auch für Unternehmen aus, die diesen Menschen eine Chance geben. Das Dossier kann unter www.heks.ch oder

www.arbeitsgeber.ch heruntergeladen werden. Schon heute vormerken: Am 2. September 2013 findet im Hotel Schweizerhof in Zürich eine Impulsveranstaltung mit Praxisbeispielen aus zwei KMU statt. Für weitere Informationen und die Einladung wenden Sie sich bitte direkt an den VZH.

AbaWeb Treuhand

ENTLÖHNUNG AUF PROVISIONSBASIS

Die fortschrittliche, kundenfreundliche Software-Lösung

Ein Computer mit Windows, Linux oder Mac OS, eine SuisseID und ein Browser genügen – und der Treuhandkunde kann seine Daten bequem via Internet direkt in der ABACUS Finanzbuchhaltungs- oder Lohnsoftware des Treuhänders eingeben. www.abacus.ch

Es ist grundsätzlich statthaft, einen Arbeitnehmer ausschliesslich oder vorwiegend durch Provisionen zu entschädigen. Der Provisionslohn muss allerdings ein angemessenes

Entgelt garantieren. Beim Abschluss von Versicherungsverträgen erzielte ein Provisionsvertreter ein monatliches Nettogehalt von nur 2 074 Franken. Das Bundesgericht hielt

fest, dass dieser Betrag für eine Vollzeitstelle ungenügend sei. Der Arbeitnehmer hatte damit einen Grund für seine Kündigung unter Wegfall des Konkurrenzverbotes.

Foto: Bilderbox.de

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Der Provisionslohn muss ein angemessenes Entgelt garantieren.


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ZH KMU I ZÜRICH IM BILD

Im Kreis 1 – mitten in der Altstadt von Zürich – liegt die Froschaugasse. Das schmale Gässchen trägt seit 1865 den Namen von Christoph Froschauer. Der Buchdrucker ist 1490 im oberbayrischen Kastl geboren und gilt als erster Anhänger der Buchdruckkunst in der Limmatstadt. Im Mittelalter hiess die Froschaugasse Judengasse. Der Name geht auf das Gebäude «Zur Judenschule» zurück, darin befand sich die mittelalterliche Synagoge von Zürich. Heute sind in der Froschaugasse viele kleine Kunsthandwerker oder Boutiquen beheimatet: von der Werkstatt für Lederwaren über eine Schreinerei bis zur Weinstube Isebähnli und dem Mauerblümchen – einem Geschäft für venezianische Glaslampen, Bilder und Mode. www.zürichfoto.ch


RENAULT IST SEIT 15 JAHREN EUROPAS NR. 1 DER NUTZFAHRZEUGE. Denn Renault baut praktische und vielseitige Fahrzeuge, die Sie Ihren Bedürfnissen entsprechend ausstatten können. So ist zum Beispiel der Renault Master – auch mit Heckantrieb erhältlich – mit seinen zahllosen Um-, Aus- und Aufbauten jeder Anforderung gewachsen. Und mit einem Verbrauch ab 7.8 l/100 km belegt er erst noch einen Spitzenplatz. Entscheiden Sie sich für Renault Qualität – mit 3 Jahren Herstellergarantie. Mehr Infos auf www.renault.ch.

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Das eigene Unternehmen mit einem guten Gef端hl in eine neue Generation 端bergeben. Wir unterst端tzen Sie dabei!

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Um die Unternehmensnachfolge nachhaltig und erfolgreich zu regeln, braucht es neben Zeit und Unternehmersinn auch eine gute Beratung. Wir begleiten Sie durch diesen spannenden Prozess und stehen Ihnen als erfahrene Partnerin zur Seite.

Zürcher KMU 3 2013  

Das Zürcher Unternehmer-Magazin

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